DAB 02/2017 - Architektenkammer Niedersachsen

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DABregional 02 · 17
1. Februar 2017, 49. Jahrgang
Offizielles Organ der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen und der Architektenkammer Niedersachsen.
| Körperschaft des öffentlichen Rechts
Bremen
Niedersachsen
 314 Jahre und ein Dezemberabend: Zur feierlichen Ver­
abschiedung von Michael Frenz
 5Tag der Architektur 2017 – Bis zum 06.02.2017 bewerben!
 5Ergebnisse Architektenbefragung
 8Termine und Veranstaltungen
 9Dürfen die das? – VgV FAQ zum neuen Vergaberecht
10Fortbildung im ersten Halbjahr 2017 mit neuem Lehrgang
zur Energieeffizienz im Nichtwohnungsbau
11Neue Regelungen zu Baulasten
11Bilder der Südzentrale in Wilhelmshaven
12Lavespreis 2016 für den komplexen Entwurf einer
Skisprungschanze
14Gebrauchsanweisung für die Stadt: Architektur im Dialog
15Architektenwettbewerb: Planung des stationären Klinikbe­
reichs der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Wichernstifts
in Ganderkesee
16Bauherren-Seminar-Saison beginnt
16Wie reagieren Gebäude auf gesellschaftliche Entwicklungs­
prozesse? Architekt Philipp Auer beim BDAforum
16Was ist los in Niedersachsen? Tipps und Termine
Impressum
Regionalredaktion Bremen
Herausgeber: Architektenkammer der Freien
Hansestadt Bremen
Verantwortlich i.S.d.P: Tim Beerens, Geschäftsführer
Geeren 41/43, 28195 Bremen
Telefon (0421) 16 26 891
[email protected]
www.akhb.de
Regionalredaktion Niedersachsen
Herausgeber: Architektenkammer Niedersachsen
Verantwortlich i.S.d.P: Lars Menz
Hauptreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Laveshaus, Friedrichswall 5, 30159 Hannover
Telefon (05 11) 2 80 96-0
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Das DAB regional wird allen Mitgliedern der Architektenkammern Bremen und Niedersachsen zugestellt.
Der Bezug des DAB regional ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.
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| Berufspolitik | Niedersachsen | 9
Dürfen die das?
VgV FAQ zum neuen Vergaberecht
Text: Andreas Rauterberg
D
er Vergabe öffentlicher Planungsaufträge ist seit
über 20 Jahren rechtlichen Regelungen unterworfen, die für den Anspruch größtmöglicher
Fairness, Transparenz und Objektivität der Verfahren
stehen, in der Umsetzung
jedoch vielfach ein Mehr an
Aufwand und Bürokratie
gebracht und die Chancen
kleiner und junger Büros
geschmälert haben. Das Bemühen, bei öffentlichen Auftraggebern dafür zu werben, das Vergaberecht so zu
verstehen und umzusetzen,
dass es nicht zur unüberwindbaren Hürde für einen
Großteil des Berufsstandes
wird, manifestiert sich in
den zahlreichen Materialien der Architektenkammer
Niedersachsen zu Wettbewerb und Vergabe. Ob Plädoyer für das Losverfahren,
Reduktion der formalen
Nachweise, Beschränkung
auf einfach zu prüfende Referenzen, all dies steckt tatsächlich seit jeher in den
Mustertexten und Hinweispapieren. Gleichzeitig hat
sich schon vor einigen Jahren gezeigt, dass die Bewerberseite andere Fragen zum
Vergaberecht hat als die Auftraggeber. Man darf es nicht
verdenken, dass es dem einzelnen Bewerber weniger
um den Blick auf das Ganze und das insgesamt rechtssicher konzipierte Vergabeverfahren geht, sondern meist
ganz schlicht um die Frage: „Dürfen die das?“
Genau mit diesem Blickwinkel wurden vor fünf Jahren die VOF FAQ herausgegeben, die vielleicht manche
Illusion geraubt haben, was man als Bewerber erwarten
darf, vielleicht aber auch ein Gefühl dafür vermitteln
konnten, wann sich die Rüge eines Verfahrens lohnt und
dass eine Rüge nicht immer als unfreundlicher Akt angesehen werden muss, mit dem man sich unbeliebt macht.
