Tomatenfrosch - SWR Kindernetz

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Tomatenfrosch | Tierlexikon für Kinder - Archiv | SWR Kindernetz OLI's Wilde Welt
Tomatenfrosch
Dyscophus antongilli
Mit seiner roten Farbe und dem fast runden Körper sieht dieser Frosch
von der Insel Madagaskar ein bisschen wie eine Tomate aus. Daher
kommt auch sein Name: Er heißt Tomatenfrosch.
Aussehen
Der Tomatenfrosch gehört zur Familie der Engmaulfrösche und damit zu
den Amphibien oder Lurchen.
Er sieht ziemlich anders aus als unsere einheimischen Frösche: Sein
Körper ist gedrungen und von oben fast rundlich.
Der Tomatenfrosch hat einen breiten Kopf, eine kurze Schnauze und sogar
Zähne. Die Augen haben runde Pupillen und stehen am Kopf weit
auseinander. Rechts und links am Kopf sind außerdem die Trommelfelle
der Ohren zu sehen.
Am auffälligsten ist die Farbe des Tomatenfroschs: Auf dem Rücken ist er
orange, rot oder rotbraun gefärbt.
Der Bauch ist gelblich weiß und an der Kehle hat er manchmal schwarze
Punkte.
Mit zehn Zentimetern Länge und bis zu 230 Gramm Gewicht sind die
Weibchen größer als die Männchen. Die werden nur sechseinhalb
Zentimeter lang.
Der Tomatenfrosch kann nicht springen wie unsere Frösche, weil seine
Beine ziemlich kurz sind.
Er kann bestenfalls ein bisschen klettern.
An den Hinterfüßen hat der Tomatenfrosch Schwimmhäute und so
genannte Grabschwielen, mit denen er sich im Boden eingraben kann.
Heimat
Der Tomatenfrosch hat ein winzig kleines Verbreitungsgebiet: Er kommt nur an der Ostküste der Insel
Madagaskar vor Ostafrika vor. Und auch dort lebt er nur in einer bestimmten Region: Nämlich von der
Bucht von Antongli bis in die Region südlich von Tamatave.
Lebensraum
Der Tomatenfrosch lebt überwiegend auf dem Boden. Er ist vor allem in der Laubschicht der
Regenwälder zu finden.
Rassen und Arten
Auf Madagaskar gibt es noch zwei nahe Verwandte des Tomatenfroschs. Einer davon ist der Südliche
oder Gefleckte Tomatenfrosch. Er lebt ebenfalls an der Ostküste Madagaskars, aber etwas weiter
südlich.
Lebenserwartung
Tomatenfrösche können bis zu fünf Jahre alt werden.
Alltag
Tomatenfrösche sind in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Den Tag verbringt das Tier meist
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eingegraben im Boden oder im Laub versteckt. Erst wenn es dunkel wird,
kommt es aus seinem Versteck hervor.
Dann geht der Frosch auf Futtersuche und fängt Insekten, Insektenlarven,
Schnecken, Regenwürmer und auch andere kleine Lurche.
Tomatenfrösche brauchen einen feuchten Lebensraum. Wenn auf
Madagaskar die Trockenzeit beginnt, legen die Tiere deshalb eine
Ruhephase ein und überdauern die Zeit geschützt im Boden eingegraben.
Wenn sich Tomatenfrösche bedroht fühlen, blähen sie sich auf und
verspritzen ein Sekret aus ihren Hautdrüsen.
Der Strahl kann mehrere Zentimeter weit reichen.
Dieses Sekret ist eine reizende Flüssigkeit, die beim Menschen sogar
dazu führen kann, das die Haut anschwillt.
Nachwuchs
Wenn im März die Regenzeit beginnt, ist bei den Tomatenfröschen Zeit für
die Fortpflanzung. Dann wandern die Tiere in flache Tümpel und mit
Wasser gefüllte Gräben.
Nachts lassen die Männchen laute Balzrufe hören. Dieser Gesang besteht
aus einer langen Folge von bis zu 60 einzelnen Tönen.
Insgesamt klingt der Balzgesang der Tomatenfrösche ein wenig wie
Hühnergegacker.
Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen. Nachdem das Weibchen die Eier gelegt
hat, schwimmen sie wie ein dünner Film auf der Wasseroberfläche.
Die Eier sind winzig klein und messen nur drei Millimeter. Sie sind schwarzweiß gefärbt. Ein Weibchen
kann etwa 1000 bis 1500 Eier ablegen. Schon nach zwei Tagen schlüpfen die nur sechs Millimeter
großen, durchsichtigen Kaulquappen. Sie haben keine Beine aber einen Schwanz. Und sie atmen wie
Fische mit Kiemen.
Nach etwa zwei bis drei Monaten sind sie schon viereinhalb bis fünfeinhalb Zentimeter groß. Dann
beginnt die Umwandlung zum Frosch, die so genannte Metamorphose: Die Beine wachsen, die Tiere
werfen ihren Schwanz ab und beginnen, mit ihren Lungen zu atmen. Schließlich gehen sie an Land.
Zu dieser Zeit sehen sie noch ganz anders aus als ihre Eltern: Sie sind gelb gefärbt. Erst wenn sie
etwa zwei Zentimeter groß sind, bekommen sie die typische rote Farbe. Geschlechtsreif werden sie
mit etwa einem Jahr.
Sprache
Auch außerhalb der Balzzeit geben die Frösche Laute von sich, die an das Gackern eines Huhns
erinnern.
Ernährung
Tomatenfrösche ernähren sich von Insekten, Schnecken, Larven, Würmern und anderen kleinen
Lurchen. Manchmal fressen sie sogar kleine Wirbeltiere wie etwa junge Mäuse.
Haltung
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Tomatenfrösche werden nur in wenigen Zoos gehalten.
Sie brauchen ein Terrarium mit viel Wasser und einer Bodenschicht aus
Sand und Erde, in die sie sich eingraben können.
Im Terrarium muss es 23 bis 28 Grad warm sein und die Luftfeuchtigkeit
muss zwischen 80 und 90 Prozent liegen.
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