HochbauT Wolfsburg Dokumentation 2015/16

Werbung
HochbauT
Wolfsburg
Dokumentation 2015/16
Herausgeber: Stadt Wolfsburg – Baudezernat
BEEINDRUCKEND JUNG
HochbauT
Wolfsburg
Dokumentation 2015/16
Herausgeber: Stadt Wolfsburg – Baudezernat
Hauptversammlungsort in der „gemeinsamen Mitte“ im Neubau der Sek I der Neuen Schule Wolfsburg
Kitas und Jugend
Schulen
Sportstätten
Kultur- und Veranstaltungsstätten
Bauten für das Sozialwesen
Vorwort
Wolfsburg wächst – dies hat sich 2015/16
deutlich gezeigt und das wird auch unter den
veränderten Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten und Jahren unverändert gelten.
Die Wohnbauoffensive geht voran und im letzten
Jahr haben die Bauarbeiten zur Erschließung
weiterer 2.000 Wohneinheiten begonnen.
130.000 Einwohner sind das erklärte Ziel bis zum
Jahr 2020. Das hat auch Konsequenzen für die
städtische Infrastruktur – Schulen, Jugendeinrichtungen und Kindertagesstätten, Sport- und Kulturstätten, Feuerwehrhäuser und vieles mehr –,
deren Räume optimiert, ertüchtigt, erweitert oder
sogar neu gebaut werden müssen. Eine forcierte
Entwicklung im Wohnungsbau bedingt auch vielfältige Aufgaben für den Geschäftsbereich Hochbau mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
die ebenso zeitnah wie funktionsgerecht umzusetzen sind.
Die vorliegende Dokumentation HochbauT 2015/16
reflektiert die zuletzt fertiggestellten Pro jekte
und zeigt ihre hohen architektonischen Quali tä ten.
Die Generalsanierung des Wolfsburger ScharounTheaters ist hier sicher als Leuchtturmprojekt
zu nennen, das überregional große Beachtung
gefunden hat, aber auch im Zeit- und Kostenplan
geblieben ist. Daneben finden sich fünf Kita-Bauten unter den Projekten vom modularen Systembau über die räumliche Erweiterung bis zum
Neubau des bisher größten Kinder- und Familienzentrum für Wolfsburg, sowie sechs Schul bauten,
welche bezogen auf den Baube reich deutlich
unsere städtischen Schwerpunkte Bil dung und
Familie widerspiegeln. Und das meine ich nicht
nur quantitativ. Denn gerade hier sind aus verschiedenen Wettbewerbs- und Gutachterverfahren herausragende Architekturen hervorgegangen,
die den jungen Nutzern ein in spirierendes Lernund Lebensumfeld bieten werden. Dazu zählen
insbesondere der Neubau für Sekundarstufe 1
der Neuen Schule Wolfsburg an der HeinrichHeine-Straße und die Erweiterung für das Schul-
zentrum Fallersleben, deren 1. Bauabschnitt in
den Betrieb gegangen ist und deren 2. Bauabschnitt aktuell umgesetzt wird. Aber auch kleinere
Erweiterungsmaßnahmen wie an der BBS AnneMarie-Tausch in Detmerode haben sehr überzeugende Ergebnisse erbracht. Im Bau befinden
sich unter anderem die Carl-Hahn-Schule und der
MINT -Trakt des Ratsgym nasiums.
Mein Dank gilt allen Beteiligten, die diese Ergebnisse möglich gemacht haben – den Kolleginnen
und Kollegen in den verschiedenen Geschäfts bereichen, die als „Bauherren“ Aufgaben und An sprüche formulierten, den politisch Verantwortlichen, die nicht selten schon im Wettbewerb die
Lösungen auf den Weg gebracht haben, und den
engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
im Geschäftsbereich Hochbau unter Leitung von
Dr. Christian Brinsa. Die Qualität der letzten Jahre
sollte auch für die kommenden Zeiten unser Maßstab sein. Wir werden nicht nachlassen im Bestreben um gute städtebauliche und architektonische
Konzepte und dafür auch weiterhin immer wieder
den Entwurfsvergleich suchen.
Denn Qualität fängt in der Planung an.
Kai-Uwe Hirschheide,
Stadtbaurat der Stadt Wolfsburg
Gebaute Erfolge
Im Zuständigkeitsbereich der Öffentlichen Hand
gibt es in Deutschland insgesamt erhebliche
zusätzliche Finanzmittel und nach Aussagen der
Politik soll schon bald „Gebautes erfolgen“.
Straßen, Wohnungsbau, Brücken, Schulen, Kindergärten. Der Bürger gewinnt den Eindruck: Alles
wird neu oder zumindest (endlich) saniert. Bald
schon. Am Geld wird es in nächster Zeit nicht
mehr scheitern.
Allerdings, so wird dann doch wieder Wasser in
den Wein gegossen, könnten Kapazitätsengpässe
eine projektbegrenzende Rolle spielen. Insbesondere bei der personellen Ausstattung der Behörden.
Der Hochbau der Stadt Wolfsburg hat das Thema
„Geld-Projekte-Personal“ aufgrund ertragreicher
Gewerbesteuereinnahmen der letzten Jahre
bereits durchleben können.
2013 prognostizierten wir im Vorwort des HochbauT 2011/2012, dass „der zu leistende Bauumsatz sich mindestens verdoppeln müsste, um
die ehrgeizigen Ziele der Stadt zu erreichen.“
Aus MÜSSTE wurde inzwischen HAT, wie die
nachfolgende Grafik eindrucksvoll belegt. Nicht
ohne Stolz präsentieren wir Ihnen daher nachfolgend unsere Projekte, zumeist tatsächlich
„Gebaute Erfolge“.
Meine Mitarbeiter haben sich dem Mammutprogramm mit großem Engagement gestellt. Und das
nicht nur kurzfristig, sondern anhaltend. Dafür
gebührt zuallererst ihnen mein aufrichtiger Dank
und meine Anerkennung!
Dabei war es ein stets verwaltungsinternes Ringen um Kapazitäten und Wege, wie noch mehr
Projekte angeschoben und umgesetzt werden
könnten. Als zusätzlich in 2015 die Aufgabe der
Errichtung von Flüchtlingsunterkünften federführend durch den Hochbau zu erbringen war,
standen wir kurz vor dem Projekt-Kollaps. Eine
Strategie aus temporären und dauerhaften
Bauten sicherte eine umfassende politische
Unterstützung für die erforderlichen Investitionen
– und eine beispiellose geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit. Der unermüdliche
Einsatz der Mitarbeiter sicherte den Projekterfolg.
Rückblickend sicher ein in vielerlei Hinsicht
(verwaltungs-) bewegendes Projekt.
Ein Zurück zum eigentlich festgelegten Investitionsprogramm gab es dennoch nicht.
Zum einen erforderte der rasant ansteigende
Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen neue Denkund Projektmodelle. Viele zusätzliche Betreuungsplätze, in kurzer Zeit, bei durchaus
anspruchs vollen Anforderungen an die Räumlichkeiten – eine weitere, große Herausforderung,
die wir derzeit meistern.
Zum anderen wurden infolge sinkender Gewerbesteuereinnahmen einige Projekte angehalten
oder zurückgestellt. Allerdings verursacht auch
das Anhalten von Projekten zunächst zusätzliche
Arbeit. Ebenso das spätere Wiederaufnehmen.
Um den aktuellen Haushalt 2017 wird noch ge rungen. Wir vom Hochbau sind gespannt, welche
Projekte zusätzlich kommen werden oder welche
Überraschungen das (Wahl-) Jahr für uns bereithalten wird.
Voll ausgelastet sind wir schon jetzt und obwohl
wir personelle Abgänge aufgrund von Haushaltseinsparungen derzeit nicht kompensieren können,
werden wir alles dafür tun, um die an uns gestellten Aufgaben in gebaute Erfolge umzusetzen.
Dr. Christian Brinsa
Leiter Geschäftsbereich Hochbau Stadt Wolfsburg
Entwicklung investiver Bauumsatz Geschäftsbereich Hochbau
(ohne Bauten für WAS, Klinikum und Bäder)
Angaben in Euro
70.000.000
60.000.000
50.000.000
40.000.000
30.000.000
20.000.000
10.000.000
0
2013
2014
2015
2016
Inhaltsverzeichnis
Schulen
Kitas und Jugend
12
14
16
18
20
22
24
25
26
28
Projekte
Kita St. Elisabeth, Erweiterung
Kita Hehlingen, Erweiterung
Kinder- und Familienzentrum Vorsfelde,
Neubau
Kita Am Gutspark Mörse, Erweiterung
In Bau
Kita Kästorf, Neubau
„5+2 Kitas”
Kita Ferdinand-Porsche-Realschule
Kita Theodor-Heuss-Straße
Kita Stralsunder Ring
In Planung
Kita Wendschott, Neubau
Kinder- und Familienzentrum
Kreuzheide, Neubau
Jugendhaus Ost, Sanierung
32
36
38
41
42
44
46
48
Projekte
Neue Schule Wolfsburg, Erweiterung Sek I
Mensa Neue Schule Wolfsburg
im Congresspark, Erweiterung
Schulzentrum Fallersleben, Modernisierung und Erweiterung 1. BA und 2. BA
Eichendorffschule, Anbau Speisesaal
Berufsbildende Schule
Anne-Marie-Tausch, Erweiterung
Friedrich-von-Schiller-Schule, Umbau
und Modernisierung
In Bau
Carl-Hahn-Schule, Erweiterung
Ratsgymnasium, Neubau MINT /Sport
Investitionszuschüsse und
Bauherrenmodelle im Kita-Bereich
Sportstätten
52
Projekte
Schwimmbad Sandkamp, Sanierung
54
55
In Planung
Funktionsgebäude Barnstorf, Neubau
Mehrzweckhalle Reislingen, Neubau
Bauten für das Sozialwesen
58
62
64
66
68
Projekte
Verwaltungsstelle Fallersleben,
Generalsanierung
Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde,
Sanierung und Modernisierung
Freiwillige Feuerwehr Velstove,
Neubau Fahrzeughalle mit integrierter
Sprechstelle
Kultur- und Veranstaltungsstätten
78
82
84
In Bau
Betriebshof der Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, Neubau
Klinikum Wolfsburg, Kinderklinik Somatik
und Psychosomatik, Neubau
70
In Planung
Feuer- und Rettungswache, Neubau
72
Flüchtlingsunterkünfte
Projekte
Theater, Generalsanierung
Burg Neuhaus, Brandschutzsanierung
E-Mobility-Cube, Neubau
Wettbewerbe
88
90
In Planung
Neubau Grundschule Leonardo-da-Vinci
Verhandlungsverfahren Neubau Campus
Hellwinkel
92
93
Abbildungsverzeichnis
Impressum
Kitas und Jugend
Kita Wendschott Seite 24
Kinder- und Familienzentrum Vorsfelde Seite 16
Kinder- und Familienzentrum Kreuzheide Seite 25
Kita Kästorf Seite 20
„5+2 Kita” Ferdinand-Porsche-Realschule Seite 22
Jugendhaus Ost Seite 26
Kita St. Elisabeth Seite 12
Kita Hehlingen
Seite 14
„5+2 Kita” Theodor-Heuss-Straße
„5+2 Kita” Stralsunder Ring Seite 22
Kita Am Gutspark Mörse Seite 18
Seite 22
12
Anbau mit zentralem Eingangsbereich
Baubeginn: Juni 2014
Bauende: März 2015
Baukosten: 1.637.000 Euro
Projektbeteiligte:
Maurer Architektur, Braunschweig
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Ingenieurbüro Reupke, Salzgitter-Bad
Kita St. Elisabeth, Erweiterung
13
Die Erweiterung der Kita St. Elisabeth fand bauabschnittsweise statt. Nachdem im ersten Bauabschnitt der Anbau für die neue Krippengruppe
entstand und ein Modulbau im Außenbereich
errichtet worden ist, sind mit Fertigstellung des
Neubaus die räumlichen Gegebenheiten für die
pädagogische Erweiterung der Kindertagesstätte
von dreieinhalb auf fünf Gruppen nun gegeben.
Der Neubau, der im Osten an das Bestandsgebäude anschließt, erstreckt sich mit einer Fläche
von ca. 580 qm über zwei Geschosse. Im Obergeschoss sind zwei Kita-Gruppen untergebracht.
Die Gruppenräume werden jeweils durch einen
eigenen Waschraum ergänzt. Im Erdgeschoss
be finden sich Räume, die von allen Kindern, Eltern
und dem Personal genutzt werden. Hier wurden
ein Kinderbistro und eine Regenerierküche eingerichtet. In dem Kinderbistro ist für jede Gruppe
eine individuelle Nische eingerichtet. Weiterhin
befinden sich Leitungs- und Besprechungsräume
sowie Personal- und Behinderten- WC s und ein
Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss. Der neu
gestaltete Eingang, der weiterhin von der Wei marer Straße aus zugänglich ist, bildet das Bindeglied zwischen dem Bestandsgebäude und dem
Neubau. Das äußere Erscheinungsbild wird von
vorgehängten Fassadenplatten bestimmt, die sich
über den Eingangsbereich weiter in den Innenraum hineinziehen.
Durch eine weitgehende Vorfertigung als Holztafelbauweise konnte eine möglichst geringe
Störung des laufenden Kitabetriebes erzielt
werden. Die Außenwände sind mit Volldämmung
ausgebildet angeliefert und durch einen Kran in
Po sition gesetzt worden. So hat eines der Elemente mit einer Länge von zehn Metern und einer
Höhe von drei Metern ein Gewicht von rund einer
Tonne. Mit der Holztafelbauweise werden zugleich
sehr gute Dämmeigenschaften erreicht, da die
Holzrahmen der Tragkonstruktion und die Dämmung in einer Ebene liegen. Fast der gesamte
Wandaufbau kann dadurch für die Wärmedämmung genutzt und Wärmebrücken durch einfache
bautechnische Maßnahmen auf ein Minimum
reduziert werden.
Im Bereich der Haustechnik wurde als ein wichtiger Bestandteil zur Energieeffizienz eine Lüftungs anlage eingebaut. Diese ermöglicht über
eine Wärmerückgewinnung, dass Wärmeenergie
aus der Abluft entzogen und dem Gebäude über
die Zuluft wieder zugeführt wird.
Die gewählte Konstruktionsart in Holztafelbauweise, die zentrale Lüftungsanlage und der
Ein satz der Fernwärme aus Kraftwärmekopplung
ermöglichten die Unterschreitung der En EV 2014
Neubaustandard um ca. 30%.
Das Kinderbistro
Im Obergeschoss über dem Eingangsbereich
14
Eingang in der Nahtstelle zwischen Alt- und Neubau
Baubeginn: September 2014
Bauende: September 2015
Baukosten: 2.354.000 Euro
Projektbeteiligte:
Planungsteam III, Gifhorn
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Ingenieurbüro Holzenkamp, Wolfenbüttel
Kita Hehlingen, Erweiterung
15
Der Kindergarten in Hehlingen ist in einem historischen Gebäude neben der Grundschule untergebracht und zeichnete sich vor der Erweiterung
durch beengte räumliche Verhältnisse aus.
Das Bestandsgebäude steht nicht unter Denk malschutz, wurde jedoch als ortsbildprägend und
erhaltenswert eingestuft und daher nicht ersetzt.
Um dem gestiegenen Raumbedarf gerecht zu
werden, ist die Kita durch einen ca. 670 qm großen, eingeschossigen Anbau erweitert worden.
Da das Grundstück eine Höhendifferenz von rund
zwei Metern aufweist, ist der neue Baukörper auf
halber Höhe zwischen Straßenniveau und Erdgeschoss des Bestandsbaus errichtet.
Im Neubau sind sämtliche Hauptnutzflächen auf
einer Ebene mit stufenlosen Ausgängen ins
Freie angeordnet worden. In der Baukörperfuge
zwischen Altbau und Neubau wird die neue Kindertagesstätte über eine Treppen- und Rampenanlage barrierefrei erschlossen.
Die bisherigen Räume im Erdgeschoss wurden für
die Verwaltungs- und Besuchernutzungen hergerichtet. Das Leitungsbüro und das Besprechungszimmer sind zum Eingang bzw. den Foyerbereich
orientiert, das Besprechungszimmer kann be darfsweise als zusätzlicher Ruheraum für eine der
Tagesgruppen genutzt werden.
Unmittelbar neben dem Eingang liegen sich der
multifunktional angelegte Bewegungsraum und
das Kindercafé gegenüber. Das Kindercafé ist als
offene Zone am Spielflur angelegt. Es wird über
eine Ausgabeöffnung von der dahinterliegenden
Ausgabeküche versorgt.
Die Gruppenräume sind mit ihren Nebenräumen
entlang des zentralen Spielflures aufgereiht.
Sie öffnen sich mit großen Fensterfassaden zu
den jeweiligen Außenbereichen. Ein zentrales
Oberlicht belichtet, zentriert und strukturiert
den Innenraum. Hölzerne Podesteinbauten in den
Grup penräumen dienen als erhöhte Spielebenen.
Sonderfenster mit verstärkter farbiger Holzzarge
bieten direkte Einblicke in den Spielflur und
Ausblicke in den Außenbereich.
Über den Gruppenräumen, dem Café und dem
Bewegungsraum sind übergroße Lichtkuppeln
als Sonderkonstruktion mit lichtstreuender
Kapillarverglasung angeordnet. Der Spielflur und
die innenliegenden Nebenräume werden über
Licht kuppeln unterschiedlichen Durchmessers
belichtet.
