Das Wildschwein

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Das Wildschwein gilt als Stammform des Hausschweins, dessen Domestikation schon vor
Jahrtausenden eingesetzt hat. Wie alle Schweine
haben auch Wildschweine ausgeprägte Sozialstrukturen und sind sehr kontaktbedürftig.
Durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Lauten
verständigen sich die Tiere untereinander. Sie
leben im Familienverband in kleinen Gruppen
(Rotten) von bis zu 20 Tieren.
Bei den Wildschweinen herrscht ein strenges Matriarchat. Angeführt wird eine Rotte in der Regel
vom ältesten und erfahrensten Weibchen, der
sogenannten Leitbache. Sie verteidigt die Rotte
gegen Bedrohungen jeglicher Art, sorgt sich um
den Nachwuchs und regelt sogar die Paarungsbereitschaft aller Weibchen ihrer Rotte. Fehlt
dieser steuernde Einfluss der Leitbache – z.B.
wegen Abschuss, Unfall oder Krankheit – kann
eine exzessive Vermehrung der Tiere resultieren.
Neben diesen Rotten finden sich auch Gruppen
junger vorjähriger Tiere, wogegen ausgewachsene männliche Tiere meist als Einzelgänger leben.
Das Wildschwein ist ein Allesesser. Eicheln und
Bucheckern schätzt es besonders, isst aber auch
Gras, Klee, Blätter, Früchte, Getreide, Mais oder
Kartoffeln sowie Insekten, Würmer, Schnecken,
Mäuse und andere Kleintiere. Doch macht die
tierliche Nahrung nur etwa 10% aus.
Bei grösserem Nahrungsangebot sind die Wildschweine sehr wählerisch. Der Rüssel und die
Hufe sind ideale Werkzeuge, um im Boden zu
graben oder zu wühlen und so an die Nahrung
zu gelangen. Unterstützt werden die Tiere dabei
von ihrem hervorragenden Geruchs- und Geschmackssinn, weswegen Wildschweine vom
Menschen zur Trüffelsuche eingesetzt werden.
Wildschweine haben ausserdem gute Hörorgane,
sehen aber im Vergleich zum Menschen schlecht.
Sie haben ein erstaunliches Gedächtnis, gelten
als intelligent und sind – entgegen der landläufigen Redensarten – äusserst reinliche Tiere.
Das Wildschwein stammt ursprünglich aus dem
eurasischen Raum, ist aber heute fast weltweit
verbreitet. Nachdem es an der Wende zum 20.
Jahrhundert in weiten Teilen der Schweiz und
Mitteleuropas ausgerottet war, nehmen die
Bestände seit 1985 auch in der Schweiz wieder
stetig zu. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit trifft
man Wildschweine heute sogar vermehrt in Vorstädten, Gärten und Stadtparks an.
Das
Wildschwein
(Sus scrofa)
Foto © Winfried Schäfer
Durch die Zunahme der Population hinterlassen
Wildschweine auf der Suche nach Nahrung vermehrt Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen.
Da das Anwachsen der Bestände vermutlich auf
eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen ist
(landwirtschaftliche Monokulturen, vermehrter
Maisanbau, Klimawandel, Abnahme der traditionellen Lebensräume, kaum noch natürliche Feinde, unsachgemässe Jagdformen etc.), erweisen
sich Gegenmassnahmen als schwierig. Jedenfalls
ist die Jagd nicht nur ethisch fragwürdig, sondern führt in vielen Fällen – wie Langzeitstudien gezeigt haben – sogar zum Anwachsen der
Bestände.
Lebenserwartung: bis 20 Jahre
Grösse // Gewicht in Mitteleuropa
Bache: bis 150 cm // 50-90 kg
Keiler: bis 180 cm // 60-180 kg
Höchstgeschwindigkeit: kurzzeitig bis 50 km/h
Feinde: Bär, Luchs, Wolf, Mensch
Quellen: Wikipedia // wildschweine.net // WildschweinSanglier.ch // Initiative zur Abschaffung der Jagd
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