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Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
CRM Infodienst
www.crm.de
Reisemedizin aktuell
Deutschland
Masern: Ausbruch in Berlin beendet
6
Frankreich
West Nile-Fieber: Erste Erkrankung beim Menschen seit 2003
7
Guinea
Ebola: Nach Pause erneut Erkrankungen
8
Kolumbien
Zika-Virus: Erstmaliger Nachweis von Infektionen im Land
12
Malaysia
Typhus: Ausbruch in Kuala Lumpur
16
Mali
Malaria: Zunahme der Fälle auch im trockenen Norden
16
Vietnam
Dengue: Anstieg der Fallzahlen landesweit
27
Reisemedizin SPEZIAL
Zika-Virus28
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Wirkstoffe: Atovaquon; Proguanilhydrochlorid; Zusammens.: 1 Filmtablette enth. 250 mg Atovaquon und 100 mg Proguanilhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Tablettenkern: Poloxamer, Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (5.0 – 16.0% Hydroxypropoxy-Gruppen), Povidon K30, Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat
(Ph. Eur.); Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Macrogol 400, Macrogol 8000. Anw.-gebiete: Erwachsene u. Kinder mit einem Körpergewicht von mehr als
40 kg: Prophylaxe des Malariatyps Plasmodium falciparum; Erwachsenen und Kinder mit einem Körpergewicht von 11 kg oder mehr: Behandlung von akuter, unkomplizierter Malaria des Typs Plasmodium falciparum;
Die Anwendung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Glenmark wird vor allem dann zur Prophylaxe und Behandlung von akuter, unkomplizierter Malaria tropica empfohlen, wenn Resistenzen von P. falciparum gegenüber
anderen Malariamitteln bestehen können, da Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Glenmark sowohl gegen arzneimittelempfindliche als auch i. d. R. gegen arzneimittelresistente Stämme von P. falciparum wirkt. Offizielle
Leitlinien und örtliche Informationen über die Prävalenz der Resistenz gegen Antimalariamittel sollten berücksichtigt werden. Zu den offiziellen Leitlinien zählen üblicherweise die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) und der Gesundheitsbehörden. Gegenanz: Überempfindl. gg. die Wirkstoffe o. sonstigen Bestandt. Bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (Creatin-Clearance < 30 mL/min) ist Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Glenmark als Prophylaxe des Malariatyps Plasmodium falciparum kontraindiziert. Schwangersch. u. Stillz.: Es liegen keine Erfahrungen über die Sicherheit der Anwendung von Atovaquon und Proguanilhydrochlorid
als Kombination während der Schwangerschaft vor und das potenzielle Risiko ist nicht bekannt. Die Anwendung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Glenmark während der Schwangerschaft sollte nur dann erwogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter jedes potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt. Bisher ist nicht bekannt, ob Atovaquon beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Proguanil tritt in geringen Mengen in die
Muttermilch über. Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Glenmark sollte nicht von stillenden Frauen eingenommen werden. Nebenwirk.: Blut- und Lympherkrankungen: häufig: Anämie, Neutropenie; nicht bekannte Häufigkeit:
Panzytopenie bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen; Störungen des Immunsystems: häufig: Allergische Reaktionen; nicht bekannte Häufigkeit: Angioödem, Anaphylaxie, Vasculitis; Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen: häufig: Hyponatriämie, Anorexie; Gelegentlich: Erhöhte Amylasewerte; Psychiatrische Störungen: häufig: Anormale Träume, Depression; gelegentlich: Angst; selten: Halluzinationen; nicht bekannte
Häufigkeit: Panikanfall, Weinkrämpfe, Alpträume; psychotische Störungen; Störungen des Nervensystems: sehr häufig: Kopfschmerzen; häufig: Schlaflosigkeit, Benommenheit; nicht bekannte Häufigkeit: Krampfanfall; Herzfunktionsstörungen: gelegentlich: Herzklopfen; nicht bekannte Häufigkeit: Tachykardie; Gastrointestinale Störungen: sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Unterleibsschmerzen; gelegentlich: Stomatitis; nicht bekannte
Häufigkeit: Magenintoleranz, orale Geschwürbildung; Hepatobiliäre Störungen: häufig: erhöhte Leberenzymwerte; nicht bekannte Häufigkeit: Hepatitis, Cholestase; Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes: häufig:
Pruritus, Ausschlag; gelegentlich: Haarverlust, Urtikaria; nicht bekannte Häufigkeit: Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Blasenbildung, Hautexfoliation, Lichtempfindlichkeitsreaktionen; Allgemeine Störungen
und Zustände des Einnahmeorts: häufig: Fieber; Atemweg-, Thorax- und Mediastinalerkrankungen: häufig: Husten; Abgabestatus: Verschreibungspflichtig Glenmark Pharmaceuticals Europe Ltd., Laxmi House, 2-B Draycott
Avenue, HA3 0BU Kenton, Middlesex, Vereinigtes Königreich Mitvertrieb: Glenmark Arzneimittel GmbH, Industriestr. 31, 82194 Gröbenzell Stand: Juni 2014.
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Afghanistan
Infektionen, diverse: Risiko für orale Infektionen, speziell Durchfallerkrankungen, andere Darminfektionen, Cholera, Hepatitis A
und Typhus landesweit. Tollwut durch streunende Hunde ist eine
permanente Gefahr, auch in Städten. Adäquate Schutzmaßnahmen
wie Hygiene und Impfschutz beachten.
Poliomyelitis: Afghanistan gehört zu den wenigen Ländern, in denen
Poliomyelitis weiterhin endemisch vorkommt. Seit März dieses Jahres
wurden 13 Erkrankungen gemeldet. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 28 Fälle registriert, 2013 waren es 14. Adäquate Schutzmaßnahmen, wie Hygiene und Impfschutz, beachten. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, hat die WHO Anfang Mai 2014 die
Regierung des Landes aufgefordert allen Reisenden (Einheimischen
und Touristen), die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten
haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu empfehlen.
Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise
erfolgen und in einem international gültigen Impfausweis dokumentiert sein. Diese Empfehlung wurde Anfang Mai 2015 von der WHO
wiederholt.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend
gewarnt. Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch
terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein
(www.auswaertiges-amt.de).
Ägypten
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen einschließlich
Shigellosen landesweit. Hepatitis A ist ebenfalls sehr verbreitet.
Hygiene und Impfschutz beachten.
hochpathogenen Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in Ägypten
mehr als 34 Millionen Tiere zum Opfer gefallen. Ende April wurde
bei einem 7-jährigen Jungen eine Doppelinfektion mit Influenza
A(H9N2) und Influenza B festgestellt. Es ist der dritte Fall dieser Variante der Vogelgrippe in diesem Jahr. Die meisten Fälle bei Geflügel
wurden Anfang vergangenen Jahres in Kairo beobachtet. Kontakt
zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie Geflügel­
ausscheidungen sollten vermieden werden.
Sicherheitshinweis: Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution
von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat. In
den vergangenen Wochen kam es in einigen Landesteilen, darunter
Kairo, vermehrt zu terroristischen Anschlägen und Anschlags­
versuchen gegen ägyptische Sicherheitseinrichtungen und kritische
Infrastruktur (Stromtrassen, Eisenbahnstrecken). Im Hinblick auf die
jüngsten Ereignisse bleibt die Gefahr weiterer Anschläge hoch. Bei
Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten
Meer wird generell zu Vorsicht geraten. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen, sollten unbedingt gemieden
werden. Von Fahrten auf dem Landweg zwischen Kairo und Luxor
wird abgeraten. Das Land verfügt über eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Für die ganz überwiegende Mehrheit der deutschen Reisenden verlaufen die Aufenthalte im Land ohne Probleme.
Reisenden wird empfohlen, Hinweise der Hotels und Reiseveranstalter zu beachten und die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Malaria: Erstmals seit 1998 wurden im Sommer letzten Jahres
autoch­thone Malaria-Fälle registriert. 21 Menschen, überwiegend
Mitglieder einer Familie, aus 2 Dörfern nahe der Stadt Edfu im Gouvernement Assuan (S) waren erkrankt. Als Erreger konnte P. vivax
nachgewiesen werden. Um ein erneutes Auftreten zu verhindern, führen die Gesundheitsbehörden in der Region routinemäßig Maßnahmen zur Bekämpfung der Vektoren durch. Meldungen über ein vermehrtes Auftreten von Anopheles-Mücken im Gouvernement Luxor
(S) wurden von den Behörden aber dementiert. Aktuell besteht für
Reisende kein relevantes Infektionsrisiko. Mückenschutz beachten.
Folgende Impfstoffe sind derzeit nicht oder nur eingeschränkt
verfügbar (Stand 20.10.2015):
Hepatitis A: Havrix 1440
Influenza: Influsplit Tetra 2015/2016 (ausverkauft)
Polio: IPV Mérieux
Tetanus + Diphtherie + Pertussis + Polio: Boostrix Polio, Repevax
Tollwut: Tollwut-Impfstoff (HDC) inaktiviert (Einzeldosis)
Typhus: Typherix (Einzeldosis), Typhim Vi (Einzeldosis), Typhoral L
Typhus + Hepatits A: Viatim (Einzeldosis)
Vogelgrippe: Ägypten steht seit Anfang des Jahres an erster Stelle
(vor Indonesien) der H5N1-Fälle weltweit. Seit November vergangenen Jahres sind die Infektionen stark gestiegen. In diesem Jahr
sind 147 Menschen erkrankt, es gab 41 Todesfälle. Zuletzt wurde
Ende Juni ein Todesfall im Gouvernement Assuan (S) registriert.
Es werden verschiedene Ursachen für den Anstieg diskutiert. Die
Zirku­lation der Infektion in den Geflügelbeständen könnte zugenommen haben, außerdem scheint die Achtsamkeit in der Bevölkerung
gesunken zu sein. Auch scheint die Zahl der kleineren, nicht staatlich
kontrollierten Betriebe zugenommen zu haben. Eine Mutation des
Virus wird inzwischen ausgeschlossen. Damit liegt die Anzahl der
menschlichen Erkrankungen in Ägypten bei insgesamt 347, darunter
sind 123 Todesfälle. Seit ihrem Erstauftritt im Februar 2006 sind der
© Centrum für Reisemedizin
Folgende Impfstoffe werden nicht mehr vertrieben:
Masern: Masern-Impfstoff HDC Mérieux
Röteln: Röteln-Impfstoff HDC Mérieux
Meningokokken: Mencevax, Meningokokken-Impfstoff A+C
Vogelgrippe: Aflunov
Die Angaben wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche
zusammen­gestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen
werden.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Algerien
Sicherheitshinweis: In den letzten Jahren kommt es in Algerien
immer wieder zu Terroranschlägen und Entführungen, insbesondere
in der algerischen Sahararegion, aber auch im Norden und Nord­
osten des Landes (v. a. Kabylei). Aufgrund der aktuell angespannten
Sicherheitslage in der gesamten Region und der Drohungen von
islamistischen Gruppen gegen ausländische Interessen und Einrichtungen in Algerien rät das Auswärtige Amt bei Reisen nach Algerien
zu erhöhter Vorsicht (www.auswaertiges-amt.de).
Angola
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Epidemische Ausbrüche von Cholera gab es seit 2006 in zahlreichen Provinzen einschließlich der hygienisch schlecht versorgten
Viertel der Hauptstadt Luanda mit einem Gipfel jeweils während der
Regenzeit. Polio trat zuletzt 2011 als Reimport auf. Hygiene und
Impfschutz (Polio) beachten.
Anguilla
Chikungunya: Zwischen Februar und Ende Dezember 2014 wurden 54 Erkrankungen bestätigt, 2 davon wurden importiert. Es gab
46 weitere Verdachtsfälle. In den ersten 3 Monaten dieses Jahres
wurden 25 Verdachtsfälle gemeldet, 3 autochthone Infektionen wurden bestätigt. Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Antigua & Barbuda
Chikungunya: Ende April 2014 wurde die erste Erkrankung auf
Antigua bestätigt, ob es sich um eine autochthone Infektion handelt wurde nicht bekannt. Bis Mitte August wurden 18 Infektionen
bestätigt. Mitte Juli 2014 wurde die erste Erkrankung von Barbuda
gemeldet. Landesweit sind 1.426 weitere Verdachtsfälle aufgetreten.
Bis Ende Februar dieses Jahres wurden 16 Verdachtsfälle beobachtet.
Mückenschutz beachten.
Äquatorialguinea
Poliomyelitis: Im vergangenen Jahr wurden 5 Erkrankungen aus
den Provinzen Centro Sur, Bioko Norte und Litoral gemeldet. Es
sind die ersten Polio-Fälle seit 1999. Sie hängen wahrscheinlich mit
den zeitgleichen Ausbrüchen im Nachbarland Kamerun zusammen.
Impfschutz beachten. Im Juni dieses Jahres hat die WHO Äquatorialguinea von der Liste der Länder gestrichen, von denen eine Gefahr
der Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und
Touristen, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben,
sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr.
Argentinien
Chikungunya: Mitte August 2014 wurde der erste importierte Fall
gemeldet. Bis Ende des Jahres ist die Zahl auf 41 gestiegen. In diesem Jahr wurden 35 Infektionen importiert. Die Touristen haben sich
beim Besuch der Dominikanischen Republik infiziert. Es gibt einen
autochthonen Verdachtsfall in der Provinz Jujuy (NW). Mückenschutz
beachten.
Dengue: In den ersten 38 Wochen dieses Jahres sind landesweit
3.096 Verdachtsfälle registriert worden. Ein Großteil der Infektionen
wurde aus der Provinz Córdoba gemeldet. Mückenschutz beachten.
Trichinellose: In der Stadt Bahía Blanca, im Südwesten von Buenos
Aires, sind mehr als 100 Personen erkrankt, 3 wurden in einer Klinik
behandelt. Sie hatten hausgemachte, luftgetrocknete Würste eines
Bauernhofes gegessen. Bereits im Februar gab es einen ähnlichen
Ausbruch mit 160 Erkrankten in der Stadt Pehuajó. Nahrungsmittelhygiene beachten, nur vollständig gegartes Fleisch verzehren.
© Centrum für Reisemedizin
Aserbaidschan
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen sowie andere
orale Infektionen landesweit, darunter sporadisch auch Botulismus
durch hauseingemachte Lebensmittel. Hygiene beachten.
Äthiopien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch für Cholera. Hygiene sowie ggf. Impfschutz gegen Cholera
beachten.
Einreiseimpfvorschrift: Entgegen den offiziellen Bestimmungen
wurde am Flughafen Addis Abeba in der letzten Zeit auch bei Einreise
aus Deutschland der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung
kontrolliert. In weiten Teilen des Landes besteht ein Infektionsrisiko.
Eine Impfung ist deshalb für alle Reisenden empfehlenswert.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von 4 Jahren ging das Polio-Virus
durch Reimport aus dem Sudan im Dezember 2004 wieder in Zirkulation. 2006 wurden noch 17 Fälle nachgewiesen, 2007 keine und
2008 zwei Fälle. 2013 sind 9 Kinder erkrankt, im Januar 2014 wurde
der bisher letzte Fall registriert. Im Mai dieses Jahres hat die WHO
Äthiopien von der Liste der Länder gestrichen, von denen eine Gefahr
der Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und
Touristen, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben,
sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr.
Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Australien
Dengue: In diesem Jahr wurden bisher landesweit 1.415 Infektionen
gemeldet. Mit 510 Infektionen ist der Bundesstaat Western Australia am stärksten betroffen. Im vergangenen Jahr wurden landesweit
1.504 Fälle registriert, 388 davon in Queensland. Mückenschutz
beachten.
Grippe: Landesweit wurden bis Mitte Oktober 90.372 Erkrankungen registriert, über 36.000 davon alleine im Monat August. Am
stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Queensland (26.994),
New South Wales (29.244) und South Australia (15.134). In den Bundesstaaten South Australia und Queensland haben Infektionen durch
Influenza B stark zugenommen. Der Höhepunkt der Grippesaison ist
überwunden. Risikoreisende sollten Impfschutz beachten.
Pertussis: In der Stadt Ballarat im Bundesstaat Victoria (SO) sind im
vergangenen Jahr 219 Menschen an Keuchhusten erkrankt. 2013
wurden nur 27 und 2012 38 Fälle registriert. Auch im neuen Jahr
setzt sich der Ausbruch fort, bisher wurden 88 Infektionen gemeldet.
Im gesamten Bundesstaat wurden bis Mitte Oktober 3.506 Erkrankungen verzeichnet. Im angrenzenden Bundesstaat New South
Wales (SO) sind im selben Zeitraum 7.248 Menschen erkrankt, hier
haben sich die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr (3.132) mehr als
verdoppelt. Besonders betroffen sind einige Gemeinden mit sehr
geringen Durchimpfungsraten. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 14.136 Keuchhustenfälle gemeldet. Impfschutz beachten.
Ross River-Krankheit: In diesem Jahr haben die Erkrankungen
stark zugenommen. Bis Mitte Oktober wurden 8.676 Infektionen
gemeldet. Es sind die höchsten Fallzahlen seit 1997. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 5.342 Erkrankungen registriert. Starke
Regenfälle haben das Wachstum der Mückenpopulation begünstigt.
Ein Schwerpunkt der Übertragung ist der Bundesstaat Queensland,
hier wurden bis Mitte Oktober 5.645 Erkrankungen gemeldet. Es
ist der schwerste Ausbruch seit 20 Jahren. Wie erst jetzt bekannt
wurde, haben sich bereits im April und Mai 2 niederländische Touristen während der Reise infiziert. Das Ross River-Virus wird durch
Stechmücken übertragen und kommt in Australien regelmäßig vor.
Als Virusreservoir werden Kleinsäuger vermutet. Klinisch zeigen sich
nach einer Inkubationszeit von 3 bis 9 Tagen plötzlich einsetzende
Gelenk- und Muskelschmerzen sowie leichte Temperaturerhöhung,
Abgeschlagenheit, Hautausschläge und Kopfschmerzen. Die Erkrankung ist selbstlimitierend, Symptome können jedoch auch Monate
bis Jahre andauern. Expositionsprophylaxe gegen tagaktive Stechmücken durchführen.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Bahamas
Chikungunya: Ende Juni 2014 wurde der erste importierte Fall
regis­triert. Ein Tourist hatte sich beim Besuch der Dominikanischen
Republik infiziert. Bis Ende letzten Jahres wurden 92 autochthone
und 5 importierte Fälle registriert. In diesem Jahr wurden bis Ende
April 10 Erkrankungen gemeldet, eine Infektion wurde importiert.
Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Der tropische Hurrikan Joaquin hat am
03.10.2015 die südlichen Inseln San Salvador, Acklins und Long
Island zentral getroffen und schwere Verwüstungen angerichtet. Von Reisen auf die betroffenen Inseln wird derzeit abgeraten
(www.auswaertiges-amt.de).
Bangladesh
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Der Erreger der Cholera ist in der Region endemisch. Polio wurde
seit 2006 nicht mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz beachten.
Alkoholvergiftung: In der Stadt Rangur im gleichnamigen Distrikt
im Nordwesten des Landes sind im September 9 Menschen nach
dem Konsum von gepanschtem Alkohol verstorben. Häufig werden
Spirituosen mit dem günstigeren Methanol gestreckt. Ereignisse
dieser Art sind in tropischen Ländern nicht selten, meistens werden
sie nur bekannt, wenn sie größere Dimensionen annehmen. Alkohol
aus obskuren Quellen birgt ein hohes Gesundheitsrisiko und sollte
prinzipiell gemieden werden. Das gilt besonders für Touristen, die
den Ehrgeiz haben, alles zu probieren was der örtliche Markt bietet.
Dengue: In diesem Jahr sind die Dengue-Fallzahlen so hoch wie seit
9 Jahren nicht mehr. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Dhaka.
Bisher wurden landesweit 1.930 Fälle gemeldet, es gab 4 Todesfälle.
Im gesamten vergangenen Jahr waren nur 375 Menschen erkrankt.
Mückenschutz beachten.
Barbados
Chikungunya: Anfang Juni 2014 wurden die ersten Erkrankungen
importiert, mindestens 2 von der Insel Dominica. Im vergangenen
Jahr wurden 122 Infektionen bestätigt, 114 davon gelten als autochthon. Es gab 1.665 weitere Verdachtsfälle. Seit Ende letzten Jahres
geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. In den ersten 19 Wochen
dieses Jahres wurden 290 Verdachtsfälle gemeldet, von denen bisher
15 bestätigt wurden. 2 Menschen sind verstorben. Mückenschutz
beachten.
Belize
Chikungunya: Anfang November 2014 wurden 3 autochthone
Infektionen gemeldet. Erstmals in diesem Jahr wurden Ende August
4 Infektionen in der Provinz Corozal District bestätigt, es gibt weitere
Verdachtsfälle. Mückenschutz beachten.
Dengue: Landesweit wurden in diesem Jahr 261 Erkrankungen
bestätigt, es gab mehr als 1.600 Verdachtsfälle. Am stärksten betroffen sind die Städte Punta Gorda, San Ignacio und Corozal. Die Zahlen sind mit denen des Vorjahreszeitraums vergleichbar. Schutz vor
überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Benin
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche kommen vereinzelt vor. Nach einer Pause von
vier Jahren kam es 2008 erstmals wieder zu 6 Fällen von importierter Polio. 2009 waren es 21 Erkrankungen. Danach sind keine weiteren Fälle aufgetreten. Im Juni dieses Jahres wurde das Land von
der WHO als poliofrei erklärt. Hygiene und Impfschutz für Polio und
ggf. Cholera beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Bermuda
Chikungunya: Ende August 2014 wurde der erste importierte Verdachtsfall gemeldet. Bis Mitte April dieses Jahres ist die Zahl auf 11
gestiegen. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet.
Keine der Erkrankungen soll lokal erworben sein. Mückenschutz
beachten.
Bolivien
Chikungunya: Im Februar dieses Jahres wurden die ersten 13 autochthonen Infektionen registriert. Seitdem ist die Zahl offiziell auf 1.123
gestiegen, es gibt weitere Verdachtsfälle. Die meisten Infektionen
stammen aus dem Departement Santa Cruz (O). Hier wurden bis
Anfang Juni etwa 4.000 Verdachtsfälle registriert, 1.160 Infektionen
wurden bestätigt. Ein Mensch ist verstorben. Bereits Mitte Juli 2014
wurden die ersten 3 importierten Fälle bestätigt, inzwischen ist die
Zahl auf 15 gestiegen. Mückenschutz beachten.
Botswana
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Milzbrand kommt landesweit sowohl in der intestinalen wie in der
kutanen Verlaufsform vor und ist bei Haus- und Wildtieren in Botswana endemisch; betroffen sind auch die Nationalparks. Vorsicht
beim Umgang mit kranken oder verendeten Tieren. Hinweis auf
Übertragungswege und adäquate Hygiene.
Brasilien
Chikungunya: Die Gesundheitsbehörden haben Mitte vergangenen
Jahres die ersten Infektionen gemeldet. 2014 wurden 2.196 autochthone und 93 importierte Fälle gemeldet. Seit Anfang dieses Jahres
wurden 11.394 Verdachtsfälle gemeldet, 168 Infektionen wurden
bestätigt. 7 Erkrankungen wurden importiert. Die meisten lokal
erworbenen Infektionen stammen aus den Bundesstaaten Bahia (O)
und Amapa (N). Im Juli wurden die ersten 4 autochthonen Infektionen in Manaus (Bundesstaat Amazonas, N) gemeldet. Mückenschutz
beachten.
