HIV und AIDS – Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel Swasiland Ina Broers 6461224 Robert Wittgenstein 6117965 Fachdidaktik Geographie – Bildung für nachhaltige Entwicklung Dozent: Dr. Alexander Tillmann Inhalt 1. Übersicht 2. Hintergrundinformationen zu HIV und Swasiland 3. Fragestellung/ Unterrichtsthema 4. Didaktische Analyse 5. Material und Methoden 5.1 Gruppenpuzzle 5.2 Szenariomethode 6. Lernziele/ angeschnittene Kompetenzbereiche 7. Raumkonzept 8. Unterrichtsverlauf 9. Fazit 10. Literatur 11.Anhang 1. Übersicht Auch noch nach über 40 Jahren nach dem erstmaligen Ausbruch der Immunschwäche AIDS (engl:.Acquired Immune Deficiency Syndrome) stellt die Krankheit immer noch eines der größten medizinischen Probleme mit regional zum Teil enormen sozialen und wirtschaftlichen Folgen dar – besonders in weniger entwickelten Ländern (Vgl. jugend-und-bildung.de 2012). Neben der offensichtlichen Relevanz der HIV-Thematik im Bezug auf die gesundheitliche Aufklärung, sind besonders die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit interessant, wenn HIV und Aids im Geographieunterricht behandelt werden. Vor allem in wirtschaftlich und politisch instabilen Regionen der Welt wird die Bedeutung von Krankheiten und Epidemien für die nachhaltige Entwicklung deutlich. Am südafrikanischen Staat Swasiland, welcher weltweit die höchste HIVInfektionsrate aufweist, sollen für dieses Unterrichtskonzept exemplarisch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von HIV/ AIDS auf die nachhaltige Entwicklung dargestellt und Lösungsansätze diskutiert werden. 2. Hintergrundinformationen zu HIV und Swasiland Die Krankheit AIDS wird durch die Infektion mit dem Retrovirus HIV (engl.: Human Immunodeficiency Virus), der die für die Immunabwehr wichtigen T-Helferzellen befällt und deren Funktion stört, ausgelöst. Nach der Infektion treten in den meisten Fällen grippeartige Symptome auf, die spätestens nach einem Monat wieder abklingen. In der Regel folgt dann eine oft jahrelange Ruhephase, in der keinerlei Krankheitssymptome evident sind. Bricht die Krankheit nach der Ruhephase aus, so spricht man von AIDS. Die Immunantwort von Erkrankten wird durch das Virus massiv unterdrückt, wodurch sich die typischen Symptome und Folgekrankheiten, wie zum Beispiel langes Fieber, Durchfall und Gürtelrose, erklären lassen. Im Endstadium des Krankheitsverlaufes (ca. 8 bis 10 Jahre nach Erstinfektion) leiden die Betroffenen unter „Aids-definierenden Erkrankungen“: Pilzinfektionen, KaposiSarkomen der Haut, Lymphdrüsentumoren, schweren Lungenentzündungen und vielen mehr. Die Krankheit verläuft unbehandelt in 90 % der Fälle tödlich (Vgl. WILHELM 2007). Hauptsächlich wird HIV übertragen durch Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner, Infektion durch infizierte Spritzen (beispielsweise Drogenabhängige), durch konterminierte Transfusionen von Blut und Blutprodukten und durch Mutter-KindÜbertragung bei der Geburt oder beim Stillen (Vgl. ebd.). 