Am Ende des Spielflures wird über einen Schleusenraum mit Platz für ein Stiefelregal und einen
überdachten Vorbereich der Spielplatz des Kindergartens erreicht.
Hier ist auch der Funktionsraum angeordnet, der,
einem Atelierraum ähnlich, für schmutzintensive
Mal- und Bastelspiele ausgestattet ist und über
einen direkten Ausgang ins Freie verfügt.
Blick in den Spielflur
Multifunktionaler Bewegungsraum
16
Ansicht auf die Gruppenräume aus dem Außenspielbereich
Baubeginn: Mai 2014
Bauende: Dezember 2015
Baukosten: 5.034.000 Euro
Projektbeteiligte:
MOSAIK Architekten, Hannover
Ingenieurbüro Falke, Arendsee
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Kinder- und Familienzentrum Vorsfelde, Neubau
Die Kindertagesstätte an der Carl-Grete-Straße
wurde für 7 Gruppen und einem Familienzentrum,
auf ca. 1.900 qm, neu errichtet.
Der diagonal über das Grundstück verlaufende
Baumbestand blieb erhalten und als „natürliche“
Linie interpretiert, die den öffentlichen Spielplatz
mit dem Außengelände zu einem zusammenhängenden Grünraum fügt.
Der niedrige Baukörper ist komplett ebenerdig
und barrierefrei. Die Übergänge zwischen Innen
und Außen sind, neben gestalterischer Klarheit
und eindeutiger Zonierung, das Hauptthema.
Die Fassaden bekleidung mit warmgelben Ziegelverblendmauer werk und großformatigen naturgrauen Faser zementplatten im Ostteil sowie die
farbgleiche Putzfassade im Westteil des Gebäudes, unterstreichen das Bild einer Kita unter
Bäumen.
Der Haupteingang an der Carl-Grete-Straße wird
über den sich zur Straße öffnenden, baumbestandenen Eingangsplatz erschlossen und bietet ein
attraktives Entree sowie Raum für das Bringen
und Abholen der Kinder. Vom Haupteingang aus
gelangt man in die zentrale Halle mit angegliedertem Familienzentrum, Bewegungsraum und
Cafeteria. An die Halle schließen sich die, über
die innere Spielstraße erschlossenen, fünf Kindergarten- und zwei Krippengruppen an. Über einen
gemeinsamen Zugang sind die beiden Krippengruppen nahe dem Eingangsbereich räumlich vom
Kindergartenbereich getrennt. Parallel zur Linie
Gruppenraum mit großzügigem Außenraumbezug
der Bäume staffeln sich die Gruppen- und Funktionsräume entlang der inneren Spielstraße auf.
Die Spielstraße führt aus der Halle über platzartige Aufweitungen unter den Pultdächern mit
nordorientierten Oberlichtern und eingestellten
Spielemporen durch die Gruppenbereiche.
Ein zentraler Ausgang auf das Außenspielgelände
führt aus der Spielstraße über einen Flur, der als
Sand- und Matschschleuse fungiert. An den Gruppenräumen selbst bilden vorgelagerte Terrassen
mit auskragenden flachen Dächern geschützte
Übergangszonen in das Außengelände.
Die Terrassen werden über schmale Stege an die
Wiesenflächen mit den beiden Rollerbahnen und
den vielfältig nutzbaren Spielinseln angebunden.
Die neue Küche ist dafür ausgelegt, alle 150 Kinder
und auch das Personal zu versorgen und so dem
pädagogischen Schwerpunkt der gesunden
Ernährung gerecht zu werden.
Blick vom Spielflur in den Bewegungsraum
17
18
oben: Blick auf den Anbau von der Hattorfer Straße aus
unten: Blick aus dem Gutspark Mörse auf die naturnahe Kita unter Bäumen
Baubeginn: August 2015
Bauende: April 2016
Baukosten: 1.655.000 Euro
Projektbeteiligte:
Stefan Klemm Architekt, Wolfsburg
Kita Am Gutspark Mörse, Erweiterung
Die Kindertagesstätte mit naturnahem und an regendem Umfeld direkt am Gutspark Mörse ist
durch einen Erweiterungsbau auf insgesamt vier
Gruppen und die notwendigen Funktions bereiche
erweitert worden.
Die Erweiterung in Systembauweise schmiegt sich
L-förmig an die Bestandskita an. Die Baugrenze,
die mit der Sporthalle im Gutspark endet, wird
weiterhin nicht überschritten.
Die erforderlichen Räume der zwei neuen Kitagruppen für bis zu 50 Kinder sind in Richtung
Parkplatz durch Spiegelung der bestehenden
Gruppenräume abgebildet worden. Entlang einer
zentralen Achse, die die neuen Gruppenräume
und auch die bestehenden Räumlichkeiten der
Krippenkinder anbindet, sind die neuen Funk tionsbereiche angeordnet. Dem pädagogischen Profil
„Kreativität und Natur” folgend, bieten die Funktionsbereiche wie „Bauen und Konstruktion”
oder „Theater und Rollenspiel” den Kindern die
Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Der Anbau
verfügt auch über einen Bewegungsraum sowie
ein Atelier, das künftig von Krippen- und Kindergartenkindern genutzt werden kann.
Der vor zwei Jahren als temporäre Lösung für
zwei Krippengruppen angedachte Systembau
ist im Zuge des Anbaus hochwertig ausgebaut
worden. Auch äußerlich ist die Bestandskita in
die Fassadengestaltung eingebunden worden.
Offene Verbindungsflure zwischen den Gruppenräumen
Eine einheitliche Fassade mit einer farbig abgesetzten Attika als Umlauf integriert den Anbau
in den vorhandenen Systembau und beschreibt
den Baukörper als Ganzes.
Der Gesamtbau stellt eine dauerhafte Lösung dar.
Indem Funktion, Konstruktion und Gestaltung von
Erweiterungsbau und Bestandskörper in Einklang
gebracht worden sind, ist eine ganzheitliche
Lö sung erzielt worden, die sich innerhalb des
En sembles der Sporthalle und Feuerwehr gut in
den Gutspark Mörse einfügt.
Kreativraum und Atelier
19
20
Visualisierung der neuen Kindertagesstätte in Kästorf
Baubeginn: März 2016
Bauende: Voraussichtlich September 2017
Baukosten: 5.159.000 Euro
Projektbeteiligte:
MOSAIK Architekten, Hannover
Fiedler+Häckl Architekten, Hildesheim
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Ingenieurbüro Falke, Arendsee
Kita Kästorf, Neubau
Die Kindertagesstätte in Kästorf wird die fünfte
Kita in städtischer Trägerschaft und bietet Betreuungsplätze für bis zu 75 Kinder. Der Bau lehnt
sich an den Neubau des Kinder- und Familien zen trums in Vorsfelde an, mit Anpas sungen an
das Grundstück und Raumkonzept.
Das Gebäude ist für fünf Krippen- und zwei Kindergartengruppen ausgelegt, bietet durch seinen
Raumzuschnitt aber die Möglichkeit, bei einem
veränderten Betreuungsbedarf die Gruppenstruktur anzupassen und in altersübergreifende Gruppen oder Kindergartengruppen umzuwandeln.
Das neue Gebäude liegt auf einer flachen Anhöhe
an der Zufahrt zur IT -City. Im Osten des Grundstücks bindet ein Reit- und Fußweg das Wohn gebiet im Süden an. Zwischen IT -City und der Wohn bebauung ist ein Grünzug geplant, dessen räumliches Ende durch den Neubau gebildet wird.
Im Süden grenzt das Außengelände an einen
vorhandenen Spielplatz.
Vom Haupteingang aus gelangt man in eine
zen trale Halle mit angegliedertem Personal- und
Bürobereich, einem Bewegungsraum und der
Cafeteria. Der durch pultgedeckte und von oben
belichtete Aufweitungen gegliederte Flur durchquert die Gruppenbereiche. Unter den beiden
Pultdächern sind im Gruppenbereich Spiel emporen eingefügt. Nischen sind den Gruppenräumen
innen beiderseits des inneren Weges vorge lagert.
Das pädagogische Profil der Kinder tagesstätte
wird die Förderung der Mehrsprachigkeit und
gleichzeitig die Stärkung der Muttersprachenkompetenz zum Schwerpunkt haben. Daher erhält
der Neubau einen Funktionsraum für die frühkindliche Sprachförderungen.
Überdachte Terrassen bilden Übergangszone zum
Außengelände. Innen und außen sind das In einandergreifen und die Verzahnung das Hauptthema. Das Außengelände besteht aus Spielzonen
für die unterschiedlichen Altersgruppen, die
miteinander verbunden sind.
21
Der Krippenbereich beinhaltet zwei sogenannte
Krippennester, in denen auch Kinder unter 1 Jahr
betreut werden. Die Krippennester bieten Kleinstkindern Schonbereiche, in denen sie liegen, rollen
und krabbeln lernen können und sind räumlich
separiert mit eigenem Zugang in die zentrale
Halle angeordnet. Die weiteren drei Krippen gruppen befinden sich mit separatem Zugang an der
Westseite des Gebäudes und orientieren sich um
den äußeren Pultdachbereich. Der Kindergartenbereich ist räumlich so gestaltet, dass sich die
Kinder zwischen den Gruppen- und Neben räumen
selbsttätig bewegen können und in der Hausmitte
um den mittleren Pultdachbereich orientiert.
Errichtet wird die Kindertagesstätte in massiver
Bauweise. Das gestaltprägende gelbe Verblendmauerwerk wird fensterhoch geführt und unterhalb der Traufe umlaufend mit großformatigen
Faserzementplatten bekleidet.
Eingerüsteter Rohbau für die Fassadenarbeiten
22
Fassadengestaltung der neuen Kindertagesstätte in der Innenstadt an der Ferdinand-Porsche-Realschule
Fassadengestaltung der neuen Kindertagesstätte in Detmerode in der Theodor-Heuss-Straße
Fassadengestaltung der neuen Kindertagesstätte in Westhagen am Stralsunder Ring
Umsetzungsprogramm „5+2 Kitas“
Baubeginn: Innenstadt November 2016
Baubeginn: Detmerode Dezember 2016
Baubeginn: Westhagen Dezember 2016
Bauende: Voraussichtlich Juli 2017
(pünktlich zum neuen Kita-Jahr)
Baukosten: insgesamt 16.000.000 Euro
für alle drei Kitas
Projektbeteiligte:
ASSMANN BERATEN+PLANEN AG ,
Braunschweig
IWB Ingenieurgesellschaft, Magdeburg
LOTOS Innenarchitektur, Köln
Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig
(Innenstadt)
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
(Detmerode und Westhagen)
Die Stadt Wolfsburg nimmt bei der Bereitstellung
von Betreuungsplätzen einen Spitzenplatz in
Niedersachsen ein. Diese familienfreundliche
Politik spiegelt sich auch durch Zuzüge und in
steigenden Geburtenzahlen wider. Aufgrund
dieser erfreulichen Entwicklung muss die weitere
Ausbauplanung von Krippen- und Kindergartenplätzen nicht nur angepasst, sondern auch
erheblich beschleunigt werden.
Das Kindertagesstätten-Programm der Stadt
Wolfsburg besteht derzeit aus drei Säulen:
› Das laufende Ausbauprogramm mit der quantitativen und qualitativen Schaffung von neuen
Betreuungsplätzen für Kinder von 0–6 Jahren.
› Das umfangreiche Modernisierungsprogramm
mit hohem Qualitätsanspruch an pädagogisch
moderne, zukunftsweisende Raumkonzepte.
› Das schnelle Umsetzungsprogramm „5+2 Kitas“,
das die kurzfristige Errichtung von bis zu sieben
maximal sechsgruppigen Kitas ermöglicht.
Die Neubaulösungen der „5+2 Kitas“ werden unter
den Prämissen schnell, wirtschaftlich und standortbezogen errichtet und parallel zum laufenden
Ausbau- und Modernisierungsprogramm um gesetzt. Die Struktur der baugleichen Kinder tagesstätten basiert auf einer Typenfamilie.
Das Standardraumprogramm der Stadt Wolfsburg
bildet die Grundlage für die Grundrisse. Die zweigeschossigen Neubauten werden geprägt durch
ihre zurückhaltende Fassadengestaltung mit
hellen Metallpaneelen und individuellen Farbakzenten.
Die Gebäude in modularer Systembauweise
werden mit einem hohen Vorfertigungsgrad an geliefert. Der Ausbau erfolgt vor Ort und ermöglicht
somit eine Bauzeit von etwa sieben Monaten.
Die ersten drei Kindertagesstätten entstehen in
der Innenstadt auf dem Sportplatz der ehemaligen Ferdinand-Porsche-Realschule, in Westhagen
auf dem Gelände der Bunten Grundschule am
Stralsunder Ring und in Detmerode in der Theodor-Heuss-Straße, auf der Fläche des leerstehenden abgängigen Lebenshilfe- Kindergartens. Die
Gesamtkosten für die Neubauten belaufen sich
je Kita zwischen 5,0 Mio. und 5,8 Mio. Euro. In der
Innenstadt ist eine Standzeit von mindestens fünf
Jahren vorgesehen. Die Standzeit in Westhagen
und Detmerode ist für mindestens 20 Jahre an gedacht.
Die Kindertagesstätten mit insgesamt 120 Plätzen
nehmen im Erdgeschoss drei Krippengruppen mit
jeweils 15 Kindern auf. Im Obergeschoss befinden
sich drei Kindergartengruppen, davon eine integrative Gruppe, mit jeweils 25 Kindern. Als besondere Nutzungen befinden sich im Obergeschoss
ein Kindercafé und ein Bewegungsraum.
Die Kindertagesstätte in Westhagen wird zusätzlich mit einem Familienzentrum ausgestattet.
Die Kindertagesstätten erhalten eine Regenerierküche und werden entsprechend für eine Essensanlieferung ausgestattet.
23
24
Kita Wendschott, Neubau
Status: Ausführungsplanung
Baubeginn: Mai 2017
Bauende: Voraussichtlich September 2018
Baukosten: 4.050.000 Euro
Projektbeteiligte:
Planungsteam III, Gifhorn
IKS Ingenieure, Braunschweig
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Der Neubau der Kindertagesstätte in Wendschott
ist für zwei Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen konzipiert.
Das langgestreckte Baugrundstück liegt am Nordostrand des Bebauungsplangebietes Wildzähnecke II und schließt im Norden an das Planungsgebiet für eine mehrgeschossige Wohnbebauung
an. Angrenzend an das Sportplatzareal des Wendschotter Sportvereins wird die neue Kita an der
östlichen Schmalseite direkt von der der Alten
Schulstraße aus erschlossen.
Innenräumlich folgt der Entwurf der Längsachse
des Grundstücks, indem sämtliche Verwaltungsund Funktionsräume der Kita erdgeschossig und
überwiegend nordorientiert an einer Erschließungsachse angeordnet sind. In dem zweieinhalb-
geschossigen Neubau sind Krippenbereich und
Kindergartenbereich mit jeweils räumlich zugeordneten Garderoben-, Schlaf- und Sanitärräumen
als funktional abgeschlossene Raum bereiche,
übereinander und vollständig nach Süden orientiert, angeordnet. Sie werden über eine offene
Treppenhalle im Zentrum des Ge bäudes verbunden. Für die Ganztagsbetreuung sind eine Regenerierküche mit offenem Kindercafé und integriert er Elternküche, eine Milch küche für die
Krippe sowie ein multifunktionaler Bewegungsraum und verschiedene Funktions- und Therapieräume vorgesehen. Ein, den Gruppenräumen im
Obergeschoss vorgelagerter Flucht balkon mit
zwei Treppen an den Gebäudegiebelseiten dient
als 1. Rettungsweg und direkter Zugang zum
Außenspielgelände.
Die Außenwände werden überwiegend ein mineralisches Wärmedämmverbundsystem mit heller
Putz oberfläche erhalten. In den zurückspringenden Bereichen des zweigeschossigen Gebäudeteils ist eine Tonziegelfassade vorgesehen.
Im Hinblick auf die angrenzend geplante, mehrgeschossige Wohnbebauung ist angedacht, den
Neubau mit einem extensiv begrünten Dach
auszustatten.
Visualisierung der neuen Kindertagesstätte in Wendschott
Kinder- und Familienzentrum Kreuzheide, Neubau
Status: Ausführungsplanung
Baubeginn: August 2017
Bauende: Voraussichtlich Dezember 2018
Baukosten: 5.230.000 Euro
Projektbeteiligte:
Dohle+Lohse Architekten, Braunschweig
TAGED Ingenieurberatung, Bodenwerder
A+I Generalingenieure, Wolfsburg
Das Kinder- und Familienzentrum am Standort
Kreuzheide soll zukünftig die Möglichkeit bieten,
bis zu 120 Kinder zu betreuen. Hiervon ist eine
Gruppe als integrative Gruppe angedacht. Das
Familienzentrum ist Bestandteil der Kita.
Der Neubau wird am nördlichen Rand des Schulkomplexes der Leonardo-da-Vinci-Schule errichtet. Der Neubau ist aus zwei ineinander greifenden
Riegeln geplant. Der Hauptriegel enthält die
Funk tionen der Krippe und des Kindergartens
und wird zweigeschossig errichtet.
Im Erdgeschoss befinden sich die Krippenräume
und die Küche mit Speiseraum. Die Räumlichkeiten des Kindergartens und der Bewegungsraum sind im Obergeschoss untergebracht.
