Tipps und Informationen für Kaninchenfreunde

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Tipps und Informationen für Kaninchenfreunde Um vermeidbaren Krankheiten und Verletzungen vorzubeugen haben wir für Sie die wichtigsten Dinge zusammengefasst, die Sie bei der Haltung ihrer Kaninchen beachten sollten. A LLGEMEIN : Kaninchen haben ein anderes Verdauungssystem als der Mensch. Da der Darm der Nager keine eigene Peristaltik besitzt, ist es für Kaninchen und Hasen lebenswichtig ständigen Zugang zu Raufutter (Heu) zu haben. Sind die Tiere länger als 4 bis 6 Stunden nüchtern, kommt es zu massiven Verdauungsproblem durch Fehlgährungen und Verstopfung, da die Darmtätigkeit erliegt sobald über diesen Zeitraum hinaus keine Nahrung aufgenommen wird. Dies kann schnell lebensbedrohlich werden! Wundern Sie sich nicht wenn ihr Kaninchen seinen eigenen Kot frisst. Dabei handelt es sich um den Blinddarmkot, der weicher und geruchsintensiver als der restliche Stuhl ist. In ihm sind viele, für das Tier wichtige Vitamine enthalten. Um eine problemlose Nahrungsaufnahme gewährleisten zu können, empfehlen wir regelmäßige Zahnkontrollen durch einen Tierarzt. Anders als beim Menschen wachsen die Zähne der Nagetiere nach und sollten daher hin und wieder korrigiert werden, da die Nahrungsaufnahme sonst erschwert bis unmöglich wird. Dies kommt vor allem bei Hasen und Kaninchen vor, die wenig Raufutter und viel Fertigfutter gefüttert bekommen, da die Zähne dann weniger abgenutzt werden. Hauptsächlich in den Sommermonaten bergen Stubenfliegen ein zusätzliches Risiko für Ihr Heimtier. Sie legen ihre Eier ins Fell der Nager, was meist unbemerkt bleibt, aber lebensgefährlich werden kann. Denn nach einigen Tagen schlüpfen Maden aus den Fliegeneiern, die sich am Kaninchen festsetzen und sich durch Haut-­‐ und Muskelschichten in das Tier hineinfressen. Dies geschieht vor allem am Bauch, da sie dort vorerst geschützt und unbemerkt bleiben. Dabei sondern sie zusätzlich ein proteinvernichtendes Gift ab, weshalb trotz eines Arztbesuches in diesem Stadium dies leider tödlich sein kann. Beobachten sie ihr Haustier daher gelegentlich einfach etwas genauer, schauen sie ob es sich normal, wach und an seiner Umwelt interessiert verhält, genügend frisst und säuft und und tasten Sie es hin und wieder am ganzen Körper vorsichtig auf Verletzungen oder verklebtes Haarkleid ab. A RTGERECHTE H ALTUNG: Da die meisten Hauskaninchen in käuflichen Käfigen oder selbstgebauten Gehegen gehalten werden, kann man von tatsächlich artgerechter Haltung hier schon eigentlich nicht sprechen. Deshalb sollten Sie versuchen den Lebensraum für Ihr Heimtier so kaninchenfreundlich wie möglich zu gestalten. Hierfür haben wir einige Haltungsgrundsätze für Sie zusammengefasst: Da Heimtieren meist nicht genügend Platz zur Verfügung steht, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen, ist eine Gruppenhaltung unkastrierter Tiere, vor allem Rammler, nicht möglich. Die Verletzungsgefahr durch Rangkämpfe ist bei Rammlern sehr hoch und kann tödlich sein. Dennoch sind Kaninchen gesellige Tiere und sollten nicht alleine gehalten werden. Es empfiehlt sich mindestens zwei kastrierte Tiere zusammen zu halten. Hierbei kann eine Gewöhnungsphase mit Sichtkontakt in 2 abgetrennten Gehegen oder Käfigen nebeneinander die Zusammenführung erleichtern. Bei ausreichend Platz kann eine Gruppenhaltung kastrierter Artgenossen trotz gelegentlicher Auseinandersetzungen funktionieren und ist für das Kaninchen die natürlichste Form der Haltung. Sie bietet Bewegungsmöglichkeit, soziale Kontakte und Beschäftigung. Beim Kauf eines handelsüblichen Kaninchenkäfigs sollten Sie einen Mindestflächenbedarf von 140 x 60 x 50 cm pro Tier beachten. Die Vorschriften für gewerbliche Tierhaltung sind hier deutlich geringer, weshalb Sie sich nicht an den Käfigmaßen im Zoogeschäft orientieren sollten. Natürlich können Sie einen Lebensraum für Ihr Haustier auch selbst bauen. Denken Sie aber in beiden Fällen an eine Kaninchengerechte Einrichtung. Da es sich um Höhlentiere handelt, sollten sie stets die Möglichkeit haben einen zu 3 Seiten und nach oben geschlossenen Unterschlupf aufzusuchen. Die Wohlfühltemperatur eines Kaninchens liegt bei 18° C. Ab einer Umgebungstemperatur von 25° C kann die Körpertemperatur der Tiere deutlich über den Normwert von 38,5 – 40 ° C ansteigen. Sie sollten deshalb im Sommer die Möglichkeit haben sich vor Hitze und Sonneneinstrahlung zu schützen und im Winter vor extremer Kälte. F ÜTTERUNG : Wie bereits erwähnt, ist für Nagetiere aufgrund ihres Verdauungssystems und der nachwachsenden Zähne, eine ständige Nahrungsaufnahme ohne längere Pausen (max. 4-­‐6 Std.) lebensnotwendig. Das Hauptnahrungsmittel sollte daher Heu mit einem Rohfasergehalt von min. 22 % sein. Dies deckt den Nährstoffbedarf, sorgt für Beschäftigung sowie eine physiologische Abnutzung der Zähne. Außerdem wird durch das ständige Kauen der Speichelfluss angeregt, welcher wichtige Verdauungssäfte zur Aufspaltung der Nährstoffe enthält. Zusätzlich freut sich Ihr Nager über Grünfutter, wie z.B. Karotten, Salat, Löwenzahn, oder Ähnliches. Da der Wassergehalt im Futter allerdings nicht ausreicht um den Flüssigkeitsbedarf eines Kaninchens zu decken, sollte den Tieren stets frisches Wasser zur Verfügung stehen. Falls Sie hierzu keine Trinkflasche verwenden, sondern das Wasser in einem offenen Gefäß anbieten, sollten Sie dieses mehrmals täglich auf Sauberkeit überprüfen. Zusatzfuttermittel und Kraftfutter sind nicht zwingend Bestandteil einer ausgewogenen Fütterung und sollten, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen angeboten werden. Zu viel Kraftfutter führt schnell zu Übergewicht, welches ein erhöhtes Risiko für Haut-­‐, Kreislauf-­‐ und Stoffwechselerkrankungen birgt. 
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