LOB
Inhalt
Inhalt
3
Editorial
5
Magazin
6
Weiterbildungskalender
34
Produktinformationen
61
Vorschau
63
Planer und Autoren
64
Impressum
64
Architektur und Gestaltung
Umbau des ehemals Sächsisch-Königlichen Planung: v. Einsiedel·Haeffner·Partner
Finanzministerialgebäudes in Dresden
Die ehemals prunkvolle Haupthalle im Sächsisch­
Königlichen Finanzministerialgebäude in Dresden
wurde im Zweiten Weltkrieg in Teilen zérstört und
im Zuge der Sanierung des Gebäudes von den
Planern in einer schlichten, reduzierten
Formensprache rekonstruiert (Seite 1 0). Auch die
zen tra Ie Stahltreppe mit Glasstufen ist einer
historisch an dieser Stelle vorhandenen
Steintreppe nachempfunden. Die Konstruktion
dieser Treppe sowie die der Stadtbibliothek
Biberach und der Berger-Villa in Leipzig werden
unter der Rubrik »Details« vorgestellt (Seite 36)
Foto: Jörg Schöner, Foto-Designer BFF, Dresden
Bürobauten der Nachkriegsjahrzehnte:
Umbau des Sozialamtes in Amsterdam
Geuzenveld und der Shampoo-Fabrik
in Uithoorn
Umnutzung eines Getreidespeichers zur
Stadtbücherei von Biberach
Sanierung und Erweiterung
der Berger-Villa in Leipzig
10
Planung: Koetsier & Kuen/Baneke en Verhoeven 14
Planung: Boris Podrecca
20
Planung: Atelier Comtesse
24
Essay und Porträt
28
Zur Neuerrichtung und Integration eines
Planung: Körner Architekturbüro
Mitteltrakts im Rahmen der Sanierung des
»Zimmermannsbaus« in Apoida
Tragwerk und Technik
Zur Integration moderner Gebäudetechnik
im Zuge der Umbau- und ErweiterungsmaBnahmen
am Fürstenhof in Frankfurt am Main
30
Details
Planung: v.Einsiedel·Haeffner·Partner 1
Boris Podrecca 1 Atelier Comtesse
36
Die Trockenbau-Kuppeln
im Deutschen Dom in Berlin
Planung: Pleuser & Staab
42
Umbau eines Pferdestalls zur Bibliothek
Planung: Architekturbüro Becker
43
Von Hans-Peter Leimer und Frank EBmann
46
Von Friedrich-Karl Scholtissek
52
Treppenkonstruktionen im ehemals
Sächsisch-Königlichen Finanzministerial­
gebäude in Dresden, der Stadtbücherei
Biberach und der Berger-Villa in Leipzig
Trockenbau
Forschung und Praxis
Rechentechnische Untersuchung des
Innenklimas in einem Bürogebäude bei
unterschiedlichen Verglasungen
Recht
Rechts-Forum: Gerichtsurteilsammlung
mit Praxis-Tips, Teil 1
Problemlösung
Sanierung der VEW-Hauptverwaltung in Dortmund
56
Sanierung und natürliche Belichtung der Dachräume im Reclam-Haus in Leipzig
Sanierung der denkmalgeschützten Fassaden an »Specks Hof« in Leipzig
57
58
Fassadensanierung des Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg
60
bs 1/97
3-�
3
VERANTWORTUNGSVOLL
DIE NEUE ROCKWOOL.
Hohe Biolöslichkeit. Schmelzpunkt
Perfekt kombiniert.
• UNBEDENKLlCH,
wenn es zu spät ist. Besan­
ders nach einem Brand.
• HÖCHSTE
Häne man die verheeren­
BAUSTOFFKLASSE
den
NICHTBRENNBAR
TEIL
I
1000 °C.
Zweifel kommen aft erst,
WEIL BIOLÖSLlCH
A I NACH DIN
>
Folgen
verhindem
können? Ja, zum Beispiel
4101
durch
den
Einsatz van
nichtbrennbaren Rockwool
• ALTERUNGS­
Steinwolle-Dämmstoffen.
BESTÄNDIG
Dartk des Schrnelzpunktes
von über IOOO°C hemmen
• WASSER­
sie im Brandfall die Aus­
ABWEISEND
breitung der Flanunen und
helfen sa, Menschen und
Gebäude
vor
wirkungen zu
Brandein­
schützen.
Verantwortungsvoll
aus­
schreiben - sicher däm­
men: DIE NEUE ROCK­
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Editorial
Grauer Alltag
Die in der Nachkriegszeit entstande­
nen Brüobauten - Hochhausscheiben
mit Curtain-Wall-Fassaden. - stehen
für das kollektiv verankerte Bild der
Verwaltungsbauten schlechthin. Kein
Wunder, prägt die Kubatur und Recht­
eckrasterung dieser Bauten heute
doch groBe Teile unserer Städte.
Mittlerweile ist auch die zum Teil in
den 50er Jahren unmittelbar nach
dem zweiten Weltkrieg, im Nachklang
des Bauhauses, für Verwaltungs­
zwecke erbaute, nach neuen schlich­
ten Ausdrucksformen suchende Ar­
chitektur, vom Denkmalschutz als er­
haltenswert erkannt. Als ein Beispiel
dafür steht das in den Jahren von
1958 bis 1959 von Hentrich, Petsch­
nigg & Partner geplante und von
1961 bis 1964 in Köln-Mülheim erbau­
te Verwaltungshochhaus der Firma
Klöckner-Humboldt -Deutz. Aber auch
eine Vielzahl der in den 50er und
60er und besonders in den 70er Jah­
ren entstanden Verwaltungsbauten
bedürfen einer gestalterischen Über­
arbeitung im groBen Stil. Das Erken­
nen der Qualität auch dieser Archi­
tektur und der gestalterische Um­
gang
zwischen
Erhaltung
und
Neufomulierung wird im Bereich des
Verwaltungsbaus eine der Zukunfts­
aUfgaben sein, nicht zuletzt auf­
grund stark rückläufiger Planungs­
aufgaben im Neubaubereich. Ein 501ches Bild zeichnet sich in fast allen
europäischen Staaten ab, 50 auch in
den Niederlanden, in dessen Nach­
kriegs-Verwaltungsbestand die seit
Anfang dieses Jahres als Korrespon­
denten für die bausubstanz tätigen
Architekten und Städteplaner Michaël
Defuster und Tobias Woldendorp eine
Ästhetik des HäBlichen und Gewöhnli­
chen sehen, dessen Potential und
Herausforderung bis heute nicht er­
kannt sei. Den grauen Alltag wählen
sie als Ausgangspunkt für ihren Ex­
kurs über das Recycling von Bürobau­
ten der Nachkriegsjahrzehnte und
betreten damit ein ästhetisch noch
weitgehend unerforschtes Gebiet.
Doch vergessen wir über die »Alltäg­
lichkeit der Nachkriegsarchitektur«
nicht das monumentale Erbe der Vor­
kriegs-Verwaltungsbauten, wie etwa
den zur Zeit im Umbau befindlichen
Reichstag in Berlin, den Paul Wallot
von 1884 bis 1894 erbaute und des­
sen 600 Millionen DM teurer Umbau
Sir Norman Foster ein Jahr vor der
Jahrtausendwende
abgeschlossen
haben dürfte, oder das fast zeit­
gleich in Dresden entstandene Säch­
sisch-Königliche Finanzministerialge­
bäude, dessen Gesamtgestaltung im
Zuge der 1995 abgeschlossenen
UmbaumaBnahmen in Händen des
Dresdner Büros v. Einsiedel . Haeffner
. Partner lag. Mit den um die Jahrhun­
dertwende entstandenen Monumen­
tal-Verwaltungsbauten ist ein ganz
anderer gestalterischer Umgang er­
forderlich, als mit den Bürobauten
der Nachkriegsjahre - dies nicht zu­
letzt aufgrund verheerender Kriegs­
schäden, die an Bauten der 50er,
60er und 70er Jahre selbstredend
nicht vorhanden sein können.
Eine wiederum gestalterische Aufga­
be ganz anderer Art stellt sich dem
im Bestand planenden Architekten
bei der Umnutzung ursprünglich für
andere Funktionen erbauter Gebäu­
de. Vormals industriell genutzte Bau­
ten wie Zechen oder Produktionshal­
len scheinen hierfür besonders ge­
eignet. Dies suggerieren sowohl die
Projekte der Internationalen Bauaus­
stellung Emscher Park als auch das in
der letzten Ausgabe 1996 in der
bausubstanz vorgestellte Umbaupro­
jekt des Pariser Büros Reichen et
Robert, die für Nestlé France die ehe­
malige Schokoladenfabrik Menier in
Noisil zur Hauptverwaltung umbau­
ten. Ein weiterer beliebter Ur­
sprungsgebäudetyp für Umnutzun­
gen zu Verwaltungszwecken sind al­
lem Anschein nach Speicherbauten dies vielleicht nicht zuletzt aufgrund
der vergleichsweise groBen reck­
teckigen Raumvolumina dieser Ge­
bäude. Beispiele hierfür finden sich
hierzulande mit der Umnutzung der
von 1935 bis 1936 in Stendal erbau­
ten Getreidespeicher als auc.h im be­
nachbarten Ausland mit der Umnut­
zung eines 1516 erbauten Kornspei­
chers in Biberach (Österreich).
T homas Wieckhorst
bs 1/97
5
'fit.... .......
.
Magazin
DIN-Normen-Verzeichnis im
ratungsstelle für DenkmaJpfJe­
freigespannten Membran, die
ter, die während der Sanie­
Internet
ge der HWK Rheinhessen und
Trier herausgegebene Broschü­
von
ist. Die transluzente Dachhaut
rungsmaBnahmen in anderen
Wohnungen des Wohnungsun­
re
ver­
ist mittragend ausgelegt. Sie
ternehmens Sewoge unterge­
und
soli
bracht sind, erhalten das Recht
Die Suche nach der richtigen
DIN-Norm oder VDI-Richtlinie
»denk-mal
Hilfe.
aktuell«
In
kurzer
Stahlmasten
aus
grauem
abgehängt
teflonbe­
kann seit Oktober auch via In­
spricht
ternet vorgenommen werden.
knapper Form wird hier über
schichtetem
Glasfasergewebe
nach der Modernisierung in Ih­
Unter "http://www din de/DIN­
Handwerk und Denkmalpflege
oder hochfestem kunststoff­
re alten Wohnungen zurückzu­
kehren. Neben den baulichen
Normen" können die bibliogra­
informiert sowie auf ausführli­
beschichtetem POlyestergewe­
phischen Daten von mehr als
chere Informationsquellen ver­
be hergestellt werden, die Ho­
MaBnahmen ist dies mit Sicher­
3 3 .000 technischen Regeln re­
wiesen. Die Broschüre erhalten
rizontalbespannung im Innen­
heit ein wesentlicher Aspekt,
cherchiert und bestellt werden.
Sie kostenjos bei der Hand­
hof
Ein unmittelbarer Bezug der
Normen, das heiBt Einsicht in
werkskammer Rheinhessen, Be­
Glasfasergewebe
die Normeninhalte und Daten­
ratungsstelle für Denkmalpfle­
ge, Frau Dr. H. Sahler, Göttel­
Auf diese Weise wird das über
die
Au Ben ha ut
einfallende
Von Dessau nach Wörlitz
versand im Netz, ist jedoch aus
mannstr. 1, 5 5130
Licht heli in die Innenhöfe re­
Welche Lösungen haben deut­
Gründen des Urheberschutzes
und der Datensicherheit leider
061 31/ 5801 -40,
flektiert.
sche Hochschulen für kompli­
Fax 061 31/ 5801 -20.
struktionen schützen die Aus­
zierte und zugleich sensible Ar­
grabungen vor Witterungsein­
chitektur-Landschaften zu bie­
(noch) nicht möglich.
Swissbau
Mainz, Tel.
97 mit neuem
aus
Konzept
preis
Vom 27. Januar bis 1. Februar
bestehen.
Membrankon­
den Charakter der Arbeiter­
siedlung zu erhalten.
jedoch
ten? Ein Ideenwettbewerb hat
auch die zur Erhaltung des
Mauerwerks nötige Belüftung.
Wege aufgezeigt, wie Dessau
zu neuer städtebaulicher Iden­
flüssen,
Antonio-Petrini-Architektur­
Die
schneeweiBem
ermöglichen
Nach Balthasar Neumann wur­
1 997 findet in Basel die Swis­
Durch die architektonisch sehr
tität und wirtschaftlicher Ent­
de jetzt auch der Würzburger
Antonio
Architekt
Petrini
sbau erstmals mit neuem Kon­
elegante und leichte Optik glie­
wicklung geführt werden kann.
zept statt. Aus der bisherigen
dern sich die Dächer gut in die
Im Mittelpunkt der Aufgabe
(1621 -1701 ) Namensgeber ei­
Gesamtschau im 2-Jahresrhy­
Landschaft ein. Nach Schätzun­
steht das »Gasviertel«, ein noch
nes Architekturpreises, den die
Stadt Würzburg zusammen mit
thmus wird ei ne jährliche Bau­
messe mit abwechselnden Aus­
gen von Professor Hoppe dürf­
ten Herstellung und Montage
gewerbliche Nutzung gepräg­
der Zeitungsgruppe Mainpres­
stellungsschwerpunkten. 1 997
sehr wirtschaftlich sein, so daB
ter Bericht mit zum Teil wert­
se und der Bayern Ze ment
zukünftig alle zwei Jahre auslo­
sind es Ausbau und Renovie­
sich die textilen Dächer zum
voller
Schutz von
Ausgrabungen
rasch durchsetzen könnten.
GrÜnderzeit. Auch die vor 200
ben will. Eingereicht werden
rung, während 1 998 Rohbau,
Tiefbau und gebäudetechni­
können sowohl neu erstellte,
sche
Infrastruktur
stehen.
Ausgezeichnete Sanierung
erweiterte oder renovierte Ge­
Programm
bäude und Gebäudeteile, Ge­
schauen und Fachtagungen zu
Das
bäudegruppen als auch städte­
aktuellen
Kooperationsprojekt
Architektur-
und
Bausubstanz
aus
der
Jahren angelegte Kulturland­
schaft »das Dessau-Wörlitzer
auf dem
Sonder­
heute durch industrielIe und
wohnungswirtschaftliche
Gartenreich« ist mit einzubin­
den.
»Sanie­
Ausgeschrieben wurde dieser
bauliche Projekte aus dem Ho­
Bauthemen ergänzen das An­
rung Wasserturmsiedlung« in
Wettbewerb vom Arbeitskreis
der
heitsgebiet
Stadt
Würzburg mit seinen Stadttei­
gebot. Die neue Form ermög­
licht eine flexiblere Anpassung
Schwarzheide wurde mit dem
Brandenburgischen Bauherren­
Architektur im Kulturkreis der
Deutschen Wirtschaft zusam­
len. Sanierte oder wieder auf­
an die Marktbedürfnisse, eine
preis 1 996 ausgezeichnet. Die
men mit der Stadt Dessau und
gebaute Objekte werden dabei
gleichrangig gegenüber Neu­
übersichtlichere Struktur, die
Aufnahme neuer, in nova tiver
175 Wohneinheiten aus den
30er Jahren werden einer um­
der Stiftung Bauhaus Dessau,
bauten gewertet. Die einzurei­
Fachbereiche und eine Entla­
fassenden Sanierung unterzo­
mit Unterstützung des Bundes­
verbandes der Deutschen Ze­
chenden Objekte dürfen nicht
stung der Verkehrsinfrastruk­
länger als zwei Jahre fertigge­
tur.
gen. Sie reicht von Erhalt und
Wiederherstellung ursprüngli­
schaftsinitiativen für Deutsch­
cher
stellt sein.
Gestaltungsmerkmale
über Einbau moderner Sanitär­
mentindustrie e.V., der Wirt­
land e.v. und der Heidelberger
Ze ment AG.
Im Jahr 1 996 wurden 22 Objek­
Textile Dächer
te beurteilt. Der erste Preis
Textile Membrandächer ermög­
und Heizungssysteme bis hin
Die Beiträge können sie kosten­
ging an den Neubau der Haupt­
verwaltung der Götz GmbH von
den Stuttgarter Architekten
lichen
im Bereich des
innovative
Denkmalschutzes
zu einer Erneuerung der ge­
samten Infrastruktur. Die MaB­
los anfordern bei: Heidelberger
Lösungen.
nahmen sollen bis 1998 abge­
kation,
auch
Ze ment,
Marketing-Kommuni­
Frau
Grill,
Berliner
Dies zeigen zwei
Projekte zur Ü berdachung der
anti ken Ruinenstädte Ephesos
schlossen sein. Die Gesamtko­
StraBe 6,69120 Heidelberg,
sten belaufen sich auf rund 3 3
Tel. 06221 /481 -251,
Kurzinfos zur Denkmalpflege
und Carnuntum, die Professor
Millionen
Fax 06221 /481 -249
Sie haben immer wieder Fragen
Diether S. Hoppe von der Tech-
zur Denkmalpflege, aber keine
Zeit sich durch ganze Bibliothe-
nischen Universität Wien kürzlich präsentierte. Das Konzept
wird durch öffentliche Darlehen und Zuschüsse des Landes
Brandenburg sowie durch Ei-
ken zu wühlen? Die von der Be-
für Ephesos basiert auf einer
genmittel finanziert. Die Mie-
Weber
6
+
Geissier.
bs 1 /97
DM.
Das Vorhaben
Repräsentations-, Dienstleistungs­
und Verwaltungsbau der Brauerei
"Budéjovicky Budvar" in Budvar,
Tschechien.
ECHTE B(R)AUKUNST
Gebaut mit HARTMANN
®
SYSTHERM -Fassade 70,
®
SYSTHERM -Fassade 52 sowie
SYSTHERM
-"i"-Fassade lmd
SYSTHERM
-Modulfassade.
Architekt: Ing. Pavel Hraba, Prag
Metallbau: Firma Kalini� Prag
14. 1. - 19. 1. 1997
BAU MÜNCHEN
HALLE 2, STAND 231
Ziel:
Auf
den
ersten
Bliek
Reinheit,
Tradition, Bedeutung und Perspektiven der
8rauerei ("Budweiser") erkennen lassen.
50 steilten die gerundeten Fassaden­
bereiche auch für HARTMANN eine nicht
geringe technische Herausforderung dar.
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wenn es um Aluminium-Profilsysteme für
Fassaden,
anbauten
Fenster,
geht:
Türen
oder
Glas­
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die
Interessen von Bauherr, Architekt und
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Wir geben Ihren Ideen Profil
1 Die Planung für die Sanierung des
Magazin
von Peter Behrens 1 929 entworfenen
Alexanderhauses in Berlin übernahm
Hans Joachim Pysall
2 Das ZDF-Kasino in Mainz nach
AbschluB der UmbaumaBnahmen
3 Die Rathauspassage in Berlin
Restaurierung der Steinfassa­
Architektur-Ensembles
den des Alexanderhauses
um
Peter Behrens - aus dem Umge­
staltungswettbewerb des Alex­
Wohnungsbaugesellschaft Ber­
den
rund
Alexanderplatz.
Die
lin-Mitte mbH entschied sich als
anderplatzes 1 929 zwar nicht
Bauherr 1995 gegen einen Ab­
als Sieger hervorgegangen und
riB der mehr als 2 5 Jahre alten
doch mit dem Bau bea u ftragt hatte für die ursprüngliche Fas­
Plattenbauten und für eine be­
sade
Freyburger
Aufgabe war, die Fassade des
Schaumkalk, verwendet. Bei der
vom Architekten Hans Joachim
Objektes optisch so originalge­
treu wie möglich wiederherzu­
Pysall geleiteten Rekonstrukti­
stellen. Um diesem Anspruch
on entschied man sich in enger
gerecht
Abstimmung mit der Denkmal­
zunächst
p flege für die Wiederherstel­
Bauzustandsanalyse
erstellt.
Dieses Gutachten ergab, daB
Naturstein,
lung der Natursteinfassade.
hutsame
Sanierung.
zu
SpezielIe
werden,
eine
wurde
umfassende
61
Foto: Messe Nürnberg, Stone+tec
rechten Fassaden-Rekonstrukti­
schaffen zu können, muBten in
on nach historischen Vorlagen -
den unteren Geschossen des
hatte
eine Wärmedämmung der ge­
wurde der Altputz völlig abge­
ZDF-Kasions in Mainz vorhande­
kleinformatige, an ihrer Ober­
fläche wohl maschinen-schar­
samten Fassade unumgänglich
war. Es bestanden nicht nur er­
schlagen. Der noch recht gute
Zustand des Kernmauerwerks
ne Stützen weichen. Die Decken
darüber - Spannweite über 15 m
rierte Platten aus seinem eige­
nen
Steinbruch
eingesetzt.
hebliche Schäden in den Fugen­
bereichen, ein weiteres Pro­
- hängen über Zugglieder an
groBen Stahl-Fachwerkträgern
Freyburger
heute nicht mehr in der erfor­
blem offenbarte sich in den
Treppenhaustürmen.
Das
lieB es zu, nach Austrocknung,
Reinigen und Vornässen sofort
den rein mineralischen Leicht­
putz Elanith (nicht wasserab­
des Daches. Das neue Dachge­
schoB ist komplett trocken aus­
derlichen
Drahtgewebe
Mörtelbett
weisend) als Grundputz in einer
gebaut. Mit speziellen Gipsplat­
Fassadenklinkerv.eranke­
Stärke von 15 mm a u fzutragen.
ten ist der überaus wichtige
rung erwies sich als durchgero­
Kräftiges Aufrauhen und eine
Brandschutz
gelöst (F90). Die groBen Stahl­
Schon
Peter
werden.
Behrens
Schaumkalk
Menge
kann
gewonnen
Naturstein-Fachbera­
ter und Denkmalpflege wählten
der
im
der
Dachträger
deshalb Elmkalkstein, einen hell­
stet und nicht mehr tragfähig.
einwöchige
bräunlichen, feinporigen Kalks­
Als beste Lösung ergab sich
der Rekonstruktion des Fassa­
fachwerke tragen und durch­
Standzeit
gingen
tein aus Ostniedersachsen, der
deshalb für den strukturierten
denbildes in der von der Denk­
dringen die Räume, ragen wie
in Aussehen und Charakteristik
Teil
ei ne
malpflege geforderten Quader­
Gerippe nach auBen und prägen
Freyburger
sehr
AuBendämmung mit StoTherm
putzstruktur voraus. Zur An­
schlieBlich die Architektur des
Schaumkalk
der
Längsfassaden
ähnlich ist. Um den ursprüngli­
WDVS. Für die Treppenhaustür­
wendung
quick-mix-Kalk
Bauwerkes. Das Stahl fachwerk
chen Charakter der Fassade,
vor allem die Proportionen der
me und Giebel einigten sich die
ist 1,6 m hoch. Am überdimen­
Fachleute auf ei ne Kassetten­
-Maschinenputz MK 1 (wasser­
abweisend), 10 mm stark, in
Fensteröffnungen, zu erhalten,
fassade von StoVerotec.
Filzputzstruktur und im Bereich
sind zwei komplette Geschosse
der zurückliegenden Fugen mi-
angehängt. Die Lösung dieser
Alte Universität in Wittenberg
neralischer Lisenenfeinputz. Mit
Profil-Holzleisten wurde im Putz
Brandschutzan forderung
war
mit den neuen Fireblock- Brand­
wurde
die
Wärmedämmung
nach innen verlegt. Die für ei ne
Fassadenkon­
hinterlüftete
struktion
bauhöhe
notwendige
Auf­
konnte so a u f die
Die 1994 in Witten berg ge­
kam
sionalen
Stahlfachwerkträger
gründete Stiftung »Leucorea«
das historische Quaderbild nach­
sChutzplatten von Lafarge Gips
hatte sich als
gebildet sowie die Fensterlei­
nicht nur einfach, sondern vor
allem rationelI.
Bauherr ver­
MaBe Behrens' gebracht wer­
p flichtet, die Alte Universität in
bungen mit Rundholz-Schablo­
den. Die Natursteinplatten wur­
der ColiegienstraBe wieder zu
nen komplett von Hand geformt
Für den Brandschutz der Fach­
den in Mörtelarbeit montiert;
einer Ausbildungsstätte wer­
und
werkträger wurde eine Beklei­
angelegt.
Im
erheblich
ei ne heute unübliche, in der Na­
den zu lassen. Das Land Sach­
feuchtegeschädigten
äuBeren
dungsdicke von 20 mm ermit­
turstein-Fassadennorm
(DIN
18332) nicht erwähnte Technik.
sen-Anhalt steilte für diese Sa­
Sockelbereich bis 1 ,20 m Höhe
telt, für die Stützen 25 mmo Um
nierung insgesamt 16,9 Millio­
nen DM bereit. Fassade, Keller­
und in den Kellerräumen kam
quick-mix-Sanierputz zur An­
Fassaden-Sanierung der
und Innenräumen der zuletzt
wendung.
Rekonstruktion
Verwechslungen der Gipsplat­
ten im Bauablauf vorzubeugen
und um den Bauablauf rationelI
Rathauspassage in Berlin
für Wohnzwecke genutzten Bil­
des Gebäudes, in die auch Innen­
zu gestalten, fiel die Entschei­
For­
der
erhaltenen
Mit
mensprache der in Plattenbau­
dungseinrichtung waren in ei­
nem
schlechten
Zustand:
räume, Eingangsbereich, neuer
Hörsaal und Bibliothek, mit er­
Spachtelarbeiten konnten mit
ein und dem gleichen Spachtel
Die
dung a u f 25er Platten. Auch alle
weise errichteten Fassade der
Feuchtigkeit hatte die Fugen
haltenem hölzernen Dachstuhl,
Rathauspassage in Berlin sind
des
einbezogen waren, überzeugte
»Fuge 95« ausgeführt werden.
die 360 Wohnungen, die Re­
werks besonders im
nicht nur den Bauherren.
Dies vereinfachte die Bauabläu­
staurants und Geschäfte im
neuen Gewand ein harmoni­
und Kellerbereich angegri ffen.
Im Zuge der Sanierung - ver­
Umbau ZDF-Kasino in Mainz
fe entscheidend und sicherte
damit die Qualität der Arbeiten.
scher Teil des städtebaulichen
bunden mit einer denkmalge-
Um
8
bs 1/97
massiven
Ziegelmauer­
Sockel­
groBe
Konferenzräume
Moderne Architektur will ungewöhnliche Ideen. Ob Säulen,
Bögen oder Wölbungen:
Mit
Riflex wird alles richtig rund.
Denn Riflex ist
die trocken
biegsame Gipsplatte von hoher
Flexibilität, auch für Brandschutzlösungen. 50 haben Sie
anspruchsvolle Formen voll im
Grift, ganz ohne Ritzen oder
Anfeuchten.
5ie jede Kurve .
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.Ij
�
Ij
R-Iglps
-
Architektur und Gestaltung
Die Magie der reinen Farm
Umbau des ehemals Sächsisch-Königlichen Finanzministerialgebäudes in Dresden
Von Sandro Graf von Einsiedel
61 Südansicht (Ebseite): Mittelrisalit mit Fliesengemälde im Tympanon (Giebelfeld)
62 Ostlicher Innenhof (Pausenhof) mit Backsteinfassaden
Bauherr:
und gestalterisch geschädigte. Nach
Freistaat Sachsen
Umbau und Sanierung hat das Gebäu­
bedarf gedeckt werden.
Das Sächsische Staatsministerium für Kul­
tus wurde i m westlichen Gebäudeab­
Planung (1.+3. Bauabschnitt):
de des Finanzministeriums wieder die
Bauplanung Sachsen GmbH
funktionale
architektonische
schnitt, das Sächsische Staatsministerium
Architekturbüro Gruner & Trepte
Qualität erhalten, die es einma I besaB.
der Finanzen im mittleren und östlichen
Gebäudeabschnitt untergebracht.
und
Dresden
Projektleiter:
Es galt für unser Büro in diesem Zusam­
In
Gerhard Landgraf
menhang daher das Haus für die heutigen
Hauptzugang des Gebäudes, der historisch
Planung (2. Bauabschnitt und
Gesamtgestaltung):
v. Einsiedel . Haeffner . Partner
und - soweit überschaubar - zukünftigen
Bedürfnisse zweier Ministerien und der in
über den Carolaplatz im Osten erfolgte, in
die Mitte beziehungsweise die KöpkestraBe
ihnen tätigen Menschen auszustatten; mit
verlegt. Von hier ist die zentrale Halle im
Köln und Dresden
Sandro Graf von Einsiedel
der denkmalpflegerisch geforderten Re­
ersten ObergeschoB direkt erreichbar, von
konstruktion der historischen äuBeren
Form, insbesondere der seit dem Krieg
abzweigenden Flure und vertikal durch die
Architekt BDA
diesem
Zusammenhang
wurde
der
der aus das Gebäude horizontal durch die
Reinhard Haeffner
fehlenden Dächer, das Bild und die Silhou­
Treppenhäuser und die neu eingefügten
Architekt
Glasaufzüge erschlossen wird.
