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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Good-Practice Example: Plusenergiegebäude
in Wien
Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Inhalt
Good-Practice Example: Plusenergiegebäude in Wien ........................................................................... 1
1 Beispiel 1: Plus-Energie-Bürogebäude TU Wien Getreidemarkt .......................................................... 3
1.1 Ausganssituation, Motivation und Zielsetzung ................................................................................. 4
1.2 Inhaltliche Umsetzung ....................................................................................................................... 5
1.2.1 Installation ...................................................................................................................................... 5
1.2.2 Einsparungspotential...................................................................................................................... 6
1.2.3 Monitoring und Verbreitung .......................................................................................................... 7
1.3 Erwartete Ergebnisse ........................................................................................................................ 8
1.4 Wirtschaftliche und technische Daten ............................................................................................ 10
1.5 Projektbeteiligte .............................................................................................................................. 10
1.6 Bewertung ....................................................................................................................................... 11
2 Beispiel 2: Technologiezentrum aspern IQ......................................................................................... 13
2.1 Ausgangssituation, Motivation und Zielsetzungen ......................................................................... 14
2.2 Inhaltliche Umsetzung ..................................................................................................................... 15
2.2.1 Minimierung der Energieverluste ................................................................................................ 15
2.2.1 Bereitstellung von Energie am Standort ...................................................................................... 16
2.2.2 Produktmanagement ................................................................................................................... 16
2.2.3 Gebäudegütesiegel mittels TQB- und klima:aktiv Gebäudebewertung ....................................... 17
2.2.4 Monitoring und Verbreitung ........................................................................................................ 17
2.3 Einsparungspotential....................................................................................................................... 17
2.4 Erwartete Ergebnisse ...................................................................................................................... 18
2.5 Projektbeteiligte .............................................................................................................................. 18
2.6 Bewertung ....................................................................................................................................... 20
3. Quellen .............................................................................................................................................. 21
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
1 Beispiel 1: Plus-Energie-Bürogebäude TU Wien Getreidemarkt
Im Zuge der Sanierung der TU Wien Umbau des ehemaligen Chemiehochhauses zu Österreichs größtem Plus-Energie-Bürogebäude
Projekt „TU Univercity 2015“ im Rahmen des Forschungs- und Technologieprogramms „Haus der
Zukunft Plus“; ein Subprojekt des Leitprojekts „Plus-Energie-Büro – Plus-Energie-Bürobau der Zukunft“
Kategorie II / Bürohaus Sanierung Gebäude ab 1950er Jahre
FACTBOX
Kurzbeschreibung
Sanierung TU Gebäude Getreidemarkt 9, 1060 Wien mit optimiertem Passivhausstandard und fassadenintegrierter Photovoltaikanlage
Subprojekt „TU Univercity 2015“ im Rahmen des Leitprojekts „Plus-Energie-Bürobau der Zukunft“
Wirtschaftliche Kennzahlen
 Kosten: 25 Millionen €
 Projektlaufzeit 04/2012 – 12/2013
Technische Kennzahlen
 Errichtung Ursprungsgebäude („Chemiehochhaus“): 1965 - 1970
 Heizwärmebedarf: Vor der Sanierung: ca. 800 kWh/m2*a - nach der Sanierung: 3,4 kWh/m²*a
 Kühlbedarf: 2,5 kWh/m2*a
 Beleuchtungsenergiebedarf: 5,6 kWh/m2*a
 Energiebedarf für Luftförderung: 1,0 kWh/m2*a
 Primärenergiebedarf total: 82 kWh/m2*a
 Bruttogeschossfläche: 7.322 m2 (nur Bürogeschosse) (ca. 1400 m2 mehr als vor der Sanierung
rein durch Neuplanung der Struktur ohne Erweiterungen)
 Platz für rund 800 TU-MitarbeiterInnen und Studierende der Institute an der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften
 Bauzeit: 1. Quartal 2012 – 4. Quartal 2013
Projektumsetzung
 Bauweise: Weiterentwicklung der Passivhausbauweise für Bürohochhäuser (Luftdichtheit,
Nachtlüftung des Gebäudekerns, optimierte Wärme- und Feuchterückgewinnung), Optimierung
des Stromverbrauchs für Gebäudetechnik und Nutzung (Kommunikation, Arbeitsplätze, etc.) zusammen mit Plus-Energie (gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage an der Fassade und am Dach);
Stahlbetonskelettbauweise
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Umsetzungspartner
 Bauherr / Eigentümer: BIG Bundesimmobiliengesellschaft mbH
 Projektpartner / Mieter: TU Wien
 Generalplaner: ARGE der Architekten Hiesmayr – Gallister - Kratochwil
 Forschungsprojekt und Grundlagendaten: Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Thomas Bednar
 Projektleitung: Schöberl und Pöll GmbH
 Das Bauvorhaben wird von der TU Wien, dem bm:wf und der BIG finanziert und im Rahmen von
"Haus der Zukunft Plus" durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
(bmvit),) die KPC (Kommunalkredit Public Consulting) und den Magistrat der Stadt Wien (MA 20
- Energieplanung) gefördert.