In dem eingeschossigen Querriegel befindet
sich das Familienzentrum. Es können alle Bereiche
über den Haupteingang erreicht werden. Zusätzlich gibt es für das Fam ilien zentrum einen separaten Eingang, damit es eigenständig genutzt
werden kann.
Das Gebäude wird mit seinen Außen kanten
parallel zu den bestehenden Gebäuden des Schulkomplexes erbaut und gleicht sich so städtebaulich dem Gesamtensemble an. Durch den quergestellten eingeschossigen Riegel wird zum einen
der Straßenverlauf aufgenommen und ermöglicht
die Gestaltung eines kleinen Vorplatzes, zum
anderen wird der, den Gruppenräumen vorgelagerte Spielbereich vor Einblicken aus dem Schulgelände geschützt.
Die Außenwandbekleidung wird in Bereichen des
Eingangs als Klinkervormauerschale ausgeführt.
Der überwiegende übrige Teil wird mit vertikalen
Holzlamellen verkleidet.
Die Fensterflächen werden größtenteils in Bändern zusammengefasst und durch farbige, opake
Lüftungs flügel gegliedert.
Visualisierung des neuen Kinder – und Familienzentrums in Kreuzheide
25
26
Geplanter monolithischer Eingangsbau
Status: Entwurfsplanung
Projektbeteiligte:
Varnhorn+Stindt Architekten, Braunschweig
A+I Generalingenieure, Wolfsburg
Ingenieurbüro W+S Westphal, Braunschweig
Jugendhaus Ost, Sanierung
Das Jugendhaus Ost ist in einem Gebäude mit
lokal geschichtlicher Bedeutung untergebracht.
Das Gebäude ist Teil der ehemaligen Barackensiedlung am Bullenberg und war in den 1930er
Jahren Sitz des „Preußischen Neumessungsamt es“. Das Gebäude ist die einzige noch er haltene Baracke und somit, der letzte in Wolfsburg
existierende Barackenbau aus der Zeit der Stadtgründung und unmittelbar mit der Stadtgeschichte verbunden. Das Gebäude wurde 1984 als allgemeines Denkmal der Stadt Wolfsburg eingetragen.
Das Jugendhaus Ost besteht seit über 35 Jahren
und befindet sich in der vollständigen Selbst verwaltung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es bereichert mit seinen jugendkulturellen
und musikalischen Angeboten die lokale und
überregionale Kulturlandschaft. Neben einem
Büh nenraum mit angeschlossenem Bar- und
Gastro nomiebereich gibt es Büro- und Lagerräume, Werkstätten, Proberäume und eine Band wohnung.
Das Gebäude befindet sich in einem allgemein
schlechten baulichen Zustand und muss grundlegend saniert werden. Einige Räume sind durch
frühere Brandschäden gesperrt und sollen wieder
nutzbar gemacht werden. Des Weiteren ist keine
Barrierefreiheit gegeben, was die Nutzung im
Rahmen inklusiver Angebote einschränkt.
27
Die anstehende Sanierung leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Nachhaltigkeit der bestehenden
Gebäudesubstanz. Die vorliegenden Ideen verbinden die Anforderungen des Erhalts eines Ge bäudedenkmales und die Anforderungen der Jugendlichen an eine funktionale Jugendeinrichtung in
einmaliger Weise. Sämtliche Vorhaben der Sanierungsplanungen werden mit dem Aktionsrat des
Jugendhauses, mit einer über eine Nutzerbeteiligung und Mit wirkung hinausgehende Konsequenz,
entwickelt und abgestimmt.
Im Zuge der Sanierungsplanungen hat „das Ost“
den bestehenden Raumbedarf neu formuliert.
Für einen besseren Betrieb und um den neuen
Haupteingang an der nordöstlichen Gebäudeecke
zu verorten, ist ein Eingangsbau als begehbare
Skulptur vorgesehen. Dieser soll als monolithischer Bau eine möglichst homogene Oberfläche
erhalten. Um eine klare Trennung zwischen Alt
und Neu herzustellen, rückt der neue Baukörper
vom Bestandsgebäude ab und bildet eine Fuge
aus. Bei der Raumneuordnung werden die Sanitärbereiche verlegt und um die Barrierefreiheit zu
gewährleisten ein behindertengerechtes WC in
Eingangsnähe eingebaut.
Der architektonische Wert, die frühere Barackenbauweise, bleibt im Zuge des Sanierungsvorhabens bestehen und wird, auch in den Außen anlagen, deutlicher herausgearbeitet.
Ansicht der Giebelseite am Walter-Flex-Weg und späterer Eingangsbereich
28
Investitionszuschüsse und Bauherrenmodelle im Kita-Bereich
Paulus Kinder- und Familienzentrum
Neubau mit Familienzentrum für zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen
Evangelisches Kirchen kreisamt Wolfsburg-Wittingen
6.687.000 Euro (Zuwendungswesen)
Ansicht des Neubaus des Kinder- und Familienzentrums Paulus
Kita St. Franziskus
Umbau für zwei Krippen- zwei Kindergartengruppen im Gemeindehaus
der bisherigen St.-Elisabeth-Gemeinde
Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinde Wolfsburg
1.574.000 Euro (Zuwendungswesen)
Kita St. Petrus
Planungen für den Neubau mit zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen
Kirchengemeinde St.Petrus /Heiliggeist Vorsfelde
481.000 Euro Planungsmittel (Bauherrenmodell)
Kita St. Marien, Nordstadt
Anbau einer Krippengruppe und Sanierung
Evangelisches Kirchenkreisamt Wolfsburg-Wittingen
2.865.000 Euro (Zuwendungswesen)
Visualisierung des Anbaus der Kita St. Marien in der Nordstadt
29
Kita Regenbogenland
Anbau Schlafraum
Kirchengemeinde St.Petrus /Heiliggeist Vorsfelde
99.000 Euro (Bauherrenmodell)
DRK Kita Sandkamp
Anbau für drei Krippen- und drei Kindergartengruppen
DRK Kreisverband Wolfsburg e.V.
4.121.000 Euro (Bauherrenmodell)
DRK Kita Hattorf
Planungen für den Neubau mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen
DRK Kreisverband Wolfsburg e.V.
152.000 Euro Planungsmittel (Bauherrenmodell)
Visualisierung des Neubaus der DRK Kindertagesstätte in Hattorf
DRK Kita Neindorf
Neubau für eine Krippen- und zwei Kindergartengruppen
DRK Kreisverband Wolfsburg e.V.
3.251.000 Euro (Bauherrenmodell)
DRK Kita Westhagen
Anbau einer Krippengruppe und Sanierung
DRK Kreisverband Wolfsburg e.V.
1.861.000 Euro (Bauherrenmodell)
AWO Kita Detmerode
Anbau einer Krippengruppe und Umbau im Bestand
AWO Bezirksverband Braunschweig e.V.
907.300 Euro (Bauherrenmodell)
Schulen
Carl-Hahn-Schule
Seite 46
Ratsgymnasium Seite 48
Friedrich-von-Schiller-Schule Seite 44
Eichendorffschule Seite 41
Mensa Neue Schule Wolfsburg im Congresspark
Neue Schule Wolfsburg Seite 32
Berufsbildende Schule Anne-Marie-Tausch
Schulzentrum Fallersleben Seite 38
Seite 42
Seite 36
32
Ansicht von der Heinrich-Heine-Straße auf den Eingang mit vorgelagertem Vorplatz
Baubeginn: März 2014
Bauende: April 2016
Bauende Fassade: August 2016
Baukosten: 18.500.000 Euro
Projektbeteiligte:
Kirstin Bartels Architektin, Hannover
Schneider Sendelbach Architekten, Braunschweig
Ingenieurgesellschaft Grabe, Hannover
Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig
Schweickhardt Erchinger Ingenieure, Tuttlingen
a° blue, Hamburg
Neue Schule Wolfsburg, Erweiterung Sek I
Der Erweiterungsbau für die Sekundarstufe I der
Neuen Schule schafft Raum für den vierzügigen
Schulzweig der Jahrgänge 7 bis 10. Er beherbergt
die allgemeinen Unterrichtsräume sowie eine
Vielzahl von Fachräumen für Natur, Technik, Kunst
und Musik, Bereiche für die Schulleitung, die
Lehrer und die Verwaltung, eine Cafeteria sowie
den zentralen Hauptversammlungs- und Veranstaltungsort der Schule, die „gemeinsame Mitte“.
Die bauliche Umsetzung geht auf die konzeptionelle Ausrichtung der Schule ein, die gekennzeichnet ist von interaktiven und interdisziplinären Lern- und Arbeitsformen sowie der Interaktion zwischen den Funktionsbereichen. Zahlreiche
Sichtbeziehungen ermöglichen eine gute Orientierung. Der Neubau stellt eine Vernetzung
zwischen dem Bestand und Neubau, den unterschiedlichen Stufen der Schule und ihrer Um gebung her.
Direkt an der Heinrich-Heine-Straße orientiert
sich der Neubau in Geschossigkeit und Höhe an
den straßenraumprägenden, denkmalgeschützten
Wohngebäuden der Höfe sowie an den Bestandsgebäuden der Schule. Er springt von der Straßenflucht der Heinrich-Heine-Straße zurück und
schafft so einen großzügigen, öffentlichen Vorplatz als Eingang ins Foyer.
Der gesamte Eingangsbereich wird durch das
auskragende Obergeschoss überdacht.
Das Erdgeschoss als fließender Raum steht für
die Öffnung und Verbindung zwischen Stadt und
Klieversberg. Am Eingang liegen die administrativen Bereiche der Schulleitung, das Sekretariat
sowie die Lehrerarbeitsräume. Nebenan sind,
hinter regelmäßig angeordneten Glasflächen,
ein sehbare naturwissenschaftliche Fachräume
einschließlich deren Sammlungen untergebracht.
Der bauliche Anschluss an die Bestandsgebäude
der Schule erfolgt im Erdgeschoss über einen
bestehenden Verbindungsgang, die sogenannte
Magistrale, die die kammartig angeordneten
Bestandsflügel A, B und C an den Erweiterungsbau anbindet. An die Magistrale angrenzend
befindet sich eine Cafeteria, die sich mit großen
Glasflächen im Süden zum Schulhof und der Parklandschaft des Klieversbergs öffnet.
Das untere Geschoss umformt zwei Werkhöfe und
den Hauptversammlungs- und Veranstaltungsort
mit Bühne und Sitztreppen. Es liegt abgesenkt
unter Straßenniveau und ist dennoch ebenerdig
erschlossen. Da im Bereich des Erweiterungsbaus
Grundwasser ansteht, wurde das Untergeschoss
Ansicht West mit terrassierter Anbindung der Werkhöfe an die Heinrich-Heine-Straße
33
Naturwissenschaftlicher Fachraum
mit Blickverbindung in das Eingangsfoyer
Einem Lernraum vorgelagerter Selbstlernbereich
unter einer Lichtkuppel
Zwei benachbarte Lernräume
eines Jahrgangsclusters
als Weiße Wanne ausgebildet. Die beiden Werkhöfe sind mittels verpresster Mikropfähle gegen
Auftrieb gesichert. Die Bohrungen zur Erstellung
der Bohrpfahlwand als Baugrubensicherung
wurden im sogenannten Pilgerschrittverfahren
ausgeführt. Besonderes Augenmerk lag während
der Bauphase im Sichern und Unterfangen der
bestehenden Nachbargebäude.
Das Obergeschoss kragt gegenüber dem Erdge schoss auf drei Seiten aus und vermittelt so
die Anmutung einer schwebenden Box. Um die
„gemeinsame Mitte” angeordnet befinden sich
hier, neben dem Auditorium, die allgemeinen
Unterrichtsbereiche, die räumlich klar ablesbar
in vier Jahrgangscluster gegliedert sind. Ein
Cluster besteht aus vier Lernräumen und einem
vor ge lagerten Selbstlernbereich mit Sicht- und
Ge räusch zonierungen. Jedem Jahrgangscluster
ist weiterhin eine vom Lernbereich aus zugängliche Terrasse sowie ein Gruppenraum, ein Lehrmittelraum und ein Teamraum für die Lehrkräfte
angegliedert. Die innenliegenden Bereiche er halten ihre natürliche Belichtung durch große Oberlichter.
Die „gemeinsame Mitte” verbindet alle drei
Geschosse vertikal miteinander. Dieser formt als
Hauptversammlungsort das „Herz” der Schule.
Der Erweiterungsbau wurde als Stahlbetonkonstruktion errichtet. Die Fassadenkonzeption orientiert sich an den unterschiedlichen Nutzungen
innerhalb des Gebäudes. So besteht die Fassade
im Erdgeschoss und im Bereich der Werkhöfe
aus einer Pfosten-Riegel-Konstruktion. Im Obergeschoss befindet sich eine Lochfassade hinter
einer Ebene aus vorgelagerten Vertikallamellen.
Im Zusammenhang mit der Auskragung verstärken
diese den schwebenden Eindruck des Obergeschos ses. Die Lamellen sind horizontal dreigeteilt, wobei die Bereiche vor den Fensteröffnungen drehbar sind und den erforderlichen
Sonnenschutz gewährleisten.
35
Hauptversammlungsort „gemeinsame Mitte“ mit Sitzstufen und Bühne
36
Blick aus der Bestandsmensa über die Erweiterungsfläche in Richtung Theater
Baubeginn: März 2015
Bauende: August 2015
Baukosten: 1.036.000 Euro
Projektbeteiligte:
Thamm Architekten, Braunschweig
Ingenieurbüro Lindhorst, Wolfsburg
Ingenieurgesellschaft Meinhard Fulst, Braunschweig
Planungsbüro Scholz, Braunschweig
Mensa Neue Schule Wolfsburg im Congresspark, Erweiterung
Die Mensa für die Neue Schule Wolfsburg ( NSW )
befindet sich im Klieversbergsaal des Congressparks. Zum Konzept der NSW gehört ein verpflichtendes Mittagessen in den Klassen 1 bis 10. Das
Konzept sieht weiterhin vor, dass die Kinder das
Mittag essen gemeinsam mit ihren Lehrkräften
ein nehmen.
Ab dem Schuljahr 2014/15 kamen weitere 88
SchülerInnen der 10. Klasse hinzu, welches einen
zusätzlichen Bedarf an Sitzplätzen hervorbrachte.
Eine entsprechende Ausweitung der Kapazität
innerhalb der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten der Mensa war aufgrund fehlender Fläche
nicht realisierbar.
Die fehlende Fläche wurde geschaffen, indem die
Freifläche unterhalb der Auskragung des 1. Obergeschosses in den Innenraum einbezogen wurde.
Die raumhohe Glasfront aus einer Pfosten-Riegelkonstruktion in Aluminium setzt an der Außenkante des überkragenden Spiegelsaales an und
umschließt die zusätzliche Fläche von ca. 155 qm.
Die Erweiterungsfläche hat das Niveau des Außenbereiches erhalten und liegt damit 50 cm höher
als die Bestandsfläche der Mensa. Der Höhenunterschied wird durch die bestehende Rampe,
die erhalten blieb, sowie durch neue Stufenanlagen überwunden.
Der vorhandene Fußboden aus Fliesen blieb
ebenfalls erhalten. Ebenso zum großen Teil die
be stehenden Natursteinfensterbänke und Heizkörper. Zur Verbesserung des Schallschutzes ist
ein Austausch der abgehängten Decke erfolgt.
In diesem Zuge konnten zusätzlich notwendige
Leitungen im Deckenraum verzogen werden.
Weiterhin ist der bestehende Ausgabebereich
erweitert worden, um den erhöhten Bedarf an
Essensausgaben entsprechen zu können. Sie
besteht nun aus vier Ausgabelinien und drei
freistehenden Salatbars sowie Wasserspendern
mit Schmutzwasserablauf. Der Rückgabereich ist
gebündelt im ehemaligen Flurübergang zum Foyer
des Congresspark platziert worden. Hier ist Platz
für 15 Tablett wagen, die rückseitig in die Küche
geschoben werden. Für den entsprechenden
Flächenbedarf wurden die Treppenstufen vorverlegt. Mit der Erweiterung ist gewährleistet, dass
die NSW ihr Essenskonzept mit allen Primarund Sek I Schülern umsetzen kann. Gegessen
wird in drei Schichten. In der 1. Schicht nehmen
160 Schü ler der Primarstufe ihr Mittagessen im
Klas sen verbund ein. Die älteren Schüler hingegen
be dienen sich selbstständig und wählen ihre
Plätze frei aus. Dieser Unterschied in der Konzeption wird auch durch die Möblierung im oberen
und unteren Sitzbereich deutlich.
Neugestaltete Mensa mit Blick auf die
Ausgabetheken, Garderoden und den Haupteingang
37
38
Visualisierung des neuen Eingangsbereiches in das Schulzentrum Fallersleben
1. BA Baubeginn: Januar 2014
1. BA Bauende: Juni 2015
2. BA Baubeginn: Juli 2015
2. BA Bauende: Voraussichtlich Juni 2017
3. BA Baubeging: Juli 2017
3. BA Bauende: voraussichtlich Ende 2018
Baukosten Gesamtmaßnahme: 31.500.000 Euro
Projektbeteiligte:
bof architekten, Hamburg
Leonhardt, Ändra und Partner Beratende Ingenieure, Berlin
Drewes & Speth Beratende Ingenieure, Hannover
Ingenieurgesellschaft Gebhardt + Schenkewitz, Braunschweig
Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig
Schulzentrum Fallersleben, Modernisierung
und Erweiterung 1. BA und 2. BA
Der über die Jahre gewachsene Komplex des
Schulzentrums Fallersleben besteht aus einer
auf Rechteckgeometrien aufbauenden Gebäudestruktur, die in der stetigen Erweiterung des
Schul zentrums begründet ist. Hierbei ist der
Zusammenhang der Gebäude untereinander
verloren gegangen und die Orientierung im
Schulzentrum stark eingeschränkt.
