wärme - Hamburg.de

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Wärme
Für einen hohen Energieverbrauch bei
Üblicherweise werden zur Beheizung von
Gebäuden Warmwasserzentralheizungen
verwendet. Kontinuierliche Verbesserungen
der Wärmeerzeuger, der Steuerungs- und
Regelungstechnik und der Wärmeverteilung
haben die Heizsysteme wesentlich effizienter
gemacht.
der Wärmeerzeugung gibt es viele
Gründe:
WÄRME
■ Heizsysteme
➜ Die Altanlage wird nicht oder nicht
richtig geregelt
➜ Die Kessel sind überdimensioniert und
damit nicht dem tatsächlichen Wärmebedarf angepasst (z. B. nach einer
Dämm-Maßnahme am Gebäude)
➜ Mangelhafte oder fehlende Dämmung
von Kesseln und Rohren
➜ Unterlassene Wartungsarbeiten
➜ Menschliche Nachlässigkeit oder
Gedankenlosigkeit im Umgang mit
der Wärme
■ Wärmeerzeuger
Niedertemperaturkessel
Die Heizzentrale ist das Herzstück der Heizung;
hier wird die Wärme zur Verteilung im Gebäude
bereitgestellt.
Ebenso führt die richtige Nutzung und
Einstellung der Heizsysteme zu geringeren
Verbräuchen. Durch moderne Technik lassen
sich viele Abläufe automatisieren. Im Zusammenspiel des Heizungsreglers mit seinen
zeitlichen Komponenten und dem Außenfühler
lassen sich die Heizungsanlagen heute optimal regeln. Besondere Bedeutung kommt
auch den Thermostatventilen an den Heizkörpern zu.
Ein Grad weniger Raumtemperatur hilft bis
zu 6 Prozent Heizenergie einsparen.
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Ältere Heizkessel werden unabhängig von der
benötigten Heizleistung immer mit der gleichen Kesseltemperatur betrieben. Dagegen
passt sich bei modernen Kesseln die Temperatur dem Bedarf an. Sie wird in Abhängigkeit von der Außentemperatur zwischen
75 Grad Celsius (an kalten Tagen) und
45 Grad Celsius (an warmen Tagen) geregelt.
Auf diese Weise werden an Tagen mit einem
geringen Heizwärmebedarf die Kesselverluste
deutlich reduziert.
Dies bedingt eine Auslegung des Heiznetzes
auf eine Vorlauftemperatur von 70 Grad
Celsius und eine Rücklauftemperatur von
50 Grad Celsius oder niedriger. So werden
Jahresnutzungsgrade von bis zu 95 Prozent
erreicht. Das heißt: 95 Prozent des eingesetzten
Öls oder Gases werden über das Jahr gesehen
in nutzbare Wärme umgewandelt.
Brennwertkessel
Bei einem Brennwertkessel wird zusätzlich
noch die Wärme im Abgas ausgenutzt. Sie
sind so konstruiert, dass sie in der Lage sind,
durch Kondensation des im Abgas vorhandenen Wasserdampfes zusätzlich Wärme
abzugeben. Sie entziehen den Abgasen den
Großteil ihrer Wärme und führen die frei
werdende Energie dem Heizprozess zu. Die
Abgastemperatur kann damit von 200 Grad
Celsius auf 70 Grad Celsius abgekühlt werden.
Durch diese Technik werden Wirkungsgrade
von bis zu 109 Prozent erreicht. BrennwertHeizkessel nutzen die eingesetzte Energie bis
an die Grenzen der technischen Machbarkeit
und leisten zudem, da sie weniger Schadstoffe
freisetzen, einen wesentlichen Beitrag zum
Umweltschutz.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizungsanlagen muss allerdings auf zwei wichtige
Dinge geachtet werden. Auf Grund der
starken Abkühlung der Abgase entstehen
besondere Anforderungen an den Schornstein. Außerdem muss das Kondenswasser
abgeleitet werden.
