George Benjamin Written on Skin

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Philharmonie für Einsteiger 5
George Benjamin
Written on Skin
Sonntag
13. März 2016
20:00
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Franz Sauer aus.
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schalten Sie diese unbedingt zur Vermeidung akustischer Störungen aus.
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Wenn Sie einmal zu spät zum Konzert kommen sollten, bitten wir Sie um Verständnis,
dass wir Sie nicht sofort einlassen können. Wir bemühen uns, Ihnen so schnell wie
möglich Zugang zum Konzertsaal zu gewähren. Ihre Plätze können Sie spätestens
in der Pause einnehmen.
Bitte warten Sie den Schlussapplaus ab, bevor Sie den Konzertsaal verlassen. Es
ist eine schöne und respektvolle Geste gegenüber den Künstlern und den anderen
Gästen.
Mit dem Kauf der Eintrittskarte erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr
Bild möglicherweise im Fernsehen oder in anderen Medien ausgestrahlt oder
veröffentlicht wird.
Philharmonie für Einsteiger 5
Christopher Purves Bassbariton (The Protector)
Barbara Hannigan Sopran (Agnès)
Tim Mead Countertenor (Angel 1 / The Boy)
Victoria Simmonds Mezzosopran (Angel 2 / Marie)
Robert Murray Tenor (Angel 3 / John)
Mahler Chamber Orchestra
George Benjamin Dirigent
Benjamin Davis Inszenierung
Sonntag
13. März 2016
20:00
Keine Pause
Ende gegen 21:40
19:00 Einführung in das Konzert durch Stefan Fricke
Gefördert durch das Kuratorium KölnMusik e. V.
PROGRAMM
George Benjamin *1960
Written on Skin (2009 – 12)
Oper in drei Teilen
Text von Martin Crimp
Kompositionsauftrag von Festival d’Aix-en-Provence,
De Nationale Opera Amsterdam, Théâtre du Capitole
de Toulouse, Royal Opera House Covent Garden London
und Teatro del Maggio Musicale Fiorentino
Halbszenische Aufführung in englischer Sprache
mit deutschen Übertiteln
Aufführungsrechte: Faber Music London,
vertreten durch Alkor-Edition Kassel
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ZUM WERK
George Benjamin –
Written on Skin (2009 – 12)
»Das Stück ist das längste, das ich je komponiert habe, das
Wichtigste, das ich je gemacht habe; es ist das, was ich mein
ganzes Leben machen wollte. Also habe ich alles gegeben, mehr
als hundert Prozent.« Der Weg dahin dauerte jedoch. 2012 stellte
der Londoner Komponist George Benjamin seine erste abendfüllende Oper fertig: Written on Skin (»Geschrieben auf Haut«) auf
einen Text des englischen Autors Martin Crimp ist nach der 2006
uraufgeführten Kammeroper Into the Little Hill, ebenfalls auf einen
Text von Crimp, überhaupt erst das zweite Musiktheaterstück des
1960 geborenen George Benjamin, der als Jugendlicher bei Olivier Messiaen am Pariser Conservatoire Komposition studierte
und, so der Lehrer, dessen Lieblingsschüler war. Anschließend
– Messiaen musste seine Unterrichtstätigkeit altersbedingt einstellen – studierte der auch als Pianist höchst begabte Benjamin
von 1978 bis 1982 bei dem Messiaen-Schüler Alexander Goehr
am Londoner King’s College der University of Cambridge, wo er
seit 2001 nun selbst unterrichtet.
Der mittlerweile auch als Dirigent international gefragte George
Benjamin ist ein besonders skrupulös arbeitender Komponist
– mit einem bisher verhältnismäßig und im Vergleich zu seinen
zeitgenössischen Kollegen überschaubaren Œuvre. Behutsam
entwickelt er seine Strukturen und Klänge, erforscht und analysiert er das musikalische Repertoire, das ihm für die momentane
Fragestellung wichtig erscheint, notiert er zahllose Skizzen, bis er
eine für sich stimmige Materialsituation geschaffen hat, die ihm
immer auch die Gelegenheit lässt für unmittelbare Ideen. Gleichwohl will er immer für sich genau wissen, warum er genau diese
und nicht jene Note an einer Stelle platziert hat. »Ich glaube,
dass eine völlig deterministische Entfaltung von Musik ziemlich
gefährlich ist. Sie unterdrückt ein gewisses Maß an Spontaneität.
