Inhalt 1 Einleitung 2 Dimensionierungsrichtlinien 2.1 Einstrahlungsprofil in der Fassade 2.2 Abschattung von Kollektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 ............................................................................................... ................................................................ ....................................................... 2.2.1 Abschattung durch Vordächer und Gebäudeteile 8 9 .......................................................... 10 ............................................................... 10 2.3 Die Leistungsfähigkeit solarthermischer Systeme 2.4 Kollektorfläche in der Fassade 2.4.1 Anlagenbeispiele 8 ................................ 2.2.2 Abschattung durch Bepflanzung 2.2.3 Ermittlung des Schattenwurfs 3 .............................. 11 .............................................................. 12 ................................................................................... 12 2.4.2 Warmwasser- und Heizenergiebedarf ................................................... 2.4.3 Kollektorfläche bei Warmwasseranlagen ............................................. 2.4.4 Kollektorfläche bei Solaren Kombianlagen .......................................... 13 13 15 2.4.5 Einfluss der Kollektorbeschichtung auf die Dimensionierung der Kollektorfläche ................................................................................ 15 3 Auslegung der Kollektorhydraulik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 3.1 Kollektorhydraulik – Normalbetrieb 3.2 Kollektorhydraulik – Stillstandsverhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 3.2.1 Vorgänge während des Stillstandes ..................................................... ...................................................... 17 17 3.2.2 Einfluss der Kollektor- und Systemhydraulik auf das Stillstandsverhalten .............................................................................. 3.2.3 Stillstandsverhalten von Fassadenkollektoren 3.3 18 Schlussfolgerungen für das Design von stillstandsicheren Systemen 4 .................................... 18 ................................................................................................ 18 Speichermanagement von Kombianlagen mit Fassadenkollektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 5 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik 5.1 Wärme- und Feuchtetransport durch die Wandkonstruktionen 5.2 Reduktion des effektiven U-Wertes der Wand im Winter 5.3 Temperaturen im Wandaufbau 5.4 Einfluss der Feuchte auf den Wandaufbau 5.5 Betrachtete Wandaufbauten 2 21 ..................... 21 .............................................................. 21 ............................................ 22 ................................................................. 22 .......................................... 38 ........................................................................ 38 6 Richtlinien zu Bauverordnungen 7 Literatur 8 Abbildungsverzeichnis 9 Tabellenverzeichnis Colourface 21 ......... 5.5.1 Ergebnismatrix – Feuchte - Empfehlungen 5.5.2 Planungsempfehlungen ..................................... .......................................................... 39 ................................................................................................. 40 .......................................................................... 41 ............................................................................... 42 Einleitung 1 Beispiel Integration S Beispiel Akzentuierung olarthermische Kollektoren sind heute eine nicht mehr wegzudenkende Technologie zur Bereitstellung von Warmwasser und zur Heizungsunterstützung im Wohnbau. Intensive Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von unabhängigen Instituten und auch von Solartechnikanbietern selbst hat zu Systemen geführt, die einen zuverlässigen Betrieb ermöglichen und eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren erreichen. Die Anwendungen reichen von thermischen Solaranlagen zur Warmwasserbereitung in Kleinanlagen über kombinierte solare Raumheizungen, großen Anlagen im städtischen Wohnbau und für Hotels bis hin zu solaren Nahwärmenetzen und der Unterstützung von Fernwärmenetzen. In den Mitgliedsländern der Europäischen Union wurden bis zum Jahr 2000 ca. 9,2 Mio. m² an Kollektorfläche installiert, wovon die Hälfte aller Anlagen in Deutschland und ca. 18% in Österreich installiert wurden. Einen weiteren großen Anteil hält Griechenland mit 17%, während die verbleibenden EU-Länder mit insgesamt 19% in Summe den restlichen Markt darstellen. Der Anteil von thermischen Solarsystemen, die neben der Warmwasserbereitung auch für die Heizungsunterstützung (so genannte Solare Kombisysteme) eingesetzt werden, beträgt z. B. für Deutschland ca. 25% und für Österreich ca. 50% der neu installierten Anlagen [Lit 1]. Im Weißbuch der Kommission [Lit 2] „Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger“ wird als strategisches Ziel angeführt, „... den Marktanteil der erneuerbaren Energieträger bis zum Jahre 2010 auf 12% zu erhöhen.“ Der jährliche Zuwachs der installierten Kollektorfläche in den Mitgliedsstaaten müsste etwa 40% betragen, um das von der EU Kommission gesteckte Ziel einer installierten Gesamtkollektorfläche für thermischen Anwendungen der Solarenergie von 100 Millionen m² im Jahr 2010 zu erreichen. Allein dieser Vergleich des EU-Zieles mit den derzeit bereits bestehenden Anlagen zeigt aus energiepolitischer Sicht die Notwendigkeit von neuen Anwendungen für die Solarthermie. Beispiel Reihenhaus Beispiel Geschoßbau Während bei geneigten Kollektoren die Entwicklung in Richtung einer optimalen Integration in die Dachfläche ging, wird der Fassadenkollektor nun eindeutig zur gestaltprägenden Haut eines Bauwerks. So ist es auch nicht verwunderlich, dass zum gleichen Zeitpunkt die Frage nach Farbe auftritt. Hierbei ist zu beachten, dass einerseits der Wunsch nach angepassten Farben (wie „Dachziegelrot“) besteht, Architekten den Kollektor aber als neues Gestaltungselement sehen und eher „kontrastierende“ Farbwünsche (wie Signalblau und Signalrot) nennen. Das Element, das die Architektur der letzten Jahre am meisten beeinflusst hat, ist Glas. Die Transparenz lässt Innenund Außenräume verschmelzen und vermittelt Großzügigkeit und Offenheit. In der Glastechnologie wurden darum die größten Innovationen bezüglich Statik, Wärmedämmung und Lichtdurchlässigkeit umgesetzt, und auch der Preis hat sich aufgrund der gestiegenen Produktionsmengen reduziert. Die Solartechnik besitzt das Potenzial die Fassaden der nächsten Dekade ebenso wesentlich zu beeinflussen. Bereits gebaute Beispiele erregen allgemeines Aufsehen und werden allerorts prämiert. Colourface 3 Einleitung Beispiel Bürohaus/Industrie Beispiel Tourismus Wir sind also am Punkt jenseits der Initialzündung. Warum verläuft aber der Prozess zur seriellen Anwendung so träge? Folgende Hemmschwellen für Architekten (auch als Mediatoren der Bauherrn) können dabei identifiziert werden: l Das Thema wurde bis dato von Wissenschaftern der Energietechnik besetzt. Deren Aussagen in Fachzeitschriften sind zu komplex, um im schnellen Entscheidungsprozess des primären Entwurfs der Architekten angewendet werden zu können. Faustformeln für Dimensionierung und Kostenersparnis fehlen. l Das Thema der Kondensatbildung bei einer außenliegenden Dampfsperre aus Glas erzeugte Angst (vor allem im Holzbau). l Der Start im Anwendungsbereich fiel auf den Wohnbau, ausgelöst durch einige „Freaks der Nullenergiehäuser“. Der Wohnbau, der seine Hauptorientierung und Öffnung zur Sonne hat (Sokrateshaus), ist das denkbar schwierigste Einsatzfeld für Fassadenkollektoren. l Schwarze Flächen, die je nach Sonnenstand und Blickwinkel ihr Erscheinungsbild ändern, sind als Außenwandverkleidung für Kunden, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig („das Bankerl an der Hausmauer“). Farbigkeit kann hierbei ein wesentlicher Schritt sein. Aufgrund der vorliegenden intensiven Beschäftigung mit Kollektorfragen und den in der Zwischenzeit vorliegenden Ergebnissen aus der Praxis kann davon ausgegangen werden, dass diese Hemmschwellen relativ leicht verringerbar sind. Der Fassadenkollektor Ein Fassadenkollektor wird in weiterer Folge als ein direkt in die Fassade aufgenommenes Bauelement verstanden, wobei im Gegensatz zur Ausführung mit Hinterlüftungsebene die Wärmedämmung Bestandteil sowohl des Gebäudes als auch des Kollektors ist. Zwischen beiden ist keine thermische Trennung in Form einer Hinterlüftung vorhanden. Dieser – nicht hinterlüftete – Fassadenkollektor stellt gegenüber dem derzeitigen Stand der Technik eine wesentliche Verbesserung hinsichtlich Ressourcen- und Energieeffizienz dar, da der Kollektor verschiedene Funktionen in einem Bauteil übernimmt: l Funktion als thermischer Flachkollektor l Verbesserung der Wärmedämmung des Gebäudes l Passiv solares Element, bei geringer Einstrahlung (Kollektor ohne Durchfluss) l Witterungsschutz der Fassade durch Kollektorverglasung l Gestaltungselement der Fassade l Schallschutz Die wesentlichen Vorteile von nicht hinterlüfteten fassadenintegrierten Kollektoren sind demnach: l Reduktion der Transmissionswärmeverluste l Kostenersparnis durch gemeinsame Nutzung von Bauteilen l Ersatz der konventionellen Fassade mit dem Zusatznutzen des Energiegewinnes durch die Funktion als thermischer Kollektor l sowohl für den Neubau als auch für Altbausanierungen geeignet Abbildung 1.1: Farbige Beschichtungen – Colourface 4 Colourface Einleitung ständigen Lacken beschichtet wurden. Mit diesen Kollektoren konnte allerdings das Leistungsniveau herkömmlicher Kollektoren bei weitem nicht erreicht werden. Die neueste Entwicklung von farbigen Schichten innerhalb des von der EU geförderten Projektes Colourface hat zu Absorberbeschichtungen (siehe Abbildung 1.1) geführt, welche die oben beschriebene Anforderung erfüllen. Alle wesentlichen Erkenntnisse von Colourface in den Bereichen der Anlagenauslegung und der bauphysikalischen Vorgänge wurden in die Planungsrichtlinien der vorliegenden Broschüre integriert. Fassadenintegration Farbige Fassadenkollektoren Aus der Diskussion mit Architekten wurde deutlich, dass diese für den breiten Einsatz von Fassadenkollektoren die Notwendigkeit von farbigen Absorbern sehen [Lit 3, Lit 4]. Architekten haben an thermische Sonnenkollektoren die gleiche Forderung, wie an alle anderen Elemente des Baus: sie als Gestaltungselement einsetzen zu können. Dies bedeutet, dass farbige Beschichtungen für die Absorber benötigt werden, welche in ihrer Leistungsfähigkeit möglichst nahe an die bisher am Markt erhältlichen Schichten herankommen. Da eine verringerte Leistungsfähigkeit von Absorbern prinzipiell zu einer Erhöhung der notwendigen Kollektorfläche und damit auch der Kosten führt, wird diese Forderung verständlich. Bisherige Anwendungen von farbigen Kollektoren bestanden darin, dass Absorber mit herkömmlichen temperaturbe- Die folgenden Entwurfsgrundlagen setzen das Wissen aus einem Energiekonzept voraus, das für jedes individuelle Projekt von Fachleuten so früh wie möglich erstellt werden muss. Auch die Anwendung, für die eine Solaranlage eingesetzt werden soll, Warmwasserbereitung oder kombinierte Nutzung zur Heizungsunterstützung, ist bei der Dimensionierung zu berücksichtigen. Beispiele von Solaranlagen für unterschiedliche Anwendungen werden in Kapitel 2.4 detailliert beschrieben. Als Beispiel mit überschlägigen Kollektorflächen, die für Architekten und Planer in der Entwurfsphase als Anhaltswerte dienen können, sei hier eine mittlere Wohnung im Geschoßbau mit ca. 70 m² Nutzfläche, errichtet in Niedrigenergiebauweise mit einem spezifischen Heizbedarf von ca. 35 kWh/m².a betrachtet. Dieses Objekt benötigt für die Abdeckung von ca. 60% des Warmwasserbedarfes und 30% des Heizenergiebedarfes durch eine Solaranlage (sog. Kombianlage) mit einem 45° geneigten Dachkollektor ca. 4-6 m² pro Wohneinheit (WE). Mit einem schwarz selektiven Fassadenkollektor sind dafür ca. 5-8 m²/WE nötig und mit farbigen selektiven Fassadenkollektoren ca. 7-10 m²/WE. Wenn man pro Quadratmeter Kollektorfläche durchschnittliche Systemkosten im seriellen Geschoßbau von ca. € 400,ansetzt (ohne die Einsparung einer ohnehin notwendigen Fassade zu berücksichtigen), betragen die Mehrkosten eines farbig beschichteten Fassadenkollektors gegenüber dem 45° geneigten, schwarzen Kollektor ca. 2,5% der Baukosten – die Gesamtkosten der Fassadenkollektoranlage betragen ca. 5% der Baukosten. Nach diesem groben Überblick werden die Einsatzmöglichkeiten von Fassadenkollektoren im Neubau und in der Sanierung getrennt betrachtet, da völlig unterschiedliche Motivationsansätze bestehen. Sanierung Im Bereich der Sanierung ist zu unterscheiden in Sanierung denkmalschutzrelevanter Bausubstanz in innerstädtischem Bereich und Sanierung von „Nachkriegsbauten“ der 5070er-Jahre. Bei ersterem wird der Fassadenkollektor auch weiterhin keine wesentliche Rolle spielen, da die bestehenden Oberflächen einen kulturellen und historischen Wert darstellen, der durch Verkleidungen auf jeden Fall beeinträchtigt wird. Fassadenintegration Colourface 5 Einleitung Fassadenintegration bei einem Neubau Bei den Bauten der 50er- bis 70er-Jahre ist die Bauaufgabe meistens mit der thermischen Sanierung der Außenhaut aufs engste verbunden, d.h. hier ist eine wärmedämmende Verkleidung bereits gefordert, der hierfür kalkulierte Wert kann also von den Kollektorkosten direkt in Abzug gebracht werden. Ohne Gestaltungswillen könnte hier ein Energietechniker also bereits die Mauerflächen von Südost bis Südwest summieren und den ohnehin geplanten Vollwärmeschutz durch Fassadenkollektoren ersetzten. Es ist daher in jedem Falle der energetische Nutzen mit der optischen Verträglichkeit in Einklang zu bringen, um so die Bewohner des Hauses für die erneuerbare Energieversorgung zu gewinnen und eine neue Identifikation mit dem Gebäude zu schaffen. Innovative Architekturbüros, deren Schwerpunkt im Neubau liegt, sind für diese reizvollen Aufgaben der Sanierung aber erst zu gewinnen. Architektur-Wettbewerbe scheinen hier der geeignete Weg zu sein. Der Weg zur verbreiteten Anwendung ist jedoch prinzipiell geebnet, Bauträger sind aufgeschlossen und Finanzierungsvarianten (Contracting Modelle) liegen vor. Im Bereich der Sanierung liegt die Frage der Vordimensionierung im Bereich des Fachplaners, weil die thermischen Anforderungen an erster Stelle der Aufgabenhierarchie liegen. Der Architekt hat „nur“ mehr die Aufgabe, die geforderten Flächen am Baukörper anzubringen. Hierbei wird es jedoch am Geschick des Gestalters liegen, inwieweit die Verwendung einer neuen Technologie auch das „Erneuerungsklima“ des Quartiers beeinflusst, also inwieweit eine neue corporate identity entsteht. Erst wenn alle stolz auf das Neue sind, der Nutzen „begreifbar“ gemacht wird und Kollektorflächen neue Baugesichter hervorbringen, wird der Innovationsschub möglich sein. Versteckte, verschämte, ungestaltete Lösungsansätze können dies nicht leisten. Neubau Im Neubaubereich ist die Anwendung von Kollektoren ein integrativer Bestandteil des Entwurfsprozesses. Entweder de- 6 Colourface finiert der Auftraggeber diesen Wunsch oder der Architekt denkt schon in dieser Formensprache und überzeugt den Bauherrn von der ökologischen Sinnhaftigkeit oder Notwendigkeit. Hier ist also in vielen Fällen der Architekt auch Motivationsträger. Dazu benötigt er die oben angeführten Daumenregeln, um rechtzeitig die abgeschätzten Flächen einplanen zu können oder umgekehrt: Bei einer großen Fläche eines Büro- oder Mehrzweckgebäudes, dessen Südseite fensterlos ist, sollte es dem Architekten automatisch in den Sinn kommen, diese Fläche als Kollektorfläche auszubilden. Der mit derart großen Flächen erzielte Energiegewinn könnte auch die Nachbarschaft versorgen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass Architekten thermisch und bauphysikalisch durchgerechnete Beispiele und einen Katalog der Einbauvarianten ständig zu Hand haben. Die im Kapitel 5 gezeigten Beispiele von Systemaufbauten geben einen ausreichenden Überblick über die grundlegenden Werte, um die prinzipielle Angst vor technischen Problemen zu zerstreuen. Zusammenfassung l Aufgrund der ökologischen Diskussion ist der thermische Kollektor weltweit im Aufwind. l Durch die jahrelange Erprobungsphase ist die Herstellung und der Betrieb Stand der Technik, Energieeinsparungspotenziale sind vermessen und bekannt. l Der Fassadenkollektor bringt diese Technologie von „versteckten“ Dachflächenlösungen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und wird somit zum Diskussionspunkt. l Die Architekten haben ein neues Gestaltungsmittel zur Verfügung, das ökologisch begründbar ist und völlig neue innovative Lösungen hervorbringt. Hierzu ist die Notwendigkeit einer Farbauswahl eine Grundbedingung. l Farbige Beschichtungen sind derzeit Stand der Wissenschaft. Bis zur Serienreife wird auch hier noch viel Innovation notwendig sein, wobei die Art der Abdeckgläser aufgrund der Spiegelungen nicht außer Acht gelassen werden darf. Einleitung Abbildung 1.2: Planungsablauf von Solaranlagen: Von der Idee zur Umsetzung Die Planungsrichtlinien Die vorliegende Broschüre bietet Planungsgrundlagen für thermische Solaranlagen mit Kollektoren in der Fassade. Als Vergleichgrundlage der Dimensionierung der Kollektorflächen werden Kollektoren mit selektiver Beschichtung und Kollektoren mit Solarlack herangezogen, da diese bei Fassadenkollektoranlagen bereits eingesetzt werden. Zusätzlich werden Kollektoren mit farbigen Beschichtungen betrachtet. Weitere Schwerpunkte der Broschüre sind bauphysikali- sche Aspekte nicht hinterlüfteter Kollektoren und die Anlagen- und Systemhydraulik. Abbildung 1.2 zeigt den möglichen Ablauf, wie man von der Idee eine Solaranlage zu errichten, zur Umsetzung gelangen kann. Dieses Schema soll auch als Übersicht und Orientierung dienen, welche Inhalte in der vorliegenden Broschüre behandelt werden. Colourface 7 Dimensionierungsrichtlinien 2 Die jährliche Globalstrahlungssumme in eine südorientierte Fassade ist um ca. 30% geringer als bei 45° geneigten Flächen. Während bei geneigten Dachflächen in den Sommermonaten ein deutliches Maximum im Einstrahlungsprofil auftritt, weist die Einstrahlung in der Fassade in den Mona- ten März bis September ein sehr ausgeglichenes Profil mit geringen Unterschieden auf (siehe Abbildung 2.1). In der Heizsaison ist die Einstrahlung in die Fassade vergleichbar mit der Einstrahlung in eine 45° geneigte Fläche. Dem Fassadenkollektor steht über das Jahr also eine sehr gleichmäßige Einstrahlung zur Verfügung. Abbildung 2.2: Jährliche Strahlungssumme auf süd- Die Kollektorfläche muss entsprechend dem Energieorientierte Flächen mit 45° und 90° Neigung (Klimada- bedarf für Warmwasser bzw. ten Graz, Österreich, Meteo- Heizung und dem gewünschten Deckungsgrad der Anlanorm) ge gewählt werden. Die gesamte auf die Fläche auftreffende Strahlung ergibt sich aus der Summe aus direkter und diffuser Himmelsstrahlung sowie Reflexionsstrahlung von der Umgebung auf den Kollektor. Letztere geht einerseits vom Boden und andererseits von allen anderen umgebenden Flächen wie gegenüberliegende Gebäudefassaden oder Pflanzen aus. Vermindert wird die Einstrahlung auf eine Fläche durch Abschattung (siehe Abschnitt 2.2). Die Reflexionsstrahlung stellt die von der Umgebung reflektierte Strahlung auf die betrachtete Fläche dar. Für schneefreien Untergrund mit Gras oder Schotter beträgt der Reflexionsgrad etwa 0,2. In den schneereichen Wintermonaten vergrößert sich der Reflexionsgrad auf 0,45 bis 0,75 [Lit 6, Lit 7]. Berücksichtigt man den erhöhten Reflexionsgrad bei Schneelage in den Monaten November bis März, so ergibt dies eine Erhöhung der Einstrahlung auf eine senkrechte südorientierte Fläche um bis zu 7%. Bei Flächen mit einem Neigungswinkel von 45° erhöht sich die Einstrahlung durch die Schneereflexion nur um ca. 1,5% [Lit 3]. Der Grund für diesen Unterschied liegt darin, dass auf senkrechte Flächen ein größerer Anteil der vom Boden reflektierten Strahlung auftrifft, als auf geneigte. Abbildung 2.1: Jahreszeitlicher Verlauf der mittleren täglichen Strahlungssumme auf südorientierte Flächen mit 45° und 90° Neigung, Süd (Klimadaten Graz, Österreich, Meteonorm) Abbildung 2.3: Fassadenkollektoranlage am Arlberg, Österreich Mit Hilfe von thermischen Sonnenkollektoren kann auf umweltfreundliche Weise Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und/oder zur Raumheizung genutzt werden. Thermische Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Raumheizung werden auch Kombianlagen genannt. Solarthermie wird in Ein- und Mehrfamilienhäusern, aber auch immer mehr im Nichtwohnungsbau, wie z.B. in Bürogebäuden, Industriehallen, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Die bisher übliche Art der Positionierung der Sonnenkollektoren ist die am Dach eines Gebäudes, sei es nun in die Dachfläche integriert oder mit Hilfe von verschiedensten Konstruktionen auf Flachdächer oder auch auf geneigte Dächer montiert. Eine weitere Variante ist die Montage der Sonnenkollektoren in der Fassade eines Gebäudes. Aufgrund der senkrechten Position der Kollektoren weichen die Dimensionierungsrichtlinien für solche Anlagen von Anlagen mit geneigten Kollektoren ab. Weiters ist es möglich, Kollektoren mit einer farbigen Beschichtung zu versehen – wie z. B. blau oder grün. Diese muss jedoch gewisse Kriterien erfüllen, um den im Kollektor herrschenden Temperaturen stand zu halten und die physikalischen Anforderungen an eine Kollektorbeschichtung zu erfüllen. Im Folgenden werden zunächst die Einstrahlungsverhältnisse in die Fassade und die Anforderungen an farbige Kollektorbeschichtungen erläutert. Im Anschluss werden dann für ausgewählte Anlagenbeispiele Dimensionierungsrichtlinien für Sonnenkollektoren in der Fassade dargestellt. 2.1 8 Einstrahlungsprofil in der Fassade Colourface Dimensionierungsrichtlinien Abbildung 2.3 zeigt eine Fassadenkollektoranlage in den österreichischen Alpen. Das Dach ist vollständig mit Schnee bedeckt, während die Sonnenkollektoren in der Fassade eine durch die Schneelage erhöhte Einstrahlung bekommen. Die Winkelabhängigkeit der Transmission eines Abdeckglases des Kollektors wird bei der Betrachtung der reinen Einstrahlung auf eine Fläche nicht berücksichtigt. Die tatsächlich den Kollektor erreichende Strahlung wird durch die sinkende Transmission des Abdeckglases mit steigendem Einfallswinkel immer geringer. Der Einfallswinkel wird baulich durch die Neigung des Kollektors und die Ausrichtung nach Süden beeinflusst. Die Abweichungen von den optimalen Neigungen und Ausrichtungen sind bei der Auslegung der Anlage zu berücksichtigen. Abbildung 2.4 zeigt die jährlichen solaren Gewinne durch eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung mit einer 45° geneigten Kollektorfläche und einer 90° geneigten Fläche in Abhängigkeit von der Südabweichung (Azimut). Man erkennt, dass bei der senkrechten Fläche ab einer Abweichung von mehr als 45° von der Südorientierung die jährlichen solaren Gewinne deutlich abnehmen, wobei dies bei Orientierungen in Richtung Osten stärker der Fall ist. Für die Anlage mit Fassadenkollektoren (90°) wird deutlich, dass das Maximum der solaren Gewinne in Richtung Westen verschoben ist. Abbildung 2.4: Solarertrag in % vom maximalen Solarertrag in Abhängigkeit von der Südorientierung (Azimut) und der Neigung 2.2 Die verminderte Einstrahlung und die Wärmeabstrahlung der abgeschatteten Kollektorflächen führen zu einer Ertragsminderung der Kollektoren. Diese ist stark abhängig von der Größe der abgeschatteten Fläche und der hydraulischen Verschaltung der Kollektorfläche. Die Abschattung von Kollektorflächen in der Fassade kann in