Mit der Novellierung des Vergaberechts im April
vergangenen Jahres haben sich zahlreiche Änderun-
gen ergeben, die eine grundlegende Überarbeitung der
FAQ erforderlich gemacht haben. Eine Arbeitsgruppe
des Ausschusses für Wettbewerbs- und Vergabewesen
hat dies nach Inkrafttreten der neuen Vergabeverordnung in den vergangenen Monaten getan und nunmehr das Ergebnis vorgelegt. Auffälligste Neuerung:
Aus den VOF FAQ sind die
VgV FAQ geworden, denn
die VOF wurde mit der Reform komplett abgeschafft.
Aber ein Gutteil der Regelungen und auch die grundsätzliche Systematik der
VOF wurden in die Vergabeverordnung überführt.
Vieles liest sich seither komplizierter, weil die verschiedensten Vergabearten nun
parallel geregelt sind, so
dass die Abgrenzung mitunter etwas schwer fällt. Im
Detail ist jedoch das Bemühen des Verordnungsgebers
zu bemerken, die Vergabe
von Planungsleistungen weiterhin als besonderes Verfahren zu regeln, das nicht
dem Preiswettbewerb unterworfen sein soll und
gleichzeitig Verbesserungen
zugunsten einfacher Verfahrensabläufe und damit
auch kleiner und junger Büros zu verankern. Diese zu entdecken bedarf allerdings
eines intensiveren Studiums der VgV. Es bleiben also
genug Rätsel, die zu frequently asked questions (FAQ)
führen dürften und beantwortet sein wollen.
Die VgV FAQ wurden als Broschüre Anfang des Jahres an alle Kammermitglieder verschickt, denn früher
oder später dürfte das öffentliche Vergaberecht für die
meisten relevant werden. So wird es sicherlich auch
den Weg in die Hände der öffentlichen Auftraggeber
finden, denn – obwohl eigentlich für die Bewerberseite konzipiert – hat sich schon bei den VOF FAQ gezeigt,
dass diese auf Resonanz auch auf Auftraggeberseite
gestoßen sind. Es wäre nicht verkehrt, wenn den VgV
FAQ Ähnliches widerfährt. Die VgV FAQ sind unter
www.aknds.de abrufbar.
10 | Niedersachsen | Fortbildung |
DABregional 02 · 17
Fortbildung im ersten Halbjahr
2017 mit neuem Lehrgang
zur Energieeffizienz im
Nichtwohnungsbau
Highlights des Programms – alle Veranstaltungen
unter www.fortbilder.de
PWC, Toilettenhäuser, Bundesautobahnen in Niedersachsen
Entwurfsverfasser:
gruppeomp Architektengesellschaft mbH,
Hannover, Bauherrin:
Niedersächsische
Landesbehörde für
Straßenbau und Verkehr, vertreten durch
Staatliches Baumanagement Weser-Leine, Nienburg/Weser.
Weitere Beteiligte:
SHI Planungsgesellschaft mbH, Oldenburg (Fachplanung
Tragwerk und TGA) /
Büro Übele, Stuttgart
(Visuelle Kommunikation), Fertigstellung:
2012–2015, Foto:
Christian Richters
22. Februar: Energieeffizienz-Tagung
Beim „15. Forum Energie und Bau“ am 22. Februar
2017 bildet die Innendämmung einen thematischen
Schwerpunkt des Programms. Dabei geht es um geeignete Konstruktionen und Anschlüsse für eine Dämmung von innen, neue und bewährte Materialien und
die Vermittlung von Erfahrungen aus der Baupraxis.
