"Ex nihilo nihil fit"
Luk r e z
vierteljahreszeitschrift fÜ r Kritische
aslanstudien
in dieser ausgabe:
Eine materialreiche
Vorstudie zu
Verhaltenstypologie und
Tiefenpsychologie eines
Wissenschafters
in den nächsten Ausgaben:
+++ vorstudie über pränatale extremismusbekämpfung geplant +++ wie gefährlich sind
fötale schläferzellen? +++ pränataldiagnostik auch auf europäische werteinkompatibilität erweitert
*symbolfoto
Ednan Aslan als
Objekt der kritischen
Sozialforschung?
2
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Widmung
Gewidmet dem Professor, der den
Muslimen Österreichs so viel Freude beschert hat!
Wir glauben, dass Prof. Ednan Aslan uns kaum böse sein
wird.
Kritik kann er vertragen!
Lachen über sich selbst kann er bestimmt auch!
Wir widmen ihm diese kleine Laudatio und hoffen, dass wir eines Tages auch wieder mit ihm
gemeinsam lachen werden können!
Gewidmet ist dies auch all jenen Kolleginnen und Kollegen der Universität
Wien, für die Wissenschaftlichkeit noch Bedeutung hat und
kein leeres Schlagwort ist
– auf dass man mit euch,
statt über euch lachen
möge!
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
3
Ednan Aslan als Objekt
der kritischen Sozialforschung?
Warum manchen das Lachen vielleicht
doch im Hals stecken bleibt!
Seit Jahren drängt man in der wissenschaftlichen
Community auf Fachtagungen und internationalen Kongressen islamischer Theologen/Theologinnen nach einer wissenschaftlichen Untersuchung des Phänomens Aslan:
❖ Wie tauchte dieser Glamour-Star der islamischen Religionspädagogik quasi aus dem Nichts
auf?
❖ Warum fragt sich niemand ernsthaft, warum
dieser Professor zwar nichts von Forschung oder
Theologie versteht, aber unentwegt durch Forschungsprojekte den Ruf der Uni Wien schädigen
darf?
❖ Hat diese Profilierungssucht, die sich immer
an OPFERN auslässt, etwas mit der Aufarbeitung
seiner eigenen Vergangenheit zu tun?
❖ Wie kann ein sog. Wissenschaftler so viel Komik
und Fremdschämen hervorrufen, ohne dass es einem/einer Politiker/in peinlich wird, ihn zu zitieren?
❖ Tanzt er den Politikern/Politikerinnen auf der
Nase herum, oder sind sie es, die ihn nur benutzen?
Auch wenn alle vom Fach einhellig die Wissenschaftlichkeit seines Vorgehens bestreiten – mit
Ausnahme der politischen Auftraggeber, ach ja
und mit Ausnahme der Uni Wien – so stellt sich
doch die Frage: Was treibt diesen Mann um? Offensichtlich also ein wichtiges Forschungsdesiderat!
Bei der Wahl des Forschungsdesigns diskutierte
das Forscherteam folgende methodische Herangehensweisen:
❖ Soll man sich dem Phänomen unter Zuhilfenahme eines nomonologisch-deduktiven Modells auf
Basis der strukturfunktionalistischen Systemtheorie nähern?
❖ Oder besser durch die Theorie der performativen Semiotik als Konstruktion von Selbstbildern?
❖ Oder lieber ein ästhetisch-poststrukturalistischer Ansatz?
❖ Ein konstruktivistisch-semasiologischer?
❖ Vielleicht: Mithilfe des Modells sprachanalytisch-performanz-phraseologischer
Biographie-Forschung?
❖ Wie wär’s mit Alan Sokal und seiner Transformativen Hermeneutik… bei ihm ist ja 1996 schon
manchem innerhalb der Scientific Community das
Lachen im Halse stecken geblieben!
Doch auch die groteskeste Terminologie konnte
dem Forschungsobjekt Aslan nicht gerecht wer-
4
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
den! Ein Blick in die Realität belehrte uns gleich zu
Beginn des Forschungsprozess eines Besseren:
Obwohl die Wissenschaftlichkeit von Aslans Vorstudien einhellig abgestritten worden war, verteidigten ihn genauso vehement die bekannten Entscheidungsträger der Politiker. Nach dem Muster:
„Gut, er lügt zwar über Muslime, aber die haben
das ja auch verdient!“
Spätestens hier verloren wir endgültig den Glauben in wissenschaftliche Plausibilität und warnen
seitdem: Liebe Sozialwissenschaftler, macht euch
nicht die Mühe, seine Studien zu wiederlegen!
Fragt euch lieber, warum man euch nicht glauben
will! Ist auch Wissenschaft offensichtlich nur ein
Rollenspiel großartiger Begriffe? Glaubt man am
Ende das, was man glauben will? Und die Politik sucht nach Legitimationen ihres Handelns als
Feigenblatt? Wenn Politiker nach der Devise arbeiten, „was kümmert mich mein Geschwätz von
gestern? Hauptsache, es funktioniert“, erwarten
wir dann von ihnen Unterstützung auf diesem
Maskenball der Interessenvertreter?!
Uns blieb nur noch EIN überzeugendes Argument:
Das Lachen, das wir schon seit „Des Kaisers neue
Kleider“ als Befreiung schätzen gelernt haben.
Das Forschungsteam kapituliert damit vor jedem
erdenklichen Forschungsdesign: Dem Phänomen
Aslan kann man sich nur noch humoristisch nähern. Und was eignet sich besser dafür, als seine
eigene Arbeitsweise zur Analyse und Bewertung
von Material? Wir haben es ihm gleich getan und
einiges an Datenmaterial herangetragen und
qualitativ empirischen Forschungsmethoden
nach dem Modell von Aslan angewendet!
Wer nach nötigen Indizien und Anschauungsmaterial hierfür sucht, wird schnell fündig werden:
Seht euch die Fülle der Ideen an, die vielen zu
dem Thema eingefallen sind. Ein Streifzug durch
das Internet und die sozialen Medien enthüllt
eine unglaubliche Vitalität: Vielleicht steckt hinter diesem kollektiven Lachen der muslimischen
Community in Österreich doch etwas Ernsthaftes? Sind es etwa nur Extremisten, die sich auf
Kosten eines anerkannten Wissenschaftlers lustig machen wollen? Wer will, mag sich dies einreden. Wer will, kann sich jedoch auch fragen, ob
sich hinter all den Karikaturen nicht doch eine
tiefere Botschaft der Akteure/Akteurinnen findet.
In diesem Sinne: „Ihr könnt uns alles nehmen,
ihr könnt uns beforschen und demütigen, um
uns dann zu kontrollieren - nur zu! Aber das Lachen, das könnt ihr uns nicht nehmen!“
Euer Forschungsteam „Phänomen Aslan“
5
Forschungsfrage
Dem Forschungsprojekt liegt folgende Forschungsfrage zu Grunde:
❖ Welche politischen Schwerpunkte, welche Werte
und welche Inhalte bestimmen aus Sicht von Bürgern/Bürgerinnen die Forschungsarbeiten eines
gewissen Religionspädagogen einer ausgewählten
Wiener Hochschule mit Promotionsrecht?
