NeuroEndokrine Neoplasien Der Patient

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NeuroEndokrine Neoplasien
Der Patient - Von der Diagnostik bis zur Therapie
Wien 30. November 2013
Begrüßung
Nach einer herzlichen Begrüßung durch S. Mirzaei der rund 50 Teilnehmer aus ganz
Österreich erteilt S. Mirzaei das Wort an den ersten Vortragenden.
Die Rolle der Endoskopie beim Management von Patienten mit NEN
M. Gschwantler
Die Verteilungsrate der unterschiedlichen Lokalisationen der NEN wird erläutert, dabei legt
M. Gschwantler den Fokus seiner Ausführungen auf die NEN des Magens, des Iliums und des
Colon/Rectums. Sowohl die Klassifikation, die für die Therapie mittels endoskopischer
Methodik, entscheidend, als auch die technischen Möglichkeiten der Endoskopie finden in
seinem Vortrag Platz. Als prognostisch für den Patienten führt M. Gschwantler an, dass dies
von verschiedenen Faktoren, wie der Ätiologie, der Größe des Tumors, weiteres die
Angioinvasion als auch deren Tiefe, sowie der Diffenzierungsgrad des Tumors entscheidend
sei. Das endoskopische Management spiele bei Diagnostik und Staging eine wichtige Rolle,
jedoch sei der Einsatz zur Therapie bei großen niedrigdiffenzierten Tumoren begrenzt.
Nicht jeder NEN zwingt zu einer onkologisch-radikalen Chirurgie: Wo liegen die Grenzen?
B. Niederle
Der Vortagenden legt zu Beginn seiner Referates fest, dass eine optimale Therapie, nur die
individuell an den Patienten angepasste Therapie sein kann, dies beinhalte das
Zusammenspiel diverser Fachbereich der Medizin am onkologischen Patienten, wobei er
speziell die Klassifikation, die Biologie des Tumors, sowie das jeweilige Staging eingeht. Die
NEN G1 und G2 würden meist chirurgisch/onkologischen Verfahren, Tumore der Klasse G3
meist chemotherapeutischen Methoden zugeführt, wobei die einzig kurative Möglichkeit in
der radikalen Entfernung des Primums und dessen Metastasen bestehe.
Diagnostik mit Somatostatin Analoga (SRS)
R. W. Lipp
Zunächst geht R. W. Lipp auf die verschieden Somatostatin-Analoga (SST-A) bei NENTumoren ein, hierbei auf SSR 2 und SSR 5. Das Staging sei entscheidend für die Therapiewahl
und wird durch ein Restaging kontrolliert. Die Unterschiede zwischen den Tracern der
Nuklearmedizin NOC, TOC und TATE werden erläutert, die bei exakter nuklearmedizinischen
Kontrolle zu Anwendung kommen können.
Dosimetrische Aspekte in der Nuklearmedizin
S. Mirzaei
Nach einer Einführung in die physikalischen Grundlagen zur Dosimetrie, geht S. Mirzaei auf
die Biologische Strahlenwirkung von radioaktiven Substanzen auf den Körper und den Tumor
ein. So sei im Vorfeld klar die Indikation vs. der Kontraindikation abzuwägen. Hierbei sei die
Größe und räumliche Verteilungsrate des Tumors, die Dosis und Dosisleistung des
Radiopharamkons und die Strahlungsart abhängig.
Langzeiterfahrung mit Somatostatin
H. Rumpold
Der Vortragende gibt einen kurzen Einblick in die anfängliche Anwendung von Sandostatin,
diese wurde zu Behandlung von Akromegalie eingesetzt. Die gute Bindungsaffinität zu den
Somatostatinrezeptoren 2 und 5 macht die Diagnostik und Therapie mit diesen Präparaten
möglich. H. Rumpold geht weiteres in seinem Vortrag auf die PROMID Studie (PlaceboRandomize-Octreotid-Midgut) ein. Auch werden verschieden Biomarker, wie beispielsweise
das Chromogranin A, genannt um einen Progression früh erkennen zu können. Auch einen
Abhängigkeit von hepatischer Tumorlast und dem Gesamtüberleben wird erörtert.