Zudem werden auf der Tagung aktuelle technische und
rechtliche Aspekte rund um das energieeffiziente Bauen und insbesondere zum neuen Effizienzhaus-Standard 40Plus dargestellt.
Ab 1. März: Kompaktlehrgänge zum Effizienzhaus
und zur Energieberatung
Im Frühjahr bietet die Architektenkammer Niedersachsen zwei unterschiedliche Kompaktlehrgänge für
Architekten an. Der „Kompaktlehrgang Effizienzhäuser“ beginnt am 1. März 2017. An insgesamt fünf
­Präsenztagen geht es um das Planen und Bauen hochenergieeffizienter Gebäude. Bei erfolgreicher Teil­
nahme an diesem Kompaktkurs werden die Weiterbildungsvorgaben der dena im Modul „Umsetzung
und Planung“ der Energieeffizienz-Expertenliste abgedeckt. Diese Eintragung ist von der Kreditanstalt
für Wiederaufbau (KfW) im Programmbereich „Energieeffizientes Bauen und Sanieren – Wohngebäude“
vorgeschrieben. Im ebenfalls fünftägigen „Kompaktlehrgang Energieberatung“ mit Start am 15. März 2017
stehen die Themen Energieberatung und Gebäude-
modernisierung auf dem Programm. Mit diesem Kompaktkurs werden die Weiterbildungsvorgaben der ­dena
im Modul „Beratung“ der Energieeffizienz-Expertenliste“ sowie die aktuellen Weiterbildungsvorgaben des
BAFA erfüllt. Dadurch können Vor-Ort-Beratungen
gefördert werden.
Ab 9. März: Nachhaltig Bauen
An insgesamt acht Seminartagen werden beim Lehrgang „Nachhaltiges Planen und Bauen“ ab dem 9. März
2017 die wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeit von
entwurflichen und konstruktiven Einflüssen über die
geeignete Materialwahl bis hin zu wirtschaftlichen Zusammenhängen wie den Lebenszykluskosten vorgestellt und in einem Beispiel praxisnah zusammengeführt. Der Lehrgang basiert auf dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes (BNB). Einige
Seminartage sind auch separat buchbar.
23. März: HOAI-Wissen für angestellte Architekten
Nicht nur Berufsanfängern fehlen für ein wirtschaftlich effizientes Arbeiten oftmals die einschlägigen
Kenntnisse der HOAI. Das neue Seminarangebot „HOAI
– Planungsleistungen mit dem Honorar im Blick“ wird
am 23. März mit Blick auf Leistungspflichten, anrechenbaren Kosten und Honorarnachträge die Zusammenhänge zwischen Planung und Honorar erläutern,
um Büromitarbeiter zu einem verantwortungsvollen
wirtschaftlichen (Mit-)Denken anzuleiten.
| Aktuell | Niedersachsen | 11
DABregional 02 · 17
Ab 30. März: Projekte erfolgreich
begleiten
Im Lehrgang „Projektmanagement“ lernen
die Teilnehmer professionelle Herangehensweisen für die Entwicklung eigener Projekte kennen, die von der Strategie bis zur dezidierten monetären Einschätzung der Immobilie reichen. Dabei kommen auch die
Themenfelder des Projektmanagements
und der Steuerung von Projekten nicht zu
kurz. Der zehn Seminartage umfassende
Kurs beginnt am 30. März 2017.
2. Mai: Schallschutz im Hochbau
Die neue Schallschutznorm DIN 4109 ist
seit Mitte 2016 in Kraft! Im Seminar am 2.
Mai werden alle für Planer relevanten Aspekte der Novelle erläutert, um Mängelansprüchen frühzeitig vorzubeugen.
16. Mai: Rechtliches zum Brandschutz
Die bauordnungsrechtlichen und praktischen Kenntnisse zum baulichen Brandschutz werden wie regelmäßig seit einigen
Jahren auch im 1. Halbjahr 2017 sowohl
grundlegend als auch vertiefend vermittelt.