❖ Inwieweit sind die theologischen und ideologischen Orientierungen in der pädagogisch-religiösen Forschungstätigkeit des Universitätsangestellten sichtbar?
Methodische Vorgehensweise
Im Folgenden wird Material herangezogen, das
im weiteren Schritt ausgewertet werden soll. So wurden im Rahmen der Dokumentenanalyse bestimmte Seitenelemente von Webseiten im
Zusammenhang mit dem Forschungsgegenstand
analysiert und ausgewertet. (nach Aslan 2015)
Die Dokumentation der Auswertung der Untersuchung erfolgt in zwei Schritten, welche der Grounded Theory folgt. Im ersten Teil wurden der Forschungsgegenstand und die Ergebnisse aus den
Interviews in Kategorien dargelegt. In einem zweiten Teil wurden Tendenzen dargestellt, die sich im
Zuge der Untersuchung zeigten (ebd.).
6
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Der Forscher
als Gegenstand der Forschung
Ein sonderbares Verständnis
von Wissenschaftlichkeit
Im Dezember 2015 wurde eine Studie veröffentlicht,
welche daraufhin „Vorstudie“, später dann „Vor-Studie“ genannt wurde, womit man aber eigentlich
doch einen Zwischenbericht gemeint hätte.1
Hintergründe zu den angewandten Methoden erläuterte er nicht näher, stattdessen bekräftigte
er das, was alle sowieso schon immer wussten!
Infolge der Veröffentlichung sah sich der Verfasser mit dem Vorwurf konfrontiert, keine nachvollziehbaren und repräsentativen Ergebnisse geliefert zu haben. Er konnte die Empörung darüber
nicht nachvollziehen, ebenso wenig, weshalb alle
deswegen auf ihm herumhackten. Schließlich
war er Wissenschaftler und man dürfe doch eigentlich das, was er sagte, nicht ernsthaft infrage
stellen – oder?! „Wir wissen, was wir tun!“2 hieß
es seinerseits hierzu.
1 http://derstandard.at/2000027265366/Islamkindergaerten-Autor-verteidigt-Studie Stand: 02.01.2016
2 http://religion.orf.at/stories/2746750/ Stand: 02.01.16
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
7
Und nein, er sei kein Nazi, sondern ehrbarer Wissenschaftler!3
Die Ergebnisse seien durchweg repräsentativ.
Ok, ok, fünf Maxerl befragt und einige Flyer einer
Ferndiagnose unterzogen zu haben, mag vielleicht manchen nicht wie das Gelbe vom Ei erschienen sein. Deswegen sei es aber notwendig,
dass die Frist für weitere Forschung verlängert
werde. Dazu benötige man noch weitere Forschungsgelder hieß es in Richtung des Auftraggebers der Studie.4 Offen blieb die Frage, ob diese
im Laufe der nächsten Monate für weitere fünf
Telefongespräche aufgewendet werden sollten.
3 http://derstandard.at/2000027643033/Eine-Studie-viel-Aufregung-und-wenig-Augenmass Stand: 02.01.2016
4 http://diepresse.com/home/panorama/wien/4883381/Kindergaerten_Religion-muss-im-Hintergrund-stehen?_vl_backlink=%2Fhome%2Fpanorama%2Findex.do Stand: 02.01.2016
Allerdings sei es auch notwendig, dass auf Kooperation gesetzt werden könne. Diese sei dem
Wissenschaftler bislang von vielen Seiten verweigert worden.5
5 http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/4884540/Islamische-Kindergaerten_Aslan-hofft-auf-Kooperation-der-Stadt?direct=4886190&_vl_backlink=/home/bildung/schule/4886190/
index.do&selChannel= Stand: 02.01.16
8
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Die Vorbehalte von Seiten der befragten
Forschungsteilnehmer wurden im Zuge der
Debatten ebenso deutlich. Die ersten Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus.
Angesichts des außergewöhnlichen Einsatzes
qualitativ-empirischer
Forschungsmethoden
und der Ergebnisse, die der Verfasser meint aufgezeigt zu haben – es hätte sich herausgestellt,
dass „Kindergärten etwas zu verbergen hätten“6
– kann bereits eine erste Prognose getroffen
werden, wie die Resultate der nächsten Studie
ausfallen werden.
6 http://derstandard.at/2000027265366/Islamkindergaerten-Autor-verteidigt-Studie Stand.02.01.2016
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
9
Der Einzige, der helfen kann?
Zusätzlich meinte der Professor, dass es notwendig sei, theologische Positionen zu bewerten,
wofür er zuständig sei – er bezweifle ja schließlich nicht die Kompetenzen der Stadt bei anderen
Kontrollen.7 Die Politik sei also auf ihn angewiesen.
Allerdings wurden seine Qualifikationen tatsächlich angezweifelt.8 Es wurde auch darauf hingewiesen, dass der besagte Professor eigentlich
gar keine Profession für die Studienrichtung habe,9 für die er sich so unentbehrlich ausgab.
Nach der anhaltenden Kritik an der methodischen
Vorgehensweise10 warf dies weitere Fragen auf.
7 http://wien.orf.at/news/stories/2746749/ Stand: 02.01.2016
8 http://www.christenundmuslime.at/hintergrundinformationen.
html Stand: 02.01.2016
9 http://www.islamische-zeitung.de/?id=19780 Stand:
02.01.2016
10 http://scienceblogs.de/sociokommunikativ/2015/12/20/langfassung-methodische-kritik/ Stand: 02.01.2016
10
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Beirren lassen wollte sich der streitbare Wissenschaftler jedoch nicht und kündigte an, seiner Tätigkeit auch im neuen Jahr nachzugehen.
Das Verhältnis von Politik(ern)
und Wissenschaft(lern)
Auch auf Seiten der Politik kam es währenddessen
zum Schlagabtausch infolge der Veröffentlichung
der/ Studie/Vorstudie/des Zwischenberichtes.
Manche sprachen von üblen Entdeckungen und
gaben sich – wenig überraschend, überaus empört.
Andere reagierten gereizt oder sichtlich genervt.
Jedenfalls fiel ein Hagel an Vorwürfen auf die jeweils andere Partei herab. Alles fast wie in Zeiten
von Wahlkämpfen in der dieselben Themen immer
wieder in der Polarisierungsküche neu aufgewärmt
werden. Dieses Mal unter den interessierten Zuhörern am Besucherpodium: Ein Wissenschaftler,
der am Vortag noch beteuert hatte, er würde im
Dienste der Wissenschaft und nicht in dem irgendeiner politischen Partei stehen.11 Vielleicht wäre es
glaubwürdiger gewesen, wenn er am nächsten Tag
einfach zu Hause oder in seiner Forschungskammer geblieben wäre und sich nicht wie ein verirrter
Kuckuck12 in die Besuchergalerie gesetzt hätte?
