Ersatzneubau Grüngasse

Werbung
Wettbewerb auf Einladung
Ersatzneubau Grüngasse
Bericht des Beurteilungsgremiums
Inhaltsverzeichnis
Ausgangslage
3
Verfahren
3
Grundstück und Umgebung
3
Ziele des Wettbewerbs
4
Eingeladene Architektinnen und Architekten
4
Beurteilungsgremium
5
Beurteilungskriterien
6
Vorprüfung
7
Ergebnis der Vorprüfung
7
Beurteilung
8
Rangierung
8
Schlussfolgerungen
9
Empfehlungen
9
Genehmigung
10
Projektverfassende
11
Projektdokumentation
- «Washitsu»
14
- «Cristallo»
20
- «Immergrün»
26
- «Sencha»
32
- «UB40»
38
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 1
Impressum
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Bericht des Beurteilungsgremiums
April 2007
Auftraggeberin
WOGENO Zürich
Inhalt, Redaktion und Gestaltung
archipel – Planung und Innovation GmbH, Zürich
Titelbild: Projekt «Washitsu», Rückseite: Bestand
Bezugsquelle
Wogeno Zürich
Wohngenossenschaft
Brauerstrasse 75, 8004 Zürich
Telefon: 044 291 35 2
Fax: 044 291 35 27
Email: [email protected]
www.wogeno-zuerich.ch
Seite 2
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Ausgangslage
Veranstalterin des Wettbewerbes ist die Genossenschaft Wogeno Zürich. Sie
ist Eigentümerin der Liegenschaften Kataster-Nr. AU468 mit Hinterhofgebäude und AU469. Die beiden Liegenschaften wurden im 2004 und 2005
erworben mit dem Ziel, an dieser Stelle einen Ersatzneubau zu realisieren.
Gründe für diesen Entscheid waren einerseits der schlechte Zustand der
Grüngasse 10, die Wohnungsgrössen und die vorhandenen Ausnützungsreserven. Andererseits die Möglichkeit, das Wohnungsangebot der Wogeno
Zürich durch qualitativ hoch stehende Neubauwohnungen mitten in der Stadt
Zürich ergänzen zu können. Die Wohnungen und das Ladenlokal sind vermietet. Die Mietverträge sind befristet bis 30. September 2007.
Verfahren
Zur Erreichung von ausgezeichneten Vorschlägen für einen Ersatzneubau
wird ein Wettbewerb auf Einladung unter fünf Teams durchgeführt. Er orientiert sich an der SIA-Ordnung 142.
Grundstück und Umgebung
Das Grundstück ist 332.3 m2 gross und umfasst Gebäudegrund- und
Hoffläche. Auf beiden Seiten sind die Häuser an die Nachbarliegenschaften
angebaut. Die Strassenfassade ist gegen Südwesten ausgerichtet. Aus den
oberen Stockwerken ist der Uetliberg zu sehen. Die Grüngasse ist eine stark
befahrene Quartierstrasse. Die Immisionsgrenzwerte für lärmempfindliche
Wohnräume am Tag und in der Nacht sind erst ab dem 1. Obergeschoss eingehalten. Für lärmempfindliche Betriebsräume aber sind die Immissionsgrenzwerte am Tag und in der Nacht im Erdgeschoss eingehalten. Für die
vorgesehenen Nutzungen Laden bzw. Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen
ab dem 1. Obergeschoss gibt es somit keine lärmschutzbedingten Einschränkungen.
Die Gebäude sind Teil einer Blockrandbebauung. Im Quartier wird gewohnt,
gearbeitet und eingekauft. In Fussdistanz befindet sich das neue städtische
Verwaltungsgebäude Werd, die Genossenschaft Dreieck und der Stauffacher
mit dem Coop-Einkaufszentrum.
Die Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ausgezeichnet. In drei
Minuten Fussdistanz sind zwei Tramhaltestellen mit direkten Linien zum HB
und ans Bellevue erreichbar.
Aufgrund von Vorstudien wurde eine vermietbare Fläche von ca. 1’000m2 erwartet.
Der Neubau kann aufgrund von bestehenden Fuss- und Fahrwegrechten vollständig hofseitig erschlossen werden.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 3
Ziele des Wettbewerbs
Die Wogeno Zürich wurde 1981 gegründet um Hausgemeinschaften ein weitgehend selbstverwaltetes, dauerhaft preisgünstiges Wohnen zu ermöglichen.
Sie besitzt mittlerweile 49 Liegenschaften, vier Fünftel davon in der Stadt
Zürich. Die meisten Wogeno-Häuser sind Altbauten in innerstädtischen
Quartieren. Die 1991 gebaute Siedlung Hellmutstrasse und die 1996 gebauten Wohnungen an der Limmattalstrasse im Zentrum von Höngg sind die bisher einzigen Neubauten der Genossenschaft. Die Wohnsiedlung «Bockler» in
Schwamendingen wurde soeben fertiggestellt. Das Angebot mit neuen, qualitativ hochwertigen Wohnungen zu ergänzen, ist ein wichtiges Ziel der
Wogeno. Das Haus an der Grüngasse spielt in diesem Zusammenhang für die
Wogeno, trotz seiner bescheidenen Grösse, eine strategische Rolle.
- Der Neubau an der Grüngasse soll hochwertige Wohnungen mitten in der
Stadt in einem attraktiven Wohnquartier enthalten.
- Die Wohnungen sollen unterschiedlichste Wohnformen ermöglichen und
den Gemeinschaftssinn der Hausgemeinschaft fördern ohne die individuellen Bedürfnisse einzuschränken.
- Die Wogeno will einen Beitrag zu einer nachhaltigen Quartierentwicklung
leisten. Zahlbare Wohnungen, die eine sesshafte Bevölkerung anziehen
und quartierversorgendes Gewerbe im Erdgeschoss.
- Der Neubau soll ein ökologisch nachhaltiges und wirtschaftlich vorbildliches Projekt sein, welches die ökonomischen Vorgaben erfüllt, innerhalb
einer kurzen Planungs- und Erstellungszeit realisiert werden kann, den
genannten Anforderungen über den ganzen Lebenszyklus (Bau /Betrieb /
Unterhalt / Umnutzung / Rückbau) gerecht wird und den Energiezahlen
einer 2000-Watt-Gesellschaft entspricht. Bei der Wahl der Materialien ist
grosser Wert auf einen hohen Beanspruchungsgrad, tiefe Unterhaltskosten und lange Lebensdauer zu legen. Es soll ein umweltgerechtes
Verhalten der BewohnerInnen ermöglicht und gefördert werden.
- Die Wogeno bekennt sich zu zeitgemässer, qualitätvoller Architektur.
Eingeladene Architektinnen und Architekten
Zum Wettbewerb wurden folgende fünf Büros eingeladen:
- architektick, Tina Arndt & Daniel Fleischmann, Arch. ETH HTL SIA SWB
Albisriederstrasse 184a, 8047 Zürich
- Zita Cotti, dipl. Architektin ETH SIA
Limmatstrasse 285, 8005 Zürich
- huggen_berger GmbH, Architekten ETH SIA
Kalkbreitestrasse 33, 8003 Zürich
- Zanoni Bucher, Architekten ETH SIA
Hardstrasse 219, 8005 Zürich
- Andreas Zimmermann, dipl. Architekt ETH
Hohlstrasse 150, 8004 Zürich
Seite 4
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Beurteilungsgremium
Das Beurteilungsgremium setzte sich wie folgt zusammen:
- Bertram Ernst (Architekt, Wogeno Zürich), Vorsitz
- Sonja Anders (Architektin, Wogeno Zürich)
- Thomas Bieri (Bankfachmann, Wogeno Zürich)
- Jeremy Hoskyn (Architekt, Amt für Hochbauten der Stadt Zürich)
- Sabina Hubacher (Architektin)
- Elsbeth Kindhauser (Geschäftsstelle Wogeno)
- Hansbeat Reusser (Holzbauingenieur, Wogeno Zürich)
Für den Bereich Nachhaltigkeit / Ökologie wurde als Experte beigezogen:
- H.R. Preisig (Architekt) .
Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens, Vorprüfung:
- archipel – Planung und Innovation GmbH, Andreas Wirz (Architekt)
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 5
Beurteilungskriterien
Funktionale Qualitäten
- Nutzungen und deren Bezug zum Aussenraum
- Nutzungsspezifische Angebote in Bebauung und Aussenraum
- Flexibilität der Wohnnutzung
- Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Wogeno
Gestalterische Qualitäten
- Städtebauliches und gestalterisches Konzept
- Einbindung in den Kontext
- Architektonisch-räumlich-konstruktive Gestaltung
Ökologische Qualitäten
- Einhaltung vorbildlicher Grundsätze für ökologisches und energieeffizientes Bauen
- langfristige Wirtschaftlichkeit
- Beitrag zur Zielsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft.
Wirtschaftliche Qualitäten
- Innovationskraft der vorgeschlagenen Wohnkonzepte in Bezug zu deren
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
- Erzielter Grad der Ausnützung
- Einhaltung des Kostenrahmens
Die Reihenfolge entspricht keiner Wertung.
Seite 6
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Vorprüfung
Die eingereichten Projekte wurden nach den Anforderungen des Programmes und der Fragenbeantwortung auf folgende Punkte geprüft.
Für die Zulassung zur Beurteilung
- Termingerechtigkeit der Abgabe
- Vollständigkeit gemäss Programm
Vorprüfung der Projekte
- Nachvollziehbarkeit von Flächen-, Volumen- und Kostenberechnungen
- Einhaltung der baurechtlichen Rahmenbedingungen gemäss Programm
(teilweise in Rücksprache mit dem Kreisarchitekten)
- Expertenbericht über die ökologische Nachhaltigkeit
- Überprüfung des Raumprogrammes
Ergebnis der Vorprüfung
- Zwei Projekte überschreiten an der Grüngasse die maximale Länge der
baurechtlich zulässigen Auskragung über die Baulinie von einem Drittel
der Fassadenlänge.
- Zwei Projekte schlagen im Dachgeschossbereich über die Baulinie auskragende Erker oder Balkone vor, was nicht zulässig ist.
- Ein Projekt durchdringt unzulässigerweise die Mantelfläche des 2. Dachgeschosses mit einer Haltestelle für den Lift und dem Liftaufbau.
- Bei Projekten, welche im Untergeschoss Hauptnutzfläche ohne natürliche
Belichtung auswiesen, wurde die entsprechende Fläche mit einem reduzierten Ertragswert (Lager anstatt Gewerbe) eingesetzt.
- Die fünf eingeladenen Teams reichten ihre Projekte fristgerecht und vollständig ein. Die Vorprüfung hat dem Beurteilungsgremium beantragt,
sämtliche Projekte zur Beurteilung zuzulassen.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 7
Beurteilung
Das Beurteilungsgremium tagte am 30. März und 2. April 2007.
Nach einer freien Besichtigung der Projekte nahm es vom Ergebnis der
Vorprüfung Kenntnis. Nach Erörterung der festgestellten Verstösse
beschloss das Beurteilungsgremium dem Antrag der Vorprüfung zu entsprechen und alle Projekte zur Beurteilung und Preiserteilung zuzulassen.
Für die Wertungsrundgänge wurden die Beurteilungsrichtlinien gemäss Programm bestätigt.
Vor Beginn der Wertungsrundgänge besichtigte das Beurteilungsgremium
das Areal.
Nach intensiver Erörterung, Analyse und Gegenüberstellung der Konzepte
wurden folgende Projekte ausgeschieden:
- «Immergrün»
- «Sencha»
- «UB40»
In der engeren Wahl verblieben:
- «Cristallo»
- «Washitsu»
Der anschliessende Kontrollrundgang führte zu keiner Änderung bezüglich
der Beurteilung. Sämtliche Projekte wurden dem Beurteilungsgremium zur
Verfassung der Projektbeschriebe zugeteilt.
Zu Beginn des zweiten Beurteilungstages beriet das Beurteilungsgremium
die Projektbeschriebe. Anschliessend wurden die in der engeren Wahl verbliebenen Projekte nochmals intensiv diskutiert und nach einem letzten
Rundgang die Rangfolge festgestellt.
Rangierung
Das Beurteilungsgremium beschloss folgende Rangordnung und Preiszuteilung. Es entschied einstimmig, die frei verfügbare Summe von
Fr. 10’000.– (inkl. MWSt.), ergänzend zu der festen Entschädigung von
Fr. 5’000.– (inkl. MWSt.) wie folgt festzusetzen:
1. Rang
«Washitsu»
1. Preis
Fr. 6’000.–
2. Rang
«Cristallo»
2. Preis
Fr. 4’000.–
Seite 8
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Schlussfolgerungen
Das Beurteilungsgremium stellte fest, dass die auf den ersten Blick einfach
scheinende Aufgabe des Bauens in einer Baulücke eine äusserst anspruchsvolle Aufgabe darstellte.
Neben den engen geometrischen Rahmenbedingungen der Baulücke und des
Baugesetzes waren die hohen Ansprüche an die ökologische Nachhaltigkeit
und die Baukosten, zusammen mit der Anforderung die maximal mögliche
Ausnützung zu konsumieren, offensichtlich die grössten Herausforderungen
der gestellten Aufgabe.
Das Beurteilungsgremium bedankt sich bei den teilnehmenden Teams für
den grossen Einsatz. Die verschiedenen Projekte zeigen ein weites Spektrum
an Möglichkeiten auf und geben der Bauherrschaft wichtige Hinweise für die
weitere Projektierung.
Empfehlungen
Das Beurteilungsgremium empfiehlt der Bauherrschaft das Projekt
«Washitsu» einstimmig zur Weiterbearbeitung. Im weiteren Verlauf der
Projektierung sollen die formulierte Projektkritik beachtet und insbesondere
die nachfolgenden Punkte überarbeitet und verfeinert werden:
- Erdgeschossig sollen Zugänge zum Wohnungstreppenhaus sowohl von
der Grüngasse als auch vom Hof her ermöglicht werden. Dies aus
Gründen der Adressbildung, des Wohnwertes und der Sicherheit.
- Die Mittelzone der Wohnungen soll dahingehend überarbeitet werden,
dass grosszügigere und selbstverständlichere räumliche Beziehungen
innerhalb der Wohnung möglich werden, hier ist insbesondere die
momentan unbefriedigende Beziehung Eingang-Garderobe-Zimmer
genauer aufzuzeigen und zu klären.
- Die Küche als «Scharnier» der Wohnung sollte über Sichtbeziehungen
zum Tageslicht aufgewertet werden.
- Die den Wohnungen zugeordneten privaten Aussenräume auf der Hofseite
sollen aufgewertet werden. Es ist denkbar, dass in den unteren Geschossen das momentan ungenutzte baurechtliche Potenzial des
«Hofhauses» zur Bildung von Aussenräumen verwendet werden kann. In
den oberen Geschossen kann schon die Zusammenlegung der beiden
Balkone eine Verbesserung bringen.
- Der Erker im ersten Dachgeschoss fällt aus baurechtlichen Gründen sehr
wahrscheinlich weg. Hier ist eine neue Lösung aufzuzeigen.
- Das Potenzial des Näherbaurechtes (für Wohn- oder Aussenraumfläche)
soll weiter geklärt werden.