Die Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen am Schulzentrum Fallersleben befinden
sich im zweiten Bauabschnitt. Der Entwurf ging
als erster Preis aus einem Planungswettbewerb
hervor. Der Entwurfsansatz zielt darauf ab, den
Zusammenhang und die Übergänge zwischen
den verschiedenen Gebäuden herzustellen, indem
Neu bauten aus gebogenen Raumformen an den
Verbindungs- und Gelenkpunkten zwischen den
bestehenden Bauteilen ergänzt werden. Diese
sogenannten Lernwolken erzeugen eine starke
Verknüpfung der Gebäudestruktur. So entsteht
eine große Schullandschaft, die dem Schulzentrum nach innen wie nach außen ein eigenes,
klares Gesicht gibt. Neben der baulichen und
technischen Ertüchtigung der Bestandsbauten
ist durch Abriss der Verbindungen und Neustrukturierung des Schulzentrums die Anpassung an
neue räumliche und pädagogische Erfordernisse
einer ko ope rierenden Ganztagsschule das Hauptanliegen der Gesamtmaßnahme. Hierzu gehören
neben der Schaffung von modernen Lern- und
Lebensräumen auch Aspekte der Inklusion und
Barrierefreiheit. Die Planungsphase wurde prozessbegleitend durch eine intensive Mit wirkung
der Schüler, Lehrer und Eltern geprägt.
Im ersten Bauabschnitt wurden der Gebäudeteil
E und die südlichen Bereiche des Gebäudes D,
in dem sich das Gymnasium und die Naturwissenschaftlichen Bereiche befinden, saniert. Zunächst
wurde der Abriss der Verbindungsgänge zwischen
den einzelnen Gebäuden und damit die Freistellung der Gebäude realisiert. Parallel dazu fand
eine Entkernung innerhalb der Gebäude statt.
39
Bei der Errichtung der künftigen Raumstrukturen
sind alle Innenwände als nichttragende Trennwände in Trockenbauweise konzipiert, um flexible
und somit nachhaltige Grundrisse zu ermöglichen.
Einzelne Räume sind über Falt- oder Schiebewände teilbar.
Im hinteren Bereich von Gebäude D verbessern
sechs neue Innenhöfe, zahlreiche Oberlichter
sowie eine neu geordnete Innenzone die Orientierung. Durch das zusätzlich einfallende Tageslicht
können in den Flurzonen an den Höfen indivi duelle Lerninseln angeboten werden.
Im Gebäudeteil E erstrahlen die in unterschiedliche Altersstufen gruppierten Allgemeinen Unterrichtsräume in neuem Glanz. Im Erdgeschoss des
Gebäudes E ist eine Cafeteria mit Kiosktresen
entstanden. Die Stahlbeton-Kassettendecke des
A
T
V
B
P
Q
F
C
G
U
Haupt- und Realschule
Gymnasium
Ganztagsbereich
Übersicht der Gebäudenummerierung und
Neubauten der sogenannten Lernwolken
D
E
Neubau der Verbindungswolke U als
eingeschossiger Pavillon an Gebäude C
Pausenbereich mit Lichthof im Gebäude D
Neue Cafeteria mit Kiosktresen im Gebäude E
Bestandes ist als Sichtdecke belassen worden,
da sie eine gute raumakkustische Wirkung hat.
Aktuell finden im zweiten Bauabschnitt die
Ar beiten an den Neubauteilen U, V und T statt.
Der Verbindungsbau zwischen den Gebäudeteilen
B, C und D, der mit dem Buchstaben T gekennzeichnet ist, wird die größte Verbindungswolke
sein. Er bildet das Herzstück des Schulzentrums.
Die Haupterschließung wird über diese Haupteingangswolke am Schulhof an der Karl-HeiseStraße erfolgen. Der Gebäudeteil T beinhaltet die
Gemeinschaftseinrichtungen Mensa und Bibliothek sowie den gemeinsamen Ganztagsbereich.
Zur natürlichen Belichtung tiefliegender Innen be reiche werden auch in dem Verbindungsbau
verglaste Oberlichter eingebaut. Die Lochfassade
wird als nichttragende Außenwand in Holzelementbauweise ausgeführt. Die Außenverkleidung
besteht aus einer farbigen, vertikalen, hinterlüfteten Faserzementverkleidung.
Die baukonstruktiv komplexen Neu- und Umbaumaßnahmen am Schulzentrum Fallersleben werden im nächsten Bauabschnitt im Gebäudeteil C
weitergeführt. Die Modernisierung und Erwei terung des Schulzentrums Fallersleben schließt mit
den Gebäuden der zukünftigen Haupt- und Realschule und den dazugehörigen neuen Pavillons P
und Q ab und hat das Potential eine neue und
vielleicht einzigartige Schullandschaft zusein,
die das Wir-Gefühl und die Identifikation mit dem
gesamten Schulzentrum stärkt.
Eichendorffschule, Anbau Speisesaal
Baubeginn: Oktober 2015
Bauende: Februar 2016
Baukosten: 270.000 Euro
Projektbeteiligte:
Architektur- und Ingenieurbüro Schmerschneider,
Wolfsburg
entricon GmbH, Wolfsburg
Die Aufgabe an der Grundschule der Eichendorffschule war die räumliche Erweiterung des Speisesaales durch einen vorgelagerten Anbau.
Der Flachdachanbau in Holzrahmenbauweise
schließt an das bestehende Satteldachgebäude
aus den 1950er Jahren unterhalb der Traufe in
Ringbalkenhöhe an und fügt sich dadurch in der
Höhenentwicklung gut ein. Die Eingriffe in den
Bestandsbaukörper konnten durch die gewählte
Lage des Erweiterungsanbaus an der Südostecke
auf das Rückbauen von den Brüstungen zweier
Fenster sowie das Verlegen der Heizkörper beschränkt werden. Der Anbau erweitert die bestehende Mensa um weitere 62 Plätze und schafft
Platz für insgesamt 112 Plätze.
Anbau mit Anschluss unterhalb der Traufhöhe des Bestandsgebäudes
41
oben: Erweiterungsbau von Westen mit Anbindung an den modellierten Außenbereich
unten: Erweiterungsbau von Norden mit Verbindung an den mittleren Flügel des Bestandsgebäudes
Baubeginn: August 2015
Bauende: August 2016
Baukosten: 5.400.000 Euro
Projektbeteiligte:
Koller Heitmann Schütz Architekten, Wolfsburg
Struhk Architekten Planungsgesellschaft, Braunschweig
W+S Westphal Ingenieurbüro, Braunschweig
Ingenieurbüro Falke, Arendsee
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Berufsbildende Schule Anne-Marie-Tausch, Erweiterung
Die Berufsbildende Schule Anne-Marie Tausch für
Erziehung, Pflege und Therapie in Detmerode ist
um elf allgemeine Unterrichtsräume, fünf Gruppenräume, eine Cafeteria sowie die erforderlichen
Nebenräume erweitert worden. Zusätzlich wurden
neue pädagogische Forderungen der Inklusion und
energetischen Optimierung um gesetzt.
Der Erweiterungsbau ersetzt die vom Schulkomplex getrennten Behelfsbauten aus den 1980er
Jahren. Aufgrund der Bedeutung des Stadtteils
als herausragendes Beispiel für den Städtebau
der 1960er und 70er Jahre, war eine anspruchsvolle und sensible Auseinandersetzung mit dem
Standort gefordert. Der Anbau an der Westseite
im Bereich der zweigeschossigen Querflügel stellt
die Betonung der historischen städtebaulichen
Situation der Durchlässigkeit in Nord-Süd-Richtung wieder her und bietet zudem entscheidende
Vorteile für den internen Schulbetrieb.
Im Erdgeschoss des mittleren und des südlichen
Flügels des Bestandsgebäudes sind direkte Verbindungen an das Flursystem des Neubaus geschaffen. Dadurch entstehen Synergieeffekte wie
eine Anbindung an die technische Infrastruktur
und kürzere Wege für die Schüler sowie das Lehrpersonal. Das Raumprogramm ist in ident ischer
Grundrissstruktur über die zwei Geschosse als
einbündiges System mit durchgehend nach
Westen orientierten Klassenräumen abgebildet.
Im Erdgeschoss wird der bestehende, offene Hof
durch eine nach Osten und Westen offen und
Offene Innentreppe mit Blick auf den Südflügel des
Bestandsgebäudes und den Pausenhof
transparent gestaltete Cafeteria als Schwerpunkt
der Erweiterung geschlossen. Der nun umbaute
Pausenhof ergänzt das Angebot an Freiflächen
um eine weitere Qualität.
Der neue Riegel verträgt sich mit seiner klaren
und disziplinierten Architektursprache und dem
Erhalt der wesentlichen Materialien und Farb ge bung denkmalgerecht mit dem Bestandsgebäude.
Als Reaktion auf die Sichtbeton- und Mauerwerksfassaden des Altbaus ist eine gestalterisch
distanzierte Vorhangfassade aus horizontal angeordneten, naturbelassenen Holzlamellen, die durch
Farbklima und Struktur auf das vor handene sandfarbige Sichtmauerwerk reagiert, gewählt. Für die
Anbindung an den Außenbereich ist eine unmittelbar im Westen angrenzende Freifläche als neuer
Schulhof entstanden, der den Höhenunterschied
von ca. 70 cm zwischen Erdgeschoss und Terrain
über vorgelagerte Terrassen überwindet. Vor dem
Gebäudesockel aus Sicht beton wird dadurch im
Bereich der Gruppenräume und besonders der
Cafeteria Unterricht im Freien ermöglicht.
Für den Übergangsbereich zum Bestandsgebäude
sowie für die Fassade zum Innenhof ist eine transparente Pfosten-Riegelkonstruktion gewählt.
Ge schlossene Tür- und Fassadenelemente sind
im Rahmen eines gesamtheitlichen Gestaltungskonzeptes, auch unter Berücksichtigung der Ge staltung des Bestandgebäudes, farbig akzentuiert.
Kursraum Ergotherapie mit großzügigem
Außenraum bezug
43
44
links: Neue barrierefreie Erschließung der oberen Geschosse im Verbindungsgelenk
rechts: Barrierefreier Zugang in den neuen Verwaltungstrakt
Baubeginn: Juli 2015
Bauende: Dezember 2016
Baukosten: 1.500.000 Euro
Projektbeteiligte:
Architektur- und Ingenieurbüro Schmerschneider, Wolfsburg
Ingenieurbüro Reupke, Salzgitter
Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig
Friedrich-von-Schiller-Schule, Umbau und Modernisierung
In der Friedrich-von-Schiller-Schule befinden sich
die Friedrich-von-Schiller-Grundschule und der
Primarbereich der Friedrich-von-Schiller-Förderschule für Kinder mit Beeinträchtigungen in der
körperlichen und motorischen Entwicklung unter
einem Dach. Die beiden eigenständigen Schulen
im Gebäudekomplex am Walter-Flex-Weg kooperieren seit Jahrzehnten und verfolgen das Ziel der
gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und
ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Auf
diese Weise wird ein Erfahrungsumfeld geschaffen, in dem die Kinder Akzeptanz und Toleranz
erfahren und zu einem selbstbestimmten und unvoreingenommenen Umgang miteinander kommen.
Im Zuge der Einführung der Ganztagsschulen hat
sich der Raumbedarf der Schulen an die Aufenthalts- und Differenzierungsflächen erhöht.
Weiter hin bedingte die Kooperation der Schulen
sowie die inklusive Beschulung eine Ausweitung
der Flächen innerhalb des Gebäudekomplexes.
Nach dem Umzug des Stadtjugendringes in die
Räumlichkeiten des ehemaligen Kirchenkreisamtes in der Kleiststraße stand der dreigeschossige Gebäuderiegel, in dem das Haus der Jugend
untergebracht war, den Schulen zur Verfügung.
Die Raumbedarfe und entstandenen Anforderungen an die Räume und Funktionen konnten
in den vorhandenen Flächen abgebildet werden.
In einem umfangreichen Beteiligungsprozess sind
ein gemeinsames Konzept sowie die Bedarfe der
Musikzimmer mit einfahrbarer Rampe
beiden Schulen in Bezug auf die inklusive
Be schul ung erarbeitet worden.
Neben der Sanierung sowie der Ertüchtigung
des Brandschutzes ist eine Umstrukturierung
innerhalb des Gebäudeflügels erfolgt.
Im Erdgeschoss ist der neue Verwaltungstrakt der
Schulen mit diversen Büroräumen in Form einer
Nutzungseinheit angeordnet. Im östlichen Gebäudeteil bleiben die Unterrichtsräume erhalten und
wurden modernisiert. Das Untergeschoss dient
sowohl Unterrichtszwecken, als auch mit der hier
untergebrachten Mensa der Vorbereitung, Ausgabe und dem Verzehr der Mahlzeiten. Weiterhin
befinden sich in einem kleineren Teilbereich Sanitärräume und Räume für den Hausmeister und
die Reinigungskräfte sowie Lager- und Abstellflächen.
Das Obergeschoss ist für die therapeutische Arbeit
sowie für den Musikbereich hergerichtet worden.
Für die Fördergruppen sind mehrere größere
Unterrichts- und Bewegungsräume entstanden
und im Verbindungsgelenk zwischen dem neuen
Gebäuderiegel und des Schultraktes ein zweiter
Aufzug eingebaut. Aus dem Bewegungsraum an
der nördlichen Giebelseite des Riegels dient eine
neue Stahlaußentreppe als zweiter Fluchtweg.
Für den Musikraum an der südlichen Giebelseite
ist in individueller Hand arbeit eine einfahrbare
Rampe getischlert worden.
45
46
Visualisierung des Anbaus vom Schachtweg
Baubeginn: März 2016
Bauende: Voraussichtlich Dezember 2017
Baukosten: 12.000.000 Euro
Projektbeteiligte:
pbr Planungsgruppe Rohling AG , Braunschweig
Taged Ingenieurberatung, Bodenwerder
Martens Puller Ingenieurgesellschaft, Braunschweig
a° blue, Hamburg
Carl-Hahn-Schule, Erweiterung
In der Carl-Hahn-Schule werden die berufsbildenden Zweige Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheit in einem Gebäude vereint. Aktuell werden
hier Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt,
um die Weiterentwicklung der Schule nachhaltig
und zukunftsorientiert ausrichten zu können.
Für den Neubau wird der marode Zwischentrakt
abgerissen und durch einen fünfgeschossigen
Neubau ersetzt. Der neue Gebäudeteil wird das
entkernte Haus A und das bestehende Haus B
gestalterisch zu einem Haus zusammenführen.
Der Neubau verlängert das Haus A als linearer
Baukörper und bildet eine klare einheitliche
Raum kante zum neuen Vorplatz am Schachtweg.
Die Fuge zum Haus B ermöglicht die öffentliche
Durchwegung des dahinterliegenden Schulhofes.
Das Entree bildet der neue Campusplatz, der als
Torsituation für das gesamte Quartier fungiert
und zum einladenden Treffpunkt für Schüler,
An wohner und Passanten wird.
Das Erdgeschoss, weitgehend transparent verglast, und die gläserne Halle lassen Blicke auf den
ebenfalls öffentlichen Bereich des innen liegenden
Schulhofs zu und sind ein Zeichen der Öffnung
zum Quartier.
Die Fassade erhält ihre Prägung durch die äußere
Hülle mit beweglichen Sonnenschutzlamellen auf
durchlaufenden Geschossbändern, die beide Häuser zu einem angenehm proportionierten Volumen
verbinden.
Das Gebäude wird in seiner neuen geo metrischen
Mitte erschlossen. Ein großer Luftraum im Eingangs bereich empfängt die Besucher und Nutzer
der Schule und führt sie über eine am Luftraum
Grundsteinlegung mit dem Namensgeber
Prof. Dr. Carl Hahn
47
angeordnete einläufige Treppe in die Obergeschosse. Um den Luftraum herum entsteht so
die neue zentrale und gut auffindbare Vertikalerschließung der Schule. Der abgeschlossene
Lehrerbereich mit der Lounge befindet sich im
1. Obergeschoss.
Die Unterrichtsräume liegen in den drei oberen
Geschossen. Besonderes Augenmerk liegt auf der
Zonierung des Erdgeschosses. Bestand und Neubau verbinden sich zu einem großzügigen Raumbereich mit den Funktionen des Forums, der Cafeteria, der Internetplätze und des Multifunktionsraums. Das Forum kann seine Fassade zum Schulhof öffnen und ist für vielfältige auch außer schul ische Veranstaltungen nutzbar. Die Cafeteria, als
offener Bereich mit Terrassen zum Campusplatz
und zum Schulhof hin, unterstreicht damit die
Öffnung der Schule zum Quartier.
Das Handwerkerviertel ist ein überregional bedeutender Standort für Lehre und Bildung und ein
wichtiger innerstädtischer Wohnstandort. Mit dem
Umbau und Anbau an der Carl-Hahn-Schule findet
eine Initialzündung statt, die dem Quartier im
Bereich Städtebau, Erscheinungsbild und Freiraum
zu neuer Identität verhilft.
