Philosophie - Philosophisches Seminar

Werbung
Philosophie
FS15
Philosophis�es Seminar
Kommentiertes
Vorlesungsverzei�nis
Frühjahrssemester 2015
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Frühjahrssemester 2015
Allgemeine Informationen
6
Seminarleitung und Administration
9
Bibliotheken11
Lehrstühle13
Titularprofessorinnen, Titularprofessoren und Privatdozierende 17
Einführende Vorlesungen
19
Einführung in die formale Logik I
19
Sprachphilosophie20
Einführung in die Angewandte Ethik
21
George Berkeley
22
Einführende Seminare
23
David Hume: Dialoge über natürliche Religion
23
Hegel: Phänomenologie des Geistes
23
Bertrand Russell: Problems of Philosophy
24
Michael Oakeshott: On Human Conduct
24
Humes Moralphilosophie
25
Platon: Politeia
25
Einführung in skeptizistische Theorien des 20. Jahrhunderts
26
Induktion27
Raum und Zeit
27
Metaethik 28
Gerechtigkeitstheorien29
Tugendethik: Historische und systematische Perspektiven
29
Weiterführende Seminare
31
Philosophie der Kunst
31
Knowledge: From Descartes to Russell
31
The Metaphysics of Modality
32
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
3
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Religion and Politics
32
Wollstonecraft: A Vindication for the Rights of Women
33
Ethik der Suizidbeihilfe
34
Gerechtigkeit im Konfuzianismus
34
Naturrecht35
4
Adorno: Ästhetische Theorie
36
Philosophie und Kino
36
Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft
37
Kultur neu denken: Transkulturalität, Transdifferenz, Hybridität
37
Weiterführende thematische Tutorate
39
Texte der griechischen Philosophie
39
David Lewis – On the Plurality of Worlds
39
Ist Marxismus heute noch aktuell?
40
Weiterführende und vertiefende Vorlesungen
41
Demokratie41
Geschichte des politischen Denkens,
Teil 2: Rousseau bis Gegenwart
42
Wo sind die Grenzen – der Gesellschaft, der Kultur, des Staates,
der Nation?
42
Dissens – Disagreement
43
Einführung in die Hermeneutik II
44
Grundkurs: Religionsphilosophie II:
Phänomenologisch-hermeneutische Perspektiven
44
Digitale Medizin
45
Indische Philosophie
46
Vertiefende Seminare
47
Erklärung47
Action, Intention an Explanation
47
The Legitimating of Empire: Nikolay Danilevsky′s
«Russia and Europe»
48
Global Justice
49
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Risk and Politics
49
Foucault: Diskurs, Macht und Politik
50
Arthur Schopenhauer, oder vom glücklichen Pessimismus
50
Natural Kind Terms
51
Nicolai Hartmann: Ethik
51
Kolloquien53
Augustinus: Confessiones, 9. bis 12. Buch
53
Kolloquium in Theoretischer Philosophie und Geschichte der
Philosophie53
Aktuelle Texte der Moralphilosophie
54
Kolloquium in Politischer Philosophie
54
Neuere Arbeiten zur Metaethik und zur Theorie
praktischer Rationalität
55
Lehrdiplom für Maturitätsschulen
56
Fachdidaktik Philosophie I
56
ETH Zürich
57
Einführung in die praktische Philosophie
57
Wie frei sind wir? Philosophische Theorien über Freiheit und
Determinismus 58
Philosophische Betrachtungen zur Physik II 58
Methoden der Textanalyse 58
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
5
Allgemeine Informationen
Bachelor, Master und Doktorat
Einleitung
Das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis soll den Studierenden die Vorbereitung
auf die Lehrveranstaltungen erleichtern. Das Web-Vorlesungsverzeichnis der UZH
wird laufend aktualisiert. Die Angaben zu den Räumen werden zwei Wochen vor
Semesterbeginn veröffentlicht.
→→www.vorlesungen.uzh.ch
6
Bachelor- und Masterstudium
Ab Herbstsemester 2013 gelten für alle Bachelor- und Masterstudierenden die neue
Rahmenverordnung, die neue Studienordnung und die neue Wegleitung.
→→www.philosophie.uzh.ch/studium
Modulbuchung
Die Modulbuchung erfolgt online gemäss allgemeinen Richtlinien der Universität. Bitte
beachten Sie die Buchungsfristen der Philosophischen Fakultät, die von denjenigen anderer Fakultäten abweichen können. Buchungen und Stornierungen sind bis zum Freitag in der zweiten Woche nach Vorlesungsbeginn möglich. Darüber hinaus können
noch bis Sonntag in der zweiten Woche Module gebucht, aber nicht mehr storniert
werden.
→→www.students.uzh.ch/booking/fristen.html
Studierende müssen ihre Buchungen prüfen und Unstimmigkeiten unverzüglich
dem Sekretariat des Philosophischen Seminars melden. Dem Sekretariat ist auch die
Erreichung von Buchungslimiten mitzuteilen, damit diese allenfalls erhöht werden
können.
Mit der Buchung eines Moduls sind die Studierenden automatisch für den zugehörigen Leistungsnachweis angemeldet. Wird der Leistungsnachweis nicht erbracht, wird das entsprechende Modul im Leistungsausweis als nicht bestanden
aufgeführt. Im Diplom werden nur bestandene Leistungen ausgewiesen.
Bachelorstudierende müssen sämtliche einführenden Module abgeschlossen und
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
den Latein- bzw. Griechischnachweis erbracht haben, bevor sie weiterführende Module buchen und absolvieren. Falls diese Sprachkenntnisse im Leistungsausweis
nicht ausgewiesen werden, ist der Latein- oder Griechischnachweis beim Studiendekanat der Philosophischen Fakultät spätestens vor der Buchung von weiterführenden Modulen einzureichen.
Nach der Stornierungsfrist können Module nur bei Vorliegen triftiger und belegbarer Gründe (wie etwa Krankheit) storniert werden. Die Studierenden haben ein
begründetes und unterschriebenes Abmeldungsgesuch spätestens fünf Arbeitstage
nach dem Termin des Leistungsnachweises an die Prüfungsdelegierte bzw. den Prüfungsdelegierten des zuständigen Fachs zu richten (vgl. § 33 der Rahmenverordnung).
Jeweils zu Semesterbeginn erhalten die Studierenden postalisch einen Leistungsausweis zugestellt. Die Ergebnisse der Leistungsnachweise können zudem in der
Online-Leistungsübersicht eingesehen werden.
→→www.students.uzh.ch/record.html
7
Allfällige Unstimmigkeiten in der Online-Leistungsübersicht oder im Leistungsausweis bezüglich neu ausgewiesener Leistungen müssen von den Studierenden
unverzüglich in schriftlicher Form der Prüfungsdelegierten bzw. dem Prüfungsdelegierten des zuständigen Fachs gemeldet werden.
Doktorat
Das Philosophische Seminar bietet zwei Formen der Promotion an: das Allgemeine
Doktorat (12 ECTS) und das Doktoratsprogramm «Philosophie – Sprache, Geist und
Praxis» (30 ECTS). Unsere Webseite bietet Informationen zum Promotionsstudium
sowie zu aktuellen Veranstaltungen für Doktorierende.
www.philosophie.uzh.ch/phd
Studienberatung / Mobilität
Die Studienberaterin hilft Ihnen gerne bei Fragen zum Fachstudium Philosophie
und Ethik weiter, falls diese weder in der Rahmenverordnung, der Studienordnung
noch der Wegleitung beantwortet werden.
→→www.philosophie.uzh.ch/studium/beratung.html
Das «Swiss-European Mobility Programme» (Ersatz für «Erasmus») bietet Studienmöglichkeiten für unsere Studierenden im Ausland und für ausländische Studierende in Zürich. Das Philosophische Seminar hat Verträge mit Universitäten in Barcelona, Berlin (HU), Lyon III, München, Paris (Sorbonne), Parma, Salzburg,
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Southampton und Torino abgeschlossen. Je zwei Studierende können für fünf oder
zehn Monate an einer dieser Universitäten mit einem kleinen Stipendium studieren.
Eine frühzeitige Beratung bei der Studienberaterin ist unerlässlich.
→→www.philosophie.uzh.ch/lehre/mobilitaet.html
Einführungsveranstaltung für Erstsemestrige (Bachelor und Master)
Die Einführungsveranstaltung (inkl. Bibliothekseinführung) für Erstsemestrige in
das Fach Philosophie findet am Donnerstag, 12. Februar 2015 statt. Die Kenntnis des
Inhalts der Wegleitung wird dabei vorausgesetzt. Der genaue Zeit- und Treffpunkt
wird auf der Webseite des Philosophischen Seminars bekanntgegeben.
Tagungen, Workshops und öffentliche Vorträge
Veranstaltungen im Umkreis des Philosophischen Seminars werden auf der Webseite und über den Veranstaltungs-Newsletter angekündigt.
→→www.philosophie.uzh.ch/agenda
8
Es liegen zudem Faltblätter in den Sekretariaten und in der Bibliothek auf.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Seminarleitung und Administration
Philosophisches Seminar
Seminarvorsteher und Studienprogrammdirektor
Prof. Dr. Peter Schaber
Philosophisches Seminar, Zollikerstr. 117, 8008 Zürich, F-114
Tel.: 044 634 85 26, [email protected]
Geschäftsführer, Studienprogrammkoordinator und Prüfungsdelegierter
lic. phil. Simon Berwert
Philosophisches Seminar, Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich, E-5
Tel.: 044 634 45 32, [email protected]
Studienberatung
Mirjam Steudler, MA
Philosophisches Seminar, Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich, F-115
Tel.: 044 634 51 96, [email protected]
Doktoratsprogrammdirektor
Prof. Dr. Hans-Johann Glock
Philosophisches Seminar, Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich, F-117
Tel.: 044 634 51 57, [email protected]
Doktoratskoordinator
Dr. Stefan Riegelnik
Philosophisches Seminar, Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich, F-112
Tel.: 044 634 51 94, [email protected]
Seminar- und Lehrstuhlsekretariat
Carmen Dürsteler, Stefanie Oechslin, Susanne Richli, BSc
Philosophisches Seminar, Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich, E-6
Tel.: 044 634 45 31, [email protected]
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
9
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Sekretariat Arbeits- und Forschungsstelle für Ethik
Lisa Brun
Philosophisches Seminar, Zollikerstr. 117, 8008 Zürich, E-15
Tel.: 044 634 85 40, [email protected]
EDV-Koordination
Thomas Huber, Dr. Stefan Riegelnik
Philosophisches Seminar, Zollikerstr. 117, 8008 Zürich, F-111a
Philosophisches Seminar, Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich, F-112
[email protected]
10
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bibliotheken
Philosophisches Seminar
Bibliothekskatalog
→→www.recherche-portal.ch
Bibliothek des Philosophischen Seminars
Beatrice Da Costa (Leitung), Jana Bochet, Bärbel Reuschenbach, Margrit Sigrist
Rämistr. 71, F-114a, 8006 Zürich, Tel.: 044 634 45 36, [email protected]
Semester
Montag – Donnerstag
Freitag
09:00 – 19:00 Uhr
09:00 – 16:30 Uhr
Vorlesungsfreie Zeit
Montag – Donnerstag
Freitag 10:00 – 18:00 Uhr
10:00 – 16:30 Uhr
Die Bibliothek des Philosophischen Seminars ist eine Freihandbibliothek. Nicht
ausleihbar sind: Nachschlagewerke, Zeitschriften, gewisse Gesamtausgaben.
→→www.philosophie.uzh.ch/bibliothek
Bibliotheken des Ethik-Zentrums
Sabine Krieger, Helen Schnyder
Zollikerstr. 117, F-112, 8008 Zürich, Tel.: 044 634 85 21, [email protected]
Semester
Dienstag, Donnerstag, Freitag
10:00 – 12:00 Uhr
13:00 – 17:00 Uhr
Vorlesungsfreie Zeit
Dienstag und Freitag
10:00 – 12:00 Uhr
14:00 – 16:00 Uhr
Die Bibliotheken des Ethik-Zentrums (Arbeits- und Forschungsstelle für Ethik und
Institut für Sozialethik) sowie das Philosophische Archiv Corti befinden sich an der
Zollikerstrasse 117, 8008 Zürich. Aus räumlichen Gründen sind die Bücher für Benutzende nicht frei zugänglich. Bitte bestellen Sie die Bücher vorgängig via Katalog.
→→www.ethik.uzh.ch/biblio.html
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
11
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Hermann Cohen-Archiv (HCA-Signaturen)
PD Dr. Hartwig Wiedebach
Zürichbergstr. 43, 8044 Zürich
Im Hermann Cohen-Archiv befindet sich eine Teilsammlung der Bibliothek des Philosophischen Seminars. Zweck des Archivs ist es, Dokumente zu Leben und Werk Hermann Cohens (1842–1918) zu sammeln, seine Schriften zu edieren und die philosophische Erforschung des Neukantianismus zu fördern.
