Wettbewerb auf Einladung Ersatzneubau Grüngasse Bericht des Beurteilungsgremiums Inhaltsverzeichnis Ausgangslage 3 Verfahren 3 Grundstück und Umgebung 3 Ziele des Wettbewerbs 4 Eingeladene Architektinnen und Architekten 4 Beurteilungsgremium 5 Beurteilungskriterien 6 Vorprüfung 7 Ergebnis der Vorprüfung 7 Beurteilung 8 Rangierung 8 Schlussfolgerungen 9 Empfehlungen 9 Genehmigung 10 Projektverfassende 11 Projektdokumentation - «Washitsu» 14 - «Cristallo» 20 - «Immergrün» 26 - «Sencha» 32 - «UB40» 38 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 1 Impressum Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Bericht des Beurteilungsgremiums April 2007 Auftraggeberin WOGENO Zürich Inhalt, Redaktion und Gestaltung archipel – Planung und Innovation GmbH, Zürich Titelbild: Projekt «Washitsu», Rückseite: Bestand Bezugsquelle Wogeno Zürich Wohngenossenschaft Brauerstrasse 75, 8004 Zürich Telefon: 044 291 35 2 Fax: 044 291 35 27 Email: [email protected] www.wogeno-zuerich.ch Seite 2 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Ausgangslage Veranstalterin des Wettbewerbes ist die Genossenschaft Wogeno Zürich. Sie ist Eigentümerin der Liegenschaften Kataster-Nr. AU468 mit Hinterhofgebäude und AU469. Die beiden Liegenschaften wurden im 2004 und 2005 erworben mit dem Ziel, an dieser Stelle einen Ersatzneubau zu realisieren. Gründe für diesen Entscheid waren einerseits der schlechte Zustand der Grüngasse 10, die Wohnungsgrössen und die vorhandenen Ausnützungsreserven. Andererseits die Möglichkeit, das Wohnungsangebot der Wogeno Zürich durch qualitativ hoch stehende Neubauwohnungen mitten in der Stadt Zürich ergänzen zu können. Die Wohnungen und das Ladenlokal sind vermietet. Die Mietverträge sind befristet bis 30. September 2007. Verfahren Zur Erreichung von ausgezeichneten Vorschlägen für einen Ersatzneubau wird ein Wettbewerb auf Einladung unter fünf Teams durchgeführt. Er orientiert sich an der SIA-Ordnung 142. Grundstück und Umgebung Das Grundstück ist 332.3 m2 gross und umfasst Gebäudegrund- und Hoffläche. Auf beiden Seiten sind die Häuser an die Nachbarliegenschaften angebaut. Die Strassenfassade ist gegen Südwesten ausgerichtet. Aus den oberen Stockwerken ist der Uetliberg zu sehen. Die Grüngasse ist eine stark befahrene Quartierstrasse. Die Immisionsgrenzwerte für lärmempfindliche Wohnräume am Tag und in der Nacht sind erst ab dem 1. Obergeschoss eingehalten. Für lärmempfindliche Betriebsräume aber sind die Immissionsgrenzwerte am Tag und in der Nacht im Erdgeschoss eingehalten. Für die vorgesehenen Nutzungen Laden bzw. Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen ab dem 1. Obergeschoss gibt es somit keine lärmschutzbedingten Einschränkungen. Die Gebäude sind Teil einer Blockrandbebauung. Im Quartier wird gewohnt, gearbeitet und eingekauft. In Fussdistanz befindet sich das neue städtische Verwaltungsgebäude Werd, die Genossenschaft Dreieck und der Stauffacher mit dem Coop-Einkaufszentrum. Die Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ausgezeichnet. In drei Minuten Fussdistanz sind zwei Tramhaltestellen mit direkten Linien zum HB und ans Bellevue erreichbar. Aufgrund von Vorstudien wurde eine vermietbare Fläche von ca. 1’000m2 erwartet. Der Neubau kann aufgrund von bestehenden Fuss- und Fahrwegrechten vollständig hofseitig erschlossen werden. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 3 Ziele des Wettbewerbs Die Wogeno Zürich wurde 1981 gegründet um Hausgemeinschaften ein weitgehend selbstverwaltetes, dauerhaft preisgünstiges Wohnen zu ermöglichen. Sie besitzt mittlerweile 49 Liegenschaften, vier Fünftel davon in der Stadt Zürich. Die meisten Wogeno-Häuser sind Altbauten in innerstädtischen Quartieren. Die 1991 gebaute Siedlung Hellmutstrasse und die 1996 gebauten Wohnungen an der Limmattalstrasse im Zentrum von Höngg sind die bisher einzigen Neubauten der Genossenschaft. Die Wohnsiedlung «Bockler» in Schwamendingen wurde soeben fertiggestellt. Das Angebot mit neuen, qualitativ hochwertigen Wohnungen zu ergänzen, ist ein wichtiges Ziel der Wogeno. Das Haus an der Grüngasse spielt in diesem Zusammenhang für die Wogeno, trotz seiner bescheidenen Grösse, eine strategische Rolle. - Der Neubau an der Grüngasse soll hochwertige Wohnungen mitten in der Stadt in einem attraktiven Wohnquartier enthalten. - Die Wohnungen sollen unterschiedlichste Wohnformen ermöglichen und den Gemeinschaftssinn der Hausgemeinschaft fördern ohne die individuellen Bedürfnisse einzuschränken. - Die Wogeno will einen Beitrag zu einer nachhaltigen Quartierentwicklung leisten. Zahlbare Wohnungen, die eine sesshafte Bevölkerung anziehen und quartierversorgendes Gewerbe im Erdgeschoss. - Der Neubau soll ein ökologisch nachhaltiges und wirtschaftlich vorbildliches Projekt sein, welches die ökonomischen Vorgaben erfüllt, innerhalb einer kurzen Planungs- und Erstellungszeit realisiert werden kann, den genannten Anforderungen über den ganzen Lebenszyklus (Bau /Betrieb / Unterhalt / Umnutzung / Rückbau) gerecht wird und den Energiezahlen einer 2000-Watt-Gesellschaft entspricht. Bei der Wahl der Materialien ist grosser Wert auf einen hohen Beanspruchungsgrad, tiefe Unterhaltskosten und lange Lebensdauer zu legen. Es soll ein umweltgerechtes Verhalten der BewohnerInnen ermöglicht und gefördert werden. - Die Wogeno bekennt sich zu zeitgemässer, qualitätvoller Architektur. Eingeladene Architektinnen und Architekten Zum Wettbewerb wurden folgende fünf Büros eingeladen: - architektick, Tina Arndt & Daniel Fleischmann, Arch. ETH HTL SIA SWB Albisriederstrasse 184a, 8047 Zürich - Zita Cotti, dipl. Architektin ETH SIA Limmatstrasse 285, 8005 Zürich - huggen_berger GmbH, Architekten ETH SIA Kalkbreitestrasse 33, 8003 Zürich - Zanoni Bucher, Architekten ETH SIA Hardstrasse 219, 8005 Zürich - Andreas Zimmermann, dipl. Architekt ETH Hohlstrasse 150, 8004 Zürich Seite 4 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Beurteilungsgremium Das Beurteilungsgremium setzte sich wie folgt zusammen: - Bertram Ernst (Architekt, Wogeno Zürich), Vorsitz - Sonja Anders (Architektin, Wogeno Zürich) - Thomas Bieri (Bankfachmann, Wogeno Zürich) - Jeremy Hoskyn (Architekt, Amt für Hochbauten der Stadt Zürich) - Sabina Hubacher (Architektin) - Elsbeth Kindhauser (Geschäftsstelle Wogeno) - Hansbeat Reusser (Holzbauingenieur, Wogeno Zürich) Für den Bereich Nachhaltigkeit / Ökologie wurde als Experte beigezogen: - H.R. Preisig (Architekt) . Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens, Vorprüfung: - archipel – Planung und Innovation GmbH, Andreas Wirz (Architekt) Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 5 Beurteilungskriterien Funktionale Qualitäten - Nutzungen und deren Bezug zum Aussenraum - Nutzungsspezifische Angebote in Bebauung und Aussenraum - Flexibilität der Wohnnutzung - Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Wogeno Gestalterische Qualitäten - Städtebauliches und gestalterisches Konzept - Einbindung in den Kontext - Architektonisch-räumlich-konstruktive Gestaltung Ökologische Qualitäten - Einhaltung vorbildlicher Grundsätze für ökologisches und energieeffizientes Bauen - langfristige Wirtschaftlichkeit - Beitrag zur Zielsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft. Wirtschaftliche Qualitäten - Innovationskraft der vorgeschlagenen Wohnkonzepte in Bezug zu deren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - Erzielter Grad der Ausnützung - Einhaltung des Kostenrahmens Die Reihenfolge entspricht keiner Wertung. Seite 6 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Vorprüfung Die eingereichten Projekte wurden nach den Anforderungen des Programmes und der Fragenbeantwortung auf folgende Punkte geprüft. Für die Zulassung zur Beurteilung - Termingerechtigkeit der Abgabe - Vollständigkeit gemäss Programm Vorprüfung der Projekte - Nachvollziehbarkeit von Flächen-, Volumen- und Kostenberechnungen - Einhaltung der baurechtlichen Rahmenbedingungen gemäss Programm (teilweise in Rücksprache mit dem Kreisarchitekten) - Expertenbericht über die ökologische Nachhaltigkeit - Überprüfung des Raumprogrammes Ergebnis der Vorprüfung - Zwei Projekte überschreiten an der Grüngasse die maximale Länge der baurechtlich zulässigen Auskragung über die Baulinie von einem Drittel der Fassadenlänge. - Zwei Projekte schlagen im Dachgeschossbereich über die Baulinie auskragende Erker oder Balkone vor, was nicht zulässig ist. - Ein Projekt durchdringt unzulässigerweise die Mantelfläche des 2. Dachgeschosses mit einer Haltestelle für den Lift und dem Liftaufbau. - Bei Projekten, welche im Untergeschoss Hauptnutzfläche ohne natürliche Belichtung auswiesen, wurde die entsprechende Fläche mit einem reduzierten Ertragswert (Lager anstatt Gewerbe) eingesetzt. - Die fünf eingeladenen Teams reichten ihre Projekte fristgerecht und vollständig ein. Die Vorprüfung hat dem Beurteilungsgremium beantragt, sämtliche Projekte zur Beurteilung zuzulassen. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 7 Beurteilung Das Beurteilungsgremium tagte am 30. März und 2. April 2007. Nach einer freien Besichtigung der Projekte nahm es vom Ergebnis der Vorprüfung Kenntnis. Nach Erörterung der festgestellten Verstösse beschloss das Beurteilungsgremium dem Antrag der Vorprüfung zu entsprechen und alle Projekte zur Beurteilung und Preiserteilung zuzulassen. Für die Wertungsrundgänge wurden die Beurteilungsrichtlinien gemäss Programm bestätigt. Vor Beginn der Wertungsrundgänge besichtigte das Beurteilungsgremium das Areal. Nach intensiver Erörterung, Analyse und Gegenüberstellung der Konzepte wurden folgende Projekte ausgeschieden: - «Immergrün» - «Sencha» - «UB40» In der engeren Wahl verblieben: - «Cristallo» - «Washitsu» Der anschliessende Kontrollrundgang führte zu keiner Änderung bezüglich der Beurteilung. Sämtliche Projekte wurden dem Beurteilungsgremium zur Verfassung der Projektbeschriebe zugeteilt. Zu Beginn des zweiten Beurteilungstages beriet das Beurteilungsgremium die Projektbeschriebe. Anschliessend wurden die in der engeren Wahl verbliebenen Projekte nochmals intensiv diskutiert und nach einem letzten Rundgang die Rangfolge festgestellt. Rangierung Das Beurteilungsgremium beschloss folgende Rangordnung und Preiszuteilung. Es entschied einstimmig, die frei verfügbare Summe von Fr. 10’000.– (inkl. MWSt.), ergänzend zu der festen Entschädigung von Fr. 5’000.– (inkl. MWSt.) wie folgt festzusetzen: 1. Rang «Washitsu» 1. Preis Fr. 6’000.– 2. Rang «Cristallo» 2. Preis Fr. 4’000.– Seite 8 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Schlussfolgerungen Das Beurteilungsgremium stellte fest, dass die auf den ersten Blick einfach scheinende Aufgabe des Bauens in einer Baulücke eine äusserst anspruchsvolle Aufgabe darstellte. Neben den engen geometrischen Rahmenbedingungen der Baulücke und des Baugesetzes waren die hohen Ansprüche an die ökologische Nachhaltigkeit und die Baukosten, zusammen mit der Anforderung die maximal mögliche Ausnützung zu konsumieren, offensichtlich die grössten Herausforderungen der gestellten Aufgabe. Das Beurteilungsgremium bedankt sich bei den teilnehmenden Teams für den grossen Einsatz. Die verschiedenen Projekte zeigen ein weites Spektrum an Möglichkeiten auf und geben der Bauherrschaft wichtige Hinweise für die weitere Projektierung. Empfehlungen Das Beurteilungsgremium empfiehlt der Bauherrschaft das Projekt «Washitsu» einstimmig zur Weiterbearbeitung. Im weiteren Verlauf der Projektierung sollen die formulierte Projektkritik beachtet und insbesondere die nachfolgenden Punkte überarbeitet und verfeinert werden: - Erdgeschossig sollen Zugänge zum Wohnungstreppenhaus sowohl von der Grüngasse als auch vom Hof her ermöglicht werden. Dies aus Gründen der Adressbildung, des Wohnwertes und der Sicherheit. - Die Mittelzone der Wohnungen soll dahingehend überarbeitet werden, dass grosszügigere und selbstverständlichere räumliche Beziehungen innerhalb der Wohnung möglich werden, hier ist insbesondere die momentan unbefriedigende Beziehung Eingang-Garderobe-Zimmer genauer aufzuzeigen und zu klären. - Die Küche als «Scharnier» der Wohnung sollte über Sichtbeziehungen zum Tageslicht aufgewertet werden. - Die den Wohnungen zugeordneten privaten Aussenräume auf der Hofseite sollen aufgewertet werden. Es ist denkbar, dass in den unteren Geschossen das momentan ungenutzte baurechtliche Potenzial des «Hofhauses» zur Bildung von Aussenräumen verwendet werden kann. In den oberen Geschossen kann schon die Zusammenlegung der beiden Balkone eine Verbesserung bringen. - Der Erker im ersten Dachgeschoss fällt aus baurechtlichen Gründen sehr wahrscheinlich weg. Hier ist eine neue Lösung aufzuzeigen. - Das Potenzial des Näherbaurechtes (für Wohn- oder Aussenraumfläche) soll weiter geklärt werden. - Das bereits hochstehende Haustechnik- und Konstruktionskonzept soll weiter verfeinert werden um allenfalls den Minergie-P-Standard zu erreichen. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 9 Genehmigung Zürich, 2. April 2007, das Preisgericht Sonja Anders Thomas Bieri Bertram Ernst Jeremy Hoskyn Sabina Hubacher Elsbeth Kindhauser Hansbeat Reusser Seite 10 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Projektverfasserinnen und -verfasser Nach Unterzeichnung des Protokolls über die beschlossene Rangfolge, der Festsetzung der Preissummen sowie Schlussfolgerungen und Empfehlungen an die Bauherrschaft, ergab die Öffnung der Umschläge folgende VerfasserInnen und Verfasser: 1. Rang / 1. Preis Projekt «Washitsu» Andreas Zimmermann, Dipl. Arch. ETH Hohlstrasse 150, 8004 Zürich Mitarbeit: Andreas Zimmermann, Roger Brunner Bauingenieur: Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG 8032 Zürich Mitarbeit: A. Heyer Bauphysik: Martinelli & Menti AG, 6045 Meggen Mitarbeit: R. Meier Haustechnik: 3-plan Haustechnik AG, 8404 Winterthur Mitarbeit: R. Wüthrich Baumanagement und Kosten: Bosshard & Partner Architekturbüro AG, 8050 Zürich Mitarbeit: M. Mathe Landschaftsarchitektur: Vetsch Nipkow Partner, 8001 Zürich Mitarbeit: W. Vetsch 2. Rang / 2. Preis Projekt «Cristallo» huggen_berger GmbH, Architekten ETH/SIA Kalkbreitestrasse 33, 8003 Zürich Mitarbeit: Adrian Berger, Lena Bertozzi, Pierre Schild Bauingenieur: Aerni & Aerni, 8037 Zürich Mitarbeit: Markus Aerni Bauphysik: Bakus GmbH, 8045 Zürich Mitarbeit: Dietmar Baldauf Haustechnik: BSP-Energie, 8005 Zürich Mitarbeit: Beat Steigen, Sven Häckel Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 11 Verfassende der weiteren Projekte: Projekt «Immergrün» Architekturbüro Zita Cotti, dipl. Architektin ETH/SIA Limmatstrasse 285, 8005 Zürich Mitarbeit: Zita Cotti, Simon Sutter, Nadja Keller, Andrea Lüdin, Cyril Kramer Haustechnik: hps energieconsulting, 8006 Zürich Mitarbeit: Daniel Heule Projekt «Sencha» Zanoni Bucher, Architekten ETH/SIA Hardstrasse 219, 8005 Zürich Mitarbeit: Eliane Bucher, Jean-Paul Zanoni, Franziska Hasler, Isabel Schlegel Haustechnik: Meierhans Partner, 8603 Schwerzenbach Projekt «UB40» Architektick, Tina Arndt & Daniel Fleischmann Albisriederstrasse 184a, 8047 Zürich Mitarbeit: Tina Arndt, Daniel Fleischmann, Arianne Allemann Seite 12 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Projektdokumentation Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 13 «Washitsu» (1. Rang / 1. Preis) Andreas Zimmermann, Dipl. Arch. ETH Hohlstrasse 150, 8004 Zürich Mitarbeit: Andreas Zimmermann, Roger Brunner Bauingenieur: Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG 8032 Zürich Mitarbeit: A. Heyer Bauphysik: Martinelli & Menti AG, 6045 Meggen Mitarbeit: R. Meier Haustechnik: 3-plan Haustechnik AG 8404 Winterthur Mitarbeit: R. Wüthrich Baumanagement und Kosten: Bosshard & Partner Architekturbüro AG, 8050 Zürich Mitarbeit: M. Mathe Landschaftsarchitektur: Vetsch Nipkow Partner, 8001 Zürich Mitarbeit: W. Vetsch Ausgehend von den ökonomischen und energetischen Vorgaben des Programms, entwickeln die Projektierenden ein einfaches Gebäude mit maximaler Hauptnutzfläche und Kompaktheit, einer sinnfälligen Bautechnologie und - daraus resultierend - dem im Quervergleich zu den anderen Projekten tiefsten Ressourcenaufwand pro m2 Nutzfläche. Das Grundrisslayout der Normalgeschosse ist dreischichtig: beidseitig der inneren Versorgung und Erschliessung werden zwei neutrale Zimmerschichten definiert, die mit einer Leichtbauwand in zwei Wohnungen- und zusätzlich mittels Schrankwänden von den Mietenden unterteilt werden können. Das Kennwort des Projektes ist programmatisch: als Basis für diese maximale Flexibilität dient das Bild der traditionellen japanischen Wohnform, die über bewegliche Raumtrennungen unterschiedliche räumliche Beziehungen und Nutzungen ermöglicht. Preis für diese radikale Konzeption ist die Anordnung von Entrée, Garderobe und Küche, die in der vorliegenden Form noch nicht überzeugt. Die Verschiebbarkeit der Schrankwände, wie auch die zugehörigen Schiebetüren provozieren eine Reihe von Fragen hinsichtlich Praktikabilität, Schallschutz und Dauerhaftigkeit. Dementsprechend seriös wird versucht, über eine genaue Detaillierung die entsprechenden Nachweise zu erbringen. Dies gelingt partiell, aber nicht umfassend. So muss vermutet werden, dass das Prinzip der Schiebetüren nicht für jeden Fall taugt, zudem ist ein verringerter Schallschutz zwischen Individualräumen und Erschliessungszone in Kauf zu nehmen. Der Vorteil der vorgeschlagenen Raumneutralität an diesem Ort ist offensichtlich: sie ermöglicht nicht nur unterschiedlichste Lebens- und Wohnformen, sie erlaubt es auch, auf individuelle Empfindlichkeiten hinsichtlich des Strassenlärms reagieren zu können. Die mögliche Erweiterung des Grundrisses über ein Näherbaurecht ist konzeptionell gut möglich. Das 4. Obergeschoss weist einen verwandten Grundriss auf. Das Dachgeschoss beinhaltet zwei Kleinwohnungen, was schöne Räume entstehen lässt, den Wohnungssplit gut ergänzt und die privilegierte Lage mehreren Wohnungen zukommen lässt. Auf dem Dach findet sich eine – allerdings nur über einen Dachausstieg zugängliche Zinne und eine Fläche für Warmwasserkollektoren. Diese ergänzen das Energiekonzept, das insgesamt sinnvoll ist. Schade ist, dass die privaten Aussenräume in den Normalgeschossen relativ klein sind; zudem ist ihre Nähe in der vorgeschlagenen Form problematisch. Verständlich ist aber ihre Nordorientierung, nicht nur wegen der Ruhe des Hofes, sondern auch im Sinne eines Beitrages zur Kommunikation zwischen Balkonen und Hofraum. Dieser wird sorgfältig gestaltet und dürfte als kommunikative Fläche gut nutzbar werden. Insbesondere auch deshalb, weil hier der Hauszugang mit Kinderwagenraum und Oblicht zur Waschküche angeordnet ist. Dass die Strassenfassade keinen Hauszugang aufweist, wird aus städtebaulichen Gründen als problematisch beurteilt. Seite 14 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Das Sockelgeschoss weist die verlangte Multifunktionalität und Unterteilbarkeit auf, die mögliche Verbindung zum belichteten Teil des Untergeschosses erhöht dessen Nutzbarkeit. Das Treppenhaus ist flächenoptimiert, aber für Rollstuhlfahrende in den Obergeschossen zu knapp dimensioniert. Eine zusätzliche Option ergibt sich über die Zugänglichkeit von je 2 Zimmern über das Treppenhaus. Am wenigsten überzeugt der architektonische Ausdruck des Gebäudes. Die Fassaden wirken unausgewogen. Die Strassenfassade mit den aufgesetzten Erkern und den expressiven Aussenschränken weckt merkwürdige Assoziationen an die 80er Jahre. Der Erker im 1. Dachgeschoss ist baurechtlich unzulässig. Die Baustruktur ist durchgängig und einfach. Die erwünschte Systemtrennung zwischen Rohbau, Haustechnik und Ausbau ist realisierbar. Das Projekt erreicht den Minergie-Standard problemlos und hat gute Voraussetzungen, den Standard Minergie-P zu erreichen. Dies dank der guten Kompaktheit, dem guten Dämmstandard und dem hohen Potenzial für solare Gewinne. Die Schächte für die Bedarfslüftung sind nicht über alle Geschosse vertikal durchgehend, was für die Erreichung des Standards noch geändert werden müsste. Die Schachtbereiche innerhalb der Wohnungen sind allgemein zu knapp gehalten. Das Aussenwandsystem – eine Mischbauweise mit hinterlüfteter und verputzter Trägerplatte – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben; mit entsprechenden Unterhaltskosten ist zu rechnen. Dem erhöhten Rissrisiko muss Beachtung geschenkt werden. Insgesamt ist das Projekt sorgfältig entwickelt und vertritt eine klare städtebauliche Haltung. Das neue Gebäude wird als einfaches Mitglied im Verband des Blockrandes verstanden. Strassen- und Hofseite sind gleichberechtigt und nur marginal differenziert behandelt. Als Ergebnis des durch das Wettbewerbsprogramm formulierten «Diskurses in der Enge» resultiert ein Beitrag zur Frage, wie viel Wohnraum wir uns als Gesellschaft in Zukunft leisten wollen und können und wie viel Energie dessen Erstellung beanspruchen soll. Die angebotenen Grundrisse ermöglichen heute und in Zukunft verschiedene Antworten. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 15 Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno W o h n h a u s G r ü n g a s s e 8 / 1 0 W a s h i t s u 1 Inspiriert von der japanischen Wohnkultur kann das erste Obergeschoss im Haus Schröder mittels entlang von Deckenschienen verschiebbaren Wandpanelen in ein Wohnzimmer und drei Schlafzimmer unterteilt werden. Treppenhaus, Bad und Toilette sind die einzigen festen Bestandteile des Geschosses. 49 8 2 AU 43 70 Ein Washitsu ist ein traditioneller japanischer Raum mit Tatami-Matten als Bodenbelag, möglicherweise auch Shoji (Schiebewänden) und einer Tokonoma (Wandnische). Oft hat er Fusuma (Schiebetüren) statt Türen mit Scharnieren. AU 68 33 26 40 Die Größe eines Washitsu wird mit der Zahl seiner TatamiMatten angegeben, wobei man das spezielle japanische Zählwort jô verwendet. Typische Raumgrößen in Privatwohnungen weisen sechs oder acht Tatami auf. Das japanische Standardzimmer ist sechs jô groß (ca. 10 m²) und demzufolge mit sechs Tatami-Matten belegt. Traditionell gab es nur bestimmte Anordnungen der Tatami und daraus resultierende Raumgrößen. Japanische Raummodule Gerrit Thomas Rietveld Haus Schröder, Utrecht, 1924 Aranguren-Gallegos Sozialer Wohnungsbau (ca. 40 Einheiten), Madrid, 2003 Zimmereinteilungen nur über Falttrennwände se sgas Wys Tatami aus Reisstroh Alejandro de la Sota Erkerfenster, Salamanca, 1963 101 101 26400931 AUF1748 AUG1748 AUH1748 97 AU08514 AUE1882 AUE1749 AU08525 AU08517 99 AU08515 AU08518 AUM1748 AU08516 AU08519 AUE0676 89 49 8 3 AUD1749 AU08520 AUB1749 11 26 40 26401208 AU08521 87 AUC1749 12 26401461 35 AUQ0672 AU 68 85 AUP1748 AUA0675 26401153 AU08528 AUK0671 AUH0672 10 AUE0671 AUI0677 AUM0671 AUG0672 87a AU08522 AUL0671 9 AUF0672 26401226 se 26401462 AUG0671 as AU08523 8 AUM0674 AUA0676 sg AUL0676 AUK0676 AU08524 AUD0673 AUM0672 W ys AUA0673 AUC0677 AUI0676 AUF1616 AUI0675 26401692 AUG0675 68 AUL0672 26401154 15 26400040 AU 67 26401655 AU 43 6 56 17 AUD2012 AUM0666 AUG1616 AUR0672 18 AUB0676 AUE0673 AUK6013 AUO0674 AUB0673 AUS0684 rst AUK0666 AUD0675 AUK0683 AUR0684 me AUL6013 Cra 26401357 26400133 2 16 se AUT0672 ras 3 26401928 AUS0672 AUH0673 AUA0685 11 AUA0674 AUB0674 AUH0666 26402777 AUD0674 12 AUQ0674 10a AUI0673 AUF0666 26400119 AUE0675 AUE0674 12 26401663 AUB0672 AUE0666 26401651 AUF0674 26401358 10 8 7 AUE0683 AUD0666 AUF0675 AUG0674 26401650 AUS0666 AUH0674 8 AUF0673 AUB2727 15 G rü AUC2727 AUC0666 AUC0673 AUG0673 AUN0679 n 26401576 AUR0666 26401296 g AUC0665 AUB0682 a AUA0667 s s AUH0683 6 26401281 AUC0682 6 e 13 26401575 AUQ0666 1 AUD0665 26401384 AU00424 AU00425 AUE2683 AUE0680 AUF2683 AUC0672 AU00426 AUM0680 11 AUO0680 2 AUD0667 26401574 AUN0680 03 8 AUL0680 AUE0665 26401386 26401385 AUE1721 AUE0672 AUP0666 AU C6 AUK0680 AUD0672 AUP0680 AUA0681 AUQ0680 AUB0666 AUE0667 AUT0666 24 AUG0665 26400418 AUD0141 AUH0665 9 AUB0680 38a AUM0665 26401474 AUA0666 AUB0667 AUK0665 AUO1758 26401475 AUE0141 AUE1758 26400553 AUF1758 AUC0144 AUD0680 25 36 AUF0141 26400776 Aussenperspektive Das Oeffnungsverhalten der Fassade reflektiert die bestehende Bebauung, dadurch fügt sich der Neubau gut in den Bestand. Die Erkerfenster erlauben den Bewohnern ein Heraustreten aus der Fassadenebene und somit Tief- und Weitblicke in die Grüngasse hinein. Situation AU D6 03 8 1 / 500, genordet Ortsbau Der einfache, kubische Baukörper in den Normalgeschossen entwickelt sich volumetrisch verspielt in den Dachgeschossen, bedingt durch die Baugesetze. Gleichzeitig wird so aber ein aufgelockerte Silhouette erzeugt, welche mit den bestehenden Dachaufbauten der näheren Umgebung in einen Dialog zu treten vermag. Die Fassadengestaltung ist zurückhaltend, entlang der Grüngasse erlauben vorstehende Erkerfenster den Bewohner ein Hervortreten aus der Fassade und dadurch spannende Tiefblicke in den Strassenraum. Im Hofbereich