11 http://derstandard.at/2000027643033/Eine-Studie-viel-Aufregung-und-wenig-Augenmass Stand: 02.01.16
12 http://kurier.at/politik/inland/haeupl-kein-platz-fuer-radikale-tendenzen/170.243.442 Stand: 02.01.2016
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Geschichtsfälschung
oder Gedächtnisschwund?
Wie kann man politisch brisante Themen eigentlich lange genug ausschlachten, um sich als moralisch oder sonst wie überlegen zu positionieren
und dabei punkten? Am besten nach dem bewährten Rezept! Man nehme: Irgendeinen Sachverhalt und erkenne einen dringenden, ja sofortigen
Handlungsbedarf! Mische es mit Angst und noch
mehr Angst, die bekannte Bilder suggerieren, und
menge genügend Schuldzuweisungen gegenüber
ausgewählten anderen bei. Fakten interessieren
dabei nur, soweit sie sich dafür eignen, sie zur Untermauerung der eigenen Erhabenheit zu (be)nutzen und andere blöd oder böse dastehen zu lassen.
Wenn der Teig kalt wird: Keine Bange! Man kann ihn
schließlich wieder nach Lust und Laune erwärmen!
In diesem Sinne überrascht es nicht, dass nach einem Jahr Altes in derselben nicht aussagekräftigen,
jedoch hoch polarisierenden Form wiederkam: Eben
nicht in einer repräsentativen Arbeit, die anlassgebend für versachlichte Debatten hätte sein können,
sondern in einer Art, die möglicherweise selbst das
beste Zeugnis für einen rassistisch geführten Diskurs ist. Oder ist es etwa „normal“, dass Bürger_in-
11
nen auf sogenannter „wissenschaftlicher“ Basis
verleumdet werden? Dass dabei Stichworte wie
„Geschichtsfälschung“13 fallen würden, schien doch
irgendwie vorhersehbar zu sein.
Vielleicht sollte man sich aber einen kleinen Moment zurücknehmen und es wagen, Ereignisse
der vergangenen Zeit zu reflektieren. Möglicherweise würde man dann nicht von Geschichtsfälschung, sondern von Gedächtnisschwund
sprechen. Denn das Thema wurde nicht nur auf
dieselbe Art und Weise schon einmal aufgegriffen,14 es hat bereits in der Vergangenheit auch
erste Spuren15 in der Landschaft hinterlassen.
Ist es das, was eine gewisse Stadträtin mit „dem
Schutz der Kinder“16 gemeint hat? Extremisten
und Ideologen können nämlich nicht nur im, sondern auch außerhalb eines Kindergartens sitzen.
Sehr oft tun sie das sogar.
Anmerkung: Bei diesem Meme ist uns jedenfalls
das Lachen vergangen.
13 http://derstandard.at/2000028216454/Islamische-Kindergaerten-Oxonitsch-forderte-Infos-schon-vor-einem-Jahr Stand: 03.01.2016
14 http://wien.orf.at/news/stories/2671215/
15 http://archiv.kosmo.at/news/Reizgas-Attacke-auf-islamischen-Kindergarten-in-Wien16 http://wien.orf.at/news/stories/2746835/
12
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Stichprobe einiger grusliger Aslan Zitate und
eine erste tiefenpsychologische Diagnose
„Wenn Sie lernen, einen Menschen zu verachten, dann ist ihn zu töten nur eine technische
Aufgabe.“17
- Was rennt bei dir schief?! O.O
„An der Universität arbeite ich mit einem multikulturellen
Team. Ich bin ein europäischer Wissenschaftler und kein
bezahlter Soldat aus Saudi Arabien!“18
- Ähm ja, gut zu wissen…
"Mit einer Klage kann ich gut leben – wenn man auf Gewalt
verzichtet."19
- Ist in diesem Kopf eigentlich nichts anderes
außer Tod und Gewalt?!
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- Annahme, dass Kläger/Klägerinnen ihm etwas tun könnten während der Gerichtsverhandlung.
Deutet hin auf:
a) tief sitzende Paranoia
b) etwas ausgefressen haben und sich nun vor allen fürchten
c) vielleicht helfen mir armem Opfer ja meine Rassismen
weiter – funktioniert ja sonst auch ganz gut (Zugehörige
einer Gruppe als potentiell gefährlich zeichnen; gehören
einer Gruppe an, die scheinbar als homogener Block mit
bestimmten Handlungsmerkmalen versehen sein müssen
-> ergo: Kläger/innen könnten ihm auch Gewalt antun)
17 http://wien.orf.at/news/stories/2746749/ Stand: 03.01.2016
18 http://www.dasbiber.at/content/findet-den-jihadisten 03.01.2016
19 derstandard.at/2000027430625/Muslimische-Kindergaerten-Aslan-kann-mit-Klage-gut-leben 03.01.2016
Aslan auf Forschungsreise:
Wiener Kindergarten:
„Mami, da ist ein alter türkischer Mann an
der Tür, der irgendwelche Vorstudien machen will. Soll ich ihn
reinlassen?“
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
13
Qualitative Inhaltsanalyse – Interview Falter 51/15
„Wir müssen den Islam von diesem Dreck reinigen!“
Mit jemandem noch eine alte Rechnung offen?
„Was bedeutet der Islam für Sie?
Aslan: Ich wurde mit bestrafenden Gottesbildern erzogen. Die Distanzierung
begann mit dem Studium in Europa. Ich sah, dass Menschen in Freiheit anders
denken. Ich kann mich noch erinnern, wie mich eine Studienkollegin von hinten umarmte und ich ihren Busen spürte. Ich dachte, Mensch, was für ein
schönes Gefühl! Aber ich habe meine Gefühle verleugnet. Ich durfte mich
nicht wohlfühlen, zumindest glaubte ich das. Von diesem Zwang habe ich
mich befreit. Heute weiß ich: Ich darf eine Frau anschauen, ich darf das
genießen, mitlachen, mittanzen. Ich sage zu Gott: „Du hast mir einiges
angetan und jetzt nimmst du einiges zurück!“ Ich kann mit Gott ohne
theologischen Zwang
kommunizieren und bin
ihm nähergekommen.“
(Falter 51/15)
Was sagt uns das über Aslans spezielles theologisches Verständnis aus?
- Aslan zu Gott: „Du hast mir einiges angetan und jetzt nimmst du einiges zurück!“
Da war dann Edi ganz schön beleidigt, als er nicht alles bekam, was er wollte! Er rächte sich und
wurde Religionspädagoge!
- Religionspädagoge und angeblicher Theologe Aslan: Ich kann zwar keinen Sufi von einem Salafi unterscheiden, aber bei Frauen, da kenn ich mich aus!
