HIV und AIDS – Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel

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HIV und AIDS – Bildung für nachhaltige Entwicklung
am Beispiel Swasiland
Ina Broers 6461224
Robert Wittgenstein 6117965
Fachdidaktik Geographie –
Bildung für nachhaltige
Entwicklung
Dozent: Dr. Alexander Tillmann
Inhalt
1. Übersicht
2. Hintergrundinformationen zu HIV und Swasiland
3. Fragestellung/ Unterrichtsthema
4. Didaktische Analyse
5. Material und Methoden
5.1 Gruppenpuzzle
5.2 Szenariomethode
6. Lernziele/ angeschnittene Kompetenzbereiche
7. Raumkonzept
8. Unterrichtsverlauf
9. Fazit
10. Literatur
11.Anhang
1. Übersicht
Auch
noch
nach
über
40
Jahren
nach
dem erstmaligen
Ausbruch
der
Immunschwäche AIDS (engl:.Acquired Immune Deficiency Syndrome) stellt die
Krankheit immer noch eines der größten medizinischen Probleme mit regional zum
Teil enormen sozialen und wirtschaftlichen Folgen dar – besonders in weniger
entwickelten Ländern (Vgl. jugend-und-bildung.de 2012).
Neben der offensichtlichen Relevanz der HIV-Thematik im Bezug auf die
gesundheitliche Aufklärung, sind besonders die sozialen und wirtschaftlichen
Auswirkungen der Krankheit interessant, wenn HIV und Aids im Geographieunterricht
behandelt werden. Vor allem in wirtschaftlich und politisch instabilen Regionen der
Welt wird die Bedeutung von Krankheiten und Epidemien für die nachhaltige
Entwicklung deutlich.
Am südafrikanischen Staat Swasiland, welcher weltweit die höchste HIVInfektionsrate aufweist, sollen für dieses Unterrichtskonzept exemplarisch die
sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von HIV/ AIDS auf die nachhaltige
Entwicklung dargestellt und Lösungsansätze diskutiert werden.
2. Hintergrundinformationen zu HIV und Swasiland
Die Krankheit AIDS wird durch die Infektion mit dem Retrovirus HIV (engl.: Human
Immunodeficiency Virus), der die für die Immunabwehr wichtigen T-Helferzellen
befällt und deren Funktion stört, ausgelöst. Nach der Infektion treten in den meisten
Fällen grippeartige Symptome auf, die spätestens nach einem Monat wieder
abklingen. In der Regel folgt dann eine oft jahrelange Ruhephase, in der keinerlei
Krankheitssymptome evident sind. Bricht die Krankheit nach der Ruhephase aus, so
spricht man von AIDS. Die Immunantwort von Erkrankten wird durch das Virus
massiv unterdrückt, wodurch sich die typischen Symptome und Folgekrankheiten,
wie zum Beispiel langes Fieber, Durchfall und Gürtelrose, erklären lassen. Im
Endstadium des Krankheitsverlaufes (ca. 8 bis 10 Jahre nach Erstinfektion) leiden
die Betroffenen unter „Aids-definierenden Erkrankungen“: Pilzinfektionen, KaposiSarkomen der Haut, Lymphdrüsentumoren, schweren Lungenentzündungen und
vielen mehr. Die Krankheit verläuft unbehandelt in 90 % der Fälle tödlich (Vgl. WILHELM
2007).
Hauptsächlich wird HIV übertragen durch Geschlechtsverkehr mit einem infizierten
Partner, Infektion durch infizierte Spritzen (beispielsweise Drogenabhängige), durch
konterminierte Transfusionen von Blut und Blutprodukten und durch Mutter-KindÜbertragung bei der Geburt oder beim Stillen (Vgl. ebd.).
2009 waren weltweit schätzungsweise 33,3 Mio. Menschen mit dem HI-Virus infiziert,
22,5 Mio. alleine in der Sub-Sahara-Region Afrikas. In Nordamerika (ca. 1,5 Mio.)
und in West-Europa (ca. 820.000) sind die Infektionsraten vergleichsweise gering
(Vgl. unaids.org 2009).
