HochbauT Wolfsburg Dokumentation 2015/16 Herausgeber: Stadt Wolfsburg – Baudezernat BEEINDRUCKEND JUNG HochbauT Wolfsburg Dokumentation 2015/16 Herausgeber: Stadt Wolfsburg – Baudezernat Hauptversammlungsort in der „gemeinsamen Mitte“ im Neubau der Sek I der Neuen Schule Wolfsburg Kitas und Jugend Schulen Sportstätten Kultur- und Veranstaltungsstätten Bauten für das Sozialwesen Vorwort Wolfsburg wächst – dies hat sich 2015/16 deutlich gezeigt und das wird auch unter den veränderten Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten und Jahren unverändert gelten. Die Wohnbauoffensive geht voran und im letzten Jahr haben die Bauarbeiten zur Erschließung weiterer 2.000 Wohneinheiten begonnen. 130.000 Einwohner sind das erklärte Ziel bis zum Jahr 2020. Das hat auch Konsequenzen für die städtische Infrastruktur – Schulen, Jugendeinrichtungen und Kindertagesstätten, Sport- und Kulturstätten, Feuerwehrhäuser und vieles mehr –, deren Räume optimiert, ertüchtigt, erweitert oder sogar neu gebaut werden müssen. Eine forcierte Entwicklung im Wohnungsbau bedingt auch vielfältige Aufgaben für den Geschäftsbereich Hochbau mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ebenso zeitnah wie funktionsgerecht umzusetzen sind. Die vorliegende Dokumentation HochbauT 2015/16 reflektiert die zuletzt fertiggestellten Pro jekte und zeigt ihre hohen architektonischen Quali tä ten. Die Generalsanierung des Wolfsburger ScharounTheaters ist hier sicher als Leuchtturmprojekt zu nennen, das überregional große Beachtung gefunden hat, aber auch im Zeit- und Kostenplan geblieben ist. Daneben finden sich fünf Kita-Bauten unter den Projekten vom modularen Systembau über die räumliche Erweiterung bis zum Neubau des bisher größten Kinder- und Familienzentrum für Wolfsburg, sowie sechs Schul bauten, welche bezogen auf den Baube reich deutlich unsere städtischen Schwerpunkte Bil dung und Familie widerspiegeln. Und das meine ich nicht nur quantitativ. Denn gerade hier sind aus verschiedenen Wettbewerbs- und Gutachterverfahren herausragende Architekturen hervorgegangen, die den jungen Nutzern ein in spirierendes Lernund Lebensumfeld bieten werden. Dazu zählen insbesondere der Neubau für Sekundarstufe 1 der Neuen Schule Wolfsburg an der HeinrichHeine-Straße und die Erweiterung für das Schul- zentrum Fallersleben, deren 1. Bauabschnitt in den Betrieb gegangen ist und deren 2. Bauabschnitt aktuell umgesetzt wird. Aber auch kleinere Erweiterungsmaßnahmen wie an der BBS AnneMarie-Tausch in Detmerode haben sehr überzeugende Ergebnisse erbracht. Im Bau befinden sich unter anderem die Carl-Hahn-Schule und der MINT -Trakt des Ratsgym nasiums. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die diese Ergebnisse möglich gemacht haben – den Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Geschäfts bereichen, die als „Bauherren“ Aufgaben und An sprüche formulierten, den politisch Verantwortlichen, die nicht selten schon im Wettbewerb die Lösungen auf den Weg gebracht haben, und den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Geschäftsbereich Hochbau unter Leitung von Dr. Christian Brinsa. Die Qualität der letzten Jahre sollte auch für die kommenden Zeiten unser Maßstab sein. Wir werden nicht nachlassen im Bestreben um gute städtebauliche und architektonische Konzepte und dafür auch weiterhin immer wieder den Entwurfsvergleich suchen. Denn Qualität fängt in der Planung an. Kai-Uwe Hirschheide, Stadtbaurat der Stadt Wolfsburg Gebaute Erfolge Im Zuständigkeitsbereich der Öffentlichen Hand gibt es in Deutschland insgesamt erhebliche zusätzliche Finanzmittel und nach Aussagen der Politik soll schon bald „Gebautes erfolgen“. Straßen, Wohnungsbau, Brücken, Schulen, Kindergärten. Der Bürger gewinnt den Eindruck: Alles wird neu oder zumindest (endlich) saniert. Bald schon. Am Geld wird es in nächster Zeit nicht mehr scheitern. Allerdings, so wird dann doch wieder Wasser in den Wein gegossen, könnten Kapazitätsengpässe eine projektbegrenzende Rolle spielen. Insbesondere bei der personellen Ausstattung der Behörden. Der Hochbau der Stadt Wolfsburg hat das Thema „Geld-Projekte-Personal“ aufgrund ertragreicher Gewerbesteuereinnahmen der letzten Jahre bereits durchleben können. 2013 prognostizierten wir im Vorwort des HochbauT 2011/2012, dass „der zu leistende Bauumsatz sich mindestens verdoppeln müsste, um die ehrgeizigen Ziele der Stadt zu erreichen.“ Aus MÜSSTE wurde inzwischen HAT, wie die nachfolgende Grafik eindrucksvoll belegt. Nicht ohne Stolz präsentieren wir Ihnen daher nachfolgend unsere Projekte, zumeist tatsächlich „Gebaute Erfolge“. Meine Mitarbeiter haben sich dem Mammutprogramm mit großem Engagement gestellt. Und das nicht nur kurzfristig, sondern anhaltend. Dafür gebührt zuallererst ihnen mein aufrichtiger Dank und meine Anerkennung! Dabei war es ein stets verwaltungsinternes Ringen um Kapazitäten und Wege, wie noch mehr Projekte angeschoben und umgesetzt werden könnten. Als zusätzlich in 2015 die Aufgabe der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften federführend durch den Hochbau zu erbringen war, standen wir kurz vor dem Projekt-Kollaps. Eine Strategie aus temporären und dauerhaften Bauten sicherte eine umfassende politische Unterstützung für die erforderlichen Investitionen – und eine beispiellose geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit. Der unermüdliche Einsatz der Mitarbeiter sicherte den Projekterfolg. Rückblickend sicher ein in vielerlei Hinsicht (verwaltungs-) bewegendes Projekt. Ein Zurück zum eigentlich festgelegten Investitionsprogramm gab es dennoch nicht. Zum einen erforderte der rasant ansteigende Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen neue Denkund Projektmodelle. Viele zusätzliche Betreuungsplätze, in kurzer Zeit, bei durchaus anspruchs vollen Anforderungen an die Räumlichkeiten – eine weitere, große Herausforderung, die wir derzeit meistern. Zum anderen wurden infolge sinkender Gewerbesteuereinnahmen einige Projekte angehalten oder zurückgestellt. Allerdings verursacht auch das Anhalten von Projekten zunächst zusätzliche Arbeit. Ebenso das spätere Wiederaufnehmen. Um den aktuellen Haushalt 2017 wird noch ge rungen. Wir vom Hochbau sind gespannt, welche Projekte zusätzlich kommen werden oder welche Überraschungen das (Wahl-) Jahr für uns bereithalten wird. Voll ausgelastet sind wir schon jetzt und obwohl wir personelle Abgänge aufgrund von Haushaltseinsparungen derzeit nicht kompensieren können, werden wir alles dafür tun, um die an uns gestellten Aufgaben in gebaute Erfolge umzusetzen. Dr. Christian Brinsa Leiter Geschäftsbereich Hochbau Stadt Wolfsburg Entwicklung investiver Bauumsatz Geschäftsbereich Hochbau (ohne Bauten für WAS, Klinikum und Bäder) Angaben in Euro 70.000.000 60.000.000 50.000.000 40.000.000 30.000.000 20.000.000 10.000.000 0 2013 2014 2015 2016 Inhaltsverzeichnis Schulen Kitas und Jugend 12 14 16 18 20 22 24 25 26 28 Projekte Kita St. Elisabeth, Erweiterung Kita Hehlingen, Erweiterung Kinder- und Familienzentrum Vorsfelde, Neubau Kita Am Gutspark Mörse, Erweiterung In Bau Kita Kästorf, Neubau „5+2 Kitas” Kita Ferdinand-Porsche-Realschule Kita Theodor-Heuss-Straße Kita Stralsunder Ring In Planung Kita Wendschott, Neubau Kinder- und Familienzentrum Kreuzheide, Neubau Jugendhaus Ost, Sanierung 32 36 38 41 42 44 46 48 Projekte Neue Schule Wolfsburg, Erweiterung Sek I Mensa Neue Schule Wolfsburg im Congresspark, Erweiterung Schulzentrum Fallersleben, Modernisierung und Erweiterung 1. BA und 2. BA Eichendorffschule, Anbau Speisesaal Berufsbildende Schule Anne-Marie-Tausch, Erweiterung Friedrich-von-Schiller-Schule, Umbau und Modernisierung In Bau Carl-Hahn-Schule, Erweiterung Ratsgymnasium, Neubau MINT /Sport Investitionszuschüsse und Bauherrenmodelle im Kita-Bereich Sportstätten 52 Projekte Schwimmbad Sandkamp, Sanierung 54 55 In Planung Funktionsgebäude Barnstorf, Neubau Mehrzweckhalle Reislingen, Neubau Bauten für das Sozialwesen 58 62 64 66 68 Projekte Verwaltungsstelle Fallersleben, Generalsanierung Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde, Sanierung und Modernisierung Freiwillige Feuerwehr Velstove, Neubau Fahrzeughalle mit integrierter Sprechstelle Kultur- und Veranstaltungsstätten 78 82 84 In Bau Betriebshof der Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, Neubau Klinikum Wolfsburg, Kinderklinik Somatik und Psychosomatik, Neubau 70 In Planung Feuer- und Rettungswache, Neubau 72 Flüchtlingsunterkünfte Projekte Theater, Generalsanierung Burg Neuhaus, Brandschutzsanierung E-Mobility-Cube, Neubau Wettbewerbe 88 90 In Planung Neubau Grundschule Leonardo-da-Vinci Verhandlungsverfahren Neubau Campus Hellwinkel 92 93 Abbildungsverzeichnis Impressum Kitas und Jugend Kita Wendschott Seite 24 Kinder- und Familienzentrum Vorsfelde Seite 16 Kinder- und Familienzentrum Kreuzheide Seite 25 Kita Kästorf Seite 20 „5+2 Kita” Ferdinand-Porsche-Realschule Seite 22 Jugendhaus Ost Seite 26 Kita St. Elisabeth Seite 12 Kita Hehlingen Seite 14 „5+2 Kita” Theodor-Heuss-Straße „5+2 Kita” Stralsunder Ring Seite 22 Kita Am Gutspark Mörse Seite 18 Seite 22 12 Anbau mit zentralem Eingangsbereich Baubeginn: Juni 2014 Bauende: März 2015 Baukosten: 1.637.000 Euro Projektbeteiligte: Maurer Architektur, Braunschweig Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Ingenieurbüro Reupke, Salzgitter-Bad Kita St. Elisabeth, Erweiterung 13 Die Erweiterung der Kita St. Elisabeth fand bauabschnittsweise statt. Nachdem im ersten Bauabschnitt der Anbau für die neue Krippengruppe entstand und ein Modulbau im Außenbereich errichtet worden ist, sind mit Fertigstellung des Neubaus die räumlichen Gegebenheiten für die pädagogische Erweiterung der Kindertagesstätte von dreieinhalb auf fünf Gruppen nun gegeben. Der Neubau, der im Osten an das Bestandsgebäude anschließt, erstreckt sich mit einer Fläche von ca. 580 qm über zwei Geschosse. Im Obergeschoss sind zwei Kita-Gruppen untergebracht. Die Gruppenräume werden jeweils durch einen eigenen Waschraum ergänzt. Im Erdgeschoss be finden sich Räume, die von allen Kindern, Eltern und dem Personal genutzt werden. Hier wurden ein Kinderbistro und eine Regenerierküche eingerichtet. In dem Kinderbistro ist für jede Gruppe eine individuelle Nische eingerichtet. Weiterhin befinden sich Leitungs- und Besprechungsräume sowie Personal- und Behinderten- WC s und ein Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss. Der neu gestaltete Eingang, der weiterhin von der Wei marer Straße aus zugänglich ist, bildet das Bindeglied zwischen dem Bestandsgebäude und dem Neubau. Das äußere Erscheinungsbild wird von vorgehängten Fassadenplatten bestimmt, die sich über den Eingangsbereich weiter in den Innenraum hineinziehen. Durch eine weitgehende Vorfertigung als Holztafelbauweise konnte eine möglichst geringe Störung des laufenden Kitabetriebes erzielt werden. Die Außenwände sind mit Volldämmung ausgebildet angeliefert und durch einen Kran in Po sition gesetzt worden. So hat eines der Elemente mit einer Länge von zehn Metern und einer Höhe von drei Metern ein Gewicht von rund einer Tonne. Mit der Holztafelbauweise werden zugleich sehr gute Dämmeigenschaften erreicht, da die Holzrahmen der Tragkonstruktion und die Dämmung in einer Ebene liegen. Fast der gesamte Wandaufbau kann dadurch für die Wärmedämmung genutzt und Wärmebrücken durch einfache bautechnische Maßnahmen auf ein Minimum reduziert werden. Im Bereich der Haustechnik wurde als ein wichtiger Bestandteil zur Energieeffizienz eine Lüftungs anlage eingebaut. Diese ermöglicht über eine Wärmerückgewinnung, dass Wärmeenergie aus der Abluft entzogen und dem Gebäude über die Zuluft wieder zugeführt wird. Die gewählte Konstruktionsart in Holztafelbauweise, die zentrale Lüftungsanlage und der Ein satz der Fernwärme aus Kraftwärmekopplung ermöglichten die Unterschreitung der En EV 2014 Neubaustandard um ca. 30%. Das Kinderbistro Im Obergeschoss über dem Eingangsbereich 14 Eingang in der Nahtstelle zwischen Alt- und Neubau Baubeginn: September 2014 Bauende: September 2015 Baukosten: 2.354.000 Euro Projektbeteiligte: Planungsteam III, Gifhorn Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Ingenieurbüro Holzenkamp, Wolfenbüttel Kita Hehlingen, Erweiterung 15 Der Kindergarten in Hehlingen ist in einem historischen Gebäude neben der Grundschule untergebracht und zeichnete sich vor der Erweiterung durch beengte räumliche Verhältnisse aus. Das Bestandsgebäude steht nicht unter Denk malschutz, wurde jedoch als ortsbildprägend und erhaltenswert eingestuft und daher nicht ersetzt. Um dem gestiegenen Raumbedarf gerecht zu werden, ist die Kita durch einen ca. 670 qm großen, eingeschossigen Anbau erweitert worden. Da das Grundstück eine Höhendifferenz von rund zwei Metern aufweist, ist der neue Baukörper auf halber Höhe zwischen Straßenniveau und Erdgeschoss des Bestandsbaus errichtet. Im Neubau sind sämtliche Hauptnutzflächen auf einer Ebene mit stufenlosen Ausgängen ins Freie angeordnet worden. In der Baukörperfuge zwischen Altbau und Neubau wird die neue Kindertagesstätte über eine Treppen- und Rampenanlage barrierefrei erschlossen. Die bisherigen Räume im Erdgeschoss wurden für die Verwaltungs- und Besuchernutzungen hergerichtet. Das Leitungsbüro und das Besprechungszimmer sind zum Eingang bzw. den Foyerbereich orientiert, das Besprechungszimmer kann be darfsweise als zusätzlicher Ruheraum für eine der Tagesgruppen genutzt werden. Unmittelbar neben dem Eingang liegen sich der multifunktional angelegte Bewegungsraum und das Kindercafé gegenüber. Das Kindercafé ist als offene Zone am Spielflur angelegt. Es wird über eine Ausgabeöffnung von der dahinterliegenden Ausgabeküche versorgt. Die Gruppenräume sind mit ihren Nebenräumen entlang des zentralen Spielflures aufgereiht. Sie öffnen sich mit großen Fensterfassaden zu den jeweiligen Außenbereichen. Ein zentrales Oberlicht belichtet, zentriert und strukturiert den Innenraum. Hölzerne Podesteinbauten in den Grup penräumen dienen als erhöhte Spielebenen. Sonderfenster mit verstärkter farbiger Holzzarge bieten direkte Einblicke in den Spielflur und Ausblicke in den Außenbereich. Über den Gruppenräumen, dem Café und dem Bewegungsraum sind übergroße Lichtkuppeln als Sonderkonstruktion mit lichtstreuender Kapillarverglasung angeordnet. Der Spielflur und die innenliegenden Nebenräume werden über Licht kuppeln unterschiedlichen Durchmessers belichtet. Am Ende des Spielflures wird über einen Schleusenraum mit Platz für ein Stiefelregal und einen überdachten Vorbereich der Spielplatz