Nur die Grünliberalen will niemand

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NZZ.CH
Stadtzürcher Wahlen
Nur die Grünliberalen will niemand
Zürich
Heute, 05:50
Zürcher Erneuerungswahlen: Keinen Anschluss gefunden haben die Grünliberalen. Seit ihrem fulminanten Einzug in den Gemeinderat vor vier Jahren konnten sie weder die Bürgerlichen
noch Rot-Grün überzeugen. (Bild: Karin Hofer / NZZ)
Sechs Monate vor den Erneuerungswahlen in der Stadt Zürich haben sich die Parteien
sortiert. Sowohl am rechten als auch am linken Rand bilden sich mehr oder weniger lose
Bündnisse. Nur die GLP muss allein in den Wahlkampf ziehen.
Christina Neuhaus
Mit den Stadtzürcher Bürgerlichen ist das so eine Sache: Fatalerweise entwickelt sich ihr Hang zur gegenseitigen Desavouierung
proportional zum Verlust ihrer politischen Stärke. Auch der Auftakt zu den Gesamterneuerungswahlen 2014 drohte anfänglich an
den gegenseitigen Abgrenzungsversuchen zu scheitern. Erst rückte CVP-Präsident Markus Hungerbühler in einem Interview mit
der NZZ vom Ziel einer «bürgerlichen Wende» ab, dann doppelte FDP-Stadtrat Andres Türler im «Tages-Anzeiger» nach: Ohne
allzu explizit zu werden, liess er durchblicken, dass er von einem gemeinsamen Wahlkampf mit der SVP nicht allzu viel hält.
Entente cordiale statt Bündnis
Nun haben sich die Bürgerlichen und die christliche Mittepartei aber doch noch gefunden. Regelmässig treffen sich die Präsidenten
von SVP, FDP und CVP zu gemeinsamen Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern. Organisiert wird der gemeinsame Auftritt der
Bürgerlichen vom Forum Zürich. Das erklärte Ziel der im Forum vereinigten Wirtschaftsverbände sind ein geschlossener Auftritt
gegen Rot-Grün sowie die Rückeroberung verlorener bürgerlicher Stärke. Im gemeinsamen Gespräch konnte man sich nun darauf
einigen, dass die Verbände den Wählern in einer eigenen Kampagne die mutmasslich zu fünft antretenden bürgerlichen
Stadtratskandidaten ans Herz legen. Ihre weiteren Wahlkampf-Engagements organisieren die Parteien weitgehend allein. Statt als
«bürgerliches Bündnis» treten sie nun als eine Art Entente cordiale auf.
Mit Erfolg praktiziert wird diese lose Form gegenseitiger Unterstützung seit Jahren von SP und Grünen. Angesichts der geballten
politischen Macht, welche die beiden Parteien in Zürich repräsentieren, wäre eine engere Zusammenarbeit zu gefährlich und könnte
als Machtdemonstration empfunden werden. Statt – wie es den Bürgerlichen nun blüht – ihre Kandidaten gemeinsam von
Plakatwänden lächeln zu lassen, begnügen sich SP und Grüne damit, gegenseitige Wahlempfehlungen auszusprechen. Geprüft wird
nun, ob seit der Wahl Richard Wolffs in den Stadtrat auch die etwas widerspenstige Kleinpartei der Alternativen Liste mit an Bord
des linken Wahldampfers geholt werden kann. Zwar dürfte sich die AL dagegen verwahren, als Teil der «rot-grünen
Regierungsmacht» vereinnahmt zu werden. Gegenseitige pragmatische Wahlhilfe ist laut dem Leiter des AL-Wahlausschusses,
Gemeinderat Walter Angst, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
«In dubio pro Dubno»
Keinen Anschluss gefunden haben dagegen die Grünliberalen. Seit ihrem fulminanten Einzug in den Gemeinderat vor vier Jahren
konnten sie weder die Bürgerlichen noch Rot-Grün überzeugen. Ihr politisches Oszillieren zwischen den beiden Polen will die GLP
nun nutzen, um wahlkämpferisch in allen Teichen zu fischen. Als einzige Partei plant sie zudem einen Personenwahlkampf, der auf
die Figur des GLP-Kandidaten Samuel Dubno zugeschnitten ist. Möglicher Slogan, der augenzwinkernde Vorschlag eines
Radiomoderators: «In dubio pro Dubno».
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