Abschlussbericht
BodenWert
Schätzen
Wettbewerb
zum Schutz des Bodens
www.bodenwertschaetzen.de
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
ii
Dieser Wettbewerb ist ein Kooperationsprojekt von
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, www.dbu.de
Rat für Nachhaltige Entwicklung, www.nachhaltigkeitsrat.de
Unterstützer des Projekts
Alnatura Produktions- und Handels GmbH, www.alnatura.de
BioBodenGesellschaft, www.bioboden.de
Bundesstiftung Baukultur, www.bundesstiftung-baukultur.de
European Land and Soil Alliance (ELSA) e.V., www.bodenbuendnis.org
IASS Potsdam – Institute for Advanced Sustainability Studies e.V., www.iass-potsdam.de
Text und Gestaltung: ahu AG, Aachen
Michael Kastler
Manuela Hopp
Charlotte Molt
Lisa Lechtenbörger
Einführung – Boden wertschätzen
Der Mensch hat zu allen Zeiten Boden als Grundlage für sein Leben genutzt. Er bezieht seine Nahrung aus ihm, indem er Früchte anbaut und sein Vieh auf ihm weiden lässt. Er betreibt Forstwirtschaft, gewinnt Rohstoffe aus dem
Boden, baut Städte und Straßen auf und in ihm. Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft ist dabei so stark
mit dem Boden verknüpft, dass uns seine Existenz und die vielfältigen Möglichkeiten, ihn zu besiedeln, zu nutzen
und zu bewirtschaften, ganz selbstverständlich vorkommen, ohne dabei zu bedenken, dass Boden übernutzt oder
sogar zerstört werden kann.
Boden ist jedoch nicht nur Lebensraum für Menschen. Eine Handvoll Boden kann von mehr Lebewesen besiedelt
sein, als Menschen auf der Erde leben. Er erfüllt wichtige Funktionen in den Wasser- und Nährstoffkreisläufen,
besitzt Filter-, Puffer- und Stoffumwandlungseigenschaften und nimmt daher eine zentrale Stellung im Ökosystem
ein. Nicht zuletzt ist der Boden das Gedächtnis der Natur- und der Kulturgeschichte.
Seine Eigenschaften machen den Boden für den Menschen zu einer wertvollen globalen Ressource, die den unterschiedlichsten Nutzungsinteressen unterliegt. Im Prinzip sind alle Menschen legitime Nutzer des Bodens, jedoch
verringert die Nutzung des Bodens durch den einen die Nutzungsmöglichkeiten aller anderen. Der Umgang mit der
Ressource kann deshalb, egal ob in Staatseigentum, Privateigentum oder Gemeineigentum befindlich, hinsichtlich
des Substanzerhalts der Ressource und der Erwirtschaftung guter Erträge erfolgreich sein oder scheitern (Ostrom
2012).
Um die Nutzung des Bodens zu regulieren, wurde ihm stets ein Wert beigemessen, der sich häufig an seiner landwirtschaftlichen Ertragsfähigkeit orientierte. Mit der zunehmenden landwirtschaftlichen Mechanisierung und Intensivierung seit dem letzten Jahrhundert ließ sich das Ertragspotenzial des Bodens immer leichter ausschöpfen;
auch auf geringwertigen Böden lassen sich mittlerweile gute Ernten einfahren. Die notwendige nachhaltige Bewirtschaftung des Bodens für seinen Erhalt als Baustein im Naturhaushalt geriet darüber häufig aus dem Blick.
In der Nähe von wachsenden Städten wirkt zudem das über die landwirtschaftliche Nutzung hinausgehende Interesse am Boden als Bauland stark auf den Bodenpreis. In der heutigen Gesellschaft wird der Wert des Bodens daher
überwiegend auf seine wirtschaftlichen Nutzungspotenziale reduziert und gegen Geld aufgewogen.
Mit zunehmendem Verständnis der Rolle der globalen Naturgüter als endliche Ressourcen für die Menschheit seit
Anfang der 1970er Jahre (Meadows et al. 1972 und Brundtland Kommission 1987) rückt nach Wasser und Luft
seit einiger Zeit auch der Boden stärker in das Blickfeld.
iii
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Der Wert des Bodens mit seinen Funktionen im Naturhaushalt über die Funktion als landwirtschaftliches Produktionsmittel und Bauland hinaus wurde schließlich auch von der Legislative erkannt. Nach der Entwicklung er­ster
konzeptioneller Ansätze Mitte der 1980er Jahre (Bundesregierung 1985) und verschiedener Gutachten zur Gefährdung des Bodens (SRU 1990, WBGU 1994, Enquete-Kommission 1998, SRU 1998) trat 1998 in der Bundesrepublik das Bundes-Bodenschutzgesetz in Kraft. Damit existiert ein externes Regelwerk zum Schutz der Ressource
Boden, das die Aufgabe zur „Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und Leistungsfähigkeit des Bodens als natürlicher
Ressource“ explizit jedoch nur im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung vorgibt (BBodSchG § 17 Abs. 2).
iv
Die nachhaltige Bewirtschaftung einer natürlichen Ressource gelingt am besten, wenn sich Nutzer auf lokaler
und regionaler Ebene Regeln geben und deren Einhaltung auch selbst überwachen. Steuerung und Kontrolle der
Ressourcennutzung sind dann besser auf die Kultur der Nutzer, die Art, wie sie miteinander umgehen, und ihr
institutionelles Umfeld abgestimmt. Außerdem werden diese internen Regeln von den Menschen, die für ihren Lebensunterhalt auf die Ökosysteme angewiesen sind, auch als legitim wahrgenommen. Sie können kooperieren
und schneller auf ökologische, technologische, ökonomische und soziale Faktoren reagieren, welche die Leistung
von Gemeingutsystemen beeinflussen, als es zentrale Institutionen tun (Ostrom 2012).
Die Nutzer müssen dabei ihr Handeln stets neu an oft einander widersprechenden ökonomischen und inhaltlichen
Werten ausrichten und gegeneinander abwägen. Bezogen auf den Boden führt die starke Ausrichtung an ökonomischen Werten in unserer Gesellschaft, verbunden mit dem individuellen Fehlen von Informationen und Wissen
über den Boden als Lebensgrundlage (Niedernostheide et al. 2014) dazu, dass Maßnahmen zu seinem Erhalt, die
auf inhaltlichen Werten beruhen, zurückgestellt werden oder ganz unterbleiben.
Weltweit nimmt jedoch durch wachsende Bevölkerung sowie intensiven Nahrungs- und Futtermittelanbau der
Druck auf Land und Boden ständig zu. Übernutzung und Desertifikation sowie Konflikte um Eigentums-, Nutzungsund Verfügungsrechte sind die Folgen. Durch diese und eine Vielzahl an weiteren Problemlagen und negativen
Einflussfaktoren gehen jährlich mehrere Millionen Hektar an fruchtbarem Boden verloren. Zur Reduzierung des
Raubbaus an Land und Boden werden eine intelligente Bodenpolitik und ein funktionierendes Landmanagement
benötigt.
Der Erhalt des Bodens mit dem Ziel seiner nachhaltigen Nutzung verlangt deshalb unter den auf stetes Wachstum
ausgerichteten Rahmenbedingungen unseres Wirtschafts- und Sozialsystems eine deutlich stärkere Gewichtung
inhaltlicher Werte.
Für den Wettbewerb „BodenWertSchätzen“ haben sich der Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie Unterstützer aus der Wirtschaft, aus Stiftungen und Verbänden zusammengetan. Sie
wollen auf Initiativen aufmerksam machen, die den Boden als wichtigen Bestandteil im Naturhaushalt erkannt
haben, ihn deshalb heute schon mit diesem Bewusstsein bewirtschaften, flächensparend mit ihm umgehen, seine Funktionen schützen oder wiederherstellen. Ziel ist es, anhand von vielfältigen, anspruchsvollen und lebendigen Praxisbeispielen zu zeigen, dass die nachhaltige Nutzung der Potenziale des Bodens für Pflanzen, Tiere und
Menschen und sein Schutz ein längst schon lohnendes und praktisch wirksames Anliegen ist. Dies haben sich
regionale und überregionale Initiativen, gesellschaftliche Einrichtungen, Kommunen, landwirtschaftliche Betriebe
und Unternehmen längst zur Aufgabe gemacht, ohne zeitgemäße und erforderliche Impulse der Bau-, Landwirtschafts- und Umweltpolitik abzuwarten. Sie zeigen damit ihre besondere Wertschätzung dem Boden gegenüber.
Inhalt
Der Wettbewerb
1
Wer konnte teilnehmen?
2
Themenfelder2
Themenfeld „Landbewirtschaftung“
2
Themenfeld „Flächennutzung, Flächenmanagement, Flächenrecycling“
2
Themenfeld „Regionaler Gemüse- und Gartenbau“
3
Themenfeld „Ausgestaltung von Pachtverträgen“
3
Themenfeld „Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
4
Bewertungskriterien4
Die Preisverleihung
Die Projekte
Die besten Projekte
6
9
11
Themenfeld „Landbewirtschaftung“
11
Themenfeld „Flächennutzung, Flächenmanagement, Flächenrecycling“
25
Themenfeld „Regionaler Gemüse- und Gartenbau“
37
Themenfeld „Ausgestaltung von Pachtverträgen“
49
Themenfeld „Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
53
67
Eingereichte Projekte
Literatur 79
v
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
vi
Die Jury
Für die Jury haben wir folgende Persönlichkeiten gewinnen können:
Prof. Dr. Günther Bachmann, Rat für Nachhaltige Entwicklung
Dr. Heinrich Bottermann, Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Prof. Dr. Gabriele Broll, Bundesverband Boden
Dr. Thomas Delschen, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
Dr. Franz Ehrnsperger, Neumarkter Lammsbräu
Prof. Dr. Monika Frielinghaus, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Dr. Alexander Gerber, Demeter
Detlef Gerdts, European Land and Soil Alliance (ELSA) e. V.
Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Deutscher Bauernverband
Uwe Greff, BioBodenGesellschaft
Dr. Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur
Clemens Neumann, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Dr. Peter Pluschke, Stadt Nürnberg
Robert Poschacher, Alnatura
Prof. Dr. Michael Succow, Michael Succow Stiftung
Olaf Tschimpke und Prof. Dr. Hubert Weiger, Rat für Nachhaltige Entwicklung
Dr. Jes Weigelt, IASS Potsdam
Wettbewerb
1
Der Wettbewerb
BODEN ist ein nicht vermehrbares Gut und wird doch von uns beansprucht, als wäre er unerschöpflich. Wir leben auf dem Boden und von ihm, nehmen ihn jedoch häufig nur als „Dreck
unter unseren Füßen“ wahr.
Beim Einkauf im Supermarkt denken wir selten darüber nach, dass in fast allen Lebensmitteln,
ob Kartoffeln, Fleisch oder Brot, Nährstoffe aus dem Boden stecken. Boden ist der Filter, durch
den jeder Regentropfen muss, bevor er zu Grund- und später zu Trinkwasser wird. Wir bauen
Häuser und Straßen auf ihm. An heißen Sommertagen kühlt Boden mit den Pflanzen der Parks
die Luft in unseren Städten. Boden ist Lebensraum für eine schier unendliche Zahl von Organismen. Er ist Teil unserer Daseinsvorsorge.
Doch statt den Boden und damit unsere Lebensgrundlage zu schützen, gehen weltweit durch
falsche Nutzung jährlich rund 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden verloren. Bodenschutz
lässt sich darum nicht mehr länger vertagen.
Vor diesem Hintergrund veranstaltete der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gemeinsam
mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Rahmen des Internationalen Jahres des
Bodens 2015 den Wettbewerb „BodenWertSchätzen“. Ausgezeichnet wurden innovative Ansätze und Praxisbeispiele, die die ökologische Funktion und gesellschaftliche Bedeutung des
Bodens hervorheben und damit zum Schutz des Bodens beitragen. „BodenWertSchätzen“ will
diesen Projekten und Initiativen öffentliche Anerkennung und Bekanntheit verschaffen.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Wer konnte teilnehmen?
Bewerben konnten sich Unternehmen, Betriebe, öffentliche und nicht-öffentliche Einrichtungen, Kommunen sowie regionale und überregionale Initiativen mit Ideen, Ansätzen und Projekten, die sich bewusst dem nachhaltigen
Umgang mit Boden verschrieben haben. Sie sollten sich innerhalb eines der Themenfelder mit dem Boden auseinandersetzen und ihre Wertschätzung für den Boden aufzeigen.
2
Die Themenfelder
Der Wettbewerb „BodenWertSchätzen“ greift die zentralen Ziele der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ zum
Artenschutz, zur Biodiversität, zur Vermeidung der Flächeninanspruchnahme und zur nachhaltigen Landbewirtschaftung auf. „BodenWertSchätzen“ will anhand der folgenden fünf Themenfelder zeigen, dass Bodenschutz ein
längst lohnendes Anliegen ist. Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe oder gesellschaftliche Einrichtungen
machen sich Bodenschutz bereits zur Aufgabe, ohne auf Impulse der Politik zu warten.
Themenfeld 1: Landbewirtschaftung
Ihre enge Verflechtung mit dem Boden legt es nahe, dass die Landwirtschaft dem Boden eine besondere Wertschätzung entgegenbringt. Nur auf intaktem Boden lassen sich dauerhaft gesunde
Nahrungsmittel produzieren.
Boden ist die Grundlage für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel und damit eins der kostbarsten Naturgüter für
die Menschheit. Mit 52,4 Prozent haben wir heute mehr als die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland
in Acker- und Weideland umgewandelt und damit auch die Verantwortung für den Erhalt dieses Bodens übernommen. Dabei steht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen: Bei Preisdruck, Klimawandel, wachsender
Flächenkonkurrenz u.v.a. soll sie gleichzeitig die Aspekte der Nachhaltigkeit wahren. Nicht erneuerbare Ressourcen und Land sollen nicht weiter verknappt, die biologische Vielfalt geschützt und somit Land, Wasser und Boden
für künftige Generationen bewahrt werden. Jedem nachhaltig wirtschaftenden Landwirt liegt es am Herzen, die
Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zum Beispiel den Humusaufbau durch standortgerechte Bodenbearbeitung,
Düngung und angepasste Fruchtfolgen zu fördern, ohne das Potenzial der natürlichen Ressourcen zu erschöpfen.
Die Wettbewerbsbeiträge zum Themenfeld Landwirtschaft können vielfältig sein. Alle Initiativen zur nachhaltigen
Umsetzung einer standortgerechten Bodennutzung sind eingeladen mitzumachen. Hierbei sind zum Beispiel auch
Projekte angesprochen, die sich der Züchtung und dem Vertrieb von an lokale Bedingungen angepassten, robusten, ertragssicheren und nachbaufähigen Pflanzensorten verschrieben haben. Auch Initiativen, die die Idee der
Regionalvermarktung zum Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten mit sozialem Anspruch aufgreifen, um gezielt
nachhaltig wirtschaftende Betriebe mit Kunden zusammenzubringen, leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Bodennutzung.
Themenfeld 2: Flächennutzung, Flächenmanagement und Flächenrecycling
Täglich werden in Deutschland etwa 75 Hektar Boden versiegelt, zusätzliche 7 Hektar kommen durch den Abbau von Rohstoffen „unter den Bagger“. Rund 13 Prozent der Landfläche
der Bundesrepublik Deutschlands sind bereits überbaut. Beim Versiegeln von Flächen werden die natürlichen Bodenfunktionen gestört, der versiegelte Boden kann seine Rolle im
Naturhaushalt als Wasserfilter, Wasserspeicher und Pflanzenstandort nicht mehr erfüllen.
Wettbewerb
Boden schützen, indem man die Flächeninanspruchnahme vermeidet oder vermindert, ist daher eins der wichtigsten Ziele der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“.
In die Flächen- und Siedlungsentwicklung können vor allem Städte und Gemeinden steuernd eingreifen. Im Rahmen fast sämtlicher kommunaler Aufgaben lässt sich aktiv Bodenschutz gestalten. Beispielsweise hilft die Erschließung von Brachflächen im Innenbereich der Städte, die Flächeninanspruchnahme durch neue Wohn- und
Gewerbegebiete zu verringern. Brachflächen im Außenbereich von Siedlungen besitzen dagegen vielfältiges Potenzial für die Gestaltung der Kulturlandschaft und für die Schonung besonders wertvoller und schutzwürdiger
Böden.
Auch die Rekultivierung und Wiedernutzung industrieller Brachflächen sind wichtige Beiträge zum Bodenschutz.
Immer häufiger wird hier mit Pflanzen gearbeitet, welche Schadstoffe aus dem Boden holen und ihn so sanieren
helfen. Manche dieser Pflanzen sind sogar dazu in der Lage, soviel Metall in ihren Zellen einzulagern, dass sie der
Mensch in der Rohstoffgewinnung weiterverarbeiten könnte. Auch wenn die Forschung hier noch am Anfang steht:
sie kann ein Beitrag zur zukünftigen Verringerung des Bodenverbrauchs beim Rohstoffabbau sein.
Wenn private Bauherren Grundstücke bebauen oder umgestalten, findet meist ein großer Eingriff in den Boden
statt. Bei vielen Bauvorhaben werden große Mengen fruchtbaren Bodens ausgehoben, gelagert und nach Abschluss der Baumaßnahmen für Rekultivierungen wiederverwendet. Bauinteressierte, Investoren, Baufirmen und
Architekten können sowohl bei Großprojekten als auch bei kleineren Bauvorhaben einen Beitrag zum Schutz des
Bodens leisten.
In diesem Themenfeld können Projekte eingereicht werden, die Initiativen zu einer flächensparenden Nutzung, zur
Vermeidung von Landnutzungsänderungen, zum Erhalt der Biodiversität oder zum Schutz des Bodens während
Baumaßnahmen entwickelt und umgesetzt haben.
Themenfeld 3: Regionaler Garten- und Gemüsebau
Der gewerbsmäßige ökologische Gemüsebau setzt auf schonende Bodenbearbeitung, einen
kurz- und langfristigen Wechsel von Fruchtarten und natürliche Düngemittel. Für nachhaltig
wirtschaftende Betriebe sind Kooperation und gemeinsame Vermarktung häufig die besten
und wichtigsten Mittel zur Schließung regionaler Wirtschaftskreisläufe und zur Erschließung
von Kundengruppen.
Aber auch selbst Gemüse anzubauen und zu ernten, ist ein nachhaltiger Trend, der u. a. in Gemeinschaftsgärten
umgesetzt wird. Die weltweit aufblühende Urban-Gardening-Bewegung schafft zunehmend ein breiteres Bewusstsein für boden- und klimabewusste Lebensmittelproduktion (z. B. durch Nutzung torffreier Erde). Sie spielt damit
eine wichtige Rolle für den Bodenschutz in Städten und gibt durch die Nutzung von Frei- oder Brachflächen häufig
den Anstoß zum Aufbau und Erhalt lebenswerter urbaner Räume.
Deshalb sollen hier lokale und regionale Projekte ausgezeichnet werden, die mit dem nachhaltigen Anbau ihrer
saisonalen Produkte die Verantwortung für Boden, Luft und Wasser übernehmen und den Erhalt und/oder die Regenerierung der lokalen Lebensgrundlagen sowie sozialer Strukturen im Blick haben.
Themenfeld 4: Ausgestaltung von Pachtverträgen
60 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens in der Bundesrepublik Deutschland sind
verpachtet (Stand 2010). Der Pachtpreis wird zum größten Teil von der Ertragsfähigkeit und
Nutzbarkeit des Bodens, aber auch von dessen Lage bestimmt.
3
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
In den vergangenen Jahren sind aufgrund gestiegener Nachfrage die Kauf- und Pachtpreise landwirtschaftlicher
Flächen in sehr vielen Regionen deutlich gestiegen. Weil das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz aus Gründen
des Klimaschutzes die Produktion von Biomasse und Biogas fördert, werden derzeit in Deutschland bereits auf
über 2 Millionen Hektar Fläche nachwachsende Rohstoffe angebaut, meist energiehaltige Pflanzen wie Mais oder
Raps. Viele Landwirte sorgen sich, in einem „aufgeheizten“ Bodenmarkt nicht mehr mithalten zu können und wichtige Flächen für die Nahrungsmittelproduktion zu verlieren.
4
Einseitige, oft humuszehrende Fruchtfolgen, Erosion oder zu hoher Viehbesatz führen bereits in vielen Regionen
zu Nährstoffverlusten, die in der intensiven Landwirtschaft durch Wirtschafts- und Mineraldünger ausgeglichen
werden. Mit der sog. Energiewende kamen die nährstoffreichen Gärreste hinzu. Die von dieser Kombination ausgehende Gefährdung ist in einigen Regionen in Form einer Nitratbelastung bereits im Grundwasser angekommen.
Um diese für den Boden gefährlichen Entwicklungen aufzuhalten, könnten bei der Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen Durchführungsbestimmungen auferlegt werden. Manche Verpächter geben beispielsweise Kriterien
für die maximale Betriebsgröße und für den Viehbesatz oder auch Nutzungsverpflichtungen vor. Die Ausgestaltung
der Verträge reicht dabei vom Verbot der Biogaserzeugung bzw. des Anbaus von Bioenergiepflanzen, bis hin zum
Verbot des Einsatzes von Klärschlamm. Über lange Vertragspartnerschaften leiten Verpächter gezielt wünschenswerte Entwicklungen ein (z. B. vielfältige Fruchtfolgen) und unterstützen diese dauerhaft.
Beispiele aus der Praxis, Pachtverträge so auszugestalten, dass der Boden durch den Pächter nachhaltig zu nutzen ist, werden in diesem Themenfeld des Wettbewerbs ausgezeichnet.
Themenfeld 5: Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
Anders als bei Luft oder Wasser ist ein allgemeines Bewusstsein für den Wert des Bodens in
der Gesellschaft bisher kaum ausgeprägt. Kenntnisse über die Eigenschaften des Bodens,
seine Funktionen und Wissen über Probleme und Ursachen der Bodenbeeinträchtigung sind
nicht sehr verbreitet.
„BodenWertSchätzen“ zeichnet Ideen, Ansätze und Initiativen zur Schärfung des Blicks auf den Boden durch Wissensvermittlung aus. Schulgarteninitiativen, Erarbeitung von Lehrmaterial, Ausstellungen, die Anlage von Bodenlehrpfaden oder Boden-Informations-Plattformen im Internet sind nur einige Beispiele, die in diesem Themenfeld
eingereicht werden können.
Bewertungskriterien
Für eine einheitlichende Bewertung der Projekte wurden insgesamt fünf Kriterien ausgewählt, für die wiederum
Fragen formuliert wurden. Anhand dieser Fragen wertete die 18-köpfige Jury die einzelnen Projekte aus.
1. Bodenbezug
Welchen konkreten Bezug zum Boden gibt es?
Welches ist die Zielausrichtung und wie präsent ist das Thema Boden innerhalb der Initiative / des Projekts?
Wettbewerb
Welchen konkreten Bodenbezug haben die Maßnahmen, mit denen das Projekt umgesetzt wird?
Welche Bedeutung hat das Thema Boden für die Gründung der Initiative gehabt?
Steht der Boden im Mittelpunkt?
2. Innovation
Besteht ein Neuheitsgrad für das Projekt, der sich beispielsweise durch die Zusammenführung fachfremder
Elemente oder aus einer gezielten Nutzung im Sinne des Bodenschutzes ergibt?
3. Nachhaltigkeit
Ist das Projekt zukunftsfähig?
Gibt es Pläne / Konzepte für die Zukunft?
Wird ein nachhaltiger Effekt für den Boden erreicht?
4. Übertragbarkeit
Ist das Projekt auf andere Regionen übertragbar?
Hat das Projekt Vorbildcharakter für andere Projekte und können Elemente oder Maßnahmen auf andere Projekte
übertragen werden?