Um die Abgase abzuführen, werden speziell
gefertigte Abgasleitungen eingesetzt. Sie
sollten aus Edelstahl oder Kunststoff sein,
dicht und korrosionsbeständig. Es ist nicht
notwendig, einen neuen Schornstein zu bauen.
Die Abgasleitungen können auch in einen
schon bestehenden Schornstein eingezogen
werden. Um das Kondensat abzuleiten,
braucht ein Brennwert-Kessel ein Kunststoffrohr, das mit dem nächstgelegenen Abwasserrohr verbunden ist. Bei Anlagen ab einer
Leistung von 200 Kilowatt muss zusätzlich
eine Neutralisation des Abwassers erfolgen.
Der Einsatz von Niedertemperatur- oder
Brennwertkesseln ist seit 1994 beim Ersatz
eines Kessels bzw. für Neubauten vorgeschrieben.
Beheizung von Hallen –
Strahlungsheizung
Ein Brennwert-Heizkessel ist deshalb umweltfreundlich,
weil er die Wärme, die in den Abgasen steckt, dem
Wärmekreislauf zuführt und so einen Wirkungsgrad
von bis zu 109 Prozent erreichen kann.
An die Beheizung von Werkhallen und anderen
großen Räumen (z.B. Sporthallen oder Kirchen)
werden ganz besondere Anforderungen
gestellt. Sie ergeben sich aus den bauphysikalischen Gegebenheiten (Raumvolumen,
Gebäudehöhe, Dämmung etc.) und der Art
der Raumnutzung.
Konventionelle Heizsysteme, also Heizsysteme,
die die Luft als Trägermedium für Wärme
nutzen, führen in großen und hohen Räumen
häufig zu unbefriedigenden Heizergebnissen.
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Sie sind träge, energieintensiv und führen oft
zu Zugerscheinungen. Weiterhin sammelt sich
die aufsteigende Warmluft im wenig genutzten oberen Hallenbereich. Der untere Bereich,
in dem gearbeitet und somit die Wärme gebraucht wird, bleibt kühl.
Hellstrahler sind Gasheizstrahler mit gelochten Keramikplatten, aus denen das brennbare Gas-/Luftgemisch austritt und entzündet wird (Verbrennung sichtbar). Die
Flammen bringen die Keramikfläche zum
Glühen, sodass der größte Teil der eingesetzten Energie in Infrarotstrahlung umgewandelt wird. Auf Grund der Oberflächentemperaturen von 800 bis 900 Grad Celsius
sind sie besonders gut für hohe Hallen (Höhe
über 8 Meter) geeignet. Da sich die bei der
Verbrennung entstehenden Abgase mit der
Raumluft vermischen, muss für eine entsprechende Entlüftung gesorgt werden.
In Hallen oder großen Räumen ist die Strahlungsheizung
(unten) einem konventionellen Heizsystem (oben)
überlegen, denn sie bringt die Wärme gezielt dorthin,
wo sie gebraucht wird.
Eine effektive, schnelle und wirtschaftlich
interessante Alternative bietet die Strahlungsheizung. Sie basiert auf dem natürlichen
Prinzip der Infrarotstrahlung – Wärmetransport durch elektromagnetische Wellen. Wo
die Wellen auftreffen, werden sie in Wärme
umgewandelt, ohne jedoch die Luft zu erwärmen. Sie durchdringen die Luft nahezu
verlustfrei und erwärmen Menschen,
Maschinen, Böden und Wände direkt.
Strahlungsheizungen (Hell- und Dunkelstrahler, Deckenstrahlplatten) werden mit
Ausnahme der Deckenstrahlplatten direkt
mit Gas befeuert und haben sehr kurze
Aufwärmzeiten, was Energie sparend wirkt.
Deckenstrahlplatten werden mit Wasser
temperiert und können deshalb wahlweise
zum Heizen oder Kühlen eingesetzt werden.
Gas-Infrarotstrahler geben die Wärme über sichtbar
rotglühende Keramikplatten ab, daher werden sie
Hellstrahler genannt.
Auch Erdgas-Dunkelstrahler übertragen die erzeugte
Wärme durch Strahlung; über Strahlrohre wird die
Strahlungswärme übertragen.