- Das bereits hochstehende Haustechnik- und Konstruktionskonzept soll
weiter verfeinert werden um allenfalls den Minergie-P-Standard zu erreichen.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 9
Genehmigung
Zürich, 2. April 2007, das Preisgericht
Sonja Anders
Thomas Bieri
Bertram Ernst
Jeremy Hoskyn
Sabina Hubacher
Elsbeth Kindhauser
Hansbeat Reusser
Seite 10
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Projektverfasserinnen und -verfasser
Nach Unterzeichnung des Protokolls über die beschlossene Rangfolge, der
Festsetzung der Preissummen sowie Schlussfolgerungen und Empfehlungen
an die Bauherrschaft, ergab die Öffnung der Umschläge folgende VerfasserInnen und Verfasser:
1. Rang / 1. Preis
Projekt «Washitsu»
Andreas Zimmermann, Dipl. Arch. ETH
Hohlstrasse 150, 8004 Zürich
Mitarbeit: Andreas Zimmermann, Roger Brunner
Bauingenieur:
Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG
8032 Zürich
Mitarbeit: A. Heyer
Bauphysik:
Martinelli & Menti AG, 6045 Meggen
Mitarbeit: R. Meier
Haustechnik:
3-plan Haustechnik AG, 8404 Winterthur
Mitarbeit: R. Wüthrich
Baumanagement und Kosten:
Bosshard & Partner Architekturbüro AG,
8050 Zürich
Mitarbeit: M. Mathe
Landschaftsarchitektur:
Vetsch Nipkow Partner, 8001 Zürich
Mitarbeit: W. Vetsch
2. Rang / 2. Preis
Projekt «Cristallo»
huggen_berger GmbH, Architekten ETH/SIA
Kalkbreitestrasse 33, 8003 Zürich
Mitarbeit: Adrian Berger, Lena Bertozzi,
Pierre Schild
Bauingenieur:
Aerni & Aerni, 8037 Zürich
Mitarbeit: Markus Aerni
Bauphysik:
Bakus GmbH, 8045 Zürich
Mitarbeit: Dietmar Baldauf
Haustechnik:
BSP-Energie, 8005 Zürich
Mitarbeit: Beat Steigen, Sven Häckel
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 11
Verfassende der weiteren Projekte:
Projekt «Immergrün»
Architekturbüro Zita Cotti, dipl. Architektin ETH/SIA
Limmatstrasse 285, 8005 Zürich
Mitarbeit: Zita Cotti, Simon Sutter, Nadja Keller,
Andrea Lüdin, Cyril Kramer
Haustechnik:
hps energieconsulting, 8006 Zürich
Mitarbeit: Daniel Heule
Projekt «Sencha»
Zanoni Bucher, Architekten ETH/SIA
Hardstrasse 219, 8005 Zürich
Mitarbeit: Eliane Bucher, Jean-Paul Zanoni,
Franziska Hasler, Isabel Schlegel
Haustechnik:
Meierhans Partner, 8603 Schwerzenbach
Projekt «UB40»
Architektick, Tina Arndt & Daniel Fleischmann
Albisriederstrasse 184a, 8047 Zürich
Mitarbeit: Tina Arndt, Daniel Fleischmann,
Arianne Allemann
Seite 12
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Projektdokumentation
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 13
«Washitsu» (1. Rang / 1. Preis)
Andreas Zimmermann, Dipl. Arch.
ETH
Hohlstrasse 150, 8004 Zürich
Mitarbeit: Andreas Zimmermann,
Roger Brunner
Bauingenieur:
Heyer Kaufmann Partner
Bauingenieure AG
8032 Zürich
Mitarbeit: A. Heyer
Bauphysik:
Martinelli & Menti AG, 6045 Meggen
Mitarbeit: R. Meier
Haustechnik:
3-plan Haustechnik AG
8404 Winterthur
Mitarbeit: R. Wüthrich
Baumanagement und Kosten:
Bosshard & Partner
Architekturbüro AG,
8050 Zürich
Mitarbeit: M. Mathe
Landschaftsarchitektur:
Vetsch Nipkow Partner, 8001 Zürich
Mitarbeit: W. Vetsch
Ausgehend von den ökonomischen und energetischen Vorgaben des Programms, entwickeln die Projektierenden ein einfaches Gebäude mit maximaler Hauptnutzfläche und Kompaktheit, einer sinnfälligen Bautechnologie und
- daraus resultierend - dem im Quervergleich zu den anderen Projekten tiefsten Ressourcenaufwand pro m2 Nutzfläche.
Das Grundrisslayout der Normalgeschosse ist dreischichtig: beidseitig der
inneren Versorgung und Erschliessung werden zwei neutrale Zimmerschichten definiert, die mit einer Leichtbauwand in zwei Wohnungen- und
zusätzlich mittels Schrankwänden von den Mietenden unterteilt werden können. Das Kennwort des Projektes ist programmatisch: als Basis für diese
maximale Flexibilität dient das Bild der traditionellen japanischen Wohnform,
die über bewegliche Raumtrennungen unterschiedliche räumliche Beziehungen und Nutzungen ermöglicht.
Preis für diese radikale Konzeption ist die Anordnung von Entrée, Garderobe
und Küche, die in der vorliegenden Form noch nicht überzeugt.
Die Verschiebbarkeit der Schrankwände, wie auch die zugehörigen
Schiebetüren provozieren eine Reihe von Fragen hinsichtlich Praktikabilität,
Schallschutz und Dauerhaftigkeit. Dementsprechend seriös wird versucht,
über eine genaue Detaillierung die entsprechenden Nachweise zu erbringen.
Dies gelingt partiell, aber nicht umfassend. So muss vermutet werden, dass
das Prinzip der Schiebetüren nicht für jeden Fall taugt, zudem ist ein verringerter Schallschutz zwischen Individualräumen und Erschliessungszone in
Kauf zu nehmen.
Der Vorteil der vorgeschlagenen Raumneutralität an diesem Ort ist offensichtlich: sie ermöglicht nicht nur unterschiedlichste Lebens- und
Wohnformen, sie erlaubt es auch, auf individuelle Empfindlichkeiten hinsichtlich des Strassenlärms reagieren zu können.
Die mögliche Erweiterung des Grundrisses über ein Näherbaurecht ist konzeptionell gut möglich.
Das 4. Obergeschoss weist einen verwandten Grundriss auf. Das Dachgeschoss beinhaltet zwei Kleinwohnungen, was schöne Räume entstehen lässt,
den Wohnungssplit gut ergänzt und die privilegierte Lage mehreren Wohnungen zukommen lässt.
Auf dem Dach findet sich eine – allerdings nur über einen Dachausstieg zugängliche Zinne und eine Fläche für Warmwasserkollektoren. Diese ergänzen das Energiekonzept, das insgesamt sinnvoll ist.
Schade ist, dass die privaten Aussenräume in den Normalgeschossen relativ
klein sind; zudem ist ihre Nähe in der vorgeschlagenen Form problematisch.
Verständlich ist aber ihre Nordorientierung, nicht nur wegen der Ruhe des
Hofes, sondern auch im Sinne eines Beitrages zur Kommunikation zwischen
Balkonen und Hofraum. Dieser wird sorgfältig gestaltet und dürfte als kommunikative Fläche gut nutzbar werden. Insbesondere auch deshalb, weil hier
der Hauszugang mit Kinderwagenraum und Oblicht zur Waschküche angeordnet ist.
Dass die Strassenfassade keinen Hauszugang aufweist, wird aus städtebaulichen Gründen als problematisch beurteilt.
Seite 14
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Das Sockelgeschoss weist die verlangte Multifunktionalität und Unterteilbarkeit auf, die mögliche Verbindung zum belichteten Teil des Untergeschosses
erhöht dessen Nutzbarkeit. Das Treppenhaus ist flächenoptimiert, aber für
Rollstuhlfahrende in den Obergeschossen zu knapp dimensioniert. Eine zusätzliche Option ergibt sich über die Zugänglichkeit von je 2 Zimmern über
das Treppenhaus.
Am wenigsten überzeugt der architektonische Ausdruck des Gebäudes. Die
Fassaden wirken unausgewogen. Die Strassenfassade mit den aufgesetzten
Erkern und den expressiven Aussenschränken weckt merkwürdige Assoziationen an die 80er Jahre. Der Erker im 1. Dachgeschoss ist baurechtlich unzulässig.
Die Baustruktur ist durchgängig und einfach. Die erwünschte Systemtrennung zwischen Rohbau, Haustechnik und Ausbau ist realisierbar.
Das Projekt erreicht den Minergie-Standard problemlos und hat gute
Voraussetzungen, den Standard Minergie-P zu erreichen. Dies dank der guten
Kompaktheit, dem guten Dämmstandard und dem hohen Potenzial für solare
Gewinne. Die Schächte für die Bedarfslüftung sind nicht über alle Geschosse
vertikal durchgehend, was für die Erreichung des Standards noch geändert
werden müsste. Die Schachtbereiche innerhalb der Wohnungen sind allgemein zu knapp gehalten.
Das Aussenwandsystem – eine Mischbauweise mit hinterlüfteter und verputzter Trägerplatte – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben; mit entsprechenden Unterhaltskosten ist zu rechnen. Dem erhöhten Rissrisiko muss
Beachtung geschenkt werden.
Insgesamt ist das Projekt sorgfältig entwickelt und vertritt eine klare städtebauliche Haltung. Das neue Gebäude wird als einfaches Mitglied im Verband
des Blockrandes verstanden. Strassen- und Hofseite sind gleichberechtigt
und nur marginal differenziert behandelt. Als Ergebnis des durch das
Wettbewerbsprogramm formulierten «Diskurses in der Enge» resultiert ein
Beitrag zur Frage, wie viel Wohnraum wir uns als Gesellschaft in Zukunft leisten wollen und können und wie viel Energie dessen Erstellung beanspruchen
soll. Die angebotenen Grundrisse ermöglichen heute und in Zukunft verschiedene Antworten.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 15
Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno
W o h n h a u s
G r ü n g a s s e
8 / 1 0
W a s h i t s u
1
Inspiriert von der japanischen
Wohnkultur kann das erste
Obergeschoss
im
Haus
Schröder mittels entlang von
Deckenschienen
verschiebbaren Wandpanelen in ein
Wohnzimmer und drei Schlafzimmer unterteilt werden. Treppenhaus, Bad und Toilette sind
die einzigen festen Bestandteile des Geschosses.
49
8
2
AU
43
70
Ein Washitsu ist ein traditioneller japanischer Raum mit
Tatami-Matten als Bodenbelag, möglicherweise auch Shoji
(Schiebewänden) und einer Tokonoma (Wandnische). Oft
hat er Fusuma (Schiebetüren) statt Türen mit Scharnieren.
AU
68
33
26
40
Die Größe eines Washitsu wird mit der Zahl seiner TatamiMatten angegeben, wobei man das spezielle japanische
Zählwort jô verwendet. Typische Raumgrößen in Privatwohnungen weisen sechs oder acht Tatami auf. Das
japanische Standardzimmer ist sechs jô groß (ca. 10 m²) und
demzufolge mit sechs Tatami-Matten belegt.
Traditionell gab es nur bestimmte Anordnungen der
Tatami und daraus resultierende Raumgrößen.
Japanische Raummodule
Gerrit Thomas Rietveld
Haus Schröder, Utrecht, 1924
Aranguren-Gallegos
Sozialer Wohnungsbau (ca. 40 Einheiten), Madrid, 2003
Zimmereinteilungen nur über Falttrennwände
se
sgas
Wys
Tatami aus Reisstroh
Alejandro de la Sota
Erkerfenster, Salamanca, 1963
101
101
26400931
AUF1748
AUG1748
AUH1748
97
AU08514
AUE1882
AUE1749
AU08525
AU08517
99
AU08515
AU08518
AUM1748
AU08516
AU08519
AUE0676
89
49
8
3
AUD1749
AU08520
AUB1749
11
26
40
26401208
AU08521
87
AUC1749
12
26401461
35
AUQ0672
AU
68
85
AUP1748
AUA0675
26401153
AU08528
AUK0671
AUH0672
10
AUE0671
AUI0677
AUM0671
AUG0672
87a
AU08522
AUL0671
9
AUF0672
26401226
se
26401462
AUG0671
as
AU08523
8
AUM0674
AUA0676
sg
AUL0676
AUK0676
AU08524
AUD0673
AUM0672
W
ys
AUA0673
AUC0677
AUI0676
AUF1616
AUI0675
26401692
AUG0675
68
AUL0672
26401154
15
26400040
AU
67
26401655
AU
43
6
56
17
AUD2012
AUM0666
AUG1616
AUR0672
18
AUB0676
AUE0673
AUK6013
AUO0674
AUB0673
AUS0684
rst
AUK0666
AUD0675
AUK0683
AUR0684
me
AUL6013
Cra
26401357
26400133
2
16
se
AUT0672
ras
3
26401928
AUS0672
AUH0673
AUA0685
11
AUA0674
AUB0674
AUH0666
26402777
AUD0674
12
AUQ0674
10a
AUI0673
AUF0666
26400119
AUE0675
AUE0674
12
26401663
AUB0672
AUE0666
26401651
AUF0674
26401358
10
8
7
AUE0683
AUD0666
AUF0675
AUG0674
26401650
AUS0666
AUH0674
8
AUF0673
AUB2727
15
G
rü
AUC2727
AUC0666
AUC0673
AUG0673
AUN0679
n
26401576
AUR0666
26401296
g
AUC0665
AUB0682
a
AUA0667
s
s
AUH0683
6
26401281
AUC0682
6
e
13
26401575
AUQ0666
1
AUD0665
26401384
AU00424
AU00425
AUE2683
AUE0680
AUF2683
AUC0672
AU00426
AUM0680
11
AUO0680
2
AUD0667
26401574
AUN0680
03
8
AUL0680
AUE0665
26401386
26401385
AUE1721
AUE0672
AUP0666
AU
C6
AUK0680
AUD0672
AUP0680
AUA0681 AUQ0680
AUB0666
AUE0667
AUT0666
24
AUG0665
26400418
AUD0141
AUH0665
9
AUB0680
38a
AUM0665
26401474
AUA0666
AUB0667
AUK0665
AUO1758
26401475
AUE0141
AUE1758
26400553
AUF1758
AUC0144
AUD0680
25
36
AUF0141
26400776
Aussenperspektive
Das Oeffnungsverhalten der Fassade reflektiert die bestehende Bebauung, dadurch fügt sich der Neubau gut in den Bestand. Die Erkerfenster erlauben den Bewohnern ein Heraustreten aus der Fassadenebene und somit Tief- und Weitblicke in die Grüngasse hinein.
Situation
AU
D6
03
8
1 / 500, genordet
Ortsbau
Der einfache, kubische Baukörper in den Normalgeschossen entwickelt sich
volumetrisch verspielt in den Dachgeschossen, bedingt durch die Baugesetze.
Gleichzeitig wird so aber ein aufgelockerte Silhouette erzeugt, welche mit den
bestehenden Dachaufbauten der näheren Umgebung in einen Dialog zu treten
vermag. Die Fassadengestaltung ist zurückhaltend, entlang der Grüngasse
erlauben vorstehende Erkerfenster den Bewohner ein Hervortreten aus der
Fassade und dadurch spannende Tiefblicke in den Strassenraum. Im Hofbereich werden ruhige Balkone angeboten. Das Erdgeschoss tritt als Sockel in
der Tradition der Gründerzeitbauten in Erscheinung, die Kleinteiligkeit der Fassade nimmt Bezug zur möglichen dahinterliegenden Nutzung, welche durch das
lokale Gewerbe besetzt werden soll.