- „Die Distanzierung begann mit dem Studium in Europa. Ich sah, dass Menschen in Freiheit
anders denken.“
Und weil ich jetzt so viel Spaß habe, werde ich alles und jeden, der mich irgendwie im Entferntesten an meine eigene Vergangenheit erinnert, verachten!
Auf zur Uni Wien, um Religionspädagoge zu werden!
14
O ja, natürlich erinnere
ich mich an de kleinen
Edi. Schon damals interessierte er sich kaum für
Arabisch!
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16
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Weitere „Indizien“ zur
theologisch, ideologischen Orientierung
Ednan Aslans in sozialen Netzwerken
+++
Wie Ednan Aslan ein bisschen
geil wurde und dabei den Euro-Islam erfand
Fragen, ich hoffe, das Christkind kommt
heuer mit klugen Antworten.
+++
Was Necla Kelek die schweinerne Wurst
im Mund ist, ist Ednan Aslan der Busen
im Rücken. Ein persönlicher Moment
der Befreiung. So weit, so gut.
Eine Checkliste für die nächste KiGa-Studie.
- Grounded Theory nachschlagen
- Muslime verleumden
- Minister zufriedenstellen
- Lehrstuhl sichern
- Gesellschaft spalten
+++
+++
Aber ich frage mich, warum die Community so eine beträchtliche Anzahl an
anti-islamischen Demagogen gebärt.
Das ist nicht nur exogen erklärbar. Mir
scheint, es sind immer die ehemaligen Apologeten eines sehr verengten
ideologisierten Islams, die zu Islamkritikern mutieren. Sie haben damals nichts
verstanden und tun es heute auch nicht.
[…]
Treffen sich zwei selbsternannte Ritter
der Aufklärung zum Interview. Fragt der
eine: „Was bedeutet der Islam für Sie?“
Sagt der andere: „Außerhalb von Europa
sind die islamischen Frauen unterdrückt.
Hier im aufgeklärten Europa können sie
ihren Busen an meinem Rücken reiben.
Hier sind sie frei.“ Kein Witz # 50ShadesofAslan
+++
+++
+++
Ein vorweihnachtliches Zeichen wollte
man Setzen im Falle eines gewerbsmäßigen Betruges. Sind die Beamten wirklich mit Sturmgewehren bewaffnet und
maskiert in ein Haus mit Kindern gestürmt? Macht man das mit allen Betrügern in Österreich so? Was hat Betrug
mit religiöser Erziehung von Kindern zu
tun? War das überhaupt ein islamischer
Kiga, oder bezeichnet man einen Betrieb
immer nach der Religion des Geschäftsführers? Lauter vorweihnachtliche
Hahahah ich pack den Hashtag nicht xD
selten so viel gelacht...
# 50shadesofAslan
+++
Skurril. Nicht nur, dass Ednan Aslan
(der Autor der sog. „Kindergartenstudie“) sich als Islamwissenschafter
bezeichnet, obwohl er das Fach niemals studiert hat und offenbar auch die
Basics wissenschaftl. Arbeitens nicht
beherrscht. Nicht nur verantwortungs-
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
los, rassistisch ist er. Jetzt zeigt sich
auch noch offenkundiger Sexismus. Der
Mann gehört doch in Therapie. Warum
lässt man ihn mit seinen ganz persönlichen Traumata gegen eine ganze
Bevölkerungsgruppe hetzen?
# campusrassismus
# campussexismu
# 50shadesofaslan
+++
„Ich kann mich noch erinnern, wie mich
eine Studienkollegin von hinten umarmte und ich ihren Busen spürte. Ich
dachte, Mensch, was für ein schönes
Gefühl!“
Gehört das auch zur praktischen Ausbildung der islamischen Religionslehrerinnen für höhere Schulen? So jemanden
möchte man auf Kindergartenkinder
loslassen?
[…]
# 50shadesofaslan
+++
Der europäische Adnan Oktar
# 50shadesofaslan
Peinlicher geht‘s kaum
+++
Aslan hatte offensichtlich eine schwierige Vergangenheit, aber wie um Gottes
Willen kann er die Aufklärung in Europa
an der Berührung eines Busens mit seinem Rücken messen? Sorry Aslan, das
ist sexistisch!
# 50shadesofAslan
+++
Das wäre ein Kommentar der Anderen!
Ednan # Aslan: # Rassismen eines Religionspädagogen
„In den Ansichten Aslans zur # Flüchtlingsdebatte offenbaren sich aber mehr
Verwirrung und Ängste als Erkenntnisse. Gleich zu Beginn spricht der
Lehrstuhlinhaber für islamische Religionspädagogik von mehr als 500.000
Menschen, die zu einer ernsthaften
Gefahr für den so genannten „# Euro- #
Islam“ werden. Es sei dies eine völlig
unterschätzte und unterbeleuchtete
Thematik. Unabhängig davon, was unter
einem solchen Euro-Islam zu verstehen
ist, bleibt die Frage, wo Professor Aslan
die letzten Monate seine Zeit verbrachte. Eine unterbeleuchtete mediale
Debatte sieht anders aus.“
+++
Das hat sich Ednan Aslan bestimmt
einfacher vorgestellt.
By the way: Ednan Aslan ist gemeinsam
mit Al-Baghdati der einzige (wenn auch
nur selbsternannte) islamische Theologe, der Terror und den IS islamisch
legitimiert!
Alle anderen namhaften (echten)
Theologen, Imame, Muftis und andere
islamische Vertretungen haben sich klar
distanziert, die Terrororganisation und
ihre Handlungen aufs schärfste verurteilt und eine islamische Legitimierbarkeit ausgeschlossen.
Und diesen Herrn # Aslan wollen # Kurz
und Co die Professur einer islamischen
17
18
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
# Theologie in # Wien geben. Der, der
als Einziger # Terror durch den # Islam
legitimiert und sich selber sehr gut mit
selbsternannten Kalifen auskennt Stichwort: Metin # Kaplan „Der # Kalif
von Köln“. Ist es nun legitim, wenn man
Ednan (der eigentlich Adnan heißt) Aslan
unterstellt, dass er einen Posten als
Kalif von Wien anstrebt?
+++
In welchem # Kindergarten wurde # Aslan
radikalisiert?
+++
Medienvertreter und diverse Zeitungen
picken sich gerade Kommentare und
Satire Material von Facebook Usern heraus, das im Zuge des letzten Interviews
von Ednan Aslan im Falter Verbreitung
fand. Fazit: Man wird als „islamradikal“
bezeichnet und bezichtigt, eine Hass
Attacke auf Aslan durchzuführen.
Das ist nun der Gipfel in der ganzen
Debatte rund um „islamische Kindergärten“: Dass Kinder durch die vermeintlich,
wissenschaftliche Arbeit und Verunglimpfung als „salafistische Züchtung“, gefährdet werden, scheint gern
in Kauf genommen zu werden. Aber
wehe wehe, man bringt das Ego dieser
Herrschaften in Gefahr! Dann ist nämlich Schluss mit lustig. Und schon eine
einfache Parodie ist dann genug, um
von der berühmten „Islamisten-Keule“
getroffen zu werden.