Gerade darum geht es mir vor allem anderen in der Musik: spontan zu sein. Die Idee eines Diskurses, bei dem sich die Musik nur
um eine einzige Aussage dreht, scheint mir heute keine echte
Vorstellung vom musikalischen Raum mehr zu sein. Dennoch
bin ich nicht daran interessiert, dem Publikum ein ungefiltertes
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Durcheinander an den Kopf zu werfen. Das wäre ein Akt der Verzweiflung. Ich setze nicht einfach verschiedene Elemente nebenoder übereinander: Die einzelnen Ebenen meiner Musik ergeben
eine Harmonie, das ist für mich ungeheuer wichtig. Deshalb kostet es mich so viel Mühe, meine Musik zu komponieren. In meinen Stücken mögen viele Einfälle ihr Wesen treiben, aber es gibt
immer irgendwo die Möglichkeit zur Einheit.«
Manchmal muss George Benjamin lange warten, bis sich dieses
Konzept der Einheit, die Sicht der Stimmigkeit einstellt, zumal er
die Routine und bereits Erprobtes aus dem jeweiligen Kompositionsprozess heraushalten möchte. »Ich sehe mein kompositorisches Schaffen als ein Kontinuum, als fortwährenden Versuch,
zu neuen Ufern aufzubrechen. Ich bleibe zwar jenen Dingen treu,
die ich an der Musik stets geliebt habe, den Dingen, die ich für
meine eigene Musik am meisten wünsche und anstrebe, aber
ich habe das Bedürfnis, sie immer wieder auf neue Weise zu
machen. Ich kann nur komponieren, wenn mich etwas wirklich
begeistert. Du spürst, dass etwas in dir arbeitet und das steht
deinem Material entgegen, erscheint inselhaft isoliert und kann
nicht zusammenkommen; doch plötzlich beginnt alles stimmig
zu werden, und das Stück entwickelt allmählich seine eigene
Energie. Nach diesem Moment suche ich. Und ich warte, bis er
kommt.«
Als George Benjamin 2005 den Dramatiker Martin Crimp (* 1956)
kennenlernte, stellte sich ein solcher Moment ein. Ein Augenblick, auf den der Komponist lange gewartet hat und auf den er
bewusst-unbewusst hinkomponiert hat. Im Rückblick bemerkte
Benjamin dazu vor einigen Jahren: »Jedes meiner Stücke ist dramatisch, opernmäßig gedacht. Ich wusste immer, dass ich auf
die Oper zusteuerte, ich habe nur auf die richtige Person für die
Zusammenarbeit gewartet, auf die richtige Handlung, die richtige Technik.« Geschichten erzählen, in denen tatsächlich etwas
geschieht, die düster, fürchterlich, auch pessimistisch sind, in
denen sich die Bühnenakteure auch selbst reflektieren – das sind
Kennzeichen von Crimps Arbeiten, und diese Aspekte interessieren und faszinieren eben auch George Benjamin. In der für
ihn erstaunlich kurzen Zeit von nur sechs Monaten konnte er die
Partitur zu Into the Little Hill fertigstellen. Die Arbeit an Written on
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Skin, 2012 beim Festival in Aix-en-Provence erstmals präsentiert
und von der Zeitschrift Opernwelt zur Uraufführung des Jahres
gekürt, dauerte indes um etliche Monate länger. Und Benjamin
hat, nach eigenem Bekunden, in dieser Zeit kaum etwas anders
gemacht, als dieses Werk zu komponieren, das mit gut 140 Minuten Aufführungsdauer auch fast dreimal so umfangreich ist wie
die Kammeroper.
Written on Skin ist angesiedelt im Einst und Heute. Zu Beginn
tritt ein Chor aus drei Engeln auf und verkündet: »Entfernt den
Samstags-Autopark vom Markt, lasst die Lebenden verschwinden und erweckt die Toten wieder zum Leben.« Sodann passiert
der Zeitsprung zurück ins Mittelalter. Aus dem 13. Jahrhundert
stammt die literarische Vorlage der Oper, der anonyme okzitanische Prosatext Guillem de Cabestanh – Le cœur mangé, der von
dem historischen katalonischen Troubador Guiellem de Cabestany oder Guilhelm de Cabestaing (1162 – 1212) handelt, der der
Legende nach von Raimon de Castell Roselló getötet wurde,
weil er mit dessen Gattin Margarida eine Affäre hatte. Überdies
entnimmt der Burgherr dem singend-dichtenden Liebhaber das
Herz und lässt daraus eine Mahlzeit für die Gattin zubereiten, die
sie ahnungslos verzehrt. Als der Ehemann ihr offenbart, was sie
verspeist habe, stürzt sie sich aus dem Fenster in den Freitod.
Dieser Plot, den einige Jahrzehnte später Giovanni Boccaccio in
seinem Decameron (um 1350) etwas verändert zur Weltliteratur
verhilft und auch in dem umfangreichen Gedicht-Zyklus Cantos
(1915 – 1962) von Ezra Pound präsent ist, bildet das Gerüst für Martin Crimps Opern-Text (der Dramatiker selbst spricht nicht von
Libretto!). Der mordende Adlige ist in Written on Skin der Protektor
(Bass-Bariton), ein reicher und gewalttätiger Großgrundbesitzer,
der seine Frau Agnès (Sopran) als sein Eigentum betrachtet. Aus
dem Troubador wird bei Crimp der Junge mit dem Beruf eines
Buchillustrators. Dieser, in Countertenor-Stimmlage, übernimmt
in der Oper zugleich die Rolle eines der drei Engel, wie auch
die beiden anderen Engel zusätzlich die nur kurzzeitigen, die
Handlung anstachelnden Rollen der Marie als Agnès’ Schwester
(Mezzo-Sopran) und der ihres Gatten John (Tenor) auszuüben
haben. Die Engel sind, ähnlich dem Chor im antiken griechischen
Drama, außerzeitliche Kommentatoren des Bühnengeschehens:
Sie initiieren es, reflektieren einzelne Episoden, indem sie diese
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in größere Zusammenhänge einbetten, sie erzählen von der
Grausamkeit der biblischen Schöpfungsgeschichte, von einem
Gott, der den Menschen erschafft, damit dieser sich über seine
Existenz schämen soll.
Der Titel Written on Skin spielt übrigens auf jene Zeit der Zivilisation an, als man noch nicht auf Papier, sondern auf Pergament
schrieb und malte. Und aus diesem Grund, sein Leben und sein
Wohltaten sollen in einem schmucken Buch festgehalten werden, engagiert der selbstherrliche Protektor einen Buchmaler,
den Jungen. Agnès begegnet dem Neuling im Hause sehr skeptisch, findet auch gemalte Bilder merkwürdig und fordert den
Jungen auf, als er ihr eine stilisierte Miniatur der biblischen Eva
zeigt, doch eine wirkliche Frau zu malen mit all ihren körperlichen Attributen. Der Junge malt es, und um es Agnès zu zeigen,
schleicht er heimlich in ihre Kammer. Im Porträt erkennt sie sich
wieder, sieht ihren fast nackten, in Betttücher gehüllten Körper.
Beide sind sexuell erregt und lieben sich. Tage später fragt der
Protektor im Beisein von Agnès den Jungen nach dem Stand des
Buches. Der zeigt ihm einige Blätter mit Abbildungen von Gräuel­
taten, worauf dieser aber auch Darstellungen seiner Wohltaten
sehen will, das Paradies. Agnès möchte die die Abbildungen der
Hölle sehen, worauf der Junge ihr ein von ihm mit Text beschriebenes Blatt gibt und dann das Zimmer verlässt. Da sie Analphabetin ist, liest der Protektor das Schreiben laut vor und erfährt
so von der Affäre. Daraufhin ermordet der Betrogene den Jungen, schneidet ihm das Herz aus dem Leib, das die unwissende
Agnès abends als Ragout verspeist. Als sie erfährt, was sie zu
sich genommen hat, erwidert sie, dass sie niemals zuvor etwas
Wundervolleres gegessen habe und dass niemals wieder etwas
so Köstliches über ihre Lippen käme. Das provoziert den Protektor derart, dass er sie mit einem Messer erstechen will; doch
Agnès entzieht sich, indem sie vom Balkon in den Tod springt.