Dengue: Im gesamten Land besteht ein hohes Risiko für Dengue. In
diesem Jahr wurden bis Anfang August ca. 1.416.180 Erkrankungen
registriert, 660 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen
sind die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias und Sao Paulo. Im Bundesstaat Rio de Janeiro (SO) sind die Fallzahlen im Vergleich zum
Vorjahr um 580 % gestiegen. Bis Ende August wurden mehr als
53.000 Verdachts- und 13 Todesfälle registriert. Im vergangenen
Jahr wurden landesweit 591.080 Verdachtsfälle gemeldet, 214.760
Infektionen wurden labortechnisch bestätigt, 410 Menschen sind
verstorben. 2013 sind landesweit 1,4 Millionen Menschen erkrankt,
573 Todesfälle wurden gemeldet. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Zika-Virus: Ende April wurden im Bundesstaat Bahia (O) erstmals
Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt, es sind gleichzeitig die
ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seitdem wurde das
Virus in insgesamt 14 Bundesstaaten nachgewiesen: Alagoas (NO),
Bahia (O), Ceará (NO), Maranhão (NO), Mato Grosso (W), Pará (N),
Paraíba (NO), Paraná (S), Pernambuco (NO), Piauí (NO), Rio de
Janeiro (SO), Rio Grande do Norte (NO), Roraima (N) und São Paulo
(SO). Nach einer mehrwöchigen Pause ohne Neuinfektionen wurden Ende August im Bundesstaat Paraná 2 und im Bundesstaat
Alagoas (NO) 9 Infektionen bestätigt. Anfang Oktober wurden in
Alagoas weitere 15 Erkrankungen gemeldet. Anfang September
wurde die erste Infektion im Bundesstaat Mato Grosso (W) registriert. Es wird vermutet, dass der Erreger während der Fußballweltmeisterschaft 2014 importiert wurde. Die Gesundheitsbehörden
in Bahia haben Mitte Juli eine Zunahme von Fällen des GuillainBarré Syndroms gemeldet. 76 Verdachtsfälle wurden registriert,
42 konnten bestätigt werden. Eine Frau ist verstorben. Experten
vermuten einen Zusammenhang mit dem Zika-Ausbruch. Mückenschutz beachten.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
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Bulgarien
West Nile-Fieber: Im Juni wurde die erste Infektion in Europa für
diese Saison gemeldet. Anfang Oktober wurde die zweite Infektion im
Land registriert. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt
zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber
auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Bei
Menschen kommt es in 80 % der Fälle zu keinen Symptomen. In den
anderen Fällen treten grippeähnliche Symptome auf. Das Virus kann
die Blut-Hirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis, Enzephalitis
und Lähmungen führen. Bei den neuroinvasiven Fällen liegt die Sterblichkeit bei 10 %; es kommt häufig zu schweren bleibenden Behinderungen. Personen über 50 haben ein höheres Risiko, diese schwere
Form der Erkrankung zu entwickeln. Mückenschutz beachten.
Burkina Faso
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
Cholera wurde in letzter Zeit nicht gemeldet. Polio trat seit 2012
nicht mehr auf. Im Juni dieses Jahres wurde das Land von der WHO als
poliofrei erklärt. Hygiene und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Von Reisen nach Burkina Faso wird derzeit
abgeraten. Reisenden im Land wird empfohlen, die Medienberichte
sowie diese Reise- und Sicherheitshinweise aufmerksam zu verfolgen. Ein Putschversuch von Teilen der Präsidentengarde wurde am
23. September offiziell beendet. Aktuell wird eine Ausgangssperre
von 23 Uhr bis 5 Uhr aufrechterhalten. Der Flughafen wurde bis auf
Weiteres erneut gesperrt. Im Stadtgebiet von Ouagadougou sollten
Reisende sich besonders vorsichtig und mit erhöhter Aufmerksamkeit bewegen (www.auswaertiges-amt.de).
Burundi
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit, regional ist auch mit Cholera zu rechnen. Nachdem das Land
10 Jahre frei von Polio war, sind 2009 wieder zwei Fälle aufgetreten.
Seitdem wurden keine weiteren Fälle gemeldet. Impfschutz und
Hygiene beachten.
Sicherheitshinweis: Die Lage in Bujumbura wie auch im ganzen
Land ist unübersichtlich und sehr angespannt. Es kommt fast täglich
zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Sicherheitskräfte untereinander, aber auch gegen die Zivilbevölkerung, bei denen Schusswaffen und Handgranaten eingesetzt werden. In den letzten Wochen
hat vor allem in Bujumbura, aber auch in anderen Landesteilen, die
Zahl gezielter Attentate auf Personen aller politischen Lager deutlich
zugenommen. Eine weitere Eskalation der Gewalt ist insbesondere
seit der Vereidigung des Präsidenten Nkurunziza zu seiner dritten
Amtsperiode am 20. August 2015 nicht auszuschließen. Bei Reiseabsichten wird dringend der vorherige Kontakt zur Deutschen Botschaft Bujumbura empfohlen (www.auswaertiges-amt.de).
Cayman Inseln
Chikungunya: Zwischen Mitte Juli und Ende Dezember 2014 haben
die Behörden 50 Erkrankungen bestätigt, 47 gelten als autochthon.
Es gab 162 weitere Verdachtsfälle. In diesem Jahr wurden bis Mitte
Mai 67 Verdachtsfälle registriert, eine autochthone Infektion wurde
bestätigt. Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Chile
Chikungunya: Zwischen Juni und Ende Dezember 2014 wurden
20 importierte Erkrankungen gemeldet. Ende November wurde eine
Infektion auf der Osterinsel bestätigt, der Patient hatte sich zuvor
auf Tahiti (Französisch Polynesien) aufgehalten. In diesem Jahr wurden 6 importierte Infektionen bestätigt. Mückenschutz beachten.
China
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera und Typhus kommen in China sporadisch vor. Betroffen
sind die Küstenregionen einschließlich der Großstädte wie Hongkong und Shanghai. Infektionsquelle sind gewöhnlich unzureichend
gegarte Meeresfrüchte. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. Impfung gegen Typhus.
Fischvergiftung: In Hong Kong musste ein Mann nach dem Verzehr von Kugelfisch (engl. puffer fish, lokale Bezeichnung Patka fish)
intensivmedizinisch behandelt werden. Anlässlich dieses Vorfalls
haben die Behörden die Bevölkerung vor dem Verzehr gewarnt.
Kugelfische enthalten ein Nervengift (Tetrodotoxin), das beim
Kochen nicht zerstört wird. Richtig dosiert gilt der Fisch in Japan
unter dem Namen „Fugu“ als Delikatesse, wobei leichte Vergiftungserscheinungen mit Kribbeln auf Haut und Schleimhaut sogar
erwünscht sind. Zubereitung und Servieren unterliegen in Japan
strengen Auflagen. Außerhalb derartiger Spezialitätenlokale sollte
auf den Verzehr dieser Meeresfische verzichtet werden.
Tollwut: China ist nach Indien das Land mit den zweithöchsten Inzidenzen. In den letzten Jahren kam es zu einem deutlichen Anstieg
der Fallzahlen. Am stärksten betroffen sind die südlichen Provinzen,
insbesondere Guangxi, Guandong, Guizhou, Hunan und Sichuan.
Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Das
Tollwutrisiko sollte immer Bestandteil reisemedizinischer Beratung
sein, auch im Hinblick auf den Mangel an geeigneten Impfstoffen
und Immunglobulin im Lande. Achtung: Im Land kommen Impfstoff­
fälschungen vor. Eine prophylaktische Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten dringend zu empfehlen.
Vogelgrippe: Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch
Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren
geführt. Bisher wurden in China in diesem Jahr bereits 20 menschliche Erkrankungen gemeldet, 2014 waren es insgesamt 18. Bei
der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Im März 2013 wurde erstmals ein Fall von Influenza A(H7N9) beim Menschen registriert. Seitdem kam es offiziell
zu 678 Erkrankungen mit insgesamt mindestens 271 Todesfällen.
Anfang Oktober wurden die ersten 2 Infektionen seit Juli registriert.
Eine 62-jährige Frau ist in Taiwan erkrankt, nachdem sie aus der Provinz Zhejiang (Festland) zurückgekehrt war. Presseberichten zufolge
gab es in Zhejiang einen weiteren Fall. Die Infektion tritt saisonal in
Wellen auf, die meisten Infektionen werden im Herbst und Winter registriert. Ursprünglich waren ausschließlich der Osten und Süd­osten
betroffen, auch die Infektionen in Hongkong und Taiwan wurden in
diesen Regionen erworben. Die meisten Fälle traten in den Provinzen Guangdong und Zhejiang auf. Inzwischen hat sich die Infektion
auch auf weitere Provinzen ausgeweitet. Betroffen sind Fujian im
Süden, Jiangsu, Jiangxi, Shandong im Osten und die Region Xinjiang
im Nordwesten des Landes. Dieser Subtyp wurde zuvor noch nicht
beim Menschen nachgewiesen, das Potenzial einer Über­tragung von
Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Kenntnisstand höher als bei
anderen bekannten Vogelgrippeviren.
Sicherheitshinweis: Nach den Explosionen vom 12. August 2015
in einem Gefahrgutlager im Hafen von Tianjin wird in der näheren
Umgebung des Unglücksortes weiterhin zu erhöhter Aufmerksamkeit und zu allgemeiner Vorsicht geraten. Das starke Erdbeben im
Kathmandu-Tal vom 25. April 2015 hat auch im südlichen Tibet
erhebliche Zerstörungen verursacht. Die Aufräumarbeiten im süd­
lichen Tibet dauern an. Insbesondere in den Grenzgebieten zu Nepal
(Nyalam und Gyirong) ist mit erheblichen Behinderungen zu rechnen
(www.auswaertiges-amt.de).
Cook-Inseln
Chikungunya: Seit November 2014 wurden 782 Infektionen bestätigt, 4 davon wurden importiert. Allein in der zweiten Juliwoche
wurden 11 Infektionen gemeldet. Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen stark gesunken. Die meisten Fälle wurden auf der Insel
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Rarotonga beobachtet. Die Behörden haben Maßnahmen zur Aufklärung der Bevölkerung und zur Bekämpfung der Vektoren gestartet.
Mückenschutz beachten.
Costa Rica
Chikungunya: Im Juni 2014 wurde der erste autochthone Fall
bestätigt. Eine französische Touristin ist nach ihrer Rückkehr aus
Costa Rica in Frankreich erkrankt. Im vergangenen Jahr wurden
198 autoch­thone und 40 importierte Erkrankungen registriert. In
diesem Jahr wurden bisher 142 autochthone Infektionen bestätigt.
Alle 7 Provinzen sind betroffen. Mückenschutz beachten.
Dengue: Das Gesundheitsministerium hat Ende April eine Aktion
zur Verringerung der Mückenpopulation durchgeführt. Zwei Tage
lang wurde Müll, besonders Altreifen, eingesammelt und einer professionellen Entsorgung zugeführt. In den ersten 38 Wochen des
Jahres wurden 10.182 Verdachtsfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr
wurden 10.460 Verdachtsfälle registriert. Am stärksten betroffen
sind die Küsten-Provinzen Guanacaste (NW), Limon (O) und Puntarenas (W). 2013 wurde mit ca. 49.900 Erkrankungen die schwerste
Dengue-Epidemie seit 10 Jahren registriert. 3 verschiedene Sero­
typen kursieren im Land, was die Zahl der Reinfektionen stark
erhöht. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Côte d’Ivoire
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
regional ist auch mit Cholera zu rechnen. Seit 2012 wurden keine
Polio-Fälle mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Vogelgrippe: Im Mai dieses Jahres wurde erstmals seit 2007 in
Bouake­im Zentrum des Landes bei 93 verendeten Tieren eine Infektion mit Influenza A(H5N1) bestätigt. Einen weiteren Ausbruch gab
es auf einem Geflügelmarkt in Abidjan. Insgesamt waren 880 Tiere
erkrankt, etwa 1.500 wurden gekeult. Beide Ereignisse wurden für
beendet erklärt. Mitte August wurde erneut ein Ausbruch in der Nähe
der Hauptstadt Abidjan gemeldet. Etwa 27.000 Hühner sind betroffen. Erkrankungen beim Menschen wurden bisher nicht gemeldet.
Deutschland
Masern: Der Ausbruch in Berlin, der im Oktober letzten Jahres
begann, wurde offiziell für beendet erklärt. Insgesamt wurden 1.359
Erkrankungen registriert, 1.238 davon in diesem Jahr. Der letzte
Patient­wurde am 20. August gemeldet. Im Februar ist ein 18 Monate
alter Junge verstorben. Unabhängig davon wurde in KW 39 ein weiterer Masernfall gemeldet. Im benachbarten Brandenburg gab es
in diesem Jahr 102 Infektionen. Auch in Bayern sind die Fallzahlen
gestiegen, in den ersten 40 Wochen wurden 160 Erkrankungen
registriert. In Sachsen sind in diesem Jahr bis zur 38. Meldewoche
271 Personen erkrankt, seitdem wurden keine weiteren Infektionen
gemeldet. In Baden-Württemberg sind bis zur 39. KW 131 Menschen erkrankt, seitdem wurden keine weiteren Fälle registriert.
Aus Thüringen werden bis Ende September 168 Fälle gemeldet. In
Hamburg­wurden bis Anfang September 86 Erkrankungen gemeldet,
im gesamten vergangenen Jahr waren es nur 14. Der Senat hat eine
Impfkampagne gestartet. In diesem Jahr wurden dem RKI bis KW 39
bundesweit 2.445 Fälle gemeldet. Im vergangenen Jahr sind landesweit 515 Erkrankungen registriert worden, 2013 waren es 1.769. Der
Impfstatus sollte bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen überprüft und ggf. ergänzt werden. Die STIKO empfiehlt zwei Impfungen
mit dem MMR-Impfstoff im 11.-14. Lebensmonat sowie vor Ende des
2. Lebensjahres. Für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die in
der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, wird eine einmalige MMR-Impfung empfohlen.
Dominica
Darminfektionen: Nachdem Tropensturm Erika am 27. August
die Insel getroffen hat, werden vermehrt Fälle von Gastroenteritis
gemeldet. Betroffene Gebiete sind u.a. Portsmouth, St. Joseph und
© Centrum für Reisemedizin
die Hauptstadt Roseau. Die Behörden vermuten, dass durch den
Sturm die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt wurde.
Chikungunya: Ein Jahr nachdem die erste Infektion von der Insel
St. Martin importiert worden war, hat das Gesundheitsministerium
Ende Januar dieses Jahres die Insel für chikungunyafrei erklärt.
Innerhalb von 42 Tagen seien keine neuen Erkrankungen mehr aufgetreten. Im vergangenen Jahr wurden 3.590 Verdachtsfälle und
173 bestätigte autochthone Infektionen gemeldet. Auch zwei deutsche Touristen sind erkrankt. In diesem Jahr wurden bisher nur 8 Verdachtsfälle registriert. Mückenschutz weiterhin beachten.
Dominikanische Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Die Dominikanische Republik gehört zu den Urlaubsländern
mit den höchsten Inzidenzen für gastrointestinale Infektionen. Im
Zuge der aktuellen Cholera-Epidemie im Nachbarland Haiti hat sich
die Infektion auch in der Dominikanischen Republik ausgebreitet.
Kumulativ wurden von Beginn der Epidemie (Ende 2010) bis Anfang
September 33.180 Erkrankungen und mindestens 491 Todesfälle
registriert, davon 21.000 im Jahr 2011. Im vergangenen Jahr gab es
nur 597 Verdachtsfälle, 10 Menschen sind verstorben. Seit November wird ein Anstieg der Fallzahlen beobachtet. Dieses Jahr wurden
bereits 344 Verdachtsfälle gemeldet, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Fallzahlen etwa verdoppelt. 11 Menschen
sind verstorben. Reisende sollten besonders sorgfältig auf Hygienemaßnahmen achten, evtl. Impfung erwägen.
Chikungunya: Im Februar 2014 wurden die ersten Fälle aus der Provinz San Cristobal (S) berichtet. Bis Ende des Jahres wurden landesweit offiziell 539.099 Verdachtsfälle gemeldet, 84 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt, 6 Menschen sind verstorben. Bis Ende
Juni 2014 war die Zahl der wöchentlichen Verdachtsfälle auf über
40.000 gestiegen, seitdem gehen die Fallzahlen deutlich zurück. Bis
Anfang Juli dieses Jahres wurden nur 67 Verdachtsfälle registriert. Die
Krankheit wurde bisher in 19 der 32 Provinzen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte Oktober wurden 7.579 Infektionen und 95 Todesfälle registriert. Damit ist die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum
Vorjahr um 78 % gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt
6.059 Verdachtsfälle gemeldet, 65 Menschen sind verstorben. Bei
96 Patienten verlief die Erkrankung schwer. Am stärksten betroffen
sind die Provinzen Santiago und Maria Trinidad Sanchez im Norden
des Landes. 2013 wurden landesweit 16.503 Verdachtsfälle und
mindestens 111 Todesfälle registriert. Schutz vor überwiegend tag­
aktiven Stechmücken beachten.
Dschibouti
Sicherheitshinweis: Bis auf Weiteres wird von nicht unbedingt
notwendigen Reisen in entlegene Gebiete Dschibutis eindringlich
abgeraten. Für Staatsangehörige westlicher Staaten besteht ein
erhöhtes Anschlags- und Entführungsrisiko. Vergnügungslokale
und Restaurants im Stadtzentrum sollten ebenso wie größere Menschenansammlungen vollständig gemieden werden. Es wird empfohlen, die aktuellen Nachrichten zu verfolgen und den Anweisungen der dschibutischen Sicherheitskräfte unbedingt Folge zu leisten
(www.auswaertiges-amt.de).
Ecuador
Chikungunya: Die erste autochthone Infektion wurde Mitte Dezember 2014 aus der Stadt Montecristi (Provinz Manabi, W) bestätigt,
bis Ende September dieses Jahres ist die Zahl landesweit auf 32.944
gestiegen. 2 Menschen sind verstorben. Die meisten Fälle wurden in
den Provinzen Esmeraldas (N), Manabi (W) und Guayas (W) beobachtet. Seit Ende September 2014 wurden 102 importierte Erkrankungen registriert. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Anfang September dieses Jahres wurden ca. 40.000 Verdachtsfälle registriert. 6 Menschen sind verstorben. Im Vergleichs-
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
zeitraum des Vorjahres waren nur ca. 9.400 Menschen erkrankt.
Die meisten Fälle wurden in der Provinz Manabi (W) registriert. Im
vergangenen Jahr wurden landesweit 15.446 Infektionen gemeldet,
11 Menschen sind verstorben. Schutz vor den überwiegend tag­
aktiven Überträgermücken beachten!
El Salvador
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
vor allem Hepatitis A und Typhus. Auftreten von Cholera sporadisch.
Hygiene und Impfschutz beachten.
Chikungunya: Ende Mai des vergangenen Jahres wurden die ersten Erkrankungen gemeldet, bis Ende letzten Jahres ist die Zahl auf
135.226 gestiegen. 157 Infektionen konnten bestätigt werden. Bis
Ende August dieses Jahres wurden 39.704 Verdachtsfälle registriert.
Insgesamt sind 10 Menschen verstorben. Seit Mitte Oktober geht die
Zahl der Neuinfektionen langsam zurück. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis zur 38. Woche wurden insgesamt 31.907 Fälle gemeldet. 745 Erkrankungen verliefen schwer. Schutz vor überwiegend
tagaktiven Stechmücken beachten.
Fidschi
Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen und Typhus landesweit, vor allem durch kontaminiertes Trinkwasser. Hepatitis A ist
ebenfalls verbreitet. Es ist Vorsicht bei touristischen Aufenthalten
geboten: Hygiene beachten, Impfungen gegen Typhus und Hepatitis A ggf. empfohlen.
Frankreich
Dengue: Im August wurden 2 autochthone Infektionen im Départe­
ment Gard (S) registriert. Im vergangenen Jahr wurde je eine Infektion in den Départements Bouches-du-Rhône, Var und Toulon
gemeldet. Im Oktober 2013 erkrankte ein Mensch im Département
Bouches-du-Rhône (S) und bereits 2010 waren zwei Menschen im
Département Alpes-Maritimes (S) betroffen. Der Vektor (Aedes
albopictus) wurde erstmals 2004 in Süd-Frankreich nachgewiesen.
Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
West Nile-Fieber: Anfang Oktober ist im Département Gard (S) ein
Mensch erkrankt. Bereits im August sind im angrenzenden Département Bouches-du-Rhône (S) mindestens 2 Pferde an einer Infektion
mit dem WNV verendet. Es sind die ersten Fälle seit 2006 in Frankreich. Die letzten 7 Infektionen beim Menschen wurden 2003 im
Département Var registriert. Mückenschutz beachten.
Französisch Guayana
Chikungunya: Zwischen Februar und Ende Dezember 2014 wurden 5.020 autochthone Erkrankungen gemeldet, es gab ca. 9.000
weitere Verdachtsfälle. Im Februar dieses Jahres sind die Fallzahlen
stark gestiegen und die ersten 2 Todesfälle wurden registriert. In
diesem Jahr wurden bisher 1.756 Erkrankungen bestätigt, es gibt
6.800 Verdachtsfälle. Französisch Guayana war das erste Land auf
dem südamerikanischen Festland mit autochthonen Infektionen.
Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit Beginn des Jahres sind etwa 1.300 Verdachtsfälle
gemeldet worden. 322 Infektionen wurden bestätigt. Im vergangenen Jahr waren es über 1.200, etwa 781 wurden labortechnisch
bestätigt. Expositionsprophylaxe gegen die vorwiegend tagaktiven
Mücken beachten.
Französisch Polynesien
Chikungunya: Die Erkrankung wurde Anfang Oktober 2014 erstmals
bestätigt, danach waren die Fallzahlen rapide angestiegen. Inzwischen werden nur wenige Neuinfektionen registriert und die Behörden haben den Ausbruch offiziell für beendet erklärt. Landesweit
waren von der Erkrankung etwa zwei Drittel der knapp 27.000 Einwohner betroffen, 16 Menschen sind verstorben. 756 Erkrankungen
© Centrum für Reisemedizin
konnten labortechnisch bestätigt werden. Die meisten Infektionen
werden von der Insel Tahiti gemeldet. Mückenschutz beachten.
Ghana
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Typhus-Erkrankungen nehmen landesweit zu. Milzbrand, meist
durch Verzehr unzureichend gegarten Fleisches kranker Tiere, ist bei
Einheimischen nicht selten. Der Norden des Landes gehört weltweit
zu den Regionen mit den höchsten Prävalenzen bei Tieren. Polio
durch Wildviren wurde 2008 zum ersten Mal seit 2003 aus NordNigeria reimportiert und in 9 Fällen nachgewiesen. Seitdem wurden keine weiteren Fälle mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz
beachten.
Cholera: Der Ausbruch, der im Juli letzten Jahres begann und bei
dem bis Ende Dezember 28.975 Menschen erkrankt und 253 verstorben sind, hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt. Bis Ende September wurden 683 Erkrankungen registriert, es gab 10 Todesfälle.
Anfang August wurden erstmals seit Ende Mai 3 Infektionen aus der
Region Brong Ahafo (Z) gemeldet. Bis Ende September ist die Zahl
der Infektionen hier auf 27 gestiegen. Es gab 2 Todesfälle. Besonders
betroffen war die Region Greater Accra inklusive der Hauptstadt.
Hier wurden seit 13 Wochen keine Neuinfektionen gemeldet. Es
ist der größte Ausbruch in Ghana seit 1982. Hygiene beachten, für
Risiko­reisende ist die Impfung zu empfehlen.
Tollwut: In den ersten 9 Monaten dieses Jahres sind allein in einer
Klinik in Accra 6 Kinder an Tollwut verstorben. Im vergangenen Jahr
waren es dort 4 und in 2013 3 Todesfälle. Die Infektion ist im ganzen
Land verbreitet, genaue Daten liegen nicht vor. Im Januar gab es beispielsweise einen Ausbruch in der Upper West Region, mindestens
6 Menschen waren betroffen. Eine Übertragung erfolgt meistens über
infizierte Hunde. Das Tollwutrisiko sollte immer Bestandteil reisemedizinischer Beratung sein, auch im Hinblick auf den Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin in weiten Teilen des Landes.
Vogelgrippe: Erstmals seit 2007 wurde im Juni ein Ausbruch von
Influenza A(H5N1) registriert. Bis Ende August wurden 23 Ausbrüche registriert. Nach einer mehrwöchigen Pause wurden Anfang
Oktober erneut Infektionen auf mindestens 2 Farmen im Westen
des Landes gemeldet. Mindestens 400 Hähnchen und mehr als
4.700 Legehennen waren betroffen. Insgesamt sind mehrere Zehntausend Hühner und Enten betroffen. Menschliche Infektionen wurden bisher nicht gemeldet.
Grenada
Chikungunya: Auf der Insel Carriacou wurden im Juni letzten Jahres 5 autochthone Erkrankungen bestätigt. Von der Hauptinsel
Grenada wurden bis Mitte Oktober 12 Fälle bekannt. Landesweit
wurden bis Ende November 2014 26 Infektionen bestätigt, es gab
3.079 Verdachtsfälle. Seit Mitte September 2014 geht die Zahl der
Neu­infektionen zurück. In diesem Jahr wurden bisher keine Erkrankungen registriert. Mückenschutz beachten.