2009 waren weltweit schätzungsweise 33,3 Mio. Menschen mit dem HI-Virus infiziert, 22,5 Mio. alleine in der Sub-Sahara-Region Afrikas. In Nordamerika (ca. 1,5 Mio.) und in West-Europa (ca. 820.000) sind die Infektionsraten vergleichsweise gering (Vgl. unaids.org 2009). Die höchste aktuelle HIV-Infektionsrate weltweit ist in Swasiland vorzufinden. In dem kleinen Binnenstaat in Südafrika sind 39,8% der Bevölkerung HIV-positiv und die Lebenserwartung ist dementsprechend gering - sie liegt nur knapp über 30 Jahren (Vgl. thomasengel-stiftung.org 2007). Zur Veranschaulichung der Lebensumstände in Swasiland dient der folgende Erfahrungsbericht von Iris Buchholz der Online-Zeitschrift „Stern.de“ vom 09. September 2008. Dieser Textabschnitt kann optional auch für den Unterrichtseinstieg genutzt werden. Erfahrungsbericht von Iris Buchholz „Es gibt im Swasiland nur junge, fröhliche Menschen, denn die älteren sind tot. Die Lebenserwartung liegt bei etwas mehr als 30 Jahren. Swasiland hat die höchste HIVRate der Welt: 39,2 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv. Bei den 30- bis 34Jährigen liegt die Ansteckungsrate bei 45,8 Prozent. Über Kondome sagen sie, das sei wie "eating a sweet with a paper" (ein Bonbon mit der Verpackung essen). Neben HIV ist das größte Problem die Hexerei, denn die Leute sind besonders abergläubisch. Zum Beispiel steigt die Mordrate im Swasiland vor den Parlamentswahlen um 27 Prozent an, weil die Kandidaten glauben, durch Menschenopfer ins Parlament zu kommen. Als ein früherer Ministerpräsident starb, fand man zwei abgetrennte Köpfe in seiner Tiefkühltruhe“ (BUCHHOLZ 2008). Der Erfahrungsbericht spiegelt inhaltlich die Probleme und Ursachen für die HIVProblematik Swasilands wider, die auch von den Texten des Gruppenpuzzles dargestellt werden (siehe Anhang). Die Erarbeitung der Zusammenhänge von HIV/ AIDS und demographischer Entwicklung, sowie sozialen und wirtschaftlichen Aspekten im Sinne der nachhaltigen Entwicklung sind Kern der hier beschriebenen Unterrichtseinheit. 3. Fragestellung/ Unterrichtsthema Die Thematisierung von HIV und AIDS im Unterricht soll eines der größten Gesundheitsprobleme der Gegenwart ins Bewusstsein der Schüler rücken und Anstoß für weiterführende Überlegungen bieten. Zentrale Fragestellung soll sein, inwiefern diese Epidemie die nachhaltige Entwicklung auf globaler und lokaler Ebene beeinflusst. Die Schüler sollen die verschiedenen Ursachen und Einflussfaktoren für die problematischen wirtschaftlichen und sozialen Umstände im Königreich Swasiland kennenlernen und bewerten können. Durch die unter Punkt 5 beschriebene Szenariomethode sollen die Schüler, anhand von zur Verfügung gestellten Materialien, verschiedene mögliche Zukunftsszenarien selbstständig entwickeln und bestehende Lösungsansätze westlicher Hilfsorganisationen bewerten. 4. Didaktische Analyse Dem Thema HIV/ AIDS wohnt in vielerlei Hinsicht eine pädagogische bzw. didaktische Relevanz für deutsche Schüler inne. Zuerst sei für die didaktische Analyse der Thematik der Aspekt der gesundheitlichen Aufklärung zu nennen. Es ist wichtig, dass die Schüler Informationen über die Gefahren, die Auswirkungen und natürlich auch über die Schutzmaßnahmen vor der Krankheit erhalten und verstehen. Desweiteren besteht zum Thema HIV/ AIDS im Sinne des Bildungsaspektes eine Notwendigkeit zur Aufklärung. Um als mündiger Bürger Teil der Gesellschaft zu sein, ist es unerlässlich die lokale und globaleTragweite von HIV zu erkennen. Auch um seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und gegenüber stärker betroffenen Staaten übernehmen zu können, muss die HIV-Problematik im kollektiven Bewusstsein verankert sein. Dies zu gewährleisten ist unter anderem Aufgabe der Schule. AIDS im Allgemeinen und die AIDS-Problematik in Swasiland im Speziellen eignen sich nach dem Hamburger Bildungsplan als Unterrichtsthema im Geographieunterricht für die gymnasiale Oberstufe. Der Unterrichtsinhalt lässt sich im Themenbereich „Globales Problemfeld und Handlungsansätze für nachhaltige Entwicklungen“ verorten und deckt den verbindlichen Unterrichtsinhalt einer „Anaylse eines globalen Problemfeldes“ ab (Vgl. Behörde für Schule und Berufsbildung 2009, S18). 