Bund Deutscher Architekten Auszeichnung qualitätsvoller Architektur Regionalpreis Niederbayern Oberpfalz 2009 BDA Grußwort der Regierungspräsidentin Oberpfalz, Brigitta Brunner Bei einem Wettbewerb um die beste Architektur in unserer Region geht es auf den ersten Blick um Schönheit. Allein dieses Ziel wäre schon jede Anstrengung wert, schließlich werden wir alle von unserer gebauten Umwelt – bewusst oder unbewusst – nachhaltig geprägt. Auch wenn man über Schönheit als absoluten Wert sicherlich streiten kann, haben wir als Gemeinschaft der Bürger einer Stadt oder eines Dorfes den Anspruch, dass nur die besten Lösungen für private und öffentliche Bauaufgaben gesucht und realisiert werden. Qualität beim Planen und Bauen ist natürlich nicht nur eine Frage der Ästhetik. Bauherren und Planer stehen heute vor vielfältigen neuen Herausforderungen, traditionelle Regeln der Baukultur müssen hinterfragt und neu interpretiert werden. Energieeffizienz, Klimaschutz und der demographische Wandel verlangen eine Neuorientierung bei der städtebaulichen Planung und setzen neue Schwerpunkte beim Bauen. Die Architekten stellen sich dieser Aufgabe und beweisen anhand der präsentierten Beispiele, dass nicht nur die vielfältigen, komplexen Anforderungen „unter einen Hut“ gebracht werden können, sondern dass dabei eine neue Qualität entsteht, die regionale Baukultur in unserem Land voranbringt. 2 Die Architekten brauchen aufgeschlossene und mutige Bauherren. Viele öffentliche Bauherren, immer mehr Gemeinden nehmen diese Herausforderung an und benutzen Architektur als Impulsgeber für ihre Entwicklung. Gerade im ländlichen Raum und bei der Revitalisierung von Brachen bieten häufig signifikante Gebäude großes Potential für innovative Lösungen. Mit den Erfahrungen aus einigen sehr erfolgreichen Beispielen aus der Oberpfalz, möchte ich den Gemeinden Mut machen, auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen neue Wege zu gehen. Die Chancen überwiegen bei weitem die Risiken, schließlich beinhaltet Qualität beim Planen und Bauen selbstverständlich auch eine Optimierung der Wirtschaftlichkeit. Der öffentliche Diskurs über Architektur ist dringend notwendig; die Ausstellung und die vorliegende Broschüre bieten eine gute Grundlage dafür. Nutzen wir die Chance eine neue, umfassendere Sicht auf unsere gebaute Umwelt zu erlernen und wir erkennen, Schönheit ist möglich. Mit weniger Anspruch sollten wir uns auch im Alltag des Planen und Bauens nicht zufrieden geben. Brigitta Brunner, Regierungspräsidentin der Oberpfalz Grußwort des Regierungspräsidenten Niederbayern, Heinz Grunwald Der Regionalpreis Niederbayern-Oberpfalz des Bundes Deutscher Architekten bietet heuer zum dritten Mal ein Forum qualitätvoller Architektur in der Region, die einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Preisverleihung in der Passauer HeiligGeist-Kirche markiert den Startpunkt für die Wanderausstellung in Niederbayern und der Oberpfalz. Mit dem zweiten Konjunkturpaket des Bundes rückt das Baugeschehen als bedeutender Wirtschaftsfaktor verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Eine große Zahl von Infrastrukturprojekten wird in Ostbayern ermöglicht. Ziel ist es, mit der Bauwirtschaft als Motor den Wirtschaftslauf wieder in Takt zu bringen. Kurzfristig steht die Quantität im Vordergrund. Was dauerhaft bleibt ist jedoch die Qualität unserer gebauten Umwelt. Gute Architektur darf daher bei allen wirtschaftlichen Zwängen nicht