- Die Lügenpresse und die (Welt-?)Verschwörung -
Dollarnote, Urheber: Verwüstung auf Wikipedia zu „Weltverschwörungstheorien“
Reinhard Wilhelm Mail: [email protected]
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59821 Arnsberg
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Heute hatte ich ein langes Gespräch mit einem aktiven und von mir sehr geschätzten Mitstreiter der
ALFA.
I. Er beschwerte sich darüber, dass die ALFA tot geschwiegen würde, genauso wie die AfD damals.
Er wäre eigentlich kein Verschwörungsanhänger, aber hier habe er doch den Eindruck, dass man sich
stets gegen Parteineugründungen verschwören würde.
Er nannte einige Beispiele, in denen die jeweiligen Medieninstitute gebeten worden waren, dass die
betreffenden Personen aus der ALFA auch als solche genannt werden sollten. Daran hielten sich aber
weder die Print- noch die Rundfunkmedien. Es sei ihm nicht klar, ob die jeweiligen Autoren ihrer Zusage nicht nachkommen würden, oder - was er für wahrscheinlicher hielte - dass bei der nachträglichen
Bearbeitung die „Rausschnitt“ stattfinden würde. Es ging jeweils um Stellungnahmen gegenüber der
AfD.
Tatsächlich finden Unterlassungen nachvollziehbar statt.
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Einige Beispiele:
http://www1.wdr.de/themen/politik/afd-westpolbeitrag-100.html
http://www.n-tv.de/politik/Henkel-sieht-in-AfD-eine-NPD-lightarticle16309276.html
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ex-afd-vize-olafhenkel-ich-habe-geholfen-ein-monster-zu-schaffen/12558382.html
Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele:
http://www.welt.de/regionales/nrw/article148627516/Kann-die-AfD-denAufschwung-in-NRW-bis-2017-halten.html
http://www.rp-online.de/nrw/landespolitik/afd-ableger-alfa-in-nrwulrich-van-suntum-erster-vorsitzender-aid-1.5445988
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http://www.azonline.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/2053790-Fruehere
-AfD-Sprecherin-Dorothe-van-Suntum-arbeitet-im-provisorischenLandesvorstand-der-neuen-Partei-mit-Alfa-hat-schon-eine-Basis-imKreis-Coesfeld
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=14&cad
=rja&uact=8&ved=0CCoQFjADOApqFQoTCKCW8e_qhckCFUePLAodH1oLnw&url=http
%3A%2F%2Fwww.bild.de%2Fregional%2Fkoeln%2Fprofessor-aus-muenster-will
-alfalandesverband-42426244.bild.html&usg=AFQjCNHk3sLwefQZxAKwNePjWv5Zd30Mg&sig2=jQ7BoihNum9DzHKvGT6cPg
Der Vorwurf, von den Medienanstalten tot geschwiegen oder systematisch zerschrieben zu werden,
wird oder wurde auch von Seiten der FDP erhoben.
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II. Richtig ist, dass die ALFA, andere Neugründungen und die FDP gegenüber etablierten Parteien
benachteiligt werden.
Die Vertreter anderer Parteien werden stets als Parteienvertreter benannt. Das gehört sich auch so.
Unangemessen ist auch die ausschließliche Benennung der Vertretereigenschaft unter einem Bild.
Allerdings ist schlechtes Benehmen der Medien nicht nur auf neue Parteien beschränkt, sondern wir
finden solches auch gegenüber Personen wie Helmut Kohl, der medial vorgeführt worden war.
III. Die Frage ist, woran liegt es ? Haben wir es mit Verschwörungen zu tun ?
Die obige Auflistung zeigt, dass schlechte Berichterstattung nicht koordiniert erfolgt. Das spricht eindeutig gegen eine Verschwörung.
Allerdings gibt es in den Medien, ähnlich wie in anderen Sektoren, z.B. im Finanzsektor, verbreitete
Unsitten.