5. Material und Methoden 5.1 Gruppenpuzzle Die Gruppenunterrichtsform des Gruppenpuzzles unterteilt sich schematisch in fünf Schritte. Im ersten Schritt bereitet die Lehrperson das Lernmaterial vor. Bei dem hier beschriebenen Unterrichtsentwurf besteht dieses aus fünf verschiedenen Texten, die thematisch jeweils einen Einflussfaktor der HIV-Problematik in Swasiland abdecken. Jeder Text wird einer Expertengruppe zugeteilt. Schritt zwei stellt den Beginn der Arbeitsphase in der die Schüler ihren zugeteilten Text in Einzelarbeit bearbeiten. Die Texte werden von den Schülern gelesen und anhand von Arbeitsaufträgen wird das Verständnis des bearbeiteten Materials überprüft. Nach der Einzelarbeit folgt im dritten Schritt der Austausch über die Fachinhalte innerhalb der Expertengruppen. Schritt vier ist optional und beschreibt eine gemeinsame Planung einer Phase des Unterrichts, in der die Schüler in den Expertengruppen besprechen, wie sie ihren Klassenkameraden das Gelernte am besten vermitteln können. In Schritt fünf bilden die Schüler neue Gruppen, sodass gemischte Expertengruppen entstehen. Jeder Experte vermittelt seinen Gruppenmitgliedern den Inhalt seines in der Expertengruppe erarbeiteten Unterrichtsmaterials; auf diese Weise wird jeder Schüler über alle Inhalte des Themenkomplexes informiert (Vgl. FREY-EILING et al. 2012). Die Ergebnissicherung erfolgt durch das Ausfüllen eines vorher ausgegebenen Arbeitsblattes, auf welchem Expertengruppen festhalten. die Schüler die Ergebnisse der einzelnen Die Methode des Gruppenpuzzles fördert das „gebietsspezifische Selbstvertrauen“, senkt die allgemeine Aggressionsbereitschaft innerhalb einer Klasse und steigert die Wertschätzung der Schüler untereinander, insbesondere gegenüber den schwächeren Gruppenmitgliedern. Durch die Methode des Gruppenpuzzles lernen die Schüler im Vergleich zum „normalen Lehrerunterricht“ fachlich/ inhaltlich ungefähr gleich viel (Vgl. FREY-EILING et al. 2012). 5.2 Szenariomethode Im zweiten Teil der hier beschriebenen Unterrichtseinheit entwickeln die Schüler mit Hilfe der Szenariomethode aufbauend auf den Informationen, die durch das Gruppenpuzzle erarbeitet wurden, mögliche Zukunftsszenarien für die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung von Swasiland in Anbetracht der HIV-Problematik. Die Szenariomethode wird in der Fachliteratur in verschiedene Schritte unterteilt, wobei die Anzahl der Schritte von Autor zu Autor variiert. Diese Ausarbeitung orientiert sich, in Bezug auf die Sezenariomethode, an der Beschreibung von K. REICH. K. REICH unterteilt die Szenariomethode in fünf Schritte. In Schritt eins wird der zu untersuchende Sachverhalt festgelegt und beschrieben. Dieser Schritt wird zum einen durch den Lehrervortrag zu Beginn der Unterrichtseinheit und zum andern durch die Informationstexte und das Gruppenpuzzle erfüllt. Schritt zwei (die Einflussanalyse) wird durch die verschiedenen Expertengruppen/ Expertentexte, die für jeweils einen Einflussfaktor stehen, abgedeckt. Durch die vom Lehrer vorgenommene Unterteilung Einflussfaktoren (Politik, verschiedenen Faktoren des Themenkomplexes Bildung, Wirtschaft, der Thematik in Generika, bestimmt. fünf verschiedene Kultur) werden die Schritt drei, die Deskriptorenanalyse, in der die einzelnen