Großbritannien
Ebola hämorrhagisches Fieber: Eine Krankenschwester, die sich im
Januar während eine Aufenthaltes in Sierra Leone infiziert hatte und
als geheilt entlassen wurde, wird seit Anfang Oktober erneut in einer
Londoner Klinik behandelt. Der Zustand der 36-Jährigen sei kritisch,
sie hat ungewöhnliche späte Komplikationen der Erkrankung ent­
wickelt.
Meningokokken-Meningitis: Die Gesundheitsbehörden melden
eine deutliche Zunahme von Meningokokken W (um 88 %) in England und Wales gegenüber dem Vorjahr. Dieser Serotyp verursacht
nun 15 % der Fälle im Vereinigten Königreich, gegenüber 1–2 % bis
2009. Dementsprechend wurde die Impfstrategie angepasst und der
tetravalente Impfstoff für Schüler und Studenten eingeführt.
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Guadeloupe
Chikungunya: Ende Dezember 2013 wurde erstmals ein autochthoner Fall auf der Insel bestätigt. Bis Ende Dezember 2014 stieg
die Zahl der Erkrankungen auf insgesamt 81.200, 430 Infektionen
konnten bestätigt werden. Mindestens 3 Fälle wurden aus St. Martin
importiert. 75 Menschen sind verstorben. Auch ein deutscher Tourist
ist erkrankt. Seit Mitte letzten Jahres geht die Zahl der Neuinfektionen kontinuierlich zurück. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres
wurden nur 150 Verdachtsfälle registriert. Die Behörden haben die
Epidemie Ende letzten Jahres für beendet erklärt. Eine Übertragung
ist dennoch weiterhin möglich. Expositionsprophylaxe gegen die vorwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Guatemala
Darminfektionen: Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr
für diverse Infektionskrankheiten durch verunreinigte Speisen oder
Getränke. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.
Chikungunya: Mitte September 2014 wurden die ersten Infektionen
gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden 198 Fälle bestätigt, es gab
27.343 Verdachtsfälle. 4 Menschen sind verstorben. In diesem Jahr
wurden bis Mitte August ca. 15.200 Verdachtsfälle registriert. Ein
Mensch ist verstorben. Am stärksten betroffen ist das Departement
Santa Rosa im Südosten. Guatemala ist nach El Salvador das zweite
zentralamerikanische Land, in dem die Erkrankung seit ihrem Übergreifen auf die westliche Hemisphäre im Dezember 2013 nachgewiesen wurde. Mückenschutz beachten.
Dengue: In diesem Jahr wurden bis zur 35. Woche 12.281 Erkrankungen registriert. 16 Erkrankungen verliefen schwer, 5 Menschen
sind verstorben. Mückenschutz auch tagsüber beachten.
Sicherheitshinweis: In Guatemala fanden am 6. September 2015
Präsidentschafts-, Kongress- und Kommunalwahlen statt; am
25. Oktober wird der zweite Durchgang der Präsidentschaftswahlen
durchgeführt. Im Umfeld dieser Wahlen und wegen der Demonstrationen gegen den Präsidenten und gegen Korruption kann es im
gesamten Land zu Ausschreitungen und Straßenblockaden kommen.
Reisende sollten Menschenansammlungen und Demonstrationen
meiden. Es wird empfohlen, sich auch über die örtlichen Medien bzw.
durch Anfrage bei der Polizei zu erkundigen, welche Demonstrationen wann und wo geplant sind (www.auswaertiges-amt.de).
Guinea
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Ausbrüche von Cholera kommen vor, zuletzt im August letzten
Jahres. Polio (WPV) wurde zuletzt 2011 gemeldet. Ende Juli ist ein
Kleinkind aus Guinea im Nachbarland Mali erkrankt. Anfang September hat die WHO bestätigt, dass es sich um eine Infektion mit
Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) handelt. Hygiene
und Impfschutz (Polio) beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Seit Februar 2014 gibt es ausgehend von den Waldgebieten im Südosten des Landes (Wald­
guinea) einen Ebola-Ausbruch. Die ersten Erkrankungen sind bereits
im Dezember 2013 aufgetreten. Bis zum 14. Oktober wurden
3.804 Erkrankungsfälle (3.346 davon bestätigt) und 2.535 (2.082)
Todesfälle gemeldet. Nach einer Pause von mehr als 2 Wochen
ohne Neuinfektion wurden Mitte Oktober erneut 2 Erkrankungen
registriert. Etwa 150 Personen stehen noch unter Beobachtung.
Betroffen sind noch die Hauptstadt Conakry und die nahe gelegene
Präfektur Coyah. Eine Infektion erfolgt entweder über Fledermäuse
(z. B. Besuch von Höhlen), Kontakt mit Infizierten oder erkrankten
Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise beim Jagen oder
Verzehren von ungenügend durchgebratenem Fleisch). Das größte
Risiko stellt der Kontakt zu Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Stuhl) bei
der Pflege von Patienten dar. Das Infektionsrisiko für (touristisch)
Reisende ist gering. Das Auswärtige Amt rät weiterhin von Reisen in
die betroffenen Länder ab. Ausgenommen davon ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal im Zusammenhang
mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie.
Guinea-Bissau
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera tritt sporadisch auf, größere Ausbrüche werden derzeit
nicht gemeldet. Hygiene beachten.
Guyana
Chikungunya: Nachdem zuvor nur importierte Fälle registriert wurden (3 aus Martinique und einer aus St. Martin), sind Ende Mai 2014
die beiden ersten autochthonen Erkrankungen bestätigt worden. Im
vergangenen Jahr wurden 76 Infektionen bestätigt. Bis Mitte Januar
dieses Jahres wurden 5.310 Verdachtsfälle gemeldet, 29 Erkran-
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kungen konnten bestätigt werden. Seitdem wurden keine weiteren
Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Haiti
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Die Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Repu­
blik gehört zu den Reiseländern mit den höchsten Inzidenzen für
gastrointestinale Infektionen. Seit Oktober 2010 gibt es einen das
gesamte Land betreffenden Cholera-Ausbruch. Insgesamt sind in
dieser Zeit bis Mitte September dieses Jahres etwa 747.170 Personen
erkrankt, 8.992 Menschen sind an der Infektion gestorben. Von Jahresbeginn bis Anfang September wurden ca. 22.510 Infektionen und
185 Todesfälle registriert, das sind mehr als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres. Im September sind in der Stadt Marigot (Département
SudEst) 15 Menschen verstorben, 120 weitere sind erkrankt. Alle
10 Départements des Landes sind betroffen, auch die Hauptstadt
Port-au-Prince gehört dazu. Die Ursachen für die Epidemie liegen vor
allem in den sanitären Verhältnissen der nach dem schweren Erdbeben errichteten Flüchtlingslager. Es besteht nur begrenzt Zugang zu
sauberem Trinkwasser und kein funktionierendes Abwassersystem.
Außerdem gibt es in der Bevölkerung keine Immunität gegen das
Bakterium. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene beachten. Ggf. Impfung erwägen.
Chikungunya: Anfang Mai 2014 hat das Gesundheitsministerium
die ersten 14 Erkrankungen bestätigt. Die Zahl der Verdachtsfälle ist
bis Mitte August letzten Jahres auf 68.111 gestiegen, 6.312 Erkrankungen wurden bestätigt, die meisten wurden im Departement
Quest registriert. Im März 2014 waren bereits die ersten Fälle in
der benachbarten Dominikanischen Republik aufgetreten. Mückenschutz beachten.
Honduras
Chikungunya: Ende Oktober 2014 wurden die ersten Infektionen
bestätigt. Bis Ende letzten Jahres ist die Zahl der Erkrankungen auf
5.338 gestiegen, 5 Fälle wurden importiert. In diesem Jahr wurden
etwa 77.000 Infektionen registriert. 2 Menschen sind verstorben,
darunter ein Neugeborenes, das sich bei der Mutter angesteckt hat.
15 der 18 Departements sind betroffen, die meisten Erkrankungen werden aus Cortés (N), Choluteca (S) und Valle (S) gemeldet.
In den letzten 3 Monaten ist die Zahl der Neuinfektionen rückläufig.
Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte September dieses Jahres wurden 38.590 Verdachtsfälle registriert. 791 Erkrankungen verliefen schwer. Am
stärksten betroffen sind die Departements Francisco Morazan und
Olancho. Im vergangenen Jahr wurden 43.456 Fälle gemeldet,
5 Menschen sind verstorben. Besonders betroffen ist der Süden des
Landes. 2013 wurden landesweit mehr als 39.090 Erkrankungen registriert, davon über 4.400 Fälle mit schwerem Verlauf und mindestens 29 Todesfälle. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken
beachten.
Leishmaniase: Anfang Oktober haben die Behörden mehr als
200 Infektionen aus 7 Gemeinden gemeldet. Besonders betroffen
ist das Departamento Cortes (NW). Neben der kutanen Form kommen in Honduras auch mukokutane und viszerale Verlaufsformen
vor. Schutz vor den nachtaktiven Überträgermücken (Phlebotomen)
beachten.
Indien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Mit Cholera ist regional zu rechnen. Anfang Oktober wurde bekannt,
dass eine belgische Touristin nach einem 1-wöchigen Aufenthalt
erkrankt war. Die oral übertragenen Formen der Hepatitis sind in
ganz Indien endemisch. Auch Typhus und Paratyphus kommen im
ganzen Land vor. Etwa 70 Typhus-Fälle wurden Anfang August im
Distrikt Krishna (Bundesstaat Andhra Pradesh, O) registriert. Milzbrand tritt sowohl in der cutanen wie in der intestinalen Form immer
wieder bei Einheimischen auf. Hygiene und Impfschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Chikungunya: In diesem Jahr wurden bis Ende September landesweit 20.057 Infektionen registriert. Mit 16.235 Fällen ist der Bundesstaat Karnataka am stärksten betroffen. 2009 wurden ca. 73.300
Erkrankungen gemeldet, seitdem gingen die jährlichen Fallzahlen
kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr wurden landesweit
15.898 Fälle gemeldet. In diesem Jahr sind die Fallzahlen bis September bereits auf das Niveau von 2011 gestiegen. Schutz vor tagaktiven
Überträgermücken (Aedes-Arten) beachten.
Dengue: Landesweit wurden in diesem Jahr bis Ende September
35.422 Fälle gemeldet und 64 Todesfälle registriert. Am stärksten
betroffen ist Delhi inkl. der Hauptstadt Neu Delhi mit 10.683 Infektionen und 41 Todesfällen bis Anfang Oktober. Es sind die höchsten
Fallzahlen in den letzten 20 Jahren. Die Gesundheitsbehörden der
Region haben den OTC-Verkauf von nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) ohne Rezept für die Zeit der Dengue-Saison verboten. Wirkstoffe dieser Gruppe können die Gefahr eines hämorrhagischen Verlaufs bei Dengue-Patienten erhöhen. Auch die Bundesstaaten Kerala (3.140 Infektionen, 20 Todesfälle) und Karnataka
(3.847; 4) im Süden des Landes melden hohe Fallzahlen. Im Bundesstaat Punjab (N) wurden 3.248 Erkrankungen gemeldet, 2 Menschen
sind verstorben. Mitte Oktober sind in Kliniken der Stadt Ahmedabad
(Bundesstaat Gujarat, NW) innerhalb von 48 Stunden 80 Patienten
eingeliefert worden. Seit Januar gab es 1.150 Fälle, mindestens
5 Menschen sind verstorben. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 40.197 Erkrankungen gemeldet, die meisten Fälle stammen aus
Maharashtra, Orissa, West Bengal und Karnataka. 126 Menschen sind
verstorben. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken (Aedes-Arten)
beachten.
Enzephalitis: Nach offiziellen Angaben sind in diesem Jahr bis Ende
September 1.173 Menschen in 16 Bundesstaaten an Japanischer
Enzephalitis (JE) erkrankt. Die meisten Infektionen wurden aus
Assam (NO,) West Bengal (NO) und Uttar Pradesh (N) gemeldet. Es
gab 232 Todesfälle. Im letzten Jahr wurden landesweit 1.621 Infektionen und 290 Todesfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden
vom indischen Gesundheitsministerium landesweit 9.996 Fälle des
Akuten Enzephalitis Syndroms (AES) registriert, 1.518 Menschen
sind verstorben. Am stärksten betroffen waren die Bundesstaaten
Assam (NO), Uttar Pradesh (N) und West Bengal (NO). Bis Ende
September dieses Jahres wurden landesweit 6.436 Erkrankungen
gemeldet. In Uttar Pradesh gab es bereits 1.905 Fälle, 265 Menschen
sind verstorben. In West Bengal sind 1.546 Menschen erkrankt und
264 verstorben, in Assam wurden 1.256 Infektionen registriert, es
gab 260 Todesfälle. Expositionsprophylaxe und evtl. Impfung durchführen!
Malaria: Im in diesem Jahr sind bis Ende August landesweit 637.303
Menschen erkrankt, 190 Menschen sind verstorben. Wie auch in
den vergangenen beiden Jahren werden die höchsten Fallzahlen im
Bundesstaat Orissa registriert. Für diese im Nordosten des Landes
gelegenen Bundesstaaten sollte für Reisende je nach Risikoprofil
ggf. eine Chemoprophylaxe erwogen werden. In Indien ist auch in
Städten­eine gute Expositionsprophylaxe besonders wichtig, da sich
die Überträgermücke an die städtischen Brutbedingungen in weniger sauberem Wasser angepasst hat. Für Reisende ist Indien – nach
den Hochrisikoregionen in Afrika – das Land mit dem höchsten Infek­
tionsrisiko, besonders in der Monsunzeit. Sehr guter Mückenschutz
ist daher immer zu beachten, die Mitnahme einer Notfallmedikation
(standby-Therapie) in der Regel sinnvoll und je nach Ausbruchslage
auch eine Chemoprophylaxe zu diskutieren.
Polio-Impfvorschrift: Um das Risiko eines Reimportes der Polio zu
verringern hat die Regierung Indiens eine Impfvorschrift erlassen.
Seit dem 1. März 2014 müssen alle Reisenden bei Einreise aus
Endemiegebieten (Afghanistan, Nigeria und Pakistan), sowie aus
Ländern, in denen das Virus nach Import wieder zirkuliert (Äthiopien, Kenia, Somalia und Syrien), eine orale Polio-Impfung (OPV)
nachweisen. Indische Staatsbürger, die in ein Land mit Infektions­
risiko reisen, benötigen ebenfalls eine gültige Impfung. Die Impfung muss spätestens 4 Wochen vor Einreise erfolgen und ist für
ein Jahr gültig. Die Regelung gilt nicht für Ausländer aus Regionen
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
ohne Poliorisiko, die in den o.g. Ländern leben und von dort nach
Indien reisen. Transitreisende sind ebenfalls von der Regelung ausgenommen.
Tollwut: Indien gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten
Fallzahlen bei Tieren und Menschen. Hauptüberträger ist der (streunende) Hund. Betroffen sind auch die Großstädte. Die Vakzinierung
der Hundepopulation stößt in Indien auf logistische Probleme.
Impfstoffe mit geringerer Wirkdauer, das Fehlen ununterbrochener
Kühlketten (vor allem auf dem Land) und nicht zuletzt die ablehnende Haltung vieler Bevölkerungsgruppen gegenüber der Impfung
(65 % der Hunde sind Haustiere) seien erwähnt. Das Tollwutrisiko
sollte immer Bestandteil reisemedizinischer Beratung sein, auch im
Hinblick auf den Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immun­
globulin. Entsprechend weit ist die Indikation für eine prophylak­
tische Impfung zu stellen.
Indonesien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche werden sporadisch aus West-Papua gemeldet,
mit Typhus ist zu rechnen. Polio durch Wildvirus Typ 1 ging im
März 2005 nach 10jähriger Pause durch Reimport mit 303 Erkrankungen erneut in Zirkulation. Nach mehreren Impfkampagnen wurden für 2006 nur noch 2 Erkrankungen durch Wildviren registriert,
seit 2007 bisher keine. Hygiene und Impfschutz gegen Polio und
Typhus weiterhin beachten.
Tollwut: Seit Auftreten der ersten Fälle im November 2008 sind
auf der Insel Bali schätzungsweise 170 Menschen an der Infektion
gestorben. In diesem Jahr gab es bereits 15 Todesfälle auf der
Insel. Mittlerweile tritt die Tollwut in 24 der 33 Provinzen auf. Auch
Touristen­gebiete, wie z. B. die Städte Ubud und Kuta und die Regionen Gianyar und Badung, sind betroffen. Das Ziel einer vollständigen Eradikation der Tollwut kann nach neuen Expertenschätzungen
frühestens 2016 erreicht werden. Die Behörden planen in einer
groß angelegten Impfkampagne etwa 300.000 Hunde zu impfen.
Der Mangel an Immunglobulinen und modernen Zellkulturimpfstoffen besteht weiterhin. Auch aus anderen Regionen Indonesiens
werden Fälle berichtet. Aufgrund der aktuellen Situation sollte die
Indikation für eine präexpositionelle Impfung großzügiger gestellt
werden.
Vogelgrippe: Ende März sind in der Provinz Banten im Westen der
Insel Java ein Vater und sein Sohn verstorben, es sind die ersten
Erkrankungen seit Oktober vergangenen Jahres. Laut WHO wurden
2014 insgesamt 2 und 2013 3 Erkrankungen registriert, alle Patienten sind verstorben. Seit ihrem Erstauftritt im November 2003 hat
sich die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) landesweit ausgebreitet und ist aufgrund der Infrastruktur des Inselstaates schwer zu kontrollieren. Mehr als 10 Millionen Geflügeltiere sind
ihr zum Opfer gefallen. Seit 2003 sind 199 menschliche VogelgrippeErkrankungen aufgetreten, 167 Personen sind daran verstorben. Seit
Anfang des Jahres steht Indonesien an zweiter Stelle der weltweiten
H5N1-Fälle hinter Ägypten. Mit einer Letalität von über 80 % führt
das Land aber weiterhin die Liste der betroffenen Gebiete an. Die
meisten Fälle stammen aus Java, einige aus Sumatra, einzelne aus
Süd-Sulawesi und Bali. Fast alle Betroffenen hatten unmittelbare
Kontakte zu kranken oder verendeten Tieren. Kontakte mit lebendem Geflügel oder kranken Menschen sollten von Reisenden weiterhin gemieden, Hygiene beachtet werden.
Syrien wurde vermutet. Impfkampagnen wurden durchgeführt. Im
Mai dieses Jahres hat die WHO den Irak von der Liste der Länder
gestrichen, von denen eine Gefahr der Ausbreitung ausgeht. Die
Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die sich länger als
4 Wochen im Land aufgehalten haben, sich vor ihrer Ausreise gegen
Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr. Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen in den Irak wird gewarnt. Dies gilt
mit Einschränkungen auch für die Region Kurdistan-Irak (insbesondere für die Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah). Besonders
gefährlich sind Reisen in die Provinzen Ninewa (Grenze zu Syrien),
Anbar, Salah Al-Din, Diyala und Ta’mim, in den Großraum Bagdad
sowie in den Norden der Provinz Babel. Die Medienberichterstattung
und die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes sollten aufmerksam
verfolgt werden (www.auswaertiges-amt.de).
Irland
Mumps: Seit Juli vergangenen Jahres gibt es einen landesweiten Ausbruch, bisher sind ca. 2.485 Menschen erkrankt. Besonders betroffen
sind der Süden des Landes mit den Grafschaften Cork, Kerry, Waterford, Tipperary und der Nordwesten, wo die höchsten Inzidenzen
registriert wurden. Bis zum 10. Oktober wurden 1.723 Infektionen
gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 762 Erkrankungen registriert. Ein Großteil der Patienten ist zwischen 15 und
34 Jahre alt. Impfschutz beachten.
Israel
West Nile-Fieber: Im Juli wurden die ersten 2 Erkrankungen für diese
Saison gemeldet. Bis Mitte Oktober wurden 87 weitere Fälle registriert. Außerdem ist ein Mensch in den Palästinensischen Gebieten
erkrankt. Die Infektion kommt in Israel sporadisch vor. Im vergangenen Jahr gab es landesweit 17 Fälle. 2013 waren 71 Menschen
erkrankt, es gab 4 Todesfälle. Den größten Ausbruch gab es bisher
im Jahr 2000, 439 Infektionen konnten labortechnisch bestätigt
werden, 29 Menschen sind verstorben. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferde und andere
Säugetiere übergreifen. Bei Menschen kommt es in 80 % der Fälle
zu keinen Symptomen. In den anderen Fällen treten grippeähnliche
Symptome auf. Das Virus kann die Blut-Hirn-Schranke überschreiten
und zu Meningitis, Enzephalitis und Lähmungen führen. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Die Sicherheitslage in Jerusalem und im
Westjordanland hat sich seit Mitte September verschärft. Anfang
Oktober kam es zu teils tödlichen Angriffen auf Israelis. Mehrere
Palästinenser wurden von israelischen Sicherheitskräften erschossen, zahlreiche verletzt. Trotz der 2014 nach der Militäroperation
„Protective Edge“ vereinbarten Waffenruhe, kam es in den letzten
Wochen vereinzelt zu Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Bei
Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen wird
daher zu erhöhter Vorsicht geraten. Vor und während der Reise
nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird geraten, sich
über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Internetseiten der Botschaft in Tel Aviv (www.tel-aviv.diplo.de ) und des Vertretungsbüros Ramallah (www.ramallah.diplo.de ) zu konsultieren
(www.auswaertiges-amt.de).
Italien
Irak
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit, örtlich erhöht durch kriegsbedingte Versorgungsprobleme. Cholera tritt
sporadisch auf. Aktuell gibt es einen Ausbruch, der die Provinzen Bagdad, Al Najaf sowie Diwaniya betrifft. Bis Mitte Oktober wurden 1.715
Erkrankungs- und mindestens 4 Todesfälle gemeldet. Hygiene beachten.
Poliomyelitis: Mitte März 2014 wurde in Bagdad die erste PolioErkrankung seit 14 Jahren gemeldet. Ende Mai wurde eine zweite
Erkrankung registriert. Ein Zusammenhang mit dem Ausbruch in
© Centrum für Reisemedizin
West Nile-Fieber: Ende Juli wurde die erste Infektion für diese
Saison gemeldet. Ein Blutspender aus der Provinz Cremona in der
Lombardei (N) wurde positiv getestet. Im September letzten Jahres
gab es in der betroffenen Region 3 Erkrankungen. Inzwischen ist
die Gesamtzahl auf 58 gestiegen, es sind ausschließlich Regionen
im Norden des Landes betroffen. Mitte September wurde die erste
Erkrankung aus der Region um Mailand gemeldet. Ein Patient aus
der Region Emilia Romagna (Provinz Parma) hat neuroinvasive Symp­
tome entwickelt. Die Infektion kommt in Italien sporadisch vor. Im
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
vergangenen Jahr gab es landesweit 24 Fälle. 2013 waren 69 Menschen erkrankt. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt
zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber
auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Bei
Menschen kommt es in 80 % der Fälle zu keinen Symptomen. In den
anderen Fällen treten grippeähnliche Symptome auf. Das Virus kann
die Blut-Hirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis, Enzephalitis
und Lähmungen führen. Mückenschutz beachten.
Jordanien
Jamaika
Sicherheitshinweis: Aufgrund wiederholter Grenzzwischenfälle an
der syrisch-jordanischen Grenze wird von einer Reise in das syrischjordanische Grenzgebiet dringend abgeraten. Es wird ergänzend
darauf hingewiesen, dass die syrisch-jordanische Grenze militärisches Sperrgebiet ist, in dem besondere Bestimmungen gelten. In
Jordanien kommt es immer wieder in verschiedenen Orten zu Kundgebungen. Reisenden wird daher empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden, diese nicht zu fotografieren
sowie besondere Vorsicht walten zu lassen. Darüber hinaus wird
geraten, die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen
(www.auswaertiges-amt.de).
Chikungunya: Im Juli 2014 wurden die ersten beiden importierten
Fälle auf der Karibikinsel registriert. Bis Ende des vergangenen Jahres wurden 89 bestätigte autochthone und ca. 1.400 Verdachtsfälle
gemeldet. 2 Menschen sind verstorben. In diesem Jahr wurden bis
Mitte Mai 299 Verdachtsfälle registriert. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Japan
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Bis Ende September dieses Jahres sind landesweit 353.216 Kinder erkrankt. Am stärksten
betroffen sind die Regionen Kanto, Hokuriku und Tohoku auf der
Insel Honshu. Es sind die höchsten Fallzahlen in den letzten Jahren.