Kontaktadresse
 Adresse: 1060 Wien, Getreidemarkt 9
 www.hausderzukunft.at
 www.wien.gv.at
 http://www.schoeberlpoell.at/forschung/tu_plus_energie.php
 www.tuwien.ac.at
 http://www.univercity2015.at/standorte/getreidemarkt/
 http://www.big.at/projekte/tu-wien-chemiehochhaus-bt-ba/
 http://wien.orf.at/news/stories/2534898/
 http://www.bauweb.co.at/hochbau/oesterreichs-groesztes-plus-energie-buerogebaeudeentsteht-am-getreidemarkt/827206/
1.1 Ausganssituation, Motivation und Zielsetzung
Im Zuge der Sanierung der TU Wien (Univercity 2015) wird Österreichs größtes Plus-Energie Bürogebäude errichtet. Der Umbau zur energieeffizienten Arbeitsstätte betrifft den Trakt „BA Chemiehochhaus“ des Universitätsgebäudes am Getreidemarkt 9 im sechsten Wiener Gemeindebezirk, welcher
Mitte der 1960er Jahre errichtet wurde. Die Sichtbarkeit des Demonstrationsprojekts in der Öffentlichkeit ist durch die Realisierung an diesem zentralen, innerstädtischen Standort gewährleistet. Anhand dieses Projektes wird nicht nur die technische, sondern auch wirtschaftliche Machbarkeit von
Plus-Energie-Bürobauten gezeigt. Das ehemalige Chemiehochhaus wird zum Büro- und Lehrgebäude
umfunktioniert und bietet durch eine Neustrukturierung mehr als 800 Universitätsmitarbeitern und
Studierenden der Maschinenbaufakultät Platz.
Die Motivation der am Projekt beteiligten Umsetzungspartner liegt in der Schonung der Umwelt und
ihrer Ressourcen sowie darin, die Hemmnisse für die kommerzielle Umsetzung derartiger PlusEnergie Gebäude abzubauen, und zwar vor allem durch die Sichtbarkeit des Bauprojektes am Markt.
Weiters trägt die Schaffung moderner Infrastruktur maßgeblich zur Verbesserung der Studierqualität
bei und schafft damit beste Voraussetzungen für die Ausbildung künftiger ArchitektInnen und BauingenieurInnen, Maschinenbauer und BetriebswirtschaftlerInnen.
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Trotz der Entwicklungen zum „Energieeffizienten und Grünen Bauen“ ist die Baubranche noch weit
von „Green Buildings“ als generellem Standard entfernt – vor allem im Bürobau. Das Leitprojekt zeigt
den Weg zu rentablen Plus-Energie-Bürogebäuden. Dabei werden die technische Machbarkeit eines
Plus-Energie-Bürogebäudes und die Anwendbarkeit der Ergebnisse des Normenüberarbeitungsprojektes „ÖNORM-Plus-Energie“ gezeigt. Zur Erreichung einer akzeptablen Rentabilität und zur Maximierung des Einsparpotentials wird die Synergie aus einer Vielzahl bestehender Plus-EnergieForschungsprojekten genutzt.
Zum Ziel des Projekts wurde maximale Energieeffizienz gesetzt. Optimierte passive Heiz- und Kühlsysteme, intelligente Stromnetze, höchste Beleuchtungsoptimierung, eine gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage sowie weitere Regelungen zum intelligenten Energiemanagement sollen Energie sparen.
Hauptziel des Projekts ist es, den Plus-Energie-Standard primärenergetisch und am Standort zu erreichen. Dies inkludiert auch die Abdeckung des Stromverbrauchs der gesamten technischen Gebäudeausstattung, aller Bürogeräte, Server, Küchen, Beleuchtung und Stand-by-Verbräuche durch eine
fassadenintegrierte Photovoltaikanlage.
Weitere Schwerpunkte bilden die Themen Ökologie und Umweltschutz, wobei innerhalb des Total
Quality Building (TQB) – Bewertungssystems annähernd 1000 Punkten erreicht werden sollen.
1.2 Inhaltliche Umsetzung
1.2.1 Installation
Die vorhandene vorgehängte Trapezblech-/ Fensterbandfassade wird abgebrochen und durch eine
neue wärme- und sonnenschutztechnisch optimierte Fassadenkonstruktion mit integrierter Fotovoltaik ersetzt. Das Gebäude erhält eine optimierte Gebäudehülle mit integriertem Sonnenschutz. Die
Fassade wird als Bandfassade ausgeführt. Der opake Bereich der Fassade bei der Bandfassade besteht aus dem Bestands-Stahlbetonparapet. Es ist ein automatischer, außen liegender Sonnenschutz
vorgesehen. Vor dem außen liegenden Sonnenschutz werden verschlossene hinterlüftete Prallscheiben zwecks Windschutz angeordnet. Maximale Energieeffizienz wird über Kernentlüftung, thermische Kopplung und hohe wirksame Wärmekapazität der einzelnen Räume sowie über eine optimierte
Gebäudeleittechnik wie auch Wärmerecycling der Serverabwärme erreicht. Die einzelnen Räume
werden über Bauteilaktivierung sowie über eine hocheffiziente Kälteanlage temperiert.
Intelligentes Energiemanagement, Bedarfs- beziehungsweise Nachfrageverschiebung sowie Green IT
reduzieren den Primärenergiebedarf ebenso wie Zero-Standby über ein intelligentes Stromnetz. Den
Strombedarf senkend wirkt zusätzlich die Beleuchtungsoptimierung (Situierung, Produkte, außenlichtabhängige Regelung, Gesamtkonzept). Dieser reduzierte Strombedarf wird über Österreichs
größte gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage und Dachphotovoltaikanlage vollständig abgedeckt.
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Optimierte passive Heiz- und Kühlsysteme gehen über den reinen Passivhausstandard weit hinaus.
Das Plus-Energie Gebäude enthält alle Passivhauskomponenten wie etwa eine hochwärmedämmende und luftdichte Gebäudehülle oder eine Lüftungsanlage mit Wärme- und Feuchterückgewinnung.
Darüber hinaus kommt es durch einen verminderten Standby-Verbrauch, energiesparende Geräte
und Nutzungssteigerungen bezüglich der Beleuchtung zu einer extremen Optimierung des Energieverbrauchs. Getoppt wird dieses außerordentliche Maß an Energieeffizienz nur noch durch die PlusEnergie-Technologie in Form einer fassadenintegrierten Photovoltaikanlage.