des Kindergartens erreicht. Hier ist auch der Funktionsraum angeordnet, der, einem Atelierraum ähnlich, für schmutzintensive Mal- und Bastelspiele ausgestattet ist und über einen direkten Ausgang ins Freie verfügt. Blick in den Spielflur Multifunktionaler Bewegungsraum 16 Ansicht auf die Gruppenräume aus dem Außenspielbereich Baubeginn: Mai 2014 Bauende: Dezember 2015 Baukosten: 5.034.000 Euro Projektbeteiligte: MOSAIK Architekten, Hannover Ingenieurbüro Falke, Arendsee Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Kinder- und Familienzentrum Vorsfelde, Neubau Die Kindertagesstätte an der Carl-Grete-Straße wurde für 7 Gruppen und einem Familienzentrum, auf ca. 1.900 qm, neu errichtet. Der diagonal über das Grundstück verlaufende Baumbestand blieb erhalten und als „natürliche“ Linie interpretiert, die den öffentlichen Spielplatz mit dem Außengelände zu einem zusammenhängenden Grünraum fügt. Der niedrige Baukörper ist komplett ebenerdig und barrierefrei. Die Übergänge zwischen Innen und Außen sind, neben gestalterischer Klarheit und eindeutiger Zonierung, das Hauptthema. Die Fassaden bekleidung mit warmgelben Ziegelverblendmauer werk und großformatigen naturgrauen Faser zementplatten im Ostteil sowie die farbgleiche Putzfassade im Westteil des Gebäudes, unterstreichen das Bild einer Kita unter Bäumen. Der Haupteingang an der Carl-Grete-Straße wird über den sich zur Straße öffnenden, baumbestandenen Eingangsplatz erschlossen und bietet ein attraktives Entree sowie Raum für das Bringen und Abholen der Kinder. Vom Haupteingang aus gelangt man in die zentrale Halle mit angegliedertem Familienzentrum, Bewegungsraum und Cafeteria. An die Halle schließen sich die, über die innere Spielstraße erschlossenen, fünf Kindergarten- und zwei Krippengruppen an. Über einen gemeinsamen Zugang sind die beiden Krippengruppen nahe dem Eingangsbereich räumlich vom Kindergartenbereich getrennt. Parallel zur Linie Gruppenraum mit großzügigem Außenraumbezug der Bäume staffeln sich die Gruppen- und Funktionsräume entlang der inneren Spielstraße auf. Die Spielstraße führt aus der Halle über platzartige Aufweitungen unter den Pultdächern mit nordorientierten Oberlichtern und eingestellten Spielemporen durch die Gruppenbereiche. Ein zentraler Ausgang auf das Außenspielgelände führt aus der Spielstraße über einen Flur, der als Sand- und Matschschleuse fungiert. An den Gruppenräumen selbst bilden vorgelagerte Terrassen mit auskragenden flachen Dächern geschützte Übergangszonen in das Außengelände. Die Terrassen werden über schmale Stege an die Wiesenflächen mit den beiden Rollerbahnen und den vielfältig nutzbaren Spielinseln angebunden. Die neue Küche ist dafür ausgelegt, alle 150 Kinder und auch das Personal zu versorgen und so dem pädagogischen Schwerpunkt der gesunden Ernährung gerecht zu werden. Blick vom Spielflur in den Bewegungsraum 17 18 oben: Blick auf den Anbau von der Hattorfer Straße aus unten: Blick aus dem Gutspark Mörse auf die naturnahe Kita unter Bäumen Baubeginn: August 2015 Bauende: April 2016 Baukosten: 1.655.000 Euro Projektbeteiligte: Stefan Klemm Architekt, Wolfsburg Kita Am Gutspark Mörse, Erweiterung Die Kindertagesstätte mit naturnahem und an regendem Umfeld direkt am Gutspark Mörse ist durch einen Erweiterungsbau auf insgesamt vier Gruppen und die notwendigen Funktions bereiche erweitert worden. Die Erweiterung in Systembauweise schmiegt sich L-förmig an die Bestandskita an. Die Baugrenze, die mit der Sporthalle im Gutspark endet, wird weiterhin nicht überschritten. Die erforderlichen Räume der zwei neuen Kitagruppen für bis zu 50 Kinder sind in Richtung Parkplatz durch Spiegelung der bestehenden Gruppenräume abgebildet worden. Entlang einer zentralen Achse, die die neuen Gruppenräume und auch die bestehenden Räumlichkeiten der Krippenkinder anbindet, sind die neuen Funk tionsbereiche angeordnet. Dem pädagogischen Profil „Kreativität und Natur” folgend, bieten die Funktionsbereiche wie „Bauen und Konstruktion” oder „Theater und Rollenspiel” den Kindern die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Der Anbau verfügt auch über einen Bewegungsraum sowie ein Atelier, das künftig von Krippen- und Kindergartenkindern genutzt werden kann. Der vor zwei Jahren als temporäre Lösung für zwei Krippengruppen angedachte Systembau ist im Zuge des Anbaus hochwertig ausgebaut worden. Auch äußerlich ist die Bestandskita in die Fassadengestaltung eingebunden worden. Offene Verbindungsflure zwischen den Gruppenräumen Eine einheitliche Fassade mit einer farbig abgesetzten Attika als Umlauf integriert den Anbau in den vorhandenen Systembau und beschreibt den Baukörper als Ganzes. Der Gesamtbau stellt eine dauerhafte Lösung dar. Indem Funktion, Konstruktion und Gestaltung von Erweiterungsbau und Bestandskörper in Einklang gebracht worden sind, ist eine ganzheitliche Lö sung erzielt worden, die sich innerhalb des En sembles der Sporthalle und Feuerwehr gut in den Gutspark Mörse einfügt. Kreativraum und Atelier 19 20 Visualisierung der neuen Kindertagesstätte in Kästorf Baubeginn: März 2016 Bauende: Voraussichtlich September 2017 Baukosten: 5.159.000 Euro Projektbeteiligte: MOSAIK Architekten, Hannover Fiedler+Häckl Architekten, Hildesheim Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Ingenieurbüro Falke, Arendsee Kita Kästorf, Neubau Die Kindertagesstätte in Kästorf wird die fünfte Kita in städtischer Trägerschaft und bietet Betreuungsplätze für bis zu 75 Kinder. Der Bau lehnt sich an den Neubau des Kinder- und Familien zen trums in Vorsfelde an, mit Anpas sungen an das Grundstück und Raumkonzept. Das Gebäude ist für fünf Krippen- und zwei Kindergartengruppen ausgelegt, bietet durch seinen Raumzuschnitt aber die Möglichkeit, bei einem veränderten Betreuungsbedarf die Gruppenstruktur anzupassen und in altersübergreifende Gruppen oder Kindergartengruppen umzuwandeln. Das neue Gebäude liegt auf einer flachen Anhöhe an der Zufahrt zur IT -City. Im Osten des Grundstücks bindet ein Reit- und Fußweg das Wohn gebiet im Süden an. Zwischen IT -City und der Wohn bebauung ist ein Grünzug geplant, dessen räumliches Ende durch den Neubau gebildet wird. Im Süden grenzt das Außengelände an einen vorhandenen Spielplatz. Vom Haupteingang aus gelangt man in eine zen trale Halle mit angegliedertem Personal- und Bürobereich, einem Bewegungsraum und der Cafeteria. Der durch pultgedeckte und von oben belichtete Aufweitungen gegliederte Flur durchquert die Gruppenbereiche. Unter den beiden Pultdächern sind im Gruppenbereich Spiel emporen eingefügt. Nischen sind den Gruppenräumen innen beiderseits des inneren Weges vorge lagert. Das pädagogische Profil der Kinder tagesstätte wird die Förderung der Mehrsprachigkeit und gleichzeitig die Stärkung der Muttersprachenkompetenz zum Schwerpunkt haben. Daher erhält der Neubau einen Funktionsraum für die frühkindliche Sprachförderungen. Überdachte Terrassen bilden Übergangszone zum Außengelände. Innen und außen sind das In einandergreifen und die Verzahnung das Hauptthema. Das Außengelände besteht aus Spielzonen für die unterschiedlichen Altersgruppen, die miteinander verbunden sind. 21 Der Krippenbereich beinhaltet zwei sogenannte Krippennester, in denen auch Kinder unter 1 Jahr betreut werden. Die Krippennester bieten Kleinstkindern Schonbereiche, in denen sie liegen, rollen und krabbeln lernen können und sind räumlich separiert mit eigenem Zugang in die zentrale Halle angeordnet. Die weiteren drei Krippen gruppen befinden sich mit separatem Zugang an der Westseite des Gebäudes und orientieren sich um den äußeren Pultdachbereich. Der Kindergartenbereich ist räumlich so gestaltet, dass sich die Kinder zwischen den Gruppen- und Neben räumen selbsttätig bewegen können und in der Hausmitte um den mittleren Pultdachbereich orientiert. Errichtet wird die Kindertagesstätte in massiver Bauweise. Das gestaltprägende gelbe Verblendmauerwerk wird fensterhoch geführt und unterhalb der Traufe umlaufend mit großformatigen Faserzementplatten bekleidet. Eingerüsteter Rohbau für die Fassadenarbeiten 22 Fassadengestaltung der neuen Kindertagesstätte in der Innenstadt an der Ferdinand-Porsche-Realschule Fassadengestaltung der neuen Kindertagesstätte in Detmerode in der Theodor-Heuss-Straße Fassadengestaltung der neuen Kindertagesstätte in Westhagen am Stralsunder Ring Umsetzungsprogramm „5+2 Kitas“ Baubeginn: Innenstadt November 2016 Baubeginn: Detmerode Dezember 2016 Baubeginn: Westhagen Dezember 2016 Bauende: Voraussichtlich Juli 2017 (pünktlich zum neuen Kita-Jahr) Baukosten: insgesamt 16.000.000 Euro für alle drei Kitas Projektbeteiligte: ASSMANN BERATEN+PLANEN AG , Braunschweig IWB Ingenieurgesellschaft, Magdeburg LOTOS Innenarchitektur, Köln Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig (Innenstadt) Ingenieurbüro Schrader, Arendsee (Detmerode und Westhagen) Die Stadt Wolfsburg nimmt bei der Bereitstellung von Betreuungsplätzen einen Spitzenplatz in Niedersachsen ein. Diese familienfreundliche Politik spiegelt sich auch durch Zuzüge und in steigenden Geburtenzahlen wider. Aufgrund dieser erfreulichen Entwicklung muss die weitere Ausbauplanung von Krippen- und Kindergartenplätzen nicht nur angepasst, sondern auch erheblich beschleunigt werden. Das Kindertagesstätten-Programm der Stadt Wolfsburg besteht derzeit aus drei Säulen: › Das laufende Ausbauprogramm mit der quantitativen und qualitativen Schaffung von neuen Betreuungsplätzen für Kinder von 0–6 Jahren. › Das umfangreiche Modernisierungsprogramm mit hohem Qualitätsanspruch an pädagogisch moderne, zukunftsweisende Raumkonzepte. › Das schnelle Umsetzungsprogramm „5+2 Kitas“, das die kurzfristige Errichtung von bis zu sieben maximal sechsgruppigen Kitas ermöglicht. Die Neubaulösungen der „5+2 Kitas“ werden unter den Prämissen schnell, wirtschaftlich und standortbezogen errichtet und parallel zum laufenden Ausbau- und Modernisierungsprogramm um gesetzt. Die Struktur der baugleichen Kinder tagesstätten basiert auf einer Typenfamilie. Das Standardraumprogramm der Stadt Wolfsburg bildet die Grundlage für die Grundrisse. Die zweigeschossigen Neubauten werden geprägt durch ihre zurückhaltende Fassadengestaltung mit hellen Metallpaneelen und individuellen Farbakzenten. Die Gebäude in modularer Systembauweise werden mit einem hohen Vorfertigungsgrad an geliefert. Der Ausbau erfolgt vor Ort und ermöglicht somit eine Bauzeit von etwa sieben Monaten. Die ersten drei Kindertagesstätten entstehen in der Innenstadt auf dem Sportplatz der ehemaligen Ferdinand-Porsche-Realschule, in Westhagen auf dem Gelände der Bunten Grundschule am Stralsunder Ring und in Detmerode in der Theodor-Heuss-Straße, auf der Fläche des leerstehenden abgängigen Lebenshilfe- Kindergartens. Die Gesamtkosten für die Neubauten belaufen sich je Kita zwischen 5,0 Mio. und 5,8 Mio. Euro. In der Innenstadt ist eine Standzeit von mindestens fünf Jahren vorgesehen. Die Standzeit in Westhagen und Detmerode ist für mindestens 20 Jahre an gedacht. Die Kindertagesstätten mit insgesamt 120 Plätzen nehmen im Erdgeschoss drei Krippengruppen mit jeweils 15 Kindern auf. Im Obergeschoss befinden sich drei Kindergartengruppen, davon eine integrative Gruppe, mit jeweils 25 Kindern. Als besondere Nutzungen befinden sich im Obergeschoss ein Kindercafé und ein Bewegungsraum. Die Kindertagesstätte in Westhagen wird zusätzlich mit einem Familienzentrum ausgestattet. Die Kindertagesstätten erhalten eine Regenerierküche und werden entsprechend für eine Essensanlieferung ausgestattet. 23 24 Kita Wendschott, Neubau Status: Ausführungsplanung Baubeginn: Mai 2017 Bauende: Voraussichtlich September 2018 Baukosten: 4.050.000 Euro Projektbeteiligte: Planungsteam III, Gifhorn IKS Ingenieure, Braunschweig Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Der Neubau der Kindertagesstätte in Wendschott ist für zwei Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen konzipiert. Das langgestreckte Baugrundstück liegt am Nordostrand des Bebauungsplangebietes Wildzähnecke II und schließt im Norden an das Planungsgebiet für eine mehrgeschossige Wohnbebauung an. Angrenzend an das Sportplatzareal des Wendschotter Sportvereins wird die neue Kita an der östlichen Schmalseite direkt von der der Alten Schulstraße aus erschlossen. Innenräumlich folgt der Entwurf der Längsachse des Grundstücks, indem sämtliche Verwaltungsund Funktionsräume der Kita erdgeschossig und überwiegend nordorientiert an einer Erschließungsachse angeordnet sind. In dem zweieinhalb- geschossigen Neubau sind Krippenbereich und Kindergartenbereich mit jeweils räumlich zugeordneten Garderoben-, Schlaf- und Sanitärräumen als funktional abgeschlossene Raum bereiche, übereinander und vollständig nach Süden orientiert, angeordnet. Sie werden über eine offene Treppenhalle im Zentrum des Ge bäudes verbunden. Für die Ganztagsbetreuung sind eine Regenerierküche mit offenem Kindercafé und integriert er Elternküche, eine Milch küche für die Krippe sowie ein multifunktionaler Bewegungsraum und verschiedene Funktions- und Therapieräume vorgesehen. Ein, den Gruppenräumen im Obergeschoss vorgelagerter Flucht balkon mit zwei Treppen an den Gebäudegiebelseiten dient als 1. Rettungsweg und direkter Zugang zum Außenspielgelände. Die Außenwände werden überwiegend ein mineralisches Wärmedämmverbundsystem mit heller Putz oberfläche erhalten. In den zurückspringenden Bereichen des zweigeschossigen Gebäudeteils ist eine Tonziegelfassade vorgesehen. Im Hinblick auf die angrenzend geplante, mehrgeschossige Wohnbebauung ist angedacht, den Neubau mit einem extensiv begrünten Dach auszustatten. Visualisierung der neuen Kindertagesstätte in Wendschott Kinder- und Familienzentrum Kreuzheide, Neubau Status: Ausführungsplanung Baubeginn: August 2017 Bauende: Voraussichtlich Dezember 2018 Baukosten: 5.230.000 Euro Projektbeteiligte: Dohle+Lohse Architekten, Braunschweig TAGED Ingenieurberatung, Bodenwerder A+I Generalingenieure, Wolfsburg Das Kinder- und Familienzentrum am Standort Kreuzheide soll zukünftig die Möglichkeit bieten, bis zu 120 Kinder zu betreuen. Hiervon ist eine Gruppe als integrative Gruppe angedacht. Das Familienzentrum ist Bestandteil der Kita. Der Neubau wird am nördlichen Rand des Schulkomplexes der Leonardo-da-Vinci-Schule errichtet. Der Neubau ist aus zwei ineinander greifenden Riegeln geplant. Der Hauptriegel enthält die Funk tionen der Krippe und des Kindergartens und wird zweigeschossig errichtet. Im Erdgeschoss befinden sich die Krippenräume und die Küche mit Speiseraum. Die Räumlichkeiten