aus dem Auge verloren werden. Die 55 Bewerbungen aus Niederbayern und der Oberpfalz um die Auszeichnungen des BDA Regionalpreises für qualitätvolle Architektur in vier Kategorien zeigen die großen Anstrengungen von Bauherrn und Architekten um Baukultur und Lebensqualität in unserer Region. Dafür gilt ihnen mein besonderer Dank. Dem Kreisverband Niederbayern-Oberpfalz des Bundes Deutscher Architekten wünsche ich für die Ausstellung einen regen Zulauf und den Besuchern viele positive Eindrücke. Heinz Grunwald, Regierungspräsident von Niederbayern Kostenbewusstes Bauen und qualitätvolle Architektur sind auch kein Widerspruch. Mit einer sorgfältigen Planung kann man nicht nur gestalterisch, sondern auch wirtschaftlich überzeugende Ergebnisse erreichen. Und das sollte für jeden Bauherrn – vom Privatmann beim Bau eines Eigenheims bis zum öffentlichen Bauherrn – Anreiz genug sein, sich mit weniger nicht zufrieden zu geben. 3 Grußwort Johannes Berschneider BDA Regionalpreis 2009 In diesem Jahr konnten wir – nach einer Pause von vier Jahren – wieder den BDARegionalpreis für Niederbayern und die Oberpfalz ausloben. Zum dritten Mal wurden Architekten aufgerufen, ihre in der Oberpfalz und Niederbayern gebauten Projekte einzureichen. Die im Vergleich zur letzten Auslobung wiederum angestiegene Zahl der Bewerbungen auf 55 gibt uns Recht und zeigt, dass wir gut daran tun, dem Regionalen Bauen mit diesem Wettbewerb eine Plattform zu bieten. Seit der ersten Auslobung im Jahre 2003 zeigt sich, dass unsere Region eine großartige Entwicklung erlebt: es gibt hier immer mehr erstklassige Architektur zu sehen. Diese aber auch einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu bringen soll die Aufgabe dieses Regionalpreises sein, der mit seiner Wanderausstellung plakativ darstellt, wie schöne und hochwertige Bauten entstehen und wo sie zu sehen sind. Aus dem Nichts kommt dies alles nicht, sondern es ist das Ergebnis langjähriger Arbeit, das sich nicht zuletzt der BDA auf die Fahnen schreiben darf. Immer mehr Veranstaltungen wie Vorträge, der ArchitektOurbus®, die neue Aktion „Baustelle betreten“, bei der bereits in der Bauphase Einblick in die Arbeit des Architekten gegeben wird, tragen dazu bei, die Möglichkeiten zeitgemäßer Architektur nach außen zu tragen. Auch der Treffpunkt Architektur der Bayerischen Architektenkammer, der im vergangenen Jahr auch für Niederbayern und die Oberpfalz an den Start ging, hat diese Zielsetzung. Mit all diesen Aktionen und Veranstaltungen können wir heute guten Gewissens behaupten, in einer Architekturregion zu leben, die sich vor den Ballungsräumen und Großstädten nicht zu verstecken braucht. Die Qualität des Bauens hängt allerdings nicht nur von der Arbeit der Architekten ab. Erst im Zusammenspiel mit den Bauherren und den Genehmigungsbehörden kann wirklich gute Architektur entstehen. Hier können wir eine positive Entwicklung beobachten, der Mut zu außergewöhnlichen und sogar gewagten Projekten ist zunehmend da und dies spiegelt sich direkt in der Qualität auch der hier eingereichten Arbeiten wieder. Deshalb ist es uns wichtig, nicht nur die Architekten, sondern auch die Bauherren für ihre Mitwirkung bei gelungenen Projekten auszuzeichnen. Und der Preis soll auch als Ermutigung an alle Kollegen gelten, den eingeschlagenen Weg zur guten Architektur weiter zu gehen. Regionalpreis Oberpfalz Bei den Einreichungen hat Niederbayern dieses Mal etwas die Oberhand mit 36 Projekten gegenüber 