5. Wirkung, Multiplikation
Netzwerke und Kooperationen
Wie kooperiert die Initiative und welche Kooperationen gibt es?
Baut die Initiative Netzwerke auf oder bringt sie sich in vorhandene Netzwerke ein?
Zielgruppe
Welche Zielgruppen werden angesprochen und wieweit sind diese gestreut? Mit welchen Mitteln wird die Zielgruppe angesprochen?
Ziele und Maßnahmen
Welche Maßnahmen werden angewendet, mit denen die Ziele erreicht werden sollen?
Worauf basiert die Auswahl der Maßnahmen und sind sie der Zielsetzung entsprechend gewählt?
Welchen Bezug zum Boden haben die Ziele und Maßnahmen?
Multiplikatoren
Werden Multiplikatoren angesprochen?
Finden sich Multiplikatoren innerhalb der Zielgruppe?
Wirkung
Welche örtlichen / regionalen / überregionalen nachhaltigen Wirkungen in Bezug auf Boden werden damit erzielt?
Inwieweit ist eine Wirkung auf das Bodenbewusstsein der Zielgruppe zu erwarten?
5
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Preisverleihung
6
Festlicher Höhepunkt des Wettbewerbs „BodenWertSchätzen“
war die Preisverleihung am 8. Dezember 2015 im DBU Zentrum
für Umweltkommunikation in Osnabrück.
Ausgezeichnet wurden 19 „Leuchtturmprojekte“, die von einer
Fachjury aus den insgesamt knapp 160 Bewerbungen für das Finale nominiert wurden. Vorgestellt und bekanntgegeben wurden
die Preisträger von fünf Jurypaten, die auch die Urkunden und
Bodenbarren, welche symbolisch für den Wert des Bodens stehen, übergeben haben. Die Hauptpreise in den fünf Kategorien
gingen nach Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, SachsenAnhalt und Berlin. Mit Sonderpreisen wurden Projekte aus Berlin,
Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg geehrt.
Preisträger und Platzierte freuen sich über insgesamt 75.000
Euro, die der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und die
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgelobt haben.
Die große Resonanz auf den Wettbewerb ist für die Generalsekretäre Dr. Heinrich Bottermann (DBU) und Prof. Dr.
Günther Bachmann (RNE) ein Signal weit über den Bodenschutz hinaus. Gesellschaftliche Kreativität und Engagement zeigten neue Lösungen für den Umweltschutz auf, stellten sie bei der Preisübergabe fest.
Unterstützt wurde das abwechslungsreiche Programm mit einem unterhaltsamen und kreativen Einblick ins Erdreich des
Regenwurms von Fräulein Brehms Tierleben – mehr über das
Wissenschaftstheater von Frau Geiger erfahren Sie auf deren
Internetseite1.
Den Film „Let’s talk about soil“, der als Einstieg der Diskussionsrunde gezeigt wurde, hat das IASS Potsdam zur Verfügung gestellt. Dieser Film ist, wie sein Nachfolger „Better save soil“, auf
der Internetseite der „Global Soil Week“ zu finden2.
Der Empfang im Anschluss an die Preisverleihung mit Präsentation der Preisträger bot die Plattform, um sich auszutauschen,
neue Kontakte zu knüpfen und die Menschen hinter den Projekten persönlich kennenzulernen.
1
http://www.brehms-tierleben.com/
http://globalsoilweek.org/resources/video-lets-talk-about-soil
http://globalsoilweek.org/resources/videos/video-better-save-soil
2
Wettbewerb
Die Vielzahl der Themenfelder und die eingereichten Projekte haben „deutlich gemacht, dass engagierte Menschen
und Gruppen unterschiedliche Beiträge zum Schutz des Bodens in den verschiedenen Feldern leisten können. So
werden auch andere animiert, für den Schutz unseres wertvollen Bodens aktiv zu werden. Umfassender Bodenschutz kann nur gelingen, wenn die Bedeutung und der Wert der Böden, deren Gefährdung und Nutzung und die
daraus resultierenden Folgen allen Bevölkerungskreisen bewusst werden“, betonte DBU-Generalsekretär Bottermann anlässlich der Preisverleihung.
RNE-Generalsekretär Bachmann erklärte: „Allein Deutschland verliert täglich circa 75 bis 80 Hektar Boden. Die Ursachen sind vielfältig, die Wirkung gleich: Wertvolle Böden
gehen meist unwiederbringlich verloren. Dabei brauchen wir
intakte Böden für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und eine
gute Ernährung dringender denn je.“ Der Wettbewerb habe,
so Bachmann und Bottermann, die zentralen Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zum Artenschutz, zur Biodiversität, zur Vermeidung der Flächeninanspruchnahme und
zur nachhaltigen Landbewirtschaftung aufgegriffen und Lösungen gezeigt. Den ausgezeichneten Projekten gelingt es,
die oft unterschätzte Ressource Boden mit Kreativität und
Engagement aufzuwerten und interessant zu machen. Sie
haben deutlich gemacht, dass engagierte Menschen jetzt
schon wichtige Initiativen für den Schutz des Bodens starten, ohne auf Impulse aus der Politik zu warten.
Für den Wettbewerb wurde eine Vielzahl sehr guter Projekte eingereicht. Leider konnten nicht alle von der Jury
nominiert werden. Um ihnen an dieser Stelle ebenfalls zumindest ein Teil der verdienten Wertschätzung und öffentlichen Aufmerksamkeit zukommen zulassen, werden die 20 besten Projekte aus jedem Themenfeld auf den
folgenden Seiten näher beschrieben.
Wir wünschen allen Projekten weiterhin viel Erfolg für die Zukunft!
7
BodenWertSchätzen
8
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Projekte
9
Die Projekte
Für den Wettbewerb eingereicht werden konnten Ideen, Ansätzen und Projekte, die sich bewusst dem nachhaltigen Umgang mit Boden verschrieben haben. Sie sollten sich mindestens
innerhalb eines der Themenfelder mit dem Boden auseinandersetzen und ihre Wertschätzung
für den Boden aufzeigen.
Insgesamt haben sich 158 Projekte zum Wettbewerb angemeldet. Damit wurde die erwartete
Resonanz weit übertroffen. Die Menge der Beiträge und die Vielfalt an Ideen, mit denen auf das
Thema Boden aufmerksam gemacht wird, zeigt uns, dass es eine Fülle von Möglichkeiten gibt,
den Boden zu schützen – von Aktionen auf Gemeindeebene über große Initiativen bis hin zu
vielen kleinen Beiträgen, die jeder Einzelne leisten kann.
Auf den folgenden Seiten stellen wir die besten Projekte und die Platzierten aus den Themenfeldern vor und bieten einen Überblick über die Bewerbungen.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Projekte in Zahlen
Für den Wettbewerb konnten die Projekte für mehrere Themenfelder eingereicht werden. Ein Schulprojekt beispielsweise, das sich hauptsächlich mit dem Thema Garten und Gemüse befasst, konnte sich gleichzeitig für das
Themenfeld „Garten- und Gemüsebau“ und „Bildung und Öffentlichkeitsarbeit“ bewerben. Dies haben auch viele Initiatoren in Anspruch genommen, so dass auf die 158 Projekte insgesamt 249 Bewerbungen für die Themenfelder
kamen. Die Verteilung auf die Themenfelder sah wie im Diagramm dargestellt aus.
10
Pacht
5
46 Flächennutzung
29
Flächenmanagement
Flächenrecycling
Garten- und Gemüsebau
Bewerben konnten sich Projekte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.
Niederlande
Österreich
Schweiz
1
3
1
153 Deutschland
Projekte
Die 20 besten Projekte im Themenfeld
Landbewirtschaftung
11
Platz 1
35 Jahre ökologische Bewirtschaftung
auf dem Biohof Lex
Initiator
Ort
Internet
Biohof Lex
85461 Bockhorn
www.biohof-lex.de
Der Biohof Lex ist ein seit 1980 ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb.
Zurzeit bewirtschaftet der Hof ca. 120 ha, die er zum Teil als Bio-Saatgut über den NaturlandVerband vermarktet, zum Teil aber auch selbst verarbeitet und an Privatkunden, Läden und
Bio-Großhandel vertreibt. Weiterhin engagiert sich der Biohof Lex in der Bildungsarbeit für
Landwirte, Verbraucher, Kinder und Schüler.
Bereits 1976 begann der Gründer Lorenz Lex aus gesundheitlichen Gründen umzudenken.
Biolandbau gab es zu dem Zeitpunkt kaum und die ersten Jahre waren extrem schwierig. Aus
heutiger Sicht war es ein ökonomischer Wahnsinn, Produkte zu erzeugen, für die es keine
Abnehmer gab. Erst mit den Jahren konnte Lorenz Lex eine eigene Vermarktung und mit seinem Qualitätsbewusstsein einen Kundenstamm aufbauen. Der kleine Hofladen sowie die Vermarktung des Naturland-Verbandes trugen dazu bei. Heute hat der Hof eine funktionierende
Vermarktung und übernimmt soziale Verantwortung mit der Veranstaltung des Schulklassenprogramms „Erforsche die VIELFALT auf einem Biohof“. Darin werden SchülerInnen spielerisch
an das Thema „Biologische Vielfalt“ in Verbindung mit Ökolandbau und gesunder Ernährung
herangeführt.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Landbewirtschaftung
12
Platz 2
Dem Menschen und der Natur zuliebe
Initiator
Ort
Internet
Öko-Weingut Schmalzried
71404 Korb
www.weingutschmalzried.de
Das Öko-Weingut Schmalzried ist das erste seiner Art in Württemberg. Es bewirtschaftet
knapp 10 ha auf dem Korber Kopf, Hanweiler Berg und Kleinheppach. Begonnen wurde im Jahr
1976 mit der Umstellung von 4 ha auf ökologischen Weinbau. Gemeinsam mit anderen Winzern aus Deutschland gründete Hermann Schmalzried den EcoVin Verband mit der Prämisse
ökologischer, nachhaltiger Weinbau.
In der Anfangsphase wurde viel Versuchsarbeit geleistet, um geeignete Pflanzen, Pflege und
Stärkungsmittel zu finden, die ohne chemisch-synthetische Wirkungen sind. Schnell war klar,
dass nicht nur die Rebe gefördert werden muss, sondern auch der Boden, auf dem sie steht,
damit sich die Rebe aus eigener Kraft gegen Pilzbefall wehren kann.
Beachtet wird der gesamte Lebensraum der Rebe. Einbezogen werden dabei die Bodenfruchtbarkeit, der Humusgehalt, Erosionsschutz. Artenreichtum und naturgemäße Begrünung sowie Lebensraumbeschaffung, Förderung und Schutz als auch Schaffung von Brutmöglichkeiten und Futterstandorten für Insekten und Kleintiere sind wichtige Ziele der Arbeit auf dem
Demeter-zertifizierten Öko-Weingut.
Projekte
Landbewirtschaftung
13
Platz 3
Initiative „Solidarische Landwirtschaft Erfurt“
Initiator
Ort
Internet
SoLawi Erfurt – Manfred Weber
99099 Erfurt
www.solawi-erfurt.de
Die Initiative ‚Solidarische Landwirtschaft Erfurt‘ ist aus bürgerlichem Engagement entstanden. Ihr Ziel ist es, mehr Menschen in der Region Erfurt den Zugang zu frischen Lebensmitteln
aus ökologischem Anbau zu ermöglichen. Zu diesem Zweck soll der Verein ‚SoLawi-Erfurt e.V.‘
gegründet werden.
Ernährung ist ein Querschnittsthema, das jede/n betrifft und hat ein reales Veränderungspotenzial im Hinblick auf die Größe der je nach Ernährungsstil benötigten landwirtschaftlichen
Fläche.
Hinter dem Projekt steckt eine völlig andere Idee der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und VerbraucherInnen: Die VerbraucherInnen kaufen nicht mehr einzelne Lebensmittel, sondern finanzieren gemeinsam den landwirtschaftlichen Hof und erhalten im Gegenzug
für einen pauschalen monatlichen Beitrag quasi ein ‚all you can eat‘-Arrangement für eine große Vielfalt an Produkten.
Die als SoLawi organisierte Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft gibt LandwirtInnen und GärtnerInnen die Möglichkeit, sich auf ihre Haupttätigkeit zu konzentrieren: Pflege und Erhalt eines ökologisch intakten Bodens.
Gleichzeitig trägt sie zur wirtschaftlichen Stärkung kleiner Höfe bei und unterstützt die Umsetzung des politisch gesteckten Ziels, den Anteil des Ökoanbaus auszuweiten.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Landbewirtschaftung
14
Sonderpreis
Nachhaltige ländliche Entwicklung in Karnataka, Indien
Initiator
Ort
Internet
Susila Dharma – Soziale Dienste e.V.
21109 Hamburg
www.susiladharma.de
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V. (SD) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung im In- und Ausland einsetzt. Seit 2008 unterstützt der
Verein Maßnahmen von ANISHA im Bereich organischer Landwirtschaft im Dürregebiet des
Chamarajanagar Distrikts in Karnataka. Langfristig sollen sie die Einkommens- und Ernährungssituation von Kleinbauern und Landlosen verbessern.
Zum Ende des Jahres 2014 wurden bereits 208 ha von Projektteilnehmern organisch bewirtschaftet. Es werden keine chemischen Düngemittel oder Pestizide mehr verwendet und die
Bauern und ihre Familien konsumieren nur noch organische Produkte. Die Böden, die vor
Projektbeginn sehr ausgelaugt waren, wurden durch die Düngung mit Mulch und Kompost
deutlich verbessert. Die nachhaltige Verbesserung der Ernährungssituation wurde erreicht.
Die Hausgärten, die von den landlosen Familien eingerichtet wurden, haben inzwischen eine
neunmonatige Produktivität erreicht.
Ein Hinweis für die positiven Auswirkungen ist außerdem die Verschiebung hin zu organischer
Landwirtschaft auch in den umliegenden Bezirken, die nicht Teil des Projektes waren. Hier
dominierte bisher die chemische Landwirtschaft. Viele Landwirte aus diesen Bezirken haben
Kontakt zu ANISHA aufgenommen, um einheimisches Saatgut sowie Informationen zu organischen Anbaumethoden zu erhalten. Bauern, die schon mit der organischen Landwirtschaft
angefangen haben, versuchen deren Einsatz auszuweiten.
Projekte
Landbewirtschaftung
15
Sonderpreis
Biologischer Landbau in Eichstetten
Initiator
Ort
Internet
BioDorf Eichstetten
79356 Eichstetten
www.eichstetten.de
Die Idee des biologischen Landbaus wurde aus englischer Kriegsgefangenschaft mit nach
Eichstetten gebracht. In der Folge stellten sechs Landwirte aus Eichstetten auf den biologischen Landbau um. Im Laufe der Jahre gab es noch zahlreiche weitere Umstellungen, so dass
die Gemeinde auf ihrer Gemarkung heute mit ca. 26 % anerkannt ökologisch bewirtschafteter
Fläche – fast 5 mal so viel wie der Bundesdurchschnitt – vorweisen kann.
Das Hauptmotiv der frühen Umsteller war die Sorge um die Bodenfruchtbarkeit, dementsprechend kann man heute sagen, dass ein erheblicher Teil des Bodens auf Eichstetter Gemarkung schon jahrzehntelang aufbauend bewirtschaftet wird.
Von Eichstetten gingen im Laufe der Jahre wesentliche Impulse für den ökologischen Landbau in Deutschland aus. So wurde die Gründung des Biolandverbandes 1972 von Eichstetten
stark mitinitiiert.
Eine weitere Zielgruppe der Eichstetter BioBauern sind die Konsumenten. Im Laufe von 60
Jahren gab es unendlich viele Veranstaltungen zur Aufklärung der Konsumentenschaft über
die Besonderheiten des Ökologischen Landbaus in Bezug auf den Boden und seine Fruchtbarkeit.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Plätze 6 bis 20 (alphabetische Reihenfolge)
Anbaugrenzen akzeptieren – Teilflächenspezifische Standortbewertung für eine nachhaltige
Pflanzenproduktion
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Initiator
Ort
Internet
FARMsystem Hinck & Kielhorn Partnerschaftsgesellschaft von Ingenieuren
49076 Osnabrück
www.farmsystem.de
Ackerflächen sind aus bodenkundlicher Sicht selten homogen. Innerhalb einer Ackerfläche schwanken die Erträge zum Teil stark. Insbesondere mit unterschiedlichen Bodenqualitäten ändern sich die Wachstumsbedingungen innerhalb eines Feldes. Sandböden haben eine wesentlich geringere Speicherfähigkeit von Bodenwasser und Nährstoffen im Vergleich zu lehmigen oder schluffigen Böden.
Werden diese Ackerflächen nach dem Durchschnittsertrag einheitlich gedüngt, so wird auf den sandigen Teilflächen eine deutlich zu hohe Düngermenge gestreut. Mit der Folge, dass die Nährstoffe nicht effizient vom
Pflanzenbestand in Biomasse umgesetzt werden können. Die zu hohen Düngermengen haben ökologisch und
ökonomisch negative Auswirkungen zur Folge.
Auf den Teilflächen mit einer lehmigen Bodenart sind überdurchschnittliche Ertragspotenziale zu erwarten.
Auch hier kann die Düngung an die überdurchschnittlichen Erträge angepasst werden. Damit besteht zum einen die Möglichkeit, die Produktqualität zu verbessern und zum anderen auch, Mehrerträge zu realisieren. Die
Bodeninformationen sind eine Schlüssel-Information für eine optimale Düngeintensität, aber auch für Aussaatkarten, Kalkung etc. auf Teilflächenbasis.
Angepasste Holzerntetechnologien
Initiator
Ort
Internet
Staatsbetrieb Sachsenforst
01796 Pirna
www.smul.sachsen.de/sbs/
Sachsenforst ist nach § 45 (1) SächsWaldG aufgefordert, den Landeswald vorbildlich zu bewirtschaften. Aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen (u. a. höhere Erntemengen, Klimawandel > veränderte Klimaverhältnisse, Naturschutzrestriktionen, Trinkwasserschutzgebiete) wird die vorbildliche Bewirtschaftung mit den
bisher angewandten Technologien (vgl. Holzerntetechnologien-Richtlinie [Staatsbetrieb Sachsenforst 2006])
zunehmend schwieriger.
Ziel der Projekte ist die Sicherung einer multifunktionalen Waldbewirtschaftung auf befahrungsempfindlichen
Standorten und im Hangübergangsgelände durch bodenschonende, nachhaltige, leistungsfähige und wirtschaftliche Holzerntetechnologien (Teilprojekt 1) wechselfeuchte Standorte, Teilprojekt 2) Hangübergangsgelände).
Es wurden Holzerntetechnologien, Verfahren und Holzernteprozesse anwendungsreif entwickelt, welche sowohl den Anforderungen der nachhaltigen Bereitstellung von Holz als auch den gestiegenen Anforderungen des
Wasser-, Natur- und Bodenschutzes unter den Bedingungen der sich immer mehr verstärkenden Tendenzen des
einsetzenden Klimawandels Rechnung tragen.
Projekte
Bodenfruchtbarkeit und Zwischenfruchtanbau
Initiator
Ort
Internet
Ring landwirtschaftlicher Betriebsleiter – Beratungsring Ackerbau
55234 Offenheim
www.br-ackerbau.de
Die Idee, sich verstärkt um Bodenfruchtbarkeit zu kümmern, entsprang aus der Erkenntnis, dass in Jahren mit
etwas außergewöhnlicher Witterung die Getreideerträge selbst auf besten Böden sehr stark abfallen. Offensichtlich war es dem Boden nicht möglich, Frühjahrs- oder Frühsommertrockenheit oder längere Feuchteperioden abzupuffern.
Insbesondere war das Wurzelwachstum des Winterweizens recht kümmerlich. Aus den vorgefundenen Wurzeln
war kaum eine ausreichende Ernährung in kritischen Trockenphasen zu erwarten. Ebenso ließen die Grabungsergebnisse in mehreren Fällen eine gute krümelige Bodenstruktur vermissen.
Aus diesen Erfahrungen heraus beschäftigte sich das Projekt verstärkt mit dem Thema Bodenfruchtbarkeit und
machte sich zum Ziel, das Pufferungsvermögen des Bodens in Hinsicht auf Witterungsunbilden und auf eine
optimale Wurzelleistung zu erhöhen.
Durch Kontakte mit anderen Beratern und Landwirten reifte die Erkenntnis, dass sich ein langfristiger Erfolg
nur durch den möglichst häufigen Anbau von vielfältigen Zwischenfruchtgemengen einstellen würde. Der Erhalt
der Bodenfruchtbarkeit ist unabdingbare Voraussetzung dafür, nachhaltig stabile Erträge zu erwirtschaften.
Die Bodenfruchtbarkeit lässt sich vor allem durch Zwischenfruchtanbau mit möglichst vielfältigen Kulturen und
eine Lebendverbauung durch die Bodenorganismen erhöhen.
Bodenpraktikerausbildung am Lindenhof Hemmersheim
Initiator
Ort
Internet
Martin Primbs
97239 Aub
www.lindenhof-hemmersheim.de
Der Lindenhof Hemmersheim ist ein Tagungs- und Schulbauernhof mit Übernachtungsmöglichkeit und hohem
pädagogischen Niveau, auf dem erstmalig im Jahr 2015 ein Demeter-Bodenpraktikerkurs durchgeführt wurde.
In dem 10-tägigen Jahreskurs zum Thema Boden (5 getrennte Module von März bis November) erfahren 18 bis
25 Teilnehmer alles wichtige über den Boden und eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Es wird Praxiswissen zu den Themen Bodenleben, Bodenaufbau, Bodenfruchtbarkeit, Düngung, Präparateeinsatz, Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Zwischenfruchtaufbau vermittelt und die Teilnehmer erhalten eine Übersicht über die
biologisch-dynamisch gezüchteten Sorten.
Durch die Arbeit in großen Bodenprofilen und auf den Versuchsfeldern des Demeterhofs Primbs und durch die
Nutzung von Spaten und Bodenmessgeräten lernen die Teilnehmer einen neuen Zugang zum Boden.
Die Ausbildung zum „Bodenpraktiker“ befähigt die Absolventen, das Wissen auch an Kollegen weiterzugeben
und eine neue Begeisterung für den biodynamischen Landbau und die Arbeit mit dem Boden zu wecken. Durch
die Erstellung einer Abschlussarbeit vertiefen die Teilnehmer ihr Wissen durch eigene Anwendung. Die Vorstellung der Ergebnisse vor den Kollegen ist eine zusätzliche Motivation für die Kursteilnehmer.
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Bodenqualität in einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf: Der Trierer Bodenqualitätstest
Initiator
Ort
Internet
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Initiative Bodenqualität in einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf
Trier
www.trierer-bodenqualitaetstest.de
Hervorgegangen ist die Initiative Bodenqualität aus dem Cooporate Social Responsibility-Projekt „Verantwortungspartner Region Trier“ und fand sich dort unter dem Arbeitstitel „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ zusammen.
Der Boden wurde als zentrales Element in der landwirtschaftlichen Lieferkette identifiziert und das Projekt darauf ausgerichtet. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, Menschen, die mit Boden umgehen, insbesondere
Landwirte, für die Themenfelder Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz zu sensibilisieren und die Verantwortung
der Bewirtschafter hervorzuheben. Der Boden ist unsere Lebensgrundlage. Dennoch wird seine Qualität zu wenig untersucht und gefördert.
Im Wissen um die Bedeutung der Bodenqualität, hat die Initiative sich deren Erhaltung und Verbesserung zur
Mission gemacht. Um die Qualität des Bodens besser beurteilen und fördern zu können, wurde der Trierer Bodenqualitätstest entwickelt. Er wurde speziell auf die Belange von Praktikern zugeschnitten mit dem Ziel, dass
sie selbst diesen Test einfach und kostengünstig durchführen können und er trotzdem aussagekräftige Ergebnisse zulässt.