Die Schlussszene lässt den Jungen nun als Engel auftreten; er
zeigt ein letztes Bild. Darauf ist die fallende Agnès zu sehen, die
im Himmel schwebt, während drei kleine, an den Rand gemalte
Engel sich umwenden und den Bild-Betrachter ansehen.
In drei Teilen und 15 Szenen ist die hier in groben Zügen beschriebene Handlung strukturiert, für deren musikalische Ausformung
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George Benjamin ein eigenes klangliches Idiom geschaffen hat.
Da er kein Freund von Zitaten, Anspielungen und Collagen ist,
verzichtet er dabei auf konkrete Referenzen aus der Musikgeschichte. Allerdings verwendet er für die Liebesszene des Jungen und Agnès (Szene 6) zwei markante Instrumente, die per se
eine historische Semantik in sich tragen: Das ist zum einen die
Glasharmonika mit ihrer entrückt sphärischen Farbe sowie die
Viola da Gamba, deren vormodernen, quasi archaischen Klangcharakter Benjamin sehr schätzt. Überhaupt erklingt das Orchester nur selten im Tutti, die instrumentale Begleitung ist meist
leise und subtil, damit die Sänger nicht schreien oder das vom
Komponisten wenig geschätzte Vibrato aktivieren müssen. Die
Natürlichkeit der Stimmen, vor allem auch die Nuancen im physiologischen und psychologischen Ausdruck sollen so gewahrt
bleiben. Zudem erlauben die im Stück stets neu kombinierten
Ensembles des Orchesters ganz besondere Kolorite, die auch
die Gesamtanlage von Written on Skin verdeutlichen. Und nicht
zuletzt ist der volle Orchesterklang, da er eben bewusst sparsam
eingesetzt wird, auch immer wieder eine große Überraschung im
Geschehen. George Benjamin, der keine tonale Musik schreibt,
auch wenn sie oft so wirkt, ist ein leidenschaftlicher Harmoniker, der immer wieder neu an seinen Akkordmodellen feilt, sie
umschichtet und immer wieder geschickt weiß, sie anders einzufärben. Sowieso ein begeisterter Klangmaler, ohne mit Tonmalereien im Sinne des 19. Jahrhunderts aufzuwarten, greift Benjamin
in Written on Skin zu einer besonders großen Palette von Ins­
trumentalfarben; schließlich geht es in dieser Oper neben Liebe
und Eifersucht, Macht und Rache, Intrige und Rebellion auch um
das Illustrieren eines Buches, um das Illustrieren von Welt, einer
Welt von einst und jetzt.
Ob Martin Crimp und George Benjamin übrigens beim Schlussbild von Written on Skin auch an die Geschichtsphilosophie des
nur namentlich verwandten Walter Benjamin gedacht haben, ist
nicht bekannt. 1921 erwarb der Philosoph das ein Jahr zuvor entstandene Bild Angelus Novus von Paul Klee, das ihn bis zu seinem Freitod 1940 im katalanischen Portbou begleitet hat. Benjamin sah den »Neuen Engel« als seinen wichtigsten Besitz an,
war ihm diese Gestalt doch das Emblem seiner Geschichtsphilosophie, eben der »Engel der Geschichte«. Der Engel sieht in
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die Vergangenheit, wo er eine einzige Katastrophe erblickt, die
er wohl gerne ungeschehen machen möchte, aber es treibt ihn
immerzu in die Zukunft, während sich unter ihm die Trümmerhaufen mehren.
Stefan Fricke
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BIOGRAPHIEn
Christopher Purves
Bassbariton (The Protector)
Christopher Purves erhielt große Anerkennung für seine Interpretationen
eines vielseitigen Repertoires und vielfältiger Rollen, die er weltweit an führenden Opernhäusern verkörperte. Zu
den Höhepunkten der laufenden Saison gehören Aufführungen von George
Benjamins Written on Skin unter der Leitung von Alan Gilbert am Lincoln Center sowie auf Tournee mit dem Mahler
Chamber Orchestra, sein Debüt an der Opéra Bastille in Schönbergs Moses und Aaron, der Alberich in der Götterdämmerung
an der Bayerischen Staatsoper und Siegfried an der Canadian
Opera Company und an der Houston Grand Opera sowie ein
erneutes Engagement an der Glyndebourne Festival Opera als
Förster in Janáčeks Das schlaue Füchslein. Auf der Konzertbühne
ist er in Acis and Galatea mit dem Ensemble La Nuova Musica,
in Mozarts Requiem mit dem Royal Philharmonic Orchestra, in
einem Barockprogramm mit Le Concert d’Astrée und im Messiah mit der Handel and Haydn Society zu hören. Höhepunkte
der jüngeren Zeit waren Philip Glass’ The Perfect American an
der Oper in Queensland, die Titelrolle in Gianni Schicchi an der
Opera North, Golaud in Pelléas et Mélisande an der Welsh National Opera sowie die Titelrolle in Händels Saul an der Glyndebourne Festival Opera sowie Auftritte am Royal Opera House, am
Teatro alla Scala, bei den Salzburger Festspielen, an der Staatsoper Berlin, der Nederlandse Opera, der Welsh National Opera
und der English National Opera.
Christopher Purves widmet sich besonders auch der zeitgenössischen Musik und hat Rollen in einer ganzen Reihe von Uraufführungen gesungen, darunter auch der Protector in George
Benjamins Written on Skin beim Festival in Aix-en-Provence und
anschließend am Royal Opera House, an der Bayerischen Staatsoper, der Nederlandse Opera und am Théâtre du Capitole de
Toulouse. Ferner sang er Walt Disney in Glass’ The Perfect American am Teatro Real Madrid und an der English National Opera.