Ergänzend werden im Seminarangebot
„Haftung und Verantwortung bei der Brandschutzplanung“ am 16. Mai auch die zivilrechtlichen Aspekte und Risiken bei der
Planung beleuchtet.
22. Mai: 2x EnEV aktuell
Schwerpunkt des Tagesseminars am 22.
Mai 2017 ist es, Architekten, die selbst
Nachweise rechnen, die aktuellen Anforderungen von Energieeinsparverordnung
und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz
sowie der mitgeltenden Nomen praxisnah
darzulegen. Die Grundlagen zu EnEV, EEWärmeG und anderen energetischen Standards hingegen werden in einem Seminar
am 16. Juni 2017 in Bremen vermittelt. An
diesem Seminartag geht es um die Vorgaben, die der Architekt wissen muss, wenn
er Gebäude nach Energieeinsparverordnung plant.
Bilder der
Südzentrale in
Wilhelmshaven
Buch zeigt noch einmal das
abgerissene Baudenkmal
1. Juni: Arbeitsstättenverordnung im
Nachmittagsseminar
Ende 2016 ist die neue Arbeitsstättenverordnung in Kraft getreten. Anfang Juni wird
im Rahmen einer Nachmittagsveranstaltung über die wesentlichen Neuerungen
informiert.
Ab 8. Juni: Neuer Lehrgang „Energieeffizienz im Nichtwohnungsbau“ – Übergangsfrist nutzen
Die Fortbildungsakademie bietet einen
neuen 6-tägigen Lehrgang „Energieeffizienz im Nichtwohnungsbau“ an. Start des
Kurses für Architekten, die die Anwendung
der DIN V 18599 praxisnah erlernen möchten, ist am 8. Juni 2017. Der Lehrgang richtet sich an Planer, die bereits einen Grundlagenlehrgang zum energieeffizienten Bauen absolviert haben und damit qualifiziert
für den Eintrag in die Energieeffizienz-Expertenliste „Energieeffizient bauen und sanieren – Nichtwohnungsbau“ der KfW sind.
Alle Informationen und Anmeldung unter
www.fortbilder.de
dV/Kn
Neue Regelungen zu Baulasten
Runderlass seit Anfang des Jahres in Kraft
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – in Niedersachsen auch für das
Bauen zuständig – hat im Niedersächsischen Ministerialblatt Nr. 39/2016 einen Runderlass
zur Führung des Baulastenverzeichnisses veröffentlicht (Gem. RdErl. des MS und MI vom
30.09.2016 – 505-24000/1-81 – VORIS 21072). Die Regelung ist seit dem 1. Januar 2017 in
Kraft und regelt die Durchführung des § 81 NBauO. Für Architekten von besonderem Interesse sind die Vorgaben zum Inhalt sowie zu den notwendigen Anlagen einer Baulastenerklärung.
Klargestellt wird, dass bei Darlegung eines berechtigten Interesses ein Recht auf Einsicht und
die Fertigung von Auszügen besteht. Die Einsichtnahme ist großzügig zu gewähren.
Jahrelang hatte ein Verein für den Erhalt
des Baudenkmals Südzentrale in Wilhelmshaven gekämpft, am Ende kamen die
Abrissbagger. Obwohl Käufer und Investor
für die Sanierung bereitstanden, um das
denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten,
wurde die Südzentrale im August 2015,
neben der Kaiser-Wilhelm-Brücke das bedeutendste Baudenkmal Wilhelmshavens,
abgerissen.
Damit die Südzentrale dennoch nicht
ganz vergessen ist, erinnert der Verein
zum Erhalt Wilhelmshavener Baukultur
(vormals Verein zum Erhalt der Südzentrale) nun mit einem umfangreichen Buch
an das zerstörte Baudenkmal.
Aus tausenden Fotos wurde eine Auswahl getroffen, die – ergänzt durch verschiedene Textbeiträge – Schönheit und
Geschichte der Südzentrale widerspiegelt,
aber auch die persönliche Beziehung, die
ihre Fotografen und Freunde mit dem Gebäude verbindet. Eine stilvolle Würdigung
dieses verlorenen Gebäudes.