+++
Und immer wenn du glaubst, es geht
nicht noch tiefer, macht Aslan den Mund
auf und sagt wieder etwas.
Der glaubt offensichtlich Frauen, die
keine Musliminnen sind, sind Freiwild
„confused“-Emoticon Wenn er das mit
„westliche Werte“ meint, hat er aber
was mächtig falsch verstanden.
# Islamophob
# Sexist
# Peinlichhochzehn
+++
SPIEGEL im Februar: Und Sie glauben,
am Ende wird man auch über den Islam
lachen dürfen?
Aslan: Man sollte lachen dürfen, natürlich.
Aslan im Dezember: Warum lachen alle
über mich?
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Mit diesem „Freiheits“-Begriff kann
sicher auch unser Geilomobil-Minister
viel anfangen.
# 50shadesofaslan
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Man weiß ja, wie es um die Repräsentativität der „empirischen Studienerkenntnisse“ des Religionsdemagogen
Ednan Aslan steht. Letztes Jahr hat er ja
auch radikalisierte Schüler_innen daran
erkennen wollen, dass sie muslimische
Alltagsbegriffe verwenden! Nun werden
kleine Kinder im Kindergarten wegen
ihres islamischen Tischgebetes kriminalisiert. Wenig überraschend für eine
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Person, die hauptsächlich aus rechtspopulistischen Kreisen, Beifall erntet.
Das ist so schäbig, dass es sogar für
Aslan, einen neuen Tiefpunkt erreicht.
[…]
+++
Weshalb ich kein Mitleid mit Hetzern
wie Aslan habe. Man sieht doch eh
wer seinen niederträchtigen Opportunismus, den er als Wissenschaft
bezeichnet, verteidigt. Und wie sie
sich für ihn in die Presche werfen und
alle Kritiker ins radikalislamische Eck
drängen, nur weil ein paar unfeine
Bildchen über ihn in Umlauf sind.
Wenn ein paar Bilder die Gemüter
schon so zum Auszucken bringen, will
ich nicht wissen was passiert, wenn
jemand seine wissenschaftlichen
Arbeiten Mal ernsthaft analysiert.
Der Typ kann weder Sufi von Salafi
unterscheiden, aber Leute verleumden beherrscht er dafür sehr gut.
Nein, besonders beliebt macht es
ihn nicht bei Muslimen, dass er ein
gesamtgesellschaftliches Problem an
den Kindergärten aufhängt, Privatbetreiber einer politischen Hexenjagd
ausgesetzt und Kinder zur Zielscheibe erklärt werden. Nein, Reizgasangriffe auf kleine Kinder sind nicht
zu tolerieren
- auch wenn
es Aslan, Kurz,
Blümel und co.
egal ist.
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vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Auswertung
Allgemeine Tendenzen
Offenheit anderen gegenüber
— Nur solange man…
– ...bedingungslos und hingebungsvoll
seiner persönlichen Definition des
„Euro-Islam“ (was auch immer das
heißen mag) folgt
– ...nicht allzu detailliert über Gemeinsamkeiten zwischen rechter Hetze und seiner Forschungstätigkeit
spricht
– ...ihn Ednan statt Adnan nennt (Edi
statt Adi – wer kann‘s verdenken?)
Erwartungen Politik
Siehe Abbildung oben...
Lehrbeauftragter
— Hat zwar keine theologische Ausbildung oder dergleichen, neigt jedoch dazu,
sich gerne als der einzige Fachmann auf
diesem Gebiet auszugeben (GRÖFAZ –
Größter Fachmann aller Zeiten)
Bildungsangebot
— Sieht sich als Reformator des Islam –
will das „Feuer der Aufklärung“ wieder
entzünden! (Falter 51/15)
— Seine eigenen subjektiven Erfahrungen genügen ihm offensichtlich, um diese auf den Islam als Ganzes und Muslime/Musliminnen zu übertragen
— „Islamkritik“ (lies: Abwertung und Diffamierung) müsse erlaubt sein
Sprachförderung
— Benötigt dringend einen Arabischkurs
bzw. einen Kurs für islamische Grundbegriffe
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
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— Martialisches Sprachvokabular: „Dreck“,
„Feuer“, „Verachtung“ etc.
Religiöse Erziehung
— Mit strafenden Gottesbildern erzogen
(Türkei 80er Jahre: Hell, it was no fun there!)
— und daraus interessante Kompensationsformen entwickelt
Wertevermittlung und Umgang mit der
Vielfalt
— Mag keine…
– ...Bartträger
– ...Leute, die „SubhanAllah“ (Halleluja),
„Yani“ (also), „Alhamdulillah“ (Gottseidank) sagen
– ...„Prüden Menschen“, etwa muslimische Frauen, die sich nicht begaffen lassen oder nicht mit ihm tanzen
wollen
Vernetzung der Akteure
— Blauäugigkeit und tiefschwarze Seele
deuten auf Sympathie und Nähe zu bestimmten Parteien hin – posiert zumindest auf allen Fotos mit einem gewissen
jungen, blonden Minister
— Zitat: „Ich bin Wissenschaftler und kein
Soldat aus Saudi-Arabien!“ – um es mit
Aslans Worten auszudrücken: Da hat
wohl jemand etwas zu verbergen!
Das waren die Tendenzen, die wir im
Zuge dieser – von einer gewissen „Vorstudie“ inspirierten – Arbeit bei Ednan
Aslan feststellen konnten. Fazit: ihm ist
nicht mehr zu helfen, weshalb auf einen
Punkt „Fördermaßnahmen“ verzichtet
wird – abgesehen vielleicht von einem
Gutschein für einen Tanzkurs.
Und noch mal: Das hier war ja nur eine
Vorstudie! Wir wissen schon, dass nicht
jede Karikatur im Internet eine repräsentative wissenschaftliche Basis abgibt das haben wir der Uni Wien voraus.
Aber:
— Wer will, der kann diesen Unmut im Internet jetzt ernst nehmen und politisch
verantwortungsvoll handeln.
— Wer will, der kann Aslan weiter stützen
und alle anderen Muslime mit der beliebten Extremisten-Keule diffamieren.
— Wer will, kann wie Aslan Lachfreiheit
über den Islam fordern, wie er es selbst
formulierte (Spiegel, 10.2.15): „Und Sie
glauben, am Ende wird man auch über
den Islam lachen dürfen? Aslan: Man
sollte lachen dürfen, natürlich. (…) Man
darf über den Propheten lachen (…). Ganz
abgesehen davon dürfen wir nicht von
jedermann erwarten, den Propheten so
anzuerkennen und zu respektieren, wie
Muslime es tun.“ Wer will, mag nun über
Aslan lachen.