verschiedener Weise erfolgen: l Vordächer l Gebäude(teile) l Bepflanzung 2.2.1 Abschattung durch Vordächer und Gebäudeteile Kollektoren sollten so angeordnet werden, dass der Schatten des Vordachs auch beim höchsten Sonnenstand am 21. Juni die Oberkante des Kollektorfeldes nicht erreicht. Die Ermittlung des nötigen Abstandes erfolgt in Kapitel 2.2.3. Abbildung 2.5 zeigt die teilweise Abschattung der Kollektorfläche durch ein Vordach bei hohem Sonnenstand (im Sommer). Dadurch kann nicht genügend Energie zur Warmwasserbereitung im Sommer bereitgestellt werden, da die abgeschattete Kollektorfläche keine Energie an das System liefert und sogar wie ein Kühler wirkt. Abbildung 2.5: Abschattung von Fassadenkollektoren durch ein Vordach. Im Hochsommer ist diese Kollektorfläche zu Mittag mehr als die Hälfte abgeschattet. Abschattung von Kollektoren Generell ist die Gefahr der Abschattung von Kollektoren in der Fassade durch andere Gebäude und Gebäudeteile größer, als am Dach. Wie auch Dachkollektoren können Fassadenkollektoren von Objekten abgeschattet werden, die sich vor der Kollektorfläche befinden. Dazu kommt die Abschattung von oben in Form von Vordächern, wie sie vor allem bei großen Glasflächen in der Fassade häufig eingesetzt werden. Ein abgeschatteter Kollektor kann keine Sonnenenergie in Wärme umwandeln. Dazu wirkt er auch noch als Kühler, da der Wärmeträger, der in einem bestrahlten Teil des Kollektors erwärmt wurde, über die beschatteten Flächen wieder Wärme an die Umgebung abgibt. Abbildung 2.6: Teilweise Abschattung der Kollektorfläche auf dem rückwärtigen Gebäude durch angrenzende Gebäudeteile, (vormittag im Spätherbst) [Lit 8]. Besonders im bebauten, städtischen Raum werden Planer von Solaranlagen mit der Frage der Abschattung durch andere Gebäude konfrontiert. Diese Problematik ist im Bereich der Fassadenkollektoren größer, als bei Dachkollektoren. Hier kann es zu einem Konflikt zwischen der ästhetischen Sichtweise und den technischen Anforderungen kommen, wie folgendes Beispiel zeigt. Abbildung 2.6 zeigt eine Fassadenkollektoranlage mit 100 m² Kollektorfläche (Vakuumröhren) in Chemnitz in Deutschland. Es handelt sich um die Re- Colourface 9 Dimensionierungsrichtlinien novierung eines Studentenheims, die Ausrichtung der Fassade weicht von der Südorientierung um 14° nach Westen ab. Die Abbildung zeigt die Licht- und Schatten-Situation im Spätherbst vormittags. Zu diesem Zeitpunkt ist die Solarfassade am stärksten abgeschattet [Lit 8]. Es wird ein 5-bis 10%-iger Minderertrag gegenüber einem optimal platzierten Kollektorfeld erwartet. In einer Vorstudie des Steinbeis Transferzentrums wurde ein optimales Feld vorgesehen, welches durch eine Abstufung der Kollektoren dem Schattenwurf entgeht. Aus ästhetischen Überlegungen wurde jedoch die unten abgebildete Lösung realisiert. Die Kollektoren sind nun symmetrisch auf beiden Seiten der Fenster in der SW-Fassade des Gebäudes angeordnet. 2.2.2 Abschattung durch Bepflanzung Auf Bepflanzung im Bereich direkt vor einer Fassadenkollektoranlage sollte im Allgemeinen verzichtet werden, dies gilt insbesondere für Nadelbäume. Durch die Entlaubung vieler Pflanzen (Laubbäume, Büsche) im Winter wird der Effekt des Schattens gemindert. Weiters sollte berücksichtigt werden, dass Pflanzen unterschiedlich schnell und unterschiedlich hoch wachsen. Ein paar kleine Bäume, die beim Einzug in ein neues Haus gesetzt werden, können sich schon nach ein paar Jahren zu großen Schattenspendern entwickeln. Allfällige Bepflanzung sollte so weit vom Kollektorfeld entfernt sein, dass der Schatten auch beim niedrigsten Sonnenstand die Unterkante des Kollektorfeldes nicht erreicht (siehe Abbildung 2.7). 2.2.3 Objekt vor der Kollektorfläche Der Zenitwinkel der Sonne beträgt bei 47° nördlicher Breite (Graz, Österreich) am 21. Dezember 70°. Daraus ergibt sich der Höhenwinkel a zu 20° (siehe Abbildung 2.7). Befindet sich ein Objekt im Abstand „d“ von 10 m vor einem nach Süden orientierten Kollektorfeld, so darf er die Unterkante des Feldes um die Höhe „h“ von 3,6 m überragen, ohne es zu beschatten. Die Ermittlung der maximalen Höhe eines Objektes über der Unterkante des Fassadenkollektors erfolgt nach der Formel: h = d ´ tan a a = 90° - b d [m] . . . . . . Abstand des Objektes von der Fassade h [m] . . . . . . Höhe, um die das Objekt die Unterkante des Kollektorfeldes überragt a [°] . . . . . . Höhenwinkel b [°] . . . . . . Zenitwinkel der Sonne Objekt über der Kollektorfläche: Der Zenitwinkel der Sonne beträgt bei 47° nördlicher Breite (Graz, Österreich) am 21. Juni 24° (siehe Abbildung 2.8). Hat ein Vordach nun einen Vorstand „h“ von einem Meter, so muss es sich um die Entfernung „d“ von 2,3 m über der Oberkante eines nach Süden orientierten Kollektors befinden, um ihn im Sommer nicht zu beschatten. Ermittlung des Schattenwurfs Soll der Schattenwurf auf die Kollektorfläche vermieden werden, so sollten alle Objekte (Pflanze, Gebäude) so weit vom Kollektorfeld entfernt sein, dass der Schatten auch beim niedrigsten Sonnenstand am 21. Dezember die Unterkante des Kollektorfeldes nicht erreicht [Lit 9]. Bei der Anordnung eines Kollektorfeldes sollte weiters darauf geachtet werden, dass der Schatten eines vorhandenen Vordaches auch beim höchsten Sonnenstand am 21. Juni die Oberkante des Kollektorfeldes nicht erreicht. Abbildung 2.8: Schattenwurf auf eine Südfassade im Sommer Abbildung 2.7: Schattenwurf auf eine Südfassade im Winter 10 Colourface Dimensionierungsrichtlinien Die Ermittlung des maximalen Dachvorstandes über der Oberkante des Fassadenkollektors erfolgt nach der Formel: h‘ = d‘ ´ tan b d‘ [m] . . . . . Abstand des Vordaches von der Oberkante des Kollektorfeldes h‘ [m] . . . . . . Dachvorstand b [°] . . . . . . . . Zenitwinkel der Sonne 2.3 Die Leistungsfähigkeit solarthermischer Systeme Für die Leistungsfähigkeit von solarthermischen Kollektoren sind die Umwandlung der Strahlungsenergie in Wärmeenergie und die damit verbundene Abgabe dieser Wärme an ein Wärmeträgermedium (meist Wasser/Glykolgemisch) sowie die mit dieser Umwandlung verbundenen Verluste bestimmend. Die wesentlichen Verluste eines Kollektors sind sind die Kennwerte verschiedener Beschichtungen von Absorbern gegenübergestellt. Außerdem werden die Werte der farbigen Beschichtungen, die im Rahmen des Projektes Colourface entwickelt wurden, angegeben. Die farbigen Beschichtungen wurden aufgrund ihres ähnlichen Verhaltens in zwei Gruppen zusammengefasst und geben Mittelwerte an. Die Farbbeschichtungen sind in verschiedenen Farbtönen der angegebenen Farben erhältlich, wobei sich aber die Leistungsparameter entsprechend ändern. Beschichtung Absorptionskoeffizient a Emissionskoeffizient e Selektive Beschichtung 0,95 0,05 Solarlackbeschichtung 0,95 0,85 Teilselektiv grün/blau 0,85 0,50 Teilselektiv rotbraun 0,75 0,37 Tabelle 2.1: Physikalische Kennwerte – Absorberbeschichtungen Die Auswirkungen eines hohen Emissionswertes und damit höheren Wärmeabstrahlverlusten zeigen sich mit steigenden Temperaturen immer deutlicher. Als graphischer Vergleich von verschiedenen Absorbern kann die sogenannte Kennlinie herangezogen werden, welche die Leistungsfähigkeit in Form des Wirkungsgrades des Kollektors bei verschiedenen Temperaturen darstellt. Beispielhafte Kennlinien von Kollektoren mit verschiedenen Beschichtungen entsprechend Tabelle 2.1 sind in Abbildung 2.10 wiedergegeben. Abbildung 2.9: Verluste eines Flachkollektors in Abbildung 2.9 dargestellt. Die Beschichtung des Absorbers hat dabei einen wesentlichen Einfluss. Auf der einen Seite soll soviel wie möglich von der einfallenden Strahlung absorbiert werden und auf der anderen Seite soll möglichst wenig dieser Strahlung wieder in Form von Wärmestrahlung verloren gehen. Jede Beschichtung eines Absorbers kann durch die Angabe von zwei Parametern charakterisiert werden, welche als der Absorptionskoeffizient a bzw. der Emissionskoeffizient e bezeichnet werden. Der Absorptionskoeffizient gibt an, welcher Anteil der auftreffenden Strahlung (im Wellenlängenbereich von 0,1 mm bis 2 mm) von der Schicht aufgenommen wird, während der Emissionskoeffizient den Anteil der reflektierten Wärmestrahlung (im Wellenlängenbereich von 3 mm bis 40 mm) wiedergibt [Lit 10]. Als selektives Verhalten wird in weiterer Folge die Eigenschaft einer Beschichtung verstanden, ein hohes Absorptionsvermögen (hohes a) und ein möglichst niedriges Emissionsverhalten (niedriges e) aufzuweisen. In Tabelle 2.1 Abbildung 2.10: Kennlinien verschiedener Absorberbeschichtungen Ein Wirkungsgrad von 50% bedeutet, dass die Hälfte der Sonneneinstrahlung, die auf die Glasabdeckung des Kollektors trifft, in Form von Wärme an das Wärmeträgermedium übertragen wird. Der Ertrag eines solarthermischen Kollektors wird daher in jedem Fall mit steigender Temperatur im- Colourface 11 Dimensionierungsrichtlinien Die Anlagenbeispiele zur Warmwasserbereitung werden durch das Volumen des Energiespeichers und den Warmwasserbedarf auf der Verbraucherseite definiert. Bei Kombianlagen wird zusätzlich der Heizenergiebedarf definiert. Ausgehend von diesen Anlagenbeispielen wird die Abhängigkeit des solaren Deckungsgrades von der Kollektorfläche und der Kollektorbeschichtung bzw. -farbe ermittelt [Lit 11]. Der solare Deckungsgrad einer Anlage ist das Verhältnis der durch das Solarsystem eingebrachten Energie zur gesamt eingebrachten Energie inklusive Nachheizung (siehe Gleichung 2.1). 12 Colourface 1 2 3 4 5 Einfamilienhaus Einfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Einfamilienhaus Warmwasserbereitung Warmwasserbereitung Warmwasserbereitung Warmwasserbereitung Warmwasserbereitung und Raumheizung 300 40 4 - 70 14 500 40 6 - 70 36 1800 30 20 - 55 90 3750 30 70 - 50 26 1800 40 4 40 Personenanzahl 10 WW-Bedarf [l/d,Person] Solarer Deckungsgrad [%] Anlagenbeispiele Die Beschreibung der Farbbeschichtungen und ihr Einfluss auf die Leistungsfähigkeit auf ein solarthermisches System wurden in Abschnitt 2.3 erläutert. Verglichen wurden ein selektiv beschichteter Kollektor, ein Kollektor mit Solarlack und zwei farbige teilselektive Kollektorbeschichtungen die im Folgenden mit „grün/blau“ und „rotbraun“ bezeichnet werden. Tabelle 2.2 zeigt die Beispiele von thermischen Solaranlagen für die Ermittlung der nötigen Kollektorfläche von Fassadenkollektoranlagen. Die Auswahl der Anlagenbeispiele und der Parameter erfolgte auf Basis der in Österreich und Deutschland häufigsten umgesetzten Anlagentypen. Heizlast [kW] 2.4.1 (ges. eingebrachte Energie durch Solarsystem u. Nachheizung) Speichervolumen [l] In einem Gebäude wird thermische Energie in Form von Warmwasser und Heizenergie benötigt. Diese Energie kann auf unterschiedlichste Weise bereitgestellt werden. Eine thermische Solaranlage wandelt die Einstrahlung der Sonne in den Kollektoren in Wärmeenergie um. Wenn die erzeugte Solarenergie nicht ausreicht, um den herrschenden Energiebedarf zu decken, muss die restliche Energie durch die konventionelle Nachheizung (z.B. Biomasse, Erdgas, Strom...) bereitgestellt werden. Je größer nun das Kollektorfeld ist, desto mehr der benötigten Energie kann von der Sonne abgedeckt werden. Fünf verschiedene Beispiele von typischen thermischen Solaranlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser werden im Folgenden verglichen, um Dimensionierungsrichtlinien für die benötigte Kollektorfläche in der Fassade zu erhalten. Diese Anlagenbeispiele unterscheiden sich durch die Größe des Kollektorfeldes, das Volumen des Energiespeichers und durch den unterschiedlichen Energiebedarf der „Nutzer“ (Warmwasser, Heizung). Weiters wird ermittelt, wie stark der Einfluss der Farbe und Beschichtung des Kollektors auf die benötigte Kollektorfläche ist. (Energie durch das Solarsystem erbracht) ´100% Kollektorfläche*) [m²] Kollektorfläche in der Fassade Solarer Deckungsgrad = Energiebedarf 2.4 Gleichung 2.1: Haustyp Farbige Absorber Bisher eingesetzte farbige