Teil 4: Staudenschnitt

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Mein schöner Garten
Unsere neue Serie
„Nutzholzschnitt
im Garten“
Fotos: Rohwer Galabau
•Ausgabe 2/2015:
Rosenschnitt
•Ausgabe 3/2015:
Baumpflege im Sommer
•Ausgabe 4/2015:
Obstbaumschnitt
•Ausgabe 5/2015:
Staudenschnitt
•Ausgabe 6/2015:
Baumpflege im Winter
•Ausgabe 1/2016:
Beerenschnitt
Teil 4: Staudenschnitt
Über
den
Autor
•Hans Joachim Rohwer
• geb. 25.03.1963 in Lübeck
• Lehre in einer Baumschule
• Arbeit in mehreren Betrieben
im Bereich Baumschule/Garten- und Landschaftsbau
• Meisterprüfung 1993 in Kiel
• weitere Arbeitsstellen z.B.
Bruno Franz in Winsen/Luhe
• seit 1997 selbstständig als
Gartengestalter im Privatgartenbereich
• Angestellte ausschließlich
Fachleute
• Schwerpunkte: Grünanlagen
herstellen, Wege- und Terrassenbau, Zaunbau, fachgerechter Obstbaumschnitt,
fachgerechter Baum- und
Strauchschnitt, fachgerechter Staudenschnitt
Übrigens: Alle erschienenen
Teile dieser Serie können Sie
auch auf www.haus-hof-24.de
nachlesen.
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Zuerst muss man sich fragen, wie der Begriff „Staude“ zu definieren ist:
Stauden sind ausdauernde, mehrjährige Pflanzen, deren oberirdische Teile im Winter meist absterben und im Frühjahr aus dem Wurzelballen neu austreiben.
1. Auch Blumenzwiebeln gehören zu den Stauden. Sie sollten erst geschnitten werden,
wenn das Grün aus den Blättern verschwunden ist. Die Pflanze zieht nämlich noch Nährstoffe in die Blumenzwiebeln, so lange die Blätter noch grün sind.
2. Grundsätzlich sollten alle Stauden nach der Blüte geschnitten werden, es sei denn, man
wünscht eine Aussaat der Pflanze.
Frühblühende Stauden wie zum Beispiel Rittersporn und Katzenminze kann man durch
einen Rückschnitt direkt nach der Blüte zu einem zweiten Blütenflor anregen.
Polsterstauden wie beispielsweise Polsterphlox oder Blaukissen sollte man nach der Blüte etwas kräftiger schneiden, damit sie weiterhin kompakt wachsen.
3. Neben den krautigen Stauden gibt es auch verholzende Stauden wie zum Beispiel Lavendel oder Heide. Diese Stauden werden lediglich nach der Blüte um den Neuaustrieb
herum gekürzt.
Wenn diese Halbsträucher zu unansehnlich werden, sollte man sie nach dem Winter stark
zurückschneiden. Es besteht aber immer das Risiko, dass sie dann nicht mehr austreiben.
4. Alle Stauden, die Sommergrün bleiben, sollte man erst nach dem Winter vor dem neuen
Austrieb schneiden, da die alten Blätter beziehungweise bei den Gräsern die Halme einen
optimalen Winterschutz bieten. Sollten sie schon im Herbst geschnitten werden, kann es
zu Verkahlungen innerhalb der Pflanze oder gar zum Absterben kommen. Besonders bei
Gräsern ist dies häufig der Fall.
5. Eine Ausnahme beim Schnitt bilden die immergrünen Stauden, die nur bei Bedarf geschnitten werden müssen, beispielsweise um einen kompakteren Wuchs zu erzielen.
Bei allen Schnittmaßnahmen sollte man scharfe Scheren verwenden. Außerdem sollte man
bedenken, dass viele Stauden nach einigen Jahren geteilt werden sollten, damit sie wieder
kräftiger wachsen beziehungsweise wieder schöner blühen. Auch die Düngung der Stauden im Frühjahr mit einem Langzeitdünger (zum Beispiel gekörnter Rinderdung von Cuxin)
ist sinnvoll. Die Pflanzen erhalten so eine gleichmäßige Nährstoffversorgung über mehrere
Monate.
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