Dachaufbau Hauptdach
- Holzrost 20mm auf Alu-Unterkonstruktion 30mm
- Gummischrotmatte
- Drainvlies
- Bituminöse Abdichtung zweilagig
vollflächig verschweisst
- Wärmedämmung PU 20cm vlieskaschiert
- Bituminöse Abdichtung EP4
(Notdach) vollflächig aufgeschweisst
- Stahlbetondecke 20cm
- Entwässerung System Geberit Pluvia
- Deckenputz 5mm
Konzept - Eine Wohngeschichte
Ein Mädchen vom Land meldet sich in Zürich zum Architekturstudium an. Nach
zwei Jahren pendeln möchte sie für das Praktikum und die höheren Semester
nach Zürich ziehen. Sie sucht sich mit zwei Freundinnen eine Wohnung für
eine Wohngemeinschaft. Die drei haben Glück und finden eine Wohnung,
sehr zentral gelegen, bei einer Genossenschaft. Die anfänglichen Bedenken
bezüglich des selbstverwalteten Systems verfliegen schnell, mit den Mitbewohnern versteht man sich gut, man hilft sich aus, kann sich aber auch aus
dem Weg gehen. Nach dem Studium trennen sich die Wege der drei, unser
Mädchen vom Land behält die Wohnung, in welche der Freund, auch er
Architekt, mit einzieht. Die Zimmereinteilungen der WG werden aufgehoben,
weil man sich rasch entschliesst, den von der Grossmutter geerbten grossen
Saarinen-Tisch gebührend aufzustellen. Genauso wollen die in der Freizeit
aufgespürten Designklassiker nach der Restauration im hausinternen Werkraum schön platziert werden. Das offene Loft, endständig durch die verschiebbaren Schrankwände abgeschlossen, mit zentraler Küche und halb abgetrennter Schlafzelle entspricht dem Lebensstil der Beiden perfekt. Aber auch das
grosse Ausgehen neben dem Arbeiten findet ein Ende: die beiden heiraten
und bekommen eine Tochter, der Stubenwagen findet im vergrösserten
Schlafzimmer Platz. Die Schonfrist für die Klassiker läuft dennoch ab: Der
Mann findet eine Stelle als Assistent an der ETH, die Designklassiker rücken
beängstigend nahe zusammen, da nebenbei zu zweit auf eigene Rechnung
an Wettbewerben gearbeitet wird. Ein erstes Einfamilienhaus kann geplant
werden, für Sitzungen muss eine Raumzelle abgetrennt werden, zum Glück
hüten die Nachbarn die Kleine gerne... Doch es kommt wieder einmal anders
als geplant. Neben einem gewonnenen Wettbewerb ist ein Bube im Anmarsch,
das Büro in der Wohnung muss aufgegeben werden, zwei Kinderzimmer
müssen abgetrennt werden. Im Erdgeschoss entschliesst sich praktisch zeitgleich das Grafikatelier, die Fläche im Hochparterre zum Innenhof unterzuvermieten, man erstellt an einem Wochenende gemeinsam eine raumhaltiges
Regal zur Unterteilung der Räume, die beiden Architekten weihen ihr neues
Büro mit einem Hausfest ein. Nach anfänglich unterschiedlich ausgeprägten
Schlafrhythmen der Kinder und dementsprechenden Augenringen der Eltern
sind die Kleinen "synchronisiert" und erhalten zusammen ein kleines Schlafzimmer mit einem Kajütenbett. Gleich daneben wird ein grosses Spielzimmer
eingerichtet, die zur Wohnung gehörenden Schränke bieten noch immer den
nötigen Stauraum. Mittlerweile sind die Kinder im Grundstufenalter, und die
Eltern sitzen oft an lauen Sommerabenden auf der gemeinsamen Dachterrasse,
darüber nachsinnierend, wie diese so unterschiedlichen Phasen ihres gemeinsamen Lebens ohne Umzug vergangen sind. Dank einer Wohnung,
welche sich den Umständen einfach, ohne Anpassungen der Haustechnik,
ohne Zuhilfenahme von Handwerkern, wirklich selbständig umnutzen
liess. Sie nehmen sich vor, dieses Potential auch in Zukunft zu nutzen, nicht
zuviel zu planen, dafür jeden Tag zu leben.
- Dachgeschosse allenfalls in Leichtbauweise
(Stahl, in späterer Phase zu prüfen)
Bodenaufbau Zwischendecke
- Parkett Eiche Klötzli
Oberflächlich geräucht, lackiert
- Unterlagsboden Anhydrit 45mm
- Trennlage
- Trittschalldämmung / Wärmedämmung 20/20mm
zur Montage Bodenheizung
- Stahlbetondecke 22cm
(keine Lüftungseinlagen)
- Deckenputz 5mm
Aussenwandaufbau
- Innenputz
- Gipskartonplatten 2 x 1.25cm
- Lattung 5cm zur Leitungsführung, ausgeflockt
- Dampfbremse
- Gipsfaserplatte / Holzwerkstoffplatte 15mm
- Holzständer / Mineralfaserdämmung, zweilagig (120/120)
statische Stahlstützen 10 x 10 cm, Brandschutzverkleidet
- Gipsfaserplatte / Holzwerkstoffplatte 15mm
- Windpapier
- vertikale Lattung (Hinterlüftung)
- Putzträgerplatte 11mm
- Aussenputz 5mm, fugenlos netzarmiert
- Rasalit Deckputz
(Oberfläche mehrschichtig, leicht durchscheinend, glatt, lebhafter Marmoreffekt)
- Oberflächenschutz Silanwasserglasversiegelung / evtl. gewachst
- Fenster alle von Innen öffenbar (teilweise nur zum Putzen)
- Holzmetallfenster
- Stoffrouleaus
- Schallschutzfenster (asymmetrischer Glas-Aufbau)
U-Wert Opake Wand: ca. 0.14 W/m2K
U-Wert Fenster: <1.0 W/m2K
Geometrische Grundlage der Grundriss-Struktur sind zwei gleich tiefe WohnNutzschichten entlang der belichteten Fassaden. Dazwischen wird die Erschliessungs- und Versorgungsschicht aufgespannt. In den Nutzschichten
können ähnlich der in Japan gebräuchlichen Abmessung mittels Tatami
Zimmer genau gleichen Zuschnitts angeordnet werden, begrenzt durch Rohbauwände und / oder bewegliche Schrankwandelemente. Zum Erschliessungsbereich werden die Räume wie die japanischen Vorbilder mittels Schiebetüren
abgeschlossen. Im Gegensatz zum traditionellen Washitsu sind nun aber
weder Flächen noch Raumanzahl vorgegeben, sondern können frei gewählt werden; mehr noch, können beinahe beliebig, ohne grossen Aufwand und immer wieder verändert werden. Die Mieterschaft erhält zusammen mit der Wohnung die beweglichen Schrankwandelemente, was ihr erlaubt,
die Wohnung sich ändernden Bedürfnissen effizient anzupassen.
Bodenaufbau über unbeheizt
- Nutzschicht Mieterausbau
- Unterlagsboden Anhydrit, 45mm
- Trennlage
- Trittschalldämmung Isover PS 81 20mm
- Wärmedämmung PU 60mm
- Stahlbetondecke 22cm
- Wärmedämmung Schichtex 12.5cm
Strategie zur Einhaltung der Kostenvorgaben
Als erster und wichtigster Punkt hat zu gelten: Es werden soviel Wohnraum wie
möglich angeboten, ohne dass dadurch die Qualität der einzelnen Einheiten zu
leiden hat. Sodann werden die Flächen der dienenden Bereiche wie auch der
möglichen Individualzimmer hinterfragt: Seit 1980 hat der individuelle Bedarf an
Wohnraum im Kanton Zürich um 35% pro Person zugenommen. Dieser wenig
nachhaltigen Tendenz gilt es entgegenzuwirken, wiederum ohne entscheidende
Komforteinbussen in Kauf nehmen zu müssen (beispielsweise soll eine Vierzimmerwohnung weiterhin eine zweite Nasszelle erhalten, diese ist aber von durchschnittlicher Grösse). In den Gewerbebereichen in Erd- und Untergeschoss
Aussenwand Keller
- Sockelelement Faserzement
- Betonwand WD, Typ 4.1
- Bituminöse Dichtungsbahn
- Wärmedämmung 12 - 18cm PS 15 SE
bis UK Bodenplatte
- Sickerplatten doppelwandig
Schema
wird über verschiendene miteinander verknüpfbare Flächen eine Vielzahl möglicher Mietangebote geschaffen, welche eine nachhaltige, quartiergerechte Bewirtschaftung erlauben sollen. In konstruktiv baulicher Hinsicht werden dank
eines vorbildlichen Energiehaushalts die Betriebs- und Energiekosten tief gehalten. Die Konstruktion zeichnet sich durch eine klare Struktur (keine versetzten Fenster / Balkone von Geschoss zu Geschoss), und das Auftrennen
von Rohbau, Ausbau und Haustechnik aus. Dazu ist ein bewährtes System für
die Fassade gewählt (Hinterlüftete Putzfassade), bei welcher die hauptsächlichen Elemente vorfabriziert werden könnten (Holzsandwichelemente). Neben
der hohen konstruktiven Sicherheit des Fassadensystems kann durch die
grundsätzlich günstige Konstruktion im Gegenzug eine hochwertige Haut aufgebracht werden. Der Endputz, ein Rasalit, ist eine feine Glättungspaste für die
Herstellung von durchscheinendem Deckputz. Der glättende Kalk besteht aus
Kalklöschmasse (Sumpfkalk), Farberden, mikronisiertem Marmor, organischen
Haftfördermitteln und pflanzlichen Zusätzen. Rasalit weist ästhetische Effekte
auf, die denen antiker Farbschattierungen sehr nahe kommen. So soll sich eine
„schöne" Fassade zusammen mit einem robusten Sockelbereich (Faserzementelemente) in einem günstigen Unterhalt niederschlagen.
Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept
Durch das Zusammenspiel baulicher und haustechnischer Massnahmen können hohe Ansprüche bezüglich Nutzung und Energieverbrauch erfüllt werden.
In einem Niedrigenergiehaus sind Orientierung, Gebäudehülle, Speichermasse
und Sonnenschutz so konzipiert, dass der Heizwärmebedarf durch die umweltschonende Nutzung von Sonnenenergie (passiv und aktiv) und durch den Einsatz von alternativen Niedrigtemperatur-Heizsystemen gedeckt werden kann.
Neben der begehbar ausgebildeten Dachfläche ist deshalb eine Fläche ausgeschieden worden, die mit Vakuum-Röhrenkollektoren bestückt, einen hohen
Anteil an Wärmeenergie für Warmwasser und Raumheizung zur Verfügung
stellt. Ein zentraler Energiespeicher im Untergeschoss sammelt neben der Sonnenenergie bei Bedarf auch Abwärme von möglichen Klimakältesystemen der
Ladenlokale im Erdgeschoss und vom Wärmepumpenentfeuchter des Trockenraums. Da die Restwärme nicht über eine Erdsondenwärmepumpe erbracht
werden kann (Gewässerschutz), ist es sinnvoll, in einer nächsten Planungsphase ein Energieversorgungskonzept zu erstellen das evtl. auch Nachbarliegenschaften, eine Wärmepumpe mit Fassaden-Luftkollektoren, eine Pelletheizung etc. beinhalten kann. Das vorliegende Grundkonzept mit einem
zentralen Wärmespeicher und der Solarnutzung lässt viele Optionen offen.
Um alle Haustechnikmedien nachhaltig verteilen zu können, wird pro Wohnung
ein zugängliches Haustechnik-Center angeordnet. Zentral werden dabei die
vom Mieter jederzeit zugänglichen Verteilarmaturen für die NiedrigtemperaturBodenheizung, die Elektroverteilung, die Sanitärverteiler mit den jeweiligen
Energiemessgeräten und der Verteilung der kontrollierten Wohnungslüftung integriert. Erschlossen werden alle Medien durch eine vertikale Steigzone. Die
normalerweise schwierig zu planenden Luftverteilleitungen werden dabei ab
dem Haustechnik-Center in einer abgehängten Decke der Kernzone auf
kürzesten Wegen in die Wohnräume zu-, resp. aus der Küche und den Nasszonen abgeführt. Dies ermöglicht auch hier eine sehr gute Zugänglichkeit für
Wartung / Ersatz des Systems, eine optimale Trennung von Haustechnik und
Roh- respektive Ausbau, und ermöglicht zudem, auf Einlagen in den Geschossdecken verzichten zu können. Und das alles unabhängig von der Anzahl und
Art der flexiblen Räume.
Statik
Das Gebäude ist statisch einfach gehalten: Betongeschossdecken (Schall)
spielen zusammen mit Stahlstützen in der Fassade (schnelle Bauzeit, Sicherheit), konventionell gemauerten / betonierten Erschliessungs- und Nasszellenbereichen (Schall, Lastabtragung) und vorfabrizierten selbsttragenden HolzSandwich-Fassadenelementen (kurze Bauzeit). Die einfache Struktur erfährt
baugesetzbedingt in den beiden Dachgeschossen Anpassungen, hier bliebe in
einer späteren Planungsphase zu prüfen, ob allenfalls in Leichtbauweise (Stahl
oder Holz) gebaut werden könnte (Brandschutz, Last- und Kostenoptimierung).
Baurecht
Baurechtlich werden die vorgegebenen Parameter eingehalten. Das anzustrebende Näherbaurecht sollte ein gemeinsames Grenzbaurecht sein. Dies bedeutet für den vorliegenden Entwurf (siehe Grundrisse), dass die östliche
Wohnung jeweils wie die Wohnung links eine innen liegende Küche erhalten
würde, aber auch ein zusätzliches Zimmer. Das heisst, es würden grössere
Wohnungen resultieren (mit mehr Optionen der Bespielung), welche aber natürlich auch zu einem leicht höheren Mietzins vermietet werden müssten.
Bezüglich des östlichen Nachbarn resultiert keine Beeinträchtigung (Besonnung), sondern der Vorteil, ebenfalls auf die gemeinsame Grenze bauen zu
dürfen. Die aus Wohnhygienischen Gründen für den Nachbarn im weiteren
östlichen Verlauf unumgängliche Rückstaffelung des Gebäudes (Anschluss an
das Eckhaus des Blocks im Osten) könnte dieser (aus vergrösserter Tiefe startend) ideal zur guten Besonnung (Südosten) der Grundrisse nutzen. In diesem
Sinne ist das Näherbaurecht sicherlich zum Vorteil der Bauten an der Grüngasse, die leichte Verschlechterung der Besonnung der Parzelle AU471 wird
dadurch relativiert, dass die betroffenen Räume über Eck ausgerichtet sind /
werden könnte
Detailschnitt
1 / 20
Seite 16
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
W a s h i t s u
Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno
W o h n h a u s
G r ü n g a s s e
8 / 1 0
AU
47
1
AU
47
2
AU
66
40
AU
43
64
2
begeh- und befahrbare Bereiche gepflästert
(sickerfähig)
Blumeninseln in Kiesfläche
P1
P2
P3
P4
Ebenso sollte mit den Nachbarn die gegenseitige Öffnung
der Aussenräume zueinander besprochen werden.
Die PP-Lösung sollte sinnvollerweise mit der Nachbarparzelle (Erschliessung) erarbeitet werden.
