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Detailinformationen
Geografie und Klima
Kosovo befindet sich im Herzen der Balkanhalbinsel. Mit seiner Fläche von 10.887 km² grenzt Kosovo an
Albanien im Südwesten, an Mazedonien im Süden und im Norden und Nordwesten an Serbien und
Montenegro. Die Hauptstadt Pristina ist mit ihren 208 000 Einwohnern gleichzeitig auch die größte Stadt
Kosovos.
Im Kosovo herrst ein gemäßigtes Kontinentalklima vor, das günstige Bedingungen für Landwirtschaft schafft.
53% der Fläche wird für Landwirtschaft genutzt, 41% bestehen aus Wäldern. Die Temeraturschwankungen
können stark ausfallen - im Sommer bis zu 40° und im Winter bis -20°. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember
sind die Niederschlagsmengen am höchsten.
Geschichte und Politik
Nach dem zweiten Weltkrieg wird Kosovo unter Josip Broz Tito zu einer Verwaltungseinheit Serbiens und somit
zumTeil der Jugoslawischen Föderation. Mit der Zeit entwickelt die Mehrheit der Kosovaren, bestehend aus
Kosovo - Albaner, auf Grund der Exklusion von bestimmten Privilegien, ein immer stärkeres
Nationalbewusstsein, bis es zu Protesten gegen die Unterdrückung und die serbische Vorherrschaft kam.
Ende der 60er Jahre erlangt Kosovo den Status einer autonomen Provinz und es kommt zur Gewährung von
Vorrechten, ähnlich wie bei einer Teilrepublik.
Nach dem Tod von Tito in 1980 kommt eine nationalistische Regierung unter S. Milosevic zustande. Der
Autonomie Status Kosovos wird im Anschluss aberkannt, viele Kosovo - Albaner, die in öffentlichen Institutionen
und staatlichen Betrieben arbeiten werden entlassen. Kosovo - Albanern wird der Zugang zum öffentlichen
Bildungssystem verwehrt, was zur Herausbildung einer Paralellgesellschaft führt.
Die Wirtschaftskrise der 90er und 80er Jahre verstärkt die Spannungen zwischen Kosovaren und Serben
zusätzlich. 1989 wird Kosovo, das sowieso schon als die wirtschaftsschwächste Region galt, von allen
Investitionen und Subventionen ausgeschlossen. Der Konflikt spitzt sich zu, bis 1997 die Kosovarische
Befreiungsarmee UÇK einen Guerillakampf gegen die serbische Regierung einleitet. Der bewaffnete Konflikt
fordert von beiden Parteien viele zivile
Opfer; es findet eine „ethnische Säuberung“ unter der albanischen Bevölkerung statt.
Durch eine NATO Operation werden die Kampfhandlungen im Frühling 1999 beendet, das Ende des Krieges
wird durch die UN besiegelt und die Verwaltung Kosovos wurde einer UN - Mission übertragen.
November 2001 fanden die ersten Parlamentarwahlen in Kosovo statt. Das Jahr darauf wird der
Widerstandskämpfer Rugova zum ersten Präsidenten gewählt. Im Mai 2008, wenige Monate nach der
Unabhängigkeitserklärung des Kosovo, wurde die neue kosovarische Verfassung vorgestellt.
Ab 2012 werden unter Aufsicht der EU Verhandlungen zwischen Kosovo und Serbien geführt, die zu einer
Stabilisierung der politischen Lage und zur Beilegung der Spannungen der vergangenen Jahre führen sollen.
Wirtschaftliche und soziale Situation
Kosovo gilt als eins der ärmsten Länder Europas, im Jahr 2011 betrug das durchschnittliche Pro - Kopf
Einkommen 360€ im Monat. Kosovos Pro - Kopf BIP für das Jahr 2014 betrug 8000€. Die Integration der
kosovarischen Wirtschaft in die Globalwirtschaft fällt bislang eher gering aus und ist bis heute auf internationale
Unterstützung angewiesen. Die Wirtschaft profitiert vor allem von dem Rohstoffreichtum in Kosovo, wobei
Braunkohle, Zink, Blei und Nickel zu den wichtigsten Rohstoffen gehören. Hierbei spielen die zumeist in
Deutschland und der Schweiz lebenden Kosovaren eine wichtige Rolle. Nach Schätzungen sind ihre
Geldtransfers für 30 % des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Das Wirtschaftswachstum lag 2008 - 2012 bei
4,5%, somit ist Kosovo eins der wenigen europäischen Länder, die während der Krise einen Wachstum
erlebten. D
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