Innenraumperspektive vom Eingangsbereich
48
Ansicht von Südost im Rohbau auf den MINT-Riegel hinten und die Zweifeldhalle vorne
Baubeginn: März 2016
Bauende: Voraussichtlich Juli 2017
Baukosten: 24.500.000 Euro
Projektbeteiligte:
Koller Heitmann Schütz Architekten, Wolfsburg
ARGE IPRO Leipzig NL der IPRO Dresden/
A + I Planungsgruppe, Wolfsburg
Obermeyer Planen und Beraten, Hannover
Ratsgymnasium, Neubau MINT /Sport
Pes
a
ptg
ebä
talo
zzia
llee
ude
bau
MIN
T
Hau
Tra
akt
Lageplan des Neubaus am Ratsgymnasium
Tra
. 5–
6
kt 3
b
-Tr
kt 3
Tra
kt 2
kt 1
Tra
NW
SPH
Die allgemeinen Unterrichtsräume mit integrierten Lerninseln im Flurbereich sind im Erdgeschoss
und im 1. Obergeschoss angesiedelt. An der offen en Foyertreppe befinden sich im 1. Obergeschoss
der Ganztagsbereich und die Bibliothek. Im aufgeständerten, zur Pestalozziallee gewandten Kopfbau, ist der sogenannte „ DSP -Würfel“ angeordnet,
der dem Darstellenden Spiel dient. Das 2. und
Aul
Neu
Der Erweiterungsbau MINT (Mathematik, Infor matik, Naturwissenschaften und Technik) mit an gegliederter Sport- und Gymnastikhalle wird an
Stelle der abgebrochenen Sporthallen errichtet.
Der viergeschossige Bau an der westlichen Grundstücksgrenze schafft durch den grundstückstiefen
Riegel eine klare städtebauliche Raumkante. Die
Höhe des Neubauteils vermittelt zwischen dem
Hauptgebäude und dem Rathaus.
Der MINT -Riegel wird aus dem verkehrsberuhigteren Bereich der Rathausstraße heraus über einen
neuen Eingang erschlossen. In dieser Ebene
befindet sich die kleine Sporthalle, welche gleichzeitig als Versammlungsstätte dienen soll, und
direkt an das großzügige zwei geschossige Foyer
angrenzt.
Der Abschluss zum Bestandsgebäude im Bereich
der Aula erfolgt zunächst mit einer provisorischen
Außenwand, an der später der Ersatzneubau für
das Hauptgebäude anschließen soll.
3. Obergeschoss beherbergen die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume mit den erforderlichen Sammlungsräumen.
Als Ersatz für die bereits abgebrochenen Sporthallen wird neben einer Gymnastikhalle im Erdgeschoss auch eine Zweifeldhalle im Kellergeschoss
errichtet, die so weit wie möglich in das Gelände
hinein modelliert ist.
Dazu war ein Bodenaushub bis zu 5,7 m unter
Geländeoberkante erforderlich. Als Baugrubenumschließung wurde aufgrund des Grundwasserspiegels eine überschnittene Bohrpfahlwand mit
rückwärtiger Verankerung hergestellt.
Die Fundamentplatten sind aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt, im Bereich der Sporthalle wurden zusätzlich Microbohrpfähle zur
Auftriebssicherung eingebaut. Das Tragwerk ist
im Wesentlichen ein Stahlbetonskelettbau.
Als Dachtragwerk kam beim Riegelbau ebenfalls
Stahlbeton zum Einsatz, in den Sporthallen und
dem Bereich der Pausenhalle wurden Holzbinder
mit Holzsystemdecken verwendet. Die Außenwände erhalten ein Wärmedämmverbundsystem
und im Bereich des eingedrehten Würfels eine
Vorhangfassade mit vorpatinierten Kupferplatten.
Neu
Spo bau
rth
alle
Der Schulkomplex des Ratsgymnasiums, das äl teste und traditionsreichste Gymnasium im Stadtgebiet, bestehend aus Sporthalle, Aula, Hauptgebäude sowie Trakt 1 bis 3 wurde in den 1950er Jahren
errichtet. Der Naturwissenschafts trakt und eine
weitere Sporthalle sind 1976 in Betrieb genommen.
Defizite in den Unterrichtsräumen, aber auch ein
in die Jahre gekommener naturwissenschaftlicher
Trakt und die sanierungsbedürftigen Sporthallen
erforderten eine zu kunfts orientierte Herrichtung.
Im Jahr 2012 wurde der Anbau an den Trakt 3,
die Sphäre 5+6 feierlich eingeweiht. Das Obergeschoss des Traktes 3 wurde ein Jahr später saniert.
49
Sportstätten
Schwimmbad Sandkamp
Seite 52
Mehrzweckhalle Reislingen
Seite 55
Funktionsgebäude Barnstorf
Seite 54
52
Eingang in die Schwimmhalle
Baubeginn: Juli 2012
Bauende: März 2016
Baukosten: 3.975.000 Euro
Projektbeteiligte:
A+I Planungsgruppe, Wolfsburg
A+I Generalingenieure, Wolfsburg
Low-E Ingenieurgesellschaft, Wolfenbüttel
Schwimmbad Sandkamp, Sanierung
Das Schwimmbad in Sandkamp ist Bestandteil
des Gebäudeensembles Sportzentrum Sandkamp.
Dieses besteht aus den drei Nutzungseinheiten
Schwimmbad, Sporthalle und dem DRK Kindergarten Sandkamp. Die Sporthalle wurde bereits
in den vorangegangenen drei Bauabschnitten
grundlegend modernisiert und energetisch
er tüchtigt.
Den Abschluss der Generalsanierung am Sportzentrum Sandkamp bildet die fertiggestellte
Sanierung des Schwimmbades.
Die Baumaßnahmen im Innenbereich des
Schwimm bades erfolgten schwerpunktmäßig unter
den Gesichtspunkten der Neugliederung und Er weiterung der vorhandenen Raum struk tu ren, der
Modernisierung des raumbildenden Ausbaus einschließlich der technischen Gebäudeausrüstung
und der Optimierung des baulichenBrand schutzes.
Die Gebäudehülle wurde unter energetischen
Gesichtspunkten modernisiert.
Im Zuge der Umbauarbeiten im Innenbereich
wurden die Boden-, Wand- und Deckenbeläge
erneuert sowie die Sanitär- und Umkleidebe reiche mo dernisiert. Diese erlauben nun auch eine
unein geschränkte rollstuhlgerechte Nutzung der
Schwimm halle.
Den Schwerpunkt bildete jedoch die Erneuerung
des Schwimmbeckens. Dieses ist ca. 16,6 m lang,
8 m breit und kann durch einen Hubboden bis
auf 3 m Wassertiefe stufenlos verfahren werden.
Die Innenwände des Schwimmbeckens sind mit
einem Edelstahlblech ausgekleidet. Am BeckenModernisierte Schwimmhalle mit Edelstahlbecken
rand wurde eine zweiteilige Überlaufrinne montiert, die den Geräuschpegel durch abfallendes
Schwallwasser in der Schwimmhalle deutlich
senkt. Das ca. 400 cbm umfassende Badewasservolumen wird durch Umwälzpumpen bedarfs gerecht, entsprechend der Besucherzahl und dem
Verschmutzungsgrad, über Sandfilter gereinigt.
Um angenehme raumklimatische Bedingungen
im Schwimmbad zu erzielen, wurde die Heizungsanlage, einschließlich dem Verteilernetz und der
Heizkörper, komplett erneuert. Die gesamten
haustechnischen Anlagenkomponenten können
per Fernwartungen überwacht und ausgelesen
werden.
Einen wesentlichen Schwerpunkt der Baumaßnahmen bildete die energetische Sanierung der
Gebäudehülle. Die wärmeübertragenden Hüllflächen der Außenbauteile wurden vollflächig
erneuert und energetisch aufgewertet. Die vorhandenen Flachdächer verfügten ehemals über
eine innenliegende Entwässerung. Die Entwässerung der Dachflächen wurde, mittels einer
neuen Gefälledämmung, zu einer außenliegenden
Entwässerung umgestaltet. Die Außenwandflächen wurden mit einem Wärmedämmverbundsystem bekleidet sowie Fenster und Fassadenkonstruktionen mit einer energieeffi zien ten Verglasung ausgestattet. Die äußeren Gestaltungsmerkmale des Schwimmbades wurden mit der
vorangegangenen Moder n isierung der Sporthalle
detailgetreu abgestimmt und erzielen ein gesamtheitlich modernes Erschein ungsbild des Gebäudeensembles.
53
54
Funktionsgebäude Barnstorf, Neubau
Status: Ausführungsplanung
Baubeginn: Februar 2017
Bauende: Voraussichtlich März 2018
Baukosten: 1.652.000 Euro
Projektbeteiligte:
nb+b Architekten+Ingenieure, Wolfsburg
A+I Generalingenieure, Wolfsburg
Auf dem Gelände der Sportanlage in Barnstorf
ist ein neues Funktionsgebäude in Bau. Das bestehende Funktionsgebäude des Sportvereins
Barnstorf ist aufgrund von Setzungsschäden für
abgängig erklärt worden. Der Neubau wird aus
städtebaulichen und funk tionalen Gründen an
derselben Stelle errichtet. Mit Entwicklung der
letzten Jahre hat sich auch der Raumbedarf des
Vereins erhöht und ist im Zuge der Planung entsprechend weiter entwickelt worden. Das Raumprogramm sieht zusätzliche Umkleiden für den
Außensport, einen Schiedsrichterraum mit Krankenliege, zwei Außentoiletten, einen Außen ge räteraum sowie notwendige Nebenräume vor.
Des Weiteren ist ein Vereinsbüro und eine Sauna
ge plant, die der SV Barnstorf anmieten und selbst
ausstatten wird.
Der Neubau zeichnet sich durch seine kompakte
Form aus und nimmt die Baulinie der benach barten Zweifeldhalle auf. Der eingeschossige Bau
wird lediglich durch die Mehrzweckhalle überragt,
und lässt über umlaufende Oberlichter natürliches
Licht in den Innenraum.
Innerhalb des Gebäudes ist die Wegeführung in
die Halle getrennt von den Umkleiden für den
Außensport nutzbar, um Verschmutzung und
Verschleiß voneinander zu trennen. Besonderer
Wert wurde bei den Neubauplanungen auf die
Inklusion gelegt. Rollstuhlfahrer können die Halle
und alle Umkleide- und Duschbereiche uneingeschränkt nutzen.
Der Eingang in das neue Funktionsgebäude ist
der Zweifeldhalle zugewandt. In Zuge des Neubaus werden auch die Außenanlagen mit dem
vorhandenen Außensitzbereich und dem Grillplatz, als zentral verbindendes Element zwischen
den beiden Eingängen, neu gestaltet.
Isometrie des geplanten Neubaus mit Außensitzbereich und Grillplatz
Mehrzweckhalle Reislingen, Neubau
Status: Vorplanung
Die Mehrzweckhalle am Bötzel in Reislingen soll
erneuert werden. Das in die Jahre gekommene
Gebäude mit angegliederter Gaststätte, Kegelbahn und Schießstand entspricht nicht mehr
einer zeitgemäßen Sportstätte. Eine Sanierung
stellt sich unwirtschaftlich dar.
In und an der Mehrzweckhalle wird in verschiedenen Sparten Sport getrieben. Daher ist mit
den Nutzern des Vereins FC Reislingen im Vorfeld
ein Beteiligungsverfahren zum Austausch über
bestehende Defizite, dem derzeitigen Umfang
der angebotenen Sportarten und der voraussichtlich en Entwicklung durchgeführt worden. Die
Er gebnisse der Nutzerbedarfe sind in die Bedarfsermittlung der Neubauplanung eingeflossen.
Es ist vorgesehen den Neubau in zwei Bauabschnitten zu realisieren. Im ersten Bauabschnitt
soll der ungenutzte Teil im rückwärtigen Bereich
mit Gaststättenbetrieb und Wohnung abgebrochen werden, um an dieser Stelle eine Einfeldhalle
mit Umkleidebereichen sowie den erforderlichen
Nebenflächen zu errichten.
In der zweiten Phase ist beabsichtigt, den vorderen Gebäudeteil der Halle durch einen neuen,
zweigeschossigen Baukörper zu ersetzen.
In gleicher Niveauebene zu der Einfeldhalle wird
hier eine Gymnastikhalle mit separaten Funktionsbe reichen anschließen. Aufgrund der Hanglage
wird auch das Untergeschoss barrierefrei
er schließ bar sein. Im Untergeschoss und in
näch ster Nähe zum Naturrasenplatz werden
Umkleide räume für den Außensportbereich und
die Sanitärtrakte für die Sportler und Zuschauer
an ge siedelt. Ein Außengeräteraum sowie weitere,
notwendige Nebenräume werden das Raum programm ergänzen.
55
Das bauabschnittsweise Vorgehen bietet den
Vorteil, dass der Betrieb auf dem Außensportgelände und anschließend innerhalb der
Mehrzweck halle, während der Baumaßnahmen,
weitergeführt werden kann.
2. BA
2. BA
Untergeschoss
2. BA
1. BA
Erdgeschoss
Konzeptstudie des Neubaus
2. BA
1. BA
Bauten für das Sozialwesen
Freiwillige Feuerwehr Velstove
Seite 64
Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde
Seite 62
Feuer- und Rettungswache Seite 70
Betriebshof der Wolfsburger Abfall wirtschaft
und Straßenreinigung Seite 66
Kinderkliniken Somatik und Psychosomatik Seite 68
Verwaltungsstelle Fallersleben Seite 58
58
Haupteingang in die Verwaltungsstelle mit der Büste von Hoffman von Fallersleben
Baubeginn: Oktober 2014
Bauende: September 2016
Bauende Haupteingangstreppe: Februar 2017
Baukosten: 1.415.000 Euro
Projektbeteiligte:
Stefan Klemm Architekt, Wolfsburg
Ingenieurgesellschaft Gebhardt+Schenkewitz, Braunschweig
Verwaltungsstelle Fallersleben, Generalsanierung
Die Generalsanierung der Verwaltungsstelle in
Fallersleben umfasste alle Bereiche vom Keller bis
zum Dach und behandelte auch die Flächen der
Außenanlagen.
Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes dient
der Stadt Wolfsburg als Außenstelle der Meldestelle und KfZ-Zulassungsstelle. Auch das Büro
der Orstbürgermeisterin von Fallersleben ist hier.
Ferner befindet sich im Gebäude die Stadtteilbibliothek im ersten Obergeschoss, ein Büro für
den städtischen Archäologen im Dachgeschoss
und alte Gefängniszellen als Museumsräume für
den Heimatverein im Kellergeschoss.
Die Baumaßnahmen fanden im laufenden Betrieb
statt. Die Funktionen der Verwaltung und Sprechstelle wurden zeitweise in Bürocontainer ausge lagert. Etappenweise wurde das Erdgeschoss und
das erste Obergeschoss im Dezember 2015 und
das Dachgeschoss und Kellergeschoss inklusive
der neuen Drainage und Hofpflasterung im September 2016 fertig gestellt. Die markante Treppe
am Haupteingang konnte im Januar 2017 wieder
in Nutzung genommen werden.
Im Zuge der Generalsanierung ist der Einbau eines
Aufzuges mit Haltestellen vom Keller geschoss bis
in das Obergeschoss erfolgt. Dadurch ist erstmalig
eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes
über die Gebäudesüdseite möglich. Unerwartete
Herausforderungen brachte bei den Abbrucharbeiten für den Aufzugsschacht, der ex trem harte
und dicke Beton, sogenannter blauer Beton, wie
er bei Bunkeranlagen anzutreffen ist, mit sich.
Bedingt durch den Einbau des Aufzuges wurden
verschiedene Raumverschiebungen in den einzelnen Etagen erforderlich. Die, durch die Raumverschiebung neu gestalteten Sanitäranlagen, wurden komplett saniert. Sämtliche weiteren Räume
haben neue Bodenbeläge er halten, der Wartebereich für die Melde- und Zulassungsstelle in Form
von einem neuen Natursteinbelag. Die neu ange-
schaffte Möblierung in der Wartezone rundet das
Erscheinungsbild einer modernen Verwaltungsstelle ab. In allen Stockwerken erfolgten Anstricharbeiten an Wänden und Decken, sowie Ausbesserungen und Lackierarbeiten an Fenstern und
Türen. Überraschend ist während der Malerarbeiten in zwei Räumen auf eine Wand gestaltung mit
der Walzenschablone als Tapetenersatz gestoßen
worden. In einem Raum ist diese ausschnittsweise
erhalten und restau ratorisch überarbeitet worden.
Blick in den Wartebereich der Verwaltungsstelle
59
60
Im Obergeschoss lädt der neu gestaltete Bibliotheksbereich zum Stöbern und Entdecken ein.
Die ehemaligen Arrestzellen im Kellergeschoss
wurden zu Besichtigungszwecken hergerichtet.
Im Dachgeschoss ist der südöstliche Dachboden
zum Lagerraum ausgebaut worden. Die Dach s a nie rung selbst beinhaltete eine neue Dacheindeckung, eine zusätzlich Dämmung in den Dachschrägen der ausgebauten Dachräume nach der
Energieeinsparverordnung und auch die Restaurierung der Dachgauben.