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Dunkelstrahler erzeugen die Wärme durch
Verbrennung eines Sauerstoff-Gas-Gemisches
in geschlossenen Brennern mit Strahlrohren
(Verbrennung nicht sichtbar) und führen
ihre Abgase gezielt ins Freie, belasten die
Raumluft somit nicht. Durch die erzeugten
Heißgase wird die Oberfläche der Strahlrohre zwischen 350 Grad Celsius und
750 Grad Celsius erhitzt, wobei auf Grund
der dort herrschenden hohen Temperaturen
Wärme überwiegend durch Strahlung abgegeben wird. Diese wird direkt oder über
einen Reflektor nach unten abgestrahlt.
Trifft Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung)
auf die Oberfläche eines festen oder flüssigen Körpers, werden diese elektromagnetischen Wellen absorbiert und dabei in Wärmeenergie umgewandelt. Dunkelstrahler können
auf Grund ihrer Typenvielfalt sowohl in niedrigen als auch in hohen Hallen (Höhen ab
4 Meter) eingesetzt werden.
Sonnenwärme
Der Einsatz von Sonnenenergie zur Erzeugung von Warmwasser ist heute Stand der
Technik. Thermische Solaranlagen sind
technisch ausgereift, sehr wartungsarm und
lassen sich problemlos in eine Heizungsanlage mit zentraler Warmwasserbereitung
integrieren.
Ein Kollektor auf dem Dach wandelt die einfallende Sonnenstrahlung in nutzbare Wärme
um. Er ist in den Warmwasserkreislauf eingebunden, und die Wärme gelangt über einen
Wärmetauscher in den Wasserspeicher.
Ebenso kann die thermische Solarenergie zur
Erzeugung von Niedertemperaturwärme für
die Raumheizung, zum Zwecke der Trocknung oder als Prozesswärme genutzt werden.
■ Raumtemperaturen
Eine besondere Bedeutung bei der Betriebsführung kommt der Einhaltung der empfohlenen Raumtemperaturen zu. Eine Überschreitung dieser Werte um nur 1 Grad Celsius
hat im Verlauf des Jahres einen Energiemehrverbrauch von 6 – 7 Prozent zur Folge.
Wärme
Viele Hausdächer eignen sich hervorragend zur Montage von Solarkollektoren,
die meist ausreichend Energie für die Warmwasserbereitung liefern.
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Wärme
Als Raumtemperatur gilt die in der Mitte des
geschlossenen Raumes in Tischhöhe über
dem Fußboden gemessene Lufttemperatur
(nach DIN 18.380).
oder die Kantine, kann die Heizung in der
„publikumsfreien“ Zeit reduziert werden.
■ Witterungsgeführte Regelung
Sparsam und mit mehr Komfort heizen, das
geht heute ganz automatisch. Denn mit einer
elektronischen, vom Wetter und seinen
Schwankungen gesteuerten Schaltzentrale
hat man die fürs körperliche Wohlbefinden
maßgebliche, gleichmäßige Wärme und kann
auch noch Energie sparen.
Für die Festlegung der Raumtemperaturen
wird vorausgesetzt, dass Fenster und Türen
geschlossen sind und die Wärmeabgabe der
Heizkörper nicht durch Einbauten, Verkleidungen u. a. behindert ist.
Empfohlene Grenzwerte
➜ Verwaltungsräume
20 °C
➜ Wohnräume
20 °C
➜ Unterrichtsräume aller Art
20 °C
Mit einer solchen witterungsgeführten Regelung gibt es keine unsinnig überheizten Räume
mehr, wenn die Außentemperaturen höher
werden. Aber man muss auch nicht frieren,
wenn es draußen kälter wird. Alles geht
ganz automatisch.
➜ Werkstätten in Abhängigkeit
von der Benutzungsart
12 – 17 °C
➜ Wasch- und Umkleideräume
allgemein
Ergänzt wird die witterungsgeführte Regelung durch Thermostatventile an den Heizkörpern – in der Summe ist dies das Heizsystem für heute und morgen. Der Wohnkomfort
steigt und der Brennstoffverbrauch sinkt.