Projektleiter:
ette der Stadt an diesem Teil des Neustäd­
ter Ufers zu ursprünglicher Prominenz zu
Barbara Prenzel
ergänzen sowie die baulichen Eingriffe und
Architektin
Ergänzungen im Inneren in zurückhalten­
hof, der westliche als gepflasterter Wirt­
Bauleitung:
der und sachlicher Architektursprache als
schaftshof.
Harms & Partner
zeitgemäBe erkennbar zu machen.
Dresden
Funktionen
Das 1896 im Stil des Historismus am
Die im erhaltenen Bestand (KeIIergeschoB
auf den AuBenseiten, ornamentiertes Klin-
Dresdner Ebleufer fertiggestellte Fi­
nanzministerium wurde in den Folge­
bis
jahren durch Kriegseinwirkungen, un­
genügende Bauunterhaltung, Abnut­
beiden Ministerien nicht ausreichend. Erst
mit der Wiedererrichtung und dem inneren
kermauerwerk auf den Hofseiten) und die
Dächer (Schiefer- und Kupferdeckung, Zierelemente aus Stein, Kupfer, GuB- und
zung und
verunstaltende nach­
trägliche Einbauten baukonstruktiv
Ausbau der Dächer (viertes und fünftes
ObergeschoB) konnte der gesamte Raum-
Bauingenieure
Die Höfe sind ihrer Funktion entsprechend
gestaltet: der östliche als begrünter Innen­
Rekonstruktion
Die Fassaden (stark profilierter Sandstein
10
bs 1 / 97
drittes
ObergeschoB)
vorhandenen
Räume waren für die Unterbringung der
Schmiedeeisen) sind nach historischen Vorlagen rekonstruiert, wobei aus Kostengründen, insbesondere bei der südlichen,
f:::. 6 Ein tonnenförmiges Glasdach wölbt sich über die Eingangshalle
Fotos: Jörg Schöner. Foto-Designer BFF. Dresden; auBer 4 Wolfgang Benndorf. Dresden
bs 1/97
11
Südansicht (Elbseite l
f::, 7 Restauriertes Metalldach über dem Mittelrisalit
Den AbschluB des Raums bildet ein tonnen­
�
förmiges, von stählernen Fachwerkbindern
I
getragenes Glasdach, das sich an der Stelle
der historischen Milchglastonne befindet,
jedoch durch seine Transparenz eine neue,
teils innen-, teils auBenräumliche Atmos­
phäre schafft. Es lag daher nahe, die Halle
auch als einen weiteren Hof zu interpretie­
ren und mit der Farbigkeit van Wand (ter­
Längsschnitt
ra-cottafarben) und Boden (hellgrauer Gra­
nit) Analogien zu den »echten« Höfen (röt­
liche Ziegelwände, gepflasterte, zum Teil
begrünte Böden) zu suchen.
Die Freitreppe
Anstelle der früheren massiven und stei­
nernen Freitreppe, die von der Halle (erstes
ObergeschoB) zum Büro des Ministers
(zweites ObergeschoB) führte, wurde eine
moderne Stahltreppe mit gläsernen Stufen
aufgestellt. Die neue Treppe erinnert trotz aller Verschiedenheit von Konstrukti­
on und Material - an die besondere Form
der alten Freitreppe : mit einem, sich nach
oben verjüngenden Lauf beginnend, an der
GrundriB 1 . ObergeschoB
zur Elbe zeigenden Kuppel noch nicht alle
ren Dachraum des vierten und fünften
sich je zwei bogenförmige beziehungsweise
zweiläufige schmalere Läufe anschlieBen
Details ausgeführt werden konnten. Für ei-
Obergeschosses den noch räumlich groBzü-
(Zur Konstruktion siehe Rubrik »Details«).
ne spätere Komplettierung sind die bau-
gig wirken zu lassen.
An diesem Beispiel wird unsere planerische
technischen Voraussetzungen geschaffen
Auffassung von Bauen im Bestand beson­
worden. Rekonstruktionen von historischen Details im Innenraum erfolgten (mit
Die Zentrale Halle
Ausnahme der Decke des Speisesaals
=
Die reichhaltige Innenausstattung der zen­
ehemalige Wohnung des Ministers) nicht.
tralen Halle wurde durch Kriegsschäden
Statt dessen wurden mit einer schlichten
Ausbildung der neuen Bauteile und einem
zurückhaltenden Farb- und Beleuchtungs­
konzept
die
kräftigen
innenräumlichen
ders deutlich: Alt und Neu unterscheiden
sich, sind aber aufeinander bezogen.
Resümee und Kosten
und späteren Um- und Einbauten bereits
50 gut wie restlos zerstört. Eine Neuge­
staltung der Halle sollte nicht die Rekon­
ministerialgebäude in Dresden befinden
Im ehemals Sächsisch-Königlichen Finanz­
struktion historischer Details, sondern den
sich nach AbschluB der Umbau- und Sanie­
Strukturen klar herausgestellt.
Einsatz zeitgemäBer Mittel anstreben, um
rungsarbeiten
Büroeinheiten für das Sächsische Staats-
Neue Bauteile
die nach wie vor zentraIe Bedeutung des
Orts auszudrücken.
Die » nackte«, weil ihrer Dekoration beraub­
Die innerhalb der historischen Hülle neu
te Grundstruktur des Hallenraums, die tor­
mit einer Hauptnutzfläche von 17.037 Oua­
eingefügten Elemente (zum Beispiel Büro­
artigen und oben gerundeten Giebelwän­
de, die gereihten Öffnungen der Seiten­
dratmetern. Hinzu kommen weitere 12.148
Ouadratmeter
Verkehrsflächen
sowie
2.376 Ouadratmeter Funktonsflächen - ins­
und Besprechungsräume im vierten und
Mitte
1 99 5
heute
385
ministerium der Finanzen und für das
Sächsische Staatsministerium für Kultus
Treppenhäusern, Aufzüge) sind in Kon­
wände und die gliedernden Pfeilervorlagen
und Gesimse bestimmen die Gestalt. Insbe­
struktion und Material (sichtbare Stahlske­
sondere im Sockel der Halle, das heiBt im
NettogesamtgeschoBfläche. Bei einer Ge­
lette, Stahlbeton, Stahl/Glaskonstruktio­
ersten ObergeschoB, waren korrigierende
samtumbausumme von 75 Millionen DM
nen) zeitgemäB ausgeführt. Galerien und
Oberlichter versuchen, den im Vergleich
Eingriffe in den Rohbau erforderlich, um
die grundlegende Struktur aus Pfeilern
ergeben sich daraus Kosten in Höhe von
rund 2400 DM je Ouadratmeter Nettoge­
mit den »historischen« Geschossen enge-
und Bögen systematisch zu ergänzen.
schoBfläche.
fünften ObergeschoB, Verlängerung von
12
bs 1 /97
gesamt also rund 31.600 Ouadratmeter
0
md Gestaltung
:rnst und Spiel in der Architektur
;n der Nachkriegsjahrzehnte: Umbau des Sozialamtes in Amsterdam Geuzenveld
lampoo-Fabrik in Uithoorn
Defuster und Tobias WOldendorp
1:::, 2 Das Verwaltungsgebäude der Freetex in Uithoorn nach dem Umbau
t in Amsterdam Geuzenveld nach Abschlul3 der Umbauarbeiten
:ialamt Amsterdam):
Monumentale Gebäude in den Innenstäd­
abgeschrieben: Heizung, Belüftung, Elek­
llsterdam
ten der Niederlande, die früher Büroräu­
trizität, Sanitäranlagen und Telekommuni­
men Platz boten, bekommen häufig neue
kation müssen ersetzt werden, was häufig
Jen
Eigentümer aus anderen Dienstleistungs­
den AniaB bietet. gänzlich umzuziehen. So­
:sier
gewerben. Ein gutes Beispiel gibt das alte
Stadthaus in der Amsterdamer Innenstadt.
Nachdem die Beamtenschar ein neues Zu-
lmpoo-Fabrik Uithoorn):
hause gefunden hatte, erwies sich dieser
imposante Bürokomplex als zu teuer, um
wieder als Büro vermietet zu werden. In­
erhoeven
jer Hoeven
mit stehen diese Gebäude häufig ausgedient in den ebenso häufig vernachlässigten Ü bergangsgebieten zwischen Stadt
und Landschaft. Auf diese Art und Weise
breitet sich der landesweite Büropark wie
ein Ölfleck über die mit SchweiB und Trä­
zwischen hat sich in dem Gebäude das
nen dem Wasser abgerungenen Polderge­
Fünf-Sterne-Hotel »Hotel The Grand« nie­
dergelassen, wo Stars wie etwa Michael
biete der Randstad aus. Tulpen, Kühe und
Windmühlen, Hollands Markenzeichen von
Jackson hoffen, möglichst ungestört über­
ehedem, haben schon lange Platz gemacht
nachten zu können.
für glänzende Glasfassaden; und ein EndE
Interessant wird die Frage der Wiederver-
ist noch nicht in Sicht.
wendung bei Bürogebäuden, die vor zwanzig bis vierzig Jahren erbaut wurden. Wir
)äude als tYPologisch er­
ebäudetyp ist ein Phäno­
Alltägliches
kennen sie nur zu gut. diese Gebäude, die
in hohem MaG die Randgebiete 50 ziemlich
Die Gebäude aus der Zeit des Wiederauf·
!r Betrachter mit der Pe­
aller
ba us sowie die serienmäBigen Bürohäuser
liederaufbaus assoziiert.
Städte besiedeln.
die
der sechziger und siebziger Jahre zeichner
- Zeit nach 1945. Soweit
dienstleistende Branche seit dem Zweiten
rogebäude aus früherer
eichnen sich diese mei-
Weltkrieg erlebt, verursacht seither einen
anhaltenden Strom von Neubauten. In den
sich durch ihre grausige Langeweile aus
Und doch verbirgt sich gerade in der grau·
einen monumentalen,
Niederlanden gilt das vor allem für die
1
Stil
lUS.
mit
groBzügigen
(mittel)groBen
Der
westeuropäischen
Boom,
den
en Alltäglichkeit ihre Kraft. Für berühmtE
Architekten wie den Niederländer Rem Ko·
»Randstad«: dem Dreieck zwischen Am­
olhaas (O.M.A.) und den Franzosen Phili�
sterdam, Rotterdam und Utrecht.
Starck gehört es zum guten Ton, sich vorr
1997, also dreiBig bis vierzig Jahre nach In-
Alltäglichen inspirieren zu lassen; sie sine
gebrauchnahme dieser Büro- und Fabrikgebäude, ist ein groBer Teil des Inventars
der negativen Qualität der Ramscharchi
tektur zugetan. Das Geschmacklose une
.�
Axonometrie des Sozialamtes
-----
�
[:,. 3 Rezeption Im Sozialamt mit geräuschabsorbierenden Trennwänden
-----
I
__r���
,
GrundriB des Sozialamtes
Fotos 1+2: Michael Defuster/Tobias Woldendorp. Amsterdam
Chaotische der Vorstadtarchitektur wird in
mit der Amsterdamer Innenstadt schon
stellen. Durch das Einbringen ei nes gesell­
ihren Augen zur Metapher für die Dynamik
schaftlich relevanten Elements, wie das
und Kommunikation unserer Gesellschaft.
Im HäBlichen und Gewöhnlichen liegen ein
Gold wert ist. SchlieBlich wird die Umwelt­
belastung zu einem entscheidenden Argu­
ment für Recycling und gegen Abbruch
bis heute nicht erkanntes Potential und ei­
der Häuser. Ein Beispiel für ei ne öffentli­
gen aus den fünfziger bis siebziger Jahren
ne Herausforderung; sich hiermit anzu­
freunden und den grauen Alltag als Aus­
che Initiative ist der Umbau eines Büroge­
entgegenzuwirken. Koetsier & Kuen. Haus­
bäudes in der Amsterdamer Siedlung Geu­
architekten dieser Instanz, die Arbeitslose
registriert und Sozialgelder ausbezahlt, ga­
Gebäude des Sozialamts. trägt die Gemein­
de dazu bei, dem Untergang der Siedlun­
gangspunkt zu wählen, kann aus einem
zenveld/Slotermeer durch das Architek­
häBlichen Entlein letztlich einen schönen
tenbüro Koetsier & Kuen. Amsterdam.
rantierten einen besonderen Umbau.
Schwan werden lassen. Wir wollen dieses
Dieses Gebäude wurde vom Sozialamt (so­
Die
unerforschte Gebiet ein wenig erschlieBen.
ciale dienst) bezagen. Das Sozialamt als öf­
fentliche Instanz will, d as versteht sich von
entfernt, so daB nur noch die Säulen
übrigblieben. Somit h atte der Architekt
Öffentliche und private Initiativen
selbst, für möglichst wenig Geld möglichst
freie Hand. Kuen ging von dem Gedanken
Natürlich ist es sehr verführerisch, sich in
einem funkelnagelneuen Gebäude mit her­
vorragender Infrastruktur niederzulassen.
Inzwischen wird aber deutlich, und zwar
Inneneinrichtung wurde vollständig
viel Ware, nämlich eine gute Architektur.
aus. daB man den Aggressionen der sozial
Ein zweites Beispiel betrifft ein Projekt des
Amsterdamer Architektenbüros Baneke en
Schwachen, die das Gefühl haben, am Ran­
de der Gesellschaft zu leben, vorbeugen
Verhoeven: Eine ehemalige Shampoo-Fa­
müsse: Die Einrichtung darf nicht zu prot­
brik im Industriegebiet von Uithoorn (20
bei »aufgeklärten« Privaten wie auch auf
Kilometer südlich von Amsterdam) wurde
zig sein, sondern muB den Eindruck ver­
mitteln. als Besucher ernst genommen zu
staatlicher Seite, daB das Nutzen alter,
auf private Initiative zu Büro- und Ge­
werden.
quasi ausgedienter Bürogebäude einige
groBe Vorteile bietet im Vergleich zum
schäftsräumen umgebaut.
Dem Architekten standen bei der Realisie­
Neubau. Zum ersten ist da der extrem
Das Gebäude des Sozialamtes in
rung seiner Umbaupläne die Sicherheitsbe­
rater der Amsterdamer Firma Van Dijk, van
niedrige Miet- beziehungsweise Kaufpreis.
Amsterdam Geuzenveld
Soomeren en Partners zur Seite, die sich
auf das Verhindern von Aggressionen
durch Eingriffe in die Räumlichkeiten spe­
Er ermöglicht
groBzügige
Investitionen
beim Umbau des Altbaus. Zum zweiten ist
In der Nachkriegssiedlung Geuzenveld/Slo­
die Infrastruktur in der Regel gut. Auch
termeer liegt der Platz »Plein 1940-1 945«.
zialisiert haben. Damit konnte Kuen ein
wenn die Gebäude häufig von einer schwer
An diesem Platz haben sich viele Ge­
Verwaltungsgebäude realisieren, in dem
belasteten Infrastruktur umgeben werden,
bieten sie immerhin groBflächige Parkmög­
schäftslokale mit Firmen in den oberen
Etagen niedergelassen. In der Umgebung
lichkeiten, was zum Beispiel im Vergleich
kann man eine allgemeine Verarmung fest-
ein wichtiger Aspekt der architektonisch­
gesellschaftlichen Aufgaben der kommen­
den Jahre zum Tragen gekommen ist.
bs 1/97
15
64 Die aus sinusprofilierten Stegdoppelplatten konstruierten Archivräume bilden runde Leseinseln am Gang
Fotos 3+4: Luuk Kramer, Amsterdam
Planung
druck gewinnt, mit seinem Anliegen ernst
führräume, Verkau fsräume, Kantine, Kin­
genommen zu werden und gesellschaftlich
dertagesstätte und Lager Platz finden. Die
Durch die dominanten Säulen und der Au f­
gabenstellung, kleine Sprechräume für die
anerkannt zu sein.
Architekten haben die Freiheit, die ihnen
Besucher zu scha ffen, war ein Problem
Die ehemalige Shampoo-Fabrik in
der engagierte Auftraggeber zustand,
sichtlich genossen. Mit Hilfe von »program­
entstanden. Dennoch hat es der Architekt
gescha fft, a u f einer Oberfläche von 1 1 50
Uithoorn
matischen Spielen« haben sie das bis a u f
d i e tragenden Teile freigelegte Gebäude
Quadratmetern besondere Räume für Be­
Guus Baneke und Casper van der Hoeven,
e ffizient organisiert. Die Diversität des
sucher und Personal zu kreieren. Als Quelle
die zusammen ein gleichnamiges Architek­
Komplexes nahmen sie dabei als Ausgangs­
der Inspiration nahm der Architekt den
tenbüro führen, haben sich in den vergan­
punkt
GrundriB des Gartens von Versailles: Zwi­
schen den Säulen wurde ei ne Achse gezo­
genen Jahren vor allem a u f den Umbau
ausgedienter Büro- und Betriebsgebäude
Rau m formen entstanden.
gen, zu deren Seiten sich die Arbeitsräume
spezialisiert.
führung: Innerhalb eines hal ben Jahres wa­
der Mitarbeiter als »Boscos« gruppieren.
Zur Auflockerung wurden an der Achse
runde Archivräume mit halbdurchlässigen,
Eines ihrer Projekte, eine ehemalige Sham­
ren die Verhandlungen abgeschlossen und
poo-Fabrik, liegt auf einem verödeten Be­
triebsgelände in Uithoorn. Das Gebäude
der Entwurf fertig; wieder neun Monate
später der Umbau vollzogen. Diese Mög­
sinusprofilierten
ge­
zeichnete sich in der Vergangenheit vor al­
lichkeit der schnellen Durchführung ei nes
schaffen. Auch für die Rezeption und die
Wartezimmer wurde das Material sorgfäl­
lem durch den Charme von Plastik aus. Weil
zu An fang der siebziger Jahre in verschie­
Auftrags ist einer der Vorteile beim Umbau
alter Betriebsgebäude.
tig
ausgesucht:
Stegdoppelplatten
geräuschabsorbierende
denen Perioden der Geschäftsentwicklung
Trennwände aus perforierter Stah iplatte
immer wieder angebaut wurde, entstand
ein wirres Konglomerat von Gebäudety­
sorgen da für, daB die Gespräche mit den
Besuchern vertraulich
geführt
und
erreichten,
daB
prächtige
Auffällig ist die Schnelligkeit bei der Durch­
Die Überraschung
werden
pen, vom Büroturm bis zur Produktionshal­
Für den Umbau wurde der gesamte Kom­
können. Au f Anraten des Sicherheitsbera­
le. Die Firma Freetex (vorher Stone Fashion
plex bis auf den nackten Kern, den Säulen
ters hat die Rezeption einen guten Blick
Group) hatte gegenüber der Fabrik einen
und Fassaden, ausgezogen. Aus Gründen
a u f die Vorhalle, wo sich kritische oder ag­
Textilbetrieb und wollte sich ausbreiten.
der thermischen lsolation und der Aus­
gressive
können,
Das Betriebsgebäude wurde günstig er­
wenn dort Sozialhilfeempfänger und Mit­
standen, und die Architekten erhielten den
strahlung wurde dann die Fassade wieder
vollkommen neu eingekleidet. Die Fassa­
arbeiter a u feinanderstoBen.
Die Gestaltung der Einrichtung bewirkt,
Auftrag, 9000 Quadratmeter Betrieb­
soberfläche zu einer Familie von Gebäuden
denbekleidung aus Aluminium, Glasbaustei­
nen, Stukkatur und Oregon-Kiefer be­
daB man in der Empfangshalle den Ein-
umzuformen, in der Ateliers, Büros, Vor-
stimmt die äuBere Erscheinung.
16
Situationen
bs 1/97
ergeben
..... ........ _,- _W!':>
Axonometrie der ehemaligen Shampoo-Fabrik in Utihoorn
Konstruktionsprinzip (Schnitt und Ansicht) der runden Archivräume
f::, 6 Bereich zwischen der .Kapelle« und dem Vorführraum
D as ErdgesehoB ist in fünf Zonen mit je ei­
n ahezu religiöse Weise für den EinlaB des
gener Funktion und Gestaltung eingeteilt.
Tageslichts gesorgt«: D as Oberlicht wurde
ins Gebäude. Desh alb muB jedesmal. wenn
Die erste Zone an der StraBenseite ist der
dureh ei ne tiefergehängte Deeke abgedun­
er oder sie einen Raum betritt, d as Gefühl
Ausstellungsraum. Die StraBenfront wurde
kelt und sorgt 50 für ei ne indirekte Be­
entstehen, d aB der Raum neu ist.« Vari­
auf dieser Ebene hinter die Säulen verlegt,
50 d aB eine Ü berdaehung entstand, unter
leuchtung. In der ovalen Kapelle wurde die
ierendes
Textur des Raumes sorgfältig ausgewählt:
schafft Farbnuancen, die ihm zufolge für
drei Tage für geschäftliche Verh andlungen
Licht
aus
Boden
und
Decke
der sieh die Kleiderkollektion präsentiert.
Mehrere Holzsorten sorgen für ei ne vor­
ein frisches Erleben der Verkaufsräume
Der Eingang wurde an die Seite verlegt. In­
nehme, aber nicht überl adene Sphäre. Die
sorgen. Aufgrund des längeren Aufent­
h alts m ancher Kunden wollte der Auftrag­
geber auf keinen Fall eine modische Gestal­
nen wird die StraBenzone auf der gesam­
AuBenseite der Trommelwand besteht aus
ten Länge dureh einen niedrigen Raum­
gebogenen perforierten Stahiplatten, hin­
bloek von der Empfangshalle abgetrennt.
In diesem Bloek s ind Küehe, Kopierraum
und ähnliehe Einriehtungen untergebraeht.
ter denen sich ei ne goldfarbene Folienlage
zeigt. Im Zusammenspiel mit einer dezen­
ten Beleuehtung ergibt sich auf dem po­
tung. Im Kontrast zu dem verfeinerten
Liehtspiel steht die rauhe Erseheinung des
Betons: In den Säulen befinden sieh noch
Der Besueher wird beim Eintreten entl ang
lierten schwarzen N atursteinboden eine i n ­
geniöse Lichtreflexion. Der zweite Raum,
die »Eisscholle«, formt ein gläsernes Tra­
Eine solche Schroffheit in diesem »Mo­
demärchen« flöBt Vertrauen ein.
einer sandgestrahlten G l aswand zur Rezep­
tion geführt und von dort zu einer Sitz­
alte Dübel und Abdrücke der Versch alung.
gruppe in italienisehem Design weitergelei­
pez, d as über einem schmalen Sockel aus
Durch die vielfältigen Entwürfe für einen
tet, dem Herz des Empfangraums. D as
Warten erweist sich als äuBerst angenehm,
Licht schwebt. Die Wände bestehen aus
sandgestrahlten Glasplatten in den unge­
guten Eintritt des Lichts kam bei der Pla­
da der Besucher hier erleben kann, wie auf
fähren M aBen von 1 80 x 300 Zentimeter
Frage auf, ob d as Gebäude auch genügend
faszinierende Weise d as Licht zur Raumge­
und sind leicht gegeneinander versetzt. 50
d aB die F arbtönung jeweils anders ist.
»Dunkelheit« h abe. Die folgende Zone wur­
de für die sachlichen Vorführräume reser­
bei der Formgebung zweier archetypischer
Die einfachen Systemdeckenplatten über
viert. Durch den Kontrast von hell-dunkel
Räume, die autonom in die H alle eingestellt
wurden: die sogen annte »Kapelle« und die
der EisscholIe werden 50 angestrahlt, d aB
die Form der Eis scholIe sich als Sch atten
wird die Grenze zwischen dem öffentlichen
�Eisscholle«, zwei Vorführräume mit Kon­
ferenzmögliehkeit. Die » K apelle« formt ei­
abzeichnet, wodurch dieses vergleichswei­
chen Bereich verdeutlicht. Eine wellenförmi­
se preiswerte Baumateri al ei ne besondere
Ausstrahlung gewinnt. Auf die Frage, war­
ge Wand aus Glasbausteinen sorgt für einen
sanften Ü bergang von BegrüBung und Ken­
um eine solehe Verfeinerung für ei ne Emp­
fangs h alle nötig war, antwortete v an der
nenlernen hin zum Geschäftemachen. » M an
d arf ja gerade nicht überall wie ein Feuer­
Hoeven: » M anche Kunden kommen zwei bis
werk sprühen «, meint van der Hoeven auf
staltung beiträgt. D as zeigt sieh besonders
ne gemauerte Trommel, die d as Säulen­
und Trägerbalkenfeld unterbricht und d as
Gebäudeskelett mitträgt. Dort wird, wie
Architekt van der Hoeven formuliert. »auf
nung des Empfangraumes sehlieBlieh die
Empfangsraum und dem rein geschäftli­
bs 1/97
17
Schnitt durch das Gesamtensemble der ehemaligen Shampoo-Fabrik in Uithoorn
die Frage, wo die Grenze zwischen aufwen­
diger Präsentation und sachlicher Arbeits­
sphäre liegen muB. Die nächste Zone und
zugleich Scharnier zwischen dem umgebau­
ten Teil und dem noch umzubauenden Teil
ist ein Treibhaus, das einen japanisch anmu­
tenden Garten be herbergt. Der Garten ist
weniger ein Aufenthaltsraum, sondern hat
die Funktion eines Lichtschachts für die
Vorführräume und den Empfangsraum. Hin­
ter diesem Treibhaus liegt die fünfte Zone
mit dem Lager und den abgeschirmten Mo­
deateliers. Quer durch die fünf beschriebe­
nen Zonen führt ei ne Laufbrücke, die das
Managment und den Empfangsraum mit
den Ateliers und dem Lager verbindet. Die
120 Mitarbeiter brauchen sich auf diese
Weise nicht zu begegnen; die Brücke kann
als Verbindung wie auch als Trennung ver­
standen werden. Diese »Route Architectura­
le«, die die fünf Zonen verbindet, macht zu­
sammen mit den beiden losen »Häusern« in
der Empfangshalle von dem Gebäudekom­
plex gleichsam ei ne Stadt.
Resümee
Bei dem Gebäude des Sozialamts, aber vor
aliem bei der recycelten Shampoo-Fa brik in
Uithoorn wird holiändischer Realitätssinn
gekoppelt an mutiger Formgebung. Damit
erhalten wir einen Einblick in die architekto­
nischen Aufgaben des nächsten Jahrhun­
derts: die Demontage einer hilflosen Archi­
tektur aus der Mitte unseres Jahrhunderts.
Angesichts des Mutes der Auftraggeber
und des Erfindergeistes der Architekten be­
steht die Chance, daB solche Signa Ie aufge­
griffen werden. Die Tatsache, daB sowohl
von privater als auch öffentlicher Seite In­
teresse daran besteht, ist der Motor, der
dem Dreigespann Architektur, Umwelt und
Wirtschaft ei ne günstige Zukunft verpricht.
Das ist es, was man eine langlebige Archi­
tektur nennt.
0
Aus dem Nieder/ändischen übersetzt von
.6 8 Vorführraum mit Durchblick zum Treibhaus
18
bs 1/97
Fotos 5
-
8: Gerrit Jaeger, Amsterdam
Marinus Pütz
Architektur und Gestaltung
Die Kontinuität des Bewahrens
Umnutzung eines Getreidespeichers zur Stadtbücherei von Biberach
Von Claudia Orben
61
62
Bauherr:
1 Zur natürlichen Belichtung des ansonsten
geschlossenen Baukörpers eines ehemaligen
Kornspeichers in Biberach dient ein Glasdach im
First sowie kleine Dachgauben aus Acrylglas
2 Interssantes Detail: skulpturale Regenrinne, die
die Gebäudefassade selbst nicht berührt
Hospital zum Hl. Geist
Hochbauamt Biberach
Planung:
Professor Boris Podrecca
Architekt
Wien
während das schwere Tragwerk in der Län­
ge in kurzen Abständen auf zehn Stützen
ruht. Ende des letzten Jahrhunderts wurde
ein GroBteil der Stützen im ersten Oberge­
schoB ausgewechselt. Ebenso erhielt der
Speicher im Zuge der Erbauung einer Tief­
garage 1983 ein neues Fundament.
Mitarbeiter:
Bestand
Gerhard Luckner
Architekt
Das massive ÄuBere des 1 516 erbauten
Konzept
Stuttgart
Kornspeichers wird durch ein mächtiges
Nicht als »Internist«, sondern als Chirurg
Satteldach bestimmt, das von den Giebel­
vergleicht Boris Podrecca seine Rolle als
Einst als Speicher, dann als Schlacht­
hof und zuletzt als Bauhof diente
wänden an den Stirnseiten getragen wird.
Die Längsseiten des Baukörpers dagegen
Architekt im Zuge des Speicherumbaus.
das Gebäude inmitten der Biberacher
sind nur zwei Stockwerke hoch gemauert.