Saniertes Treppenhaus
Beschädigte Stellen an der Fassade sind ausgebessert worden und die Fassade erhielt einen
neuen Anstrich nach ursprünglichem Vorbild.
Die Heizungsanlage mit den Heizungsverteil leitungen und Heizflächen wurde komplett ersetzt.
Die Wasserversorgungsanlagen und Elektroinstallation wurden mit Anpassungen an den heutigen
Standard erneuert und eine Einbruch meldeanlage
installiert. Das Treppenhaus erhielt eine brandschutztechnische Ertüchtigung durch eine Brandmeldeanlage und neue Brandschutztüren. Die
historischen Malereien im Treppenhaus wurden
feuersicher gerahmt und konnten im Treppenhaus
verbleiben.
Freigelegte und restaurierte bauzeitliche Wandgestaltung
Die Kelleraußenwände waren stark durchfeuchtet,
da der Feuchteschutz fehlte. Zur Kellertrockenlegung wurde das Gebäude bis zur Unterkante
der Kellersohle freigelegt. Die freigelegten Kelleraußenwandflächen wurden mit einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung gegen
anstehendes Wasser abgedichtet. Zusätzlich
schafft eine neue Ringdrainage Entlastung. Die
Pflasterflächen um das Gebäude wurden, nach
der Erneuerung der Grundleitungen im Außenbereich, neu verlegt. Auf der südlichen Freifläche
ist, gemäß dem Brandschutzkonzept, eine neue
Feuerwehrzufahrt angelegt worden.
Die Sanierung der Haupteingangstreppe war erforderlich, da die Standsicherheit gefährdet war.
Die Außentreppe wurde abgetragen und unter
weitest gehender Verwendung der vorhandenen
Bauteile wieder aufgebaut. Neue Betonstufen
sind, in Abstimmung mit der Denkmalpflege, nach
altem Vorbild der Farbe, Oberfläche und Form,
eingebaut worden.
Neuer Aufzug für die barrierefreie Erschließung
Ansicht der Freiwilligen Feuerwehr Vorsfelde von der Helmstedter Straße
1. BA Baubeginn: September 2014
1. BA Bauende: Februar 2015
2. BA Baubeginn: Oktober 2015
2. BA Bauende: Dezember 2015
Baukosten: 252.000 Euro
Projektbeteiligte:
Geschäftsbereich Hochbau ohne externe Beteiligte
Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde, Sanierung und Modernisierug
Die Freiwillige Feuerwehr in Vorsfelde wurde
in zwei Bauabschnitten modernisiert und den
ak tuellen Bedarfen angepasst.
Der erste Bau abschnitt bezog sich auf das Erdgeschoss. Die Sanitärbereiche wurden komplett
kernsaniert. Neben der Erneuerung der haustechnischen In stallationen wurden die Raum zu schnit te auf die veränderten Anforderungen der
Ortsfeuerwehr abgestimmt und durch eine funk t ionalere Raum aufteilung ein verbesserter Ablauf
ge währleistet. Die Außenhülle im Erdgeschoss
hat im ersten Bauabschnitt eine energetische
Ertüchtigung erfahren, indem neue Fenster und
Türen nach dem Stand der Energieeinsparordnung
eingebaut wurden.
In einem zweiten Bauabschnitt wurde mit der
Sa nierung im Obergeschoss des Gerätehauses
fortgefahren. Auch hier sind die alten Fenster
ersetzt worden. Ein besonderes Augenmerk lag
auf der Modernisierung des Schulungsbereiches.
Ein Einbauschrank über die gesamte Länge des
Raumes integriert die neue Lüftungsanlage und
bietet den erforder lichen Stauraum. Auch ein
neuer Beamer wurde unter die Decke angebracht.
Die Position der einfahrbaren Leinwand bietet
von allen Plätzen des Schulungs raumes eine gute
Sicht auf die Leinwand.
Die Fenster sind mit einer elektrisch fahrbaren
Verdunkelungsanlage ausgestattet. Sämtliche
Verkabelungen werden unsichtbar in der neuen
Akustikdecke oder unter dem neuen Bodenbelag
geführt. Für die neue technische Ausstattung des
Schul ungs raumes und der Büros war es zudem
erforderlich, die Unterverteilung des Elektronetzes zu erweitern.
Die Arbeits- und Einsatzfähigkeit der Freiwilligen
Feuerwehr Vorsfelde ist während der Baumaßnahmen kaum beeinträchtigt worden, da die Umbauarbeiten in enger Abstimmung zwischen den
Beteiligten an die Gegebenheiten der Feuerwehr
angepasst wurden.
Schulungsraum mit neuem Einbauschrank
Neuer Sanitärbereich
63
64
Neue Fahrzeughalle mit integrierter Sprechstelle und der „ehemaligen Grundschule“ im Hintergrund
Baubeginn: August 2015
Bauende: März 2016
Baukosten: 822.000 Euro
Projektbeteiligte:
Fiedler+Häckl Architekten, Hildesheim
Ingenieurbüro Lindhorst, Braunschweig
bow Ingenieure, Braunschweig
Freiwillige Feuerwehr Velstove,
Neubau Fahrzeughalle mit integrierter Sprechstelle
Die Freiwillige Feuerwehr in Velstove hat eine
neue Fahrzeughalle mit Anbau, genutzt als Orts sprechstelle, erhalten. Der Neubau wurde not wen dig, da das im Sicherheitskonzept der Feuerwehr
vorgesehene Fahrzeug in der alten Fahrzeughalle
keinen ausreichenden Platz fand. Die alte Fahrzeughalle enthielt weiterhin keine separaten
Umkleide- und Sanitärräume und entsprach somit
nicht den Vorgaben der Feuerwehr- DIN .
Die neue Fahrzeughalle ist an Stelle des Pavillons
des Dorfgemeinschaftshauses, zwischen alter
Fahrzeughalle und der ehemaligen Grundschule,
errichtet worden. So konnte die Einsatzfähigkeit
der Freiwilligen Feuerwehr Velstove während der
Bauzeit aufrechterhalten werden.
Der Eingang in die neue Fahrzeughalle befindet
sich gegenüber der ehemaligen Grundschule,
in der die Sozialräume und der Schulungsraum
untergebracht sind.
Der zwischen dem Sozialtrakt und der neuen
Fahr zeughalle entstandene und weiterhin als
Park platz genutzte Vorplatz ist aufgewertet
worden und fungiert als zentrales Verbindungselement zwischen den beiden Gebäuden der
Orts feuerwehr. Durch einen im Osten gelegenen
Eingang wird die neue Ortssprechstelle separat
erschlossen.
Stiefelwaschanlage zwischen
Fahrzeughalle und Flur
Der Neubau beherbergt die Fahrzeughalle mit
zwei Einstellplätzen. Über einen Flur werden die
geschlechtsspezifisch getrennten Umkleidetrakte
mit Duschbereich und die WC s erschlossen. Die
Umkleideräume für 20 Männer und fünf Frauen
haben direkten Zugang zur Fahrzeughalle.
Die Schwarz/Weiß-Trennung erfüllt der zwischen
Fahrzeughalle und Flur gelegene Bereich der Stiefel wäsche mit Container zum Einwerfen kontaminierter Schutzbekleidung.
Auf der Rückseite der Fahrzeughalle befinden
sich eine Werkstatt mit Lagerfläche sowie der von
auß en zugängige Hausanschlussraum.
Die Fahrzeughalle überragt die seitlich flankierenden, niedrigeren Baukörper des Umkleide- und
Sanitärtraktes einerseits und der Sprechstelle andererseits. Als Dachform sind Flachdächer gewählt.
Die Dachkonstruktion als Sparren- Pfettendach
mit sichtbarer Holzschalung wird aufgelagert
auf Unterzügen aus Stahl- und Brettschichtholzprofilen. Das Portal zur Fahrzeughalle ist, in
An lehnung an die denkmalgeschützte ehemalige
Grundschule und die angrenzende Nachbarbebauung, mit Ziegelmauerwerk ver blendet.
Fahrzeughalle mit zwei Einstellboxen
und mitfahrender Absauganlage
65
66
Visualisierung der Neubauten von der zentralen Erschließungsachse
Baubeginn: Mai 2016
Bauende: Voraussichtlich Sommer 2018
Projektbeteiligte:
JSWD Architekten, Köln
Bohne Ingenieure, Siegen
IWB Ingenieurgesellschaft, Magdeburg
Betriebshof der Wolfsburger Abfallwirtschaft
und Straßenreinigung, Neubau
Werkstätten übliche Mengen an Ölen, Fetten und
sonstigen Betriebsflüssigkeiten und schadstoffhaltigen Gebinden gelagert. Des Weiteren werden
hier Reparaturen an allen Fahrzeugarten durchgeführt. Nach der Werkstatt folgt die Fahrzeugpflegehalle. Diese besteht aus drei Feinwaschplätzen und fünf Grobwaschplätzen, einer Waschanlage für Abfallbehälter und Abstellbereiche
für Altfahrzeuge sowie größere Fundsachen wie
Fahrräder. An die Waschhalle schließt die frostfreie Halle der Fahrzeugabstellung an. Auf der
großzügigen Dachfläche ist eine Photovoltaik anlage vorgesehen. Das nachfolgende Streumittellager ist für die Aufnahme von 1.000 t Splitt,
5.000 t Streusalz und 40.000 l Sole aus gelegt.
Das Grundstück für den neuen Betriebshof liegt
an der Marie-Curie-Allee im Gewerbegebiet
Vogelsang II. Die Gebäuderiegel sind in Zeilen
angeordnet. Die Baukörper für Verwaltung, Werkstatt, Fahrzeugpflege, Fahrzeugabstellung und
Lager sind jeweils mit der Stirnseite an einer
Erschließungsachse vorgesehen. Die Erschließung
erfolgt von hier aus über Stichstraßen und führt
über die Hofbereiche an die Längsseiten.
Die Hallen sind grundsätzlich von zwei Seiten
anfahr- und durchfahrbar. Dadurch kann un nötiger Wendeverkehr ausgeschlossen werden. Das
Grundstück wird von einer gestaltgebenden Zaunanlage umschlossen. Dabei belässt die opti mierte
Gebäude- und Erschließungsstruktur einen
großzügigen Freiflächenanteil. Die ein gerückte
Zaunanlage schafft entlang der Marie- Curie-Allee
einen mit Alleebäumen besetzten Grünraum.
Zaun und Baukörpervolumen ver zahnen sich zu
einer Einheit und das Erschließungssystem bietet
Mitarbeitern und Gästen eine gute Orientierung.
Die Verwaltung und die Hallenbauten werden in
einer Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Eine
Ausnahme bildet das Streumittellager, bei dem
aufgrund des Lagergutes Salz eine Holzbauweise
zur Anwendung kommt. Die Oberflächen bleiben
den Nutzungen entsprechend in einer Sicht betonoptik erhalten.
Die verschiedenen Baukörper werden von einer
gemeinsamen Fassadenfamilie bekleidet. Sie ist
als Metall-Vorhangfassade aus einem hohen
An teil aus recycletem Material angedacht. Eine
vertikale Struktur aus verformten Stahl blechen
verleiht den Gebäuden gemeinsam mit dem außen
liegenden Sonnenschutz, je nach Wetterlage, ein
wechselndes Erscheinungsbild. Über die differenzierte Ausformulierung der einzelnen Gebäude
vermittelt die Planung trotz der großen Baumasse
eine angenehme Maßstäblichkeit und Eigenständigkeit aller Gebäude.
Das Verwaltungsgebäude befindet sich im
Zugangs bereich des Grundstücks und bildet mit
einem der Erschließungsstraße zugewandten
großzügigen Foyer eine starke Empfangsgeste.
Das dreigeschossige Gebäude beinhaltet die
ge samte Verwaltungsfunktion vom Vorstand über
die Betriebswirtschaft, die Verwaltungsteile der
Abfallwirtschaft und die Verwaltungsteile des
Technischen Betriebes. Eine gebäudeübergrei fende Technikzentrale ist auf dem Dach vorgesehen.
Hinter dem Verwaltungsgebäude ist die Werkstatt
angeordnet. In den Lagerbereichen werden für
Kaltlager 2
Kaltlager 1
Streumittellager
Fahrzeugabstellung
Fahrzeugpflege
KFZ-Werkstatt
Verwaltung
Lageplan des neuen Betriebshof
Vorhaltefläche Betriebshof Straßenbau und Projektkoordination & Grün
67
68
Visualisierung der Neubauten Somatik auf der linken Seite und Psychosomatik auf der rechten Seite
Baubeginn Psychosomatik: Herbst 2015
Baubeginn Somatik: Mitte 2016
Bauende Psychosomatik: Mitte 2017
Bauende Somatik: Mitte 2018
Projektbeteiligte:
Koller Heitmann Schütz Architekten, Wolfsburg
Rauh Damm Stiller Partner Architekten, Hattingen
KMG Ingenieurgesellschaft, Berlin
Neumann-Berking und Bendorf Planungsgesellschaft, Wolfsburg
Klinikum Wolfsburg,
Neubau der Kinderkliniken Somatik und Psychosomatik
Am Klinikum Wolfsburg entstehen Neubauten für
die Kliniken der Kinder- und Jugendmedizin. Die
Standorte befinden sich am nord-westlichen Rand
des Klinikumgeländes. Die Nähe zum Haupt eingang und zur zentralen Verteilerhalle gewährleistet die gewünschte und notwendige Anbindung
und ermöglicht eine optimale Integration in das
Gesamtgefüge der Klinik.
Die Maßnahme gliedert sich in zwei einzelne Projekte. Das Hauptgebäude, die somatische Klinik
für rein körperliche Erkrankungen, wird künftig
63 Betten beherbergen. In direkter Nachbarschaft
wird das Gebäude der Psychosomatik, in der
seelisch kranke Kinder behandelt werden, mit
16 Betten gebaut. Hier befand sich ehemals das
Ärztewohnhaus, das im Zuge der Neubaumaßnahme abgebrochen wurde. Der unter dem Haus
liegende begehbare Versorgungsschacht mit
Medienführungen für das gesamte Klinikum bleibt
erhalten und ist weiter in Betrieb.
Das Gebäude der Psychosomatik besitzt neben
dem Erdgeschoss mit überdachtem Haupteingang
und der Teilunterkellerung für die haustech nischen Anlagen, ein weiteres Obergeschoss.
Das Erdgeschoss beherbergt im Foyer neben der
Anmeldung diverse Gruppen- und Therapieräume,
Bereiche für Unterricht, Gespräche und Untersuch ungen sowie des weiteren Personal- und
Funktionsräume. Das Obergeschoss gliedert sich
im Wesentlichen in zwei Wohngruppen für den
Patientenaufenthalt. Diese beinhalten insgesamt
8 Einzel- und vier Doppelzimmer mit eigenen
Sanitärzellen. Den Einheiten sind jeweils ein
Auf enthaltsbereich mit Küche und Rückzugszone
sowie ein Dienstzimmer zugeordnet.
Die Erschließung der beiden Geschosse erfolgt
über eine Treppe mit großer Fensterfront, die
einen Ausblick ins Grüne, Richtung Tiergehege,
freigibt.
Das Gebäude der Somatik, bestehend aus einer
halbovalen Form auf runden Stützen, verfügt über
eine direkte Verbindung zum Altbau. Auf zwei
Obergeschossen sind der klinische Arztdienst mit
Funktionsdiagnostik und die Notfallbehandlung
und weiterhin die drei Stationen der Somatik
unter gebracht. Dabei handelt es sich um die
Station für Frühgeborene und Intensiv behandlung,
die Station für pädiatrische und operative Säuglinge und Kinder und die Station für infektiöse
Kinder und Jugendliche mit separatem Eingang.
Das Eingangsgeschoss der Somatik ist gegenüber
den oberen Ebenen als leicht zurückversetztes
Sockelgeschoss mit einem offenen Fassadencharakter konzipiert. Auch die Gebäudehülle für
die zurückliegende Technikzentrale im obersten
Geschoss ist gegenüber der Hauptfassade zurückversetzt.
Die Fassaden beider Gebäude werden als gedämmte, hinterlüftete Systeme mit Faser zement tafeln
und Ton-Formziegeln bekleidet. Die Ansichten
sind von großen Fensterflächen geprägt, welche
sich in der Teilung nach den Reihungen der
Pa tientenzimmer richten.
Die Neubauten nehmen die Farbgestaltung und
Materialität der umliegenden Bestandsgebäude
auf und werden harmonisch in das Gesamtgefüge
des Klinikkomplexes aufgenommen.
69
70
Visualisierung der neuen Feuer- und Rettungswache
Status: Genehmigungsplanung
Projektbeteiligte:
Gatermann+Schossig Architekten, Köln
G-Tec Ingenieure, Wenden-Rothenmühle
pbr Planungsgruppe Rohling, Magdeburg
Actes Consultants Technology & Engineering, Wien
Feuer- und Rettungswache, Neubau
Die bestehende Feuer- und Rettungswache in der
Dieselstraße erfüllt nicht mehr die technischen
und funktionalen Anforderungen an eine zeit gemäße Wache. Der Entwurf für den Neubau ging
aus einem Architektenwettbewerb mit vorgeschalteten qualifizierten Auswahlverfahren hervor.