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Nicht weniger etabliert ist Christopher Purves als Interpret von
Barockmusik. Zuletzt trat er u. a. mit dem Orchestra of the Age
of Enlightenment, der Academy of Ancient Music, dem Gabrieli Consort und Le Concert d’Astree auf. 2012 erschien Purves’
erste Solo-CD Handel’s Finest Arias for Base Voice, die er mit dem
Ensemble Arcangelo unter der Leitung von Jonathan Cohen
aufnahm.
In der Kölner Philharmonie war Christopher Purves zuletzt im
Dezember 2009 zu hören.
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Barbara Hannigan
Sopran (Agnès)
Die Sopranistin Barbara Hannigan gastiert weltweit in den renommiertesten
Konzert- und Opernhäusern und tritt
mit international führenden Orchestern
auf. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Sir
Simon Rattle, Vladimir Jurowski, Kirill
Petrenko, Alan Gilbert, Antonio Pappano und Esa-Pekka Salonen sowie mit
Regisseuren wie Katie Mitchell, Sasha
Waltz, Krszysztof Warlikowski und Andreas Kriegenburg. Besonders gefragt ist Barbara Hannigan für
zeitgenössisches Repertoire, dem sie einen großen Teil ihrer Zeit
widmet. Sie hat über 80 Uraufführungen gesungen und intensiv
mit Komponisten wie Ligeti, Boulez, Dutilleux, Barry, Sciarrino,
Benjamin und Abrahamsen zusammengearbeitet.
2011 gab Barbara Hannigan ihr Debüt als Dirigentin am Théâtre du
Châtelet in Paris mit Strawinskys Renard. Seither hat sie Orchester wie die Prager Philharmoniker, das Orchestra dell’Accademia
Nazionale di Santa Cecilia, die Göteborger Sinfoniker, das WDR
Sinfonieorchester, das Helsinki Philharmonic, das Toronto Symphony Orchestra und das Mahler Chamber Orchestra dirigiert.
Ihr Dirigierdebüt beim Königlichen Concertgebouworchester
Amsterdam wurde als bestes klassisches Konzert 2014 mit dem
Ovatie-Preis ausgezeichnet.
Als Sängerdarstellerin verkörperte sie Alban Bergs Lulu am La
Monnaie in Brüssel, die Frau in Poulencs La Voix Humaine im
Palais Garnier in Paris, die Marie in Zimmermanns Die Soldaten
an der Bayerischen Staatsoper, Donna Anna in Don Giovanni,
ebenfalls am La Monnaie, und die Agnès in Benjamins Written on
Skin u. a. am Royal Opera House, an der Pariser Opéra Comique
und am Lincoln Center. Im Sommer 2016 gibt sie in Aix-en-Provence ihr Rollendebüt als Melisande in einer Neuproduktion von
Katie Mitchell unter der musikalischen Leitung von Esa-Pekka
Salonen. Für ihre Aufführungen in den Jahren 2012 und 2013
wurde sie von der Zeitschrift Opernwelt als Sängerin des Jahres
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und von der französischen Presse als musikalische Persönlichkeit des Jahres geehrt.
Ihre Aufnahme von Dutilleux’ Correspondances mit Esa-Pekka
Salonen und dem Orchestre Philharmonique de Radio France
wurde mit einem Gramophone Award, dem Edison-Preis und
dem Victoire de la Musique ausgezeichnet. 2015 erhielt Barbara
Hannigan für ihre Marie in Die Soldaten den Deutschen Theaterpreis DER FAUST.
Bei uns war Barbara Hannigan zuletzt im Februar 2014 zu hören.
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Tim Mead
Countertenor (Angel 1 / The Boy)
Der Countertenor Tim Mead arbeitete
als Konzertsänger bereits mit Orchestern und Ensembles wie dem New York
Philharmonic, dem Orchestra of the Age
of Enlightenment, Le Concert d’Astrée,
dem Royal Scottish National Orchestra, Les Arts Florissants, Le Concert
d’Astree, De Nederlandse Bachvereniging, dem English Concert und der
Akademie für Alte Musik Berlin sowie
unter Dirigenten wie Alan Gilbert, Ivor Bolton, William Christie,
Laurence Cummings, Christian Curnyn, Alan Curtis, Ottavio Dantone, Emmanuelle Haïm, Vladimir Jurowski, Nicholas McGegan,
Marc Minkowski und Masaaki Suzuki.
Höhepunkte dieser Saison sind u. a. der Oberon in Brittens A
Midsummer Night’s Dream an der Glyndebourne Festival Opera
und der Bergen Nasjonale Opera, der 1. Engel / Junge in der
US-Premere von Written on Skin am Lincoln Center und auf der
Europatournee des Mahler Chamber Orchestra sowie Arsamene
in Cavallis Xerse mit Le Concert d’Astrée an der Opéra de Lille,
am Theater an der Wien und am Theatre de Caen. Im Mai dieses Jahres wird Tim Mead die Hauptrolle im neuen Programm
»Melancholia« des Theaters Basel. Außerdem wird er den Messiah mit dem New York Philharmonic aufführen, mit dem Gabrieli Consort eine Spanientournee unternehmen und mit Les Arts
Florissants und William Christie Bachs h-Moll-Messe aufführen.
Höhepunkte der jüngsten Zeit waren die Uraufführung von
Loevendies Spinoza im Concertgebouw Amsterdam, die Titelrolle in Glass’ Akhnaten an der Opera Vlaanderen, die Titelrolle
in Riccardo Primo am Opera Theatre of Saint Louis, Goffredo und
Eustazio in Rinaldo in Glyndebourne, Endimione in La Calisto an
der Bayerischen Staatsoper, Voice of Apollo in Brittens Death in
Venice an der English National Opera und der Nederlandse Opera,
Tolomeo in Giulio Cesare in Egitto an der English National Opera,
die Titelrolle in Giulio Cesare in Glyndebourne, die Titelrolle in
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Orlando an der Scottish Opera und am Chicago Opera Theater,
Clearte in Niobe und die Uraufführung von Birtwistles The Minotaur am Royal Opera House Covent Garden.