AU
46
9
Gitterrost, befahrbar
gedeckter Zugang
AU471
Luftraum und Tiefblick
in die Waschküche
+/- 0.00
+/- 0.00
AU
66
41
+ 0.90
AU6749
49
Eingangshalle
lichte Raumhöhe 3.3m
AU
67
Velo
Kinderwagen
8.0
500 kg
Personenaufzug
Laden / Gewerbefläche EG + Hochparterre
149.0 m2
frei unterteilbar, 4 Zugänge von der Grüngasse, 2 Separatzugänge Treppenhaus
Schaufenster
Schaufenster
Schaufenster
AU
X6
03
7
Schaufenster
Erdgeschoss
Grüngasse
AU
01
40
2
AU
55
07
+/- 0.00
500 kg
Personenaufzug
AU
01
40
1
Lager
Flexibel einteilbare und flexibel nutzbare Gewerberäume
Die unterschiedlich eingefärbten Bereiche in Grundriss und Schnitt zeigen die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der
Gewerberäume: Im Erdgeschoss können dank vier möglicher Eingänge von der Grüngasse kleinteilige Flächen angeboten werden, jeweils mit Schaufenster. Den beiden westlichen Einheiten können neben den Flächen im Hochparterre auch noch
Flächen im Soussol mit Ueberhöhe angegliedert werden. Diesen Gewerberäumen können zudem Lagerflächen angeboten
werden. Sowohl das Hochparterre wie auch das Soussol zum Innenhof können aber auch gewerbeunabhängig direkt an die
Wohnungsmieter vermietet werden. Als Büroräume im HP oder Bastel-Werkräume im Soussol.
gemeinschaftliche Dachterrasse
+ 17.53
AU557
AU558
AU559
Wohnung
+ 14.59
Wohnung
18.00
+ 11.87
Wohnung
13.33
15.74
AU
68
18
+ 9.10
Wohnung
AU
52
10
+ 6.38
Wohnung
+ 3.66
Büro / Laden
+ 0.90
Laden, Gewerbe, Büro
+/- 0.00
Laden / Werkraum
- 2.72
Lager
- 2.72
Querschnitt
Grüngasse
1 / 200
1 / 200
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 17
W a s h i t s u
Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno
W o h n h a u s
G r ü n g a s s e
8 / 1 0
AU
32
71
AU
47
9
3
"unendliche" Vielfalt von Wohnformen
AU
32
70
Einige der Möglichkeiten, welche sich bieten wenn die eigene Wohnung mittels den mobilen Schrankwandelementen immer wieder der persönlichen Lebenssituation angepasst werden kann.
Zimmer 13.0
Zimmer 14.0
Essen 12.5
Zimmer 14.5
Zimmerschicht
Zimmer 13.5
Spielen, Wohnen 25.5
Zimmer 14.5
Zimmer 11.5
AU
U6
03
7
In der Zimmerschicht können dank der mobilen Trennschränke Zimmer unterteilt oder
im Grossraum gelebt werden. Die gestrichelt
grün eingerahmten Flächen bezeichnen die
Flächen wo die Schränke als raumtrennende Elemente aufgestellt werden können (in
Abhängigkeit von Zugängen und Fassade).
DuWC 3.0
Garderobe 4.5
Entree 9.0
2 bis 6.5 ZiWhg 107.5 m2
Miete inkl. NK 2'749.--
Entree 9.0
Erschliessungsschicht
Küche 5.0
2 bis 3 ZiWhg 62.5 m2
Miete inkl. NK 1'598.--
Garderobe 4.5
Entree 9.0
Bad 3.5
2 bis 6.5 ZiWhg 107.5 m2
Miete inkl. NK 2'691.--
Entree 8.5
2 bis 4 ZiWhg 72.5 m2
Miete inkl. NK 1'815.--
Küche 6.0
500 kg
Personenaufzug
Küche 4.5
Bad 3.5
AU
S6
03
7
Bad 4.0
03
7
500 kg
Personenaufzug
Bad 3.5
DuWC 3.0
Die Erschliessungsschicht ver- und entsorgt
die ganze Wohnung über eine zugängliche
Steigzone und die abgehängte Decke. Unabhängig ob Zimmer eingeteilt werden oder
der Grossraum belassen wird. Die Zugänglichkeit aller Individualräume über diesen
Bereich ist ebenfalls gewährleistet.
AU
T6
AU
67
48
AU
C3
39
0
Küche 6.0
Zimmerschicht
Beide Zimmerschichten sind gleich tief aufgebaut. So können zur Morgensonne Individualräume versus Grossraum zur Strasse
oder umgekehrt miteinander kombiniert
werden.
Spielen 11.5
Eltern, Baby 28.5
Wohnen 30.0
Essen 11.5
Wohnen 18.5
Zimmer 12.0
1./2./3. OG (Normalgeschoss) ohne Näherbaurecht
1./2./3. OG (Normalgeschoss) inklusive Näherbaurecht
+ 3.66 / + 6.38 / + 9.10; Ein Geschoss wird als Wohngemeinschaft vorgeschlagen, siehe Grundrissschema
+ 3.66 / + 6.38 / + 9.10
Die Familie unseres Mädchens
vom Land wohnt grosszügig, aber
es sind ja noch zwei weitere Kinder
geplant...
Die alleinerziehende Mutter ist froh um den Zusammenhalt im
Haus, um die zusätzlichen Näh- und Bastelzimmer, sowie die
Dachterrasse. So haben die Kinder trotz zuweilen engen Platzverhältnissen in der Wohnung genügend "Auslauf".
AU
01
40
3
Die Möglichkeit innerhalb der Fläche einer Standard 5 Zimmer Wohnung 6 Zimmer anbieten zu können ist nicht
nur praktisch für die Patchwork-Familie wo der Bube aus erster Ehe jedes zweite Wochenende zu Besuch ist. Sie
ist auch eine Chance, dass benachteiligte Familienformen (Alleinerziehende), eine Wohnung mieten können, die
ihnen relativ zur Grösse viele Zimmer bieten kann.
AU
01
40
4
500 kg
Personenaufzug
Offenes Raumkonzept versus Zellenstruktur
Die beiden Wohnungstrennwände (heller schraffiert im Grundriss) sind nicht tragende Gipsständerwände. Somit können zwei Geschosswohnungen jederzeit zu einer grossflächigen Wohngemeinschaft vereint werden. Ist ein solches
Grundrisslayout schon bei der Planung bekannt, könnte auf den Ausbau einer zweiten Küche verzichtet werden. Die
WG eignet sich für alle Altersgruppen, dabei können maximal 7 Individualzimmer angeboten werden. Im Falle eines
Näherbaurechts entstünde ein weiteres Zimmer.
Die beiden oben abgebildeten möblierten Wohnungen zeigen die möglichen Extremvarianten der Nutzung: Das offene,
loftartige Raumkonzept links unterscheidet in eine hofseitige private, ruhige Schlaf- und Spielzone für die ganze Familie,
sowie einen öffentlicheren Bereich für Wohnen, Essen und Arbeiten. Der linke Ansatz unterteilt die ganze Fläche in
kleine, rasterartige Raumzellen ("Washitsu"), welche mit je einer spezifischen Nutzung belegt werden.
AU
32
76
Wohngemeinschaft versus 2 Geschosswohnungen
Die Kombination der beiden grundverschiedenen Haltungen führt dazu, dass die Wohnungen trotz vorgegebenem Roh- und Ausbaugerüst für die verschiedensten Lebenssituationen eine differenzierte Antwort auf die
jeweilige Art des Wohnens geben können.
Schranktrennwand
Ansicht
Mechanik, Rahmen
Schranktüren
Die Schrankrückwand ist ähnlich einer
mobilen Trennwand (zB. System Hüppe
Dorma) aufgebaut: In einem durchlaufenden U-Profil sitzt ein bewegliches
Profil, welches über eine Gewindestange (bedient mit einem VierkantSchlüssel von der Innenseite des
Schranks) bewegt werden kann. Auf
dem beweglichen Profil sitzt über die
ganze Länge ein 40mm breiter Filzstreifen, welcher dank des erzeugten Anpressdruckes die Schalldämmung gewährleistet.
Vierkantansatz
vertikale Verspannung mittels stabilem
Längsprofil (zB. RHS 40/40/1) mit
aufgebrachtem Dichtungsprofil (Filz,
Naturkautschuk) und Federprofil an die
Decke (Spannweg 20 - 40mm, entspricht
auch der möglichen Toleranzaufnahme)
vertikale, geführte Gewindestangen
(Antrieb über Vierkantschlüssel, schrankseitig)
Detail 1/5
horizontale Verspannung (wo nötig) dito
System vertikal. Wird nur in jedem zweiten
Schrank eingebaut (Verspannung über den
zweiten Schrank an die Wand).
Schrankfronten:
Die Schrankfronten bestehen aus
Schichtstoffplatten mit Metalleinlage für
Magnethaftung (Argolite HPL- Schichtstoffplatten). So können auf den Fronten
(Kinder-) Zeichnungen
aufgehängt
werden.
2.40
Dichtung oben
Aufbau:
Die Schrankelemente werden als Bestandteile
der Mietsache in der Wohnung aufgebaut. Voraussetzung für den flexiblen Einsatz sind allenfalls erhöhte Anforderungen an die Roh- und
Ausbaugenauigkeit (Decke, Wände), welche in
der Submission zu berücksichtigen sind. Das
vorgesehene Dichtungsprinzip kann dabei
Masstoleranzen bis 40mm auffangen. Bei
Nichtgebrauch als Trennelemente können die
Schrankwände (unverspannt) endständig in
den Räumen angeordnet werden.
Schalldämmung:
Gemäss der SIA Norm 181, "Schallschutz im
Hochbau", bestehen keine Normen für Innenwände. Die Empfehlung geht von einem Schalldämmwert von 40dB (Stufe1, SIA 181 Anhang G) respektive 45dB (Stufe 2, SIA 181, Anhang G) aus. Diese Werte können je nach
Schrankinhalt erreicht werden. Beim Unterlagsboden ist darauf zu achten, dass die wenigen
(Passivstandard!) Bodenheizschlaufen vor
gangartig zum Fenster verlegt werden, und daneben der UB getrennt wird.
Schnitt / Ansicht
Oberer Abschluss:
77
Prinzip:
Das Schrankteil liefert die Stabilität, den Stand
für das Element mit der rückseitig fix montierten
Verspannwand. Dadurch entfallen die die Flexibilität einschränkende Schienen an Boden und
Decke, ebenso wird durch das Gewicht des
Schranks (und seines Inhalts) über die grosse
Filzfläche am Boden eine gute Dichtigkeit erreicht. Das Verspannteil funktioniert ähnlich
einer mobilen Trennwand, wobei das Dichtungselement über eine einfache mechanische Vorrichtung an die Decke verspannt wird. Genauso
funktioniert auch die horizontale Verspannung
(bei Anordnung zwischen Kernwand und Aussenwand).
AU
32
AU
B3
39
0
Wohnen, Arbeiten 28.5
Terza Kombi
Metalltragrahmen, dazwischen
Akustikdämmung (Kaltschaum)
Schrankinnenleben:
Die Schränke können mit Tablaren (Reihenlochbohrung) oder Kleiderstangen
ausgestattet werden. Spezielle Einbauten können reversibel durch die Mieter
vorgenommen werden.
Querschnitt
Unterer Abschluss:
Die Schrankwand steht auf einem durchgehenden Sockel. Damit der Schrank
auch beladen bewegt werden kann, lagert das Gewicht auf einer 20mm starken Filzmatte (so wird auch der Parkett
beim Schieben nich t zerkratzt). Durch
den Anpressdruck kann zudem eine
gute Schalldämmung zwischen den getrennten Räumen sichergestellt werden.
Bereich zwischen Rahmen
mit Steinwolle gedämmt.
Zimmerseite
Schiebetür
Putzflucht
Schranktrennwand
1 / 20, Grundriss, Ansicht, Schnitte, Detail 1/5
Seite 18
Abschlüsse Stirnseitig:
Die Schränke können untereinander beliebig aneinander gestellt werden: Zwei über die ganze Höhe
laufende Nuten werden bei Bedarf mit Neopren, Moosgummi oder Filstreifen bestückt, sodass die Schränke
nach der Verpressung mit der Wand dicht a) aneinander und b) an der Aussenwand stehen. Der dichte
Anschluss an die Innenwände (Aufstellen der Schränke zwischen Aussenwand und Kern) funktioniert als
Verspannung horizontal nach dem gleichen System wie vertikal. Zudem bietet hier die Schrankwand das
Anschlagstück für die Schiebetür (möglich mit Hakenfalle oder Schiebetür-Muschelgriffgarnitur).
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
4
W a s h i t s u
Wettbewerb auf Einladung, Genossenschaft Wogeno
W o h n h a u s
G r ü n g a s s e
8 / 1 0
Kammerartige Struktur, Abtrennungen durch Schrankwandelemente
Offene Raumstruktur, Schrankwandelemente endständig angeordnet.
Arbeitsmodell
Arbeitsmodell
Zimmer 13.0
Zimmer 14.0
Zimmer 12.5
Terrasse 18.5 m2
Zimmer 14.0
Zimmer 11.0
Wohnen, Essen 21.5
DuWC 3.0
Zimmer 15.5
Terrasse 6.0 m2
Bad 4.0
Garderobe 4.5
2 - 4.5 ZiWhg 89.0 m2
Miete inkl. NK 2'276.--
Entree 5.5
Entree 4.5
2 ZiWhg 40.5 m2
Miete inkl. NK 1'036.--
Bad 5.0
2 ZiWhg 40.0 m2
Miete inkl. NK 1'023.--
2 ZiWhg 56.0 m2
Miete inkl. NK 1'432.--
Bad 3.0
Wohnen, Essen 20.5
Kochnische 4.5
Wohnen, Essen 28.5
500 kg
Personenaufzug
DuWC
2.5
Aussengeräte
1.5
500 kg
Personenaufzug
Kochnische
4.5
AG
1.5
Terrasse 17.5 m2
AG
1.0
Terrasse 11.5 m2
Terrasse 10.5 m2
Wohnen, Essen 26.5
Terrasse 7.5 m2
5. Obergeschoss (Dachgeschoss)
4. Obergeschoss
+ 14.59
+ 11.87
Das Grafikerpaar arbeitet bequem von Zuhause aus,
Präsentationen werden beim Kunden gemacht, und
mit den Schranktrennwänden lässt sich schnell ein
Gästezimmer abtrennen (haben die Schlaumeier
doch ein Schrankbett darin einbauen lassen!).
Endlich aus dem Reihenhaus raus und wieder zurück
in die Stadt! Das Rentnerpaar schätzt den Lift, die
eigene Terrasse und die Nähe zu allem Lebensnotwendigen im Quartier. Und die Hauswartarbeiten
macht er doch so gerne.
Frisch verliebt und eingezogen. Viel Platz für Möbel
hats nicht, aber diese Dachterrassen...
Der Literaturdozent wohnt ja eigentlich in Berlin. Aber
ein so zentral gelegenes Pied à terre ist natürlich ideal!
Und vor allem kommt man in diesem Haus auch noch in
Kontakt mit den Leuten.
Warmwasserkollektoren 36.0 m2
nicht begehbar
500 kg
Personenaufzug
Dachterrasse gemeinschaftlich 54.0 m2
Holzrost
Aufstiegsklappe
Gemeinschaftliche Nutzungen
Neben der Dachterrasse können im Soussol jeweils ein Bastel / Werkraum sowie zum Beispiel ein Musikzimmer oder
Nähatelier angeboten werden (vgl. auch Konzept Gewerberäume EG). Auch ein gemeinsschaftliches Büro im Hochparterre kann realisiert werden, da separat vom Treppenhaus erschlossen. Da diese Räume aber im Mietpreis der
Wohnungen enthalten sein müssten, ist abzuklären ob wirklich genügend Bedarf besteht.