Allein in der letzten Juliwoche wurden ca. 32.300 Fälle gemeldet,
seitdem geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. An der Infektion
erkranken in der Regel junge Kinder. Die Übertragung erfolgt von
Mensch zu Mensch, Symptome sind hohes Fieber und Bläschenbildung an den Händen, Füßen und der Mundschleimhaut. In SO-Asien
kommt es regelmäßig zu Epidemien. Eine spezifische Behandlung
existiert nicht. Reisende sollten auf besonders gute persönliche
Hygienemaßnahmen achten.
Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt warnt weiterhin ausdrücklich vor Aufenthalten in der Region um das Kernkraftwerk
Fukushima I im Nordosten der Insel Honshu (Teilreisewarnung)
(www.auswaertiges-amt.de).
Jemen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera tritt sporadisch auf, Ausbrüche werden aktuell nicht gemeldet. Polio wurde seit 2006 nicht mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz weiterhin beachten.
Dengue: Anfang September wurden aus dem Gouvernement
Schabwa 1.200 Erkrankungen und 5 Todesfälle gemeldet. Im
Gouvernement Taiz wurden seit Beginn des Ausbruchs im März
117 Todesfälle registriert. Presseberichten zufolge sind in den letzten Monaten mindestens 20.000 Menschen erkrankt, mindestens
25 sind verstorben. Laut eines WHO-Berichtes vom Juni wurden seit
März dieses Jahres 3.026 Verdachts- und 3 Todesfälle registriert.
Infolge des bewaffneten Konflikts steigt das Risiko arthropodenübertragener Infektionen, da Programme zur Vektorbekämpfung
unterbrochen wurden. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen
nach Jemen. Deutsche, die sich gegebenenfalls dort noch aufhalten,
wurden aufgefordert, aus dem Jemen auszureisen. Die deutsche Botschaft in Sanaa ist vorübergehend geschlossen und kann im Notfall
keine konsularische Hilfe vor Ort leisten. Die nächstgelegene deutsche Auslandsvertretung ist die Botschaft in Riad (Saudi-Arabien).
Seit dem 26. März 2015 führt eine Allianz von Staaten der Region
unter der Führung von Saudi-Arabien in Jemen Luftschläge gegen
staatliche (insbesondere militärische) Infrastruktur durch. Die militärischen Einsätze finden vor allem in größeren Städten des Landes
statt, insbesondere in der Hauptstadt Sanaa, und stellen auch für
die Zivilbevölkerung eine erhebliche Gefährdung dar. Ein Ende der
Militäroperationen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar.
Sowohl die politische als auch die Sicherheitslage ist im ganzen Land
ausgesprochen volatil. Die Gewährleistung der Sicherheit durch staatliche Behörden ist nicht sichergestellt (www.auswaertiges-amt.de).
© Centrum für Reisemedizin
Coronavirus: Seit Ende August gibt es, ausgehend von einer Klinik in Amman, einen Cluster mit mehreren Erkrankten. Ein älterer
Mann aus Jeddah in Saudi-Arabien ist während einer Reise in Amman
erkrankt und wurde dort in einer Klinik behandelt. Er ist inzwischen
verstorben. Insgesamt wurden in diesem Jahr 16 Fälle registriert,
6 Menschen sind verstorben. Seit 2012 wurden 28 Erkrankungen durch MERS-CoV gemeldet, darunter sind auch mindestens
11 Todesfälle.
Jungferninseln (brit. & USA)
Chikungunya: Das Gesundheitsministerium der Britischen Jungferninseln hat seit Anfang Februar 2014 47 autochthone Erkrankungen bestätigt, ca. 350 Verdachtsfälle wurden gemeldet. Zwischen
Juni und Ende Dezember letzten Jahres wurden 276 autochthone
Erkrankungen von den Amerikanischen Jungferninseln berichtet, es
gab 1.321 Verdachtsfälle und 8 importierte Infektionen. 2 Menschen
sind verstorben. In diesem Jahr wurden bis Mitte Mai 102 Erkrankungen bestätigt, es gibt 225 weitere Verdachtsfälle. Seitdem wurden
keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Kambodscha
Darminfektionen: Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für Durchfallerkrankungen durch verunreinigte Speisen und
Getränke. Hygienemaßnahmen beachten, ggf. Impfung gegen
Cholera.
Dengue: Bis Anfang September wurden ca. 7.000 Infektionen
gemeldet. 24 Menschen sind verstorben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Fallzahlen mehr als verdreifacht. Der
Höhepunkt der Saison wird für die Regenzeit im August und September erwartet. Mückenschutz beachten.
Masern: Anfang Oktober wurde in der Provinz Kratie durch Routineuntersuchungen eine Maserninfektion bestätigt. Die Gesundheitsbehörden habe ein Impfkampagne gestartet. Es ist der erste Fall seit
das Land im Mai dieses Jahres von der WHO als masernfrei deklariert
wurde. Impfschutz weiterhin beachten.
Kamerun
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Auch Cholera-Ausbrüche kommen ganzjährig vor, insbesondere im
Norden des Landes (Grenzgebiet zum Tschad). Auch aus Douala, der
größten Stadt und Wirtschaftsmetropole des Landes, werden immer
wieder Erkrankungen gemeldet. Hygiene beachten, bei Reisen in
besonders gefährdete Regionen ist eine Impfung zu empfehlen.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von mehr als einem Jahr sind im
Oktober 2013 4 Menschen erkrankt. In den Monaten Januar und
März 2014 wurden 5 Fälle registriert, Anfang September 2 weitere.
Impfkampagnen wurden eingeleitet. Hygiene und Impfschutz beachten. Im August dieses Jahres hat die WHO Kamerun von der Liste der
Länder gestrichen, von denen eine Gefahr der Ausbreitung ausgeht.
Die Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die sich länger
als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, sich vor ihrer Ausreise
gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Sicherheitshinweis: Aufgrund eines erhöhten Anschlags- und Entführungsrisikos für Staatsangehörige westlicher Staaten wird bis auf
weiteres von Reisen in entlegene Gebiete Kameruns eindringlich
abgeraten. Darüber hinaus wird zu erhöhter Aufmerksamkeit vor
allem auf öffentlichen Plätzen, beim Besuch internationaler Einrichtungen sowie an exponierten touristischen Sehenswürdigkeiten
geraten (www.auswaertiges-amt.de).
Kasachstan
Orale Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Hohe Prävalenzen für Hepatitis A und für Echinokokkus granulosus
(Hundebandwurm) vor allem in den südlichen Landesteilen mit der
ehemaligen Hauptstadt Almaty. Hygiene und Impfschutz (Hepatitis A) beachten.
Kenia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Polio wurde zuletzt 2013 gemeldet, 14 Menschen im Flüchtlingslager – Dadaab Complex, im Nordosten Kenias – waren erkrankt.
Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende.
Cholera: Seit Ende Dezember 2014 wurden aus 21 der 47 Countys
insgesamt 6.529 Infektionen mit 131 Todesfällen gemeldet. Anfang
September wurden noch in 6 Countys Erkrankungen registriert.
Auch in der Hauptstadt wurden mindestens 1.129 Infektionen und
24 Todesfälle verzeichnet. An der Grenze zwischen den Countys
Nakuru und Baringo wurde Mitte Oktober einer neuer Ausbruch
gemeldet, 20 Menschen sind erkrankt. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.
Impfvorschrift: Nach Angaben der kenianischen Botschaft kann bei
Ankunft aus einem Land mit aktuellen Cholera-Ausbrüchen – abweichend von den offiziellen Bestimmungen – ein gültiger Impfnachweis verlangt werden.
Milzbrand: Mitte Oktober mussten in einem Dorf im Meru County
83 Menschen in einem Krankenhaus behandelt werden. Alle Betroffenen hatten Fleisch einer erkrankten und geschlachteten Kuh
verzehrt. Milzbrand ist bei Haus- und Wildtieren endemisch. Die
Infektion erfolgt durch direkten Kontakt mit Bacillus anthracis entweder über die Haut, über das Einatmen der Sporen oder über die
Aufnahme von infektiösen Tierprodukten über die Nahrung. Kontakt
zu toten oder erkrankten Tieren sollte unbedingt vermieden werden,
auf gute Nahrungsmittelhygiene ist zu achten.
Sicherheitshinweis: Am 2. April 2015 wurden bei einem Terroranschlag der somalischen Al-Shabaab-Miliz auf die Universität von
Garissa 148 Menschen getötet. Von Besuchen des Grenzgebietes zu
Somalia im Nordosten Kenias wird dringend abgeraten. Aufgrund
der verschiedenen Anschläge in der jüngeren Vergangenheit wird
auch von Aufenthalten und Besuchen in der Altstadt von Mombasa
sowie in bestimmten Stadtteilen Nairobis (Eastleigh, Pangani und
Slum-Gebiete) nachdrücklich abgeraten. Dies gilt auch für Aufenthalte in der Provinz Lamu einschließlich des Lamu-Archipels. Auch in
den Touristengebieten Kilifi und Malindi besteht eine erhöhte Gefahr
von Anschlägen (www.auswaertiges-amt.de).
Kirgisistan
Darminfektionen: Risiko landesweit für Durchfallerkrankungen
sowie andere orale Infektionen wie Typhus, meist durch kontaminiertes Trinkwasser, sporadisch auch für Botulismus durch
hauseingemachte Lebensmittel. Hinweis auf Übertragungswege,
adäquate Hygiene, ggf. Impfschutz (Typhus).
Kiribati
Chikungunya: Das Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass
auf 13 Inseln die Erkrankung nachgewiesen wurde. Mindestens
400 Infektionen wurden bis Ende April dieses Jahres bestätigt. Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Kolumbien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Hygiene beachten.
Chikungunya: Anfang September 2014 wurden die ersten autochthonen Fälle bestätigt. Bis Ende des Jahres stieg die Zahl der Verdachtsfälle auf ca. 106.600 an, 1.410 Infektionen wurden bestätigt,
3 Menschen sind verstorben. 26 Erkrankungen wurden importiert.
Seit Anfang dieses Jahres wurden 337.803 Fälle gemeldet, 1.978
Infektionen konnten bestätigt werden. 56 Menschen sind verstorben.
Am stärksten betroffen sind die Departements Bolivar, Sucre und
Norte de Santander im Norden des Landes. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Ende August wurden ca. 67.400 Verdachtsfälle registriert. 50 Menschen sind verstorben. 874 Erkrankungen verliefen
schwer. Am stärksten betroffen sind der Westen und das Zen­
trum des Landes. Im vergangenen Jahr gab es 110.473 Verdachtsfälle, 46.842 konnten labortechnisch bestätigt werden. Es kam zu
88 Todesfällen. Landesweit wurden 2013 119.856 Fälle gemeldet.
Ca. 3.000 verliefen schwer, 140 Personen sind verstorben. Schutz vor
den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Zika-Virus: Mitte Oktober hat das Gesundheitsministerium die ersten 9 Infektionen bestätigt. Insgesamt waren 98 Verdachtsfälle im
Departement Bolivar (N) registriert worden, 13 aus der Hafenstadt
Cartagena und 85 aus der Nachbarstadt Turbaco. Der zu den FlaviViren gehörende Erreger wurde 1947 erstmals in Uganda beschrieben, später auch in einer Reihe anderer afrikanischer und südostasia­
tischer Länder. In diesem Jahr wurden erstmals Infektionen auf dem
südamerikanischen Festland bestätigt. Es wird vermutet, dass das
Virus während der Fußball-WM 2014 nach Brasilien eingeschleppt
wurde. Das Krankheitsbild dauert 4-7 Tage und geht mit Fieber,
Konjunktivitis, Arthralgien vor allem in den Finger- und Fußgelenken
sowie einem makulo-papulösen Exanthem einher. In der Regel verläuft das Zika-Fieber leichter als das dort endemische Dengue-Fieber
und macht nach bisherigen Erfahrungen keine Komplikationen. Die
Übertragung erfolgt durch tagaktive Mücken, vorwiegend AedesArten. Mückenschutz beachten.
Kongo, Demokratische Republik
Infektionskrankheiten: Hohes Risiko für Darminfektionen, speziell
Durchfallerkrankungen einschließlich Ruhr und Cholera. In diesem
Jahr wurden bis Ende September mindestens 8.700 Infektionen und
70 Todesfälle registriert. Die meisten Fälle wurden aus den Regionen
Katanga und Kivu gemeldet. Landesweit wurden im vergangenen
Jahr ca. 19.300 Fälle gemeldet, 265 Menschen sind verstorben.
Typhus-Erkrankungen werden immer wieder gemeldet. Alle Formen
der Virushepatitis sind im Land hochprävalent. Seit 2011 wurden
keine Polio-Erkrankungen mehr gemeldet. Hygienemaßnahmen und
Impfung beachten. Schlafkrankheit und Tollwut sind weit verbreitet. Die Behörden in der Provinz Ituri (NO) warnen Anfang August vor
einer weiteren Zunahme von Todesfällen. In diesem Jahr sind bereits
mehr als 10 Menschen, darunter mehrere Kinder, nach Hundebissen
an Tollwut verstorben. Impfstoffe und Immunglobuline sind nicht
verfügbar. Risiko auch für örtliche Auftritte von viralen hämorrhagischen Fiebern durch Ebola- oder Marburgviren, die in einzelnen
Landesteilen bei Flughunden, dem tierischen Reservoir, endemisch
sind. Im Sommer 2012 wurde ein neues Rhabdovirus identifiziert,
das hämorrhagische Fieber (Bas-Congo) beim Menschen hervor­
rufen kann. Pest kommt vor allem im Nordosten des Landes vor; das
abgelegene Infektionsgebiet im NO gehört zu den aktivsten Naturpestherden der Welt. Hier gab es während der letzten Jahre immer
wieder größere Ausbrüche.
Masern: In diesem Jahr sind mehr als 30.000 Menschen an Masern
erkrankt, es kam zu 428 Todesfällen. Am stärksten betroffen ist die
Provinz Katanga (S), seit August sind die Fallzahlen stark gestiegen.
Auch aus der im Nordosten angrenzenden Provinz Maniema wird
eine Zunahme der Erkrankungen beobachtet. Der letzte große Ausbruch mit 77.000 Erkrankten und 1.100 Todesfällen wurde 2011
beobachtet. Impfschutz beachten.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Sicherheitshinweis: Vor Reisen in die östlichen und nordöstlichen
Landesteile der Demokratischen Republik Kongo wird gewarnt. Dies
gilt in besonderem Maße für die Provinzen Orientale, Nord- und
Süd-Kivu, Maniema und das nördliche Katanga (Tanganyika, HautLomani, nördliches Haut-Katanga), wo immer wieder Kämpfe zwischen den kongolesischen Streitkräften und bewaffneten Gruppen
stattfinden. Der dienstliche oder geschäftliche Aufenthalt in diesen
Gebieten muss durch ein tragfähiges professionelles Sicherheitskonzept abgesichert sein. Es wird empfohlen, große Menschen­
ansammlungen zu meiden und die aktuelle Medienberichterstattung
zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Kongo, Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit;
mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist landesweit zu rechnen. Hygiene
beachten.
Infektionen, sonstige: Hepatitis A und B sowie Typhus sind im
Land endemisch. Schlafkrankheit gibt es vor allem in der zentral gelegenen Plateaux-Provinz entlang des Kongo, Monkey Pox
(Affenpocken) gelegentlich im Grenzgebiet zur DRC. Mit diversen
Viruskrankheiten einschließlich hämorrhagischer Fieber ist landesweit zu rechnen. Mehrere Ausbrüche von Ebola hämorrhagischem
Fieber­ (EHF) gab es seit 2001 (zuletzt 2005) im NW, wo der Erreger
offenbar endemisch ist. Sorgfältige Hygiene, Impfschutz, Versicherung mit Rückflugmöglichkeit beachten.
Korea, Nord-
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
mit Typhus und Paratyphus ist ebenfalls zu rechnen. Hygiene
beachten, ggf. Typhus-Impfung.
Sicherheitshinweis: Die bislang generelle 21-tägige Quarantäne für
alle Einreisenden wird nach Auskunft des nordkoreanischen „Komitees für Seuchenkontrolle“ künftig nur noch auf Personen angewandt, die aus Guinea, Liberia, Sierra Leone, Guinea-Bissau, Senegal,
Mali und Elfenbeinküste kommend in die Demokratische Volks­
republik Korea einreisen. Dem Komitee zufolge werden Einreisende
aus anderen Ländern 21 Tage ab Einreise bei regelmäßigem Kontakt
zum Freundschaftskrankenhaus Pjöngjang unter medizinische Beobachtung gestellt, könnten aber ihren Geschäften nachgehen. Bislang
fehlen Erfahrungswerte, wie diese regelmäßige medizinische Beobachtung ausgestaltet wird (www.auswaertiges-amt.de).
Korea, Süd-
Coronavirus: Mitte Oktober ist ein 35-Jähriger erneut positiv auf
MERS-CoV getestet worden. Er hatte Anfang Oktober die Klinik
geheilt verlassen und nun Mitte Oktober einen Rückfall erlitten.
Ca. 130 Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne. Ausgelöst durch
einen erkrankten Geschäftsmann, hat es Anfang des Jahres in SüdKorea den bisher größten Ausbruch außerhalb der Arabischen Halbinsel gegeben. 186 Menschen waren erkrankt, es gab 36 Todesfälle.
Kuba
Chikungunya: Im Juni vergangenen Jahres hat das Gesundheits­
ministerium die ersten 6 importierten Fälle aus der Dominikanischen
Republik bestätigt, bis Anfang Oktober stieg die Zahl auf 20 an.
Offiziell wurden bisher keine autochthonen Infektionen gemeldet.
Presseberichten zufolge gibt es im August dieses Jahres einen Ausbruch in der Provinz Holguin (O), genauere Angaben liegen nicht vor.
Mückenschutz beachten.
Cholera: Im Juni ist bei einem britischen Touristen nach der Rückkehr eine Cholera-Infektion bestätigt worden. Bereits im Januar dieses Jahres ist ein kanadischer Tourist nach seiner Heimreise erkrankt.
Seit den ersten Meldungen im Sommer 2012 werden immer wieder
kleinere Cholera-Ausbrüche verzeichnet, zuletzt im September dieses Jahres. In Niquero in der Provinz Granma (SO) sind 11 Menschen
erkrankt. In der Provinz Holguin (O) wurden in den letzten Monaten etwa 300 Infektionen registriert. Die meisten davon wurden im
© Centrum für Reisemedizin
August in der gleichnamigen Stadt gemeldet. Ursache waren verunreinigte Softdrinks. Das Risiko für Reisende ist gering, auf gewissenhafte Hygiene und Verwendung von sicherem Wasser zum Trinken
und Zähneputzen sollte geachtet werden. Für Reisende mit engem
Kontakt zur einheimischen Bevölkerung (Besuch von Freunden und
Verwandten) sollte eine Impfung erwogen werden.
Kuwait
Coronavirus: Mitte September ist ein 78-jähriger Kamelbesitzer an
einer Infektion mit dem MERS-Coronavirus verstorben. Kontakt­
personen stehen unter Beobachtung. Es ist insgesamt die vierte
MERS-Infektion in Kuwait und die erste seit März 2014.
Laos
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera wurde seit Anfang 2008 nicht mehr gemeldet. Nahrungsund Trinkwasserhygiene beachten.
Polio: Bereits Anfang September ist ein 8-Jähriger an akuten schlaffen Lähmungen (AFP) erkrankt und einige Tage später verstorben.
Mitte Oktober hat die WHO bestätigt, dass es sich um eine Infektion
mit Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 1 (cVDPV1) handelt. Impfschutz beachten.
Libanon
Darminfektionen: Mit einem erhöhten Risiko für oral übertragene
Erkrankungen wie Durchfall, Hepatitis A und Typhus ist landesweit
zu rechnen. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene sowie adäquaten
Impfschutz beachten.
Einreiseimpfvorschrift: Der Libanon ist seit 1994 poliofrei. Um eine
Wiedereinschleppung der Polio zu verhindern, wird von Personen, die
aus folgenden Ländern stammen, und Reisenden, die aus diesen Ländern einreisen, eine Impfung gegen Polio verlangt: Syrien, Irak, Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea, Äthiopien und
Somalia. Die Impfung darf nicht länger als 1 Jahr her sein. Entgegen
den offiziellen Bestimmungen kann die Einreise trotz gültigem Impfnachweis auch bei der Einreise aus Deutschland verweigert und eine
Impfung mit einem oralen Impfstoff am Flughafen verlangt werden.
Sicherheitshinweis: Reisenden im Libanon wird zu besonderer Vorsicht und erhöhter Aufmerksamkeit geraten. Die Medienberichterstattung sowie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes
sollten aufmerksam verfolgt werden (www.auswaertiges-amt.de).
Liberia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera wurde in den letzten Jahren nicht gemeldet. 2009 wurden
erstmals wieder 11 Polio-Fälle berichtet. 2010 wurde eine PolioErkrankung registriert. Seitdem wurden keine weiteren Fälle mehr
gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Anfang Mai hatte die WHO den
Ausbruch erstmals für beendet erklärt. Ende Juni wurde erneut ein
Cluster mit 6 Fällen gemeldet, 2 der Patienten sind verstorben. Nach
6 Wochen ohne Neuinfektionen hat die WHO das Land Anfang September erneut für ebolafrei erklärt. Bis 9. Mai kam es zu 10.666 Verdachtsfällen, von denen 3.151 labortechnisch bestätigt wurden,
4.806 Menschen sind verstorben. Eine Infektion erfolgt entweder
über Fledermäuse (z. B. Besuch von Höhlen) oder Kontakt mit infizierten und erkrankten Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise beim Jagen oder Verzehren von ungenügend durchgebratenem Fleisch). Das größte Risiko stellt der Kontakt zu Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Stuhl) bei der Pflege von Patienten dar.
Libyen
Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Libyen
und ruft zur sofortigen Ausreise aus Libyen auf (www.auswaertigesamt.de).
13
CRM Seminare
Reise- und Tropenmedizin 2015
Ärzte
CRM Basisseminar
CRM Basis-Refresherseminar
2x2-tägig (32 Ustd.)
1-tägig
• entsprechend dem Curriculum „Reisemedizinische Gesundheitsberatung“
der Bundesärztekammer
• für Absolventen des CRM Basisseminars
• CRM Zertifikat „Reise- und Tropenmedizin“
Block 1
Block 2
Block 1 des Basisseminars kann als E-Learning Modul absolviert werden
(CRM flexi.LEARN) – www.elearning.crm.de
21./22.02.2015
14./15.03.2015
Mannheim
21./22.03.2015
18./19.04.2015
Hamburg
20. – 23.04.2015
München*
30./31.05.2015
13./14.06.2015
Düsseldorf
07.– 10.09.2015
Berlin*
24./25.10.2015
14./15.11.2015
München
21./22.11.2015
Mannheim
23. – 26.11.2015
Düsseldorf*
* nur als Blockseminar (Präsenz) buchbar
• Aktualisierung des bereits erworbenen
Wissens
21.02.2015
21.03.2015
09.05.2015
13.06.2015
20.06.2015
27.06.2015
05.09.2015
20.09.2015
24.10.2015
07.11.2015
21.11.2015
05.12.2015
05.12.2015
Mannheim
Hamburg
Düsseldorf
Düsseldorf
Berlin
München
Hamburg
Dresden
München
Mannheim
Mannheim
Düsseldorf
Nürnberg
CRM Aufbauseminar
t
Zertifi
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m
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gf
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15–17
Fa
2-tägig AS 3 – AS 8, 1-tägig AS 9
• für Absolventen des CRM Basisseminars Reise- und Tropenmedizin
• Vertiefung von sieben Schwerpunktthemen der Reisemedizin
in eigenständigen Aufbauseminaren
AS 3 Flugreise- und Höhenmedizin
AS 4 Tauchsportmedizin und
Reisemedizinische Assistance
AS 5 Geomedizinische Länderkunde
und Internationaler Tourismus
AS 6 Internationale Arbeitseinsätze
und Rückkehrermedizin
AS 7 Risikogruppen und Reisen
AS 8 Reisen mit chronischer Krankheit
AS 9 Ärztlich begleitetes Reisen
8 Module à 60 Minuten
07./08.11.2015
25./26.04.2015
Düsseldorf
München
Wann immer Sie möchten –
wo immer Sie möchten!