des Kindergartens und der Bewegungsraum sind im Obergeschoss untergebracht. In dem eingeschossigen Querriegel befindet sich das Familienzentrum. Es können alle Bereiche über den Haupteingang erreicht werden. Zusätzlich gibt es für das Fam ilien zentrum einen separaten Eingang, damit es eigenständig genutzt werden kann. Das Gebäude wird mit seinen Außen kanten parallel zu den bestehenden Gebäuden des Schulkomplexes erbaut und gleicht sich so städtebaulich dem Gesamtensemble an. Durch den quergestellten eingeschossigen Riegel wird zum einen der Straßenverlauf aufgenommen und ermöglicht die Gestaltung eines kleinen Vorplatzes, zum anderen wird der, den Gruppenräumen vorgelagerte Spielbereich vor Einblicken aus dem Schulgelände geschützt. Die Außenwandbekleidung wird in Bereichen des Eingangs als Klinkervormauerschale ausgeführt. Der überwiegende übrige Teil wird mit vertikalen Holzlamellen verkleidet. Die Fensterflächen werden größtenteils in Bändern zusammengefasst und durch farbige, opake Lüftungs flügel gegliedert. Visualisierung des neuen Kinder – und Familienzentrums in Kreuzheide 25 26 Geplanter monolithischer Eingangsbau Status: Entwurfsplanung Projektbeteiligte: Varnhorn+Stindt Architekten, Braunschweig A+I Generalingenieure, Wolfsburg Ingenieurbüro W+S Westphal, Braunschweig Jugendhaus Ost, Sanierung Das Jugendhaus Ost ist in einem Gebäude mit lokal geschichtlicher Bedeutung untergebracht. Das Gebäude ist Teil der ehemaligen Barackensiedlung am Bullenberg und war in den 1930er Jahren Sitz des „Preußischen Neumessungsamt es“. Das Gebäude ist die einzige noch er haltene Baracke und somit, der letzte in Wolfsburg existierende Barackenbau aus der Zeit der Stadtgründung und unmittelbar mit der Stadtgeschichte verbunden. Das Gebäude wurde 1984 als allgemeines Denkmal der Stadt Wolfsburg eingetragen. Das Jugendhaus Ost besteht seit über 35 Jahren und befindet sich in der vollständigen Selbst verwaltung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es bereichert mit seinen jugendkulturellen und musikalischen Angeboten die lokale und überregionale Kulturlandschaft. Neben einem Büh nenraum mit angeschlossenem Bar- und Gastro nomiebereich gibt es Büro- und Lagerräume, Werkstätten, Proberäume und eine Band wohnung. Das Gebäude befindet sich in einem allgemein schlechten baulichen Zustand und muss grundlegend saniert werden. Einige Räume sind durch frühere Brandschäden gesperrt und sollen wieder nutzbar gemacht werden. Des Weiteren ist keine Barrierefreiheit gegeben, was die Nutzung im Rahmen inklusiver Angebote einschränkt. 27 Die anstehende Sanierung leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Nachhaltigkeit der bestehenden Gebäudesubstanz. Die vorliegenden Ideen verbinden die Anforderungen des Erhalts eines Ge bäudedenkmales und die Anforderungen der Jugendlichen an eine funktionale Jugendeinrichtung in einmaliger Weise. Sämtliche Vorhaben der Sanierungsplanungen werden mit dem Aktionsrat des Jugendhauses, mit einer über eine Nutzerbeteiligung und Mit wirkung hinausgehende Konsequenz, entwickelt und abgestimmt. Im Zuge der Sanierungsplanungen hat „das Ost“ den bestehenden Raumbedarf neu formuliert. Für einen besseren Betrieb und um den neuen Haupteingang an der nordöstlichen Gebäudeecke zu verorten, ist ein Eingangsbau als begehbare Skulptur vorgesehen. Dieser soll als monolithischer Bau eine möglichst homogene Oberfläche erhalten. Um eine klare Trennung zwischen Alt und Neu herzustellen, rückt der neue Baukörper vom Bestandsgebäude ab und bildet eine Fuge aus. Bei der Raumneuordnung werden die Sanitärbereiche verlegt und um die Barrierefreiheit zu gewährleisten ein behindertengerechtes WC in Eingangsnähe eingebaut. Der architektonische Wert, die frühere Barackenbauweise, bleibt im Zuge des Sanierungsvorhabens bestehen und wird, auch in den Außen anlagen, deutlicher herausgearbeitet. Ansicht der Giebelseite am Walter-Flex-Weg und späterer Eingangsbereich 28 Investitionszuschüsse und Bauherrenmodelle im Kita-Bereich Paulus Kinder- und Familienzentrum Neubau mit Familienzentrum für zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen Evangelisches Kirchen kreisamt Wolfsburg-Wittingen 6.687.000 Euro (Zuwendungswesen) Ansicht des Neubaus des Kinder- und Familienzentrums Paulus Kita St. Franziskus Umbau für zwei Krippen- zwei Kindergartengruppen im Gemeindehaus der bisherigen St.-Elisabeth-Gemeinde Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinde Wolfsburg 1.574.000 Euro (Zuwendungswesen) Kita St. Petrus Planungen für den Neubau mit zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen Kirchengemeinde St.Petrus /Heiliggeist Vorsfelde 481.000 Euro Planungsmittel (Bauherrenmodell) Kita St. Marien, Nordstadt Anbau einer Krippengruppe und Sanierung Evangelisches Kirchenkreisamt Wolfsburg-Wittingen 2.865.000 Euro (Zuwendungswesen) Visualisierung des Anbaus der Kita St. Marien in der Nordstadt 29 Kita Regenbogenland Anbau Schlafraum Kirchengemeinde St.Petrus /Heiliggeist Vorsfelde 99.000 Euro (Bauherrenmodell) DRK Kita Sandkamp Anbau für drei Krippen- und drei Kindergartengruppen DRK Kreisverband Wolfsburg e.V. 4.121.000 Euro (Bauherrenmodell) DRK Kita Hattorf Planungen für den Neubau mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen DRK Kreisverband Wolfsburg e.V. 152.000 Euro Planungsmittel (Bauherrenmodell) Visualisierung des Neubaus der DRK Kindertagesstätte in Hattorf DRK Kita Neindorf Neubau für eine Krippen- und zwei Kindergartengruppen DRK Kreisverband Wolfsburg e.V. 3.251.000 Euro (Bauherrenmodell) DRK Kita Westhagen Anbau einer Krippengruppe und Sanierung DRK Kreisverband Wolfsburg e.V. 1.861.000 Euro (Bauherrenmodell) AWO Kita Detmerode Anbau einer Krippengruppe und Umbau im Bestand AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. 907.300 Euro (Bauherrenmodell) Schulen Carl-Hahn-Schule Seite 46 Ratsgymnasium Seite 48 Friedrich-von-Schiller-Schule Seite 44 Eichendorffschule Seite 41 Mensa Neue Schule Wolfsburg im Congresspark Neue Schule Wolfsburg Seite 32 Berufsbildende Schule Anne-Marie-Tausch Schulzentrum Fallersleben Seite 38 Seite 42 Seite 36 32 Ansicht von der Heinrich-Heine-Straße auf den Eingang mit vorgelagertem Vorplatz Baubeginn: März 2014 Bauende: April 2016 Bauende Fassade: August 2016 Baukosten: 18.500.000 Euro Projektbeteiligte: Kirstin Bartels Architektin, Hannover Schneider Sendelbach Architekten, Braunschweig Ingenieurgesellschaft Grabe, Hannover Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig Schweickhardt Erchinger Ingenieure, Tuttlingen a° blue, Hamburg Neue Schule Wolfsburg, Erweiterung Sek I Der Erweiterungsbau für die Sekundarstufe I der Neuen Schule schafft Raum für den vierzügigen Schulzweig der Jahrgänge 7 bis 10. Er beherbergt die allgemeinen Unterrichtsräume sowie eine Vielzahl von Fachräumen für Natur, Technik, Kunst und Musik, Bereiche für die Schulleitung, die Lehrer und die Verwaltung, eine Cafeteria sowie den zentralen Hauptversammlungs- und Veranstaltungsort der Schule, die „gemeinsame Mitte“. Die bauliche Umsetzung geht auf die konzeptionelle Ausrichtung der Schule ein, die gekennzeichnet ist von interaktiven und interdisziplinären Lern- und Arbeitsformen sowie der Interaktion zwischen den Funktionsbereichen. Zahlreiche Sichtbeziehungen ermöglichen eine gute Orientierung. Der Neubau stellt eine Vernetzung zwischen dem Bestand und Neubau, den unterschiedlichen Stufen der Schule und ihrer Um gebung her. Direkt an der Heinrich-Heine-Straße orientiert sich der Neubau in Geschossigkeit und Höhe an den straßenraumprägenden, denkmalgeschützten Wohngebäuden der Höfe sowie an den Bestandsgebäuden der Schule. Er springt von der Straßenflucht der Heinrich-Heine-Straße zurück und schafft so einen großzügigen, öffentlichen Vorplatz als Eingang ins Foyer. Der gesamte Eingangsbereich wird durch das auskragende Obergeschoss überdacht. Das Erdgeschoss als fließender Raum steht für die Öffnung und Verbindung zwischen Stadt und Klieversberg. Am Eingang liegen die administrativen Bereiche der Schulleitung, das Sekretariat sowie die Lehrerarbeitsräume. Nebenan sind, hinter regelmäßig angeordneten Glasflächen, ein sehbare naturwissenschaftliche Fachräume einschließlich deren Sammlungen untergebracht. Der bauliche Anschluss an die Bestandsgebäude der Schule erfolgt im Erdgeschoss über einen bestehenden Verbindungsgang, die sogenannte Magistrale, die die kammartig angeordneten Bestandsflügel A, B und C an den Erweiterungsbau anbindet. An die Magistrale angrenzend befindet sich eine Cafeteria, die sich mit großen Glasflächen im Süden zum Schulhof und der Parklandschaft des Klieversbergs öffnet. Das untere Geschoss umformt zwei Werkhöfe und den Hauptversammlungs- und Veranstaltungsort mit Bühne und Sitztreppen. Es liegt abgesenkt unter Straßenniveau und ist dennoch ebenerdig erschlossen. Da im Bereich des Erweiterungsbaus Grundwasser ansteht, wurde das Untergeschoss Ansicht West mit terrassierter Anbindung der Werkhöfe an die Heinrich-Heine-Straße 33 Naturwissenschaftlicher Fachraum mit Blickverbindung in das Eingangsfoyer Einem Lernraum vorgelagerter Selbstlernbereich unter einer Lichtkuppel Zwei benachbarte Lernräume eines Jahrgangsclusters als Weiße Wanne ausgebildet. Die beiden Werkhöfe sind mittels verpresster Mikropfähle gegen Auftrieb gesichert. Die Bohrungen zur Erstellung der Bohrpfahlwand als Baugrubensicherung wurden im sogenannten Pilgerschrittverfahren ausgeführt. Besonderes Augenmerk lag während der Bauphase im Sichern und Unterfangen der bestehenden Nachbargebäude. Das Obergeschoss kragt gegenüber dem Erdge schoss auf drei Seiten aus und vermittelt so die Anmutung einer schwebenden Box. Um die „gemeinsame Mitte” angeordnet befinden sich hier, neben dem Auditorium, die allgemeinen Unterrichtsbereiche, die räumlich klar ablesbar in vier Jahrgangscluster gegliedert sind. Ein Cluster besteht aus vier Lernräumen und einem vor ge lagerten Selbstlernbereich mit Sicht- und Ge räusch zonierungen. Jedem Jahrgangscluster ist weiterhin eine vom Lernbereich aus zugängliche Terrasse sowie ein Gruppenraum, ein Lehrmittelraum und ein Teamraum für die Lehrkräfte angegliedert. Die innenliegenden Bereiche er halten ihre natürliche Belichtung durch große Oberlichter. Die „gemeinsame Mitte” verbindet alle drei Geschosse vertikal miteinander. Dieser formt als Hauptversammlungsort das „Herz” der Schule. Der Erweiterungsbau wurde als Stahlbetonkonstruktion errichtet. Die Fassadenkonzeption orientiert sich an den unterschiedlichen Nutzungen innerhalb des Gebäudes. So besteht die Fassade im Erdgeschoss und im Bereich der Werkhöfe aus einer Pfosten-Riegel-Konstruktion. Im Obergeschoss befindet sich eine Lochfassade hinter einer Ebene aus vorgelagerten Vertikallamellen. Im Zusammenhang mit der Auskragung verstärken diese den schwebenden Eindruck des Obergeschos ses. Die Lamellen sind horizontal dreigeteilt, wobei die Bereiche vor den Fensteröffnungen drehbar sind und den erforderlichen Sonnenschutz gewährleisten. 35 Hauptversammlungsort „gemeinsame Mitte“ mit Sitzstufen und Bühne 36 Blick aus der Bestandsmensa über die Erweiterungsfläche in Richtung Theater Baubeginn: März 2015 Bauende: August 2015 Baukosten: 1.036.000 Euro Projektbeteiligte: Thamm Architekten, Braunschweig Ingenieurbüro Lindhorst, Wolfsburg Ingenieurgesellschaft Meinhard Fulst, Braunschweig Planungsbüro Scholz, Braunschweig Mensa Neue Schule Wolfsburg im Congresspark, Erweiterung Die Mensa für die Neue Schule Wolfsburg ( NSW ) befindet sich im Klieversbergsaal des Congressparks. Zum Konzept der NSW gehört ein verpflichtendes Mittagessen in den Klassen 1 bis 10. Das Konzept sieht weiterhin vor, dass die Kinder das Mittag essen gemeinsam mit ihren Lehrkräften ein nehmen. Ab dem Schuljahr 2014/15 kamen weitere 88 SchülerInnen der 10. Klasse hinzu, welches einen zusätzlichen Bedarf an Sitzplätzen hervorbrachte. Eine entsprechende Ausweitung der Kapazität innerhalb der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten der Mensa war aufgrund fehlender Fläche nicht realisierbar. Die fehlende Fläche wurde geschaffen, indem die Freifläche unterhalb der Auskragung des 1. Obergeschosses in den Innenraum einbezogen wurde. Die raumhohe Glasfront aus einer Pfosten-Riegelkonstruktion in Aluminium setzt an der Außenkante des überkragenden Spiegelsaales an und umschließt die zusätzliche Fläche von ca. 155 qm. Die Erweiterungsfläche hat das Niveau des Außenbereiches erhalten und liegt damit 50 cm höher als die Bestandsfläche der Mensa. Der Höhenunterschied wird durch die bestehende Rampe, die erhalten blieb, sowie durch neue Stufenanlagen überwunden. Der vorhandene Fußboden aus Fliesen blieb ebenfalls erhalten. Ebenso zum großen Teil die be stehenden Natursteinfensterbänke und Heizkörper. Zur Verbesserung des Schallschutzes ist ein Austausch der abgehängten Decke erfolgt. In diesem Zuge konnten zusätzlich notwendige Leitungen im Deckenraum verzogen werden. Weiterhin ist der bestehende Ausgabebereich erweitert worden, um den erhöhten Bedarf an Essensausgaben entsprechen zu können. Sie besteht nun aus vier Ausgabelinien und drei freistehenden Salatbars sowie Wasserspendern mit Schmutzwasserablauf. Der Rückgabereich ist gebündelt im ehemaligen Flurübergang zum Foyer des Congresspark platziert worden. Hier ist Platz für 15 Tablett wagen, die rückseitig in die Küche geschoben werden. Für den entsprechenden Flächenbedarf wurden die Treppenstufen vorverlegt. Mit der Erweiterung ist gewährleistet, dass die NSW ihr Essenskonzept mit allen Primarund Sek I Schülern umsetzen kann. Gegessen wird in drei Schichten. In der 1. Schicht nehmen 160 Schü ler der Primarstufe ihr Mittagessen im Klas sen verbund ein. Die älteren Schüler hingegen be dienen sich selbstständig und wählen ihre Plätze frei aus. Dieser Unterschied in der Konzeption wird auch durch die Möblierung im oberen und unteren Sitzbereich deutlich. Neugestaltete Mensa mit Blick auf die Ausgabetheken, Garderoden und den Haupteingang 37 38 Visualisierung des neuen Eingangsbereiches in das Schulzentrum Fallersleben 1. BA Baubeginn: Januar 2014 1. BA Bauende: Juni 2015 2. BA Baubeginn: Juli 2015 2. BA Bauende: Voraussichtlich Juni 2017 3. BA Baubeging: Juli 2017 3. BA Bauende: voraussichtlich Ende 2018 Baukosten Gesamtmaßnahme: 31.500.000 Euro Projektbeteiligte: bof architekten, Hamburg Leonhardt, Ändra und Partner Beratende Ingenieure, Berlin Drewes & Speth Beratende Ingenieure, Hannover Ingenieurgesellschaft Gebhardt + Schenkewitz, Braunschweig Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig Schulzentrum Fallersleben, Modernisierung und Erweiterung 1. BA und 2. BA Der über die Jahre gewachsene Komplex des Schulzentrums Fallersleben besteht aus einer auf Rechteckgeometrien aufbauenden Gebäudestruktur, die in der stetigen Erweiterung des Schul zentrums begründet ist. Hierbei ist der Zusammenhang der Gebäude untereinander verloren gegangen und die Orientierung im Schulzentrum stark eingeschränkt. Die Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen am Schulzentrum Fallersleben befinden sich im zweiten Bauabschnitt. Der Entwurf ging als erster Preis aus einem Planungswettbewerb hervor. Der Entwurfsansatz zielt darauf ab, den Zusammenhang und die Übergänge zwischen den verschiedenen Gebäuden herzustellen, indem Neu bauten aus gebogenen Raumformen an den Verbindungs- und Gelenkpunkten zwischen den bestehenden Bauteilen ergänzt werden. Diese sogenannten Lernwolken erzeugen eine starke Verknüpfung der Gebäudestruktur. So entsteht eine große Schullandschaft, die dem Schulzentrum nach innen wie nach außen ein eigenes, klares Gesicht gibt. Neben der baulichen und technischen Ertüchtigung der Bestandsbauten ist durch Abriss der Verbindungen und Neustrukturierung des Schulzentrums die Anpassung an neue räumliche und pädagogische Erfordernisse einer ko ope rierenden Ganztagsschule das Hauptanliegen der Gesamtmaßnahme. Hierzu gehören neben der Schaffung von modernen Lern- und Lebensräumen auch Aspekte der Inklusion und Barrierefreiheit. Die Planungsphase wurde prozessbegleitend durch eine intensive Mit wirkung der Schüler, Lehrer und Eltern geprägt. Im ersten Bauabschnitt wurden der Gebäudeteil E und die südlichen Bereiche des Gebäudes D, in dem sich das Gymnasium und die Naturwissenschaftlichen Bereiche befinden, saniert. Zunächst wurde der Abriss der Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Gebäuden und damit die Freistellung der Gebäude realisiert. Parallel dazu fand eine Entkernung innerhalb der Gebäude statt. 