werden ruhige Balkone angeboten. Das Erdgeschoss tritt als Sockel in der Tradition der Gründerzeitbauten in Erscheinung, die Kleinteiligkeit der Fassade nimmt Bezug zur möglichen dahinterliegenden Nutzung, welche durch das lokale Gewerbe besetzt werden soll. Dachaufbau Hauptdach - Holzrost 20mm auf Alu-Unterkonstruktion 30mm - Gummischrotmatte - Drainvlies - Bituminöse Abdichtung zweilagig vollflächig verschweisst - Wärmedämmung PU 20cm vlieskaschiert - Bituminöse Abdichtung EP4 (Notdach) vollflächig aufgeschweisst - Stahlbetondecke 20cm - Entwässerung System Geberit Pluvia - Deckenputz 5mm Konzept - Eine Wohngeschichte Ein Mädchen vom Land meldet sich in Zürich zum Architekturstudium an. Nach zwei Jahren pendeln möchte sie für das Praktikum und die höheren Semester nach Zürich ziehen. Sie sucht sich mit zwei Freundinnen eine Wohnung für eine Wohngemeinschaft. Die drei haben Glück und finden eine Wohnung, sehr zentral gelegen, bei einer Genossenschaft. Die anfänglichen Bedenken bezüglich des selbstverwalteten Systems verfliegen schnell, mit den Mitbewohnern versteht man sich gut, man hilft sich aus, kann sich aber auch aus dem Weg gehen. Nach dem Studium trennen sich die Wege der drei, unser Mädchen vom Land behält die Wohnung, in welche der Freund, auch er Architekt, mit einzieht. Die Zimmereinteilungen der WG werden aufgehoben, weil man sich rasch entschliesst, den von der Grossmutter geerbten grossen Saarinen-Tisch gebührend aufzustellen. Genauso wollen die in der Freizeit aufgespürten Designklassiker nach der Restauration im hausinternen Werkraum schön platziert werden. Das offene Loft, endständig durch die verschiebbaren Schrankwände abgeschlossen, mit zentraler Küche und halb abgetrennter Schlafzelle entspricht dem Lebensstil der Beiden perfekt. Aber auch das grosse Ausgehen neben dem Arbeiten findet ein Ende: die beiden heiraten und bekommen eine Tochter, der Stubenwagen findet im vergrösserten Schlafzimmer Platz. Die Schonfrist für die Klassiker läuft dennoch ab: Der Mann findet eine Stelle als Assistent an der ETH, die Designklassiker rücken beängstigend nahe zusammen, da nebenbei zu zweit auf eigene Rechnung an Wettbewerben gearbeitet wird. Ein erstes Einfamilienhaus kann geplant werden, für Sitzungen muss eine Raumzelle abgetrennt werden, zum Glück hüten die Nachbarn die Kleine gerne... Doch es kommt wieder einmal anders als geplant. Neben einem gewonnenen Wettbewerb ist ein Bube im Anmarsch, das Büro in der Wohnung muss aufgegeben werden, zwei Kinderzimmer müssen abgetrennt werden. Im Erdgeschoss entschliesst sich praktisch zeitgleich das Grafikatelier, die Fläche im Hochparterre zum Innenhof unterzuvermieten, man erstellt an einem Wochenende gemeinsam eine raumhaltiges Regal zur Unterteilung der Räume, die beiden Architekten weihen ihr neues Büro mit einem Hausfest ein. Nach anfänglich unterschiedlich ausgeprägten Schlafrhythmen der Kinder und dementsprechenden Augenringen der Eltern sind die Kleinen "synchronisiert" und erhalten zusammen ein kleines Schlafzimmer mit einem Kajütenbett. Gleich daneben wird ein grosses Spielzimmer eingerichtet, die zur Wohnung gehörenden Schränke bieten noch immer den nötigen Stauraum. Mittlerweile sind die Kinder im Grundstufenalter, und die Eltern sitzen oft an lauen Sommerabenden auf der gemeinsamen Dachterrasse, darüber nachsinnierend, wie diese so unterschiedlichen Phasen ihres gemeinsamen Lebens ohne Umzug vergangen sind. Dank einer Wohnung, welche sich den Umständen einfach, ohne Anpassungen der Haustechnik, ohne Zuhilfenahme von Handwerkern, wirklich selbständig umnutzen liess. Sie nehmen sich vor, dieses Potential auch in Zukunft zu nutzen, nicht zuviel zu planen, dafür jeden Tag zu leben. - Dachgeschosse allenfalls in Leichtbauweise (Stahl, in späterer Phase zu prüfen) Bodenaufbau Zwischendecke - Parkett Eiche Klötzli Oberflächlich geräucht, lackiert - Unterlagsboden Anhydrit 45mm - Trennlage - Trittschalldämmung / Wärmedämmung 20/20mm zur Montage Bodenheizung - Stahlbetondecke 22cm (keine Lüftungseinlagen) - Deckenputz 5mm Aussenwandaufbau - Innenputz - Gipskartonplatten 2 x 1.25cm - Lattung 5cm zur Leitungsführung, ausgeflockt - Dampfbremse - Gipsfaserplatte / Holzwerkstoffplatte 15mm - Holzständer / Mineralfaserdämmung, zweilagig (120/120) statische Stahlstützen 10 x 10 cm, Brandschutzverkleidet - Gipsfaserplatte / Holzwerkstoffplatte 15mm - Windpapier - vertikale Lattung (Hinterlüftung) - Putzträgerplatte 11mm - Aussenputz 5mm, fugenlos netzarmiert - Rasalit Deckputz (Oberfläche mehrschichtig, leicht durchscheinend, glatt, lebhafter Marmoreffekt) - Oberflächenschutz Silanwasserglasversiegelung / evtl. gewachst - Fenster alle von Innen öffenbar (teilweise nur zum Putzen) - Holzmetallfenster - Stoffrouleaus - Schallschutzfenster (asymmetrischer Glas-Aufbau) U-Wert Opake Wand: ca. 0.14 W/m2K U-Wert Fenster: <1.0 W/m2K Geometrische Grundlage der Grundriss-Struktur sind zwei gleich tiefe WohnNutzschichten entlang der belichteten Fassaden. Dazwischen wird die Erschliessungs- und Versorgungsschicht aufgespannt. In den Nutzschichten können ähnlich der in Japan gebräuchlichen Abmessung mittels Tatami Zimmer genau gleichen Zuschnitts angeordnet werden, begrenzt durch Rohbauwände und / oder bewegliche Schrankwandelemente. Zum Erschliessungsbereich werden die Räume wie die japanischen Vorbilder mittels Schiebetüren abgeschlossen. Im Gegensatz zum traditionellen Washitsu sind nun aber weder Flächen noch Raumanzahl vorgegeben, sondern können frei gewählt werden; mehr noch, können beinahe beliebig, ohne grossen Aufwand und immer wieder verändert werden. Die Mieterschaft erhält zusammen mit der Wohnung die beweglichen Schrankwandelemente, was ihr erlaubt, die Wohnung sich ändernden Bedürfnissen effizient anzupassen. Bodenaufbau über unbeheizt - Nutzschicht Mieterausbau - Unterlagsboden Anhydrit, 45mm - Trennlage - Trittschalldämmung Isover PS 81 20mm - Wärmedämmung PU 60mm - Stahlbetondecke 22cm - Wärmedämmung Schichtex 12.5cm Strategie zur Einhaltung der Kostenvorgaben Als erster und wichtigster Punkt hat zu gelten: Es werden soviel Wohnraum wie möglich angeboten, ohne dass dadurch die Qualität der einzelnen Einheiten zu leiden hat. Sodann werden die Flächen der dienenden Bereiche wie auch der möglichen Individualzimmer hinterfragt: Seit 1980 hat der individuelle Bedarf an Wohnraum im Kanton Zürich um 35% pro Person zugenommen. Dieser wenig nachhaltigen Tendenz gilt es entgegenzuwirken, wiederum ohne entscheidende Komforteinbussen in Kauf nehmen zu müssen (beispielsweise soll eine Vierzimmerwohnung weiterhin eine zweite Nasszelle erhalten, diese ist aber von durchschnittlicher Grösse). In den Gewerbebereichen in Erd- und Untergeschoss Aussenwand Keller - Sockelelement Faserzement - Betonwand WD, Typ 4.1 - Bituminöse Dichtungsbahn - Wärmedämmung 12 - 18cm PS 15 SE bis UK Bodenplatte - Sickerplatten doppelwandig Schema wird über verschiendene miteinander verknüpfbare Flächen eine Vielzahl möglicher Mietangebote geschaffen, welche eine nachhaltige, quartiergerechte Bewirtschaftung erlauben sollen. In konstruktiv baulicher Hinsicht werden dank eines vorbildlichen Energiehaushalts die Betriebs- und Energiekosten tief gehalten. Die Konstruktion zeichnet sich durch eine klare Struktur (keine versetzten Fenster / Balkone von Geschoss zu Geschoss), und das Auftrennen von Rohbau, Ausbau und Haustechnik aus. Dazu ist ein bewährtes System für die Fassade gewählt (Hinterlüftete Putzfassade), bei welcher die hauptsächlichen Elemente vorfabriziert werden könnten (Holzsandwichelemente). Neben der hohen konstruktiven Sicherheit des Fassadensystems kann durch die grundsätzlich günstige Konstruktion im Gegenzug eine hochwertige Haut aufgebracht werden. Der Endputz, ein Rasalit, ist eine feine Glättungspaste für die Herstellung von durchscheinendem Deckputz. Der glättende Kalk besteht aus Kalklöschmasse (Sumpfkalk), Farberden, mikronisiertem Marmor, organischen Haftfördermitteln und pflanzlichen Zusätzen. Rasalit weist ästhetische Effekte auf, die denen antiker Farbschattierungen sehr nahe kommen. So soll sich eine „schöne" Fassade zusammen mit einem robusten Sockelbereich (Faserzementelemente) in einem günstigen Unterhalt niederschlagen. Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept Durch das Zusammenspiel baulicher und haustechnischer Massnahmen können hohe Ansprüche bezüglich Nutzung und Energieverbrauch erfüllt werden. In einem Niedrigenergiehaus sind Orientierung, Gebäudehülle, Speichermasse und Sonnenschutz so konzipiert, dass der Heizwärmebedarf durch die umweltschonende Nutzung von Sonnenenergie (passiv und aktiv) und durch den Einsatz von alternativen Niedrigtemperatur-Heizsystemen gedeckt werden kann. Neben der begehbar ausgebildeten Dachfläche ist deshalb eine Fläche ausgeschieden worden, die mit Vakuum-Röhrenkollektoren bestückt, einen hohen Anteil an Wärmeenergie für Warmwasser und Raumheizung zur Verfügung stellt. Ein zentraler Energiespeicher im Untergeschoss sammelt neben der Sonnenenergie bei Bedarf auch Abwärme von möglichen Klimakältesystemen der Ladenlokale im Erdgeschoss und vom Wärmepumpenentfeuchter des Trockenraums. Da die Restwärme nicht über eine Erdsondenwärmepumpe erbracht werden kann (Gewässerschutz), ist es sinnvoll, in einer nächsten Planungsphase ein Energieversorgungskonzept zu erstellen das evtl. auch Nachbarliegenschaften, eine Wärmepumpe mit Fassaden-Luftkollektoren, eine Pelletheizung etc. beinhalten kann. Das vorliegende Grundkonzept mit einem zentralen Wärmespeicher und der Solarnutzung lässt viele Optionen offen. Um alle Haustechnikmedien nachhaltig verteilen zu können, wird pro Wohnung ein zugängliches Haustechnik-Center angeordnet. Zentral werden dabei die vom Mieter jederzeit zugänglichen Verteilarmaturen für die NiedrigtemperaturBodenheizung, die Elektroverteilung, die Sanitärverteiler mit den jeweiligen Energiemessgeräten und der Verteilung der kontrollierten Wohnungslüftung integriert. Erschlossen werden alle Medien durch eine vertikale Steigzone. Die normalerweise schwierig zu planenden Luftverteilleitungen werden dabei ab dem Haustechnik-Center in einer abgehängten Decke der Kernzone auf kürzesten Wegen in die Wohnräume zu-, resp. aus der Küche und den Nasszonen abgeführt. Dies ermöglicht auch hier eine sehr gute Zugänglichkeit für Wartung / Ersatz des Systems, eine optimale Trennung von Haustechnik und Roh- respektive Ausbau, und ermöglicht zudem, auf Einlagen in den Geschossdecken verzichten zu können. Und das alles unabhängig von der Anzahl und Art der flexiblen Räume. Statik Das Gebäude ist statisch einfach gehalten: Betongeschossdecken (Schall) spielen zusammen mit Stahlstützen in der Fassade (schnelle Bauzeit, Sicherheit), konventionell gemauerten / betonierten Erschliessungs- und Nasszellenbereichen (Schall, Lastabtragung) und vorfabrizierten selbsttragenden HolzSandwich-Fassadenelementen (kurze Bauzeit). Die einfache Struktur erfährt baugesetzbedingt in den beiden Dachgeschossen Anpassungen, hier bliebe in einer späteren Planungsphase zu prüfen, ob allenfalls in Leichtbauweise (Stahl oder Holz) gebaut werden könnte (Brandschutz, Last- und Kostenoptimierung). Baurecht Baurechtlich werden die vorgegebenen Parameter eingehalten. Das anzustrebende Näherbaurecht sollte ein gemeinsames Grenzbaurecht sein. Dies bedeutet für den vorliegenden Entwurf (siehe Grundrisse), dass die östliche Wohnung jeweils wie die Wohnung links eine innen liegende Küche erhalten würde, aber auch ein zusätzliches Zimmer. Das heisst, es würden grössere Wohnungen resultieren (mit mehr Optionen der Bespielung), welche aber natürlich auch zu einem leicht höheren Mietzins vermietet werden müssten. Bezüglich des östlichen Nachbarn resultiert keine Beeinträchtigung (Besonnung), sondern der Vorteil, ebenfalls auf die gemeinsame Grenze bauen zu dürfen. Die aus Wohnhygienischen Gründen für den Nachbarn im weiteren östlichen Verlauf unumgängliche Rückstaffelung des Gebäudes (Anschluss an das Eckhaus des Blocks im Osten) könnte dieser (aus vergrösserter Tiefe startend) ideal zur guten Besonnung (Südosten) der Grundrisse nutzen. In diesem Sinne ist das Näherbaurecht sicherlich zum Vorteil der Bauten an der Grüngasse, die leichte Verschlechterung der Besonnung der Parzelle AU471 wird dadurch relativiert, dass die betroffenen Räume über Eck ausgerichtet sind / werden könnte Detailschnitt 1 / 20 Seite 