Die höchste aktuelle HIV-Infektionsrate weltweit ist in Swasiland vorzufinden. In dem
kleinen Binnenstaat in Südafrika sind 39,8% der Bevölkerung HIV-positiv und die
Lebenserwartung ist dementsprechend gering - sie liegt nur knapp über 30 Jahren
(Vgl. thomasengel-stiftung.org 2007).
Zur Veranschaulichung der Lebensumstände in Swasiland dient der folgende
Erfahrungsbericht von Iris Buchholz der Online-Zeitschrift „Stern.de“ vom 09.
September 2008. Dieser Textabschnitt kann optional auch für den Unterrichtseinstieg
genutzt werden.
Erfahrungsbericht von Iris Buchholz
„Es gibt im Swasiland nur junge, fröhliche Menschen, denn die älteren sind tot. Die
Lebenserwartung liegt bei etwas mehr als 30 Jahren. Swasiland hat die höchste HIVRate der Welt: 39,2 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv. Bei den 30- bis 34Jährigen liegt die Ansteckungsrate bei 45,8 Prozent. Über Kondome sagen sie, das
sei wie "eating a sweet with a paper" (ein Bonbon mit der Verpackung essen). Neben
HIV ist das größte Problem die Hexerei, denn die Leute sind besonders
abergläubisch.
Zum
Beispiel
steigt
die
Mordrate
im
Swasiland
vor
den
Parlamentswahlen um 27 Prozent an, weil die Kandidaten glauben, durch
Menschenopfer ins Parlament zu kommen. Als ein früherer Ministerpräsident starb,
fand man zwei abgetrennte Köpfe in seiner Tiefkühltruhe“ (BUCHHOLZ 2008).
Der Erfahrungsbericht spiegelt inhaltlich die Probleme und Ursachen für die HIVProblematik Swasilands wider, die auch von den Texten des Gruppenpuzzles
dargestellt werden (siehe Anhang).
Die Erarbeitung der Zusammenhänge von HIV/ AIDS und demographischer
Entwicklung, sowie sozialen und wirtschaftlichen Aspekten im Sinne der nachhaltigen
Entwicklung sind Kern der hier beschriebenen Unterrichtseinheit.
3. Fragestellung/ Unterrichtsthema
Die Thematisierung von HIV und AIDS im Unterricht soll eines der größten
Gesundheitsprobleme der Gegenwart ins Bewusstsein der Schüler rücken und
Anstoß für weiterführende Überlegungen bieten. Zentrale Fragestellung soll sein,
inwiefern diese Epidemie die nachhaltige Entwicklung auf globaler und lokaler Ebene
beeinflusst. Die Schüler sollen die verschiedenen Ursachen und Einflussfaktoren für
die problematischen wirtschaftlichen und sozialen Umstände im Königreich
Swasiland kennenlernen und bewerten können. Durch die unter Punkt 5
beschriebene Szenariomethode sollen die Schüler, anhand von zur Verfügung
gestellten Materialien, verschiedene mögliche Zukunftsszenarien selbstständig
entwickeln
und
bestehende
Lösungsansätze
westlicher
Hilfsorganisationen
bewerten.
4. Didaktische Analyse
Dem Thema HIV/ AIDS wohnt in vielerlei Hinsicht eine pädagogische bzw.
didaktische Relevanz für deutsche Schüler inne. Zuerst sei für die didaktische
Analyse der Thematik der Aspekt der gesundheitlichen Aufklärung zu nennen. Es ist
wichtig, dass die Schüler Informationen über die Gefahren, die Auswirkungen und
natürlich auch über die Schutzmaßnahmen vor der Krankheit erhalten und verstehen.
Desweiteren besteht zum Thema HIV/ AIDS im Sinne des Bildungsaspektes eine
Notwendigkeit zur Aufklärung. Um als mündiger Bürger Teil der Gesellschaft zu sein,
ist es unerlässlich die lokale und globaleTragweite von HIV zu erkennen. Auch um
seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und gegenüber stärker betroffenen
Staaten übernehmen zu können, muss die HIV-Problematik im kollektiven
Bewusstsein verankert sein. Dies zu gewährleisten ist unter anderem Aufgabe der
Schule.