39 Bei der Errichtung der künftigen Raumstrukturen sind alle Innenwände als nichttragende Trennwände in Trockenbauweise konzipiert, um flexible und somit nachhaltige Grundrisse zu ermöglichen. Einzelne Räume sind über Falt- oder Schiebewände teilbar. Im hinteren Bereich von Gebäude D verbessern sechs neue Innenhöfe, zahlreiche Oberlichter sowie eine neu geordnete Innenzone die Orientierung. Durch das zusätzlich einfallende Tageslicht können in den Flurzonen an den Höfen indivi duelle Lerninseln angeboten werden. Im Gebäudeteil E erstrahlen die in unterschiedliche Altersstufen gruppierten Allgemeinen Unterrichtsräume in neuem Glanz. Im Erdgeschoss des Gebäudes E ist eine Cafeteria mit Kiosktresen entstanden. Die Stahlbeton-Kassettendecke des A T V B P Q F C G U Haupt- und Realschule Gymnasium Ganztagsbereich Übersicht der Gebäudenummerierung und Neubauten der sogenannten Lernwolken D E Neubau der Verbindungswolke U als eingeschossiger Pavillon an Gebäude C Pausenbereich mit Lichthof im Gebäude D Neue Cafeteria mit Kiosktresen im Gebäude E Bestandes ist als Sichtdecke belassen worden, da sie eine gute raumakkustische Wirkung hat. Aktuell finden im zweiten Bauabschnitt die Ar beiten an den Neubauteilen U, V und T statt. Der Verbindungsbau zwischen den Gebäudeteilen B, C und D, der mit dem Buchstaben T gekennzeichnet ist, wird die größte Verbindungswolke sein. Er bildet das Herzstück des Schulzentrums. Die Haupterschließung wird über diese Haupteingangswolke am Schulhof an der Karl-HeiseStraße erfolgen. Der Gebäudeteil T beinhaltet die Gemeinschaftseinrichtungen Mensa und Bibliothek sowie den gemeinsamen Ganztagsbereich. Zur natürlichen Belichtung tiefliegender Innen be reiche werden auch in dem Verbindungsbau verglaste Oberlichter eingebaut. Die Lochfassade wird als nichttragende Außenwand in Holzelementbauweise ausgeführt. Die Außenverkleidung besteht aus einer farbigen, vertikalen, hinterlüfteten Faserzementverkleidung. Die baukonstruktiv komplexen Neu- und Umbaumaßnahmen am Schulzentrum Fallersleben werden im nächsten Bauabschnitt im Gebäudeteil C weitergeführt. Die Modernisierung und Erwei terung des Schulzentrums Fallersleben schließt mit den Gebäuden der zukünftigen Haupt- und Realschule und den dazugehörigen neuen Pavillons P und Q ab und hat das Potential eine neue und vielleicht einzigartige Schullandschaft zusein, die das Wir-Gefühl und die Identifikation mit dem gesamten Schulzentrum stärkt. Eichendorffschule, Anbau Speisesaal Baubeginn: Oktober 2015 Bauende: Februar 2016 Baukosten: 270.000 Euro Projektbeteiligte: Architektur- und Ingenieurbüro Schmerschneider, Wolfsburg entricon GmbH, Wolfsburg Die Aufgabe an der Grundschule der Eichendorffschule war die räumliche Erweiterung des Speisesaales durch einen vorgelagerten Anbau. Der Flachdachanbau in Holzrahmenbauweise schließt an das bestehende Satteldachgebäude aus den 1950er Jahren unterhalb der Traufe in Ringbalkenhöhe an und fügt sich dadurch in der Höhenentwicklung gut ein. Die Eingriffe in den Bestandsbaukörper konnten durch die gewählte Lage des Erweiterungsanbaus an der Südostecke auf das Rückbauen von den Brüstungen zweier Fenster sowie das Verlegen der Heizkörper beschränkt werden. Der Anbau erweitert die bestehende Mensa um weitere 62 Plätze und schafft Platz für insgesamt 112 Plätze. Anbau mit Anschluss unterhalb der Traufhöhe des Bestandsgebäudes 41 oben: Erweiterungsbau von Westen mit Anbindung an den modellierten Außenbereich unten: Erweiterungsbau von Norden mit Verbindung an den mittleren Flügel des Bestandsgebäudes Baubeginn: August 2015 Bauende: August 2016 Baukosten: 5.400.000 Euro Projektbeteiligte: Koller Heitmann Schütz Architekten, Wolfsburg Struhk Architekten Planungsgesellschaft, Braunschweig W+S Westphal Ingenieurbüro, Braunschweig Ingenieurbüro Falke, Arendsee Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Berufsbildende Schule Anne-Marie-Tausch, Erweiterung Die Berufsbildende Schule Anne-Marie Tausch für Erziehung, Pflege und Therapie in Detmerode ist um elf allgemeine Unterrichtsräume, fünf Gruppenräume, eine Cafeteria sowie die erforderlichen Nebenräume erweitert worden. Zusätzlich wurden neue pädagogische Forderungen der Inklusion und energetischen Optimierung um gesetzt. Der Erweiterungsbau ersetzt die vom Schulkomplex getrennten Behelfsbauten aus den 1980er Jahren. Aufgrund der Bedeutung des Stadtteils als herausragendes Beispiel für den Städtebau der 1960er und 70er Jahre, war eine anspruchsvolle und sensible Auseinandersetzung mit dem Standort gefordert. Der Anbau an der Westseite im Bereich der zweigeschossigen Querflügel stellt die Betonung der historischen städtebaulichen Situation der Durchlässigkeit in Nord-Süd-Richtung wieder her und bietet zudem entscheidende Vorteile für den internen Schulbetrieb. Im Erdgeschoss des mittleren und des südlichen Flügels des Bestandsgebäudes sind direkte Verbindungen an das Flursystem des Neubaus geschaffen. Dadurch entstehen Synergieeffekte wie eine Anbindung an die technische Infrastruktur und kürzere Wege für die Schüler sowie das Lehrpersonal. Das Raumprogramm ist in ident ischer Grundrissstruktur über die zwei Geschosse als einbündiges System mit durchgehend nach Westen orientierten Klassenräumen abgebildet. Im Erdgeschoss wird der bestehende, offene Hof durch eine nach Osten und Westen offen und Offene Innentreppe mit Blick auf den Südflügel des Bestandsgebäudes und den Pausenhof transparent gestaltete Cafeteria als Schwerpunkt der Erweiterung geschlossen. Der nun umbaute Pausenhof ergänzt das Angebot an Freiflächen um eine weitere Qualität. Der neue Riegel verträgt sich mit seiner klaren und disziplinierten Architektursprache und dem Erhalt der wesentlichen Materialien und Farb ge bung denkmalgerecht mit dem Bestandsgebäude. Als Reaktion auf die Sichtbeton- und Mauerwerksfassaden des Altbaus ist eine gestalterisch distanzierte Vorhangfassade aus horizontal angeordneten, naturbelassenen Holzlamellen, die durch Farbklima und Struktur auf das vor handene sandfarbige Sichtmauerwerk reagiert, gewählt. Für die Anbindung an den Außenbereich ist eine unmittelbar im Westen angrenzende Freifläche als neuer Schulhof entstanden, der den Höhenunterschied von ca. 70 cm zwischen Erdgeschoss und Terrain über vorgelagerte Terrassen überwindet. Vor dem Gebäudesockel aus Sicht beton wird dadurch im Bereich der Gruppenräume und besonders der Cafeteria Unterricht im Freien ermöglicht. Für den Übergangsbereich zum Bestandsgebäude sowie für die Fassade zum Innenhof ist eine transparente Pfosten-Riegelkonstruktion gewählt. Ge schlossene Tür- und Fassadenelemente sind im Rahmen eines gesamtheitlichen Gestaltungskonzeptes, auch unter Berücksichtigung der Ge staltung des Bestandgebäudes, farbig akzentuiert. Kursraum Ergotherapie mit großzügigem Außenraum bezug 43 44 links: Neue barrierefreie Erschließung der oberen Geschosse im Verbindungsgelenk rechts: Barrierefreier Zugang in den neuen Verwaltungstrakt Baubeginn: Juli 2015 Bauende: Dezember 2016 Baukosten: 1.500.000 Euro Projektbeteiligte: Architektur- und Ingenieurbüro Schmerschneider, Wolfsburg Ingenieurbüro Reupke, Salzgitter Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig Friedrich-von-Schiller-Schule, Umbau und Modernisierung In der Friedrich-von-Schiller-Schule befinden sich die Friedrich-von-Schiller-Grundschule und der Primarbereich der Friedrich-von-Schiller-Förderschule für Kinder mit Beeinträchtigungen in der körperlichen und motorischen Entwicklung unter einem Dach. Die beiden eigenständigen Schulen im Gebäudekomplex am Walter-Flex-Weg kooperieren seit Jahrzehnten und verfolgen das Ziel der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Auf diese Weise wird ein Erfahrungsumfeld geschaffen, in dem die Kinder Akzeptanz und Toleranz erfahren und zu einem selbstbestimmten und unvoreingenommenen Umgang miteinander kommen. Im Zuge der Einführung der Ganztagsschulen hat sich der Raumbedarf der Schulen an die Aufenthalts- und Differenzierungsflächen erhöht. Weiter hin bedingte die Kooperation der Schulen sowie die inklusive Beschulung eine Ausweitung der Flächen innerhalb des Gebäudekomplexes. Nach dem Umzug des Stadtjugendringes in die Räumlichkeiten des ehemaligen Kirchenkreisamtes in der Kleiststraße stand der dreigeschossige Gebäuderiegel, in dem das Haus der Jugend untergebracht war, den Schulen zur Verfügung. Die Raumbedarfe und entstandenen Anforderungen an die Räume und Funktionen konnten in den vorhandenen Flächen abgebildet werden. In einem umfangreichen Beteiligungsprozess sind ein gemeinsames Konzept sowie die Bedarfe der Musikzimmer mit einfahrbarer Rampe beiden Schulen in Bezug auf die inklusive Be schul ung erarbeitet worden. Neben der Sanierung sowie der Ertüchtigung des Brandschutzes ist eine Umstrukturierung innerhalb des Gebäudeflügels erfolgt. Im Erdgeschoss ist der neue Verwaltungstrakt der Schulen mit diversen Büroräumen in Form einer Nutzungseinheit angeordnet. Im östlichen Gebäudeteil bleiben die Unterrichtsräume erhalten und wurden modernisiert. Das Untergeschoss dient sowohl Unterrichtszwecken, als auch mit der hier untergebrachten Mensa der Vorbereitung, Ausgabe und dem Verzehr der Mahlzeiten. Weiterhin befinden sich in einem kleineren Teilbereich Sanitärräume und Räume für den Hausmeister und die Reinigungskräfte sowie Lager- und Abstellflächen. Das Obergeschoss ist für die therapeutische Arbeit sowie für den Musikbereich hergerichtet worden. Für die Fördergruppen sind mehrere größere Unterrichts- und Bewegungsräume entstanden und im Verbindungsgelenk zwischen dem neuen Gebäuderiegel und des Schultraktes ein zweiter Aufzug eingebaut. Aus dem Bewegungsraum an der nördlichen Giebelseite des Riegels dient eine neue Stahlaußentreppe als zweiter Fluchtweg. Für den Musikraum an der südlichen Giebelseite ist in individueller Hand arbeit eine einfahrbare Rampe getischlert worden. 45 46 Visualisierung des Anbaus vom Schachtweg Baubeginn: März 2016 Bauende: Voraussichtlich Dezember 2017 Baukosten: 12.000.000 Euro Projektbeteiligte: pbr Planungsgruppe Rohling AG , Braunschweig Taged Ingenieurberatung, Bodenwerder Martens Puller Ingenieurgesellschaft, Braunschweig a° blue, Hamburg Carl-Hahn-Schule, Erweiterung In der Carl-Hahn-Schule werden die berufsbildenden Zweige Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheit in einem Gebäude vereint. Aktuell werden hier Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Weiterentwicklung der Schule nachhaltig und zukunftsorientiert ausrichten zu können. Für den Neubau wird der marode Zwischentrakt abgerissen und durch einen fünfgeschossigen Neubau ersetzt. Der neue Gebäudeteil wird das entkernte Haus A und das bestehende Haus B gestalterisch zu einem Haus zusammenführen. Der Neubau verlängert das Haus A als linearer Baukörper und bildet eine klare einheitliche Raum kante zum neuen Vorplatz am Schachtweg. Die Fuge zum Haus B ermöglicht die öffentliche Durchwegung des dahinterliegenden Schulhofes. Das Entree bildet der neue Campusplatz, der als Torsituation für das gesamte Quartier fungiert und zum einladenden Treffpunkt für Schüler, An wohner und Passanten wird. Das Erdgeschoss, weitgehend transparent verglast, und die gläserne Halle lassen Blicke auf den ebenfalls öffentlichen Bereich des innen liegenden Schulhofs zu und sind ein Zeichen der Öffnung zum Quartier. Die Fassade erhält ihre Prägung durch die äußere Hülle mit beweglichen Sonnenschutzlamellen auf durchlaufenden Geschossbändern, die beide Häuser zu einem angenehm proportionierten Volumen verbinden. Das Gebäude wird in seiner neuen geo metrischen Mitte erschlossen. Ein großer Luftraum im Eingangs bereich empfängt die Besucher und Nutzer der Schule und führt sie über eine am Luftraum Grundsteinlegung mit dem Namensgeber Prof. Dr. Carl Hahn 47 angeordnete einläufige Treppe in die Obergeschosse. Um den Luftraum herum entsteht so die neue zentrale und gut auffindbare Vertikalerschließung der Schule. Der abgeschlossene Lehrerbereich mit der Lounge befindet sich im 1. Obergeschoss. Die Unterrichtsräume liegen in den drei oberen Geschossen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Zonierung des Erdgeschosses. Bestand und Neubau verbinden sich zu einem großzügigen Raumbereich mit den Funktionen des Forums, der Cafeteria, der Internetplätze und des Multifunktionsraums. Das Forum kann seine Fassade zum Schulhof öffnen und ist für vielfältige auch außer schul ische Veranstaltungen nutzbar. Die Cafeteria, als offener Bereich mit Terrassen zum Campusplatz und zum Schulhof hin, unterstreicht damit die Öffnung der Schule zum Quartier. Das Handwerkerviertel ist ein überregional bedeutender Standort für Lehre und Bildung und ein wichtiger innerstädtischer Wohnstandort. Mit dem Umbau und Anbau an der Carl-Hahn-Schule findet eine Initialzündung statt, die dem Quartier im Bereich Städtebau, Erscheinungsbild und Freiraum zu neuer Identität verhilft. Innenraumperspektive vom Eingangsbereich 48 Ansicht von Südost im Rohbau auf den MINT-Riegel hinten und die Zweifeldhalle vorne Baubeginn: März 2016 Bauende: Voraussichtlich Juli 2017 Baukosten: 24.500.000 Euro Projektbeteiligte: Koller Heitmann Schütz Architekten, Wolfsburg ARGE IPRO Leipzig NL der IPRO Dresden/ A + I Planungsgruppe, Wolfsburg Obermeyer Planen und Beraten, Hannover Ratsgymnasium, Neubau MINT /Sport Pes a ptg ebä talo zzia llee ude bau MIN T Hau Tra akt Lageplan des Neubaus am Ratsgymnasium Tra . 