16 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» W a s h i t s u Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno W o h n h a u s G r ü n g a s s e 8 / 1 0 AU 47 1 AU 47 2 AU 66 40 AU 43 64 2 begeh- und befahrbare Bereiche gepflästert (sickerfähig) Blumeninseln in Kiesfläche P1 P2 P3 P4 Ebenso sollte mit den Nachbarn die gegenseitige Öffnung der Aussenräume zueinander besprochen werden. Die PP-Lösung sollte sinnvollerweise mit der Nachbarparzelle (Erschliessung) erarbeitet werden. AU 46 9 Gitterrost, befahrbar gedeckter Zugang AU471 Luftraum und Tiefblick in die Waschküche +/- 0.00 +/- 0.00 AU 66 41 + 0.90 AU6749 49 Eingangshalle lichte Raumhöhe 3.3m AU 67 Velo Kinderwagen 8.0 500 kg Personenaufzug Laden / Gewerbefläche EG + Hochparterre 149.0 m2 frei unterteilbar, 4 Zugänge von der Grüngasse, 2 Separatzugänge Treppenhaus Schaufenster Schaufenster Schaufenster AU X6 03 7 Schaufenster Erdgeschoss Grüngasse AU 01 40 2 AU 55 07 +/- 0.00 500 kg Personenaufzug AU 01 40 1 Lager Flexibel einteilbare und flexibel nutzbare Gewerberäume Die unterschiedlich eingefärbten Bereiche in Grundriss und Schnitt zeigen die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der Gewerberäume: Im Erdgeschoss können dank vier möglicher Eingänge von der Grüngasse kleinteilige Flächen angeboten werden, jeweils mit Schaufenster. Den beiden westlichen Einheiten können neben den Flächen im Hochparterre auch noch Flächen im Soussol mit Ueberhöhe angegliedert werden. Diesen Gewerberäumen können zudem Lagerflächen angeboten werden. Sowohl das Hochparterre wie auch das Soussol zum Innenhof können aber auch gewerbeunabhängig direkt an die Wohnungsmieter vermietet werden. Als Büroräume im HP oder Bastel-Werkräume im Soussol. gemeinschaftliche Dachterrasse + 17.53 AU557 AU558 AU559 Wohnung + 14.59 Wohnung 18.00 + 11.87 Wohnung 13.33 15.74 AU 68 18 + 9.10 Wohnung AU 52 10 + 6.38 Wohnung + 3.66 Büro / Laden + 0.90 Laden, Gewerbe, Büro +/- 0.00 Laden / Werkraum - 2.72 Lager - 2.72 Querschnitt Grüngasse 1 / 200 1 / 200 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 17 W a s h i t s u Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno W o h n h a u s G r ü n g a s s e 8 / 1 0 AU 32 71 AU 47 9 3 "unendliche" Vielfalt von Wohnformen AU 32 70 Einige der Möglichkeiten, welche sich bieten wenn die eigene Wohnung mittels den mobilen Schrankwandelementen immer wieder der persönlichen Lebenssituation angepasst werden kann. Zimmer 13.0 Zimmer 14.0 Essen 12.5 Zimmer 14.5 Zimmerschicht Zimmer 13.5 Spielen, Wohnen 25.5 Zimmer 14.5 Zimmer 11.5 AU U6 03 7 In der Zimmerschicht können dank der mobilen Trennschränke Zimmer unterteilt oder im Grossraum gelebt werden. Die gestrichelt grün eingerahmten Flächen bezeichnen die Flächen wo die Schränke als raumtrennende Elemente aufgestellt werden können (in Abhängigkeit von Zugängen und Fassade). DuWC 3.0 Garderobe 4.5 Entree 9.0 2 bis 6.5 ZiWhg 107.5 m2 Miete inkl. NK 2'749.-- Entree 9.0 Erschliessungsschicht Küche 5.0 2 bis 3 ZiWhg 62.5 m2 Miete inkl. NK 1'598.-- Garderobe 4.5 Entree 9.0 Bad 3.5 2 bis 6.5 ZiWhg 107.5 m2 Miete inkl. NK 2'691.-- Entree 8.5 2 bis 4 ZiWhg 72.5 m2 Miete inkl. NK 1'815.-- Küche 6.0 500 kg Personenaufzug Küche 4.5 Bad 3.5 AU S6 03 7 Bad 4.0 03 7 500 kg Personenaufzug Bad 3.5 DuWC 3.0 Die Erschliessungsschicht ver- und entsorgt die ganze Wohnung über eine zugängliche Steigzone und die abgehängte Decke. Unabhängig ob Zimmer eingeteilt werden oder der Grossraum belassen wird. Die Zugänglichkeit aller Individualräume über diesen Bereich ist ebenfalls gewährleistet. AU T6 AU 67 48 AU C3 39 0 Küche 6.0 Zimmerschicht Beide Zimmerschichten sind gleich tief aufgebaut. So können zur Morgensonne Individualräume versus Grossraum zur Strasse oder umgekehrt miteinander kombiniert werden. Spielen 11.5 Eltern, Baby 28.5 Wohnen 30.0 Essen 11.5 Wohnen 18.5 Zimmer 12.0 1./2./3. OG (Normalgeschoss) ohne Näherbaurecht 1./2./3. OG (Normalgeschoss) inklusive Näherbaurecht + 3.66 / + 6.38 / + 9.10; Ein Geschoss wird als Wohngemeinschaft vorgeschlagen, siehe Grundrissschema + 3.66 / + 6.38 / + 9.10 Die Familie unseres Mädchens vom Land wohnt grosszügig, aber es sind ja noch zwei weitere Kinder geplant... Die alleinerziehende Mutter ist froh um den Zusammenhalt im Haus, um die zusätzlichen Näh- und Bastelzimmer, sowie die Dachterrasse. So haben die Kinder trotz zuweilen engen Platzverhältnissen in der Wohnung genügend "Auslauf". AU 01 40 3 Die Möglichkeit innerhalb der Fläche einer Standard 5 Zimmer Wohnung 6 Zimmer anbieten zu können ist nicht nur praktisch für die Patchwork-Familie wo der Bube aus erster Ehe jedes zweite Wochenende zu Besuch ist. Sie ist auch eine Chance, dass benachteiligte Familienformen (Alleinerziehende), eine Wohnung mieten können, die ihnen relativ zur Grösse viele Zimmer bieten kann. AU 01 40 4 500 kg Personenaufzug Offenes Raumkonzept versus Zellenstruktur Die beiden Wohnungstrennwände (heller schraffiert im Grundriss) sind nicht tragende Gipsständerwände. Somit können zwei Geschosswohnungen jederzeit zu einer grossflächigen Wohngemeinschaft vereint werden. Ist ein solches Grundrisslayout schon bei der Planung bekannt, könnte auf den Ausbau einer zweiten Küche verzichtet werden. Die WG eignet sich für alle Altersgruppen, dabei können maximal 7 Individualzimmer angeboten werden. Im Falle eines Näherbaurechts entstünde ein weiteres Zimmer. Die beiden oben abgebildeten möblierten Wohnungen zeigen die möglichen Extremvarianten der Nutzung: Das offene, loftartige Raumkonzept links unterscheidet in eine hofseitige private, ruhige Schlaf- und Spielzone für die ganze Familie, sowie einen öffentlicheren Bereich für Wohnen, Essen und Arbeiten. Der linke Ansatz unterteilt die ganze Fläche in kleine, rasterartige Raumzellen ("Washitsu"), welche mit je einer spezifischen Nutzung belegt werden. AU 32 76 Wohngemeinschaft versus 2 Geschosswohnungen Die Kombination der beiden grundverschiedenen Haltungen führt dazu, dass die Wohnungen trotz vorgegebenem Roh- und Ausbaugerüst für die verschiedensten Lebenssituationen eine differenzierte Antwort auf die jeweilige Art des Wohnens geben können. Schranktrennwand Ansicht Mechanik, Rahmen Schranktüren Die Schrankrückwand ist ähnlich einer mobilen Trennwand (zB. System Hüppe Dorma) aufgebaut: In einem durchlaufenden U-Profil sitzt ein bewegliches Profil, welches über eine Gewindestange (bedient mit einem VierkantSchlüssel von der Innenseite des Schranks) bewegt werden kann. Auf dem beweglichen Profil sitzt über die ganze Länge ein 40mm breiter Filzstreifen, welcher dank des erzeugten Anpressdruckes die Schalldämmung gewährleistet. Vierkantansatz vertikale Verspannung mittels stabilem Längsprofil (zB. RHS 40/40/1) mit aufgebrachtem Dichtungsprofil (Filz, Naturkautschuk) und Federprofil an die Decke (Spannweg 20 - 40mm, entspricht auch der möglichen Toleranzaufnahme) vertikale, geführte Gewindestangen (Antrieb über Vierkantschlüssel, schrankseitig) Detail 1/5 horizontale Verspannung (wo nötig) dito System vertikal. Wird nur in jedem zweiten Schrank eingebaut (Verspannung über den zweiten Schrank an die Wand). Schrankfronten: Die Schrankfronten bestehen aus Schichtstoffplatten mit Metalleinlage für Magnethaftung (Argolite HPL- Schichtstoffplatten). So können auf den Fronten (Kinder-) Zeichnungen aufgehängt werden. 2.40 Dichtung oben Aufbau: Die Schrankelemente werden als Bestandteile der Mietsache in der Wohnung aufgebaut. Voraussetzung für den flexiblen Einsatz sind allenfalls erhöhte Anforderungen an die Roh- und Ausbaugenauigkeit (Decke, Wände), welche in der Submission zu berücksichtigen sind. Das vorgesehene Dichtungsprinzip kann dabei Masstoleranzen bis 40mm auffangen. Bei Nichtgebrauch als Trennelemente können die Schrankwände (unverspannt) endständig in den Räumen angeordnet werden. Schalldämmung: Gemäss der SIA Norm 181, "Schallschutz im Hochbau", bestehen keine Normen für Innenwände. Die Empfehlung geht von einem Schalldämmwert von 40dB (Stufe1, SIA 181 Anhang G) respektive 45dB (Stufe 2, SIA 181, Anhang G) aus. Diese Werte können je nach Schrankinhalt erreicht werden. Beim Unterlagsboden ist darauf zu achten, dass die wenigen (Passivstandard!) Bodenheizschlaufen vor gangartig zum Fenster verlegt werden, und daneben der UB getrennt wird. Schnitt / Ansicht Oberer Abschluss: 77 Prinzip: Das Schrankteil liefert die Stabilität, den Stand für das Element mit der rückseitig fix montierten Verspannwand. Dadurch entfallen die die Flexibilität einschränkende Schienen an Boden und Decke, ebenso wird durch das Gewicht des Schranks (und seines Inhalts) über die grosse Filzfläche am Boden eine gute Dichtigkeit erreicht. Das Verspannteil funktioniert ähnlich einer mobilen Trennwand, wobei das Dichtungselement über eine einfache mechanische Vorrichtung an die Decke verspannt wird. Genauso funktioniert auch die horizontale Verspannung (bei Anordnung zwischen Kernwand und Aussenwand). AU 32 AU B3 39 0 Wohnen, Arbeiten 28.5 Terza Kombi Metalltragrahmen, dazwischen Akustikdämmung (Kaltschaum) Schrankinnenleben: Die Schränke können mit Tablaren (Reihenlochbohrung) oder Kleiderstangen ausgestattet werden. Spezielle Einbauten können reversibel durch die Mieter vorgenommen werden. Querschnitt Unterer Abschluss: Die Schrankwand steht auf einem durchgehenden Sockel. Damit der Schrank auch beladen bewegt werden kann, lagert das Gewicht auf einer 20mm starken Filzmatte (so wird auch der Parkett beim Schieben nich t zerkratzt). Durch den Anpressdruck kann zudem eine gute Schalldämmung zwischen den getrennten Räumen sichergestellt werden. Bereich zwischen Rahmen mit Steinwolle gedämmt. Zimmerseite Schiebetür Putzflucht Schranktrennwand 1 / 20, Grundriss, Ansicht, Schnitte, Detail 1/5 Seite 18 Abschlüsse Stirnseitig: Die Schränke können untereinander beliebig aneinander gestellt werden: Zwei über die ganze Höhe laufende Nuten werden bei Bedarf mit Neopren, Moosgummi oder Filstreifen bestückt, sodass die Schränke nach der Verpressung mit der Wand dicht a) aneinander und b) an der Aussenwand stehen. Der dichte Anschluss an die Innenwände (Aufstellen der Schränke zwischen Aussenwand und Kern) funktioniert als Verspannung horizontal nach dem gleichen System wie vertikal. Zudem bietet hier die Schrankwand das Anschlagstück für die Schiebetür (möglich mit Hakenfalle oder Schiebetür-Muschelgriffgarnitur). Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» 4 W a s h i t s u Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno W o h n h a u s G r ü n g a s s e 8 / 1 0 Kammerartige Struktur, Abtrennungen durch Schrankwandelemente Offene Raumstruktur, Schrankwandelemente endständig angeordnet. Arbeitsmodell Arbeitsmodell Zimmer 13.0 Zimmer 14.0 Zimmer 12.5 Terrasse 18.5 m2 Zimmer 14.0 Zimmer 11.0 Wohnen, Essen 21.5 DuWC 3.0 Zimmer 15.5 Terrasse 6.0 m2 Bad 4.0 Garderobe 4.5 2 - 4.5 ZiWhg 89.0 m2 Miete inkl. NK 2'276.-- Entree 5.5 Entree 4.5 2 ZiWhg 40.5 m2 Miete inkl. NK 1'036.-- Bad 5.0 2 ZiWhg 40.0 m2 Miete inkl. NK 1'023.-- 2 ZiWhg 56.0 m2 Miete inkl. NK 1'432.