Für eine größtmögliche Nutzung der massiven Bauteile als wärmespeicherwirksame Masse werden
alle Bürobereiche ohne vollflächige abgehängte Decken ausgeführt. Soweit erforderlich werden
Akustikelemente als frei abgehängte Segelkonstruktionen ausgeführt.
In Räumen mit hohen Belegungsdichten (Hörsäle, Besprechungsräume, Seminarräume) wird über die
Bauteilaktivierung im Fußboden und über Kühldecken gekühlt. In den Hörsälen außerhalb des Bürobereichs (3.-10. OG) sind auch Kühlregister und Heizregister in der Lüftungsanlage vorgesehen.
Das Gebäude wird mit Wärme über einen bestehenden Anschluss der Fernwärme Wien versorgt. Die
notwendige Kälteenergie wird über zwei in Serie geschaltete Kältemaschinen im 2. UG zur Verfügung
gestellt. Aktiv gekühlt werden mit diesen Kältemaschinen die Hörsäle, Besprechungs- und Seminarräume.
In Seminarräumen und Hörsälen ist eine bedarfsgerechte Regelung vorgesehen. Die Luftmenge wird
CO2 geregelt. Von einer Vorkonditionierung der Luft in den Büroräumen wird abgesehen. Die Konditionierung der Luft durch den hocheffizienten Wärmetauscher reicht aus, dass in den Bürobereichen
auf Heizregister bzw. Kühlregister verzichtet werden kann. Die Wärme- bzw. Kühllasten werden von
der Bauteilaktivierung abgefangen. In den Hörsälen außerhalb des Bürobereichs Bereichs sind diese
Register vorgesehen.
Oberhalb des Veranstaltungsraums wird auf dem Dach die um 15° geneigte Fotovoltaik auf einer
Stahlunterkonstruktion angebracht. Durch diese Neigung wird die Ableitung von Schnee und Regenwasser gewährleistet und es ist ein Selbstreinigungseffekt vorhanden.
1.2.2 Einsparungspotential
Erste Messungen in den Bereichen Kernlüftung und EDV wurden bereits durchgeführt. Simulationsergebnisse und Hochrechnungen fließen laufend in das Projekt ein. Der Energieverbrauch von Strom
und Fernwärme wurde für das bestehende Gebäude gemessen und konnte mit dem geplanten Energieverbrauch des Bürobereichs des neuen Plus-Energie-Gebäudes verglichen werden. Eine Einsparung von 90 Prozent wird so möglich sein.
Im Bereich des Energiebedarf rechnet man mit massiven Einsparungen. Vor der Sanierung wurde ein
Bedarf von ca. 800 kWh/m2*a festgestellt, nach der Sanierung werden ca. 80 kWh/m²*a angepeilt.
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Diese werden über die Photovoltaikanlage erzeugt bzw. der darüber hinaus erzeugte Strom in das
Netz eingespeist.
Die folgende Graphik erläutert den Plus-Energie-Standard:
Abb. 1: Vorher-Nachher-Vergleich des Energieverbrauchs des TU Chemiehochhauses. Aus: Schöberl,
H. (2012).
Einsparungspotentiale lassen sich in diversen Bereichen eines Gebäudes finden. Neben den augenfälligen Bereichen wie Heizung, Heißwasser, Kühlung (oft korrelierend mit der Dämmung) und Beleuchtung, machen viele kleine Maßnahmen einen weiteren großen Anteil am Energieverbrauch aus.
Energieeffiziente Server, sparsame Computer (mit einem Einsparungspotential von 70 %), elektrische
Sonnenschutzrollos, die im Standby-Modus keine Energie verbrauchen etc. werden optimiert um den
laufenden Energieverbrauch möglichst gering zu halten.
1.2.3 Monitoring und Verbreitung
Da sich das Projekt derzeitig in der Abschlussphase befindet, kann die Leistung der installierten Optimierungen durch die Renovierung und den Umbau des TU Chemiehochhauses noch nicht unter
Realbedingungen bewertet werden. Im Rahmen der TUunivercity 2015 werden der Umbau und die
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Rüstung des Traktes für eine energetisch nachhaltig ausgerichtete Zukunft breite Publizierung und
Aufmerksamkeit erhalten. Speziell als Good Practice im Bereich von Bürogebäuden der Periode
1960er und 1970er Jahre wird den Erfahrungen am TU Chemiehochhaus großes Interesse entgegengebracht werden, stellt doch diese Periode einen Bauabschnitt dar, deren Gebäude starkes Optimierungspotential in energetischer Hinsicht aufweist.
1.3 Erwartete Ergebnisse
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Optimierte Gebäudehülle mit maximiertem Potenzial passiver Heiz-/Kühlmöglichkeiten (z. B.
Nachtlüftungskonzept)
Intelligentes Energiemanagement und Regelung der Gebäudetechnik, Bedarfs- bzw. Nachfrageverschiebung (Internes Energiemanagement mit Backup im Supergrid)
Green IT (Server, Laptops/Büro PC, Netzwerk)
Zero-Standby über ein intelligentes Stromnetz (IP-Telefone, Kaffeemaschinen, Kopierer, Miniküchen, Ladegeräte)
Höchste Beleuchtungsoptimierung (Situierung, Produkte, außenlichtabhängige Regelung, Gesamtkonzept)
Kernentlüftung, thermische Kopplung und hohe wirksame Wärmekapazität der einzelnen
Räume, Gebäudeleittechnik-integrierter Sonnenschutz
Temperierung der Räume über Bauteilaktivierung, hocheffiziente Kälteanlage
Wärmerecycling der Serverabwärme
Stromerzeugung durch Österreichs größte gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage und Dachphotovoltaikanlage
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
Abb.2: Rendering des zukünftigen Erscheinungsbildes des TU Chemiehochhauses.