19 aus der Oberpfalz, entsprechend ist dieser Bezirk auch bei den Auszeichnungen und Anerkennungen etwas stärker vertreten. Waldsassen Falkenberg Die Sparten Wohnen und Bauen im Bestand waren in beiden Bezirken sehr stark. Gerade die Einreichung von Sanierungen und Erweiterungen zeigt, dass das Bestreben, hier ebenso wie bei Neubauten Wert auf eine hochwertige architektonische Umsetzung zu setzen immer mehr in das Blickfeld gerät. Die Herausforderung, im Rahmen einer Sanierung wertvolle Akzente in der Baukultur zu setzen, wird zunehmend erfolgreich angenommen, wie die prämierten Beispiele zeigen. Auch in diesem Jahr gibt es einen Sonderpreis für Wohnbau, der von der Bayerischen Landesbausparkasse gesponsert wird. Leider nicht vergeben werden konnte der Sonderpreis für junge Architekten unter 33 Jahren. Hier gab es nur zwei Bewerbungen. Mein Dank gehört den Mitgliedern der Jury, die die schwierige Aufgabe hatten, unter den allesamt guten Einreichungen die besten herauszufinden. Auch die Sponsoren haben einen unverzichtbaren Teil dazu beigetragen, damit dieser Preis vergeben und die dazu gehörige Wanderausstellung und die Dokumentation der Auszeichnungen in Broschürenform umgesetzt werden konnten. Ich danke den Kollegen für ihre Teilnahme und wünsche mir auch für die Zukunft die Bereitschaft, sich um Preise für ihre Architektur zu bewerben. Weiden Schönsee Amberg Schwandorf Neumarkt Furth i. Wald Sengenthal Regensburg Nittendorf Sinzing Wörth a.d. Donau Viechtach Neutraubling Obertraubling Bodenmais Zwiesel Frauenau Finsterau Alteglofsheim Straubing Deggendorf Plattling Waldkirchen Jandelsbrunn Weihmichl Dingolfing Vilshofen Landshut Hohenegglkofen Frontenhausen Dorfbach Fürstenzell Geisenhausen Das vorliegende Buch kann als Leitfaden für Erkundungsfahrten zu den Stätten anspruchsvoller Architektur ebenso dienen wie als Dokumentation der Entwicklung der Baukultur in unserer Heimat. Passau Bodenkirchen Pfarrkirchen Johannes Berschneider Vorsitzender BDA Kreisverband Niederbayern/Oberpfalz 4 5 Auszeichnung Museum für historische Maybach Fahrzeuge, Neumarkt Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA Berschneider + Berschneider, Pilsach Bewertung der Jury: Bauherrn und Architekt ist es mit bewundernswertem Engagement gelungen, die Gebäude der bereits vor Jahrzehnten geschlossenen Express-Fahrradwerke vor dem Abriss zu bewahren und mit neuem Leben zu erfüllen. Die durch die lange und vielfältige Zwischennutzung stark in Mitleidenschaft gezogenen Baukörper wurden neu geordnet und durch einige neue Bauteile zu einem harmonischen Ganzen ergänzt. Die klar ablesbare Differenzierung zwischen erhaltenen und neuen Gebäudeelementen sowohl in der Materialwahl – Stahl und Glas für neue Elemente – wie auch in der Farbgebung – Weiß der Bestand und Anthrazit die neuen Bauteile – ist durchgängig und gibt dem weitläufigen Ensemble den nötigen Zusammenhalt. Dieses Gestaltungsprinzip trifft nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild zu, sondern zeigt sich in der sorgfältigen Detailgestaltung des Innenausbaus, der Lichtplanung bis hin zur Gestaltung der Außenbereiche. Überzeugend ist auch Regionalpreis Oberpfalz die sorgfältige Konservierung z.T. wieder freigelegter ursprünglicher Materialien wie z.B. alte Eichenparkettböden und die Integration vorhandener Raumstrukturen in die neuen Nutzungen. Darüber hinaus erfüllt das Projekt auch unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit hohe Ansprüche. Die Wiederbelebung vorhandener Bausubstanz schont ebenso Ressourcen wie der Einsatz regenerativer Energiequellen Erdwärme und Sonnenenergie. In seiner Gesamtheit ist das Museum ein überzeugendes Ergebnis aus dem Zusammenwirken glücklicher Umstände, vor allem einer erhaltenswerten Bausubstanz, dem Idealismus eines Bauherren mit Mut zur Investition und schließlich Architekten, die in der Lage sind, das Potential von Bausubstanz zu erkennen und sie zu neuer Qualität zu führen. Regionalpreis Oberpfalz Auszeichnung Bayerisch-Böhmisches Kulturzentrum, Schönsee Architekten BDA Brückner & Brückner Architekten Tirschenreuth / Würzburg, Tirschenreuth Bewertung der Jury: Das halb verfallene, dem Abriss geweihte Kommunbrauhaus aus dem 17. Jahrhundert konnte mit neuem Inhalt gefüllt und einem kongenialen architektonischen Konzept gerettet werden. Die drei in Form und Dimension unterschiedlichen Volumina wurden mit einem fortentwickelten Haus-im-Haus-Prinzip aufgestockt, wobei die Architekten diese Erweiterung mit einer raffinierten statischen Sicherung verknüpften. Die überstehenden Betonwände wurden mit Putzträger-Platten aus Recyclingglas versehen, an die wiederum grünliche Glasplatten im wilden Verband geklebt sind. Die fast fugenlose, monolithisch wirkende Glasoberfläche erscheint als moderne Fortsetzung der Feldsteinmauern des Bestandes. Die historischen Gewölbe wurden sorgsam restauriert, das innere Mauerwerk mit einer Kalkschlämme überzogen. Der eindrucksvolle, früher zur Trocknung der gekeimten Gerste genutzte Turm dient nun mit einer dreiläufigen Stahltreppe – eine Reminiszenz an die ehemaligen Malzdarren – zur Gebäudeerschließung. Während die Turmaufstockung eine Aussichtsplattform zum Blick über die naheliegende Staatsgrenze erhielt, bekam der nördliche Gebäudeteil, dessen Höhe die Firstlinien der Umgebung aufnimmt, ein Dach mit gläsernen Biberschwänzen – auch dies eine Referenz an die regionale Bauweise, wobei dieses Dach bei Veranstaltungen durch Glasfaserstreifen von innen leuchtet. Insgesamt stellt das umgebaute, dennoch archaisch anmutende Gebäude einen äußerst gelungenen und dazu nachhaltigen Versuch dar, auf vielschichtige Weise historisches Erbe und zeitgenössische Befindlichkeiten zu verknüpfen. 6 7 Anerkennung Wohnhaus Dr. Eder, Sinzing Architekten BDA Fabi Achitekten BDA, Regensburg Bewertung der Jury: Ein einfaches Haus im doppelten Sinne des Wortes: kein Klamauk, nichts Überflüssiges, weder Modisches, noch Spektakuläres. Stattdessen: eine klare Erscheinung, ein sachlich-schlichter Baukörper, ein geordneter Grundriss mit Gemeinschaftsräumen im öffentlichen Erdgeschoss und Individualräumen im privaten Ober- und im ausgebauten Dachgeschoss. Mit anderen Worten: Ein Gebäude, das verspricht, ein Heim für eine Familie werden zu können. Der angestrebte Minimalismus in Material und Texturen allerdings konnte offenbar nicht ganz verwirklicht werden, auch die Gestaltung der Dachfläche sowie das fehlende Außenraumkonzept können nicht gefallen. Dennoch: ein anerkennenswertes Beispiel für eine Nachverdichtung im ländlichen Kontext. Anerkennung Neubau Wohnhaus H, Neumarkt Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA Berschneider + Berschneider, Pilsach Bewertung der Jury: Das Haus folgt dem Entwurfsprinzip einer „Kollage aus kubischen Elementen“, welche als Einheit einen Winkelbau bilden. Die großen Bäume sind Vorgaben, auf die der Entwurf subtil eine Antwort fand, der Außenraum