-- Bad 3.0 Wohnen, Essen 20.5 Kochnische 4.5 Wohnen, Essen 28.5 500 kg Personenaufzug DuWC 2.5 Aussengeräte 1.5 500 kg Personenaufzug Kochnische 4.5 AG 1.5 Terrasse 17.5 m2 AG 1.0 Terrasse 11.5 m2 Terrasse 10.5 m2 Wohnen, Essen 26.5 Terrasse 7.5 m2 5. Obergeschoss (Dachgeschoss) 4. Obergeschoss + 14.59 + 11.87 Das Grafikerpaar arbeitet bequem von Zuhause aus, Präsentationen werden beim Kunden gemacht, und mit den Schranktrennwänden lässt sich schnell ein Gästezimmer abtrennen (haben die Schlaumeier doch ein Schrankbett darin einbauen lassen!). Endlich aus dem Reihenhaus raus und wieder zurück in die Stadt! Das Rentnerpaar schätzt den Lift, die eigene Terrasse und die Nähe zu allem Lebensnotwendigen im Quartier. Und die Hauswartarbeiten macht er doch so gerne. Frisch verliebt und eingezogen. Viel Platz für Möbel hats nicht, aber diese Dachterrassen... Der Literaturdozent wohnt ja eigentlich in Berlin. Aber ein so zentral gelegenes Pied à terre ist natürlich ideal! Und vor allem kommt man in diesem Haus auch noch in Kontakt mit den Leuten. Warmwasserkollektoren 36.0 m2 nicht begehbar 500 kg Personenaufzug Dachterrasse gemeinschaftlich 54.0 m2 Holzrost Aufstiegsklappe Gemeinschaftliche Nutzungen Neben der Dachterrasse können im Soussol jeweils ein Bastel / Werkraum sowie zum Beispiel ein Musikzimmer oder Nähatelier angeboten werden (vgl. auch Konzept Gewerberäume EG). Auch ein gemeinsschaftliches Büro im Hochparterre kann realisiert werden, da separat vom Treppenhaus erschlossen. Da diese Räume aber im Mietpreis der Wohnungen enthalten sein müssten, ist abzuklären ob wirklich genügend Bedarf besteht. Im 5. Obergeschoss könnte anstelle der vorgesehenen Kleinwohnung ein Gästezimmer, sowie eine Gemeinschaftsküche realisiert werden. Die beiden hofseitigen Zimmr angrenzend an das Treppenhaus könnten aus diesem auch separat erschlossen werden (Büro, zur Wohnung gehörend, Kunden müssen nicht durch Wohnung). Dachterrasse + 17.53 Trockenraum 13.0 m2 Werken und / oder Basteln, Nähen 32.5 m2 unterteilbar Wakü 10.0 m2 natürlich belichtet und belüftet 9 Kellerabteile 41.0 m2 oder Laden / Gewerbefläche UG 43.0 m2 unterteilbar 500 kg Personenaufzug Lager, WC 6.5 m2 Haustechnik 15.0 m2 Lager, WC 23.0 m2 Ansicht Hof Untergeschoss 1 / 200 - 2.72 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 19 «Cristallo» (2. Rang / 2. Preis) huggen_berger GmbH, Architekten ETH/SIA Kalkbreitestrasse 33, 8003 Zürich Mitarbeit: Adrian Berger, Lena Bertozzi, Pierre Schild Bauingenieur: Aerni & Aerni, 8037 Zürich Mitarbeit: Markus Aerni Bauphysik: Bakus GmbH, 8045 Zürich Mitarbeit: Dietmar Baldauf Haustechnik: BSP-Energie, 8005 Zürich Mitarbeit: Beat Steigen, Sven Häckel Das Konzept für das neue Wohnhaus in der Baulücke an der Grüngasse ist überzeugend aus den spezifischen Bedingungen des Ortes heraus entwickelt worden. Die bestehende Bebauung aus verschiedenen Epochen des 19. und 20. Jahrhunderts ist ausgesprochen heterogen. Sowohl die Strassenseite mit ihren Verengungen und Ausweitungen, als auch die Hofseite mit zahlreichen Durchblicken und Einbauten verfügen aber über ihre eigenen, unterschiedlichen Qualitäten. Aus dieser Analyse heraus wird folgerichtig ein Projekt mit einer zweiseitigen Ausrichtung entwickelt, das sich teils auf den Strassenund teils auf den Hofraum hin orientiert. Auf beiden Gebäudeseiten setzen polygonale Geometrien kräftige Akzente: strassenseitig die raumgreifenden Erker und Loggien, hofseitig eine Ausstülpung anstelle des baurechtlich möglichen Hofgebäudes. Trotz diesen organischen Formelementen passt sich das neue Wohnhaus aber sehr unaufdringlich in das bestehende Quartier ein. Im Erdgeschoss teilt ein zentrales Treppenhaus die Ladenflächen in zwei ungefähr gleich grosse Einheiten. Einläufige Treppen führen jeweils in ein durch hofseitige Oberlichter beleuchtetes Untergeschoss. Nicht nur die beiden Läden, sondern auch die Wohnungen werden direkt von der Grüngasse her erschlossen, was für ein städtisches Wohngebäude grundsätzlich als richtig erachtet wird. Das mittig platzierte, schiefwinklige Treppenhaus vermag zwischen den vor- und rückseitigen Gebäudegeometrien geschickt zu vermitteln. Die Erschliessung der Wohnungen ist rationell, gleichzeitig aber auch räumlich vielfältig und von hohem Gebrauchswert. Der kleine Vorraum mit den Briefkastenanlagen bietet Blickkontakt mit der Grüngasse. Das grosse dreiecksförmige Treppenauge bringt ausreichend Tageslicht in alle Geschosse. Die Erschliessung über die schmale Kellertreppe im rückwärtigen Hof, welche vor allem den Velofahrenden dient, ist jedoch sehr unpraktisch. In den Obergeschossen werden pro Etage zwei Wohnungen – eine 2.5 und eine 3.5 resp. 4.5 Zimmer-Wohnung - erschlossen. Über etwas knappe Eingangsbereiche gelangt man jeweils in den Hauptraum der Wohnung. Diese polygonale Haupträume mit Küche, Essplatz und Wohnbereich sind entweder auf den südwestseitigen Strassenraum oder auf den rückwärtigen Hofraum hin orientiert. Sie bieten interessante Ausblicke und verfügen alle über attraktive Aussenräume mit einem hohen Gebrauchswert. Die meisten Schlafräume sind orthogonal und haben einen guten Zuschnitt. Positiv zu vermerken sind in den grossen Wohnungen auch die geräumigen, natürlich belichtet und belüfteten Badzimmer. Wenig Nutzwert bieten hingegen die vereinzelten Kleinstzimmer mit Flächen von nur gerade knapp 8m2. Noch zu wenig ausgereift ist auch die 5.5 Zimmer-Maisonette-Wohnung. Hier wird die Qualität der internen Erschliessung, die ungünstige Anordnung der Nasszellen und das unverhältnismässig grosse Angebot an Terrassenflächen als kritisch beurteilt. Die architektonische Erscheinung und Materialisierung des Projektes ist dem Standort und der Bauaufgabe insgesamt angemessen. Die raumgreifenden Strassen- und Hoffassaden treten beide eigenständig in Erscheinung. Demgegenüber unterstützt die klassische Materialisierung - der feine Verputz, die zurückhaltende Farbgebung, die Holzfenster und die feine Ornamentik der Geländer – auf wohltuende Weise die Einordnung des Gebäudes im Quartier. Seite 20 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Trotz der vorgeschlagenen wirtschaftlichen Fassadenkonstruktion ist das Preisgericht nicht überzeugt, dass sich das Projekt innerhalb der knappen Kostenvorgaben realisieren lässt. Das fast parzellengrosse Untergeschoss, die vielen nicht übereinander liegenden Tragwände, die eingezogenen Loggien sowie die grossen Terrassenflächen werden als tendenziell aufwändig eingeschätzt. Die Werte hinsichtlich Flächeneffizienz und Kompaktheit liegen im mittleren Bereich. Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes wird ebenfalls als eher hoch beurteilt, insbesondere aufgrund der relativ aufgelösten Gebäudeform. Dank dem effizienten, ökologisch aber eher fragwürdigen Dämmstoff, dürfte das Projekt den Minergie-Standard insgesamt erreichen. Positiv zu erwähnen ist die gute Disposition der Strassenfassade für solare Energiegewinnung. Das Schachtkonzept bietet für die Bedarfslüftung ebenfalls eine gute Basis. Das Aussenwandsystem – eine Massivbauweise mit verputzter Aussenwärmedämmung – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben. Das Projekt überzeugt insgesamt durch seine unverwechselbare, aus dem konkreten Ort heraus entwickelte Identität und durch seine verschiedenartigen, attraktiven Wohnungen. Die Realisierbarkeit innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens wird hingegen als fraglich beurteilt. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 21 Seite 22 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 23 Seite 24 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 25 «Immergrün» Architekturbüro Zita Cotti, dipl. Architektin ETH/SIA Limmatstrasse 285, 8005 Zürich Mitarbeit: Zita Cotti, Simon Sutter, Nadja Keller, Andrea Lüdin, Cyril Kramer Haustechnik: hps energieconsulting, 8006 Zürich Mitarbeit: Daniel Heule Das Projekt bezieht sich auf der Strassenseite auf die unterschiedlichen Höhen der Nachbarbauten. So bezieht sich die Traufhöhe auf das gegenüberliegende Gebäude, während die 2-stöckige Attikalandschaft zwischen den östlich und westlich angrenzenden Nachbarbauten vermittelt. Die Fassaden sind dementsprechend konsequent in ein Hof- und eine Strassenfassade unterschieden. Die Strassenfassade wird dabei klassisch gegliedert in Sockelgeschoss, Obergeschosse, Dachgeschosse. Sie weist eine grosse Eigenständigkeit aus durch die regelmässige Befensterung in liegenden (Strassenseite) und stehenden (Hofseite) Formaten, welche unterschiedslos jedoch nicht beliebig Treppenhaus, Wohnräume und Loggien überziehen. Die städtebauliche Haltung ist klar. Unverständlich bleibt jedoch, dass die Strassenfassade als «Repräsentationsfassade» keinen Eingang zu den Wohnungen aufweist. Der Versuch der Vermittlung zwischen den angrenzenden Höhen bleibt letztendlich ein Bild in der Frontalansicht, da sich die Fassaden der Nachbargebäude nicht auf derselben Ebene wie die Fassade des Attikaaufbaus befinden. Die Ausformulierung der Hofseite als «Seite geringerer Bedeutung» wird von der Jury nach erfolgtem Augenschein anders beurteilt. Dies auch deshalb, weil diese Fassade genügend besonnt ist. Den Grundriss prägt eine klare und durchlaufende Schottenstruktur, welche den Neubau in fünf gleich breite Bereiche gliedert. Diese Struktur bestimmt auch die Wohnungen. Das Herz der Wohnungen ist eine räumliche Raumabfolge, welche die eingezogenen Loggien umschliesst und von der Strassen- zur Hofseite orientiert ist. Es entstehen Zonen, welche unterschiedlich genutzt und abgetrennt werden können. In den Attikageschossen befinden sich zwei Maisonettewohnungen und die Waschküche mit angedeutetem Ausgang auf die Dachterrasse. Die einfache Konzeption erzeugt wohnungsintern eine grosse räumliche Vielfalt, weist jedoch architektonische und nutzungsmässige Mängel auf. So geht die angesprochene Vielfalt bei einer allfälligen (und in den Plänen textlich beschriebenen) kompletten Abtrennung eines Zimmers verloren und übrig bleibt eine zu grosse und relativ dunkle Eingangshalle. Hier müsste eine andere Grundrisskonzeption (z.B. mit der Küche/Essen im Zentrum) gefunden werden. Ebenso wird das vollständige Fehlen einer Eingangssituation (weder in der Struktur noch in der Möblierung) bemängelt. Die eingezogenen Loggien führen zu unerwünschten Beengungen im Wohnbereich. Die Attikawohnungen sind schön, weisen jedoch einen eher grossen Anteil an Erschliessungsfläche auf und verlieren an Qualität, wenn die eingepunkteten (aber notwendigen) Nassräume im oberen Geschoss realisiert werden. Die Anordnung der Waschküche im Dachgeschoss wird als möglich beurteilt, allerdings geht das auf Kosten der Hauptnutzfläche. Der Bezug zur gemeinschaftlich genutzten Dachterrasse ist zu schwach ausgebildet. Die Trag- und Installationsstruktur ist klar und einfach. Das Gebäude wird als konventioneller Massivbau erstellt. Die Fassaden aus nichttragenden, vorgehängten Holzelementen sollen mittels keramischer Mosaikplatten verkleidet werden. Durch die kleinen Farbunterschiede entsteht ein vielfältiges Schimmern der Oberfläche. Zusammen mit den messingfarben eloxierten Fenstern kann eine unverwechselbare Fassadenstimmung entstehen. Seite 26 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Die im Fassadenplan 1:100 angedeutete Fuge und der Unterschied zwischen Sockel und Obergeschossen sind weder in den Grundrissen noch im Schnitt verifizierbar. In Bezug auf die Baukosten bewegt sich das Projekt auf Grund der Kenndaten im Mittelfeld der eingereichten Projekte. Es weist jedoch das schlechteste Verhältnis zwischen Geschossfläche und vermietbarer Fläche auf. Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes ist durchschnittlich. Da das Projekt eine relativ beschiedene Hauptnutzfläche realisiert, muss von einem wenig effizienten Umgang mit den Ressourcen gesprochen werden. Das Projekt dürfte den Minergiestandard erreichen, nicht jedoch den Standard Minergie-P. Die eingezogenen Balkone führen zu einer nur mittleren Kompaktheit, der Dämmstandard ist für Minergie ausreichend, nicht jedoch für Minergie-P. Die Verluste über die Wärmebrücken sind durchschnittlich, gewisse solare Gewinne sind vorhanden. Das Schachtkonzept bietet eine gute Basis für die Bedarfslüftung. Das Aussenwandsystem – eine Mischbauweise mit hinterlüfteter Trägerplatte für Glasmosaik – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben; mit entsprechenden Unterhaltskosten ist zu rechnen. Dem erhöhten Rissrisiko muss Beachtung geschenkt werden. Der Beitrag dieses Projektes liegt vor allem in der städtebaulichen Auseinandersetzung und der stringenten und konsequenten Durcharbeitung auf allen Ebenen. Diese Konsequenz hat jedoch auch eine gewisse «Steifheit» zur Folge. Die Aussagen auf der Ebene des Städtebaus und der Wohnungen sind zwar in sich schlüssig, entsprechen jedoch - insbesondere auf der Ebene der Wohnungen - nicht der von der WOGENO angestrebten «Radikalität» im Umgang mit innerstädtischem Wohnen. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 27 Projektwettbewerb Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen Grüngasse 8/9 Zürich Städtebau und Architektur Die Blockrandbebauung im Gebiet der Grüngasse ist uneinheitlich gewachsen. Die einzelnen Bauten stammen aus verschiedenen Zeiten. Entsprechend unterscheiden sie sich stark in der Gebäudehöhe, der Geschossigkeit und im architektonischen Ausdruck. Das vorliegende Projekt übernimmt die Traufhöhe des gegenüberstehenden Gebäudes und erreicht damit einen ausgewogenen Strassenraum. Mit einem zweigeschossigen leicht von der Fassade zurückversetzten Dachaufbau schafft es den Anschluss an die um einiges höheren Häusern linkerhand und vermittelt damit zwischen den sehr unterschiedlichen Haushöhen. Die Gliederung des Neubaus in ein Sockelgeschoss und drei Obergeschosse erfolgt analog der im Quartier vorherrschenden Weise. Im Unterschied zu den bestehenden Blockrandbauten mit Schrägdach und Lukarnen jedoch, wird das Dachgeschoss strassenseitig von zwei zurückgestaffelten Geschossen gebildet. So erhält der Neubau eine massvolle Eigenständigkeit in seiner volumetrischen Ausbildung und es werden gut orientierte Räume und Terrassen geschaffen. Ebenfalls eigenständig ist der architektonische Ausdruck der Strassenfassade mit den liegenden Fenstern und Loggien. Entsprechend der Orientierung gegen Südwesten ist der Fensteranteil in den unteren Geschossen grosszügig, während er in den beiden Dachgeschossen nicht zuletzt aufgrund der grösseren Sonneneinstrahlung etwas kleiner wird. Hofseitig unterscheidet sich der Neubau sowohl in seiner volumetrischen Ausbildung des Dachgeschosses als auch in der Fassadengestaltung von der Strassenseite. Dort ermöglicht das Schrägdach einen maximalen Raumgewinn und eine optimale Kompaktheit. Die Fassade ist entsprechend ihrer geringeren Bedeutung einfacher gestaltet. Im Gegensatz zur Strassenseite findet ausschliesslich ein leicht stehendes Fensterformat Verwendung. Der Anteil der Verglasung ist hier entsprechend der Orientierung nach Nordosten und der weniger repräsentativen Bedeutung geringer. Wy ssg ass e Bad ene rstr ass e Cram erstra sse Gestaltung Hofraum Da der Kostenrahmen sehr eng ist, wäre es sinnvoll, die zwei verlangten Parkplätze (falls bezüglich Zufahrt möglich) im Hof anzubieten. Der chaussierte Platz kann bei Nichtgebrauch der Parkplätze für andere Zwecke benützt werden. Ein grosser Bereich des Hofraums wird für die Veloabstellplätze benötigt, vorgeschlagen wird ein einfacher Velounterstand. Prägend für den Charakter des Hofes soll wie bereits heute ein Kiesplatz und eine Gruppe von Blütensträuchern sein. Erdgeschossnutzung Im Erdgeschoss können zwei Laden- oder Kleingewerbelokale mit direkt zugänglichem Lager im Untergeschoss angeboten werden - und falls erwünscht ein weiteres kleineres Lokal zwischen den beiden grossen. as ng rü G se Wohnungen Insgesamt werden acht Wohnungen für unterschiedliche Haushaltsgrössen angeboten. Davon sind zwei Maisonetten und befinden sich in den obersten Geschossen. Das Herz der Wohnung ist ein fliessender zweiseitig orientierter Raum, der durch einen innenliegenden Kern mit Küche und Bad, ein hofseitiges Zimmer und eine Loggia räumlich gegliedert wird. Dieses einfache Prinzip bringt eine große räumliche Vielfalt hervor. Es entstehen spannungsvolle Durchblicke innerhalb der Wohnung und von der Wohnung in den Stadtraum. Es werden drei Zonen gebildet, die unterschiedlich genutzt und je nach Bedarf auch voneinander abgetrennt werden können. So wird die gewünschte Nutzungsflexibilität erreicht. Die Maisonette-Wohnungen in den obersten zwei Geschossen sind über eine einläufige Treppe mit dem Dachgeschoss verbunden. Dort befinden sich die Zimmer, die teilweise abgeschrägt sind und Dachflächenfenster aufweisen. Falls gewünscht kann im Vorraum der Zimmer eine weitere Nasszelle vorgesehen werden. Diese zwei Wohnungen haben Anschluss an die grosszügige Terrasse. Im Dachgeschoss befinden sich zudem die Waschküche und ein allgemeiner Zugang zur Terrasse. Die für alle Bewohnerinnen und Bewohner zugängliche Terrasse soll im Zusammenspiel mit der nahegelegenen Waschküche dem gemeinschaftlichen Leben im Haus dienen. sse erstra Zwei Situation 1:500 Situation 1:500 0 10 immergrün Konstruktion / Materialisierung Die Tragstruktur besteht aus den Innenwänden (Backstein resp. Beton) und den Betondecken. Um die Fassadenstärke und die notwendige Dämmung zu optimieren werden für die Fassade vorgehängte Holzelemente vorgeschlagen. Verkleidet wird die Holzständerkonstruktion mit einer hinterlüfteten Trägerplatte, auf die keramische, leicht schimmernde Mosaikplatten appliziert sind - eine dauerhafte und gerade auch im Sockelbereich sehr geeignete Materialisierung. Feine Farbunterschiede im Glasmosaik erzeugen im Licht ein lebendiges Spiel in der Fassade. Zusammen mit den farbig eloxierten Holz-/ Metallfenstern erhält das Gebäude eine stimmungsvolle Wirkung. Im Inneren herrschen rohe, „einfache“ Materialien vor wie beispielsweise eine rohbelassene Betondecke oder ein geschliffener Anhydritestrich. Wenige farbige Akzente sowie die Lichtführung unterstützen die Raumwirkung und sorgen für eine unverkennbare Stimmung. Ökonomie / Ökologie Bei der Konzipierung wurde darauf geachtet, dass das Gebäudevolumen möglichst kompakt ist. Aus diesem Grund wurde auf die Ausnützung der baurechtlich zulässigen Hofbebauung verzichtet. Aus energetischen und ökonomischen Gründen werden Einschnitte ins - respektive Ausstülpungen aus dem Volumen nur dort vorgeschlagen, wo der Nutzen die zu erwartenden Kosten übersteigt (Loggien, Dachgeschoss). Die hohe Flexibilität der inneren Raumeinteilung lässt einen geringen Aufwand für eventuelle Umnutzungen und eine lange Nutzungsdauer erwarten. Energie- und Haustechnikkonzept (siehe auch Konzeptschema Beilage) Dank des einfachen, kompakten Gebäudevolumens, der sehr gut gedämmten Gebäudehülle, den 3-fach Isolierverglasungen und der kontrollierten Hygienelüftung mit wirksamer Wärmerückgewinnung, kann das Wohnhaus in Anlehnung an den MINERGIE-P-Standard erstellt werden. Soweit sinnvoll werden ökologische Materialien, z.B. Holzelementfassade eingesetzt. Das Flachdach wird extensiv begrünt. Aufgrund des aussenliegenden Sonnenschutzes, der massiven Bauweise, der extensiven Dachbegrünung und der Möglichkeit von einer intensiven Querlüftung besteht in den Wohnungen keine Überhitzungsgefahr im Sommer. In zwei durchgehenden Erschliessungs- und Steigzonen befinden sich alle notwendigen Installationen für die Bäder, Küchen und die Lüftung. Eine weitere Steigzone befindet sich neben dem Lift und ist für die Leitungen der Solaranlage, Dachabwasser und den Kamin vorgesehen. Dieses Konzept ermöglicht eine klare übersichtliche Leitungsführung ohne aufwendige Installationen. Die Technikräume im Untergeschoss sind auf die vertikalen Steigzonen abgestimmt. CO2-neutrales Heizungskonzept Der Wärme- und Warmwasserbedarf wird durch eine Pelletsfeuerung in Kombination mit einer thermischen Solaranlage für die Warmwasservorwärmung gedeckt. Pelletsfeuerungen zeichnen sich aus durch niedrige Emissionen und hohe Wirkungsgrade. Der Rohstoff für Holzpellets bilden Sägemehl und Hobelspäne aus Sägerein. Die Pellets werden in einem Silo (Rauminhalt ca. 15 m3) im Untergeschoss gelagert. Das Warmwasser wird mit einer thermischen Solaranlage auf dem Dach vor- und bei Bedarf mit der Pelletsheizung nachgewärmt. Auf dem Dach werden fünf Kollektoren mit einer Absorberfläche von 12.5 m2 platziert. Die Wärmeabgabe an die Räume erfolgt aus Komfortgründen mit einer selbstregulierenden Fussbodenheizung. (Alternative: rasch reagierende Heizkörper mit Thermostatventilen). Hygienelüftung für die Wohnungen Die Wohn- und Schlafräume werden mit einer minimalen Aussenluftrate (Hygienelüftung) be- und entlüftet. Für je 4 Wohnungen ist ein zentrales Kompakt-Lüftungsgerät mit guter Wärmerückgewinnung vorgesehen, das im Untergeschoss platzsparend unter die Treppe platziert wird. Die Aussenluft wird im Innenhof angesaugt. In jeder Wohnung werden je ein Zuluft-Verteilkasten und ein Abluft-Sammelkasten vorgesehen. Die Kunststoff-Luftverteilrohre werden in die Decke verlegt. Die konditionierte Zuluft wird über Deckenluftauslässe in die Räume eingeblasen. Die Abluft wird in den Nassräumen und in der Küche abgesaugt und über die Steigzonen der Wärmerückgewinnung im Lüftungsgerät zugeführt. Die Läden im Erdgeschoss werden mit kleinen Kompakt-Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung individuell be- und entlüftet. 20 0 Seite 28 10 20 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Projektwettbewerb Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen Grüngasse 8/9 Zürich Bodenaufbau OG 340mm Anhydritestrich geschliffen 60mm PE-Folie Wärmedämmung 20mm Trittschalldämmung 20mm Betondecke 240mm Aussenwandaufbau 360mm Fermacell Dampfsperre Holzrahmen Element Mineralfaserplatte Isoroof Hinterlüftung Trägerplatte Keramische Platten 2x15mm 220mm 52mm 35mm 15mm 10mm Holzmetallfenster 3-fach Isolierverglasung U-Wert 0.7 Elementstoss Systemschnitt 1:20 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 29 immergrün Projektwettbewerb Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen Grüngasse 8/9 Zürich immergrün Fassade Grüngasse 1:100 PP PP 14 Velos Eingang 15.7 17.4 2.5 2.5 2.4 Laden/Lager 121.9qm 71.3 71.3 Laden/Lager 101.3qm 48.3 Erdgeschoss 1:100 8.2 8.2 Kellerabteile Kellerabteile 8.0 8.0 KompaktLüftungsgerät unter Treppe KompaktLüftungsgerät unter Treppe Technik 13.8 8.0 Lager 40.7 8.2 8.0 Pellets-Silo 8.2 Lager 32.1 Untergeschoss 1:100 0 Seite 30 1 2 5 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Projektwettbewerb Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen Grüngasse 8/9 Zürich immergrün 1.00 2.44 45 + 17.50 2.44 36 + 14.60 2.44 36 + 11.80 12.80 2.44 36 + 9.00 2.44 36 + 6.20 3.04 36 + 3.40 + 0.00 40 Grüngasse Fassade Hof 1:100 2.60 Querschnitt 1:100 - 3.00 14.0 Pellets-Silo 14.0 2 Pers. 3 1/2-Zi 72.7qm 1878.- 2 Pers. 3 1/2-Zi 81.0qm 2082.- Waschen/Trocknen 17.0 17.5 19.1 11.0 4.4 2.4 1.8 1.8 4.4 13.5 21.6 10.8 10.8 14.0 19.4 19.4 16.2 36.3 6.6 6.6 14.0 14.0 2. Obergeschoss 1:100 Dachgeschoss 1:100 14.0 14.0 Familie 3 1/2 - 4 1/2-Zi. 89.1qm 2287.- Option Zimmer 14.0 14.0 WG bis 5 Pers. 6 1/2-Zi 135.1qm 694.-/Pers. 1 Pers. 2 1/2-Zi 64.6qm 1670.- 19.1 Familie 4 1/2-Zi 97.2qm 2493.- 11.0 4.4 1.8 1.8 4.4 23.4 15.1 2.4 2.4 19.4 19.4 7.5 14.0 6.6 14.0 6.6 24.3 10.0 24.4 7.3 14.0 19.8 1. und 3. Obergeschoss 1:100 4. Obergeschoss 1:100 0 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 31 1 2 5 «Sencha» Zanoni Bucher, Architekten ETH/SIA Hardstrasse 219, 8005 Zürich Mitarbeit: Eliane Bucher, Jean-Paul Zanoni, Franziska Hasler, Isabel Schlegel Haustechnik: Meierhans Partner, 8603 Schwerzenbach Das Projekt betont die Zweiseitigkeit des Grundstückes. Die Fassade zur Hofseite wird betont schlicht gehalten, während zur Grüngasse mit versetzt angeordneten markanten Balkonkuben laut Erläuterungsbericht der Häuserzeile ein neuer Charakter verliehen werden soll. Dabei ist die Fassade als verputzte Leichtbaukonstruktion ausgebildet, welche strassenseitig von den in Eternit materialisierten Balkonkuben durchstossen wird. Die prominent in Erscheinung tretenden Balkonkuben werten jedoch weder das Gebäude noch den Strassenzug auf, sondern wirken aufgesetzt. Die im Bild dargestellte identische Materialisierung von Balkonkuben und Fassade entspricht nicht dem Konstruktionsschnitt. Unverständlich ist – angesichts ihrer Ausformulierung als umlaufende „Röhren“ – der teilweise fehlende direkte Bezug der Kuben zum unmittelbar dahinter liegenden Raum. Zudem können die Kuben im 1. und 2. Dachgeschoss aus baurechtlichen Gründen nicht realisiert werden. In der Grundrissdisposition verstehen die Verfasser die einzelnen Geschosse als zusammenhängende Wohnung, welche von einem an der östlichen Brandwand liegenden Treppenhaus erschlossen werden. Diesem Treppenhaus vorgelagert ist ein Schaltzimmer, welches je nach Bedarf als separates Zimmer oder Büro, als Teil der Wohnung oder ausgebaut als separate 2-1/2-Zimmer Wohnung genutzt werden kann. Die interessante Idee jedes Geschosse als eine einzige Wohnung zu verstehen ist im vorliegenden Projekt jedoch mit vielen Problemen behaftet und führt zu einer überdurchschnittlich grossen Erschliessungsfläche ohne wesentliche räumliche Qualitäten . Diese Fläche ist jeweils etwa gleich gross wie der ausgewiesene Wohnraum, bietet jedoch keine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit. Die Mitte der Wohnung wird durch ein Bad belegt. Die Wohnungen sind nur bedingt rollstuhlgerecht. Fragwürdig wird die Grundrissdisposition bei der aufgezeigten Variante mit 2 Wohnungen pro Geschoss. Hier liegt der Wohn-Ess-Bereich der 4-1/2Zimmer-Wohnung räumlich beengt am Ende des Ganges. Die aufgezeigte 21/2-Zimmer Wohnung weist weder einen genügenden Sanitärbereich, noch eine gute Koch-Ess-Situation auf. Ein privater Aussenbereich fehlt. Begrüsst werden die grosse Flexibilität der Gewerbeflächen im Erdgeschoss und die Adressbildung der Wohnungen an der Grüngasse bei beidseitig möglichem Zugang. Im Schnitt sind die Raumhöhen differenziert. Die Raumschichten an der Grüngasse und zum Hof sind alternierend um 2 Trittstufen höher. Die Überhöhe der Räume findet aber weder in den Fassaden noch in den Grundrissen einen Niederschlag. Die Überhöhe betrifft unterschiedslos Wohn- und Individualräume und zeigt sich z.B. in der Hoffassade einzig durch eine irritierende Vergrösserung des Brüstungsbereiches zwischen dem 2. und 3. Obergeschoss. Die Trag- und Installationsstruktur ist relativ einfach. Diese Einfachheit wird jedoch empfindlich beeinträchtigt, wenn man sich den unterschiedlichsten Positionen der Küchen und der bei Einlegerwohnungen notwendigen Nassräumen bewusst wird. Seite 32 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Die Balkonkuben, als in den Massivbau eingeschobene Leichtbauten, sind problematisch konstruiert. In allen Anschlussbereichen ist mit Rissbildung, Dichtigkeitsproblemen und unterschiedlichem Setzungsverhalten zu rechnen. In Bezug auf die Baukosten bewegt sich das Projekt auf Grund der Kenndaten im Mittelfeld der eingereichten Projekte. Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes ist eher niedrig. Obschon mit dem Projekt nur eine vergleichsweise durchschnittliche Hauptnutzfläche realisiert wird, kann von einem eher effizienten Umgang mit den Ressourcen gesprochen werden. Das Projekt erreicht den Minergie-Standard nicht. Die Gründe dafür sind die aufgelöste Gebäudeform, der knapp bemessene Dämmstandard, die hohen Verluste über Wärmebrücken und nur wenig solare Gewinne. Die vertikalen Schächte für die Bedarfslüftung und auch die horizontale Verteilung in der abgehängten Decke im Korridorbereich sind gut gelöst. Das Aussenwandsystem – eine Mischbauweise mit verputzter Trägerplatte ohne Hinterlüftung – dürfte eine niedrige Beständigkeit haben; es ist mit hohen Unterhaltskosten ist zu rechnen. Ein besonderes Augenmerk müsste auf das Rissrisiko gelegt werden. Der Beitrag dieses Projektes liegt vor allem im Aufzeigen vieler interessanter Denkanstösse und architektonisch-räumlicher Ideen. Die dadurch geweckten Ansprüche vermag das Projekt jedoch nicht einzulösen. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 33 Situation Der Neubau der Liegenschaft Grüngasse 8/10 bildet eine präzise Zeile im Zusammenhang der Blockrandbebauung. Auf der Strassenseite beleben fünf kubische, versetzte Balkone das Strassenbild. In der bestehenden Situation wird die Häuserzeile sehr stark durch das Eckhaus Cramerstrasse/ Grüngasse dominiert. Die Fassade des Neubaus weicht Cram sse se erstr a s ga ün Gr diese Dominanz auf und verleiht der Häuserzeile einen neuen Charakter. Die Hofseite ist schlicht und dient in erster Linie funktionalen Bedürfnissen. Auf die Ausnützung der Randbebauung wurde wegen Einhaltung einer schlichten Kubatur verzichtet. Im Hof werden zwei Parkplätze, drei Containerplätze und ca. zwanzig Veloabstellplätze angeboten. Der ganze Platz ist chaussiert und ermöglicht den Mietern ein paar Stühle in den Hof zu stellen. Auf einen grösseren Sitzplatz für die Bewohner wird verzichtet. Die begehbare Dachzinne bietet einen attraktiveren Platz als grossflächig gemeinsam nutzbaren Aussenraum an. N Baustruktur Massivbau mit Wandscheiben, Stützen und Decken aus Stahlbeton, Fassade nicht tragend. Leitungsführung und Schachtkonzept Grundsätzlich werden die Leitungen in der zentral gelegenen Mittelzone (Korridorzone) geführt. Die Decke wird in dieser Zone abgehängt und ermöglicht damit eine gute Zugänglichkeit bzw. Wartung. Erreichung des Minergie P-Standards Wärmedämmung Fassade d = 25cm Wärmedämmung Dach d = 30cm Fenster dreifach verglast Erneuerbare Energien: Sonnenkollektoren, (Erdsonden nicht erlaubt) Kontrollierte Lüftung mit Kaskadenkonzept Strategie zur Einhaltung der Kostenvorgabe - Kompaktes Gebäudevolumen - Einfaches statisches System - Ausbau wird minimal gehalten - Multiplizierbare Bauelemente (identische Bauteile, geeignet für Vorfabrikation) Potential Näherbaurecht Ein mögliches Näherbaurecht hat in unserem Fall kein grosses Potential. Ein Zimmer könnte grundsätzlich vergrössert werden. Dies ist von der Grundrissdisposition her nicht nötig. Haustechnik Konzept Heizung/Lüftung Die Wärmeerzeugung erfolgt durch einen Gaskessel im Untergeschoss. Zur Wärmeabgabe wird eine Fussbodenheizung im Unterlagsboden eingesetzt, die mit raumtemperaturnahen Systemtemperaturen betrieben wird. Aufgrund dieser Eigenschaft entsteht ein Selbstregeleffekt, der den Wärmebedarf minimiert bzw. eine Überhitzung vermeidet. Auf eine Luftheizung wird verzichtet um den Komfort zu erhöhen und die Luftmengen zu reduzieren. Luftverteilkasten Zur Lufterneuerung wird ein Lüftungsgerät im Untergeschoss vorgesehen. Dieses versorgt sämtliche Räume mit dem hygienisch notwendigen Aussenluftbedarf. Die Zuluft wird in den Zimmern über im Beton eingelegte Rohre und Quellluftauslässen im Boden eingeblasen. In den Nasszellen wird die Abluft an der Decke abgesaugt. Die Zuluft der Zimmer wird im Kaskadenprinzip über Überströmöffnungen in den Gangbereich zu den Nasszellen geführt. Aufbereitung Brauchwarmwasser Für das Brauchwarmwasser sind in die Schrägdachfläche integrierte, nach Südwesten ausgerichtete Sonnenkollektoren konzipiert. Quellluftauslass Gesamtfläche Sonenkollektoren: ca. 30 m2 (1-1.5m2 pro Person) Überströmung . v = 200 m3/h Wohnungstypen und nutzungsspezifische Flexibilität Das Schaltzimmer direkt am Treppenhaus kann ganz verschieden genutzt werden. Es ist geeignet als Arbeitsraum für einen Bewohner, als Aufenthalts- oder Essraum für die Wohngemeinschaften oder als Atelier-/ Büroraum. Die Verglasung zum Treppenhaus macht diesen Raum zu einem halbprivaten Raum und erlaubt den direkten Kontakt zur Bewohnerschaft des Hauses. Das Zweieinhalbzimmerstudio im 2. Obergeschoss kann auch Halböffentliche Zone als grössere Schalteinheit genutzt werden. Schaltbarkeit der Raumeinheit Sie eignet sich entweder als eigenständige Wohnung oder als Studiogrösse als 1 1/2 oder 2 1/2- Zimmer einteilbar seperaten Arbeitsraum oder Atelierzone in der Wohnung. Sencha Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007 Seite 34 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» 18 m2 16 m2 14.5 m2 14.5 m2 15 m2 25 m2 14.5 m2 13 m2 39 m2 Sonnenkollektoren 9 m2 9 m2 19 m2 9 m2 3 1/2 Zimmer, NF 98 m2 - WG mit 2 Personen - 1 Paar, 1 Kind Dachgeschoss 14.5 m2 14.5 m2 14.5 m2 6 1/2 Zimmer, NF 140 m2 - WG mit 5 Personen - 2 Paare mit Gästezimmer - Grossfamilie 3. Obergeschoss 15.5 m2 13 m2 20 m2 14.5 m2 1 Schaltzimmer, NF 19 m2 - Essen / Gemeinschaft - Atelier / Büro - Wohnen 13 m2 31.5 m2 15 m2 13 m2 19 m2 9 m2 19 m2 4.5 m2 6 1/2 Zimmer, NF 140 m2 - Grossfamilie - WG mit 5 Personen - 2 Paare mit Gästezimmer 9 m2 1 Schaltzimmer, NF 19 m2 - Atelier / Büro - Wohnen - Single 4 1/2 Zimmer, NF 105 m2 - WG mit 3 Personen - Familie mit 4 Personen 2. Obergeschoss 2 1/2 Zimmer, NF 56 m2 - 1 Paar / Single - Praxis / Büro N 4. Obergeschoss 19 m2 16 m2 14.5 m2 14.5 m2 15 m2 25 m2 14.5 m2 13 m2 9 m2 19 m2 9 m2 6 1/2 Zimmer, NF 140 m2 - 2 Paare mit Gästezimmer - WG mit 5 Personen - Grossfamilie 1. Obergeschoss 1 Schaltzimmer, NF 19 m2 - Atelier / Büro - Wohnen - Essen Gewerberaum / Laden / Atelier 76 m2 Längsschnitt Technik 11 m2 Trocknungsraum 7.5 m2 Schnitt B Erdgeschoss Büro 13 m2 Schnitt A Gewerberaum / Laden 150 m2 Sencha Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Keller 9. m2 Keller 8 m2 Keller 9 m2 Keller 9 m2 Keller 9 m2 Trocknungsraum 7.5 m2 Untergeschoss Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007 Seite 35 Sonnenkollektoren Dacheindeckung - Eternitschiefer Antrazith Bad Inst. Zone Balkon - Vorfabrizierte Holzbauelemente - Aussenverkleidung: Eternitplatten - Bedachung: Abdichtungsfolie - Brüstung: VSG / ESG - Untersicht Innen: Holz lasiert - Boden: Lärchenrost 1. Dachgeschoss Bad Inst. Zone Decke Spezialfall bei Balkon - Verkleidete Decke GK Bad 3. Obergeschoss Inst. Zone Fenster - Holzmetallfenster - Metallfensterbank - Rafflamellenstoren Wand - Weissputz 2. Obergeschoss Bad Inst. Zone Decke - Rohbeton lasiert Bad 1. Obergeschoss Boden - Unterlagsboden eingefärbt, geschliffen - Bodenheizung - Trittschalldämmung Inst. Zone Mittelzone - Abgehängte Decke GK für Installationen Fassade - Vorfabrizierte Holzbauelemente: - Fassadenputz Edelputz - Diffusionsoffene Putzträgerplatte - Holzfaserdämmplatte - Mineralwolle - Holzwerkstoffplatte - Lattung - Gipsfaserplatte - Weissputz Sencha Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007 Seite 36 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Zinne Zinne + 17.68 + 15.76 + 12.16 DG + 14.86 DG 4. OG + 12.16 4. OG 3. OG + 9.46 3. OG 2. OG + 6.38 2. OG 1. OG + 3.68 1. OG EG ± 0.00 EG 1. UG - 2.70 1. UG + 9.10 + 6.38 + 3.32 ± 0.00 Schnitt A Längsschnitt Zinne + 17.68 + 15.76 DG + 13.33 4. OG 3. OG 2. OG 1. OG EG ± 0.00 ± 0.00 1. UG Schnitt B Hoffassade Strassenfassade Sencha Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007 Seite 37 «UB40» Architektick Tina Arndt & Daniel Fleischmann Albisriederstrasse 184a, 8047 Zürich Mitarbeit: Tina Arndt, Daniel Fleischmann, Arianne Allemann Das Projekt fügt sich volumetrisch auf unspektakuläre Weise in die Baulücke an der Grüngasse ein. Auf den bestehenden Höhenversatz zwischen den Gebäuden Grüngasse 6 und 12 wird kontrapunktisch reagiert; das zweite Dachgeschoss erfährt auf der Seite des niedrigeren Gebäudes Grüngasse 12 eine akzentuierte, kopfartige Ausbildung, währenddem es auf der Seite des höheren Gebäudes an der Grüngasse 6 zurückweicht. Die aussengedämmte Fassade ist dunkel verputzt. Die Fensteröffnungen sowie die Balkone werden von vorfabrizierten Betonelementen eingefasst. Die Balkoneinfassungen sind seitlich mit unterschiedlich grossen Löchern perforiert. Sie wirken schrill und der heterogenen Fassadenabwicklung des Blockes wenig angemessen. Auf ein Näherbaurecht wird verzichtet, die Volumetrie des möglichen Hofhauses wird teilweise für die aussen liegende Erschliessung verwendet. Das Gebäude kann von der Grüngasse oder vom Hof betreten werden. Von der Grüngasse erreicht man die Gewerbeflächen über einen gemeinsamen, ins Volumen eingezogenen Eingangsbereich. Das Treppenhaus liegt im Hof, verbunden über einen die ganze Bautiefe durchstossenden Korridor, an welchem auch der direkt in die Wohnungen führende Lift liegt. Zugänge und Erschliessung im Erdgeschoss sind zu knapp bemessen und wirken beengt. Für eine Briefkastenanlage fehlt im Trockenen schlicht der Platz. Im Bereich des Hochparterres, des Erd- und Untergeschosses wird der Schnitt geschickt gelegt, damit möglichst viel natürlich belichtete und damit hochwertige Gewerbefläche entsteht. Der östliche Teil ist in zwei bis drei Einheiten unterteilbar und gut geschnitten. Der westliche Teil des Erdgeschosses hat eine ungünstige Proportion, ist schlecht belichtet und darum nur schwer vermietbar. Die angebotene Grundstruktur in den Obergeschossen lässt einen vielfältigen Wohnungsspiegel zu. Pro Geschoss sind eine Wohnung mit 7 ½ Zimmern oder jeweils zwei mit 2, 3 oder 4 ½ Zimmern möglich. Das gewählte Konzept der gekammerten Wohnungsgrundrisse lässt vielfältige Interpretationen zu, was eine einfache Anpassbarkeit an unterschiedliche Lebenssituationen ermöglicht. Weil sie annähernd ohne eigentliche Erschliessungsflächen auskommen, sind sie sehr effizient. Die Qualität der vielen möglichen Grundrissvarianten ist sehr unterschiedlich. Neben einigen räumlich spannenden Vorschlägen werden bei allen Variationen mit 3 ½ Zimmer-Wohnungen die Grenzen des Konzeptes spürbar: die Wohnräume sind zu eng geschnitten und deren Qualität leidet erheblich an der zu gewährleistenden Erschliessungsfunktion. Die privaten Aussenräume sind zu knapp bemessen und wenig attraktiv. Schön und eine willkommene Aufwertung ist die Idee, die gemeinschaftlich genutzte Dachterrasse mit dem Lift direkt aus der Küche zu erschliessen. Das Baugesetz erlaubt aber leider keinen Liftaufbau, welcher die Mantellinie im zweiten Dachgeschoss durchstösst. Fehlt der Lift, verliert die Terrasse deutlich an Nutzwert. Technikraum und Waschen/Trocknen sind zu knapp bemessen. Kinderwagen und Velos können weder im Erd- noch Untergeschoss untergebracht werden. Seite 38 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Das Projekt verspricht aufgrund der guten Kennwerte bei Hauptnutzfläche und Kompaktheit eine gute Wirtschaftlichkeit. Diese Werte müssen allerdings hinsichtlich der Mängel bei Nebenräumen, Erschliessung, Dämmperimeter und Schachtkonzept relativiert werden. Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes ist hoch, insbesondere aufgrund der Massivbauweise. Da das Projekt damit aber eine grosse Hauptnutzfläche realisiert und zudem eher kompakt ist, darf von einem effizienten Umgang mit den Ressourcen gesprochen werden. Das Projekt erreicht wegen den fehlenden Schächten für eine Bedarfslüftung weder den Minergie- noch den Minergie-P-Standard. Die an sich eher hohe Kompaktheit wird durch das thermisch offene Treppenhaus unnötigerweise verschlechtert. Die solaren Gewinne sind aufgrund der Eigenbeschattung eher gering. Das Aussenwandsystem – eine Massivbauweise mit verputzter Aussenwärmedämmung – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben; mit entsprechenden Unterhaltskosten ist zu rechnen. Der Beitrag dieses Projektes liegt vor allem in der Qualität der schönen Raumabfolge der Erschliessung: Von der Grüngasse betritt man das Haus über einen räumlich komprimierten Korridor um im Hof über halböffentliche und aussenliegende Balkone die einzelnen Wohnungen und als Abschluss, über eine Freitreppe im 1. Dachgeschoss, die gemeinschaftlich genutzte Dachterrasse mit Blick zum Üetliberg zu erreichen. Die Auseinandersetzung mit der vielseitig interpretierbaren Grundstruktur für die Wohnungen wird geschätzt, vermag aber in der konkreten Umsetzung nicht zu überzeugen. Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 39 STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH Ein Stadthaus, das einen kleinen Teil in diesem heterogenen Gefüge darstellt, kann einen ersten, subtilen Beitrag – im Sinne der Stadtreparatur – leisten. Das zweispännige Gebäude steht auf der strassenseitigen Baulinie, schöpft die zulässige Tiefe aus, beansprucht jedoch die Möglichkeit eines angebauten Hofgebäudes nicht. Der hofseitige Fassadenverlauf gewinnt an Klarheit, der Hofraum erhält ein Stück Freiraum zurück. Im Erdgeschoss sind Gewerberäume für eine quartierbezogene Nutzung angeordnet. Der Grössere lässt sich auf vielseitige Weise unterteilen. Der hofseitige Bereich liegt erhöht (Mezzanin), was einerseits den Einbezug des Soussol (Belichtung) erlaubt, anderseits unterschiedliche Raumproportionen für eine vielfältige Benutzung evoziert. Der Hauszugang erfolgt primär strassenseitig, sekundär vom Hof. Ein 3.60 m hoher, mit mattfarbenen Mosaikplatten ausgekleideter Gang verbindet die 2 Seiten und führt vom Licht zum Licht. Das „durch das Haus laufen“ hat in ihrem Ansatz etwas mediterranes: Ein Wechsel von der Strassenhektik zum „zu Hause ankommen“. Lebens- und Haushaltformen zersplittern und verändern sich, was allgemeingültige Lebensvisionen wirklichkeitsfremd macht. Die Grundrissplanung muss demzufolge einen Ansatz beinhalten, der eine Variation in sich selbst zulässt und den Faktor Zeit integrieren kann. Es gilt Baustrukturen anzubieten, in denen Individualität und Flexibilität in der Zeit enthalten sind - die innere, individuelle Variation. Die hervorragende Lage innerhalb des Stadtgefüges und die Gegebenheit des knapp vorhandenen Umschwungs ergeben das Zielpuplikum: Die über Vierzigjährigen. Man lebt getrennt und/oder mit einemR neuen PartnerIn. Die Kinder sind flügge geworden und/oder wohnen nur noch teilweise daheim. Was Frau, Mann sich wünscht ist Platz und Raum für unterschiedliche, sich wechselnde Bedürfnisse. Auf eine weitergehende, spezifische Ausformulierung eines Lifestyles wird verzichtet – Die MieterInnen wissen, wie sie die Räume gebrauchen wollen. 1 Die Wohnungen in den Obergeschossen werden einerseits mit einer offenen Treppenanlage, anderseits direkt mit dem Lift erschlossen. Frau, Mann hat die Wahl: Etwas müde nimmt man den Lift - ist das Fitnessprogramm noch ausstehend, steigt man die Treppe hoch – auf halbem Weg genehmigt man sich einen Apéro beim Nachbarn. Die Wohnungsgrundrisse basieren im Grundsatz auf der Typologie eines Kammergrundrisses. Liftkern, Zimmer und Nassraum bilden abgeschlossene Raumeinheiten. Die zueinander versetzte, wechselseitige Stellung erzeugt einen durchgehenden Raumfluss, aus dem der Hof- wie auch der Strassenraum erlebbar wird sowie von unterschiedlichen Lichtstimmungen geprägt ist. Mittels Schiebetüren, Zwischen-Wandsetzungen lassen sich unterschiedliche Raumkonfigurationen (offen, geschlossen), Wohnungstypen und –grössen bilden. Das Wohnungsangebot deckt das Spektrum von der Klein- bis zur Grosswohnung ab. Wohnungen mit gleicher Zimmerzahl gibt’s in verschiedenen Grössen (small, medium, big). – Ein Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse und Budgets. Insgesamt können 9 Wohnungen realisiert werden. Die Wohnungen, geprägt von einem vielfältigen Flächen-/Raumangebot und der Unmittelbarkeit des Zutritts, sind wohlproportioniert, nutzungsneutral, hell und grosszügig. Die Proportion und die Grosszügigkeit erlauben die Räume in unterschiedlichster Art und Weise zu nutzen. Durch die Anzahl und Position der Öffnungen sowie deren Grad der Offenheit entstehen vielfältige Raumbezüge. Die Konzeption bietet den BewohnerInnen eine Vielzahl an Möglichkeiten, die auch späteren Eventualitäten Platz bieten und ausgelebt werden können. Bade nerst rass e Die Grundrissstruktur gewährleistet sowohl eine Planungs- wie auch eine spätere Benutzungsflexibilität und besitzt ein hohes, flexibles Nutzungspotential. Damit steht eine Vielfalt an Wohnungsgrössen und Grundrissvariationen zur Verfügung. Die individuellen Spielräume sollen ausgereizt werden. Die Dachterrasse steht allen MieterInnen zur Verfügung und bildet den Meetingpoint der Hausgemeinschaft mit Sicht auf den Uetliberg. Wys sgas se Der kompakte und klar strukturierte Bau wird in der Primärstruktur massiv erstellt und bildet die Speichermasse. Die Innenwände werden in Leichtbauweise erstellt. Das Gebäude wird durchgehend aussen isoliert und dunkelfarben verputzt, kontrastbildend die hellen Fenstereinfassungen aus vorfabriziertem Beton. Die auskragenden Balkone werden ebenfalls in Beton gefasst - sie schützen vor Einsicht. Die Seitenwände sind mit figurativen Elementen durchsetzt. Das Dachgeschoss wird mit hinterlüfteten Aluminiumpanelen verkleidet. Modulare Konstruktionseinheiten und ein feingliedriges Tragwerksystem erlauben eine ökonomische und ökologische Bauweise. Eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung führt zu einem kontrollierten, behaglichen Raumklima und verringert den Energieverbrauch. Der Minergiestandard wird erreicht. Die kompakte Bauweise führt - bei gleichbleibender Rendite - zu einem tieferen zur Einhaltung der Kostenvorgaben. Benchmark von Fr/HNF 3'132 (siehe Berechnungen) - Der 1. Schritt Das Stadthaus besitzt eine zurückhaltende Präsenz. Kompaktheit, Raumangebot, Flexibilität und Variation folgen dem Leitsatz: Reduce to the max. Crame r - Stra sse Das Näherbaurecht zu Parz AU471 bzw AU6749 bietet für die vorliegende Konzeption kein grosses Potential. Es wird darauf verzichtet. Erschliesungs-Balkon e ass ng Grü Steigzone UB40 Das Grundstück ist Teil einer Blockrandbebauung, das ein Konglomerat des schrittweisen Hinzufügens, Aus- und Umbauens darstellt. Ersatzbauten aus den siebziger Jahren verunklären die Situation. Typologiefremde Bauten stehen neben älteren, kleinmasstäblichen. Der Hofraum ist durchsetzt mit verschiedenen Gebäuden. Er ist kaum fassbar. Übersicht und Freiraumqualität leiden darunter. Steigzone SITUATION N 1 : 500 0 5 10 Schaltzimmer 15 m Balkon Balkon 5 Zi 2.5 4.5 5 Zii / 5.5 5 Zi 3.5 5 Zii / 4.5 5 Zi 3.5 5 Zi 7.5 5 Zi PRIMÄRSTRUKTUR R 1 : 100 Seite 40 0 1 2 3m Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH UB40 2 PP A A + 1.18 13 Velo-PP WaKü/Trocknen 11.0 2 Option Unterteilung + 1.18 Mezzanin Option Treppe Keller 59.5 Sousterrain Gewerbe 83.5 Gewerbe 35.0 Gewerbe 131.0 + UG 83.5 = 214.5 A UNTERGESCHOSS 0 1 2 Option Treppe +/- 0.00 Option Unterteilung Technik 5.5 Option Unterteilung +/- 0.00 - 2.80 A 3m B ERDGESCHOSS 0 1 2 3m Grüngasse A B A B A B C B C D WOHNUNGS-SPEKTRUM SÜDFASSADE E 1 : 100 0 1 2 3m Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» Seite 41 C STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH UB40 A A Erschliessungs-Balkon 9.0 Erschliessungs-Balkon 9.0 Kü/Essen/Diele 20.0 Zi 20.0 Diele/Kü/Essen 35.0 Diele/Kü/Essen 35.0 3 WC 2.0 Bad 4.0 WC 2.0 Zi 14.0 Bad 5.5 Zi 16.0 Zi 16.0 Wo 26.0 Zi 14.5 Arbeiten/Wo 21.5 Zi 14.0 Balkon 6.0 Wo 26.0 Zi 14.5 Wo 21.5 Zi 14.5 Zi 14.5 Balkon 6.0 Balkon 6.0 7.5-Zi-Whg.. 173.0m2 Balkon 6.0 2.5-Zi-Whg.. 68.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 4'044 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 4'293 Fr/Mte inkl. NK 0 2.-- 4.. VOLLGESCHOSS Bad 4.0 Bad 5.5 1 2 4.5-Zi-Whg.. 106.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'590 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 1'687 Fr/Mte inkl. NK A 3m 7.5 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 2'478 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'629 Fr/Mte inkl. NK A 2.5 2.-- 4.. VOLLGESCHOSS S - VARIATION 4.5 A A Erschliessungs-Balkon 9.0 Erschliessungs-Balkon 9.0 + 15.18 + 12.38 Terrasse 12.5 Diele/Kü/Essen 29.0 Kü/Essen/Diele 20.0 Diele/Kü 33.5 Bad 4.0 Bad 4.0 Bad 5.5 Wo/Zi 19.5 Terrasse 44.0 Wo 20.0 Zi 17.0 Wo 17.0 Zi 26.0 Zi 23.5 Zi 16.0 Terrasse 13.5 Terrasse 13.5 3.5-Zi-Whg.. 79.0m2 2.5-Zi-Whg.. 74.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'847 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 1'960 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'730 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 1'836 Fr/Mte inkl. NK A 5.. VOLLGESCHOSS S 1 : 100 0 1 2 3m NORDFASSADE E 1 : 100 0 1 2 3m 3.5 2.5 Seite 42 2.5 3.5 3.5-Zi-Whg.. 84.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'964 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'084 Fr/Mte inkl. NK DACHGESCHOSS S 1 : 100 0 1 A 2 3m 3.5 2.5 Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH UB40 A A Erschliessungs-Balkon 9.0 Erschliessungs-Balkon 9.0 Kü/Essen/Diele 20.0 Kü/Essen/Diele 20.0 Diele/Kü 22.0 Zi 13.5 Diele/Kü/Essen 35.0 4 WC 2.0 Bad 4.0 WC 2.0 Zi 14.0 Bad 4.0 Zi 14.0 Bad 5.5 Bad 5.5 Zi 16.0 Wo 26.0 Zi 14.5 Wo 21.5 Balkon 6.0 Zi 16.0 Zi 14.5 Wo 26.0 Balkon 6.0 Balkon 6.0 3.5-Zi-Whg.. 83.0m2 3.5-Zi-Whg.. 91.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'940 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'059 Fr/Mte inkl. NK Essen/Wo 21.5 Zi 14.5 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 2'127 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'257 Fr/Mte inkl. NK A 3.5 2.-- 4.. VOLLGESCHOSS S - VARIATION 3.5 Zi 14.5 Balkon 6.0 3.5-Zi-Whg.. 83.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'940 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'059 Fr/Mte inkl. NK 2.-- 4.. VOLLGESCHOSS S - VARIATION 4.5-Zi-Whg.. 91.0m2 Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 2'127 Fr/Mte inkl. NK Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'257 Fr/Mte inkl. NK A 3.5 4.5 2.5 5.5 A + 18.06 Gemeinschafts-Dachterrasse 74.0 TERRASSENAUFBAU Plattenbelag Splitt Vlies Gummischrotmatte Dachabdichtung Wärmedämmung Dampfsperre Stahlbetondecke A 0 DACHTERRASSE E 1 : 100 1 2 3 cm 3 cm 1 cm 18 cm 22-25 cm + 12.54 4 Dachgeschoss 3m STOREN Verbund-Raffstoren, alufarbig Rolladenkasten mit Metallwinkel an Betondecke befestigt Wärmedämmung, Styrofoam IB FENSTER Holz-Metallfenster Verglasung Südseite: 2-fach Verglasung Nordseite: 3-fach + 18.06 + 17.88 45° + 15.18 + 13.33 DG BODENAUFBAU 2.- 4. VG Bodenbelag Unterlagsboden Trennfolie Trittschalldämmung Stahlbetondecke + 16.10 + 15.18 1 cm 7 cm 2 cm 22 cm + 3.98 8 2.. Vollgeschoss + 13.30 45° + 12.38 5. VG + 12.38 DECKE ÜBER EG Installations-, Akkustikdecke + 10.50 + 9.58 4. VG WANDAUFBAU Putz Mauerwerk Wärmedämmung Putz + 9.58 1 cm 15 cm 22 cm 2 cm + 7.70 + 6.78 3. VG + 6.78 FENSTER Metallfenster Verglasung Südseite: 2-fach Verglasung Nordseite: 3-fach + 4.90 + 3.98 2. VG + 3.98 BODENAUFBAU EG Bodenbelag Unterlagsboden Trennfolie Trittschalldämmung Stahlbetondecke Wärmedämmung + 1.18 +/- 0.00 1. VG +/- 0.00 nat - 2.80 SCHNITT T A - A 1 : 100 ürlic he g tun ich Bel UG 0 1 2 +/-- 0.00 0 Erdgeschoss +/- 0.00 - 2.80 3m Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10» 1 cm 7 cm 2 cm 22 cm 15 cm SCHNITT T 1 : 20 Seite 43 0 0.2 0.4 0.6 m Wettbewerb auf Einladung Ersatzneubau Grüngasse Bericht des Beurteilungsgremiums