Aus: http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/ausstellungen/2012/energiestadt/images/tuwien.jpg [abgerufen am 31.01.2014]
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Abb.2: Während der Abtragearbeiten der alten Fassade. Aus:
http://www.schoeberlpoell.at/images/projekte/proj_tu_getreidemarkt1_klein.jpg [abgerufen am 31.01.2014]
1.4 Wirtschaftliche und technische Daten
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Heizwärmebedarf: Vor der Sanierung: ca. 800 kWh/m2*a - nach der Sanierung: 3,4
kWh/m²*a
Kühlbedarf: 2,5 kWh/m2*a
Beleuchtungsenergiebedarf: 5,6 kWh/m2*a
Energiebedarf für Luftförderung: 1,0 kWh/m2*a
Primärenergiebedarf total: 82 kWh/m2*a
Bruttogeschossfläche: 7.322 m2 (nur Bürogeschosse) (ca. 1400 m2 mehr als vor der Sanierung rein durch Neuplanung der Struktur ohne Erweiterungen)
Platz für rund 800 TU-MitarbeiterInnen und Studierende der Institute an der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften
Bauzeit: 1. Quartal 2012 – 4. Quartal 2013
Kosten: 25 Millionen. Euro
Das Bauvorhaben wird von TU Wien, bm:wf und Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) finanziert und im Rahmen von "Haus der Zukunft Plus"* durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), die FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft), die KPC (Kommunalkredit Public Consulting) und den Magistrat der Stadt Wien
(MA 20 – Energieplanung) gefördert.
1.5 Projektbeteiligte
ProjektleiterIn:
•
Schöberl & Pöll GmbH
Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen:
•
•
•
TU Wien, Rektorat
BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
ARGE der Architekten Hiesmayr-Gallister-Kratochwil
Kontaktadresse
Schöberl & Pöll GmbH
A-1020 Wien, Lassallestraße 2/6-8
Tel.: +43 (1) 7264566
Web: http://www.schoeberlpoell.at
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
1.6 Bewertung
•
Masse an Projektmöglichkeiten: Aufgrund des Alters des Gebäudes, können die durch das
Projekt gewonnenen Erkenntnisse weitreichend Anwendung finden. Der Großteil der aus der
Periode 1960er/1970er stammenden (Büro)Gebäude ist energietechnisch optimierbar und
verspricht großes Potential zur Energieverbrauchsreduktion.
Bewertung: 2
•
Technologieauswahl: All die angewendeten Technologien sind soweit ausgereift und am
freien Markt verfügbar. Belüftungskonzepte, Kühlungstechnik und die zur Anwendung kommenden Technologielösungen im Hochhaus sind bekannt und erprobt. Nur die in der Fassade integrierte Photovoltaik-Technologie bedarf individueller Anpassung und ist von Fall zu
Fall sinnvoll (abhängig von der Exposition des Gebäudes etc.).
Bewertung: 2
•
Exportpotential: Als Leuchtturmprojekt ist das TU Chemiehochhaus sowohl national, als auch
international wiederholenswert. Es gibt keine Einschränkungen für die Anwendung der Technologien. Einzig der Fernwärmeanschluss ist nicht überall gegeben.
Bewertung: 1
•
Umsetzungsstufe: Das Projekt steht kurz vor seiner Fertigstellung und beweist seine 100%ige
Anwendbarkeit in der Jetzt-Zeit. Es dient weder als Pilot, noch bedarf es besonderer Voraussetzungen.
Bewertung: 1
•
Ressourcen (Förderoption etc.): Im Rahmen der genutzten Förderprogramme kann das Förderpotential für solch Projekte als gut angesehen werden. Unterstützend kommt hinzu, dass
das Gebäude im Besitz der BIG ist, wodurch sich diverse Fördermöglichkeiten seitens des
Bundes ergeben.
Bewertung: 2
•
Nutzen /Wirtschaftlichkeit: Es liegen derzeit keine Rechnungen zur Amortisierungsdauer
bzw. zu einer Kosten/Nutzen Einschätzung vor. Die kolportierten Investitionskosten von 25
Mio. € sind der einzige Kostenpunkt der bekannt ist. Demnach kann keine valide Aussage
über die Wirtschaftlichkeit des Projektes getätigt werden.
Bewertung: n/a
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
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2 Beispiel 2: Technologiezentrum aspern IQ
Neubau Technologiezentrum aspern IQ Seestadt 1220 Wien mit höchsten ökologischen Standards
Demonstrationsgebäude im Rahmen des BMVIT-Projekts „Haus der Zukunft“
Kategorie II / Bürohaus Neubau
FACTBOX
Kurzbeschreibung
 Neubau Technologiezentrum aspern IQ Seestadt, in 1220 Wien mit höchsten ökologischen
Standards.
 Demonstrationsgebäude im Rahmen des BMVIT-Projekts „Haus der Zukunft“
Wirtschaftliche Kennzahlen
 Höhere Investitionskosten (15 Mio. €) im Vergleich zu einem konventionellen Bürogebäudebau,
stehen geringeren Betriebskosten gegenüber.
 6600 m2 Bürofläche.
 Erhöhte Attraktivität des Objektes durch Leuchtturmfunktion
 Keine genauen Daten über Amortisationszeitraum der Mehrkosten öffentlich.