Einflussfaktoren für die zu entwickelnden Szenarien untersucht und bewertet werden, wird durch die Schritte zwei, drei und fünf des Gruppenpuzzles gewährleistet. Im vierten Schritt (Entwicklung der Szenarien) beginnt die eigentliche Szenariomethode. Es werden anhand der vorher erarbeiteten Schritte in Gruppenarbeit jeweils eines von drei möglichen Szenarien und eine Präsentationsform entwickelt. Die drei möglichen Szenarien sind „BestCase-Szenario“, in dem die zukünftige Entwicklung unter der Annahme, dass alle möglichen Strategien zur Linderung oder Lösung des Problems bestmöglich realisiert werden, „Trendszenario“, welches die Entwicklung des Problems unter den aktuellen gleichbleibenden Umständen auch in der Zukunft beschreibt und das „Worst-CaseSzenario“, das die zukünftige Entwicklung unter der Annahme, dass keinerlei Lösungsansätze verfolgt werden oder greifen, beschreibt. Die letzte Phase führt zur Problemanalyse der Ausgangssituation zurück. Es sollen Konsequenzen aus den aufgestellten Szenarien gezogen werden und Handlungsstrategien entworfen werden, die einen positiven Verlauf der Ausgangssituation möglich machen (Vgl. REICH 2010, S. 9f). Vor Beginn der Szenariomethode wird von allen Schülern der Text „Hilfe für von Aids betroffene Kinder“ von UNICEF gelesen. Dieser Text weist inhaltlich verschiedene Hilfsmaßnahmen auf, deren Wirksamkeit von den Schülern während der Durchführung der Szenariomethode bewertet werden soll. Durch die Szenariomethode wird Lernen als aktiver und konstruktiver Prozess gestaltet. Da der Szenariomethode ein sehr kreatives Moment inne wohnt, ist eine ihrer bezeichnenden Eigenschaften ihre hohe Ergebnisoffenheit. Ihr großer Anteil an Gruppenarbeit fördert und fordert soziale Interaktion v.a. Kommunikation. Durch argumentative und diskursive Auseinandersetzung mit anderen Schülern wird reflexives und selbstständiges Denken angeregt. Darüberhinaus wird die Aktivität jedes einzelnen Schülers durch die kennzeichnende Sozialform der Gruppenarbeit sichergestellt (Vgl. REICH 2010, S. 4f). 6. Lernziele/ angeschnittene Kompetenzbereiche Übergeordnetes Bildungsziel ist, dass junge Menschen nach Abschluss ihrer Schullaufbahn in der Lage sind, an gesellschaftlichen Aushandlungs- und Mitgestaltungsprozessen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung partizipieren können. (Vgl. KÜNZLI et al. 2008, S.37). Nach diesem Bildungsverständnis trägt Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Entwicklung von Individuen bei, die sich selbstständig in der Welt zurechtfinden, orientieren können und Verantwortung übernehmen. Bildung für nachhaltige Entwicklung hat auch zum Ziel ein kritisches Bewusstsein ohne Verlust eines bejahenden Lebensgefühls bei den Schülern zu fördern. Unterricht und damit auch ein Unterricht zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, kann dabei die notwendigen förderlichen Rahmenbedingungen bereitstellen (Vgl. KÜNZLI et al. 2008, S.38). In dem hier beschriebenen Unterrichtskonzept werden die folgenden Lernziele im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung abgedeckt: Zunächst erwerben die Schüler Wissen über wichtige Aspekte zum Thema HIV/ AIDS. Da diese Informationen für verantwortungsvolles Handeln unerlässlich sind, trägt dieser Teil der Unterrichtseinheit zur Entwicklung der Schüler zu mündigen Bürgern bei. Desweiteren ist den Schülern nach der Unterrichtseinheit die politische, wirtschaftliche, gesundheitliche und soziale Lage Swasilands bewusst. Die