Wie die Lackzerstäubung funktioniert

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LACKIERWISSEN K O M P A K T
Wie die Lackzerstäubung funktioniert
m Lack auf eine Oberfläche aufzutragen, gibt
es unterschiedliche Möglichkeiten. Man kann ihn gießen,
walzen, spritzen und sprühen.
Von einem Spritzvorgang
spricht man, wenn der überwiegende Anteil der Zerstäubung durch mechanische
Kräfte eingebracht wird. Von
einem Sprühvorgang spricht
man, wenn die Zerstäubung
maßgeblich durch elektrostatische Kräfte erzeugt wird.
Ziel beider Prinzipien ist, eine
möglichst gleichmäßige Zerstäubung des flüssigen Lacks
zu feinen Tröpfchen. Nachfolgend sollen die verschiedenen Zerstäubungsprinzipien näher erläutert werden.
Die klassische Form der
Zerstäubung ist die Hochdruckzerstäubung. Dieses
Prinzip beruht darauf, dass
der Lack mit einer geringen
Geschwindigkeit aus der
Düse austritt; die Zerstäuberluft dagegen mit einer hohen
Geschwindigkeit. Durch diesen Geschwindigkeitsunterschied wird der Lackstrahl in
kleine Tröpfchen zerrissen,
die dann einen Sprühstrahl ergeben. Je höher die Ge-
U
besser lackieren!
nung unterstützt
werden.
Bei der hydraulischen Zerstäubung,
die in der Umgangssprache häufig synonym mit
dem Warenzeichen
Airlesszerstäubung
verwendet wird,
sind die Verhältnisse etwas anders.
Dieses Prinzip beruht darauf, dass
der Lack mit einer
hohen Geschwindigkeit von bis zu
200 bar Druck auf
die
„stehende“
Umgebungsluft
trifft und dadurch
zerrissen wird. Die
hydraulische Zerstäubung ist immer
Die pneumatische (o.) und die hydraulische
etwas gröber, die
oder Airlesszerstäubung (u.).
Quelle: EGL
Lackschichtdicken
etwas höher, da die
schwindigkeit der Luft ist, austretende Lackmenge nur
desto feiner werden die Lack- zwischen „An“ und „Aus“
tröpfchen. Der Sprühstrahl und durch unterschiedliche
wird durch die Hornluft in die Düsengrößen gesteuert wird.
gewünschte Form gelenkt.
Die HochrotationszerstäuDas Abscheiden des Lacks bung beruht auf dem rein mekann durch das Anlegen einer chanischen Prinzip der Rotaelektrostatischen Hochspan- tion. Der Lack wird auf einer
rotierenden Scheibe mit hoher
Geschwindigkeit nach außen
geschleudert. An ihrer meist
geriffelten Kante bilden sich
kleine Fäden, die zu Tröpfchen zerfallen: Je höher die
Scheibengeschwindigkeit,
desto feiner sind sie. Der
Transport
der
Lacktröpfchen
zum Werkstück
wird i.d.R. elektrostatisch und durch
Lenkluft unterstützt.
Die rein elektrostatische Zerstäubung wird durch
Anlegen
eines
elektrostatischen
Feldes
erzeugt.
Hierbei bewirken
die aus einem starken elektrischen
Feld resultierenden
Kräfte die Zerstäubung des Lacks.
Die Zerstäubung
erfolgt auf Grund
der hohen elektrostatischen Feldkräfte an einer scharfen
Kante. Die rein
elektrostatische
Zerstäubung findet
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man heute eher selten. Klassische Vertreter sind der sogenannte „AEG Spalt“ oder die
langsam drehende Glocke
„Ransburg Nr. 2“. Beide Verfahren arbeiteten mit sehr hohen Wirkungsgraden von na■
hezu 100%.
➤ Kontakt: Europäische
Gesellschaft für Lackiertechnik
(EGL), Düsseldorf,
Ernst-Hermann Timmermann,
Tel.: 02 21/93 88 95 67,
[email protected],
www.dfo-online.de
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