5– 6 kt 3 b -Tr kt 3 Tra kt 2 kt 1 Tra NW SPH Die allgemeinen Unterrichtsräume mit integrierten Lerninseln im Flurbereich sind im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss angesiedelt. An der offen en Foyertreppe befinden sich im 1. Obergeschoss der Ganztagsbereich und die Bibliothek. Im aufgeständerten, zur Pestalozziallee gewandten Kopfbau, ist der sogenannte „ DSP -Würfel“ angeordnet, der dem Darstellenden Spiel dient. Das 2. und Aul Neu Der Erweiterungsbau MINT (Mathematik, Infor matik, Naturwissenschaften und Technik) mit an gegliederter Sport- und Gymnastikhalle wird an Stelle der abgebrochenen Sporthallen errichtet. Der viergeschossige Bau an der westlichen Grundstücksgrenze schafft durch den grundstückstiefen Riegel eine klare städtebauliche Raumkante. Die Höhe des Neubauteils vermittelt zwischen dem Hauptgebäude und dem Rathaus. Der MINT -Riegel wird aus dem verkehrsberuhigteren Bereich der Rathausstraße heraus über einen neuen Eingang erschlossen. In dieser Ebene befindet sich die kleine Sporthalle, welche gleichzeitig als Versammlungsstätte dienen soll, und direkt an das großzügige zwei geschossige Foyer angrenzt. Der Abschluss zum Bestandsgebäude im Bereich der Aula erfolgt zunächst mit einer provisorischen Außenwand, an der später der Ersatzneubau für das Hauptgebäude anschließen soll. 3. Obergeschoss beherbergen die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume mit den erforderlichen Sammlungsräumen. Als Ersatz für die bereits abgebrochenen Sporthallen wird neben einer Gymnastikhalle im Erdgeschoss auch eine Zweifeldhalle im Kellergeschoss errichtet, die so weit wie möglich in das Gelände hinein modelliert ist. Dazu war ein Bodenaushub bis zu 5,7 m unter Geländeoberkante erforderlich. Als Baugrubenumschließung wurde aufgrund des Grundwasserspiegels eine überschnittene Bohrpfahlwand mit rückwärtiger Verankerung hergestellt. Die Fundamentplatten sind aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt, im Bereich der Sporthalle wurden zusätzlich Microbohrpfähle zur Auftriebssicherung eingebaut. Das Tragwerk ist im Wesentlichen ein Stahlbetonskelettbau. Als Dachtragwerk kam beim Riegelbau ebenfalls Stahlbeton zum Einsatz, in den Sporthallen und dem Bereich der Pausenhalle wurden Holzbinder mit Holzsystemdecken verwendet. Die Außenwände erhalten ein Wärmedämmverbundsystem und im Bereich des eingedrehten Würfels eine Vorhangfassade mit vorpatinierten Kupferplatten. Neu Spo bau rth alle Der Schulkomplex des Ratsgymnasiums, das äl teste und traditionsreichste Gymnasium im Stadtgebiet, bestehend aus Sporthalle, Aula, Hauptgebäude sowie Trakt 1 bis 3 wurde in den 1950er Jahren errichtet. Der Naturwissenschafts trakt und eine weitere Sporthalle sind 1976 in Betrieb genommen. Defizite in den Unterrichtsräumen, aber auch ein in die Jahre gekommener naturwissenschaftlicher Trakt und die sanierungsbedürftigen Sporthallen erforderten eine zu kunfts orientierte Herrichtung. Im Jahr 2012 wurde der Anbau an den Trakt 3, die Sphäre 5+6 feierlich eingeweiht. Das Obergeschoss des Traktes 3 wurde ein Jahr später saniert. 49 Sportstätten Schwimmbad Sandkamp Seite 52 Mehrzweckhalle Reislingen Seite 55 Funktionsgebäude Barnstorf Seite 54 52 Eingang in die Schwimmhalle Baubeginn: Juli 2012 Bauende: März 2016 Baukosten: 3.975.000 Euro Projektbeteiligte: A+I Planungsgruppe, Wolfsburg A+I Generalingenieure, Wolfsburg Low-E Ingenieurgesellschaft, Wolfenbüttel Schwimmbad Sandkamp, Sanierung Das Schwimmbad in Sandkamp ist Bestandteil des Gebäudeensembles Sportzentrum Sandkamp. Dieses besteht aus den drei Nutzungseinheiten Schwimmbad, Sporthalle und dem DRK Kindergarten Sandkamp. Die Sporthalle wurde bereits in den vorangegangenen drei Bauabschnitten grundlegend modernisiert und energetisch er tüchtigt. Den Abschluss der Generalsanierung am Sportzentrum Sandkamp bildet die fertiggestellte Sanierung des Schwimmbades. Die Baumaßnahmen im Innenbereich des Schwimm bades erfolgten schwerpunktmäßig unter den Gesichtspunkten der Neugliederung und Er weiterung der vorhandenen Raum struk tu ren, der Modernisierung des raumbildenden Ausbaus einschließlich der technischen Gebäudeausrüstung und der Optimierung des baulichenBrand schutzes. Die Gebäudehülle wurde unter energetischen Gesichtspunkten modernisiert. Im Zuge der Umbauarbeiten im Innenbereich wurden die Boden-, Wand- und Deckenbeläge erneuert sowie die Sanitär- und Umkleidebe reiche mo dernisiert. Diese erlauben nun auch eine unein geschränkte rollstuhlgerechte Nutzung der Schwimm halle. Den Schwerpunkt bildete jedoch die Erneuerung des Schwimmbeckens. Dieses ist ca. 16,6 m lang, 8 m breit und kann durch einen Hubboden bis auf 3 m Wassertiefe stufenlos verfahren werden. Die Innenwände des Schwimmbeckens sind mit einem Edelstahlblech ausgekleidet. Am BeckenModernisierte Schwimmhalle mit Edelstahlbecken rand wurde eine zweiteilige Überlaufrinne montiert, die den Geräuschpegel durch abfallendes Schwallwasser in der Schwimmhalle deutlich senkt. Das ca. 400 cbm umfassende Badewasservolumen wird durch Umwälzpumpen bedarfs gerecht, entsprechend der Besucherzahl und dem Verschmutzungsgrad, über Sandfilter gereinigt. Um angenehme raumklimatische Bedingungen im Schwimmbad zu erzielen, wurde die Heizungsanlage, einschließlich dem Verteilernetz und der Heizkörper, komplett erneuert. Die gesamten haustechnischen Anlagenkomponenten können per Fernwartungen überwacht und ausgelesen werden. Einen wesentlichen Schwerpunkt der Baumaßnahmen bildete die energetische Sanierung der Gebäudehülle. Die wärmeübertragenden Hüllflächen der Außenbauteile wurden vollflächig erneuert und energetisch aufgewertet. Die vorhandenen Flachdächer verfügten ehemals über eine innenliegende Entwässerung. Die Entwässerung der Dachflächen wurde, mittels einer neuen Gefälledämmung, zu einer außenliegenden Entwässerung umgestaltet. Die Außenwandflächen wurden mit einem Wärmedämmverbundsystem bekleidet sowie Fenster und Fassadenkonstruktionen mit einer energieeffi zien ten Verglasung ausgestattet. Die äußeren Gestaltungsmerkmale des Schwimmbades wurden mit der vorangegangenen Moder n isierung der Sporthalle detailgetreu abgestimmt und erzielen ein gesamtheitlich modernes Erschein ungsbild des Gebäudeensembles. 53 54 Funktionsgebäude Barnstorf, Neubau Status: Ausführungsplanung Baubeginn: Februar 2017 Bauende: Voraussichtlich März 2018 Baukosten: 1.652.000 Euro Projektbeteiligte: nb+b Architekten+Ingenieure, Wolfsburg A+I Generalingenieure, Wolfsburg Auf dem Gelände der Sportanlage in Barnstorf ist ein neues Funktionsgebäude in Bau. Das bestehende Funktionsgebäude des Sportvereins Barnstorf ist aufgrund von Setzungsschäden für abgängig erklärt worden. Der Neubau wird aus städtebaulichen und funk tionalen Gründen an derselben Stelle errichtet. Mit Entwicklung der letzten Jahre hat sich auch der Raumbedarf des Vereins erhöht und ist im Zuge der Planung entsprechend weiter entwickelt worden. Das Raumprogramm sieht zusätzliche Umkleiden für den Außensport, einen Schiedsrichterraum mit Krankenliege, zwei Außentoiletten, einen Außen ge räteraum sowie notwendige Nebenräume vor. Des Weiteren ist ein Vereinsbüro und eine Sauna ge plant, die der SV Barnstorf anmieten und selbst ausstatten wird. Der Neubau zeichnet sich durch seine kompakte Form aus und nimmt die Baulinie der benach barten Zweifeldhalle auf. Der eingeschossige Bau wird lediglich durch die Mehrzweckhalle überragt, und lässt über umlaufende Oberlichter natürliches Licht in den Innenraum. Innerhalb des Gebäudes ist die Wegeführung in die Halle getrennt von den Umkleiden für den Außensport nutzbar, um Verschmutzung und Verschleiß voneinander zu trennen. Besonderer Wert wurde bei den Neubauplanungen auf die Inklusion gelegt. Rollstuhlfahrer können die Halle und alle Umkleide- und Duschbereiche uneingeschränkt nutzen. Der Eingang in das neue Funktionsgebäude ist der Zweifeldhalle zugewandt. In Zuge des Neubaus werden auch die Außenanlagen mit dem vorhandenen Außensitzbereich und dem Grillplatz, als zentral verbindendes Element zwischen den beiden Eingängen, neu gestaltet. Isometrie des geplanten Neubaus mit Außensitzbereich und Grillplatz Mehrzweckhalle Reislingen, Neubau Status: Vorplanung Die Mehrzweckhalle am Bötzel in Reislingen soll erneuert werden. Das in die Jahre gekommene Gebäude mit angegliederter Gaststätte, Kegelbahn und Schießstand entspricht nicht mehr einer zeitgemäßen Sportstätte. Eine Sanierung stellt sich unwirtschaftlich dar. In und an der Mehrzweckhalle wird in verschiedenen Sparten Sport getrieben. Daher ist mit den Nutzern des Vereins FC Reislingen im Vorfeld ein Beteiligungsverfahren zum Austausch über bestehende Defizite, dem derzeitigen Umfang der angebotenen Sportarten und der voraussichtlich en Entwicklung durchgeführt worden. Die Er gebnisse der Nutzerbedarfe sind in die Bedarfsermittlung der Neubauplanung eingeflossen. Es ist vorgesehen den Neubau in zwei Bauabschnitten zu realisieren. Im ersten Bauabschnitt soll der ungenutzte Teil im rückwärtigen Bereich mit Gaststättenbetrieb und Wohnung abgebrochen werden, um an dieser Stelle eine Einfeldhalle mit Umkleidebereichen sowie den erforderlichen Nebenflächen zu errichten. In der zweiten Phase ist beabsichtigt, den vorderen Gebäudeteil der Halle durch einen neuen, zweigeschossigen Baukörper zu ersetzen. In gleicher Niveauebene zu der Einfeldhalle wird hier eine Gymnastikhalle mit separaten Funktionsbe reichen anschließen. Aufgrund der Hanglage wird auch das Untergeschoss barrierefrei er schließ bar sein. Im Untergeschoss und in näch ster Nähe zum Naturrasenplatz werden Umkleide räume für den Außensportbereich und die Sanitärtrakte für die Sportler und Zuschauer an ge siedelt. Ein Außengeräteraum sowie weitere, notwendige Nebenräume werden das Raum programm ergänzen. 55 Das bauabschnittsweise Vorgehen bietet den Vorteil, dass der Betrieb auf dem Außensportgelände und anschließend innerhalb der Mehrzweck halle, während der Baumaßnahmen, weitergeführt werden kann. 2. BA 2. BA Untergeschoss 2. BA 1. BA Erdgeschoss Konzeptstudie des Neubaus 2. BA 1. BA Bauten für das Sozialwesen Freiwillige Feuerwehr Velstove Seite 64 Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde Seite 62 Feuer- und Rettungswache Seite 70 Betriebshof der Wolfsburger Abfall wirtschaft und Straßenreinigung Seite 66 Kinderkliniken Somatik und Psychosomatik Seite 68 Verwaltungsstelle Fallersleben Seite 58 58 Haupteingang in die Verwaltungsstelle mit der Büste von Hoffman von Fallersleben Baubeginn: Oktober 2014 Bauende: September 2016 Bauende Haupteingangstreppe: Februar 2017 Baukosten: 1.415.000 Euro Projektbeteiligte: Stefan Klemm Architekt, Wolfsburg Ingenieurgesellschaft Gebhardt+Schenkewitz, Braunschweig Verwaltungsstelle Fallersleben, Generalsanierung Die Generalsanierung der Verwaltungsstelle in Fallersleben umfasste alle Bereiche vom Keller bis zum Dach und behandelte auch die Flächen der Außenanlagen. Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes dient der Stadt Wolfsburg als Außenstelle der Meldestelle und KfZ-Zulassungsstelle. Auch das Büro der Orstbürgermeisterin von Fallersleben ist hier. Ferner befindet sich im Gebäude die Stadtteilbibliothek im ersten Obergeschoss, ein Büro für den städtischen Archäologen im Dachgeschoss und alte Gefängniszellen als Museumsräume für den Heimatverein im Kellergeschoss. Die Baumaßnahmen fanden im laufenden Betrieb statt. Die Funktionen der Verwaltung und Sprechstelle wurden zeitweise in Bürocontainer ausge lagert. Etappenweise wurde das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss im Dezember 2015 und das Dachgeschoss und Kellergeschoss inklusive der neuen Drainage und Hofpflasterung im September 2016 fertig gestellt. Die markante Treppe am Haupteingang konnte im Januar 2017 wieder in Nutzung genommen werden. Im Zuge der Generalsanierung ist der Einbau eines Aufzuges mit Haltestellen vom Keller geschoss bis in das Obergeschoss erfolgt. Dadurch ist erstmalig eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes über die Gebäudesüdseite möglich. Unerwartete Herausforderungen brachte bei den Abbrucharbeiten für den Aufzugsschacht, der ex trem harte und dicke Beton, sogenannter blauer Beton, wie er bei Bunkeranlagen anzutreffen ist, mit sich. Bedingt durch den Einbau des Aufzuges wurden verschiedene Raumverschiebungen in den einzelnen Etagen erforderlich. Die, durch die Raumverschiebung neu gestalteten Sanitäranlagen, wurden komplett saniert. Sämtliche weiteren Räume haben neue Bodenbeläge er halten, der Wartebereich für die Melde- und Zulassungsstelle in Form von einem neuen Natursteinbelag. Die neu ange- schaffte Möblierung in der Wartezone rundet das Erscheinungsbild einer modernen Verwaltungsstelle ab. In allen Stockwerken erfolgten Anstricharbeiten an Wänden und Decken, sowie Ausbesserungen und Lackierarbeiten an Fenstern und Türen. Überraschend ist während der Malerarbeiten in zwei Räumen auf eine Wand gestaltung mit der Walzenschablone als Tapetenersatz gestoßen worden. In einem Raum ist diese ausschnittsweise erhalten und restau ratorisch überarbeitet worden. Blick in den Wartebereich der Verwaltungsstelle 59 60 Im Obergeschoss lädt der neu gestaltete Bibliotheksbereich zum Stöbern und Entdecken ein. Die ehemaligen Arrestzellen im Kellergeschoss wurden zu Besichtigungszwecken hergerichtet. Im Dachgeschoss ist der südöstliche Dachboden zum Lagerraum ausgebaut worden. Die Dach s a nie rung selbst beinhaltete eine neue Dacheindeckung, eine zusätzlich Dämmung in den Dachschrägen der ausgebauten Dachräume nach der Energieeinsparverordnung und auch die Restaurierung der Dachgauben. Saniertes