Altstadt. Nun nach einer eingreifen­
den Renovierung kann sich der unter
In regelmäBigem Rhythmus angeordnete
Lichtöffnungen, die an mittelalterliche
Dabei entscheidet sich Podrecca bei seinen
chirurgischen Eingriffen für eine zeit­
gemäBe Formensprache. Eine Strategie,
die er schon bei zahlreichen Sanierungen
Denkmalschutz
SchieBscharten
verfolgte und die darüber hinaus auch
stehende
Speicher
erinnern,
unterstreichen
wieder auf die originäre Widmung
den hermetisch geschlossenen Charakter
über anerkannte Vorbilder verfügt. Wohl
des
zu den bekanntesten Beispielen des be­
wuBten Gegenüberstellens von Alt und
Aufbewahrens
konzentrieren.
Nicht Kom, sondern Bücher füllen
des Gebäudes. Das Innere des sechsstöcki­
gen Baus ist geprägt vom offenen Holz­
nun das Haus.
werk. Die zwei unteren Stockwerke haben
Neu zählen die Umgestaltung des Museos
Mit der Renovierung wurde der in
die gleiche Höhe, während die darauf fol­
Castelvecchio, von Carlo Scarpa 1964 in
Wien lebende und in Stuttgart leh­
rende Architekt Boris Podrecca be­
genden ehemaligen Schüttböden nach
oben immer niedriger werden. In der Breite
Verona, wo durch kühne Materialzusam­
mensetzungen und streckenweise manie­
auftragt.
ist der Bau quasi in drei Schiffe gegliedert,
riert betonte Details ein lebendiger Dialog
20
bs 1/97
3 Unter dem Glasdach im First befindet sich ein
.Lichthof. mit der vertikalen ErschlieBung
4+5 Zusiltzlich zum vollverglasten Aufzug (Abb. 3)
fûhrt neben der Fluchtreppe auch eine modern
gestaltet Treppe vom Erd- in das erste und
zweite ObergeschoB
Schnitt
zwischen Vorhandenen und Neuem insze­
"L:!:J -'IZ::::J '::P·
·,..,.....,:-,.1"
t�
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"-' ·r'
, I ' =r:=1
niert wurde. Aber auch die Arbeiten von
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K arljosef Sch attner in Eichstätt, um ein
I I
deutsches Bespiel zu nennen, verzichten
� :
auf eine restaurative Anbiederung und
antworten st att dessen sensibel mit den
) 1
1
\
\
�
Mitteln und der Sprache heutiger Architek­
I
tur. Boris Podrecc a erweitert diese Strate­
I:
:�
) . I I
gie, indem er seine Vorgehensweise nicht
in »Archäologie und Innovation« di fferen­
ziert, sondern Eingri ffe setzt, die, auch an
anderem Ort, losgelöst von dem jeweiligen
Bau Bestand h aben können.
MaBnahmen
Eingehend au f den Funktionswandel war
die erste M af3 n ahme n aheliegender Weise
zunächst
Licht
in
den
geschlossenen
Baukörper zu ziehen. Dabei sollte aber an
GrundriB 2. ObergeschoB
der Gesamterscheinung deS Bauwerks so
r---�
wenig wie möglich verändert werden. Licht
kommt von oben - folgerichtig wurden in
der Mitte des Dachfirstes Ziegel entfernt
\�GT,------�j
L__�
I
l.
und durch Gl as ersetzt. Um diese Maf3n ah­
me für d as Innere nutzbar zu m achen wur­
de im Zentrum des Speichers ei ne Art
Lichthof gesch affen, der die sechs Ebenen
vertikal miteinander verbindet. Des weite­
ren versorgen schmale D achg auben, die in
den D achschrägen plazierten Leseplätze
mit Licht. Die von Podrecca aus Acrylglas
entwickelten
Dachgauben
funktionieren
IZ
oh ne Rahmen. Sie wirken leichter als die
sonst üblichen G aubennester und stören
J \.
1L11
kaum die signifikante Geschlossenheit des
dominierenden
Ziegeldaches.
'-
Alierdings
kussionen mit dem Denkmal amt.
Ein weiteres Detail der Neuzeit ist die mini­
m alistisch skuplturale Regenabfluf3rinne,
die d as Terrain des Baus m arkiert, oh ne
den Baukörper aber selbst zu berühren.
Ebenso distanziert präsentiert sich auch
�\ \
"
benötigte die Durchsetzung der mittler­
weile p atentierten D achgauben l ange Dis­
0
"1
�r ��, �
die Eingangszone, die um Raum zu sparen,
GrundriB ErdgeschoB
"I
65
bs 1 / 97
21
6 Bliek in eines der Obergeschosse des heute als
Stadtbücherei genutzten ehemaligen Kornspei­
chers in Biberaeh. Das historische Holzständer- und
Fachwerk blieb im Zuge der Umnutzung erhalten
7 Die .Ausleihe. im ErdgeschoB ist mit zeitgemäBer
elektronischer Bürotechnik ausgerüstet
Fotos: Originalhaus Foto Design Studio,
auBer 2 Boris Podrecca, Wien
67
66
lichen Eigenschaften des Materials Holz.
in den AuBenbereich verlegt wurde. Das
der in der Achse des Eingangsbereichs lie­
kleine gläserne Häuschen, das nun als
Windfang fungiert, steht selbstbewuBt als
klares Zeichen für den Eingang vor dem hi­
genden Treppe. Der Sockel hebt sich nicht
Der Erhaltungszustand des Fachwerkes
nur durch seine HÖhe, sondern auch in sei­
ner Materialität deutlich vom SteinfuBbo­
war mit Ausnahme der ErdgeschoBzone
durchweg gut. Im ErdgeschoB muBten al­
storischen Bauvolumen oh ne dessen Bau­
den ab. Ebenso, die aus Terrazzo gegosse­
lerdings 2/3 der Deckenbalken ausgewech­
form zu beeinträchtigen.
fen, die »ohne Fleisch, sondern nur aus Haut
nen Treppenstufen, die auf Trassen liegen
und bis in das zweite ObergeschoB führen.
Besonderes Augenmerk verdient das
selt werden. Komplett neu ist die tragende
Konstruktion aus Sichtbeton. In den ober­
sten Stockwerken wurden die Holzpfeiler
Konsequent wurde eine Glashü/le geschaf­
und Knochen« konstruiert ist und sich damit
Geländer. Sämtliche Alphabete dieser Welt
mit feinen Schlackkörnern abgestrahlt und
klar absetzt. Podrecca schafft eine Zone zwi­
sind auf die Glasplatten gedruckt, die zur
anschlieBend eingewachst. Auf zusätzliche
schen dem AuBen und dem Innen. Leicht er­
Holzschutzmittel wurde verzichtet.
abgesetzt wird der Weg durch die transpa­
Füllung dienen.Neben der Treppe ist ein
gläserner Fahrstuhl plaziert. Der Aufzug­
sturm führt bis in die oberen, für die Öf­
rente Hülle in das Innere markiert.
fentlichkeit nicht zugänglichen Stockwerke
Bestimmend für den Raumeindruck innerhalb
und ist jeweils über eine kleine Brücke zu
erreichen. Ebenso autonom bewegt sich
höht und vom umgebenden StraBenniveau
des Gebäudes ist der »Lichthof«, der gleich­
Resümee und Kosten
Mit wenigen aber funktional entscheidenen
MaBnahmen wurde der ehemalige Speicher
1995 für rund 6,4 Millionen DM zur Stadt­
bibliothek umgebaut, Während das Ä uBere
zeitig zur VertikalerschlieBung des vom Fach­
werk dominierten Innenraumes dient.
auch das dahinterliegende Fluchttreppen­
Hier sind eine Treppe, ein Fahrstuhl und
positioniert sich das in Sichtbeton mit den
versetzten Fensteröffnungen gestaltete,
des Baukörpers weitgehend unangetastet
des, dieser drei ErschlieBungselemente de­
klariert sich klar als neu hinzugekommen
grobe und kühle Element, das sich jede Ko­
schaffen, der Raum für die Vertikaler­
ketterie mit der hölzernen Umgebung ver­
schlieBung bietet. Wert wurde auf das De­
und wirkt vollkommen autonom.
wehrt. Wesentlich wärmer präsentieren
tail und die Verwendung zeitgenössischer
So führt der Architekt den Besucher Quasi
auf einem Teppich - einem im AuBenbe­
reich beginnenden Betonsockel - direkt zu
sich die Bereiche der eigentlich Freihandbi­
bliothek und der Arbeitsplätze, denn hier
entfalten sich im postiven Sinn die gemüt-
Materialien gel egt. Aber nicht nur die funk­
tionalen, sondern auch die inhaltlichen
das Fluchtreppenhaus untergebracht. Je­
22
b s 1 /97
haus im Raum. Gleich einem Haus im Haus
blieb, wurde im Inneren ein »Lichthof« ge­
Aspekte zeichnen die Adaption aus,
0
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Architektur und Gestaltung
Ursprünge
Sanierung u nd Erweiterung der Berger-Villa i n Leipzig
Von Thomas Wieckhorst
61
Planung:
Atelier Comtesse
Egon Comtesse
Architekt und Innenarchitekt BOlA
Leipzig
Projektleitung:
Raik Polster
Innenarchitekt BOlA
Leipzig
Die Villa Karl-Heine-StraBe 16 ent­
warf der Leipziger Architekt Fritz
Schade 1889 für den damaligen ar­
gentinischen Konsul Curt Berger. Be­
reits 1912 erweiterte Schade die Villa
63
64
aufgrund der gestiegenen Raumbe­
Das Gebäude Karl-Heine-StraBe 1 6 hatte
Teppiche, Bilder, auch Möbel, in die Karl­
dürfnisse der Familie . Ein Jahrhun­
Fritz Schade allerdings als reines Wohnhaus
Heine-StraBe 1 2 . Diese 'Sacksche Villa", viel
dert später sanierte das Leipziger
geplant; lediglich ein vergleichsweise klei­
gröBer als unser Haus, wurde Kommandan­
Atelier Comtesse die Villa behutsam
nes Herrenzimmer im ErdgeschoB war als
tur und blieb es auch unter den Russen, so
und fügte mit AbschluB der Arbeiten
»Büro« vorgesehen. Sein Gesamtentwurf
Ende 1995 dem Altbau am Standort
eines
ehemaligen
Gesindehauses
ist von GroBzügigkeit und erlesenem Mate­
rial gekennzeichnet: Die Holzvertäfelung im
wie unser Haus weiter besetzt. Als wir nach
etwa 20 Jahren unser Haus wieder betre­
ten durf ten, war es regelrecht geplün­
auch
hinzu .
ErdgeschoB, die zweigeschossige Hallen­
dert«, heiBt es in einem Brief Waldtraut
Neubau und Villa werden heute als
Büro genutzt.
verglasung, das luxuriöse Marmorbad so­
wie die exakt geplanten und sorgfältig aus­
Berger de Baumgarts, der jüngsten Toch­
ter Curt Bergers, von 1 994 aus Buenos Ai­
einen
Neubaukörper
1 Die Vilia-Karl-Heine-StraBe 1 6 in Leipzig vor und
2 nach der Sanierung mit Umbau zum Bürohaus
3 Südansicht 4 Figürlicher Fassadenschmuck
5+6 Foyer der Villa im ErdgeschoB
7 Das Treppenhaus im ersten ObergeschoB : neues
Buchenholzparkett und erhaltene Innengestaltung
24
bs 1 / 9 7
geführten Details belegen dies.
res.
Nach dem Einmarsch der Amerikaner muB­
Zu DDR-Zeiten diente die Villa bis zur »Wen­
te die Familie Berger ihren luxuriösen
de" 1989 dem VEB Fachbuchverlag Leipzig
Wohnsitz in Leipzig trotz der argentini­
schen Staatsangehörigkeit Curt Bergers
als Verwaltungsgebäude. Kaum durchge­
führte WerterhaltungsmaBnahmen sowie
räumen. »Schon in dieser Zeit wanderten
die intensive Nutzung durch den Fach-
Schnitt
Südansicht (StraBenseite)
bs 1/97
25
GrundriB 1. DachgeschaB
GrundriB ErdgeschoB
buchverlag hatten zu einer Verwahrlosung
nahme. Nach Rückbau der Spitzgiebel er­
des Gebäudes geführt - dem Zustand, in
hielten die Giebel der Gauben ihre ur­
dem das Atelier Comtesse 1993 bei Pla­
sprüngliche tonnenförmig Form zurück,
nungsbeginn den Bestand vorfand.
wobei nach historischem Vorbild alle Ver­
Rückbau, Rekonstruktion und
Sanierung
(Tecu-Patina von KM-kabelmetall) und die
Dacheindeckung mit roten Biberschwanz­
Eine der Planungsaufgaben war neben der
reinen Sanierung der Substanz und der Er­
ren Schwerpunkt bildete die Erneuerung
aller BaJkone und Terrassen sowie die Wie­
derbelebung des Wasserspiels im Hof.
blechungen in vorpatiniertem Kupferblech
ziegein vorgenommen wurde. Einen weite­
gänzung des Bestands durch einen Neu­
ur­
Des weiteren wurden in Absprache mit
sprünglichen Erscheinungsbildes im Inne­
dem Referat für Denkmalschutz in Leipzig
ren wie auBen. Als glücklicher Umstand ist
die Rolläden Driginalgetreu nachgebaut und
in diesem Zusammenhang sicherlich für die
das Glasdach im Eingangsbereich nach alten
baukörper,
die
Rekonstruktion des
Planer der Fund von Plänen und Detailblät­
Vorlagen rekonstruiert. Abstimmungen mit
tern zur Durchführung der BaumaBnah­
dem Denkmalschutz waren auch in Bezug
men zu werten, die der damalige Architekt
auf die Farbgebung, das historische Bad
Fritz Schade mit Bleistift auf Karton ge­
und die meisten Innenräume erforderlich.
zeichnet hatte. Zu Beginn der Planung ahn­
So konnten die Wandvertäfelungen und
ten die Architekten des Ateliers Comtesse
allerdings noch nicht, daB sie zur Durch­
ParkettfuBböden im ErdgeschoB zum Teil
erhalten und aufgearbeitet werden. Teilbe­
führung des Projektes weitaus mehr Pläne
reich bedurften jedoch auch der Neuverle­
als Schade, nämlich rund 1 30, werden
gung. Gleiches gilbt für die erhaltenen hi­
zeichnen müssen.
storischen Türen, die einen Bauhausbe­
Die hohe bauliche Qualität des Bestandes,
schlag mit Türdrücker 402008 von Jado
die sich vor allem in der sorgfältigen Aus­
erhielten. Stuckelemente wurden gereinigt
bildung der von Jugendstil und Gründer­
und ganze Deckenabschnitte nach den Ori­
zeit beeinfluBten Details manifestiert, ver­
ginalplänen rekonstruiert. Im Foyer muBten
langte von den Planern eine bis in das
die fehJenden Marmortüren und Heizkör­
kleinste Detail durchdachte Sanierung. So
perverkleidungen nachgebaut werden.
muBten die Eisenträger des Balkons ausge­
tauscht und der ursprünglich an der Fassa­
High-Tech hinter der Holzvertäfelung
L', 1 0
8 Die von den Architekten modern aus Kenngott­
treppenelementen neu gestaltete Treppe zur
vertikalen ErschlieBung der Dachgeschosse
(zur Konstruktion der Treppe siehe Rubrik »Details«)
9 HistorischesTreppehaus im zweiten ObergeschoB
mit zeitgemäBer Beleuchtung van Artemide
10+11 Hinter der erhalten gebliebenen Holz­
vertäfeltung im ErdgeschoB befindet sich die
Elektroinstallation und Computervernetzung
12 Neue NaBzelie mit Waschtisch von Villeroy &
Boch und Armatur von High- Tech
Fotos: Michael Rücker & Dan Wesker,
Berlin und Dresden
de vorhandene Steinputz erneuert wer­
Moderne Technik mit edler Form zu verbin­
Quarzlaufwerke. Der Ende vergangenen
den war um die Jahrhundertwende das Ziel
Jahres abgeschlossene Umbau zu einem
hergestellt werden konnte. In diesem Zu­
des Architekten Fritz Schade gewesen.
modernen Bürohaus verlangte allerdings
sammenhang war es auch notwendig, eine
Hierfür spricht das seinerzeit hochmoder­
vollkommen andere installationstechnische
in den 50er Jahren am Gebäude unsensible
ne Badezimmer mit Kuppeldecke und Mar­
Voraussetzungen als zu Schades Zeiten.
vorgenommene UmbaumaBnahme wieder
morbelag, das in allen Details überarbeitet
Die Elektroinstallation und Computerver­
zu beseitigen: Anstelle der ursprünglichen
(der Marmor abgeschliffen) und ergänzt
netzung verläuft heute hinter den Holz­
drei Tonnengauben hatte die Villa in den
wurde sowie ein Uhrensystem mit einer
vertäfelungen; die Schalter, Dosen und An­
den, damit das ursprünglich Erscheinungs­
bild erhalten beziehungsweise wieder
50er Jahren klassizistische Spitzgiebel er­
»Zentraluhr«, die die im Haus verstreuten
schlüsse haben allerdings Glasringe wie zu
halten, die ihr einen völlig anderen Charak­
ter gaben. Vermutlich waren Kriegsschä­
»Satellitenuhren« steuert. Auch diese tech­
nische Spielerei wurde aufgearbeitet; die
Schades Zeiten. Dieses Schalterprogramm
den Auslöser für die damalige UmbaumaB-
Uhren erhielten in diesem Zusammenhang
Schalksmühle hergestellt.
26
bs 1/97
wird nach wie vor von der Firma Berker aus
L:l 1 1
ZeitgemäBe Akzente
L:l 1 2
vorhandene Treppe mit lediglich 80 Zenti­
nes ehemals vorhandenen Gesindehauses
meter breiten Stufen wurde gegen ei ne
errichtet. wobei das tonnenförmige Dach
Doch haben die Planer im Sanitärbereich
hängende Treppenkonstruktion - denn die
des Neubaus mit der Giebelfarm der Gau­
sowie mit Teilen der Beleuchtung und verti­
kalen ErschlieBung dem Bestand auch Ele­
mente einer zeitgemäBen Formensprache
Lasten der Treppe werden vam oberen Trä­
ger des Antritts aufgenommen und zusätz­
lich über Pylone verteilt - ausgetauscht. In
ben ebenso korrespondiert, wie die Farbge­
bung der Fassade mit der Farbe der Villa.
Mit vorpatiniertem Kupfer gedeckt ent­
hinzugefügt: Sa weisen die neu entstande­
nen Sanitärzellen eine exklusive Ausstat­
Farm und Material zeitgemäS gestaltet
spricht die Bedachung des Neubaus sowie
stellt die neue Treppe eine adäquate Er­
die Fallrohre und Traufen ebenfalls der Ver­
tung mit hochwertigem Fliesenbelag und
schlieSung für die ehemalige Gesindeetage
blechung der Gauben und Erker der Villa.
wohlgeformtem Waschtisch van Villeroy &
dar, die heute den Ansprüchen moderner
Bei Umbaukosten (einschlieBlich der AuBen­
Boch, mit dazu passenden Armaturen van
Büroräume entspricht. (Die Konstruktion
anlagen) in Höhe van rund 6 Millionen DM er­
High-Tech (Vola HV 1 M Einhandmischerl.
der Treppe wird unter der Rubrik » Details«
auf. Das Foyer erhielt zur besseren Aus­
leuchtung und Rauminszenierung ein um­
im Einzelnen vorgestellt).
gaben sich bei einer NettogeschoBfläche
van insgesamt 1960 Quadratmetern Kosten
laufendes Lichtband und als Highlight einen
Kosten und Resümee
van etwa 3000 DM je Quadratmeter. Zu
recht haben die Planer dem Schriftzug auf
einem Eckquader am Gebäude »Fritz Schade
blauen avantgardistisch anmutenden Kron­
leuchter van Artemide. Noch vorhandene
Die Berger-Villa in Leipzig bietet nach Ab­
. Architekt · 1912« die Inschrift »Atelier Com­
Originallampen wurden aufgearbeitet und
schluS der eineinhalbjährigen Umbau- und
tesse . Sanierung. 1995« hinzugefügt.
neu vernickelt. Zur vertikalen ErschlieBung
der Obergeschosse entwarfen die Planer
Sanierungsarbeiten seit Dezember 1995 für
Verwaltungszwecke eine Bürofläche van
D
bs 1 / 97
27
ei ne leichte halbgewendelte Stahltreppen­
1 580 Quadratmetern. Hinzukommen weite­
konstruktion mit Buchenholzstufen aus
Konstruktionsteilen van Kenngott. Die ehe­
re 380 Quadratmeter NettogeschoSfläche
des Nebengebäudes. Dieses wurde in einer
mals zur ErschlieSung der Dachgeschosse
zeitgemäSen Formensprach an der Stelle ei-
Essay und Porträt
Verbindlichkeiten
Zur Neuerrichtung und Integration eines Mitteltrakts im Rahmen der Sanierung des
»Zimmermannsbaus« in Apoida
Von Horst und Michael Körner
Bauherr:
Bauwer1<sdaten
Landkreis Apoida
Planung und Bauleitung:
Ges. Gebäude
Mittelteil
40.004 m3
3.740 m3
4.676 m>
377 n;f
Bruttoraumînhalt (BRIl
Nut:zf1äche (NP) HNF
Nebennutzfläche (NNF)
Körner Architekturbüro
verKehrsftäche NFl
NettogrundriBfläche
Horst Körner
Michael Körner
Architekten
115 J1il2
2.628 m2
121 mr
2.222 m>
613 ·m>
8.526 m>
Kosten
Trebur und Apoida
Heinz Werner Steiner
Bauwerk
15.100.000 DM 1.015.000 D�
Gerät
2.200.000 DM
Baunebenkosten 2.050.000 DM
Architekt
München
Statik und Technik:
Gesamtkosten
Kósten je
lPG Ingenieurgemeinschaft
400 PM
480 DM
m'% Nettbgrundr:fBfI.
Kirchheim
80.700 D�
1 9.350.000 DM 1.485.700 DM
n? unbauten Raum
Raab und Partner GmbH
390.000 DM
2.270 DM
2.420 0tJ1
Fassadenschnitt Im MaBstab 1:50
1 2 1PE 220 Träger verschraubt jeweils 4 x M 1 6
Der Zimmermannsbau war von jeher
1 3 Rundstahl 88.9 x 3.2 mm
14 Stütze Rundstahl 1 33 x 4 mm
ein in Apoida dominierender Gebäu­
dekomplex. Das umfangreich sanier­
te und umgebaute ehemalige Fabrik­
6 1 Ansicht des neuen Mittelteil zur StraBe hin
1 5 Zinkblechabdeckung
1 6 STS-Ringanker
gebäude aus der Gründerzeit be her­
dahinter, vermittelt eine engagierte Bau­
Arbeiten vornehmlich in der Stadt und Re­
bergt heute die rund 300köpfige
auffassung
spruch, 50 wie sie für das neue, geeinte
Deutschland angemessen erscheint.
gion ansässige Firmen und Bauunterneh­
Verwaltung des Kreises samt Landrat
und Sitzungszimmern für Kreistags­
ausschüsse,
Kfz-Zulassungsstelle,
EDV-Zentrale und so weiter.
mit
demokratischem
An­
men zum Zuge, was die vorhandene Lei­
stungsbereitschaft dieser Sparten doku­
Die Belange des Denkmalschutzes wurden
mentiert
voll gewürdigt und flossen in die Planung
ein, wobei aber zu keiner Zeit ei ne reine
politischen Willen Reehnung trug. Das ste­
tige Zusammenwachsen von Ost und West
zeigte sich auch hier in Planung und Aus­
und
zum
anderen
dem
Eine komplett neue BaumaBnahme stellt in
Rekonstruktion des historischen, neoklassi­
diesem Zusammenhang der zentrale Mit­
zistischen Mittelbaus von earl Timmler ent­
führung. In den beiden Gebäudeteilen wur­
teltrakt des Landratsamtes dar, der auf
stehen sollte,
modernes,
den Arbeitsplätze für die Beschäftigten
der Kernverwaltung auf et wa 8.000 Qua­
sondern
ein
Grundlage eines Entwurfs unseres Büros
selbstbewuBtes Bauwerk auf der Höhe ei­
verwirklicht wurde, da der alte Mittelbau
ner zeitgemäBen Architektursprache. Zu­
dratmetern Bürofläche geschaffen.
aus der Zeit der sowjetischen Militärbesat­
gleich sollen beide Gebäudeflügel zu einer
Als erster Bauabschnitt wurde der linke
zung abbruchreif und für öffentlich reprä­
sentative Zwecke vollkommen ungeeignet
harmonischen
verbunden
Flügel des »Zimmermannbaus« Mitte 1994
werden. Neben der Offenheit und Transpa­
bezugsfertig, in dem unter anderem der
war. Dieser Mitteltrakt erhielt einen reprä­
renz für alle Bürger war auch die Integrati­
Landrat mit seinen unmittelbaren Mitarbei­
sentativen Eingang an der BahnhofstraBe
und ist zu einem offenen Forum für alle
on der Belange behinderter und älterer
Menschen ein oberes Ziel der Planung: ein
tern sein Domizil erhielt. Die Unterbringung
Besucher des Landratsamtes geworden. Ei­
gläserner Personenaufzug überbrückt den
Gesamtanlage
in behelfsmäBigen Baracken hatte darauf­
hin nach vielen Jahren für viele Verwal­
ne groBzügige Ausstellungsfläche, ein In­
halbgeschossigen Niveausprung der Erdge­
tungsmitarbeiter des Kreises ein Ende. Die
formationsstand und Einrichtungen für die
schoBebene mit der Eingangsebene auf
Fertigstellung des rechten Flügels im zwei­
Telekommunikation verdeutlichen die an­
StraBenniveau.
gestrebte Bürgernähe und erleichtern die
Bei der Durchführung der anspruchsvollen
ten Bauabsehnitt folgte unmittelbar dar­
auf Anfang 1995.
Orientierung in der Kreisverwaltung.
Die transparente, verglaste Fassade mit
Bauaufgabe, die einen behutsamen Ein­
griff in eine denkmalgeschützte Bausub­
Dabei war der Weg bis heute nicht gerade
unkompliziert: Nach der Wiedervereinigung
den hellen, angenehmen Sitzungsräumen
stanz darstellt, kamen bei der Vergabe der
Deutsehlands bra eh die vormals staatsei-
28
bs 1/97
1
2
3 4 5 6
7 8
9
1 0--�
1 3 ----,""
11
Dachschnltt i m MaBstab 1 :50
1 Stehfalzdach aus Titanzinkblech
14
2 Bitumendichtungsbahn (besandetl
3 Schalung 24 mm
15 --1fi��
16 -ti;&.r.,.
4 Sparren 5x1 8
5 Mineralfaserplatten 1 2 cm
6 Bitumenbahn
7 Bohle 5 cm
8 IPE 1 20 Träger
9 IPE 220 Unterspannt 78
1 0 Lochung 8/8 Zuluftgitter Lochblech
1 1 Rodan-Zugstabsystem d
=
32 mm
L':. Schnitt durch Dach und Fassade des neuen Mittelteil im MaBstab 1 :50
L':. 2 Der Zimmermannsbaus zieht sich an der BahnhofsstraBe entlang
L':.4 Zimmermannsbau vor Sanierung mit dem Mittelteil aus den 40er Jahren
Christian
gene Textilproduktion in der Region voll­
Wirkwarenherstellers
ends zusammen, 50 auch bei der in Apoida
mann (gegründet 1789) der Bevölkerung
wurde er abgebrochen und von einem
ansässigen Ta Strickmoden; der der Ver­
kauf der Immobilien und die verkleinerte
geläufig - bestimmte dieser Industriezweig
neben der traditionsreichen GlockengieBe­
Neubau ersetzt sowie der Eingang von der
BahnhofstraBe in den rückwärtigen Be­
Produktionsweiterführung
Zimmer­
telbau muBte dennoch weichen
-
1948
Standort
rei über Jahrhunderte hinweg das Er­
reich verlegt. Gleichförmige Fensterele­
»Weimarer Berg« als Tochterunternehmen
der Textilen Ausrüstungsgesellschaft (TAG)
werbsleben in Apoida und Umgebung.
Die Eignung der historischen Gebäude für
mente und ein neues Nottreppenhaus wa­
ren von nun an Zeichen für einen unprä­
Krefeld fOlgten,
Verwaltungszwecke und insbesondere für
tentiösen Funktionalismus,
Auf dem Weg zu einem neuen Profil für
ein
allerdings
Die Wohnnutzung blieb dennoch nur ein
die Region führte die neu gegründete
zunächst begrenzt. Die Strickereigebäude
vorübergehendes Provisorium, denn be­
am
neues
Landratsamt war
Kreisverwaltung seit 1 991 zähe Verhand­
waren im Zweiten Weltkrieg ausschlieBlich
reits ab 1960 wurde wieder die standort­
lungen mit den neuen Grundbesitzern des
für Rüstungszwecke genutzt worden, We­
typische Produktion von Strickwaren-Er­
»Zimmermann-Komplexes«.
wurde
nige Monate nach Kriegsende folgte ei ne
zeugnissen in der damaligen DDR aufge­
ein Mietvertrag zur Umnutzung der Gebäu­
de BahnhofstraBe 28 und der Dornburger
StraBe 1 5/ 1 7 abgeschlossen, der den Er­
kurze Phase mit zivilen Produktionsgütern.