Tim Meads umfangreiche Diskographie umfasst Aufnahmen von
Bachs Matthäuspassion und der h-Moll-Messe, die Händel-Oratorien Messiah, Saul, Solomon und Israel in Egypt, The Triumph of
Time and Truth, die Händel-Opern Admeto, Flavio, Riccardo Primo
und Rinaldo sowie Monteverdis L’incoronazione di Poppea.
In der Kölner Philharmonie ist Tim Mead heute zum ersten Mal
zu Gast.
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Victoria Simmonds
Mezzosopran (Angel 2 / Marie)
Victoria Simmonds studierte an der
Guildhall School of Music and Drama
bei David Pollard. Sie hat inzwischen an
allen größeren Opernhäusern Großbritanniens gesungen. In der Uraufführung
von Jonathan Doves The Adventures of
Pinocchio an der Opera North sang sie
die Titelrolle. Darüber hinaus erhielt sie
Engagements beim Festival in Aix-enProvence, am Staatstheater Stuttgart,
am Opernhaus Halle und an der Nederlandse Opera. Als Konzertsängerin trat sie mit dem Philharmonia Orchestra, dem Hallé
Orchestra Manchester, der London Sinfonietta und dem London
Symphony Orchestra sowie bei den Festspielen in Salzburg und
Edinburgh und im Concertgebouw Amsterdam auf.
Ihre Opernengagements umfassen den Fuchs (Das schlaue Füchslein) an der Garsington Opera, Mad Hatter und Alice’s Mother in
Alice in Wonderland, Minsk Woman in Jonathan Doves Flight an
der Londoner Opera Holland Park, Boy in Joanna Lees Way Back
Home an der English National Opera und die Titelrolle in Mignon
an der New Sussex Opera. Die Rolle des 2. Engels / der Marie in
Written on Skin sang sie an der Nederlands Opera und anschließend in Toulouse, Lissabon, Paris, London, Mailand, New York,
Wien und München sowie nun auf der aktuellen Europatournee
des Mahler Chamber Orchestra. Weitere Engagements umfassen eine Tournee nach Singapore mit der London Sinfonietta,
Janáčeks Glagolitische Messe mit der Cambridge University
Music Society, Beethovens 9. Sinfonie in Garsington, The Dream
of Gerontius in der Wells Cathedral mit der Berliner Kantorei und
Tippetts A Child of our Time mit dem Auckland Philharmonic
Orchestra.
In der Kölner Philharmonie ist Victoria Simmonds zum ersten Mal
zu Gast.
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Robert Murray
Tenor (Angel 3 / John)
Robert Murray studierte am Royal College of Music und am National Opera
Studio. Außerdem war er »Jette Parker
Young Artist« am Royal Opera House
Covent Garden. Zu seinen Opernrollen gehören Tamino (Die Zauberflöte),
Lysander (A Midsummer Night’s Dream),
Agenore (Il re Pastore), Belfiore (La Finta
Giardiniera), Jaquino (Fidelio) und Don
Ottavio (Don Giovanni) am Royal Opera
House Covent Garden, die Titelrolle in Albert Herring an der Glyndebourne Touring Opera, Offenbachs Vert-Vert, Piquillo (La Périchole) und Tom Rakewell (The Rake’s Progress) an der Garsington
Opera, Ferrando (Così fan tutte) an der Opera North, der Erzähler in The Rape of Lucretia an der Norske Oper und der Oper in
Nantes, Simpleton (Boris Godunov), Tamino, Toni Reischmann in
Henzes Elegy for Young Lovers, Idamante (Idomeneo), Don Ottavio
(Don Giovanni), Steuermann (Der fliegende Holländer) und Frederic in Pirates of Penzance an der English National Opera, Benvolio
(Romeo et Juliette) bei den Salzburg Festspielen, die Titelrolle in
Jephtha an der Welsh National Opera und bei der Handel and
Haydn Society Boston, Earl of Essex in Brittens Gloriana bei seinem Debüt an der Staatsoper Hamburg und Bob Boles (Peter
Grimes) in Aldeburgh.
Als Konzertsänger arbeitete er u. a. mit Klangkörpern wie dem
City of Birmingham Symphony Orchestra, Le Concert D’Astrée,
dem Royal Scottish National Orchestra, dem Scottish Chamber
Orchestra, dem Rotterdam Philharmonisch Orkest, dem Philharmonia Orchestra und dem Orchestre national de Lyon sowie
mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Sir Charles Mackerras, Simone Young, Thomas Adès, Edward Gardner, Sir Andrew
Davis, Valery Gergiev, Yannick Nezet-Seguin, Esa-Pekka Salonen
und Paul McCreesh. Zu den Höhepunkten der letzten Zeit gehören eine Konzerttour mit dem Messiah mit der Academy of Ancient Music, Haydns Schöpfung mit dem Simón Bolívar Symphony
Orchestra of Venezuela unter Gustavo Dudamel und dem London
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Symphony Orchestra unter Edward Gardner, sowie Written on
Skin am Lincoln Center mit dem Mahler Chamber Orchestra unter
Alan Gilbert. Seine Engagements in dieser Spielzeit und danach
umfassen erneute Konzerte mit der Handel and Haydn Society,
den Frederic in Luxembourg und Caen, A Child of our Time mit
dem BBC Symphony Orchestra unter Edward Gardner, Written
on Skin auf der jetzigen Europatournee des Mahler Chamber
Orchestra, die Matthäuspassion mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest und The Dream of Gerontius mit dem Seattle
Symphony Orchestra unter Edward Gardner. Liederabende gab
Robert Murray in Newbury, Two Moors, Brighton, beim Festival in
Aldeburgh und in der Londoner Wigmore Hall.
Zusammen mit Malcolm Martineau hat Robert Murray sämtliche Lieder von Poulenc aufgenommen. Weitere Einspielungen
umfassen Auszüge aus Brittens Gloriana, Mendelssohn Elias und
Berlioz’ Grande Messe des Morts mit dem Gabrieli Consort & Players, Carissimis Jephte mit La Nuova Musica sowie Stanfords Stabat Mater mit dem Bach Choir.
In der Kölner Philharmonie ist Robert Murray heute zum ersten
Mal zu hören.