„Boden zu Boden“
Initiator
Ort
Landwirtschaftlicher Betrieb Dagmar Scheibert und Landbau Koch GmbH
23942 Dassow
Die Idee „Boden zu Boden“ ergab sich aus der Anfrage, eine landwirtschaftliche Nutzfläche für ausgebaggertes Straßengrabenmaterial zur Verfügung zu stellen. Dafür eignete sich eine direkt an der Ortsstraße gelegene,
noch teils versiegelte Fläche von gut einem Hektar, wo sich ein Gras- und Wildkräuterbewuchs entwickelt hatte.
Es entstand die Idee, dass das hierher transportierte Grabenmaterial und Bankettschälgut auch gleich gereinigt
und für eine Bodenaufschüttung verwendet werden könnte, um die durchwurzelbare Bodenschicht um 12-15
cm anzuheben. Nach Probenentnahme und Analyseergebnissen wurden ca. 1000 Tonnen Bodenmaterial aufgetragen.
„Boden zu Boden“ soll beispielhaft zeigen wie dem Schwund des Bodens als Umweltmedium bereits auf lokaler
Ebene entgegen gewirkt werden könnte. Für die Idee ist es auch wichtig, die Öffentlichkeit für einen bewussten
Umgang mit und eine Achtsamkeit für Böden zu sensibilisieren. Allein in Deutschland fallen jährlich mehrere Millionen Tonnen Erde aus Bankettschälgut und Grabenmaterial an. Um das Defizit von verlorenem Humus,
Wasserhaushalt und anderen ökologischen Funktionen zu verringern, brauchen wir mehr Bodenrecycling und
Flächenrückgewinnung.
Projekte
CO2e-Kompensation der BioMessen durch Humusaufbau auf heimischen Bio-Höfen
Initiator
Ort
Internet
M. Deppe & W. Müller GbR - BioMessen
21218 Seevetal
www.biomessen.info
Die BioMessen sind eine Angebots- und Kommunikationsplattform für die Akteure der deutschen Bio-Branche.
Insgesamt besuchten im Jahr 2014 13.000 Fachbesucher die BioMessen. Als Kommunikationsplattform bringen die BioMessen Erzeuger, Hersteller, Dienstleister und Händler in den direkten Austausch.
Die Idee zu dem Projekt „CO2e-Kompensation durch Humusaufbau auf heimischen Bio-Höfen“ entstand 2012
aus dem grundsätzlichen Wunsch der Veranstalter, die BioMessen klimaneutral durchzuführen. Die eingenommen Kompensationsabgaben sollten direkt in nachhaltige Verbesserungsmaßnahmen im ökologischen Landbau investiert werden und somit in der Bio-Branche bleiben. Da der Boden das Kapital der Land- und Ernährungswirtschaft ist, in der die Akteure der BioMessen tätig sind, sollten ökologische wirtschaftende Landwirte
vor Ort direkt unterstützt werden.
In Kooperation mit dem Unternehmen Soil & More wurde das Konzept realisiert. In enger Zusammenarbeit
mit den beteiligten Höfen werden auf Basis individueller Analysen die passenden Maßnahmen entwickelt und
umgesetzt. Die erzielten Resultate werden entsprechend dokumentiert. Rund 4.100 Tonnen klimaschädlicher
Emissionen, wurden im Jahr 2014, in dem das Projekt nach anderthalbjähriger Vorbereitungszeit erstmals umgesetzt wurde, insgesamt gebunden.
Energie aus Wildpflanzen
Initiator
Ort
Internet
Netzwerk Lebensraum Feldflur
20251 Hamburg
www.Lebensraum-Feldflur.de
Das Netzwerk Lebensraum Feldflur widmet sich dem Projekt „Energie aus Wildpflanzen“, um zu zeigen, wie
Energieerzeugung aus Biomasse enger mit Zielen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes verknüpft werden kann.
Für die Biogasproduktion werden derzeit in erster Linie intensiv betriebene, einjährige Anbausysteme genutzt.
Diese haben mitunter negative Folgen für die Artenvielfalt und für den Schutz von Böden und Gewässern.
Mehrjährige, ertragreiche Wildpflanzenmischungen stellen einen innovativen Ansatz für die Energieerzeugung
aus Biomasse dar. Saatgutmischungen aus ertrag- und blütenreichen ein- und mehrjährigen heimischen Wildpflanzenarten und Kulturarten bieten Nahrung und Deckung für Wildtiere. Lange Blühzeiten und große Blühflächen verbessern das Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insekten und werten das Landschaftsbild
und somit den Erholungswert der ländlichen Räume auf. Durch eine späte Ernte wird die Gefahr von Mähverlusten bei Wildtieren verringert.
Die Wildpflanzen eignen sich hervorragend als Dauerkultur und erfordern keine jährliche Bodenbearbeitung
und Ansaat. Eine Bodenverdichtung wird vermindert. Auf eine mineralische Düngung und chemische Pflanzenschutzmittel kann weitestgehend verzichtet werden. Durch die ganzjährige Bodenbedeckung wird der Bodenerosion in Hanglagen und entlang von Oberflächengewässern entgegengewirkt und die Humusbilanz verbessert.
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Forschung & Züchtung Dottenfelderhof
Initiator
Ort
Internet
‚Forschung & Züchtung Dottenfelderhof‘
61118 Bad Vilbel
www.forschung-dottenfelderhof.de
Der Dottenfelderhof arbeitet seit 1968 als Betriebsgemeinschaft nach den demeter-Richtlinien. Ziel war die
Entwicklung eines Musterbetriebs in enger Verbindung von Praxis, Lehre und Forschung einschließlich der Erprobung neuer Formen des Zusammenlebens und -arbeitens. Darüber hinaus galt es, den Boden aus der Kapitalisierung durch den damaligen Verpächter herauszulösen und in gemeinnütziges Eigentum zu überführen.
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Leitprinzipien waren die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch die vielfältige Gestaltung der Fruchtfolge,
schonende Bodenbearbeitung, intensive organische Düngung und den flächengebundenen Viehbesatz. Es
stellten sich spezielle Fragen zur Pflanzengesundheit und zum biologischen Pflanzenschutz, zur Unkrautregulierung, Saatgutpflege sowie Pflanzen- und Tierzüchtung.
1974 der gemeinnützige Verein ‚Landbauschule Dottenfelderhof‘ (LBS) gegründet. Im Rahmen der LBS sind
auch die Bereiche der Forschung, der Getreide- und Gemüse-Züchtung sowie der Aus- und Fortbildung angesiedelt. Hier werden Kurse zur Weiterbildung im Biodynamischen Landbau sowie zahlreiche andere Kurse zum
Öko-Landbau, Verarbeitung, Betriebswirtschaft, Pflanzenzüchtung und Sozialkunde angeboten. Darüber hinaus
führt die LBS einen Jahreskurs zur Ausbildung biodynamischer Landwirte mit staatlicher Anerkennung durch.
Humussphäre – Projekt zu Humus aufbauenden und Energie sparenden Methoden in der
Landwirtschaft
Initiator
Ort
Internet
Klaus Strüber und Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik
23744 Schönwalde
www.hof-hollergraben.de
Die Idee hinter dem Projekt ist es, eine Antwort auf die Themen Bodenfruchtbarkeit/Humus und Energieersparnis zu finden. Vor allem die Zugpferdebewirtschaftung wurde im Projekt erprobt, da dieses Verfahren zu den
Themen Boden und Energie spannendes Potenzial versprach.
Die Struktur des Projektes bestand aus einer Diskussion unter Fachleuten, die am Ende zu 13 Teilprojekten
führte. Unter anderem wurden im direkten Vergleich die Auswirkungen von Pferdeeinsatz und Traktoreinsatz
auf den Boden erforscht.
Der Versuch zeigt im langjährigen Versuch deutlich, dass unter Pferdebewirtschaftung die wichtigen Bodenfunktionen Luftporenvolumen und Wasserhaltefähigkeit besser erhalten bleiben als unter Traktorbewirtschaftung. In der Rentabilität wird klar, dass Pferdeeinsatz mehr Kosten verursacht als Traktoreinsatz. Diese Situation
könnte entschärft werden durch Nutzungskonzepte von Arbeitspferden, die auf einer hohen Einsatzintensität
der Pferde basieren.
In einem weiteren Teilprojekt „Pfluglose Bodenbearbeitung“ ist nach dem Bau eines zweiten Prototyps sichergestellt, dass die Traktortechnologie „Eco-Dyn“ nicht auf das Pferd adaptiert werden kann. Die begleitende Bodenanalytik zeigt hingegen positive Effekte. Deshalb wären weitere Forschungen zum Thema dringend angezeigt.
Projekte
Kohlenstoffspeicher Waldboden!?
Initiator
Ort
Wolfgang Behrendt
56323 Rhens-Hünenfeld
Mit dem Ziel, den Beitrag seiner Böden zum Klimaschutz aufzuzeigen, stellte sich der Landwirt Wolfgang Behrendt die Frage, wie sich die Landnutzungsänderung auf den organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens auswirkt, wenn Waldflächen in Weide- oder Ackerland umgewandelt werden?
Auf drei landwirtschaftlich genutzten Grundstücken mit unterschiedlicher Nutzungsgeschichte und einem
angrenzenden, in seinem ursprünglichen Zustand belassenen Wald, wurden schichtweise Bodenproben entnommen und untersucht. Bei gleicher Bodenbeschaffenheit konnten Veränderungen im Kohlenstoffgehalt des
Bodens aufgezeigt und damit Rückschlüsse auf die Nutzung gezogen werden.
Der Ausgangskohlenstoffgehalt der ehemals forstwirtschaftlichen Nutzung konnte im Grünlandbereich gehalten und durch Beweidung sogar noch gesteigert werden. Auf der Ackerfläche hingegen wurde trotz regelmäßiger Zufuhr von organischer Substanz und nachhaltiger Wirtschaftsweise organischer Kohlenstoff abgebaut und
durch Oxidation als klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.
Die Ergebnisse der Untersuchung wurden beim Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in Koblenz und
bei der Kreisgruppe des BUND (NGO) vorgestellt.
„KugelSüdhangHof“ – Nachhaltige, bodenfördernde Kreislaufwirtschaft im Allgäuer Berggebiet
Initiator
Ort
Internet
KugelSüdhangHof
87480 Sibratshofen
www.kugelsüdhanghof.de
Naturnahe, nachhaltige, bodenfördernde Kreislaufwirtschaft im Allgäuer Berggebiet bei ungünstiger Ausgangslage: Steilhänge, Niederschlag, Erosion, Klima, Bodenbeschaffenheit. An solch einem Standort kann der Schlüssel zum Erfolg nur ein gesunder, lebendiger Boden sein. Dieser Erkenntnis folgend, haben die Betreiber des
KugelSüdhangHofs ein umfassendes Gesamtkonzept entwickelt und erkannt, dass es sinnvoller ist, mit den
natürlichen Kreisläufen zu leben und zu arbeiten.
Der Boden wird mit leichten, hangtauglichen (Spezial-)Maschinen bearbeitet und es wurden Maßnahmen zur
Förderung der aeroben Mikroflora angewendet. Die Düngerausbringung erfolgt nur in Form von Nährhumus/
Dauerhumus und es wurde zur Förderung der Pflanzenvielfalt auf reine Heufütterung mit 1-2-Schnittnutzungen
sowie ein behutsames Weidemanagement mit kleinen Herdenverbänden umgestellt.
Geplant ist außerdem eine vorsichtige Umgestaltung der ca. sechs ha großen (Steil-)Hangfläche, die ausschließlich als Weidefläche genutzt wird, jedoch sehr stark erosionsgefährdet ist und zudem stellenweise Erdsenkungen aufweist.
Diese „andere Art“ der Bewirtschaftung wird mit Hilfe eines stimmigen und authentischen Marketingkonzepts
zusammen mit den anderen Teilbereichen des KugelSüdhangHof-Projekts öffentlichkeitswirksam kommuniziert.
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Ökologische Landbewirtschaftung wertschätzt den Boden!
Initiator
Ort
Internet
Jan Hemmeke und Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim
48529 Nordhorn
www.naturschutzstiftung.de
Ziel des Projekts ist es, durch eine Umstellung von bisher konventionell bewirtschafteten Flächen auf eine ökologische Bewirtschaftung langfristig positive Auswirkungen auf die Bodengesundheit zu erreichen.
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Ermöglicht wird die Umstellung von zusätzlich knapp 16 ha Fläche für den Bioland-Betrieb durch die Anerkennung der Flächenumstellung als Kompensationsmaßnahme durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises sowie durch die Kooperation von Betrieb und Naturschutzstiftung (Stiftung als Pächterin, vertragliche
Absicherung).
Mit der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung stellt Jan Hemmeke auch seine Bewirtschaftungsmethoden um. Dazu gehört der Verzicht auf Pestizide und chemisch-synthetischen Mineraldünger, eine mindestens
viergliedrige Fruchtfolge sowie schonende Bodenbearbeitung.
Alle pflanzenbaulichen Maßnahmen sollen dem Aufbau und der Pflege eines vielfältigen und aktiven Bodenlebens dienen.
Ökonauten e.G.: Landwirtschaft gemeinsam gestalten in Berlin Brandenburg
Initiator
Ort
Internet
Ökonauten e.G.
16359 Biesenthal
www.oekonauten-eg.de
Die Ökonauten eG ist eine Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft mit dem Ziel, fruchtbaren Boden zu erhalten,
Unternehmensgründungen von Landwirten zu unterstützen und ökologische Lebensmittel zu produzieren.
Fruchtbarer Boden ist eine endliche Ressource und sehr begehrt wodurch in den letzten Jahren der Preis für
Ackerland massiv angestiegen ist. Damit geht die lokale Grundlage von Landwirten für die Lebensmittelerzeugung verloren.
Die Ökonauten eG setzt bei der Existenzgründung von jungen Menschen in der ökologischen Landwirtschaft an,
zu den Leistungen gehören u.a. die Gründerberatung, die Suche geeigneter Betriebe und Flächen, Begleitung
bei betriebswirtschaftlichen Fragen, Vermarktung und ggf. Logistik der Produkte.
Die dauerhafte Grundlage dafür ist die genossenschaftliche Sicherung von Land durch die Mitglieder. Es wird
zu fairen Konditionen an die Existenzgründer verpachtet. Zwischen den Genossenschaftsmitgliedern und den
Landwirten entsteht eine direkte Beziehung, die durch den Verkauf der Erzeugnisse, persönlichen Begegnungen oder Aktionen auf den Betrieben gestärkt wird.
Projekte
Vom Acker zum blühenden Randstreifen
Initiator
Ort
Internet
Umweltschutzamt Bremerhaven
27580 Bremerhaven
www.bremerhaven.de
Die Idee zur Entwicklung eines vier bis fünf Meter breiten, blühenden Randstreifens geht zurück auf Beschwerden der Anwohner und Klagen über Staubverwehungen ausgehend von den degradierten Böden des angrenzenden Maisackers. Hinzu kamen Beschwerden des Landwirtes über den Eintrag von Gartenpflanzen aufgrund von
abgelagerten Gartenabfällen am Ackerrand.
Die Naturschutzbehörde schlug vor, den Randstreifen aus der Nutzung zu nehmen und als Blühstreifen und/
oder Gehölzstreifen zu entwickeln. Ackerrandstreifen übernehmen eine wichtige Pufferfunktion gegen Stoffeinund -austräge, als Erosionsschutzstreifen angelegt verhindern Ackerrandstreifen den großflächigen Abtrag der
wertvollen Bodendeckschicht.
Zusätzlicher Nutzen war die Entwicklung von Vegetations- und Strukturreichtum und damit zu hohen Artenund Individuenzahlen der Tierwelt. Vor allem Blütenbesucher (Bienen, Schmetterlinge etc.) und Wirbeltiere wie
Feldhase, Rebhuhn und Fasan profitieren von dem erhöhten Nahrungsangebot in den Ackerrandstreifen, Nützlinge tragen zu einer natürlichen Regulation von Schädlingspopulationen, was sich auch auf die angrenzenden
Kulturpflanzen auswirkt.
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BodenWertSchätzen
24
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Projekte
Die 20 besten Projekte im Themenfeld
Flächennutzung, Flächenmanagement,
Flächenrecycling
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Platz 1
Natur in graue Zonen – Kampagne zur naturnahen
Begrünung innerstädtischer Firmengelände
Initiator
Ort
Internet
Wissenschaftsladen Bonn e.V. (WILA)
52113 Bonn
www.natur-in-graue-zonen.de
„Natur in graue Zonen zu bringen“. Unter diesem Motto steht die dreijährige Kampagne in den
drei Modellstädten Duisburg, Erfurt und Wiesloch, die nun – im letzten Projektjahr – auch auf
weitere Städte ausgedehnt werden soll.
Neben dem direkten ökologischen Nutzen zielt die Kampagne darauf ab, für die innerstädtischen Spielräume und Potenziale einer Entsiegelung und entsprechenden Begrünungen zu
sensibilisieren. UnternehmerInnen und BürgerInnen werden zu Akteuren und können Teile ihrer Betriebsflächen begrünen, ohne dass dabei die Funktionsflächen eingeschränkt werden.
Daher werden exemplarische Flächen – Eingangsbereiche, Parkplätze, Außenbegrenzung,
Aufenthaltsbereiche – von 50 bis 100 qm Größe bearbeitet. Mit einer solchen „Grünen Visitenkarte“, die die Stadt grüner und lebenswerter werden lässt, gewinnt das Unternehmen zusätzlich an Attraktivität für Kunden und Mitarbeiter/innen.
Um eine langfristige Verankerung und Akzeptanz in den beteiligten Modellstädten zu ermöglichen, werden Projektpartnerschaften mit den jeweiligen Bürgerstiftungen und Wirtschaftszusammenschlüssen in den beteiligten Städten vereinbart.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Flächennutzung, Flächenmanagement,
Flächenrecycling
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Platz 2
Bodenschutzkonzept Stuttgart (BOKS)
Initiator
Ort
Internet
Amt für Umweltschutz Landeshauptstadt Stuttgart
70182 Stuttgart
www.stuttgart.de/bodenschutzkonzept
Zur Jahrtausendwende wurde offensichtlich, dass die fortgesetzte rapide Besiedelung seit
1900 zu einem vollständigen Verlust der Böden und Freiflächen Stuttgarts bis etwa 2080
führen würde. Um diesen Trend zu brechen, wurde 2001 beschlossen, ein „Bodenschutzkonzept Stuttgart“ (BOKS) zu entwickeln. Die Inanspruchnahme naturnaher Böden im Sinne einer
nachhaltigen Bewirtschaftung der Bodenressourcen sollte ab jetzt gesteuert werden.
Seit 2006 sind die Methoden und Ziele des BOKS per Gemeinderatsbeschluss verbindlicher
Bestandteil der Stuttgarter Bauleitplanung. Damit ist es gelungen, trotz moderner Stadtentwicklung auf eine Neuinanspruchnahme von Böden weitestgehend zu verzichten.
Inzwischen hat konzeptioneller Bodenschutz in der Bauleitplanung eine Rechtsgrundlage.
Deren praktische Umsetzung unterstellt, dass Planer und Kommunen über geeignete Fachgrundlagen und Indikationsmethoden zur Beurteilung der Bodeninanspruchnahme verfügen.
Zusätzlich wird verlangt, für alle von Planungen betroffenen Umweltmedien – hierzu zählt in
erster Linie der Boden – Ziele zu definieren und Maßnahmen vorzubereiten, mit denen eine
nachhaltige Ressourcenwirtschaft betrieben werden kann. Dies schließt Erfolgskontrollen im
Sinne eines Monitorings und Korrekturen durch Steuerung mit ein.
Projekte
Flächennutzung, Flächenmanagement,
Flächenrecycling
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Platz 3
Quartiershof Dessau – die neue StadtLandschaft
produktiv machen
Initiator
Ort
Internet
Urbane Farm Dessau
06846 Dessau
www.urbane-farm.de, http://blog.urbane-farm.de
Der Quartiershof Dessau ist eine Nachbarschaftsinitiative, die von Mitgliedern sozialer Einrichtungen, von Unternehmern, Bildungsträgern, Bürgern und Vereinen gemeinsam entwickelt wird. Verortet ist das Projekt im Dessauer Quartier Am Leipziger Tor, einem Stadtteil, der
sehr stark von Bevölkerungsschwund, Leerstand und sozialer Segregation betroffen ist.
Im Rahmen der Dessauer Stadtumbaustrategie „Urbane Kerne – landschaftliche Zonen“ kommen wichtige Impulse für die Entwicklung städtischer Quartiere auch von der Stiftung Bauhaus Dessau. Diese ist Mitinitiator des Projekts.
In Dessau-Roßlau ist Neuland zu gewinnen. Seit 2002 werden großflächig und innerstädtisch
Gebäude abgerissen. Der durch Rückbau neu gewonnene Freiraum soll produktiv gemacht
werden: für den Anbau gesunder Lebensmittel und die Produktion erneuerbarer Energien mitten in der Stadt. Es werden neue Grünflächen für ökologische Verbesserungen mitten in der
Stadt geschaffen sowie Strategien von Nah- und Selbstversorgung entwickelt.
In Zukunft sollen Jugendliche hier auch die Möglichkeit für Ausbildung und Beschäftigung erhalten und neue Berufsbilder wie den Kreislaufmanager, den Energiewirt oder Urbanen Bauer
kennenlernen. Damit wird der Quartiershof zugleich zu einem Lernort, indem ökonomische
Wertschöpfung mit Bildungs- und Sozialarbeit verknüpft wird.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Plätze 4 bis 20 (alphabetische Reihenfolge)
Allgemeingut Boden
Initiator
Ort
Internet
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Steffen Grau
90610 Winkelhaid
www.dasmanifest.net
Durch den aufgrund der Niedrigzinspolitik verursachten Anstieg von Grundstückspreisen entwickelte der Initiator ein immer größeres Unverständnis für die Tatsache, dass man Grund und Boden erwerben und besitzen
muss. Er verfasste ein Manifest, das auf dem Gedankens Boden = Allgemeingut basiert. Daraus entstand der
Verein „Allgemeingut Boden e.V.“, der vorwiegend größere Flächen erwerben möchte, um darauf Wohnmodelle
im Sinne des Gemeinschaftsgedankens zu realisieren.
Grund und Boden soll als Allgemeingut verstanden und ein ganzheitlicher, ökologischer und nachhaltiger Umgang mit Grund und Boden gefördert werden. Ziel ist es, den Menschen Grund und Boden zu überlassen. Dies
geschieht zu einem geringen finanziellen Beitrag, um die Errichtung von gesundem, ökologischem, nachhaltigem und sozialem Wohnungsbau zu unterstützen. Außerdem möchte der Verein soziale Wohn- und Lebensgemeinschaften für Familien und Alleinstehende sowie Ältere und hilfsbedürftigen Menschen fördern und baulich
umsetzen.
BALDWALD: Neue Wälder durch Baumpatenschaften
Initiator
Ort
Internet
Forstbetrieb BALDWALD
28203 Bremen
www.baldwald.de
Das Projekt BALDWALD ist organisatorisch ein privater Forstbetrieb. Idee des Projekts ist es, über Baumpatenschaften und teilhabenden Aktionen viele Menschen, die selbst nie einen Baum pflanzen können, an neuen Wäldern zu beteiligen. Zwei neue Laub-Mischwälder mit ca. 13.000 Bäumen wachsen bereits, weitere sind geplant.
Baumpaten und -patinnen bei BALDWALD haben jederzeit Zugang zu den Patenbäumen, werden auch langfristig
informiert und sind vielfältig am Projekt beteiligt. Für eine Baumpatenschaft gibt es eine persönliche Urkunde,
die Wegbeschreibung, umfassende Besuchs- und Fotorechte und auf Wunsch jährlich einen neuen Waldbrief.
