Aufgabenbeispiele Kompetenzorientierte Aufgaben im

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Aufgabenbeispiele
Kompetenzorientierte Aufgaben im Geographieunterricht
Hinweis: Im Geographieunterricht kann die Kompetenzorientierung nur ansatzweise an
einzelnen Aufgaben gezeigt werden. Die untenstehenden Beispielen verdeutlichen deshalb –
im Sinne von Lernsequenzen – besser, wie ein „Aufgabenbündel“, analog einer
Unterrichteinheit (Lektion, Doppelstunde oder längere Arbeitsphase) aussehen könnte.
Beispiel 1:
Ein Thema – eine lohnende Aufgabe „Skifahren statt Safari“ in einem der ärmsten Länder
Afrikas. Hier in Lesotho lebt die Hälfte der Menschen unter der Armutsgrenze und muss mit
weniger als zwei Dollar am Tag auskommen, die Lebenserwartung beträgt 36 Jahre und
23 % der 15-49jährigen sind HIV-infiziert. Seit 2006 gibt es in dem Königreich im Süden
Afrikas das Skigebiet Afri-Ski. Das Tourismusprojekt wirbt mit „ski adventure for the whole
family”. Wie ist das möglich? Kann man in Afrika überhaupt Skifahren? Und ist Afri-Ski
wirklich „an African ski experience“ und ein „Traum in Weiss“?
Berücksichtigung der vier Raumkonzepte: Um zu begründeten Antworten auf diese Fragen
zu gelangen, muss die klassische objektive Sicht auf Lesotho im Sinne des „Containers“ und
des „Systems der Lagebeziehungen“ um die subjektive Sicht auf Lesotho als „Kategorie der
Sinneswahrnehmung“ und der „Konstruktion“ ergänzt und weitergeführt werden.
Berücksichtigung der sechs Kompetenzbereiche: Um eine neue Lernkultur realisieren zu
können, werden lernprozessanregende Aufgaben nach den sechs geographischen
Kompetenzbereichen ausgerichtet. Dabei entspringen Aufgaben, die Fachwissen, Räumliche
Orientierung und Erkenntnisgewinnung/Methoden fördern, eher den objektiven
Raumkonzepten, Aufgaben, die Kommunikation, Beurteilung/Bewertung und Handlung
fördern, dagegen eher subjektiven Raumkonzepten
1. Erstelle einen Steckbrief des Königreichs Lesotho: Lage, Klimazone, Relief und Höhe,
Naturräume.
2. Stelle Chancen und Risiken für die landwirtschaftliche Nutzung in einer Tabelle
gegenüber.
3. 2007 musste in Lesotho der Notstand ausgerufen werden und eine halbe Million
Einwohner von den Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen mit Lebensmitteln
versorgt werden. Nenne mögliche Ursachen.
4. Untersuche das Klima in Lesotho und im Skigebiet genauer. Beschreibe die Skisaison in
Bezug auf Dauer und Schneesicherheit.
5. Nenne Einrichtungen, die notwendig sind um die Skisaison zu garantieren.
6. Begründe, warum die Skipisten in Lesotho nach Süden ausgerichtet sein müssen.
7. „Dies wird das grösste Skigebiet in Afrika“, schwärmt der Manager von Afri-Ski, Ollie
Esplin. Nimm Stellung.
8. Interpretiere die Metaphern „Österreich Afrikas“, „Schweiz des Südens“, „Königreich im
Himmel“!
9. Beurteile die Einschätzungen Ollie Esplins, des Managers von Afri-Ski: „Schi fahren in
Afrika ist Realität geworden! Der Traum vom Urlaub im Schnee ist für jeden erreichbar!“
10. Entscheide dich für eine der Rollen und entwickle eine begründete Meinung zum Projekt
„AfriSki“ mit Hilfe der 5-Satz- Methode. Suche dir aus den Informationskärtchen
passende Argumente zusammen. Präsentiere.
11. Vergleiche das Foto aus dem Skigebiet mit dem Logo. Beurteile die Wirkung des Logos
auf den Betrachter, z. B. im Internet.
12. In You Tube findest du „The Snow Must Go On – Afriski Lesotho“. Poste einen
Kommentar oder eine Videoantwort.
Alle Materialien, die für die Aufgaben verwendet werden, sind unter dem Quellenlink abrufbar.
Autor: K.W. Hoffmann; Quelle: http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/geo_bildungsstandards.pdf
Beispiel 2:
Schnee um jeden Preis? Einsatz von Schneekanonen in alpinen Tourismusregionen
Touristen, die zum Skilaufen in die Alpen fahren, bevorzugen solche Skigebiete, die ihnen
Schneesicherheit garantieren. Erreicht wird dies in ca. 90 % aller Skigrossräume der Alpen
durch den Einsatz von Schneekanonen. Während es vor etwa zehn Jahren noch heftige
Auseinandersetzungen um die künstliche Beschneiung von Skipisten gab, sind diese heute
weithin zur Gewohnheit geworden. Doch welche Auswirkungen hat die Beschneiung durch
Schneekanonen auf Mensch und Natur in den Alpenregionen?