Aktuelles zur Biotherapie und zielgerichteten Therapie
M. Raderer
Unter den bekannten tagret-therapy mit Everolimus und Sunitinib bei NEN wird einen PSF
(progression-free survival) von 11,0 bzw 11,4 Monaten beschrieben, zum Vergleich die
Placebogruppe eine PSF von 5,0 Monaten ausweist. Eine Dosisreduktion bei Everolimus
aufgrund der Nebenwirkungen wurde bei 64% der Patienten unternommen. Laut CLARINETStudie (Controlled study of Lanreotid Antiproliferative Response in NET) sei die durch die
Anwendung von SST-A eine antiproliferative Wirkung und damit eine Reduktion von
Progression feststellbar.
Palliativtherapie beim NEN
B. Hammerl-Ferrari
Nach einem Fallbericht wird dem Auditorium die Ziel-Definition der Palliativmedizin erörtert,
diese besagt, die Lebensqualität im Verlauf einer schwersten Erkrankung zu optimieren.
Dabei solle die Krankheitsprognose frühestmöglich mit dem Patienten besprochen werden,
um ihm die Entscheidung über mögliche Therapieoptionen freihalten zu können. Die
niedrigeren Kosten für einen Palliativen Betreuung, im Gegensatz zu einem stationären
Krankenhausaufenthalt sei jedoch nur ein wirtschaftlicher Aspekt.
Tumorboard/Net Alliance
R. W. Lipp
Der Vortragende erklärt, dass das Instrument des Tumorboards, die bestmögliche
intramurale Betreuung des Patienten gewährleistet, da hier die für den Patienten
individuelle Therapie und Versorgung zwischen den medizinischen Fachbereichen ermittelt
wird. Weiteres wird die Schaffung eines GEP-NET-Registers, sowie die weitere Etablierung
des GEP-NET-Tumorboards in allen Kliniken angesteuert.
Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) – eine Selbsthilfegruppe stellt sich vor.
K. Mellar
K. Mellar, Vorsitzende des Netzwerkes NeT e.V. (und selbst Betroffene), legt in ihrem Vortrag
den Fokus auf den Patient mit NEN und deren Angehörigen. Sie beschreibt die Tätigkeiten
des Netzwerkes NeT e.V. und die Bedeutung von Selbsthilfegruppen in der ganzheitlichen
Betreuung von Betroffenen. Frau Mellar gibt Anstoß in naher Zukunft auch in Österreich eine
Regionalgruppe des Netzwerks zu schaffen. Sie steht bereits in Kontakt zu einigen
Krankenhäusern und es wenden sich bereits heute einige Patienten und Angehörige mit
ihren Anliegen an die Selbsthilfegruppe in Deutschland.
li. nach re.: Fr. Baumgartner, Fr. Majer, Fr. Schennach, Hr. Pisch, Fr. Mellar
Zusammenfassung
In den vielen sehr informativen Vorträgen zeigten die Referenten die Möglichkeiten aber
auch die Grenzen der verschiedenen Fachrichtungen in der Behandlung von
Neuroendokrinen Tumoren auf. Auch bei dieser Veranstaltung wurde von allen die
Bedeutung der engen interdisziplinären Zusammenarbeit betont um für jeden Patienten die
individuell passende Therapie zu finden. Die laufenden und geplanten Projekte die
präsentiert wurden zeigen den Wunsch und die Wichtigkeit von Krankenhaus- und auch
Grenzübergreifendem Informationsaustausch. Diese Datenregister sollen in den nächsten
Jahren helfen die Behandlung von Neuroendokrinen Neoplasien kontinuierlich weiter zu
verbessern.
Verfass von:
Majer Ariane DGKS, Schennach Iris DGKS , Pisch Marcos DGKP
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