Absorber waren mit temperaturbeständigen Lacken beschichtet, die nicht selektiv sind. Dadurch wurden wesentlich größere Kollektorflächen nötig, um einen zufriedenstellenden Ertrag des Solarsystems zu erreichen. Innerhalb des Projektes Colourface wurden aber teilselektive farbige Beschichtungen entwickelt und getestet, deren Wirkungsgrad bei typischen Betriebstemperaturen jenem von Solarlack beschichteten Absorbern entspricht. D.h. die Kollektorflächen können im Vergleich zu herkömmlichen Farblackbeschichtungen stark reduziert werden, wodurch die Anlage wesentlich günstiger wird. Je größer also der solare Deckungsgrad ist, desto mehr benötigte Energie für das Warmwasser bzw. für die Heizung wird durch Sonnenenergie abgedeckt. Der solare Deckungsgrad einer Anlage wird als Jahresdurchschnittswert angegeben. Tatsächlich ist er aber jahreszeitlich bedingten starken Schwankungen unterworfen. Anlagenbeispiel Nr. mer geringer, wobei das Ausmaß abhängig von der jeweiligen Beschichtung ist. Dieser Umstand wird aber bei der Auslegung der Anlage durch die richtige Wahl der Kollektorfläche berücksichtigt, wie dies im Kapitel 2.4 beschrieben wird. 8 *) Selektiv beschichteter Kollektor Tabelle 2.2: Anlagenbeispiele zur Ermittlung der nötigen Fläche von Kollektoren in der Fassade Anlagenbeispiel Nr. 1 stellt eine typische Solaranlage für die Warmwasserbereitung im Einfamilienhausbereich mit mittlerem Warmwasserbedarf dar. Anlagenbeispiel Nr. 2 ist reprä- Dimensionierungsrichtlinien sentativ für Einfamilienhäuser mit erhöhtem Warmwasserbedarf, was hier durch die erhöhte Personenzahl ausgedrückt wird. Die Anlagenbeispiele Nr. 3 und 4 sind Anlagen für die Warmwasserbereitung für Mehrfamilienhäuser. Es wurde eine typische kleinere Anlage für ein Mehrfamilienhaus mit 20 Personen (Nr. 3) und eine größere Anlage für 70 Personen (Nr. 4) ausgewählt. Die Variante 5 ist ein Beispiel für eine solare Kombianlage eines Einfamilienhauses mit einer Heizlast von 8 kW. Als Heizsystem wird eine Wand- und Fußbodenheizung eingesetzt. Es ist jedoch auch jedes andere Wärmeabgabesystem möglich. 2.4.2 Warmwasser- und Heizenergiebedarf rechte und in eine 45° geneigt Fläche kaum. Bei einer Anlage mit 45° geneigten Kollektoren kann dagegen das Angebot von solarer Einstrahlung im Sommer nicht zur Gänze genützt werden und kann so zu Überhitzungsproblemen im Kollektor führen. 2.4.3 Kollektorfläche bei Warmwasseranlagen Die Dimensionierungsrichtlinien für solare Warmwasseranlagen mit Fassadenkollektoren werden anhand der ausgewählten Anlagenbeispiele (siehe oben) beschrieben. Abbildung 2.12 und Abbildung 2.13 zeigen den Verlauf des solaren Deckungsgrades über der Kollektorfläche bei Einfamilienhäusern mit Solaranlagen zur Warmwasserbereitung, Abbildung 2.14 und Abbildung 2.15 bei Mehrfamilienhäusern. Durch unterschiedlich groß gewählte Kollektorflächen und durch die Art der Beschichtung (Farbe) verändert sich der Deckungsgrad. l Je größer die Kollektorfläche ist, desto größer ist auch der solare Deckungsgrad. Wie jedoch aus den Abbildungen 2.12 bis 2.15 zu erkennen ist, bewirkt im Bereich hoher solarer Deckung eine weitere Vergrößerung der Kollektorfläche nur mehr eine geringe Steigerung des solaren Deckungsgrades. Dem kann durch Vergrößerung des Speichervolumens innerhalb des wirtschaftlichen Rahmens entgegengesteuert werden. Typische Speichervolumina liegen für Fassadenkollektoranlagen zwischen 20 und 80 Litern pro m² Kollektorfläche. l Je besser die optischen Eigenschaften einer Kollektorbeschichtung, desto größer ist der solare Deckungsgrad. Ein Kollektor, der die Einstrahlung der Sonne besser in Wärmeenergie umwandeln kann, führt zu einem insgesamt besserem Solaren Deckungsgrad der gesamten Solaranlage. Der vorhandenen solaren Einstrahlung steht der Energieverbrauch (Warmwasser, Heizenergie) gegenüber. Der Warmwasserverbrauch in Ein- und Mehrfamilienhäusern ist über das Jahr annähernd konstant. Ausgenommen sind naturgemäß saisonal genutzte Gebäude wie Ferienwohnungen, Hotels, Schulen etc. Der durchschnittliche Warmwasserbedarf pro Tag und Person liegt je nach Bedarf zwischen 10 und 80 Liter bei einer Temperatur von 60°C [Lit 12]. Der Heizenergiebedarf unterliegt jahreszeitlich bedingt starken Schwankungen. Abbildung 2.11 zeigt den Energieverbrauch für ein Einfamilienhaus mit einer Belegung von vier Personen und einer Heizlast von 8 kW. Weiters wird das Einstrahlungsprofil auf eine Kollektorfläche mit dem Verbrauchsprofil verglichen. Die Einstrahlung wird für eine 20 m² große Kollektorfläche in Form eines Fassadenkollektors bzw. eines 45° geneigten Kollektors angegeben. Im Vergleich von Heizenergiebedarf mit dem Warmwasserbedarf wird die Anforderung an ein Energieversorgungssystem erkennbar, nämlich den unterschiedlichen Energiebedarf im Tabelle 2.3 gibt für die Anlagenbeispiele Nr. 1 bis 4 die solaren Sommer und im Winter zu decken. Deckungsgrade bei unterschiedlichen Kollektorflächen und Die Einstrahlung auf den Fassadenkollektor kommt dem in Abbildung 2.11 dargestellten Verbrauchsprofil entgegen. -beschichtungen an. So wird zum Beispiel für eine Anlage zur Warmwasserbereitung für ein Einfamilienhaus mit einer BeleDie meiste Energie wird hier in der Heizsaison benötigt. In dieser Zeit unterscheidet sich die Einstrahlung in eine senk- gung von vier Personen (Anlagenbeispiel Nr. 1) bei einer Kollektorfläche von 8 m² ein solarer Deckungsgrad zwischen 53 und 64% erreicht, je nach Art des eingesetzten Kollektors. Für jedes Anlagenbeispiel kann so der solare Deckungsgrad bei einer bestimmten Kollektorfläche und -beschichtung bestimmt werden (und umgekehrt die erforderliche Kollektorfläche bei einem bestimmten solaren Deckungsgrad mit den jeweils angeführten Kollektorbeschichtungen). Zwischen Kollektoren mit Solarlack und dem angegebenen teilselektiven Kollektor mit grüner oder blauer Farbbeschichtung sind keine wesentlichen Unterschiede in ihrer Leistung zu erkennen. Die solaren Deckungsgrade der Anlagenbeispiele unterscheiden sich bei gleicher Kollektorfläche dieser beiden Typen kaum. Der angeführte teilselektive Kollektor mit rotbrauner Farbbeschichtung zeigt bei gleicher Kollektorfläche wie der grün/blau beschichtete Kollektor etAbbildung 2.11: Solare Einstrahlung auf 20 m² Kollektorflä- was geringere solare Deckungsgrade. che (Fassade und 45° geneigte Fläche) und Verbrauch (Warm- Die höchsten solaren Deckungsgrade werden mit dem selekwasser- und Heizenergiebedarf) eines Einfamilienhauses, tiv beschichteten Kollektor erzielt. Farbige Kollektoren, wel4 Personen, 8 kW Heizlast che die gleiche Leistungsfähigkeit wie selektive Kollektoren Co Colourface 13 Dimensionierungsrichtlinien 4 43 40 39 36 Kollektorfläche [m²] 12 8 6 73 64 55 67 58 50 66 57 49 62 53 45 20 80 75 75 72 Solarer Deckungsgrad [%] Abbildung 2.15: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 70-Personen-Mehrfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 4 6 44 41 40 37 Kollektorfläche [m²] 20 12 8 77 65 53 71 60 49 70 58 48 67 54 44 25 81 75 75 71 Solarer Deckungsgrad [%] Abbildung 2.14: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 20-Personen-Mehrfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 3 20 39 37 35 32 Kollektorfläche [m²] 100 70 40 78 72 58 70 64 52 70 64 51 66 60 47 140 82 74 74 71 Solarer Deckungsgrad [%] Abbildung 2.13: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 6-Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 2 50 35 33 31 29 Kollektorfläche [m²] 180 140 100 66 62 53 60 55 48 59 54 47 55 50 43 220 70 63 63 59 Solarer Deckungsgrad [%] Abbildung 2.12: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 4-Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 1 Anlagenbeispiel Nr. 1 (Einfamilienhaus, 4 Personen) Selektiv beschichteter Kollektor Kollektor mit Solarlack Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, grün/blau Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, rotbraun Anlagenbeispiel Nr. 2 (Einfamilienhaus, 6 Personen) Selektiv beschichteter Kollektor Kollektor mit Solarlack Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, grün/blau Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, rotbraun Anlagenbeispiel Nr. 3 (Mehrfamilienhaus, 20 Personen) Selektiv beschichteter Kollektor Kollektor mit Solarlack Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, grün/blau Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, rotbraun Anlagenbeispiel Nr. 4 (Mehrfamilienhaus, 70 Personen) Selektiv beschichteter Kollektor Kollektor mit Solarlack Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, grün/blau Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, rotbraun Tabelle 2.3: Solare Deckungsgrade bei Warmwasseranlagen mit südorientierten Fassadenkollektoren für Ein- und Mehrfamilienhäuser bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen 14 Colourface Dimensionierungsrichtlinien Abbildung 2.16: Solare Deckungsgrade von Kombianlagen für ein 4 Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 5 Abbildung 2.17: Solare Warmwasser-Deckungsgrade von Kombianlagen für ein 4 Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und –beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 5 zeigen, sind derzeit noch nicht am Markt erhältlich. Allerdings liegen die hier angeführten farbig beschichteten teilselektiven Kollektoren im Bereich von Kollektoren mit Solarlack. Die im Projekt Colourface entwickelten farbigen Kollektoren werden von den am Projekt beteiligten Unternehmen angeboten (siehe Impressum). Farbige Kollektoren finden besonders dort ihren Einsatz, wo Kollektoren sichtbar montiert werden, wie es in der Fassade der Fall ist. 2.4.4 Kollektorfläche bei Solaren Kombianlagen Abbildung 2.18: Solare Heizungs-Deckungsgrade von Kombianlagen für ein 4 Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und –beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 5 teten Kollektoren ähnliche Ergebnisse wie Anlagen mit Kollektoren mit Solarlack. Durch eine Vergrößerung der Kollektorfläche können auch mit farbig beschichteten Kollektoren höhere solare Deckungsgrade erreicht werden. 2.4.5 Die Vergleiche der Anlagenbeispiele mit verschieden beschichteten Kollektoren zeigen also, dass die Kollektorfläche vergrößert werden muss, wenn Kollektoren mit farbiger Beschichtung verwendet werden. Anlagenbeispiel Nr. 5 (Einfamilienhaus, 4 Personen, Kombianlage) Selektiv beschichteter Kollektor Kollektor mit Solarlack Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, grün/blau Teilselektiver farbig beschichteter Kollektor, rotbraun Einfluss der Kollektorbeschichtung auf die Dimensionierung der Kollektorfläche Kollektorfläche [m²] 10 18 17 16 14 20 33 30 29 26 25 39 35 34 30 30 44 40 38 35 50 58 54 51 48 Solarer Ges.deckungsgrad [%] Die Dimensionierungsrichtlinien für Solare Kombianlagen für Einfamilienhäuser werden anhand von Anlagenbeispiel Nr. 5 beschrieben. Abbildung 2.16 gibt den solaren Deckungsgrad der Anlage bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen wieder. Prinzipiell ist zu beachten, dass sich der solare Deckungsgrad bei Solaren Kombianlagen aus einem Warmwasser- und einem Heizungsdeckungsgrad zusammensetzt. Diese sind in den Abbildungen 2.17 und 2.18 getrennt dargestellt. Wie sich Warmwasser- und Heizungsdeckungsgrad unterscheiden, ist aber stark vom jeweiligen Energiebedarf für Warmwasser und Heizung und dem gesamten Anlagensystem abhängig. Deshalb sind die hier angegeben Werte auch nur für das angegebene Anlagenbeispiel Nr. 5 zu verstehen. Tabelle 2.4 gibt die solaren Deckungsgrade von Kombianlagen mit Fassadenkollektoren für das Anlagenbeispiel Nr. 5 an. Wie bereits bei der Dimensionierung der Warmwasseranlagen beschrieben, ergeben die Anlagen mit farbig beschich- Tabelle 2.4: Solare Gesamtdeckungsgrade von Kombianlagen für Einfamilienhäuser bei verschiedenen Kollektorflächen in der Fassade Colourface 15 Dimensionierungsrichtlinien Anlagenbeispiel Anlagenbeispiel Nr. 1 (Einfamilienhaus, 4 Personen) Anlagenbeispiel Nr. 2 (Einfamilienhaus, 6 Personen) Anlagenbeispiel Nr. 3 (Mehrfamilienhaus, 20 Personen) Anlagenbeispiel Nr. 4 (Mehrfamilienhaus, 70 Personen) Anlagenbeispiel Nr. 5 (Einfamilienhaus, 4 Personen, Kombianlage) *) Sol.Deck.