— Wer will, mag straffrechtliche Konsequenzen fordern für verunglimpfende
Satire!
— Wer will, kann wie die Krone-Zeitung
Aslan in Schutz nehmen und vielleicht
zum ersten Mal die Privatsphäre von
Menschen durch Zupixeln schützen.
Danke, liebe Krone für das Zupixeln. Da muss was ganz gruseliges, Menschenverachtendes gestanden haben.
Wir danken für die prüde Zurückhaltung…
Zupixeln? Erinnert irgendwie an IS… machen auch die Taliban gerne...
sollte jemand eine Vorstudie über die Krone machen…
Auswertung
Ergebnisse
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vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Anhang I
Foto: Heribert Corn
„Wir müssen den Islam von diesem Dreck reinigen!“
Der Wiener Islamwissenschaftler Ednan Aslan über
seine umstrittene Kindergartenstudie, die Attacken
der Glaubensgemeinschaft und seine Hoffnung auf
ein Feuer der Aufklärung für den Islam
von FLORIAN KLENK | aus FALTER 51/15
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Finanziert die Stadt Kindergärten von radikalislamischen Vereinen? Ja, sagt der Islamwissenschaftler Ednan Aslan vom Institut für Islamische
Studien der Uni Wien. Vergangene Woche veröffentlichte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP)
eine Zwischenstudie Aslans, der daraufhin von
Kollegen und Vertretern der Glaubensgemeinschaft massiv attackiert wurde (siehe Seite 6). Im
Interview erklärt Aslan seine Motive und kritisiert
die Stadt, die SPÖ, die muslimische Gemeinde
und die Betreiber mancher Kindergruppen.
Falter: Herr Professor Aslan, Sie haben einen
Zwischenbericht über Kindergruppen erstellt und
warnen vor dem Entstehen einer Parallelstrukur.
Einige Ihrer Kollegen kritisieren Ihre Studie als
unwissenschaftlich.
Ednan Aslan: Meine Kritiker können meine Arbeit
noch nicht kennen, weil wir mitten drin stecken,
der Bericht ist nur ein Zwischenbericht. Worum
geht es? Wir erstellen seit einigen Jahren die islamische Landkarte, dort kartografieren wir muslimische Institutionen. Wir wollten dort auch die
islamischen Kindergärten dokumentieren. So haben wir schon vergangenes Jahr damit begonnen,
uns all jene Vereine herauszusuchen, die islamische Kinderbetreuung anbieten. Wir haben uns
für jeden Verein, der mit dem Wort „islamisch“
oder „Multikulti“ wirbt, einmal einen Vereinsregisterauszug geholt und geschaut, wer den Ver-
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
ein betreibt. Dann kamen wir aus dem Staunen
nicht heraus.
Wieso?
Aslan: Weil wir den Background mancher Funktionäre aus den Vereinsregistern analysiert haben.
Und dann haben wir erkannt, dass da sehr radikale Personen ihr Geschäft mit den Kindern machen. Das reicht von sudanesischen und tschetschenischen Organisationen bis zu den Vereinen
von Millî Görüş. Sie bieten eine Erziehung an, die
nicht mehr jenen Qualitätsstandards entspricht,
die die Stadt fördern sollte.
Haben Sie Beweise für diese Behauptungen?
Aslan: (Holt einen Ordner mit den Vereinsregister-Auszügen und blättert sie durch.) Hier zum
Beispiel haben sie einen Verein, der besonders
extrem ist, eine islamistische Organisation. Oder
hier, von diesem Vereinsfunktionär kann ich ihnen später ein paar Youtube-Videos zeigen, wo
Sie verblüfft sein werden. Wir würden uns all das
gerne näher ansehen. Doch die SPÖ, allen voran
der Gemeinderat Omar Al-Rawi, wollte das vor
der Wahl verhindern.
Wieso das?
Aslan: Diese islamischen Kindergärten werden
ja in den Moscheegemeinden von der Stadt aktiv
politisch vermarktet. Niemand wollte da genauer hinschauen. Das erste Gespräch mit der Stadt
war im Juli 2014. Ich hatte damals die Idee für
eine Studie an die Stadt herangetragen, auch die
Kinder- und Jugendanwaltschaft war eingebunden. Ich sagte, da sind Fälle, da müssen wir etwas unternehmen. Zunächst hieß es: Okay! Dann
wurde die Kooperation komplett abgesagt.
Sie erheben also den Vorwurf, die Stadt Wien
hat Ihnen die Studie abgedreht – auch auf Druck
von muslimischen Abgeordneten.
Aslan: Ja, so scheint es. Und weil der Vorwurf
kam, ich würde mir die Taschen vollstopfen: Ich
verdiene an der Studie, die das Außenamt mitbezahlt, von den 30.000 Euro nur 600 Euro. Der
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Rest geht an die Uni.
Ihre Kritiker behaupten, Sie würden nun zwar
Alarm schlagen, aber auf Nachfrage die betroffenen Kindergärten nicht nennen.
Aslan: Mir geht es um die Strukturen, um das Fördersystem, nicht um den Pranger. Ich habe aber
den Ethikrat der Uni befasst, denn manche Eltern
berichteten uns in den vertraulichen Interviews
davon, dass Kinder angeblich auch geschlagen
werden. Hier zum Beispiel, lesen Sie dieses Interview (holt ein Transkript eines Gesprächs). Hier
erklärt uns eine Mutter, dass in einem Kindergarten geschlagen werde. Und hier wird von Eltern
berichtet, die ihren Kindern verbieten, Ausflüge
zu machen. Oder hier, hören Sie sich das einmal
an (Aslan öffnet ein Audiofile mit dem Interview
mit einer ägyptischen Kindergartenbetreuerin).
Diese Dame macht Sprachunterricht! Und das
wird von der Stadt subventioniert? So kann das
doch nicht gehen!
Wie erfolgt die religiöse Erziehung?
Aslan: Ich habe mir die Reden eines Kindergartenbetreibers angeschaut, der vor einigen Jahren
von Pierre Vogel, einem bekannten deutschen
Salafisten, besucht wurde. Er lehnt in seinen Reden die Lebensweise im Westen ab, betont die
Führungsrolle der Muslime und fordert eine eigene muslimische Umgebung für muslimische
Kinder, um sie vor den schädlichen Einflüssen der
Mehrheitsgesellschaft zu schützen. Es geht um
einen islamischen Umgebungsanspruch, das ist
ein gewisser Radikalismus. Und von dort ist es
nicht mehr sehr weit in den Extremismus und in
den Islamischen Staat.
Übertreiben Sie nicht? Eltern haben in einer offenen Gesellschaft das Recht, ihr Kind in einem
religiösen Umfeld zu erziehen.