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George Benjamin
George Benjamin wurde 1960 geboren. Neben dem Klavierspiel begann
er frühzeitig das Komponieren. Ab 1976
studierte er am Pariser Konservatorium bei Olivier Messiaen und Yvonne
Loriod, anschließend setzte er seine
Studien bei Alexander Goehr am King’s
College in Cambridge fort. Bereits mit
20 Jahren erlebte er die Uraufführung
seines ersten Orchesterwerks Ringed
by the Flat Horizon bei den BBC Proms,
das seitdem weltweit regelmäßig aufgeführt wird. Zwei Jahre
später brachte die London Sinfonietta unter der Leitung von Sir
Simon Rattle das Ensemblewerk At First Light zur Uraufführung.
2002 hob das London Symphony Orchestra unter der Leitung von
Pierre Boulez Benjamins Palimpsests aus der Taufe.
In den vergangenen Jahren fanden in London, Paris, Luzern, San
Francisco, Frankfurt, Tokio, Brüssel, Berlin, Strasbourg, Madrid,
Turin und Mailand große Retrospektiven mit seinen Werken statt.
Sein erstes Werk für die Opernbühne, Into the Little Hill mit einem
Text von Martin Crimp, das seit seiner Uraufführung auf mehreren internationalen Tourneen zu hören war, stand 2006 beim
Festival d’Automne à Paris im Zentrum eines Komponistenpor­
träts. 2012 wurde Written on Skin als zweite Zusammenarbeit von
George Benjamin und Martin Crimp beim Festival in Aix-en-Provence uraufgeführt. Das Werk wurde inzwischen in rund 20 weltweit bedeutenden Opernhäusern gespielt und mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. George Benjamin dirigierte die
britische Erstaufführung am Royal Opera House Covent Garden
im März 2013. Diese Produktion wurde von der BBC filmisch mitgeschnitten und ausgestrahlt.
Als Dirigent leitete George Benjamin international führende
Ensembles und Orchester, darunter die London Sinfonietta, das
Ensemble Modern, das Mahler Chamber Orchestra, das BBC
Symphony Orchestra, das Philharmonia Orchestra, die Junge
Deutsche Philharmonie, die Berliner Philharmoniker und das
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Königliche Concertgebouworchester Amsterdam, das im vergangenen September George Benjamins Dream of the Song unter
der Leitung des Komponisten zur Uraufführung brachte.
Sein Debüt als Operndirigent gab George Benjamin 1999 mit Pelléas et Melisande in Brüssel. Zahlreiche Werke gelangten unter
seinem Dirigat zur Uraufführung, darunter Kompositionen von
Wolfgang Rihm, Unsuk Chin, Gérard Grisey und György Ligeti.
Seit 2001 unterrichtet er – in der Nachfolge von Harrison Birtwistle – als Professor für Komposition am King’s College in London. George Benjamin wurde zum Chevalier dans l’ordre des Arts
et Lettres ernannt und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der
Schönen Künste. 2002 erhielt er vom Deutschen SymphonieOrchester Berlin den Arnold-Schönberg-Preis für Komposition.
2011 wurde er von der Royal Philharmonic Society zum Ehrenmitglied ernannt.
In der Kölner Philharmonie war George Benjamin als Dirigent
zuletzt im August 2009 zu erleben, damals ebenfalls mit dem
Mahler Chamber Orchestra.
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Benjamin Davis
Benjamin Davis war von 2001 bis 2011
Regisseur an der Welsh National Opera.
Er inszenierte Così fan tutte (Welsh National Opera), Il trittico (Opera Zuid), La
rondine, Sir John in Love (Royal Conservatoire of Scotland), Les Illuminations
(Cardiff International Dance Festival), Il
tabarro, Star-Crossed Lovers (WNO community tours) und Opera Scenes (Royal
Welsh College of Music Drama, National Opera Studio). Außerdem war er für
halbszenischen Produktionen der Welsh National Opera in der
Birmingham Symphony Hall tätig, darunter Jephtha, Carmen, La
Traviata und Rigoletto.
Zusammen mit Katie Mitchell arbeitete er an den Produktionen
von Luigi Nonos Al gran sole carico d’amore bei den Salzburger
Festspielen und an der Berliner Staatsoper sowie an den Uraufführungen von Orest an der Nationale Opera in Amsterdam und
Written on Skin beim Festival in Aix-en-Provence.
Ferner inszenierte er Wiederaufnahmen von Tosca, Wozzeck,
Die Zauberflöte, The Queen of Spades und Hänsel und Gretel an
der Welsh National Opera, von Carmen an der Scottish Opera,
von Written on Skin an der Bayerischen Staatsoper, der Opéra
Comique in Paris, am Théâtre du Capitole de Toulouse und bei
den Wiener Festwochen, von Hänsel und Gretel an der Bayerischen Staatsoper, La Dama di Picche am Teatro dell’Opera di
Roma, Ariodante (an der Nationale Opera in Amsterdam und
Gianni Schicchi am Royal Opera House Covent Garden.
Benjamin Davis arbeitet zurzeit auch am Centre for Interdisciplinary Research in Opera and Drama an der Cardiff University, wo
er auch seinen Ph.D.-Abschluss macht.
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Mahler Chamber Orchestra
Das Mahler Chamber Orchestra wurde 1997 von einer Gruppe junger Musiker mit der gemeinsamen Vision eines unabhängigen
internationalen Ensembles gegründet. Das MCO ist ein »nomadisches Kollektiv« aus Spitzenmusikern, dessen 45 feste Mitglieder
aus 20 verschiedenen Ländern stammen und sich für Touren in
Europa und der ganzen Welt zusammenfinden. Das Orchester ist
rund 180 Tage im Jahr unterwegs und hat bis zum heutigen Tag
Konzerte in 35 Ländern auf fünf Kontinenten gegeben. Es wird
gemeinsam von seinem Management-Team und dem Orchestervorstand geleitet, und Entscheidungen werden demokratisch
unter Beteiligung aller Musiker getroffen.
Was das MCO im Kern ausmacht, ist die Leidenschaft für kammermusikalisches Musizieren, die von all seinen Musikern geteilt
wird. Der Klang des Orchesters zeichnet sich durch das enge
Ensemblespiel zwischen seinen Mitgliedern aus. Zum Kernrepertoire des MCO gehören die Epochen der Wiener Klassik und der
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Frühromantik, während das Orchester auch neuere und zeitgenössische Werke sowie Uraufführungen spielt.