Schüler lernen verschiedene Einflussfaktoren, die die aktuelle Situation Swasilands bedingen und wissen wie diese miteinander in Wechselbeziehungen treten. Über die Lernziele der Nachhaltigkeit hinaus, können die Schüler nach dem Unterricht Swasiland auf der Weltkarte geographisch verorten. Als weiche Lernziele (soft skills) der Unterrichtseinheit zu HIV und AIDS stehen v.a. Kommunikationskompetenz und Bewertungskompetenz im Vordergrund. Der Kompetenzbereich der Kommunikation wird durch die Gruppenarbeit im Gruppenpuzzle und auch bei der Szenariomethode gefordert und gefördert. Vor allem bei der Durchführung der Szenariomethode müssen innerhalb der Arbeitsgruppen neben den Fachinhalten auch gruppendynamische Prozesse ausgehandelt werden. Durch die gegebenen Informationen zu Swasiland und zu der Arbeit von Hilfsorganisationen und der selbstständigen Entwicklung eines möglichen Zukunftsszenarios wird die Bewertungskompetenz der Schüler geschult. Durch die Bewertung aktueller Lösungsansätze und der intensiven Beschäftigung mit der weltweiten HIV-Problematik wird auch die Grundlage für die Kompetenz der Anbahnung von Handlung geschaffen. Die Methodenkompetenz wird in der beschriebenen Unterrichtseinheit durch den Gebrauch diverser Presseartikeln und Internetquellen abgedeckt. Der kritische Umgang mit diesen Materialien befähigt die Schüler zur Informationsgewinnung/ -auswertung. Durch die Verortung Swasilands auf der Weltkarte, wird die Kompetenz der räumlichen Orientierung, wenn auch nur peripher, doch zumindest angeschnitten. 7. Raumkonzept Das Raumkonzept für diese Unterrichtseinheit zum Thema HIV/ AIDS und Swasiland kann als System von Lagebeziehungen verstanden werden. Das Raumkonzept als System von Lagebeziehungen materieller Objekte betrachtet geographische Phänomene unter dem Aspekt der objektiven Beschaffenheit der Raumstruktur. Es wird also untersucht welche regionalen Zusammenhänge als Ursache für ein Problem identifiziert werden können (Vgl. DGfG 2002, S. 6). Es werden am Beispiel Swasiland die Faktoren und Wechselbeziehungen zwischen diesen identifiziert und bewertet, die zu den gegenwärtigen Entwicklungsproblemen geführt haben. Im Zentrum der Betrachtung soll v.a. der Faktor HIV als wichtiger Angelpunkt für eine Nachhaltige Entwicklung erkannt werden. Die einzelnen Aspekte der HIV-Problematik in Swasiland, die betrachtet werden, sind: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung und der Einfluss des Patentrechtes bei HIV-Medikamenten (Generika). Im Gruppenpuzzle erarbeiten die Schüler die Wechselbeziehungen des für Swasiland charakteristischen Phänomens der Polygamie und HIV/ AIDS. Auch wird der Zusammenhang zwischen der monarchischen Herrschaftsform, der wirtschaftlich nachteiligen Binnenlage Swasilands und mangelhafter Bildungspolitik mit AIDS herausgearbeitet. 8. Unterrichtsverlauf Eine Unterrichtssituation ist ein komplexes System, in dem fließende Übergänge zwischen Interaktion und Kommunikation stattfinden. Die Schüler und Lehrer befinden sich in einer Umwelt, die aus „harten“ (Lehrplan, Räumliche Situation, Zeit) und weichen Elementen (Einrichtung des Raumes, Zeiteinteilung, Arbeitsformen, Methoden und Durchführung) bestehen. Der hier dargestellte Unterrichtsentwurf umfasst zwei Unterrichtsstunden. Erste Unterrichtsstunde Zweite Unterrichtsstunde 9. Fazit Der beschriebene Unterrichtsentwurf deckt durch die verwendete Methodenvielfalt eine Vielzahl didaktischer Kompetenzbereiche ab. Im Vordergrund steht, wie