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➜ Toiletten, Flure, Treppenhäuser,
Garderoben (mögl. unbeheizt) 10 °C
■ Wärme richtig nutzen
Wärme sollte immer nur dann eingesetzt
werden, wenn sie auch tatsächlich benötigt
wird. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass beispielsweise die Heizung nicht
die ganze Nacht hindurch läuft, sondern die
Temperatur nachts abgesenkt wird.
Die Heizung sollte so spät wie möglich vor
Betriebsbeginn eingeschaltet und frühzeitig
vor Betriebsschluss ausgeschaltet werden. In
Räumen, die nicht den ganzen Tag genutzt
werden, dies sind z. B. die Umkleideräume
Eine Heizung lässt sich nur energieeffizient betreiben,
wenn die optimale Steuerungsmöglichkeit herausgefunden und genutzt wird – also ausprobieren!
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Und so funktioniert die witterungsgeführte
Regelung: Ein Außenfühler und ein Vorlauffühler messen die Temperaturen und geben
die Messwerte an das elektronische Zentralgerät. Dieses regelt die notwendige Vorlauftemperatur (Temperatur des Wassers, das zu
den Heizkörpern fließt) entsprechend der
eingestellten Heizkennlinie über ein Mischventil ein.
Aber jede Regelung funktioniert nur so gut,
wie ihre Nutzer sie eingestellt haben. Beachten
Sie daher folgende Empfehlungen:
■ Heizen nach Programm
Die Heizungsregelung ist üblicherweise eine
witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung. Mit ihr kann die Heizleistung an die
tatsächlich benötigte Temperatur einzelner
Räume angepasst werden. Zudem begegnet
die Heizleistung so den unterschiedlichen
äußeren Witterungsbedingungen und den
damit einhergehenden Temperaturschwankungen.
richtigen Einstellung. Die Räume sollten ausreichend warm, aber auch nicht überheizt sein.
Je flacher die Kurve, desto weniger Energie
benötigt die Anlage. Die Vorlauftemperatur
wird entsprechend der Außentemperatur
festgelegt.
Parallelverschiebung: Hier wird die Raumtemperatur, z. B. 20 Grad Celsius für
extreme Wetterlagen, festgelegt. Wenn mal
„Schmuddelwetter“ ist, kann kurzzeitig die
Raumtemperatur erhöht werden. Zurücksetzen
nicht vergessen!
Nachtabsenkung (NachttemperaturEinstellung): Die an der Nachtabsenkung
eingestellte Temperatur bestimmt, um wie
viel Grad während der Nacht abgesenkt wird
(von 20 Grad Celsius auf 16 Grad Celsius).
Zeitschaltuhr: An der Zeitschaltuhr wird
eingestellt, wann die Raumtemperatur, z. B.
zu Betriebsschluss, automatisch abgesenkt
und wann sie morgens wieder erhöht wird.
Jede „Gebäude-Heizung-Nutzer-Einheit“
verlangt ihre besondere Reglereinstellung.
Die optimale Einstellung lässt sich häufig nur
durch Ausprobieren herausfinden. Dabei
gilt: Alle Einstellungen lassen sich auch wieder rückgängig machen, und kaputtmachen
können Sie dabei auch nichts. Lesen Sie die
Beschreibung aufmerksam durch oder lassen
Sie sich vom Heizungsfachmann beraten.
Vier grundsätzliche
Einstellmöglichkeiten haben Sie:
Heizkurve: Die richtige Heizkurve für Ihr
Gebäude finden Sie durch Probieren. Sorgfältiges Beobachten der Räume führt Sie zu der
Welche Heizkurve die besten Resultate bringt, zeigt
nur die Praxis. Probieren Sie verschiedene Einstellungen aus. Je flacher die Kurve, desto weniger Energie
wird benötigt.