Die Ausleihe erfolgt nach Rücksprache mit PD Dr. Hartwig Wiedebach ([email protected]
philos.uzh.ch).
→→www.philosophie.uzh.ch/bibliothek/recherche/hca.html
12
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Lehrstühle
Philosophisches Seminar
Lehrstuhl für Theoretische Philosophie
Prof. Dr. Peter Schulthess
Am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie werden systematische Fragestellungen
aus den Gebieten Logik, Sprachphilosophie, Ontologie sowie Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie unter Berücksichtigung des historischen Kontextes bearbeitet.
Methodologisch wichtig sind deshalb neben der Arbeit am Begriff und dem Argument auch Hermeneutik und Reflexion. Als besonders geeigneter und fruchtbarer
historischer Kontext für diese Forschungsthemen erweist sich die Philosophie im
Mittelalter.
→→www.philosophie.uzh.ch/schulthess
Lehrstuhl für Theoretische Philosophie
Prof. Dr. Hans-Johann Glock
Dieser Lehrstuhl deckt ein breites Spektrum innerhalb der Theoretischen Philo­
sophie ab. Neben Erkenntnistheorie, Metaphysik und Geschichte der Analytischen
Philosophie konzentrieren wir uns vor allem auf die Sprachphilosophie und die
Philosophie des Geistes. Ein besonderes Interesse gilt dabei zunächst dem Thema
«Begriffe». Dieses nimmt in der zeitgenössischen analytischen Philosophie eine zentrale Stellung ein. Es bildet zum einen den Schnittpunkt von Sprachphilosophie und
Philosophie des Geistes, u.a. weil es Implikationen hat für das Verhältnis von Geist
und Sprache. Hierzu bearbeiten wir unter anderem Fragen bezüglich der geistigen
Fähigkeiten von nicht-sprachlichen Tieren. Ausserdem spielen Begriffe auch für das
Selbstverständnis der Philosophie eine wichtige Rolle. Die Analyse und Erklärung
von Begriffen ist zumindest ein unabdingbarer Bestandteil des Philosophierens. Ein
weiteres Interesse gilt klassischen Themen wie dem Verhältnis von Körper und
Geist und der Natur der Wahrnehmung.
Sowohl in Forschung als auch in der Lehre werden historische Aspekte berücksichtigt. Im Vordergrund stehen aber systematische Fragestellungen. Ausserdem
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
13
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
bemühen wir uns, philosophische Fragen im Hinblick auf die Ergebnisse und
­Probleme der empirischen Einzelwissenschaften zu erörtern, ohne deshalb ihren
eigenständigen Charakter zu verleugnen.
→→www.philosophie.uzh.ch/glock
Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie
Prof. Dr. Katia Saporiti
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Helmut Holzhey
14
Philosophiegeschichte ist keine Subdisziplin der Philosophie. Vielmehr sind philosophiehistorische Kenntnisse in keiner philosophischen Disziplin verzichtbar.
Philo­sophiegeschichte ist aber auch keine Subdisziplin der Historiographie, denn
jede philosophiehistorische Untersuchung ist eine philosophische Untersuchung.
Die Philosophie hat ein eigentümliches Verhältnis zu ihrer Geschichte, das zu bestimmen selbst ein philosophisches Unterfangen ist. Am Lehrstuhl für Geschichte
der Philosophie in Zürich werden philosophiehistorische Fragen vor dem Hintergrund systematischer Untersuchungen gestellt und systematische Fragen vor ihrem
historischen Hintergrund untersucht. Arbeitsschwerpunkte liegen im frühneuzeitlichen Rationalismus und Empirismus, in der Erkenntnistheorie, der Philosophie
des Geistes und der Sprachphilosophie.
→→www.philosophie.uzh.ch/saporiti
Lehrstuhl für Allgemeine Ethik
Prof. Dr. Christoph Halbig
Prof. em. Dr. Anton Leist
Die Ethik (oder Moralphilosophie) bildet dasjenige Arbeitsgebiet der Philosophie,
in dem es um die Analyse von Begriffen und die kritische Prüfung von Behauptungen und Argumenten geht, die das (moralisch) Richtige und Gute betreffen. Es ist
hilfreich, innerhalb der Ethik zwischen den folgenden drei Arbeitsgebieten zu unterscheiden:
In der normativen (oder substantiellen) Ethik geht es um die Formulierung und
Diskussion von moralischen Theorien und Prinzipien, die eine allgemeine Antwort
auf die Frage geben, wie wir handeln und leben sollen.
Die angewandte Ethik beschäftigt sich mit den moralischen Aspekten von spezifischen Praktiken, Einrichtungen und Regelungen. In den letzten Jahrzehnten sind
innerhalb der angewandten Ethik mit der Medizin- und Bioethik, der Umweltethik
und der Wirtschaftsethik eigenständige Forschungsbereiche mit eigenen Zeitschrif-
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
ten und (vor allem in der angelsächsischen Welt) mit eigenen universitären Studiengängen entstanden.
Demgegenüber untersucht die Metaethik, das abstrakteste Arbeitsgebiet der
Ethik, das Wesen, die Begründung und die Wahrheitsbedingungen von moralischen Urteilen und Prinzipien ohne Ansehen ihres konkreten Inhalts.
→→www.philosophie.uzh.ch/halbig
Lehrstuhl für Angewandte Ethik
Prof. Dr. Peter Schaber
Die angewandte Ethik beschäftigt sich mit moralischen Aspekten von spezifischen
Praktiken und Einrichtungen. Ihre Grundlage stellt die normative Ethik dar, der es
um die Formulierung und Diskussion moralischer Prinzipien geht, und die eine
allgemeine Antwort auf die Frage, was moralisch richtig und falsch ist, geben will.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die angewandte Ethik in die verschiedensten
Bereichsethiken wie Bio-, Medizin-, Umwelt-, Tier-, Wirtschafts-, Rechts- und politische Ethik ausdifferenziert. Die Beschäftigung mit Fragen aus diesen Bereichen hat
in der letzten Zeit nicht zuletzt auch aufgrund einer grösseren gesellschaftlichen
Nachfrage stark zugenommen.
→→www.philosophie.uzh.ch/schaber
Lehrstuhl für Politische Philosophie
Prof. Dr. Francis Cheneval
Prof. em. Dr. Georg Kohler
Politische Philosophie beschäftigt sich im engeren Sinn mit der Begründung politischer Autorität und den Kriterien guten Regierens. Als Beschäftigung mit den
Grundlagen politischen Handelns befasst sie sich im weiteren Sinn auch mit praktischer Rationalität und menschlicher Daseinsverfassung; Probleme der Anthropologie, der Handlungs- und der Normtheorie sind darum Themen der Politischen
Philosophie. Ausserdem gehören zu ihr Fragestellungen der Ethik und Geschichte.
In zentralen Fragen angewandter normativer Theorie des Politischen arbeitet die
Politische Philosophie eng mit der Politikwissenschaft zusammen. In der Lehre werden die genannten Themen so breit wie möglich behandelt und zwar sowohl unter
historischen wie unter systematischen Gesichtspunkten. Regelmässige Vor­lesungen
sind «Einführung in die Politische Philosophie» und «Geschichte des p
­ olitischen
Denkens».
→→www.philosophie.uzh.ch/cheneval
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
15
Lehrstühle
ETH Zürich
Prof. Dr. Michael Hampe
ETH Zürich, Professur für Philosophie, ETH Zentrum, Haldeneggsteig 4, 8092 Zürich,
Büro IFW D 25
Tel.: 044 632 64 47, [email protected]
→→www.phil.ethz.ch
16
Prof. Dr. Lutz Wingert
ETH Zürich, Professur für Philosophie, ETH Zentrum, Clausiusstrasse 59, 8006 Zürich,
Büro RZ F 2
Tel.: 044 632 64 47, [email protected]
→→www.philosophie.ethz.ch
Die Professoren Hampe und Wingert lehren an der ETHZ. Die Studierenden der
Universität können bei ihnen zum Dr. phil. an der Philosophischen Fakultät der
Universität Zürich promovieren. Zudem können von ihnen Masterarbeiten betreut
werden (vgl. das Formular des Studiendekanats «Begutachtung der Masterarbeit
und Prüfungsberechtigung durch Professorinnen und Professoren der ETH Zürich
(D‑GESS) an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich»).
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Titularprofessorinnen, Titularprofessoren
und Privatdozierende
Philosophisches Seminar
Prof. Dr. Josette Baer Hill
Politische Theorie des 19. und 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt Ideengeschichte
Osteuropas, Demokratisierung, Nationalismus und Liberalismus in Mitteleuropa.
PD Dr. Jürg Berthold
Geschichte der Philosophie (vor allem 17. und 18. Jahr­hundert), Wissenschafts­
theorie, Geschichte des Wissens, Rezeptionsstrategien, fran­zösische Gegenwartsphilosophie, Sprachphilosophie, Theorie des philosophischen Diskurses, Ästhetik.
Prof. Dr. Rafael Ferber
Antike Philosophie mit besonderer Berücksichtigung Platons, systematische Philosophie, im Moment mit besonderer Berücksichtigung der philosophischen Anthropologie und der Religionsphilosophie.
PD Dr. Reinhard Heckmann
Kant und der deutsche Idealismus, analytische Philosophie, Philosophie des Geistes.
Prof. Dr. Ursula Pia Jauch
Philosophie des 18. Jahrhunderts, Ideengeschichte der Auf­klärung, Philosophie der
Geschlechterdifferenz, Kulturphilosophie, Philosophie der Kunst.
PD Dr. Dominique Kuenzle
Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Pragmatismus, Feminismus.
Prof. Dr. Aldo Lanfranconi
Philosophiegeschichte (insbesondere 17. Jahrhundert, deutscher Idealismus, Nietzsche, französische und deutsche Gegenwartsphilosophie), Theorie des philosophischen Diskurses, Lektüretheorien, Sprachphilosophie, Wissenschafts­theorie und
Ästhetik.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
17
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Prof. Dr. Urs Marti
Politische Philosophie.
PD Dr. Ursula Renz
Geschichte der Philosophie (17. bis frühes 18. Jahrhundert; zweite Hälfte des 19.
und 20. Jahrhunderts), Philosophie des Geistes, Erkenntnis­theorie.
Prof. Dr. Wolfgang Rother
Geschichte der Philosophie, bes. Antike und 17. bis 19. Jahrhundert.
Prof. Dr. Alois Rust
Geschichte der Philosophie (v.a. Antike und anglo-amerikanische Philosophie:
Peirce, James, Whitehead, neuere Autoren), Philosophie des Geistes (besonders
Wittgenstein).
18
PD Dr. Sebastian Weiner
Systematische Untersuchungen zur Philosophie der Antike und des frühen Mittelalters.
→→www.philosophie.uzh.ch/seminar/pd.html
→→www.philosophie.uzh.ch/seminar/tp.html
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Einführende Vorlesungen
Bachelor
Einführung in die formale Logik I
Katia Saporiti
Modul
Einführung in die formale Logik I, wöchentlich schriftliche Übungen,
Klausur (90 Minuten), 6 ECTS
Zeit Vorlesung
Montag, 12:15–13:45, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
Zeit Übung
Dienstag, 12:15–13:45 wöchentlich vom 17. Februar bis 19. Mai 2015
Zeit Klausur
Montag, 18. Mai 2015, 12:15–13:45
Die formale Logik hat in weiten Bereichen der zeitgenössischen Philosophie einen
hohen Stellenwert. Für Philosophiestudierende sind Logikkenntnisse deshalb unabdingbar. Aber auch in anderen Wissenschaften als der Philosophie bedient man
sich der formalen Logik als Hilfsmittel (z.B. in der Linguistik). Ausserdem schult die
Beschäftigung mit der Logik die Fähigkeiten, klar und folgerichtig zu denken und
schlüssig zu argumentieren. Diese Veranstaltung führt in die elementare Logik ein
und wird im Herbstsemester fortgesetzt. Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Zum Lehrstoff gehören die Aussagenlogik und Bereiche der Prädikatenlogik 1. Stufe. Begleitend zur Veranstaltung werden eine Übung und mehrere Tutorate angeboten.
Reto Gubelmann: Übungen zur Vorlesung «Einführung in die formale Logik I»
In dieser Veranstaltung werden die Musterlösungen zu den wöchentlich zu bearbeitenden Übungsblättern besprochen. Zudem können, wo von den Teilnehmenden erwünscht, auch Fragen zum Inhalt der Vorlesung diskutiert werden. Alle Unterlagen
zur Vorlesung und zur Übung werden auf der moderierten E-Learning-Plattform
«Logik-Gazette» verfügbar gemacht.