 EFRE-Förderung von 2,5 Mio €, Haus der Zukunft Förderung 600.000 €
Technische Kennzahlen
 Baujahr: 2012
 Heizwärmebedarf: 8 kWh/m²*a
 Kühlenergiebedarf: 10 kWh/m2*a
 Primärenergiebedarf: 66,8 kWh/m2*a (inkl. Nutzerstrom)
 Primärenergiebedarf: 51,8 kWh/m2*a (ohne Nutzerstrom)
 Nutzfläche: 6.600 m²
 Ca. 250 Arbeitsplätze
Projektumsetzung
 Integrale Planung des Objektes durch Einbindung unterschiedlichster Experten von Beginn des
Projektes an.
 Simultane und interdisziplinäre Zusammenspiel kreativer Leistungen aller am Planungsprozess
Beteiligten, um die optimale Zielerreichung des Bauvorhabens.
 Bauzeit: 07/2011 - 10/2012
Umsetzungspartner
 Bauherr / Projektleiter: DI Gregor Rauhs, WWFF Business and Service Center GmbH
 Projekt- und Kooperationspartner: ATP Architekten und Ingenieure – Generalplaner
 Weitere Partner: siehe 2.5
Kontaktadresse
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies


Adresse: Seestadtstraße 27, 1220 Wien
Wiener Wirtschaftsförderungsfonds WWFF Business and Service Center GmbH
DI Gregor Rauhs
Ebendorferstraße 2, 1010 Wien
Tel: +43 (1) 4000 86591
Fax: +43 (1) 4000 86720
E-Mail: [email protected]
Web: www.wirtschaftsagentur.at
2.1 Ausgangssituation, Motivation und Zielsetzungen
Das Technologiezentrum aspern IQ inmitten der Seestadt im 22. Bezirk in Wien soll das Leuchtturmprojekt des Stadtentwicklungsgebietes darstellen. Alle weiteren Projekte sollen sich am PlusenergieTechnologiezentrum orientieren und die verwendeten Technologien sollen einen Vorzeigecharakter
für weitere Projekte haben.
Mit dem aspern IQ wird ein sichtbares Zeichen für die Stadt der Zukunft, die Smart City, gesetzt. Damit nimmt Wien europaweit eine Vorreiterrolle in der intelligenten Stadtentwicklung ein. Das Technologiezentrum ist als moderner Standort für innovative und wachstumsorientierte Unternehmen
aus dem Bereich der Umwelttechnik geplant. Besonderer Wert wird dabei auf höchste Qualität des
architektonischen Entwurfs gelegt. In ihm soll die Verbindung zwischen den Arbeitsfeldern der angesiedelten Unternehmen mit den Zielen des Projekts – Klimaschutz, Innovation, Flexibilität, Work-LifeBalance – sichtbar werden.
aspern IQ soll sowohl für Unternehmen als auch für Forschungseinrichtungen und universitätsnahe
Einrichtungen eine moderne Infrastruktur bieten. Die hohe Qualität des Arbeitsumfeldes legt die
Basis für Spitzenleistungen in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Unter den ersten Mietparteien im Technologiezentrum ist die research TUb, eine Tochtergesellschaft der TU Wien. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen mit ihrem Unternehmen eine Brücke zwischen innovativen kleinen und mittleren Betrieben und angewandten Lösungen aus der Forschung schlagen.
Bauherr, Architekten, Bauphysiker und alle anderen Projektbeteiligten verfolgten vom Vorentwurf an
dasselbe Ziel: Die Errichtung eines Plusenergiegebäudes, das sich an das lokale Ressourcenangebot
anpasst, möglichst hohen Nutzerkomfort bietet und allen Anforderungen an Nachhaltigkeit gerecht
wird. Das aspern IQ steht für die Umsetzung neuester bautechnischer Möglichkeiten. Es wurde mit
Ökobeton errichtet, der 80 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen verursacht und ist völlig PVC
frei. Somit trägt aspern IQ umfassend zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele Österreichs und der Europäischen Union bei.
Das Technologiezentrum setzt als eines der ersten Realisierungsprojekte in der Seestadt Wiens Maßstäbe in Sachen moderner Immobilienentwicklung. Leitbilder wie eine nachhaltige Architektur, Energieeffizienz und Lebenszyklusbetrachtung sollen neben den funktionalen und gestalterischen Ansprüchen im Vordergrund stehen und eine entsprechende Benchmark für zukünftige Entwicklungen
in der Seestadt setzen. Als solches ist dieses Projekt von strategischer Bedeutung für die Umsetzung
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Enabling and Capitalising of Urban Technologies
des Masterplans “aspern die Seestadt Wien” und soll den Start einer neuen Stadtteilentwicklung
signalisieren.
2.2 Inhaltliche Umsetzung
Zur Realisierung des Gebäudekonzepts waren vier Punkte von zentraler Bedeutung:
•
•
•
•
die Minimierung der Energieverluste des gesamten Gebäudes,
die Bereitstellung von Energie am Standort,
die Durchführung eines Produktmanagements und
die Bewertung des Gebäudes mittels der ÖGNB- und klima:aktiv – Gebäudezertifizierungen
als Qualitätssicherungstools.
2.2.1 Minimierung der Energieverluste
Werkzeug für die Bewertung der Energieverluste des Gebäudes war eine dynamische Gebäudesimulation, die ab dem Vorentwurf durchgeführt und als zentrales Bewertungsinstrument verwendet
wurde. Zusätzlich wurde eine Berechnung mit dem Passivhausprojektierungspaket (PHPP) durchgeführt. Grundlage für höchste Effizienz war die Planung im Passivhausstandard.