verschmilzt mit dem Gebäude zu einer Einheit. Durch Überlagern, Verschachteln und Schweben der Elemente entstehen Raumfolgen im Inneren des Gebäudes, welche zu spannungsreichen Architekturerlebnissen führen. Reduzierte Details und Materialien schaffen durch eine gekonnte Auswahl eine Atmosphäre, die mit Sinnlichkeit auf die einzelnen Wohnungsanforderungen reagiert. Durchblicke in der Vertikalen, als auch in der Horizontalen, reagieren feinfühlig auf die unterschiedlichen Funktionen. Das Licht, welches durch Oberlichtbänder die Wände herabfliest, wurde besonders inszeniert und wird zum Stimmungselement. Mit dem Neubau des Wohnhauses haben die Architekten gezeigt, dass durch die Entwurfsstrategie des Zusammenfügens von Raumeinheiten, eine Atmosphäre geschaffen wird, welche dem Bewohner die gewünschte Wohnqualität vermittelt. 8 Regionalpreis Oberpfalz Regionalpreis Oberpfalz Anerkennung Umbau ehem. Hauswirtschaftsschule zu MFH und Büro, Amberg Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA Berschneider + Berschneider, Pilsach Bewertung der Jury: Das neoklassizistische Gebäude der ehemaligen Hauswirtschaftsschule wurde von störenden An- und Umbauten befreit, auf seine ursprüngliche, klare Erscheinungsform zurückgeführt und zu mehreren Wohnungen sowie einem Büro des Bauherren umgebaut. Aus der Funktion abgeleite, neue Elemente wie der Steg im Obergeschoss oder das große Fensterelement im Wohnbereich sind geschickt gesetzte, durch ihre dunkle Farbgebung betonte und den Bestand spannend ergänzende Akzente. Das Innere wurde weitgehend entkernt und eine im Rahmen der konstruktiven Möglichkeiten des Bestandes großzügige Raumaufteilung umgesetzt. Der Erhalt einiger Segmentbögen als charakteristische Stilelemente stellt den Bezug zur Geschichte des Hauses her. Dem Prinzip der klaren, gestalterischen Trennung zwischen Bestand und neuen Elementen folgen auch die notwendigen Funktionsanbauten wie Garagen o.ä. Die durchgängig hohe gestalterische Qualität verleiht dem Gebäude eine noble Haltung, frei von historisierender Romantik und beweist die Variationsbreite in der Nutzung scheinbar starrer Gebäudestrukturen. Anerkennung IGZ Bürogebäude Softwarescheune, Falkenberg Architekten BDA Brückner & Brückner Architekten BDA Tirschenreuth / Würzburg, Tirschenreuth Bewertung der Jury: Das neue Betriebsgebäude spielt mit der Typologie jener väterlichen Scheune, in der die Firmengründer ihre Karriere begonnen hatten. Der schräg gestellte Sockel besteht aus bis zu 50 Zentimeter starken, sogenannten Krustenplatten, die aus einem nahen Granitbruch stammen, und nimmt die Gestaltung der Scheunen aus der Umgebung auf. Das gilt auch für die silbrig schimmernde Holzkonstruktion des Obergeschosses, dessen abwechslungsreicher Ausdruck den Baukörper in die intakte Bebauungsstruktur des Dorfes einbindet. Im Inneren flankieren zwei seitliche Riegel mit Arbeits- und Besprechungsräumen einen großzügigen zentralen, fast sakral anmutenden Mittelgang. Helles Eichenholz, blau bedrucktes Glas und dunkler Stahl bestimmen den Raumeindruck. Anstelle einzelner Bürozellen sind Großraumbüros für die flexiblen Projektgruppen entstanden. Die Softwarescheune steht exemplarisch für einen neuen Regionalismus, der sich nicht nur auf das Bekenntnis zu Ort und Traditionen beschränkt, sondern die Menschen und deren Zukunft mit einbezieht. 