Regeneration von Erdsondenfeldern mit Solarwärme

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5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Messresultate
Erdsondenregeneration
Mettmenstetten
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
24. November 2016, Messe Luzern
Session 3: Praxis, Forschung, Technik
René Naef, naef energietechnik ag, Zürich, El Ing. HTL NDSE Muttenz
Vertretung von Arthur Huber, Dipl.-Ing. ETH/SIA, Hetag AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
• Resultate Mettmenstetten mit Praxiserfahrungen
• Zukunft der Erdsonden mit Sonnenkollektoren
Ziel ist es, dass Sie von heute
Informationen, hoffentlich auch einige Anregungen und Ideen
mitnehmen können
… um zukunftsfähige Anlagen zu planen und zu realisieren
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Solar in Kombination mit Wärmepumpen???
Früher ein no go!!! - ja eigentlich
Konkurrenten
Heute im Pionierstadium und «salonfähig»!
Morgen ein Muss!
Die Gebäudehülle muss langfristig zum
aktiven und attraktiven Energiegewinn
genutzt werden
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
maettmi50plus Wohnbaugenossenschaft
Foto: Beni Federer, http://www.maettmi50plus.ch
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
kein Frostschutz in EWS dank Regeneration
3 identische MFH’s in Mettmenstetten
Süddächer + Ostdach mit je ca. 110m2
Solarabsorber (untersch. Ausrichtung)
Heizung und Warmwasser je Gebäude
Total 9 Erdsonden à 260m
Sondenabstand 7m
Ziel: trotz kleinem Sondenfeld sollte
Saisonspeicherung möglich sein
Online-Zugriff für Gast:
http://pfruendmatt.dyndns.org
Passwort: netlogger
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Sonden mit Abstand 7-8m / Berechnung mit
Programm EWS
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
ohne Sondenregeneration
Berechnungen nach
Norm SIA 384/6
mit Laufzeit 50 Jahre
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
mit Sondenregeneration
Kein Frostschutz in
Sonden nötig
Langfristig höhere JAZ
(Stromeinsparung!)
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
es ist sonnenklar in welche Richtung es geht!
abwärts?
ohne Sonne sicher
nur kurzfristig!
aufwärts!
mit Solarthermie
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Mettmenstetten: Hydraulische Einbindung
Pfruendmatt, Mettmenstetten
Genossenschaft Maettmi50+
Standardschaltung:
Keine Spezial-Hydraulik!
Kein Frostschutz,
nur Wasser
Hydraulik mit keinen externen Tauschern
und wenigen Pumpen!
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
ein Erdsondenfeld ist primär ein Speicher
Speichervolumen: ~A3
Speicherverluste: ~6 x A2
Speichervolumen / Verlust:
A
A3
A

