Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste! Wieder neigt sich ein

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!
Wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu. Auch im Jahre 2016 nach
Christi Geburt, dessen Geburtsfest wir zum Jahresende wieder begehen, gab es
schöne, bewegende aber auch traurige Momente, im Großen und auch im Kleinen.
Mit unserem traditionellen Weihnachtskonzert möchten wir Sie auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen, aber auch nochmal musikalisch das ablaufende
Jahr in Erinnerung bringen. Wir wünschen Ihnen dazu eine besinnliche, fröhliche
aber auch nachdenkliche Stunde, ein Widerspiegel des Jahres 2016.
Choral und Fuge „Vom Himmel hoch…“ (BWV 248 und 700)
Johann Sebastian Bach, Arr. Albert Loritz
Johann Sebastian Bach (16851750) ist einer der größten deutschen Musiker und ein
Meister der vielschichtigen, polyphonen Komposition. Vor allem seine Kirchenmusikwerke machten Bach weltberühmt, als Beispiel dient das heute passende „Weihnachtsoratorium“ (BWV 248). Aus der zweiten Kantate des Oratoriums stammt der
festlich-schlichte Choralsatz „Vom Himmel hoch“, auf dem basierend Albert Loritz
ein eigenständiges Werk für Blasorchester arrangierte. Zu Beginn kommen zwei
Strophen dieses Chorals mit den für Bach typischen harmonischen Wendungen zu
Gehör – zunächst in reinem Blechbläsersatz, anschließend Tutti. Die so eigeführte
Melodie wird anschließend in der raffinierten kontrapunktischen Fuge (BWV 700)
verarbeitet. Spielerisch weben sich verschiedenste Melodiestränge ineinander. Die
insgesamt vier Teile des kurzen Werkes werden jedes Mal durch einen Cantus-firmus-Einsatz im tiefen Blech abgeschlossen und so das Thema des Chorals wieder in
Erinnerung gerufen.
Palladio
Karl Jenkins, Arr. Robert Longfield
Die Komposition "Palladio" klingt wie aus der Zeit des Barock, ist allerdings ein Satz
einer Suite von Karl Jenkins aus dem Jahr 1996. Der walisische Keyboarder, Oboist,
Saxophonist und Komponist Sir Karl William Pamp Jenkins CBE (*1944 in Penclawdd,
Wales) komponierte 1993 Musik für einen Fernsehwerbespot für Diamanten, „A Diamond Is Forever“. Das musikalische Motiv des Werbespots erweiterte Jenkins zu
einer Suite in Form eines Concerto grosso für Streichorchester. Er nannte sie Palladio, nach dem Architekten der Renaissance:
„Palladio was inspired by the sixteenth-century Italian architect Andrea Palladio, whose work embodies the Renaissance celebration of harmony and order. ….. The first movement I adapted and
used for the ‘Shadows’ A Diamond is Forever television commercial for a worldwide
campaign.“ (Karl Jenkins)
Von den drei Sätzen der Suite wählten wir für den heutigen Abend, den ersten, auch
im Fernsehspot verwendeten, Satz (Allegretto).
Moment für Morricone Ennio Morricone, Arr. Johan de Meij
Das ablaufende Jahr 2016 war auch ein Jahr der wiedererstarkten „Cowboys“, in
verschiedenen, auch machtvollen Positionen. Wer könnte das nicht besser musikalisch ausdrücken als der Altmeister der Spaghetti-Western, Ennio Morricone (*
1928).
Morricone erhielt 1946 sein Konzertdiplom als Trompeter; ein Jahr später folgte ein
erstes Engagement als Theaterkomponist. Damit war die Filmmusikkarriere schon
vorgezeichnet mit seiner ersten Filmmusik aus dem Jahr 1961. Drei Jahre später kamen zwei zusammen: die Schulkameraden Ennio Morricone und Sergio Leone, zwei
„glorreiche Halunken“. In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb
Morricone über 500 Filmmusiken, die besten davon baute Johan de Meij zu „Moment of Morricone“ zusammen, ein Stück das bis heute zu den weltweit erfolgreichsten Veröffentlichungen für Blasorchester zählt. Folgende “trump”hionale
Filmsequenzen kommen dabei zu Gehör: The Good, the Bad and the Ugly, Once
Upon A Time in the West, Come Una Sentanza Addio A Cheyenne, The Ecstacy of
Gold.
Chess
Benny Andersson / Björn Ulvaeus, Arr. Johan de Meij
Göran Bror Benny Andersson (*1946 in Vällingby) und Björn Kristian Ulvaeus (* 1945
in Göteborg) sind beides schwedische Musiker und Komponisten. Zusammen mit
den beiden Sängerinnen Agnetha Fältskog (* 1950 in Jönköping) und Anni-Frid
Lyngstad Prinzessin Reuß von Plauen (* 1945 in Bjørkåsen, Norwegen) bildeten sie
die weltweit bekannte Popgruppe ABBA. Nach dem Ende der Zusammenarbeit 1982
ging jeder musikalisch eigne Wege, fanden aber auch für gemeinsame Projekte in
Teilen wieder zusammen. So entstand 1984 das Musical Chess (englisch für Schach).
Die Musik des Musicals wurde von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, den männlichen Teilen von ABBA komponiert; die Texte stammen von dem Briten Tim Rice
und von Björn Ulvaeus.