Projekte
Biomassepark Hugo
Initiator
Ort
Internet
RAG Montan Immobilien GmbH
45141 Essen
www.rag-montan-immobilien.de
Der Biomassepark Hugo auf dem Standort des ehemaligen Bergwerks Hugo 2|5|8 in Gelsenkirchen-Buer ist die
erste großflächige Kurzumtriebsplantage in einem europäischen Ballungsraum auf einer ehemals bergbaulich
genutzten Fläche in der Metropole Ruhr. Auf einer Fläche von ca. 22 Hektar entsteht eine Parkanlage mit schnell
wachsenden Gehölzen.
Es wird untersucht, wie durch den Biomasseanbau die ehemals bergbaulich genutzte Fläche räumlich als auch
sozial wieder in das städtische Umfeld von Gelsenkirchen eingebunden werden kann. Der Biomassepark soll als
öffentlicher Raum gestaltet werden, der auch für Projekte der Umweltbildung und für Freizeit- und Erholungsnutzung offen stehen soll.
Von der südlich des Biomasseparks gelegenen Halde Rungenberg, die Bestandteil der „Industriekulturroute
Ruhrgebiet“ ist, werden Besucher künftig einen Überblick über das Gelände haben und so den Dreiklang aus
Halde, Plantage und einer „Natur auf Zeit-Parzelle“ im Norden des Biomasseparks gut nachvollziehen. Der östliche Bereich des Biomasseparks in unmittelbarer Nähe zum Regionalforstamt soll als „Landschaftslabor“ gestaltet werden.
Bodenfunktionsbewertung für die Raum- und Bauleitplanung für Hessen und Rheinland-Pfalz
Initiator
Ort
Internet
Ingenieurbüro Schnittstelle Boden
61239 Ober-Mörlen
www.schnittstelle-boden.de
http://bodenviewer.hessen.de
http://mapclient.lgb-rlp.de
Die Bodenfunktionsbewertung bildet einen zentralen Baustein im Rahmen der Umweltprüfung für das Schutzgut Boden in der Bauleitplanung.
Die bisherigen bodenkundlichen, geomorphologischen oder sich auf einzelne Funktionsaspekte beziehenden
Ausführungen zum Schutzgut Boden in den Umweltberichten sind bei der Beschreibung und Bewertung des IstZustands durch die Betrachtung insbesondere der natürlichen Bodenfunktionen nach BBodSchG zu ergänzen.
Die hierzu erforderlichen Daten und Karten zur Bewertung von Bodenfunktionen und -eigenschaften wurden
in einem länderübergreifenden Projekt vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) und dem
Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB) in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Schnittstelle Boden erarbeitet.
In der Umweltprüfung von Bauleitplänen nach dem Baugesetzbuch (BauGB) werden für die Umweltbelange –
und damit auch die Belange des Bodenschutzes – die voraussichtlichen Auswirkungen des Planes beschrieben
und bewertet. Dabei wird zunächst der aktuelle Bodenzustand (Ist-Zustand) ermittelt und bewertet. Im Rahmen der Auswirkungsprognose bzw. der Umweltfolgenabschätzung wird eine Bewertung des Bodenzustands
bei der Durchführung der Planung vorgenommen. Die Bodenbewertung erfordert eine Beurteilung der im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) verankerten natürlichen Bodenfunktionen sowie der Funktion der Böden
als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Aufbauend auf der vergleichenden Bodenfunktionsbewertung von
Ist-Zustand und Durchführung der Planung wird der bodenbezogene Kompensationsbedarf ermittelt.
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Familienlandsitzsiedlung Traumland Lychen
Initiator
Ort
Internet
Verein Traumland Lychen (i.Gr.)
99084 Erfurt
www.traumland-siedlung.de
Die Familienlandsitzsiedlung (FLSS) besteht aus mehreren Familienlandsitzen (FLS) von jeweils einem Hektar,
auf dem jeweils eine Familie lebt. Zusätzlich hat die Siedlung gemeinschaftliche Flächen wie Wege, den zentralen Versammlungsplatz, die Schule, Werkstätten, Weiden u.a.m.
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Zum Projekt gehören derzeit rund 45 Hektar Land inklusive 8 Hektar Wald. Die Besiedlung ist ab Frühjahr 2016
geplant.
Ein Hektar ist groß genug, um Lebensraum und Lebensmittel für eine Familie zu bieten und klein genug, um
von einer Familie bearbeitet werden zu können. Der FLS ist von einem lebendigen Zaun umgeben, einer dichten
Hecke aus Bäumen und Sträuchern, die die natürliche Grenze des FLS darstellt und gleichzeitig Beeren, Früchte,
Nüsse, Holz und Windschutz bietet. Die Hälfte bis zwei Drittel jedes FLS wird mit Laub-, Nadel-, Obst und Nussbäumen bepflanzt, so dass mit der Zeit ein Mischwald heranwächst. Jeder FLS verfügt über einen Gemüse- und
Kräutergarten. Das Haus auf dem FLS wird aus natürlichem Material gebaut.
Die Bewohner der FLSS erschaffen eine vielfältige und intakte Umwelt für Pflanzen, Tiere, Menschen und Boden.
Die Verbundenheit mit dem eigenen Stück Land und das gemeinsame Leben und Arbeiten stärken den Zusammenhalt und die Harmonie innerhalb der Familie und der Gemeinschaft der FLSS.
Familienlandsitzsiedlung Weda Elysia
Initiator
Ort
Internet
Weda Eysia e.V.
38889 Wienrode
www.weda-elysia.de
Ziel des Projektes ist eine friedliche, gesunde und langanhaltende Gemeinschaft von Menschen, Tieren, Pflanzen und allen anderen Lebewesen.
Das Projekt beruht auf einer ganzheitlicheren Idee aus der Anastasia-Buchreihe von Wladimir Megre: Dem Familienlandsitz. Jeder Einzelne bzw. jede Familie der Gemeinschaft möchte einen Hektar Land in einen Waldgarten
wandeln um einen idealen Lebensraum für den Menschen mit sauberem Wasser, duftender Luft, gesunder Nahrung und natürlichem Schutz zu schaffen.
Der Aufbau des naturgegebenen Lebensraums im Ostharz-Vorland erfolgt schrittweise. Als Forschungs- und Pilotprojekt wird das Vorhaben ohne staatliche Subventionen realisiert.
Die Initiatoren befassten sich intensiv mit der Permakultur, traditionellen Heilkräutern, ökologischem Hausbau
und Umwelt-Ingenieurwesen. Das Wissen wird zusätzlich für die Allgemeinheit nutzbar gemacht indem Vorträge gehalten und Filmvorführungen organisiert werden.
Projekte
Leitfaden Boden - Aachener Leitfaden zur Bewertung von Eingriffen in das Schutzgut Boden
Initiator
Ort
Internet
Stadt Aachen, Fachbereich Umwelt
52064 Aachen
http://aachen.de/de/stadt_buerger/umwelt/pdf/leitfaden_schutzgut_boden.pdf
Im Rahmen der Umweltprüfung zur „Hochschulerweiterung Campus Melaten“ in Aachen wurde ein hoher Anteil
an schutzwürdigen und besonders schutzwürdigen Böden ermittelt. Da mit den gängigen Bewertungsverfahren die zu erwartenden relevanten Eingriffe in das Schutzgut Boden bei diesem Projekt nicht fachgerecht wiedergegeben werden konnten, wurde ein allgemeines Bewertungssystem für das Schutzgut Boden entwickelt.
Dieses Bewertungssystem ermöglicht, neben dem quantitativen Bodenverlust, d. h. den reinen Flächenverbrauch, auch den qualitativen Bodenverlust über den Grad der Schutzwürdigkeit der Böden vor und nach dem
Eingriff zu bemessen und zu bewerten. Damit einhergehend kann der Ausgleichsbedarf direkt abgeleitet werden. Die Bilanzierung des Eingriffes sowie die Ermittlung des Ausgleichsbedarfs erfolgen anhand eines Punktwertverfahrens.
Der Leitfaden ermöglicht es der Stadt Aachen, die Belange des Bodens in allen raumwirksamen Planungsvorhaben (insbesondere Bauleitplanung) einzubringen. Darüber hinaus ist der Leitfaden ein wichtiges Instrument
für den dringend gebotenen Schritt in eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung, die den besonderen Wert des
Bodens anerkennt sowie die Flächeninanspruchnahme auf „grüner Wiese“ auf Innenentwicklung und Flächenrecycling lenkt.
Mission Flachwassertümpel Feuchtbiotop UCKERSDORF
Initiator
Ort
Internet
Wilhelm-von-Oranien-Schule, neu- und altsprachliches Gymnasium
35683 Dillenburg
www.wvo-dbg.de
Der Wahlunterrichtskurs „Erdkunde in freier Natur“ koordiniert und führt verschiedene Naturschutzprojekte in
Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Einrichtungen durch, um Einsichten in den Klimawandel, den Umweltschutz und die Biodiversität auch aktiv an praktischen Beispielen vermitteln zu können.
Ein Projekt war die Neuanlage und Pflege von naturnahen Flachwassertümpeln als Amphibienbiotope. Unter Auflage von Pflegemaßnahmen für schulische Forschungs- und Beobachtungsaufgaben wurde eine ca. 3.000 m2
große Fläche zur Verfügung gestellt, auf der bereits ein Standort für Reptilien angelegt war. Neben diesem sollte
eine Feuchtbrache in das Entwicklungs- und Pflegekonzept mit einbezogen werden, um weitere Synergieeffekte für Amphibien, wie Gelbbauchunke, Laub- und Grasfrosch zu erzielen.
Mit dem Projekt sollen die Schüler/-innen aber auch andere junge Menschen praktische Möglichkeiten erfahren,
aktiv am Naturschutz teilzunehmen, Zusammenhänge in ökologischen Fragen und die Notwendigkeit des Erhalts der Biodiversität zu erkennen.
31
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Ökologische Aufwertung und Erhalt von Kulturflächen.
Förderung der Biodiversität und Schutz landwirtschaftlicher Böden
Initiator
Ort
Internet
Naturlandstiftung Kreis Groß-Gerau
64347 Griesheim
www.naturlandstiftung-gross-gerau.de
Die Naturlandstiftung setzt sich für die Erhaltung der Kulturlandschaft im Kreis Groß-Gerau ein und engagiert
sich finanziell, aber auch über die eigenen Mitglieder, für eine Verbesserung der Vielfalt und Artausstattung (Biodiversität) der Landschaft in der nördlichen Oberrheinebene.
32
Über 20 verschiedene Flächen sind mittlerweile inmitten einer intensiv genutzten Kulturlandschaft (Landwirtschaft, Gemüseanbau etc.) ökologisch aufgewertet worden. Sie reichen von reinen Streuobstwiesen über
Heckenanpflanzungen bis hin zu parkwaldartigen Strukturen. Damit sind auch die wertvollen Böden der Oberrheinebene einem Schutz unterzogen und die natürliche Vegetation kann sich dort entsprechend ausbreiten.
Die jährliche Pflege dieser Flächen wird von der Naturlandstiftung Kreis Groß-Gerau durchgeführt und finanziert.
Die angelegten Biotope dienen nicht nur dem Erhalt einer artenreichen Fauna, sie fördert auch die Wiederansiedlung verschollener Arten. Gleichzeitig sind die betreuten Flächen dem Eintrag von Pestiziden und Nitraten
entzogen. Darüber hinaus verhindern die angelegten Flächen die Bodenerosion und tragen zur Grundwasserstabilisierung bei.
Parkbogen Ost in Anger-Crottendorf
Initiator
Ort
Internet
Bürgerverein Anger-Crottendorf
04318 Leipzig
www.koenigreich-crottendorf.de
Die Stadt Leipzig möchte in Zusammenarbeit u. a. mit der Bürgerschaft auf einer stillgelegten S-Bahn-Trasse
den „Parkbogen Ost“ Wirklichkeit werden lassen: Ein kombinierter Rad- und Fußweg soll den Leipziger Osten mit
dem Zentrum und dem Bahnhof verbinden. Direkt am Bahndamm befindet sich die denkmalgeschützte frühere
„Karl-Krause-Fabrik“ (VEB Polygraph Leipzig). Ein Investor plant den Bau von Wohnungen. Für das insgesamt
etwa 7 ha große Areal besteht ein Bebauungsplan, der bis zu fünfstöckige Bebauung mit Mischnutzung vorsieht.
Der Bürgerverein setzt sich dafür ein, dass die 7 ha Fläche nicht versiegelt werden. Der Bebauungsplan soll v. a
aus ökologischen Gründen nicht umgesetzt werden. Eine Umsetzung widerspräche nicht nur den bundesweiten Zielen bezüglich der Bodenversiegelung, sondern auch den Stadtentwicklungszielen Leipzigs insbesondere
im Blick auf das Stadtklima.
Die unmittelbare Lage am Parkbogen Ost ist ein Glücksfall für das Flächenrecycling an der Karl-Krause-Fabrik:
In den Medien und der öffentlichen Meinung kann der Bürgerverein vom „Hype“ um den Parkbogen profitieren.
Und die Fläche stößt bei den Stadtplanern und Stadtplanerinnen auf Interesse.
Das Projekt wurde und wird auf zwei Ebenen realisiert. Mit politischem Lobbying bei Verbänden, Verwaltung,
Fraktionen etc. sowie Petitionen. Und mit Veranstaltungen der Umweltbildung und der politischen Bildung im
Stadtviertel.
Projekte
Pflanzenbasierte Aufreinigung von schwermetallbelasteten Böden und Gewässern
Initiator
Ort
Internet
iGEM Team Hannover
31171 Nordstemmen
www.igem-hannover.de und http://2014.igem.org/Team:Hannover
Das iGEM Team Hannover widmete ihr Projekt der Problematik mit Schwermetallen in der Umwelt: Metalle sind
unverzichtbare Rohstoffe, häufig in komplexen Verbindungen mit weiteren Schwermetallen vorliegen. Schwermetalle sind ein weltweites Problem und werden über verschiedene Wege freigesetzt. Sie werden z. B. durch Regen in anliegende Begrünungsstreifen und Regenauffangbecken gespült. Gerade bei sandigen Böden besteht
dort die Gefahr der Versickerung und der Kontamination des Grundwassers. In das Grundwasser eingetragen,
werden sie direkt oder über die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen und können schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen.
Die Wirksamkeit derzeitiger Reinigungsverfahren ist abhängig von den chemischen Eigenschaften des jeweiligen Schwermetalls. Folglich gibt es keine einheitliche Methode zur Aufreinigung. Das iGEM Team Hannover hat
daher ein Konzept zur pflanzenbasierten Sanierung schwermetallbelasteter Böden und Gewässern mit Hilfe
eines modifizierten Proteins entwickelt, das durch eine Reihung metallbindender-Protein-Domänen in der Lage
ist, verschiedene Schwermetalle zu binden. Dieses System soll auf der Oberfläche einer Pflanze exponiert werden, damit die Entfernung der Metalle aus Böden oder Gewässern erfolgen kann. Anwendungsmöglichkeiten
liegen in der Aufbereitung von Trink- und Abwasser, Klärschlamm sowie der Aufreinigung belasteter Böden.
Running out of Land - Designing strategies for Ammerland‘s competing land use demands –
EMiLA Summer School 2014
Initiator
Ort
Internet
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Institut für Freiraumentwicklung
30419 Hannover
www.emila.eu
Die Konkurrenz um den verfügbaren Boden nimmt zu. Dies führt zu steigenden Flächenpreisen, denen nicht
alle Nutzer gleichermaßen gewachsen sind. Unter dem Flächendruck leidet auch die Kulturlandschaft und die
Ressourcen Wasser und Boden. Für Landschaftsstruktur, Biodiversität und Bodenqualität relevante Elemente
bleibt immer weniger Raum.
In dem Projekt „Running out of Land ...“ gingen 35 Studierende und 15 DozentInnen der Landschaftsarchitektur
aus 9 Ländern der Frage nach, ob und wie eine wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Koexistenz der im
Ammerland aktiven Nutzer möglich ist. Berücksichtigt wurden Interessen von Baumschulwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz, Torfabbau, Infrastruktur, Wohnen und Gewerbe. Es wurden Vorträge gehalten, Führungen
gegeben, Fragen beantwortet und Vorschläge diskutiert. Das Ergebnis sind interdisziplinäre Konzepte und konkrete Ideen. Sie basieren auf der Kooperation der konkurrierenden Nutzer, indem sie intelligente Mehrfachnutzungen der Fläche und Win-Win-Lösungen für die Nutzer vorschlagen.
Dank der engen Kooperation mit dem Regionalmanagement und den regionalen Akteuren konnten die Ergebnisse in die erfolgreiche LEADER-Bewerbung des Ammerlandes einfließen und werden so Einfluss auf die reale
Landschaftsentwicklung der Zukunft nehmen.
33
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Sanierung einer ehemaligen Galvanik in einem Landschaftsschutzgebiet
Initiator
Ort
Internet
34
AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung
in Kooperation mit der Stadt Wuppertal
45501 Hattingen
www.aav-nrw.de
Der AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung unterstützt in Nordrhein-Westfalen Kreise,
Städte und Gemeinden: Er saniert auf Antrag der Kommunen Altlastenflächen oder Grundstücke mit schädlichen Bodenveränderungen, wenn z. B. kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann oder wenn dieser
finanziell dazu nicht in der Lage ist.
Die im Projekt sanierte Fläche wurde bin in die 1950er-Jahre als Galvanik-Betrieb genutzt und liegt in einem
landschaftlich und artenschutzrechtlich sensiblen Bereich an der Grenze zu einem Landschaftsschutzgebiet.
Austräge der Galvanisierflüssigkeiten verursachten massive Schadstoffbelastungen. Aufgrund des Schadstoffspektrums und der besonderen geologischen sowie hydrogeologischen Verhältnisse vor Ort bestanden
keine Erfolgsaussichten für eine aktive hydraulische Sanierungsmaßnahme.
Ziel des Projekts war die Verbesserung der Grundwasserqualität auf dem Standort durch einen Bodenaustausch
bis zu 9 Metern Tiefe mit umfangreichen artenschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen. Um die Ansiedlung verschiedener (auch geschützter) Arten auf dem Standort zu unterstützen, sollten die natürlichen Lebensverhältnisse und somit das Landschaftsschutzgebiet wiederhergestellt werden. Bebaute Flächen wurden entsiegelt.
Stadtentwicklung mit grünem Daumen
Initiator
Ort
Internet
Stadtgemeinde Tulln an der Donau
3430 Tulln an der Donau (Österreich)
www.tulln.at
Die Stadtgemeinde Tulln will mit ihrem Projekt zeigen, dass es auch im urbanen Bereich zahlreiche Möglichkeiten gibt, der Versiegelung des Bodens entgegen zu wirken und für ausreichend Grünräume zu sorgen.
Um das Stadtbild positiv zu verändern und den Bezug zur Natur auch im urbanen Raum nicht zu verlieren, werden flächensparende Verkehrskonzepte und sinnvolle Siedlungserweiterungen durch die Einplanung von Bauminseln, Baumstreifen, Versickerungsmulden- und Becken gewährleistet. Neben einem schöneren Stadtbild
wird vor allem eine natürliche Wasserversickerung innerhalb der Stadt erreicht.
Bei Flächen im ruhenden Verkehr wie auf einer Parkfläche, wurde z. B. „Schotterrasen“ verwendet, um den
Wasserhaushalt zu gewährleisten. Am Messegelände in der Nähe des Auwaldes wurde sogar auf jegliche Art
der Verbauung verzichtet. Auch Pflanzenschutzmittel werden im gesamten Gemeindegebiet nicht verwendet.
Der anfallende Klärschlammkompost der voll-biologischen Kläranlage wird zur Rekultivierung von städtischen
Grünflächen verwendet. Dank Bodenschutzanlagen werden die abtragenden Kräfte von Wind und Wasser auf
den Ackerflächen und anderen Kulturflächen vermindert.
Die Grünpatenschaft trägt dazu bei, den Bürgern innerhalb der Stadt eine Möglichkeit zu bieten, sich aktiv am
Umweltschutz und der Verschönerung des Stadtbildes zu beteiligen.
Projekte
Temporäre naturnahe Bodenbefestigung mit Holzrosten am Beispiel der
Bundesgartenschau 2015
Initiator
Ort
Internet
Flexposed
82266 Inning
www.flexposed.de
www.passareco.ch
Das Unternehmen Flexposed verkauft und vermietet innovative Bodenschutzsysteme aus dem nachhaltigen
Werkstoff Holz, primär für den temporären und dauerhaften Einsatz in naturnahen Räumen. Damit sollen Naturräume für Freizeitaktivitäten zugänglich gemacht werden, ohne dass sie durch die Nutzung Schaden nehmen,
Boden- und Grünflächen werden gegenüber Beanspruchungen durch Fahrzeuge und Fußgänger geschützt.
So können Grünflächen intensiv genutzt werden.
Die Bodenschutzelemente sollen mehrfach eingesetzt werden am Ende der Lebensdauer umweltverträglich
wiederverwertet werden können.
Eingesetzt wird das System z. B. bei Großveranstaltungen. Dank dem lammellenartigen Aufbau wird sichergestellt, dass Regenwasser ungehindert versickern und die Vegetation weiter gedeihen kann. Der Boden wird so
trotz hoher Belastung vor Verdichtung geschützt und die Besucher gelangen trittsicher trockenen und sauberen
Fußes von einer Attraktion zur Nächsten. Innerhalb kürzester Zeit fest mit der Wiese verschmolzen, verbreiten
die Holzroste sowohl optisch wie akustisch ein rustikal-romantisches Ambiente.
Nach Veranstaltungsende kann das System wieder rückgebaut und anderweitig verwendet werden.
Veranstaltungsreihe „Boden.Schatz“
Initiator
Ort
Internet
Kreis Steinfurt, Umwelt- und Planungsamt
48565 Steinfurt
www.kreis-steinfurt.de
Ziel der Veranstaltungsreihe „Boden.Schatz“ ist es, intelligente Strategien zum Einklang ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Notwendigkeiten in der Nutzung der Ressource Boden zu entwerfen.
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe wird gemeinsam mit den beteiligten Partnern aus den Kommunen, der
Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft u.v.a.m. an Strategien für einen verbesserten nachhaltigen Boden- und
Flächenschutz im Kreis Steinfurt gearbeitet.
Die Funktionen des Bodens zu erhalten, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige ökologische,
ökonomische und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft. Dabei gilt es, die verschiedenen Funktionen, welche oftmals gegensätzlichen Nutzungsansprüchen unterliegen, für künftige Generationen zu erhalten. Insbesondere die Untere Bodenschutzbehörde des Kreises Steinfurt hat sich zur Aufgabe gemacht, neben dem
nachsorgenden Bodenschutz (Wiederherstellung von Bodenfunktionen, Sicherung und Sanierung von Böden
und Grundwasser etc.) auch dem vorsorgenden Bodenschutz im Form von Bodenbewusstseinsbildung mehr
Bedeutung beizumessen. Ein regionaler Flächenkongress -wie ‚Boden.Schatz‘- ist für den Kreis Steinfurt dafür
ein geeignetes Instrument.
35
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Vorsorgender Bodenschutz beim Einsatz von Holzerntetechnik im Landeswald
(HEEB – Holz Ernte Entscheidungshilfe Brandenburg)
Initiator
Ort
Internet
36
Landesbetrieb Forst Brandenburg
14471 Potsdam
www.forst.brandenburg.de
Waldböden werden als essentielles, limitiertes Naturkapital des Forstbetriebes kaum wahrgenommen, da er in
Deutschland kein knappes Gut ist. Die Holznutzung wird vorwiegend von kurzfristiger Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit oder logistischen Vorgaben und weniger von ökologischen Rücksichtnahmen bestimmt. Die
Möglichkeiten zur Wahl nicht nur technisch geeigneter, sondern auch standörtlich angepasster oder sogar besonders umweltverträglicher Holzernteverfahren werden von der Forstpraxis meist nicht ausreichend genutzt.