2
6 A
6
A
A
-> Je grösser der Speicher, um so geringer die Verluste
im Verhältnis zur gespeicherten Energie
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Nachbarhäuser ohne Regeneration
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Resultate Mettmenstetten
120.00
700
100.00
600
80.00
500
400
60.00
300
40.00
20.00
0.00
200
100
0
Für alle Monate aufsummierter
spezifischer Energieertrag [kWh/(m2
Absorptionsfläche)]
Spezifischer Energieertrag
[kWh/(m2 Absorptionsfläche und
Monat)]
Messungen am Haus B2
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Resultate Mettmenstetten
Energie in kWh
Messungen am Haus B2
12000
10000
8000
6000
4000
2000
0
-2000
-4000
-6000
Energieentzug aus den Erdwärmesonden
Energie für die Regeneration der Erdwärmesonden
Energiebilanz der Erdwärmesonden
Wärmepumpe JAZ 6.2
(Heizung + Warmwasser
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Speicherung Solarwärme im Erdreich
Haus B2 mit Sondenregeneration nach 1
Jahr 2K höhere
Sodentemperatur als
Haus A2/3
Haus A2/3
Haus B2
Pro Haus 110 m2 Solarabsorber und
3 x 260 m Erdsonden
Messungen seit 11.Okt ’15 bis 24.Okt ‘16
Ertrag Absorber
Haus B1 100’636 kWh, ca. 900 kWh/m2a
Haus B2 81’299 kWh, ca. 730 kWh/m2a
Haus B3 81’791 kWh, ca. 740 kWh/m2a
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Qualitätssicherung durch Online-Fernüberwachung
Sonden-Eintrittstemperatur
Fernüberwachung
mit NETLOGGER
www.hetag.ch
Kollektor-Temperatur
Sondentemperatur nach einem Messjahr ca. 2K höher als im Haus A
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
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Absorber Temperaturen für Direktnutzung
05.01.2016, sonniger Wintertag
05.01.2016, sonniger Wintertag
Globalstralung [W/m2]
600
500
Temperatur [°C]
35
30
25
20
15
10
5
0
400
300
200
100
0
Aussen
Absorber
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Optimierungen und Fragen
Während dem ersten Betriebsjahr konnte mit einer
Anpassung der Einschaltbedingungen die direkte Nutzung
für das Warmwasser erhöht werden.
Welcher Anteil des Solarertrags soll in das Erdreich fliessen?
Wo liegt das Optimum der Kollektorfläche und der
Sondenlängen?
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Standard-Schaltung mit Standard-Wärmepumpen
Foto: Huber Energietechnik AG, Zürich
19
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Nachrüstung Flachollektor in Erdsondenkreislauf
- Verbrauch im MFH 37% über Planungswert
- Sondentemperatur in ersten 5 Betriebsjahren zu stark gesunken
Nachrüstung Regeneration der Sonden (ohne direkte WW-Erzeugung)
4 x 220 m Erdsonden, Sole VL-Temperatur im Frühling ca. 2°C
ca. 45.6 m2 Absorberfläche verglaster Flachkollektor Cobra, Neigung 30°
Polysun Simmulation:
Ertrag Flachkollektor 703 kWh/m2a
Messung Aug.’15 bis Aug.‘16:
Ertrag Flachkollektor 868 kWh/m2a
Sole VL- Temperatur bis im September 3 K angestiegen !!!
Verbesserung der JAZ im 1. Jahr mit Kollektoren ca. 0.3
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
unverglaste Kollektoren als Wärmequelle
• Ertrag bis 800 kWh/m2a bei optimaler Einbindung möglich
• als Luft/Wasser Wärmetauscher bei AT 20°C, Koll. 5°C/10°C
Globalstrahlung 0W/m2, Wind 1.5m/s, ca. 180 W/m2
• als Luft/Wasser Wärmetauscher bei AT 2°C, Koll. -5°C/-3°C
Globalstrahlung 0W/m2, Wind 1.5m/s, ca. 88 W/m2
• als Luft/Wasser Wärmetauscher bei AT 2°C, Koll. -5°C/-3°C
Globalstrahlung 200W/m2, Wind 1.5m/s, ca. 276 W/m2
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
hydraulische Schaltung: mit Wärmetauscher
Wärmetauscher
MFH in Mettmenstetten
Quelle: Arthur Huber, Huber Energietechnik AG
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
hydraulische Schaltung: mit Speicher
Studentenhaus Justinus, ca. 70m2 Solarabsorber
8044 Zürich
Speicher im ES-Kreislauf
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unbeeinflusste Bodentemperatur