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1. Die Medien wollen Auflage und Einschaltquoten erzielen. Abrechnungen, Verurteilungen und Sensationspresse sind die Mittel zum Zweck.
Auf „Westpol“ erfolgte die Befragung von ALFA-Mitgliedern nicht aus Interesse an der ALFA, sondern aus dem Interesse heraus, auf die AfD einprügeln zu können. Man will als Richter ganz vorne
stehen. Die Befragten aus der ALFA sind dazu nur Mittel zum Zweck. Die ALFA ist in dem Zusammenhang völlig irrelevant.
Es hätte zwar zum guten Umgangston gehört, die Personen in ihren Eigenschaften korrekt zu benennen. Aber hier heilt der Zweck typischerweise das Mittel.
2. Die Medien sind parteilich gebunden. Der WDR war schon immer SPD / Grüne orientiert und
versucht die Zuhörer politisch zu erziehen. Inzwischen macht dieses Anstalt sogar aus WDR4 einen
einschlägigen politischen Rundfunk.
Der Springer-Verlag sieht sich an die CDU gebunden. Die SPD hat Eigentum an einer Reihe von
Printmedien. Viele Redakteure haben ein SPD- oder ein Grünen-Parteibuch.
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3. Die Bereitschaft, die Medienmacht umsichtig und verantwortungsvoll - frei von eigenen Präferenzen zu nutzen - ist nicht ausgeprägt.
Insbesondere wurde das Selbstverständnis aufgegeben, als kontrollierende Macht, als sog. vierte
Staatsgewalt, das Regierungshandeln im Namen der mündigen Bürger zu hinterfragen.
Die Medien selektieren inzwischen Informationen unter den Gesichtspunkten „Schlagzeilen“ und
„eigene politische Präferenzen“ willkürlich. Teilweise werden dazu Bilder und Filme manipuliert. Der
Bürger, der sich früher auf die Medien verlassen durfte, muss heute nicht nur das Regierungshandeln
hinterfragen, sondern auch die Berichterstattung der Medien. Das ist ein gravierender Vertrauensbruch.
Wenn die Presse inzwischen von Teilen der Bevölkerung als „Lügenpresse“ geschmäht wird, dann
sollten die Medien nicht beleidigt austeilen, sondern den Weg der Selbstreflektion gehen.
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Natürlich sind sie nicht die „Lügenpresse“. Die bewusst fehlerhaft Berichterstattung stellt lediglich
einen Aspekt dar. Weitere Aspekte sind Schlampigkeit in der Berichterstattung und eben auch Machtmissbrauch als solches, um Schlagzeilen zu genieren oder gewisse politische Richtungen zu präferieren.
Die Schäden sind immens. Es ist bekannt, dass negative Presse Reputationen und Existenzen ruiniert.
Man möge sich nur die causa Akif Pirincci in Erinnerung rufen. An vorderster Front hatte das staatlich
finanzierte und besonders zur Wahrheit verpflichtete ZDF seine Existenz ruiniert und die Zuschauer
manipuliert.
Natürlich ärgert und entsetzt es, wenn sich die Medien derart benehmen, aber trotzdem für sich beanspruchen, eine moralische Instanz zu sein. Gerade das ZDF tönte laut herum, sich unabhängigem
Journalismus zu widmen und betont seine Wichtigkeit.
Diese Doppelmoral und das Ausmaß an Schäden führt dazu, dass die Medien verachtet und mit
Schmähkritik überzogen werden.
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Ich habe für die Schmähkritik aus dem Volk gegen die Presse vollstes Verständnis. Ich erlaube mir
sogar den Vergleich, dass die Mediensektor nicht weniger schändlich ist als der Finanzsektor.
IV. Jede betroffene Partei muss sich natürlich auch und trotzdem selbst reflektieren.
Es ist müßig, zu jammern und sich zu bemitleiden, wenn sich dadurch nicht die Verhältnisse ändern.