AIDS im Allgemeinen und die AIDS-Problematik in Swasiland im Speziellen eignen
sich
nach
dem
Hamburger
Bildungsplan
als
Unterrichtsthema
im
Geographieunterricht für die gymnasiale Oberstufe. Der Unterrichtsinhalt lässt sich
im Themenbereich „Globales Problemfeld und Handlungsansätze für nachhaltige
Entwicklungen“ verorten und deckt den verbindlichen Unterrichtsinhalt einer „Anaylse
eines globalen Problemfeldes“ ab (Vgl. Behörde für Schule und Berufsbildung 2009, S18).
5. Material und Methoden
5.1 Gruppenpuzzle
Die Gruppenunterrichtsform des Gruppenpuzzles unterteilt sich schematisch in fünf
Schritte. Im ersten Schritt bereitet die Lehrperson das Lernmaterial vor. Bei dem hier
beschriebenen Unterrichtsentwurf besteht dieses aus fünf verschiedenen Texten, die
thematisch jeweils einen Einflussfaktor der HIV-Problematik in Swasiland abdecken.
Jeder Text wird einer Expertengruppe zugeteilt. Schritt zwei stellt den Beginn der
Arbeitsphase in der die Schüler ihren zugeteilten Text in Einzelarbeit bearbeiten. Die
Texte werden von den Schülern gelesen und anhand von Arbeitsaufträgen wird das
Verständnis des bearbeiteten Materials überprüft. Nach der Einzelarbeit folgt im
dritten Schritt der Austausch über die Fachinhalte innerhalb der Expertengruppen.
Schritt vier ist optional und beschreibt eine gemeinsame Planung einer Phase des
Unterrichts, in der die Schüler in den Expertengruppen besprechen, wie sie ihren
Klassenkameraden das Gelernte am besten vermitteln können. In Schritt fünf bilden
die Schüler neue Gruppen, sodass gemischte Expertengruppen entstehen. Jeder
Experte
vermittelt
seinen
Gruppenmitgliedern
den
Inhalt
seines
in
der
Expertengruppe erarbeiteten Unterrichtsmaterials; auf diese Weise wird jeder
Schüler über alle Inhalte des Themenkomplexes informiert (Vgl. FREY-EILING et al. 2012).
Die Ergebnissicherung erfolgt durch das Ausfüllen eines vorher ausgegebenen
Arbeitsblattes,
auf
welchem
Expertengruppen festhalten.
die
Schüler
die
Ergebnisse
der
einzelnen
Die Methode des Gruppenpuzzles fördert das „gebietsspezifische Selbstvertrauen“,
senkt die allgemeine Aggressionsbereitschaft innerhalb einer Klasse und steigert die
Wertschätzung
der
Schüler
untereinander,
insbesondere
gegenüber
den
schwächeren Gruppenmitgliedern. Durch die Methode des Gruppenpuzzles lernen
die Schüler im Vergleich zum „normalen Lehrerunterricht“ fachlich/ inhaltlich ungefähr
gleich viel (Vgl. FREY-EILING et al. 2012).
5.2 Szenariomethode
Im zweiten Teil der hier beschriebenen Unterrichtseinheit entwickeln die Schüler mit
Hilfe der Szenariomethode aufbauend auf den Informationen, die durch das
Gruppenpuzzle erarbeitet wurden, mögliche Zukunftsszenarien für die wirtschaftliche,
soziale und politische Entwicklung von Swasiland in Anbetracht der HIV-Problematik.
Die Szenariomethode wird in der Fachliteratur in verschiedene Schritte unterteilt,
wobei die Anzahl der Schritte von Autor zu Autor variiert. Diese Ausarbeitung
orientiert sich, in Bezug auf die Sezenariomethode, an der Beschreibung von K.
REICH.
K. REICH unterteilt die Szenariomethode in fünf Schritte. In Schritt eins wird der zu
untersuchende Sachverhalt festgelegt und beschrieben. Dieser Schritt wird zum
einen durch den Lehrervortrag zu Beginn der Unterrichtseinheit und zum andern
durch die Informationstexte und das Gruppenpuzzle erfüllt. Schritt zwei (die
Einflussanalyse) wird durch die verschiedenen Expertengruppen/ Expertentexte, die
für jeweils einen Einflussfaktor stehen, abgedeckt. Durch die vom Lehrer
vorgenommene
Unterteilung
Einflussfaktoren
(Politik,
verschiedenen
Faktoren
des
Themenkomplexes
Bildung, Wirtschaft,
der
Thematik
in
Generika,
bestimmt.