→→www.philosophie.uzh.ch/logik
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
19
Einführende Vorlesungen
Sprachphilosophie
Peter Schulthess
20
Modul
Einführung in die Theoretische Philosophie, Klausur, 6 ECTS
Zeit Vorlesung
Mittwoch, 10:15–12:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Zeit Lektürekurs
Donnerstag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 26. Februar bis 28. Mai 2015
Zeit Klausur
Mittwoch, 3. Juni 2015, 10:15–12:00
Der Beginn der Sprachphilosophie als Disziplin der Philosophie ist schwierig zu
verorten. Im 13. Jh. werden Logik, Grammatik und Rhetorik als ‹Sprachphilosophie› (philosophia sermocinalis) bezeichnet. Danach wird der Ausdruck erst wieder in
der zweiten Hälfte des 18. Jhs. aufgenommen, und zwar im Zusammenhang mit
dem zunehmenden Bewusstsein der unauflöslichen Singularität der Sprachen und
ihrer welterschliessenden Kraft. Im 20. Jh. etabliert sie sich schliesslich – u. a. im
Zusammenhang mit dem sogenannten ‹Linguistic turn› der Philosophie – fest im
Kanon der Disziplinen, in einer Weise, dass sie sich nicht einfach als eine neben
vielen anderen einordnet, sondern oft als Grunddisziplin oder erste Philosophie
gilt.
Die einzelnen sprachphilosophischen Themen sind aber immer schon in der Philosophie behandelt worden, in Form von Fragen wie z. B.: Was ist überhaupt Sprache
– was ist die Sprache oder was sind Sprachen? Gibt es sprachliche Universalien oder
gar eine Universalgrammatik? In welchem Verhältnis steht die Sprache zum Sprechen? Hat Sprache – wie im für lange Zeit vorherrschenden logozentrischen Sprachbild angenommen – in erster Linie eine welterschliessende Funktion? Oder ist sie
vorab ein Mittel zur Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen? Ist
Sprache als Zeichensystem rein abgrenzbar vom Bereich der zwischenmenschlichen Interaktionen? Wie verhält sich Sprachphilosophie zu den Disziplinen der
Semiotik: Semantik, Syntax und Pragmatik? In welchem Verhältnis steht sie zur
Logik? Was ist überhaupt sprachliche Bedeutung? Wodurch wird sprachlicher Sinn
konstituiert: durch die lexikalische Bedeutung, die Syntax und/oder den Kontext?
Welches ist die Grundeinheit sprachlicher Bedeutung: ein Wort, ein Name oder ein
Satz? Was ist genau ein Wort – ein Name – ein Satz?
Christian Weibel: Lektürekurs zur Vorlesung
Im Lektürekurs werden wir die für die Vorlesung relevanten Texte gemeinsam lesen und diskutieren, wobei wir uns u.a. mit Platon, Aristoteles, Augustin, Whorf,
Frege und Wittgenstein befassen werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, Fragen
zu erörtern, die sich in Zusammenhang mit dem Inhalt der Vorlesung ergeben.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
Neben der Vorbereitung der Texte und der aktiven Teilnahme an den Diskussionen
wird erwünscht und empfohlen, in einer Arbeitsgruppe einen Beitrag zu einer Sitzung zu leisten. Die Texte sind ab Buchungsbeginn über OLAT zugänglich.
Einführung in die Angewandte Ethik
Peter Schaber
Modul
Einführung in die Praktische Philosophie, vier Essays und Klausur, 6 ECTS
Zeit Vorlesung
Montag, 10:15—12:00, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
Zeit Lektürekurs
Mittwoch, 8:00—9:45, wöchentlich vom 18. Februar bis 13. Mai 2015
Zeit Klausur
Montag, 18. Mai 2015, 10:15—12:00
Diese Veranstaltung soll zentrale Probleme der angewandten Ethik vorstellen. Dabei wird es um Fragen gehen, welche die Idee moralischer Gleichheit, das Diskriminierungsverbot, das Tötungsverbot, den moralischen Status vorgeburtlichen
menschlichen Lebens und der Tiere, das Instrumentalisierungsverbot, den Paternalismus und die Sterbehilfe betreffen. Einschlägige Positionen zu diesen Fragen sollen vorgestellt und kritisch diskutiert werden.
Zur Lektüre empfohlen: Stoecker, R. et al. (Hg.): Handbuch der Angewandten
Ethik, Stuttgart: Metzler Verlag 2011.
Michel Meliopoulos: Lektürekurs zur Vorlesung
Im Lektürekurs besprechen wir zur Vertiefung der Vorlesungsinhalte ausgewählte
Texte. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Fragen zur Vorlesung und zum
Skript zu erörtern. Voraussetzung für die Zulassung zur Klausur ist die Bearbeitung von vier Lektürefragen (in der Form von Essays).
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
21
Einführende Vorlesungen
George Berkeley
Katia Saporiti
22
Modul
Einführung in die Geschichte der Philosophie, Klausur, 6 ECTS
Zeit Vorlesung
Donnerstag, 12:15–13:45, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Zeit Lektürekurs
Freitag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Zeit Klausur
Donnerstag, 28. Mai 2015, 12:15–13:45
Neben David Hume und John Locke ist der irische Philosoph George Berkeley
(1685–1753) einer der wichtigsten Vertreter des Britischen Empirismus. In seinem
philosophischen Hauptwerk, der ‹Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis›, und in deren ‹Populärversion›, den «Drei Dialogen zwischen Hylas und Philonous», vertritt Berkeley die bemerkenswerte These, dass es keine vom
Geist unabhängige Materie gibt. Sinnlich wahrnehmbare Dinge wie Stühle, Tische
und Bänke seien nichts anderes als Ansammlungen von Ideen. Diese Vorlesung
wird anhand der Philosophie Berkeleys in wichtige Themen der Philosophie der
Neuzeit einführen. Zu diesen gehören die Natur des menschlichen Geistes, die
Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis und das Wesen naturwissenschaftlicher Forschung.
Literatur (zur Anschaffung empfohlen):
George Berkeley, A Treatise concerning the Principles of Human Knowledge (1710),
erhältlich z. B. von Penguin Classics in einem Band mit den «Three Dialogues between Hylas and Philonous»; oder in der Everyman Library bei J. M. Dent: George
Berkeley, Philosophical Works, ed. by M. R. Ayers. Deutsche Übersetzungen der
Werke Berkeleys sind bei Felix Meiner erschienen.
Lukas Winiker: Lektürekurs zur Vorlesung
Im Lektürekurs werden wir die behandelten Texte vor dem Hintergrund der Vorlesung ausführlich diskutieren und gemeinsam lesen. Damit bietet der Kurs eine gute
Gelegenheit, den Umgang mit klassischen philosophischen Texten einzuüben und
sich inhaltlich auf die Klausur vorzubereiten. Der Besuch des Kurses ist nicht obligatorisch, wird aber empfohlen.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Einführende Seminare
Bachelor
David Hume: Dialoge über natürliche Religion
Alois Rust
Module
Klassiker der Theoretischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Klassiker der Praktischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Montag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
In Humes Gesprächen über natürliche Religion, unterhalten sich Demea, ein orthodoxer Theist, Cleanthes, ein aufgeklärter Deist und Philo, ein Skeptiker, über das
angemessene Verständnis der Religion. Die Dialoge sind von Hume raffiniert gestaltet, man kann bloss vermuten, dass er selbst am ehesten hinter der Position von
Philo steht. Die Auseinandersetzung um das richtige Gottesverständnis setzt sich
mit Gottesbeweisen, aber auch mit der Theodizee-Frage auseinander, aber auch der
pragmatische Wert von Religion ist ein zentrales Thema. Hume konnte seinen Text
zu Lebzeiten nicht veröffentlichen – die Publikation wäre einer Provokation gleichgekommen. Das ist heute nicht mehr der Fall, gleichwohl sind die Fragen heute,
wenn auch unter teilweise wesentlich veränderten Umständen, noch immer aktuell.
Im Seminar sollen auch aktuelle Debatten angemessen einbezogen werden.
Zu beschaffender Text: Hume, David: Dialoge über natürliche Religion, Stuttgart:
Reclam 2004. Weitere Angaben auf OLAT.
Hegel: Phänomenologie des Geistes
Dominique Kuenzle
Modul
Klassiker der Theoretischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Mittwoch, 16:15–18:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Die «Phänomenologie des Geistes» von 1807, Hegels wichtigstes und bis heute am
meisten diskutiertes Werk, gilt zwar als ausserordentlich schwierig, hat aber den
Vorteil, dass sie uns in zahlreiche philosophische Disziplinen und Debatten einführt. Beginnend mit einer erkenntnistheoretischen Fragestellung führt sie zu vie-
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
23
Einführende Seminare
len originellen und folgenreichen Positionen in der Sprachphilosophie, Metaphysik, Ethik und weiteren Disziplinen. Bei der Lektüre und Diskussion im Seminar
wird es zunächst einmal darum gehen, ausgewählte Stellen der Phänomenologie
gemeinsam zu verstehen. Zusätzlich betrachten wir diese im Kontext folgenreicher
Interpretationen (z. B. Marx) und aktueller philosophischer Diskussionen (z. B. Rationalismus, Holismus, geschichtsphilosophische Fragen). Das Seminar wird auf
OLAT begleitet; dort werden vor Semesterbeginn zusätzliche Angaben zu finden
sein. In die erste Sitzung ist eine Ausgabe der Phänomenologie mitzubringen; ich
empfehle diejenige vom Meiner-Verlag.
Bertrand Russell: Problems of Philosophy
Joachim Schulte
Module
Klassiker der Theoretischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Mittwoch, 16:15–18:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
24
Seit seinem Erscheinen (1912) wird Bertrand Russells Buch «The Problems of Philosophy» als Textbasis zur Einführung in die Philosophie benutzt. In diesem Seminar
soll der Versuch unternommen werden, das Ziel der Einführung in allgemeine Problemstellungen der Philosophie mit dem Ziel einer spezielleren Einführung in Russells eigenes Denken — und damit in die Gedankenwelt der frühen («klassischen»)
analytischen Philosophie — zu verbinden. Zu diesem Zweck soll die Lektüre der
Kapitel des Buchs in einigen Fällen durch die Lektüre weiterer ausgewählter Texte
ergänzt werden.
Russell, Bertrand: The Problems of Philosophy (1912), seit 1967 als Taschenbuch
bei Oxford University Press.
Michael Oakeshott: On Human Conduct
Martin Beckstein
Modul
Klassiker der Praktischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Dienstag, 18:15–20:00 wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Was ist Philosophie? – Ein Abenteuer, bei dem der Philosophierende neu zu verstehen sucht, was er bereits weiss. Welchen eigentlichen Zweck sollte eine politische
Ordnung idealerweise verfolgen? – Keinen. Solche verblüffenden Antworten hält
«On Human Conduct» (1975) bereit. Es ist das Meisterwerk von Michael Oakeshott
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
(1901–1990), der seit einigen Jahren immer häufiger als einer der wichtigsten und
originellsten Philosophen britischer Herkunft gefeiert wird.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars wird neben der Seminararbeit eine aktive Teilnahme an Diskussionen, die Übernahme eines Impulsreferats sowie die Erarbeitung einer Disposition zur geplanten Seminararbeit erwartet.
Humes Moralphilosophie
Carsten Köllmann
Modul
Klassiker der Praktischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Mittwoch, 14:00–15:45, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Hätte man nur gerade genug Zeit, um zwei moralphilosophische Konzeptionen zu
studieren, so fiele die Wahl wahrscheinlich auf Hume und Kant. Zeitgenössische
moralphilosophische Debatten lassen sich ohne Kenntnis dieser beiden jedenfalls
nicht ernsthaft verstehen. Wichtige Merkmale von Humes Konzeption sind sein
konsequenter Empirismus, den Kant später verwerfen wird, sowie der Versuch, die
seinerzeit noch weit verbreitete Tugendethik mit dem Begriff der Nützlichkeit zu
unterfüttern. Damit wird Hume zugleich zu einem Vorläufer des Utilitarismus. Anders als später Bentham ergänzt er diesen freilich um den Begriff der Sympathie im
allgemeinen Sinne des Mitfühlens mit anderen Menschen. Damit wird, anders als
später bei Kant, dem Gefühl eine zentrale Rolle für die Moral gegeben.
Im Seminar werden wir anhand der Originaltexte ein Verständnis von Humes Moralphilosophie erarbeiten. Ausgewählte Sekundärquellen dienen der Vertiefung.
Platon: Politeia
Felix Timmermann
Modul
Klassiker der Praktischen Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Dienstag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 17. Februar bis 26 Mai 2015
Bewundern wir nicht insgeheim alle den Tyrannen, der Macht über alle anderen hat
und sich jeden Wunsch erfüllen kann? Glauben wir nicht zumindest, dass es für uns
selbst besser wäre, mächtig und ungerecht zu sein als arm, aber tugendhaft? In der
«Politeia» (Der Staat) tritt Sokrates den Gegenbeweis an und durchquert dabei viele
wichtige Regionen: Von der Seele über den Staat bis in den Ideenhimmel – und
zurück. Das macht Platons Werk zu einem der wichtigsten der Philosophiegeschichte und zu einem idealen Text für Einsteiger in die Philosophie.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
25
Einführende Seminare
Im Seminar soll der Fokus auf einer intensiven gemeinsamen Lektüre des Primärtextes liegen. Dabei werden auch methodische Werkzeuge für die Interpretation klassischer Texte eingeübt, die in der Seminararbeit angewendet werden sollen.