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■ Nicht elektrisch heizen
(häufiges Takten, d. h. häufiges Starten). Bis
zu 30 Prozent des jährlichen Brennstoffverbrauchs können diese Verluste ausmachen.
Hinzu kommen die hohen Abgasverluste. Sie
können bei alten Kesseln bei gut 15 Prozent
liegen.
Die Verwendung von elektrischen Heizungen,
Heizlüftern oder Heizstrahlern ist grundsätzlich nicht zu empfehlen. Heizen mit Strom ist
sehr teuer. Auch aus ökologischer Sicht ist
diese Art der Beheizung nicht empfehlenswert. Denn für jede Kilowattstunde Strom
müssen in den Kraftwerken drei Kilowattstunden Primärenergie in Form von Kohle,
Erdöl oder Erdgas verbrannt werden.
■ Wärmeverteilung und -transport
Viel Energie geht schon auf dem Weg vom
Heizkessel zu den Heizkörpern und Verbrauchern verloren. Schwachpunkte sind
vorhanden, wenn der Wärmeträger zu viel
Wärme an die Umgebung abgibt. Besonders
hohe Verluste ergeben sich bei zu hoher
Vorlauftemperatur.
■ Warmwasserbereitung
Ein Teil des Energieverbrauchs einer Heizungsanlage wird für die Bereitstellung von
warmem Wasser aufgewendet. Auch hier
lassen sich Einsparpotenziale erschließen.
Es gilt: Wer Wasser spart, der spart auch
Energie. Deshalb sollten zunächst die entsprechenden Wassersparpotenziale ausgenutzt werden (s. Kapitel Wasser).
Die Wassertemperatur soll so niedrig wie
möglich gehalten werden, da die Wärmeverluste im Speicher und im Verteilungsnetz
mit der Temperatur steigen. Für eine warme
Dusche ist eine Wassertemperatur von 45 Grad
Celsius wünschenswert. Um diese Temperatur
zu erreichen, muss das Wasser im Speicher
etwas höher aufgeheizt werden. Eine tägliche
kurzzeitige Aufheizung des Trinkwassers auf
60 Grad Celsius schreibt die Legionellenverordnung des Deutschen Verbandes der Gasund Wasserwirtschaft (DVGW) für Warmwasserspeicher über 400 Liter Inhalt vor.
■ Kessel sind oft zu groß
Alte Heizungsanlagen sind häufig überdimensioniert, da sie Verluste durch hohe Betriebsbereitschaftszeiten ausgleichen müssen
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Ein überheizter Heizungsraum, Fließgeräusche in den Rohrleitungen und eine Temperaturschichtung im Gebäude sind entsprechende Merkmale. Temperaturschichtung
bedeutet, dass einige Räume nicht richtig
warm, andere dagegen immer zu warm
sind. Dieses Verhalten deutet auf Probleme
in der Hydraulik hin. Schlechte Wärmedämmung der Leitungsrohre, schlechte oder zu
lange Leitungen führen ebenfalls zu Verlusten.
Solche Verteilungsverluste können je nach
örtlichen oder betrieblichen Bedingungen
zwischen 2 Prozent und 15 Prozent – bezogen
auf den Jahresenergieverbrauch – betragen.
Besonders bei größeren Gebäuden sollte die
Wärmeverteilung über unterschiedliche Heizkreise erfolgen. Dadurch lässt sich die Wärme
flexibel im Gebäude bewegen. Einzelne
Gebäudeteile lassen sich mit Wärme versorgen, ohne dass gleich das gesamte Gebäude
aufgeheizt werden muss. Der Wärmebedarf
kann an die klimatischen Bedingungen des
geregelte Heizungsumwälzpumpen einzubauen
sind. Sie sorgen selbsttätig für den energiesparendsten Betrieb. Auch alte Pumpen können mit einer entsprechenden Elektronik
nachgerüstet werden. (Lesen Sie zum Thema
Pumpen weiter in Kapitel Antriebe.)
Darauf sollten Sie achten:
Bevor die Wärme dort ankommt, wo sie wirken soll,
ergeben sich oft Wärmeverluste durch unzureichend
gedämmte Heizungsrohre.