Im 5. Obergeschoss könnte anstelle der vorgesehenen Kleinwohnung ein Gästezimmer, sowie eine Gemeinschaftsküche realisiert werden.
Die beiden hofseitigen Zimmr angrenzend an das Treppenhaus könnten aus diesem auch separat erschlossen werden
(Büro, zur Wohnung gehörend, Kunden müssen nicht durch Wohnung).
Dachterrasse
+ 17.53
Trockenraum
13.0 m2
Werken und / oder Basteln, Nähen
32.5 m2
unterteilbar
Wakü
10.0 m2
natürlich belichtet
und belüftet
9 Kellerabteile
41.0 m2
oder Laden / Gewerbefläche UG
43.0 m2
unterteilbar
500 kg
Personenaufzug
Lager, WC
6.5 m2
Haustechnik
15.0 m2
Lager, WC
23.0 m2
Ansicht Hof
Untergeschoss
1 / 200
- 2.72
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 19
«Cristallo» (2. Rang / 2. Preis)
huggen_berger GmbH, Architekten
ETH/SIA
Kalkbreitestrasse 33, 8003 Zürich
Mitarbeit: Adrian Berger,
Lena Bertozzi, Pierre Schild
Bauingenieur:
Aerni & Aerni, 8037 Zürich
Mitarbeit: Markus Aerni
Bauphysik:
Bakus GmbH, 8045 Zürich
Mitarbeit: Dietmar Baldauf
Haustechnik:
BSP-Energie, 8005 Zürich
Mitarbeit: Beat Steigen, Sven Häckel
Das Konzept für das neue Wohnhaus in der Baulücke an der Grüngasse ist
überzeugend aus den spezifischen Bedingungen des Ortes heraus entwickelt
worden. Die bestehende Bebauung aus verschiedenen Epochen des 19. und
20. Jahrhunderts ist ausgesprochen heterogen. Sowohl die Strassenseite mit
ihren Verengungen und Ausweitungen, als auch die Hofseite mit zahlreichen
Durchblicken und Einbauten verfügen aber über ihre eigenen, unterschiedlichen Qualitäten. Aus dieser Analyse heraus wird folgerichtig ein Projekt mit
einer zweiseitigen Ausrichtung entwickelt, das sich teils auf den Strassenund teils auf den Hofraum hin orientiert. Auf beiden Gebäudeseiten setzen
polygonale Geometrien kräftige Akzente: strassenseitig die raumgreifenden
Erker und Loggien, hofseitig eine Ausstülpung anstelle des baurechtlich
möglichen Hofgebäudes. Trotz diesen organischen Formelementen passt
sich das neue Wohnhaus aber sehr unaufdringlich in das bestehende Quartier
ein.
Im Erdgeschoss teilt ein zentrales Treppenhaus die Ladenflächen in zwei
ungefähr gleich grosse Einheiten. Einläufige Treppen führen jeweils in ein
durch hofseitige Oberlichter beleuchtetes Untergeschoss. Nicht nur die beiden Läden, sondern auch die Wohnungen werden direkt von der Grüngasse
her erschlossen, was für ein städtisches Wohngebäude grundsätzlich als
richtig erachtet wird. Das mittig platzierte, schiefwinklige Treppenhaus vermag zwischen den vor- und rückseitigen Gebäudegeometrien geschickt zu
vermitteln.
Die Erschliessung der Wohnungen ist rationell, gleichzeitig aber auch räumlich vielfältig und von hohem Gebrauchswert. Der kleine Vorraum mit den
Briefkastenanlagen bietet Blickkontakt mit der Grüngasse. Das grosse dreiecksförmige Treppenauge bringt ausreichend Tageslicht in alle Geschosse.
Die Erschliessung über die schmale Kellertreppe im rückwärtigen Hof, welche vor allem den Velofahrenden dient, ist jedoch sehr unpraktisch.
In den Obergeschossen werden pro Etage zwei Wohnungen – eine 2.5 und
eine 3.5 resp. 4.5 Zimmer-Wohnung - erschlossen. Über etwas knappe Eingangsbereiche gelangt man jeweils in den Hauptraum der Wohnung. Diese
polygonale Haupträume mit Küche, Essplatz und Wohnbereich sind entweder
auf den südwestseitigen Strassenraum oder auf den rückwärtigen Hofraum
hin orientiert. Sie bieten interessante Ausblicke und verfügen alle über
attraktive Aussenräume mit einem hohen Gebrauchswert. Die meisten
Schlafräume sind orthogonal und haben einen guten Zuschnitt. Positiv zu
vermerken sind in den grossen Wohnungen auch die geräumigen, natürlich
belichtet und belüfteten Badzimmer. Wenig Nutzwert bieten hingegen die vereinzelten Kleinstzimmer mit Flächen von nur gerade knapp 8m2. Noch zu
wenig ausgereift ist auch die 5.5 Zimmer-Maisonette-Wohnung. Hier wird die
Qualität der internen Erschliessung, die ungünstige Anordnung der
Nasszellen und das unverhältnismässig grosse Angebot an Terrassenflächen
als kritisch beurteilt.
Die architektonische Erscheinung und Materialisierung des Projektes ist dem
Standort und der Bauaufgabe insgesamt angemessen. Die raumgreifenden
Strassen- und Hoffassaden treten beide eigenständig in Erscheinung. Demgegenüber unterstützt die klassische Materialisierung - der feine Verputz, die
zurückhaltende Farbgebung, die Holzfenster und die feine Ornamentik der
Geländer – auf wohltuende Weise die Einordnung des Gebäudes im Quartier.
Seite 20
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Trotz der vorgeschlagenen wirtschaftlichen Fassadenkonstruktion ist das
Preisgericht nicht überzeugt, dass sich das Projekt innerhalb der knappen
Kostenvorgaben realisieren lässt. Das fast parzellengrosse Untergeschoss,
die vielen nicht übereinander liegenden Tragwände, die eingezogenen
Loggien sowie die grossen Terrassenflächen werden als tendenziell aufwändig eingeschätzt. Die Werte hinsichtlich Flächeneffizienz und Kompaktheit
liegen im mittleren Bereich.
Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes wird ebenfalls als
eher hoch beurteilt, insbesondere aufgrund der relativ aufgelösten
Gebäudeform. Dank dem effizienten, ökologisch aber eher fragwürdigen
Dämmstoff, dürfte das Projekt den Minergie-Standard insgesamt erreichen.
Positiv zu erwähnen ist die gute Disposition der Strassenfassade für solare
Energiegewinnung. Das Schachtkonzept bietet für die Bedarfslüftung ebenfalls eine gute Basis. Das Aussenwandsystem – eine Massivbauweise mit verputzter Aussenwärmedämmung – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben.
Das Projekt überzeugt insgesamt durch seine unverwechselbare, aus dem
konkreten Ort heraus entwickelte Identität und durch seine verschiedenartigen, attraktiven Wohnungen. Die Realisierbarkeit innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens wird hingegen als fraglich beurteilt.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 21
Seite 22
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 23
Seite 24
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 25
«Immergrün»
Architekturbüro Zita Cotti, dipl.
Architektin ETH/SIA
Limmatstrasse 285, 8005 Zürich
Mitarbeit: Zita Cotti, Simon Sutter,
Nadja Keller, Andrea Lüdin,
Cyril Kramer
Haustechnik:
hps energieconsulting, 8006 Zürich
Mitarbeit: Daniel Heule
Das Projekt bezieht sich auf der Strassenseite auf die unterschiedlichen
Höhen der Nachbarbauten. So bezieht sich die Traufhöhe auf das gegenüberliegende Gebäude, während die 2-stöckige Attikalandschaft zwischen den
östlich und westlich angrenzenden Nachbarbauten vermittelt. Die Fassaden
sind dementsprechend konsequent in ein Hof- und eine Strassenfassade
unterschieden. Die Strassenfassade wird dabei klassisch gegliedert in
Sockelgeschoss, Obergeschosse, Dachgeschosse. Sie weist eine grosse
Eigenständigkeit aus durch die regelmässige Befensterung in liegenden
(Strassenseite) und stehenden (Hofseite) Formaten, welche unterschiedslos
jedoch nicht beliebig Treppenhaus, Wohnräume und Loggien überziehen.
Die städtebauliche Haltung ist klar. Unverständlich bleibt jedoch, dass die
Strassenfassade als «Repräsentationsfassade» keinen Eingang zu den
Wohnungen aufweist. Der Versuch der Vermittlung zwischen den angrenzenden Höhen bleibt letztendlich ein Bild in der Frontalansicht, da sich die
Fassaden der Nachbargebäude nicht auf derselben Ebene wie die Fassade
des Attikaaufbaus befinden. Die Ausformulierung der Hofseite als «Seite
geringerer Bedeutung» wird von der Jury nach erfolgtem Augenschein
anders beurteilt. Dies auch deshalb, weil diese Fassade genügend besonnt
ist.
Den Grundriss prägt eine klare und durchlaufende Schottenstruktur, welche
den Neubau in fünf gleich breite Bereiche gliedert. Diese Struktur bestimmt
auch die Wohnungen. Das Herz der Wohnungen ist eine räumliche
Raumabfolge, welche die eingezogenen Loggien umschliesst und von der
Strassen- zur Hofseite orientiert ist. Es entstehen Zonen, welche unterschiedlich genutzt und abgetrennt werden können. In den Attikageschossen
befinden sich zwei Maisonettewohnungen und die Waschküche mit angedeutetem Ausgang auf die Dachterrasse.
Die einfache Konzeption erzeugt wohnungsintern eine grosse räumliche
Vielfalt, weist jedoch architektonische und nutzungsmässige Mängel auf. So
geht die angesprochene Vielfalt bei einer allfälligen (und in den Plänen textlich beschriebenen) kompletten Abtrennung eines Zimmers verloren und
übrig bleibt eine zu grosse und relativ dunkle Eingangshalle. Hier müsste eine
andere Grundrisskonzeption (z.B. mit der Küche/Essen im Zentrum) gefunden werden. Ebenso wird das vollständige Fehlen einer Eingangssituation
(weder in der Struktur noch in der Möblierung) bemängelt. Die eingezogenen
Loggien führen zu unerwünschten Beengungen im Wohnbereich. Die
Attikawohnungen sind schön, weisen jedoch einen eher grossen Anteil an
Erschliessungsfläche auf und verlieren an Qualität, wenn die eingepunkteten
(aber notwendigen) Nassräume im oberen Geschoss realisiert werden. Die
Anordnung der Waschküche im Dachgeschoss wird als möglich beurteilt,
allerdings geht das auf Kosten der Hauptnutzfläche. Der Bezug zur gemeinschaftlich genutzten Dachterrasse ist zu schwach ausgebildet.
Die Trag- und Installationsstruktur ist klar und einfach. Das Gebäude wird als
konventioneller Massivbau erstellt. Die Fassaden aus nichttragenden, vorgehängten Holzelementen sollen mittels keramischer Mosaikplatten verkleidet
werden. Durch die kleinen Farbunterschiede entsteht ein vielfältiges
Schimmern der Oberfläche. Zusammen mit den messingfarben eloxierten
Fenstern kann eine unverwechselbare Fassadenstimmung entstehen.
Seite 26
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Die im Fassadenplan 1:100 angedeutete Fuge und der Unterschied zwischen
Sockel und Obergeschossen sind weder in den Grundrissen noch im Schnitt
verifizierbar.
In Bezug auf die Baukosten bewegt sich das Projekt auf Grund der Kenndaten
im Mittelfeld der eingereichten Projekte. Es weist jedoch das schlechteste
Verhältnis zwischen Geschossfläche und vermietbarer Fläche auf.
Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes ist durchschnittlich.
Da das Projekt eine relativ beschiedene Hauptnutzfläche realisiert, muss von
einem wenig effizienten Umgang mit den Ressourcen gesprochen werden.
Das Projekt dürfte den Minergiestandard erreichen, nicht jedoch den
Standard Minergie-P. Die eingezogenen Balkone führen zu einer nur mittleren Kompaktheit, der Dämmstandard ist für Minergie ausreichend, nicht
jedoch für Minergie-P. Die Verluste über die Wärmebrücken sind durchschnittlich, gewisse solare Gewinne sind vorhanden. Das Schachtkonzept bietet eine gute Basis für die Bedarfslüftung.
Das Aussenwandsystem – eine Mischbauweise mit hinterlüfteter Trägerplatte
für Glasmosaik – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben; mit entsprechenden Unterhaltskosten ist zu rechnen. Dem erhöhten Rissrisiko muss
Beachtung geschenkt werden.
Der Beitrag dieses Projektes liegt vor allem in der städtebaulichen
Auseinandersetzung und der stringenten und konsequenten Durcharbeitung
auf allen Ebenen. Diese Konsequenz hat jedoch auch eine gewisse «Steifheit»
zur Folge. Die Aussagen auf der Ebene des Städtebaus und der Wohnungen
sind zwar in sich schlüssig, entsprechen jedoch - insbesondere auf der Ebene
der Wohnungen - nicht der von der WOGENO angestrebten «Radikalität» im
Umgang mit innerstädtischem Wohnen.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 27
Projektwettbewerb
Ersatzneubau Wohnhaus
mit Ladenlokalen
Grüngasse 8/9 Zürich
Städtebau und Architektur Die Blockrandbebauung im Gebiet der Grüngasse ist
uneinheitlich gewachsen. Die einzelnen Bauten stammen aus verschiedenen Zeiten.
Entsprechend unterscheiden sie sich stark in der Gebäudehöhe, der Geschossigkeit
und im architektonischen Ausdruck.
Das vorliegende Projekt übernimmt die Traufhöhe des gegenüberstehenden
Gebäudes und erreicht damit einen ausgewogenen Strassenraum. Mit einem
zweigeschossigen leicht von der Fassade zurückversetzten Dachaufbau schafft es
den Anschluss an die um einiges höheren Häusern linkerhand und vermittelt damit
zwischen den sehr unterschiedlichen Haushöhen.
Die Gliederung des Neubaus in ein Sockelgeschoss und drei Obergeschosse erfolgt
analog der im Quartier vorherrschenden Weise. Im Unterschied zu den bestehenden
Blockrandbauten mit Schrägdach und Lukarnen jedoch, wird das Dachgeschoss
strassenseitig von zwei zurückgestaffelten Geschossen gebildet. So erhält der
Neubau eine massvolle Eigenständigkeit in seiner volumetrischen Ausbildung und
es werden gut orientierte Räume und Terrassen geschaffen.
Ebenfalls eigenständig ist der architektonische Ausdruck der Strassenfassade mit
den liegenden Fenstern und Loggien. Entsprechend der Orientierung gegen
Südwesten ist der Fensteranteil in den unteren Geschossen grosszügig, während er
in den beiden Dachgeschossen nicht zuletzt aufgrund der grösseren
Sonneneinstrahlung etwas kleiner wird.
Hofseitig unterscheidet sich der Neubau sowohl in seiner volumetrischen Ausbildung
des Dachgeschosses als auch in der Fassadengestaltung von der Strassenseite.