Als Textgrundlage dient: Platon, Der Staat, übers. von Friedrich Schleiermacher,
Darmstadt: WBG 1971 u.ö.
Zur Einführung in Platons Denken wird empfohlen: Erler, Michael: Platon, München: Beck 2006.
Einführung in skeptizistische Theorien des 20. Jahrhunderts
Stefan Riegelnik
26
Modul
Systematische Theoretische Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Montag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
Skeptizismus wird gemeinhin als eine ernstzunehmende Herausforderung für die
Erkenntnistheorie gesehen, werden doch gerade die Grundlagen unserer Wissensansprüche in Frage gestellt. Gegenstand der Lehrveranstaltung ist die Analyse
skeptischer und anti-skeptischer Argumente wie sie seit dem Anbeginn des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Diese Argumente werden in der Lehrveranstaltung
anhand folgender Fragen diskutiert: Worin besteht die skeptische Herausforderung? Wie kann ihr begegnet werden? Worin besteht die Signifikanz skeptischer
Überlegungen? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen soll die Rolle skeptischer Überlegungen für unterschiedliche Bereiche der Philosophie aufzeigen.
Lernziele:
‒‒ Die Grundlagen und die Signifikanz des philosophischen Skeptizismus zu
verstehen
‒‒ Das Verhältnis von philosophischen und alltäglichen Begründungen von
Wissen zu verstehen
‒‒ Varianten des philosophischen Skeptizismus im 20. Jahrhundert benennen
und vergleichen zu können
Literatur:
Cavell, Stanley: The Claim of Reason: Wittgenstein, Skepticism, Morality and Tragedy. Oxford: Oxford University Press, 1979.
Clarke, Thompson: The Legacy of Skepticism, in: The Journal of Philosophy, 69/20,
1972, S. 754-769.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
Moore, G.E.: Proof of an External World, in: Proceedings of the British Academy,
25, 1939, S. 273-300.
Stroud, Barry: The Significance of Philosophical Scepticism. Oxford: Oxford University Press, 1984.
Induktion
Peter Schulthess
Modul
Systematische Theoretische Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit Vorlesung
Donnerstag, 14:00–15:45 Uhr, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Induktion ist eine grundlegende, logisch zwar nicht gültige, aber durchaus stützbare Form von Inferenz oder Schlussfolgerung, die im Alltag und in den empirischen Wissenschaften oft Verwendung findet. In dieser Beschreibung schimmert
die grundlegende Problematik oder auch das sogenannte «Rätsel der Induktion»
– ‹the riddle of induction› – durch. In diesem Bachelor-Seminar zu einem der wichtigsten Sachthemen aus der Wissenschaftstheorie und Epistemologie verfolgen wir
die Bestimmung und Problematik der Induktion von ihrem Beginn an in Texten
von Aristoteles (Analytica posteriora II. 19), Hume (Enquiry und Treatise), Mill (A
System of Logic), Russell (Problems of Philosophy), Popper (Objektive Erkenntnis), Goodman (New Riddle of Induction) und Hempel (Rabenparadox). Damit
führt das Bachelor-Seminar in die Epistemologie und Wissenschaftstheorie ein.
Raum und Zeit
Kai Büttner
Modul
Systematische Theoretische Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Mittwoch 12:15–13:45, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Im Seminar sollen klassische und zeitgenössische Auffassungen vom Wesen und
der Realität von Raum und Zeit diskutiert werden. Im Mittelpunkt sollen dabei die
Fragen danach stehen, ob die Existenz von Raum und Zeit von der Existenz von
Gegenständen und Ereignissen abhängig ist und ob es sich bei der räumlichen und
zeitlichen Ordnung von Gegenständen und Ereignissen um objektive Merkmale
der Wirklichkeit oder um Projektionen unseres Denkens handelt. Die Untersuchung dieser Fragen wird den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern auch Gelegenheit bieten, sich mit einigen Grundbegriffen der Metaphysik vertraut zu machen, wie etwa den Begriffen ‹Gegenstand›, ‹Ereignis› und ‹Veränderung›. Die zu
behandelnden (mehrheitlich englischen) Texte werden auf OLAT verfügbar sein.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
27
Einführende Seminare
Metaethik
Michel Meliopoulos
28
Module
Systematische Praktische Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Donnerstag, 8:00–9.45, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Die Metaethik ist der älteste Teilbereich der analytischen Ethik. Lange bevor John
Rawls und Peter Singer das philosophische Interesse an moralischen Fragen erster
Stufe (z.B. «Ist freiwillige Euthanasie moralisch zulässig?») wiedererweckt haben,
haben sich Philosophen wie G. E. Moore, C. L. Stevenson, A. J. Ayer, R. M. Hare und
Peter Geach mit moralischen Fragen zweiter Stufe auseinandergesetzt, d.h. Fragen
wie: «Sind moralische Urteile wahrheitsfähig und falls ja, was macht wahre moralische Urteile wahr?», «In welchem Verhältnis stehen moralische Urteile zu empirischen Urteilen?», «Wie sind moralische Begriffe zu analysieren?», «Was ist der Zusammenhang zwischen moralischen Urteilen und moralischer Motivation?», «Wie
(wenn überhaupt) lassen sich moralische Urteile begründen?» Es handelt sich hierbei um sehr grundlegende Fragen, die das Selbstverständnis des Menschen tangieren und an der Schnittstelle zwischen der praktischen Philosophie (insb. der normativen Ethik) und einer Reihe von Teilbereichen der theoretischen Philosophie
angesiedelt sind (insb. der Sprachphilosophie, der Handlungstheorie/Philosophie
des Geistes, der Erkenntnistheorie und der Ontologie). Die genannten Umstände
machen die Metaethik zu einem gleichermassen anspruchsvollen wie interessanten
Themengebiet, was sich mitunter darin zeigt, dass die klassischen Fragen der Metaethik bis heute intensiv diskutiert werden.
Zur Anschaffung empfohlenes Textbook (enthält das gesamte im Seminar diskutierte Textmaterial):
Fisher, Andrew/Kirchin, Simon (Hrsg.): Arguing about Metaethics. New York:
Routledge 2006.
Fakultative Zusatzlektüre:
Fisher, Andrew: Metaethics. An Introduction. London; New York: Routledge 2014.
Miller, Alexander: Contemporary Metaethics. An Introduction. 2. Auflage, Cambridge: Polity 2013.
Kirchin, Simon: Metaethics. Basingstoke: Palgrave Macmillan 2012.
Sayre-McCord, Geoff: «Metaethics», in: Edward N. Zalta (Hrsg.): The Stanford Encyclopedia of Philosophy 2012.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
http://plato.stanford.edu/archives/sum2014/entries/metaethics/.
Couture, Jocelyne/Kai Nielsen: «Introduction: The Ages of Metaethics», in: (dies.)
(Hrsg.): On the Relevance of Metaethics: New Essays in Metaethics. Calgary:
University of Calgary Press 1995, 1-30.
Gerechtigkeitstheorien
Juri Viehoff
Module
Systematische Praktische Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Dienstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Eine massgebliche Frage der politischen Philosophie ist, welche Ziele politisches
Handeln verfolgen sollte. Theorien der Gerechtigkeit versuchen auf diese Frage systematische Antworten zu geben. In diesem Kurs werden durch die Lektüre verschiedener zeitgenössischen Autoren (u.a. Rawls, Nozick, Sen) folgende zentrale Fragen
diskutiert: Worin besteht der Wert politischer Freiheit – und welche Freiheiten müssen gerechte politische Institutionen Einzelnen garantieren? Ist Gleichheit ein Kriterium für die Gerechtigkeit einer Gesellschaft? Wenn ja, welche Art von Gleichheit?
Wenn nein, welche Formen von Güterverteilungen sollte eine gerechte Gesellschaft
hervorbringen? Welche Bedeutung sollte individuelle Verantwortung spielen? Kann
eine Theorie der Gerechtigkeit unsere wohlüberlegten Urteile über Freiheit, Gleichheit und Verantwortung miteinander in Einklang bringen? Und: Sind Gerechtigkeitstheorien nur innerhalb von Staaten gültig, oder ist ihr Geltungsbereich global?
Tugendethik: Historische und systematische Perspektiven
Christoph Halbig
Module
Systematische Praktische Philosophie, Seminararbeit (10–12 Seiten), 6 ECTS
Zeit
Donnerstag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Die Tugendethik geht von der Grundidee aus, dass nicht die Folgen einer Handlung
oder ihre (Nicht-)Übereinstimmung mit den Forderungen der Pflicht den deontischen Status dieser Handlung festlegen, sondern der Charakter des Handelnden
bzw. der Charakter einer tugendhaften Person als ethischem Massstab. Im ersten
Teil des Seminars soll in historischer Perspektive die Tugendethik als dominanter
Theorietyp der antiken und mittelalterlichen Ethik erarbeitet werden, um dann nach
den Gründen ihrer Ablösung bzw. Transformation in der frühen Neuzeit und Aufklärung zu fragen. Im Mittelpunkt des zweiten Teils wird eine kritische Prüfung der
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
29
Einführende Seminare
gegenwärtigen Renaissance der Tugendethik in der normativ-ethischen und metaethischen Debatte der Gegenwart stehen.
Ein detaillierter Plan des Seminars sowie ein Reader mit allen Texten wird als
Download bereitgestellt.
Zur Einführung:
Halbig, Christoph: Der Begriff der Tugend und die Grenzen der Tugendethik, Berlin
2013.
30
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Weiterführende Seminare
Bachelor
Philosophie der Kunst
Katia Saporiti
Module
Theoretische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat oder schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit
Donnerstag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
In diesem Seminar werden klassische und zeitgenössische Texte zu zentralen Fragen der Ästhetik und der Philosophie der Kunst behandelt. Zu diesen gehören Fragen nach dem Wesen und dem ontologischen Status von Kunstwerken, nach der
Existenz ästhetischer Eigenschaften, der Natur ästhetischer Erfahrung und den Besonderheiten des ästhetischen Urteils. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft
zur regelmässigen und aktiven Teilnahme am Seminargeschehen sowie zur Übernahme eines Kurzreferats und Protokolls. Literatur wird im Semesterapparat bereitgestellt.
Einen ersten Eindruck bieten: Kivy, Peter (ed.), The Blackwell Guide to Aestehtics,
Blackwell 2004;
Kieran, Matthew (ed.), Contemporary Debates in Aesthetics and the Philosophy of
Art, Blackwell 2006.
Knowledge: From Descartes to Russell
Anne Meylan
Module
Theoretische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat oder schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit
Dienstag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
What is knowledge? What distinguishes it from true beliefs? What is the relation
between knowing that something is the case and believing it rationality? Is it, for
instance, possible to know something while being irrational in believing it?
These are very traditional questions of epistemology. The purpose of this seminar
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
31
Weiterführende Seminare
is to rely on classical texts (going from the 18th to the beginning of the 20th century)
in order to introduce to some of the most important answers that have been and are
still offered to these questions. Specific attention will be paid to the way according
to which rationality has gradually lost his key role in the definition of knowledge.
The relevant texts will be accessible on OLAT in the beginning of the semester.
The Metaphysics of Modality
Javier Kalhat
32
Modul
Theoretische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat oder schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit
Dienstag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
In this seminar, we will explore the metaphysics of modality. Modal notions such as
possibility, impossibility, necessity and contingency play a central role in our
thought about reality. We think not only about what is the case, but also about what
could have been the case (possibility), what could not have been the case (impossibility), what must be the case (necessity), and what is the case but might have been
otherwise (contingency). Thus, we intuitively think that grass could have been pink,
but that the Pope could not have been a poached egg, and that it must be either
raining or not raining, but that the universe might not have been approximately 13.5
billion years old, and so on. The key philosophical question here is whether such
modal thinking is capable of being true, and if it is, what makes it true? Is modality
to be grounded in the nature of the human mind, the nature of language, or the
nature of reality itself? We will explore a range of theories that attempt to answer
such questions, including combinatorialism, modal realism, conventionalism, and
various forms of essentialism. The seminar will be conducted in English, but students will be free to make their oral contributions and submit their written work in
German.
Religion and Politics
Richard Amesbury, Francis Cheneval
Modul
Praktische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat oder schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit
Dienstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Historically, religion and politics are closely linked, if not conflated. Religion has
traditionally been the community-building value system par excellence as well as
the political authority’s primary source of legitimacy. An important part of our se-
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
minar will investigate the philosophical presuppositions of such deep connection.