9 Anerkennung Druckerei Wüst, Neutraubling Architekten Arge Dipl. Ing. Christian Kirchberger und Dipl. Ing. Tobias Saller, Regensburg Regionalpreis Oberpfalz Regionalpreis Oberpfalz Haus auf der Lerchenhaube, Wörth/Donau Architekt Dipl. Ing. Christian Kirchberger Architekt, Regensburg Das Gebäude für einen kleinen Druckereibetrieb hebt sich ebenso markant wie wohltuend vom üblichen Einerlei in der Gewerbeperipherie ab. Der Industriebau ist definiert durch zwei gekrümmte Wandscheiben, die ineinander greifen. Das duale Konzept wird auch im Inneren überzeugend weiter geführt: Einem zweigeschossigen Gebäudeteil für Layout- und Bürotätigkeiten steht ein Gebäudeteil mit doppelter Raumhöhe für die Wärme abstrahlenden Druckmaschinen gegenüber. Die Konstruktion des Holzrahmenbaus wurde mit aussteifenden OSB-Platten verkleidet, die zugleich den Endzustand des Innenausbaus darstellen. Die hinterlüftete Außenschale aus sägerauen Brettern wurde schuppenartig mit horizontal verlaufenden Edelstahlblechen verkleidet, in denen wie bei einem Industrieprodukt Rasterbelichtungsöffnungen eingelassen sind. Die den Gesamteindruck prägende Metallfassade schützt das Gebäude vor Witterungseinflüssen und gibt ihm einen ebenso werthaltig wie eigenständigen Ausdruck. Anerkennung Realschule, Obertraubling Architekten BDA Dömges Architekten AG, Regensburg Alex-Center, Regensburg Architekten MGF Architekten GmbH, Stuttgart und Fassadengestaltung, Wagner Architekten, Coburg Die Architekten reagieren städtebaulich auf eine heterogene Umgebung mit einem Vierkanter, der als selbstbewusster Solitär mit Innenhof nicht reagieren, sondern sich mit eigener Kraft behaupten will. Die Einfachheit des Baukörpers wird in gleicher Weise diszipliniert im Inneren des Gebäudes fortgesetzt. Über einen gut erkennbaren Eingang erreicht der Schüler die Klassenräume, welche ein- und zweibündig angeordnet sind. Der Innenhof ist großzugig und übersichtlich dimensioniert, er ist der Ort der Gemeinschaft. Die Auskragung der Betondecken gibt dem Gebäude eine horizontale Gliederung und dient zugleich als Witterungsschutz. Dazwischen liegende vertikale Holzelemente gliedern die Fassaden, die Farbe Rot wird zum entwurfsbestimmenden Element. Die sorgfältige Auswahl der Materialien und Details geben der Schule eine besondere Atmosphäre und Sinnlichkeit. Mit dem Bauwerk haben die Architekten bewiesen, dass guter Städtebau einen unverwechselbaren Ort entstehen lässt. 10 11 Wohnhaus Barinsky, Nittendorf Architekten BDA Fabi Architekten BDA, Regensburg Cistercienserinnen-Abtei, Waldsassen Architekten BDA Brückner & Brückner Architekten Tirschenreuth / Würzburg, Tirschenreuth 12 Regionalpreis Oberpfalz Regionalpreis Oberpfalz Zweckverband Müllverwertung, Schwandorf Freier Architekt Archimedialab, Bernd Lederle, Stuttgart Augustinus-Gymnasium, Weiden Architekten BDA Juretzka Architekten, Weiden 13 Wohnhaus Beer-Fuchs, Alteglofsheim Architekten BDA Fabi Architekten BDA,Regensburg Parkhaus Dachauplatz, Regensburg Architekten BDA Dömges Architekten AG, Regensburg 14 Regionalpreis Oberpfalz Regionalpreis Oberpfalz Verwaltungsgebäude Max Bögl Stahlbau, Sengenthal Architekten Bögl Gierer Architekten, München Goethe-Gymnasium, Regensburg Architekten BDA Dömges Architekten AG, Regensburg 15 Adressen Teilnehmer Regionalpreis Niederbayern / Oberpfalz Barbara Anetsberger Architektin Bachstr. 19 84036 Landshut [email protected] Juretzka Architekten Armin Juretzka Dipl. Ing. Univ. BDA Architekt / Stadtplaner Mooslohstr. 111 92637 Weiden [email protected] Archimedialab Bernd Lederle, Freier Architekt Gutenbergstr. 