Der erste Schritt – die Optimierung auf Passivhausniveau – wurde durch eine hochwärmegedämmte,
wärmebrückenoptimierte Gebäudehülle realisiert. Vor allem die Verglasungsflächen wurden in enger
Abstimmung mit Tageslichtplanung und Architektur in Hinblick auf Orientierung, Verglasungsanteil
sowie Sonnenschutzeinrichtungen inkl. Steuerung optimiert. Der Blickfang der Fassade sind die AddOn-Elemente, die gleichzeitig mehrere Nutzungen bieten. Die vorgehängte Fassade ist als Fixverschattung im Sommer konzipiert. In den Blumentrögen wird Schilf gepflanzt, das sowohl als Sonnenschutz geplant ist und zusätzlich für ein Forschungsprojekt zum Thema Mikroklima genutzt wird. Weiters dient die Add-On-Fassade als Unterkonstruktion für einen Teil der Photovoltaikpaneele.
Die bereitgestellte Wärme und Kälte wird mittels Betonkernaktivierung der Decken in die Räume
eingebracht. Durch dieses Niedertemperatursystem können hohe Behaglichkeit und Energieeffizienz
erzielt werden. Die aktivierten Flächen der Eckbereiche des Gebäudes können bei einer Zellenbüronutzung erweitert werden, um in diesen „Extremzonen“ (höherer Verglasungsanteil) eine hohe
Behaglichkeit zu garantieren.
In enger Abstimmung mit der Haustechnik wurde ein hocheffizientes Lüftungssystem realisiert. Das
Lüftungsgerät mit Doppelrotationswärmetauscher und Feuchterückgewinnung erreicht einen Wärmerückgewinnungsgrad von 92 % bei einem Energieverbrauch von 0,52 Wh/m³ geförderter Luft. Die
Einbringung der Luft in die Büros erfolgt über Quellluftauslässe im Boden, wodurch der hygienische
Luftwechsel reduziert werden kann. Die Luftmenge wird bedarfsgerecht über eine CO2-Messung
geregelt.
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Neben der optimierten Planung der Tageslichtversorgung werden hocheffiziente Stehleuchten mit
Anwesenheits- und Tageslichtsteuerung eingesetzt. Diese versorgen die Arbeitsplätze ohne große
Lichtverluste mit 500 lux Beleuchtungsstärke. Die Nebenraumzonen werden mit effizienten Beleuchtungsmitteln und teilweise mit LED Leuchten ausgestattet.
Der Energiebedarf der sonstigen Haustechnik, wie zum Beispiel Notbeleuchtung, MSR Technik usw.
wurde in Abstimmung mit den geltenden Normen bestmöglich reduziert.
Der Strombedarf vom Computern, Druckern, Kopierer, Steckdosen, etc. (Nutzerstrom) wurde in Abstimmung mit dem Forschungsbericht „PH-Office“ (R. Lechner, T. Zelger, 2010) als „sehr gut“ eingestuft, was bedeutet, dass der Strombedarf mit 15kWh/m²a (Primärenergie) angenommen wird. Da es
sich um ein Verwertungsobjekt handelt, können keine genauen Berechnungen des Nutzerstroms
durchgeführt werden. Durch die genannten Optimierungen der Systeme kann der Primärenergiebedarf des Bürogebäudes ohne Nutzerstrom auf 51,80 kWh/m²a reduziert werden.
2.2.1 Bereitstellung von Energie am Standort
Die thermische Energie für Heizen und Kühlen wird zum größten Teil mittels Erdwärme gedeckt. Das
Grundwasser wird im Winter mittels Wärmepumpe zum Heizen und im Sommer mittels Free-Cooling
zum Kühlen genutzt. Zur Deckung möglicher Spitzenlasten wird die Fernwärme genutzt. Diese kann
im Sommer mittels Absorptionskältemaschine auch zum Kühlen eingesetzt werden. Elektrische Energie wird mittels Photovoltaikanlage und Kleinwindkraftanlagen bereitgestellt. Am Dach wurden zwei
Kleinwindkraftanlagen realisiert, die jeweils einen Jahresertrag von 4.500 kWh/a versprechen. Insgesamt wurden 1.300 m² PV-Fläche am Dach und an der Add-On-Fassade angebracht, welche einen
Jahresstromertrag von 162 MWh/a erzielen. Die interne Wärme der Serverräume wird mittels
Kleinstwärmepumpen zur Erwärmung des Warmwassers für Küche und Duschen eingesetzt. Insgesamt können 4.074 kWh/a für die Warmwasserbereitung verwendet werden. Durch die genannten
Systeme werden 52,9 kWh/m²a Primärenergie umgewandelt.
2.2.2 Produktmanagement
Da das Projekt nicht nur energetisch die höchstmögliche Qualität erreichen sollte, sondern auch an
die Bauökologie hohe Ansprüche gestellt sind, wurde planungsbegleitend ein Produktmanagement
durchgeführt. Somit wurde während der gesamten Planungs- und Ausführungsphase auch die ökologische Sichtweise berücksichtigt. Ziel war es, Umweltbelastungen durch Baustoffe zu reduzieren und
vor allem Emissionen aus Baustoffen während der Nutzung zu vermeiden. Das ist die Grundlage für
ein gesundes Innenraumklima. Ziel war in erster Linie folgende Kriterien (klima:aktiv und ÖGNB) einzuhalten: Vermeidung von klimaschädlichen Substanzen (HFKW), Vermeidung von PVC und Einsatz
von zertifizierten Produkten.
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2.2.3 Gebäudegütesiegel mittels TQB- und klima:aktiv Gebäudebewertung
Zur Qualitätssicherung wurde während der gesamten Planungsphase eine Bewertung gemäß klima:aktiv- und dem TQB-Tool der ÖGNB durchgeführt. Diese planungsbegleitende Bewertung war
hilfreich für die Erreichung der hohen Qualität des Gebäudes. Von der Österreichischen Gesellschaft
für nachhaltiges Bauen erhielt das Gebäude 974 von 1.000 möglichen Punkten.