28./29.11.2015
Düsseldorf
CRM Aufbau-Refresherseminar
14./15.03.2015
24./25.04.2015
11./12.09.2015
27./28.11.2015
12./13.09.2015
13./14.06.2015
11.12.2015
Mannheim
München
Berlin
Düsseldorf
Berlin
Düsseldorf
München
CRM Blockseminar
für Betriebsärzte und Arbeitsmediziner
4 Tage CRM Basisseminar und
2 Tage CRM Aufbauseminar AS 6 – Internationale Arbeitseinsätze
und Rückkehrermedizin
20. – 25.04.2015
07. – 12.09.2015
23. – 28.11.2015
München
Berlin
Düsseldorf
CRM Basis-Refresherseminar Online
2-tägig
• für Absolventen der CRM Basis- und
Aufbauseminare bzw. Inhaber des
„Fachzertifikats Reisemedizin (DFR)“
14./15.02.2015
09./10.05.2015
07./08.11.2015
14./15.11.2015
Berlin
Düsseldorf
Mannheim
München
CRM Workshop
Reisemedizin in der Praxis
13.12.2015
München
CRM Impfseminar
12.12.2015
München
Weitere Informationen, Preise und Anmeldung unter www.crm.de/fortbildung
Medizinisches Assistenzpersonal
CRM Basisseminar
CRM Intensivseminar
CRM Refresherseminar
2-tägig
• für Absolventen des CRM Basisseminars bzw. Interessenten mit
vergleichbaren reise- und tropenmedizinischen Kenntnissen
1-tägig
• für Teilnehmer/innen ohne oder
mit geringen Vorkenntnissen
21./22.03.2015
20./21.06.2015
24./25.10.2015
Düsseldorf
Berlin
München
• CRM Zertifikat „Reisemedizinische/r
Assistentin/Assistent“
16. – 20.11.2015
• für Absolventen des CRM Basisseminars und CRM Intensivseminars
14.11.2015
05.12.2015
München
Düsseldorf
Düsseldorf
Apothekenfachpersonal
CRM Basisseminar
CRM Refresherseminar
2-tägig
1-tägig
• CRM Zertifikat „Reise-GesundheitsBeratung in der Apotheke“
• für Absolventen des
CRM Basisseminars
13./14.03.2015
29./30.05.2015
19./20.06.2015
14./15.11.2015
Mannheim
Düsseldorf
Berlin
München
8 Module à 60 Minuten
• Aktualisierung des bereits
erworbenen Wissens
12.03.2015
20.03.2015
28.05.2015
19.06.2015
26.06.2015
04.09.2015
17.09.2015
14.11.2015
19.11.2015
20.11.2015
Mannheim
Hamburg
Düsseldorf
Berlin
München
Düsseldorf
Dresden
München
Erfurt
Mannheim
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Die Fortbildungen werden auf Basis unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen durchgeführt.
Diese können Sie im Internet unter www.crm.de in der Rubrik Fortbildungsangebote einsehen.
Bei Bedarf senden wir Ihnen die AGBs auch gerne per Fax zu.
Fortbildungsmanagement
Tel.: 0211 / 904 29-45
Fax: 0211 / 904 29-98
E-Mail: [email protected]
CRM Refresherseminar Online
Wann immer Sie möchten –
wo immer Sie möchten!
CRM Workshop
Reisemedizin in der Praxis
13.12.2015
München
CRM Impfseminar
12.12.2015
München
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Madagaskar
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera wurde in letzter Zeit nicht gemeldet, größere Ausbrüche
wurden nicht bekannt. Hygiene weiterhin beachten.
Polio: Zwischen April und Mai dieses Jahres sind 9 Fälle von Vakzineabgeleitetem Poliovirus Typ 1 (cVDPV1) registriert worden. Alle
stehen im Zusammenhang mit einer Infektion im September 2014.
Seit 1997 wurden keine Erkrankungen durch Wildviren beobachtet.
Impfschutz beachten.
Malawi
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
insbesondere während der Sommerregenzeit (Oktober–März) ist
mit lokalen Cholera-Ausbrüchen zu rechnen. Typhus wurde zuletzt
Anfang 2013 im Süden des Landes gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Cholera und Typhus) beachten.
Malaysia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen, auch Cholera,
landesweit. Hygiene beachten; ggf. Impfung.
Dengue: Seit Anfang Januar wurden landesweit bereits 98.285
Erkrankungen gemeldet, 253 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Selangor, Perak, Johor auf der
malaysischen Halbinsel. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich
die Zahlen im Vergleich zu 2013 mehr als verdoppelt. Es wurden
108.698 Fälle gemeldet, 215 Menschen sind verstorben. Die Arbo­
virose ist wie in ganz SO-Asien auch in Malaysia endemisch, vor allem
auf der Halbinsel. Da es hier keine terminierten Regenzeiten gibt, ist
ständig mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen, das nach stärkeren Regenperioden regional ansteigt. Schutz vor den vorwiegend
tagaktiven Überträgermücken beachten.
Typhus: Seit August gibt es einen Ausbruch mit mehr als 30 Erkrankten in Kuala Lumpur. Die Infektionsquelle konnte noch nicht gefunden werden. Die ersten Infektionen wurden bei Bauarbeitern im
Stadtteil Cheras registriert, inzwischen sind auch weitere Stadtteile
betroffen. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
beachten, ggf. ist eine Impfung zu erwägen.
Sicherheitshinweis: In Teilen Malaysias ist wegen Trockenheit,
Waldbränden und dem Abbrennen von Plantagen in der Region bis
voraussichtlich Mitte September 2015 mit erhöhter Luftverschmutzung zu rechnen. Dabei werden oft Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen überschritten. Ein Erdbeben
der Stärke 6,0 hat am 5. Juni 2015 den ost-malaysischen Bundesstaat Sabah erschüttert. 18 Personen, die sich zum Zeitpunkt des
Erd­bebens auf dem Mount Kinabalu aufhielten, kamen dabei ums
Leben. Aus Sicherheitsgründen ist der Aufstieg auf den Mount
Kinabalu seitdem gesperrt. Eine teilweise Öffnung bis zum letzten
Halt vor dem Gipfel „Laban Rata“ ist für September angekündigt,
aber noch nicht bestätigt. Aktuelle Informationen stehen auf der
Homepage der Sabah PARKS http://www.sabahparks.org.my/
(www.auswaertiges-amt.de).
Mali
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen, einschließlich
Cholera, landesweit. Sowohl 2009 als auch 2010 wurden je 3 PolioFälle gemeldet. 2011 gab es 7 Erkrankungen. Seitdem wurden keine
weiteren Fälle durch Wild-Polioviren mehr gemeldet. Ende Juli ist ein
Kleinkind aus dem Nachbarland Guinea in Bamako erkrankt. Anfang
September hat die WHO bestätigt, dass es sich um eine Infektion mit
Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) handelt. Hygiene
und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Gelbfieber: Insgesamt gab es in diesem Jahr 62 Verdachtsfälle, von
denen 4 bestätigt wurden. 4 Menschen sind verstorben. Die süd­
lichen Landesteile gehören zu den endemischen Gelbfiebergebieten,
in denen mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen ist. Impfschutz
beachten. Dieser ist bei Einreise der ohnedies vorgeschrieben.
© Centrum für Reisemedizin
Malaria: In den letzten Wochen haben die Malariafälle stark zugenommen. Betroffen ist auch der relativ trockene Norden des Landes.
In den nördlichen Regionen Timbuktu, Gao und Kidal wurden allein
innerhalb der Kalenderwochen 40 und 41 16.746 Erkrankungen
bestätigt, 22 Menschen sind verstorben. Ca. 20 % der Erkrankten
waren Kinder unter 5 Jahren. Landesweit wurden im selben Zeitraum ca. 62.100 Infektionen registriert. Es gab 62 Todesfälle. Für die
Regenzeit ungewöhnlich starke Regenfälle haben das Wachstum der
Mückenpopulation begünstigt. Mückenschutz und Chemoprophylaxe beachten.
Sicherheitshinweis: In der Nacht zum 7.3.2015 kam es in Bamako
zu einem Anschlag auf eine von Ausländern häufig besuchte Bar im
Stadtviertel Hippodrome. Dabei kamen mindestens 5 Menschen ums
Leben. Es ist nicht auszuschließen, dass es in Bamako zu weiteren
Anschlägen kommen kann. Das Auswärtige Amt bittet, die Reiseund Sicherheitshinweise sowie die aktuelle Medienberichterstattung
aufmerksam zu verfolgen und Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte unbedingt zu befolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Marshallinseln
Chikungunya: Die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Im September sind 3 Menschen erkrankt. Seit Februar dieses Jahres wurden 1.317 Verdachtsfälle gemeldet, 38 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt. 600 Erkrankungen wurden in der Hauptstadt
Majuro registriert. Die anderen Infektionen stammen von den Inseln
Ebeye, Aur und Maloelap. Es ist der erste Ausbruch in dem Inselstaat.
Mückenschutz beachten.
Martinique
Chikungunya: Ende Dezember 2013 wurden 3 autochthone Fälle
bestätigt, bis Ende Dezember 2014 ist ihre Zahl auf 1.515 gestiegen,
weitere 72.200 Verdachtsfälle wurden gemeldet. 83 Menschen sind
verstorben. Auch 4 deutsche Touristen sind erkrankt. Seit Mitte letzten Jahres geht die Zahl der Neuinfektionen kontinuierlich zurück.
Bis Ende Februar dieses Jahres wurden 320 Verdachtsfälle gemeldet.
Die Behörden haben die Epidemie Anfang Januar für beendet erklärt.
Eine Übertragung ist dennoch weiterhin möglich. Schutz vor überwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Mauretanien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche wurden in letzter Zeit nicht bekannt. Polio
wurde zuletzt Ende April 2010 gemeldet. Hygiene und Impfschutz
(Polio) weiterhin beachten.
Dengue: Presseberichten zufolge wurden Ende September täglich mehr als 300 Verdachtsfälle in einer Klinik in der Hauptstadt
Nouak­chot registriert. Bereits Anfang Juli wurden in der Hauptstadt
an der Küste und den angrenzenden Gebieten mehrere Verdachtsfälle gemeldet. Auch im Dezember vergangenen Jahres sind etwa
700 Menschen erkrankt, es gab 3 Todesfälle. Die Behörden haben
Maßnahmen zur Mückenbekämpfung eingeleitet. Mückenschutz
beachten.
Rift Valley-Fieber: Seit September sind 4 Menschen verstorben,
6 haben sich bereits von der Krankheit wieder erholt. Presseberichten zufolge werden ca. 16 weitere Verdachtsfälle in einer Klinik in
der Hauptstadt Nouakchot beobachtet. Das zu den Bunyaviridae
gehörende Phlebovirus ist in Mauretanien endemisch. Die hoch­
fieberhafte Erkrankung wird überwiegend von Mücken der Gattung
Aedes übertragen. Meist sind Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele)
betroffen, die Krankheit kann jedoch auch auf Menschen übertragen
werden. Dies kann unabhängig von Mückenstichen auch durch Milch
und Fleisch infizierter Tiere geschehen. Die Erreger können durch
Erhitzen bzw. Braten abgetötet werden. Nahrungsmittelhygiene und
Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen
nach Mauretanien wird abgeraten. Vor Reisen in das Grenzgebiet
16
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
zu Algerien und Mali wird ausdrücklich gewarnt. Mit weiteren
terroris­tischen Anschlägen – auch gegen Ausländer – muss in
Nouakchott und im ganzen Land gerechnet werden. Es besteht
ein hohes Entführungsrisiko, insbesondere bei Reisen in der Nacht
(www.auswaertiges-amt.de).
vinz Tak. Mindestens 200 Menschen sind erkrankt, es gab 11 Todesfälle. Autochthone Fälle von Polio durch Wildvirus Typ 1 wurden
2007 gemeldet, die meisten aus der Rakhine-Provinz im westlichen
Grenzgebiet zu Bangladesh. Es handelte sich um den ersten Wiederauftritt der Polio in Myanmar seit 2000. Hygiene und Impfschutz
(Polio) beachten.
Mexiko
Dengue: In der Stadt Monywa (Sagaing Division) sind in diesem Jahr
150 Kinder verstorben. Insgesamt sind 1.650 Menschen erkrankt,
etwa 4 mal so viele wie im vergangenen Jahr. Zahlreiche Infektionen
verliefen als Dengue hämorrhagisches Fieber. In der Irawadi-Division
wurden in diesem Jahr 3.397 Erkrankungen inkl. 11 Todesfällen
regis­triert. Im Mon-Staat im Süden des Landes sind seit Januar 2.887
Menschen erkrankt, 3 Menschen sind verstorben. In Yangon sind
bis Anfang Juli 1.935 Fälle aufgetreten, 13 Menschen sind verstorben. Landesweit wurden in diesem Jahr mehr als 16.400 Infektionen
gemeldet, mindestens 60 Menschen sind verstorben. Im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum haben sich die Fallzahlen verdoppelt. Infolge
von Unwettern mit Überschwemmungen seit Anfang Juli wird besonders im Rakhaing-Staat (W) und auch in den Regionen am Golf von
Bengalen eine weitere Zunahme der Erkrankungen befürchtet.
Aufgrund von Klimaveränderungen und der stetigen Zunahme der
Bevölkerung in den Städten wird die Infektion inzwischen ganzjährig
beobachtet. Schwerpunkt der Übertragung ist weiterhin die Regenzeit von Juni bis September. Mückenschutz beachten.
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Aufgrund von Mängeln im Abwassersystem sowie bei der Trink­
wasserversorgung kommt es regelmäßig zu Hepatitis A-Ausbrüchen, betroffen sind vor allem Kinder. Seit 2013 kam es vereinzelt auch zu Cholera-Ausbrüchen. Hygiene und Impfschutz
beachten.
Chikungunya: Im Juni 2014 wurde der erste importierte Fall bestätigt. Ein Mann ist nach seiner Rückkehr aus Antigua und Barbuda
erkrankt. Bis Ende April wurden insgesamt 24 importierte Fälle registriert, seitdem wurden keine weiteren Fälle gemeldet. Mitte November 2014 wurde die erste autochthone Infektion im Bundesstaat
Chiapas (SO) gemeldet. Offiziell wurden in diesem Jahr bis KW 41
landesweit 8.303 Fälle verzeichnet. Am stärksten betroffen sind
die Bundesstaaten Guerrero, Michoacan und Oaxaca an der Pazifikküste. Insgesamt wurden 20 Infektionen importiert. Mückenschutz
beachten­.
Dengue: In den ersten 38 Wochen dieses Jahres wurden 139.966
Verdachtsfälle registriert, 14.935 konnten labortechnisch bestätigt
werden. 2.870 Erkrankungen verliefen schwer. 19 Menschen sind
verstorben. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 124.943 Verdachtsfälle gemeldet, 32.100 konnten labortechnisch bestätigt werden. Es kam zu 39 Todesfällen. Schutz vor überwiegend tagaktiven
Stechmücken beachten.
Sicherheitshinweis: Aufgrund von teilweise gewaltsamen Massenprotesten und Ausschreitungen wird von Reisen in den Bundesstaat
Guerrero – mit Ausnahme von Flugreisen nach Ixtapa-Zihuatanejo und
Acapulco – aktuell dringend abgeraten (www.auswaertiges-amt.de).
Montserrat
Chikungunya: Im Oktober 2014 wurden die ersten autochthonen Infektionen registriert. 14 Erkrankungen wurden bestätigt.
Bis Mitte März ist die Zahl der Verdachtsfälle auf 118 gestiegen.
Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Mosambik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Während der Regenzeit kommt es immer wieder zu lokal begrenzten Cholera-Ausbrüchen. Infolge starker Unwetter mit Überschwemmungen ist es im Norden des Landes seit Januar zu mehreren Ausbrüchen gekommen. Landesweit wurden 8.835 Infektionen gemeldet, 65 Menschen sind verstorben. Begonnen hat der Ausbruch in
den Provinzen Nampula, Niassa, Tete und Zambezia. Ende März
wurden auch aus der angrenzenden Provinz Sofala (Z) 260 Erkrankungen gemeldet. Anfang April sind in der Provinzhauptstadt Pemba
(Provinz Cabo Delgado, N) 38 Menschen erkrankt. Hygiene beachten, Risikoreisende sollten geimpft werden.
Gelbfieber-Impfung: Eine Impfung ist für alle Reisenden aus Infek­
tionsgebieten ab dem 1. Lebensjahr vorgeschrieben. Auch bei der
Einreise aus gelbfieberfreien Ländern kann es in Einzelfällen entgegen der landeseigenen Bestimmungen zu Kontrollen kommen.
Verfügt der Reisende nicht über den Impfschutz, wird eine kostenpflichtige Zwangsimpfung vor Ort durchgeführt.
Myanmar
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist zu rechnen. Seit Mai dieses
Jahres gibt es einen Ausbruch an der Grenze zur thailändischen Pro© Centrum für Reisemedizin
Sicherheitshinweis: Im gesamten Land muss mit Starkniederschlag,
Hochwasser und gelegentlichen (u. U. auch längeren) Unterbrechungen von Verkehrswegen gerechnet werden. Die Überschwemmungen im Westen Myanmars sind weitgehend in entfernt gelegenen
und schwer zugänglichen Gebieten. In den westlichen Unionsstaaten (Rakhine, Chin, Sagaing, Magway) wurde der Katastrophenfall
ausgerufen. Hier muss mit erheblichen Einschränkungen der Reise­
möglichkeiten gerechnet werden. Touristengebiete (Ngapali, Mandalay, Inle-See, Bagan, Bago, Ngwe Saung) sind nicht betroffen. Die
dorthin führenden Straßen und die Zielflughäfen sind frei. Reisenden
wird geraten, die Überschwemmungsgebiete zu meiden und die
lokale Berichterstattung zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Namibia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Insbesondere im Norden kann es während und nach der Regenzeit
(Oktober–März) zu lokalen Cholera-Ausbrüchen kommen. Namibia
war 1990 eines der ersten afrikanischen Länder, das frei von Poliomyelitis war. Durch Wiedereinschleppungen von Wildvirus Typ 1
aus dem benachbarten Angola kam es 1993 und 2006 zu regionalen Ausbrüchen, die nach flächendeckenden Impfkampagnen rasch
unter Kontrolle waren. Seit 2007 wurden keine weiteren Erkrankungsfälle gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio, evtl. Cholera)
bei Reisen beachten.
Nepal
Darminfektionen: Infolge des Erdbebens Ende April dieses Jahres steigt das Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit stark
an, auch mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist zu rechnen. Anfang
August wurden in der Hauptstadt Kathmandu die ersten 20 CholeraInfektionen seit dem Erdbeben Ende April bestätigt. Die Stadt galt
bisher nicht als Hochrisikogebiet, im vergangenen Jahr wurden nur
16 Erkrankungen gemeldet. Typhus gilt im Land als endemisch. Etwa
1 Woche nach der Katastrophe wurde die erste Hepatitis-Infektion
registriert. Seit 2010 sind keine Polio-Erkrankungen gemeldet worden. Seit dem 18. September 2014 wird in Nepal zusätzlich zu der
bereits verwendeten OPV-Vakzine der IPV-Impfstoff eingesetzt, um
das Land dauerhaft poliofrei zu halten. Hygiene beachten, Polio-,
evtl. Typhus- und Cholera-Impfung.
Dengue: Im Distrikt Chitwan wurden in diesem Jahr 119 Infektionen
bestätigt, es gab ca. 1.700 Verdachtsfälle. Eine weitere Zunahme
während der Regenzeit wird befürchtet. Maßnahmen zur Vektor­
bekämpfung wurden eingeleitet. Mückenschutz beachten.
17
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Hepatitis: Infolge des Erdbebens vom Ende April dieses Jahres und
aufgrund des Monsuns steigt das Risiko für Ausbrüche von Hepatitis A und E. Beide Erkrankungen sind in Nepal endemisch. Bereits
etwa eine Woche nach der Katastrophe wurde die erste HepatitisInfektion registriert. Nähere Angaben zum Erreger wurden nicht
bekannt. Zuletzt gab es 2014 einen großen Ausbruch von Hepatitis E, mindestens 10.000 Menschen waren erkrankt. Experten
befürchten, dass mehr als 500 Schwangere in den vom Erdbeben
betroffenen Gebieten an den Folgen einer Hepatitis E-Infektion sterben könnten. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene sorgfältig beachten. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist dringend zu empfehlen.
Dezember 2014 wurden 66 autochthone Fälle aus Aruba gemeldet,
es gab 417 Verdachtsfälle, 12 Infektionen wurden importiert. Bis
Mitte Juli dieses Jahres wurden 967 autochthone Infektionen beobachtet. Im Juni 2014 wurde eine Erkrankung auf die Insel Bonaire
importiert. Seitdem wurden ca. 100 weitere Infektionen bestätigt.
Seit Ende August letzten Jahres wurden 835 autochthone Erkrankungen und mehr als 20.000 Verdachtsfälle auf Curacao registriert,
7 Infektionen wurden importiert. Expositionsprophylaxe gegen die
vorwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Japanische Enzephalitis: Ein 6-Jähriger ist im Kanchanpur Distrikt im
äußersten Westen des Landes an Japanischer Enzephalitis verstorben. Mückenschutz beachten.
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Auch Cholera-Erkrankungen kommen landesweit vor. Polio, auf
gleichem Wege übertragen, wurde zuletzt 2012 gemeldet. Hygiene
und Impfschutz (Polio) beachten.
Sicherheitshinweis: Nepal ist seit dem Erdbeben der Stärke 7,8 vom
25. April 2015 wiederholt von zum Teil heftigen Nachbeben erschüttert worden. Am 12. Mai ereignete sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 7,4. Von nicht notwendigen Reisen in die von den
Erdbeben am schwersten betroffenen Distrikte wird weiterhin abgeraten: Humla, Mugu, Dolpa, Mustang, Manang, Lamjung Gorkha
(inkl. Manaslu-Trekkingregion), Dhading, Rasuwa (inkl. Langtang),
Nuwakot, Sindhupalchok, Kavrepalanchok, Dolakha, Ramechhap,
Okhaldhunga, Solukhumbu (inkl. Everst Base Camp und Trekking­
routen in der Everest-Region) sowie Sankhuwasabha and Taplejung. Der Zugang zu den unmittelbar von den Beben betroffenen
Gebieten Langtang, Manaslu und der Everest-Region ist gar nicht
oder nur unter erheblichen Schwierigkeiten möglich. Auch in nicht
direkt von den Erdstößen betroffenen Gebieten, wie unter anderem
der Annapurna-Region, ist weiterhin mit Landrutschen zu rechnen
(www.auswaertiges-amt.de).
Nicaragua
Chikungunya: Seit Januar dieses Jahres wurden 4.545 Infektionen
bestätigt. Im August wurde der erste Todesfall gemeldet, ein Kleinkind ist verstorben. Seit dem ersten Auftreten Anfang Juli 2014 wurden bis Ende vergangenen Jahres ca. 3.500 Fälle registriert, mindestens 40 wurden importiert. Ende September 2014 wurde die erste
autochthone Infektion bestätigt. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Ende August wurden 721 Infektionen labortechnisch
bestätigt, es gab 26.386 Verdachtsfälle. 8 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen sind die Departamentos Managua (W),
Nueva Segovia (N), Matagalpa (Z), Chinandega (NW), Esteli (NW)
und das autonome Gebiet Caribe Sur (SO). Im vergangenen Jahr wurden 35.425 Verdachtsfälle registriert, 1.930 Erkrankungen wurden
bestätigt. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Sicherheitshinweis: In Folge der beginnenden Regenzeit mit sintflutartigen Regenfällen kam es in den letzten Tagen in der Hauptstadt Managua, aber auch in vielen Landesteilen zu Erdrutschen und
Überschwemmungen mit vereinzelten Todesfällen. Normale Straßen
können sich in kurzer Zeit in reißende Bäche verwandeln. Die Regenzeit dauert in der Regel bis September an. Aufgrund neuer Vorfälle
in der jüngsten Vergangenheit wird nochmals darauf hingewiesen,
dass darauf verzichtet werden sollte, Taxis am Straßenrand heranzu­
winken (www.auswaertiges-amt.de).