57 70176 Stuttgart [email protected] Jury Jury BDA Regionalpreis 2009 Niederbayern – Oberpfalz Jury Sitzung 31. Juli 2009 in Neumarkt i.d.OPf. Petra Schober Architektin BDA, Stadtplanerin Wilhelm Huber Architekt BDA, Betzigau Prof. Herbert Meyer-Sternberg Architekt BDA, München Karl Rhöse Architekt BDA ao. Ltd. Baudirektor a.D., Landshut Enrico Santifaller Architektur-Journalist und -Autor BDA ao., Frankfurt a.M. Jury Mitglied ohne Stimmrecht Kurt Haas Direktor LBS, München Protokoll Rebecca Pröbster Architektur Studentin, München Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten BDA Vordere Cramergasse 11 90478 Nürnberg [email protected] Tobias Saller Petersberger Str. 31 93109 Wiesent [email protected] Berschneider + Berschneider Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA Hauptstr. 12 92367 Pilsach [email protected] Löhle Neubauer Architekten BDA Rainer Löhle, Regine Neubauer Dominikanergasse 7 86150 Augsburg [email protected] Bögl Gierer Architekten Gabelsbergerstr. 51 80333 München [email protected] MGF Architekten GmbH Augustenstr. 87 70197 Stuttgart [email protected] Brückner & Brückner Architekten BDA Tirschenreuth / Würzburg Franz-Böhm-Gasse 2 95643 Tirschenreuth [email protected] Molenaar Architekten und Stadtplaner BDA/SRL Lochhamer Str. 75 82166 Gräfelfing [email protected] Deppisch Architekten Michael Deppisch Architekt BDA Obere Hauptstr. 26 85354 Freising [email protected] Nadler und Sperk Architektenpartnerschaft BDA Altstadt 18 84028 Landshut [email protected] Dömges Architekten AG Architektur und Stadtplanung Bölckestr. 38 93051 Regensburg [email protected] Neumeister & Paringer Architekten Bismarckplatz 18 84034 Landshut [email protected] Philipp Donath Dipl.-Ing. (Univ.) Architekt Holzbacher Str. 8 94081 Fürstenzell [email protected] Eck-Fehmi-Zett Architekten BDA Altstadt 78 84028 Landshut [email protected] Fabi Architekten BDA Glockengasse 10 93047 Regensburg [email protected] Architekten Feigel – Huber BDA Schwimmschulstr. 15 84034 Landshut [email protected] Peter Haimerl Architekt BDA Jutta Görlich Lothringerstraße 13 81667 München [email protected] Tobias Hopfensperger Architekt Oberndorfer Str. 6a 84107 Weihmichl [email protected] 38 Dipl. Ing. Christian Kirchberger Architekt Bahnhofstr. 18 93047 Regensburg [email protected] Walter Schwetz Architekt BDA U. Schneckenberg 27 94034 Passau [email protected] Seifert Hugues Architekten GmbH Rosental 8 80331 München [email protected] SSP Planungs GmbH Helmut Wast Streit, Sabine Sefzig, Alexander Sonnleitner Marktplatz 18 94065 Waldkirchen [email protected] Andreas Sternecker uns Architekt und Stadtplaner Zenettistr. 17 80337 München [email protected] Architekturbüro HM Zeilberger Architektin BDA Innenarchitektin Anglstr. 18 94121 Salzweg [email protected] Willibald Zeilhofer Architekt BDA Am Vogelherd 22b 84028 Landshut [email protected] Nickl & Partner Architekten AG Lindberghstr. 19 80939 München [email protected] Oberpriller Architekten Dipl. Ing. Regierungsbaumeister Jakob Oberpriller Architekt BDA, Stadtplaner DASL Dipl. Ing. Doris Heym, Architektin Am Schöllgraben 18 84187 Hörmannsdorf Architekturbüro Ott Tilman Johs. Ott Architekt BDA Christine Ott Architektin Bürg 1 94474 Vilshofen [email protected] Bert Reiszky Architekt BDA An der Stadtmauer 18 94469 Deggendorf [email protected] Architekturbüro Andreas Schmöller Römerstr. 8 94032 Passau as@architekturbüro-schmoeller.de 39