Schneekanonen
Eine grosse Schneekanone bedeckt bei minus 12 Grad Celsius und einer relativen
Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent in 12 Stunden einen Hektar Piste mit einer 25 Zentimeter
hohen Schneeschicht. Dabei verbraucht sie über eine Million Liter Wasser und je nach
System, Standort und Wasserbeschaffung 8 bis 10 Megawattstunden Energie, also ungefähr
so viel wie zwei Vier-Personen-Haushalte im Jahr. Die Schneekanonen werden vielfach
nachts betrieben, da eine Propellerkanone lauter als ein Lkw ist und manche
Hochdrucksysteme sogar einen Presslufthammer übertönen. Kunstschnee hat eine höhere
Dichte als Naturschnee, ist vier- bis fünfmal schwerer und hat eine geringere Durchlässigkeit.
(Quelle: verändert und ergänzt nach: Werl, B.: Lautstark rieselt der Schnee. In: Spektrum direkt, 09.12.2006
[www.wissenschaft-online.de/artikel/859719]
1. Beschreibe einige positive Auswirkungen, die der Einsatz von Schneekanonen für den
Tourismus und die Bewohner eines alpinen Fremdenverkehrsortes mit sich bringt.
2. Erkläre, wie sich der Einsatz von Schneekanonen und Kunstschnee auf den Boden, den
Wasserhaushalt und die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Berücksichtige dabei, dass sich
mit zunehmender Höhe die Vegetationszeit verkürzt.
3. Erstelle mit Hilfe der unten stehenden Graphik eine Concept Map zu den Auswirkungen
auf Mensch und Natur, die der Einsatz von Schneekanonen in einer Tourismusregion mit
sich bringt. Kennzeichne dabei einzelne Ursache-Wirkungszusammenhänge durch Pfeile
(→) sowie die Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Faktoren
durch Doppelpfeile (↔). Umrahme positive Auswirkungen mit einem grünen, negative
Auswirkungen mit einem roten Kreis.
4. „Der Tourismus in den Alpen ist auf den Einsatz von Schneekanonen angewiesen.“ –
Bewerte diese Aussage und nimm persönlich Stellung dazu.
Quelle: http://www.geographie.de/docs/geographie_bildungsstandards.pdf
Beispiel 3:
THEMENBEREICH: Der Klimawandel und seine Auswirkungen; extreme Wetterereignisse
als mögliche Folge des Klimawandels und deren Auswirkungen auf Menschen, Ökosysteme
und Wirtschaft
SITUATIONS- UND PROBLEMBESCHREIBUNG:
Der Weltklimarat IPCC prognostiziert neue Wetterextreme: Heissere Tage, Starkregen,
schnellere Wirbelstürme: Extremwetterlagen nehmen durch den Klimawandel zu, meint der
IPCC. Besonders Entwicklungsländer werden darunter leiden. Das Wetter wird in Zukunft
noch extremer. Der weltweite Klimawandel wird bis Ende des Jahrhunderts immer häufiger
zu Dürre- und Überschwemmungskatastrophen führen, bestätigt nun einmal mehr auch ein
Sonderbericht des Weltklimarates IPCC. Leidtragende bleiben vor allem die armen Länder.
Während das erwartete Extremwetter in den Industrieländern vor allem riesige Kosten
verursachen könnte, werden es in den Entwicklungsländern viele Menschen mit dem Leben
bezahlen!
(Quelle: Die Zeit, 18.11.2011)
1. Die beigefügten Kurztexte stammen aus den Printmedien der letzten 12 Monate. Nennen
Sie die hier angesprochenen Extremereignisse und ihre möglichen Ursachen.
Kennzeichnen Sie die beschriebenen Katastrophengebiete in der angefügten Weltkarte
(M 2) mit passenden selbst gewählten Symbolen.
2. Stellen Sie Zusammenhänge zwischen den kartographischen Darstellungen und den
Aussagen des IPCC (M 5) her. Analysieren Sie das Diagramm hinsichtlich Aufbau,
Aussagekraft und möglicher Schwachstellen.
3. In verschiedenen Materialien werden regionale Häufungen von Opfern bei
Extremereignissen retrospektiv für die letzten Jahrzehnte dargestellt. Finden Sie für die
hier erkennbaren räumlichen Ballungen von Opferzahlen Begründungen.
Bewerten Sie das zukünftige ökologische Gefährdungspotenzial in einer besonders
betroffenen Region auf der Basis heutiger Prognosen der Klimaforscher und leiten Sie
daraus Schlussfolgerungen hinsichtlich ökonomischer und sozialer Folgen und
eventuelle Lösungsansätze ab.
Die Materialien für diese Aufgaben sind unter der Quellenangabe verfügbar.
Quelle: http://www.bmukk.gv.at/medienpool/22201/reifepruefung_ahs_lfgw.pdf
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