Various processes of secularization and emancipation have loosened the deep link
between religion and politics, to the point of a strict distinction of the concept of
religious community from the concept of political community and the practical consequence of strict separation of church and state, alongside a purely secular justification of authority and legitimacy. We will look at texts that critically analyze these
processes historically and from a systematic point of view. Thirdly we will treat
different questions of the position of religion-based arguments in the public sphere
of a predominantly liberal society.
Wollstonecraft: A Vindication for the Rights of Women
Sebastian Weiner
Modul
Praktische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Freitag, 12:15–15:45, 14täglich vom 20. Februar bis 22. Mai 2015
Mary Wollstonecrafts 1792 erschienenes Plädoyer für eine Gleichberechtigung der
Frauen ist ein Meilenstein in der feministischen Philosophie. Zu dieser Zeit hatten
Frauen in Europa noch weniger Rechte als Sklaven, wie Harriet Taylor und John
Stuart Mill noch 70 Jahre später anmerkten. Wollstonecraft setzt sich primär für das
gleiche Recht auf Bildung ein, das ihr zufolge das Fundament für eine gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau darstellt. Ihr Argumentationsziel lässt sich
als proto-utilitaristisch betiteln: Die Gleichberechtigung der Frauen ist auch für die
Männer von Vorteil. Ihre Darstellung hat bis heute nichts an Aktualität verloren.
Erstens wird Frauen insofern sie Frauen sind auch heute noch vielerorts der Zugang zur Bildung verwehrt, zweitens ist Wollstonecrafts Argumentation so angelegt, dass man daraus das generelle Recht auf Bildung für alle Menschen ableiten
kann.
Wir lesen im Seminar die wichtigsten Kapitel aus ihrem Werk. Es gibt eine deutsche Übersetzung, im Seminar werden wir allerdings vor allem mit dem englischen
Originaltext arbeiten.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
33
Weiterführende Seminare
Ethik der Suizidbeihilfe
Peter Schaber
Modul
Praktische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Dienstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Die Suizidbeihilfe, die in westlichen Ländern rechtlich unterschiedlich geregelt ist,
wirft verschiedene ethische Fragen auf. Sind alle oder nur bestimmte Formen der
Suizidbeihilfe ethisch zulässig? Welche ethische Prinzipien spielen in der Beurteilung assistierten Suizids eine Rolle: Das Prinzip des Respekt für die Autonomie von
Personen? Oder ist ein Prinzip der Fürsorge hier massgebend? Und wie sollte die
Suizidbeihilfe entsprechend geregelt werden? Sind rechtliche Regulierungen erforderlich? Und wenn ja, welche? Das sind die Fragen, die in diesem Seminar anhand
der Lektüre neuerer Texte diskutiert werden sollen.
34
Gerechtigkeit im Konfuzianismus
Paulus Kaufmann
Modul
Praktische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Dienstag 12:15–13:45, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Auch als Reaktion auf die Proteste für mehr Demokratie in Hongkong beschwört
der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping immer wieder den ‹China-Traum›.
Diese nationale Vision macht Stabilität und Wohlstand zu den Maximen des politischen Handelns und stellt diese gemeinschaftlichen Interessen über den Schutz individueller Rechte und Freiheiten. Der chinesische Traum unterscheidet sich somit
grundlegend vom American Dream, dem es wesentlich um den Schutz des ‹einfachen Menschen› ging. Zur Erklärung dieses Unterschieds wird häufig auf das andere geistesgeschichtliche Erbe Chinas, und insbesondere auf die konfuzianische
Tradition hingewiesen. Es ist das Ziel unseres Seminars, dieses konfuzianische Erbe
besser kennenzulernen und darin dem Konflikt zwischen gemeinschaftlichem
Wohl und individuellen Rechten nachzugehen.
Im heutigen philosophischen Sprachgebrauch werden Institutionen, die die
Rechte der Individuen achten, als «gerecht» bezeichnet. Der Begriff der Gerechtigkeit ist aber weiter als der der Rechte und eignet sich daher als Ausgangspunkt für
die Suche nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den beiden ethischen Traditionen. In unserem Seminar werden wir zuerst danach fragen, wie der
Ausdruck ‹Gerechtigkeit› in Ostasien übersetzt worden ist, um dann zu analysieren,
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
wie der bezeichnete Begriff in konfuzianischen Texten aus China und Japan diskutiert wurde. Hierfür werden wir chinesische und japanische Klassiker wie Mengzi,
Chen Beixi, Itô Jinsai, Ogyû Sorai und Huang Zongxi in Übersetzung lesen. Dann
werden wir mit Rückblick auf die gelesenen Texte untersuchen, wie und mit welchem Recht in der modernen Debatte um asiatische Werte und Menschenrechte auf
die konfuzianische Tradition zurückgegriffen wird. Hierbei werden auch allgemeinere Fragen nach den Schwierigkeiten und Methoden des Kulturvergleichs erörtert.
Bell, Daniel: East Meets West: Human Rights and Democracy in East Asia. Princeton 2000.
Chan, Joseph: Making Sense of Confucian Justice. In: Philosophy East & West 44,
1994.
Roetz, Heiner: Rights and Duties: East/West. In: K.H. Pohl und A. Müller (Hg.):
Chinese Thought in a Global Context: Moral Bases of Contemporary Societies.
Leiden 2002.
Watanabe, Hiroshi: A History of Japanese Political Thought, 1600-1901. Tokyo
2012.
Zhang, Dainian: Key Concepts in Chinese Philosophy. New Haven 2002.
Naturrecht
Christoph Halbig
Modul
Praktische Philosophie (Weiterführung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Freitag, 8:00–9:45, wöchentlich vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Das Naturrecht (in dem Sinne, in dem dieser notorisch umstrittene Begriff hier verstanden werden soll) betrachtet ethische Normativität in einer doppelten Perspektive: Zum einen als Produkt einer göttlichen Gesetzgebung und damit als Teil der
Theorie göttlicher Vorsehung, zum anderen – aus der Perspektive des Empfängers
dieser Gesetzgebung – als Teil der Grundgrammatik praktischer Rationalität, die
menschliche Wesen auf das für sie Gute hin orientiert, das seinerseits als Vervollkommnung dessen verstanden wird, was die Natur solcher Wesen ausmacht. Im
Seminar soll zunächst das Naturrecht in seiner klassischen Form, wie es bei Thomas
von Aquin vorliegt, rekonstruiert werden, um dann seine Potentiale und Grenzen
anhand einer Diskussion von Versuchen einer Erneuerung und Weiterentwicklung
in der Gegenwart (etwa durch Germain Grisez, John Finnis und Mark Murphy) zu
prüfen.
Ein detaillierter Plan des Seminars sowie ein Reader mit allen Texten wird als
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
35
Weiterführende Seminare
Download bereitgestellt.
Adorno: Ästhetische Theorie
Wolfgang Rother
36
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit
Montag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
Die 1970 aus dem Nachlass edierte «Ästhetische Theorie» gilt neben der «Negativen
Dialektik» als eines der Hauptwerke Adornos und einer der wichtigsten Beiträge
der neueren Philosophie zur Theorie der Kunst und des Kunstwerks. Adorno unternimmt den Versuch, die Kunst sowohl in ihrer Autonomie als auch in ihrem gesellschaftlichen und politischen Kontext zu fassen. Obwohl das Werk als ästhetische
Theorie der modernen und avantgardistischen Kunst konzipiert ist, knüpft Adorno
an die philosophische Ästhetik Kants, vor allem Hegels wie auch Schellings an. Zu
den zentralen Themen des Werkes gehören die Rettung des Nichtidentischen, Pluralen, Individuellen und Authentischen, die Rehabilitierung des Naturschönen, die
Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Kunst sowie ihr kritisches und utopisches Potential.
Bitte anschaffen und in die erste Sitzung mitbringen:
Adorno,Theodor W.: Ästhetische Theorie (1970), Frankfurt am Main: Suhrkamp
Taschenbuch Wissenschaft, 19. Auflage, 2003 (= Band 7 der «Gesammelten
Werke»)
Philosophie und Kino
Jürg Berthold
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Donnerstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 27. Februar bis 29. Mai 2015
Ausgangspunkt des Seminars ist der Umstand, dass Platons Höhlengleichnis auch
die Beschreibung eines Kinos darstellt. Es liegt nahe, diese Urszene als eine erste
Philosophie des Kinos zu lesen und nach einem möglichen inneren Zusammenhang
von Film und Philosophie zu fragen. Im Verlauf des Semesters werden ganz unterschiedliche Positionen zu dieser Frage zur Sprache kommen (etwa Deleuze, Cavell,
Seel, Gabriel, Rustemeyer). Der Titel der Veranstaltung fängt die Doppeldeutigkeit
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor
des Ausdrucks ‹Philosophie des Films› ein: So geht es ebenso um den Film als Objekt einer philosophischen Ästhetik wie auch um den Film als Subjekt eines eigenen
Philosophierens.
Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft
Peter-Ulrich Merz-Benz
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Mittwoch, 10:15–12:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Über die Bedeutung von Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme für die Sozial­
wissen­schaften muss nichts mehr gesagt werden. Luhmann geniesst längst Klassiker-Status. Aber auch in der Philosophie ist seine Systemtheorie immer wieder Gegenstand der Diskussion – und sei es nur als ‹unbequeme Herausforderung›. Denn
tatsächlich steht Luhmann – wie andere vor ihm – für das Bestreben, philosophische
Begründungsprobleme, etwa der Trans­zen­dentalphilosophie, in soziologische Problemstellungen zu übersetzen. Erstaunlich ist dabei allerdings, dass gerade derjenige Teil seines Werks, der mit ‹erkenntnistheoretischen Frage­
stellungen›, der
Funktion von Wissenschaft, ‹konstruktivistischen› Konzepten, aber auch mit Fragen nach den für die Beschäftigung mit der Erkenntnistheorie relevanten Begrifflichkeiten befasst ist, bisher vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit gefunden hat.
Dies betrifft zuvord­erst Luhmanns Buch «Die Wissenschaft der Gesellschaft».
Es ist das Ziel dieses Seminars, hier etwas Abhilfe zu schaffen. Im Zentrum steht
dement­sprechend Luhmanns Bestimmung der Wissenschaft als Funktionssystem
der Gesellschaft, verbunden mit der Frage, ob und inwiefern der von ihm ausgearbeiteten Reflexionstheorie der Wissenschaft auch – und gerade – eine Antwort auf
die ‹altbekannten› Fragen einer Logik der Sozialwissenschaften entnommen werden kann.
Kultur neu denken: Transkulturalität, Transdifferenz, Hybridität
Peter-Ulrich Merz-Benz
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 3 ECTS
Zeit
Mittwoch, 14:00–15:45, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Der klassische Begriff der ‹Einzelkultur› ist obsolet geworden. Er wird der kulturellen Wirklichkeit seit längerem nicht mehr gerecht. Sprachliche, religiöse, soziale,
aber auch ethnische oder regionale Abgrenzungen fallen längst nicht mehr zusam-
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
37
Weiterführende Seminare
men, Kulturen bestehen vielmehr, indem sie gegenseitig ineinander präsent sind,
als ein komplexes Gebilde unterschiedlicher Lebensformen. Mittels der Konzepte
der Trans­kulturalität, Transdifferenz und Hybridität soll dieser Sachverhalt denkbar und darstellbar gemacht werden. Etwas Entscheidendes aber kommt hinzu:
Kulturen vermischen sich, doch lösen sie sich nicht auf. Davon, dass die kulturelle
Wirklichkeit zusehends uniformer werde, kann keine Rede sein. Nach wie vor besteht der Anspruch auf kulturelle Eigenart, Authentizität der eigenen Lebensweise,
und gibt es dementsprechend kulturelle Grenzen, Übergänge zwischen Kulturen
usw. Und selbst Hybride implizieren als Bestandsvoraussetzung eine gewisse Abgeschlossenheit gegenüber denjenigen kulturellen Lebensformen, aus denen sie
hervorgegangen sind. Auch diesen Charakterzug der kulturellen Wirklichkeit gilt
es denkbar zu machen und mithin begrifflich zu bestimmen. Ob und in welcher
Weise die Konzepte der Trans­kulturalität, Transdifferenz und Hybridität diesen
Anspruch zu erfüllen vermögen? – das ist die Frage.
38
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Weiterführende thematische Tutorate
Bachelor
Texte der griechischen Philosophie
Katja Vogel
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 2 ECTS
Hinweis
Als einziges weiterführendes Modul kann dieses bereits während der Einführungsphase besucht und als «Weiterführung zu einem frei gewählten Thema» angerechnet werden.