➜ Die richtige Wahl der Stufenschaltung.
Wählen Sie die niedrigstmögliche Einstellung, meist reicht Stufe 1. Hörbare
Fließgeräusche in der Anlage weisen
auf eine falsche, zu hohe Einstellung hin.
Gebäudes (Nord-/Süd-Ausrichtung) und an
die Nutzungszeiten angepasst werden. So
lassen sich Heizkosten durch einen geringeren
Wärmeverbrauch sparen und Stromkosten
dadurch senken, dass weniger Wärme im
Gebäude transportiert werden muss.
➜ Abschalten der Pumpe im Sommer und
wenn die Heizungsanlage aus ist. Der
Pumpe schadet es nicht. Einmal die
Woche für einige Minuten anschalten
verhindert Lagerschäden.
Heizungsumwälzpumpen
Die Heizungsumwälzpumpen haben die
Aufgabe, im Heizkessel erhitztes Wasser zu
den Heizkörpern in den Räumen zu transportieren. Die Umwälzpumpen arbeiten oft
völlig unbeachtet das ganze Jahr über (z. B.
im Heizungskeller). Sie sind zuverlässig und
haben eine lange Lebensdauer. Doch gerade
ältere Umwälzpumpen haben einen schlechten Wirkungsgrad und geben nur magere
10 – 20 Prozent der aufgenommenen elektrischen Energie als Pumpenleistung an das
Wasser ab.
Umwälzpumpen können abgeschaltet
werden, wenn die Heizung aus ist!
Elektronisch geregelte Pumpen können bis
zu 50 Prozent Strom sparen. Die Heizungsanlagenverordnung schreibt vor, dass beim
Neubau und Ersatz in Anlagen größer als
50 Kilowatt Wärmeleistung elektronisch
➜ Luft in der Heizungsanlage vermeiden.
Entlüften, wenn „Gluckern“ oder
„Plätschern“ auftritt. Die Luft führt zur
erhöhten Stromaufnahme.
➜ Für einen korrekten Vordruck in der
Heizungsanlage sorgen. Er wird in der
Einheit [bar] bei ausgeschalteter Heizung am Manometer des Kessels abgelesen. Der Vordruck gewährleistet, dass
der Wasserdruck ausreicht, um auch den
am höchsten im Gebäude angebrachten
Heizkörper ausreichend zu durchströmen.
Üblicherweise beträgt der Vordruck 1 bar,
das reicht für 10 Meter Gebäudehöhe.
Zu niedriger Wasserdruck führt zu
Lufteintritt in die Heizungsanlage.
Wärme
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Thermostatventile sollen für eine gleichmäßige Temperatur sorgen.
Wer allerdings auf „Dauerfeuer“ stellt, erhöht damit auch seine Heizkostenrechnung.
■ Die richtige Wartung
Keine Heizungsanlage ist völlig wartungsfrei.
Bei Ölheizungen z.B. kann Ruß im Kessel die
Wärmeübertragung behindern, die Brennerdüsen können verstopfen und die Regelung
kann verstellt sein.
Für die regelmäßige Wartung der Anlagen
sollten Verträge mit entsprechenden Fachfirmen
geschlossen werden. Die Wartung erhält die
Betriebssicherheit der Anlage, sorgt für einen
günstigen Wirkungsgrad, niedrige Emissionen
und verlängert die Lebensdauer.
Es sollte Folgendes beachtet werden:
Kontrolle des Wasserdrucks, ggf. Entlüftung
der Heizkörper und Auffüllen mit Wasser.
Bei ständig abfallendem Druck muss die
Ursache beseitigt werden (u. U. Leck im
Heiznetz).
Kontrolle der Uhrzeit und Temperatureinstellungen an der Regelung (evtl. Umstellung
von Sommer- auf Winterzeit).
Anpassen der Betriebszeiten und
Nachtabsenkung.
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Ausschaltung der Heizung bzw. der Umwälzpumpen nach der Heizzeit, sofern sie nicht
für die Warmwasserbereitung benötigt wird.