Für den Neubau steht das in Osten an grenzende
Grundstück der WAS zur Verfügung, dass als
Be triebshof genutzt wird und derzeit baulich an
seinem neuen Standort im Vogelsang II errichtet
wird. Da die Kapazität des Grundstücks zur Umsetzung des Raumprogramms und der umfangreichen Außenflächen eng begrenzt ist, bestand
die zentrale Aufgabe des Wettbewerbs in der
geschickten Verteilung der Funktionsbereiche,
unter Beachtung der für den optimalen Betrieb
notwendigen Funktionszusammenhänge.
Der geplante Gebäudetyp basiert auf einem Dop pel hofprinzip, der den introvertierten Nutz ung en
der Rettungs- und Feuerwache Rechnung trägt
und den bestehenden Gebäudetyp fortsetzt.
Gleichzeitig wird hierdurch der Schallschutz für
die anschließende Wohnbebauung geschaffen,
die sich über die Allee des Amselwegs erstreckt.
Das Gebäude wird in horizontal geschichtete
Einzelvolumina aufgelöst, die zur Dieselstraße
leicht gegeneinander verdreht sind und dadurch
Lageplan der neuen Feuer- und Rettungswache
auf verschiedene Fluchtlinien reagieren. Zum
Amselweg ist eine parallele Raumkante vorgesehen, hier tritt das Gebäude relativ weit von
der Baugrenze zurück und erzeugt dadurch eine
deutliche Aufweitung des Raumes.
Der Neubau verbindet die Feuer- und Rettungswache zum einen gestalterisch und ermöglicht
zum anderen die Realteilung als separate Einheiten. So können die unterschiedlichen Nutzungseinheiten der Feuer- und Rettungswache, aufgrund möglicher Organisationsveränderungen,
autark funktionieren. Daraus bildet sich eine klare
geschossweise Trennung unter Berücksichtigung
der Aufgaben und der hohen Sicherheitsanfor de rungen ab. Getrennte, transparente Zugänge an
den Gebäudeecken erschließen die unterschiedlichen Nutzungseinheiten. Alle Einheiten haben
direkt zugeordnete Regenerationsbereiche mit
hoher Aufenthaltsqualität, auch im Freien.
71
Gemeinschaftsunterkünfte in den Rohwiesen
Suhler Straße
Neubau
Heinrichswinkel
Reaktivierung
Rohwiesen Rohwiesen
Neubau
Erweiterung
Hafenstraße
Erweiterung
Am Drömlingsstadion
Neubau
HeinrichNordhoff-Str.
Neubau
dauerhaft
2015
2016
2017
temporär
Borsigstraße
Reaktivierung
ehem. Jugendwerkstatt
Umbau
ehem.
Tischlerei
Umbau
Winterbau
Umbau
Heinenkamp
Neubau
Zeitstrahl der Fertigstellungen
Detmerode
Neubau
Flüchtlingsunterkünfte
Im Oktober 2015 stellte sich die Aufgabe zur
sofort igen Planung und kurzfristigen Umsetzung
von Unterbringungsmöglichkeiten für die Zahl von
mehreren tausend Flüchtlingen. Es lagen nur
Schätzungen vor.
Der These folgend, dass die Integration von Flüchtlingen nur erfolgreich sein kann, wenn die Unterbringung in sozial integrierten Lagen erfolgt, sollten die Unterkünfte in Lagen mit integrationsunterstützender Infrastruktur errichtet werden um
perspektivisch alle langfristig bleibenden Flüchtlinge unterzubringen.
Aufgrund der Vielzahl der unterzubringenden
Personen erschien es nicht möglich und nicht
wirtschaftlich, dieses Ziel mit nur einer Gebäudetypologie zu erreichen. Ein differenziertes,
paralleles Vorgehen wurde erforderlich. Aus dieser
Erkenntnis heraus, wurden drei Formen der Unterbringung bereitgestellt:
› Erstaufnahmeeinrichtungen, die als zeitlich
begrenzte Sofortquartiere in bestehenden Sporthallen eingerichtet worden sind.
› Gemeinschaftsunterkünfte, für die Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen, zur temporären Nutzung und mit dem Ziel diese Unterkünfte
anschließend wieder zurück zu bauen. Dieser
Unterbringungsform gehören Gebäudetypologien
wie beispielsweise Leichtbauhallen und Wohncontainer an. Außerdem wurden Bestandsgebäude
zur Nutzung als temporäre Unterkünfte umgebaut.
› Gemeinschaftsunterkünfte, die langfristig und
dauerhaft nutzbar sind und einer Nachnutzung
als Mietwohnungen zugeführt werden können.
Für diese Art der Unterbringung sind Neubauten
in Modulbau- oder Systembauweise als auch in
Massivbauweise errichtet worden.
Im Zuge der Standortsuche wurden insgesamt
61 bebaubare Flächen und Bestandsgebäude von
der Verwaltung auf Eignung untersucht.
73
Erstaufnahmeeinrichtungen
Aufgrund der hohen Anzahl an Flüchtlingen hat
das Land Niedersachsen die Kommunen aufgefordert, nichtregistrierte Flüchtlinge aufzunehmen.
Neben der Aufnahme einer festgelegten Anzahl
von bereits registrierten Flüchtlingen nach dem
Königsteiner Schlüssel erfolgte die zusätzliche
Erstaufnahme von 500 Geflüchteten. Die Menschen wurden, da Wohnungen und Heime in der
erforderlichen Zahl nicht zur Verfügung standen,
zunächst in Sporthallen untergebracht.
Die Auswahl der Sporthallen als Erstaufnahmeeinrichtungen erfolgte unter Berücksichtigung
der Lage, der aktuellen Nutzungssituation, der
Hallen- und Umfeldgröße sowie einer gerechten
Verteilung auf das Stadtgebiet. Als Erstaufnahmeeinrichtung wurden neben der Turnhalle der
Berufsbildenden Schulen in der Dieselstraße auch
die Turnhalle der Grundschule Alt Wolfsburg, die
Sporthalle in der Beuthener Straße in Mitte-West
einschließlich der Mobilbauten auf der Freifläche
vor der Sporthalle und die Ballsporthalle Mörse im
Herzbergweg baulich hergerichtet.
Gemeinschaftsunterkünfte temporärer Art
Für die Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen war es aufgrund der hohen Nachfrage auf
dem Wolfsburger Wohnungsmarkt notwendig,
die Personen zunächst in kurzfristig errichtbaren
Sammelunterkünften zu beherbergen.
Solche Unterbringungsmöglichkeiten temporärer
Art umfassen separierte Schlafbereiche mit Mehrbettbelegung und gemeinschaftlich genutzten
Küchen- und Sanitärbereichen. Sie zeichnen
sich durch kurze Errichtungszeiten aus. Über das
Stadt gebiet verteilt sind Gemeinschaftsunterkünfte temporärer Art sowohl in Form von Neubauten als auch durch die Herrichtung von
Bestandsimmobilien entstanden.
74
So ist beispielsweise in gut viermonatiger Planungs- und Bauzeit im Gewerbegebiet Heinenkamp die erste temporäre Flüchtlingsunterkunft
in Hallenbauweise errichtet worden. In sieben
Wohnhallen, einem Sanitärcontainerbereich
und einer Gemeinschaftshalle konnten bis zu
400 Menschen untergebracht werden.
Mit Rückgang der Flüchtlingszahlen sind die
Unterkunft im Heinenkamp sowie weitere Unterkünfte in behelfsmäßig hergerichteten Bestandsgebäuden inzwischen nicht mehr belegt.
Als letzte Sammelunterkunft ist die Containerwohnanlage in Detmerode noch in Betrieb.
Gemeinschaftsunterkünfte nach dem Wolfsburger Baukastensystem und dauerhafter
Wohnungsbau
Anlieferung der Raumzellenmodule der Gemeinschaftsunterkünfte Am Drömlingstadion
Containerwohnanlage in Detmerode
Mit dem Anforderungsprofil einer flexiblen Bauweise sollte in möglichst kurzer Planungs- und
Bauzeit eine wirtschaftliche Lösung gefunden
werden, die parallel zu der Errichtung von Unterkünften temporärer Art eine selbstständige Wohnform für Asylbewerber ermöglicht und darüber
hinaus auch eine nachhaltige Nutzung in der
Verwendung als Mietwohnungsbau darstellt.
Aus diesem Anlass ist das Wolfsburger Baukastensystem entwickelt worden: Zu Gebäudekomplexen
zusammenfassbare Einheiten eines modularen
Systems sind nach dem Prinzip eines Baukastens
75
universell veränderbar und ermöglichen ein
flexibles Anpassen an das jeweilige Grundstück
und die Anzahl aufzunehmender Personen. Die
Vergabe der Bauleistungen erfolgte auf Grundlage
einer funktionalen Leistungsbeschreibung an
einen Generalunternehmer.
Funktional erfüllen diese Bauten allgemein
üb liche Anforderungen an Grundrisse, die zu
Wohn zwecken genutzt werden. Im Hinblick auf
die Anforderungen an die Möblierbarkeit der
Ausstattung der Bereiche, separate Wohn- und
Schlafräume, Küchen mit Essbereichen und
getrennte Sanitärbereiche und Abstellräume
ermöglichen sie den Bewohnern ein eigenständiges Leben. Als erste Gemeinschaftsunterkünfte
sind die Wohnkomplexe in der Suhler Straße und
in den Roh wiesen entstanden. Die bestehende
Unterkunft in der Hafenstraße in Fallersleben ist
auf diese Weise erweitert worden.
Im Ergebnis wurde erreicht, dass die Bautätigkeit
zur Unterbringung von Flüchtlingen auch genutzt
werden konnte, um langfristig Wohnraum für alle
Wohnungssuchenden zu schaffen. An den Standorten in der Heinrich-Heine-Straße und Am
Drömlingstadion erfolgten Planungsanpassungen
um den Anforderungen an den Mietwohnungsbau,
wie beispielsweise DIN-gerechte Barrierefreiheit,
die wohnungsweise Erfassung der Wasser- und
Energieverbräuche und eine Nachrüstung von
Balkonen gerecht zu werden. Eine Nutzung als
einfacher Wohnungsbau ist somit an diesen
Standorten mittelfristig gegeben.
Gemeinschaftsunterkünfte in Hallenbauweise im Gewerbegebiet Heinenkamp
Kultur- und Veranstaltungsstätten
E-Mobility-Cube
Theater Seite 78
Burg Neuhaus
Seite 84
Seite 82
78
Das Theater von Hans Scharoun städtebaulich und landschaftlich eingebettet am Fuße des Klieversbergs
Baubeginn: Mai 2014
Bauende: November 2015
Baukosten: 31.500.000 Euro
Projektbeteiligte:
Brenne Gesellschaft von Architekten, Berlin, als Generalplaner
Busse & Partner, Berlin
Ingenieurgesellschaft Meinhard Fulst, Braunschweig
Theater Engineering Ingenieurgesellschaft, Unterhachingen
Energydesign, Braunschweig
Anja Stadler Restaurierung, Osterwiek
sowie weitere Berater und Sachverständige
Theater, Generalsanierung
Der einzige realisierte Theaterbau von Hans
Scharoun bildet den Endpunkt der aus der
Porsche straße führenden Stadtachse und wurde
am Fuße des Klieverberges bewusst in Szene
gesetzt. Mit seinen abwechslungsreichen Raumfolgen, des Gleichgewichts zwischen Bauwerk
und Natur, der herausragenden Akustik und des
intensiven Kontakts zwischen Bühnengeschehen
und Publikum ist es ein architektonisches Meisterwerk. Der Bau geht auf einen Wettbewerb aus
dem Jahre 1965 zurück und hat bis zur Fertigstellung im Jahre 1973 unterschiedliche Planungsschritte durchlaufen. Letztlich wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine drastisch gekürzte
Variante rea li siert, bei der vor allem im Bereich
der Lager- und Verwaltungsflächen gekürzt
wurde.
Während sich das Theater oberflächlich betrachtet in einem guten Zustand befand, gab es dringenden Handlungsbedarf bei der Gebäudesubstanz
und im Bereich der Technik. Ziel der Generalsanierung war es, das Gebäude in nur 18 Monaten
baulich zu ertüchtigen und gleichzeitig Bühnentechnik, Brandschutz und Sicherheitstechnik
zu modernisieren. Die Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten betrafen die Aufarbeitung der
Boden-, Wand- und Deckenflächen sowie die
energetische Sanierung des Daches, der Fenster
und feststehenden Verglasungen sowie die
Dämmung des Sockelbereichs. Die von Beginn an
zu kleinen Bühnenlager erhielten eine bauliche
Erweiterung. Die bauzeitlichen Einbauten und
das Mobiliar wurden denkmalgerecht aufgearbeitet und die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und
Elek troinstallation komplett erneuert.
Das Herzstück der Instandsetzung bildete der
Zuschauersaal mit seiner hervorragenden Akustik.
Die Putzflächen der Decken und Treppenläufe und
die Holzbekleidungen der Wände einschließlich
der Akustiksegel wurden behutsam gereinigt und
restauratorisch überarbeitet.
79
Von besonderer Bedeutung im Theatersaal ist
die Bestuhlung. Mit den markanten Holzrückenlehnen, und den roten Polstern stellen sie sich
nach der sorgfältigen Aufarbeitung wieder in
gleichem Erscheinungsbild dar, und haben doch
lüftungstechnisch im Inneren der Rückenlehnen
eine Optimierung erfahren. Unter Zuhilfenahme
von Computersimulationen, Laborprüfständen und
zusätzlicher Technik konnte die Art der Lüftung
beibehalten und gleichzeitig eine Verbesserung
nicht nur der Behaglichkeit und des Raumklimas,
sondern auch der Akustik erreicht werden.
Die notwendige energetische Verbesserung der
Gebäudehülle sollte denkmalgerecht nur Maßnahmen umfassen, die das Erscheinungsbild des
Gebäudes nicht beeinträchtigten. In diesem
Zu sammenhang sind es neben der Dämmung
aller Dachflächen vor allem die Fenster gewesen,
die mit einer verbesserten Isolierverglasung ausgestattet wurden. Dabei konnten im Wesentlichen
alle Rahmen- und Flügelprofile und sogar die
Glashalteleisten weiterverwendet werden.
Die vorhandenen Downlights im Foyer und im
Zuschauersaal wurden mit einer innovativen LED Technik ausgerüstet und exakt wieder an gleicher
Stelle montiert. Die Downlights in der Foyerdecke
Empfangshalle mit verglastem,
dezent schimmernden Kassentresen
wurden von Scharoun nicht gleich mäßig, sondern
mal verdichtet und mal aufge lockert in der Fläche
angeordnet. Auf diese Weise ergeben sich unterschiedlich intensiv ausgeleuchtete Bereiche. Hier
war eine Ausnahmegenehmigung der Bauaufsicht
erforderlich, denn normalerweise gilt für solche
Verkehrsflächen aus Sicherheitsgründen die
Forderung der gleich mäßigen Ausleuchtung.
Im Foyer und den Verwaltungstrakt wurden die
im Laufe der Jahrzehnte abgenutzten Bekleidung en, Bodenbeläge und Abhangdecken erneuert, die exakt nach der bauzeitlichen Art wiederher gestellt werden konnten. In diesem Zuge
konnten die Brandschutz- und Sicherheitsinstallationen hier untergebracht werden.
Maschinen- und Handzüge oberhalb
der Bühne für die Bühnenbilder
Die Ertüchtigung bezieht sich vor allem auf die
Bereiche der technischen Infrastruktur und der
Technikzentralen. Die gegenüber den bauzeitlichen Anlagen erheblich gesteigerten Belange
der Technik stellten hinsichtlich der Struktur der
Bausubstanz eine Herausforderung dar, denn die
Zukunftsfähigkeit des Theaters hängt entscheidend von der Einhaltung der Sicherheitsauflagen
bei Brandschutz, Sicherheitsbeleuchtung, Alarmierungsanlagen und Flucht wegen ab. Gerade
hier war der Spielraum für Kompromisse gering.
Die durch den Austausch bedingten Veränderungen können direkt sichtbar sein oder aber für
den Nutzer verborgen bleiben. Die Bühnentechnik
konnte bauzeitlich weitgehend erhalten werden.
Aus sicherheitstechnischen Gründen und zur
Verbesserung des Betriebs ablaufes wurden die
An triebe der beweglichen Elemente anlagen- und
steuerungstechnisch verbessert. Die Audio-VideoTechnik ist dem heutigen Standard angepasst und
erneuert worden.
Die als erforderlich erkannten Ergänzungen der
räumlichen Kapazitäten erfolgten größtenteils
unterirdisch. Die Löschwasserversorgung erfolgte
bisher über die Trinkwasserleitung, was heute
nicht mehr zulässig ist. Da kein natürlich vorhandenes Wasserreservoir vor Ort zur Verfügung
Zuschauerraum während der Sanierungs- und
Restaurierungsarbeiten
steht, ist als einzige denkmalverträgliche Lösung,
eine unterirdische Zisterne angelegt worden. In
diesem Zuge wurde auch die bauzeitliche Trafoanlage komplett erneuert und zusammen mit den
neuen Komponenten und Schaltschränken der
eingebrachten modernen Gebäude- und Bühnentechnik in den unterirdischen Räumen untergebracht. Die oberirdischen Anbauten konnten in
das Baugefüge integriert werden, ohne dass das
architektonische Erscheinungsbild litt.