Dort ermöglicht das Schrägdach einen maximalen Raumgewinn und eine optimale
Kompaktheit. Die Fassade ist entsprechend ihrer geringeren Bedeutung einfacher
gestaltet. Im Gegensatz zur Strassenseite findet ausschliesslich ein leicht stehendes
Fensterformat Verwendung. Der Anteil der Verglasung ist hier entsprechend der
Orientierung nach Nordosten und der weniger repräsentativen Bedeutung geringer.
Wy
ssg
ass
e
Bad
ene
rstr
ass
e
Cram
erstra
sse
Gestaltung Hofraum Da der Kostenrahmen sehr eng ist, wäre es sinnvoll, die zwei
verlangten Parkplätze (falls bezüglich Zufahrt möglich) im Hof anzubieten. Der
chaussierte Platz kann bei Nichtgebrauch der Parkplätze für andere Zwecke benützt
werden. Ein grosser Bereich des Hofraums wird für die Veloabstellplätze benötigt,
vorgeschlagen wird ein einfacher Velounterstand. Prägend für den Charakter des
Hofes soll wie bereits heute ein Kiesplatz und eine Gruppe von Blütensträuchern
sein.
Erdgeschossnutzung Im Erdgeschoss können zwei Laden- oder
Kleingewerbelokale mit direkt zugänglichem Lager im Untergeschoss angeboten
werden - und falls erwünscht ein weiteres kleineres Lokal zwischen den beiden
grossen.
as
ng
rü
G
se
Wohnungen Insgesamt werden acht Wohnungen für unterschiedliche
Haushaltsgrössen angeboten. Davon sind zwei Maisonetten und befinden sich in
den obersten Geschossen.
Das Herz der Wohnung ist ein fliessender zweiseitig orientierter Raum, der durch
einen innenliegenden Kern mit Küche und Bad, ein hofseitiges Zimmer und eine
Loggia räumlich gegliedert wird. Dieses einfache Prinzip bringt eine große räumliche
Vielfalt hervor. Es entstehen spannungsvolle Durchblicke innerhalb der Wohnung
und von der Wohnung in den Stadtraum.
Es werden drei Zonen gebildet, die unterschiedlich genutzt und je nach Bedarf auch
voneinander abgetrennt werden können. So wird die gewünschte Nutzungsflexibilität
erreicht.
Die Maisonette-Wohnungen in den obersten zwei Geschossen sind über eine
einläufige Treppe mit dem Dachgeschoss verbunden. Dort befinden sich die
Zimmer, die teilweise abgeschrägt sind und Dachflächenfenster aufweisen. Falls
gewünscht kann im Vorraum der Zimmer eine weitere Nasszelle vorgesehen
werden. Diese zwei Wohnungen haben Anschluss an die grosszügige Terrasse.
Im Dachgeschoss befinden sich zudem die Waschküche und ein allgemeiner
Zugang zur Terrasse. Die für alle Bewohnerinnen und Bewohner zugängliche
Terrasse soll im Zusammenspiel mit der nahegelegenen Waschküche dem
gemeinschaftlichen Leben im Haus dienen.
sse
erstra
Zwei
Situation 1:500
Situation 1:500
0
10
immergrün
Konstruktion / Materialisierung Die Tragstruktur besteht aus den Innenwänden
(Backstein resp. Beton) und den Betondecken. Um die Fassadenstärke und die
notwendige Dämmung zu optimieren werden für die Fassade vorgehängte Holzelemente
vorgeschlagen. Verkleidet wird die Holzständerkonstruktion mit einer hinterlüfteten
Trägerplatte, auf die keramische, leicht schimmernde Mosaikplatten appliziert sind - eine
dauerhafte und gerade auch im Sockelbereich sehr geeignete Materialisierung. Feine
Farbunterschiede im Glasmosaik erzeugen im Licht ein lebendiges Spiel in der Fassade.
Zusammen mit den farbig eloxierten Holz-/ Metallfenstern erhält das Gebäude eine
stimmungsvolle Wirkung. Im Inneren herrschen rohe, „einfache“ Materialien vor wie
beispielsweise eine rohbelassene Betondecke oder ein geschliffener Anhydritestrich.
Wenige farbige Akzente sowie die Lichtführung unterstützen die Raumwirkung und sorgen
für eine unverkennbare Stimmung.
Ökonomie / Ökologie Bei der Konzipierung wurde darauf geachtet, dass das
Gebäudevolumen möglichst kompakt ist. Aus diesem Grund wurde auf die Ausnützung
der baurechtlich zulässigen Hofbebauung verzichtet. Aus energetischen und
ökonomischen Gründen werden Einschnitte ins - respektive Ausstülpungen aus dem
Volumen nur dort vorgeschlagen, wo der Nutzen die zu erwartenden Kosten übersteigt
(Loggien, Dachgeschoss). Die hohe Flexibilität der inneren Raumeinteilung lässt einen
geringen Aufwand für eventuelle Umnutzungen und eine lange Nutzungsdauer erwarten.
Energie- und Haustechnikkonzept (siehe auch Konzeptschema Beilage) Dank des
einfachen, kompakten Gebäudevolumens, der sehr gut gedämmten Gebäudehülle, den
3-fach Isolierverglasungen und der kontrollierten Hygienelüftung mit wirksamer
Wärmerückgewinnung, kann das Wohnhaus in Anlehnung an den MINERGIE-P-Standard
erstellt werden. Soweit sinnvoll werden ökologische Materialien, z.B. Holzelementfassade
eingesetzt. Das Flachdach wird extensiv begrünt. Aufgrund des aussenliegenden
Sonnenschutzes, der massiven Bauweise, der extensiven Dachbegrünung und der
Möglichkeit von einer intensiven Querlüftung besteht in den Wohnungen keine
Überhitzungsgefahr im Sommer. In zwei durchgehenden Erschliessungs- und Steigzonen
befinden sich alle notwendigen Installationen für die Bäder, Küchen und die Lüftung. Eine
weitere Steigzone befindet sich neben dem Lift und ist für die Leitungen der Solaranlage,
Dachabwasser und den Kamin vorgesehen. Dieses Konzept ermöglicht eine klare
übersichtliche Leitungsführung ohne aufwendige Installationen. Die Technikräume im
Untergeschoss sind auf die vertikalen Steigzonen abgestimmt.
CO2-neutrales Heizungskonzept Der Wärme- und Warmwasserbedarf wird durch eine
Pelletsfeuerung in Kombination mit einer thermischen Solaranlage für die
Warmwasservorwärmung gedeckt. Pelletsfeuerungen zeichnen sich aus durch niedrige
Emissionen und hohe Wirkungsgrade. Der Rohstoff für Holzpellets bilden Sägemehl und
Hobelspäne aus Sägerein. Die Pellets werden in einem Silo (Rauminhalt ca. 15 m3) im
Untergeschoss gelagert.
Das Warmwasser wird mit einer thermischen Solaranlage auf dem Dach vor- und bei
Bedarf mit der Pelletsheizung nachgewärmt. Auf dem Dach werden fünf Kollektoren mit
einer Absorberfläche von 12.5 m2 platziert.
Die Wärmeabgabe an die Räume erfolgt aus Komfortgründen mit einer
selbstregulierenden Fussbodenheizung. (Alternative: rasch reagierende Heizkörper mit
Thermostatventilen).
Hygienelüftung für die Wohnungen Die Wohn- und Schlafräume werden mit einer
minimalen Aussenluftrate (Hygienelüftung) be- und entlüftet. Für je 4 Wohnungen ist ein
zentrales Kompakt-Lüftungsgerät mit guter Wärmerückgewinnung vorgesehen, das im
Untergeschoss platzsparend unter die Treppe platziert wird. Die Aussenluft wird im
Innenhof angesaugt. In jeder Wohnung werden je ein Zuluft-Verteilkasten und ein
Abluft-Sammelkasten vorgesehen. Die Kunststoff-Luftverteilrohre werden in die Decke
verlegt. Die konditionierte Zuluft wird über Deckenluftauslässe in die Räume eingeblasen.
Die Abluft wird in den Nassräumen und in der Küche abgesaugt und über die Steigzonen
der Wärmerückgewinnung im Lüftungsgerät zugeführt.
Die Läden im Erdgeschoss werden mit kleinen Kompakt-Lüftungsgeräten mit
Wärmerückgewinnung individuell be- und entlüftet.
20
0
Seite 28
10
20
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Projektwettbewerb
Ersatzneubau Wohnhaus
mit Ladenlokalen
Grüngasse 8/9 Zürich
Bodenaufbau OG
340mm
Anhydritestrich geschliffen 60mm
PE-Folie
Wärmedämmung
20mm
Trittschalldämmung
20mm
Betondecke
240mm
Aussenwandaufbau
360mm
Fermacell
Dampfsperre
Holzrahmen Element
Mineralfaserplatte
Isoroof
Hinterlüftung
Trägerplatte
Keramische Platten
2x15mm
220mm
52mm
35mm
15mm
10mm
Holzmetallfenster 3-fach Isolierverglasung U-Wert 0.7
Elementstoss
Systemschnitt 1:20
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 29
immergrün
Projektwettbewerb
Ersatzneubau Wohnhaus
mit Ladenlokalen
Grüngasse 8/9 Zürich
immergrün
Fassade Grüngasse 1:100
PP
PP
14 Velos
Eingang
15.7
17.4
2.5
2.5
2.4
Laden/Lager
121.9qm
71.3
71.3
Laden/Lager
101.3qm
48.3
Erdgeschoss 1:100
8.2
8.2
Kellerabteile
Kellerabteile
8.0
8.0
KompaktLüftungsgerät
unter Treppe
KompaktLüftungsgerät
unter Treppe
Technik
13.8
8.0
Lager
40.7
8.2
8.0
Pellets-Silo
8.2
Lager
32.1
Untergeschoss 1:100
0
Seite 30
1
2
5
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Projektwettbewerb
Ersatzneubau Wohnhaus
mit Ladenlokalen
Grüngasse 8/9 Zürich
immergrün
1.00
2.44
45
+ 17.50
2.44
36
+ 14.60
2.44
36
+ 11.80
12.80
2.44
36
+ 9.00
2.44
36
+ 6.20
3.04
36
+ 3.40
+ 0.00
40
Grüngasse
Fassade Hof 1:100
2.60
Querschnitt 1:100
- 3.00
14.0
Pellets-Silo
14.0
2 Pers.
3 1/2-Zi
72.7qm
1878.-
2 Pers.
3 1/2-Zi
81.0qm
2082.-
Waschen/Trocknen
17.0
17.5
19.1
11.0
4.4
2.4
1.8
1.8
4.4
13.5
21.6
10.8
10.8
14.0
19.4
19.4
16.2
36.3
6.6
6.6
14.0
14.0
2. Obergeschoss 1:100
Dachgeschoss 1:100
14.0
14.0
Familie
3 1/2 - 4 1/2-Zi.
89.1qm
2287.-
Option Zimmer
14.0
14.0
WG bis 5 Pers.
6 1/2-Zi
135.1qm
694.-/Pers.
1 Pers.
2 1/2-Zi
64.6qm
1670.-
19.1
Familie
4 1/2-Zi
97.2qm
2493.-
11.0
4.4
1.8
1.8
4.4
23.4
15.1
2.4
2.4
19.4
19.4
7.5
14.0
6.6
14.0
6.6
24.3
10.0
24.4
7.3
14.0
19.8
1. und 3. Obergeschoss 1:100
4. Obergeschoss 1:100
0
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 31
1
2
5
«Sencha»
Zanoni Bucher, Architekten ETH/SIA
Hardstrasse 219, 8005 Zürich
Mitarbeit: Eliane Bucher,
Jean-Paul Zanoni, Franziska Hasler,
Isabel Schlegel
Haustechnik:
Meierhans Partner,
8603 Schwerzenbach
Das Projekt betont die Zweiseitigkeit des Grundstückes. Die Fassade zur
Hofseite wird betont schlicht gehalten, während zur Grüngasse mit versetzt
angeordneten markanten Balkonkuben laut Erläuterungsbericht der
Häuserzeile ein neuer Charakter verliehen werden soll. Dabei ist die Fassade
als verputzte Leichtbaukonstruktion ausgebildet, welche strassenseitig von
den in Eternit materialisierten Balkonkuben durchstossen wird.
Die prominent in Erscheinung tretenden Balkonkuben werten jedoch weder
das Gebäude noch den Strassenzug auf, sondern wirken aufgesetzt. Die im
Bild dargestellte identische Materialisierung von Balkonkuben und Fassade
entspricht nicht dem Konstruktionsschnitt. Unverständlich ist – angesichts
ihrer Ausformulierung als umlaufende „Röhren“ – der teilweise fehlende
direkte Bezug der Kuben zum unmittelbar dahinter liegenden Raum. Zudem
können die Kuben im 1. und 2. Dachgeschoss aus baurechtlichen Gründen
nicht realisiert werden.
In der Grundrissdisposition verstehen die Verfasser die einzelnen Geschosse
als zusammenhängende Wohnung, welche von einem an der östlichen Brandwand liegenden Treppenhaus erschlossen werden. Diesem Treppenhaus vorgelagert ist ein Schaltzimmer, welches je nach Bedarf als separates Zimmer
oder Büro, als Teil der Wohnung oder ausgebaut als separate 2-1/2-Zimmer
Wohnung genutzt werden kann.
Die interessante Idee jedes Geschosse als eine einzige Wohnung zu verstehen
ist im vorliegenden Projekt jedoch mit vielen Problemen behaftet und führt zu
einer überdurchschnittlich grossen Erschliessungsfläche ohne wesentliche
räumliche Qualitäten . Diese Fläche ist jeweils etwa gleich gross wie der ausgewiesene Wohnraum, bietet jedoch keine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit.
Die Mitte der Wohnung wird durch ein Bad belegt. Die Wohnungen sind nur
bedingt rollstuhlgerecht.
Fragwürdig wird die Grundrissdisposition bei der aufgezeigten Variante mit 2
Wohnungen pro Geschoss. Hier liegt der Wohn-Ess-Bereich der 4-1/2Zimmer-Wohnung räumlich beengt am Ende des Ganges. Die aufgezeigte 21/2-Zimmer Wohnung weist weder einen genügenden Sanitärbereich, noch
eine gute Koch-Ess-Situation auf. Ein privater Aussenbereich fehlt.
Begrüsst werden die grosse Flexibilität der Gewerbeflächen im Erdgeschoss
und die Adressbildung der Wohnungen an der Grüngasse bei beidseitig möglichem Zugang.
Im Schnitt sind die Raumhöhen differenziert. Die Raumschichten an der
Grüngasse und zum Hof sind alternierend um 2 Trittstufen höher.
Die Überhöhe der Räume findet aber weder in den Fassaden noch in den
Grundrissen einen Niederschlag. Die Überhöhe betrifft unterschiedslos
Wohn- und Individualräume und zeigt sich z.B. in der Hoffassade einzig durch
eine irritierende Vergrösserung des Brüstungsbereiches zwischen dem 2.
und 3. Obergeschoss.
Die Trag- und Installationsstruktur ist relativ einfach. Diese Einfachheit wird
jedoch empfindlich beeinträchtigt, wenn man sich den unterschiedlichsten
Positionen der Küchen und der bei Einlegerwohnungen notwendigen
Nassräumen bewusst wird.
Seite 32
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Die Balkonkuben, als in den Massivbau eingeschobene Leichtbauten, sind
problematisch konstruiert. In allen Anschlussbereichen ist mit Rissbildung,
Dichtigkeitsproblemen und unterschiedlichem Setzungsverhalten zu rechnen.