2.2.4 Monitoring und Verbreitung
Die folgenden Punkte dienen der Verbreitung der eingesetzten Technologien und fördern die Anwendung von Aktiv-Haus-Standards.
Das erste Plusenergie-Bürogebäude Österreichs überzeugt mit technologischen Innovationen
und dem vielfältigen Mix an nachhaltigen Maßnahmen.
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Im Vordergrund steht ein angenehmes Raum- und Arbeitsklima in schadstofffreier Umgebung
durch intelligente Haustechnik und konsequentes Produktmanagement
Das Technologiezentrum aspern IQ ist das erste Gebäude in der Seestadt aspern und bietet
technologieaffinen Unternehmen und Institutionen ein optimales Angebot für ihre Forschungs- und
Produktionsbetriebe.
Die Leuchturmfunktion des Gebäudes, dessen Standort in einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas, die öffentlich Hand als Bauherr und der frühe Fertigstellungszeitpunkt im Vergleich
zur verbleibenden Seestadt, unterstützt die Verbreitung der Idee des Aktiv-Bürohauses.
2.3 Einsparungspotential
In Summe bewirken die unter 2.2 beschriebenen Maßnahmen, dass der verbleibende Energiebedarf
bei Vollbetrieb des Gebäudes bei ca. einem Sechstel des Bedarfes konventionell gebauter Gebäude
liegt. Dieser Restenergiebedarf wird über die Stromerzeugung durch die Windkraftanlagen und die
Photovoltaik-Anlage am Gebäude abgedeckt, die auf einer Gesamtfläche von ca. 1.300 m², verteilt
auf vier Teilanlagen, eine Spitzenleistung von ca. 140 KWp liefert. Mit all diesen umgesetzten Maßnahmen bietet das aspern IQ als Plusenergie-Bürogebäude den Mieterinnen und Mietern niedrige
Betriebskosten. (http://www.asperniq.at/fakten/aspern-iq-das-plusenergie-buerogebaeude/ [abgerufen am 31.01.2014]).
Eine Raumhöhe von 2,90 Meter sowie eine entsprechend großzügige Dimensionierung der Fensterflächen ermöglichen eine optimale Nutzung von Tageslicht. Die Beleuchtung der Mieteinheiten erfolgt mittels hocheffizienten Stehleuchten, die mit einem Licht- und Anwesenheitssensor ausgestattet sind. Die Steuerung der außenliegenden Sonnenschutzanlage erfolgt über einen Sensor am Dach,
der den Sonnenstand sowie die Einstrahlungsintensität misst. So wird der Sonnenschutz je nach
Himmelsrichtung und Tageslicht automatisch heruntergefahren. Bei Bedarf kann dies aber auch
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übersteuert werden. Aufgrund einer Lochung des Sonnenschutzes wird im heruntergefahrenen Zustand nicht komplett verdunkelt, wodurch der zusätzliche Beleuchtungsbedarf gering gehalten wird.
Neben dem Einsatz Energie effizienter Anlagen und einer intelligenter Regelung und Steuerung der
Haustechnik wurde für das aspern IQ mittels Rückgewinnung von Abwärme bzw. Energie der zuzuführende Energiebedarf weiter reduziert bzw. der verbleibende Restenergiebedarf durch die Nutzung
erneuerbarer Energieträger bereitgestellt.
Für die Konditionierung der zugeführten Luft wird ebenfalls auf das Grundwasser bzw. die Fernwärme zurückgegriffen. Der Energiebedarf hierfür ist aber extrem gering, da die Energierückgewinnung
der Lüftungsanlage (also Wärme und Luftfeuchtigkeit) durch die Wärmerotationstauscher derart
effizient ist, dass damit über 80 % des Energiebedarfes abdeckt werden. Zusammen mit der Abwärme der Serverräume wird damit sogar über 94 % der gesamten Energie im Gebäude rückgewonnen.
2.4 Erwartete Ergebnisse
Durch die Kombination zahlreicher Einzelmaßnahmen wie einer thermisch optimierten Gebäudehülle, einer vorgesetzten Add On Fassade, die unterschiedliche Funktionen wie Energieproduktion, Verschattung oder auch Fassadenbegrünung erfüllt, oder aber auch Maßnahmen wie der Abwärmenutzung von Serverräumen zur Raumkonditionierung oder eine kontrollierte mechanische Belüftung in
Abhängigkeit von der Außentemperatur und der Innenraumluftqualität, wurde eine Gebäudeperformance erreicht, die es erlaubt mehr Energie am Gebäude zu produzieren, als für die Raumkonditionierung über das Jahr gesehen benötigt wird.
Die Zielparameter für das Gebäude waren einerseits, den klima:aktiv Kriterienkatalog mit mindestens
700 Punkten zu erreichen, und andererseits, folgende Energiekennzahlen zu unterschreiten:
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•
•
Heizwärmebedarf Zielwert: HWB*V,NWG,max = 3 * (1+2,5/lc) kWh/m³a
Außeninduzierter Kühlbedarf Zielwert: KB*V,NWG,max = 0,5 kWh/m³a
Primärenergiebedarf Zielwert: PEBNWG,max = 100 kWh/m²a
Zur Qualitätssicherung wurde während der gesamten Planungsphase eine Bewertung gemäß klima:aktiv- und dem TQB-Tool der ÖGNB durchgeführt. Diese planungsbegleitende Bewertung war
hilfreich für die Erreichung der hohen Qualität des Gebäudes. Von der Österreichischen Gesellschaft
für nachhaltiges Bauen erhielt das Gebäude 944 von 1.000 möglichen Punkten.