Zeit
Dienstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Das Tutorat soll Studierenden, die keine Griechischkenntnisse besitzen, eine Einführung ins Altgriechische geben und ihnen den Umgang mit Originaltexten der
griechischen Philosophie erleichtern. Nach dem Erlernen der Schrift werden sich
die Teilnehmenden Grundkenntnisse in der griechischen Grammatik und einen
philosophischen Grundwortschatz aneignen. Im Zentrum soll immer das Lesen
und Arbeiten am griechischen Text stehen. Dabei ist es nicht das Ziel, dass die Teilnehmenden am Ende des Tutorats fliessend übersetzen können, sondern dass sie
einen griechischen Text in seinen Grundzügen erfassen und wichtige Begriffe auffinden können, also nicht mehr restlos auf Übersetzungen angewiesen sind.
Von den Teilnehmenden wird eine regelmässige Teilnahme und das Erledigen
von Übungen erwartet. In der letzten Veranstaltung gibt es einen Schlusstest.
David Lewis – On the Plurality of Worlds
Nico Müller, Larissa Schmidt
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 2 ECTS
Zeit
Donnerstag, 18:15–20:00, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Im Alltag sprechen wir oft darüber, was möglich ist und was hätte sein können. Wir
schmieden Pläne und verlassen uns darauf, dass wir wissen, welche Möglichkeiten
uns dabei offen stehen. Und manche von uns betreiben sogar Modallogik, in der es
um die Wahrheitswerte von solchen Aussagen über das Mögliche und Unmögliche
geht. Kurzum, wir verlassen uns üblicherweise darauf, dass modale Aussagen, also
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
39
Weiterführende und vertiefende Veranstaltungen
Aussagen darüber, was möglich oder unmöglich ist, sinnvoll sind und wahr oder
falsch sein können. Aber haben wir dafür auch gute Gründe? Was heisst es denn
eigentlich, zu sagen, etwas sei möglich?
Der Philosoph David Lewis hat eine Antwort: Dass etwas möglich ist, heisst, dass
es in einer möglichen Welt der Fall ist. Mehr noch, solche möglichen Welten sind
real im selben Sinne, wie die tatsächliche Welt real ist, und es gibt unendlich viele
mögliche Welten. Lewis scheint also unter all den Theorien, die er hätte aufstellen
können, eine der spannendsten gewählt zu haben! Für seinen modalen Realismus
argumentiert er in der Monographie «On the Plurality of Worlds» (1986), die wir im
thematischen Tutorat gemeinsam diskutieren.
Ist Marxismus heute noch aktuell?
Marco Gähler, Thomas Linder
40
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 2 ECTS
Zeit
Donnerstag, 12:15–13:45, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Daniel Loick und Rahel Raeggi meinen ja, und präsentierten 2013 mit dem Sammelband «Nach Marx. Philosophie, Kritik, Praxis» die Ansätze und Perspektiven verschiedener gegenwärtiger Theoretiker zum Marxismus.
Wir werden anhand des Sammelbands und dessen Rezeption dieser Frage ebenfalls nachgehen und versuchen, die fruchtbarsten und aktuellsten Fragen, Interpretationen und Anwendungen des Marxismus zu erörtern.
Detaillierte Kenntnisse Marx’scher Grundbegriffe werden nicht vorausgesetzt;
der Kurs soll offen sein für alle, die am heutigen Stand marxistischen Denkens interessiert sind.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Weiterführende und vertiefende
Vorlesungen
Bachelor und Master
Demokratie
Francis Cheneval
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat oder schriftliche Übung, 4 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat oder schriftliche Übung, 4 ECTS
Zeit
Mittwoch 10:15–12:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Die Vorlesung widmet sich begrifflichen und normativen Fragen der Demokratieforschung, auch unter Einbezug einschlägiger empirischer und formaler Wissensbestände. Der Demokratiebegriff und die Frage nach der sich daraus ergebenden
Angemessenheit eines verfahrens- oder ergebnisorientierten Demokratieverständnisses bilden einen ersten Themenblock. Zweitens wird der Frage nach der Begründung der Demokratie nachgegangen. In einem dritten Abschnitt wird untersucht,
was sinnvollerweise unter ‹Volk› und ‹Volkssouveränität› verstanden werden
kann, welche Begründung es für die Abgrenzung der Völker voneinander gibt und
nach welchen Grundsätzen ein demokratisches Verhältnis zwischen abgegrenzten
Völkern allenfalls gestaltet sein soll. Ein vierter Teil wird verschiedenen Einzelfragen der Demokratie gewidmet sein: zum Beispiel in welchem Verhältnis in einem
demokratischen Verfahren Beratschlagung und Entscheidung stehen sollen, worin
der legitimationsstiftende Wert der Mehrheitsregel besteht, warum und wann gewählt oder abgestimmt und wann allenfalls gelost werden soll, wer ein Stimmrecht
haben sollte und wer mit Recht ausgeschlossen werden darf, ob Stimmen eine gleiche formale Geltung haben oder gewichtet werden sollten, ob Abstimmungen geheim oder öffentlich sein sollten etc. Im letzten Teil wird die Frage nach den ökonomischen Bedingungen der Demokratie zur Sprache kommen. Insgesamt soll die
Vorlesung ein Bild der Grundsätze und Bedingungen der Demokratie vermitteln,
das an die aktuelle Forschung anschliesst.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
41
Weiterführende und vertiefende Veranstaltungen
Geschichte des politischen Denkens,
Teil 2: Rousseau bis Gegenwart
Urs Marti
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, 4 ECTS
Zeit
Mittwoch, 12:15–13:45, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Die Veranstaltung gibt im Herbstsemester einen Überblick über die Geschichte des
politischen Denkens von der griechischen Antike bis zur Aufklärung (Sophistik,
Platon, Aristoteles, Augustinus, Thomas von Aquin, Machiavelli, Bodin, Hobbes,
Locke, Montesquieu). Im Frühjahrssemester wird die Geschichte des politischen
Denkens von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart behandelt (Rousseau, Kant, Hegel, Tocqueville, Marx, Nietzsche, Schmitt, Arendt, Rawls, Habermas,
Foucault).
42
Literatur: Marti, Urs: Studienbuch Politische Philosophie, Stuttgart: UTB, 2008.
Brocker, Manfred (Hg): Geschichte des politischen Denkens, Berlin: Suhrkamp
2007.
Fetscher, Iring / Münkler, Herfried (Hg): Pipers Handbuch der politischen Ideen,
München: Piper 1985ff.
Ottmann, Henning: Geschichte des politischen Denkens, Stuttgart: Metzler 2001ff.
Wo sind die Grenzen – der Gesellschaft, der Kultur, des Staates,
der Nation?
Peter-Ulrich Merz-Benz et al.
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Klausur, 4 ECTS
Zeit
Donnerstag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Klausur
Donnerstag, 28. Mai 2015, 10:15–12:00
Die seit einiger Zeit andauernden sozialen, politischen und kulturellen Entwicklungen machen deutlich: Gesellschaften sind mittlerweile kaum mehr zu unterscheiden. Kul­turen mischen sich, sie bestehen, indem sie gegenseitig ineinander präsent
sind; von Multikulturalität und Transkulturalität ist die Rede. Staaten sind im Begriff, ihre Souve­ränität an über­geordnete Gebilde abzutreten – ein Vor­gang, wie er
geradezu proto­typisch ver­körpert wird durch die Hervorbildung der EU. Und das
Nationalbewusst­sein soll sich wandeln zum Bewusstsein, Europäer zu sein.
Doch es gibt auch eine ‹Gegentendenz›. Die Behauptung staatlicher Eigenständigkeit und Souveränität; das sich Vorbehalten politischer Entscheide gegenüber
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor und Master
der Staatengemeinschaft; die Berufung auf die Nationalität als Entscheidungskriterium etwa in Wirtschaftsfragen; der Wunsch, ja die Forderung nach (Be-)Wah­
rung der Authentizität der eigenen Kultur – all das sind Beispiele dafür, dass nach
wie vor Grenzen bestehen, deren Einhaltung gefordert wird. Und selbstverständlich gibt es auch ausgeprägte Grenzziehungen moralischer und religiöser Art.
Aber wo sind diese Grenzen? Und welches ist ihre Gestalt? Wie sind sie bestimmbar und welches ist ihr Begriff? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Beiträge dieser Veranstaltung.
Dissens – Disagreement
Ringvorlesung
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, 4 Essays, 4 ECTS
Zeit
Montag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
Das Leben ist voller Dissens. Wir streiten uns oft und selbst nach langer Diskussion
übernehmen wir nicht immer die Meinung des Gegenübers. Ob es nur um die Wahl
des besten Restaurants geht oder um die korrekte Interpretation von Platons Höhlengleichnis – wir sind uns ständig uneinig.
In den letzten Jahren hat der Dissens als solches die Aufmerksamkeit verschiedener Bereiche der Philosophie erregt. So fragt man sich in der Erkenntnistheorie, ob
es für zwei unvereinbare Positionen gleich gute Gründe geben kann und was man
in einer solchen Situation glauben sollte. Was bedeutet es für die Wissenschaft, dass
sich Wissenschaftlerinnen oft uneins sind? Spricht die Tatsache, dass Menschen
sich über die richtige Religion streiten dafür, dass gar keine Religion die richtige
ist? Spricht der Dissens über moralische Werte gegen die Objektivität der Moral?
Wie sieht ein gerechter Staat aus, wenn die Bürger unterschiedliche Grundwerte
haben? Und ist es eigentlich eine Schwäche, dass man sich in der Philosophie fast
nie einig wird?
Diese und andere Fragen werden in der Ringvorlesung von Philosophinnen und
Philosophen aus ganz Europa angegangen, die sich das Streiten über den Dissens
zum Beruf gemacht haben.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
43
Weiterführende und vertiefende Veranstaltungen
Einführung in die Hermeneutik II
Andreas Mauz
44
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, schriftliche Übung, 6 ECTS
Hinweis
Diese Veranstaltung wird vom Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie angeboten.
Zeit
Freitag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Ziel der Veranstaltung ist eine allgemeine Einführung in die Hermeneutik: Klärung
von Begriff und Sache der Disziplin, wichtige Stadien ihrer Geschichte, gegenwärtige Fragestellungen, mögliche Anwendungsfelder. Die Vorlesung wird von einem
Tutorat begleitet. Der Grundkurs ist auf zwei Semester angelegt: Der Teil I (Herbstsemester) gilt nebst der Klärung des Gegenstands der Hermeneutik den wesentlichen Stationen ihrer Geschichte bis ins 20. Jahrhundert. In der Darstellung der Entwicklung der letzten 200 Jahre liegt der Akzent dabei insbesondere auf Entwürfen
der theologischen und philosophischen Hermeneutik. Der Teil II (Frühjahrssemester) bietet Einblick in die gegenwärtige Diskussionslage und fragt anhand konkreter Anwendungen auf aktuelle Themen nach der Leistung bestimmter Entwürfe.
Einführende Literatur:
Bühler, Axel: Hermeneutik. Basistexte zur Einführung in die wissenschaftstheoretischen Grundlagen von Verstehen und Interpretation, Heidelberg 2003.
Grondin, Jean: Hermeneutik, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht (UTB 3202)
2009.
Körtner, Ulrich H. J.: Einführung in die theologische Hermeneutik, Darmstadt
2006.
Sundermeier, Theo: Den Fremden verstehen: eine praktische Hermeneutik, Göttingen 1996.
Grundkurs: Religionsphilosophie II: Phänomenologisch-hermeneutische Perspektiven
Johannes Corrodi Katzenstein
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, schriftliche Übung, 6 ECTS
Hinweis
Diese Veranstaltung wird vom Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie angeboten.
Zeit
Mittwoch, 10:15–12:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Religionsphilosophie beginnt mit der Irritation über alltägliche religiöse Phänomene und sucht von hier ausgehend nach philosophischen Wegen besseren Verste-
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Bachelor und Master
hens. Der Grundkurs befasst sich mit einigen der wichtigsten religionsphilosophischen Positionen der Gegenwart. Dabei liegt (in diesem 2. Teil des Grundkurses)
der Schwerpunkt auf phänomenologischen und hermeneutischen Perspektiven. Es
werden unter anderem Texte von Martin Heidegger, Emmanuel Levinas, Paul
Ricœur und Bernhard Waldenfels behandelt. Die Veranstaltung setzt sich zusammen aus einem Grundkurs (2 Semesterwochenstunden) und einem Tutorat. Im Seminar werden Texte gemeinsam diskutiert, das Tutorat dient der Vertiefung und
Ergänzung des Seminarstoffes.
Digitale Medizin
Nikola Biller-Andorno, Markus Christen, Tobias Eichinger,
Jürg Streuli
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Referat, schriftliche Übung, 6 ECTS
Hinweis
Diese Veranstaltung wird von der Medizinischen Fakultät angeboten.
Zeit
Dienstag, 8:30–12:00 (mit Pausen), wöchentlich vom 24. Februar bis 21. April 2015
Roboter operieren Menschen, Patienten machen Selbstdiagnosen mit GesundheitsApps, Ärzte werden in sozialen Netzwerken bewertet, Gesundheitsdaten werden
umfassend digitalisiert und ausgewertet – die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet unaufhaltsam voran. Welche ethischen Fragen stellen diese Entwicklungen? Wie verändert sich unser Selbstverständnis als Menschen, als Patienten?