Niederländische Antillen
Chikungunya: Anfang Dezember 2013 hat die WHO erstmals
2 autoch­thone Fälle in der Karibik bestätigt. Die beiden Infektionen
stammten aus dem französischen Teil der Insel St. Martin. Bis Ende
letzten Jahres ist die Zahl auf 793 Erkrankungen angestiegen, es gibt
4.830 Verdachtsfälle. 3 Menschen sind verstorben. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Bis Ende April dieses Jahres wurden 600 Verdachtsfälle gemeldet. Auch im niederländischen Teil der Insel sind letztes
Jahr 470 Menschen erkrankt. Auf der zu Frankreich gehörenden
Nachbarinsel Saint-Barthélemy wurden bis Ende 2014 142 Erkrankungen und weitere 1.393 Verdachtsfälle gemeldet. In diesem Jahr
waren es nur 317 Verdachtsfälle. Zwischen Anfang Februar und Ende
© Centrum für Reisemedizin
Niger
Sicherheitshinweis: Seit Anfang Februar greift die islamistische
Terrororganisation Boko Haram auch Ziele im Südosten Nigers
(Region Diffa) an. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass die Gruppe
auch in anderen Städten des Landes terroristische Attentate plant.
Es wird daher auch in Niamey zu besonderer Vorsicht aufgerufen
(www.auswaertiges-amt.de).
Nigeria
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche kommen landesweit vor, besonders während
der Regenzeit von April bis Oktober. Seit Anfang des Jahres wurden
aus verschiedenen Bundesstaaten 3.876 Infektionen mit 159 Todesfällen gemeldet. Das Gesundheitsministerium verzeichnete in 2014
35.996 Erkrankungen, 755 Menschen sind verstorben. Hygiene
beachten, Impfung ist zu empfehlen.
Lassa-Fieber: Auch in diesem Jahr werden wieder Lassa-Infektionen
gemeldet. Die Fallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Bis Anfang Oktober sind es 227 Erkrankte und 6 Todesfälle. Die
Fälle verteilen sich über mehrere Staaten, am stärksten betroffen ist
Edo (SW). Lassa ist endemisch im Land und verbreitet sich v. a. über
Nager. Im letzten Jahr gab es 989 Erkrankungen und 36 Todesfälle,
in 2013 1.195 Erkrankungen und 39 Todesfälle.
Masern: In der Stadt Malam Madori im Norden des Bundesstaates
Jigawa (N) sind seit Juli mindestens 110 Kinder erkrankt. Landesweit
sind in diesem Jahr 20.005 Kinder erkrankt, 7.540 Infektionen konnten bestätigt werden. Es gab 97 Todesfälle. Am stärksten betroffen
ist der Bundesstaat Katsina im Norden des Landes. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 14.616 Verdachtsfälle. Impfschutz
beachten.
Poliomyelitis: Mittels intensiver Impfkampagnen konnte die Zahl
der Neuinfektionen gesenkt werden, die letzte Erkrankung wurde
im Juli 2014 registriert. Ende September 2015 hat die WHO das
Land deshalb von der Liste der Endemiegebiete gestrichen. Im
ersten Halbjahr 2014 wurden 6 Fälle registriert. 2013 sind 53 Menschen erkrankt, davon stammen allein 10 aus dem Bundesstaat
Borno (NO). 2012 wurden 122 Fälle registriert. Fälle von Vakzineabgeleitetem Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) kommen immer wieder vor.
In diesem Jahr wurde nur ein Fall beobachtet, 2014 waren es 17.
Hygiene beachten, Impfung ist zu empfehlen. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, hat die WHO Anfang Mai 2014 (wiederholt
im Mai 2015) die Regierung des Landes aufgefordert allen Reisenden
(Einheimischen und Touristen), die sich länger als 4 Wochen im Land
aufgehalten haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu
empfehlen. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr
vor der Abreise erfolgen und in einem international gültigen Impf­
ausweis dokumentiert sein.
Vogelgrippe: Erstmals seit 2008 wurde Anfang Januar auf 2 Geflügel­
farmen und Geflügelmärkten in den Bundesstaaten Kano und Lagos
Influenza A(H5N1) registriert. Inzwischen hat sich die Erkrankung auf
mindestens 18 Bundesstaaten ausgedehnt, am stärksten betroffen
ist der Bundesstaat Plateau. Zuletzt wurden Ausbrüche im September und Oktober in den Bundesstaaten Rivers und Abia im Süden des
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Landes beobachtet. Insgesamt wurden mindestens 500 Ausbrüche
gezählt. Mehr als 1,4 Millionen Tiere wurden vorsorglich getötet.
Menschen sind bisher nicht erkrankt. Im Januar 2006 wurde die
Infektion erstmals in Nigeria nachgewiesen, danach kam es zu mehreren Ausbrüchen in verschiedenen Bundesstaaten. Im Januar 2007
verstarb eine junge Frau aus Lagos an der Tierseuche.
Touris­ten), die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben,
bei ihrer Ausreise eine gültige Impfung gegen Polio nachweisen können. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der
Abreise erfolgen und in einem international gültigen Impfausweis
dokumentiert sein. Diese Empfehlung wurde Anfang Mai 2015 von
der WHO wiederholt. Diese Maßnahme soll helfen eine weitere Verbreitung der Erkrankung zu verhindern.
Österreich
Sicherheitshinweis: Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz, NWFP), in die Stammesgebiete an der
Grenze zu Afghanistan (die sog. Federally Administered Tribal Areas,
FATA) und nach Belutschistan wird gewarnt. Landesweit besteht
eine Gefährdung durch politisch-religiös motivierte Gewalttaten
(www.auswaertiges-amt.de).
West Nile-Fieber: Anfang August wurde bei der Routineunter­
suchung im Rahmen einer Blutspende eine Infektion in Wien nachgewiesen. Im vergangenen Jahr gab es einen vergleichbaren Fall,
ebenfalls in Wien. Bis Mitte Oktober wurden 6 weitere Erkrankungen
registriert. Eine Infektion wurde in Wien erworben, bei den anderen
Fällen ist der Infektionsort noch unbekannt. Durch eine retrospektive Untersuchung im Jahr 2012 wurden die ersten 2 autochthonen
Erkrankungen für 2009 nachgewiesen. In 2010 wurde ebenfalls ein
Fall registriert. Mückenschutz beachten.
Pakistan
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Mit örtlichen Cholera-Ausbrüchen muss im ganzen Land gerechnet
werden. Hepatitis A und Typhus kommen vor. Hygiene und Impfschutz beachten.
Dengue: Im Bundesstaat Punjab (N) sind die Fallzahlen infolge von
Überschwemmungen seit Ende August stark gestiegen. In der Stadt
Rawalpindi wurden zwischen August und Mitte Oktober mehr als
1.620 Infektionen registriert, 2 Menschen sind verstorben. Weitere
Infektionen gab es in diesem Jahr in den Bundesstaaten Belutschistan
(O) und Sindh (S). Mückenschutz beachten.
Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber (CCHF): Mitte Oktober
wurden 2 Todesfälle in Karachi (Provinz Sindh, S) bestätigt, es gibt
einen weiteren Verdachtsfall. Damit ist die Zahl der bestätigten
Infektionen in der Stadt in diesem Jahr auf 6 gestiegen, die ersten
4 Patienten wurden erfolgreich behandelt. Zur gleichen Zeit wurden
aus der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (NW) 25 Infektionen gemeldet,
11 der Erkrankten sind verstorben. Die meisten Betroffenen kamen
aus dem benachbarten Afghanistan. Anfang Oktober sind 11 Menschen in einer Klinik in der Stadt Quetta (Belutschistan) erkrankt,
4 von ihnen sind verstorben. Alle hatten im Rahmen des islamischen
Opfer­festes Kontakt zu Tieren. Bereits im September sind ein Mann
und ein 7-jähriger Junge aus Belutschistan verstorben. Wenige
Tage zuvor wurde die Erkrankung auch bei 2 Personen in Peshawar
diagnos­tiziert. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 17 Todesfälle registriert. CCHF ist vor allem im N und W des Landes sowie im
benachbarten Afghanistan endemisch. Die Übertragung des zu den
Bunyaviridae gehörenden Erregers erfolgt gewöhnlich durch Zecken,
gelegentlich aber auch von Mensch zu Mensch, z. B. nosokomial oder
interfamiliär. Expositionsprophylaxe (z. B. Repellentien, bedeckende
Kleidung) und frühzeitige Zeckenentfernung sind empfehlenswert.
Kontakt mit Kranken meiden.
Poliomyelitis: Anfang Oktober wurde der jeweils erste Fall für dieses Jahr in der Provinz Punjab (O) und in der Stadt Karachi (Provinz
Sindh, S) gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl für dieses Jahr auf
38 gestiegen. Die meisten Infektionen stammen aus dem Norden
des Landes. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind im
vergangenen Jahr landesweit 306 Personen an Polio erkrankt. Dies
sind die höchsten Fallzahlen seit 14 Jahren, im Jahr 2000 wurden
199 Infektionen registriert. Seit Ende Dezember 2012 werden immer
wieder Angriffe auf die Impfteams gemeldet, mehr als 60 Helfer
und Polizisten aus dem Begleitschutz starben allein in 2014. Auch
in diesem Jahr wurden bereits mehrere Anschläge registriert. Pakistan ist eines der wenigen Länder, in dem Poliomyelitis weiterhin
endemisch ist. Hygiene und Impfschutz beachten. Entgegen den
offiziellen Bestimmungen wird bei der Einreise beruflich Reisender
der Nachweis eines Arztes über einen bestehenden Polioschutz verlangt. Entsprechend einer Aufforderung der WHO vom Mai 2014 soll
die Regierung sicherstellen, dass alle Reisenden (Einheimische und
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Palästinensische Gebiete
Vogelgrippe: Im Oktober wurde erneut das Virus im Gazastreifen
nachgewiesen. Bereits im Juni und August wurden Ausbrüche mit
mehreren Tausend betroffenen Tieren registriert. Im März und
Februar­gab es Ausbrüche im Westjordanland. Infektionen beim
Menschen wurden bisher nicht beobachtet.
West Nile-Fieber: Ende August wurde die erste Erkrankung für diese
Saison gemeldet. Die Infektion kommt in der Region sporadisch vor.
Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt zum nächsten
übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf
Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Bei Menschen
kommt es in 80 % der Fälle zu keinen Symptomen. In den anderen
Fällen treten grippeähnliche Symptome auf. Das Virus kann die BlutHirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis, Enzephalitis und
Lähmungen führen. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Die Sicherheitslage in Jerusalem und im
Westjordanland hat sich seit Mitte September verschärft. Anfang
Oktober kam es zu teils tödlichen Angriffen auf Israelis. Mehrere
Palästinenser wurden von israelischen Sicherheitskräften erschossen, zahlreiche verletzt. Trotz der 2014 nach der Militäroperation
„Protective Edge“ vereinbarten Waffenruhe, kam es in den letzten
Wochen vereinzelt zu Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Bei
Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen wird
daher zu erhöhter Vorsicht geraten. Vor und während der Reise
nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird geraten, sich
über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Internet­seiten
der Botschaft in Tel Aviv (www.tel-aviv.diplo.de) und des Vertretungsbüros Ramallah (www.ramallah.diplo.de) zu konsultieren
(www.auswaertiges-amt.de).
Panama
Chikungunya: Im Juni 2014 wurden die ersten 2 importierten Fälle
bestätigt, bis Ende letzten Jahres hat sich die Zahl auf 43 erhöht,
es gab 25 autochthone Infektionen. Seit Anfang 2015 wurden
39 Erkrankungen registriert, 22 gelten als autochthon. Es gab mehr
als 123 weitere Verdachtsfälle. Mückenschutz beachten.
Dengue: In den ersten 38 Wochen in diesem Jahr sind 1.640 Verdachtsfälle registriert worden. 801 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt. Ein Mensch ist verstorben. Im vergangenen Jahr wurden 5.276 Verdachtsfälle gemeldet, 9 Menschen sind verstorben.
2013 sind 3.067 Erkrankungen und 14 Todesfälle registriert worden.
Schutz vor den überwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Papua-Neuguinea
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
für Typhus vor allem im Hochland, wo der Erreger hochgradig endemisch ist. Seit 2009 treten landesweit Cholera-Fälle auf. Hygiene
beachten, Risikoreisende sollten geimpft (Typhus, Cholera) werden.
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Paraguay
Chikungunya: Im Oktober 2014 wurde die erste autochthone
Erkrankung bestätigt. 7 Fälle wurden importiert. Der Erste stammt
aus der Dominikanischen Republik und wurde bereits Anfang
Juli 2014 gemeldet. Seit Anfang dieses Jahres wurden 3.912 bestätigte Infektionen registriert. Die meisten Infektionen stammen
aus der Hauptstadt und ihrer Umgebung. Unzureichende Müll­
entsorgung begünstigt die Zunahme der Zahl an Überträgermücken.
Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte September wurden mehr als 46.000 Verdachtsfälle registriert, das sind bereits mehr als im gesamten Vorjahr.
12.325 Infektionen konnten bestätigt werden. 2014 sind 16.917 Verdachtsfälle gemeldet worden, 2.601 Infektionen konnten labortechnisch bestätigt werden, es gab 5 Todesfälle. Mit 144.500 Erkrankungen und 251 Todesfällen erlebte das Land 2013 den schwersten
Ausbruch seiner Geschichte. Schutz vor den überwiegend tagaktiven
Mücken beachten.
Sicherheitshinweis: Die Provinzen San Pedro und Concepción
gelten weiterhin als Operationsgebiet der paraguayischen GuerillaOrganisation EPP (Ejercito Popular Paraguayo), die in letzter Zeit
erneut mit Erpressungen und Anschlägen in Erscheinung getreten
ist. Nicht unbedingt notwendige Reisen in diese Gebiete sollten deshalb unterbleiben (www.auswaertiges-amt.de).
Peru
Chikungunya: Seit Ende Juni 2014 hat das Gesundheitsministerium
66 importierte Erkrankungen bestätigt, 55 davon in diesem Jahr.
Anfang Juni dieses Jahres wurde die erste autochthone Infektion
gemeldet. Ein 12-jähriges Kind ist in Zarumilla (Region Tumbes, N)
erkrankt. Inzwischen ist die Zahl auf 68 gestiegen, es gibt weitere
Verdachtsfälle. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte September dieses Jahres sind 36.621 Infektionen
und 50 Todesfälle registriert worden. Die Gesamtzahl des Vorjahres
(ca. 19.000) wurde damit bereits übertroffen. 16 der 25 Regionen
sind betroffen. Die Mehrzahl der Fälle stammt aus den Regionen
Tumbes (N) und Piura (N). Vorangegangene Regenfälle haben den
Anstieg der Infektionen in dem Gebiet Piura begünstigt. Schutz vor
tagaktiven Überträgermücken beachten.
Gelbfieber: Bis Anfang Oktober dieses Jahres wurden 14 Erkrankungen gemeldet, die meisten davon bereits in der ersten Jahreshälfte.
4 der Betroffenen sind verstorben. Betroffen sind die Departements
Cusco; Huanuco; Junin; Loreto; Puno; Madre de Dios und San Martin.
Alle Infektionen gehen auf den sogenannten sylvatischen Kreislauf
zurück. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 17 Fälle gemeldet,
2013 waren es 37. In den Amazonas-Regionen östlich der Anden
muss mit einem Infektionsrisiko gerechnet werden. Impfschutz bei
Reisen in die endemischen Gebiete dringend empfohlen.
Milzbrand: In der Provinz Morropón (NW) sind 54 Menschen
erkrankt, darunter sind auch mehrere Kinder. Die Behörden haben in
den betroffenen Gebieten die Impfkampagnen für Rinder verstärkt.
In weiten Teilen des Landes ist die Zoonose vor allem bei Schafen,
Rindern und Ziegen verbreitet. Menschliche Erkrankungen treten
auf nach direktem Kontakt mit Bacillus anthracis entweder über die
Haut, über das Einatmen der Sporen oder über die Aufnahme von
infektiösen Tierprodukten über die Nahrung. Eine Übertragung von
Mensch zu Mensch kommt praktisch nicht vor. Kontakt zu toten
oder erkrankten Tieren vermeiden, gute Nahrungsmittelhygiene
beachten.
Philippinen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Ausbrüche von Cholera kommen sporadisch vor. Typhus ist auf
den Philippinen endemisch und führt immer wieder zu sporadischen Erkrankungen oder örtlichen Ausbrüchen. Hygiene beachten,
ggf. Typhus- und Cholera-Impfung erwägen.
Coronavirus: Ende September ist ein Mann aus Saudi-Arabien während seines Urlaubs auf den Philippinen vermutlich an einer Infektion
mit (MERS-CoV) verstorben. Die Behörden haben erst von dem Fall
erfahren, nachdem bereits die Einbalsamierung für die Beerdigung
erfolgt war. Eine Bestätigung der Diagnose kann somit nicht mehr
erfolgen. Inzwischen wurden 101 Kontaktpersonen identifiziert,
15 von ihnen stehen unter Quarantäne. Es ist der dritte Fall im Land.
Dengue: Bis Mitte September wurden landesweit 92.807 Infektionen
registriert, mindestens 233 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen sind die Regionen Calabarzon, Central Luzon, Metro
Manila und Northern Mindanao. In der Region North Cotabato (Insel
Mindanao) haben sich die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr mehr
als verdoppelt. In der Provinz Pampanga (Central Luzon) haben die
Erkrankungen im Vergleich zu 2014 um 80 % zugenommen. Im
August und September haben insgesamt 9 Städte in der Region
Cordillera­Dengue-Ausbrüche gemeldet. In dieser Region hat sich
die Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr um 180 % erhöht. Schutz vor
den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Anfang Oktober dieses
Jahres sind landesweit 1.867 Kinder erkrankt. Damit haben sich
die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Am stärksten
betroffen sind zwei Regionen auf der Insel Luzon, Cagayan Valley im
Norden und Calabarzon im Süden. An der Infektion erkranken in der
Regel junge Kinder. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch,
Symptome sind hohes Fieber und Bläschenbildung an den Händen,
Füßen und der Mundschleimhaut. In SO-Asien kommt es regelmäßig
zu Epidemien. Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Reisende
sollten auf besonders gute persönliche Hygienemaßnahmen achten.
Japanische Enzephalitis: In 3 nördlichen Provinzen der Insel Luzon
(Cordillera Administrative Region) sind Anfang Oktober 7 Menschen
erkrankt. Seit 2011 wurden auf Luzon mehrere kleinere Ausbrüche
gemeldet, betroffen waren die Provinzen Nueya Ecija, Tarlac und die
Region Metro Manila. Landesweit wurden nur vereinzelte Infektionen
in überwiegend ländlichen Gebieten beobachtet. Mückenschutz
beachten. Bei Reisen in die betroffenen Gebiete kann eine Impfung
ggf. sinnvoll sein.
Tollwut: Tollwut kommt landesweit vor. Jährlich sterben etwa 200
bis 300 Menschen, 124 sind es bereits bis August dieses Jahres. In der
Provinz Negros Occidental, im Norden der Insel Negros, sind im Juli
3 Kinder an Tollwut verstorben. Das Tollwutrisiko sollte immer
Bestandteil reisemedizinischer Beratung sein. Eine prophylaktische
Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten dringend zu empfehlen.
Portugal
West Nile-Fieber: Ende August wurde in der Region Algarve im
Süden des Landes erstmals seit 2004 eine Infektion beim Menschen
bestätigt. Damals waren 2 irische Touristen erkrankt. Im Jahr 2010
gab es einen unbestätigten Verdachtsfall, außerdem wurde die erste
Infektion bei einem Pferd nachgewiesen. Das Tier war IgG und IgM
positiv und wurde daraufhin getötet. Das Virus verursacht eine Enzephalitis bei Pferden und Menschen. Mückenschutz beachten.
Puerto Rico
Chikungunya: Aus der Hauptstadt San Juan wurde Ende Mai 2014
der erste Fall gemeldet. Bis Ende letzten Jahres wurden landesweit
4.478 Erkrankungen bestätigt, 24 Menschen sind verstorben. Es gab
34.724 Verdachtsfälle. Bis Ende September dieses Jahres wurden
160 autochthone Erkrankungen registriert, es gab weitere 882 Verdachtsfälle. Ein Mensch ist verstorben. Besonders die Ostküste ist
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betroffen. Insgesamt wurden 31 Infektionen importiert. Mückenschutz beachten.
Rumänien
West Nile-Fieber: Aus dem Kreis Dolj in der Region Walachei (S)
wurde im August die erste neuroinvasive Erkrankung in diesem Jahr
in Europa gemeldet. Insgesamt sind bis Mitte Oktober 17 Infektionen
aufgetreten. Mückenschutz beachten.
Russland
Orale Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit;
weiterhin Risiko für Hepatitis A (meist über kontaminiertes Trinkwasser), Trichinellose (meist über unzureichend gegartes Wildschwein- und Bärenfleisch) sowie Botulismus (meist über hauseingemachte Lebensmittel, speziell Fischkonserven). Milzbrand kommt
sporadisch oder als Cluster sowohl in der intestinalen wie in der
kutanen Form vor. Hygiene beachten, Impfschutz gegen Hepatitis A
empfohlen.
Tollwut: Ende August ist im Distrikt Sobinsky (Oblast Wladimir)
nordöstlich von Moskau ein 6-jähriges Mädchen verstorben. Etwa
2 Monate zuvor war es von einem streunenden Hund gebissen
worden, es hat keine postexpositionelle Behandlung erhalten.
In diesem Distrikt wurden2015 11 Infektionen bei Tieren registriert, überwiegend bei Füchsen. Landesweit sind im vergangenen
Jahr 3 Menschen verstorben, 2013 waren es 6. Wildtiertollwut
(v. a. bei Marderhunden und Füchsen) kommt in ganz Russland
vor und gefährdet über Haustiere und streunende Hunde den
Menschen. Nach verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt
aufzu­suchen. Da eine adäquate postexpositionelle Versorgung in
länd­lichen Gebieten nicht immer gewährleistet ist, sollten Risikoreisende vorbeugend geimpft sein.
West Nile-Fieber: Seit Ende August dieses Jahres wurden 16 Fälle
aus 3 Oblasten registriert. Am stärksten betroffen ist Astrachan (S)
mit 6 Fällen. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt
zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann
aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen.
Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Reisen in den Nordkaukasus: Von Reisen nach
Inguschetien, Tschetschenien, Dagestan, Nordossetien und Kabardino-Balkarien wird dringend abgeraten (www.auswaertiges-amt.de).
Sambia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit;
Cholera ist endemisch während der Regenzeit (Oktober–März). In
mehreren Regionen des Landes werden immer wieder Typhus-Ausbrüche registriert. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.
Schlafkrankheit: Eine 59-jährige, kanadische Touristin ist nach
ihrer Rückkehr aus Sambia in Ottawa erkrankt. Im Juni hatte sie den
South Luangwa National Park und den Lower Zambezi National Park
besucht. In einem Krankenhaus in Lusaka wurden im Juli ebenfalls
2 Patienten behandelt, ein 10-jähriges Kind aus dem Distrikt Nyimba
(Eastern Province) und ein 2-jähriges Kind aus der Provinz Lusaka.
Das Kleinkind ist verstorben. Bereits im März wurde eine Infektion
aus dem Kafue National Park gemeldet. Die afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) ist in Sambia endemisch; insbesondere
bei Aufenthalten in den Nationalparks besteht Infektionsgefahr. Die
Fallzahlen sind in den letzten Jahren zurückgegangen, es werden
jährlich weniger als 100 Erkrankungen registriert. Schutz vor TsetseFliegen beachten.
Samoa, Amerikanisch-
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Typhus ist wie auf anderen Inseln des südlichen Pazifiks auch auf
Samoa endemisch und führt immer wieder zu Einzel- und Gruppen­
erkrankungen bei der dortigen Bevölkerung. Hygiene beachten,
ggf. Typhus-Impfung empfohlen.
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Chikungunya: Seit Anfang Juli 2014 wurden 2.556 Infektionen
gemeldet. 15 Menschen mussten stationär behandelt werden. Es
ist der erste Ausbruch auf der Insel. Die Zahl der Neuinfektionen
geht zurück. Nähere Informationen über den Ursprung der Infektion
liegen bisher nicht vor. Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit September geht die Zahl der Neuinfektionen zurück.
Seit Mai wurden 450 Fälle bestätigt, mindestens 143 Menschen
mussten in einer Klinik behandelt werden. Es gab 4 Todesfälle.
Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten.