fünf
verschiedene
Kultur)
werden
die
Schritt
drei,
die
Deskriptorenanalyse, in der die einzelnen Einflussfaktoren für die zu entwickelnden
Szenarien untersucht und bewertet werden, wird durch die Schritte zwei, drei und
fünf des Gruppenpuzzles gewährleistet. Im vierten Schritt (Entwicklung der
Szenarien) beginnt die eigentliche Szenariomethode. Es werden anhand der vorher
erarbeiteten Schritte in Gruppenarbeit jeweils eines von drei möglichen Szenarien
und eine Präsentationsform entwickelt. Die drei möglichen Szenarien sind „BestCase-Szenario“, in dem die zukünftige Entwicklung unter der Annahme, dass alle
möglichen Strategien zur Linderung oder Lösung des Problems bestmöglich realisiert
werden, „Trendszenario“, welches die Entwicklung des Problems unter den aktuellen
gleichbleibenden Umständen auch in der Zukunft beschreibt und das „Worst-CaseSzenario“, das die zukünftige Entwicklung unter der Annahme, dass keinerlei
Lösungsansätze verfolgt werden oder greifen, beschreibt. Die letzte Phase führt zur
Problemanalyse der Ausgangssituation zurück. Es sollen Konsequenzen aus den
aufgestellten Szenarien gezogen werden und Handlungsstrategien entworfen
werden, die einen positiven Verlauf der Ausgangssituation möglich machen (Vgl. REICH
2010, S. 9f). Vor Beginn der Szenariomethode wird von allen Schülern der Text „Hilfe
für von Aids betroffene Kinder“ von UNICEF gelesen. Dieser Text weist inhaltlich
verschiedene Hilfsmaßnahmen auf, deren Wirksamkeit von den Schülern während
der Durchführung der Szenariomethode bewertet werden soll.
Durch die Szenariomethode wird Lernen als aktiver und konstruktiver Prozess
gestaltet. Da der Szenariomethode ein sehr kreatives Moment inne wohnt, ist eine
ihrer bezeichnenden Eigenschaften ihre hohe Ergebnisoffenheit. Ihr großer Anteil an
Gruppenarbeit fördert und fordert soziale Interaktion v.a. Kommunikation. Durch
argumentative und diskursive Auseinandersetzung mit anderen Schülern wird
reflexives und selbstständiges Denken angeregt. Darüberhinaus wird die Aktivität
jedes einzelnen Schülers durch die kennzeichnende Sozialform der Gruppenarbeit
sichergestellt (Vgl. REICH 2010, S. 4f).
6. Lernziele/ angeschnittene Kompetenzbereiche
Übergeordnetes Bildungsziel ist, dass junge Menschen nach Abschluss ihrer
Schullaufbahn in der Lage sind, an gesellschaftlichen Aushandlungs- und
Mitgestaltungsprozessen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung partizipieren
können. (Vgl. KÜNZLI et al. 2008, S.37). Nach diesem Bildungsverständnis trägt Bildung für
nachhaltige Entwicklung zur Entwicklung von Individuen bei, die sich selbstständig in
der Welt zurechtfinden, orientieren können und Verantwortung übernehmen. Bildung
für nachhaltige Entwicklung hat auch zum Ziel ein kritisches Bewusstsein ohne
Verlust eines bejahenden Lebensgefühls bei den Schülern zu fördern. Unterricht und
damit auch ein Unterricht zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, kann dabei
die notwendigen förderlichen Rahmenbedingungen bereitstellen (Vgl. KÜNZLI et al. 2008,
S.38).
In dem hier beschriebenen Unterrichtskonzept werden die folgenden Lernziele im
Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung abgedeckt:
Zunächst erwerben die Schüler Wissen über wichtige Aspekte zum Thema HIV/
AIDS. Da diese Informationen für verantwortungsvolles Handeln unerlässlich sind,
trägt dieser Teil der Unterrichtseinheit zur Entwicklung der Schüler zu mündigen
Bürgern bei.
Desweiteren
ist
den
Schülern
nach
der
Unterrichtseinheit
die
politische,
wirtschaftliche, gesundheitliche und soziale Lage Swasilands bewusst.