Vom Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) wurde eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines auf die Anforderungen und Zielsetzungen einer vorbildlichen Landeswaldbewirtschaftung ausgerichteten Bodenschutzkonzeptes bei der Holzernte beauftragt.
Grundlage des Vorsorgekonzeptes ist eine fünfstufige Wertklassifizierung der gesetzlich geschützten Bodenfunktionen (Produktion, Lebensraum, Regelung) sowie der technischen Bodenfunktion als Widerlager für
einwirkende Maschinenkräfte. Je höher der Bodenfunktionswert, umso weniger Fläche ist für die Bestandesfeinerschließung zu „opfern“. Je geringer die technische Befahrbarkeit, umso höher sind die technisch-organsisatorischen Restriktionen.
Projekte
Die 20 besten Projekte im Themenfeld
Regionaler Garten- und Gemüsebau
37
Platz 1
ANNALINDE Gärtnerei – Erhaltung des Kulturgutes
Stadtgärtnerei durch ökologischen Gartenbau und
partizipative Bildungsprojekte
Initiator
Ort
Internet
ANNALINDE gGmbH
04177 Leipzig
www.annalinde-leipzig.de
Die ANNALINDE gGmbH betreibt soziale urbane Landwirtschaft im Leipziger Westen. Ziel ist
es, Orte des Austauschs und des Lernens zu Fragen des lokalen und ökologischen Anbaus von
Lebensmitteln, der biologischen Vielfalt, des nachhaltigen Konsums, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und einer zukunftsfähigen Nachbarschafts- und Stadtentwicklung zu schaffen.
Die gemeinnützige Organisation betreibt einen Gemeinschaftsgarten und belebt eine Gärtnerei wieder, in der Gemüse nach den Maßstäben des ökologischen Landbaus ebenso wie soziales Miteinander und wechselseitiges Lernen kultiviert werden. Zusätzlich wird noch in diesem
Jahr eine städtische Streuobstwiese auf einer alten Industriebrache etabliert, um diese für
partizipative Bildungsangebote im Bereich der Umweltbildung und darüber hinaus zu nutzen.
Die ANNALINDE gGmbH sieht sich als modellhaftes Bindeglied und Multiplikator zwischen
den Gemeinschaftsgärten als Begegnungs- und Bildungsorten, der regionalen, ökologischen
Landwirtschaft als Teil der lokalen und ressourcenschonenden Ökonomie sowie regionalen
VerbraucherInnen, um so auch das Bewusstsein für die Bedeutung städtischen Grüns und
des Bodens als wichtigster Ressource zu fördern.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Regionaler Garten- und Gemüsebau
38
Platz 2
BioKräuter aus Oberhavel
Initiator
Ort
Internet
Biokräuterei – Matthias Anders
16515 Oranienburg
www.biokraeuterei.de
Die BioKräuterei Oberhavel will ein Beispiel dafür geben, wie nachhaltiges Wirtschaften unter
regionalen Bedingungen verwirklicht werden kann, verbunden mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Vermittlung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und von entsprechenden Kompetenzen.
Mit der BioKräuterei Oberhavel sollte von Beginn an eine regional verankerte Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und umgesetzt werden. Durch Zusammenwirken von Erfahrungswissen
und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, gestützt durch die Anwendung moderner
Technologie, sollte ein Modell nachhaltigen Wirtschaftens in der Region Brandenburg geschaffen werden.
Bestandteil der Strategie ist die Entwicklung einer hohen Bodenfruchtbarkeit in Wechselwirkung mit einer hohen Biodiversität. Dabei werden bewährte Arbeitsweisen insbesondere im
Hinblick auf die Bodenverbesserung genutzt aber auch in Zusammenarbeit mit Fachleuten
und Wissenschaftlern/innen neue Arbeitsweisen geschaffen.
Der Anbau der Pflanzen erfolgt nach biologischen und ökologischen Gesichtspunkten. Er unterliegt den Richtlinien und Kontrollen des Verbund Ökohöfe und der EU.
Projekte
Regionaler Garten- und Gemüsebau
39
Platz 3
Bodenstationen Ökostation Freiburg
Initiator
Ort
Internet
Ökostation Freiburg
79110 Freiburg
www.oekostation.de/bodenstationen
Das Umweltbildungszentrum in Freiburg entwickelt innovative und attraktive Projekte zur
Umweltbildung und zur nachhaltigen Entwicklung. Ein ökologisches Modellhaus und ein naturnahes Gartengelände mit Biogarten und Kräutergarten laden zur Besichtigung ein. Die
Ökostation führt Veranstaltungsreihen, Seminare und Workshops für die Öffentlichkeit durch.
Wichtige Zielgruppen sind Schulen und Kindergärten und Familien mit Kindern als Multiplikatoren. Die Ökostation bietet als außerschulischer Lernort vielfältige Möglichkeiten, Natur und
Umwelt praktisch kennen zu lernen.
BODENSTATIONEN an der Ökostation ist ein Programm, das verschiedene Angebote für alle Altersgruppen anbietet. Dies ermöglicht lebenslanges Lernen rund um das Themenfeld Boden.
Ziel ist es, zu vermitteln, wie wichtig ein gesunder Boden ist und wie jeder Mensch selbst dazu
beitragen kann, Boden zu erhalten, zu schützen und zu verbessern. Circa 15.000 Teilnehmer
besuchen die Ökostation jährlich bei circa 600 Veranstaltungen. Schwerpunkt sind die Besuche im grünen Klassenzimmer.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Plätze 4 bis 20 (alphabetische Reihenfolge)
Bioveganes Gemüse, gemeinschaftlich angebaut
Initiator
Ort
Internet
40
Solidarische Landwirtschaft Gemeinschaftsgärtnerei Wildwuchs e.V.
30169 Hannover
www.solawi-wildwuchs.de
Gründungsanstoß für die Gemeinschaftsgärtnerei war das Bedürfnis, die aktuellen Missstände der Agrarwirtschaft nicht weiter hinzunehmen, die zu Lasten der Lebensmittelqualität, der Verbrauchergesundheit und der
natürlichen Boden- und Wasserkreisläufe gehen.
Ein grundlegend veränderter Ansatz ist gefragt, durch den die Erzeuger wieder in die Lage versetzt werden, unter ethisch und ökologisch vertretbaren Bedingungen gesunde und schmackhafte Lebensmittel zu erzeugen.
Unter „Solidarischer Landwirtschaft“ wird eine Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft verstanden, die ihre Verantwortung für eine gesunde Agrikultur ernst nimmt und praktisch umsetzt. Die Mitglieder der SOLAWI verpflichten sich, die Ernte eines kleinen Bauernhofs zu einem Festbetrag abzunehmen und unter sich − ohne teuren
Zwischenhandel − aufzuteilen. Zudem bringen sich die Verbraucher aktiv beim Anbau mit ein und durch das
Zusammentreffen entstehen aus der Gemeinschaft heraus neue Verbindungen (z. B. Kochgruppen).
Abgerundet wird dieses Konzept in unserer Erzeugergemeinschaft durch die konsequent vegane Anbauweise
des Gemüses. Aus ethischen und ökologischen Gesichtspunkten wird auf jegliche Zufuhr tierischer Bestandteile in den Betriebsablauf verzichtet und im Zuge des Anbaus sollen keine Tiere zu Schaden kommen. Auf der
Fläche zur eigentlichen Gemüseproduktion wird eine Fruchtfolge gewählt, die möglichst günstig das Nährstoffangebot des Bodens nutzt.
Boden erleben
Initiator
Ort
Internet
Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe
76327 Pfinztal
www.schulgaerten-bw.de
Im Rahmen des Biologieunterrichts zu dem Thema Ökologie wurden die Jahrgangsstufe 10 des Max-PlanckGymnasiums durch zahlreiche Referate zu den Themen „Zukunft Boden“ und „Sortenvielfalt“ über die Problematik und die kritische Situation des Bodens und der Biodiversität aufgeklärt.
In dem Projekt „Gärtnern im Quadrat“ wollten die Klassen ihr so angeeignetes Wissen noch einmal vertiefen und
sich aktiv an dem Aufbau eines nachhaltig fruchtbaren Bodens beteiligen.
Jeweils zu zweit legten sie in einer Kiste einen Quadratgarten an. Mit zwei unterschiedlichen Bodensubstraten
sollten in den Gruppen die verschiedenen Wachstumsvorgänge beobachtet und verglichen werden. Es wurden
vier verschiedene Samen und Setzlinge in die Kästen gepflanzt, die über einen längeren Zeitraum gepflegt und
beobachtet wurden.
Projekte
Der „Fürstliche Spalierobstgarten“ im Putbusser Park – zurück zu einem Garten Eden
Initiator
Ort
Internet
Stadt Putbus in Kooperation mit dem Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen
18581 Putbus
www.putbus.de
Das Biosphärenreservat Südost-Rügen hat im Rahmen der Bekämpfung des Riesenbärenklaus den alten Spalierobst- und Küchengarten des Fürstenhauses zu Putbus wiederentdeckt und gemeinsam mit der Stadt Putbus
beschlossen, dieses einzigartige Zeitzeugnis wieder in Stand zu setzen.
Ziel der geplanten Rekonstruktion ist es u. a., zukünftig alte heimische Obstarten und die Gartenkultur des
19. Jahrhunderts., aber auch moderne Formen des Gartenbaus für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.
Die Wiedereinführung der gärtnerischen Tradition an dem historischen Standort fördert den Erhalt und Wiederanbau alter Obst-, Kräuter- und Gemüsesorten sowie die Wiedererreichung der Bodengesundheit in einer lange
vom Bärenklau überwucherten Fläche.
Die langfristige Erhaltung und die nachhaltige Nutzbarmachung genetischer Ressourcen, der Anbau und die
Vermarktung regionaler, den Standortbedingungen angepasster Gemüse-, Obst- und Kräutersorten und die
Gesunderhaltung des Bodens sind die zentralen Themen , die im Garten erreicht und vermittelt werden sollen.
Essbares München
Initiator
Ort
Internet
Green City e.V.
80337 München
www.greencity.de
Green City e.V. ist seit 1990 als Umweltverein in München aktiv. Ziel ist die Entwicklung einer „Essbaren Stadt“,
in der öffentliche Grünanlagen mit Nutzpflanzen bepflanzt werden, die dann von den BürgerInnen geerntet werden können. Damit soll ein Bewusstsein für boden- und klimabewusste Lebensmittelproduktion geschaffen
werden.
Inzwischen wurde auf einer Fläche von 250 m², die von der Stadt München zur Verfügung gestellt wurde, ein Garten angelegt und ein Garten- und Bildungsprojekt entwickelt. Green City begleitet das Projekt und führt zusätzliche Bildungsmaßnahmen durch: Wissensvermittlung über ökologischen Anbau, lokalen und saisongerechten
Nutzpflanzenanbau, die langen Transportwege der Lebensmittel und des damit verbundenen CO2-Ausstoßes.
Gegärtnert wird nur ökologisch, mit Bewusstsein für Klima und Boden. In Einzelbeeten übernehmen die Bürger­
Innen selbst Bepflanzung und Pflege, zusätzliche Gemeinschaftsbeete werden von allen betreut. Diese Beete
stehen auch anderen Besuchern für Bildungsmaßnahmen zur Verfügung, zum Beispiel benutzen umliegende
Schulen die Beete als „Grünes Klassenzimmer“. Im Vorbeigehen pflücken ist in den Gemeinschaftsbeeten erlaubt.
41
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Floratop® und „Heimatkontor“. Die Erden aus der Region – für die Region
Initiator
Ort
Internet
Humus- & Erden-Kontor GmbH
37249 Neu-Eichenberg
www.humus-erden-kontor.de
Das Floratop® Regionalerdensystem ist ein franchiseartiges Dienstleistungsprodukt, mit dem Erden und Sub­
strate auf Kompostbasis sowohl regional hergestellt als auch vermarktet werden.
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Mit diesem Konzept werden ursprünglich rein zum Zweck einer Abfallbehandlung konzipierte und operierende
Kompostierungsbetriebe mit der zusätzlichen Kompetenz ausgestattet, ein nachgefragtes Erdensortiment für
den Hobby- und Profigartenbau sowie für die Landwirtschaft aus Regionalkomposten und anderen weitgehend
regionalen Rohstoffen herzustellen.
Diese Produkte werden sonst i.d.R. in zentralisierten Betrieben der Erdenindustrie produziert.
Alle Produkte werden unter „regionalem Label“ (z. B. Oberhessen, Hannover) in Kombination mit der geschützten Dachmarke Floratop® vermarktet. Der Vertrieb der Produkte erfolgt „nahe am Kunden“ über den Aufbau
eines regionalen Verkaufsstellennetzes (z. B. Kompostierungsanlagen, Wertstoffhöfe, Handel, GaLaBau- und
Landwirtschaftsbetriebe).
Freiluftsupermarkt – zwischen wöchentlicher Gemüsekiste und täglichem Selbergärtnern
Initiator
Ort
Internet
bauchplan ).(
81541 München
www.freiluftsupermarkt.de
Auf Basis des Gedankens der Wiederentdeckung des Erntens im urbanen Alltag will das Projekt für Entdeckerinnen und Kundinnen der Freiluftsupermärkte die Selbsternte mit dem Erlebnis der Unmittelbarkeit der Produkte
und Produktionszyklen koppeln.
Das Einkaufserlebnis wird um die Erntephase verlängert, es wird zum Landschaftserlebnis. Freiluftsupermarktkundinnen bekommen einen Bezug zu ihrem erworbenen Produkt, erkennen Abweichungen von der Norm als
Qualität, Diversität und Wahlmöglichkeit werden durch die Direkternte gefördert.
Die urbane Nahrungsmittelstrategie wird zu einem städtebaulichen Instrument im Übergang zwischen Landwirtschaft und Stadt. In den beerntbaren Landwirtschaftsparks werden die Relationen von Fläche und Boden,
Zeit und Witterung in Bezug auf die von uns benötigten Nahrungsgrundlagen neu erlebbar. Idee ist es, jenseits
des urbanen Gärtnerns urbane Nahrungsmittelproduktion nahe an die Konsumenten zu bringen und eine Naturerfahrung durch das Ernten im urbanen Alltag zu ermöglichen.
Projekte
Gemüsebeete statt Ziergewächse
Initiator
Ort
Internet
Garten AG der Reichenberg Schule
64385 Reichelsheim
www.reichenberg-schule.de
Die Garten AG besteht aus 12 Kindern aus der 1. bis 4. Klasse sowie Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die sich 1 x in der Woche treffen und sich um den Schulgarten der Schule kümmern.
Geleitet wird die Garten AG von einem Fachwart für Gartenbau und einer Lehrerin. Ursprünglich wuchsen in den
acht Pflanzkübeln auf dem Schulhof einige Zierpflanzen und Unkraut. Die Kinder kamen auf die Idee, aus den
Pflanzkübeln einen Gemüsegarten zu machen, um zu sehen, zu riechen und zu schmecken, wie anders das
eigene Gemüse im Vergleich zu Produkten aus dem Supermarkt ist.
Da in der Schule in einer Koch AG auch regelmäßig gekocht wird, gibt es in der Schule direkte Abnehmer für das
Gemüse.
Generationengarten Junges Gemüse und Alte Eiche
Initiator
Ort
Internet
Aktiv in MV gGmbH Freie Grundschule Bröbberow
18258 Bröbberow
www.aktivinmv.de
Das Ziel des generationsübergreifenden Gartens ist es, ganzheitliches Wissen an Kinder weiterzugeben. Dies
geschieht nicht nur durch die Lehrkräfte im Rahmen des Unterrichts oder durch die Erzieher im Schulhort, sondern auch durch Menschen, die sich jahrelang mit dem Thema Garten beschäftigt haben und ihr erworbenes
Wissen an die jüngere Generation praxisorientiert weitergeben möchten. So zeigen z. B. Senioren und Biolandwirte den Kindern, wie man früher einen Boden bearbeitet oder ein Feld bestellt hat.
Durch einen lebendigen, integrativen Dialog zwischen Menschen aller Altersgruppen wird gegenseitiges Verstehen und voneinander Lernen ermöglicht. Gleichzeitig können unterschiedliche Potenziale und Fähigkeiten
genutzt werden. Ein unbeschwertes Lernen im Freien und das gemeinsame Arbeiten in der Natur und die Erfahrungen durch die Natur fördern eine gegenseitige Wertschätzung. Vor allem erwächst die Achtung vor der
Umwelt und darauf aufbauend das Bewusstsein, sie zu schützen. Leitgedanke des Gartens ist daher: „Nur wer
etwas zu schätzen gelernt hat, der schützt es auch.“
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Gesundheit durch fermentierten Kompost
Initiator
Ort
Internet
Stephan Lehmann
14193 Berlin
www.gruenes-getriebe.de (im Aufbau)
Ausgehend von dem Leitsatz des Projektes „Die Gesundung der Menschen fängt bei der Düngung, dem Misthaufen an“, entstand während der praktischen Arbeit bei einer Gewässersanierung in Franken der Gedanke, ob es
möglich wäre, Bodengesundheit in andere Aggregatzustände zu überführen.
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Lange Jahre der empirischen Arbeit waren notwendig, um letztlich ein Herstellungsverfahren zu entwickeln,
das dieses erlaubt.
Es handelt sich im Prinzip um ein Produkt aus fermentiertem und in Wasser gelöstem Kompost. Durch dieses
Verfahren werden wertvolle Mikroorganismen aus dem Kompost vermehrt. So können diese hilfreichen Mikroorganismen in viele verschiedene Anwendungsbereiche gebracht werden, wie z. B. Ernährung, Pflege, Gesundheit, Natur und vieles mehr. Maßnahmen, bei denen dieses Verfahren zum Einsatz kommt, sind z.B. die Beimpfung von Lebensräumen sowie bei der Gewässer- und Bodensanierung und der Baumpflege.
Ergänzt wird die Arbeit durch Schulungen zur Durchführung der oben genannten Maßnahmen, durch die Entwicklung von Methoden zur praktischen Umsetzung und der Entwicklung und Gestaltung von Biotopen.
Gutes Gemüse – Initiative für eine nachhaltige Landwirtschaft
Initiator
Ort
Internet
Gutes Gemüse e.V.
76356 Weingarten
www.gutesgemuese.de
Gutes Gemüse ist eine Initiative zur Förderung der naturnahen Landwirtschaft und der nachhaltigen Entwicklung im lokalen Kontext der Gemeinde Weingarten. Ziel ist die Produktion von Lebensmitteln, die gut schmecken und gesund sind, die kurze Transportwege haben und die Wirtschaft vor Ort stärken und die zu einem
Erhalt und Ausbau der Bodengesundheit beitragen.
Die Initiative stützt sich dabei auf drei Schwerpunkte:
Aufbau einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi), über die rund 100 Personen lokal angebautes Gemüse beziehen und mit ihrer finanziellen Vorleistung zum Erhalt und Ausbau der ökologischen Landwirtschaft beitragen.
Bildungsaktivitäten, wie z.B. Koch-Veranstaltungen, Feldbegehungen und Feldeinsätzen zum Kennenlernen
der ökologischen Feldarbeit, öffentliche Diskussionsveranstaltungen und Filmabende.
Gründung eines lokalen „Farmers Market“, der privaten ErzeugerInnen eine einfache Absatzmöglichkeit für
überschüssiges Obst und Gemüse bietet und eine Einkaufs-Gemeinschaft für Fleisch und Milchprodukte aus
ökologischer Produktion in der Region schaffen soll.
Projekte
Permakultur-Park Bischbrunn
Initiator
Ort
Internet
Jonas Gampe
97836 Bischbrunn
www.kreislauf-gaerten.de
Durch das Anlegen des Permakultur-Parks sollten folgende Haupteffekte erzielt werden: Herstellung von eigenem Obst, Gemüse, Feldfrüchten und Kräutern, Experimentier-Gelände für alternative Anbau- und Gestaltungsmethoden, Raum für Seminare und Workshops sowie ein Erholungs- und Schau-Garten für Besucher.
Die Umsetzung sollte sich möglichst auf Ressourcen vor Ort beziehen und gänzlich ohne chemische und auch
stark konzentrierte biologische Hilfsmittel auskommen. Dadurch konnten einige neue Techniken der Beet-Anlage entwickelt werden. Durch die Anlage von Feldhecken aus essbaren und heimischen Wildgehölzen, dreier
Feuchtbiotope, unterschiedlicher Wiesenflächen, einer Streuobstwiese, vielfältigen Gemüsebeeten, eines Waldstückes, mehreren Wärmefallen, Sukzessionsflächen, viele Natursteinmauern und eines Erntelandes wurden
die Haupteffekte erfüllt. Positiven Nebeneffekte sind Humusbildung statt Erosion, Förderung der Biodiversität,
Windschutz, Ansiedlung viele Wildbienen und andere Nützlinge, Wasserrückhaltung, Schaffung neuer Lebensräume usw.
Hecken und Wald sind so angeordnet, dass sie das Gemüsewachstum unterstützen, die Wiesenmahd dient der
Feldanlage und mit dem Gehölzschnitt werden Hoch- und Hügelbeete angelegt. So sind äußerst effektive Kleinkreisläufe entstanden, die viel Arbeit und Materialkosten sparen.
Regenerierung von degradierten Böden durch ökologisch nachhaltigen Dünger
Initiator
Ort
Internet
Global Flow Nadine Antic
72829 Engstingen
www.albfertil.de
Die albfertil GmbH ist ein Ingenieurdienstleister für Abfall- und Wertstoffmanagement und hat sich zur Aufgabe gesetzt, alternative Entsorgungs- oder Weiterverarbeitungsoptionen zu finden. In der Lebensmittelindustrie
haben viele Firmen bei der Entsorgung der in großen Mengen anfallenden organischen Abfälle nur mangelhafte Entsorgungsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang ist die Gesellschaft auf die Verarbeitung von organischen Abfällen zu hochwertigem Sekundärdünger gestoßen.
Dabei werden die Abfälle nicht nur recycelt, sondern auch aufgewertet, womit ein kostengünstiger, energiearmer, emissionsfreier und natürlicher Dünger produziert wird. Das Verfahren beruht auf der gezielten Verarbeitung des Materials durch Würmer. Wurmhumus enthält sowohl pflanzenverfügbare Nährstoffe als auch eine
große Menge und Vielfalt an Bodenleben, Huminsäuren, Enzymen und Botenstoffen. Dadurch stärkt Wurmhumus die Pflanzen und beugt Krankheiten sowie Schädlingen vor.
Weitere Vorteile durch den Gebrauch des Wurmdüngers sind u. a. die Pufferung des pH-Werts der Böden, eine
höhere Wasserspeicherfähigkeit, Minimierung von Auswaschungen, Reduzierung von Krankheits- und Schädlingsdruck sowie eine langfristige Förderung des Humusgehalts.
45
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Texas – Bio – Gold
Initiator
Ort
Internet
46
Texas Bio-Energie GmbH & Co. KG
49661 Cloppenburg
www.texas-bioenergie.de
„Texas Bio Gold“ ist ein Substrat zur Bodenverbesserung. Der Betreiber der Biogasanlage separiert aus den anfallenden Gärresten ein Drittel der Feststoffe. Diese Feststoffe werden mit diversen Zuschlagstoffen und Mikro­
organismen angereichert. Das gewonnene Produkt enthält neben nährstoffreichem organischem Grundmaterial wasserspeichernde Bestandteile und pflanzenverfügbare Nährstoffkombinationen. Das Substrat nimmt
einen hohen Anteil seines Eigengewichts an Feuchtigkeit auf und gibt über lange Zeit gleichmäßig Nährstoffe
und Wasser wieder ab.