In Bezug auf die Baukosten bewegt sich das Projekt auf Grund der Kenndaten
im Mittelfeld der eingereichten Projekte.
Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes ist eher niedrig.
Obschon mit dem Projekt nur eine vergleichsweise durchschnittliche
Hauptnutzfläche realisiert wird, kann von einem eher effizienten Umgang mit
den Ressourcen gesprochen werden.
Das Projekt erreicht den Minergie-Standard nicht. Die Gründe dafür sind die
aufgelöste Gebäudeform, der knapp bemessene Dämmstandard, die hohen
Verluste über Wärmebrücken und nur wenig solare Gewinne. Die vertikalen
Schächte für die Bedarfslüftung und auch die horizontale Verteilung in der
abgehängten Decke im Korridorbereich sind gut gelöst.
Das Aussenwandsystem – eine Mischbauweise mit verputzter Trägerplatte
ohne Hinterlüftung – dürfte eine niedrige Beständigkeit haben; es ist mit
hohen Unterhaltskosten ist zu rechnen. Ein besonderes Augenmerk müsste
auf das Rissrisiko gelegt werden.
Der Beitrag dieses Projektes liegt vor allem im Aufzeigen vieler interessanter
Denkanstösse und architektonisch-räumlicher Ideen. Die dadurch geweckten
Ansprüche vermag das Projekt jedoch nicht einzulösen.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 33
Situation
Der Neubau der Liegenschaft Grüngasse 8/10 bildet eine präzise Zeile im Zusammenhang der Blockrandbebauung. Auf der Strassenseite beleben fünf
kubische, versetzte Balkone das Strassenbild.
In der bestehenden Situation wird die Häuserzeile sehr stark durch das Eckhaus Cramerstrasse/ Grüngasse dominiert. Die Fassade des Neubaus weicht
Cram
sse
se
erstr
a
s
ga
ün
Gr
diese Dominanz auf und verleiht der Häuserzeile einen neuen Charakter.
Die Hofseite ist schlicht und dient in erster Linie funktionalen Bedürfnissen. Auf die Ausnützung der Randbebauung wurde wegen Einhaltung einer schlichten
Kubatur verzichtet.
Im Hof werden zwei Parkplätze, drei Containerplätze und ca. zwanzig Veloabstellplätze angeboten. Der ganze Platz ist chaussiert und ermöglicht den Mietern
ein paar Stühle in den Hof zu stellen. Auf einen grösseren Sitzplatz für die Bewohner wird verzichtet. Die begehbare Dachzinne bietet einen attraktiveren Platz
als grossflächig gemeinsam nutzbaren Aussenraum an.
N
Baustruktur
Massivbau mit Wandscheiben, Stützen und Decken
aus Stahlbeton, Fassade nicht tragend.
Leitungsführung und Schachtkonzept
Grundsätzlich werden die Leitungen in der zentral
gelegenen Mittelzone (Korridorzone) geführt. Die
Decke wird in dieser Zone abgehängt und
ermöglicht damit eine gute Zugänglichkeit bzw.
Wartung.
Erreichung des Minergie P-Standards
Wärmedämmung Fassade d = 25cm
Wärmedämmung Dach d = 30cm
Fenster dreifach verglast
Erneuerbare Energien: Sonnenkollektoren,
(Erdsonden nicht erlaubt)
Kontrollierte Lüftung mit Kaskadenkonzept
Strategie zur Einhaltung der Kostenvorgabe
- Kompaktes Gebäudevolumen
- Einfaches statisches System
- Ausbau wird minimal gehalten
- Multiplizierbare Bauelemente (identische Bauteile,
geeignet für Vorfabrikation)
Potential Näherbaurecht
Ein mögliches Näherbaurecht hat in unserem Fall
kein grosses Potential. Ein Zimmer könnte
grundsätzlich vergrössert werden. Dies ist von der
Grundrissdisposition her nicht nötig.
Haustechnik
Konzept Heizung/Lüftung
Die Wärmeerzeugung erfolgt durch einen Gaskessel im Untergeschoss.
Zur Wärmeabgabe wird eine Fussbodenheizung im Unterlagsboden eingesetzt, die mit raumtemperaturnahen Systemtemperaturen betrieben wird. Aufgrund
dieser Eigenschaft entsteht ein Selbstregeleffekt, der den Wärmebedarf minimiert bzw. eine Überhitzung vermeidet.
Auf eine Luftheizung wird verzichtet um den Komfort zu erhöhen und die Luftmengen zu reduzieren.
Luftverteilkasten
Zur Lufterneuerung wird ein Lüftungsgerät im Untergeschoss vorgesehen. Dieses versorgt sämtliche Räume mit dem hygienisch notwendigen Aussenluftbedarf.
Die Zuluft wird in den Zimmern über im Beton eingelegte Rohre und Quellluftauslässen im Boden eingeblasen.
In den Nasszellen wird die Abluft an der Decke abgesaugt.
Die Zuluft der Zimmer wird im Kaskadenprinzip über Überströmöffnungen in den Gangbereich zu den Nasszellen geführt.
Aufbereitung Brauchwarmwasser
Für das Brauchwarmwasser sind in die Schrägdachfläche integrierte, nach Südwesten ausgerichtete Sonnenkollektoren konzipiert.
Quellluftauslass
Gesamtfläche Sonenkollektoren: ca. 30 m2 (1-1.5m2 pro Person)
Überströmung
.
v = 200 m3/h
Wohnungstypen und nutzungsspezifische Flexibilität
Das Schaltzimmer direkt am Treppenhaus kann ganz
verschieden genutzt werden. Es ist geeignet als Arbeitsraum
für einen Bewohner, als Aufenthalts- oder Essraum für die
Wohngemeinschaften oder als Atelier-/ Büroraum. Die
Verglasung zum Treppenhaus macht diesen Raum zu einem
halbprivaten Raum und erlaubt den direkten Kontakt zur
Bewohnerschaft des Hauses.
Das Zweieinhalbzimmerstudio im 2. Obergeschoss kann auch
Halböffentliche Zone
als grössere Schalteinheit genutzt werden.
Schaltbarkeit der Raumeinheit
Sie eignet sich entweder als eigenständige Wohnung oder als
Studiogrösse als 1 1/2 oder 2 1/2- Zimmer einteilbar
seperaten Arbeitsraum oder Atelierzone in der Wohnung.
Sencha
Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007
Seite 34
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
18 m2
16 m2
14.5 m2
14.5 m2
15 m2
25 m2
14.5 m2
13 m2
39 m2
Sonnenkollektoren
9 m2
9 m2
19 m2
9 m2
3 1/2 Zimmer, NF 98 m2
- WG mit 2 Personen
- 1 Paar, 1 Kind
Dachgeschoss
14.5 m2
14.5 m2
14.5 m2
6 1/2 Zimmer, NF 140 m2
- WG mit 5 Personen
- 2 Paare mit Gästezimmer
- Grossfamilie
3. Obergeschoss
15.5 m2
13 m2
20 m2
14.5 m2
1 Schaltzimmer, NF 19 m2
- Essen / Gemeinschaft
- Atelier / Büro
- Wohnen
13 m2
31.5 m2
15 m2
13 m2
19 m2
9 m2
19 m2
4.5 m2
6 1/2 Zimmer, NF 140 m2
- Grossfamilie
- WG mit 5 Personen
- 2 Paare mit Gästezimmer
9 m2
1 Schaltzimmer, NF 19 m2
- Atelier / Büro
- Wohnen
- Single
4 1/2 Zimmer, NF 105 m2
- WG mit 3 Personen
- Familie mit 4 Personen
2. Obergeschoss
2 1/2 Zimmer, NF 56 m2
- 1 Paar / Single
- Praxis / Büro
N
4. Obergeschoss
19 m2
16 m2
14.5 m2
14.5 m2
15 m2
25 m2
14.5 m2
13 m2
9 m2
19 m2
9 m2
6 1/2 Zimmer, NF 140 m2
- 2 Paare mit Gästezimmer
- WG mit 5 Personen
- Grossfamilie
1. Obergeschoss
1 Schaltzimmer, NF 19 m2
- Atelier / Büro
- Wohnen
- Essen
Gewerberaum / Laden / Atelier
76 m2
Längsschnitt
Technik
11 m2
Trocknungsraum
7.5 m2
Schnitt B
Erdgeschoss
Büro
13 m2
Schnitt A
Gewerberaum / Laden
150 m2
Sencha
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Keller
9. m2
Keller
8 m2
Keller
9 m2
Keller
9 m2
Keller
9 m2
Trocknungsraum
7.5 m2
Untergeschoss
Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007
Seite 35
Sonnenkollektoren
Dacheindeckung
- Eternitschiefer Antrazith
Bad
Inst. Zone
Balkon
- Vorfabrizierte Holzbauelemente
- Aussenverkleidung: Eternitplatten
- Bedachung: Abdichtungsfolie
- Brüstung: VSG / ESG
- Untersicht Innen: Holz lasiert
- Boden: Lärchenrost
1. Dachgeschoss
Bad
Inst. Zone
Decke Spezialfall
bei Balkon
- Verkleidete Decke GK
Bad
3. Obergeschoss
Inst. Zone
Fenster
- Holzmetallfenster
- Metallfensterbank
- Rafflamellenstoren
Wand
- Weissputz
2. Obergeschoss
Bad
Inst. Zone
Decke
- Rohbeton lasiert
Bad
1. Obergeschoss
Boden
- Unterlagsboden eingefärbt, geschliffen
- Bodenheizung
- Trittschalldämmung
Inst. Zone
Mittelzone
- Abgehängte Decke GK
für Installationen
Fassade
- Vorfabrizierte Holzbauelemente:
- Fassadenputz Edelputz
- Diffusionsoffene Putzträgerplatte
- Holzfaserdämmplatte
- Mineralwolle
- Holzwerkstoffplatte
- Lattung
- Gipsfaserplatte
- Weissputz
Sencha
Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007
Seite 36
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Zinne
Zinne
+ 17.68
+ 15.76
+ 12.16
DG
+ 14.86
DG
4. OG
+ 12.16
4. OG
3. OG
+ 9.46
3. OG
2. OG
+ 6.38
2. OG
1. OG
+ 3.68
1. OG
EG
± 0.00
EG
1. UG
- 2.70
1. UG
+ 9.10
+ 6.38
+ 3.32
± 0.00
Schnitt A
Längsschnitt
Zinne
+ 17.68
+ 15.76
DG
+ 13.33
4. OG
3. OG
2. OG
1. OG
EG
± 0.00
± 0.00
1. UG
Schnitt B
Hoffassade
Strassenfassade
Sencha
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit Ladenlokalen, Grüngasse 8/10, 8004 Zürich, März 2007
Seite 37
«UB40»
Architektick
Tina Arndt & Daniel Fleischmann
Albisriederstrasse 184a, 8047 Zürich
Mitarbeit: Tina Arndt,
Daniel Fleischmann,
Arianne Allemann
Das Projekt fügt sich volumetrisch auf unspektakuläre Weise in die Baulücke
an der Grüngasse ein. Auf den bestehenden Höhenversatz zwischen den
Gebäuden Grüngasse 6 und 12 wird kontrapunktisch reagiert; das zweite
Dachgeschoss erfährt auf der Seite des niedrigeren Gebäudes Grüngasse 12
eine akzentuierte, kopfartige Ausbildung, währenddem es auf der Seite des
höheren Gebäudes an der Grüngasse 6 zurückweicht.
Die aussengedämmte Fassade ist dunkel verputzt. Die Fensteröffnungen
sowie die Balkone werden von vorfabrizierten Betonelementen eingefasst.
Die Balkoneinfassungen sind seitlich mit unterschiedlich grossen Löchern
perforiert. Sie wirken schrill und der heterogenen Fassadenabwicklung des
Blockes wenig angemessen.
Auf ein Näherbaurecht wird verzichtet, die Volumetrie des möglichen
Hofhauses wird teilweise für die aussen liegende Erschliessung verwendet.
Das Gebäude kann von der Grüngasse oder vom Hof betreten werden. Von der
Grüngasse erreicht man die Gewerbeflächen über einen gemeinsamen, ins
Volumen eingezogenen Eingangsbereich. Das Treppenhaus liegt im Hof, verbunden über einen die ganze Bautiefe durchstossenden Korridor, an welchem auch der direkt in die Wohnungen führende Lift liegt. Zugänge und
Erschliessung im Erdgeschoss sind zu knapp bemessen und wirken beengt.
Für eine Briefkastenanlage fehlt im Trockenen schlicht der Platz.
Im Bereich des Hochparterres, des Erd- und Untergeschosses wird der
Schnitt geschickt gelegt, damit möglichst viel natürlich belichtete und damit
hochwertige Gewerbefläche entsteht.
Der östliche Teil ist in zwei bis drei Einheiten unterteilbar und gut geschnitten. Der westliche Teil des Erdgeschosses hat eine ungünstige Proportion, ist
schlecht belichtet und darum nur schwer vermietbar.
Die angebotene Grundstruktur in den Obergeschossen lässt einen vielfältigen
Wohnungsspiegel zu. Pro Geschoss sind eine Wohnung mit 7 ½ Zimmern oder
jeweils zwei mit 2, 3 oder 4 ½ Zimmern möglich.
Das gewählte Konzept der gekammerten Wohnungsgrundrisse lässt vielfältige Interpretationen zu, was eine einfache Anpassbarkeit an unterschiedliche
Lebenssituationen ermöglicht. Weil sie annähernd ohne eigentliche
Erschliessungsflächen auskommen, sind sie sehr effizient. Die Qualität der
vielen möglichen Grundrissvarianten ist sehr unterschiedlich. Neben einigen
räumlich spannenden Vorschlägen werden bei allen Variationen mit 3 ½
Zimmer-Wohnungen die Grenzen des Konzeptes spürbar: die Wohnräume
sind zu eng geschnitten und deren Qualität leidet erheblich an der zu gewährleistenden Erschliessungsfunktion.
Die privaten Aussenräume sind zu knapp bemessen und wenig attraktiv.
Schön und eine willkommene Aufwertung ist die Idee, die gemeinschaftlich
genutzte Dachterrasse mit dem Lift direkt aus der Küche zu erschliessen.
Das Baugesetz erlaubt aber leider keinen Liftaufbau, welcher die Mantellinie
im zweiten Dachgeschoss durchstösst. Fehlt der Lift, verliert die Terrasse
deutlich an Nutzwert.
Technikraum und Waschen/Trocknen sind zu knapp bemessen. Kinderwagen
und Velos können weder im Erd- noch Untergeschoss untergebracht werden.
Seite 38
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Das Projekt verspricht aufgrund der guten Kennwerte bei Hauptnutzfläche
und Kompaktheit eine gute Wirtschaftlichkeit. Diese Werte müssen allerdings
hinsichtlich der Mängel bei Nebenräumen, Erschliessung, Dämmperimeter
und Schachtkonzept relativiert werden.
Der Ressourcenaufwand für die Erstellung des Gebäudes ist hoch, insbesondere aufgrund der Massivbauweise. Da das Projekt damit aber eine grosse
Hauptnutzfläche realisiert und zudem eher kompakt ist, darf von einem effizienten Umgang mit den Ressourcen gesprochen werden.
Das Projekt erreicht wegen den fehlenden Schächten für eine Bedarfslüftung
weder den Minergie- noch den Minergie-P-Standard. Die an sich eher hohe
Kompaktheit wird durch das thermisch offene Treppenhaus unnötigerweise
verschlechtert. Die solaren Gewinne sind aufgrund der Eigenbeschattung
eher gering.