Aslan: Sie haben recht. Mir geht es auch nicht um
religiöse Erziehung. Im Gegenteil, ich bin selbst
Religionspädagoge. Religionsunterricht kann Toleranz stärken. Problematisch wird es, wenn sie
lernen, Andersgläubige zu verdammen. Sie kön-
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vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
nen Alkohol ablehnen oder Miniröcke, aber sie
sollten nicht jene verachten, die Alkohol trinken
oder Miniröcke tragen.
Sie behaupten, diese Verachtung wird in Kindergärten gelehrt?
Aslan: Nein, so weit würde ich nicht gehen. Aber
schauen Sie sich die Unterrichtsmaterialen des
Wiener Islamologischen Instituts an, das Betreuerinnen ausbildet. Die Scharia wird hier ausführlich gelobt. Hier, lesen Sie das Kapitel zur Polygamie: Da steht, sie sei „unumgänglich“, weil die
Männer ihre Sexualität ausleben müssen. Was
soll das bitte?
Die Islamische Glaubensgemeinde ist aber nicht
für die Einführung der Scharia.
Aslan: Die IGGiÖ sagt: Wir sind hier die Minderheit, daher gilt die Scharia nicht. Aber was bedeutet das, wenn sie die Mehrheit stellen würden?
Werden die Frauen dann doch gesteinigt? Mir
geht es, wie Sie merken, nicht nur um die Kindergärten, sondern um das Feuer der Aufklärung,
durch das wir Muslime endlich durchmüssen –
nicht nur bei der Kindererziehung!
Wer hat Interesse daran, dass es nicht lodert?
Es leben viele moderne Muslime in Wien.
Aslan: Da gibt es viele unterschiedliche Interessen, auch ökonomische. Ein Grund, warum wir
erstarrt sind, besteht darin, dass fast alle Moschee-Gemeinden vom Ausland gesteuert werden. Es gibt keine unabhängigen muslimischen
Strukturen in dieser Stadt. Viele Muslime sehen
Freiheit als Gefahr. Und um diesen Gefahren zu
begegnen, suchen sie Schutzzonen, Kindergärten
etwa.
Man könnte dort einen toleranten Islam lehren.
Aslan: Ja, Sie haben recht, das ist die Chance der
Religionspädagogik. Die Kinder könnten in einem
Religionsunterricht Pluralität wahrnehmen und
andere Religionen kennenlernen, das wäre eine
Aufgabe für islamische Kindergärten. Aber in den
islamischen Kindergärten, die wir haben, lernen
sie oft keine neuen Lebensentwürfe kennen
Haben Sie dafür Beweise?
Aslan: Wir haben Aussagen der Eltern. Und jetzt,
wo ich zu forschen beginne, bekomme ich immer
mehr Hinweise. Oder schauen Sie sich einmal
dieses Video an. Da sehen Sie jetzt einen Mann,
der mich verklagen will, weil ich ihn in die Nähe
der Muslimbrüderschaft rücke. Schauen Sie sich
das Video an! Es nennt sich „Der Abrechnungstag
kommt“, sie hören Maschinengewehrsalven als
Signation. Und dann stellt er sich als Mitglied der
Muslimbrüder vor.
Außenminister Sebastian Kurz fordert die
Schließung von Kindergärten.
Aslan: Das halte ich für falsch. Viele geförderte
Vereine sehen die Stadt nur wie eine Bank und
einen Kontrolleur. Aber die Stadt muss mehr machen. Sie soll die Vereine beraten, fortbilden, begleiten. Kindergärten zu schließen löst das Problem nicht. Wien hat zum Beispiel eine ägyptische
Schule verboten – und was macht der Betreiber?
Er macht daraus Kindergärten! Die sind ja auch
viel lukrativer!
Islamaktivisten attackieren Sie nun sehr hart.
Ihre Forderungen seien unmenschlich, Sie seien
gar kein Wissenschaftler, gehörten abgesetzt.
Aslan: Ja, ich kenne das. Man hat das auch meinem Assistenten Mouhanad Khorchide vorgeworfen, als er das Weltbild der Islamlehrer untersuchte. Die Glaubensgemeinde glaubt, ich müsse
das Institut für Islamstudien wie eine Koranschule führen. Doch das hier ist eine Uni! Wir müssen
uns endlich mit unseren Schriften radikal anders
auseinandersetzen. Der IS zeigt uns ja dieser
Tage vor, was in unseren Büchern steht. Dass
man Homosexuelle vom Hochhaus schmeißt, ist
dort theologisch gut begründet. Ebenso, wie man
Leute köpft, ertränkt oder verbrennt.
Hat das etwas mit dem Islam zu tun?
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Aslan: Es steht in unseren Büchern. Daher müssen wir den Islam von diesem Dreck endlich reinigen! Wir brauchen ein neues Prophetenbild: denn
das Verbrennen, Kreuzigen und Kopfabhacken,
das steht drinnen in den Schriften, verdammt
noch mal! Der Prophet muss von dieser Gewalttheologie befreit werden
Ihre Kollegen werden Ihnen Islamophobie vorwerfen?
Aslan: Der Islamophobie-Vorwurf ist doch nur
antiwestliches Ressentiment in neuem Gewand.
Die AKP des türkischen Präsidenten Erdoğan hat
letztes Jahr mindestens fünf Islamophobie-Konferenzen organisiert, und dabei geht es doch nur
um die alte Abrechnung mit dem angeblich so
korrupten Westen. Natürlich gibt es hier Rassismus, aber dass man die Kritik an den Zuständen
Islamophobie nennt, stärkt nur die Opferrolle der
Muslime, die heute in Europa so gut leben wie
nirgendwo anders. Nein, das ist keine ehrliche
Debatte!
Sie sprechen den Muslimen ab, auch Opfer zu
sein?
Aslan: Natürlich gibt es hier Ressentiments. Aber
die Angst ist auch verständlich. Wer tötet denn in
Paris, in Syrien und in Afghanistan? Wie begründen denn die Taliban ihre Gewalt? Woran glauben
denn die Kinder, die zu Terroristen werden? Wir
Muslime werden mit Gewalt erzogen! Schauen
Sie in Frauenhäuser, dort sitzen fast nur Muslimas. In den Haftanstalten sitzen 35 Prozent
Muslime! Leute, bitte aufwachen! Die Gewalt
wird verherrlicht. Wenn in der Türkei ein Bub geboren wird, wird ihm der Penis geküsst, für ihre
Töchter schämen sie sich immer noch.
Herr Aslan, haben Sie Angst?
Aslan: Ja, manchmal. Und viele andere auch. Neulich wurde am Institut gebetet und „Allahu akbar!“
gerufen. Die Leute glaubten, da explodiert gleich
eine Bombe. So weit sind wir schon. Wir haben
aus dem Islam eine Religion der Angst gemacht.
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Das hat mit Gott und dem Propheten überhaupt
nichts mehr zu tun!
Was bedeutet der Islam für Sie?