Die Geschichte spielt in Meran und Bangkok und erzählt die Konkurrenz zweier
Schachspieler, von denen einer Russe und der andere US-Amerikaner ist. Die Charaktere und Lebensgeschichten der beiden sind wahrscheinlich von Viktor Kortschnoi und Bobby Fischer inspiriert. Die Handlung spinnt ein feines Netz um Politik,
Verschwörung, Liebe und Eifersucht, alles vor dem Hintergrund einer Weltmeisterschaft in Schach. Parallelen zum Kalten Krieg und des Ost-West-Konfliktes waren
gewollt. Gerade heutzutage finden sich in der Tagespolitik viele geschichtliche Anspielungen an diese angespannte Zeit. Auch heute ziehen Mächtige die Strippen und
verschieben „Schachfiguren“ auf einem weltweiten Spielfeld.
Folk Dances
Dmitri Shostakovich, Arr. James Curnow
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) war einer der großen Komponisten des 20. Jahrhunderts und sicherlich der Größte aus der Sowjetunion. Sein Verhältnis zur sowjetischen Regierung, besonders zum sowjetischen Premier Joseph Stalin, prägte fast
jeden Aspekt seines Lebens. Er wurde in St. Petersburg geboren und wuchs in den
letzten Jahren der zaristischen Herrschaft in Russland auf. Schostakowitsch war zu
Beginn der russischen Revolution 11 und dieses Ereignis beeinflusste sein gesamtes
privates und künstlerisches Leben.
„Folk Dances“ entstammt einer musikalischen Revue aus dem Jahr 1942. Diese war
entsprechend der Zeit oft düster, das Ausgangsmaterial der Volkstänze, der "Tanz
der Jugend", sollte, wie es scheint, die Suite aufhellen. Interessanterweise wurde
die Revue ursprünglich von dem Song und Dance Ensemble der NKVD, der sowjetischen Geheimpolizei, dem späteren KGB, aufgeführt, welche Ironie der Zeiten.
Aber gerade in dunklen Momenten ist es Lebensfreude und Fröhlichkeit wie sie in
den „Folk Dances“ ausgedrückt sind, wichtig!
Ave Maria (Angelus Domini)
Franz Biebl, Arr. Robert Cameron
Franz Biebl wurde 1906 im Oberpfälzer Dorf Pursruck geboren. Nach der Gymnasialzeit in Amberg studierte er ab 1926 an der Musikhochschule München Komposition und Dirigieren. Nach verschiedenen Stationen gelangte er 1939 als Dozent für
Musiktheorie und Chorgesang an das Mozarteum nach Salzburg. Seine musikalische
Tätigkeit wurde jäh unterbrochen. So zog er 1943 in den Krieg und 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wo Biebl Bekanntschaft mit amerikanischen Folksongs, Gospels und Spirituals machte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war
Biebl für den Bayerischen Rundfunk tätig. 1959 wurde ihm dort das Referat Chorwesen übertragen, das er bis zu seiner Pensionierung 1971 leitete. Dabei widmete er
sich vorwiegend der Förderung der Laienchöre.
Das „Ave Maria” ist im Original ein siebenstimmiger Männerchor und wurde von
Franz Biebl erstmals 1964 in Deutschland veröffentlicht. Bekannt wurde dieser auf
Ave Maria und Angelus basierende Choralsatz durch zwei amerikanische Männerchöre, „Chanticleer“ und „Cantus“. So kam auch das Ave Maria wie schon zuvor
Biebl aus den USA wieder nach Deutschland zurück.
Als Solisten hören Sie heute Heidi Völlner am Bariton und Linus Löffler an der Posaune.
Angelus Domini nuntiavit Mariae | et concepit de Spiritu sancto.
Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum. | Benedicta tu in mulieribus, |Et
benedictus fructus ventris tui, Jesus, Jesus.
Maria dixit: Ecce ancilla Domini. | Fiat mihi secundum verbum tuum. | Ave Maria,
gratia plena, Dominus tecum. | Benedicta tu in mulieribus, | Et benedictus fructus
ventris tui, Jesus, Jesus.
Et Verbum caro factum est | et habitavit in nobis.
Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum. | Benedicta tu in mulieribus, | Et
benedictus fructus ventris tui, Jesus, Jesus.
Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus, | Sancta Maria, ora pro nobis,
nunc et in hora mortis nostrae. | Amen. Amen. Amen.
O Sanctissima
Markus Götz
„O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit“ – diese Worte gehören zu einem der sicherlich bekanntesten Weihnachtslieder. Kaum ein anderes Lied
vermittelt weihnachtliche Stimmung so eindrucksvoll. Markus Götz komponierte
seine festliche Weihnachtsmusik „O Sanctissima!“ über „O du fröhliche“ im barocken Stil von Georg Friedrich Händel. Die durchlaufende Basslinie (Basso continuo)
ist typisch für barocke Werke. Das Werk beginnt mit einer Einleitung gefolgt von
einem Choralsatz, der zum Mitsingen der 1. Strophe einlädt. Ein Zwischenspiel leitet
dann zum zweiten Choralsatz mit dem Text der 3. Strophe über. Mit Augenzwinkern
zitiert Markus Götz in seiner Komposition andere gewichtige Werke wie zum Beispiel Händels „Halleluja“, „Joy to the World“ und „Fröhliche Weihnacht überall“,
die er geschickt mit der bekannten Melodie von „O du fröhliche“ verbindet.
1. Strophe
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!
3. Strophe
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!
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