Januar/Februar 1946 erfolgte die Demon­
tage der Maschinen und Anlagen im Rah­
nommen. Nach der Wende 1 989 und der
folgenden neuen politischen Bedeutung
halt beider Gebäude und eine langfristige
men von Reparationszahlungen an die So­
BeschluB zum Umbau des » Zimmermann­
Nutzung als Landratsamt des Kreises si­
cherstellte. Das Gründerzeitgebäude in der
wjetunion. Danach wurden Flüchtlinge und
Umsiedler aus den ehemaligen Ostgebieten
Komplexes« zu einem Meilenstein für die
politische und gesellschaftliche Zukunft
1993
der Stadt Apoida als Kreissitz wurde der
BahnhofstraBe, von 1880 bis 1882 in der
behelfsmäBig in dem Komplex unterge­
der Region. Schnell steilte sich heraus, daB
neoklassizistischen Tradition Karl Friedrich
dafür umfangreiche Sanierungs- und Um­
Schinkels von earl Timmler erbaut, ist eines
bracht. Verhandlungen der Stadt Apoida
mit der sowjetischen Militäradministration
der auffälligsten Bauwerke im Stadtkern
führten dazu, daB die Gebäude endgültig
Trotz des eng gesteckten finanziellen Rah­
von Apoida. Als »Zimmermannsbau« be­
zeichnet ist das ehemalige Fabrikations­
für Wohnzwecke vorgesehen wurden,
nachdem es 1947 beinahe zur Sprengung
gekommen wäre. Der alte imposante Mit-
mens entstand ein uneingeschränkt ge­
brauchsfähiges, angenehm helles und of­
und
Geschäftshaus
des
Strumpf-
und
baumaBnahmen notwendig waren.
D
fenes Landratsamt,
bs 1/97
29
Tragwerk und Technik
Zwischen Historie und Moderne
Zur Integration moderner Gebäudetechnik im Zuge der Umbau- und ErweiterungsmaBnah­
men am Fürstenhof in Frankfurt am Main
Über das rechte MaB an Technik in
Bürogebäuden gibt es bei Investoren,
Bauherren, Architekten, Fachplanern
und Anlagenbauern unterschiedliche
Auffassungen. Nur wenige sind be­
reit. der technischen Ausstattung ih­
rer Gebäude
einen ähnlich
hohen
Stellenwert einzuräumen wie der
Fassade oder der Ausstattungen. Der
F ürstenhof in Frankfurt zählt ohne
Zweifel zu der kleinen, aber feinen
Schar an Bürogebäuden, bei der die­
ses Gleichgewicht zwischen denkmal­
geschützter Fassade und edlem Inte­
rieur auf der einen Seite und an­
spruchsvoller
gebäudetechnischer
Ausstattung auf der anderen Seite
gelungen ist. Kühldecken und Quellüf­
tung zählen ebenso zur Standardaus­
stattung des Fürstenhofes wie Ein­
zelraumregelung und digitales Ge­
bäudemanagement.
Zwei Jahrhunderte gehen im Fürstenhof
eine nicht alltägliche Symbiose ein. Die
prunkvolle Sandsteinfassade des Architek­
ten Oskar Heussner aus dem J a h r 1902
spiegelt mit ihren monumentalen Orna­
menten, ionischen Säulen und schmuckvol­
len Balkonen den Glanz der Jahrhundert­
wende wider. Im Innern des Gebäudes do­
kumentiert
das
unter
Denkmalschutz
stehende Treppenhaus den Wohlstand der
damaligen Zeit. Die übrigen Bestandteile
des Gebäudeinnern sind vollständig neu
und entsprechen mit ihrer Mischung aus
Granit, Marmor, Edelstahl und Buchenholz
mehr dem Zeitgeist der Jahrtausend1 Der Fürstenhof an der Frankfurter Gallusanlage
gilt derzeit als ei ne der ersten Adressen in
Frankfurt. Hinter der teils historischen (links), teils
modernen Fassade verbirgt sich ein hochmoder­
nes Bürogebäude mit sehr anspruchsvoller
Ausstattung 2 Das unter Denkmalschutz stehende
Treppenhaus fügt sich in das ansonsten modern­
kühle Gebäude ein
62
30
bs 1 /97
Î
�\{
Wohngerechte Dämmung für erdberührte Flächen
Perimeter- Dämmung. Au Bendäm mung erdberü h rter
G ebäudete i l e . Effiz i e n t , FC KW-fre i , bauaufs ichtl i ch
zugelassen . Var Verrottung sicher, auf Dauer funktians­
Auskunft und I nformation :
Nord Tel . 0 52 42/ 9608-1 2
Süd Tel . 0 72 66/ 205-45
tüchtig . Macht aus unwi rtlichen Sauterrain- und Keller­
flächen behagliche Wahnwände, schafft ein trockenes,
angenehmes Raumklima: Erweiterte N utzungsmög lich­
keiten erhöhen den Gebäudewert.
�
HEIDELBERGER
DÄMMSYSTEME
Baustaffe van H E I DELBERG E R ZEM E NT
64
3 Abgeklappte Deckenelemente ermöglichen den
wende als der Wiederholung des äuBeren
Zugang zu den in die Decke integrierten
Ambientes. Das viele Glas, der gebürstete
Induktionsgeräten und den Kühldeckenelementen
Edelstahl, fünf verschiedene Farben edlen
(Kapillarrohrmatten)
Marmors und die hellen Hölzer erinnern eher
4 Wegen der ursprünglichen Absicht, den
Fürstenhof an bis zu 28 Einzelfirmen zu
an die luxuriösen Eingangshallen amerikani­
vermieten, sind umfangreiche MeBstelien zur
scher Wolkenkratzer in Chicago, New Vork
Erfassung der Kühl- und Heizenergie vorgesehen.
oder anderswo.
Alle Zähler sind auf das Gebäudemanagementsy­
Im Jahre 1992 erwarb eine Tochter der japa­
stem aufgeschaltet
nischen Immobilienfirma Kowa Real Estate
5 Nicht nur äuBerlich erstrahit der Fürstenhof in
den Fürstenhof und beauftragte Jones Lang
neuem Glanz, auch die technische Ausstattung
Wootton mit der Alleinvermietung. Mittler­
liegt weit über dem sonst üblichen Standard
weile ist der Fürstenhof vollständig vermie­
Fotos: Staefa Control Systeme GmbH,
Leinfelden-Echterdingen
tet, wobei die Dresdner Bank fast 100 Pro­
zent der Gesamtfläche angemietet hat.
Klimaanlage mit Kühlde'cken und
überwacht. Wichtigstes Ziel dabei ist die
Quellüftu ng
ständige Anpassung a n sich verändernde
Aufgrund der ursprünglich vorgesehenen
Vor der
Aufgabenstellungen.
Nutzung
als
Bürohaus
für
verschiedene
Vermietung
des
Fürstenhofes
63
wurde lediglich ein Minimalbetrieb aufrech­
Mietparteien sind alle sieben Stockwerke 50-
nenliegender Büros erfolgt mittels Unter­
terhalten. Eine qualifizierte Einregulierung
wie Erd- und ZwischengeschoB klimatisiert.
flurkonvektoren. Für den individuellen Kom­
der Anlage auf die Belange von Gebäude
Bereits Anfang der 90er Jahre entschied
fort sorgt ei ne Einzelraumregelung (staefa
und Nutzer war deshalb anfänglich nicht
man sich für Kühldecken (Fabrikat Nickel) mit
pronte) mit insgesamt 380 Regelkreisen. Die
möglich. Mit Einzug der Dresdner Bank im
Quellüftung. Die Kühlleistung der Decke ist
auf maxima I 75 Watt/m 2 (innere und äuBe­
Taupunktüberwachung aller Kühldecken er­
Juni 1994 änderte sich die Situation, so
folgt durch über 2 50 Taupunktsensoren, die
daB erst a b diesem Zeitpunkt mit der Opti­
re Last) ausgelegt, die Quellüftung leistet ei­
im ersten bis fünften Stock in jedem Raum
mierung der Anlage und der Behebung der
nen eineinhalbfachen Luftwechsel. Der Anla­
und im sechsten und siebten Stock in Refe­
Schwachstellen begonnen werden konnte.
genbetreiber garantiert 26 C ± 1,5 K im
renzräumen installiert sind.
Insgesamt
Som mer bei 32 C AuBenlufttemperatur und
Der Anspruch des Investors an hochwertige
mentsystem über 4.500 Datenpunkte, die
verfügt das
Energiemanage­
2 2 C ± 1,5 K im Winter. Die Zuluft wird im
Technik sowie die ursprüngliche Absicht, das
ihre Meldungen über 120 DDC-Mod ule u n d
Sommer entfeuchtet, 50 daB ein Raumluft­
Gebäude an Einzelfirmen zu vermieten, zog
sieben Unterstationen a n den Leitrechner
zustand von 45 % relative Luftfeuchtigkeit
umfangreiche MaBnahmen zur Erfassung
weitergeben. Transportmedium zwischen
± 10 % garantiert werden kann.
des Energieverbrauchs der einzelnen Nut­
Unterstationen und Leitrechner ist ein er­
Wegen der höheren Wärmelast im sechsten
zergruppen nach sich. Wärme und Kälte
eignisorientierter Datenbus (LAN-Bus).
und siebten ObergeschoB durch SChrägver­
wird an 50 Energieverbrauchsnetzpunkten
Oberwacht
glasungen sind dort zusätzliche Deckenin­
erfaBt und an die zentrale Gebäudeleittech­
schen Anlagen über PC mit Bildschirm und
duktionsgeräte
nik weitergegeben.
installiert.
AuBerdem
be­
werden
die
gebäudetechni­
Drucker, jeweils beim Pförtner, im Techni­
kraum sowie in einem Büro im Unterge­
steht im ganzen Haus die Möglichkeit, für
Computerräume oder andere Büros zusätz­
Flexible Leittechnik zur Optimierung
schoB. Ober ein Modem besteht die Opti­
lich Kälte über Umluftkühler einzubringen.
des Gebäudebetriebs
o n , die Anlage direkt über Telefonleitun­
unter dem Glaskuppeldach sind
Entsprechend des a l lgemein ho hen Stan­
überwachen
auBerdem an ein Vierleiter-Change-Over-Sy­
dards werden die technischen Anlagen im
und so weiter). Erfahrungswerte können
stem mit Fensterkollektoren zum Heizen
Fürstenhof
z u m gegewärtigen Zeitpunkt noch nicht
und Kühlen angeschlossen. Die Beheizung in-
mentsystem
Alle Räume im sechsten und siebten Ober­
geschoB
32
b s 1 / 97
gen von
durch
(staefa
ein
Energiemanage­
integral
MS
2000)
einer
weiteren
Stelle
(Servicefirma,
offengelegt werden.
aus
zu
Leitzentrale
0
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4
•
99085
Tex-Color®
E r f u rt
•
Te l . :
0361/59073 1 0
Weiterbildu ngskalender
Januarj Februar 97
Termln
Ort
Thema
ZielVeranstalter gruppe
Typ
27.01 .-07.02.97
27.01 .97
30.01 .97
30./ 3 1 . 01 .97
30.01 .97
30.01 97
03 02.97
04.02.97
05.02.97
05.02.97
05.02.97
05.02 97
05.02.97
07.02.97
07.02.97
1 3./ 1 4.02.97
1 4.02.97
1 4.02.97
1 4.02.97
1 7.02.97
1 8./ 1 9. 02. 97
1 8.02.97
1 8.02.97
1 8.02.97
1 9.02.97
1 9.02.97
20.02.97
20./ 2 1 .02.97
20.02.97
2 1 .02.97
2 1 .02.97
24.-28.02.97
24./28.02.97
Lauterbach
Essen
Essen
Innsbruck-Igls
Stuttgart
Essen
BerIIn
Leipzig
Dresden
Lelpzig
München
Ostfildern
8erlln
Nürnberg
Berlln
Diedorf
Stuttgart
Frankfurt
Bern
Bern
Koblenz
Nürnberg
Berlin
Berlin
Munchen
Koln
BerIIn
Diedorf
Nürnberg
Ansbach
Unterensingen
Lauterbach
Essen
238
A, B, G,S, T
A, B, I, K, M, U, W
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A, B, G, I, K, L, N, S, U
A, B, G, H, K, M, S
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A, B, D, H, G, S
A. B, 0, H, G, S
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A, B, I, K, N, U, W
A, B, H, M, N
A, B, G, K, S
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A, B, K, 5
A, B, I, M, N
A, B, G, H, K, M, S
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A, B, I, K, N, U, W
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S
S
S
S
S
S
S
L
S
S
S
S
S
S
L
S
S
S
l
L
24./25.02.97
25.02.97
25 -27.02.97
25.02.97
26.02.97
26.02.97
26.02.97
26.02.97
26.02.97
27.02.97
28.02.97
28.02.97
28.02./01 .03.97
Ostfildern
Fulda
Kesselsdorf
Berlin
Kesselsdorf
Rostock
BeriIn
Leipzig
Wei mar
Berlin
Stuttgart
leipzig
Trler
Betomnstandsetzung - SIVV-Lehrg,mge
Instandsetzung von Fassaden für Putz und Beton im Hochbau
Baustoffschaden an Bauwerken
Betoninstandsetzung 97
Alte Bausubstanz neu nutzen: Statisch-konstruktive MaBnahmen
Baustoffschäden an Bauwerken
Polychlorlerte Biphenyle (PCB) in Gebäuden
Bauwerkserhaltung und Baudenkmalpflege
Bauwerkserhaltung und Baudenkmalpflege
Baumängel - Ursachen, Fehler und Folgen in der Baupraxis und vor Gericht
Fachseminare Dachbegrünung 97. Sanierung
Schornsteinsanlerung/Schornsteindimenslonierung
Schadensbehebung an Warmedämm-Verbundsystemen
Fachsemlnare Dachbegrünung 97: Sanlerung
HOAI 96 - PraxIsseminare für Architekten
Natursteln Restaurierung und Schutz
Sachverständigenwesen für Schäden an Gebäuden
Fachseminare Dachbegrünung 97' Sanierung
4 Fachtagung Naturstelnsanlerung Bern 97
Naturstelnsanierung Bern 97
Asbest Sachkunde-Lehrgang
Bauwerkserhaltung und Baudenkmalpflege
Schimmelbildung in Innenräumen
Rechtsgrundlagen für Bauleitungsaufgaben
Bauwerkserhaltung und Baudenkmalpflege
Fachsemlnare Dachbegrünung 97: Sanierung
Leistungsverzeichnisse für Betoninstandsetzung
Warmedamm-Verbundsysteme
Alte Bausubstanz neu nutzen: Bewertung alter Gebaude
JOS + rotec 1 50 Elnführungsseminar
Fachseminare Dachbegrünung 97: Sanierung
Betonisntandsetzung - BAST
Lehrgang zum Erwerb der Sachkunde für Abbruch und Sanlerung von
Asbestprodukten gem. TRGS 5 1 9, Anlage 3
Bauschaden
Umgang mit Feuchte im Mauerwerk
Sanierung von Asbestzementplatten
Bauwerkserhaltung und 8audenkmalpflege
WDVS: Schaden, deren Ursache, Vermeidung und Behebung
Bauwerkserhaltung und Baudenkmalpflege
Baumängel - Ursachen, Fehler und Folgen in der Baupraxis und vor Gericht
14
9
239
1 70
239
1 70
18
18
18
239
6
239
217
A, B, G, I, J, K, S
A, B, D, H, K, M
A, B, G, K, S, T
A, B, D, H, G, S
A, B, G, K, S, T
A, B, 0, H, G, S
A, B, G, I, S
A, B , H , K , M, U , W
A, B, G, I , K , S, T
A, B, G, K, S, T
A, B, K, S, T
A, B, G, K, S, T
A , B , H, K, M
S
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S
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S
S
S
S
S
S
S
S
S
I
J
K
L
M
N
S
T
U
W
Investoren, Bautrager
Juristen (Bau)
8auämter
Lehrkräfte (TU, U, FH)
Meister
Baustoffindustrie
Sachverständige
Techniker
Unternehmer (Bau)
Wohnungswirtschaftler
Veranstalterverzelchnis
1 Haus der Technik e. V.,
AuBenlnstitut der RWTH
Aachen
Tel. 0201 / 1 803-1
6 Architektenkammer BadenWürttemberg, Instltut Fortbild.
Bau
Tel. 07 1 1 / 2 1 9 6 1 4 5
9 Ot. Zentrum f. Handwerk u.
Denkmalpflege
Tel. 066 1/49 5 3 -0
14 Techn. Akademie Esslingen,
Weiterbildungszentrum
Tel. 071 1 / 34008-23, -24, -25
18 SSB Spezial Seminare Bau
Tel. 089/7250787
65 Industrieverband Dichtstoffe e.
V. - IVO
Tel. 02 1 1 /90487-0
34
bS 1 /97
Altbausanierung
Verkehrswertermittlung von Gebäuden unter Beachtung baulicher Schäden
WDVS: Schäden, deren Ursache, Vermeidung und Behebung
Leistungsbeschreibungen bel der Altbauerneuerung
WDVS: Schäden, deren Ursache, Vermeldung bzw. Behebung
Instandsetzung historischer Fenster
71 Ot. Gesellschaft für
Holzforschung e. V. DGfH
Tel. 089/5309199
1 02 ZE BET Berlin
Tel. 030/4330350
1 1 3 Adolf-Wilhelm-Keim
Gesellschaft
Tel. 0821 /4802 - 1 2 7
1 36 Kulba-Bauchemle
Tel. 0981/9505-0
147 Institut fur Baustofflehre der
Universität Innsbruck
Tel. 0043 5 1 2/ 2 1 84232
1 70 Remmers
Tel. 05432/830
1 7 3 Institut für Beschichtungen u.
Anstrichtechnlk
Tel. 0261 /800760
1 74 ZinCo Dach Systeme
Tel. 07022/6003-54
1 82 WEKA Baufachverlage GmbH
Tel. 082 1 / 5041 -0
215 Interacryl GmbH
Tel. 069/782043
217 Handwerkskammer
Rheinhessen
Tel. 061 3 1 /9992-63
238 Berufsförderungswerk d . hess.
Baugewerbes
Tel. 069/95809 - 1 8 1
239 ispo-Regionalzentrum Leipzig
Tel. 0341/475560
Zielgruppenverzeichnis
A
B
C
0
G
H
Architekten
8auingenleure
Chemiker (Bau)
Denkmalpfleger
Gutachter
Hand- und Fachwerker
147
71
1 70
1 70
18
1 74
14
1 02
1 74
1 82
113
6
1 74
215
215
1 73
1 70
1 02
102
1 70
1 74
1
113
71
1 36
1 74
238
Veranstaltungstyp
V
S
L
K
R
W
Vortrag
Seminar, Tagung, Kolloquium
Lehrgang
KongreB
Reise
Weiterbildungsstudium
N E U ES VO M
REG E N MACH ER
Auf der
BAU '97
in München präsentiert der Fassaden-Spezialist alsecco zahlrei­
che Neuheiten, beispielsweise ALWOOD, eine Design-Variante aus Massivholz für
Fassaden im Wärmedämm-Verbundsystem. Als einziger der Branche bietet alsecco
gibt es Bestnoten! Wie auch für die Lösung der verflixten AnschluBprobleme bei
kombinierten Fassadenoberflächen.
Neu beim Fassaden-Spezialisten ist auch
der besonders gute Schallschutz.
auf unserem Messestand in München
an. Fragen Sie auch nach unseren
weiteren Dienstleistungen.
Ü brigens,
wenn Sie bei winterlichem Sauwetter
lieber zu
wir auch zu Ihnen, oder fordern Sie
ist nicht nur schön und umweltfreundlich, sondern besonders witte­
[iiWija11j]
Am besten, Sie schauen sich diese und andere Neuheiten rund um die Fassade
kombinierte Holz- und Putzfassaden aus einer Hand. Und unsere .Regenmacher"
rungsbeständig und lang haltbar. Und der Test bezüglich Wärmedämmung: Da
die fugenlose, vorgehängte
den wunderbar glatt. Und die Ruhe hinter der Fassade ist himmlisch. Dafür sorgt
fanden heraus: Die allseitig farbige Endbehandlung der Hölzer auf einer Wachs­
Ö I-Basis
AIR TEe,
und hinterlüftete Fassade. Damit werden selbst alte und zerklüftete AuBenfassa­
Hause
blei ben,
kommen
Informationen direkt aus Richelsdorf:
Telefon
01
30 / 1 1 99 28.
Fassa d e n - Kompetenz
Details
Treppen
Treppenkonstruktionen im ehemals Sächsisch-Königlichen Finanzministerialgebäude
Dresden, der Stadtbücherei Biberach und der Berger-Villa in Leipzig
Entwürfe der Büors v.Einsiedel . Haeffner . Partner, Boris Podrecca und dem Atelier Comtesse
62
36
64
b s 1 /97
- 1
-2
4 - - - - - - -- -
- ---
5
1 f-l...<I��
1 1 +12 Die vom Atelier Comtesse für die Berger-Villa in
Leipzig aus Elementen von Kenngott entworfene
Treppe dient zur vertikalen ErschlieBung der beiden
Dachgeschosse
Fotos: Miachel Rücker & Dan Wesker. Berlin und Leipzig
616
13 Schnitt Treppe Berger-Villa im MaBstab 1:20
14 Haltezange für Geländerfüllung im MaBstab 1 :2
15 GrundriB Treppe Berger-Villa im MaBstab 1 :50
16 Geländerbefestigung an der Wand/Treppe
Berger-Villa im MaBstab 1 :20
1 Handlauf Stahlrohr 0 42 mm lackiert
2 Befestigungskonsole Stahlrohr 0 1 2 mm lackiert
3 Geländerpfosten Stahlrohr 0 42 mm lackiert
4 Belagauflage Flachstahl 100 x 10 mm
5 Wange Flachstahl 300 x 1 0 mm lackiert
17 Anfangs- und Endpunkt der Innenabwicklung
Treppe Berger-Villa im MaBstab 1:20
1 Verschraubung 5echskantholzschraube
DIN 571 - 1 0 x 1 1 0 St
2 AnschluB angeschweiBt Flachstahl 1 20 x 10 - 3 1
S t 37 und 140 x 8 - 140 St 3 7
3 Auflager für Wange HE-B 120
4 Wange Flachstahl 300 x 1 0 mm
5 Buchenholztrittstufen t - 40 mm
5
4
617
40
bs 1/97
1 11
1 Die vom Büro v,Einsiedel ' Haeffner . Partner für
das ehemalige Sächsisch-Königliche Finanzministerial­
gebäude entworfene Stahltreppe mit gläsernen
Stufen ist einer historisch an dieser Stelle
vorhandenen Steintreppe nachempfunden
/
/
,<--/
4
/
2 FuBpunkt der Treppe im Finanzministerialgebäude
/
/
3 Die von Professor Boris Podrecca für die
Stadtbücherei Biberach (ehemals ein 1 516 erbauter
Kornspeicherj entworfene Treppe ist eine
Konstruktion aus Stahl und Glas mit in Trapezblechen
vergossenem Terrazzo als Trittstufen
4 FuBpunkt der Treppe in der Stadtbücherei Biberach
/
/
5 PodestanschluB Treppe Finanzministerialgebäude
im MaBstab 1 : 1 0
1 Estrich
2 Stahlwinkel
3
/
3
2
1
4
4
3
L:. 6
/
Fotos: 1 Jörg Schöner, Foto-Designer BFF, Dresden,
2 v,Einsiedel . Haeffner . Partner, Dresden,
3 Originalhaus Foto Design Studio, Wien,
4 Gerhard Luckner, Stuttgart
/
/
I
4
i$l
7
L:. 7
3 Glaspaneel Sigla 25-25B
4 Flachstahl 220j1660
1
---
I L:. 8
2----tir-
,.,"""'""",,=--- 4
6 FuBpunktjAntritt Tre
gebäude im MaBstab '
1 Geländerpfosten 50.
2 AnschluBblech (aufg
3 Edelstahlplatte 2,16
9 Schnitt Treppe Stadtbücherei Biberach
im MaBstab 1 :50
1 Handlauf Edelstahlrohr " 30 mm
2 Blech lackiert
3 ESG-Glas 10 mm
4 Gländerpfosten Stahlrohr lackiert " 50 mm
5 Wange 2 C 200
10 FuBpunktjStufe Treppe Stadtbücherei Biberach
im MaBstab 1 :1 0
1 Stahltrapezblech Nirosta gekantet 2 . 5 mm
2 Armierung verschweiBt " 8 mm
3 Terrazzo
4 Wange 2 C 200 mit Anstrich
5 Verschraubung M 1 2
6 Sichtbetonstufe
L:. 1 0
bs 1 / 97
37
---
�.
5
5
4
6
7
8
9
1
L.. _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - -
I
=inanzministerial-
weiBt) 50/8 x 80
x1
7 Auflagerung der Glaspaneele
Treppe Finanzministerialgebäude im MaBstab 1 :5
1 Wange Podestträger U 220 mit Anstrich
2 Versiegelung/Vorlegeband/Distanzholz
3 Glaspaneel Sigla 25-25B
4 Winkelrahrnen-ProfiI 50/50/7
für Spannweiten über 1.10 m (rundkantig)
5 Neoprenstreifen
6 Distanzholz
7 Podest T 50/50/5 (scharfkantig)
8 Schnitt Treppe Finanzministerialgebäude
im MaBstab 1:50
1 Handlauf Buche el 35 mm
2 Wange und Podestträger U 220
3 ZUg- und Druckstab el 60 m m mit AnschluB an
Stirnwand
4 Kragarm 1 20-240/90 mm
5 AnschluBblech t - 20 mm
6 T-Profil Edelstahl 50/50
7 Stütze 2 x U 220 mit Stahlblech t = 20 mm
8 FuBplatté 2.50 x 2.50 x 1 (bündig)
9 Naturstein Lausitzer Granit
10 Flachstahl 220 mmo t nach Statik
1 1 Wange U 220 mit Anstrich
12 Schwelle zur Lastübertragung U 200
38
b s 1/97
12
--- ---
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Fü r Bau - Profis
PCI Augsburg GmbH
Piccardstra Be 1 1 86 1 59 Augsburg
J
Telefon 0821 /59 0 1 -0
Telefax 0821 /59 0 1 -3 72
Trockenbau
Kugelschnitte
Die Trockenbau-Kuppeln im Deutschen Dom in Berlin
Bauherr:
Bundesbaudirektion, Berlin
Planung:
Pleuser & Staab
Jürgen Pleuser
Volker Staab
Architekten, Berlin
Trockenbau-Beratung:
Robert Tappert, Iphofen
Die Sanierungs- und Restaurierungs­
arbeiten
am
Deutschen
Dom am
Gendarmenmarkt im Zentrum von
Berlin gehen ihrer VOllendung entge­
gen. Im zweiten Weltkrieg zerstört,
[, 1
wie der Französische Dom - sein Zwil­
1 Die Unterkonstruktion für die flachrunde
Kugelabschnittsdecke mit einer Stichhöhe von 1 35
lingsbruder am gleichen Platz -, er­
folgte nun der Wiederaufbau.
mm wird in die Kuppelspitze hochgehievt
2 Die Bauplatten werden trocken gebogen und
Die Ausbildung seiner Kuppeldecken steilte
angeschraubt
Fotos: Knauf, Iphofen
mit
Spezialverbindungen
an
den
neun
Grundprofilringen befestigt werden muB­
ten. Die Tragprofile verlaufen konkav ge­
bogen mehr als vier Meter hoch. Die Ab­
hängung der Unterkonstruktion erfolgte
an der Rohbaukuppel drucksteif an beidsei­
neue Anforderungen bezüglich der MaB­
stäbe an den Trockenbau und ist ei ne her­
schnittdecke (Stichhöhe 1 3 5 mm). Ihre Un­
tigen U-Stahlprofilen über Cadi-Klipp-HB-2.
vorragende
terkonstruktion
Zwischen die Metallsegmente der Unter­
Ingenieurleistung.
Zunächst
war
im
Baukasten-Set
wurde die zehn Meter hohe Kuppel des
komplett vorgefertigt. Sie konnte auf der
konstruktion
Turmes (60 Meter Höhe). mit einem Innen­
durchmesser von über zehn Metern, fer­
Baustelle an einem Tag mit einfachen
stoff (100/40) eingebracht. Es folgte die
tiggestellt. Ende 1 996 begannen die Arbei­
Handgriffen zusammengesetzt und druck­
steif am oberen Druckring abgehängt wer­
ten an einer zweiten Kuppel im Nordflügel
den. Dann folgte die Montage der Unter­
wurde
Mineralfaserdämm­
Montage von zwölf vorgefertigten Schat­
tenfugen aus 12 Zentimeter breiten U-för­
mig ausgebildeten Gipsplatten-Elementen.
konstruktion des Trockenbau-Systems in
Die Seitenstreifen sind in regelmäBigen Ab­
ständen geschlitzt, um die Schattenfugen­
aufbau des Doms stammen von den Berli­
der groBen Kuppel des Hochturms, die als
zweiseitige Korbbogenkonstruktion mit
ner Büro Pleuser & Staab. Ihre Vorgaben
zwei Radien ausgelegt ist. Dazu muBten als
sten. Die gesamte Unterkonstruktion er­
über einem groBräumigen Ausstellungs­
saaI. Entwurf und Planung für den Wieder­
biegung über die ganze Höhe zu gewährlei­
für die Innenkuppel wurden durch die Zen­
Grundprofile zehn Ringe aus verzinkten
hielt als Dampfsperre eine Verkleidung aus
trale Objektberatung der Gebrüder Knauf
Stahlleichtprofilen
Alu-Folie, horizontal in Ringen überlappend
Westdeutsche Gipswerke unter Leitung
schrauben an der Rohbaukuppel kraft­
verklebt. Dann war die Verplankung mit
von Robert Tappert umgesetzt, die mit
sChlüssig befestigt werden, die aus einem
Gipsplatten an der Reihe. Von unten nach
CAD operiert und die Detailplanung über­
Mischtragwerk
nahm.