- Solarlack Grün/blau Rotbraun Grün/blau zu Rotbraun zu grad* zu Selektiv zu Selektiv zu Selektiv Solarlack Solarlack [%] [m²/m²] [m²/m²] [m²/m²] [m²/m²] [m²/m²] 60 1,2 1,3 1,6 1,0 1,3 70 1,5 1,5 1,7 1,0 1,2 60 1,2 1,3 1,5 1,1 1,3 70 1,4 1,4 1,7 1,0 1,2 55 1,3 1,3 1,6 1,0 1,2 50 1,2 1,3 1,5 1,0 1,3 25** 40** 1,1 1,2 1,2 1,3 1,4 1,4 1,0 1,1 1,2 1,2 Die Auswahl der angegeben Deckungsgrade erfolgte nach üblichen Dimensionierungen von Solaranlagen in Österreich und Deutschland. **) Gesamtdeckungsgrad Tabelle 2.5: Erforderliche Vergrößerung der Kollektorfläche bei Verwendung farbig beschichteter Kollektoren im Vergleich zu selektiv beschichteten Kollektoren und zu Kollektoren mit Solarlack (alle Ergebnisse +/-0,1) Tabelle 2.5 zeigt, um wie viel die Kollektorfläche bei einem bestimmten solaren Deckungsgrad im Vergleich zu selektiv beschichteten Kollektoren vergrößert werden muss. Die Auswahl der angegeben Deckungsgrade erfolgte nach üblichen Dimensionierungen von Solaranlagen in Österreich und Deutschland. Bei Anlagenbeispiel Nr. 5 sind die angegebenen solaren Deckungsgrade als Gesamtdeckungsgrade zu verstehen. Je nach solarem Deckungsgrad liegt die notwendige Vergrößerung der Kollektorfläche bei farbig beschichteten Kollektoren durchschnittlich bei 40% (1,4-fache Fläche) im Vergleich zu selektiv beschichteten Kollektoren. Prinzipiell zeigen die Kollektoren mit farbiger Beschichtung in den Farben grün oder blau sehr ähnliche Ergebnisse wie die Kollektoren mit Solarlack. Um den gleichen solaren Deckungsgrad einer Anlage zu erreichen, ist nur eine geringe Vergrößerung der Kollektorfläche nötig (siehe Tabelle 2.5). Werden rotbraun beschichtete Kollektoren anstelle von Kol- 16 Colourface lektoren mit Solarlack verwendet, so ist je nach Anlage eine Vergrößerung der Kollektorfläche von 20 bis 30% (1,2- bis 1,3-fache Fläche) nötig. Generell besteht neben der Vergrößerung der Kollektorfläche die Möglichkeit, zugunsten eines farbigen Kollektorfeldes in der Fassade einen geringeren solaren Deckungsgrad in Kauf zu nehmen. Im Gegenzug muss die Bereitstellung von zusätzlicher Energie (Nachheizung) erhöht werden. Die Nachheizung kann aus erneuerbaren Energien bewerkstelligt werden, wie z.B. aus Pellets, Hackschnitzel, Biogas oder auch Erdwärme. Auch Kombinationen mit Stückholzkesseln oder Kachelöfen werden eingesetzt. Auf diese Weise kann die Versorgung eines Gebäudes mit Warmwasser und/oder Heizenergie bis zu 100% aus regenerativen Energiequellen bestehen. Weiters werden Systeme mit fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder -gas zur Nachheizung angeboten. Die Nachheizung kann auch mithilfe von Strom erfolgen. AuslegungderKollektorhydraulik 3 Zum Erreichen eines optimalen Betriebsverhaltens des Kollektors in allen seinen Betriebszuständen sind mehrere Gesichtspunkte zu beachten. Im Normalbetrieb sollen möglichst hohe Energieerträge bei möglichst niedrigem Einsatz an Hilfsenergie (Pumpenergie) und Material (Verrohrung) und damit Kosten erzielt werden. Im Stillstandsfall unter solarer Einstrahlung soll ein für den Benutzer möglichst unauffälliges und störungsfreies bzw. wartungsfreies Verhalten erzielt werden. Beides steht mit der Auslegung der Kollektorhydraulik in unmittelbarem Zusammenhang. 3.1 Kollektorhydraulik – Normalbetrieb Verschiedene mögliche Betriebsarten von Solaranlagen (Low Flow, High Flow) erfordern, um einen möglichst hohen Kollektor- bzw. Systemertrag zu erreichen, eine gezielte Anpassung der Kollektorhydraulik an die Betriebsart. Im Endbericht des Projektes „Systemtechnische und bauphysikalische Grundlagen der Fassadenintegration von thermischen Sonnenkollektoren ohne Hinterlüftung“1 [Lit 3] wird diese Problematik ausführlich behandelt und gezeigt, dass Low Flow Anlagen gegenüber High Flow Anlagen bei richtiger Auslegung und Dimensionierung Vorteile bezüglich Ertrag, Hilfsenergieverbrauch und Kosten aufweisen. Kollektorhydraulik – Stillstandsverhalten 3.2 Eine Anlage befindet sich im Stillstand, wenn die Kollektorkreispumpe nicht in Betrieb ist, die Einstrahlung aber zu einer weiteren Erwärmung des Absorbers führt. 3.2.1 Vorgänge während des Stillstandes Wenn unter entsprechend hoher solarer Einstrahlung der Kollektorkreis zum Stillstand kommt, z. B. weil der Speicher seine maximale Temperatur erreicht hat und die Regelung die Kollektorkreispumpe abschaltet, oder wegen Stromausfalls, dann erreichen Kollektoren mit selektiver Beschichtung in der Regel Temperaturen, die über dem Siedepunkt ( 120 bis 150°C) der unter erhöhtem Druck stehenden Wärmeträgerflüssigkeit im Kollektor liegen. Folgende Vorgänge und Phasen während des Verlaufes eines Systemstillstandes sind dann im Prinzip gegeben: Nachdem die Flüssigkeit sich durch den Temperaturanstieg etwas ausgedehnt hat (Phase 1) beginnt sie zu verdampfen. Der zuerst entstehende Dampf drückt einen Großteil des heißen flüssigen Kollektorinhaltes in das System und damit ge- langt auch zusätzliche Flüssigkeit in das Ausdehnungsgefäß, sodass der Systemdruck wesentlich ansteigt (Phase 2). Ist der Kollektor später auf diese Weise dann für Dampf durchlässig geworden, wird die noch im Kollektor vorhandene Restflüssigkeit nicht mehr weiter ausgedrückt, sondern muss verdampfen (Sattdampf). Dieser Dampf kann nun, je nach der von ihm transportierten Energie mehr oder weniger weit in das System eindringen und drückt weitere Flüssigkeit in das Ausdehnungsgefäß, der Systemdruck steigt damit weiter und erreicht seinen Maximalwert. In allen vom Dampf erreichten Systembereichen werden dann Temperaturen erreicht, die der Sattdampftemperatur beim jeweiligen Druck entsprechen (etwa 130 bis 150°C) (Phase 3). In ungünstigen Fällen kann so Dampf bis zu temperaturempfindlichen Systemkomponenten vordringen und diese beschädigen. Mit zunehmender Verdampfung der Restflüssigkeit trocknet der Kollektor zunehmend aus, es wird weniger Dampf produziert und das System wieder entlastet. Das Ausdehnungsgefäß drückt wieder Flüssigkeit zurück in das System und der Druck sinkt. Während innerhalb des nun trockenen Kollektors der Dampf überhitzt wird und der Absorber je nach Einstrahlung Temperaturen bis über 200°C erreichen kann, sinken die Sattdampftemperaturen außerhalb des Kollektors etwas ab. Flüssigkeit erreicht zuletzt wieder das Niveau des unteren Kollektoranschlusses. Dieser Zustand kann dann einige Stunden anhalten (Phase 4). Erst wenn die solare Strahlung und damit die Kollektortemperaturen genügend abgefallen sind, wird auch der Kollektor wieder mit Flüssigkeit gefüllt (Phase 5). Damit ist ersichtlich, dass die Menge an Restflüssigkeit, die am Ende der Phase 2 im Kollektor verbleibt, das Stillstandsverhalten wesentlich entscheidet. Kollektoren bzw. Systeme mit gutem Entleerungsverhalten haben sehr kleine Restflüssigkeitsmengen und damit nur geringe Dampfreichweiten; der Stillstandsvorgang wird bei solchen unproblematisch bzw. vom Nutzer unbemerkt ablaufen. Hingegen kann ungünstiges Entleerungsverhalten zu hohen Dampfreichweiten mit Überhitzungen von Systemkomponenten führen. Eine Maßzahl, die das Entleerungsverhalten von Kollektoren beschreibt, stellt die maximale spezifische Dampfleistung, die im Stillstandsfall in Summe an beiden Kollektoranschlüssen auftritt, dar. Sie erreicht am Ende der Phase 3, bei maximaler solarer Einstrahlung (letztere kann kurzfristig bis etwa 1200 W/m² erreichen) ihren Höchstwert. Während diese bei Flachkollektoren mit gutem Entleerungsverhalten etwa 20 bis maximal 50 W je m² Kollektorfläche beträgt, wurden bei ungünstigem Entleerungsverhalten bis zu 120 W/m² festgestellt. Mit diesem Wert kann das Vordringen des Dampfes über die Vor- und Rücklaufleitung in das System aus den Wärmeverlusten dieser Leitungen bei Sattdampftemperatur ermittelt werden [Lit 13]. 1) http://www.hausderzukunft.at/download/ endbericht_bergmann_1302.pdf Colourface 17 Auslegung der Kollektorhydraulik Abbildung 3.1: Entleerungsverhalten verschiedener Kollektortypen. Oben: gut entleerend, Kennzeichen: Absorber kann nach unten auslaufen, unten: schlecht entleerend, Kennzeichen: Absorber kann nicht nach unten auslaufen. Einfluss der Kollektor- und Systemhydraulik auf das Stillstandsverhalten 3.2.3 Absorberverschaltungen (Abbildung 3.1) mit günstigem Entleerungsverhalten sind dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein (Sammelrohr-)Anschluss sich am Kollektor unten befindet (auch wenn das anschließende Verbindungsrohr wieder hochgezogen wird wie in der Abbildung oben rechts). Ungünstiges Entleerungsverhalten hingegen besitzen Absorber bei denen beide Sammelrohranschlüsse oben sind. Ein gut entleerender Kollektor kann auch durch ein ungünstiges Systemdesign zu einem ungünstigem Entleerungsverhalten führen (Abbildung 3.2). Bei ungünstiger Anordnung der Rücklaufgruppe kann der Kollektor nicht in die Rücklaufleitung entleeren und es steht nur die Vorlaufleitung zur Abgabe der Dampfleistung zur Verfügung. Wesentlich ist dabei die relative Lage des Anschlusses des Ausdehnungsgefäßes zum Rückschlagventil. Durch die vertikale Anordnung von Fassadenkollektoren wird das Stillstandsproblem wesentlich entschärft. Während z.B. bei Kombianlagen mit dachintegrierten Kollektoren in der Sommerzeit im allgemeinen nahezu an jedem schönen Tag ein Strahlungsüberschuss auftritt und damit die Anlage in Stillstand geht, decken sich Strahlungsangebot und Energiebedarf bei Fassadenintegration wesentlich besser. Hier wird bei guter Konzeption ein Anlagenstillstand mit Dampfentwicklung im wesentlich nur bei technischem Gebrechen (Stromausfall, Pumpendefekt) und dann vor allem nur während der Winter- und Übergangszeit, auftreten, sodass die damit verbundenen Systembelastungen wesentlich weniger häufig sind. Insbesondere bei farbigen teilselektiven Absorbern mit ihren gegenüber hochselektiven Absorbern deutlich niedrigeren Wirkungsgraden und Stagnationstemperaturen kommt es zu einer weiteren Entschärfung der Problematik. Nichtsdestoweniger sollten auch bei solchen Systemen grundlegende Regeln zur stillstandssicheren Konzeption eingehalten werden, da auch bei solchen Systemen Dampfentwicklung nicht ausgeschlossen werden kann. 3.3 Abbildung 3.2: Abhängigkeit des Stillstandsverhaltens von der Rücklaufgruppenanordnung 18 Stillstandsverhalten von Fassadenkollektoren 3.2.2 Colourface Schlussfolgerungen für das Design von stillstandsicheren Systemen Folgende Gesichtspunkte (Abbildung 3.3) sind allgemein zu beachten [Lit 14]: (1) Verwendung gut entleerender Kollektoren, Verschaltungen und Systeme. Sie ergeben spezifische Dampfleistungen von weniger als 50 W/m² und damit günstige Dampfreichweiten. Sie reduzieren die Häufigkeit von Kondensationsschlägen. Sie reduzieren den temperaturbelasteten Restflüssigkeitsanteil und erhöhen die Gebrauchsdauer des Wärmeträgermediums. (2) Ab Kollektor fallende Verlegung der Rohrleitungen und Vermeidung von Flüssigkeitssäcken. Das verhindert Kondensationsschläge in den Rohrleitungen. An T-Stücken zur Verbindung von Kollektorteilfeldern bleibt das Potenzial für Auslegung der Kollektorhydraulik Abbildung 3.3: Zu beachtende Punkte für ein stagnationssicheres Systemdesign Kondensationsschläge bestehen, allerdings wird deren Häufigkeit stark vermindert. (3) Komponentenanordnung: Rückschlagventil – Anschluss Ausdehnungsgefäß – Rücklaufleitung: Das ist Voraussetzung für ein gut entleerendes System. Es vermindert die Dampfreichweite drastisch und reduziert den temperaturbelasteten Restflüssigkeitsanteil. (4) Einsatz eines Stagnationskühlers an geodätisch hoher Position bei zu hoher Dampfreichweite: Er schützt alle temperaturempfindlichen Komponenten, insbesondere das