unter Punkt sechs „Lernziele/ angeschnittene Kompetenzbereiche“ ausgeführt, die Kommunikationskompetenz. Darüber hinaus werden durch die multiperspektive Betrachtung der Rahmenbedingungen HIV-Problematik für die in Swasiland Entwicklung der auch die Beurteilungs- nötigen und Bewertungskompetenz geschaffen. Als vorwiegende Lerntheorie des vorgestellten Konzeptes ist der Konstruktivismus anzusehen. Vor allem die Szenariomethode, die ein hohes Maß an Kreativität und Eigeninitiative von den Schülern fordert, ist zu dieser Lerntheorie zu zählen. Der kognitivistische Teil beschränkt sich lediglich auf den Lehrervortrag zu Beginn der Unterrichtseinheit und den Einzelarbeitsteil des Gruppenpuzzles. Die Behandlung des vorgestellten Themas in der Schule fördert bei den Schülern das Bewusstsein über die Vielfalt, der durch HIV und AIDS verursachten sozialen und ökonomischen Probleme und deren Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung. 10. Literatur Behörde für Schule und Berufsbildung 2009: „Bildungsplan Hamburg gymnasiale Oberstufe“, Hamburg. BUCHHOLZ, Iris 2008: „Mädchen für alles in Swasiland“, http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/iris-buchholz-maedchen-fueralles-in-swasiland-638570.html, Zugriff am 05.03.2013. DGfG (Deutsche Gesellschaft für Geographie) 2002: „Raumkonzepte im Geographieunterricht Curriculum 2000+ Grundsätze und Empfehlungen zur Lehrplanarbeit im Schulfach Geographie“, Jena. FREY-EILING, Angela; FREY, Karl 2012: „Das Gruppenpuzzle“, Köln, http://www.riemer-koeln.de/mathematik/fachseminar/reader/03-methoden/freygruppenpuzzle.pdf, Zugriff am 06.12.2012. Jugend-und-bildung.de: http://www.jugend-und-bildung.de/webcom/show_article.php/_c-10/_nr-833/_p1/i.html, Zugriff am 06.12.2012. KÜNZLI, Christiane; BERTSCHY, Franziska 2008: „Didaktisches Konzept: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“, Bern, http://www.ikaoe.unibe.ch/forschung/bineu/BNE_Didaktisches_Konzept_Feb08.pdf, Zugriff am 06.12.2012. REICH, Kersten 2010: „Methodenpool“, Köln, www.methodenpool.uni-koeln.de,Zugriff am 06.12.2012. Thomas-Engel-Stiftung 2007: http://www.thomasengel-stiftung.org/index.php/swasiland_de.html, Zugriff am 06.12.2012. unaids.org 2009: unaids.org/documents/20101123_epislides_core_en.pdf, Zugriff am 06.12.2012. W ILHELM 2007: http://www.google.de/imgres?q=Aidsrate+zeitliche+entwicklung+swaziland&um=1&hl =de&tbm=isch&tbnid=TeEtI5rhXJKnsM:&imgrefurl=http://www.berlininstitut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/hivaids-einueberblick.html&docid=h5vr47sQPrDo2M&imgurl=http://www.berlininstitut.org/typo3temp/pics/940cc66bb6.png&w=530&h=295&ei=G7KsUPXiC8TIsgaig YGIBg&zoom=1&iact=hc&vpx=613&vpy=118&dur=1062&hovh=167&hovw=301&tx= 158&ty=55&sig=110222972875712615920&page=1&tbnh=139&tbnw=251&start=0& ndsp=8&ved=1t:429,r:6,s:0,i:87&biw=1024&bih=475, Zugriff am 06.12.2012. 11. Anhang Texte für Gruppenpuzzle „Generika“ http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2009-11/patente-aids „Gesellschaft/ Kultur“ http://www.irinnews.org/Report/59716/SWAZILAND-Facing-the-culture-shock-of-monogamy „Wirtschaft“ http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Swasiland/Wirtschaft_node.html „Bildung“ http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Swasiland/Wirtschaft_node.html „Politik“ http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Swasiland/Innenpolitik_node.html „Hilfe für von Aids betroffene Kinder“ http://www.unicef.de/projekte/themen/aids/?et_cid=43&et_lid=89091