2.5 Projektbeteiligte
Bauherr
Wirtschaftsagentur der Stadt Wien
WA Business & Service Center GmbH
1010 Wien | Ebendorferstraße 2
www.wirtschaftsagentur.at
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Integrale Gesamtplanung
ATP Architekten und Ingenieure Wien
1030 Wien | Landstraßer Hauptstraße 97-101
www.atp.ag
Landschaftsplanung
idealice – technisches büro für landschaftsarchitektur
1080 Wien | Lerchenfelder Straße 124-126/ 1/ 2a
www.idealice.com
Bauphysik und dynamische Gebäudesimulation
IBO Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie
1090 Wien | Alserbachstraße 5/ 8
www.ibo.at
Tageslichtsimulation
Hailight Lichtplanung
6020 Innsbruck | Amraser See Straße 56
www.hailight.net
Hydrogeologie
Gollob Michael DI – Zivilingenieurbüro
1030 Wien | Adamsgasse 15/ 1
www.gollob.co.at
Brandschutzplanung
Prüfstelle für Brandschutztechnik
1050 Wien | Siebenbrunnengasse 21
www.prüfstelle.at
Örtliche Bauaufischt
ATP Architekten und Ingenieure Wien
1030 Wien | Landstraßer Hauptstraße 97-1010
www.atp.ag
Research TUb
1220 Wien | Rosthorngasse 5
www.researchtub.at
Wien 3420 Aspern Development AG
1220 Wien | Rosthorngasse 5
www.wien3420.at
Baustellenkoorination
Firma bauzeitplan Baumanagement GmbH
5071 Wels bei Salzburg | Franz Brötzner Straße 13
www.bauzeitplan.at
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Visualisierung
renderwerk Wolf & Fröch OG
6401 Inzing | Sportplatz 10
www.renderwerk.at
Baugutachter
BGG Consult Dr. Peter Waibel ZT-GmbH
1070 Wien | Mariahilfer Straße 20
Baufirma
ÖSTU-STETIN Hoch und Tiefbau GmbH
1030 Wien | Barichgasse 40-42
www.oestu-stettin.at
HKLS
Ing. Pischulti
4020 Linz | Estermannstraße 14
www.pischulti.at
Elektro
EAG Elektroanlagenbau Gesellschaft m.b.H.
4600 Wels | Petzoldstraße 7
www.eag.co.at
2.6 Bewertung
•
Masse an Projektmöglichkeiten: Nahezu jeder Bürogebäudeneubau kann konzipiert werden,
wie das Projekt aspern IQ. Demnach bestehen ausreichend Möglichkeiten ähnliche Projekte
zu verwirklichen.
Bewertung: 1
•
Technologieauswahl: Die angewendeten Technologien am Standort aspern IQ sind großteils
erprobt und werden bereits verstärkt im Bürogebäudeneubau angewendet. Einzelne Technologien wie Mikroklima-beeinflussende Parameter wie z.B. Schilfbepflanzung vor Fenstern
sind noch in der Testphase.
Bewertung: 2
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Exportpotential: Als Leuchtturmprojekt ist das Aspern IQ sowohl national, als auch international wiederholenswert. Es gibt keine Einschränkungen für die Anwendung der Technologien.
Bewertung: 1
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Umsetzungsstufe: Das Projekt wurde vollständig und erfolgreich umgesetzt und wird derzeit
unter Realbedingungen genutzt.
Bewertung: 1
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•
Ressourcen (Förderoption etc.): Durch die Förderung im Rahmen des Programmes Haus der
Zukunft vom BMVIT (600.000 €) kam das Projekt in den Genuss von Bundesförderungen.
Weiters wurden 2,5 Mio € aus EFRE Mittel beigesteuert. Zusätzlich ergaben sich aufgrund der
Bauherreneigentümerverhältnisse (Stadt Wien) Grundvoraussetzungen, die ein kostspieliges
Prestige- und Leuchtturmprojekt wie das aspern IQ ermöglichten.
Bewertung: 2-3
•
Nutzen /Wirtschaftlichkeit: Die Amortisationsdauer der Mehrkosten des Technologieführers
Aspern IQ gegenüber konventioneller Büroneubauten wird nicht ausgewiesen. Vorveranschlagt sind Baukosten von 15 Mio €.
Bewertung: n/a
3. Quellen
Online Recherche:
Links:
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http://www.atp.ag/startseite/projekte/projektfilter/index.htm?no_cache=1#dyncont%28loa
dProject::393%29 am 12.08.2013
http://www.asperniq.at/2011/facts/aspern-iq/ am 12.08.2013
http://www.aspern-seestadt.at/mitgestalten-investieren/bauinfo/15,aspern-iq.html am
12.08.2013
http://www.hausderzukunft.at/results.html/id6451 am 12.08.2013
https://www.wien.gv.at/verkehr-stadtentwicklung/aspern-iq.html am 12.08.2013
www.hausderzukunft.at
www.wien.gv.at
http://www.schoeberlpoell.at/forschung/tu_plus_energie.php
www.tuwien.ac.at
http://www.univercity2015.at/standorte/getreidemarkt/
http://www.big.at/projekte/tu-wien-chemiehochhaus-bt-ba/
http://wien.orf.at/news/stories/2534898/
http://www.bauweb.co.at/hochbau/oesterreichs-groesztes-plus-energie-buerogebaeudeentsteht-am-getreidemarkt/827206/
http://derstandard.at/1292462050276/Aspern-IQ-Plus-Energie-Leuchtturm-fuer-dieSeestadt
Schöberl, H. (2012): Plus-Energie-Bürogebäude Technische Universität Wien. Präsentation im Rahmen der Veranstaltung „ Schritt für Schritt zum Dienstleistungs-Nullenergiegebäude. Wien, Österreich
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