Treppenhaus Beschädigte Stellen an der Fassade sind ausgebessert worden und die Fassade erhielt einen neuen Anstrich nach ursprünglichem Vorbild. Die Heizungsanlage mit den Heizungsverteil leitungen und Heizflächen wurde komplett ersetzt. Die Wasserversorgungsanlagen und Elektroinstallation wurden mit Anpassungen an den heutigen Standard erneuert und eine Einbruch meldeanlage installiert. Das Treppenhaus erhielt eine brandschutztechnische Ertüchtigung durch eine Brandmeldeanlage und neue Brandschutztüren. Die historischen Malereien im Treppenhaus wurden feuersicher gerahmt und konnten im Treppenhaus verbleiben. Freigelegte und restaurierte bauzeitliche Wandgestaltung Die Kelleraußenwände waren stark durchfeuchtet, da der Feuchteschutz fehlte. Zur Kellertrockenlegung wurde das Gebäude bis zur Unterkante der Kellersohle freigelegt. Die freigelegten Kelleraußenwandflächen wurden mit einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung gegen anstehendes Wasser abgedichtet. Zusätzlich schafft eine neue Ringdrainage Entlastung. Die Pflasterflächen um das Gebäude wurden, nach der Erneuerung der Grundleitungen im Außenbereich, neu verlegt. Auf der südlichen Freifläche ist, gemäß dem Brandschutzkonzept, eine neue Feuerwehrzufahrt angelegt worden. Die Sanierung der Haupteingangstreppe war erforderlich, da die Standsicherheit gefährdet war. Die Außentreppe wurde abgetragen und unter weitest gehender Verwendung der vorhandenen Bauteile wieder aufgebaut. Neue Betonstufen sind, in Abstimmung mit der Denkmalpflege, nach altem Vorbild der Farbe, Oberfläche und Form, eingebaut worden. Neuer Aufzug für die barrierefreie Erschließung Ansicht der Freiwilligen Feuerwehr Vorsfelde von der Helmstedter Straße 1. BA Baubeginn: September 2014 1. BA Bauende: Februar 2015 2. BA Baubeginn: Oktober 2015 2. BA Bauende: Dezember 2015 Baukosten: 252.000 Euro Projektbeteiligte: Geschäftsbereich Hochbau ohne externe Beteiligte Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde, Sanierung und Modernisierug Die Freiwillige Feuerwehr in Vorsfelde wurde in zwei Bauabschnitten modernisiert und den ak tuellen Bedarfen angepasst. Der erste Bau abschnitt bezog sich auf das Erdgeschoss. Die Sanitärbereiche wurden komplett kernsaniert. Neben der Erneuerung der haustechnischen In stallationen wurden die Raum zu schnit te auf die veränderten Anforderungen der Ortsfeuerwehr abgestimmt und durch eine funk t ionalere Raum aufteilung ein verbesserter Ablauf ge währleistet. Die Außenhülle im Erdgeschoss hat im ersten Bauabschnitt eine energetische Ertüchtigung erfahren, indem neue Fenster und Türen nach dem Stand der Energieeinsparordnung eingebaut wurden. In einem zweiten Bauabschnitt wurde mit der Sa nierung im Obergeschoss des Gerätehauses fortgefahren. Auch hier sind die alten Fenster ersetzt worden. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Modernisierung des Schulungsbereiches. Ein Einbauschrank über die gesamte Länge des Raumes integriert die neue Lüftungsanlage und bietet den erforder lichen Stauraum. Auch ein neuer Beamer wurde unter die Decke angebracht. Die Position der einfahrbaren Leinwand bietet von allen Plätzen des Schulungs raumes eine gute Sicht auf die Leinwand. Die Fenster sind mit einer elektrisch fahrbaren Verdunkelungsanlage ausgestattet. Sämtliche Verkabelungen werden unsichtbar in der neuen Akustikdecke oder unter dem neuen Bodenbelag geführt. Für die neue technische Ausstattung des Schul ungs raumes und der Büros war es zudem erforderlich, die Unterverteilung des Elektronetzes zu erweitern. Die Arbeits- und Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Vorsfelde ist während der Baumaßnahmen kaum beeinträchtigt worden, da die Umbauarbeiten in enger Abstimmung zwischen den Beteiligten an die Gegebenheiten der Feuerwehr angepasst wurden. Schulungsraum mit neuem Einbauschrank Neuer Sanitärbereich 63 64 Neue Fahrzeughalle mit integrierter Sprechstelle und der „ehemaligen Grundschule“ im Hintergrund Baubeginn: August 2015 Bauende: März 2016 Baukosten: 822.000 Euro Projektbeteiligte: Fiedler+Häckl Architekten, Hildesheim Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig bow Ingenieure, Braunschweig Freiwillige Feuerwehr Velstove, Neubau Fahrzeughalle mit integrierter Sprechstelle Die Freiwillige Feuerwehr in Velstove hat eine neue Fahrzeughalle mit Anbau, genutzt als Orts sprechstelle, erhalten. Der Neubau wurde not wen dig, da das im Sicherheitskonzept der Feuerwehr vorgesehene Fahrzeug in der alten Fahrzeughalle keinen ausreichenden Platz fand. Die alte Fahrzeughalle enthielt weiterhin keine separaten Umkleide- und Sanitärräume und entsprach somit nicht den Vorgaben der Feuerwehr- DIN . Die neue Fahrzeughalle ist an Stelle des Pavillons des Dorfgemeinschaftshauses, zwischen alter Fahrzeughalle und der ehemaligen Grundschule, errichtet worden. So konnte die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Velstove während der Bauzeit aufrechterhalten werden. Der Eingang in die neue Fahrzeughalle befindet sich gegenüber der ehemaligen Grundschule, in der die Sozialräume und der Schulungsraum untergebracht sind. Der zwischen dem Sozialtrakt und der neuen Fahr zeughalle entstandene und weiterhin als Park platz genutzte Vorplatz ist aufgewertet worden und fungiert als zentrales Verbindungselement zwischen den beiden Gebäuden der Orts feuerwehr. Durch einen im Osten gelegenen Eingang wird die neue Ortssprechstelle separat erschlossen. Stiefelwaschanlage zwischen Fahrzeughalle und Flur Der Neubau beherbergt die Fahrzeughalle mit zwei Einstellplätzen. Über einen Flur werden die geschlechtsspezifisch getrennten Umkleidetrakte mit Duschbereich und die WC s erschlossen. Die Umkleideräume für 20 Männer und fünf Frauen haben direkten Zugang zur Fahrzeughalle. Die Schwarz/Weiß-Trennung erfüllt der zwischen Fahrzeughalle und Flur gelegene Bereich der Stiefel wäsche mit Container zum Einwerfen kontaminierter Schutzbekleidung. Auf der Rückseite der Fahrzeughalle befinden sich eine Werkstatt mit Lagerfläche sowie der von auß en zugängige Hausanschlussraum. Die Fahrzeughalle überragt die seitlich flankierenden, niedrigeren Baukörper des Umkleide- und Sanitärtraktes einerseits und der Sprechstelle andererseits. Als Dachform sind Flachdächer gewählt. Die Dachkonstruktion als Sparren- Pfettendach mit sichtbarer Holzschalung wird aufgelagert auf Unterzügen aus Stahl- und Brettschichtholzprofilen. Das Portal zur Fahrzeughalle ist, in An lehnung an die denkmalgeschützte ehemalige Grundschule und die angrenzende Nachbarbebauung, mit Ziegelmauerwerk ver blendet. Fahrzeughalle mit zwei Einstellboxen und mitfahrender Absauganlage 65 66 Visualisierung der Neubauten von der zentralen Erschließungsachse Baubeginn: Mai 2016 Bauende: Voraussichtlich Sommer 2018 Projektbeteiligte: JSWD Architekten, Köln Bohne Ingenieure, Siegen IWB Ingenieurgesellschaft, Magdeburg Betriebshof der Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, Neubau Werkstätten übliche Mengen an Ölen, Fetten und sonstigen Betriebsflüssigkeiten und schadstoffhaltigen Gebinden gelagert. Des Weiteren werden hier Reparaturen an allen Fahrzeugarten durchgeführt. Nach der Werkstatt folgt die Fahrzeugpflegehalle. Diese besteht aus drei Feinwaschplätzen und fünf Grobwaschplätzen, einer Waschanlage für Abfallbehälter und Abstellbereiche für Altfahrzeuge sowie größere Fundsachen wie Fahrräder. An die Waschhalle schließt die frostfreie Halle der Fahrzeugabstellung an. Auf der großzügigen Dachfläche ist eine Photovoltaik anlage vorgesehen. Das nachfolgende Streumittellager ist für die Aufnahme von 1.000 t Splitt, 5.000 t Streusalz und 40.000 l Sole aus gelegt. Das Grundstück für den neuen Betriebshof liegt an der Marie-Curie-Allee im Gewerbegebiet Vogelsang II. Die Gebäuderiegel sind in Zeilen angeordnet. Die Baukörper für Verwaltung, Werkstatt, Fahrzeugpflege, Fahrzeugabstellung und Lager sind jeweils mit der Stirnseite an einer Erschließungsachse vorgesehen. Die Erschließung erfolgt von hier aus über Stichstraßen und führt über die Hofbereiche an die Längsseiten. Die Hallen sind grundsätzlich von zwei Seiten anfahr- und durchfahrbar. Dadurch kann un nötiger Wendeverkehr ausgeschlossen werden. Das Grundstück wird von einer gestaltgebenden Zaunanlage umschlossen. Dabei belässt die opti mierte Gebäude- und Erschließungsstruktur einen großzügigen Freiflächenanteil. Die ein gerückte Zaunanlage schafft entlang der Marie- Curie-Allee einen mit Alleebäumen besetzten Grünraum. Zaun und Baukörpervolumen ver zahnen sich zu einer Einheit und das Erschließungssystem bietet Mitarbeitern und Gästen eine gute Orientierung. Die Verwaltung und die Hallenbauten werden in einer Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Eine Ausnahme bildet das Streumittellager, bei dem aufgrund des Lagergutes Salz eine Holzbauweise zur Anwendung kommt. Die Oberflächen bleiben den Nutzungen entsprechend in einer Sicht betonoptik erhalten. Die verschiedenen Baukörper werden von einer gemeinsamen Fassadenfamilie bekleidet. Sie ist als Metall-Vorhangfassade aus einem hohen An teil aus recycletem Material angedacht. Eine vertikale Struktur aus verformten Stahl blechen verleiht den Gebäuden gemeinsam mit dem außen liegenden Sonnenschutz, je nach Wetterlage, ein wechselndes Erscheinungsbild. Über die differenzierte Ausformulierung der einzelnen Gebäude vermittelt die Planung trotz der großen Baumasse eine angenehme Maßstäblichkeit und Eigenständigkeit aller Gebäude. Das Verwaltungsgebäude befindet sich im Zugangs bereich des Grundstücks und bildet mit einem der Erschließungsstraße zugewandten großzügigen Foyer eine starke Empfangsgeste. Das dreigeschossige Gebäude beinhaltet die ge samte Verwaltungsfunktion vom Vorstand über die Betriebswirtschaft, die Verwaltungsteile der Abfallwirtschaft und die Verwaltungsteile des Technischen Betriebes. Eine gebäudeübergrei fende Technikzentrale ist auf dem Dach vorgesehen. Hinter dem Verwaltungsgebäude ist die Werkstatt angeordnet. In den Lagerbereichen werden für Kaltlager 2 Kaltlager 1 Streumittellager Fahrzeugabstellung Fahrzeugpflege KFZ-Werkstatt Verwaltung Lageplan des neuen Betriebshof Vorhaltefläche Betriebshof Straßenbau und Projektkoordination & Grün 67 68 Visualisierung der Neubauten Somatik auf der linken Seite und Psychosomatik auf der rechten Seite Baubeginn Psychosomatik: Herbst 2015 Baubeginn Somatik: Mitte 2016 Bauende Psychosomatik: Mitte 2017 Bauende Somatik: Mitte 2018 Projektbeteiligte: Koller Heitmann Schütz Architekten, Wolfsburg Rauh Damm Stiller Partner Architekten, Hattingen KMG Ingenieurgesellschaft, Berlin Neumann-Berking und Bendorf Planungsgesellschaft, Wolfsburg Klinikum Wolfsburg, Neubau der Kinderkliniken Somatik und Psychosomatik Am Klinikum Wolfsburg entstehen Neubauten für die Kliniken der Kinder- und Jugendmedizin. Die Standorte befinden sich am nord-westlichen Rand des Klinikumgeländes. Die Nähe zum Haupt eingang und zur zentralen Verteilerhalle gewährleistet die gewünschte und notwendige Anbindung und ermöglicht eine optimale Integration in das Gesamtgefüge der Klinik. Die Maßnahme gliedert sich in zwei einzelne Projekte. Das Hauptgebäude, die somatische Klinik für rein körperliche Erkrankungen, wird künftig 63 Betten beherbergen. In direkter Nachbarschaft wird das Gebäude der Psychosomatik, in der seelisch kranke Kinder behandelt werden, mit 16 Betten gebaut. Hier befand sich ehemals das Ärztewohnhaus, das im Zuge der Neubaumaßnahme abgebrochen wurde. Der unter dem Haus liegende begehbare Versorgungsschacht mit Medienführungen für das gesamte Klinikum bleibt erhalten und ist weiter in Betrieb. Das Gebäude der Psychosomatik besitzt neben dem Erdgeschoss mit überdachtem Haupteingang und der Teilunterkellerung für die haustech nischen Anlagen, ein weiteres Obergeschoss. Das Erdgeschoss beherbergt im Foyer neben der Anmeldung diverse Gruppen- und Therapieräume, Bereiche für Unterricht, Gespräche und Untersuch ungen sowie des weiteren Personal- und Funktionsräume. Das Obergeschoss gliedert sich im Wesentlichen in zwei Wohngruppen für den Patientenaufenthalt. Diese beinhalten insgesamt 8 Einzel- und vier Doppelzimmer mit eigenen Sanitärzellen. Den Einheiten sind jeweils ein Auf enthaltsbereich mit Küche und Rückzugszone sowie ein Dienstzimmer zugeordnet. Die Erschließung der beiden Geschosse erfolgt über eine Treppe mit großer Fensterfront, die einen Ausblick ins Grüne, Richtung Tiergehege, freigibt. Das Gebäude der Somatik, bestehend aus einer halbovalen Form auf runden Stützen, verfügt über eine direkte Verbindung zum Altbau. Auf zwei Obergeschossen sind der klinische Arztdienst mit Funktionsdiagnostik und die Notfallbehandlung und weiterhin die drei Stationen der Somatik unter gebracht. Dabei handelt es sich um die Station für Frühgeborene und Intensiv behandlung, die Station für pädiatrische und operative Säuglinge und Kinder und die Station für infektiöse Kinder und Jugendliche mit separatem Eingang. Das Eingangsgeschoss der Somatik ist gegenüber den oberen Ebenen als leicht zurückversetztes Sockelgeschoss mit einem offenen Fassadencharakter konzipiert. Auch die Gebäudehülle für die zurückliegende Technikzentrale im obersten Geschoss ist gegenüber der Hauptfassade zurückversetzt. Die Fassaden beider Gebäude werden als gedämmte, hinterlüftete Systeme mit Faser zement tafeln und Ton-Formziegeln bekleidet. Die Ansichten sind von großen Fensterflächen geprägt, welche sich in der Teilung nach den Reihungen der Pa tientenzimmer richten. Die Neubauten nehmen die Farbgestaltung und Materialität der umliegenden Bestandsgebäude auf und werden harmonisch in das Gesamtgefüge des Klinikkomplexes aufgenommen. 