1. Die AfD hat mit der Medienberichterstattung eher keine Probleme gehabt. Sie war die einzige Partei, die die EUR-Kritik auf der Agenda hatte. Aufgrund der geballten Kompetenz und ihrer Standpunkte
war sie ein Garant für Schlagzeilen.
Die AfD sorgte immer wieder für neue Schlagzeilen, z.B. durch Demos, Auftritte in Diskussionsrunden oder Goldhandel.
2. Die FDP lieferte mit dem damals spätpubertierenden Westerwelle jede Menge interessante Schlagzeilen. Später lieferte die FDP jede Menge Negativschlagzeilen. Als sich die FDP endgültig ruiniert
hatte, war es still in den Medien geworden.
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Heute liest man über Nachrichtenagenturen deutlich mehr von der FDP. Offensichtlich beliefern sie
über die Nachrichtenagenturen die Nachrichtenmedien gezielt mit Schlagzeilen.
https://www.google.de/search?q=fdp+dpa&oq=fdp+dpa&aqs=chrome..
69i57j0l3.1668j0j4&sourceid=chrome&es_sm=0&ie=UTF-8
Möglicherweise bekommen sie dazu Hilfe aus der Industrie.
http://www.focus.de/regional/stuttgart/industrie-frueherer-bdi-chefrogowski-setzt-auf-fdp_id_4907713.html
3. Der ALFA gelingt der Umgang mit den Medien aus mehreren Gründen nicht:
a. Als Anti-AfD stärkt sie letztlich die Diskussion und das Interesse an der AfD. Sie macht mit ihrer
Kritik die AfD interessanter als sich selbst.
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b. Der Zirkel um Bernd Lucke bekam in der AfD Unterstützung von Seiten der Wirtschaft. Insbesondere Henkel war für die AfD ein Glücksfall.
Die Spaltung der ALFA war eine katastrophale Niederlage für Lucke und Henkel. Sie haben die Erwartungen und Vertrauen nicht erfüllt. Darlehen und Hilfestellungen, die sie zu AfD-Zeiten erhielten,
erhalten sie nicht mehr. Die FDP profitiert von dieser Krise und übernimmt den Vertrauensvorschuss
und Hilfeleistungen, die früher der AfD zugetragen worden waren.
c. Die ALFA-Gründung war und die Marketing-Aktionen sind misslungen.
( 1 ) Richtigerweise hätte sie die Namenswahl und die Logo-Gestaltung in fachliche Hände gegeben.
Die Außenwirkung der ALFA ist kaum an Langeweile zu übertreffen. Mit sinnleeren Sprüchen wie
Ällianz für Fortschritt und Aufbruch"kann man Gewerbeunternehmen bewerben, aber keine Partei.
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Die ALFA hat keinen Markenkern und vermittelt kein Lebensgefühl, der oder das über die Anti-These
zur AfD hinausgehen würde. Die gesamte Außenwirkung ist nicht geeignet, um in die Schlagzeilen zu
kommen.
( 2 ) Aktionen wie "Wir stoppen Merkelßind offensichtlich dummes Zeug. Die ALFA stoppt offensichtlich keine Merkel. Die Kampagne ist zudem negativ besetzt.
( 3 ) Bundesveranstaltungen mit 50 bis 60 Personen gehören nicht in die Presse. Die geringe Anzahl
unterstreicht die Bedeutungslosigkeit. Wenn ziemlich zeitgleich die AfD mit 5000 Personen in Berlin
aufmarschiert, dann ist die Öffentlichkeitsarbeit ein Trauerspiel.
V. Im Ergebnis wird man sagen müssen, dass die Medienwelt für Newcomer schwierig ist. Allerdings
zeigt die AfD, dass man mit der Medienwelt umgehen kann. Umgekehrt zeigt die ALFA anschaulich,
wie es nicht geht.
Die Herausforderungen an die Öffentlichkeitsarbeit dürfen nicht über die Tatsache hinwegtäuschen,
dass viele Probleme hausgemacht sind.
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