Die Virusgrippe (Influenza) Dr. Harald Fischer Medical Advisor Vaccines Version 2008-03-26 Die Influenza ... ... ist eine ernstzunehmende Viruserkrankung. ... ist kein normaler Schnupfen. ... ist für ältere Menschen gefährlich. ... kann zum Tod oder Spätfolgen führen. ... ist vermeidbar durch die Impfung. ! Influenza Symptome Die Virus-Grippe ist kein grippaler Infekt! • Plötzliche, rasche Verschlechterung des Befindens • Häufig hohes Fieber bis 41°C, Schüttelfrost • Starke Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen • trockener schmerzhafter Husten, starke Schluckbeschwerden • Schwächegefühl und Müdigkeit evtl. Erbrechen, Leibschmerzen u. Durchfall (sog. Darmgrippe ) jedes Organ kann geschädigt werden Quelle: WHO Factsheet N°211, Optaflu® Monographie (2007) Influenza Die Virusgrippe ist kein „grippaler Infekt“! grippaler Infekt Influenza Hals-Nase Respiratorischer Trakt Leichtes Fieber, Nasenkatarrh, Husten Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Gelenksschmerzen, rauer Hals, Abgeschlagenheit Beginn der Symptome langsame Verschlechterung plötzliches Einsetzen der Symptome Dauer der Symptome einige Tage 1 Woche Selten, bakterielle Infektionen der Nebenhöhlen und Mittelohr Schwere Komplikationen und Tod Ort der Infektion Symptome Komplikationen Quelle: Optaflu® Monographie (2007) Influenza Komplikationen Bei unkompliziertem Verlauf bilden sich die Erscheinungen nach wenigen (4-8) Tagen zurück. Komplikationen: • Lungenentzündung (Pneumonie) • Schwächung des Immunsystems (zusätzliche Infektion durch Bakterien z.B. Pneumonie) • Herzinfarkt, Schlaganfall (durch Gefäßverschluss) • Entzündung des Herzmuskels • Verschlimmerung von Grundleiden (z.B. Diabetes) • postgrippale Erschöpfung - lange Rekonvaleszenz • Tod Quelle: Optaflu® Monographie (2007) Influenza Morbidität Infektionsrate Influenza nach Alter Es erkrankenbei mehr Kinder als Senioren an Influenza! 35 Infektionsrate (%) 30 25 20 15 10 5 0 0 5 10 15 20 30 40 50 60 70 Alter (Jahre) Quelle: Monto & Sullivan. Epidemiol Infect. 1993 Feb;110(1):145-60 Influenza Morbidität Grippebedingte Spitalsaufnahmen Senioren und Kinder kommen häufiger ins Spital! Spitalseinweisungen (pro 10.000 Einwohner) 60 50 40 30 20 10 0 <5 5 10 20 35 45 Alter (Jahre) 55 >65 Quelle: Glezen WP et al., Am Rev Respir Dis. 1987;136 Influenza Morbidität Personen mit respiratorischen Problemen (%) Respiratorische nachbetreffen Altersgruppen Die meistenKomplikationen Komplikationen Senioren! 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Alter (Jahre) Quelle: Betts FR and Douglas RG. Influenza virus. In: Mandsel GL, Douglas RG, Bennet JE, eds.Churchill Livingstone Inc., 1990:1306-25 Influenza Mortalität Todesfälle Altersgruppen Jenach älter, desto tödlicher die Influenza! 95% sind über 60!!! Todesrate (%) 55 28 5 <60 12 60-69 70-79 >80 Alter (Jahre) Quelle: Sprenger MJW et al., Int J Epidemiol 1993;22 Influenza Mortalität Personen mit 2 oder mehr Grunderkrankungen haben ein Todesfälle nach Grunderkrankungen rund 200-fach höheres Risiko, an Influenzakomplikationen zu sterben als gesunde Erwachsene. Quelle: Barker WH, Mullooly JP, Arch Intern Med 1982;142 Influenza Mortalität Quelle: www.lachhaft-cartoons.de Influenza Die Impfung gegen Grippe Influenza - Schutz durch jährliche Impfung • Antikörper gegen oberflächliche Bestandteile des Virus bewirken Schutz, verhindern das Eindringen der Viren in die Zellen Influenza Fragen rund um die Impfung Wann sollte man Impfen? • Impfstoffe sind meist im September verfügbar. • Die Impfung sollte rechtzeitig vor der allgemeinen Erkältungswelle durchgeführt werden: Ab September • Es kann auch noch später z.B. im Dez. / Jan. geimpft werden • Zeitraum bis zur Bildung schützender Antikörper etwa 14 Tage • Grippewelle in Österreich meist nach der Jahreswende (Jän./Feb.) Influenza Fragen rund um die Impfung Welche Impfstoffe gibt es? • Grippe-Impfstoffe enthalten gereinigte, inaktivierte Teile des Grippevirus; sie können keine Grippe-Erkrankung auslösen (kein Lebendimpfstoff), keine Gefahr für geschwächte Kontaktpersonen s iru V ff sto pf Im • Grippeimpfstoffe gibt es ohne Konservierungsmittel und ohne quecksilberhaltige Verbindungen Influenza Fragen rund um die Impfung Welche Impfstoffe gibt es? Für Personen ab 65 Jahre gibt es so genannte verstärkte Grippeimpfstoffe, die einen Hilfsstoff (Adjuvans) enthalten, der das Abwehrsystem im Alter beim Aufbau des Schutzes zielgerichtet unterstützt. Influenza Fragen rund um die Impfung Welche Nebenwirkungen kommen vor? Grippe-Impfstoffe sind allgemein sehr gut verträglich: • Reaktionen an der Impfstelle können vorkommen (leichter Schmerz, Rötung, Verhärtung); klingen schnell ohne Therapie wieder ab - evtl. kühlender Umschlag • Abgeschlagenheit: kurzfristig - zeigt, dass das Abwehrsystem arbeitet • Fieber sehr selten Influenza Fragen rund um die Impfung Warum jedes Jahr impfen? • Grippe-Viren verändern sich und tauschen ihr Erbmaterial mit 08 20 20 07 anderen Grippe-Viren aus. Adjuvierte Impfstoffe bieten breiteren Schutz! Influenza Fragen rund um die Impfung Warum jedes Jahr impfen? • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) überwacht die Veränderung der Viren • Jedes Jahr werden die voraussichtlich auftretenden 3 Viren-Typen für den aktuellen Impfstoff bekannt gegeben • Selbst ohne Änderung ist eine erneute Impfung nötig, um den 20 1 2 3 08 1 2 3 20 07 Schutz zu aktualisieren. Influenza Fragen rund um die Impfung Impfen wozu? • Vergleich mit einer Versicherung: • „unnötig solange nichts passiert“ • „kostet nur Geld“ • ABER: wenn was passiert, froh dass man sie hat! Die Grippe-Impfung bietet Sicherheit! Influenza Fragen rund um die Impfung Nützt die Impfung überhaupt? • Vergleich mit einem Sicherheitsgurt: • solange nichts passiert, brauch ich ihn nicht • bei kleineren Zusammenstößen schützt er mich • bei größeren Unfällen kann ich überleben • einen 100% Schutz gibt es auch hier nicht Die Grippe-Impfung bietet Schutz! Influenza Fragen rund um die Impfung Die Grippe-Impfung verringert auch: Quellen: Wang CS et al., Clin Infect Dis 39 (2004); Rivetti D et al., Cochrane Database Syst Rev 3 (2006); Jefferson T et al., Lancet 366 (2005)