Holz besteht.
aus
mit
Spezialsechskant­
U-Stahlträgern
und
oben
wurden
die
Knauf-Platten
mit
Schnellbauschrauben kraftschlüssig an den
Den Zuschlag für die Ausführung erhielt
Als horizontale Grundprofile dienen Vierk­
vertikalgebogenen Segmenten der Unter­
das Berliner Stukkateurunternehmen Klaus
antrohre (20/20/ 1 , 5 mm). die nach den
konstruktion befestigt, wobei die trockene
Rogge. Wie Rogge-Bauleiter Günzel hervor­
erforderlichen Radien der Kuppel gebogen
hob, wurden bei diesem Objekt die räumli­
wurden. Vorgebohrt für die Aufnahme von
Verbiegung der einzelnen GK-Platten bei
der Verschraubung durch drei Trockenbau­
chen Dimensionen für Trockenbausysteme
bis an die Grenze ausgelotet. Die Kuppel­
drucksteifen Abhängungen, sind an ihnen
auch 1 20 vertikal montierte Tragprofile
einer flachrunden,
(Decken-Profile CD 60/27 mm) befestigt,
monteure erfolgte. AbschlieBend muBte
die gesamte Oberfläche aus Gipsplatten
vollflächig in mehreren Arbeitsgängen
dampfdicht hergestellten runden Kugelab-
die über ei ne Höhe von fast zehn Metern
überspachtelt und geschliffen werden.
spitze
42
besteht
bs 1/97
aus
0
Trockenbau
Terra incognita
Umbau eines Pferdestalls zur Bibliothek
Bauherr:
Landesbauamt Brandenburg
Planung und Bauleitung:
Architekturbüro Becker
Reiner Becker
Architekt
Potsdam
Statik:
BAlG, Brandenburg
Heizung, LÜftung, Sanitär:
BWE, Ragow
Elektroinstallation und Datentechnik:
PFI, Berlin
Trockenbau-Beratung:
Thomas Kawaka
Berlin
Über 120 Jahre war die Kasernen­
stadt in Brandenburg an der Havel
durch eine Mauer den Blieken der Öf­
t::. 1 Nach der Umnutzung beherbergt die Kasernenstadt an der Havel die Fachhoschule Brandenburg
fentlichkeit entzogen - eine verbote­
ne Stadt. Heute beherbergt der Ge­
Schönheit ei ne Zierde der Stadt«. Hoch zu
RoB passierten zuerst die kaiserlichen
steinbauten bilden gleichzeitig die nördli­
bäudekomplex
Fachhochschule
Kürassiere die Tore, durch die später noch
che Begrenzung des gesamten Areais.
im
Soldaten der Wehrmacht, der NVA und zu­
Stadteinwärts wird das Ensemble durch
Brandenburg
Pferdestall
die
und
stehen
ehemaligen
inzwischen
kartigen Geländes. Die historischen Back­
die
letzt der Bundeswehr marschieren sollten.
moderne Erweiterungsbauten ergänzt, die
Bücher der Hochschulbibliothek . Die­
ser radikale Wandel war unter ande­
rem durch die Verwendung von etwa
Der Garnisonsstandort entwickelte sich
zwischen der Havel und dem Marienberg in
Brandenburg zu einem eigenständigen
sich in Höhe und Gestaltung der histori­
schen Bausubstanz anpassen.
Die umfangreichste Verwandlung erlebten
1 0.000 Quadratmetern Ausbau-Plat­
Stadtteil.
die bauhistorisch wertvollen Remisenfrag­
Über sechs Millionen DM Investitionen
mente, die sich durch zahlreiche Umbau­
ten und Umnutzungen in einem stark sa­
ten möglich.
In
die
ehemalige
Kürassierkaserne
der
nierungsbedürftigen
Zustand
befanden.
Stadt Brandenburg ist ein neuer Geist ein­
gezogen. Ü ber 120 Jahre war die Gebäude­
anlage inmitten der Stadt an der Havel ein
Der mit einem Investitionsvolumen von
Der ursprünglich als Pferdestall mit darü­
über sechs Millionen DM vollzogene Wandel
des Kasernengeländes in die Fachhoch­
berliegendem Heuboden angelegte Bau
diente später lediglich als Lager und verfiel
Militärobjekt und durch eine Mauer von
der Öffentlichkeit getrennt. Stadtpläne
schule für Betriebswirtschaft, Elektronik
zusehends. Dem neuen Nutzungskonzept
und Kommunikationstechnik trug dem An­
und den denkmalpflegerischen Aspekten
wiesen das Gebiet als weiBen Fleck aus, der
spruch Rechnung, eine auf Kommunikation
entsprechend erfolgte ei ne volIständige
Auskernung der beiden Stockwerke des
in seinen AusmaBen von 92 Hektar und in
ausgerichtete Hochschule zu sein und den­
seiner Anlage einer Stadt innerhalb der
noch die Geschlossenheit einer forschen­
Baukörpers, die noch gut erhaltene guBei­
Stadt, aber als Terra incognita mehr einer
den und studierenden Gemeinschaft zu re­
serne Stützen mit Werksteinkapitellen 50-
verbotenen Stadt glich. Die Kasernenstadt
präsentieren. Der für etwa 2.000 Studen­
ten ausund umgebaute Komplex
wie ein Ziegelkreuzgewölbe im ErdgeschoB
entstand für die 1873 aus dem Deutsch­
Französischen Krieg zurückversetzte Gar­
nison. Die Bauten bildeten nach zeitgenös­
sischem Urteil in ihrer »architektonischen
akzeptiert die Dominanz der ehemaligen
Kavalleriekaserne als Hauptgebäude der
Hochschule innerhalb des inzwischen par-
ObergeschoB muBte allerdings volIständig
erneuert werden. Die wiederhergestellte
und gelungene Situation läBt dennoch et-
freisetzte. Das Gebälk des Heubodens im
bs 1/97
43
63
62
was von der einstigen Futterkammer der
stands klasse F 30 nach DIN 4102,
Kürassierpferde erahnen, Mit dem Einbau
von Fensterbändern als Oberlicht entstan­
Im
Trockenbauwänden vÖllig neue Raumstruk­
den in dem historischen Gebäude ausge­
turen sowie Wand-, Dachschrägen und
ObergeschoB
realisierte
2 Der Umbau der einstigen Futterkammer
man
mit
zeichnete, den modernen Ansprüchen ent­
Deckenverkleidungen
sprechende
Gipsfaser-Platten auf üblichen Unterkon­
Lichtverhältnisse
für
den
mit
10
Millimeter
künftigen Lesesaal und die Beratungs- und
struktionen, Optisch besonders gelungen
Seminarräume, Um die historischen Details
sind die mit den Ausbau-Platten realisier­
weitestgehend zu erhalten und zu bewah­
ren, sowie die Idee, eine sowohl für die
ten Ausfachungen des Gebälks, Die Brand­
Studenten der Fachhochschule als auch
für die Brandenburger Bevölkerung offene
diesem Objekt der Nutzung entsprechend
Bibliothek in dem alten Remisengebäude
aus beidseitig beplankten Metallständer­
und Schallschutzanforderungen lagen bei
sehr hoch, Die Raumtrennwände beste hen
unterzubringen, entschloB man sich, für
wänden, Wobei man für die Konstruktion
den gesamten Innenausbau Montagewän­
de beziehungsweise Ausbau-Platten der
Fels-Werken aus Goslar zu verwenden, Da­
die üblichen CW- beziehungsweise UW-Pro­
file verwendete, die im Hohlraum eine
Dämmschicht und die Trassenführung für
bei kamen Fermacell Gipsfaser-Platten in
Elektroinstallationen aufnehmen konnten,
den unterschiedlichsten Kombinationsmöglichkeiten zum Einsatz,
weise 1 0 Millimeter Fermacell Platten je
(Heuboden) der Kürassierpferde innerhalb der
ehemaligen Kaserne in Brandenburg wurde optisch
gelungen auch im DachgeschoB mit Fermacell
Ausbau-Platten realisiert
3 Mit den Ausbauplatten konnte der Umbau zur
Bibliothek in allen Geschossen innerhalb von einer
Umbauzeit von nur einem Jahr realisiert werden
4+5 Fensterbänder als Oberlicht sorgen für
optimale Lichtverhältnisse im Lesesaal der Bücherei
6 Vor einem mit einer Trockenbauwand aus
Gipsfaser-Platten im ErdgeschoB geschlossenen
Gewölbebogen befindet sich die aus Holz und
geschrotetem Glas modern gestaltete Anmel­
dungstheke
7 Alt und neu ergänzen sich auch in weiteren
Bereichen im ErdgeschoB: Zwischen den gelben
Ziegelkreuzgewölben und guBeisernen Säulen
befinden sich Trockenbauwände aus Gipsfaserplat­
ten oder modern gestaltete Bücherregale
Fotos: Fels-Werke GmbH, Goslar
Bei der Beplankung mit 12,5 beziehungsSeite entsprechen die Wände der Brand­
Ausbau im Trockenbau
schutzklasse F 30 nach DIN 4102, Wände,
ten nicht gefährden, Weitere Zeitvorteile
Im ErdgeschoB, dem eigentlichen Bücher­
die eine höhere Brandschutzklasse erfor­
derten, wurden doppelt beplankt. Je nach
magazin, entstanden Wandverkleidungen,
Ausführung
Trennwände
Teil der Platten kam abweichend von den
Zwischenwände sowie in einigen kleinen
Räumen Unterdecken neu, die die histori­
schen Gegebenheiten der wertvollen
Luftschalldämmwerte von R'w 50 dB bis
R'w 55 dB nach DIN 41 09,
industriellen StandardmaBnahmen bereits
zugeschnitten auf die Baustelle,
Kreuzgewölbe berücksichtigen und nicht
Umbau unter Zeitdruck
Resümee
erreichen
die
brachte eine ausgefeilte Lieferlogistik, Ein
zerstören sollten, Um den hohen Anforde­
rungen dieser Situation zu entsprechen,
Nicht zu unterschätzen war aber auch der
Die Umwandlung von militärischen Hinter­
montierte man die neuen Unterdecken als
erhebliche Zeitvorteil bei den Bauabläufen
lassenschaften stellt im Land Brandenburg
selbsttragende Bauelemente, Als Abhänge­
system dienen Weitspannprofile, die vom
und die Unabhängigkeit von möglichen
Witterungseinflüssen, Nur ein Jahr stand
für die gesamten UmbaumaBnahmen an
ei ne Herausforderung von ungewöhnlich
hohem AusmaB dar, denn das Bundesland
ist in besonderer Weise von diesem Erbe
betroffen, Ü ber die Hälfte des Gesamtpo­
statischen Deckengewölbe weitestgehend
unabhängig sind, Ihre Verankerung erfolg­
der Fachhochschule zur Verfügung, Nach
te links und rechts an den Wänden, Der
einer gründlichen Sanierung des Backstein­
tentials in den neuen Bundesländern findet
Deckenhohlraum zwischen dem Kreuzge­
mauerwerks
wölbe und der Unterdecke konnte zur
Dächer sowie der Dachkonstruktion erfolg­
sich allein im Land Brandenburg, Die Fach­
hochschule in der Stadt Brandenburg zählt
Führung von Installationen genutzt wer­
te der umfangreiche Innenausbau,
zu den Beispielen gelungener Konversion,
den, Diese Deckenkonstruktion erfüllt als
selbständiges Bauelement die Anforderun­
Eingebunden in diese Vorgaben sollten die
Arbeiten im Remisengebäude planmäBig im
Die neue friedliche Nutzung des Gebäu­
deensembles als Hochschulcampus be­
gen an den Brandschutz, denn im Falie ei­
Winter und Frühjahr erfolgen, Selbst lan­
wahrt nicht nur die interessante histori­
ner Brandbelastung aus dem Raum bieten
die Unterdecken einen wirksamen Schutz
für die Installationen in der Feuerwider-
ganhaltender strenger Frost und erhebli­
che Feuchtigkeit konnten die Bauabläufe
durch die Verwendung der Fermacell Plat-
sche Bausubstanz, sie wird aus der einst
verbotenen Stadt eine kleine lebendige und
vor allem freie Stadt entstehen lassen, 0
44
bs 1/97
an
allen
Gebäuden,
der
67
bs 1/97
45
Forschung und Praxis
Schatteng las
Rechentechnische Untersuchung des Innenklimas in einem Bürogebäude
bei unterschiedlichen Verglasungen
Von Hans-Peter Leimer und Frank EBmann
Verglasungsflächen
Ausdruck
zung zu bewerten. Auf der Grundlage die­
moderner Architektur oder zur Be­
als
ses Verfahrens wurde das wärmetechni­
nach DIN ISO 7730 der Index PMV (Predic­
lichtung, auch bei historischen Bau­
sche
ted mean vote � vorhergesagtes mittleres
Votum) ermittelt werden. Der PMV errech­
Verhalten
eines
Bürogebäudes
für dieses Empfinden zu erhalten, kann
ten, führen durch ihre Strahlungs­
grundsätzlich untersucht.
gewinne im Winter zur einer Reduk­
Die Aufgabe bestand darin, unterschiedli­
net sich aus den begleitenden Parametern
tion
Heizleistungsbedarfs.
des
Dieser Vorteil kann aber in den Über­
che Ausbildungen einer vorgesetzten Fas­
wie Aktivitätsgrad, Bekleidung und Klima.
sa de unter wirtschaftlichen Gesichtspunk­
Es ergeben sich für den PMV-Wert die
gangs- und besonders während der
ten genauer zu untersuchen. Hierbei galt
Bandbreiten gemäB TabelIe I:
Sommerperiode zu einer Überhit­
zung des RaumesjGebäudes führen
es für einen typischen Büroraum (»Refe­
renzraum«) eine nachvollziehbare Bewer­
und somit zu erheblichen Verände­
tung unterschiedlicher MaBnahmen in Hin­
rungen des Raumklimas und zu Be­
bliek auf die Art der Fassadengliederung,
einträchtigungen der Nutzung des
die Auswahl der Verglasung sowie die Aus­
Gebäudes.
wahl
besonderer auBen-/innenliegender
SonnenschutzmaBnahmen
unter
Beach­
tung des winter- und sommerlichen Wär­
meschutzes darzustellen.
PMV
3 ... .
2
1
PPD
99 %
75 %
- zu warm
- warm
- etwas warm
25 %
5%
- etwas kühl
25 %
75 %
99 %
0
-1
-2
-3
- kalt
Tabelle l
Behaglichkeitswerte nach DIN ISO 7730
- neutral
- kühl
In der vorliegenden Untersuchung werden
Als behaglich wird ein Bereich zwischen
Da die Fragen zum sommerlichen Wärme­
lediglich wärmetechnische Zusammenhän­
+ 0,5 und - 0,5 angesehen. Hierbei wird
schutz nach DIN 4108 oder der Wärme­
ge in bezug auf die sommerliche Tempera­
auch berücksichtigt, daB die Behaglichkeit
schutzverordnung (WSchVo) [ 1 ,21 nur un­
turentwicklung untersucht. Die feuchte­
ein in weitem MaBe subjektiver Wert ist.
zureichend beantwortet werden können,
technischen Aspekte werden hier nicht
Diese Subjektivität wird durch die Darstel­
sind ergänzende Bewertungsrichtlinien er­
forderlich, um zum einen die Auswahl eines
näher dargestellt.
lung des PPD-Wertes (Predicted percenta­
Beschreibung der Grundzusammen­
ge of dissatisffied � Prozentsatz der Unzu­
friedenen) verdeutlicht, in dem selbst bei
anderen die Beschreibung einer erforderli­
hänge
einem »neutralen« Wert von 5 % Unzufrie­
eh en Glasart zu ermöglichen. Bei der Aus­
wahl des Glases wird es erforderlich aus
mehr als 200 unterschiedlichen Verglasun­
Der Begriff der Behaglichkeit: Das Raumkli­
denen ausgegangen wird!
Für die vergleichende Betrachtung der Va­
rianten - Rechnung wurde für einen Be­
gen
mit einer Vielzahl glasspezifischer
Komponenten Raumlufttemperatur, relati­
haglichkeits-Index PMV =
+
0,5 die maximal
Kenndaten nun das richtige, geeignete Glas
auszuwählen.
ve Luftfeuchte, Raumluftgeschwindigkeit
und RaumumschlieBungsflächentempera­
zulässige Raumtemperatur
�G berechnet.
geeigneten
Sonnenschutzsystems,
zum
ma wird im wesentlichen von den vier
Als weitere Grenztemperatur wurde die
Eine Vorausschau auf die Temperaturent­
tur bestimmt. Die empfundene oder ef­
Temperatur für einen PMV =
wicklung in Räumen und Gebäuden war bis­
fektive Temperatur ist nicht identsich mit
chend »etwas warm« ermittelt. (Letzter
lang nur bedingt möglich. Nun sind in letz­
ter Zeit neben den Simulationsrechnungen
der Raumlufttemperatur � L ' Vielmehr
geht hier die mittlere Strahlungstempera­
Wert ist sicherlich vordringlich als Rechen­
der Bauteile, wie Wärmebrücken, Feuchte­
tur der umschlieBenden Flächen �m mit
ein. Es zeigt sich die empfundene Tempe­
verteilungen im Bauteil infolge Kapillarlei­
tung, Kondensationsberechnungen, auch
+
1 ,0 entspre­
und nicht als PraxisgröBe anzusehen!). Un­
ter dem Ansatz einer sitzenden Tätigkeit
mit Sommerbekleidung ergeben sich somit
mittlere Grenztemperaturen ....
�G
.. . für »noch behaglich« (PMV = + 0, 5 ) : 27 oe
die Möglichkeiten von Klimasimualtions­
ratur �e unter Berücksichtigung der am
Körper geitenden Wärmeübergangskoefizi­
rechnungen für Gebäude weiter entwiekelt
worden. Hierbei besteht nun die Möglich­
enten (K-Konvektion, S-Strahlung), die bei
üblichen raumklimatischen Verhältnissen
.. . für »etwas warm«
(PMV = + 1 ,0): 2 9 oe
Voraussetzung für ein angenehmes Raum­
keit, die Auswirkungen der Veränderungen
der Raumschale (Dach, Wand, Boden, Fen­
ster) auf das Raumklima gerade im Vorfeld
zu aK ;; as ;; W/mzK gesetzt werden kön­
nen: �e = ( � L + �mll 2
klima ist die Einhaltung der Grenztempera­
tur beziehungsweise bei deren Ü berschrei­
Die Behaglichkeit in einem Raum ist subjek­
tung während einer Hitzeperiode die An­
und in Abhängigkeit einer geplanten Nut-
tiv. Um jedoch einen BeurteilungsmaBstab
zahl der »kritischen Stunden« möglichst
46
bs 1/97
jó
� r-------'
34
34
32
32
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-
30
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- - - - - - - _ ... ...
-
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26
204
--
. - " -�
- - - -- -
--
- - - - - - -- - -
- -.. _-
24
- - - - - iplus(W-Veral·)
- - - -- 1lbliche s-V<tiI.
-- iposol natUI1I (S-Veral.)
22
-- iposol naturo - Sild
- - - -- iposol natun - Nord
22
20
- - - - - ipaol n&\.n - Ost
- - - - _. ipaol natura - West
20
7. A"IIUS'
8. Auaust
8. Auaust
7. AUIl\II'
Dlagramm 1 Temperaturverlauf/Unterschiedliche Verglasungsarten
-
va, Süd
Diagramm 2 Temperaturverlauf/Untersch. Raumorientierung
-
va, ipasol natura
gering zu halten. Die Bewertung der Be­
Die Wärmeschutzverordnung fordert für
Grundlagen für die Klimasimulati­
rechnungen ist durch den subjektiven Ein­
Verglasungen unter den Voraussetzungen
fluB auch relativ zu führen. Aufbauend auf
onsrechnungen zur Bestimmung
des thermischen Verhaltens
verschiedener
ei nes Fensterflächenanteils f 50 % und bei
nicht ganztägiger Verschattung bezie­
Untersuchungen (zum Beispiel [3J wurde
hungsweise keiner Nordausrichtung für die
Mit dem Programmsystem TRNSYS (= Tran­
als Grenzstrahlung IG, das heiBt die Strah­
sient System Simulation Programm) [4]
lung, die von den Nutzern aufgrund der
Wärmegewinne sowie möglicher Blendung
Einhaltung von g F * f 0.25.
Festzustellen ist, daB diese Forderung
nicht 50 weit geht, wie die Empfehlung der
als unangenehm empfunden wird, ein
Wert der Gesamtstrahlung 200 Wjm""
Beispiele zur Forderung der WSchVo:
Das Rechenprogramm berücksichtigt dyna­
mische Effekte, die nach aktuellen Anga­
festgelegt. Bei Erreichen dieses Wertes
Für eine Verglasung ohne Verschattung
ben zugrunde gelegt werden können.
wird in den Berechnungen die Verschat­
(z=1) bedeutet dieses bei
Erfahrungswerten
sowie
tungsmaBnahme eingesetzt.
Stand der Normen und Verordnungen:
DIN!
können thermische Systeme unter insta­
tionären Bedingungen berechnet werden.
Die Variation der nachstehenden Randbe­
f = 50 %: 9 � 0.50
dingugnen, die ein Bauwerk belasten, er­
f=
möglicht es einerseits die energetische Be­
75 %: 9 � 0.33
f = 100 %: 9 � 0.25
urteilung
von
PlanungsmaBnahmen
als
Winterlicher Wärmeschutz: Zum winterli­
Der jeweilige Glasstandard ist dadurch vor­
auch die Auswirkungen auf das Raumklima
chen Wärmeschutz gibt die neue Wärme­
ab bestimmt worden. Bei f = 75 sowie 100
% ergibt sich die Erfordernis eines soge­
durchzuführen.
keinen
k F -Wert vor, da lediglich der Heizwärmebe­
darf des Gesamtgebäudes betrachtet wird.
nannten Sonnenschutzglases. Nicht geklärt
Standort, seine Geometrie, Neigung und
ist hiermit jedoch, welcher Typ verwendet
Azimut, der Bauteile und Baustoffe, der
Bei einem »Erstmaligem Einbau, Ersatz und
werden sollte, zumal Werte, wie die Licht­
Erneuerung von AuBenbauteilen bestehen­
der Gebäude« wird ein erforderlicher Wert
durchlässigkeit, stark unterschiedlich sind.
Nutzung des AuBenklimas als Modell für ei­
ne rechentechnische Klimasimulation abge­
Für den Fall f = 50 % ist unter Umständen
bildet. Klimadaten: Für die rechentechni­
k F � 1,8 Wjm""K sowie bei Ansatz für Ge­
bäude geringer GröBe ein k m , F eq � 0,7
Wjm""K genannt. Die Ansätze der WSchVo
ergeben für die Verglasung etwa einen
noch eine Wärmeschutz-Verglasung aus­
sche Betrachtung wurde das vom BMFT zu­
reichend. Aber auch hiermit ist aufgrund
sammengestellte Test-Referenz-Jahr der
der vielen Abhängigkeiten und Parameter
der Glastyp noch nicht näher bestimmt.
Zone 2 - TRY 02 -, entsprechend dem
nord- und westdeutschen Tiefland, für die
maximalen Wärmedurchgangskoeffizien­
ten k v von 2,0 Wjm""K. Forderungen für
einen g-Wert werden hierbei nicht formu­
liert. Aufgrund der möglichen Strahlungs­
Aufgrund der unterschiedlichen Verglasun­
Vorgabe des AuBenklimas zugrunde gel egt.
gen auf dem Markt, den verschiednen
Hierbei wurden die Daten Lufttemperatur,
schutzverordnung
zunächst
Bei
den
Berechnungen
wurde das Gebäude in Hinblick auf seinen
Empfehlungen und Verordnugnen sowie
rel. Luftfeuchte, diffuse Strahlung und di­
den Wünschen des Bauherrn, gibt es bei
rekte Strahlung angesetzt.
den Verglasungsherstellern wie auch bei
Das auf der Grundlage der Auswertung von
den Architekten unterschiedliche Philoso­
Wetterdaten vom Deutschen Wetterdienst
Sommerlicher Wärmeschutz:
phien hinsichtlich der Erfordernis hoher
festgelegte Klima stellt einen über mehrere
Nach DIN 4108 T2, 4.3 sowie 7 werden
oder niedriger k- beziehungsweise g-Wer­
Jahre gemittelten Zustand dar. Es ent­
Empfehlungen für den sommerlichen Wär­
te. Als häufiges Problem stellt sich heraus,
meschutz gegeben. Hierin werden je nach
Bauart (leichtjschwer) und Lüftungsmög­
daB bei hohen g-Werten der Verglasung im
Som mer - aber vielerorts auch schon im
spricht somit einem »üblichen« regionalen
Klima, unter Auslassung extremer Phasen.
lichkeit (zum Beispiel Schule oder Woh­
nung) Höchstwerte für den Faktor g F . f
Winter - Wärmelasten hinzu gewonnen
sichtigen
werden, die aufgrund der heutzutage oh­
Sommer-Zustand. Höhere Temperaturen,
ne Probleme zu erreichenden gering en k­
die nun gerade in den Sommern 1 994 und
gewinne ist jedoch zumeist ein erhöhter g­
Wert gewünscht.
(f = Fensterflächenanteil) angegeben.
Tabele .
Empfohlene Höchstwerte (gF · f) nach DIN 4108, T2
Erhöhte natürliche Belüftung
Bauart
nicht vorhanden
leicht
s.Qlyver
0.1 2
0.14
vorhanden
0.17
Q.25
Die ermittelten Innentemperaturen berück­
somit
einen
repräsentativen
Werten nicht mehr abgeführt werden kön­
1995 zu verzeichnen waren, oder eben ge­
nen. Die Diskussion über die geeignete
ringere bei einem »verregnetenSommer«
Kombination dieser beiden Kennwerte ist
sicherlich mit den geitenden Normen und
sind natürlich in der Praxis möglich. Bei der
Simulationsberechnung wird eine stündli­
Verordnungen noch nicht beendet.
che Berechnung für den Sommerfall (hier:
bs 1 /9 7
47
� r-------,
� r-------,
).4
).4
32
32
30
30
'.
'-
1
28
!!
26
24
----- iplus (W-VergJ.)
- - - - - Obtiche S-VergJ.
-- iposol natUlO (S-VergJ.)
22
28
..... - ,/;'./"
..... -:,... .
,:--,/
_
'/.
'" v � :;;::: ..
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24
ipuol natura - SQd
ipuol natura - West
- -- - - iposol notura - Os!
- - - -- ipaol natura - Nord
-_. . _ . .
22
20
20
7. AUjlUSt
7. A_t
8. AuausI
Diagramm 3 Temperaturverlauf/Unterschiedliche Verglasungsarten - V1 , West
Juni-Juli-August
2208 Stunden) vorge­
=
nommen.
Referenzraum:
Für die Berechnungen wurde ein typi­
scher Büroraum ausgewählt und als Modell
für eine rechentechnische Klimasimulation
abgebildet. Auf der Grundlage der Planun­
terlagen ergaben sich
Flächen (etwa):
Grundfläche
die
folgenden
Diagramm 4 Temperaturverlauf/Untersch. Raumorientierung - V1 , ipasol natura
wurde aus dem Hause Interpane die Wär­
durch bewuBte Fensterlüftung auftreten­
meschutz-Verglasung (W-Vergl.) »plus neu­
tral R« und die Sonnenschutz-Verglasung
den Luftwechsel mit dem AuBenklima wur­
de für eine übliche Büronutzung berech­
ipasol natura« ausgewählt. Ver­
net. Eine Heizung und/oder Kühlung wird
gleichend hierzu wurde ein typisch es neu­
bei dem betrachteten Sammerfall nicht
trales Sonnenschutzglas hinzugezogen.
Letzteres stellt ein mittleres Glas aller
berücksichtigt.
führenden Glashersteller dar.
Simulationsrechnungen
(S-Vergl.)