Das Aussenwandsystem – eine Massivbauweise mit verputzter Aussenwärmedämmung – dürfte eine mittlere Beständigkeit haben; mit entsprechenden Unterhaltskosten ist zu rechnen.
Der Beitrag dieses Projektes liegt vor allem in der Qualität der schönen
Raumabfolge der Erschliessung: Von der Grüngasse betritt man das Haus
über einen räumlich komprimierten Korridor um im Hof über halböffentliche
und aussenliegende Balkone die einzelnen Wohnungen und als Abschluss,
über eine Freitreppe im 1. Dachgeschoss, die gemeinschaftlich genutzte
Dachterrasse mit Blick zum Üetliberg zu erreichen. Die Auseinandersetzung
mit der vielseitig interpretierbaren Grundstruktur für die Wohnungen wird
geschätzt, vermag aber in der konkreten Umsetzung nicht zu überzeugen.
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 39
STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH
Ein Stadthaus, das einen kleinen Teil in diesem heterogenen Gefüge darstellt, kann einen ersten, subtilen Beitrag – im Sinne der Stadtreparatur –
leisten. Das zweispännige Gebäude steht auf der strassenseitigen Baulinie, schöpft die zulässige Tiefe aus, beansprucht jedoch die Möglichkeit eines
angebauten Hofgebäudes nicht. Der hofseitige Fassadenverlauf gewinnt an Klarheit, der Hofraum erhält ein Stück Freiraum zurück.
Im Erdgeschoss sind Gewerberäume für eine quartierbezogene Nutzung angeordnet. Der Grössere lässt sich auf vielseitige Weise unterteilen. Der
hofseitige Bereich liegt erhöht (Mezzanin), was einerseits den Einbezug des Soussol (Belichtung) erlaubt, anderseits unterschiedliche Raumproportionen für eine vielfältige Benutzung evoziert.
Der Hauszugang erfolgt primär strassenseitig, sekundär vom Hof. Ein 3.60 m hoher, mit mattfarbenen Mosaikplatten ausgekleideter Gang verbindet die
2 Seiten und führt vom Licht zum Licht. Das „durch das Haus laufen“ hat in ihrem Ansatz etwas mediterranes: Ein Wechsel von der Strassenhektik zum
„zu Hause ankommen“.
Lebens- und Haushaltformen zersplittern und verändern sich, was allgemeingültige Lebensvisionen wirklichkeitsfremd
macht. Die Grundrissplanung muss demzufolge einen Ansatz beinhalten, der eine Variation in sich selbst zulässt und den Faktor Zeit integrieren kann.
Es gilt Baustrukturen anzubieten, in denen Individualität und Flexibilität in der Zeit enthalten sind - die innere, individuelle Variation.
Die hervorragende Lage innerhalb des Stadtgefüges und die Gegebenheit des knapp vorhandenen Umschwungs ergeben das Zielpuplikum: Die
über Vierzigjährigen. Man lebt getrennt und/oder mit einemR neuen PartnerIn. Die Kinder sind flügge geworden und/oder wohnen nur noch teilweise daheim. Was Frau, Mann sich wünscht ist Platz und Raum für unterschiedliche, sich wechselnde Bedürfnisse. Auf eine weitergehende, spezifische
Ausformulierung eines Lifestyles wird verzichtet – Die MieterInnen wissen, wie sie die Räume gebrauchen wollen.
1
Die Wohnungen in den Obergeschossen werden einerseits mit einer offenen Treppenanlage, anderseits direkt mit dem Lift erschlossen. Frau,
Mann hat die Wahl: Etwas müde nimmt man den Lift - ist das Fitnessprogramm noch ausstehend, steigt man die Treppe hoch – auf halbem Weg genehmigt man sich einen Apéro beim Nachbarn.
Die Wohnungsgrundrisse basieren im Grundsatz auf der Typologie eines Kammergrundrisses. Liftkern, Zimmer und Nassraum bilden abgeschlossene
Raumeinheiten. Die zueinander versetzte, wechselseitige Stellung erzeugt einen durchgehenden Raumfluss, aus dem der Hof- wie auch der Strassenraum erlebbar wird sowie von unterschiedlichen Lichtstimmungen geprägt ist. Mittels Schiebetüren, Zwischen-Wandsetzungen lassen sich unterschiedliche Raumkonfigurationen (offen, geschlossen), Wohnungstypen und –grössen bilden. Das Wohnungsangebot deckt das Spektrum von der Klein- bis zur
Grosswohnung ab. Wohnungen mit gleicher Zimmerzahl gibt’s in verschiedenen Grössen (small, medium, big). – Ein Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse und Budgets. Insgesamt können 9 Wohnungen realisiert werden.
Die Wohnungen, geprägt von einem vielfältigen Flächen-/Raumangebot und der Unmittelbarkeit des Zutritts, sind wohlproportioniert, nutzungsneutral,
hell und grosszügig. Die Proportion und die Grosszügigkeit erlauben die Räume in unterschiedlichster Art und Weise zu nutzen. Durch die Anzahl und
Position der Öffnungen sowie deren Grad der Offenheit entstehen vielfältige Raumbezüge. Die Konzeption bietet den BewohnerInnen eine Vielzahl an
Möglichkeiten, die auch späteren Eventualitäten Platz bieten und ausgelebt werden können.
Bade
nerst
rass
e
Die Grundrissstruktur gewährleistet sowohl eine Planungs- wie auch eine spätere Benutzungsflexibilität und besitzt ein hohes, flexibles Nutzungspotential. Damit steht eine Vielfalt an Wohnungsgrössen und Grundrissvariationen zur Verfügung. Die individuellen Spielräume sollen ausgereizt
werden. Die Dachterrasse steht allen MieterInnen zur Verfügung und bildet den Meetingpoint der Hausgemeinschaft mit Sicht auf den Uetliberg.
Wys
sgas
se
Der kompakte und klar strukturierte Bau wird in der Primärstruktur massiv erstellt und bildet die Speichermasse. Die Innenwände werden in Leichtbauweise erstellt. Das Gebäude wird durchgehend aussen isoliert und dunkelfarben verputzt, kontrastbildend die hellen Fenstereinfassungen aus vorfabriziertem Beton. Die auskragenden Balkone werden ebenfalls in Beton gefasst - sie schützen vor Einsicht. Die Seitenwände sind mit figurativen Elementen
durchsetzt. Das Dachgeschoss wird mit hinterlüfteten Aluminiumpanelen verkleidet. Modulare Konstruktionseinheiten und ein feingliedriges Tragwerksystem erlauben eine ökonomische und ökologische Bauweise. Eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung führt zu einem kontrollierten, behaglichen Raumklima und verringert den Energieverbrauch. Der Minergiestandard wird erreicht.
Die kompakte Bauweise führt - bei gleichbleibender Rendite - zu einem tieferen
zur Einhaltung der Kostenvorgaben.
Benchmark von Fr/HNF 3'132 (siehe Berechnungen) - Der 1. Schritt
Das Stadthaus besitzt eine zurückhaltende Präsenz. Kompaktheit, Raumangebot, Flexibilität und Variation folgen dem
Leitsatz: Reduce to the max.
Crame
r - Stra
sse
Das Näherbaurecht zu Parz AU471 bzw AU6749 bietet für die vorliegende Konzeption kein grosses Potential. Es wird darauf verzichtet.
Erschliesungs-Balkon
e
ass
ng
Grü
Steigzone
UB40
Das Grundstück ist Teil einer Blockrandbebauung, das ein Konglomerat des schrittweisen Hinzufügens, Aus- und Umbauens darstellt. Ersatzbauten aus
den siebziger Jahren verunklären die Situation. Typologiefremde Bauten stehen neben älteren, kleinmasstäblichen. Der Hofraum ist durchsetzt mit verschiedenen Gebäuden. Er ist kaum fassbar. Übersicht und Freiraumqualität leiden darunter.
Steigzone
SITUATION
N 1 : 500
0
5
10
Schaltzimmer
15 m
Balkon
Balkon
5 Zi
2.5
4.5
5 Zii / 5.5
5 Zi
3.5
5 Zii / 4.5
5 Zi
3.5
5 Zi
7.5
5 Zi
PRIMÄRSTRUKTUR
R 1 : 100
Seite 40
0
1
2
3m
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH
UB40
2 PP
A
A
+ 1.18
13 Velo-PP
WaKü/Trocknen 11.0
2
Option Unterteilung
+ 1.18 Mezzanin
Option Treppe
Keller 59.5
Sousterrain Gewerbe 83.5
Gewerbe 35.0
Gewerbe 131.0 + UG 83.5 = 214.5
A
UNTERGESCHOSS
0
1
2
Option Treppe
+/- 0.00
Option Unterteilung
Technik 5.5
Option Unterteilung
+/- 0.00
- 2.80
A
3m
B
ERDGESCHOSS
0
1
2
3m
Grüngasse
A
B
A
B
A
B
C
B
C
D
WOHNUNGS-SPEKTRUM
SÜDFASSADE
E 1 : 100
0
1
2
3m
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
Seite 41
C
STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH
UB40
A
A
Erschliessungs-Balkon 9.0
Erschliessungs-Balkon 9.0
Kü/Essen/Diele 20.0
Zi 20.0
Diele/Kü/Essen 35.0
Diele/Kü/Essen 35.0
3
WC 2.0
Bad 4.0
WC 2.0
Zi 14.0
Bad 5.5
Zi 16.0
Zi 16.0
Wo 26.0
Zi 14.5
Arbeiten/Wo 21.5
Zi 14.0
Balkon 6.0
Wo 26.0
Zi 14.5
Wo 21.5
Zi 14.5
Zi 14.5
Balkon 6.0
Balkon 6.0
7.5-Zi-Whg.. 173.0m2
Balkon 6.0
2.5-Zi-Whg.. 68.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 4'044 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 4'293 Fr/Mte inkl. NK
0
2.-- 4.. VOLLGESCHOSS
Bad 4.0
Bad 5.5
1
2
4.5-Zi-Whg.. 106.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'590 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 1'687 Fr/Mte inkl. NK
A
3m
7.5
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 2'478 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'629 Fr/Mte inkl. NK
A
2.5
2.-- 4.. VOLLGESCHOSS
S - VARIATION
4.5
A
A
Erschliessungs-Balkon 9.0
Erschliessungs-Balkon 9.0
+ 15.18
+ 12.38
Terrasse 12.5
Diele/Kü/Essen 29.0
Kü/Essen/Diele 20.0
Diele/Kü 33.5
Bad 4.0
Bad 4.0
Bad 5.5
Wo/Zi 19.5
Terrasse 44.0
Wo 20.0
Zi 17.0
Wo 17.0
Zi 26.0
Zi 23.5
Zi 16.0
Terrasse 13.5
Terrasse 13.5
3.5-Zi-Whg.. 79.0m2
2.5-Zi-Whg.. 74.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'847 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 1'960 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'730 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 1'836 Fr/Mte inkl. NK
A
5.. VOLLGESCHOSS
S 1 : 100
0
1
2
3m
NORDFASSADE
E 1 : 100
0
1
2
3m
3.5
2.5
Seite 42
2.5
3.5
3.5-Zi-Whg.. 84.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'964 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'084 Fr/Mte inkl. NK
DACHGESCHOSS
S 1 : 100
0
1
A
2
3m
3.5
2.5
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
STUDIENAUFTRAG GRÜNGASSE 8/10, ZÜRICH
UB40
A
A
Erschliessungs-Balkon 9.0
Erschliessungs-Balkon 9.0
Kü/Essen/Diele 20.0
Kü/Essen/Diele 20.0
Diele/Kü 22.0
Zi 13.5
Diele/Kü/Essen 35.0
4
WC 2.0
Bad 4.0
WC 2.0
Zi 14.0
Bad 4.0
Zi 14.0
Bad 5.5
Bad 5.5
Zi 16.0
Wo 26.0
Zi 14.5
Wo 21.5
Balkon 6.0
Zi 16.0
Zi 14.5
Wo 26.0
Balkon 6.0
Balkon 6.0
3.5-Zi-Whg.. 83.0m2
3.5-Zi-Whg.. 91.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'940 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'059 Fr/Mte inkl. NK
Essen/Wo 21.5
Zi 14.5
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 2'127 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'257 Fr/Mte inkl. NK
A
3.5
2.-- 4.. VOLLGESCHOSS
S - VARIATION
3.5
Zi 14.5
Balkon 6.0
3.5-Zi-Whg.. 83.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 1'940 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'059 Fr/Mte inkl. NK
2.-- 4.. VOLLGESCHOSS
S - VARIATION
4.5-Zi-Whg.. 91.0m2
Miete - Basis Fr/HNF 3'132: 2'127 Fr/Mte inkl. NK
Miete - Basis Fr/HNF 3'400: 2'257 Fr/Mte inkl. NK
A
3.5
4.5
2.5
5.5
A
+ 18.06
Gemeinschafts-Dachterrasse 74.0
TERRASSENAUFBAU
Plattenbelag
Splitt
Vlies
Gummischrotmatte
Dachabdichtung
Wärmedämmung
Dampfsperre
Stahlbetondecke
A
0
DACHTERRASSE
E 1 : 100
1
2
3 cm
3 cm
1 cm
18 cm
22-25 cm
+ 12.54
4 Dachgeschoss
3m
STOREN
Verbund-Raffstoren, alufarbig
Rolladenkasten mit Metallwinkel an Betondecke
befestigt
Wärmedämmung, Styrofoam IB
FENSTER
Holz-Metallfenster
Verglasung Südseite: 2-fach
Verglasung Nordseite: 3-fach
+ 18.06
+ 17.88
45°
+ 15.18
+ 13.33
DG
BODENAUFBAU 2.- 4. VG
Bodenbelag
Unterlagsboden
Trennfolie
Trittschalldämmung
Stahlbetondecke
+ 16.10
+ 15.18
1 cm
7 cm
2 cm
22 cm
+ 3.98
8 2.. Vollgeschoss
+ 13.30
45°
+ 12.38
5. VG
+ 12.38
DECKE ÜBER EG
Installations-, Akkustikdecke
+ 10.50
+ 9.58
4. VG
WANDAUFBAU
Putz
Mauerwerk
Wärmedämmung
Putz
+ 9.58
1 cm
15 cm
22 cm
2 cm
+ 7.70
+ 6.78
3. VG
+ 6.78
FENSTER
Metallfenster
Verglasung Südseite: 2-fach
Verglasung Nordseite: 3-fach
+ 4.90
+ 3.98
2. VG
+ 3.98
BODENAUFBAU EG
Bodenbelag
Unterlagsboden
Trennfolie
Trittschalldämmung
Stahlbetondecke
Wärmedämmung
+ 1.18
+/- 0.00
1. VG
+/- 0.00
nat
- 2.80
SCHNITT
T A - A 1 : 100
ürlic
he
g
tun
ich
Bel
UG
0
1
2
+/-- 0.00
0 Erdgeschoss
+/- 0.00
- 2.80
3m
Wettbewerb «Ersatzneubau Grüngasse 8 und 10»
1 cm
7 cm
2 cm
22 cm
15 cm
SCHNITT
T 1 : 20
Seite 43
0
0.2
0.4
0.6 m
Wettbewerb auf Einladung
Ersatzneubau Grüngasse
Bericht des Beurteilungsgremiums
Herunterladen