Aslan: Ich wurde mit bestrafenden Gottesbildern erzogen. Die Distanzierung begann mit dem
Studium in Europa. Ich sah, dass Menschen in
Freiheit anders denken. Ich kann mich noch erinnern, wie mich eine Studienkollegin von hinten
umarmte und ich ihren Busen spürte. Ich dachte, Mensch, was für ein schönes Gefühl! Aber ich
habe meine Gefühle verleugnet. Ich durfte mich
nicht wohlfühlen, zumindest glaubte ich das. Von
diesem Zwang habe ich mich befreit. Heute weiß
ich: Ich darf eine Frau anschauen, ich darf das genießen, mitlachen, mittanzen. Ich sage zu Gott:
„Du hast mir einiges angetan und jetzt nimmst
du einiges zurück!“ Ich kann mit Gott ohne theologischen Zwang kommunizieren und bin ihm nähergekommen.
Bekommen Sie Todesdrohungen?
Aslan: Ich kriege dezente Hinweise, dass ich
„neutralisiert“ werden soll. Ich nehme das aber
nicht ernst. Ich bitte dann immer darum, mich
erst in zehn Jahren zu töten, dann kann ich weiterforschen und darauf hoffen, dass der Islam
modernisiert wird.
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vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Anhang II
Nicht jeder Beobachter kennt die besondere Theologie, die Aslan verbreitet. Kurz
zusammengefasst: Er ist der erste, der
den Islam verstanden hat, alle anderen
sind nur Extremisten. Selbst die erste
Generation der Muslime hat nichts verstanden.
❋❋❋
Ednan Aslan bezeichnet Abu Bakr, den
Gefährten de s Propheten (Friede und
Segen auf ihm) als Massenmörder
(Salzburger Nachrichten, 17.2.15):
„Binnen zwei, drei Jahren [d.h. die Regierung Abu Bakrs] starben mehr als 40.000
Menschen durch gewalttätige Konflikte
zwischen dem Kalifen und abtrünnigen
Muslimen, die keine Steuern zahlen wollten. Die Tradition des Propheten wurde
durch seine Gefährten zerstört. (…) Aber
das Kalifat war kein Erbe des Propheten, sondern ein politische Projekt seiner
Nachfolger, das gescheitert ist. Mit dem
ersten Kalifen haben die Konflikte innerhalb der Muslime begonnen. Der Kalif
hat ganze Dörfer verbrennen lassen. Das
Haben die Prophetengefährten also NICHTS vom Islam
verstanden?
Heißt das, das Erziehungsprojekt des Propheten
(Friede u. Segen auf ihm) ist schon im Augenblick seines
Verscheidens gescheitert?
Hat er nur eine Bande von Betrügern, Mördern und
Heuchlern hinterlassen, auf welche die Muslime und ihre
Gelehrten 1400 Jahre blind hereingefallen sind?
Und wer soll uns dann den Islam richtig darstellen? Etwa
du, Ednan?
kann keine prophetische Botschaft sein.
(…) Das Kalifat war ein Verrat an der Tradition des Propheten. Seit 1500 Jahren
wissen wir, dass das kein muslimisches
Projekt sein kann.“
❋❋❋
Adnan Aslan diffamiert die IGGIÖ als
extremistisch („Muslime benötigen Friedenskonzepte“, Die Presse, 26.9.14)
„(…) Die Glaubensgemeinschaft besteht
im Wesentlichen aus drei Organisationen – Milli Görüs, der Muslimbrüderschaft und Atib. Drei Gruppierungen, die
nicht zuletzt durch den Einfluss des türkischen Staatspräsidenten, Recep Tayyip Erdoğan, einander immer ähnlicher
werden, sodass sie kaum noch differenzierbar sind und alle einen islamischen
Staat fordern. Legt sich der Präsident
der Glaubensgemeinschaft (Fuat Sanac,
Anm.) mit ihnen an, wird er 2015 nicht
wiedergewählt. Die Anweisungen zur
Gestaltung der Gemeindearbeit erhalten diese Verbände nicht von der Glaubensgemeinschaft, sondern von den
ausländischen politischen Zentren. Die
Glaubensgemeinschaft ist mehr oder
weniger nur ein Schutzschild für die Aktivitäten solcher Verbände.
Wie definieren Sie „islamischer Staat“?
Ein Staat nach islamischem Recht, wie
ihn IS-Chef al-Bagdadi gern hätte.
Inklusive Scharia, Kalifat, des Heiligen
Krieges, Steinigung etc.?
Ja.
vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Wenn die Glaubensgemeinschaft aus Organisationen besteht, die einen solchen
Staat anstreben, kann sie ja schlecht kritische Worte finden. Sie müsste sich von
sich selbst distanzieren.
Da ist etwas Wahres dran. Weder von
den Verbänden noch von der Glaubensgemeinschaft habe ich eine Stellungnahme gesehen, die sich vom politischen Islam bzw. von einem islamischen
Staat nach klassischen theologischen
Normen distanziert. Wenn man sich von
der Illusion eines hoch idealisierten islamischen Staates nicht ablösen kann,
muss man immer mit den gewalttätigen
Versuchen zur Etablierung eines solchen Staates rechnen. Die Glaubensgemeinschaft vertritt die Meinung, dass in
Österreich die Scharia nicht möglich ist,
weil die Muslime hier in der Minderheit
sind. Diese Aussage muss man sich auf
der Zunge zergehen lassen. Sie impliziert
nämlich, dass die Muslime in Österreich
nicht nach ihren eigenen Gesetzen leben
können, das aber gern tun würden.
Halten Sie es für legitim, dass sich die Terrorgruppe IS bei ihren Aktivitäten auf den
Koran beruft?
Theologisch betrachtet ist es zu 100
Prozent legitim. Alles, was der IS macht
und fordert, ist theologisch richtig und
kommt in allen Grundwerken des Islam vor. Ein Kalif hat nun einmal einen
Kriegsauftrag, keinen Friedensauftrag.
Er muss den Islam auch mit Gewalt verbreiten und sollte dazu mindestens einmal im Jahr Krieg führen.“
❋❋❋
Aslan diffamiert die türkische Diyanet
(Islamische Theologie fußt auf Gewalt;
General Anzeiger, 30.12.15)
Wo wird der Islam als Theologie der Gewalt denn gelehrt?
Aslan: Überall! Im Jemen, in Saudi-Arabien, Pakistan, Ägypten und zum Teil auch
in der Türkei. Da die rund 2000 Imame,
die in Deutschland arbeiten, obendrein
nahezu alle islamischen Organisationen
wie DITIP, Milli Görüs, die Kulturvereine,
zum größten Teil aus dem Ausland gesteuert werden, können sie sich dieser
Theologie kaum widersetzen. Sie folgen Anweisungen und können ihre Rolle
nicht überstrapazieren. Und das macht
mir Angst, das macht anderen Muslimen
Angst: Dass wir den Islam bislang nicht
europäisch prägen konnten.
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vierteljahreszeitschrift fÜr Kritische aslanstudien
Anhang III