Bei sommerlicher Stilllegung der Umwälzpumpen sollten diese regelmäßig für etwa
10 Minuten eingeschaltet werden, damit sie
sich nicht festsetzen. Moderne Steuergeräte
regeln dies automatisch.
■ Thermostatventile
Grundsätzlich besteht jedes Thermostatventil
aus einem (auswechselbaren) Thermostatkopf
und dem am Heizköper befestigten voreinstellbaren Ventilunterteil. Im Kopf befindet
sich der Temperaturfühler; das Ventilunterteil
dient zum Regulieren des Heizwasserdurchlaufes. An dem Thermostatkopf kann eine
Temperatur eingestellt werden, z. B. Stufe 3
entspricht etwa 20 Grad Celsius. Sinkt die
Raumtemperatur ab (weil etwa das Fenster auf
Kipp gestellt wurde), sorgt das Ventil dafür,
dass mehr heißes Wasser den Heizkörper
durchströmt. Erhöht sich die Raumtemperatur
(weil viele Leute im Raum sind oder bei
Sonneneinstrahlung), schließt das Ventil und
weniger Wasser durchströmt den Heizkörper.
Thermostatventile bieten also Heizkomfort
und sparen Energie ein. Sie sind ein Muss in
jeder Heizungsanlage.
Empfohlene Vorgehensweise
Die nächsten Schritte zur effektiven Wärmenutzung wären:
Eigene Analyse der Wärmeanlage
■ Klimatische Sofortmaßnahmen:
Mit einfachen Mitteln können Sie die Luft im
Raum schnell und vollständig austauschen,
um Feuchtigkeit, Gerüche und mögliche Schadstoffe ins Freie zu lassen. Das ist notwendig,
weil besonders moderne Fenster praktisch
luftdicht schließen (siehe auch Kapitel
Gebäude).
Durchlüften:
Sorgen Sie mehrmals täglich durch das Öffnen von Türen und Fenstern für Durchzug.
Schon nach 5 – 10 Minuten ist die verbrauchte, feuchte Raumluft ausgetauscht.
Heizung beim Lüften abdrehen:
Das Thermostatventil sollte beim Lüften
geschlossen werden, da es sich sonst
automatisch öffnet und Sie zum Fenster
hinaus heizen.
➜ Zeitgemäßes Heizsystem?
(Wärmeerzeuger, Steuerungs- und
Regeltechnik, Wärmeverteilung)
➜ Heizkessel überdimensioniert?
➜ Dämmung einwandfrei?
➜ Reglereinstellung optimal?
(Nutzungsart und -zeit, Jahreszeit etc.)
Inanspruchnahme von Fachleuten
➜ Kostenloser Erst-Check und individuelle
Einzelberatung vor Ort durch das
Unternehmen für Ressourcenschutz
(Kontakt: 040/428 45-2259 oder -4378)
➜ Systematische Ermittlung von Einsparpotenzialen durch spezialisierte
Ingenieurbüros (Bezuschussung durch das
Unternehmen für Ressourcenschutz
möglich)
➜ Umsetzung durch Haustechniker oder
Fremdfirmen
Interne Erst-Maßnahmen
Fenster nicht kippen:
Lüften Sie immer nur kurz. Durch Dauerlüften in Kippstellung behindern Sie den
Luftaustausch; die Wände kühlen aus und
Heizenergie wird verschwendet.
➜ Bedarfsorientierte Temperatureinstellung
(z. B. Reduzierung nachts, im Sommer)
➜ Sensibilisierung der Mitarbeiter
➜ Regelmäßige Wartung der Anlage
Türen schließen:
Zwischen unterschiedlich beheizten Räumen
sollten immer die Türen geschlossen werden,
sonst kann sich in dem kälteren Raum Feuchtigkeit niederschlagen.
Dampf ablassen:
Wärme
Beim Kochen und Duschen entsteht viel
Dampf. Diesen sollte man möglichst schnell
ins Freie lassen, sonst verteilt er sich über
die ganzen Räumlichkeiten.
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