••
Farbige
Gläser
wurden
hierbei
nicht
2 5 m..
berücksichtigt, TabelIe 111 zeigt, daB der
Untersuchte Varianten
AuBenwand
11 m..
energetische Strahlungsdurchgang mit zu­
Verschiedene Parameter beeinflussen das
Fensteranteil
66 %
nehmender Qualität der Verglasung erheb­
Innentemperatur-Niveau. Im nachfolgen­
Rahmenanteil
20 %
lich reduziert werden kann. Gleichzeitig re­
den wird daher zunächst ein Vergleich aller
Der Raum wurde desweiteren in den Orien­
duziert sich aber auch die Lichtdurchlässig­
Glasarten vorgenommen (Variante VOl. Es
tierungen variiert, so daB der unterschied­
liche EinfluB der Strahlung deutlich wird.
keit 't, womit das Raumempfinden sowie
auch eine Veränderung der Materialansicht
werden in den weiteren Varianten die Ein­
flüsse der Verglasungsorientierung sawie
Baustoffe und Bauteile:
einhergeht.
von AuBen- und Innenverschattungen er­
Die Bauteile mit ihren baustoffspezifi­
Gebäudenutzung Durch die Nutzer, BeAnsatz der Parameter
Variante
mittelt. Im einzelnen werden die falgenden
schen wärme- und feuchtetechnischen
Kennwerten wurden auf der Grundlage der
DIN 4108 sowie von Untersuchungen [ 5 , 6]
angesetzt. Die Baustoffe werden hierbei
im Hinblick auf ihre Absorption (bei auBen
Variation der Verglasungsarten (siehe TabelIe 111).
wie Variante 0, jedoch additive Fensterlüftung
von 2.0 h- 1 bei �c > 27C
VO
V1
wie Variante 1 , jedoch zusätzUcher Einsatz
ven VerschattungSmaBnahmen auBen
bei Ic > 200 W/m..
V2
liegenden Bauteilenl, ihre Speicherfähig­
keit sowie ihre Absorption, Reflexion und
Anmerkung
Vergleich der Gläser
Zu bewertende Grundvariante!
Relevant nur für die Wärmeschutz
-Verglasung
DurchlaBwiderstand bei Verglasungen be­
rücksichtigt.
Tabelle IV Untersuchte Varianten
leuchtung und Geräte ergeben sich für
Varianten untersucht (Ta belle IV).
Folgende Bauteile wurden angesetzt:
den Raum zusätzliche Wärmegewinne. Die­
Temepraturverhalten im Referenzraum
GeschoBdecke: Stahlbetondecke mit ab­
gehängter Decke
ses kann starken EinfluB nehmen, wenn es
sich zum Beispiel um eine Gruppe von Men­
Das sommerliche Temperaturverhalten
wurde, wie aben erwähnt, in den einzelnen
AuBenwand: Vorgehängte Fassade mit ge­
dämmten Alu-paneelen
schen handelt oder wenn sich Geräte mit
Varianten für den Zeitraum Juni bis August
groBer Wärmeabgabe (zum Beispiel Com­
puter) im Raum befinden. Dieser Aspekt,
(2208 Stunden) ermittelt. Zur verbesser­
ten Lesbarkeit der Diagramme sind in den
Trennwände: Leichtbauwände
1
2
Produkt
W-Vergl.
iplus neutral R
4/1 6/4
W-Vergl.
iplus neutral R
4/ 16/4
Sonnenschutz
nein
ja
kv lWjm",KJ
9 [ol
Hl
z [ol
1.1
0.58
0.76
1 ,0
1 .1
0.58
0.76
0.5 (Schutz Innen)
0.3 (Schutz auBen)
S-Vergl .
üblich-neutral
51/140
nein
1.3
0.40
0.51
1.0
3
falgenden
S-Vergl.
ipasol natura
66/34
präsentative »heiBe« August-Tage (7. und
8. August) ausgewählt worden.
48
bs 1/97
re­
ja
Zu berücksichtigen ist, daB die AuBenluft­
1.1
temperatur die festgelegte Grenztempe­
0.34
0,66
1 .0
ratur von 27 °C in 40 h überschreitet. Die­
ses ist bei den LÜftungsberechnungen zu
Tabelle Hl Untersuchte Verglasungen
Verglasung: siehe TabelIe 111
Um die Einflüsse unterschiedlicher Verg lasungsQualitäten beurteilen zu können,
Temperaturdarstellungen
berücksichtigen, da hierbei nicht unter die­
ses MaB gekühlt werden kann!
Variante VO
In dieser Variante wird keine zusätzliche Fen-
sowie eine durch Undichtigkeiten der Fensterfugen, die bei neuen Fensteranlagen
sterlüftung berücksichtigt. Hierdurch kön-
heute annähernd zu null sind, und einen
nen die Einflüsse der unterschiedlichen Ver-
>0
36
�
�
32
32
30
�
1
30
�
"-
28
/
26
.-
--- ' -
24
- - - - - iplus (W.Veral. mil AuJ3cnverxh.)
-- ipaol na.... (S-Verg!. ohne Versch.)
22
1
28
26
24
- - - - - .plw(w-Veral· ohn< Versch.)
_ . - - - iplw (w-Veral. mi' Innenvench.)
-- ipaol lll1tUn (S-Vergl. ohne Versch.)
22
20
20
7. Auaust.
7 A\I2\1V:
8. Auaust
Dlagramm 5 Temperaturverlauf - Ost/Vergleich V2, pasol natura ($­
Vergleich ohne AuBenverschattung) sowie iplus (W-Vergeich mit
AuBenverschattung)
Dlagramm 6 Temperaturverlauf - WestjVergleich V3, iplus (W-Vergl.
ohne/mit Innenverschattung sowie ipasol natura (S-Vergleich ohne
Innenverschattung)
schwächer in Erscheinung. 50 reduziert
sich die Ü berschreltungsdauer gegenüber
glasungsarten (Diagramm 1 ) sowie der un­
nach Orientierung und Grenzkriterium um
terschiedlichen Strahlungsintensitäten nach
der Orientierung (Diagramm 2) deutlich ge­
bis 40 bis 90 % vermindert werden können.
Es ist auch zu sehen, daB die west- und
macht werden. Es zeigt sich in den obigen
ostorientierten Büros die höchsten Innen­
Bildern der tendenzielle Unterschied zwi­
temperaturen aufzeigen. Diese Erschei­
über den Grenztemperaturen und die Maxi­
schen einer Wärme- und einer Sonnen­
nung erklärt sich durch die im Süden stei­
ler auf das Fenster einfallende Strahlung
und damit geringere Transmission. Dieser
maltemperaturen für diese Variante abzule­
sen. Hierbei ist zu sehen, daB durch eine üb­
liche Sonnenschutz-Verglasung die kriti­
Effekt tritt 50 allerdings nur im Sommer
schen Stunden bei einer Grenztemperatur
27°C um etwa 40 % bei einer Grenztempe­
schutz-Verglasung vordringlich verursacht
durch den unterschiedlichen Energiedurch­
laBgrad. Weiterhin ist zu sehen, daB das ipa­
sol natura-Glas eine verbesserte Situation
darstellt als die üblichen Sonnenschutzglä­
ser. In der TabelIe V sind die Ü berschrei­
auf (siehe auch Strahlungswerte der VDI
dieser Variante um ein Vielfaches.
In TabelIe VI sind die Ü berschreitungsdauer
2078) [7J. Die Differenz zwischen der Ost­
ratur 29°C um etwa 70 % reduziert werden.
und Westorientierung die von den Strah­
Bei Verwendung von ipasol natura reduzie­
tungsdauer der Raumtemperatur über der
lungsintensitäten eher gering ist, erklärt
ren sich diese Werte um nochmas 10 Pro­
Grenztemperaturen
Kriterien
sich durch die Simulationsmöglichkeit dy­
»Noch-Behaglich« sowie »Etwas warm« 50-
namischer Prozesse, das heiBt durch die
Ü berlappung von Strahlungsaufheizung,
zentpunkte, 50 daB bei Einsatz der ipasol
natura-Verglasung bereits geringe Ü ber­
zu
den
wie die Maximaltemepraturen dargestellt.
schreitungszeiten erzielt werden können.
Nutzung und AuBentemperaturverlauf.
2
W-Vergl.
5-Vergl.
iplus neutral R ûblich - neutral
4/ 1 6/4
5 1 / 1 40
b > 27"C
704
Nord
1 96
1 .744
1.121
Ost
3
5-Vergl.
iP3soi natura
66/34
2
Variante V1
3
W-Vergl.
5-Vergl.
S-Vergl.
Iplus neutral R üblich-neutral ipasol neutral
4/ 16/4
5 1 / 1 40
66/34
Die Variante V1 entspricht nährungsweise
dem realen Verhalten. Es wird hiermit das
1 58
subjektive Bedürfnis bei groBer Raumhitze
nach frischer Luft, Abkühlung oder ein­
h > 27"C
Nord
175
68
1 .021
fach nur dem Gefühl »drauBen zu sein«
1 .037
782
955
683
nachvollzogen. Ab Erreichen der Grenz­
temperatur ist 50 eine zusätzliche Fenster­
Ost
West
Süd
h > 29°C
491
442
372
292
272
218
270
231
1 88
Nord
1 . 1 77
Ost
1 .067
West
752
50d
'Ö max [OC)
30.4
Nord
418
41 7
1 56
323'
299
92·
ten ist jedoch aus bauphysikalischer Sicht
2
118
73
51
41
34
13
23
8
28.8
28.6'
Nord
29.1
28.6
28.4
Ost
West
SOd
33.6
32.9
31.1
32:.9
32.3
30.6
Ost
West
5üd
3 1 .2
32.1
30,6
30.3
31.1
30.0
30.0
30.8
29.8
West
50d
h > 29°C
Nord
1 .6 1 2
1 .397
lüftung angesetzt worden. Dieses Verhal­
1 00
46.7
35.4
33.3
TabeHe V Überschreitungsdauer der Gtenztem­
peratur und MaxlmaltemperaturIVO
häufig negativ zu bewerten , da 50 auch die
hei Be AuBenluft nach innen gelangen kann.
In Diagramm 3 ist der Innentemperaturver­
lauf für ein Westbüro gezeigt. Die Differenz
zwischen der Sonnenschutz- und der Wär­
meschutz-Verglasung
konnte
bei
der
Westausrichtung mit bis zu 1 .5 K ermittelt
werden.
Bei einer Nordausrichtung zeigt sich dieser
Wert mit etwa 0.5 K eher gering. Diagramm 4
Bei diesem Ansatz stellen sich durch Ver­
Ost
West
SOd
'Ö max lOC)
57
27
Tabeiie VI Überschreitungsdauer der Grenztem­
peratur und Maximaltemperatur/V1
wendung von Sonnenschutz-Verglasungen
beschreibt den EinfluB der Raumorientie­
rung bei der Verwendung einer ipasol natu­
Diese Varianten kennzeichnen die Möglich­
keit einer AuBenverschattung (V2 ) sowie
Variante V2 und V3
die Maximaltemperaturen u m bis zu 4 K
ra-Sonnenschutz-Verglasung.
niedriger als bei Wärmeschutz-Verglasung
Die tendenziellen Aussagen von VO haben
einer Innenverschattung (V3). die ab einer
ein. Diese starke Reduzierung ist auch in
den kritischen Stunden abzulesen, die je
auch hier Gültigkeit, treten jedoch durch
den vermehrten EinfluB der LÜftung
Grenzstrahlung von 200 Wim"" wirksam
werden. Hierdurch wird der Wunsch des
bs 1/97
49
Forschung und Praxis
Nutzers, bei einer hohen Strahlungsbela­
1
2
3
einer »Wärmeschutz-Verglasung mit au­
stung die Verschattung zu schlieBen, um
W-Vergl.
W.Vergl.
W.-Vergl.
Benliegender Verschattung« mit dem Sy­
verglichen. Als Ergebnis der Simulation
hohe Temperaturen und/oder Blendung
ipulS neutral R
ipuls neutral R
ipasof natura
abzuschwächen, nachvollzogen. Für den
4/16/4
4/16/4
66/34
Fall der AuBenverschattung ist ein System
mittlerer Güte mit einem OurchlaBfaktor b
mt AlJ3enverschatttng
nach VOl 2078 und 0.20 angesetzt worden.
Bei einer Innenverschattung ist ein mittle­
h < 27°C
Nord
rer Wert für b von 0. 5 (helle Vorhänge) an­
Ost
gesetzt.
West
1 51
Hier wird jeweils die wirtschaftlich interes­
S üd
78
h
Nord
lediglich eine Sonnenschutz-Verglasung oh­
Ost
1
2
ne Verschattung einzusetzen.
West
Süd
satz von ipasol natura ohne Verschattung
i} max IOC!
annähernd das gleiche Temperaturniveau
eingehalten werden kann wie bei iplus +
Nord
Ost
AuBenverschattung.
Die Maximaltemperaturen für die Ausrich­
West
tungen Ost. West, Süd liegen bei den Be­
rechnungen einer Sonnenschutz-Verglasung
ohne Verschattung um bis zu 1 K höher. Für
kann festgestellt werden, daB erhebliche
161
57
nentemperatur
294
270
AuBenverschattung (unter der Rechnerbe­
249
231
dingung des idealen Einsatzes - ohne Nut­
188
zer- und Windeinflüsse!) konnte jedoch er­
191
bei
der
Variante
mit
reicht werden. Aufgrund des Wartungs­
und Bedienaufwands und der annähernd
27
22
16
23
6
8
gleichen Wirkung bei Einsatz einer verbes­
serten Glasart sollten diese temporären
Systeme nur gezielt eingesetzt werden.
In der Variante V3 wurde die Verbesserung
29.0
29.1
29.0
29.9
28.4
30.0
durch optionale Innenverschattungssyste­
me dargestellt. Durch diese Möglichkeit
29.4
30.4
28.8
29.6
30.8
29.8
kann das Temperaturniveau noch spürbar
positiv beeinfluBt werden, zeigt aber bei
Tabelle VII Oberschreitungsdauer der Grenztem­
peratur und MaximaltemperaturIV2 und V3
der Ausführung »Wärmeschutz-Verglasung
mit Innenverschattung« keine Verbesse­
rung
gegenüber
» Sonnenschutz-Vergla­
sung oh ne Innenverschattung«.
die Nordausrichtung liegen sie sogar darun­
ter (siehe TabelIe VII). Die absoluten Werte
»Sonnenschutz-Verglasung«
Unterschiede zwischen diesen Systemen
29°C
Es zeigt sich in Oiagramm 5, daB bei Ein­
einer
nicht bestehen. Eine etwas geringere In­
Wärmeschutz-Verglasung + Verschattung
Süd
schatttng
1 50
169
sante Variante untersucht, statt einer
>
mit lnnenver- ctrle vErldlttt.ng
stem
Zusammenfassung
zeigen jedoch in beiden Varianten ei ne In­
Es zeigt sich, daB mit einer Sonnenschutz­
Verglasung die sich frei einstellende Tem­
nentemperatur, die als ausreichend einge­
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann
peratur in einem Referenzraum teils er­
stuft werden kann, wobei die Sonnen­
festgestellt werden, daB es mit dieser Un­
heblich reduziert werden kann. Auch im
sChutz-Verglasung bei der Untersuchung in
tersuchung möglich ist, das sommerliche
Vergleich zu einer MaBnahme mit Ver­
Bezug zur MaBnahme mit AuBenverschat­
Temperaturverhalten in einem Referenz­
schattungen ergeben sich Temperaturen,
tung etwas schlechter zu bewerten ist.
büro vorab zu simulieren.
die gleich oder geringfügig oberhalb derer
Wichtig anzumerken ist, daB die Berech­
Es wurde der grundlegende Unterschied
dieser MaBnahme liegen. Besonders mit
nungen für die AuBenverschattung ideale
Verhältnisse voraussetzen, das heiBt es
zwischen den verschiedenen Verglasungsar­
wurde ein optimales Regelungsverhalten
der Innentemperatur bei der Verwendung
dem speziellen Sonnenschutzglas »ipasol
natura« konnten positive Ergebnisse hinsichtlich
des
sommerlichen
Wärme-
des Nutzers vorausgesetzt sowie ein Aus­
fall der Verschattung durch Windeinflüsse
oder Reparaturen nicht berücksichtigt.
von Sonnenschutz-Verglasungen gegenüber
der Wärmeschutz-Verglasung konnte her­
ausgearbeitet werden (Variante VOl.
0
schutzes erzielt werden.
Literatur
[1 J DIN 4108, T2; Wärmeschutz im Hochbau;
ten festgestellt. Die teils starke Reduzierung
In Diagramm 6 ist die Möglichkeit der Tem­
In Variante VI ist die Temperaturentwick­
August 1981
peratursenkung durch eine Innenverschat­
lung unter der Möglichkeit der zusätzlichen
tung abzulesen. Es kann festgestellt wer­
Fensteröffnung abgeschätzt worden. Es
[2] Verordnung über einen energiesparenden
Wärmeschutz bei Gebäuden (Wärmeschutz­
den, daB mit einer Sonnenschutz-Vergla­
zeigte sich dabei ein doch gröBerer »Ge­
verordnung) vom 16. 8. 1994
sung
mit
winn« bei Einsatz einer üblichen Sonnen­
[3]
Wärmeschutz-Verglasung + Verschattung
erreicht werden können.
schutz-Verglasung. Die kritischen Stunden
sparung im Schulbau durch glasüberdachte
reduzieren sich um annähernd etwa 40-70 %.
Atrien db 10/95
Es ist zu sehen, daB eine Innenverschat­
Zu erkennen waren ebenso die stets bes­
[4J TRNSYS Solar Energy Laboratory, Universi­
tung bei einer Wärmeschutz-Verglasung
seren Ergebnisse bei Verwendung des ipa­
ty of Wisconsin; Wisconsin 1992
die
Werte
der
Variante
Erhorn,
ReiB:
Unter
Glas-Energieein­
eine Verringerung der Raumtemperatur
sol natura-Glases gegenüber der üblichen
[5] Leimer; Beitrag zur Bestimmung des wär­
um fast 2 K erbringt (siehe TabelIe VII im
Sonnenschutz-Verglasung.
me- und feuchtetechnischen Verhaltens von
Vergleich zu TabelIe VI)
Für die Nordorientierung stellt die Sonnen­
Bauteilen bei der Sanierung historischer
Die Ergebnisse in TabelIe VII zeigen weiter,
schutz-Verglasung jedoch nicht unbedingt
Fachwerkgebäude; Dissertation Weimar 1991
daB sich für die Orientierungen Ost, West.
eine notwendige MaBnahme dar.
[6! BBS Ing.-Berichte Nr 4; Bauphysikalische
Süd keine signifikanten Unterschiede in
Temporäre auBenliegende Sonnenschutz­
Untersuchungen zur Erstellung eines Sanie­
dem Temperaturniveau ergeben Bei der
Nordausrichtung zeigt sich das Wärme­
maBnahmen bei Wärmeschutzgläsern be­
wirken ei ne Verbesserung der Raumklima -
rungskonzeptes bausubstanz 4/94-6/94
[7] VDI 2078; Berechnung der Kühllast klimati­
schutzglas sogar etwas schlechter
Situation. In Variante V2 wurde das System
sierter Räume 10/94
50
bs 1 / 9 7
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vom 1 4. · 1 9 . 1 . 1 997. Sie finden uns in Halle 24, Stand 2483.
U n sere Formel - I h re Lös u n g
Recht
Rechts- Forum
Gerichtsurteilsammlung mit Praxis-Tips, Teil 1
Von Friedrich-Karl Scholtissek
Unter der Rubrik »Recht« wird in Zu­
in den Bauvertrag aufzunehmen und diese
kunft im Wechsel mit einem Rechts­
Beitrag zu einem ausgewählten Pro­
eindeutig zu definieren. Bei wichtigen und
Nicht entgegen steht die häufig in den Stu­
gerade mangelanfälligen Gewerken, wie
fenverträgen gewählte Formulierung: »Aus
erfolgt schriftlich durch den Bauherrn.
blembereich in jedem zweiten Heft
zum Beispiel Rohbaukeller, Dachanschlüs­
der stufenweisen Beauftragung kann der
der bausubstanz ein Rechts-Forum
sen usw. sollte die Fortsetzung der Arbei­
Auftragnehmer keine Erhöhung seines Ho­
veröffentlicht. in dem praxisrelev n­
t
te Gerichtsurteile versammelt
erläutert werden. Diese Gericht
r­
teilsammlung wird durchgehend n meriert.
davon abhängig gem acht werden, daB
norars ableiten [ .. ]«. Gerade aufgrund der
s positive Ergebnis der Dokumentation
jüngsten HOAI-Novellierung zum 1. 1. 1 996
fe steht.
Honorierung des Architekten: Es kommt
.
ist diese Problematik aktuell. Architekten
sollten hier nicht auf die Geltendmachung
des erhöhten Honorars verzichten.
die ma/3gebende Fassung der HOAI
Beim arglistigen Verschweigen von
Zeitpunkt des Vertragsschlusses an
Auch oh ne Vorankündigung von im
Mängeln haftet der Unternehmer
ït ein im Jahr 1 990 unter der Geltung
Vertrag nicht vorgesehenen Leistungen
OAI in der Fassung von 1988 geschlos-
hat der Bauunternehmer Anspruch auf
30 Jahre. Dokumentationspflicht ist
Bauverträgen zu berücksichtigen
Mit seiner Entscheidung vom 12. 3. 1
5
.
r Architektenvertrag die Absichtser-
zusätzliche Vergütung
rung des Bauherrn, dem Architekten
Immer wieder gibt es Streit in der Baupra-
r die sofort übertragenen Leistungen
daB beim arglistigen Verschweigen
hl aus weitere Leistungen durch schriftli­
xis, wenn der Unternehmer für nicht im
Vertrag vorgesehene Leistungen zusätz­
Baumängeln eine 30jährige Verjähr
c e Mitteilung zu übertragen, wobei der
lich Geld verlangt. § 2 Nr. 6 VOB/B schützt
frist für Gewährlseitungsansprüche
er unter bestimmten Umständen ver­
hier den Bauherrn, indem der Unterneh­
mer nur dann einen Anspruch auf zusätzli­
VOB/B (2 Jahre), noch die 5jährige Ge­
chtet ist, diese weiteren Leistungen zu
erbringen, ihm aber kein Rechtsanspruch
auf Ü bertragung zusteht und ruft der
währleistungsfrist nach dem BGB.
Auftraggeber derartige weitere Leistungen
macht hat. Vielfach fehlt es hieran oder
erst im Jahre 1 991 ab, 50 beurteilt sich das
Architektenhonorar für diese weiteren Lei­
stungen nach der HOAI in der Fassung
wird vom Bauherrn und dessen Architek­
Das heiBt. dem Unternehmer nützt we r
die kurze Verjährung gemäB § 13 Nr.
Ein arglistiges Verschweigen eines Mangels
durch den Unternehmer liegt vor, wenn
- der Unternehmer den Mangel erkannt
che Vergütung hat, wenn er vor Aus­
führung der Arbeiten diese geitend ge­
ten bestritten. Ebenso erging es einem
ckenbauer, der für zusätzliche Leistun­
nämlich das staubdichte VerschlieBen
hat,
1 991 (IG München I, Urteil vom 23. 8. 1
- diesen Mangel als erheblich für den Be­
LG Konstanz, Urteil vom 1 5 . 1 2 . 1 995).
vo
Revisionsklappen und Lüftungsausläs­
stand oder die Benutzung des Bauwerkes
Praxis-Tip: Stufenverträge, in denen
sen sowie das planebene Spachteln von
erkannt hat,
tekten nicht sofort das vollständige
über 5000 Quadratmeter Wandfläche ins­
- diesen Mangel pflichtwidrig aber nicht
stungsbild erhalten, set zen sich in der Pra
dem Auftraggeber (auch dem Architekten)
immer mehr durch. Dahinter steht da
mitteilt
cherheitsdenken des Bauherrn. Aber 9
rünglich vereinbart.
undesgerichtshof entschied, daB ein
- und/oder es unterlassen hat, den Man­
gel zu beseitigen.
dann, wenn Leistungen vom Bauherr
zu einem späteren Zeitpunkt abge
st des Vergütungsanspruches für eine
tzliche Leistung nicht eintritt, soweit
Praxis-Tip: Der Unternehmer muB, um der
werden, kommt hinsichtlich dieser Leist
erweiterten Haftung zu entgehen, ver­
stärkt seine Leistungen dokumentieren.
Nur 50 wird ihm später der Nachweis gel in­
Vertrag folgende Formulierungen enthält:
- Es ist beabsichtigt, über diese mit
amt 1 60.000 DM mehr verlangte, als
Ankündigung im konkreten Fall für den
utz des Bauherrn entbehrlich und daher
o n
Funktion war oder wenn ihre Versäu9 ausnahmsweise entschuldigt ist.
gen, er habe die Arbeiten ausreichend
Vertrag beauftragten Leistungen hi
is-Tip: Nach dieser Entscheidung ist
überwacht. Insbesondere bei der Sanie­
den Architekten mit den Leistungsph
t in jedem Fall mehr eine Vorankündi­
rung ei ne unabdingbare Voraussetzung.
Architekten haben zu beachten, bei der
Gestaltung von Bauverträgen mit einzel­
[ ... ] zu beauftragen.
- Ein Rechtsanspruch auf Ü bertragung der
weiteren Leistungen besteht nicht.
derlich, um als Unternehmer zu seinem
nen Gewerken die Dokumentationspflicht
- Die Beauftragung weiterer Leistungen
Mehr denn je ist aber nunmehr der Archi-
52
bs 1/97
gung von zusätzlichen Leistungen erfor­
Geld zu kommen.
tekt gefordert, sorgfältig die Ausschrei­
kumentieren. Hiermit kann er dann einer­
bung auszuführen. Denn konnten bis her
zusätzliche Vergütungen für angeblich zu­
seits nachweisen, daB er seine leistung
vollständig erbracht hat, des weiteren
sätzliche leistungen abgewehrt werden,
schützt er sich vor dem Vorwurf der Bau­
indem behauptet wurde, es gab keine zu­
summenüberschreitung.
sätzliche Vergütungsankündigung, 50 kann
dies nicht in jedem Fall zum Erfolg führen.
Bauverträge überprüfen! Gewährlei­
Der Bauherr wird daher sehr schnell beim
stungseinbehalt von 10 Prozent und
Architekten nachfragen, weshalb er mit
Ablösung nur durch Bürgschaft »auf
zusätzlichen Kosten belastet wird. Handelt
erstes Anfordern« ist unwirksam
es sich tatsächlich um einen Ausschrei­
Architekten wollen ihre Bauherrn zumeist
bungsfehler, 50 haftet der Architekt für
zu sehr schützen. So wird häufig in Bauver­
Stundenlohnarbeiten
trägen formuliert. der Auftraggeber hat
oder Nachaufträge (BGH, NJW 1 981, 2182;
Anspruch auf 10 % der Brutto-Auftrags­
die
verteuernden
lG Aachen, NJW-RR 1988, 1 364).
summe als Gewährleitungseinbehalt; der
96: Erweiterte Grundleistungen für
Gewährleitungseinbehalt kann durch ei ne
den Architekten; höhere Anforderungen
gelöst werden durch den Auftragnehmer.
an die KostenkontrolIe
Die 5. Novelle der HOAI, am 1 . 1. 1 996 in
Kraft getreten, hat gerade bei Grundlei­
Da es sich bei solchen Bauverträgen, die
mehr als dreimal in gleicher Form verwen­
det werden, um Formularverträge handelt.
stungen im Rahmen der Kostenkontrolle
unterfallen diese Verträge dem AGB-Ge­
durch den Planer zu erheblichen Erweite­
rungen der Tätigkeit des Planers geführt.
setz. Die Folge: Nach § 9 AGBG sind Formu­
lierungen unwirksam, wonach die Bürg­
Nach der Neufassung der HOAI ist für jede
schaft auf »erstes Anfordern« ausgestellt
HOAI
Bürgschaft »auf erstes Anfordern« ab­
vorbereitende Kostenermittlungsart ei ne
sein muB (vgl. OlG München, Urteil vom 20.
eigene KontroIIe als eigene Grundleistung
eingeführt worden.
6. 1995, Az: 13 0 578/94). Damit ist die ge­
samte Sicherheitsvereinbarung unwirksam;
So ist in der leistungsphase 3 eine Kosten­
der Bauherr kann keine Sicherheit - auch
kontrolIe durch Vergleich der Kostenbe­
keine abgewandelte - verlangen.
rechnung mit der Kostenschätzung, in der
Praxis-Tip: Architekten laufen Gefahr bei
leistungsphase 7 durch Vergleich des Ko­
Verwendung von unwirksamen Vertrags­
stenanschlags mit der Kostenberechnung
und in der leistungsphase 8 durch Ü ber­
klauseln
prüfung der Abrechnungen der Bauunter­
die vom Planer zur Verfügung gestellten
Schadenersatzansprüchen
des
Bauherrn ausgesetzt zu sein. Sind daher
nehmen im Vergleich mit den Vertragsprei­
Bauverträge, Aligemeine - und Besondere
sen und dem Kostenanschlag vorzuneh­
men. Hiermit sollen insbesondere die
Kostenänderungen für den Bauherrn
sowie Zusätzliche Vertragsbedingungen in
Teilen unwirksam, 50 können für den Bau­
herrn erhebliche Schäden entstehen. Hin­
transparent gemacht werden.
gewiesen sei hier zum Beispiel auf die Ver­
Praxis-Tip: Die HOAI gibt nicht vor, wie ei­
tragsstraferegelung (§ 11 VOB/B) oder auf
gentlich die Tätigkeit des Architekten im
die Vergütungsregelung (§ 2 VOB/B). Will
Rahmen der neuen Grundleistungen aus­
der Architekt im Rahmen der Bauverträge
sieht. Fest steht, daB der Plan er mehr er­
mit sämtlichen Besonderen und Zusätzli­
bringen muB, als das, was er bis her bei der
chen Vertragsbedingungen abweichende
Kostenkontrolle sChuldete; nämlich:
- Es reicht nicht lediglich die Vorlage der zu
sollte er dem Bauherrn raten, vorab diese
vergleichenden Kostenermittlungen.
Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Denn
- Der Planer muB einen Vergleich vorneh­
men,
zur Rechtsberatung ist der Architekt nicht
- er muB darstellen, ob und in welchen Berei­
er dies auch tunlichst unterlassen.
Regelungen von der VOB/B treffen, 50
verpflichtet: aus Haftungsgründen sollte
chen es gegenüber der vOrhergehenden Er­
mittlung zu Veränderungen gekommen ist.
- Der Planer muB dem Bauherrn die Verän­
Ausfertigung von Nachtragsangeboten
kann Planungshonorar auch für den
derungen erläutern und interpretieren, da­
mit dieser Gründe nachvollziehen kann.
Unternehmer auslösen
All dies sollte der Architekt sorgfältig do-
von Nachtragsangeboten Planungsleistun-
Unternehmer, die im Rahmen der Erstellung
bs 1/97
53
lP",
Recht
Erkundigungs- und Sicherungspflichten bei
Ver- und Entsorgungsleitungen zu stellen.
gen erbringen, können einen Anspruch auf
um Auszahlung. Dieser verweigerte die
Honorar haben. 50 hatte ein Sanitärunter­
Auskehrung des Geldes mit dem Hinweis
nehmen für ein Bauvorhaben 10 Nach­
darauf, er habe Mängel am Bauwerk und
- Der Tiefbauer muB die exakte lage der
tragsangebote erstellt. Hierfür, 50 der Un­
leitungen - notfalls durch Handschürfung
ternehmer, habe er auch Anspruch auf ein
mache von seinem Zurückbehaltungsrecht
Gebrauch. Die Richter gaben dem Unter­
Planungshonorar und setzt dies dem Bau­
nehmer Recht: Er habe sofort einen An­
Zu berücksichtigen ist hier insbesondere
herrn mit knapp 90.000 DM in Rechnung.
spruch auf Auszahlung des Geldes. Denn
Grundsätzlich hat der Unternehmer Recht.
Denn nach § 2 Nr. 9 VOB/B bestet ein Ver­
hier gehe es nur um den Austausch der Si­
cherheit, mehr nicht.
im Rahmen der Ausschreibung aber, daB
die vom Bundesgerichtshof aufgestellten
hohen Anforderungen an den Tiefbauer
gütungsanspruch für Planungsleistun
wenn
dies
nicht
zum
Auftragsum
gehört. 50 war es hier. Der Unternehm
doch
machte
erst
bei
legung
SchluBrechnung seinen Anspruch gel
- erkunden.
axis-Tip: Das Austauschrecht des Unter­
mit Blick auf die VOB/e, DIN 1 8299, Ab­
mers wird in der Praxis immer wieder
schnitt 0 umgangen werden können; dies
ve annt. Denn er hat aufgrund der Einbe­
ziehung des § 17 VOB/B ein Wahlrecht, die
des weiteren mit Blick auf die Besonderen
leistungen der DIN 1 8300 bis 1 8319.
n .
Dies, 50 das OlG Köln (Az.: 22 U 266/93)
verspätet, der Bauherr müsse nicht za
. Diesem Austauschrecht kann der Bau­
Vergütungsanspruch bei Zusatzleistun­
gen ohne Anordnung
Praxis-Tip: Der Unternehmer erhäl
auch nicht damit entgegentreten, er
Mändelbeseitigungsansprüche oder
Nachtragsangebote, die mit der E
VorschuBanspruch. Denn mit der
vom 8. 1 1 . 1 99 5 - 13 U 44/94) hatte sich
schaft wird der Bauherr gleicher­
Ben geschützt. Zu beachten ist aber im­
r, daB das Austauschrecht nach § 17 Nr.
mit der Frage zu befassen, ob in der Zah­
lung von Abschlagsrechnungen ein Aner­
kenntnis für zusätzliche leistungen zu er­
B/B durch eine vertragliche Vereinba­
eingeschränkt oder auch ausge­
tallfassade aus Alu-Elementen einschlieBlich
gung von Planungsleistungen verbu
sind ein zusätzliches Entgeit. wenn
- tatsächlich Planungsleistungen zu erbrin­
gen sind,
- er dies dem Bauherrn vor Ausfü ung
ankündigt und darauf hinweist, daB er
ossen werden kann.
Wege. Zur besseren Nachweisführung 5011-
Oberlandesgericht
Hamburg
(Urteil
blicken sei. Ein Fassadenbauer, der eine Me­
der Verglasung erstellt hatte, forderte im
Rahmen von Nachträgen
sätzliches Entgeit hierfür verlangen wer
Nimmt dies der Bauherr an, so steht einer
zusätzlichen Vergütung nichts mehr im
Das
weitere rund
Haus-Kanalanschlut3 mut3 absperrbar sein
640.000 DM. Im Rahmen von Abschlagszah­
Das Oberlandesgericht Hamm hatte sich im
lungen wurde ein Teil der Nachforderungen
Urteil vom 5. 4. 1995 (Az: 32 U 162/90) mit
bezahlt. Im Wege der streitigen Auseinan­
te der Unternehmer alle Ankündigungen
einem Schaden zu befassen, der einem
dersetzung machte der Unternehmer noch
schriftlich abfassen und selbst wenn der
Auftraggeber nur mündlich zustimmt. 5011
Tiefbauunternehmer bei KanalbaumaBnah­
men widerfuhr. Er bohrte einen Brunnen
dies kurz schriftlich bestätigt werden. Er­
zur Grundwasserhaltung und traf mit
weitere 230.000 DM geitend. Ohne Erfolg,
50 die Richter. Denn Zahlungen aufgrund
hebliche Beweiserleichterung ist für den
nem Bohrrohr ein AbfluBrohr, das zu
Unternehmer die positive Folge.
men mit einem System weiterer Rohre
Hauptentwässerung von 2 Gebäuden
Sicherheitsleistung; Kann der Bauherr
einem Gastwirt gehörten, dienen. Absp
die Auszahlung beim Austausch des
vorrichtugnen bestanden nicht. Die Fol
war, daB die Fäkalien und Schmutzwa
die Kegelbahn des Gastwirts fluteten.
Barelnbehalts durch BOrgschaft
verweigern?
Abschlagsrechnungen sind kein Aner­
tnis. Aus den Zahlungen ist kein Aner­
tnis herzuleiten. Abschlagsrechnungen
sondere weist das Gericht i n diesem
menhang auch noch mals darauf hin,
ine Anzeige von zusätzlichen leistun­
Das Thema Sicherheitsleistung ist in der
Der Gastwirt verlangte Schadensersa
Baupraxis sowohl für den Unternehmer als
auch für den Bauherrn und den Architek­
voller Höhe, drang hiermit jedoch
ten, der mit der Vertragsabwicklung befaBt
des Schadens anrechnen lassen. DaB
Tiefbauunternehmer 2/3 des Schadens tra­
nde Vollmacht zur Beauftragung derar­
is-Tip; Der Unternehmer hat sich vor
herr immer nur dann verlangen und Einbe­
gen muBte, beruhte nach Auffassun des
Oberlandesgerichts Hamm darauf, da
halte von Abschlags- und SchluBrechnun­
der Tiefbauunternehmer inzwischen die
ist. immer wieder schwierig zu bewältigen.
Zunächst: Sicherheitsleistung kann der Bau­
durch, sondern muBte sich vielmehr
gegenüber dem Architekten nicht aus­
chend ist, wenn dieser nicht die entspre­
leistungen hat.
ingung von zusätzJichen Leistungen zu
gewissern, ob der Architekt mit Voli-
gen vornehmen, wenn dies vertraglich ver­
rufsspezifischen
einbart ist. Das gilt auch, wenn die VOB/B
beim Eingriff in den Baugrund, insbesonde­
vereinbart wurde. Die blo Be Bezugnahme
re in städtischen Gebieten, kennen müsse.
auf § 17 VOB/B ist nicht ausreichend.
Praxis-Tip: Es ist darauf hinzuweisen, daB
nem VOB/B-Vertrag, daB er keine Vergü­
Das OlG Schleswig hatte sich in seiner Ent­
gerade beim Tiefbauunternehmen dieses
tung für seine zusätzlichen leistungen er­
scheidung vom 12. 1 2 . 1995 (Az: 7 U
- immer und überall mit Ver- und Entsor­
hält. § 2 Nr. 8 VOB/B schlieBt es nämlich
217/94) damit zu befassen, daB der Unter­
nehmer den einbehaltenen Sicherheitsbe­
trag durch Ü bergabe einer Bankbürg­
gungsleitungen zu rechnen hat. Deshalb ist
auch aus, daB sich der Unternehmer auf
- immer äuBerste Vorsicht durch den Tief­
bauer geboten und
das Bereicherungsrecht zurückziehen kann.
Dies gilt allerdings nur dann, wenn die
schaft ablösen wollte. Er bat den Bauherrn
- es sind höchste Anforderungen an die
VOB/B als Ganzes vereinbart worden ist.
54
bs 1/97
Sorgfaltsanforderungen
Vergewissert sich hierüber der Unterneh­
mer nicht, 50 muB er gegenwärtigen bei ei­
Kann das Recht auf Eintragung einer
Bauhandwerkversicherungshypothek im
Formularvertrag abbedungen werden?
Ist § 648 a BGB ein ausreichender
Ersatz?
Bauhandwerkversichungshypothek
Die
gemäB § 648 BGB ist nach wie vor ein pro­
bates Mittel, um den Bauherrn bei Nicht­
zahlung von Abschlags- oder SchluBrech­
nungen in die Pflicht zu nehmen. Vielfach
wird daher im Rahmen von Bauverträgen
versucht, das Recht auf Eintragung einer
Bauhandwerkversicherungshypothek aus­
zuschlieBen. In seiner jüngsten Entschei­
dung hatte sich das Oberlandesgericht
Karlsruhe mit Urteil vom 4. 6. 1 996 (Az: 17
/95) damit zu befassen, ob in einem
U
larvertrag der AusschluB der Bauist. Das Oberlandesgericht unterstreicht,
aB der AusschluB nur dann wirksam ist,
�1III'!f'1IiJ es sich um eine individual vertragli­
reinbarung handelt. Ist dies nicht
, 50 kann das Recht des Unterneh­
er des Architekten auf Eintragung
Bauhandwerkversicherungshypo-
, für den Fall nicht geleisteter Zahlun•
nicht wirksam ausgeschlossen wer­
den I t es gleichwohl im Bauvertrag auf­
men
und
von
beiden
Parteien
chrieben worden, 50 hindert es
den Unternehmer oder den Architek­
en, im Zuge der Auseinandersetzung, sich
auf § 648 BGB zu berufen.
Praxis-Tip: § 648 BGB sichert mit der Vor­
merkung einer Eintragung einer Bauhand­
werksversicherungshypothek sowohl den
Unternehmer, als auch den Architekten mit
Bliek auf seinen Anspruch auf Vergütung.
Dies gilt allerdings nur für bereits erbrach­
te Leistungen. Im Gegensatz hierzu, sic hert
§ 648 a BGB die noch nicht erbrachte Lei­
stung.
§ 648 BGB kommt nur dann zur Anwen­
Bausubstanz erhalten, helBt auch Geschlchte bewahren.
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bs 1/97
55
Problemlösung
Sanierung der VEW-Haupt­
verwaltung in Dortmund
Bauherr:
ICM/RWI
Düsseldorf
Planung und Bauleitung:
Ingenieurbüro Beisse
Dortmund
Fast jeder Einheimische kennt es: das
Hauptverwaltungsgebäude des Dortmun­
der
Energieversorgungsunternehmens
VEW. Am vielbefahrenen Rheinlanddamm
( B 1 ) gelegen, fällt das Bauwerk mit seiner
Spiegelfassade sogleich ins Auge. Doch was
auf den ersten Blick 50 strahlend wirkte,
entpuppte sich bei genauerer Betrachtung
als ziemlich marode und überholungsbe­
dürftig. Am deutlichsten traten diese Män­
l::. 2 Auftrag van HeiBbitumen auf die Stahlbetandecke
l::. 3 Faamglasplatten werden im HeiBbitumen verlegt
gel auf dem begrünten Flachdach der Tief­
nicht wieder nach kurzer Zeit kostenauf­
Unmittelbar nach der Verarbeitung der
garage des VEW-Rechenzentrums zutage.
wendig sanieren zu müssen, entschied sich
Schaumglasplatten wurde die Unterlage
Leckagen in der Dachabdichtung führten
das Planungsbüro Beisse für das Foamglas­
Kompaktdach als sic heren Unterbau.
der Dachabdichtung, eine Bitumenbahn
Der von der Deutschen Pittsburgh Corning
GmbH vertriebene Dämmstoff Foamglas
200 DDl, im GieB- und Einrollverfahren auf­
gebracht. Die anschlieBende erste Lage der
stellt deshalb die ideale Lösung dar, weil es
Dachabdichtung ist eine wurzelfeste Bitu­
zu Auflösungserscheinungen beim Däm­
material, zur Durchfeuchtung des Mauer­
werks und schlieBlich zum Eindringen von
Feuchtigkeit in das TiefgeschoB. 50 war
mit einer Trägereinlage aus Glasgewebe (G
dieser Bereich auch der erste, der einer
umfangreichen
Sanierung
unterzogen
den unterschiedlichen Belastungen stand-
menschweiBbahn, die in der Nahtüber-
hält, die durch eine Begrünung auf den
wurde.
Dachaufbau einwirken. Feuchtigkeit ist ei­
deckung acht, in der Kopfüberdeckung
hingegen zehn Zentimeter vollflächig auf­
Sämtliche Arbeiten wurden dabei gemäB
ne solche Belastung. Der Werkstoff ist auf­
geschweiBt wurde. Gleiches gilt für die
VOB Teil C, DIN 1 8 338 (Dachdeckungs- und
grund seiner geschlossenen Zellstruktur
zweite Lage der Dachabdichtung. Im An­
Dachdichtungsarbeiten) sowie gemäB den
absolut wasser- und dampfdiffusionsdicht.
schluB an diesen Arbeitsschritt wurde das
Richtlinien des Zentralverbandes des Deut­
Zusätzlich
Dach mit einer Bitumenbahn (G200 54)
schen Dachdeckerhandwerks e.V. ausge­
das
Kompaktdach
vollflächig
und hohlraumfrei verklebt, 50 daB eine Un­
provisorisch vor Umwelteinflüssen abge­
führt. Zunächst entfernte ein Land­
schaftsgärtnerei-Betrieb die vorhandene
Dachbegrünung. AnschlieBend konnte mit
terflutung ausgeschlossen ist. In Dort­
mund ist dieser Aspekt besonders wichtig,
da eine Anstaubewässerung (vier Zentime­
dichtet.
Bei Wandanschlüssen und AttikaabschluB
kamen Dämmkeile im Format 15 x 15 Zen­
den Abbrucharbeiten der alten Dachab­
ter) vorgesehen ist. Ein weiterer wichtiger
timeter zum Einsatz, die ebenfalls in HeiB­
dichtung begonnen werden.
In deren Verlauf entfernten die Dach­
Punkt, der bei der Ausführung eines Grün­
bitumen verlegt wurden. Die erste Lage
daches berücksichtigt werden muB, ist der
der Abdichtung wurde anschlieBend bis zur
decker über 1 000 Tonnen GuBasphalt,
möglicherweise entstehende enorme Wur­
Oberkante, die zwei te Lage bis zur Vorder­
mehr als 100 Tonnen Bitumenbahnen (zum
zeldruck sowie die Belastungen, die durch
kante
Teil mit Alumniumeinlage) sowie rund zehn
eine fortwährende Begehung
Tonnen Pur-Dämmplatten. Alle Materialien
des
Keils
geführt
und
aufge­
Dachaufbau ausgeübt wird. Hinzu kommt,
schweiBt. In beiden Fällen schweiBten die
Verarbeiter auBerdem Zulagestreifen aus
wurden danach ordnungsgemäB entsorgt.
daB das Dach, zumindest in Dortmund,
dem jeweiligen Abdichtungsmaterial voll­
AuBerdem beseitigten die Handwerker die
alten Attika- und Wandanschlüsse sowie
während der BaumaBnahme durch Bau­
fahrzeuge beansprucht wird.
flächig auf. SchlieBlich wurde dieser Auf­
bau bei den Wandanschlüssen noch mit ei­
ner Metallschiene sowie einer Versiegelung
die vorhandenen Dachabläufe und egali­
In
sierten die entstandenen Unebenheiten.
Auf die trockene und gereinigte Stahlbe­
ton-Dachfläche wurde dann ein Kaltbitu­
zunächst HeiBbitumen in einer Temperatur
gesichert, bei der Attika kam ein Mauerab­
zwischen 180 bis 200 Grad Celsius auf die
Stahlbetondecke auf. Danach tauchten sie
menanstrich als Haftbrücke für den neu zu
eine kurze und eine lange Seite der zwölf
deckprofil zum Einsatz. Die bisher durchge­
führten Arbeiten stellen erst den Anfang
der Sanierung der VEW-Hauptverwaltung
verlegenden Dämmstoff aufgetragen. Um
eine optimale Grundlage für ein intensives
Zentimeter dicken Foamglas-Platten in den
HeiBbitumen und verlegten sie dann mit
dar. Als nächster Schritt folgt die Ausbes­
serung des Hochhausdaches und der wei­
Gründach mit Baumbestand zu haben und
versetzten und preBgestoBenen Fugen.
teren unterkellerten GrÜnflächen.
56
b s 1/97
Dortmund
trugen
die
auf den
Verarbeiter
0
Problemlösung
Sanierung und natürliche
Belichtung der Dachräume
im Reclam-Haus in Leipzig
Mit der 1995 abgeschlossenen Sanierung
des berühmten Reclam-Hauses wurde der
Stadt Leipzig ein Stück Geschichte zurück­
gegeben. Als wahres Schmuckstück ziert
das Gebäude heute das »graphische Vier­
tel« am Rande der Leipziger Altstadt. Beim
DachgeschoBausbau
im
Gebäudeflügel
KreuzstraBe entstanden aus dem ehemali­
gen Speicher durch den Einsatz von insge­
samt 44 Wohnraum-Dachfenstern Atelier­
Duett der Braas Tageslichtsysteme GmbH
lichtdurchflutete Büroräume.
Wechselvolle Geschichte
Insgesamt 44 Atelier-Duett-Fenster wur­
Foto: Braas Tageslichtsysteme, Heusenstamm
standen - dank der behutsamen architek-
Der monumentale, dreiflüglige Bau ent­
sprach dem kulturellen Rang des Verlags:
Plus-Verglasung ( 2 X ESG ausgestattet.
den im DachgeschoB eingebaut und mit
mehreren Lichtkuppeln kombiniert. 50 ent­
tonischen Planung durch das Architektur-
stattet und nach historischen Gegebenhei-
büro
ten wiederaufgebaut. Die Bauausführung
lag bei der Züblin AG, Niederlassung Leipzig.
burg/Berlin/Leipzig - aus dem ehemaligen
Speicher lichtdurchflutete Büroräume, die
Bunk.Hartung.Partner,
Bad
Hom-
den heutigen Anforderungen a n eine opti­
Als im Jahre 1 905 das Reclam-Haus an der
Ecke Insel-, Kreuz- und EgelstraBe erbaut
wurde, war der Verlag schon 75 Jahre alt.
Öffnungsfunktion - und mit einer Energie­
Dank des Einbaus von 44 Atelier-Duett-Fenstern
konnten des DachgeschoB des Gebäudeflügels
KreuzstraBe im Reclam-Haus in Leipzig sowie das
Kesselhaus (unten), in dem sich einst Dampfma­
schinen zur Energieversorgung der Druckerei
befanden, zu modernen Büros umgebaut werden
Lichter DachgeschoBausbau
male Belichtung gerecht werden.
Bei der Anordnung der Fenster wurde
Das DachgeschoB des viergeschossigen
berücksichtigt, daB jedes Fenster auch ei­
Gebäudeflügels in der KreuzstraBe war
ne optische AuBenwirkung hat. Durch die
während der Bombennächte 1 943/44 aus­
ausgewogene Anordnung der Dachfenster
Neben politischen Schriften, Wörter­
büchern und Klassikern gab Reclam auch
gebrannt. Es wurde zu DDR-Zeiten als La­
ist das architektonische Spiel der Propor­
schon die ersten Bände seiner später so
gerraum genutzt und nur notdürftig ab­
tionen nicht gestört - Fenster und Dach­
Universal-Bibliothek her­
gedichtet. Im Rahmen der Sanierungsarbei­
fläche bilden ei ne harmonische Einheit.
aus, die die Weltliteratur einer groBen Le­
ten wurde die durch den Brand nicht mehr
Auch im ehemaligen Kesselhaus im Innen­
serschaft zugänglich machte.
tragfähige GuBstützenkonstruktion samt
hof - wo früher Dampfmaschinen mit einer
Im Zweiten Weltkrieg fiel ein Drittel der Fir­
Stahlpfetten
ei ne
für die damalige Zeit erstaunlichen Lei­
mengebäude den Brandbomben zum Op­
neue zimmermannsmäBige Holzkonstrukti­
fer. Während Reclam nach Kriegsende in
on ersetzt. Der Dachausbau erfolgte nach
stung von 650 PS eigene Wärme und
Strom für die Fabrikation erzeugten - wur­
Stuttgart ein neues Verlagshaus aufbaute
alten Plänen und wurde mit dem Denkmal­
den durch den Einbau von mehreren Ate­
und der graphische GroBbetrieb Interdruck
im Reclam-Haus nur noch die Produkt ion
und der Versand verblieb, führte das Feh­
schutz abgestimmt. Um bei der gegebenen
lier-Duett-Fenstern attraktive Büroräume
geschaffen.
len finanzieller Mittel zu einem stetigen
ne optimale Belichtung der Räume zu er­
Verfall des Gebäudes. Allein die Zweck­
mäBigkeit bestimmte die Sanierungsarbei­
reichen, legten die Architekten bei der Pla­
schaft zählt das Reclam-Haus zu den best­
nung besonders groBen Wert auf lange
vermieteten Gebäuden Leipzigs. Bereits 72
Fenster-Elemente. Die Wahl fiel auf die
Prozent der insgesamt 14.277 Quadratme­
Wohnraum-Dachfenster Braas Atelier-Du­
ter sind vermietet. Institutionen wie zwei
weltberühmten
ten der Nachkriegsjahre.
entfernt
und
durch
Dachneigung von 4 5 sowie einem vorhan­
denen Drempel durch Gesimsaufbauten ei­
Nach Aussagen des geschäftsführenden
Gesellschafters der Eigentümer-Gemein­
SanierungsmaBnahmen
ett der Braas Tageslichtsysteme GmbH.
Max-Planck-Institute und die Mitteldeut­
sche Fernsehakademie, aber auch Fernseh­
1992 entschloB sich die Familie Reclam zum
Diese langgezogenen Dachfenster zeich­
nen sich durch besonders groBe Licht­
Verkauf des Gebäudes an eine Hamburger
flächen sowie im Verhältnis zu den Au Ben­
sellschaften ha ben hier ihren Sitz. Auch die
Eigentümer-Gemeinschaft, die es 1994/95
abmessungen schlanke Rahmenkonstrukti­
Leipziger Niederlassung des Reclam-Verla­
unter denkmalpflegerischen Aspekten ori­
on und einen hohen Bedienungskomfort
ges ist inzwischen wieder an die histori­
ginalgetreu sanieren, rekonstruieren und
durch die unten angebrachte Griffstange
sche Stätte zurückgekehrt.
restaurieren lieB.
aus. Das Atelier-Duett-Fenster besteht aus
Die Sanierung des Reclam-Hauses zeigt,
Dazu wurde das gesamte denkmalge­
schützte Gebäude innen zunächst in seinen
zwei Glasflächen, wobei sich der obere Teil
wie bei behutsamer architektonischer Pla­
dank seiner patentierten Hebe-Schiebe­
nung und Sanierung historische Bausub­
Rohbauzustand zurückversetzt, alle nicht­
tragenden Teile sorgfältig entfernt, das
Mechanik - wie alle Braas Atelier-Fenster -
stanz erhalten und gleichzeitig als moder­
ner Lebens- und Arbeitsraum genutzt wer­
Grundgerüst mit moderner Technik ausge-
nach links oder rechts zur Seite schieben
läBt. Der untere Teil ist feststehend - ohne
sender wie SAT 1 oder Filmproduktions-Ge­
D
den kann.
bs 1/97
57
Problemlösung
Sanierung der denkmalge­
schützten Fassaden an
»Specks Hof« in Leipzig
Im historischen Zentrum Leipzigs, zwischen
Nikolaikirche,
SchuhmachergäBchen
und
ReichsstraBe bietet » Specks Hof« ein her­
vorragendes Beispiel für die zeitgemäBe
Nutzung historischer Bausubstanz. Mit sei­
ner Grundstücksfläche von über 2.800 Qua­
dratmetern und einer Ausstellungsfläche
von rund 10.000 Quadratmetern war das
Gebäude bereits im Jahre 1911 einer der
gröBten und architektonisch bemerkens­
wertesten Messehöfe. Frei von Einflüssen
der beginnenden Moderne hatte der Archi­
tekt Emil Franz Hänsel die Fassade als opu­
lentes Meisterwerk gestaltet. Um viel Raum
für Ausstellungszwecke zu schaffen, war
das ErdgeschoB beinah VÖllig in Glas aufge­
löst, was dem gesamten Komplex ei ne ge­
wisse Leichtigkeit verlieh. Dem prächtigen
Ä uBeren entsprach die Innenausstattung
1 Das als »Specks Hof" bezeichnete Messegebäude
in Leipzig ist ein Beispiel dafür, daB sich die
stilgerechte Sanierung historischer Bausubstanz in
jeder Hinsicht lohnt Die Schaufenster im
ErdgeschoB erhielten eine filigrane Profilierung in
Aluminium-Systemtechnik mit Holzeinlage
2 Das Gebäude während der Sanierungsarbeiten:
Das DachgeschoB mit Lichthöfen wird rekonstruiert
Foto: Schüco Internationl, Bielefeld
des Gebäudes mit seinen drei glasüber­
dachten Lichthöfen, die durch kunstvoll ge­
staltete Passagen verbunden waren.
Das im zweiten Weltkrieg schwer beschä­
digte Gebäude konnte in der Folgezeit nur
unzureichend renoviert beziehungsweise
instandgesetzt werden. Anfang der 90er
Jahre beauftragten die neuen Eigentümer
das Architektenteam Wojtek Grabianowski
profil mit Mittelsteg ausgeführt wurden.
Resümee
vom Düsseldorfer Büro Architekten RKW Rhode, Kellermann, Wawrowski + Partner
Für den historisch-authentischen Gesamteindruck bis ins Detail sorgen unter ande­
Diese Form der Sanierung beziehungsweise
deshalb mit einem umfassenden Sanie­
rungs- und Wiederaufbaukonzept.
rem stilgerechte Holzleisten, die links- und
In enger Abstimmung mit dem Landesamt
rechtsseitig integriert wurden sowie die
segmentierten Ü berkopfverglasungen.