Samoa, West
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Typhus ist wie auf anderen Inseln des südlichen Pazifiks auch auf
Samoa endemisch und führt immer wieder zu Einzel- und Gruppen­
erkrankungen bei der dortigen Bevölkerung. Hygiene beachten,
ggf. Typhus-Impfung empfohlen.
Chikungunya: Anfang August 2014 wurden die ersten Verdachtsfälle gemeldet. Seitdem sind 4.524 Erkrankungen registriert worden.
Die Behörden haben Kampagnen gestartet um Mückenbrutplätze zu
beseitigen. Seit Mitte Dezember 2014 geht die Zahl der Neuinfek­
tionen zurück. Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit Mitte Juni wurden 773 Infektionen registriert. Schutz
vor tagaktiven Überträgermücken beachten.
Saudi-Arabien
Coronavirus: 2012 ist ein neuartiges Coronavirus (MERS-CoV,
vormals hCoV-EMC) aufgetreten. Als Tierreservoir werden Dromedare vermutet. Nach 9 Tagen in Folge ohne Neuinfektion wurden
seit dem 10. Oktober 9 Erkrankungen registriert. Landesweit kam
es bis zum 19. Oktober zu 1.260 laborbestätigten Infektionen mit
539 Todesfällen. Zwischen Mitte Mai und Ende Juni wurden vermehrt Erkrankungen in der Stadt Hufof (O) registriert. Seit Anfang
August wird ein Cluster mit 178 Erkrankungen in der Hauptstadt
Riad beobachtet. 54 Menschen sind verstorben. Unter den Betroffenen sind auch immer wieder Klinikmitarbeiter und Pflegekräfte.
Bisher wurden keine Fälle registriert, die im Zusammenhang mit dem
Ende September zu Ende gegangenen Hajj stehen. Das European
Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) meldet weltweit
1.616 laborbestätigte Fälle, 624 Menschen sind verstorben. Die
meisten Infektionen stammen aus 6 Ländern auf oder in der Nähe
der Arabischen Halbinsel; betroffen sind die Vereinigten Arabischen
Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Kuwait, Jemen und Jordanien.
Es gab weitere Importe nach Algerien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Iran, Libanon, Malaysia, Marokko,
Niederlande, Österreich, Philippinen, Süd-Korea, Thailand, Tunesien,
Türkei und USA. Eine MERS-CoV-Infektion zeigt sich meist in Form
einer Pneumonie. Als häufigste Symptome wurden Fieber, Husten, Respirationsprobleme beobachtet. Laut einer internationalen
Studie ist das Virus weiter verbreitet als bisher angenommen. Ein
großer Teil der Infektionen scheint symptomlos zu verlaufen, mehr
als 40.000 Menschen sollen sich innerhalb der letzten 10 Jahre unbemerkt angesteckt haben. WHO-Experten sehen zum gegenwärtigen
Zeitpunkt keinen Grund, von Reisen in die betroffenen Gebiete abzuraten.
Einreisebestimmungen, Impfpflicht: Pilger benötigen auch außerhalb der Pilgerzeit (Hajj) für ein Umrah-Visum eine Impfung mit
einem tetravalenten Meningokokken-Impfstoff, die vom 10. Tag
nach der Applikation an für 3 Jahre gültig (und wirksam) ist. Eine
Impfung gegen saisonale Influenza kann gelegentlich (entgegen
der offiziellen Bestimmungen www.hajinformation.com) bei VisumAntrag verlangt werden, ebenso wie eine ärztliche Bescheinigung,
dass der Reisende gesund und frei von ansteckenden Krankheiten
ist. Aufgrund des Infektionsrisikos mit MERS-CoV wird allen Pilgern
zu sorgfältiger Hygiene geraten. Verboten ist weiterhin die private
Einfuhr von Nahrungsmitteln jeglicher Art. Unabhängig vom Hajj
müssen weiterhin alle Personen unter 15 Jahren, die aus Ländern
mit Polio-Vorkommen nach Saudi-Arabien einreisen, gegen Polio
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geimpft sein. Ein entsprechender Impfnachweis wird in der Regel
bereits beim Visumantrag verlangt. Die Bestimmung gilt auch für die
Wiedereinreise von Personen, die aus den o.g. Ländern nach SaudiArabien zurückkehren. Desgleichen ist der Nachweis einer Gelb­
fieberimpfung nach den internationalen Gesundheitsbestimmungen
für Einreisen aus endemischen Gebieten erforderlich.
Senegal
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Während es in den vorangegangenen Jahren jeweils größere Probleme mit Cholera gab, wurden seit 2008 keine Ausbrüche bekannt.
Die letzten 18 Polio-Fälle traten 2010 nach einer 10-jährigen Pause
auf. Hygiene und Impfstatus beachten.
Chikungunya: Das erste Mal seit 2010 sind in der Region Kédougou
Fälle von Chikungunya-Fieber aufgetreten. Von Ende August bis
Mitte September wurden 10 Infektionen bestätigt. Mückenschutz
beachten.
Serbien
West Nile-Fieber: Im August wurde im Distrikt Okrug Juzni
Banat (NO) der erste Fall für diese Saison registriert. Bis Anfang Oktober ist die Fallzahl landesweit auf 24 gestiegen. Die Infektion kommt
in Serbien sporadisch vor. Im vergangenen Jahr wurden 76 Erkrankungen registriert. Mückenschutz beachten.
Sierra Leone
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera ist im Land endemisch, Ausbrüche kommen immer wieder vor. Seit 2010 wurden keine Polio-Fälle gemeldet. Hygiene und
Impfschutz weiterhin beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Bis zum 13. Oktober wurden insgesamt 13.992 Erkrankungen (8.704 davon bestätigt) sowie 3.589
bestätigte Todesfälle gemeldet. Ende September wurden die letzten
beiden Patienten geheilt aus der Klinik entlassen. Neue Infektionen
wurden seitdem nicht bestätigt. Eine Infektion erfolgt entweder über
Fledermäuse (z. B. Besuch von Höhlen) oder Kontakt mit infizierten
und erkrankten Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise
beim Jagen oder Verzehren von ungenügend durchgebratenem
Fleisch). Das größte Risiko stellt der Kontakt zu Körperflüssigkeiten
(Blut, Urin, Stuhl) bei der Pflege von Patienten dar. Das Infektionsrisiko für (touristisch) Reisende ist gering. Das Auswärtige Amt rät
weiterhin von Reisen in die betroffenen Länder ab. Ausgenommen
davon ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie.
Simbabwe
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Seit Anfang des Jahres sind landesweit etwa 352.800 Menschen
erkrankt. Es gab 385 Todesfälle. Die meisten Fälle wurden in den
Provinzen Manicaland (O) und Mashonaland West (N) registriert.
Aufgrund mangelhaft funktionierender Abwassersysteme kommt
es landesweit weiterhin zu Cholera-Ausbrüchen. Hygiene und
ggf. Impfschutz beachten.
Malaria: Seit Anfang des Jahres wurden 200.000 Infektionen gemeldet, 360 Menschen sind verstorben. Die meisten Fälle wurden in
den Provinzen Mashonaland Central (N) and Manicaland (O) registriert. Landesweit wurden im vergangenen Jahr bis Anfang Dezember 496.495 Malariainfektionen und 667 Todesfälle registriert. Laut
WHO gab es 2013 422.633 bestätigte Malariafälle mit 352 Todes­
fällen. Reisende sollten Expositionsprophylaxe sorgfältig beachten, in
den meisten Landesteilen ist auch eine Chemoprophylaxe dringend
zu empfehlen.
Typhus: Typhus ist im Land endemisch. Seit Oktober 2011 kommt
es immer wieder zu Ausbrüchen, mehrere Tausend Menschen sind
erkrankt. Anfang Juli wurden in der Stadt Masvingo 9 Infektionen
registriert. Die Behörden warnen vor einer weiteren Verbreitung.
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Als Ursprung der Fälle werden nicht genehmigte Imbissstände in
der Stadt vermutet. Seit Anfang des Jahres wurden 301 Infektionen
bestätigt. Weitere 559 Verdachtsfälle wurden gemeldet. Besonders
betroffen ist weiterhin die Hauptstadt Harare (N). Schätzungsweise
die Hälfte der 12 Millionen Einwohner hat keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Hygiene sorgfältig
beachten. Risikoreisende sollten geimpft werden.
Singapur
Dengue: Das Virus ist im Stadtstaat endemisch. Da es dort keine terminierten Regenzeiten gibt, ist ganzjährig mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen, das nach stärkeren Regenperioden ansteigt. Seit
Anfang des Jahres wurden 7.854 Infektionen registriert, 2 Frauen sind
verstorben. Beim zweiten Todesfall handelt es sich um eine indische
Touristin. Ob die Infektion in Singapur oder bereits in ihrem Heimat­
land erworben wurde, ist nicht geklärt. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt weiterhin leicht unter dem Niveau der beiden Vorjahre.
2014 sind 18.338 Menschen erkrankt, 5 Menschen sind verstorben.
Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträger­mücken beachten.
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): In den ersten 39 Wochen
wurden 21.592 Infektionen registriert. Seit Mitte Mai geht die Zahl
der Neuinfektionen zurück und liegt seitdem etwa auf dem Niveau
des Vorjahres. Die in der Regel milde verlaufende Kinderkrankheit
ist im Stadtstaat endemisch, seit 1970 werden immer wieder Ausbrüche registriert. Die verursachenden Viren sind Enterovirus 71 und
Coxsackievirus A16. Die Übertragung erfolgt sowohl über Speichel,
Tröpfchen, Sekret aus Bläschen als auch fäkal-oral (auch indirekt
über Gegenstände). Reisende sollten besonders auf gute Hygiene
achten.
Somalia
Infektionskrankheiten: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Im gesamten Land gibt es immer wieder Ausbrüche von
Cholera. Besonders Kinder in Flüchtlingslagern sind gefährdet. Aufgrund schwerer Dürre und Krieg leben etwa ein Viertel aller Somalier
in provisorischen Unterkünften innerhalb oder Flüchtlingscamps
außerhalb des Landes unter sehr schlechten Bedingungen und ohne
Zugang zu sauberem Wasser. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von 5 Jahren ist im April 2013
erneut Wildvirus Typ 1 aufgetreten. Insgesamt sind 2013 194 Kinder
erkrankt. Im vergangenen Jahr wurden 5 Fälle registriert. Polio war
zuvor nach Reimport von Wildvirus Typ 1 im Juli 2005 in Zirkulation
gegangen. Trotz schwieriger Umstände gelang zunächst eine Eradikation im ganzen Land; die letzten Fälle datierten aus dem 1. Quartal 2007. Somalia galt von April 2008 bis April 2013 als poliofrei.
Hygiene und Impfschutz beachten. Um eine weitere Verbreitung zu
verhindern, hat die WHO Anfang Mai 2014 die Regierung des Landes
aufgefordert allen Reisenden (Einheimischen und Touristen), die sich
länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, vor ihrer Ausreise
eine Impfung gegen Polio zu empfehlen. Die Impfung soll zwischen
4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise erfolgen und in einem
international gültigen Impfausweis dokumentiert sein.
Sicherheitshinweis: Vor touristischen Reisen nach Somalia sowie
vor Reisen in die Gewässer vor Somalia wird dringend gewarnt. Auf
die aktuellen Reisewarnungen und Hinweise des Auswärtigen Amtes
wird verwiesen (www.auswaertiges-amt.de).
Sri Lanka
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
Cholera wurde seit längerer Zeit nicht mehr gemeldet. Im August
letzten Jahres waren vermehrt Typhus-Fälle in der Hauptstadt
Colombo aufgetreten. Hygiene beachten.
Dengue: Die Arbovirose ist in Sri Lanka endemisch. Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere während
und nach der Regenzeit. Ende Mai haben die Behörden in der West­
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
provinz Maßnahmen zur Bekämpfung der Überträgermücken durch­
geführt. Bis Mitte Oktober sind 21.793 Menschen erkrankt, mindestens 50 Menschen sind verstorben. Mit mehr als der Hälfte gemeldeten Fälle ist die Westprovinz mit der Hauptstadt Colombo weiterhin
am stärksten betroffen. Seit April wurden weniger Infektionen registriert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im vergangenen Jahr
wurden 47.502 Erkrankungen und mindestens 95 Todesfälle gemeldet. Am stärksten betroffen waren die Distrikte Colombo, Gampaha
und Ratnapura in der Westprovinz. Das Gesundheitsministerium
fordert die Bevölkerung zu verstärkten Maßnahmen zur Eliminierung
von Mückenbrutplätzen auf. Schutz vor den vorwiegend tagaktiven
Überträgermücken beachten.
Leptospirose: Nach starken Regenfällen mit Überschwemmungen
im Dezember letzten Jahres haben die Infektionen stark zugenommen. In diesem Jahr sind landesweit 2.883 Menschen erkrankt. Im
Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es ca. 1.850. Die Mehrzahl
der Fälle stammt aus Reisanbaugebieten. Leptospiren gelangen über
den Urin infizierter Säugetiere (Ratten, Hunde) in die Umwelt. Die
Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den direkten oder
indirekten Kontakt mit dem Urin über kleine Hautverletzungen oder
Schleimhäute. In einem feuchten Milieu (Wasser, Schlamm) können
die Leptospiren lange in der Umwelt überleben. Eine Aufklärung des
Reisenden über den percutanen Infektionsweg ist sinnvoll. Entsprechende Kontakte sind zu meiden.
St. Kitts & Nevis
Chikungunya: Auf der Insel St. Kitts ist im Februar 2014 ein Mann
an der mückenübertragenen Infektion erkrankt. Ob die Infektion
lokal oder während einer Reise erworben wurde, ist nicht bekannt.
Bis Ende letzten Jahres wurden 28 autochthone Fälle bestätigt, es
gibt 627 Verdachtsfälle. Seitdem wurden keine neuen Infektionen
bekannt. Anfang Juli vergangenen Jahres wurden 2 Erkrankungen auf
der Insel Nevis bestätigt. Auch hier gibt es keine Informationen zum
Infektionsort. Mückenschutz beachten.
St. Lucia
Chikungunya: Anfang April 2014 wurde die erste Erkrankung
bestätigt. Ob die Infektion lokal oder während einer Reise erworben
wurde, ist nicht bekannt. Inzwischen wurden 238 autochthone Infektionen bestätigt, weitere 645 Verdachtsfälle wurden registriert. In
diesem Jahr wurden noch keine Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
St. Vincent & Grenadinen
Chikungunya: Im April 2014 wurden die ersten 3 Erkrankungen auf
der nördlichen Grenadinen-Insel Bequia bestätigt. Landesweit wurden im vergangenen Jahr 173 Infektionen registriert, es gab 1.220
Verdachtsfälle. Auch ein deutscher Tourist ist betroffen. In diesem
Jahr wurden bis Mitte Mai nur 5 Verdachtsfälle gemeldet, von denen
2 bestätigt wurden. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen
beobachtet. Mückenschutz beachten.
Südafrika
Einreisebestimmungen: Im Juni dieses Jahres wurden die Einreisebestimmungen für Minderjährige erneut verschärft. Personen unter
18 Jahren müssen bei Ein- und Ausreise eine vollständige (englischsprachige) Geburtsurkunde vorweisen. Diese Regelung gilt auch für
Transitreisende, die den Transitbereich des Flughafens verlassen und
zur Weiterreise erneut einchecken müssen. Bei allein reisenden Kindern und Jugendlichen oder, wenn nur ein Elternteil mitreist, gelten
weitere Vorschriften. Eltern sollten sich vor der Reise bei der Botschaft (www.suedafrika.org) oder dem Department of Home Affairs
(www.dha.gov.za) erkundigen.
© Centrum für Reisemedizin
Sudan
Infektionen allgemein: Darminfektionen, vor allem Durchfallerkrankungen, sind weit verbreitet, auch mit Ruhr und Cholera
ist landesweit zu rechnen. Hohes Risiko für fast alle Formen der
Hepatitis (A, E und B). Tollwut ist weit verbreitet, Übertragung
vorwiegend durch Hunde. Meningokokken-Erkrankungen treten
saisonal in der Trockenzeit auf. Malaria nimmt nach Süden hin zu.
Kala-Azar (viszerale Leishmaniose) hat im Süd-Sudan weltweit die
höchsten Inzidenzen. Im Süden gibt es zudem Schlafkrankheit,
Rückfallfieber, Affenpocken sowie virale hämorrhagische Fieber:
Größere Ausbrüche von Gelbfieber wurden 2003, 2005 und 2012
verzeichnet. Das Gesundheitsministerium plant eine groß angelegte
Impfkampagne. Ausbrüche von Ebola-Fieber wurden 1976 und
2004 sowie Rift Valley-Fieber zum Jahreswechsel 2007/8 beobachtet. Hygiene und adäquaten Impfschutz beachten.
Malaria: Seit Beginn der Regenfälle Ende Juli sind in den Flüchtlingslagern in der Region Dafur die Fallzahlen gestiegen. Ende September
sind innerhalb einer Woche 21 Menschen in den Camps Jedda und
El Jebel verstorben. Mückenschutz und Chemoprophylaxe beachten.
Sicherheitshinweis: In Sudan kann es wegen der aktuellen politischen Lage auch weiterhin zu Spannungen und ggf. Störungen der
öffentlichen Ordnung kommen. Vor diesem Hintergrund rät das Auswärtige Amt, die politischen und sicherheitsrelevanten Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Es wird empfohlen, die Reise­planung
eng mit den deutschen oder sudanesischen Reiseveranstaltern und
Geschäftspartnern abzustimmen und die Deutsche Botschaft zu
informieren (www.auswaertiges-amt.de).
Südsudan, Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch Cholera kommt vor. Seit Anfang Juni wurden in Juba County
(Bundesstaat Central Equatoria, S) 1.619 bestätigte Infektionen
gemeldet. 45 Menschen sind verstorben. Im Kajo Keji County im
selben Bundesstaat wurden seit Ende September 57 Erkrankungen
und ein Todesfall registriert. Aus der Stadt Bor (Bundesstaat Jonglei,
W) und ihrer Umgebung wurden seit Anfang Juli 139 Erkrankungen
und ein Todesfall gemeldet. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, sind Impfkampagnen auch im angrenzenden Flüchtlingslager
geplant. Hygiene und Impfschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Im gesamten Land kommt es weiterhin zu
bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen
Truppen­teilen der südsudanesischen Armee und zwischen bewaffneten Kämpfern unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Auch die
Hauptstadt Dschuba ist betroffen. Vor Reisen nach Südsudan wird
dringend gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen vor Ort wird geraten, das Land zu verlassen. Die Deutsche Botschaft Dschuba ist bis
auf weiteres für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen. In
Notfällen wird gebeten, sich an das Krisenreaktionszentrum des Aus­
wärtigen Amtes zu wenden (www.auswaertiges-amt.de).
Suriname
Chikungunya: Im Juni 2014 wurde der erste importierte Fall bestätigt. Ein 45-jähriger Mann ist nach seiner Rückkehr von der Insel
St. Maarten erkrankt. Bis Ende Oktober wurden 1.210 autochthone
Erkrankungen gemeldet, insgesamt 14 wurden importiert. Ein
Mensch ist verstorben. In diesem Jahr wurden noch keine Infektionen
gemeldet. Mückenschutz beachten.
Syrien
Orale Infektionen: Im Februar dieses Jahres hat die WHO erneut
vor einem hohen Risiko für Krankheitsepidemien in Syrien und den
benachbarten Ländern (Jordanien, Libanon, Irak, Israel und Türkei)
gewarnt. Die Kombination aus hohen Temperaturen und schlechten
bzw. nicht existierenden Sanitäranlagen birgt eine große Gefahr für
eine exponentielle Zunahme von Infektionskrankheiten. Vor allem
Krankheiten ausgelöst durch kontaminiertes Trinkwasser, wie Hepa-
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
titis A, Typhus, Cholera und bakterielle Darminfektionen, seien
quasi unausweichlich. Die starke Zerstörung des syrischen Gesundheitssystems kommt erschwerend hinzu. Hygiene und Impfschutz
beachten.
ungewöhnlich heftige Niederschläge begünstigt. Bereits im Januar,
Februar­und April wurden lokale Ausbrüche registriert. Hygiene
beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von 14 Jahren sind zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 39 Kinder an Polio erkrankt. Mittels ausgedehnter Impfkampagnen konnte der Ausbruch gestoppt werden.
Seit einem Jahr wurden keine neuen Infektionen gemeldet. Im Mai
dieses Jahres hat die WHO Syrien von der Liste der Länder gestrichen,
von denen eine Gefahr der Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die sich länger als 4 Wochen im
Land aufgehalten haben, sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen
zu lassen, gilt nicht mehr. Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Thailand
Sicherheitshinweis: Vor Reisen nach Syrien wird weiterhin deutlich
gewarnt. Das Auswärtige Amt fordert nochmals mit Nachdruck alle
Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, zur Ausreise
aus Syrien auf. Es weist ausdrücklich darauf hin, dass die Deutsche
Botschaft in Damaskus geschlossen ist und im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten kann (www.auswaertiges-amt.de).
Tadschikistan
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
verbreitet auch für Hepatitis A und Typhus durch kontaminiertes
Trinkwasser aus unsicheren Versorgungssystemen. Betroffen sind
auch die Städte. Hygiene beachten, Impfschutz empfohlen.
Sicherheitshinweis: Wegen starker Schneeschmelze, heftiger
Regenfälle und den damit verbundenen Überflutungen und Erd­
rutschen ist der Zugang in einige bergige Regionen Tadschikistans
derzeit schwierig. Von Reisen in die betroffenen Regionen, insbesondere in den Autonomen Oblast Ghorno Badachshan (GBAO) und in
das Rascht-Tal, sollte daher abgesehen werden (www.auswaertigesamt.de).
Taiwan
Dengue: In der ersten Septemberwoche wurden bisher die meisten
Erkrankungen (4.036) innerhalb einer Meldewoche beobachtet. Bis
Mitte Oktober wurden landesweit 25.481 autochthone Infektionen
registriert. 108 Menschen sind verstorben, so viele wie nie zuvor.
261 Fälle wurden importiert. Ein Schwerpunkt liegt wieder im Süden
des Landes, besonders betroffen sind die benachbarten Städte
Tainan­und Kaohsiung. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern
wurden dort einige Märkte und Parks vorübergehend geschlossen.
Außerdem wurden von der Regierung überregionale Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Die Hauptübertragungszeit auf der Insel
sind in der Regel die Monate Juli und August. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Vogelgrippe: Anfang Oktober ist eine 62-jährige Frau nach ihrer
Rückkehr aus der Provinz Zhejiang (Festland) an Influenza A(H7N9)
erkrankt. Im März 2013 wurde in China erstmals ein Fall beim Menschen registriert. Ursprünglich waren ausschließlich der Osten und
Südosten des chinesischen Festlandes betroffen. Die meisten Fälle
traten in den Provinzen Guangdong und Zhejiang auf. Von dort
wurden bisher 4 Fälle nach Taiwan importiert. Inzwischen hat sich
die Infektion auch auf weitere chinesische Provinzen ausgeweitet.
Betroffen sind Fujian im Süden, Jiangsu, Jiangxi, Shandong im Osten
und die Region Xinjiang im Nordwesten Chinas.
Tansania
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Es
kommt regelmäßig zu örtlich begrenzten Cholera-Ausbrüchen, am
häufigsten während der Regenzeit zwischen Dezember und März.
Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende.
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
örtlich ist auch mit kleineren Cholera-Ausbrüchen zu rechnen.
Hygiene beachten.
Coronavirus: Anfang Oktober wurde in der Provinz Yala (S) ein Verdachtsfall gemeldet. Der 62-jährige Mann ist nach seiner Rückkehr
aus Saudi Arabien erkrankt. Es ist der zweite Verdachtsfall im Zusammenhang mit Wallfahrten anlässlich des Hajj Ende September. Zwei
Tage zuvor ist eine 59-Jährige erkrankt. Die endgültigen Diagnosen
stehen noch aus.
Dengue: Bis Anfang Oktober sind landesweit 80.951 Menschen
erkrankt, es gab mindestens 37 Todesfälle. Die Hauptübertragungszeit sind die Monate Juli und August. Die meisten Fälle wurden aus
den Provinzen Rayong (W), Trat (Z), Petchaburi (Z) und Krabi (S)
gemeldet. 2013 wurden die höchsten Fallzahlen innerhalb von
20 Jahren registriert. Landesweit wurden ca. 153.000 Fälle verzeichnet, davon mindestens 132 Todesfälle. Schutz vor den überwiegend
tagaktiven Stechmücken beachten!