Durch die weiteren Inhaltsstoffe wie Mikroorganismen, Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl, Keramikpulver und die
darin enthaltenen Spurenelemente und Mineralien wird den vorhandenen Flächen Biomasse zugeführt. So wird
eine wirksame Vorsorge gegen bereits vielflächig vorhandene Bodenschädigungen durch Erosion, Verdichtung,
Versalzung und Überdüngung vorgenommen.
Das Substrat hat eine nachhaltige Wirkung, da durch den Humusaufbau in den Flächen die Desertifikation des
Bodens verhindert wird.
Verbesserung der Ernährung und des Einkommens in 7 Dörfern in Zentralkalimantan
Initiator
Ort
Internet
Susila Dharma – Soziale Dienste e.V.
21109 Hamburg
www.susiladharma.de
In Bukit Batu, Zentralkalimantan/Indonesien hatten die Dorfbewohner vor Beginn des Projekts große Schwierigkeiten, auf erodierenden Böden genügend Erträge zu erzeugen, um eine ausgewogene Ernährung ihrer Familien sicherzustellen.
Um den ständigen Einsatz großer Mengen an Pestiziden, Herbiziden und chemischen Düngemitteln zu vermeiden, wurden zwei landwirtschaftliche Zentren aufgebaut, in denen der Bevölkerung nachhaltige und ökologische Landwirtschaft vermittelt werden – etwa die Eigenproduktion von Samen und Setzlingen oder die Herstellung ökologischer Düngemittel wie Humus.
Bisher wurden ca. 300 Familien im Einrichten und Bestellen von Hausgärten zur Eigenversorgung geschult, um
die Ernährung der Menschen mit Vitaminen und Mineralien zu verbessern. Der PH-Wert des Bodens verbesserte
sich an vielen Stellen deutlich. Keiner der Teilnehmer verwendet noch chemische Düngemittel oder Pestizide.
Die Familien ernähren sich kontinuierlich mit hochwertigem Gemüse. In einer zweiten Phase sollen nun weitere
150 Familien in das Programm aufgenommen werden.
Projekte
WirGarten - Deine GemüseGenossenschaft
Initiator
Ort
Matti Pannenbäcker
21335 Lüneburg
In der GemüseGenossenschaft „WirGarten Lüneburg eG“ können die Mitglieder mit dem Kauf von Genossenschaftsanteilen einjährige Ernteverträge abschließen, die sie das ganze Jahr über wöchentlich mit Bio-Gemüse
versorgen. WirGarten wird von professionellen Gärtnern betrieben und liefert das Gemüse an zentrale Orte, wo
die Mitglieder ihre Ernteanteile abholen und passende Kochrezepte zur Saison erhalten. Darüber hinaus können
Mitglieder ihren stadtnahen WirGarten besuchen, freiwillig mitarbeiten und an Events teilnehmen.
Mit regelmäßigen Veranstaltungen wie der gemeinsamen Kartoffelernte, Gartenführungen, Gartenfestivals und
Running Dinners soll eine lokale Bewegung für eine neue Kultur und Wertigkeit von Essen, Kochen, Lebensmitteln, Landwirtschaft, Natur und damit auch Boden geschaffen werden.
Das Gemüse aus dem WirGarten wird weit über den EU-Bio-Standards angebaut. Durch eine weite sechsjährige
Fruchtfolge, die ausschließliche Verwendung samenfester Sorten bei einer Vielfalt von mehr als 50 angebauten
Kulturen, den Verzicht auf organische Handelsdünger tierischer Herkunft sowie die Anlage von Blühstreifen auf
den Gemüseflächen wird ein wertvoller Beitrag zur Arten- und Saatgutvielfalt sowie zur Bodengesundheit geleistet.
Wurmpalast.de – Biomüllentsorgung und kommunale Bodenverbesserung
durch Regenwürmer und Wurmhumus
Initiator
Ort
Internet
Dr. Kai Behnke
49324 Melle
www.wurmpalast.de
Ziel des Projektes ist die Gewinnung eines umweltfreundlichen Bodendüngers durch Bioabfallverwertung.
Pro Sekunde landen in Deutschland 313 Kilo Lebensmittel im Müll. Völlig unsinnig ist die investierte Arbeit, die
Nutzung oder Überbeanspruchung von Böden, das investierte Potenzial, wenn die Lebensmittel letztlich nur für
die Müllkippe produziert werden. Gleichzeitig degradieren weltweit Böden, das heißt: Vielerorts verschlechtert
sich die Bodenqualität immens. Ein Grund hierfür kann u. a. eine unzureichende Zufuhr von organischem Dünger sein.
Das Projekt möchte einen Beitrag zur Milderung des Problems leisten. Dies geschieht durch das Anlegen von
„Regenwurmfarmen“ bzw. „Wurmkisten“.
Der entstehende Biomüll wird einfach an Regenwürmer verfüttert. Deren Ausscheidungen (Wurmhumus) stellen einen hervorragenden natürlichen Pflanzendünger dar. Der Dünger wird einfach in die ersten zwanzig Zentimeter des Oberbodens (im Garten, auf einem Acker etc.) eingegraben. Zudem fallen durch die Regenwurmfarmen noch diverse Wurmkokons an, welche, nachdem die Würmer geschlüpft sind, beispielsweise für eine gute
Durchlüftung des Bodens sorgen.
47
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
ZusammenWachsen – Ein Bildungs- und Erfahrungsgarten
Initiator
Ort
Internet
Malteser Hilfsdienst e.V.
12353 Berlin
www.malteser-berlin.de/manna
Das Bild der Gropiusstadt ist von vielen Hochhäusern gekennzeichnet. Kaum jemand besitzt einen eigenen
Garten. So wundert es nicht, dass viele Kinder nicht wissen, woher die Pommes kommt. Woraus wird Ketchup
gemacht und wächst der Kürbis am Baum? Kinder nehmen das Essen zwar zu sich, setzen sich aber kaum mit
der Herkunft und dessen Verarbeitung auseinander.
48
Daher sieht das Familienzentrum einen großen Bedarf in der Bildung über und das praktische Erleben von Garten und Natur. Im Gegensatz zum schulischen Unterricht haben die Kinder im Bildungs- und Erfahrungsgarten
die Möglichkeit, sich Natur und Umwelt praktisch anzueignen. Die Kinder können die Entwicklung im Garten real
miterleben und in einem Pflanzentagebuch dokumentieren.
Die Nachwuchsgärtner bauen Gemüse selbst an, lernen verschiedene Regenwasserauffanggeräte kennen und
sehen, dass Laub kein Abfall ist, sondern sich hervorragend als Material zur Beetaufbereitung eignet. Der Bau
eines Insektenhotels verrät vieles über die Gartenbewohner. Die Kinder erfahren mehr zur Klima- und zur Bodenkunde. Tastspiele, bewusstes Hören von Gartentieren sowie Becherlupen lassen Kinder zu Naturforschern
werden.
Projekte
Die 20 besten Projekte im Themenfeld
Ausgestaltung von Pachtverträgen
49
Platz 1
Vergabe kirchlicher Landpachtflächen in der
Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
Initiator
Ort
Internet
Evangelische Kirche Mitteldeutschland
39104 Magdeburg
www.ekmd.de
www.ekmd.de/kirche/themenfelder/
pachtvergabeverfahren/
Von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands werden ca. 75.000 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche verwaltet. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen erfolgt über
Pachtverträge mit regionalen Landwirtschaftsbetrieben.
Bei der Pächterauswahl stehen dabei nicht die wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund,
sondern die regionale Bewirtschaftung und der nachhaltige Umgang mit dem Boden. In den
Pachtverträgen ist festgelegt, dass bei der Bewirtschaftung u. a. dem Umweltschutz in angemessener Weise Rechnung zu tragen ist. Insbesondere auf Bodengesundheit, Gewässer- und
Artenschutz ist zu achten. Bodenerosion ist mit zumutbarem Aufwand zu vermeiden. Fäkalund Klärschlämme, Fäkalien, gewerblicher Kompost, Papierschlämme oder vergleichbare
Stoffe dürfen auf die Flächen nicht aufgebracht werden.
Der Bewirtschafter ist verpflichtet, auf eigene Kosten die ordnungsgemäße Bewirtschaftung
in Form von Bodenuntersuchungsergebnissen und/oder Sortennachweisen über Saat- und
Pflanzgut zu belegen. Neben einer Reglung zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden ist für die EKM eine sozialgerechte Verteilung des Bodens von großer Wichtigkeit.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Ausgestaltung von Pachtverträgen
50
Platz 2
Unser Land in der Region
Initiator
Ort
Internet
BioAcker e.G.
57234 Wilnsdorf
in Arbeit
Die BioAcker e.G. ist eine gewerbliche Genossenschaft, die landwirtschaftliche Flächen erwirbt und diese unter der Bedingung einer regional eingebundenen ökologischen Bewirtschaftung verpachtet.
Ziel ist es, durch die ökologische Landwirtschaft die Fruchtbarkeit des Bodens langfristig zu
bewahren und nachhaltig zu steigern, hochwertige Lebensmittel in Verbindung mit größtmöglicher Biodiversität hervorzubringen und Menschen und Tieren damit eine gesunde Lebensgrundlage zu schaffen. Die BioAcker e.G. pflegt und bewahrt Kulturlandschaften als Ort
und Heimat für menschliche Gemeinschaften.
Vor diesem Hintergrund erwirbt die Genossenschaft mit dem Geschäftsguthaben ihrer Mitglieder landwirtschaftliche Flächen, um sie regional eingebundenen Höfen zur ökologischen
Bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen, die sich den Zielen der Genossenschaft verpflichten. Die Mitglieder der Genossenschaft sollen in Gemeinschaft mit den Menschen auf den Höfen die Möglichkeit haben, persönliche Verantwortung für Grund und Boden wahrzunehmen
und sich am Leben der Betriebe zu beteiligen. Dies soll ein Beitrag zur Entwicklung neuer und
zukünftiger Eigentumsformen für eine nachhaltige Landwirtschaft sein.
Projekte
Ausgestaltung von Pachtverträgen
51
Platz 3
Pachtvertrag zur regional eingebundenen
Bio-Bewirtschaftung
Initiator
Ort
Internet
Kulturland eG
29456 Hitzacker
www.kulturland-eg.de
Die Kulturland eG organisiert als Genossenschaft „Allmende“ für die ökologische Landwirtschaft mit einer gemeinschaftlichen Verantwortung für landwirtschaftlichen Grund und Boden. Sie unterstützt regional eingebundene, bäuerlich geführte Biohöfe, die direkt vermarkten, den Hof öffnen, Naturschutzmaßnahmen durchführen, betreute Menschen integrieren
oder pädagogisch mit Schulklassen arbeiten.
Mit den zinsfreien Einlagen der Genossen kauft die Kulturland eG Ackerland, Wiesen, Weiden,
Hecken und Biotope zur Weiterverpachtung an Landwirte. Die Genossen werden möglichst
direkt am Hofleben beteiligt.
Der Pachtvertrag der Kulturland eG garantiert dem Landwirt eine langfristige Flächensicherheit zu leistbarer Pacht. Im Gegenzug verpflichtet er sich über den Ökolandbau hinaus zur Einhaltung einer Reihe von Bedingungen, die die Einbindung des Hofes in dessen gesellschaftliches Umfeld gewährleisten. Damit soll sichergestellt werden, dass die genannten Leistungen
des Hofes für die Region in der betrieblichen Entwicklung planmäßig verankert werden.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Plätze 4 bis 5 (alphabetische Reihenfolge)
Erneuerung der Pachtverträge mit Schwerpunkt Bodenverbesserung und Umweltschutz
Initiator
Ort
Internet
52
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Kieve-Wredenhagen
17209 Wredenhagen
http://kirche-kieve-wredenhagen.jimdo.com
Im Kirchengemeinderat hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Frage beschäftigt, wie die Kirchengemeinde ihrer Verantwortung als Landbesitzer in ökologischer und nachhaltiger Sicht besser gerecht
werden kann.
Als einer der Pächter auf biologischen Landbau umgestiegen und der Kirchengemeinde vor Augen geführt
hat, was möglich ist, hat sich die diese durch verschiedene Fachleute informieren lassen und anschließend
ihre Pachtverträge soweit überarbeitet, dass der Bodenschutz und die Bodenverbesserung zentraler Bestandteil der Pachtbedingungen geworden ist.
Derzeit liegen die neuen Pachtverträge zur Überprüfung in der Kirchenverwaltung in Schwerin. Anschließend
sollen mit den Pächtern Einzelgespräche geführt werden und die ersten auslaufenden PV ersetzt werden.
Kirchenland ist ein Bodenschatz
Initiator
Ort
Internet
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) der Evangelischen Kirche
in Hessen und Nassau
55128 Mainz
www.zgv.info
Mit der Ausgestaltung eines EKHN-Musterpachtvertrages wurden für die Pächter Nutzungseinschränkungen
festgesetzt, die zum Ziel haben, die Bodenfruchtbarkeit auf Dauer zu erhalten, mögliche zukünftige Landnutzungseinschränkungen zu verhindern, den ökonomischen Wert des Landes und die Biodiversität in der
Kulturlandschaft zu erhalten.
So besteht ein absolutes Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen sowie ein Ausbringverbot für
Klärschlamm und Abwässer. Außerdem besteht ein generelles Verbot von Landnutzungsänderungen wie
Grünlandumbruch (Zustimmungspflichtigkeit von Landnutzungsänderungen durch die Kirchenverwaltung),
eine Pflicht zum Erhalt von Landschaftselementen (Bäume oder Sträucher dürfen nur mit Zustimmung der
Kirchenverwaltung entfernt werden) und ein Verbot des Abtrags von Humusboden.
Als weitere Ergänzung des EKHN-Musterpachtvertrags wurde während der letzten Jahre ein Verbot der Ausbringung von Biogasgärresten, die der Bioabfallverordnung oder der EU-Hygieneverordnung unterliegen,
eingefügt. Die Ausbringung hofeigener Biogasgärreste, die durch die Düngeverordnung geregelt ist, ist auf
EKHN-Kirchenland weiterhin uneingeschränkt erlaubt.
Projekte
Die 20 besten Projekte im Themenfeld
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
53
Platz 1
2000 m2
Initiator
Ort
Internet
Zukunftsstiftung Landwirtschaft
10117 Berlin
www.2000m2.eu/de
Die globale Landwirtschaft braucht einen Paradigmenwechsel, der den Ressourceneinsatz
minimiert und im Kreislauf führt. Überkonsum wie Unterernährung, Überbeanspruchung wie
Verödung des Bodens gilt es gleichermaßen zu überwinden.
Vor diesem Hintergrund suchten die Initiatoren des Projektes 2000 m² nach einem verständlichen Symbol und nach einem Rahmen, in dem sich diese komplexe Materie bildhaft darstellen
und in einfachen Geschichten erzählen lässt. Wie können abstrakte Themen wie Bodenerosion, Biodiversität, gesunde Welternährung, Klimaanpassung, Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf vielen Menschen so fassbar werden, dass sie den eigenen Beitrag schätzen und gemeinsame Veränderungen einschätzen können, dabei Spaß haben und Mut bekommen zu eigenen
Schritten?
Die Tatsache, dass 1,4 Milliarden Hektar Ackerfläche weltweit rund 7 Milliarden Menschen ernähren, bietet ein eingängiges Bild. Auf 2000 m², etwa einem Viertel Fußballfeld muss alles
wachsen, was ein Mensch an Ackerfrüchten verbraucht.
Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft hat dieses Feld zunächst gezeichnet und beschrieben.
Auf einer Webseite, in Leporellos und Broschüren erklärt sie in verschiedenen Sprachen, was
es mit „meinen 2000 m²“ auf sich hat. Zusätzlich wurde tatsächlich ein „Kleiner Weltacker an
der Havel“ angelegt, der seit 2014 öffentlich bestellt wird. Zuerst spiegelte er wider, was weltweit auf 1,4 Mrd. ha angebaut wird. Jetzt wird gezeigt, dass 2000 m² mehr als genug sind, um
einen Menschen gut und gesund zu ernähren.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
54
Platz 2
Bodengarten
Initiator
Ort
Internet
Gartenarbeitsschule Ilse Demme
14199 Berlin
www.gartenarbeitsschule.de
Gerade in Städten geht Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen der unmittelbare Kontakt zur Natur und im Speziellen zum Boden verloren. Nur durch eine nachhaltige Bildung hin
zu einem verbesserten Bodenbewusstsein und einer Wahrnehmung der Belange des Bodenschutzes kann die Ressource Boden langfristig geschützt werden.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt suchte zunächst nach einer Möglichkeit, das Interesse der Menschen für das Thema Boden zu wecken. Kinder begegnen vielen
Themen meist viel unvoreingenommener als Erwachsene. Zudem ist die Sensibilisierung für
viele Problematiken einfacher und effektiver, da man sie ihnen auf spielerische und bildhafte
Weise näher bringen kann. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den berlin- und
deutschlandweit ersten Bodengarten erschien die Gartenarbeitsschule Ilse Demme in Charlottenburg-Wilmersdorf ideal.
Der Bodengarten bietet als experimentelle Werkstatt Kindern und Jugendlichen eine vielfältige, anspruchsvolle und lebendige Möglichkeit, mitten in der Stadt den Boden kennenzulernen, zu erleben und zu verstehen. Mit Hilfe einer Handreichung und Infomaterial können sich
Schul- und Kindergartengruppen einen Tag mit dem Boden selbstständig gestalten. Hierbei
steht das aktive und selbsttätige Erkunden des Mediums im Mittelpunkt. Die Kinder haben
Platz, an offenen Lernstationen experimentell naturwissenschaftliche Phänomene zu erforschen und eine Verbindung zu den anderen Angeboten der Gartenarbeitsschule zu schaffen.
Projekte
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
55
Platz 3
Bodenwahrnehmung für Natur- und Landschaftsführer
in Schutzgebieten
Initiator
Ort
Internet
Terolog GmbH
21335 Lüneburg
www.terolog.de
Die Terolog GmbH initiiert, entwickelt und führt Projekte im Bereich Umweltschutz und Regionalentwicklung durch. Themenschwerpunkte sind neben aktuellen Fragen des Naturschutzes Bodenmonitoring und Bodenkommunikation.
Bisher spielen bei Natur- und Landschaftsführungen die Aspekte des Bodenschutzes kaum
eine Rolle. Daher ist das primäre Anliegen des Projektes, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer in Schutzgebieten für das Thema „Boden“ zu interessieren, mit dem Ziel, sie als kompetente Multiplikatoren für das Thema „Boden als schützenswerte Ressource“ zu gewinnen.
Natur- und Landschaftsführer sollen motiviert und vor allem aktiv dabei unterstützt werden,
Bodenaspekte in ihr jeweils bestehendes Gästeführungskonzept zu integrieren. Das Projekt
geht dabei davon aus, dass das Thema Boden geeignet ist, die Attraktivität von Gästeführungen zu steigern und somit den Natur- und Landschaftsführern einen zusätzlichen Nutzen zu
verschaffen. Es geht also nicht darum, spezielle neue „Bodenführungen“ zu entwickeln, sondern bewährte Konzepte dort zu erweitern, wo es sinnvoll und eine Bereicherung ist.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
56
Sonderpreis
Fräulein Brehms Tierleben:
„Lumbricus terrestris – Der Regenwurm“
Initiator
Ort
Internet
Barbara Geiger
10117 Berlin
www.brehms-tierleben.com
Gründungsidee war der Gedanke, die Inhalte des Tierbuchklassikers Alfred Brehms
Tierleben mit den Mitteln des Schauspiels in die heutige Zeit zu übertragen. Mit den
Stücken soll die Bedeutung der jeweiligen Tierarten für die Natur aufgezeigt werden.
Die Komplexität der Natur und die Zusammenhänge, in denen die jeweiligen Tierarten
stehen, sollen vermittelt werden.
Mit dem Stück „Lumbricus terrestris – Der Regenwurm“ wird die Bedeutung des Regenwurms für die Fruchtbarkeit des Bodens aufgezeigt und welche Konsequenzen
Überdüngung, Bodenverdichtung und das unsachgemäße Pflügen des Bodens für
den Regenwurm haben.
In ausführlichen Recherchen werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über
die Tierart gesammelt und dann von der Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Barbara Geiger in eine für eine öffentliche Präsentation angemessene Form gebracht.
Das etwa einstündige Stück wird von einer in die Rolle des Fräulein Brehm schlüpfenden Schauspielerin vor Publikum präsentiert. Dabei kann die Schauspielerin sich ganz
und gar auf ihre eigenen Mittel bei der Darstellung verlassen. Ergänzt wird das Spiel
ausschließlich durch eine größere Anzahl von Bildern und Tonbeispielen.
Projekte
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
57
Sonderpreis
Feldrandschilder „Wir stehen auf Boden“
Initiator
Ort
Internet
Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V.
(KLJB)
53604 Bad Honnef – Rhöndorf
www.kljb.org/bodenfruchtbarkeit
Die Bundesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands e.V. hat im
März 2014 den Beschluss „Lebendige Böden – verstehen, respektieren, schützen“ gefasst
und sich dafür ausgesprochen, das Thema präsent zu machen und auch die nicht-landwirtschaftliche Öffentlichkeit für den Wert fruchtbarer und lebendiger Böden zu interessieren und
auf das, was in der Landschaft, auf dem Acker und im Wald passiert, aufmerksam zu machen.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee von Feldrandschildern zu den Themen Bodenfunktionen, Bodennutzung, Grünland, Regenwürmer, Fruchtfolge und Waldboden. Die Schilder sollen u. a. an Feld- und Wegrändern sowie an Jugendbildungsstätten aufgestellt werden. Sie
sollen wissenswerte Fakten vermitteln, aber auch zum Nachdenken und spielerischen Ausprobieren anregen.
Im Rahmen der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sollen mit den Feldrandschildern
Impulse für die Auseinandersetzung mit landwirtschaftlichen Themen im Rahmen von Gruppenstunden in den KLJB-Ortsgruppen, aber auch Ideen für weiterführende Aktionen (Schilderrallye, Hofbesichtigungen, Ausheben einer Bodengrube, ...) gegeben werden.
Bis August 2015 wurden bereits mehr als 750 Schilder in den Diözesanverbänden aufgestellt.
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Die Plätze 6 bis 20 (alphabetische Reihenfolge)
Ausstellung „Fruchtbare Erde – Geschichten von Bodenleben und Hülsenfrüchten“
Initiator
Ort
Internet
58
GartenWerkStadt
35037 Marburg
www.gartenwerkstadt.de
Mit der Ausstellung möchten die Initiatoren einen breiten Einblick in das Thema Boden und seine Bedeutung
für unsere Lebensmittelversorgung bieten. Es geht um die Fragen, wie Boden entsteht, was einen fruchtbaren
Boden überhaupt ausmacht und durch welche Bewirtschaftungsformen die Fruchtbarkeit erhalten und verbessert werden kann. Gleichzeitig werden auch folgende politische Fragen aufgegriffen: Wer hat Zugang zu Land?
Wie viel Land steht pro Person zur Verfügung? Wie wird das Land weltweit genutzt und wie können wir Boden so
nutzen, dass auch noch kommende Generationen ausreichend Lebensmittel anbauen können?
Rund um diese Fragen wurde ein Schaugarten gestaltet. Dazu entwickelte das Kernteam der GartenWerkStadt
passende Ausstellungstafeln zur Erklärung für eine breite Öffentlichkeit. Außerdem wurde ein begleitendes
Veranstaltungsprogramm, bestehend aus Ausstellungsvernissage, Erntefest, einer Open-Air-Kino-Reihe mit
thematisch passenden Filmen und Ausstellungsführungen organisiert. Den ganzen Sommer über entstanden
so spannende Gespräche mit und unter den BesucherInnen, die fasziniert davon waren, was es zu dem Boden
unter unseren Füßen alles zu sagen und zu erleben gibt.