Restaurierung mit »Fingerspitzengefühl«
ist charakteristisch für das Gesamtprojekt,
das dank sorgfältiger Planung und der ge­
für Denkmalpflege Sachsen und dem Rat
VOIl und ganz erhalten blieb im Inneren des
lungenen Kooperation aller Beteiligten kei­
der Stadt Leipzig erstand »Specks Hof«
Gebäudekomplexes auch die klassische Pas­
nen Vergleich mit ähnlichen Objekten in
neu in altem Glanz.
sagengliederung mit ihren drei Lichthöfen
anderen deutschen GroBstädten zu scheu­
und den beiden nördlichen Treppenhäu­
en braucht. Ein sorgfältiger Branchenmix
Stilgerechte Fassadensanierung
sern. Auch die von reich ornamentierten
auf den neu entstandenen Büro- und Ge­
Kupferwölbungen
schäftsflächen sorgt zudem dafür, daB
überspannten
Decken
Dazu trägt in besonders augenfälliger Wei­
und Passagen mit ihrer getriebenen Relief­
»Specks Hof" heute nicht nur ein Gebäude­
se die stilgerechte Wiederherstellung der
komplex mit hohem Identifikationswert ist,
Fassade bei. Wichtigster Bezugspunkt für
plastik sowie die Friese an den Wandan­
schlüssen wurden mit groBer Sorgfalt wie­
Passanten und Betrachter sind hier die
derhergestellt. Für den wohltuend freund­
hungspunkt für Gäste aus dem In- und
Schaufenster im ErdgeschoB, die in Anleh­
lichen
Lichthöfe
Ausland. Einen wichtigen Beitrag zur Revi­
nung an historische Vorlagen mit moder­
sorgen filigrane Glasdächer, die mit Hilfe
talisierung des historischen Stadtkerns von
ner Aluminium-Systemtechnik von Schüco
International neu entstanden. Die kon­
des Systems SK 60, einer wärmegedämm­
ten Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstrukti­
Leipzig leistet der Komplex darüber hinaus,
weil die Passagenführung zugleich auch
struktive Basis bildeten hier die bewährten
on, entstanden. Das System ist dank gerin­
ger Profil-Ansichtsbreiten von nur 60 Milli­
metern prädestiniert für feingliedrige
Reichs- und NikolaistraBe sowie Schuhma­
Systeme SK 60 und FW 50. Zum Einsatz
kam letztlich eine Pfosten-Riegel-Konstruk­
tion, deren äuBere Deckschalen als Sonder-
Gestaltungsaufgaben.
58
bs 1/97
Gesamteindruck
der
sondern zugleich ein attraktiver Anzie­
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1 Das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg
nach AbschluB der Fassadensanierung. Das 20stöckige Bauwerk zeichnet sich durch ei ne durch­
gängige eloxierte Aluminium-Glas-Fassade aus
Foto: Eduard Hueck GmbH & Co. KG, Lüdenscheid
Springe�Hochhauses in
Berlin-Kreuzberg
Das Axel-Springer-Hochhaus an der Koch­
Konstruktionsbeschreibung
straBe im Westberliner Stadtteil Kreuzberg
symbolisiert ein Kapitel Pressegeschichte
Die komplette Fassadensanierung erforderte
der deutschen Nachkriegszeit. 1959 wurde
logistische und konstruktionstechnische Fili­
granarbeit. Aus Gründen des Denkmal­
der Grundstein zu dem Bauwerk gel egt. Auf
dem ehemaligen Grundstück des in den
schutzes 5011 te die äuBere Optik des Gebäu­
20er Jahren bekannten Ulistein-Veriages
des unverändert erhalten blei ben. Gleichzeitig
sollte die Tradition bekannter Berliner Pres­
ging es darum, das Gebäude mit neuen Fen­
se- und Verlagsprodukte im Neubau des
stern auszustatten, die zum einen den aktuel­
Verminderung der Heizkosten und eine dra­
Axel-Springer-Verlages fortgeführt werden.
len Anforderungen an zeitgemäBen Wärme­
stische Reduzierung des CO2 -AusstoBes.
Die Entwürfe zu dem 20stöckigen Bauwerk
mit der durchgängigen Aluminium-Glas-Fas­
schutz und modernste Funktionstechnik ent­
Die Rahmenprofilkonstruktion der Fenster ist
sprechen und zum anderen den festgelegten
61
sade stammten von den Architekten Dr.
Gestaltungskriterien der denkmalgeschützten
statisch selbsttragend. Darin wurden Dreh­
kipp-Fenster eingebaut. Die Profilkonstrukti­
Melchiorre Bega und Dr. Gino Franzi aus Mai­
land und den Professoren Franz-Heinrich
Gebäudehülle Rechnung tragen.
Die goldfarben eloxierten Aluminiumtafeln,
on ist mit zwei Dichtungsebenen in den Fen­
ster-FassadenstöBen 50 ausgelegt, daB hohe
Sobotka und Gustav Müller aus Berlin. 1966
welche die AuBenhaut des Gebäudes in cha­
rakteristischer Art und Weise horizontal und
Temperaturschwankungen bis zu 100 Celsi­
wurde der Neubau, von dem Teilabschnitte
bereits genutzt waren, eingeweiht.
vertikal gliedern, wurden einzeln demontiert,
treten können,
Nach über 30 Jahren ist der inzwischen un­
katalogisiert und nach einer entsprechenden
Knackgeräusche ausgeglichen werden.
ter Denkmalschutz stehende Bau Zeuge ei­
Generalüberholung an den dafür vorgesehe­
Die bereits in der Werkstatt weitgehend vor­
ner wechselvollen Zeitgeschichte selbst in
nen Stellen mit Hilfe von speziell entwickelten
gefertigten,
die Jahre gekommen. Eine komplette Sanie­
Kunststoffhaltern von auBen wieder aufge­
struktionen wurden von au Ben vor der Ab­
rung der Hochhausfassade unter den Vor­
klipst. Dadurch können sie bei mechanischen
zeichen
Beschädigungen jederzeit ohne gröBeren
dichtungsebene mit Hilfe spezielIer, nicht­
korrodierender Fassadenanker präzise und
schnell montiert. Die Anker erlaubten nach
eines
wegweisenden
Wärme­
us, die an der AuBenhaut des Gebäudes auf­
ohne
Spannungen
groBformatigen
oder
Fensterkon­
schutzes sowie geeigneter Brandschutz­
Aufwand ausgetauscht werden.
maBnahmen erwies sich als unumgänglich.
Zur Konstruktion der Fensterfronten kamen
dem Einhängen der Fenster ei ne exakte Fein­
Dabei sollte jedoch die Ansicht der bisheri­
gen Fassade volIständig erhalten bleiben. Ei­
Profile des Systems Hueck 1 .0 zum Einsatz.
Sie entsprechen der Rahmenmaterialgruppe
justierung. Objektbezogene Dichtungen, die
weder plastisch noch elastisch aushärten, er­
ne weitere Bedingung war, daB die Fassa­
1 der DIN 4108 und bieten den zur Zeit
möglichten eine Verbindung der einzelnen
densanierung ohne Unterbrechung der lau­
fenden
Arbeit
im
Verlagsgebäude
geschehen müsse.
höchstmöglichen Wärmeschutz. Die neu ein­
gesetzten Fenster wurden zu einem hohen
Fensterteile. Zur Halterung und Abdichtung
der Verglasung und der Brüstungselemente
Grad vorgefertigt. Sie beste hen aus raum­
wie auch als Rahmendichtung innerhalb der
Da an den Wärmeschutz und eine zeit­
hohen Segmenten, die einzeln an die Gebäu­
beweglichen Fensterflügel wurden aussch­
gemäBe Energieeinsparung hohe Anforde­
deauBenseite montiert wurden. Durch eine
lieBlich EPDM-Dichtungen eingesetzt. Diese
rungen gestellt wurden, fiel die Wahl auf
goldgelb-farbene einbrennlackierte Pulver­
Dichtungen sorgen allein aufgrund des vor­
das System Hueck 1 .0. Alle Aluminiumprofile
beschichtung an der AuBenseite wurde ei ne
handenen AnpreBdrucks zwischen Dichtprofil
dieses Systems, das gleichermaBen zur Kon­
optische Angleichung der Hueck-Systempro­
und AnschluBteil für die geforderte Wind­
strukt ion von Fassaden und Fenstern geeig­
file an die Gesamtfassade erreicht.
und Schlagregendichtigkeit im Springer-Hoch­
net ist, entsprechen der Rahmenmaterial­
Die StrangpreBprofile haben neben einer
gruppe 1 der DIN 4108. Die Entscheidung,
bei der rund 4.900 Quadratmeter groBen
thermischen Trennung aus glasfaserver­
stärkten Polyamidstegen zusätzlich in den
haus. Die verwendeten Drehkipp-Beschläge
der Fenster sind mit verdeckt liegendem
Fassadenfläche (GlasauBenmaBe) des Ver­
Kammern einen Schaum mit niedriger Wär­
ZentralverschluB für Einhandbedienung so­
wie einer Fehlbedienungssperre, nachstell­
lagsgebäudes Profile auf der Basis des Sy­
meleitzahl. Damit wurde für die Rahmenkon­
barer Dreipunktschere, senkrechten Mittel­
stems Hueck 1 .0 einzusetzen, bringt bei
struktion ein k-Wert erreicht, der kleiner als
verriegelungen, verstärkten Ecklagern und
gleicher Isolierverglasung im Vergleich zur
2,0 Wjm=K ist. Durch die Verwendung ent­
genieteten SchlieBrollen ausgestattet. Alle
herkömmlichen Rahmenmaterialgruppe 2.1
sprechender Wärmeschutzgläser mit einem
Bänder sind C-O (E6jEV1 ) farblos eloxiert.
eine Ersparnis von rund 14.200 Litern Heizöl
k-Wert von 1 , 3 Wjm=K und der Profile des
So blied das denkmalgeschützte Fassaden­
pro Heizperiode. Die über 35 Jahre alten AI­
Systems Hueck 1.0 wurde somit ein auBeror­
bild
uminiumprofile wurden über die Initiative
dentlich niedriger k-Wert der Gesamtfenster
nach AbschluB der Fassadensanierung (nun
»Aluminium und Umwelt im Fenster- und
von 1.4 Wjm=K erzielt. Der 50 erreichte ho­
auch mit verbesserten Wärme- und Schall­
Fassadenbau« (AjUjF) recycelt.
he Wärmeschutz bedeutet eine deutliche
schutzeigenschaften) erhalten.
60
bs 1/97
des Axel-Springer-Hochhauses
auch
0
Produktinformationen
�
B ü RO 2000 Bauhanclwerk
� .<
,'
Fassadenbegrünung
er«(früher »Systec«) wurde um
werden. Der Hinterschnitt-Fassa­
denanker zeichnet sich dadurch
aus, daB er an seinem gesamten
ei ne neue Baureihe erweitert.
Umfang gleichmäBig trägt. Span­
Nun stehen auch Abstandhalter
nungsspitzen in der Fassaden­
für
Zwei-Punkt -Verankerungen
platte und Ausbrüche bei der
zur Verfügung. Sie bestehen aus
Montage werden somit vermie­
Das Rankseilsystem »Brandmei­
einem Basisteil mit dreieckigen
den. Das System läBt während
Flanken. Ein Tragbolzen mit 9
der Montage relativ groBe Ver­
Zentimeter Wandabstand dient
schiebungen des Leibungswin­
zur Aufnahme der Seilspanner
kels zu. Später liegt eine unver­
oder zur Durchführung der 4
rückbare Verbindung vor. Hierfür
Millimeter starken Rankseile. Zum
Standard gehören Halter für ein­
sorgt unter anderem eine Zahn­
Oberfläche die Verschiebsicher­
führung mit 15 Zentimeter Seil­
heit in beiden Richtungen ge­
abstand. Durch modulare Erwei-
währleistet. Für die Befestigung
auch
besonders schwerer Naturstein­
Konstruktionen
platten steht ein weiterer Hin­
möglich. Die Tragbolzen sind
drehbar, so daB die Seile in belie­
terschnitt-Fassadenanker mit ei­
nem vergröBerten Durchmesser
bigen Winkeln geführt werden
und vergröBerter Setztiefe zur
werden
viersträngige
können. Dem gleichen Bauprinzip
Verfügung.
folgt eine kleinere und damit op­
Weitere
tisch weniger dominante Halte­
Werkzeugfabrik, 51766 Engels­
rung für den Verankerungs­
punkt. Zur Verankerung wird ei­
kirchen
Informationen:
»Burgund«
eingesetzt. Damit können die Ab­
Solides
und Bautenschutz
unter Windows
Bau97: Halle 25 Stand 2534 (bei Fa. Remmers)
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Keil
Sichtmauerwerk
aus
standhalter auf jedem Unter­
massiven Klinkern läBt sich aus
grund, auch auf Lochsteinmau­
der
erwerk sicher angebracht wer­
» Burgund« im wiederentdeckten
den.
nichttragendem
WRF-Format herstellen. Das at­
Mauerwerk erfolgt die Veranke­
Hagemeister-Sortierung
rung auf ein entsprechend aus­
traktive Fassadenbild ist robust,
dauerhaft wartungsfrei und hat
gelegtes Set. Alle Teile des Rank­
eine zeitlose Ausstrahlung. Die
seilsystems sind aus Edelstahl.
Sie werden als Bausatz mit Mon­
tageanleitung geliefert.
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fläche verbindet sich mit dem
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ist d i eses Bautei l empfindlicher als die m eisten and eren
G e rüstbaute i l e . Besonders das Sperrholz als künstlicher
Holzwerkstoff ist dem natürlich gewachsenen Massivholz i m
Hinblick auf d i e Dauerfestigkeit nicht gleichwertig.
Sperrholzplatten, die älter als fünf Jahre sind, können ihre
Tragfähigkeit verloren haben, auch wenn dies nicht o h n e
weiteres sichtbar ist. Z u r Vermeidung v o n U nfällen warnt
der Hersteller ausdrücklich vor dem Gebrauch dieser
ä l t e r e n S p e r r h o l z p l a tt e n . D i e s v o r a l l e m v o r d e m
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Die Fassaden erhalten so von An­
daB nur einwandfreies und unbeschädigtes Material verbaut
fang an eine edle Patina und ei­
wird. Wörtlich heiBt es dazu i n Kapitel 8 der einschlägigen
H i ntergru nd, daB der Gerüstbauer dafür verantwortlich ist,
nen ausgewogenen homogenen
D I N 4420 Teil 1 : Für den betriebssicheren Auf- und Abbau
der G e rüste ist der U nterne h m e r der G e rüstbaua rbeiten
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Hage­
sowohl
auf eine sichere Befestigung als
verantwort l i c h . Er hat für die P r ü f u n g des G e rü stes zu
sorgen.
Beschädigte Gerüstbauteile dürfen nicht verwendet werden.
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Deshalb sind Gerüstbauteile regelmäBig zu prüfen und i n
Montage sowie auf besonders
schutzverordnung
Ordnung zu halten.
einfache Handhabung zielt, er­
Dachfenster glaubt die Lemp
angepaBte
weitert die Keil-Werkzeugfabrik
GmbH entwickelt zu haben. Es
Um trotz d e m e i n e n weiteren E i n satz älterer Alu D u rc h ­
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stiegsöffnung beträgt 44 auf 54
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Zentimeter Mitgeliefert wird der
mit dem gleichen Ziel, beschrei­
integrierte Eindeckrahmen. Das
tet die Firma Braas aus Oberur­
Fenster kann sowohl für Dach­
se!. Im Gegensatz zur Solar-Dach­
ziegel- und Dachsteineindeckun­
gen als auch für flaches Deckma­
pfanne der Gebrüder Laumans
handelt es sich bei dem Photo­
terial verwendet werden. Das
vOltaik-Komplettsystem
Material des Fensters ist UV-be­
Braas um ein SOlarmodul, das je­
ständiges, pflegeleichtes Poly­
propylen und PVc. Es kann leicht
weils vier nebeneinanderliegende
von
Tegalit-Dachsteine im geneigten
[> Wohnungsbau
recyclet werden.
Dach ersetzt: Die Solarmodule
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Meininger Verlag GmbH,
MaximilianstraBe 7-17, 67433 Neustadt
bs 1/97
der Laumans GmbH & Co. KG,
das Fachmagazin
Architekturschwerpunkte:
62
Produktinformationen
Solar-Dachziegel
10 Jahren auf die Leistung der
Die Solar-Dachziegel der Firma
MOdule bürgt für hohe Funktio­
Laumans ermöglichen
nalität und Qualität.
kosten­
günstige Nutzung der Sonnen­
Das Solarstrom-System PV 700
energie in eleganter Weise. Kern­
stück dieser Photovoltaik-Anlage
besteht als Grundeinheit aus 20
Solarmodulen des Typs SRT 3 5
sind einzelne Dachziegel als Trä­
(Solar Roof Tile mit 3 5 Watt Spit­
ger van Modulen mit je drei So­
zenleistung). einer Wechselrich­
larzeIlen, die funktionsgerecht
im Ziegel selbst eingeklinkt sind.
struktionen aus witterungsbe­
Die Dachziegel können unabhän­
ständigem
gig von der Bestückung mit Mo­
Metallhaltern aus Edelstahl sowie
dulen
tereinheit, passenden Unterkon­
Kunststoff,
Eine
Montage- und Betriebsanleitung.
Nachrüstung ist 50 problemlos
Die Leistung einer Grundeinheit
möglich Lediglich die zuvor er­
mit
rechnete Stückzahl an Solar­
Dachziegeln ist mit der kerami­
schen Deckung zu verlegen. Die
Dachfläche beträgt 700 Wp
(Watt Spitzenleistung). Standard­
systeme sind die Anlagen mit
Solarfläche kann dann auch spä­
ter zur Aufnahme des Sonnen­
stroms mit Modulen komplet -
1400 Wp und 2100 Wp installier­
ter Nennleistung. Durch Vernet­
zung mehrerer Grundeinheiten
tiert werden. In der Praxis sind
von jeweils 700 Wp läBt sich das
verlegt
werden.
etwa
8
Quadratmetern
sie ohne störende Aufstände­
System bis zu einer Anlagen­
rungen in das Dach integrierbar
gröBe von 4900 Wp flexibel er­
und auf herkömmlicher Lattung
weitern. Zum Vergleich: Die Anla­
verlegbar. Die einzelnen Modul­
ge mit 1400 Wp deckt etwa ein
reihen werden unsichtbar unter
Drittel des jährlichen Stromver­
der Dachfläche miteinander ver­
brauchs
kabelt.
Haushalts.
Laumans-Solaranlagen
eines
besitzen bei einer Ausstattung
Weitere
mit rund 50 Quadratmeter Ge­
Dachsysteme
neratorfläche eine installierte
Leistung von etwa 3600 Wp. Mit
Oberursel
ungefähr 3000 kWh pro Jahr
entspricht dies mehr als der
Hälfte des jährlichen Bedarfs ei-
vier-Personen­
Informationen:
GmbH,
Braas
61440
Handlich verpackt
Je strenger Wärmeschutzver­
ordnungen und ausgefeilter die
Vorschau
bausubstanz
2/ 97
thematisiert den Architekturschwerpunkt Baudenkmale
In diesem Heft beschäftigen wir uns mit
dem, was man landläufig unter einem
schützenswerten Gebäude - einem Bau­
denkmal - versteht: Burgen, Schlösser und
Kirchen - und dies neben Themen des rei­
nen »Umbaus« immer auch mit Bezug auf
eine zeitgemäBe Nutzung (also auch Um­
nutzung) dieser Gebäude.
NaturgemäB beschäftigen wir uns im Um­
gang mit Baudenkmalen thematisch mehr
mit der Restaurierung und Konservierung,
als mit der Sanierung (näheres dazu im
Heft). Mit Sicht auf die Restaurierung
historischer Bauten sind weitere Technik­
schwerpunkte wie Mauerwerk, Fachwerk
und Putz nur folgerichtig.
werden,
eine dauerhafte Ü berbrückung
des Untergrundes, bei der ge­
gepaBt
um so umfangreicher werden
die für die Planungsarbeit not­
von dynamischen Feinrissen und
Oberflächenrissen sowie von
fährlicher Asbeststaub freige­
nachträglich eingebaut werden.
setzt würde, ist nicht erforder­
Weitere Informationen: Siemens­
wendigen technischen Informa­
Lunker/Poren, die in Beton ent­
lich.
Vertrieb für Heiz- und Klimatech­
tionen. Aus diesem Grund hat
standen
fiehlt
Brillux jetzt ein neues Arbeits­
tungsaufbau besteht aus zwei,
wässrige Biozid-Wirkstofflösung
Wärmeschutzsysteme
sind.
Der
Beschich­
Als Vorbehandlung emp­
der
Hersteller
eine
werden
und
auch
nik, 95306 Kulmbach.
Bewährtes neu entdeckt
handbuch herausgegeben, das
maximal
Grund­
mit der Mikroorganismen un­
neben der jüngst erschienenen
schicht. Armierungsschicht und
schädlich gemacht werden kön­
Die
WDVS-Planungsmappe
Endbeschichtung
oder
nen. Die Spezialgrundierung »is­
bauplatte besteht ausschlieBlich
die
ge­
drei
Stufen:
(Farbe
Schwenk-Holzwolle-Leicht­
samte Technik der Brillux WDV­
Putz).
Anti-RiB-System
po Grundschutz AZP« bindet die
aus mit Zement mineralisierter
Systeme in komprimierter Form
zusammenfaBt. Auf über 200
Seiten wird jedes der sechs Bril­
kommt bei der Sanierung von
Rissen, die noch keiner Betonsa­
Asbestfasern sicher ein und ver­
festigt vorhandenen Schmutz
nierung bedürfen, zum Einsatz
ebenso wie kreidende Altanstri­
Holzwolle, ist frei von Asbest,
Formaldehyd und FCKW und da­
mit sowohl ökologisch wie bau­
lux WDV-Systeme anhand von
che. Mit einer abschlieBenden Si­
biologisch von hervorragender
Diagrammen, Zeichnungen und
und ist bis zu 0,8 Millimeter riBü­
berbrückend. Beide Beschich­
likon-Beschichtung können die
Qualität. Die Platten lassen sich
Tabellen vom Anwendungsbe­
tungssysteme lassen eine vielfäl­
Fassadenbekleidungen
reich bis zur SchluBbeschichtung
ausführlich beschrieben. Ein al­
tige Farbgestaltung mit dem als­
ecco Creativ Color System zu.
schützt und gestaltet werden.
Weitere Informationen: ispo
Putzträger
phabetisches Produktverzeichnis
Weitere Informationen: Renate
GmbH, 65826 Kriftel
medämmung von Stahlbetontei­
ermöglicht ein schnelles Auffin­
Thörner,
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TeI.036922/88-211, Fax 88-214.
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Eingeschlossen
Dachlawinen stellen über Gehwe­
stigen Schallabsorptionswerten,
läBt sich farbig behandeln oder
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Zu beziehen bei: Brillux, Postfach
1640, 48005 Münster
ge­
leicht
bearbeiten,
und
sind
ideale
übernehmen
Mehrfach-Funktionen als Wär­
len,
Schalldämmung
und
als
Brandschutzkonstruktion. Die fa­
Da das Ersetzen von asbesthalti­
gen oder FuBgängerzonen eine
Anti-RiB-System
gen Baustoffen oft problema­
Gefahrenquelle dar. Dies kann
beschichten und bietet somit
Zwei Beschichtungssysteme für
rissigen und riBgefährdeten Be­
tisch ist. bietet die ispo-GmbH
ein System an, die eingebauten
mit einem speziellen Dachrinnen­
reizvolle Effekte und interessan­
Heizsystem und der Schrägdach­
te Gestaltungsmöglichkeiten für
ton bietet die Firma Aisecco. Die
Anti-RiB-Systeme mit Hydroelast
2000 Farbe oder mit Hydroelast
2000 Putz gewährleisten beide
Platten zu beschichten und da­
heizung von Siemens verhindert
Deckenkonstruktionen.
mit den Asbest-Faserflug durch
Einbindung der Fasern zu verhin­
werden. Die Prototherm-Heiz­
bänder können dem jeweiligen
Weitere Informationen: Schwenk
Dämmtechnik GmbH & Co. KG,
dern. Eine vorherige Reinigung
Einsatzort zentimetergenau an-
86899 Landsberg
bs
1/97
63
bausubstanz
Planer und Autaren
Herausgeber und Verleger:
Peter Meininger (06321) 89 08 - 34
Verlagsleitung:
Christoph Meininger (06321 ) 89 08 - 51
ChefredaktIOn:
Thomas Wieckhorst. Olpl.-Ing.
Werkstoffwissenschaften
(06321) 89 08 - 74
Baneke, Guus
Körner, Michael
tekt mit eigenem Büro in Wien
Redaktionssekretariat:
Silvia Montz (06321) 89 08 - 29
Dipl.-Ing. Bauingenieur TU, Jg.
52, TU Delft, Verwaltung, Labo­
Dipl.-Ing, Architekt AKH , Jg, 65,
TH Darmstadt ( 1 987 - 1993),
und Universitäts-Professor (Di­
rektor Institut für Innenraum­
KorrespendentIn in Österreich:
Dr. Claudia Orben, Kunsthistorikerin, Wlen
ratorien, Privatwohnhäuser, Inn­
Diplom 1993. Hochbau; öffentl.
gestaltung + Entwerfen).
Korrespondenten in den Niederlanden:
architektur,
Gebäude, Verwaltungs-, Indus­
Michaël Oefuster, Oipl.-Ing. academie van baukunst
Hauptarbeitsfeld:
Neue zeitgemäBe Innengestal­
triebau, Wohnungsbauten, As­
Polster, Raik
Landschaftsarchitektur, Amsterdam
tung alter Gebäude, Eigenes
Ressort Bau- und Architektenrecht:
Büro seit 1 984 zusammen mit
sistent Bauhausuniversität Wei­
mar (Prof, Lindner), Juniorpart­
Dipl.-Ing (FH), Innenarchitekt
BDIA, Jg. 66, Studium an der FH
Casper van der Hoeven.
ner, Leiter Abteilung Ost.
Heiligendamm.
Tobias Woldendorp, Olpl.-Ing. (FH)
Friedrich-Karl Scholtissek, Rechtsanwalt, Hamburg
Zeichenatelier:
Ralf Raidl, Oipl.-Ing. Architektur, NeustadtjW.
Raumbildender
Ausbau, hochwertiger Innen­
Beeker, Reiner
Koetsier, Tiemen
ausbau, Möbelentwurf, Laden­
Horst Emmert (0632 1 ) 89 08 - 1 6
Dipl.-Ing. TH, Dipl.-Ing. FH, Ar­
Innenarchitekt, Jg, 41 , Studium
bau, Gastronomie, Hoch- und
Lavout:
chitekt, Jg. 60, Fachhochschui­
der Innenarchitektur an der
Rietveldacademie, Bürogebäu-
Umbau, Bauleitung. Büroleiter,
angestellt im Atelier Comtesse.
Herstellung, Produktion und Sonderdrucke.
Manfred Bachtler (06321) 89 08 - 65
Gesamtanzeigenleiter:
Ralf Clemens (06321) 89 08 - 81
Anzeigenleiter:
studium,
FH Bochum, Hoch-
schulstudium
RWTH
Hochschulbau,
Aachen,
Wohnungsbau,
Heinz Biermann (06321) 89 08 - 47
Verwaltungsbau,
Anzeigenverkaufssekretariat:
rung und Instandsetzung denk­
Rosita Spiegel (06321) 89 08 - 48
Anzeigenverwaltung:
Jutta Geckeler (06321) 89 08 - 44
Marianne Keek (06321) 89 08 - 78
Vertriebsleitung:
Andrea Meininger (06321) 89 08 - 26
Abonnenten-Service:
Martina Wasner (06321) 89 08 - 36
Redaktionsbeirat:
Dipl. -Ing, Olaf Gibbins, Architekt BDA
Oipl. -Ing. Roland Burgard
Professor Dr. Rolf Fillibeck
Dipl.-Ing, (FH) Klaus Korte, VOl
Professor Or,-Ing, Wolfgang Rösel
Oipl.-Ing. Sabine Schmidt
Professor Dr. rer. nat Helmut Weber
Abonnement:
Jahresbezugspreis 1 52.40 j Stud. und
Auszubildende 98,- DM inkl. Porto und MwSt.
(Ausland 1 76.40 DM
inkl. Postvertriebsgebûhr), Einzelheft
1 7,- DM zzgl. Versandkosten.
Modernisie­
de,
SChulbau,
Kulturzentren,
Neubauwohnungen.
Partner­
Dipl.-Ing_ Architektin, Jg, 62, FH
tecten , seit 1991.
Siegen,
Gebäude,
malgeschützter
Prenzel, Barbara
schaft Koetsier & Kuen, Archi­
Hochbauarchitektin.
Seit 1996 selbständig.
Kuen, Gerrit
Selbständig.
Dipl.-Ing. Architekt, Jg. 47, Stu­
van der Hoeven, Casper
Comtesse, Egon
dium an der academie van bau­
Dipl.-Ing. Bauingenieur TU, Jg.
Dipl.-Ing. Architekt AKS, Dipl.-In­
kunst, Amsterdam. Wohnungs­
51 , TU Delft. Verwaltung, Labo­
nenarchitekt BDIA, Jg, 60, FH
bau, Kirche, Verwaltungsgebäu­
ratorien, Privatwohnhäuser, In­
Saarbrücken. Hochbau, Innen­
de (öffentlich), Bürogebäude,
Grand Café, Kindertagesstätte,
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feld: Neue zeitgemäBe Innen­
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verschiedener Gebäude. Part­
EBmann, Frank
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Dipl.-Ing. Bauingenieur, Jg. 6 3 ,
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Dipl.-Ing. Architekt BDA, Jg. 51,
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Nr. 1 2 vom 1. Oktober 1996 • ISSN 01 79-2857
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Dipl.-Ing, Architekt AKH, AKTH,
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Jg. 3 3 , FH Darmstadt ( 1 9 54-
Dipl.-Ing. Architekt, Jg. 53, Stu­
dium an der TU Wien_ Univer­
sitätsassistent (TU Stuttgart).
1 9 58). Diplom 1 958. Hochbau,
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