Die Schüler lernen verschiedene Einflussfaktoren, die die aktuelle Situation
Swasilands bedingen und wissen wie diese miteinander in Wechselbeziehungen
treten.
Über die Lernziele der Nachhaltigkeit hinaus, können die Schüler nach dem
Unterricht Swasiland auf der Weltkarte geographisch verorten.
Als weiche Lernziele (soft skills) der Unterrichtseinheit zu HIV und AIDS stehen v.a.
Kommunikationskompetenz und Bewertungskompetenz im Vordergrund.
Der Kompetenzbereich der Kommunikation wird durch die Gruppenarbeit im
Gruppenpuzzle und auch bei der Szenariomethode gefordert und gefördert. Vor
allem bei
der
Durchführung
der
Szenariomethode
müssen
innerhalb
der
Arbeitsgruppen neben den Fachinhalten auch gruppendynamische Prozesse
ausgehandelt werden. Durch die gegebenen Informationen zu Swasiland und zu der
Arbeit von Hilfsorganisationen und der selbstständigen Entwicklung eines möglichen
Zukunftsszenarios wird die Bewertungskompetenz der Schüler geschult. Durch die
Bewertung aktueller Lösungsansätze und der intensiven Beschäftigung mit der
weltweiten HIV-Problematik wird auch die Grundlage für die Kompetenz der
Anbahnung von Handlung geschaffen. Die Methodenkompetenz wird in der
beschriebenen Unterrichtseinheit durch den Gebrauch diverser Presseartikeln und
Internetquellen abgedeckt. Der kritische Umgang mit diesen Materialien befähigt die
Schüler zur Informationsgewinnung/ -auswertung. Durch die Verortung Swasilands
auf der Weltkarte, wird die Kompetenz der räumlichen Orientierung, wenn auch nur
peripher, doch zumindest angeschnitten.
7. Raumkonzept
Das Raumkonzept für diese Unterrichtseinheit zum Thema HIV/ AIDS und Swasiland
kann als System von Lagebeziehungen verstanden werden.
Das Raumkonzept als System von Lagebeziehungen materieller Objekte betrachtet
geographische Phänomene unter dem Aspekt der objektiven Beschaffenheit der
Raumstruktur. Es wird also untersucht welche regionalen Zusammenhänge als
Ursache für ein Problem identifiziert werden können (Vgl. DGfG 2002, S. 6).
Es werden am Beispiel Swasiland die Faktoren und Wechselbeziehungen zwischen
diesen identifiziert und bewertet, die zu den gegenwärtigen Entwicklungsproblemen
geführt haben. Im Zentrum der Betrachtung soll v.a. der Faktor HIV als wichtiger
Angelpunkt für eine Nachhaltige Entwicklung erkannt werden. Die einzelnen Aspekte
der HIV-Problematik in Swasiland, die betrachtet werden, sind: Politik, Wirtschaft,
Gesellschaft, Bildung und der Einfluss des Patentrechtes bei HIV-Medikamenten
(Generika). Im Gruppenpuzzle erarbeiten die Schüler die Wechselbeziehungen des
für Swasiland charakteristischen Phänomens der Polygamie und HIV/ AIDS. Auch
wird der Zusammenhang zwischen der monarchischen Herrschaftsform, der
wirtschaftlich nachteiligen Binnenlage Swasilands und mangelhafter Bildungspolitik
mit AIDS herausgearbeitet.
8. Unterrichtsverlauf
Eine Unterrichtssituation ist ein komplexes System, in dem fließende Übergänge
zwischen Interaktion und Kommunikation stattfinden. Die Schüler und Lehrer
befinden sich in einer Umwelt, die aus „harten“ (Lehrplan, Räumliche Situation, Zeit)
und weichen Elementen (Einrichtung des Raumes, Zeiteinteilung, Arbeitsformen,
Methoden und Durchführung) bestehen.
Der hier dargestellte Unterrichtsentwurf umfasst zwei Unterrichtsstunden.