Damit auch Projekte außerhalb von Marburg von der Ausstellung profitieren können, ist sie so konzipiert, dass
sie auch an anderen Orten, z. B. in anderen Gärten oder auch einfach so, gezeigt werden kann.
Bodenerlebnisse im Kreis Steinfurt
Initiator
Ort
Internet
Kreis Steinfurt – Umwelt- und Planungsamt
48565 Steinfurt
www.kreis-steinfurt.de
Die Untere Bodenschutzbehörde des Kreises Steinfurt hat sich zur Aufgabe gemacht, dem vorsorgenden Bodenschutz in Form von Bodenbewusstseinsbildung mehr Bedeutung beizumessen. Boden soll begreifbar und
sichtbar gemacht werden, Bodenbewusstseinsbildung soll mit Fokus auf verschiedene Funktionen erreicht werden (z. B. Archivfunktion bei Plaggeneschen, Biotopentwicklungspotenzial bei Extremstandorten).
Im Kreisgebiet existieren mehrere Bodenprofilstandorte mit den für die Region typischen Bodentypen. Auf Infotafeln und -flyern erfährt der Besucher Wissenswertes zum Standort, dem Bodentyp und seine Bedeutung
für den Menschen und seine Umwelt. Jeder Standort hat mindestens einen Geocaching-Punkt. Auf der jeweiligen Internetseite des Caches findet man zahlreiche Informationen und Fragen, die nur nach Besuch vor Ort
beantwortet werden können und die sich mit dem Bodentyp befassen. Weiter ist an jeder Infotafel eine Internetverknüpfung „Ort via QR-Codes“ hinterlegt, mit dem der entsprechende Flyer auf der Homepage des Kreises
Steinfurt abgerufen werden kann.
Zusätzlich bietet der Kreis Steinfurt an den Lernstandorten ein Schulungsangebot mit verschiedenen Aktionen
und praktischen Versuchen an. Vortragsangebote runden das Angebot ab.
Projekte
BodenSchätze – Geschichte(n) aus dem Untergrund
Initiator
Ort
Internet
Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese
49565 Bramsche-Kalkriese
www.kalkriese-varusschlacht.de
Bei dem Projekt handelt es sich um eine Wanderausstellung, die den Zusammenhang zwischen Boden, Leben,
Kunst, Geschichte, Archäologie und Forschung in den Fokus rückt. Ziel war eine Ausstellung, die dem Boden
emotionale Qualitäten verleiht und zugleich sein breites Spektrum an Fähigkeiten als Künstler, Ernährer, Vermieter, Muse, Kulturfreund und Sammler thematisiert.
Bei der Umsetzung wurde auf bodenkundliches Vokabular verzichtet und stattdessen versucht, Sachverhalte in
Alltagsgeschichten zu übersetzen. So begegnet der Besucher nun dem beherzten Bademeister, der Diva mit den
Wellnesstipps und dem Marathonläufer, der niemals aufgibt. Die Böden erhalten eine Stimme und zugleich eine
Persönlichkeit und eigene Geschichte. Dazu ‚zaubert‘ die große BodenZauberMaschine Ton, Schluff und Sand
und zeigt so, wie und aus welchen Bestandteilen Boden besteht.
Die Ausstellung setzt auf inhaltliche Überraschungen, Interaktion und hochwertiges Design. Der ungewöhnliche Zugang soll dem Besucher AHA-Effekte und vor allem Identifikationsmöglichkeiten eröffnen. Denn nur was
wir schätzen und lieben, werden wir auch schützen. Doch dazu muss man sich ja erst einmal richtig kennenlernen. Eben dazu soll die Ausstellung ihren Beitrag leisten.
Bodenschätze in der Hohen Börde
Initiator
Ort
Internet
Frau Steffi Trittel, Bürgermeisterin der Gemeinde ‚Hohe Börde‘
39167 Hohe Börde
www.hoheboerde.de
In der Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt befinden sich die aktuell am höchsten bewerteten Böden Deutschlands. Trotzdem ist die Region heute fast nur noch bei Agrarexperten für ihre verbreitet vorkommenden fruchtbaren Böden bekannt. Bei weiten Teilen der Bevölkerung fehlt das Wissen um die Grundlagen der Erzeugung
von Nahrungs- und Futtermitteln. Noch stärker gilt das für das Wissen um die Notwendigkeit des dauerhaften
Erhalts der Ressourcenfunktion der Böden (z. B. nachhaltige Bewirtschaftung und Bodenschutz).
Diesem Defizit will die Gemeinde mit Maßnahmen zur Wiederbelebung des Wissens über Böden begegnen. In
Kooperation mit ortsansässigen Landwirten sollen an ausgewählten und bewusst unterschiedlich beschaffenen Standorten Bodenstationen errichtet werden. Dort erhalten interessierte Gruppen die Möglichkeit, sich
über Bodeneigenschaften, über ihre Nutzung und über Verfahren zur schonenden Bodenbewirtschaftung zu
informieren.
Dazu dienen fest installierte Tafeln mit standortbezogenen Informationen sowie nach Bedarf für praktische Untersuchungen bereitgestellte Geräte. Speziell ausgebildete Gästeführer werden den bei der Gemeinde angemeldeten Gruppen an den Bodenstationen vertiefende Informationen über Geologie, Bodentypen, Bodenarten, Beschaffenheit, Bodenleben usw. vermitteln. Auch schonende Bearbeitungsverfahren, Fruchtfolgen usw. werden,
wenn möglich im Beisein der Landwirte, erläutert. Die Informationen werden auf die Gruppen zugeschnitten
aufbereitet. Für jeden Standort werden spezielle Flyer gedruckt.
59
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Bodenschutz.com [Komm] – mach mit!
Initiator
Ort
Internet
Umweltbundesamt GmbH Österreich
1090 Wien, Österreich
https://bodenschutz.wordpress.com
Bodenkunde und Bodenschutz an einer Schule anregend und spannend zu unterrichten stellt für viele Lehrende eine Herausforderung dar. Das Wissen in der Gesellschaft zu den Berufsbildern rund um Bodenkunde ist
gering. Das Projekt „Bodenschutz.com [Komm] – mach mit!“ vernetzt SchülerInnen, Forschungseinrichtungen
und Wirtschaftsbetriebe in Wien und Niederösterreich rund um das Thema Boden.
60
Im Rahmen des Projektes erarbeiten Schulen der 1. bis 12. Schulstufe und ein Kindergarten mit der Universität
für Bodenkultur, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, dem Bundesforschungszentrum für
Wald, dem ADAMAH BioHof sowie dem Stift Klosterneuburg, welche Relevanz Bodenschutz für die Gesellschaft
hat und welche Berufe direkt von produktiven Böden abhängen. Zu den wichtigsten Elementen zählen Schulworkshops mit Bodenexperimenten und Exkursionen zu Wirtschaftsbetrieben und Forschungseinrichtungen.
Anhand von Experimentstationen erarbeiten sich die SchülerInnen Wissen über die Bodenfunktionen. Schüler,
die selbst schon Bodenwissen erworben haben, geben dieses über „peer teaching“ an Jüngere weiter.
Das Mitmachen in den Wirtschaftsbetrieben ermöglicht vor Ort zu erfahren, wie erfolgreiches Wirtschaften rund
um gesunden Boden aussehen kann, der Besuch der Bodenlabore zeigt, wie vielfältig die Berufe rund um Boden
sind. Die Vernetzung der Schulen erfolgt über einen Web-Blog, in dem alle Aktivitäten innerhalb des Projektes
dokumentiert werden.
Bruno Braunerde und die Bodentypen
Initiator
Ort
Internet
Anett Hofmann
8057 Zürich
www.sciencelab.uzh.ch/index.php?id=179
Zum Projekt „Bruno Braunerde und die Bodentypen“ gehören handgezeichnete Cartoonfiguren, die 20 verschiedene, im deutschsprachigen Raum häufig vorkommende Böden auf spielerische Weise vorstellen. Die Namen,
Adressen und Berufsbezeichnungen der Figuren sind Eselsbrücken für Bodeneigenschaften und Bodenfunktionen (z. B. „Heidi Podsol“ mit Heidevegetation).
Die Bodenfiguren sind die deutschsprachige Adaption eines Originalkonzepts mit acht schottischen Böden des
James Hutton Instituts, Schottland. Die Grundidee wurde von Anett Hofmann stark erweitert. Die Zeichnungen
der Bodenfiguren betonen die Farbigkeit und Vielfalt der Böden und deuten durch die Haare (Pflanzenbewuchs)
die jeweilige Landnutzung an.
Zusätzlich wurde ein interaktives Schulwandbild entwickelt, das eine Landschaftsillustration (fiktive süddeutsche Landschaft) zeigt, in die fünfzehn der zwanzig Bodenfiguren mit Magnetkarten eingeordnet werden können. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, einen landschaftlichen und nutzungsbezogenen Zusammenhang
zwischen den einzelnen Figuren herzustellen.
Außerdem wurden die Cartoonfiguren als Glasuntersetzer (Bierdeckel) für die Abgabe an Ständen etc. produziert.
Projekte
DIE BODEN SCHAFFT
Initiator
Ort
Internet
DIE BODEN SCHAFFT
10967 Berlin
www.die-boden-schafft.de
Gründungsidee war es, zusätzlich zu immer neuem Wissen über Boden etwas Konkretes, Materielles und Bedeutendes zu schaffen – nämlich den Humus selbst. Humus ist die Grundlage unserer gesamten Lebensmittelproduktion und wird trotzdem in Wissenschaft oder Praxis bisher kaum wahrgenommen. Humus ist der organische Teil des Bodens, der dafür sorgt, dass alle Pflanzen sich gut im Boden verankern und über die Wurzeln
ausreichend mit Luft, Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Er ist außerdem Lebensraum für viele Bodentiere und -organismen, die aus Garten-, Küchen- und landwirtschaftlichen Resten wieder fruchtbaren Boden
herstellen können. Und er verklebt die mineralischen Bestandteile, damit sie dem Boden erhalten bleiben und
nicht ausgespült oder weggeblasen – also erodiert – werden können.
DIE BODEN SCHAFFT möchte Menschen unterstützen, die sich aktiv für eine Humus(re)produktion einsetzen
wollen bzw. das bereits seit Jahren tun: Hausfrauen und -männer, Klein- bzw. urbane Gärtner/innen, Landwirte
und Komposthersteller/innen u.v.a.
Die Unterstützung erfolgt z. B. über Kompostworkshops und -beratungen, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, Bodenbegutachtungen und -analysen. Es werden Empfehlungen zur Bodenverbesserung gegeben.
Zusätzlich unterstützt die Initiative Maßnahmen wie Garten- und Kompostführungen sowie Kunst- und Upcyclingworkshops.
Ein Blick nach unten – Bodenbildung für alle
Initiator
Ort
Internet
NABU Umweltwerkstatt Wetterau
61194 Niddatal
www.umweltwerkstatt-wetterau.de
Boden und Bodenkunde sind seit längerem Thema in den Aktivitäten der NABU Umweltwerkstatt Wetterau, die
Bodenkundeveranstaltungen für Kinder und Erwachsene durchführt. So gibt es u. a. im NABU-Garten verschiedene Angebote zum Thema Boden, in denen z. B. die Herstellung von Kompost und Terra preta gezeigt und der
gute Umgang mit Boden in der Gartenarbeit erlebbar gemacht wird.
Um Material zur Anregung von Aktivitäten und zur Vertiefung des Themas zur Verfügung zu stellen, entstand
eine für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren gestaltete Bodenbroschüre, mit der die Kinder auch selbstständig
arbeiten können. Als mobiles Angebot soll nun zum Thema „Klima und Boden“ ein Elektro-Fahrzeug ausgerüstet
werden, um insbesondere in Schulen und bei der Multiplikatorenausbildung Zusammenhänge wie Entstehung
des Treibhauseffektes, Humusabbau als Teilursache des Klimawandels und Auswirkungen des Klimas auf Böden zu verdeutlichen. Als Ergänzung ist hierzu eine spezielle Fortbildung geplant, um Übungsleiter zu qualifizieren. Ab 2016 soll es außerdem eine Naturführerausbildung mit dem Schwerpunkt „Landwirtschaft, Ernährung
und Boden“ geben.
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Faszinosum „Boden“
Initiator
Ort
Internet
Wissenschaft für Kids mit Tüftelfakor/ Leitung Projektgemeinschaft Faszinosum „Boden“
12532 Berlin
www.faszinosum-boden.de (im Aufbau)
Das Projekt Faszinosum „Boden“ möchte das Thema „Boden“ Kindern, Schülern, Lehrern und Eltern nahe bringen. Hierzu bildete sich eine Projektgemeinschaft aus Schulen, Unternehmen, Universitäten, Trägern der Jugendhilfe und der Berliner öffentlichen Hand. Vermittelt werden sollen die Inhalte durch Erlebnis, Eigenmotivation und Spaß am Thema.
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Neben einem fächerübergreifenden Unterricht an den Partnerschulen wurden hierzu verschiedene Maßnahmen
umgesetzt. Realisiert wurden u.a. eine Mit-Mach-Ausstellung und Mit-Mach-Aktionen im Einkaufszentrum sowie bei Schulfesten, Ortsteilfesten bzw. Wohnungsgesellschaften. Es wurden Projektwochen und Aktionstage
durchgeführt. Weitere Schülerprojektwochen Faszinosum „Boden“ sind für die folgenden Jahre geplant, die
ihren Abschluss im Jahr 2017 auf der IGA 2017 finden.
Eine Vernetzung von Schulen im In- und Ausland via Skype ermöglicht den Austausch zum „Forschungsthema
Boden“.
Die jeweiligen Ergebnisse werden in der Presse und im Internet durch die eigene Webseite und den Partnerseiten präsentiert.
Mit dem Boden durch das Jahr – Bodenständiges Niedersachsen
Initiator
Ort
Internet
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)
30655 Hannover
www.lbeg.niedersachsen.de
Anlässlich des internationalen Jahres des Bodens wurde vom LBEG eine Ausstellung konzipiert, die (ohne viele
Worte) einen Blick unter unsere Füße ermöglicht. Für 12 exemplarisch ausgewählte niedersächsische Landschaften werden die Böden und typische darauf erzeugte Produkte dargestellt.
Die Ausstellung wurde als Indoor- und als Outdoorvariante erstellt. Die Indoor-Variante besteht aus 13 Bannern
(12 Landschaften und eine Einführung) sowie einer begehbaren Karte, die eine Verortung der Landschaften
und ihrer Böden in Niedersachsen ermöglicht. Bei der Outdoorvariante ist die Karte auf einem der Großbanner integriert. Zusätzlich findet sich hier ein Erläuterungstext zum LBEG. Begleitend zur Ausstellung wurde
eine Broschüre mit weiteren Informationen zu den dargestellten Landschaften, ihren Böden und Nutzungen
in Deutsch und Englisch erstellt. Die Ausstellung kann kostenfrei (auch über das Jahr 2015 hinaus) beim LBEG
entliehen werden.
Mit dem Projekt möchte das LBEG sein Wissen über die Bedeutung und die Eigenschaften der Böden für Landwirtschaft und Umwelt einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen. Dazu wird das „Fachwissen Boden“ auf verständliche und teilweise spielerische Weise präsentiert.
Projekte
Save our Soils – Rettet unsere Böden
Initiator
Ort
Internet
Eosta / Nature & More
2742 RH Waddinxveen, Niederlande
www.rettetunsereboeden.de
Eosta zählt zu den größten Handelsunternehmen für Bio-Obst und -Gemüse weltweit. Die internationale Informationskampagne „Save Our Soils – Rettet unsere Böden“ (kurz: SOS) wurde gemeinsam mit der Ernährungsund Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ins Leben gerufen.
Die Kampagne soll mit Hilfe von öffentlichkeitswirksamen Aktionen, prominenten Unterstützern und verständlich aufbereitetem Informationsmaterial die Aufmerksamkeit auf die Bodenproblematik lenken. Gleichzeitig wird
der ökologische Landbau als Lösung präsentiert. Dabei ist die zentrale Botschaft: Jeder Einzelne kann Boden
gutmachen! Schon allein der Kauf von Bio-Produkten kann entscheidend zur Bodenrettung beitragen.
Darüber hinaus kann der Verbraucher mit der Facebook-Aktion „Ich mag Bio“ aktiv zum Bodenretter werden:
Denn jedes „Like“ der Facebookseite „Save Our Soils“ setzt 5 Euro aus dem 2015 gegründeten „Save Our Soils –
Rettet unsere Böden“-Fonds frei. Das ist genug, um 500 Quadratmeter fruchtbaren Boden zu erhalten.
SOIL > SOUL > FOOD, Green Me Film Festival 2015
Initiator
Ort
Internet
Nic Niemann & Bernward Geier
53804 Much
www.greenme.de
„Green Me“ startete als Drehbuchwettbewerb und Filmlounge und ist inzwischen zu einem richtigen Filmfe­
stival geworden. Es wird seit 8 Jahren in Berlin anlässlich der Berlinale veranstaltet. Während des Festivals
werden dotierte Filmpreise (Green Me Award) für die Kategorien „Bester Kinofilm“, „Bester Dokumentarfilm“ und
„Bester Kinder- und Jugendfilm“ vergeben.
Im Jahr 2015 stand das Festival unter dem Thema „Soil > Soul > Food“ und es wurden als Sonderpreiskategorien
Auszeichnungen im Bereich „Boden“ und „Food“ gegeben.
Das Festival erreichte mehrere tausend Besucher. Schirmherrin für das Festival war 2015 die Bundesministerin
für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit Dr. Barbara Hendricks. Neben den 13 Wettbewerbsfilmen
wurden 30 grüne Filme – vom Klassiker bis zur Weltpremiere – gezeigt.
Das Festival ist für jeden erschwinglich. Ein Tagesticket mit Zugang zu allen Filmen im Programm sowie Verpflegung mit Getränken und Snacks (alles bio) kostet nur 5 Euro bei freiem Eintritt für Kinder/Jugendliche bis 16
Jahre.
Im Rahmen des Green Me Forums liefen 20 Panelveranstaltungen und Diskussionsrunden. Viele Panels waren
dem Bodenthema gewidmet.
63
BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Studentische AG Bodenkunde Hildesheimer Land – AG BokuHiLa
Initiator
Ort
Internet
Sarah Matheis, Jasmin Karaschewski
31141 Hildesheim
www.uni-hildesheim.de/bokuhila
Das Verständnis von Prozessen und Faktoren, die auf den Boden einwirken und zu seiner Entstehung führen,
ist eine Grundlage zur Schaffung eines „Bodenbewusstseins“. Der Bodenschutz kann nur besser positioniert
werden, wenn breites Wissen geschaffen und weiter in die Gesellschaft getragen wird.
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Die Gründungsidee hinter der AG BokuHiLa ist, dass alle Studierenden trotz hohem Leistungsdruck die Chance
haben sollen, ihren Interessen nachzugehen und diese weiter zu entwickeln. Ein interessenbasiertes, forschendes Lernen fördert das Verständnis deutlich mehr als das vorwiegende Streben nach einer guten Note.
Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich die TeilnehmerInnen von BokuHiLa mit bodengeographischen und
landschaftsgenetischen Fragestellungen. Die AG BokuHiLa bietet den Rahmen für die Vertiefung verschieden­
ster bodenkundlicher Inhalte, die nicht in der Lehre geleistet werden können. Besonders im Fokus steht hier
die feldbodenkundliche Geländeerfahrung, die im Studium häufig in viel zu geringem Umfang vermittelt werden
kann, allerdings absolut elementarer Bestandteil einer bodengeographischen Ausbildung sein muss.
Die Vielfalt des Hildesheimer Raumes, mit den fruchtbaren Böden der Börde und auch der Nähe zur Mittelgebirgsschwelle, bietet als „Forschungsraum“ optimale Bedingungen für dieses Projekt. Bei der selbstständigen
Erforschung dieses Raumes wird der Austausch mit anderen Interessierten auch außerhalb der Universität umgesetzt (z. B. Exkursionen, Lehrpfade).
Terra Preta in unsere Gärten – Wege in die Zukunft
Initiator
Ort
Internet
Grundschule im Beerwinkel
13589 Berlin
www.beerwinkel.de / www.back-to-our-future.org
Im Zuge der Neugestaltung des Schulhofs wurde in der Grundschule im Beerwinkel ein neuer Schulgarten geschaffen und beschlossen, den Garten in einen Terra Preta-Garten umzuwandeln.
Um den Schüler/innen ein schnelles Erfolgserlebnis beim Pflanzen und Ernten zu schaffen, wurde die Erzeugung von Terra Preta in Kompostkisten erprobt, was mit einer sehr guten Ernte wunderbar funktionierte. So
wurde der Schulgarten im Mai 2013 unter dem Motto „Terra Preta in unsere Gärten“ mit einem großen Gartenund Informationsfest für alle Schulmitglieder, Freunde, Offizielle und Experten eröffnet.
In nachfolgenden Modulkursen und Schwerpunktkursen lernten die Schüler/innen, mit Geräten umzugehen,
untersuchten die verschiedenen Bodenschichten und -arten, schichteten Terra Preta Beete auf und probierten
Pyrolyse zur Gewinnung der Holzkohle.
Inzwischen ist der Begriff Terra Preta in vielen Klassen bekannt, da bei der Aktion „Jeder Klasse einen Obstbaum“
beim Pflanzen Terra Preta Erde mit eingefüllt und den Mitschülern die Funktion der schwarzen Erde erklärt wird.
Projekte
Wir sind Boden
Initiator
Ort
Internet
Peter Schawerda
2103 Langenzersdorf, Österreich
www.bildungsschmiede.at
Boden ist nicht nur Grundlage für die landwirtschaftliche Produktion, sondern hat auch lebenswichtige Bedeutung für die gesamte Gesellschaft. Leider verschwinden in unserer Gesellschaft der Wert und das Wissen um
diese Lebensgrundlage. Es wird nicht mehr hinterfragt und bewusst gemacht, woher z. B. das scheinbar unbegrenzt verfügbare Trinkwasser kommt, wodurch es sauber gehalten wird, welche Rolle die Wasserspeicherfähigkeit eines Bodens im Klimawandel und dessen Extremereignissen spielt, wie durch den Aufbau von Humus
im Boden die Bindung von CO2 erfolgen kann. Vor allem die jüngere Generation ist sich dessen immer weniger
bewusst.
Aus diesem Grund wurden in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen Projekttage für die 7. Jahrgangsstufe
entwickelt. An diesen werden Bodenproben im Gelände genommen und an 5 Stationen einfache Versuche und
Experimente zu Bodenfunktionen durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse theoretisch aufbereitet.
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BodenWertSchätzen
66
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Projekte
Eingereichte Projekte
AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung in Kooperation mit der Stadt Wuppertal
Sanierung einer ehemaligen Galvanik in einem Landschaftsschutzgebiet
» www.aav-nrw.de
Aktiv in MV gGmbH Freie Schule Bröbberow
Generationengarten Junges Gemüse und Alte Eiche
» www.aktivinmv.de
Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern
Vereinfachte Flurbereinigung Bleickersdorf
» www.ale-niederbayern.bayern.de
Biokräuterei – Matthias Anders
BioKräuter aus Oberhavel
» www.biokraeuterei.de
ANNALINDE gGmbH
Erhaltung des Kulturgutes Stadtgärtnerei durch ökologischen Gartenbau und partizipative Bildungsprojekte
» www.annalinde-leipzig.de
Arbeitsgemeinschaft „Tier- und Naturschutz“
Ein Herz für Boden
» www.bauhausschule.de
bauchplan ).(
Freiluftsupermarkt – zwischen wöchentlicher Gemüsekiste und täglichem Selbergärtnern
» www.freiluftsupermarkt.de
Dr. Kai Behncke
Wurmpalast.de – Biomüllentsorgung und kommunale Bodenverbesserung durch Regenwürmer und Wurmhumus
» www.wurmpalast.de
Wolfgang Behrendt
Kohlenstoffspeicher Waldboden !?