Tz, t   Tmo  To  exp   z 
a  ta


 2

  cos
t

z


 t
a  ta

 a




Temperaturverlauf im Erdreich
18
Beispiel:
r = 2000
[kg/m3]
cp = 1000
[J/kgK]
l
= 2.5 [W/mK]
16
Temperatur des Erdreichs T [°C]
•
14
t = 0.0 Mt.
t = 1.5 Mt.
t = 3.0 Mt.
t = 4.5 Mt.
t = 6.0 Mt.
t = 7.5 Mt.
t = 9.0 Mt.
t = 10.5 Mt.
Umhüllende
12
10
8
6
4
2
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Tiefe im Erdreich z [m]
Huber Energietechnik AG
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
woher kommt die Erdwärme?
Wärme in Erdkruste
Über sehr lange Zeit
gespeicherte Wärme aus
dem Erdinnern und
Sonnenwärme, es fliesst
kaum Wärme nach < 1%
70mW/m2 !!!
vom Erdinnern
Auslegung
Keine Faustregel mehr:
• Norm SIA 384/6 Erdsonden
• 50 Jahre (+0°C/-3°C)
• Simualtionsprogramm
anwenden
Quelle Grafiken: www.erdsondenoptimierung.ch
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Wärmefluss vom Erdinnern ist sehr gering!
Wärmefluss vom Erdinnern für
Sonden mit 7m Abstand
ca. 27 bis 60 kWh/a
Sonde von 200m mit 80kWh/m
Entzug – 16’000 kWh/a
Entspricht ca. 0.17 bis 0.4%
Quelle: Medici, Rybach, 1995
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Erdwärme, oder Erde als Speicher nutzen?
• Erdkruste ist nicht warm!
• es fliesst kaum Wärme nach!
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Entwicklung der Erdsonden
Beispiel Stadt Zürich:
2000W-Gesellschaft als Ziel
Bis im Jahr 2012:
Entzug aus EWS ca. 33GWh/a
• 4’000 EWS
• 900 Anlagen
• 850’000m Erdsonden-Bohrungen
Jahr 2050 (Energieziel Zürich):
Wärmeentzug aus EWS ca. 330GWh/a
• ± 40’000 EWS ???
• ± 8’500’000m ES-Bohrungen ???
• Jedes 3. Gebäude mit Erdsonden-WP
Quelle der Grafik: Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz
(Vortrag Dr. Roland Wagner: Wie viel Wärme dürfen wir
dem Erdreich entziehen? Forum Energie Zürich,
7.1.2014. Download:
www.forumenergie.ch/images/fez/anlaesse/fez/events/2
014/pdf/FEZ_Event_Waerme_Wagner_20140107.pdf )
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
wieso solare Regeneration von Erdsonden?
• dicht besiedelte Gebiete
mit vielen Erdsonden und
zu wenig Platz für Sonden
• Objekte mit zu kurzen
Sonden
• Gebäude-Erweiterungen
• Beeinflussung durch
Nachbarsonden
Quelle: Wärmenutzungsatlas des Kanton Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
es gibt noch viele Fragen
Wir sind erst in der Startphase von einem grossen
Tätigkeitsgebiet!
Themen werden sein:
- Optimierung von Sondenlängen und Absorberflächen
- Wie grosse Flächen an Kollektoren sind nötig
- Optimieren von hydraulischen Einbindungen
- Investitions-Kosten für Anlagen senken
- Regelstrategien entwickeln und prüfen
- Einspeisung in Anergienetze
- Sondenregeneration bei Bürobauten mit Freecooling!
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Anergienetz: Anlagenbeispiel
Sonnenkollektoren
Anergienetz
B9
B9
B1
B1
F15
Solardach
1'000 m2
6°C
F15
6°C
65°C
Sondenfeld
kompakt
p
p
65°C
T 3K
T 3K
Brauchwasser Vorwärmung
Haus A
Brauchwasser Vorwärmung
Haus B
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Planungsgrundsätze
-
Anergienetze sind sinnvoll, wenn Regenerationsquelle nicht dezentral verfügbar sind
-
Anergienetze ermöglichen grössere Anlagen -> höhere Speichertemperaturen möglich
-
Ungerichtete Anergienetze bei einfachen Anlagen möglich
-
Gerichtete Anergienetze sind einfacher handhabbar, Erdsonden immer durchströmt
-
Ungerichtete Anergienetze haben in der Regel grösseren Regelaufwand
-
Bei mehreren Erdsondenspeichern im Netz Regenerationsregelung pro Sondenfeld
erforderlich
-
Bei Grossanlagen ist in der Regel eine vollständige Regeneration erforderlich
Quelle: Huber Energietechnik AG, Zürich
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Chance auf eine zukunftsfähige Lösung
auch, wenn es vermutlich noch sehr lange dauert, bis es
bei vielen Anlagen umgesetzt wird!
Vielleicht etwas philosophisch
wir dürfen der Erde nicht stetig Wärme entziehen,
sie braucht von uns auch etwas an Wärme zurück
Das Betätigungsfeld für Planer und Lieferanten ist riesig,
es geht erst richtig los!
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
mitgeben möchte ich Ihnen
an Orten mit hoher Erdsondendichte benötigen wir
langfristig die Einspeisung von Wärme in das Erdreich
wir steigern den Ertrag der Kollektoren, wenn wir diese auf
tiefem Temperaturniveau nutzen um bis zu 30%
die Erdsonden-Wärmepumpe und die Sonnenkollektoren
sind keine Konkurrenten
… sie sind langfristig Freunde
5. Tagung Solarwärme Schweiz 2016
Danke für Ihre Aufmerksamkeit
Wir müssen der Erdkruste auch wieder Wärme zurückgeben, geben
und nehmen muss auch hier in einem Gleichgewicht sein
(das gleiche Schlusswort wie letzte Jahr)
Quelle: Arthur Huber, Huber Energietechnik AG
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