Erste Unterrichtsstunde
Zweite Unterrichtsstunde
9. Fazit
Der beschriebene Unterrichtsentwurf deckt durch die verwendete Methodenvielfalt
eine Vielzahl didaktischer Kompetenzbereiche ab. Im Vordergrund steht, wie unter
Punkt sechs „Lernziele/ angeschnittene Kompetenzbereiche“ ausgeführt, die
Kommunikationskompetenz. Darüber hinaus werden durch die multiperspektive
Betrachtung
der
Rahmenbedingungen
HIV-Problematik
für
die
in
Swasiland
Entwicklung
der
auch
die
Beurteilungs-
nötigen
und
Bewertungskompetenz geschaffen.
Als vorwiegende Lerntheorie des vorgestellten Konzeptes ist der Konstruktivismus
anzusehen. Vor allem die Szenariomethode, die ein hohes Maß an Kreativität und
Eigeninitiative von den Schülern fordert, ist zu dieser Lerntheorie zu zählen.
Der kognitivistische Teil beschränkt sich lediglich auf den Lehrervortrag zu Beginn
der Unterrichtseinheit und den Einzelarbeitsteil des Gruppenpuzzles.
Die Behandlung des vorgestellten Themas in der Schule fördert bei den Schülern
das Bewusstsein über die Vielfalt, der durch HIV und AIDS verursachten sozialen
und ökonomischen Probleme und deren Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung.
10. Literatur
Behörde für Schule und Berufsbildung 2009: „Bildungsplan Hamburg gymnasiale
Oberstufe“, Hamburg.
BUCHHOLZ, Iris 2008: „Mädchen für alles in Swasiland“,
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/iris-buchholz-maedchen-fueralles-in-swasiland-638570.html, Zugriff am 05.03.2013.
DGfG (Deutsche Gesellschaft für Geographie) 2002: „Raumkonzepte im
Geographieunterricht Curriculum 2000+ Grundsätze und Empfehlungen zur
Lehrplanarbeit im Schulfach Geographie“, Jena.
FREY-EILING, Angela; FREY, Karl 2012: „Das Gruppenpuzzle“, Köln,
http://www.riemer-koeln.de/mathematik/fachseminar/reader/03-methoden/freygruppenpuzzle.pdf, Zugriff am 06.12.2012.
Jugend-und-bildung.de:
http://www.jugend-und-bildung.de/webcom/show_article.php/_c-10/_nr-833/_p1/i.html,
Zugriff am 06.12.2012.
KÜNZLI, Christiane; BERTSCHY, Franziska 2008: „Didaktisches Konzept: Bildung für
eine nachhaltige Entwicklung“, Bern,
http://www.ikaoe.unibe.ch/forschung/bineu/BNE_Didaktisches_Konzept_Feb08.pdf,
Zugriff am 06.12.2012.
REICH, Kersten 2010: „Methodenpool“, Köln,
www.methodenpool.uni-koeln.de,Zugriff am 06.12.2012.
Thomas-Engel-Stiftung 2007:
http://www.thomasengel-stiftung.org/index.php/swasiland_de.html,
Zugriff am 06.12.2012.
unaids.org 2009:
unaids.org/documents/20101123_epislides_core_en.pdf,
Zugriff am 06.12.2012.
W ILHELM 2007:
http://www.google.de/imgres?q=Aidsrate+zeitliche+entwicklung+swaziland&um=1&hl
=de&tbm=isch&tbnid=TeEtI5rhXJKnsM:&imgrefurl=http://www.berlininstitut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/hivaids-einueberblick.html&docid=h5vr47sQPrDo2M&imgurl=http://www.berlininstitut.org/typo3temp/pics/940cc66bb6.png&w=530&h=295&ei=G7KsUPXiC8TIsgaig
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ndsp=8&ved=1t:429,r:6,s:0,i:87&biw=1024&bih=475,
Zugriff am 06.12.2012.
11. Anhang
Texte für Gruppenpuzzle
„Generika“
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2009-11/patente-aids
„Gesellschaft/ Kultur“
http://www.irinnews.org/Report/59716/SWAZILAND-Facing-the-culture-shock-of-monogamy
„Wirtschaft“
http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Swasiland/Wirtschaft_node.html
„Bildung“
http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Swasiland/Wirtschaft_node.html
„Politik“
http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Swasiland/Innenpolitik_node.html
„Hilfe für von Aids betroffene Kinder“
http://www.unicef.de/projekte/themen/aids/?et_cid=43&et_lid=89091
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