BI-Dell
Schutz von wertvollsten Bördeböden vor unnötiger Überbauung
» www.bi-dell.de
BioAcker e.G.
Unser Land in der Region
BioDorf Eichstetten
Biologischer Landbau in Eichstetten
» www.eichstetten.de
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Biohof Lex
35 Jahre ökologische Bewirtschaftung auf dem Biohof Lex
» www.biohof-lex.de
Biohöfe Oldendorf GbR
Über Kartoffeldirektvermarktung das Bodenbewusstsein stärken
» www.biokartoffeln.de
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Kathrin Böhme, Isabelle Jöhler
Der Bodenkoffer macht sich selbstständig – Gründung der GbR „Umweltbildung Boden“
» www.bodenkoffer.de
BUND Kreisverband Hochtaunus
Ausstellung „Flächenverbrauch und kein Ende in Sicht!?“
» www.bund-hochtaunus.de
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Erlangen
Streuobstwiese Atzelsberg
» www.erlangen.bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Lichtenfels
Kennen-Schätzen-Schützen
» http://lichtenfels.bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen
Die Rolle von Luftbildern für die Öffentlichkeitsarbeit und die Beeinflussung von Entscheidungsträgern
» www.bn-badkissingen.de
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben / Bundesforstbetrieb Schwarzenhorn
Ein Geschenk an den Boden in Büdingen – Neuer Retentionsraum im Aueverbund Wetterau
» www.bundesimmobilien.de
Bürgerverein Anger-Crottendorf
Parkbogen Ost in Anger-Crottendorf
» www.koenigreich-crottendorf.de
Prof. Dr. Sixten Bussemer (Universität Greifswald)
Bodenlehrpfadcluster Ost (Pommerania?)
Edeltraud Caroli
Lebensraum Feldhecke
CVJM Pfalz
Wir machen den Wald begreifbar
» www.cvjm-pfalz.de
DIE BODEN SCHAFFT
DIE BODEN SCHAFFT
» www.die-boden-schafft.de
Dottenfelderhof
Forschung und Züchtung Dottenfelderhof
» www.dottenfelderhof.de
Projekte
Economics of Land Degradation (ELD) Initiative
Economics of Land Degradation (ELD)
» www.eld-initiative.org
Educational Gardening e.V.
Gesunder Boden – gesunder Mensch
Eine Welt Netz NRW e.V. und BUNDjugend NRW
Einfach ganz ANDERS – Ganztagsschulen für mehr Nachhaltigkeit
» www.einfachganzanders.de
Eosta / Nature & More
Save Our Soils – Rettet unsere Böden
» www.rettetunsereboeden.de
Erziehungsstelle Sabine Rehwinkel
Der Ewige Kreislauf
EUROPARC Deutschland e.V.
Ungehindert engagiert – Bodenschutz leicht gemacht
» www.ungehindert-engagiert.de
Evangelische Kirche Mitteldeutschland
Vergabe kirchlicher Landpachtflächen in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland
» www.ekmd.de
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Kieve-Wredenhagen
Erneuerung der Pachtverträge mit Schwerpunkt Bodenverbesserung und Umweltschutz
» http://kirche-kieve-wredenhagen.jimdo.com
FARMsystem Hinck & Kielhorn Partnerschaftsgesellschaft von Ingenieuren
Anbaugrenzen akzeptieren – Teilflächenspezifische Standortbewertung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion
» www.farmsystem.de
Samuel J. Fleiner
Boden!Bildung – Thema der Sustainable Arts Biennale 2015
» www.rearthalle.de
Flexposed
Temporäre naturnahe Bodenbefestigung mit Holzrosten am Beispiel der Bundesgartenschau 2015
» www.flexposed.de
Förderverein Lucky Farm e.V., Sitz Würzburg
Ökologisch vertretbarer Tierschutz im Gnadenhof Lucky Farm, nachhaltige Konzepte zur Hobby-Haustierhaltung
mit Hirn, Herz und Verstand
» www.lucky-farm.de
Förderverein Museum Voswinckelshof e.V.
Boden – Wasser – Luft an Rotbach – Emscher – Lippe – Rhein
Förderverein Pfaffengut Plauen e.V.
Steinreich – die verschiedenen Gesteine und Böden des Vogtlandes erleben
» www.pfaffengutplauen.de
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Forstbetrieb BALDWALD
BALDWALD: Neue Wälder durch Baumpatenschaften
» www.baldwald.de
Fräulein Brehms Tierleben – Barbara Geiger
Lumbricus terrestris – Der Regenwurm, Hymenoptera – Die wilden Bienen
» www.brehms-tierleben.com
Forscherteam Bremen Huchting, Frederik Hachmeister
Bodenschutz und Pflanzenschutz – (k)ein Gegensatz. Pflanzen auf schwermetallhaltigen Böden.
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Freistaat Bayern, Vertretung durch Wasserwirtschaftsamt Weiden
Bodenerlebnispfad Amberg auf dem Mariahilfberg – ein Instrument zur Bodenbewusstseinsbildung in Bayern
» www.wwa-wen.bayern.de
Jonas Gampe
Permakultur-Park Bischbrunn
» www.kreislauf-gaerten.de
Garten AG der Reichenberg-Schule
Gemüsebeet statt Ziergewächse
» www.reichenberg-schule.de
Gärten der Vielfalt
Gärten der Vielfalt
Gartenarbeitsschule Ilse Demme
Bodengarten
» www.gartenarbeitsschule.de
Gartenkulturzentrum Niedersachsen – Park der Gärten
Gesunder Boden – Gesundes Wasser
» www.park-der-gaerten.de
GartenWerkStadt
Ausstellung „Fruchtbare Erde – Geschichten von Bodenleben und Hüsenfrüchten“
» www.gartenwerkstadt.de
Gemeinde Bad Laer
Geologie und Erdgeschichte spielend erleben – der Geo-Erlebnispfad auf dem „Kleinen Berg“ in Bad Laer
» www.bad-laer.de
Gemeindevorstand der Gemeinde Sulzbach (Taunus)
Entwicklung von Bodenerlebnisstationen entlang der Regionalparkroute
» www.sulzbach-taunus.de
GEOGNOSTICS Boden- und Gewässerschutz, Axel Schröder
Fortbildung BODENFENSTER für Kita-Fachkräfte: Lebensweltbezogener Zugang 3- bis 6-jähriger Kinder
zum Umweltmedium Boden
» www.geognostics.de
Projekte
Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik, Klaus Strüber
Humussphäre – Projekt zu Humus aufbauenden und Energie sparenden Methoden in der Landwirtschaft
» www.hof-hollergraben.de
GlobalFlow GmbH, Nadine Antic
Regenerierung von degradierten Böden durch ökologisch nachhaltigen Dünger
» www.albfertil.com
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Institut für Freiraumentwicklung
Running out of Land – Designing strategies for Ammerland‘s competing land use demands EMiLA Summer School
2014
» www.emila.eu
Steffen Grau
Allgemeingut Boden
» www.dasmanifest.net
Green City e.V.
Essbares München
» www.greencity.de
Grundschule im Beerwinkel
Terra Preta in unsere Gärten – Wege in die Zukunft
» www.beerwinkel.de, » www.back-to-our-future.org
Gutes Gemüse e.V.
Gutes Gemüse – Initiative für eine nachhaltige Landwirtschaft
» www.gutesgemuese.de
Hansestadt Rostock, Tief- und Hafenbauamt
Nassbaggergut – ein wertvolles Bodenmaterial
» www.auf.uni-rostock.de
Georg Heinrichs
Lebendigen Boden begreifen
» www.lebendiger-boden.de
Anett Hofmann
Bruno Braunerde und die Bodentypen
» www.sciencelab.uzh.ch
Humus- & Erden Kontor GmbH
Floratop® und „Heimatkontor“ – Die Erden aus der Region – für die Region
» www.humus-erden-kontor.de
iGEM Team Hannover
Pflanzenbasierte Aufreinigung von schwermetallbelasteten Böden und Gewässern
» www.igem-hannover.de
Ingenieurbüro Schnittstelle Boden
Bodenfunktionsbewertung für die Raum- und Bauleitplanung für Hessen und Rheinland-Pfalz
» www.schnittstelle-boden.de
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Initiative Bodenqualität in einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf
Bodenqualität in einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf: Der Trierer Bodenqualitätstest
» www.trierer-bodenqualitaetstest.de
Internationaler Schulbauernhof Hardegsen gGmbH
Boden-Reserven Ressourcenschutz erleben – Verantwortung übernehmen
» www.internationaler-schulbauernhof.de
E. und C. Jürgens GbR
Hiergeblieben! – Sicherung von Lebensräumen von Rebhuhn, Flatterulme & Co
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Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB)
Feldrandschilder – „Wir stehen auf Boden“
» www.kljb.org/bodenfruchtbarkeit
Anneli Ketterer
URSPRUNG – den Boden bereiten für Kommunikation und Aktion
» www.decrustate.net/exhibition-origin/, » www.broellin.de
Kindergarten Sonnenstrahl
Der Boden – ist unter uns!
Anke Klabunde
Wanderwege für ein gesundes Pferdeleben: Der Paddock Trail – eine Haltungsform nach dem Wildpferdemodell
Klimawerkstatt Bayreuth, Grundschule St. Georgen, Rektorin Gabi Hemmer
Klimawerkstatt macht Boden gut
» http://neu.gsstg.de
Kreis Steinfurt, Umwelt- und Planungsamt
Bodenerlebnisse im Kreis Steinfurt
» www.kreis-steinfurt.de
Kreis Steinfurt, Umwelt- und Planungsamt
Veranstaltungsreihe „Boden.Schatz“
» www.kreis-steinfurt.de
Hermann Künsemöller
Bodenblicke in den Plaggenesch – eine unendliche Herausforderung
Kuesti Fraun
Filmprojekt „BonjourLiberte“
Kuesti Fraun
Filmprojekt „Capacities“
KugelSüdhangHof
Projekt „KugelSüdhangHof“ – Nachhaltige, bodenfördernde Kreislaufwirtschaft im Allgäuer Berggebiet
» www.kugelsüdhanghof.de
Michael Kühnlein
Stilles Örtchen aus gestampfter Erde
» www.kuehnlein-architektur.de
Projekte
Kulturland eG
Kulturland-Genossenschaft
» www.kulturland-eg.de
Kulturland eG
Pachtvertrag zur regional eingebundenen Bio-Bewirtschaftung
» www.kulturland-eg.de
Landerlebnis Weinheim e.V.
Aufklärung, landwirtschaftlich genutzte Böden nicht zu Gewerbegebieten werden zu lassen.
» www.landerlebnis-weinheim.de
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Mit dem Boden durch das Jahr – Bodenständiges Niedersachsen
» www.lbeg.niedersachsen.de
Landesbetrieb Forst Brandenburg
Vorsorgender Bodenschutz beim Einsatz von Holzerntetechnik im Landeswald
(HEEB – Holz Ernte Entscheidungshilfe Brandenburg)
» www.forst.brandenburg.de
Landeshauptstadt Stuttgart
Bodenschutzkonzept Stuttgart (BOKS)
» http://www.stuttgart.de/bodenschutzkonzept
Landkreis Ammerland
Bodenstation „Moor“ in Bad Zwischenahn-Kayhausermoor
Landwirtschaftlicher Betrieb Dagmar Scheibert und Landbau Koch GmbH
Boden zu Boden
LBV-Kreisgruppe Landsberg am Lech
Besser gärtnern ohne Torf – denn Torf gehört ins Moor
Stephan Lehmann
Gesundheit durch fermentierten Kompost
Lernstandort Noller Schlucht
Noller Perspektiven! – Böden entdecken / Landschaft erleben
» www.nollerschlucht.de
Dr. Harald Lütkemeier und Dipl.-Ing. agr. Willy Jäger
Museum für Bodenschätzung
» www.bodenschaetzung-eickendorf.de
Matthias Deppe und Wolfram Müller GbR – Biomessen
CO2e-Kompensation der BioMessen durch Humusaufbau auf heimischen Bio-Höfen
» www.biomessen.info
Malteser Familienzentrums Manna
Zusammenwachsen – Ein Bildungs- und Erfahrungsgarten
» www.malteser-berlin.de/manna
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Sarah Matheis, Jasmin Karaschewski
Studentische AG Bodenkunde Hildesheimer Land – AG BokuHiLa
» www.uni-hildesheim.de/bokuhila
Marianne-Rosenbaum-Schule, Staatl. Berufsschule 3, Straubing
Unser Boden – wir stehen drauf
» http://bs3sr.de/index.php/aktuelles
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Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe, Claire Kempf-Feist
Boden erleben
» www.schulgaerten-bw.de/cms/index.php?id=183
Naturerlebnishof Michaela Haug, Heilpädagogisches Reiten – Tiergestüzte Therapie
Naturerlebnishof macht Schule
» www.michaelahaug.de
NABU Umweltwerkstatt Wetterau
Ein Blick nach unten – Bodenbildung für alle
» www.umweltwerkstatt-wetterau.de
Naturlandstiftung Kreis Groß-Gerau
Ökologische Aufwertung und Erhaltung von Kulturfläche.
Förderung der Biodiversität und Schutz landwirtschaftlicher Böden
» www.naturlandstiftung-gross-gerau.de
Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim, Jan Hemmeke
Ökologische Landbewirtschaftung wertschätzt den Boden!
» www.naturschutzstiftung.de
Netzwerk Lebensraum Feldflur
Energie aus Wildpflanzen
» www.Lebensraum-Feldflur.de
Nic Niemann und Bernward Geier
SOIL > SOUL > FOOD – Green Me Film Festival 2015
» www.greenme.de
Hans Nölting
Gardening, Cooking and Nature
Ökonauten e.G.
Ökonauten e.G.: Landwirtschaft gemeinsam gestalten in Berlin-Brandenburg
» www.oekonauten-eg.de
Ökostation Freiburg
Bodenstationen
» www.oekostation.de/bodenstationen
Öko-Weingut Schmalzried
Dem Menschen und der Natur zuliebe.
» www.weingutschmalzried.de
Projekte
Familie Oertel
GemeinschaftsGarten Gut Settin – Gegaguse
» www.gut-settin.de
Matti Pannenbäcker
WirGarten – Deine GemüseGenossenschaft
» www.wirgarten.com
Ludwig Pertl
Nachhaltige Klimaanpassung mit den Kräften der Natur im Landsberger Lechrain
Plantbacter International Research & Technical Rheinsberg
Bodenverbesserung durch Pflanzplatten, die den Wasserbrauch sparen
» www.plantbacter.com
Renate Prestel
Müsli-Ralley – eine Umweltbildungs-Infotainment-Kampagne
zum Themenfeld „Boden & Natur, Landwirtschaft, Ernährung“
Christine Priessner
Bodenlernkoffer – Koffer des Lebens
Martin Primbs
Bodenpraktikerausbildung am Lindenhof Hemmersheim
» www.lindenhof-hemmersheim.de
RAG Montan Immobilien GmbH
Biomassepark Hugo
» www.rag-montan-immobilien.de
Fritz Rietzschel
Kupfergrube Sadisdorf – Lämmertherapie mit deutschen Schafen und Ziegen
Ring landwirtschaftlicher Betriebsleiter – Beratungsring Ackerbau
Bodenfruchtbarkeit und Zwischenfruchtanbau
» www.br-ackerbau.de
Rosarium Wachendorf Betriebs-gGmbH
Schaffung eines naturnahen Garten- und Landschaftsparks in einer ehemaligen Sandgrube –
Zentrum für Artenvielfalt im ländlichen Raum
» www.rosarium-wachendorf.de
Runder UmweltTisch Essen (RUTE)
Langer Atem für den Boden
» www.umwelttisch.de
Peter Schawerda
Wir sind Boden
» www.bildungsschmiede.at
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Hans Schniepp und Friedrich Bährle
Schutzgemeinschaft Schmidener Feld Kernen – Bürgerinitiative gegen die unwiederbringliche Zerstörung
wertvollsten Ackerbodens in Kernen i.R.
» www.schutzgemeinschaft-schmidener-feld.de
Solidarische Landwirtschaft Gemeinschaftsgärtnerei Wildwuchs e.V.
Solidarische Landwirtschaft Gemeinschaftsgärtnerei Wildwuchs e.V. – Bio-veganes Gemüse,
gemeinschaftlich angebaut
» www.solawi-wildwuchs.de/index.htm
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SoLawi Erfurt – Manfred Weber
Initiative „Solidarische Landwirtschaft Erfurt“
» www.solawi-erfurt.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
1) Angepasste Holzerntetechnologien und Restriktionen im Forstbezirk Leipzig
2) Angepasste Holzerntetechnologien für sensible Standorte des Erzgebirges
» www.smul.sachsen.de/sbs/
» Andreas Padberg, Felix Heubaum: Praxisprojekte zur bodenschonenden Holzernte auf befahrungssensiblen
Standorten – Projektergebnisse / Umsetzung / Ausblick
Stadt Aachen, Fachbereich Umwelt
Leitfaden Boden – Aachener Leitfaden zur Bewertung von Eingriffen in das Schutzgut Boden
» http://aachen.de
Stadt Hemer
Von der Blücherkaserne zum Sauerlandpark Hemer
» www.hemer.de/sauerlandpark/
Stadt Osnabrück
Familienveranstaltung „Unter unseren Füßen“
» www.osnabrueck.de/gruen/boden.html
Stadt Putbus in Kooperation mit dem Biosphärenreservat Südost-Rügen
Der „Fürstliche Spalierobstgarten“ im Putbusser Park – zurück zu einem Garten Eden
» www.putbus.de
Stadtgemeinde Tulln an der Donau
Stadtentwicklung mit grünem Daumen
» www.tulln.at
Stadtnatur Berlin
Ein Kompost für alle!
» www.stadtnatur-berlin.com
Stiftung Ökowerk Emden
Projekt Arche, Überleben für bedrohte Tiere und Pflanzen
» www.oekowerk-emden.de
Sukuma arts e.V., Sascha Kornek
7. Umundu-Festival für global nachhaltigen Konsum – Fokusthema:
„Der Boden unter uns. Warum Böden unsere Aufmerksamkeit brauchen“.
» www.umundu.de
Projekte
Susila Dharma – Soziale Dienste e.V. Projekt ANISHA
Nachhaltige ländliche Entwicklung in Karnataka, Indien
» www.susiladharma.de
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V. Projekt ANISHA
Verbesserung der Ernährung und des Einkommens in 7 Dörfern in Zentralkalimantan
» www.susiladharma.de
Technische Universität Kaiserslautern, Fachdidaktiken Biologie, Chemie und Geographie
Projekt „Dem Boden auf den Grund gehen“ – Science Lab 3.0
» http://boden.fdbio-tukl.de
Terolog GmbH
Bodenwahrnehmung für Natur- und Landschaftsführer in Schutzgebieten
» www.terolog.de
Texas Bio-Energie GmbH u. Co KG
Texas – Bio – Gold
» www.texas-bioenergie.de
Tourismusverein Raddusch und Umgebung e.V. Vetschau/Spreewald
Moorlehrpfad
» www.raddusch-spreewald.de/moorlehrpfad
Steffi Trittel, Bürgermeisterin der Gemeinde „Hohe Börde“
Bodenschätze in der Hohen Börde
» www.hoheboerde.de
TU-Berlin FG Standortkunde und Bodenschutz
Von ganz unten: Aspekte zum Schutz unserer Böden – Ein interdisziplinäre Buchprojekt anlässlich
des UN-Jahres des Bodens
Umweltbundesamt Österreich
Bodenschutz.com [Komm] – mach mit!
» http://bodenschutz.wordpress.com/
Umweltschutzamt Bremerhaven
Vom Acker zum blühenden Randstreifen
» www.bremerhaven.de
Urbane Farm Dessau, Stiftung Bauhaus Dessau
Quartiershof Dessau – die neue StadtLandschaft produktiv machen
» http://blog.urbane-farm.de
» www.urbane-farm.de
Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese
BodenSchätze – Geschichte(n) aus dem Untergrund
» www.kalkriese-varusschlacht.de
Verein Traumland Lychen (i.Gr.)
Familienlandsitzsiedlung Traumland Lychen
» www.traumland-siedlung.de
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BodenWertSchätzen
Wettbewerb zum Schutz des Bodens
Beatrice Voigt Kunst- und Kulturprojekte
BodenLeben. Erfahrungsweg ins Innere der Erde. Annäherung an eine verborgene Dimension des Lebens
im Dialog von Wissenschaft, Kunst und Bildung.
» www.bodensymposium.de
Wasserwirtschaftsamt Kempten
Bodenlehrpfad Buchenberg
» www.wwa-ke.bayern.de
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Weda Elysia e.V.
Familienlandsitzsiedlung Weda Elysia
» www.youtube.com/watch?v=96sttin8f9U
» www.weda-elysia.de
Weihnachtsbäume aus ökologischem Anbau
Ökologischer Anbau von Weihnachtsbäumen
» www.hafi-holzprodukte.de
Wilhelm-von-Oranien-Schule, neu- und altsprachliches Gymnasium
Mission Flachwassertümpel Feuchtbiotop UCKERSDORF
» www.wvo-dbg.de
Wissenschaft für Kids mit Tüftelfakor / Leitung Projektgemeinschaft Faszinosum „Boden“
Faszinosum „Boden“
» www.faszinosum-boden.de
Wissenschaftsladen Bonn e.V. (WILA)
Natur in graue Zonen – Kampagne zur naturnahen Begrünung innerstädtischer Firmengelände
» www.natur-in-graue-zonen.de
Clemens Wulf
Kreisläufe schließen mit Bokashi
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Boden für die Urenkel
» www.zgv.info
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Kirchenland ist ein Bodenschatz
» www.zgv.info
Zukunftsstiftung Landwirtschaft
2000 m²
» www.2000m2.eu/de
Literatur
Literatur
Brundtland Kommission (1987): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkom-mission für
Umwelt und Entwicklung. Herausgeber: Volker Hauff.
Bundesregierung (1985): Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung. Bonn: Kohlhammer.
Enquete-Kommision (1998): Konzept Nachhaltigkeit. Vom Leitbild zur Umsetzung. Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt – Ziele und Rahmenbedingun-gen einer nachhaltig
zukunftsfähigen Entwicklung“ des 13. Deutschen Bundestages. Zur Sache 4/98, Deutscher Bundestag, Referat
Öffentlichkeitsarbeit, Bonn.
Meadows, Donella H.; Meadows, Dennis L.; Randers, Jørgen & Behrens III, William W. (1972): The Limits to Growth.
Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Mensch-heit. Deutsche Verlags-Anstalt,
Stuttgart.
Niedernostheide, Norbert; Kaufmann-Boll, Carolin; Huck, Sabine; Mählmann, Uta & Lazar, Silvia (2014): Entscheidungsgrundlagen zur Verbesserung des Bodenbewusstseins. Bericht. UBA FKZ 7 12 71 251.
Ostrom, Elinor (2012): Was mehr wird, wenn wir teilen – Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. Hrsg. und
Übersetzung: Silke Helfrich. 2. Aufl. oekom München.
SRU (1990): Abfallwirtschaft. Sondergutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen. BundestagsDrucksache 11/8493. Stuttgart 1991.
SRU (1998): Flächendeckend wirksamer Grundwasserschutz – Ein Schritt zur dauerhaft umweltge-rechten
Entwicklung. Sondergutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen. Bun-destags-Drucksache
13/10196. Stuttgart 1998.
WBGU (1994): Welt im Wandel – Die Gefährdung der Böden. Hauptgutachten 1994. Wissenschaftli-cher Beirat der
Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. Economica Bonn.
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BodenWertSchätzen
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Wettbewerb zum Schutz des Bodens
www.bodenwertschaetzen.de
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Abschlussbericht des Wettbewerbs "BodenWertSchätzen"