Solchen Fragen geht die Veranstaltung ‹Medizin im digitalen Zeitalter – Ethische
und anthropologische Fragen› auf den Grund. Eingeladen werden auch Fachleute,
die aktuell an der digitalen Umgestaltung der Medizin arbeiten: Robotiker, Fernsehjournalisten, führende eHealth-Vertreter, Ärzte die mit Computerspielen heilen
wollen, Vertreter von Quantified-Self Firmen und Transhumanisten. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Mantelstudiums der Medizinischen Fakultät statt und
ist auch für Studierenden aus der Philosophischen Fakultät offen.
Jeder Block (mit Ausnahme des ersten) besteht aus einem kurzen allgemeinen
Vortrag ins Thema, aus einem Expertenvortrag, und einer Diskussion eines Textes,
der das jeweilige Thema aus ethischer Perspektive beleuchtet.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
45
Weiterführende und vertiefende Veranstaltungen
Indische Philosophie
Angelika Malinar
46
Modul
Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, schriftliche Arbeit (ca. 1500 Wörter), 3 ECTS
Hinweis
Diese Veranstaltung wird vom Asien-Orient-Institut angeboten.
Zeit
Mittwoch, 12:15–13:45, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Die Vorlesung bietet eine Einführung in die Geschichte und Themen philosophischen Denkens in Indien. Ausgangspunkt ist die Beschäftigung mit der Etablierung
von ‹Philosophie› als Wissensfeld und der Herausbildung einer damit verbundenen
Terminologie und Lehrtradition. Das erfolgt vor dem Hintergrund der seit dem 19.
Jh. vor allem im Westen geführten Diskussion darüber, ob es auch ausserhalb Europas ‹Philosophie› gibt. Dabei spielt die Rezeption indischer philosophischer Texte
eine wichtige Rolle, was anhand ausgewählter Beispiele aufgezeigt wird. Dann werden die wichtigsten Philosophen und philosophischen Schulen der klassischen Zeit
vorgestellt (Nyāya, Buddhismus, Sāmkhya, Yoga etc.) und zentrale Themen der
philosophischen Debatten erörtert. Dazu gehören zentrale Begriffe wie ‹Selbst›
(ātman) oder ‹gültige Mittel der Erkenntnis› (pramāna) und Themenfelder wie z.B.
Kausallehre, Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Sinn und Zweck philosophischen Wissens.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Vertiefende Seminare
Master und Doktorat
Erklärung
Aldo Lanfranconi
Module
Theoretische Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Freitag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
In diesem Seminar wird die Literatur zum Thema der wissenschaftlichen Erklärung
(und damit zusammenhängende Fragen) seit dem bahnbrechenden Aufsatz dazu
von Hempel und Oppenheim aus dem Jahre 1948 gesichtet. Die an den Aufsatz
anschliessende Diskussion hat ein immenses Ausmass angenommen. (Salmons
«Four Decades of Scientific Explanation», 1990, führt auf 24 Druckseiten allein die
Literatur bis 1988 nach.) Das Seminar will keine erschöpfende Kenntnis dieser Debatte, die bis heute ein Herzstück der Philosophie der Wissenschaft darstellt, vermitteln. Ziel ist es aber, dass die TeilnehmerInnen nach dem Besuch des Seminars
eine beliebige Arbeit aus diesem Themenfeld selbständig verstehen und auch beurteilen können.
Es werden also keine einschlägigen Vorkenntnisse erwartet; ein philosophisches
Interesse an der Sache genügt. Erwartet wird die aktive Teilnahme an der Diskussion und die Erarbeitung eines Papers zu mindestens einer der Sitzungen.
Action, Intention an Explanation
Anne Meylan
Module
Theoretische Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat oder schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit
Dienstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
What distinguishes my stumbling on a root from my waving my hand when I greet
my neighbour in the morning? More generally said, what distinguishes what happens to my body from what I do? The first set of issues that we will study pertains
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
47
Vertiefende Seminare
to the very crucial differences — as far as our responsibility is concerned, for instance — between events and full-blooded actions. A traditional way of differentiating our actions from mere happenings is by relying on their intentionality. The
second part of the seminar will be devoted to understand what kind of thing an
intentional action is and to discuss the relation that connects our intentional actions
to our intention to act in such or such way. The relevant texts will be accessible on
OLAT in the beginning of the semester.
The Legitimating of Empire: Nikolay Danilevsky′s
«Russia and Europe»
Josette Baer
Module
Praktische Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Mittwoch, 16:15–18:00, wöchentlich vom 25. Februar bis 27. Mai 2015
48
This interdiciplinary seminar adresses students of Political Science, Slavic Studies,
East European History, political theory / philosophy and everybody interested in
Russian political thought of the 19th century. Nikolai Ia. Danilevsky’s «Russia and
Europe», hitherto available only in Russian, is among the best-known and most influential texts in Russian political thought. His critical views of the West, in particular the German and Roman world, led him to determine the philosophical and political legitimating of Russian Tsarist power – and with that, Russia’s future foreign
policy goals. The Russian Tsar would save Europe from spiritual abyss. Danilevsky’s
analysis of Russia’s culture, the religiousity of her people and the unity of the Tsar
and the Orthodox Church can, to some extent, serve as explanation of Russia’s current foreign policy. We shall discuss key concepts such as ‹Apocalyptic Thought›,
‹The Eastern Question›, ‹Panslavism›, and ‹Slavophile Thought›. Note that this seminar is conducted in English; all presentations should be therefore held in English.
End of term papers can be submitted either in English or German. All texts in English on OLAT by the start of term. Listeners should apply via e-mail to [email protected]
gmail.com in the first week of term. Note that this seminar starts in the second week
of term, on Wednesday 25th of February 2015.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Master und Doktorat
Global Justice
Francis Cheneval, Peter Schaber
Module
Praktische Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Dienstag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 17. Februar bis 26. Mai 2015
Haben Gerechtigkeitsprinzipien bloss auf staatlicher oder auch auf globaler Ebene
Geltung? Diese Frage ist umstritten. Einige glauben mit John Rawls, dass Prinzipien
der Gerechtigkeit bloss die Verteilung der Güter innerhalb einzelner Staaten regeln
sollten und auf globaler Ebene keine Anwendung finden können. Andere meinen,
dass auch die globale Verteilung von Gütern unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten
gesehen werden sollten. Strittig ist darüber hinaus auch die Frage, welche Prinzipien denn auf globaler Ebene handlungsleitend sein sollten und was unter einer
gerechten globalen Ordnung zu verstehen ist. Mit diesen Fragen werden wir uns in
diesem Seminar anhand der Lektüre neuerer Texte beschäftigen.
Risk and Politics
Francis Cheneval, Silja Häusermann, Stefanie Walter
Module
Praktische Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Mittwoch, 12:15–13:45 wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Risk is a ubiquitous phenomenon of social life and a fascinating topic in social science research. It ranges from individual risks of becoming sick, losing ones’ job, or
living in poverty to system-wide risks such as the eruption of financial and economic crises or the risk of natural disasters. This research seminar investigates different concepts of risk, how politics reacts to the risks to which citizens and societies
are exposed and how, in turn, politics shapes economic risk. The analytical and
empirical focus of the seminar lies on different forms of social risks and their consequences, the socio-structural distribution of risks, system-wide forms of risks, and
risk politics, drawing mainly on perspectives from international and comparative
political economy, but also neighboring disciplines such as behavioral economics.
This focus will be complemented with an ethical perspective, which focuses on the
normative implications of different risk distributions.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
49
Vertiefende Seminare
Foucault: Diskurs, Macht und Politik
Urs Marti
50
Module
Praktische Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Donnerstag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Das Werk von Michel Foucault hat in der Philosophie wie in der historisch-sozialwissenschaftlichen Forschung Spuren hinterlassen. Foucaults frühes Interesse gilt
den Bedingungen der Möglichkeit humanwissenschaftlicher Erkenntnis. Später
richtet er die Aufmerksamkeit auf die Beziehungen zwischen dem humanwissenschaftlichen Erkenntnisanspruch und bestimmten Formen staatlich-administrativer
Machtausübung. Aneignung und Vermittlung von Wissen werden in seiner Sichtweise zu politisch relevanten Tätigkeiten. Der Begriff der Politik hat freilich bei ihm
eine weite Bedeutung. Er versteht darunter gesellschaftliche Steuerung, die ungleiche Machtverteilung, vor allem aber die Gesetze von Erlaubnis und Verbot, die unser Verhalten regeln. In der Veranstaltung werden zunächst die wichtigsten wissenschaftskritischen Texte besprochen, danach wird anhand von «Überwachen und
Strafen» sowie einiger Vorlesungen der Politik-Begriff diskutiert.
Arthur Schopenhauer, oder vom glücklichen Pessimismus
Ursula Pia Jauch
Modul
Geschichte der Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat oder schriftliche Übung, 3 ECTS
Zeit Vorlesung
Montag, 16:15–18:00, wöchentlich vom 23. Februar bis 18. Mai 2015
1759 erschien in Paris Voltaires «Candide», dessen Titelzusatz – «ou l’Optimisme»
– bekanntlich in kritischer Ironie zu lesen ist. Zeitgleich zum «Candide» lässt sich
im «Observateur littéraire» der Neologismus ‹pessimisme› nachweisen, unter dem
man eine «disposition d’esprit à voir le mauvais côté des choses» verstanden haben
will. Seither hat der Begriff ‹Pessimismus› eine beachtliche geschichts- und kulturphilosophische Karriere gemacht, die im deutschen 19. Jahrhundert philosophisch
im metaphysischen Pessimismus Arthur Schopenhauers exemplarisch studiert werden kann. Das Seminar versteht sich nicht nur als «Schopenhauer»-Seminar, sondern will auch den Folgen des ‹Pessimismus› (etwa bei Ludwig Marcuse oder bei
Emile Maria Cioran) nachgehen. (Weitere) Lektürevorschläge oder Vortragsthemen
der Teilnehmenden sind willkommen.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Master und Doktorat
Natural Kind Terms
Peter Schulthess
Module
Geschichte der Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Montag, 14:00–15:45, wöchentich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
‹Kinds›
sind Klassen von Dingen, die einander ähnlich sind, genauer: welche die
meisten oder viele Merkmale gemeinsam haben. Sie werden als natürliche Klassen
bezeichnet, deren Zusammengehörigkeit von Natur aus festgelegt ist, und unterscheiden sich dadurch von Klassen, deren Elemente willkürlich zusammengeworfen werden und kaum Gemeinsamkeiten aufweisen (wie z. B. ‹mein Frühstück›).
Als ‹Natural Kinds› gilt so Verschiedenes wie biologische Spezies, chemische Elemente, Stoffe, Elementarteilchen oder auch Krankheiten.
In diesem Seminar soll die Geschichte und Problematik der ‹Natural kind terms›
rekonstruiert werden. Wir setzen an bei Mill und verfolgen die sehr kontroverse
Entwicklung der Problematik in ihrer wissenschaftstheoretischen (‹projizierbare
Prädikate›), semantischen (‹Stereotype›), epistemologischen (‹Begriffe›) und ontologischen Dimension (Essentialismus), wobei wir über Quine (Natural kind terms),
Goodman (relevant kinds), Kripke, Putnam und bis hin zu Hacking (human kinds)
fortschreiten werden. Zum Schluss des Seminars versuchen wir retrospektiv, deren
Vorgeschichte im Aristotelismus zu ergründen. Die Texte werden bei Buchungsbeginn auf Olat aufgeschaltet.
Nicolai Hartmann: Ethik
Christoph Halbig
Module
Geschichte der Philosophie (Vertiefung), Seminararbeit (ca. 20 Seiten), 9 ECTS
Vertiefung eines frei gewählten Themas, Referat, 3 ECTS
Zeit
Freitag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Nicolai Hartmanns «Ethik», erstmals erschienen 1925, ist mit Blick auf ihre analytische Schärfe wie auf ihren phänomenologischen Reichtum bis heute in der Theorie
moralischer Werte unerreicht. Dennoch erfährt sie deutlich geringere Aufmerksamkeit als die Arbeiten der englischen Werttheorie (namentlich die von Moore und
Ross), die einen ständigen Bezugspunkt auch der aktuellen Debatten bilden. Im
Seminar soll zum einen versucht werden, anhand ausgewählter Texte aus dem monumentalen Werk die Grundstruktur von Hartmanns Metaethik zu erarbeiten. Im
Zentrum werden hier etwa die Fragen nach der Ontologie der Werte, dem Verhält-
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
51
Vertiefende Seminare
nis von Wert und Sollen sowie der Rangordnung und Antinomik der Werte stehen.
Zum anderen sollen seine Analysen der allgemeinen wie der speziellen sittlichen
Werte zumindest exemplarisch diskutiert werden.