Ausdehnungsgefäß, vor zu hohen Temperaturen (Sattdampf) und bringt kleinstmögliches Volumen des Ausdehnungsgefäßes. Colourface 19 4 Die Systemhydraulik einer Solaranlage (siehe Kap. 3 bzw. [Lit. 3]) und das Management des Energiespeichers hat einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der gesamten Solaranlage. Die unten angeführten Angaben zu Speichermanagement und Kollektorhydraulik werden in Bezug auf Kombianlagen (Warmwasserbereitung und Raumheizung) gemacht. Bei der Erhebung von bestehenden Solaranlagenanlagen mit Fassadenkollektor wurde festgestellt, dass einige Kombianlagen im Sommer Probleme haben, ausreichend Energie für die Brauchwasserbereitung zu liefern. Das liegt daran, dass die Sonne in den Sommermonaten in einem sehr ungünstigen Winkel auf den Kollektor auftrifft. Dadurch wird der Ertrag der Solaranlage gemindert. Aus dieser speziellen Situation in der Fassade ergibt sich die Notwendigkeit eines geeigneten Speichermanagements, um die Bereitung von Warmwasser in den Sommermonaten sicher zu stellen. Bei einer Anlage in Low Flow Betriebsweise wird mit niedrigen Massenströmen ein großer Temperaturhub innerhalb eines Kollektordurchlaufs erzielt. Das von der Solaranlage erwärmte Heizmedium wird abhängig von seiner Temperatur in den Energiespeicher eingeschichtet. Im Sommer wäre aufgrund des Einstrahlungsprofils in die Fassade ein kleinerer Speicher günstiger, um schneller die nötige Temperatur für die Warmwasserbereitung zu erreichen. Als mögliche Lösung bietet sich eine „Teilung“ des Speichers an, wenn die eingestellte Mindesttemperatur für die Warmwasserbereitung noch nicht erreicht ist. Durch Umschalten eines Ventils wird der Solarrücklauf nicht mehr aus dem untersten Bereich des Speichers entnommen, sondern aus einem Bereich mit höherer Temperatur im oberen Teil des Speichers (siehe Abbildung 4.1). Das Heizungsmedium wird nun so weit erwärmt, dass vorerst nur der oberste Teil des Speichers beladen wird. Dies stellt eine Verbesserung 20 Colourface Speichermanagement Abbildung 4.1: Speichermanagement bei Anlagen mit Fassadenkollektor, Umschalten des Drei-Wege-Ventils und Teilung des Energiespeichers des Komforts für den Nutzer dar, da die Bereitstellung des Warmwassers mit geringst möglicher Zusatzheizung garantiert wird. Bei Erreichen der Mindesttemperatur schaltet das Ventil um und der Solarrücklauf wird wieder aus dem untersten Teil des Energiespeichers entnommen. Damit wird wieder der gesamte Energiespeicher von der Solaranlage beladen. Mit dieser Regelung wird sichergestellt, dass der Nachheizenergiebedarf gering gehalten wird. 5 RichtlinienundEmpfehlungenzurBauphysik Dieses Kapitel soll grundlegende Informationen über die bauphysikalischen Vorgänge in Hinsicht auf entstehende Temperaturen bzw. Feuchtetransport in Wandaufbauten anhand von sieben konkreten Beispielen geben. Die Wandaufbauten stellen dabei jene dar, welche in Deutschland und Österreich am häufigsten angewendet werden. 5.1 Wärme- und Feuchtetransport durch die Wandkonstruktionen Prinzipiell müssen bei den Außenwand- und Dachkonstruktionen von Bauwerken die Wärme-, Feuchte- und Schallschutzanforderungen der einschlägigen Normen und Bauordnungen eingehalten werden. Bei der Planung von nicht hinterlüfteten Kollektoren ist die Kollektordämmung gleichzeitig die Wanddämmung, d. h. der Kollektor ist ein integrierter Bestandteil des gesamten Außenwandsystems. Durch die Anordnung einer nicht hinterlüfteten Kollektoranlage an der Außenseite einer Wand können nun die Vorgaben eines nach außen diffusionsoffener werdenden Wandaufbaues nicht mehr vollständig eingehalten werden. Abbildung 5.1: Diffusion bei Wandaufbauten mit hinterlüfteten und nicht hinterlüfteten Fassadenkollektoren Es ist daher Aufgabe des Planers, Konstruktionen und Details zu entwickeln, welche diese Anforderungen weitgehend erfüllen, sodass es einerseits zu keinen Bauschäden durch Feuchtigkeit von innen und außen und andererseits zu geringen Energieverlusten bzw. Überwärmungen im Raum kommt. Neben dem wärmetechnischen Verhalten eines Wandbauteils mit seinen Auswirkungen auf den Heizwärmebedarf und dem sommerlichen Wärmeschutz ist daher speziell auch sein feuchtetechnisches Verhalten zu beachten. Durch das heutige verstärkte Energiebewusstsein der Menschen werden Neubauten mit höherem Dämmstandard ausgestattet und Altbauten verstärkt thermisch saniert. Somit bietet sich die Chance, speziell auch bei Altbauten gleichzeitig Fassadenkollektoren einzuplanen. 5.2 Reduktion des effektiven U-Wertes der Wand im Winter Ein nicht hinterlüfteter Fassadenkollektor bringt auch dann einen Vorteil, wenn die Anlage nicht im Betrieb ist, als so genanntes passives Element. Am Absorber treten auch bei geringer Einstrahlung höhere Temperaturen auf als in der Umgebung. Dadurch werden die Transmissionswärmeverluste des Wandabschnittes mit Kollektor vermindert, was in einer Herabsetzung des U-Werts seinen Ausdruck findet. Dieser U-Wert, der aus den tatsächlichen Gegebenheiten von Wärmestrom, Innen- und Außentemperaturen errechnet wird, wird effektiver U-Wert (Ueff) genannt. Der effektive U-Wert ist also im Gegensatz zum statischen U-Wert kein konstanter Wert und ist abhängig von verschiedenen Randbedingungen, wie z. B. der solaren Strahlung und den herrschenden Innen- und Außentemperaturen. Eine Erwärmung eines nicht hinterlüfteten Kollektors in der Fassade bewirkt somit eine Absenkung des effektiven UWerts und damit einhergehend eine Reduktion des Heizenergiebedarfs. Aus den nachfolgenden Grafiken in Kapitel 5.5 können die positiven Effekte des integrierten Kollektors auf den mittleren effektiven U-Wert (Ueff) der verschiedenen Wandaufbauten abgelesen werden, wobei in den Grafiken die Art des Kollektors variiert wird. Es zeigt sich dabei, dass für einen strahlungsreichen Tag im Winter der Ueff-Wert um bis zu 90 Prozent mit selektivem Absorber bzw. bis zu 85 Prozent mit nicht selektiven Absorbern gesenkt werden kann. Auch an schlechten Tagen mit geringer solarer Einstrahlung ist eine Herabsetzung des Ueff -Wertes um bis zu 50 Prozent mit selektivem Absorber bzw. bis zu 35 Prozent mit nicht selektiven Absorbern möglich. Dies zeigt deutlich, dass mit integriertem Kollektor in der Fassade die Wärmeverluste nach außen stark reduziert werden können. An strahlungsreichen Tagen kann es außerdem durch die Erwärmung des Kollektors zu einem Wärmestrom in den Raum kommen, der als zusätzlicher Energiegewinn verbucht werden kann. 5.3 Temperaturen im Wandaufbau Aus der Betrachtung des Stagnationsfalles der Fassadenkollektoranlage, d.h. des Stillstandes der Anlage, da z.B. der Puffer vollständig gefüllt ist und kein Warmwasserbedarf gegeben ist, geht hervor, dass es zu einer Erwärmung des Kollektors bis zu 200°C bei selektiv beschichteten Absorbern und bis zu maximal 130°C bei nicht selektiv beschichteten Absorbern kommt. Grafiken mit den Maximaltemperaturen im Wandaufbau je nach Kollektor sind in Kapitel 5.5 zu finden. Diese Temperaturen müssen auf jeden Fall bei der Wahl des Materials der Dämmung berücksichtigt werden. Die Kollektordämmung wird immer Mineralwolle bzw. ein höher tempe- Colourface 21 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Max. Temperatur [ °C ] Dichte [kg/m³] Wärmeleitfähigkeit [W/mK] bei 20°C Mineralwolle 200 60 - 200 0.040 Glaswolle 200 30 - 100 0.040 Glaswolle 200 130 - 150 0.048 PolyurethanSchaum 130 30 - 80 0.030 80 30 - 50 0.034 Material Polystyrol Tabelle 5.1: Temperaturbeständigkeit von Dämmstoffen raturbeständiges Material sein, womit keine Probleme mit oben genannten maximalen Temperaturen zu erwarten sind. Voll integrierte Kollektoren, die über eine kombinierte Dämmung (Kollektor- und Gebäudedämmung sind eine Einheit) ohne Kollektorrückwand verfügen, müssen mit einer Dämmung versehen werden, die Temperaturen bis 200°C standhält. Eine Übersicht über die Temperaturbeständigkeit verschiedener Materialien gibt Tabelle 5.1. Der Fall der Stagnation im Sommer kommt allerdings eher selten vor, wobei durch die senkrechte Aufstellung der Kollektoren und den hohen Sonnenstand die erreichten Temperaturen nicht sehr hoch sind. In der Übergangszeit, wenn der Sonnenstand wesentlich niedriger ist und die Einstrahlung in die Wandebene höher als im Sommer, werden höhere Temperaturen im Kollektor und damit auch im dahinter liegenden Raum von bis zu 3 K erreicht. Diese Effekte sind aber in dieser Zeit durchaus erwünscht, da sich damit der Heizbedarf reduziert. densat geschädigt werden oder das angesammelte Kondenswasser im Sommer nicht vollständig austrocknen kann. Gängige stationäre Rechenverfahren sind lediglich für die feuchteschutztechnische Bewertung eines Bauteils gedacht, nicht jedoch für die Simulation realistischer Wärmeund Feuchtezustände eines Bauteils unter standortbedingten Klimaverhältnissen. Es wurde daher versucht, eine möglichst realitätsnahe Berechnung des instationären hygrothermischen Verhaltens von mehrschichtigen Bauteilen durchzuführen. Nur durch diese Berechnungen können entsprechende realitätsnahe Rückschlüsse und Vorgaben für Wandaufbauten mit nicht hinterlüfteten Fassadenkollektoren getätigt werden. Bei der Auswahl der gewählten Wandaufbauten wurde darauf geachtet, dass heutzutage gebräuchliche Außenwandsysteme, welche sowohl in Deutschland als auch in Österreich Verwendung finden, berechnet werden. Zusätzlich sollen ein Altbau und zwei Holzbauten bauphysikalisch untersucht werden. Mit sämtlichen Aufbauten können die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der österreichischen Wärmedämmverordnungen und Landesgesetze eingehalten werden. Durch diese Berechnungen können entsprechende realitätsnahe Rückschlüsse und Vorgaben für Wandaufbauten mit nicht hinterlüfteten Fassadenkollektoren gemacht werden. Die vorliegenden Berechnungen und die Ergebnismatrix stellt eine Hilfestellung für Architekten und ausführende Firmen dar. Die betrachteten Wandaufbauten ersetzen keinesfalls die Detailplanung des Planers. Sie dienen lediglich zu dessen Unterstützung. Ebenso bleibt die Verantwortung für die Details der Wandaufbauten bei den entsprechenden Fachplanern. 5.5 5.4 Einfluss der Feuchte auf den Wandaufbau Feuchtigkeitsanreicherungen in der Außenwand können durch mehrere Ursachen entstehen. Einerseits durch Baufeuchtigkeit in den ersten Monaten, speziell in der Massivbauweise und andererseits durch eindringende Feuchtigkeit von innen oder außen. Während die Feuchtigkeit von außen (Regen etc.) durch konstruktive Maßnahmen zu verhindern bzw. zu minimieren ist, ist auf die Abhaltung der Feuchtigkeit durch Diffusion und Luftdurchströmung von innen besonderes Augenmerk zu legen. Durch die relativ diffusionsdichten Materialien eines Kollektors an der kalten Außenseite einer Wand kann Wasserdampf nach außen nur bedingt abgeführt werden. Eine Austrocknung muss daher hauptsächlich, ähnlich wie bei Wärmedämmverbundsystemen, nach innen erfolgen. Schädlich ist eine Kondensation im Bauteilinneren insbesondere immer nur dann, wenn das Kondenswasser nicht gespeichert und wieder abgegeben werden kann, Baustoffe durch Kon- 22 Colourface Betrachtete Wandaufbauten Auf den folgenden Seiten werden für sieben verschiedene Wandaufbauten, welche in Deutschland und Österreich häufig angewandt werden, die oben beschriebenen Effekte zusammenfassend dargestellt. Am Beginn wird jeweils der Wandaufbau mit dem integrierten Kollektor in grafischer Form dargestellt, während in der nebenstehenden Tabelle die zugehörigen Dicken der Wandabschnitte aufgelistet werden. Die Dicke der Dämmung wird dabei als Summe von Gebäude- und Kollektordämmung angegeben. Für jeden Wandaufbau werden die Ergebnisse der feuchtetechnischen Berechnungen (Feuchteverlauf im Luftspalt zwischen Kollektor und Dämmung bzw. Wassergehalt im Hauptbauteil) mit entsprechenden Empfehlungen sowie die wärmetechnischen Ergebnisse (Einfluss auf den U-Wert bzw. Maximaltemperaturen im Wandaufbau) dargestellt. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Definitionen und Randbedingungen: l Feuchteverlaufsgrafiken: Es wird angenommen, dass die Kollektorrückwand ausführungsbedingt nicht vollflächig an die dahinterliegende Fläche anliegt und somit ein minimaler Luftspalt vorhanden ist. Für diesen Luftspalt werden die Feuchteverläufe dargestellt. l Als Kollektorrückwand wird für den Standardfall eine OSB-Platte eingesetzt, alternativ werden Fälle mit Aluminiumrückwand (ALU) angegeben. l Die Dämmung des Wandaufbaus wird immer als Summe aus Gebäudedämmung und Kollektordämmung angegeben. Die Dicke der Gesamtdämmung wurde dabei so gewählt, dass ein statischer U-Wert von kleiner 0,35 W/m².K eingehalten wurde. Als Dämmstoff wurde Mineralwolle gewählt. l Der Wassergehalt wird stets im Hauptbauteil der Außenwand angegeben. l Simulationsbeginn ist jeweils der 1. April (Frühjahr) und läuft über ein ganzes Jahr. Die Berechnung erfolgt mit tatsächlich gemessenen Temperatur- und Luftfeuchtewerten für den Raum Graz, sowie Kenndaten entsprechend der Baustoffdatenbank WUFI. l Luftdichte Außenwandkonstruktionen und Anschlüsse werden vorausgesetzt. Colourface 23 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Luftfeuchtigkeit: Bei Kollektoren mit ALU-Rückwand erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Luftspalt zwischen Kollektor und Wanddämmung gering. Ähnliche höhere relative Luftfeuchtigkeiten sind bei innenliegenden Fliesen möglich. Kondensat ist jedoch rechnerisch im Luftspalt nicht zu erwarten. Bei höheren Anfangsfeuchten des Ziegels und/oder innenliegenden Fliesen sind im Bereich zwischen Ziegel und Wanddämmung (40mm) bei Kollektoren mit ALU-Rückwand höhere rel. Luftfeuchtigkeiten möglich. Diese sind ähnlich hoch wie bei der Anordnung von außenliegenden Wärmedämmverbundsystemen. Die relative Feuchtigkeit nimmt jedoch im Laufe der Jahre ständig bis zur Ausgleichsfeuchte ab. 24 Colourface Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung der Anfangsfeuchte im Ziegel kommt. Ist eine erhöhte Anfangsfeuchte im Ziegel vorhanden, ist rechnerisch eine geringe Verzögerung bis zur Ausgleichsfeuchte möglich. Fliesen an der Innenseite einer Ziegelwand verzögern das Austrocknen einer feuchten Wand am Anfang jedoch erheblich. Bei Kollektoren mit ALU-Rückwand ist die Ausgleichsfeuchte im Ziegel geringfügig höher als bei Kollektoren mit Holzrückwand. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues mit Hochlochziegel wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 85% mit einem selektiven und um 80% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 40% bzw. 35% möglich. Abbildung 5.2: Hochlochziegel – U-Werte – Winter Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.3: Hochlochziegel - Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner Stagnation Colourface 25 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung der Anfangsfeuchte im Stahlbeton kommt. Ist eine erhöhte Anfangsfeuchte im Stahlbeton vorhanden, ist rechnerisch mit einer Verzögerung bis zur Ausgleichsfeuchte zu rechnen. Die Ausgleichsfeuchte des Stahlbetons wird erst nach ca. 3 Jahren erreicht. Durch die Anordnung von innen liegenden Fliesen wird das Austrocknen nach innen stark reduziert bzw. verzögert. Bei hohen Anfangsfeuchtigkeiten des Stahlbetons ist im ersten Jahr (Winter) mit einer Erhöhung der Feuchte in der OSB-Platte zu rechnen. Diese geringe Erhöhung ist jedoch in der Regel unschädlich. Der Austrocknungsvorgang zwischen den Varianten mit einer ALU-Kollektorrückwand und einem Wärmedämmverbundsystem liefert ähnliche Ergebnisse. 26 Colourface Luftfeuchtigkeit: Bei Kollektoren mit ALU-Rückwand erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Luftspalt zwischen Kollektor und Wanddämmung im Winter rechnerisch erheblich. In diesen Fällen ist mit Kondensat im Luftspalt zu rechnen. Ähnlich hohe relative Luftfeuchtigkeiten sind auch bei Stahlbeton mit erhöhter Anfangsfeuchte möglich. Im Bereich zwischen Stahlbeton und Wanddämmung (40mm) ist anfänglich mit hohen relativen Luftfeuchtigkeiten zu rechnen. Die relative Feuchtigkeit nimmt jedoch im Laufe der Jahre ständig bis zur Ausgleichsfeuchte ab. Die Anfangswerte sind ähnlich hoch wie bei außenliegenden Wärmedämmverbundsystemen. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues mit Stahlbeton wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 90% mit einem selektiven und um 85% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 50% bzw. 35% möglich. Abbildung 5.4: Stahlbeton – U-Werte Winter Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.5: Stahlbeton – Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Colourface 27 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Luftfeuchtigkeit: Im Luftspalt zwischen Kollektor und Porenbeton nimmt rechnerisch die relative Luftfeuchtigkeit im Laufe des Jahres ständig ab. Bei Kollektoren mit ALU-Rückwand und bei innenliegenden Fliesen verzögert sich die Abnahme der relativen Luftfeuchtigkeit geringfügig. Schädliches Kondensat im Luftspalt ist rechnerisch nicht zu erwarten. 28 Colourface Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung der Anfangsfeuchte im Porenbeton kommt. Ist eine erhöhte Anfangsfeuchte im Porenbeton vorhanden, ist mit einer Verzögerung bis zur Ausgleichsfeuchte zu rechnen. Durch die Anordnung von innenliegenden Fliesen wird das Austrocknen nach innen stark reduziert bzw. verzögert. Bei hohen Anfangsfeuchtigkeiten des Porenbetons oder bei Anordnung von Fliesen ist im ersten Winter mit einer geringen Erhöhung der Feuchte in der OSB-Platte zu rechnen. Diese geringe Erhöhung ist jedoch in der Regel unschädlich. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues mit Porenbeton wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 95% mit einem selektiven und um 90% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 50% bzw. 35% möglich. Abbildung 5.6: Porenbeton – U-Werte – Winter Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.7: Porenbeton - Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Colourface 29 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung der Anfangsfeuchte im Kalksandstein kommt. Ist eine erhöhte Anfangsfeuchte im Kalksandstein vorhanden, ist mit einer Verzögerung bis zur Ausgleichsfeuchte zu rechnen. Durch die Anordnung von innen liegenden Fliesen wird das Austrocknen nach innen wiederum stark reduziert bzw. verzögert. Bei hohen Anfangsfeuchtigkeiten des Kalksandsteines oder bei Anordnung von Fliesen ist im ersten Winter mit einer geringen Erhöhung der Feuchte in der OSB-Platte zu rechnen. Diese geringe Erhöhung ist jedoch in der Regel unschädlich. 30 Colourface Luftfeuchtigkeit: Bei der Anordnung von nicht hinterlüfteten Kollektoren erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Luftspalt zwischen Kollektor und Wanddämmung im Winter erheblich. In diesen Fällen ist mit Kondensat im Luftspalt zu rechnen. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues mit Kalksandstein wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 90% mit einem selektiven und um 85% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 50% bzw. 35% möglich. Abbildung 5.8: Kalksandstein – U-Werte – Winter Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.9: Kalksandstein – Temperaturen in den Wandabschnitten – Jänner – Stagnation Colourface 31 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Luftfeuchtigkeit: Bei der Anordnung von nicht hinterlüfteten Kollektoren erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Luftspalt zwischen Kollektor und Wanddämmung im Winter. Bei Kollektorrückwänden aus ALU ist mit erhöhter Luftfeuchtigkeit in diesem Bereich und im Vollziegel zu rechnen, allerdings entsteht rechnerisch kein Kondensat. 32 Colourface Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung im Vollziegel kommt. Durch die Anordnung von innenliegenden Fliesen wird das Austrocknen nach innen wiederum reduziert bzw. verzögert. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues mit Vollziegel wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 90% mit einem selektiven und um 85% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 50% bzw. 40% möglich. Abbildung 5.10: Winter – Altbauvollziegel Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.11: Altbauvollziegel – Temperaturen in den Wandabschnitten – Jänner – Stagnation Colourface 33 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Luftfeuchtigkeit: Bei der Anordnung von nicht hinterlüfteten Kollektoren ist die Luftfeuchtigkeit im Luftspalt zwischen Kollektor und Wanddämmung bei Anordnung einer diffusionsoffenen Luftsperre (Winddichtung) am geringsten. Bei Kollektorrückwänden aus ALU ist mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit in diesem Bereich zu rechnen, allerdings entsteht rechnerisch kein Kondensat. Bei der Anordnung von innenliegenden Fliesen erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit im Bereich der Installationsebene. Ein Austrocknen wird daher verzögert. 34 Colourface Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung in der Massivholzplatte kommt. Durch die Anordnung von innenliegenden Fliesen wird das Austrocknen nach innen wiederum reduziert bzw. verzögert. Durch die Anordnung einer Dampfbremse und einer OSB-Platte als Kollektorrückwand anstatt einer Dampfsperre oder ALURückwand wird die Ausgleichsfeuchtigkeit früher erreicht. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues in Holzmassivbauweise wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 90% mit einem selektiven und um 85% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 50% bzw. 35% möglich. Abbildung 5.12: Winter – Holzmassivbau Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.13: Holzmassivbau – Temperaturen in den Wandabschnitten – Jänner – Stagnation Colourface 35 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Luftfeuchtigkeit: Bei der Anordnung von nicht hinterlüfteten Kollektoren ist die Luftfeuchtigkeit im Luftspalt zwischen Kollektor und Wanddämmung bei Anordnung einer geringen Dampfbremse an der Innenseite am geringsten. Bei Kollektorrückwänden aus ALU ist mit einer höheren Luftfeuchtigkeit in diesem Bereich zu rechnen, allerdings entsteht rechnerisch kein Kondensat. Im Bereich Wärmedämmung und Vollholzschalung ist bei der Ausbildung einer Dampfsperre mit höheren rel. Luftfeuchtigkeiten zu rechnen. 36 Colourface Wassergehalt: Es zeigt sich, dass es im Laufe des betrachteten Jahres zu einer kontinuierlichen Austrocknung in der Holzleichtbaukonstruktion kommt. Durch die Anordnung einer OSB-Platte als Kollektorrückwand anstatt einer ALU-Rückwand wird die Ausgleichsfeuchtigkeit früher erreicht. Eine innen angeordnete Dampfsperre anstatt einer Dampfbremse verzögert das Austrocknen der Vollholzschalung um ca. 5 Monate. Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik Der statische U-Wert dieses Wandaufbaues in Holzleichtbauweise wird im Winter bei guten Einstrahlungsverhältnissen um 90% mit einem selektiven und um 85% mit farbigen teilselektiven Fassadenkollektoren reduziert. Auch an Wintertagen mit schlechter Einstrahlung sind Reduktionen von 50% bzw. 35% möglich. Abbildung 5.14: Winter – Holzleichtbau Ausgehend vom definierten Wandaufbau (ohne Kollektorrückwand) werden im Jänner bei einem Anlagenstillstand die rechts dargestellten maximalen Temperaturen erreicht. Diese Temperaturen sind vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials zu berücksichtigen! Der Stillstandsfall wird mit Fassadenkollektoren nur bei einer technischen Störung auftreten. Abbildung 5.15: Holzleichtbau – Temperaturen in den Wandabschnitten – Jänner – Stagnation Colourface 37 Richtlinien und Empfehlungen zur Bauphysik 5.5.1 Ergebnismatrix – Feuchte – Empfehlungen Erhöhung der Feuchtigkeit im Hauptbauteil Anfangsbaufeuchtigkeit relevant? Dampfbremse/ -sperre erforderlich? Entspannungsebene zw. Kollektor und Wand notwendig? Art der Kollektorrückwand wichtig? Innere Wandoberfläche frei wählbar? Ziegel 25cm nein gering nein nein nein ja Stahlbeton 25 cm nein ja nein empfohlen ja bedingt Porenbeton 25 cm nein gering nein nein bedingt bedingt Kalksandstein 25 cm nein ja nein empfohlen bedingt bedingt Altbau-Vollziegel 49cm nein - nein ja*) ja ja Holzmassivbauweise nein bedingt ja nein, jedoch empfohlen ja ja Holzleichtbauweise nein ja ja nein, jedoch empfohlen bedingt bedingt Bauteilaufbauten *) nur bei ALU-Kollektorrückwand 5.5.2 Planungsempfehlungen Resultierend aus den durchgeführten feuchtetechnischen Berechnungen können folgende Planungsempfehlungen angegeben werden. In jedem Fall muss der gewählte Aufbau trotzdem von einem Fachplaner überprüft werden. l Da durch die Anbringung von nicht hinterlüfteten Kollektoranlagen ein Austrocknen der Feuchte großteils nach innen stattfindet, sollte beim Bezug des Gebäudes keine übermäßig große Baufeuchte mehr in der Konstruktion vorhanden sein. Speziell bei Stahlbeton und Holzaußenwandkonstruktionen ist besonders darauf zu achten. Die Inbetriebnahme wird daher im Frühjahr empfohlen. l Bei Stahlbeton- und Kalksandstein-Konstruktionen ist rechnerisch im Luftspalt zwischen Kollektor und Wandwärmedämmung zeitweise mit Kondensat zu rechnen. In diesen Fällen wird unbedingt zumindest eine Entspannungsebene bzw. diffusionsoffene Trennlage empfohlen. Eine fachgerechte Ableitungsmöglichkeit eines u.U. anfallenden nicht schädlichen Kondensats ist einzuplanen. 38 Colourface l Innen liegende sperrende Oberflächenmaterialien, wie Fliesen etc. sind nach Möglichkeit zu vermeiden, da das Austrocknen der Konstruktion nach innen dadurch behindert bzw. verlangsamt wird. l Durch die Anordnung von Kollektoren mit sehr diffusionsdichten Rückwänden (z. B. ALU) kommt es zwischen Kollektor und Wandwärmedämmung ebenfalls zeitweise zu Kondensat. Dieses trocknet im Sommer wieder aus und ist somit in der Regel nicht schädlich. Jedoch dürfen angrenzende Bauteile und Materialien nicht geschädigt werden. l Die warmseitige Luftdichtheit der Außenwandkonstruktion, speziell bei Holzleichtbauten ist unbedingt sicherzustellen. Bei Holzleichtbaukonstruktionen ist die Anordnung einer geringen Dampfbremse einer sehr dichten Dampfsperre vorzuziehen, da es ansonsten in der ersten Zeit in der Konstruktion zu höheren Luftfeuchtigkeiten kommt. Dies gilt auch für Ziegelbauten mit offenen Stoßfugen. 6 RichtlinienzuBauverordnungen Für die Errichtung von Fassadenkollektoranlagen, insbesondere in mehrgeschoßiger Ausführung gelten grundlegend andere bautechnische Anforderungen, als bei der Aufdachmontage oder Dachintegration von thermischen Kollektoranlagen. Daher wurden für diesen Bauteil bzw. für Glasfassaden in Frage kommenden Bauvorschriften und -gesetze, Normen sowie Brand- und Schallschutzanforderungen in der EU, speziell in Deutschland und in Österreich erhoben. Im folgenden werden diese aufgelistet, der Weg zum Fassadenkollektor in einem Flussdiagramm dargestellt und hilfreiche Links auf Homepages zum Thema Bauordnungen gegeben. Abbildung 6.1 zeigt einen möglichen Weg von der ersten Idee eines Bauherrn bis zur tatsächlichen Realisierung und Übergabe des gesamten Objektes mit einem Fassadenkollektor durch den Architekten, die beteiligten Projektpartner und die zu berücksichtigenden Regulative. Es zeigt sich, dass die gesetzlichen Regelungen schon bei einem Gestaltungsvorschlag bzw. der Kostenschätzung bekannt sein und berücksichtigt werden müssen, da spätere Änderungen an der Konstruktion wesentlich teurer kommen. Ein integraler Planungsansatz, bei dem ein Architekt mit Solartechnikanbieter, Haustechnikplaner, Bauphysiker und einem Fachmann auf dem Gebiet der Bauordnungen das Konzept erstellt, ist demnach für eine zugelassene und damit auch kostengünstige Fassadenkollektoranlage unerlässlich. Abbildung 6.1: Der Weg zu einer Fassadenkollektoranlage Folgende Normen bzw. Verordnungen in der jeweils gültigen Fassung sind bei der Integration von Fassadenkollektoren zu berücksichtigen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!): Statik: ÖNORM B4001 / ÖNORM B4010 / ÖNORM B4012 / ÖNORM B4014 Teil 1 / EN 12153 / EN 12155 / EN 13051 / EN 14019 / EN 1991-2-4 Für Glas: ÖNORM B3710 / DIN 18516-4 Wärme- und Feuchteschutz: ÖNORM B8110 Teil 1 und Teil 2 Verordnungen der österreichischen Bundesländer DIN 4108-2 Wärmeschutz, DIN 4108-3 Feuchteschutz Brandschutz: ÖNORM B3800 Teile 1-4 Technische Richtlinien z. vorbeugenden Brandbekämpfung Verordnungen der österreichischen Bundesländer DIN 4102-4, EN 1364-4 Lärmschutz ÖNORM B8115 Teil 2 und Teil 4 Verordnungen der österreichischen Bundesländer DIN 4109, EN 12354-3 / EN ISO 140-5 Hilfreiche Links auf Homepages www.ziegel.at Verband der österreichischen Ziegelwerke liefert unter „Technik“ in übersichtlicher Form alle Regelungen zu den Bereichen Statik, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Brandschutz und Schallschutz www.bauteilrechner.cc Berechnung des U-Wertes eines Wandaufbaus mit umfangreicher Bauteildatenbank für Deutschland und Österreich Colourface 39 7 Lit 1: Faninger, G.; Der Solarmarkt in Österreich 2001, Bundesverband Solar, 2002 Lit 2: Mitteilung der Kommission über Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger, Weißbuch für eine Gemeinschaftsstrategie und Aktionsplan, COM. (97) 599 vom 6.11. 1997 Lit 3: Systemtechnische und bauphysikalische Grundlagen der Fassadenintegration von thermischen Sonnenkollektoren ohne Hinterlüftung, Endbericht, Bergmann, I., , Gleisdorf, 2002 Lit 4: Homepage der Programmlinie Haus der Zukunft im Rahmen des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften www.hausderzukunft.at Lit 5: Dritter Industrie-Newsletter der IEA SHC – Task 26 (Internationale Energieagentur, Solar Heating and Cooling Programme), Solare Kombianlagen für Warmwasser und Raumheizung, Jänner 2003, Download unter http:// www.iea-shc.org/task26/index.html (englische, französische, deutsche Ausgabe vorhanden) 40 Literatur Lit 8: Schirmer, U., et al., Technische Universität Chemnitz: Solarthermische Großanlage – Wunsch und Wirklichkeit, Elftes Symposium Thermische Solarenergie, Staffelstein, Deutschland, 1999 Lit 9: Quaschning, V., Hanitsch, R., Technische Universität Berlin: Die Schattenseite der Solarenergie, Sonnenenergie, 1. Ausgabe 1995 Lit 10: Köhl, M.; Selektive Absorberschichten – Beitrag Tagungsband Kollektorbeschichtungen für die Hochleistungsklasse, Wien, 1997 Lit 11: Valentin, G., T*Sol, Programm zur Auslegung und Simulation Thermischer Solaranlagen, Innovative Ingenieur Software, Dr.-Ing. Valentin & Partner GbR, Berlin, 1998 Lit 12: Recknagl, H., Sprenger, E., Schramek, E.: Taschenbuch für Heizung und Klimatechnik, München 1995 Lit 6: Duffie, J., Beckman, W.: Solar Engineering of Thermal Processes, 2nd ed., New York, 1991 Lit 13: Weiss, W. (Hrsg.), Solar Heating Systems for Houses, A Design Handbook for Solar Combisystems, James & James Ltd., London, 2003 Lit 7: ÖNORM M 7714, Abgedeckte Sonnenkollektoren, Wirkungsgrad, Wärmekapazität und Druckabfall, Prüfbestimmungen, Österreichisches Normungsinstitut, 1021 Wien, 1995 Lit 14: C. Fink, R. Hausner, W. Wagner, R. Riva, Endbericht zum Haus der Zukunft – Projekt: Entwicklung von thermischen Solarsystemen mit unproblematischem Stagnationsverhalten, Gleisdorf 2003 Colourface 8 Abbildung 1.1: Farbige Beschichtungen – Colourface Abbildung 1.2: Planungsablauf von Solaranlagen: von der Idee zur Umsetzung Abbildung 2.1: Jahreszeitlicher Verlauf der mittleren täglichen Strahlungssumme auf südorientierte Flächen mit 45° und 90° Neigung, Süd (Klimadaten Graz, Österreich, Meteonorm) Abbildung 2.2: Jährliche Strahlungssumme auf südorientierte Flächen mit 45° und 90° Neigung (Klimadaten Graz, Österreich, Meteonorm) Abbildung 2.3: Fassadenkollektoranlage am Arlberg, Österreich. (Foto: AKS DOMA Solartechnik) Abbildung 2.4: Solarertrag in % vom maximalen Solarertrag in Abhängigkeit von der Südorientierung (Azimut) und der Neigung Abbildung 2.5: Abschattung von Fassadenkollektoren durch ein Vordach. Im Hochsommer ist diese Kollektorfläche zu Mittag mehr als die Hälfte abgeschattet. Abbildung 2.6: Teilweise Abschattung der Kollektorfläche auf dem rückwärtigen Gebäude durch angrenzende Gebäudeteile, [Lit 8]. Schattenwurf an einem Vormittag im Spätherbst. Abbildung 2.7: Schattenwurf auf eine Südfassade im Winter Abbildung 2.8: Schattenwurf auf eine Südfassade im Sommer Abbildung 2.9: Verluste eines Flachkollektors Abbildung 2.10: Kennlinien verschiedener Absorberbeschichtungen Abbildung 2.11: Solare Einstrahlung auf 20 m² Kollektorfläche (Fassade und 45° geneigte Fläche) und Verbrauch (Warmwasser- und Heizenergiebedarf) eines Einfamilienhauses, 4 Personen, 8 kW Heizlast Abbildung 2.12: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 4 Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 1 Abbildung 2.13: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 6 Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 2 Abbildung 2.14: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 20 Personen-Mehrfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 3 Abbildung 2.15: Solare Deckungsgrade für Warmwasseranlagen für ein 70-Personen-Mehrfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 4 Abbildungsverzeichnis Abbildung 2.16: Solare Deckungsgrade von Kombianlagen für ein 4-Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 5 Abbildung 2.17: Solare Warmwasser-Deckungsgrade von Kombianlagen für ein 4-Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 5 Abbildung 2.18: Solare Heizungs-Deckungsgrade von Kombianlagen für ein 4-Personen-Einfamilienhaus bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen, Anlagenbeispiel Nr. 5 Abbildung 3.1: Entleerungsverhalten verschiedener Kollektortypen. Abbildung 3.2: Abhängigkeit des Stillstandsverhaltens von der Rücklaufgruppenanordnung Abbildung 3.3: Zu beachtende Punkte für ein stagnationssicheres Systemdesign Abbildung 4.1: Speichermanagement bei Anlagen mit Fassadenkollektor, Umschalten des Drei-Wege-Ventils und Teilung des Energiespeichers Abbildung 5.1: Diffusion bei Wandaufbauten mit hinterlüfteten und nicht hinterlüfteten Fassadenkollektoren Abbildung 5.2: Hochlochziegel – U-Werte – Winter Abbildung 5.3: Hochlochziegel - Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 5.4: Stahlbeton – U-Werte - Winter Abbildung 5.5: Stahlbeton - Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 5.6: Porenbeton – U-Werte – Winter Abbildung 5.7: Porenbeton - Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 5.8: Kalksandstein – U-Werte – Winter Abbildung 5.9: Kalksandstein – Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 5.10: Winter – Altbauvollziegel Abbildung 5.11: Altbauvollziegel – Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 5.12: Winter – Holzmassivbau Abbildung 5.13: Holzmassivbau – Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 5.14: Winter – Holzleichtbau Abbildung 5.15: Holzleichtbau - Temperaturen in den Wandabschnitten - Jänner - Stagnation Abbildung 6.1: Der Weg zu einer Fassadenkollektoranlage Colourface 41 9 Tabelle 2.1: Physikalische Kennwerte - Absorberbeschichtungen Tabelle 2.2: Anlagenbeispiele zur Ermittlung der nötigen Fläche von Kollektoren in der Fassade Tabelle 2.3: Solare Deckungsgrade bei Warmwasseranlagen mit südorientierten Fassadenkollektoren für Ein- und Mehrfamilienhäuser bei verschiedenen Kollektorflächen und -beschichtungen 42 Colourface Tabellenverzeichnis Tabelle 2.4: Solare Gesamtdeckungsgrade von Kombianlagen für Einfamilienhäuser bei verschiedenen Kollektorflächen in der Fassade Tabelle 2.5: Erforderliche Vergrößerung der Kollektorfläche bei Verwendung farbig beschichteter Kollektoren im Vergleich zu selektiv beschichteten Kollektoren und zu Kollektoren mit Solarlack (alle Ergebnisse +/-0,1) Tabelle 5.1: Temperaturbeständigkeit von Dämmstoffen Colourface 43