69 70 Visualisierung der neuen Feuer- und Rettungswache Status: Genehmigungsplanung Projektbeteiligte: Gatermann+Schossig Architekten, Köln G-Tec Ingenieure, Wenden-Rothenmühle pbr Planungsgruppe Rohling, Magdeburg Actes Consultants Technology & Engineering, Wien Feuer- und Rettungswache, Neubau Die bestehende Feuer- und Rettungswache in der Dieselstraße erfüllt nicht mehr die technischen und funktionalen Anforderungen an eine zeit gemäße Wache. Der Entwurf für den Neubau ging aus einem Architektenwettbewerb mit vorgeschalteten qualifizierten Auswahlverfahren hervor. Für den Neubau steht das in Osten an grenzende Grundstück der WAS zur Verfügung, dass als Be triebshof genutzt wird und derzeit baulich an seinem neuen Standort im Vogelsang II errichtet wird. Da die Kapazität des Grundstücks zur Umsetzung des Raumprogramms und der umfangreichen Außenflächen eng begrenzt ist, bestand die zentrale Aufgabe des Wettbewerbs in der geschickten Verteilung der Funktionsbereiche, unter Beachtung der für den optimalen Betrieb notwendigen Funktionszusammenhänge. Der geplante Gebäudetyp basiert auf einem Dop pel hofprinzip, der den introvertierten Nutz ung en der Rettungs- und Feuerwache Rechnung trägt und den bestehenden Gebäudetyp fortsetzt. Gleichzeitig wird hierdurch der Schallschutz für die anschließende Wohnbebauung geschaffen, die sich über die Allee des Amselwegs erstreckt. Das Gebäude wird in horizontal geschichtete Einzelvolumina aufgelöst, die zur Dieselstraße leicht gegeneinander verdreht sind und dadurch Lageplan der neuen Feuer- und Rettungswache auf verschiedene Fluchtlinien reagieren. Zum Amselweg ist eine parallele Raumkante vorgesehen, hier tritt das Gebäude relativ weit von der Baugrenze zurück und erzeugt dadurch eine deutliche Aufweitung des Raumes. Der Neubau verbindet die Feuer- und Rettungswache zum einen gestalterisch und ermöglicht zum anderen die Realteilung als separate Einheiten. So können die unterschiedlichen Nutzungseinheiten der Feuer- und Rettungswache, aufgrund möglicher Organisationsveränderungen, autark funktionieren. Daraus bildet sich eine klare geschossweise Trennung unter Berücksichtigung der Aufgaben und der hohen Sicherheitsanfor de rungen ab. Getrennte, transparente Zugänge an den Gebäudeecken erschließen die unterschiedlichen Nutzungseinheiten. Alle Einheiten haben direkt zugeordnete Regenerationsbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität, auch im Freien. 71 Gemeinschaftsunterkünfte in den Rohwiesen Suhler Straße Neubau Heinrichswinkel Reaktivierung Rohwiesen Rohwiesen Neubau Erweiterung Hafenstraße Erweiterung Am Drömlingsstadion Neubau HeinrichNordhoff-Str. Neubau dauerhaft 2015 2016 2017 temporär Borsigstraße Reaktivierung ehem. Jugendwerkstatt Umbau ehem. Tischlerei Umbau Winterbau Umbau Heinenkamp Neubau Zeitstrahl der Fertigstellungen Detmerode Neubau Flüchtlingsunterkünfte Im Oktober 2015 stellte sich die Aufgabe zur sofort igen Planung und kurzfristigen Umsetzung von Unterbringungsmöglichkeiten für die Zahl von mehreren tausend Flüchtlingen. Es lagen nur Schätzungen vor. Der These folgend, dass die Integration von Flüchtlingen nur erfolgreich sein kann, wenn die Unterbringung in sozial integrierten Lagen erfolgt, sollten die Unterkünfte in Lagen mit integrationsunterstützender Infrastruktur errichtet werden um perspektivisch alle langfristig bleibenden Flüchtlinge unterzubringen. Aufgrund der Vielzahl der unterzubringenden Personen erschien es nicht möglich und nicht wirtschaftlich, dieses Ziel mit nur einer Gebäudetypologie zu erreichen. Ein differenziertes, paralleles Vorgehen wurde erforderlich. Aus dieser Erkenntnis heraus, wurden drei Formen der Unterbringung bereitgestellt: › Erstaufnahmeeinrichtungen, die als zeitlich begrenzte Sofortquartiere in bestehenden Sporthallen eingerichtet worden sind. › Gemeinschaftsunterkünfte, für die Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen, zur temporären Nutzung und mit dem Ziel diese Unterkünfte anschließend wieder zurück zu bauen. Dieser Unterbringungsform gehören Gebäudetypologien wie beispielsweise Leichtbauhallen und Wohncontainer an. Außerdem wurden Bestandsgebäude zur Nutzung als temporäre Unterkünfte umgebaut. › Gemeinschaftsunterkünfte, die langfristig und dauerhaft nutzbar sind und einer Nachnutzung als Mietwohnungen zugeführt werden können. Für diese Art der Unterbringung sind Neubauten in Modulbau- oder Systembauweise als auch in Massivbauweise errichtet worden. Im Zuge der Standortsuche wurden insgesamt 61 bebaubare Flächen und Bestandsgebäude von der Verwaltung auf Eignung untersucht. 73 Erstaufnahmeeinrichtungen Aufgrund der hohen Anzahl an Flüchtlingen hat das Land Niedersachsen die Kommunen aufgefordert, nichtregistrierte Flüchtlinge aufzunehmen. Neben der Aufnahme einer festgelegten Anzahl von bereits registrierten Flüchtlingen nach dem Königsteiner Schlüssel erfolgte die zusätzliche Erstaufnahme von 500 Geflüchteten. Die Menschen wurden, da Wohnungen und Heime in der erforderlichen Zahl nicht zur Verfügung standen, zunächst in Sporthallen untergebracht. Die Auswahl der Sporthallen als Erstaufnahmeeinrichtungen erfolgte unter Berücksichtigung der Lage, der aktuellen Nutzungssituation, der Hallen- und Umfeldgröße sowie einer gerechten Verteilung auf das Stadtgebiet. Als Erstaufnahmeeinrichtung wurden neben der Turnhalle der Berufsbildenden Schulen in der Dieselstraße auch die Turnhalle der Grundschule Alt Wolfsburg, die Sporthalle in der Beuthener Straße in Mitte-West einschließlich der Mobilbauten auf der Freifläche vor der Sporthalle und die Ballsporthalle Mörse im Herzbergweg baulich hergerichtet. Gemeinschaftsunterkünfte temporärer Art Für die Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen war es aufgrund der hohen Nachfrage auf dem Wolfsburger Wohnungsmarkt notwendig, die Personen zunächst in kurzfristig errichtbaren Sammelunterkünften zu beherbergen. Solche Unterbringungsmöglichkeiten temporärer Art umfassen separierte Schlafbereiche mit Mehrbettbelegung und gemeinschaftlich genutzten Küchen- und Sanitärbereichen. Sie zeichnen sich durch kurze Errichtungszeiten aus. Über das Stadt gebiet verteilt sind Gemeinschaftsunterkünfte temporärer Art sowohl in Form von Neubauten als auch durch die Herrichtung von Bestandsimmobilien entstanden. 74 So ist beispielsweise in gut viermonatiger Planungs- und Bauzeit im Gewerbegebiet Heinenkamp die erste temporäre Flüchtlingsunterkunft in Hallenbauweise errichtet worden. In sieben Wohnhallen, einem Sanitärcontainerbereich und einer Gemeinschaftshalle konnten bis zu 400 Menschen untergebracht werden. Mit Rückgang der Flüchtlingszahlen sind die Unterkunft im Heinenkamp sowie weitere Unterkünfte in behelfsmäßig hergerichteten Bestandsgebäuden inzwischen nicht mehr belegt. Als letzte Sammelunterkunft ist die Containerwohnanlage in Detmerode noch in Betrieb. Gemeinschaftsunterkünfte nach dem Wolfsburger Baukastensystem und dauerhafter Wohnungsbau Anlieferung der Raumzellenmodule der Gemeinschaftsunterkünfte Am Drömlingstadion Containerwohnanlage in Detmerode Mit dem Anforderungsprofil einer flexiblen Bauweise sollte in möglichst kurzer Planungs- und Bauzeit eine wirtschaftliche Lösung gefunden werden, die parallel zu der Errichtung von Unterkünften temporärer Art eine selbstständige Wohnform für Asylbewerber ermöglicht und darüber hinaus auch eine nachhaltige Nutzung in der Verwendung als Mietwohnungsbau darstellt. Aus diesem Anlass ist das Wolfsburger Baukastensystem entwickelt worden: Zu Gebäudekomplexen zusammenfassbare Einheiten eines modularen Systems sind nach dem Prinzip eines Baukastens 75 universell veränderbar und ermöglichen ein flexibles Anpassen an das jeweilige Grundstück und die Anzahl aufzunehmender Personen. Die Vergabe der Bauleistungen erfolgte auf Grundlage einer funktionalen Leistungsbeschreibung an einen Generalunternehmer. Funktional erfüllen diese Bauten allgemein üb liche Anforderungen an Grundrisse, die zu Wohn zwecken genutzt werden. Im Hinblick auf die Anforderungen an die Möblierbarkeit der Ausstattung der Bereiche, separate Wohn- und Schlafräume, Küchen mit Essbereichen und getrennte Sanitärbereiche und Abstellräume ermöglichen sie den Bewohnern ein eigenständiges Leben. Als erste Gemeinschaftsunterkünfte sind die Wohnkomplexe in der Suhler Straße und in den Roh wiesen entstanden. Die bestehende Unterkunft in der Hafenstraße in Fallersleben ist auf diese Weise erweitert worden. Im Ergebnis wurde erreicht, dass die Bautätigkeit zur Unterbringung von Flüchtlingen auch genutzt werden konnte, um langfristig Wohnraum für alle Wohnungssuchenden zu schaffen. An den Standorten in der Heinrich-Heine-Straße und Am Drömlingstadion erfolgten Planungsanpassungen um den Anforderungen an den Mietwohnungsbau, wie beispielsweise DIN-gerechte Barrierefreiheit, die wohnungsweise Erfassung der Wasser- und Energieverbräuche und eine Nachrüstung von Balkonen gerecht zu werden. Eine Nutzung als einfacher Wohnungsbau ist somit an diesen Standorten mittelfristig gegeben. Gemeinschaftsunterkünfte in Hallenbauweise im Gewerbegebiet Heinenkamp Kultur- und Veranstaltungsstätten E-Mobility-Cube Theater Seite 78 Burg Neuhaus Seite 84 Seite 82 78 Das Theater von Hans Scharoun städtebaulich und landschaftlich eingebettet am Fuße des Klieversbergs Baubeginn: Mai 2014 Bauende: November 2015 Baukosten: 31.500.000 Euro Projektbeteiligte: Brenne Gesellschaft von Architekten, Berlin, als Generalplaner Busse & Partner, Berlin Ingenieurgesellschaft Meinhard Fulst, Braunschweig Theater Engineering Ingenieurgesellschaft, Unterhachingen Energydesign, Braunschweig Anja Stadler Restaurierung, Osterwiek sowie weitere Berater und Sachverständige Theater, Generalsanierung Der einzige realisierte Theaterbau von Hans Scharoun bildet den Endpunkt der aus der Porsche straße führenden Stadtachse und wurde am Fuße des Klieverberges bewusst in Szene gesetzt. Mit seinen abwechslungsreichen Raumfolgen, des Gleichgewichts zwischen Bauwerk und Natur, der herausragenden Akustik und des intensiven Kontakts zwischen Bühnengeschehen und Publikum ist es ein architektonisches Meisterwerk. Der Bau geht auf einen Wettbewerb aus dem Jahre 1965 zurück und hat bis zur Fertigstellung im Jahre 1973 unterschiedliche Planungsschritte durchlaufen. Letztlich wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine drastisch gekürzte Variante rea li siert, bei der vor allem im Bereich der Lager- und Verwaltungsflächen gekürzt wurde. Während sich das Theater oberflächlich betrachtet in einem guten Zustand befand, gab es dringenden Handlungsbedarf bei der Gebäudesubstanz und im Bereich der Technik. Ziel der Generalsanierung war es, das Gebäude in nur 18 Monaten baulich zu ertüchtigen und gleichzeitig Bühnentechnik, Brandschutz und Sicherheitstechnik zu modernisieren. Die Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten betrafen die Aufarbeitung der Boden-, Wand- und Deckenflächen sowie die energetische Sanierung des Daches, der Fenster und feststehenden Verglasungen sowie die Dämmung des Sockelbereichs. Die von Beginn an zu kleinen Bühnenlager erhielten eine bauliche Erweiterung. Die bauzeitlichen Einbauten und das Mobiliar wurden denkmalgerecht aufgearbeitet und die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elek troinstallation komplett erneuert. Das Herzstück der Instandsetzung bildete der Zuschauersaal mit seiner hervorragenden Akustik. Die Putzflächen der Decken und Treppenläufe und die Holzbekleidungen der Wände einschließlich der Akustiksegel wurden behutsam gereinigt und restauratorisch überarbeitet. 79 Von besonderer Bedeutung im Theatersaal ist die Bestuhlung. Mit den markanten Holzrückenlehnen, und den roten Polstern stellen sie sich nach der sorgfältigen Aufarbeitung wieder in gleichem Erscheinungsbild dar, und haben doch lüftungstechnisch im Inneren der Rückenlehnen eine Optimierung erfahren. Unter Zuhilfenahme von Computersimulationen, Laborprüfständen und zusätzlicher Technik konnte die Art der Lüftung beibehalten und gleichzeitig eine Verbesserung nicht nur der Behaglichkeit und des Raumklimas, sondern auch der Akustik erreicht werden. Die notwendige energetische Verbesserung der Gebäudehülle sollte denkmalgerecht nur Maßnahmen umfassen, die das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht beeinträchtigten. In diesem Zu sammenhang sind es neben der Dämmung aller Dachflächen vor allem die Fenster gewesen, die mit einer verbesserten Isolierverglasung ausgestattet wurden. Dabei konnten im Wesentlichen alle Rahmen- und Flügelprofile und sogar die Glashalteleisten weiterverwendet werden. Die vorhandenen Downlights im Foyer und im Zuschauersaal wurden mit einer innovativen LED Technik ausgerüstet und exakt wieder an gleicher Stelle montiert. Die Downlights in der Foyerdecke Empfangshalle mit verglastem, dezent schimmernden Kassentresen wurden von Scharoun nicht gleich mäßig, sondern mal verdichtet und mal aufge lockert in der Fläche angeordnet. Auf diese Weise ergeben sich unterschiedlich intensiv ausgeleuchtete Bereiche. Hier war eine Ausnahmegenehmigung der Bauaufsicht erforderlich, denn normalerweise gilt für solche Verkehrsflächen aus Sicherheitsgründen die Forderung der gleich mäßigen Ausleuchtung. Im Foyer und den Verwaltungstrakt wurden die im Laufe der Jahrzehnte abgenutzten Bekleidung en, Bodenbeläge und Abhangdecken erneuert, die exakt nach der bauzeitlichen Art wiederher gestellt werden konnten. In diesem Zuge konnten die Brandschutz- und Sicherheitsinstallationen hier untergebracht werden. Maschinen- und Handzüge oberhalb der Bühne für die Bühnenbilder Die Ertüchtigung bezieht sich vor allem auf die Bereiche der technischen Infrastruktur und der Technikzentralen. Die gegenüber den bauzeitlichen Anlagen erheblich gesteigerten Belange der Technik stellten hinsichtlich der Struktur der Bausubstanz eine Herausforderung dar, denn die Zukunftsfähigkeit des Theaters hängt entscheidend von der Einhaltung der Sicherheitsauflagen bei Brandschutz, Sicherheitsbeleuchtung, Alarmierungsanlagen und Flucht wegen ab. Gerade hier war der Spielraum für Kompromisse gering. Die durch den Austausch bedingten Veränderungen können direkt sichtbar sein oder aber für den Nutzer verborgen bleiben. Die Bühnentechnik konnte bauzeitlich weitgehend erhalten werden. Aus sicherheitstechnischen Gründen und zur Verbesserung des Betriebs ablaufes wurden die An triebe der beweglichen Elemente anlagen- und steuerungstechnisch verbessert. Die Audio-VideoTechnik ist dem heutigen Standard angepasst und erneuert worden. Die als erforderlich erkannten Ergänzungen der räumlichen Kapazitäten erfolgten größtenteils unterirdisch. Die Löschwasserversorgung erfolgte bisher über die Trinkwasserleitung, was heute nicht mehr zulässig ist. Da kein natürlich vorhandenes Wasserreservoir vor Ort zur Verfügung Zuschauerraum während der Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten steht, ist als einzige denkmalverträgliche Lösung, eine unterirdische Zisterne angelegt worden. In diesem Zuge wurde auch die bauzeitliche Trafoanlage komplett erneuert und zusammen mit den neuen Komponenten und Schaltschränken der eingebrachten modernen Gebäude- und Bühnentechnik in den unterirdischen Räumen untergebracht. Die oberirdischen Anbauten konnten in das Baugefüge integriert werden, ohne dass das architektonische Erscheinungsbild litt. Das organische Entwurfskonzept Hans