Apotheke der Tropen

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Spezial
Apotheke der Tropen
Exotische Früchte bringen nicht nur Abwechslung auf
den Tisch und sind ein Erlebnis für Gaumen und Augen.
Viele Arten sind auch reich an gesundheitsfördernden
oder sogar heilenden Stoffen – allen voran die Papaya.
Ihre verschiedenen Pflanzenteile haben so viele Heilkräfte, dass man sie als Apotheke der Tropen bezeichnet.
Wundermittel Papain
Papayas sind vor allem dafür bekannt, dass sie die Verdauung fördern und hartnäckige Verdauungsbeschwerden, die sich oft durch ein Völlegefühl nach dem Essen
oder durch Blähungen äußern, lindern. Verantwortlich
für diese heilende Wirkung ist vor allem ein Inhaltsstoff
mit dem Namen Papain.
Papain ist ein Eiweiß spaltendes Enzym, das wie ein
Fleischzartmacher wirkt und auch als solcher eingesetzt
wird. Es fördert die Verdauung, da es im Gegensatz zu
unseren körpereigenen Enzymen sowohl im sauren, neutralen als auch basischen Milieu gleichermaßen wirksam
ist. Auch die entzündungshemmende und abheilende
Wirkung geht auf dieses Enzym zurück. Da das Fruchtfleisch so säurearm ist, eignet es sich besonders für Menschen mit empfindlichem Magen.
Als Pulver findet es Anwendung bei der Wundreinigung
und -heilung oder als Zusatz von Zahnpasta. Besonders
hoch ist der Papain-Gehalt bei grünen Früchten, aus denen das sogenannte Papaya-Kraut gewonnen wird, das
als Naturheilmittel Verwendung findet.
Vielerorts werden Papayapflanzen nur zum Zweck der
Gewinnung dieser Substanz angebaut. Sie wird in der
Pharmazie zur Herstellung von verdauungsfördernden
Medikamenten und Enzympräparaten zur Krebsprophylaxe und begleitenden Krebstherapie verwendet.
Wirkung der Samen
Auch die Samen der Papaya haben heilende Wirkung, da
sie besonders viel Papain enthalten. Auch wenn normalerweise die Samen nicht mitverzehrt werden, sollten
sich Menschen mit Verdauungsproblemen angewöhnen,
mit dem Fruchtfleisch der Papaya auch immer eine kleine
Menge Samen mitzuverzehren. Sie unterstreichen ein
angenehm würziges Aroma. Wer das nicht mag, kann die
Samen auch trocknen und dann gemahlen als Gewürz
über Speisen streuen. Sie eignen sich so für Salate, Suppen oder Dips und passen gut zu Avocados.
Exotischer Vitaminspender
Papayas haben einen relativ hohen Vitamin-CGehalt, der sogar den Wert der gesunden Kiwi
überschreitet. Auch der Gehalt an Vitamin A ist
recht hoch. Außerdem enthalten die Früchte
viel Betakarotin und Magnesium. Der Säuregehalt des Fruchtfleisches ist dagegen recht
gering. Somit ist es magenschonend und leicht
bekömmlich.
Fast alle Bestandteile der Papayapflanze besitzen
heilende Wirkung.
Spezial
In den Erzeugerländern essen Frauen oft die Papayasamen als wirksames Mittel gegen Menstruationsbeschwerden.
Gesundheit durch andere Exoten
Nicht nur die Papaya, auch eine Reihe anderer
exotische Früchte tragen mit ihren Inhaltsstoffen zu unserem Wohlbefinden und unserer
Gesundheit bei.
> Mangos sind nicht nur reich an Vitamin A,
B und C, sondern haben auch einen hohen
Eisen- und Kupfergehalt, der blutbildend
wirkt.
> Mangos enthalten viel Kalium ebenso wie
Avocados, Bananen, Datteln, Feigen, Granatäpfel, Guaven, Kiwis und Passionsfrüchte –
ideal für alle, die an Bluthochdruck leiden.
> Bananen und Datteln enthalten außerdem
viel Magnesium, wodurch die Herzleistung
verbessert und die Herzkranzgefäße erweitert
werden – ein wirksamer Schutz vor Herzinfarkt.
> Das Fruchtfleisch frischer Feigen ins Zahnfleisch einmassiert hilft gegen Zahnschmerzen. Ebenso kann es zum Gesichtspeeling
verwendet werden.
Papaya in der Naturheilkunde
Obwohl die Wirkung noch nicht wissenschaftlich erwiesen ist, setzen viele Heilpraktiker auf die Papaya.
> Tees aus Papayablättern oder aus der Schale unreifer
Früchte sowie Papayakerne sollen bösartigen Tumoren
vorbeugen und sogar die Heilung begünstigen. Entsprechende Präparate und Konzentrate sind im Handel
erhältlich.
> Für Tropenreisende ist das Kauen von Papayablättern
und -samen eine wirksame Vorbeugung gegen Wurmbefall und Durchfallerkrankungen.
> Papaya-Fruchtfleisch hilft auch bei müder, schlecht
durchbluteter Haut und gegen Fältchen. Für eine
schöne, glatte Haut sorgt eine Maske aus Papaya,
Honig, Zitronensaft und Sahne. Nach fünf Minuten
abspülen und anschließend Feuchtigkeitscreme auftragen.
> Das Fruchtfleisch und die Samen von reifen Papayas
beugen Zahnfleischbluten und -entzündungen vor.
Vielseitige Medizin
Die Indianer in den Regenwäldern Südamerikas wissen
schon lange die Heilkräfte der Papaya zu schätzen. Bei
Fieber und Bronchitis trinken sie einen Tee aus Papayablüten.
Sie behandeln schlecht heilende, eitrige Wunden, Blutergüsse und Entzündungen durch Auflegen von Blättern,
Fruchtfleisch und getrockneten, zerstoßenen Samen der
Papaya. Hautausschläge, Brandwunden, Insektenstiche,
Tierbisse, Warzen und Ekzeme werden mit dem Milchsaft behandelt, der nach Anritzen aus unreifen Früchten
hervorquillt. Auch hier kommen wieder die in den Früchten enthaltenen Enzyme zum Einsatz. Sie unterstützen
den Abbau des zerstörten Gewebes, lindern Schmerzen
und Entzündungen und sollen sogar das Auftreten von
Brandblasen vermeiden. Bei uns sind papainhaltige
Wundsalben erhältlich, die ebenso wirken und vielseitig
einsetzbar sind.
Papaya für die Schönheit
Auch äußerlich lässt sich die Papaya vielseitig anwenden.
Das Fruchtfleisch hilft gegen müde, schlecht durchblutete Haut und lässt kleine Fältchen verschwinden. Allerdings sollte es nicht länger als fünf Minuten einwirken,
da es die Haut austrocknet.
Hier ein einfaches Rezept:
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2 EL püriertes Papaya-Fruchtfleisch
1 Spritzer Zitronen- oder Limettensaft
1 TL Naturhonig
1 TL Sahne
Das Ganze wird vermischt und aufs Gesicht aufgetragen.
Nach 5 Minuten sorgfältig abspülen und danach Feuchtigkeitscreme anwenden.
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