Die Musiker des MCO teilen den Wunsch, in einen Dialog mit
ihrem Publikum zu treten und ihre Leidenschaft für die Musik
an den Orchesternachwuchs weiterzugeben. So soll eine wachsende Anzahl an musikalischen Begegnungen und Projekten
Menschen auf der ganzen Welt Räume für Musik, Lernen und
Kreativität eröffnen. Künstlerisch haben besonders Gründungsmentor Claudio Abbado und Ehrendirigent Daniel Harding das
Mahler Chamber Orchestra geprägt. Als aktuelle »Artistic Partner« inspirieren und formen die Pianistin Mitsuko Uchida, die
Geigerin Isabelle Faust und die Dirigenten Daniele Gatti und Teodor Currentzis das Orchester in langfristiger Zusammenarbeit.
2015 schloss das MCO sein über vier Jahre laufendes Großprojekt mit Leif Ove Andsnes, The Beethoven Journey, ab. Andsnes
leitete den Zyklus mit sämtlichen Klavierkonzerten Beethovens
vom Flügel aus, unter anderem in Bonn, Luzern, Wien, Paris, New
York, Shanghai, Tokyo und London. Der komplette Zyklus ist auf
CD erhältlich und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem BBC Music Magazine’s 2015 Record
of the Year Award.
Das Jahr 2016 begann mit hochkarätigen Projekten: Im Januar
eröffneten Mitsuko Uchida und das MCO ihre langfristige Zusammenarbeit, in deren Fokus Mozarts Klavierkonzerte stehen, mit
einer ausgedehnten Tour nach Spanien, Luxemburg, Salzburg
und Frankfurt. Im Februar setzte das Orchester seinen BeethovenSinfonienzyklus unter der Leitung von »Artistic Partner« Daniele
Gatti in Italien fort. Daniel Harding dirigierte das achte MCO Academy-Projekt in Dortmund, Köln und Essen. Im März tourt das
Orchester mit der halbszenischen Konzertaufführung von George
Benjamins Written on Skin unter der Leitung des Komponisten.
Das MCO spielte 2012 die Uraufführung von Written on Skin in Aixen-Provence sowie 2015 die US-Bühnenpremiere in New York.
Bei uns war das Mahler Chamber Orchestra zuletzt im Februar zu
Gast und wird erneut am 15. Juni bei uns zu hören sein.
22
Die Besetzung des
Mahler Chamber Orchestra
Violine I
Henja Semmler Konzertmeisterin
Annette zu Castell
May Kunstovny
Jagdish Mistry
Geoffroy Schied
Timothy Summers
Bas Treub
Laurent Weibel
Klarinette
Vicent Alberola Ferrando
Benoît Savin
Nina Janßen-Deinzer
Jaan Bossier
Violine II
Irene Simon-Renes *
Michiel Commandeur
Christian Heubes
Paulien Holthuis
Sonja Starke
Malin William-Olsson
Horn
Stefán Jón Bernhardsson
Casey Rippon
Hugues Viallon
Manuel Moya
Fagott
Amy Harman
Alessandro Battaglini
Trompete
Christopher Dicken
Matthew Sadler
Valentín Garvie
Sarah Slater
Viola
Béatrice Muthelet *
Florent Bremond
Joel Hunter
Anna Puig Torné
Carrie Robinson
Delphine Tissot
Posaune
Andreas Klein
Iñaki Ducun
Mark Hampson
Violoncello
Maximilian Hornung *
Stefan Faludi
Fabio Fausone
Martin Leo Schmidt
Philipp von Steinaecker
Jonathan Weigle
Tuba
Jonathan Riches
Schlagzeug
Martin Piechotta
Rizumu Sugishita
Igor Caiazza
Christian Miglioranza
Kontrabass
Luis Cabrera *
Bernardo Alvis
Johane Gonzalez Seijas
Phoebe Russel
Harfe
Céline Saout
Glasharmonika
Philippe Marguerre
Flöte
Chiara Tonelli
Júlia Gállego
Paco Varoch
Celesta
Alphonse Cemin
Oboe
Emma Schied
Marine-Amelie Lenoir
* Stimmführung
23
KölnMusik-Vorschau
März
SO
20
16:00
SA
19
Cathy Krier Klavier
Nominiert für die Reihe
»Rising Stars« von der
Philharmonie Luxembourg
20:00
Dave Holland Trio
Dave Holland b
Kevin Eubanks git
Obed Calvaire perc
Alban Berg
Sonate für Klavier op. 1
Leoš Janáček
Auf verwachsenem Pfade I VIII/17
Seitdem Miles Davis ihn 1968 in Ronnie
Scott’s Jazz Club in London spielen
hörte, ihn kurzerhand nach Amerika
einlud und zum Bassisten seiner Band
machte, gilt der Brite Dave Holland als
einer der wichtigsten Protagonisten und
als einer der besten Kontrabassisten
des heutigen Jazz. Das zeigt er nicht nur
im Zusammenspiel mit Herbie Hancock,
Chick Corea oder Jack DeJohnette,
sondern auch in unterschiedlich besetzten Bands oder auch als Komponist.
In der Kölner Philharmonie wird er mit
seinem Trio zu hören sein.
Wolfgang Rihm
Toccata capricciosa
Franz Schubert
Fantasie C-Dur op. 15 D 760
für Klavier
Gefördert durch die
Europäische Kommission
15:00 Einführung in das Konzert
SO
Rising Stars –
die Stars von morgen 5
FR
20
25
15:00
Filmforum
18:00
Karfreitag
Stummfilm mit Live-Musik
Anna Lucia Richter Sopran
Günter A. Buchwald Klavier
Concerto Köln
Ariadne Daskalakis Konzertmeisterin
Menschen am Sonntag
Deutschland 1929, 68 Min.
mit deutschen Zwischentiteln.
Wir zeigen eine 35-mm-Kopie.