Scharouns kam dem entgegen. Den barrierefreien und rollstuhl ge rechten Anforderungen entsprechend, wurde durch einen Anbau an das Foyer eine Flächenerweiterung geschaffen, der einerseits die WC - Anlagen vergrößert und andererseits erstmals ein behindertengerechtes WC ermöglicht. Im Sinne der Inklusion wurden ebenso im Eingangsbereich Rampen und automatische Türöffner angebracht und im Zuschauersaal Stellplätze für Rollstühle geschaffen. Die Veränderung wurde so geplant, dass sich die bauzeitliche Bestuhlung jederzeit komplett wiederherstellen lässt. Zusammen mit den neuen unterirdischen Magazinen tragen die Hinzufügungen deutlich zur Entspannung der Platzverhältnisse bei. Mit viel Engagement haben alle Beteiligten daran gearbeitet, die Qualitäten dieses großartigen Ge bäudes zu erhalten. Von den tief greifenden Sanierungsmaßnahmen ist vieles zu spüren, aber nur wenig offen sichtbar. Lediglich der Eingangsund Kassenbereich ist denkmalverträglich attraktiver gestaltet worden. Der Kassenraum ist im Windfang nach vorn versetzt und empfängt die Zuschauer nun mit vergrößerter Front. Zuschauerraum nach fertiggestellten Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten 81 Blick auf die Burg Neuhaus vom Burgteich Baubeginn: Februar 2015 Bauende: September 2016 Baukosten: 1.150.000 Euro Projektbeteiligte: Stefan Klemm Architekt, Wolfsburg Ingenieurbüro Schrader, Arendsee Dehne+Kruse Brandschutzingenieure, Wolfsburg Burg Neuhaus, Brandschutzsanierung Die 1371/72 erbaute historische Wasserburg Neuhaus mit angrenzendem Park vereint heute in ihren Gemäuern zahlreiche Nutzungen. So sind hier unter anderem das Heimatmuseum, die Sprech stelle, der Rittersaal mit Küche als Dorfgemeinschaftsräume, diverse Künstlerateliers und Ausstellungsräume sowie Schlafräume für Gastkünstler, der DRK Kindergarten und eine Turnhalle untergebracht. Die Maßnahmen an der Burg Neuhaus umfassten hauptsächlich die Brandschutzsanierung, in deren Folge Sanierungen und Überarbeitung der einzelnen Bereiche erforderlich wurden. Die seitens des Ortsrates geforderten Maßnahmen, wie die Umsetzung der Küche des Rittersaales, die Erweiterung des Museums sowie die Erweiterung des Geräteraumes für die Turnhalle und einen Lagerraum für den Schneepflug sind, unter Berück sichtigung des Brandschutzes und des Denkmalschutz es, in diesem Zuge ebenfalls zur Aus führung gekommen. Alle vier Flügel der Burganlage wurden betrachtet und die Brandabschnitte neu gefasst oder ertüchtigt und die Brandmeldetechnik und Sicherheitsbeleuchtung erneuert. Als Erschließung der Künstlerateliers im Obergeschoss ist im Ostflügel, anstelle der vorhan denen Holztreppe, der Einbau einer Betontreppe in einem neuen Treppenhaus erfolgt. Die Schaffung eines zweiten Fluchtweges zwischen den Künstlerateliers und dem Kindergarten, über einen geplanten Treppenlauf im Obergeschoss des Ostflügels, führte zu uner warteten Schwierigkeiten. In den alten Bestandplänen waren andere Höhenlagen der Fußböden ein gezeichnet. Diesem Umstand ist pragmatisch entgegnet worden, indem der Treppenlauf kurzerhand um einige Stufen erweitert wurde. Die proviso rische Außentreppe für die Kita konnte anschließend wieder demontiert werden. Neues Treppenhaus mit Betontreppe als Ersatz für die Holztreppe Denkmalpflegerisch sanierte Sandsteintreppe zum Burgteich Begleitend zu den Brandschutzmaßnahmen sind als Nebenmaßnahmen der Parkettboden im Rittersaal aufgearbeitet und die sanierungs bedürftige Sandsteintreppe zur Veranstaltungsfläche am Burgteich gemäß den Vorgaben der Denkmalpflege abgetragen und wieder aufgebaut worden. Am Eingangsportal in den Innenhof der Vierflüge lanlage ist das in die Jahre gekommene Tor durch ein neues Hoftor ersetzt worden. Die Arbeiten an der Burg Neuhaus fanden etappen weise und im laufenden Betrieb statt. Mit der Brandschutzsanierung konnte ein wicht iger Sicher heitsaspekt sowie ein weiterer großer Schritt in Richtung Aufwertung der Räumlichkeiten vollzogen werden. 83 Ansicht von Südost auf den E-Mobility-Cube Baubeginn: November 2014 Bauende: Oktober 2015 Baukosten: 1.300.000 Euro Projektbeteiligte: modulorbeat, Münster Bollinger+Grohmann Ingenieure, Berlin Dehne, Kruse Brandschutzingenieure, Gifhorn Architekturbüro Klemm, Wolfsburg E-Mobility-Cube, Neubau Am Willy-Brandt-Platz ist zwischen Hauptbahnhof und städtischer Parkpalette das neue Mobilitätszentrum entstanden. Im Rahmen des vom Bund und Land geförderten und von der Investitions- und Förderbank Niedersachsens (NBank) mitfinanzierten Programms „Schaufenster Elektromobilität“ werden Formen einer neuen Mobilitätskultur vorgestellt. So ist der E-Mobility-Cube ein Anlaufpunkt für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer und zeigt die innovativen Möglichkeiten von Elektromobilität auf. Auch wird hier die Möglichkeit gegeben, zwischen verschiedenen Fortbewegungsmitteln umzusteigen: Pedelecs und Elektroautos stehen zum Verleih. Der prägnante Standort in zentraler und optimal angebundener Verkehrslage wurde mit einer signifikanten Architektur kombiniert, um das Thema Elektromobilität sichtbar in den Stadtraum zu tragen und zukunfts weisende Mobilitätskonzepte für eine breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Der Gebäudekörper ist aus einer Mischbauweise, bestehend aus Stahlelementen und einer Holzkonstruktion, konzipiert. Die tragenden und aussteifenden Wände sind in Holzmassivbauweise aus Brettsperrholz hergestellt. Die Geschossdecken und das Flachdach wurden als Holzbalkendecken ausgeführt. Im Erdgeschoss wird man vom großzügigen Foyer mit Informationstresen empfangen. Im 1. Obergeschoss befindet sich eine Ausstellungsfläche. Die beiden Etagen sind über einen Luftraum miteinander verbunden. Das 2. Obergeschoss ist durch eine Kombination aus Aufenthaltslounge und Arbeitsplätzen im Co-Working-Space für die Nutzung von Zwischenzeiten vorgesehen. Ein Konferenzraum mit Besucherterrasse in Richtung denkmalgeschützter Fassade des VW -Werks ist im 3. Obergeschoss untergebracht. Die oberen Stockwerke werden durch eine zentral angeordnete Treppe sowie einen Plattformsenkrechtlift erreicht. Der E-Mobility-Cube wird über eine Fußbodenheizung beheizt, die an eine Luft-/Wasser- 85 Wärmepumpe angeschlossen ist. Die Wärmepumpe bezieht ihren Strom unter anderem über eine aus 8 Modulen bestehende Photovoltaikanlage, die auf dem Dach aufgestellt ist. Der erzeugte Strom wird in die Elektroanlage des Gebäudes eingespeist und zu ca. 90 % selbst genutzt. Überschüssiger Strom wird in das LSW -Netz abgegeben. Eine weitere Besonderheit stellt die Fassade dar, die das Thema Mobilität aufnimmt. Die vertikal gegliederte Vorhangfassade aus gekanteten Aluminiumblechen lässt das Gebäude von unterschiedlichen Standorten ganz unterschiedlich wirken. Die Mobilität des Betrachters verändert hier die Wahrnehmung. Das Erdgeschoss öffnet sich mit großzügigen Verglasungen zum Straßenraum und macht Lust auf einen Besuch. In Teilbereichen sind auf den verschiedenen Etagen Rücksprünge aus der Fassadenebene angeordnet. Große Fensteröffnungen in den Obergeschossen bieten, wie Schaufenster, Einblicke in das Gebäude und verknüpfen es mit dem Außenraum. Im Innenraum entstehen so spannende Aussichtspunkte im Spannungsfeld von Innenstadt, Hauptbahnhof und VW -Werk. Frontale Ansicht auf den E-Mobility-Cube mit Eingangsbereich Wettbewerbe 88 Modellfoto 1. Preis Springmeier Architekten Planungsbeschluss V 0247/2012 EU-Bekanntmachung 22. Januar 2015 Rückfragenkolloquium 27. April 2015 Preisgerichtssitzung 23. September 2016 Ausstellung 24. Oktober 2016 bis 02. November 2016 Neubau Grundschule Leonardo-da-Vinci Gegenstand des Realisierungswettbewerbs war der Neubau der zweizügigen Primarstufe Leo nardo-da-Vinci am Schulstandort Kreuzheide. Der Wettbewerbsentwurf sollte sich in die vorhandenen Wegestrukturen des Schulstandortes einbinden und gleichzeitig, im Zusammenspiel mit dem Bestand und dem 2014 fertiggestellten Mensaneubau, eine qualitative Eingangssituation schaffen. Zur Neubaukonzeption und dem Raumprogramm der Grundschule wurde mit den beteiligten Lehr kräften und ErzieherInnen ein Beteiligungsprozess durchgeführt, dessen Ergebnisse in die Aufgabenstellung eingeflossen sind. Unter den eingereichten 13 Wettbewerbsbei trägen hat das Preisgericht den Entwurf von Springmeier Architekten aus Braunschweig mit dem 1. Preis prämiert. Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll: „Die Grundschule integriert sich mit großer Selbst verständlichkeit in das bestehende Gefüge von Solitären, die zu raumbildenden städtebaulichen Strukturen zusammengefügt sind. Der‚Neu zugang’ ist bei aller Bescheidenheit dennoch in der Lage, der Grundschule ein eigenständiges Gesicht zu geben. Die Verfasser erreichen dies nicht durch einen formalen Ansatz, sondern entwickeln die Figur aus den Chancen der Aufgabe heraus, ‚Lernlandschaften’ auch im Baukörper abzubilden. Die ‚Lernhäuser’ im Obergeschoss sind gut ab lesbar, durch dazwischen liegende Terrassen ab gegrenzt. Die vier Terrassen sind nicht nur will kommene Außenräume für diese Lernlandschaften, sondern sind nebenbei auch in der Lage, für die ohnehin notwendigen Rettungswege und Treppen genutzt zu werden. […] Über eine zentrale Treppe im ‚Forum’ erreicht man die vier Lernhäuser, die im Inneren flexibel auf pädagogische Konzepte angepasst werden können. Die äußere Anmutung des Hauses assoziiert durchaus den Typus ‚Grundschule’ und ist unterscheidbar von anderen Typologien. Der Baukörper ist kompakt und flächeneffizient, vermittelt aber dennoch Großzügigkeit im räumlichen Gefüge. Alles in allem ein kluges Haus und ein attraktiver neuer Baustein im bestehenden Schulcampus.” 89 90 Modellfoto ausgewählter Konzeptentwurf Esa Ruskepää Architects mit Vogt Landschaftsarchitekten Planungsbeschluss V 1721/2015 EU-Bekanntmachung 03. Februar 2016 Rückfragenkolloquium 11. April 2016 Verhandlungsgespräch 18. Mai 2016 Ausstellung 01. bis 11. September 2016 Verhandlungsverfahren Neubau Campus Hellwinkel Der Campus Hellwinkel bildet den östlichen Ab schluss des neu entstehenden Stadtquartiers Hellwinkel mit rund 750 Wohneinheiten und leitet über zu der schon bestehenden Grundschule Hellwinkel. Durch die Erweiterung des Stadtteils Hellwinkel wird ein neuer Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen entstehen. Um diese sicherzustellen, soll auf dem nicht genutzten Sportplatz der Hellwinkelschule eine Kindertagesstätte errichtet und um einen Aktivspielplatz ergänzt werden. Eine neue Mensa kombiniert die Essensversorgung für Schule und Kindertagesstätte. Unter 39 Bewerbungen von Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten aus dem In- und Ausland wurden fünf Büros zum Verhandlungsgespräch aufgefordert. Die Teilnehmer waren zusätzlich aufgefordert, einen Konzeptentwurf zu erstellen. Durch die Bewertungskommission wurden Esa Ruskeepää Architects aus Helsinki und Vogt Landschaftsarchitekten aus Zürich, London und Berlin ausgewählt Aus dem Konzeptentwurf: Esa Ruskeepää, Architekt: „Die Architektur des neuen Campus ist ökologisch geprägt, gesundheitsorientiert, naturbelassen und nachhaltig. Die gewählten Grundformen lassen Raum für eigene Vorstellungen und Interpretationen. Klar definierte Räume und qualitativ hochwertige sowie natürliche Materialien verleihen dem Campus eine Identität, die Moden überdauert. Auf subtile Art lebhafte Texturen und eine präzise Formensprache vermitteln zwischen dem Ursprünglichen, dem emotional Erfahrbaren und dem künstlich Geschaffenen. Großzügiges Tageslicht, eine solide Bauweise, natürliche Belüftung und der Verzicht auf schädliche Materialien erzeugen eine ruhige, fokussierte und gesunde Atmosphäre zum Lernen, Erholen und Spielen.” Johannes Hügle, Landschaftsarchitekt: „Der neue Campus liegt eingerahmt zwischen bestehender Schule, Kita und Mensa. Er ist als offener, multifunktional nutzbarer Raum kon zi piert, der von Schule, Kita, Aktivspielplatz und Anwohnern des Quartiers gemeinsam genutzt wird. Über den Campus verteilte sozial aktive Räume helfen der Kindertagesstätte dabei sich aktiv mit der umgebenden Nachbarschaft zu vernetzen. Drei baumbestandene Plätze im Norden, Osten und Westen bilden die Eingänge zum Campus und dienen gleichzeitig Schule, Kita und Mensa als flexible Außenräume, die je nach Tageszeit und Bedarf für Parken, Aufenthalt, Spiel oder Veranstaltungen genutzt werden können. Im Süden verbindet die Quartierspromenade den Campus mit dem Quartier und dient bei gutem Wetter als Außenfläche für die Mensa.” 91 92 Abbildungsverzeichnis Seite 2 Ansgar Wilkendorf Seite 49 IPRO Leipzig Kitas und Jugend Seite 12–15 Lars Landmann Seite 16–17 Olaf Mahlstedt Seite 18–19 Lars Landmann Seite 20 MOSAIK, Hannover Seite 22 ASSMANN BERATEN + PLANEN AG, Braunschweig Seite 24 Planungsteam III, Gifhorn Seite 25 Dohle+Lohse Architekten, Braunschweig Seite 26 Varnhorn+Stindt Architekten, Braunschweig Seite 28 oben: Dohle+Lohse Architekten, Braunschweig; unten: O.M . Architekten, Braunschweig Seite 29 monokrom, Hamburg Sportstätten Seite 52–53 Lars Landmann Seite 54 nb+b Architekten+Ingenieure, Wolfsburg Schulen Seite 32 Lars Landmann Seite 33–35 Ansgar Wilkendorf Seite 36 Lars Landmann Seite 38–39 bof architekten, Hamburg Seite 40–43 Lars Landmann Seite 46 pbr Planungsbüro Rohling, Braunschweig Seite 47 links: Britta Schulze; rechts: pbr Planungsbüro Rohling, Braunschweig Bauten für das Sozialwesen Seite 64–65 Lars Landmann Seite 66–67 JSWD Architekten, Köln Seite 68 Rauh Damm Stiller Partner Architekten, Hattingen Seite 70–71 Gatermann+Schossig Architekten, Köln Seite 72 Lars Landmann Kultur- und Veranstaltungsstätten Seite 78–81 Lars Landmann Wettbewerbe Seite 88 Carsten Meier Seite 90 Lars Landmann Soweit nicht separat angegeben, liegen die Urheberrechte der Abbildungen bei der Stadt Wolfsburg. Impressum Herausgeber: Stadt Wolfsburg – Baudezernat Redaktion: Geschäftsbereich Hochbau Gestaltung und Satz: doppelpunkt Kommunikationsdesign, Berlin Druck: print 24 Auflage: 1000 © Stadt Wolfsburg 2017 Das dritte Mal in Folge erscheint die, von kleinen bis über komplexere Bauvorhaben reichende Dokumentation unserer Bautätigkeit der vergangenen zwei Jahre. Der Schwerpunkt der Projekte liegt auf den bereits fertig gestellten Bauten, aber es werden auch in dieser Ausgabe wieder Projekte vorgestellt, die sich aktuell noch in der Ausführung oder Planung befinden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erforschen der für Sie zusammengestellten Projekte und der Broschüre HochbauT 2015/16. BEEINDRUCKEND JUNG