Quallen: Anfang Oktober ist eine ein junge, deutsche Touristin
durch den Kontakt zu einer Würfelqualle verstorben, eine weitere
Frau wurde leicht verletzt. Es ist der zweite Todesfall in diesem Jahr.
Im vergangenen Jahr ist ein 5-jähriger Franzose an den Folgen des
Nesselgiftes verstorben. Neben ausgeprägten Schmerzen kann es zu
kardiopulmonalen Versagen kommen. Nach Kontakt Tentakeln mit
Essig oder Salzwasser abspülen (kein Süßwasser). Bei großflächigen
Verletzungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die hochgiftigen
Tiere kommen im indopazifischen Raum vor. Örtliche Warnhinweise
beachten.
Sicherheitshinweis: Am Abend des 17. August 2015 kam es in
Bangkok an der auch bei Touristen beliebten Rajaprasong Kreuzung,
nahe des sogenannten Erawan Shrine, zu einer Explosion. Es gab
mehrere Todesopfer und Verletzte. Die Hintergründe sind noch
unklar. Am 18. August kam es zu einer weiteren Explosion an der
Thaksin Bridge in Bangkok und an einer Bahnstation. Es gab keine
Verletzten. Weitere Anschläge auch in anderen beliebten Feriengebieten können nicht ausgeschlossen werden. Reisenden wird
empfohlen, besonders vorsichtig zu sein und diese Reisehinweise
und die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen
(www.auswaertiges-amt.de).
Togo
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Im
gesamten Land gibt es immer wieder Ausbrüche von Cholera, auch
in der Hauptstadt Lomé. Milzbrand, auch in der kutanen Form, gibt
es sporadisch oder als Cluster immer wieder bei Einheimischen mit
entsprechenden Tierkontakten. Der Norden Togos und das benachbarte Ghana gehören weltweit zu den Regionen mit den höchsten
Prävalenzen dieser Zoonose bei Paarhufern. 2008 wurden zum ersten Mal seit 2003 wieder 3 Polio-Fälle registriert, 2009 waren es 6.
Seither gab es keine Meldung. Hygiene, Kenntnis der Übertragungswege und Impfschutz (Polio) bei Reisen beachten.
Trinidad & Tobago
Chikungunya: Zwischen Juli und Dezember 2014 wurden 291 autoch­
thone Erkrankungen bestätigt, 3 Infektionen wurden importiert. In
diesem Jahr wurden bis KW 20 83 autochthone Infektionen gemeldet. Landesweit wurden 3.300 Verdachtsfälle gemeldet. Mückenschutz beachten.
Cholera: Ausgehend von der Hauptstadt Dar es Salaam sind seit
Mitte August in 13 Regionen 67 Menschen verstorben, es gibt mehr
als 4.300 Erkrankte. In einigen Gebieten im Norden und Nord­westen
wird die Ausbreitung der Erkrankung durch für diese Jahreszeit
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Tschad
Infektionskrankheiten: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Im gesamten Land gibt es immer wieder Ausbrüche von
Cholera. Die meisten Menschen leben unter extrem schlechten sanitären Bedingungen, so dass Trinkwasser mit Fäkalien ver­unreinigt
wird. Polio, zuvor bereits ausgerottet, wurde seit 2003 aus dem
benachbarten Nigeria mehrfach importiert. Zuletzt wurden 2012
5 Fälle gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio, Masern) beachten.
Sicherheitshinweis: Am 11.07.2015 kam es ein N’Djamena erneut
zu einem Selbstmordanschlag, bei dem mindestens 15 Menschen
getötet und 74 Menschen verletzt wurden. Bereits am 15.06.2015
ereigneten sich in N’Djamena zwei Sprengstoffanschläge; neben
den vier Selbstmordattentätern starben dabei 23 Menschen. Am
29.06.2015 sprengten sich im Verlauf einer Operation gegen eine
„Boko Haram“ – Terrorzelle vier Verdächtige in die Luft, elf Menschen wurden getötet. Es ist nicht auszuschließen, dass es vor allem
in N’Djamena, aber auch in den anderen Landesteilen zu weiteren Anschlägen kommen kann. Es wird empfohlen, die Reise- und
Sicherheitshinweise sowie die aktuelle Medienberichterstattung
aufmerksam zu verfolgen. Vor Reisen in die Region des Tschadsees
und das Grenzgebiet zwischen Tschad und Kamerun wird gewarnt
(www.auswaertiges-amt.de).
Tunesien
Tollwut: In Tunesien sterben durchschnittlich 1–2 Menschen im
Jahr an der Infektion, meistens durch unbehandelte Hundebisse verursacht. In diesem Jahr wurden bereits 5 Todesfälle registriert, im
vergangenen Jahr waren es 3. Nach Bissverletzungen oder verdächtigen Tierkontakten sofort einen Arzt aufsuchen, bei vorhersehbarem
Risiko vorbeugend impfen.
Sicherheitshinweis: Am 4. Juli 2015 hat die tunesische Regierung
den Ausnahmezustand verhängt, als Folge auf einen Anschlag auf ein
Touristenhotel in Sousse / Port El Kantaoui am 26.06.2015, bei dem
es zahlreiche Tote und Verletzte gab, darunter auch Deutsche. Dieser und ähnliche Vorfälle zeigen, dass Ausländer auch gezielt Opfer
von Anschlägen durch in Tunesien aktive terroristische Gruppierungen werden können. Es sind derzeit keine Einschränkungen der
Bewegungsfreiheit zu erwarten, aber die Lage sowie offizielle Ankündigungen sollten aufmerksam verfolgt werden. Generell wird daher
empfohlen, im ganzen Land besondere Vorsicht walten zu lassen.
Reisende sollten den Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt
Folge leisten. Reisenden wird empfohlen die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Türkei
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
gelegentlich lokal auch für Typhus und Paratyphus. Hygiene beachten, ggf. Typhus-Impfung empfohlen.
Sicherheitshinweis: Am 10. Oktober 2015 kam es im Zentrum von
Ankara zu einem Anschlag mit Toten und Verletzten. Deutschen, die
sich in der Türkei aufhalten oder dorthin reisen möchten, wird empfohlen, insbesondere die Innenstadt von Ankara zu meiden sowie
sich über die Reise- und Sicherheitshinweise und Medienbericht­
erstattung informiert zu halten. Seit Juli 2015 führen die Türkei und
Verbündete militärische Operationen im Grenzgebiet zu Syrien und
Irak durch. In der Folge hat sich die Gefahr terroristischer Anschläge
erhöht. Bisher ergeben sich hieraus keine unmittelbaren Aus­
wirkungen auf die Ferienregionen an der Mittelmeerküste. In Istanbul kam es im August 2015 zu mehreren terroristischen Anschlägen.
Bei Reisen nach Istanbul wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Reisenden wird empfohlen, die Anwesenheit an belebten Plätzen im inner­
städtischen Bereich und in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß einzuschränken
sowie Regierungs- und Militäreinrichtungen zu meiden. Auch bei
Reisen über Land wird zu besonderer Umsicht und Vorsicht geraten
(www.auswaertiges-amt.de).
© Centrum für Reisemedizin
Turks & Caicos Inseln
Chikungunya: Anfang Juni 2014 wurden 2 Erkrankungen bestätigt.
Bis Anfang Dezember hat sich die Zahl auf 26 erhöht, 7 davon wurden importiert. Es wurden 197 Verdachtsfälle gemeldet. In diesem
Jahr wurden bisher keine Infektionen registriert. Mückenschutz
beachten.
Tuvalu
Chikungunya: Im Oktober wurde bei 9 von insgesamt 37 Verdachtsfällen eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus bestätigt. Mückenschutz beachten.
Uganda
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen inkl. Cholera
landesweit. Im Februar 2009 wurde zum ersten Mal seit 1996 wieder
ein Fall von Poliomyelitis in Uganda nachgewiesen. Hygiene und
Impfschutz (Polio, ggf. Cholera) beachten.
Malaria: In 10 Distrikten im Norden des Landes haben die Fallzahlen
in diesem Jahr zugenommen und die Situation ist weiterhin nicht
unter Kontrolle. Betroffen sind die Distrikte Lamwo, Gulu, Kitgum,
Oyam, Agago, Apac, Amuru, Kole, Nwoya und Pader. Mindestens
200 Menschen sind verstorben. Am häufigsten sind Kinder und
Schwangere betroffen. Als Ursache wird ein Rückgang der öffent­
lichen Bekämpfungsmaßnahmen (Indoor Residue Spraying) vermutet. In Uganda besteht auch für Reisende ganzjährig ein hohes Infektionsrisiko. Expositions- und Chemoprophylaxe beachten.
Ukraine
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
verbreitet auch für Hepatitis A und Typhus, vorwiegend durch kontaminiertes Trinkwasser aus unsicheren Leitungssystemen. Betroffen
sind auch die Städte. Auch Cholera-Fälle kommen sporadisch vor.
Hygiene beachten, Impfschutz empfohlen.
Polio: Im Oblast Transkarpatien (SW) sind Ende Juni 2 Kinder im
Alter von 4 und 10 Monaten an akuten schlaffen Lähmungen (AFP)
erkrankt. Anfang September hat die WHO bestätigt, dass es sich
um Infektionen mit Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 1 (cVDPV1)
handelt. Impfschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Im Osten der Ukraine (Oblaste Donezk und
Luhansk) finden seit dem Frühjahr 2014 bewaffnete Auseinandersetzungen statt. In der Folge eines in Minsk vereinbarten Friedensplans
haben sich die Kämpfe aktuell zwar abgeschwächt, flammen an einigen neuralgischen Punkten jedoch immer wieder auf und könnten
erneut auch eskalieren. Vor Reisen in die genannten Konfliktgebiete
wird daher dringend gewarnt (www.auswaertiges-amt.de).
Ungarn
West Nile-Fieber: Seit Mitte August wurden 18 Infektionen gemeldet. Die Erkrankung kommt sporadisch im Land vor. Mückenschutz
beachten.
Uruguay
Chikungunya: Mitte August 2014 wurden 4 Verdachtsfälle aus der
Dominikanischen Republik importiert. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen gemeldet. Mückenschutz beachten.
USA
Darminfektionen: Aus 36 Bundesstaaten sind bis zum 14. Oktober
insgesamt 767 Salmonella-Infektionen gemeldet worden, 4 Menschen sind verstorben. Die Infektionsquelle sollen aus Mexico importierte Gurken sein.
Chikungunya: Zwischen Juli und Ende September 2014 haben die
Gesundheitsbehörden in Florida 11 autochthone Fälle registriert.
Landesweit wurden im vergangenen Jahr 2.333 durch Reisen impor-
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tierte Erkrankungen gemeldet, in diesem Jahr sind es bisher 510.
In den Jahren 2006 bis 2013 waren es jährlich etwa 28 Infektionen.
Die meisten Infektionen stammen aus der Karibik. Mückenschutz
beachten.
Ostamerikanische Pferde-Enzephalitis (EEE): Im Oswego County,
Bundesstaat New York (NO) wurde Anfang Oktober der zweite
Todesfall gemeldet. Landesweit treten pro Jahr durchschnittlich
8 Erkrankungen auf. Die meisten in den Bundesstaaten Florida,
Georgia­, Massachusetts und New Jersey. Diese von tag- und nacht­
aktiven Stechmücken übertragene Virusinfektion kann zu einer
schweren Hirnentzündung führen. Mückenschutz beachten.
Pest: Seit April dieses Jahres wurden 15 Infektionen mit 4 Todesfällen
aus 8 Bundesstaaten registriert: Arizona (2), Colorado (4), Georgia
(1 Fall aus Kalifornien importiert), Kalifornien (1), Michigan (1 Fall
aus Colorado importiert), New Mexico (4), Oregon (1) und Utah
(1). Im September wurden der dritte und vierte Fall in New Mexico
gemeldet. Eine 52-Jährige ist verstorben. Alle Erkrankungen verliefen als seltene Form einer Pestsepsis, die typischen Symptome einer
Beulen- oder Lungenpest traten nicht auf. Ende August wurde eine
tödliche Infektion aus dem Bundesstaat Utah gemeldet. Es ist der
erste Fall beim Menschen seit 2009. Erstmals seit 2006 sind im Bundesstaat Kalifornien im August 2 Menschen an Pest erkrankt. Ein Kind
hat sich während eines Camping-Aufenthalts im Stanislaus National
Forest (Yosemite-Nationalpark) infiziert und ist inzwischen auf dem
Weg der Besserung. Ein Tourist aus dem Bundesstaat Georgia ist
nach seinem Besuch des Yosemite-Nationalparks ebenfalls erkrankt.
Im Mittleren Westen der USA gibt es ausgedehnte Naturpestherde,
wo der Erreger sein Reservoir in zahlreichen wildlebenden Klein­
säugern, vorwiegend Hörnchen, aber auch in Katzen hat. Kontakt
mit derartigen Tieren sollte gemieden werden. Übliche Repellents
schützen auch vor Flohbissen.
Tollwut: Anfang Oktober wurde der erste menschliche Tollwutfall
im Bundesstaat Wyoming gemeldet. Eine Frau aus Fremont County
ist vermutlich nach dem Kontakt zu einer infizierten Fledermaus
erkrankt. Nähere Informationen liegen noch nicht vor. In Stephens
County (Bundesstaat Georgia) ist Mitte Oktober ein 2-jähriger Junge
von einer tollwütigen Fledermaus gebissen worden. Es ist das erste
Mal seit etwa 20 Jahren, dass in der Region terrestrische Tollwut
auftaucht. Menschliche Tollwutfälle sind in den USA selten. Jährlich werden etwa 35.000 Menschen aufgrund von verdächtigen
Tier­kontakten (überwiegend Kontakt zu Fledermäusen) postexpositionell behandelt und 7.000-10.000 Fälle von Tollwut bei Tieren
(Waschbären, Stinktieren, Fledermäusen, Füchsen) registriert. Nach
verdächtigen Tierkontakten sollte umgehend eine postexpositionelle
Versorgung eingeleitet werden.
West Nile-Fieber: Im Juli wurde aus Nevada County der erste Todesfall in Kalifornien in diesem Jahr gemeldet. Mitte August wurde die
erste Infektion für dieses Jahr in New York City registriert. Landesweit
wurden in diesem Jahr bis Anfang Oktober 1.197 Erkrankungen und
63 Todesfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr sind landesweit 2.205
Menschen erkrankt, es gab 97 Todesfälle. Mückenschutz beachten.
Venezuela
Chikungunya: Im Juni vergangenen Jahres wurden die ersten importierten Fälle gemeldet, ihre Zahl ist bis Jahresende auf 50 gestiegen.
Im Juli 2014 wurden die ersten autochthonen Erkrankungen bestätigt. Bis Ende Dezember wurden ca. 37.280 Verdachtsfälle gemeldet,
2.486 Infektionen wurden bestätigt, 3 Menschen sind verstorben.
Offiziell wurden in diesem Jahr bis Ende September ca. 14.830 Verdachtsfälle registriert, 330 Infektionen wurden bestätigt. Presseberichten zufolge sollen die Fallzahlen deutlich höher liegen. Allein im
Bundesstaat Zulia (NW) wurden bis Ende 2014 ca. 500.000 Infektionen registriert. Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 22.136 Verdachtsfälle gemeldet. Nach einem vorherigen leichten Rückgang
sind die Zahlen in den ersten zwei Septemberwochen wieder
an­gestiegen. Mückenschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Malaria: Bis Anfang September wurden landesweit 88.906 Infektionen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Fallzahlen um ca. 55 % gestiegen. Die meisten Erkrankungen wurden
in den Endemiegebieten der Bundesstaaten Bolivar und Amazonas
registriert. Mückenschutz sorgfältig beachten. Bei Reisen in die entsprechenden Gebiete sollte außerdem eine entsprechende Prophylaxe erwogen werden.
Vietnam
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch Cholera ist endemisch. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene
beachten.
Dengue: Seit Anfang des Jahres sind landesweit ca. 47.000 Menschen erkrankt, es gab 30 Todesfälle. Besonders betroffen ist
Ho Chi Minh Stadt im Süden des Landes. Regenfälle haben hier die
Zunahme der Infektionen begünstigt. Bis Anfang Oktober sind mehr
als 11.400 Menschen erkrankt, es gab 5 Todesfälle. Im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum sind die Zahlen um 85 % gestiegen. In den
angrenzenden Provinzen Binh Duong und Dong Nai wurden ebenfalls vermehrt Erkrankungen gemeldet. In Binh Duong sind mehr als
2.800 Menschen erkrankt, es gab mindestens 2 Todesfälle. In Dong
Nai wurden 5.000 Fälle registriert, 4 Menschen sind verstorben. In
Hanoi (N) nehmen die Fallzahlen seit Juli ebenfalls zu. Der Höhepunkt
der Saison wird im Oktober erwartet. Schutz vor den überwiegend
tagaktiven Stechmücken beachten!
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Seit Anfang des Jahres
sind landesweit 32.415 Kinder erkrankt, es gab 4 Todesfälle. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl um ca. 40 % gesunken. Seit
September steigt die Zahl der Neuinfektionen an und hat inzwischen
fast das Niveau des Vorjahres erreicht. Besonders betroffen ist der
Süden des Landes. An der Infektion erkranken in der Regel junge
Kinder. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, Symptome
sind hohes Fieber und Bläschenbildung an den Händen, Füßen und
der Mundschleimhaut. In SO-Asien kommt es regelmäßig zu Epidemien. Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Reisende sollten
auf besonders gute persönliche Hygienemaßnahmen achten.
Vogelgrippe: Seit 2003 sind landesweit insgesamt 127 Menschen an
Influenza A(H5N1) erkrankt, es gab 64 Todesfälle. Bei allen Betroffenen ließen sich entsprechende Tierkontakte nachweisen. Im vergangenen Jahr wurden landesweit mindestens 40 Ausbrüche bei Hausgeflügel registriert, mehr als 90.000 Tiere wurden getötet. Zuletzt
wurden Mitte April, im Mai, Anfang August, Anfang September und
Anfang Oktober Ausbrüche gemeldet, mehr als 15.000 Tiere sind
verendet oder wurden getötet. Seit Dezember 2014 wurden mindestens 10 Vorfälle dieser Art registriert. Die Impfung von Geflügel
ist im Land weit verbreitet. Medienberichten zufolge verliert der am
häufigsten verwendete Impfstoff durch eine Mutation des Virus jetzt
an Wirksamkeit. Zwischen April und Oktober 2014 wurden 7 Ausbrüche von Influenza A(H5N6) in Geflügelbetrieben gemeldet. In
diesem Jahr wurden ebenfalls mehrere Ausbrüche in verschiedenen
Regionen gemeldet, zuletzt Ende September in der Provinz Lai Chau
und Anfang Oktober in den Provinzen Lao Cai und Thai Binh in Norden des Landes. Menschliche Erkrankungen gab es bisher nicht.
Zentralafrikanische Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera ist im Land endemisch und Ausbrüche kommen immer wieder vor. Bei den oral übertragenen Formen der Hepatitis ist neben A
auch vermehrt mit E zu rechnen, vor allem in Bangui und Umgebung.
Polio, 2000 schon einmal ausgerottet, wurde 2003 aus Nigeria­reimportiert die letzten 4 Erkrankungen wurden 2011 gemeldet. Hygiene
und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Angesichts fortdauernder sehr hoher Sicherheitsrisiken und wieder aufflammender Kampfhandlungen warnt
das Auswärtige Amt vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik
(www.auswaertiges-amt.de).
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 20/15 • 21. Oktober 2015
Reisemedizin SPEZIAL
Zika-Virus
Ende April 2015 wurden im brasilianischen Bundesstaat Bahía (O)
erstmals Zika-Viurs-Infektionen bestätigt. Es sind gleichzeitig die
ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seitdem wurde
das Virus in insgesamt 14 Bundesstaaten Brasiliens nachgewiesen: Alagoas (NO), Bahía (O), Ceará (NO), Maranhão (NO),
Mato Grosso (W), Pará (N), Paraíba (NO), Paraná (S), Pernambuco (NO), Piauí (NO), Rio de Janeiro (SO), Rio Grande do Norte
(NO), Roraima (N) und São Paulo (SO). Es wird vermutet, dass
der Erreger während der Fußballweltmeisterschaft 2014 importiert wurde. Die Gesundheitsbehörden in Bahía haben Mitte Juli
eine Zunahme von Fällen des Guillain-Barré Syndroms gemeldet.
76 Verdachtsfälle wurden registriert, 42 konnten bestätigt werden. Eine Frau ist verstorben. Experten vermuten einen Zusammenhang mit dem Zika-Ausbruch. Seit Mitte Oktober gibt es die
ersten bestätigten Infektionen auch in Kolumbien.
Das Flavivirus ist verwandt mit den Erregern von Dengue, Gelbfieber und Japanischer Enzephalitis. Es wurde 1947 in Uganda in
Rhesusaffen im Zika-Wald in der Nähe von Entebbe isoliert, die
Erstbeschreibung des Krankheitsbildes erfolgte 1952. Bis 2007
wurden nur einzelne Fälle in Afrika und Südostasien beobachtet. In diesem Jahr kam es zu einem ersten großen Ausbruch in
Mikronesien. In der Folge breitete sich das Virus im pazifischen
Raum aus.
Wie andere Flaviviren ist Zika ein umkapseltes Einzelstrang-RNAVirus. Es wird von Stechmücken der Gattung Aedes übertragen, insbesondere auch von A. aegypti. Neben dem Menschen
sind Affen als Wirtstiere wichtig. Die Inkubationszeit liegt bei
wenigen Tagen. Die Symptomatik von Zika ist meist vergleichs-
weise milde mit Kopfschmerzen, Fieber, Erschöpfung, einem
makulopapulösem Hautausschlag, Konjunktivitis und Gelenkschmerzen. Häufig wird auch Lichtempfindlichkeit beschrieben,
bei Männern scheint es häufig zu einer Prostatitis zu kommen.
Anders als bei Dengue oder Gelbfieber kommt es nicht zu
Hämorrhagien. Die Behandlung ist rein symptomatisch, eine
Impfung existiert nicht.
Seit seiner rapiden Ausbreitung im Jahr 2007 wird Zika als „Emerging Infectious Disease“ klassifiziert. Trotz der überwiegend
relativ milden klinischen Verläufe ist das wahre Potential des
Virus als Verursacher von Epidemien noch unklar. 2009 gelang
durch Zufall bei Zika als erstem Flavivirus der Nachweis, dass eine
sexuelle Übertragung möglich ist. Ein Biologe der Colorado State
University forschte zur Malaria im Senegal und erhielt in dieser
Zeit zahlreiche Mückenstiche. Nach seiner Rückkehr in die USA
erkrankte er an Zika, hatte aber zuvor noch Geschlechtsverkehr
mit seiner Ehefrau. Diese wiederum erkrankte wenige Tage später ebenfalls an der Infektion, die serologisch gesichert werden
konnte.
Im Dezember 2013 wurde das noch wenig bekannte Zika-Virus
erstmals in Deutschland bei einem Patienten aus dem Saarland
nachgewiesen. Der 53-Jährige hatte im November 2013 seinen
Urlaub in Thailand verbracht und dort Arthralgien, ein makulopapulöses Exanthem, Fieber und Schüttelfrost entwickelt. Nach
seiner Rückkehr in die Bundesrepublik wurden Antikörper gegen
das Zika-Virus in seinem Blut gefunden. Im März 2015 wurde
Zika bei einem italienischen Reiserückkehrer aus Brasilien nachgewiesen.
Quellen:
– Hayes, E. B. (2009). „Zika Virus
Outside Africa“. Emerging Infectious Diseases 15 (9): 1347–1350.
doi:10.3201/eid1509.090442
– Musso D, Nilles EJ, Cao-Lormeau VM.
Rapid spread of emerging Zika virus
in the Pacific area. Clin Microbiol
Infect. 2014 Oct;20(10):O595-6. doi:
10.1111/1469-0691.12707. Epub
2014 Aug 4.
http://news.sciencemag.org/2011/04/
sex-after-field-trip-yields-scientificfirst?ref=hp
– PAHO. Zika Virus Infection.
http://www.paho.org/hq/index.
php?option=com_topics&view=article
&id=427&Itemid=41484&lang=fr
Quelle: PAHO. http://www.paho.org/hq/index.php?option=com_topics&view=article&id=427&Itemid=41484&lang=fr
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