Seminartext:
Hartmann, Nicolai: Ethik, 4. Auflage, Berlin 1962.
52
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Kolloquien
Master und Doktorat
Augustinus: Confessiones, 9. bis 12. Buch
Rafael Ferber
Module
Kolloquium zur Theoretischen Philosophie, Protokoll oder Essay, 4 ECTS
PhD: Fachliches Modul, aktive Teilnahme, 2 ECTS
PhD: Fachliches Modul, Protokoll oder Essay, 4 ECTS
Zeit
Freitag, 14:00–15:45, alle 14 Tage vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Augustinus´ Autobiographie «Confessiones» gehört zu jenen Werken der philosophischen (und theologischen) Weltliteratur, die jeder Philosophiestudierende wenigstens einmal im Leben gelesen haben sollte. Das Kolloquium bezweckt eine
kommentierte Lektüre des 9. bis 13. Buches. Im Zentrum der Lektüre stehen die
Theorie des Gedächtnisses im 10. und die Theorie der Zeit im 11. Buch.
Zur Anschaffung erforderlich: Augustinus: Confessiones/Bekenntnisse, Lateinisch
und Deutsch, eingeleitet, übersetzt und erläutert v. J. Bernhart, München 1955
(mehrfach nachgedruckt) oder eine andere zweisprachige Ausgabe.
Kolloquium in Theoretischer Philosophie und Geschichte der
Philosophie
Katia Saporiti, Peter Schulthess
Module
Kolloquium zur Theoretischen Philosophie, Referat, 4 ECTS
PhD: Fachliches Modul, aktive Teilnahme, 2 ECTS
PhD: Fachliches Modul, Referat, 4 ECTS
Zeit
Freitag, 12:15–13:45, alle 14 Tage vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Im Kolloquium werden in erster Linie laufende Master- oder Doktorarbeiten in
Theoretischer Philosophie oder Geschichte der Philosophie vorgestellt und diskutiert. Die Arbeit muss nicht bei den Dozierenden verfasst werden. Es soll aber auch
die Möglichkeit offen sein, einen bestimmten Text oder ein bestimmtes Problem im
Rahmen der Theoretischen Philosophie zu diskutieren. Die Texte, die vorzubereiten
sind, sollen 15 Seiten nicht überschreiten.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
53
Kolloquien
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Bachelorabschluss in Philosophie und die
Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen.
Wer eine Sitzung bestreiten will, soll sich bis Ende Januar bei den Dozierenden
melden. Allfällige unbesetzte Termine können auch in der ersten Sitzung noch vergeben werden.
Aktuelle Texte der Moralphilosophie
Peter Schaber
54
Module
Kolloquium zur Praktischen Philosophie, Referat, 4 ECTS
PhD: Fachliches Modul, aktive Teilnahme, 2 ECTS
PhD: Fachliches Modul, Referat, 4 ECTS
Zeit
Montag, 18:15–20:00, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
In dieser Veranstaltung werden eigene Arbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie neuere Texte der Moralphilosophie diskutiert.
Kolloquium in Politischer Philosophie
Francis Cheneval, Urs Marti
Module
Kolloquium zur Praktischen Philosophie, Referat, 4 ECTS
PhD: Fachliches Modul, aktive Teilnahme, 2 ECTS
PhD: Fachliches Modul, Referat, 4 ECTS
Zeit
Mittwoch, 16:15–18:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Vorstellung und Diskussion von Master- und Dissertationsprojekten. Offen steht das
Kolloquium auf Anfrage allen, die erfolgreich ein Masterseminar zur Politischen Philosophie besucht haben. Für Personen, die eine Masterarbeit bei einem der Dozenten
verfassen, ist die Teilnahme obligatorisch. Das Kolloquium steht auf Einladung auch
auswärtigen Referierenden offen.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Master und Doktorat
Neuere Arbeiten zur Metaethik und zur Theorie
praktischer Rationalität
Christoph Halbig
Module
Kolloquium zur Praktischen Philosophie, Referat, 4 ECTS
PhD: Fachliches Modul, aktive Teilnahme, 2 ECTS
PhD: Fachliches Modul, Referat, 4 ECTS
Zeit
Donnerstag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Im Kolloquium sollen zum einen aktuelle Forschungsprojekte bzw. Qualifikationsarbeiten vorgestellt und diskutiert werden. Zum anderen sollen Texte der aktuellen
Debatte zur Frage nach dem guten Leben des Menschen erörtert werden: Lässt sich
eine Liste von Gütern aufstellen, die das gute Leben ausmachen? Lassen sich diese
Güter objektiv gegeneinander gewichten – nimmt etwa die Tugend eine Sonderstellung ein, insofern sie es anderen Gütern erst ermöglicht, einen Beitrag zum guten
Leben zu leisten? Welcher epistemischer Zugang besteht zum guten Leben: dürfen
wir eine besondere erstpersönliche Autorität mit Blick auf das eigene gute Leben
unterstellen oder gibt es hier, wie die neuere psychologische Forschung nahelegt,
weitreichende Irrtumsmöglichkeiten?
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
55
Lehrdiplom für Maturitätsschulen
Fachdidaktische Veranstaltung
Fachdidaktik Philosophie I
Roger Hofer
56
Modul
Fachdidaktik Philosophie I, 3 ECTS
Zeit
Freitag, 14:00–15:45, wöchentlich vom 20. Februar bis 29. Mai 2015
Um sich mit der Didaktik des Philosophierens beschäftigen zu können, ist eine
solide Grundlage im Fach Philosophie unabdingbar. Daher sollte das Philosophiestudium weitgehend abgeschlossen haben, wer sich für diese Lehrveranstaltung
einschreiben will. Im Vordergrund stehen konkrete Fragen der Planung und Gestaltung von Philosophieunterricht. Im Besonderen geht es um Methoden der Textlektüre, um Gesprächsführung, Schreiben, Prüfen und Bewerten. In der Lehrveranstaltung werden aber auch Fragen, die über die Unterrichtstheorie hinausführen,
aufgenommen. So sollen unterschiedliche didaktische Konzepte vorgestellt und
das Verhältnis von Philosophie und Didaktik grundsätzlich reflektiert werden.
Selbstverständlich werden auch schulpraktische und bildungspolitische Fragen
aufgegriffen, beispielsweise wenn es um Bildungsauftrag und Lehrpläne oder um
die Stellung der Philosophie als Unterrichtsfach an Mittelschulen geht.
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
ETH Zürich
Bachelor
Veranstaltungen der Professoren Hampe und Wingert sowie die Vorlesung «Wissenschaftsphilosophie» von Prof. G. Hirsch Hadorn und C. J. Baumberger (wird
jeweils im Herbstsemester angeboten) können als «Weiterführung zu einem frei
gewählten Thema» angerechnet werden (dies ist auch bereits ­während der Einführungsphase möglich). Das Absolvieren von Modulen der ETH Zürich setzt die rechtzeitige Anmeldung bei der ETH Zürich voraus.
→→www.rektorat.ethz.ch/students/admission/auditors
57
Sobald der Schein der ETH Zürich vorliegt, muss beim Prüfungsdelegierten ein
schriftliches Gesuch um Anrechnung an das Philosophiestudium eingereicht werden.
Eine vorhergehende Anrechnungsvereinbarung ist nicht erforderlich.
→→www.philosophie.uzh.ch/lehre/mobilitaet/anrechnung.html
Informationen zu den Lehrveranstaltungen der ETH Zürich bietet das Vorlesungsverzeichnis der ETH.
→→www.vvz.ethz.ch
Einführung in die praktische Philosophie
Lutz Wingert
Hinweis
Anrechenbar als Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Studium generale
Zeit
Mittwoch, 15:15–17:00, wöchentlich vom 18. Februar bis 27. Mai 2015
Die Praktische Philosophie hat es beschreibend und bewertend mit dem Praktischen, also mit dem Bereich des Handelns und der Praktiken, mit Normen für
Handlungen und mit Werten von Personen und Gesellschaften zu tun. Ethik und
Politische Philosophie sind ein Teil von ihr. In diesem Einführungskurs werden eine
Reihe von zentralen Autoren und Problemen der Praktischen Philosophie erörtert
werden.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Wie frei sind wir? Philosophische Theorien über Freiheit und
Determinismus
Lutz Wingert
Hinweis
Anrechenbar als Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Studium generale
Zeit
Donnerstag, 13:15–15:00, wöchentlich vom 19. Februar bis 28. Mai 2015
Wir werden für unsere Leistungen gelobt und für unsere Fehler kritisiert. Das
setzt voraus, dass es an uns lag, dass die Leistung erbracht und der Fehler gemacht wurde. «Es liegt an uns, was passiert» drückt aus, dass wir frei sind. Aber
sind wir in unserem bewussten Verhalten wirklich so frei, dass wir für es verantwortlich sind? Oder unterliegen wir deterministisch zu verstehenden Bedingungen?
58
Philosophische Betrachtungen zur Physik II
Michael Hampe
Hinweis
Anrechenbar als Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Studium generale
Zeit
Montag, 15:15–17:00, alle 14 Tage vom 27. Februar bis 29. Mai 2015
Flankierend zur Vorlesung «Physik II» werden Ansätze und Problemstellungen
der Elektrodynamik aufgegriffen und vor einem breiteren historischen und philosophisch-systematischen Hintergrund kritisch reflektiert. Behandelt werden u.a.
die Rolle des Experiments, das Konzept einer Feldtheorie und das Prinzip extremaler Wirkung.
Methoden der Textanalyse
Gertrude Hirsch Hadorn, Christoph Johannes Baumberger
Hinweis
Anrechenbar als Weiterführung zu einem frei gewählten Thema, Studium generale
Zeit
Montag, 10:15–12:00, wöchentlich vom 16. Februar bis 18. Mai 2015
Die Lehrveranstaltung behandelt Grundlagenwissen (Sprechakttheorie, Semiotik,
Begriffs- und Argumentationstheorie) sowie Methoden für die kritische Auseinandersetzung mit Texten und die Analyse von Argumentationen. Innerhalb der Wissenschaft ebenso wie im Kontakt mit der Öffentlichkeit und im praktischen Leben
versuchen wir, in strittigen Angelegenheiten mit Argumenten zu überzeugen und
Zustimmung zu erzielen. Aber wann sind Aussagen klar und Argumente überzeu-
Philosophisches Seminar der Universität Zürich
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
gend? Wie werden Argumente in Debatten zielführend eingesetzt? Wann liegen
Argumentationsfehler vor? An Textbeispielen zu Umweltfragen und an philosophischen Texten wird gelernt und geübt, Inhalt und Argumentationsgang eines
Textes zu erfassen, zusammenzufassen, zu analysieren und kritisch zu beurteilen.
Dafür gilt es nicht nur die Bezüge im Text, sondern auch den Kontext, in dem der
Text steht, sowie das Vorverständnis, das jemand selbst von der Thematik hat, einzubeziehen.
59
Impressum
© 2015
Universität Zürich
1. Auflage
Preis: Fr. 2.–
Herausgeberin:
Universität Zürich
Philosophisches Seminar
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Philosophie · Frühjahrssemester 2015
08:00 – 09:45
10:15 – 12:00
12:15 – 13:45
Schaber EV
Montag
Gubelmann Ü
Kaufmann WS
Meylan WS
Cheneval, Schaber VS
Dienstag
Büttner ES
Saporiti EV
Marti WV
Gähler, Linder TT
Cheneval, Häusermann, Walter VS
Malinar WV
Schulthess EV
Cheneval WV
Corrodi Katzenstein WV
Merz-Benz WS
Meliopoulos L
Mittwoch
Halbig K
Schulthess ES
Berthold WS*
Weibel L*
Merz-Benz et al. WV
Marti VS
Meliopoulos ES
Donnerstag
Ferber K
Hofer K
Weiner WS
Saporiti, Schulthess K
Bühler WV
Halbig VS
Halbig WS
Freitag
Saporiti EV
Köllmann ES
Merz-Benz WS
Winiker L
Lanfranconi VS
Riegelnik ES
Rother WS
Schulthess VS
14:00 – 15:45
Viehoff ES
Amesbury/Cheneval WS
Schaber WS
Vogel TT
Meylan VS
Saporiti WS
Halbig ES
Rust ES
Ringvorlesung WV
Jauch VS*
Müller, Schmidt TT
Timmermann ES
Kalhat WS
16:15 – 18:00
Schaber K
Beckstein ES
Kuenzle ES
Schulte ES
Baer VS*
Cheneval, Marti K
18:15 – 20:00
EV Einführende Vorlesung, ES Einführendes Seminar, Ü Übung, L Lektüre, WS Weiterführendes Seminar, VS Vertiefendes Seminar, WV/VV Weiterführende/
Vertiefende Vorlesung, K Kolloquium, TT Thematisches Tutorat
* Beginn in der zweiten Semesterwoche
Herunterladen
Explore flashcards