Regie: Robert Siodmak/Edgar Ulmer
Passionskantaten von
Johann Sebastian Bach
Der halbdokumentarische Spielfilm
schildert einen Sonntagsausflug im
Berlin des Jahres 1929. Paare finden
sich und trennen sich wieder.
KölnMusik gemeinsam mit
Filmforum NRW
24
Dmitrij Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60
»Leningrader«
Foto: Peter Meisel
Mittwoch
16. März 2016
20:00
Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks
Mariss Jansons Dirigent
Schostakowitschs Musik weckt starke Emotionen,
ist aber auch intellektuell, vieldeutig – und natürlich ein Zeitzeugnis. Die 7. Sinfonie entstand 1941
und wurde in der Sowjetunion als Fanal des heroischen Widerstands gegen den Einmarsch deutscher Truppen gefeiert. Ihre Aufführung 1942 im
belagerten Leningrad wurde zur Legende, Musiker
bekamen eigens Fronturlaub und die Besucher
riskierten für diesen Konzertbesuch aufgrund des
Dauerbeschusses ihr Leben. Die Musik hat bis
heute an Eindringlichkeit nichts verloren und ist
beim lettischen Dirigenten Mariss Jansons und
seinem Symphonieorchester des Bayerischen
Rundfunks in besten Händen.
Ihr nächstes
Abonnement-Konzert
DO
Fr
31
15
20:00
April
20:00
Désirée Nick Moderation
Kit Downes org, p
Tom Challenger ts
Lucy Railton vlc
Jonas Burgwinkel dr
Alexandra Reinprecht Sopran
Zoltán Nyári Tenor
Julia Giebel Sopran
Peter Renz Tenor
Ivan Turšić Tenor
Troyka
Kit Downes org, keyb
Chris Montague g
Joshua Blackmore dr
Orchester und Chorsolisten
der Komischen Oper Berlin
Stefan Soltesz Dirigent
Der Pianist und Organist Kit Downes gehört zu den faszinierendsten
Aushänge­schildern der englischen
Jazzszene. Und was für eine musikalische Spannweite er hat, zeigt er
gleich mit zwei Formationen. Mit Tom
Challenger, Jonas Burgwinkel und Lucy
Railton erinnert Downes an den großen
Kollegen John Taylor, der im Juli 2015
verstorben ist. Mit seinem Trio Troyka
zieht Downes dann entlang des neuen
Albums Ornithophobia alle Register von
der Jazz-Improvisation über Garagenrock bis hin zu Dancebeats!
Emmerich Kálmán
Die Zirkusprinzessin
Operette in drei Akten
Konzertante Aufführung
mit Moderation
Operette und ... 5
April
FR
01
Orgel Plus 4
Philharmonie für Einsteiger 6
20:00
Stefan Dohr Horn
Stefan de Leval Jezierski Horn
Sarah Willis Horn
Andrej Žust Horn
Ludwig Quandt Violoncello
Teresa Schwamm Viola
Bundesjugendorchester
Sebastian Weigle Dirigent
Manuel de Falla
El sombrero de tres picos
(Der Dreispitz)
Suite Nr. 1 und Nr. 2 für Orchester
Robert Schumann
Konzertstück F-Dur op. 86
für vier Hörner und Orchester
Richard Strauss
Don Quixote op. 35 TrV 184
Fantastische Variationen über ein
Thema ritterlichen Charakters für
großes Orchester
Westdeutscher Rundfunk
gemeinsam mit KölnMusik
26
Johann Sebastian Bach
Matthäuspassion
BWV 244 (1736)
Passion für Soli,
zwei Chöre und Orchester
Text von Christian Friedrich
Henrici-Picander
Julian Prégardien Tenor (Evangelist)
Stéphane Degout Bariton (Jesus)
Sabine Devieilhe, Maïlys de Villoutreys Sopran
Damien Guillon, Lucile Richardot Alt
Thomas Hobbs, Samuel Boden Tenor
Christian Immler Bass
Ensemble Pygmalion
Raphaël Pichon Dirigent
Erstmals in der Kölner Philharmonie zu Gast ist das
vor 10 Jahren anlässlich des Europa Bach Festivals in
Paris durch Dirigent und Countertenor Raphaël Pichon
gegründete Instrumental- und Vokal-Ensemble Pygmalion. Mit Bachs Matthäuspassion über die letzten Tage
Jesu Christi ist die komplette Konzert-Besetzung mit
Julian Prégardien als Evangelist und Stéphane Degout
als Jesus derzeit auch im Opernhaus Dijon und in der
königlichen Schlosskapelle von Versailles zu hören.
Foto: Marco Borggreve
Donnerstag
24. März 2016
19:00
Philharmonie-Hotline 0221 280 280
­koelner-­philharmonie.de
Informationen & Tickets zu allen Konzerten
in der Kölner ­Philharmonie!
Kulturpartner der Kölner Philharmonie
Herausgeber: KölnMusik GmbH
Louwrens Langevoort
Intendant der Kölner Philharmonie
und Geschäftsführer der
KölnMusik GmbH
Postfach 102163, 50461 Köln
­koelner-­philharmonie.de
Redaktion: Sebastian Loelgen
Corporate Design: hauser lacour
kommunikationsgestaltung GmbH
Textnachweis: Der Text von Stefan Fricke
ist ein Original­­­beitrag für dieses Heft.
Fotonachweise: Mahler Chamber Orchestra
© Manu Agah; George Benjamin © Matt
Lloyd; Christopher Purves © Clive Barda;
Barbara Hannigan © Elmer de Haas; Tim
Mead © Benjamin Ealovega; Robert Murray
© Sussie Ahlburg; Victoria Simmonds ©
Mat Smith
Gesamtherstellung:
adHOC ­Printproduktion GmbH
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Es-Dur KV 543
Sinfonie C-Dur KV 551
Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert
Nr. 2 F-Dur BWV 1047
Steven Mackey
Triceros – für Trompete
und Kammerorchester
Håkan
Hardenberger
Swedish Chamber Orchestra
Thomas Dausgaard Dirigent
Gefördert durch
koelner-philharmonie.de
0221 280 280
Foto: Luc Hossepied pour l’Ensemble intercontemporain
Trompete
Sonntag
17.04.2016
18:00
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