Das organische Entwurfskonzept Hans Scharouns
kam dem entgegen. Den barrierefreien und rollstuhl ge rechten Anforderungen entsprechend,
wurde durch einen Anbau an das Foyer eine
Flächenerweiterung geschaffen, der einerseits die
WC - Anlagen vergrößert und andererseits erstmals
ein behindertengerechtes WC ermöglicht. Im
Sinne der Inklusion wurden ebenso im Eingangsbereich Rampen und automatische Türöffner
angebracht und im Zuschauersaal Stellplätze für
Rollstühle geschaffen. Die Veränderung wurde
so geplant, dass sich die bauzeitliche Bestuhlung
jederzeit komplett wiederherstellen lässt.
Zusammen mit den neuen unterirdischen Magazinen tragen die Hinzufügungen deutlich zur
Entspannung der Platzverhältnisse bei. Mit
viel Engagement haben alle Beteiligten daran
gearbeitet, die Qualitäten dieses großartigen
Ge bäudes zu erhalten. Von den tief greifenden
Sanierungsmaßnahmen ist vieles zu spüren, aber
nur wenig offen sichtbar. Lediglich der Eingangsund Kassenbereich ist denkmalverträglich attraktiver gestaltet worden. Der Kassenraum ist im
Windfang nach vorn versetzt und empfängt die
Zuschauer nun mit vergrößerter Front.
Zuschauerraum nach fertiggestellten Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten
81
Blick auf die Burg Neuhaus vom Burgteich
Baubeginn: Februar 2015
Bauende: September 2016
Baukosten: 1.150.000 Euro
Projektbeteiligte:
Stefan Klemm Architekt, Wolfsburg
Ingenieurbüro Schrader, Arendsee
Dehne+Kruse Brandschutzingenieure, Wolfsburg
Burg Neuhaus, Brandschutzsanierung
Die 1371/72 erbaute historische Wasserburg
Neuhaus mit angrenzendem Park vereint heute
in ihren Gemäuern zahlreiche Nutzungen. So
sind hier unter anderem das Heimatmuseum, die
Sprech stelle, der Rittersaal mit Küche als Dorfgemeinschaftsräume, diverse Künstlerateliers und
Ausstellungsräume sowie Schlafräume für Gastkünstler, der DRK Kindergarten und eine Turnhalle
untergebracht.
Die Maßnahmen an der Burg Neuhaus umfassten
hauptsächlich die Brandschutzsanierung, in deren
Folge Sanierungen und Überarbeitung der einzelnen Bereiche erforderlich wurden. Die seitens
des Ortsrates geforderten Maßnahmen, wie die
Umsetzung der Küche des Rittersaales, die Erweiterung des Museums sowie die Erweiterung des
Geräteraumes für die Turnhalle und einen Lagerraum für den Schneepflug sind, unter Berück sichtigung des Brandschutzes und des Denkmalschutz es, in diesem Zuge ebenfalls zur Aus führung gekommen.
Alle vier Flügel der Burganlage wurden betrachtet
und die Brandabschnitte neu gefasst oder ertüchtigt und die Brandmeldetechnik und Sicherheitsbeleuchtung erneuert.
Als Erschließung der Künstlerateliers im Obergeschoss ist im Ostflügel, anstelle der vorhan denen
Holztreppe, der Einbau einer Betontreppe in einem
neuen Treppenhaus erfolgt.
Die Schaffung eines zweiten Fluchtweges zwischen den Künstlerateliers und dem Kindergarten,
über einen geplanten Treppenlauf im Obergeschoss des Ostflügels, führte zu uner warteten
Schwierigkeiten. In den alten Bestandplänen
waren andere Höhenlagen der Fußböden ein gezeichnet. Diesem Umstand ist pragmatisch
entgegnet worden, indem der Treppenlauf kurzerhand um einige Stufen erweitert wurde. Die
proviso rische Außentreppe für die Kita konnte
anschließend wieder demontiert werden.
Neues Treppenhaus mit Betontreppe als Ersatz
für die Holztreppe
Denkmalpflegerisch sanierte Sandsteintreppe
zum Burgteich
Begleitend zu den Brandschutzmaßnahmen sind
als Nebenmaßnahmen der Parkettboden im Rittersaal aufgearbeitet und die sanierungs bedürftige
Sandsteintreppe zur Veranstaltungsfläche am
Burgteich gemäß den Vorgaben der Denkmalpflege abgetragen und wieder aufgebaut worden.
Am Eingangsportal in den Innenhof der Vierflüge lanlage ist das in die Jahre gekommene Tor durch
ein neues Hoftor ersetzt worden.
Die Arbeiten an der Burg Neuhaus fanden etappen weise und im laufenden Betrieb statt. Mit
der Brandschutzsanierung konnte ein wicht iger
Sicher heitsaspekt sowie ein weiterer großer
Schritt in Richtung Aufwertung der Räumlichkeiten vollzogen werden.
83
Ansicht von Südost auf den E-Mobility-Cube
Baubeginn: November 2014
Bauende: Oktober 2015
Baukosten: 1.300.000 Euro
Projektbeteiligte:
modulorbeat, Münster
Bollinger+Grohmann Ingenieure, Berlin
Dehne, Kruse Brandschutzingenieure, Gifhorn
Architekturbüro Klemm, Wolfsburg
E-Mobility-Cube, Neubau
Am Willy-Brandt-Platz ist zwischen Hauptbahnhof und städtischer Parkpalette das neue Mobilitätszentrum entstanden. Im Rahmen des vom
Bund und Land geförderten und von der Investitions- und Förderbank Niedersachsens (NBank)
mitfinanzierten Programms „Schaufenster Elektromobilität“ werden Formen einer neuen Mobilitätskultur vorgestellt. So ist der E-Mobility-Cube
ein Anlaufpunkt für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer und zeigt die innovativen Möglichkeiten von Elektromobilität auf. Auch wird hier
die Möglichkeit gegeben, zwischen verschiedenen
Fortbewegungsmitteln umzusteigen: Pedelecs und
Elektroautos stehen zum Verleih. Der prägnante
Standort in zentraler und optimal angebundener
Verkehrslage wurde mit einer signifikanten Architektur kombiniert, um das Thema Elektromobilität
sichtbar in den Stadtraum zu tragen und
zukunfts weisende Mobilitätskonzepte für eine
breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen.
Der Gebäudekörper ist aus einer Mischbauweise,
bestehend aus Stahlelementen und einer Holzkonstruktion, konzipiert. Die tragenden und aussteifenden Wände sind in Holzmassivbauweise
aus Brettsperrholz hergestellt. Die Geschossdecken und das Flachdach wurden als Holzbalkendecken ausgeführt. Im Erdgeschoss wird man
vom großzügigen Foyer mit Informationstresen
empfangen. Im 1. Obergeschoss befindet sich eine
Ausstellungsfläche. Die beiden Etagen sind über
einen Luftraum miteinander verbunden. Das
2. Obergeschoss ist durch eine Kombination aus
Aufenthaltslounge und Arbeitsplätzen im Co-Working-Space für die Nutzung von Zwischenzeiten
vorgesehen. Ein Konferenzraum mit Besucherterrasse in Richtung denkmalgeschützter Fassade
des VW -Werks ist im 3. Obergeschoss untergebracht. Die oberen Stockwerke werden durch eine
zentral angeordnete Treppe sowie einen Plattformsenkrechtlift erreicht.
Der E-Mobility-Cube wird über eine Fußbodenheizung beheizt, die an eine Luft-/Wasser-
85
Wärmepumpe angeschlossen ist. Die Wärmepumpe bezieht ihren Strom unter anderem über
eine aus 8 Modulen bestehende Photovoltaikanlage, die auf dem Dach aufgestellt ist. Der
erzeugte Strom wird in die Elektroanlage des
Gebäudes eingespeist und zu ca. 90 % selbst
genutzt. Überschüssiger Strom wird in das
LSW -Netz abgegeben.
Eine weitere Besonderheit stellt die Fassade dar,
die das Thema Mobilität aufnimmt. Die vertikal
gegliederte Vorhangfassade aus gekanteten
Aluminiumblechen lässt das Gebäude von unterschiedlichen Standorten ganz unterschiedlich
wirken. Die Mobilität des Betrachters verändert
hier die Wahrnehmung. Das Erdgeschoss öffnet
sich mit großzügigen Verglasungen zum Straßenraum und macht Lust auf einen Besuch. In Teilbereichen sind auf den verschiedenen Etagen
Rücksprünge aus der Fassadenebene angeordnet.
Große Fensteröffnungen in den Obergeschossen
bieten, wie Schaufenster, Einblicke in das
Gebäude und verknüpfen es mit dem Außenraum.
Im Innenraum entstehen so spannende Aussichtspunkte im Spannungsfeld von Innenstadt, Hauptbahnhof und VW -Werk.
Frontale Ansicht auf den E-Mobility-Cube mit Eingangsbereich
Wettbewerbe
88
Modellfoto 1. Preis Springmeier Architekten
Planungsbeschluss
V 0247/2012
EU-Bekanntmachung
22. Januar 2015
Rückfragenkolloquium
27. April 2015
Preisgerichtssitzung
23. September 2016
Ausstellung
24. Oktober 2016
bis 02. November 2016
Neubau Grundschule Leonardo-da-Vinci
Gegenstand des Realisierungswettbewerbs war
der Neubau der zweizügigen Primarstufe
Leo nardo-da-Vinci am Schulstandort Kreuzheide.
Der Wettbewerbsentwurf sollte sich in die vorhandenen Wegestrukturen des Schulstandortes
einbinden und gleichzeitig, im Zusammenspiel
mit dem Bestand und dem 2014 fertiggestellten
Mensaneubau, eine qualitative Eingangssituation
schaffen.
Zur Neubaukonzeption und dem Raumprogramm
der Grundschule wurde mit den beteiligten Lehr kräften und ErzieherInnen ein Beteiligungsprozess durchgeführt, dessen Ergebnisse in die Aufgabenstellung eingeflossen sind.
Unter den eingereichten 13 Wettbewerbsbei trägen
hat das Preisgericht den Entwurf von Springmeier
Architekten aus Braunschweig mit dem 1. Preis
prämiert.
Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll:
„Die Grundschule integriert sich mit großer
Selbst verständlichkeit in das bestehende Gefüge
von Solitären, die zu raumbildenden städtebaulichen Strukturen zusammengefügt sind.
Der‚Neu zugang’ ist bei aller Bescheidenheit dennoch in der Lage, der Grundschule ein eigenständiges Gesicht zu geben. Die Verfasser erreichen
dies nicht durch einen formalen Ansatz, sondern
entwickeln die Figur aus den Chancen der Aufgabe heraus, ‚Lernlandschaften’ auch im Baukörper abzubilden.
Die ‚Lernhäuser’ im Obergeschoss sind gut
ab lesbar, durch dazwischen liegende Terrassen
ab gegrenzt. Die vier Terrassen sind nicht nur will kommene Außenräume für diese Lernlandschaften, sondern sind nebenbei auch in der Lage,
für die ohnehin notwendigen Rettungswege und
Treppen genutzt zu werden. […]
Über eine zentrale Treppe im ‚Forum’ erreicht
man die vier Lernhäuser, die im Inneren flexibel
auf pädagogische Konzepte angepasst werden
können. Die äußere Anmutung des Hauses assoziiert durchaus den Typus ‚Grundschule’ und ist
unterscheidbar von anderen Typologien.
Der Baukörper ist kompakt und flächeneffizient,
vermittelt aber dennoch Großzügigkeit im räumlichen Gefüge.
Alles in allem ein kluges Haus und ein attraktiver
neuer Baustein im bestehenden Schulcampus.”
89
90
Modellfoto ausgewählter Konzeptentwurf Esa Ruskepää Architects mit Vogt Landschaftsarchitekten
Planungsbeschluss
V 1721/2015
EU-Bekanntmachung
03. Februar 2016
Rückfragenkolloquium
11. April 2016
Verhandlungsgespräch
18. Mai 2016
Ausstellung
01. bis 11. September 2016
Verhandlungsverfahren Neubau Campus Hellwinkel
Der Campus Hellwinkel bildet den östlichen
Ab schluss des neu entstehenden Stadtquartiers
Hellwinkel mit rund 750 Wohneinheiten und leitet
über zu der schon bestehenden Grundschule
Hellwinkel. Durch die Erweiterung des Stadtteils
Hellwinkel wird ein neuer Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen entstehen. Um diese sicherzustellen,
soll auf dem nicht genutzten Sportplatz der Hellwinkelschule eine Kindertagesstätte errichtet und
um einen Aktivspielplatz ergänzt werden. Eine
neue Mensa kombiniert die Essensversorgung für
Schule und Kindertagesstätte.
Unter 39 Bewerbungen von Teams aus Architekten
und Landschaftsarchitekten aus dem In- und
Ausland wurden fünf Büros zum Verhandlungsgespräch aufgefordert. Die Teilnehmer waren
zusätzlich aufgefordert, einen Konzeptentwurf
zu erstellen.
Durch die Bewertungskommission wurden
Esa Ruskeepää Architects aus Helsinki und Vogt
Landschaftsarchitekten aus Zürich, London und
Berlin ausgewählt
Aus dem Konzeptentwurf:
Esa Ruskeepää, Architekt:
„Die Architektur des neuen Campus ist ökologisch
geprägt, gesundheitsorientiert, naturbelassen und
nachhaltig. Die gewählten Grundformen lassen
Raum für eigene Vorstellungen und Interpretationen. Klar definierte Räume und qualitativ hochwertige sowie natürliche Materialien verleihen
dem Campus eine Identität, die Moden überdauert. Auf subtile Art lebhafte Texturen und eine
präzise Formensprache vermitteln zwischen dem
Ursprünglichen, dem emotional Erfahrbaren und
dem künstlich Geschaffenen. Großzügiges Tageslicht, eine solide Bauweise, natürliche Belüftung
und der Verzicht auf schädliche Materialien
erzeugen eine ruhige, fokussierte und gesunde
Atmosphäre zum Lernen, Erholen und Spielen.”
Johannes Hügle, Landschaftsarchitekt:
„Der neue Campus liegt eingerahmt zwischen
bestehender Schule, Kita und Mensa. Er ist als
offener, multifunktional nutzbarer Raum kon zi piert, der von Schule, Kita, Aktivspielplatz und
Anwohnern des Quartiers gemeinsam genutzt
wird. Über den Campus verteilte sozial aktive
Räume helfen der Kindertagesstätte dabei sich
aktiv mit der umgebenden Nachbarschaft zu
vernetzen. Drei baumbestandene Plätze im
Norden, Osten und Westen bilden die Eingänge
zum Campus und dienen gleichzeitig Schule,
Kita und Mensa als flexible Außenräume, die je
nach Tageszeit und Bedarf für Parken, Aufenthalt,
Spiel oder Veranstaltungen genutzt werden können. Im Süden verbindet die Quartierspromenade
den Campus mit dem Quartier und dient bei
gutem Wetter als Außenfläche für die Mensa.”
91
92
Abbildungsverzeichnis
Seite 2
Ansgar Wilkendorf
Seite 49
IPRO Leipzig
Kitas und Jugend
Seite 12–15
Lars Landmann
Seite 16–17
Olaf Mahlstedt
Seite 18–19
Lars Landmann
Seite 20
MOSAIK, Hannover
Seite 22
ASSMANN BERATEN + PLANEN AG, Braunschweig
Seite 24
Planungsteam III, Gifhorn
Seite 25
Dohle+Lohse Architekten, Braunschweig
Seite 26
Varnhorn+Stindt Architekten, Braunschweig
Seite 28
oben: Dohle+Lohse Architekten, Braunschweig;
unten: O.M . Architekten, Braunschweig
Seite 29
monokrom, Hamburg
Sportstätten
Seite 52–53
Lars Landmann
Seite 54
nb+b Architekten+Ingenieure, Wolfsburg
Schulen
Seite 32
Lars Landmann
Seite 33–35
Ansgar Wilkendorf
Seite 36
Lars Landmann
Seite 38–39
bof architekten, Hamburg
Seite 40–43
Lars Landmann
Seite 46
pbr Planungsbüro Rohling, Braunschweig
Seite 47
links: Britta Schulze;
rechts: pbr Planungsbüro Rohling, Braunschweig
Bauten für das Sozialwesen
Seite 64–65
Lars Landmann
Seite 66–67
JSWD Architekten, Köln
Seite 68
Rauh Damm Stiller Partner Architekten, Hattingen
Seite 70–71
Gatermann+Schossig Architekten, Köln
Seite 72
Lars Landmann
Kultur- und Veranstaltungsstätten
Seite 78–81
Lars Landmann
Wettbewerbe
Seite 88
Carsten Meier
Seite 90
Lars Landmann
Soweit nicht separat angegeben, liegen die
Urheberrechte der Abbildungen bei der Stadt
Wolfsburg.
Impressum
Herausgeber:
Stadt Wolfsburg – Baudezernat
Redaktion:
Geschäftsbereich Hochbau
Gestaltung und Satz:
doppelpunkt Kommunikationsdesign, Berlin
Druck:
print 24
Auflage:
1000
© Stadt Wolfsburg 2017
Das dritte Mal in Folge erscheint die, von kleinen bis über komplexere
Bauvorhaben reichende Dokumentation unserer Bautätigkeit der
vergangenen zwei Jahre. Der Schwerpunkt der Projekte liegt auf
den bereits fertig gestellten Bauten, aber es werden auch in dieser
Ausgabe wieder Projekte vorgestellt, die sich aktuell noch in der
Ausführung oder Planung befinden.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erforschen der für Sie zusammengestellten Projekte und der Broschüre HochbauT 2015/16.
BEEINDRUCKEND JUNG
Herunterladen