Verein zum Erhalt der Südzentrale e.V.
(Hrsg.) „Südzentrale“, 148 Seiten mit über
200 Abbildungen von Ralph Ehlers,
Texte von Jürgen Westerhoff, 2016,
ISBN: 978-3-941929-71-5
Mz
12 | Niedersachsen | Lavesstiftung |
DABregional 02 · 17
Lavespreis 2016 für den
komplexen Entwurf einer
Skisprungschanze
Förderpreis der Lavesstiftung für Studierende aus Architektur,
Innen- und Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung zum 20. Mal
verliehen – Leibniz Universität Hannover als erfolgreichste
Hochschule ausgezeichnet
Z
um bereits 20. Mal zeichnete die Lavesstiftung kurz
vor Weihnachten 2016 im Laveshaus in Hannover
Studierende der architektonischen Studiengänge
in Niedersachsen für ihre detaillierten Arbeiten aus. Diese nahmen die Preise von Wolfgang Schneider, dem Vorsitzender der Lavesstiftung, und Peter Stahrenberg, der
den Preis vor 20 Jahren noch als Studentenförderpreis
initiiert hatte, entgegen und freuten sich vor Kommilitonen, Hochschullehrern und Architektinnen und Architekten, den zukünftigen Kolleginnen und Kollegen.
Allen voran freute sich Joanna Paulina Baszynska von
der Leibniz Universität Hannover über ihren ersten Preis.
Sie hatte für ihre Masterthesis eine Skisprungschanze
in Krummhübel entworfen – und diese Arbeit für den
Lavespreis optimal zweitverwertet. Schneider betonte,
dass trotz der Komplexität der Aufgabenstellung eine
sehr schlüssige und plausible sowie äußerst umfangreich ausgearbeitete Lösung angeboten wurde, die die
Jury auf ganzer Linie überzeugt habe.
Platz 2 erreichten Alisa Klauenberg, Tobias Hasselder, Paul Eichholtz und Fabian Wieczorek, ebenfalls von
der Leibniz Universität Hannover, für ihre Ausarbeitung
des „Hof.Haus – Ein Haus für Ankommende und Studierende“. Der Entwurf beschäftigt sich mit der aktuellen
Diskussion über die Unterbringung von Menschen und
schlägt eine Art Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für Studierende und Flüchtlinge als Lösung vor. Platz 3 ging an
Lorenz Wittkugel und Johanna Leyh (Leibniz Universität Hannover) für die Arbeit „Mehr als ein Dach über
dem Kopf“. Die Jury war der Meinung, dass es auf einem eigentlich als unbebaubar anzusehenden Grundstück gelungen sei, ein in Konzept und Detail qualitätvolles Bauwerk anzubieten.
Die Leibniz Universität Hannover erhielt die Belobigung als erfolgreichste beteiligte Hochschule.
Insgesamt wurden 36 Arbeiten von der Jury unter
Leitung des Braunschweiger Professors Rolf Schuster
unter die Lupe genommen. Aus dem großen Spektrum
unterschiedlicher Entwurfsaufgaben verlieh die Jury
neben den drei Preisen auch sieben Anerkennungen.
Prof. Schuster lobte den Lavespreis, der die Studierenden auffordere, über die tagtäglichen Entwurfsansätze hinauszudenken und die Form aus dem Material
zu entwickeln und nicht umgekehrt. Der konkrete Blick
auf die detaillierte, nachhaltige Konstruktion hebe den
Preis aus der Vielzahl ähnlicher Auszeichnungen hervor.
Mz
Fotos: Alexander Fehrmann
1. Preis
1.500,– €
Joanna Paulina
Baszynska, Leibniz
Universität Hannover, „Skisprungschanzenanlage in
Krummhübel“
Joanna Baszynska:
Skispringen ist eine
beliebte Sportart in
Polen, mit Millionen
begeisterten Fans,
aber mangelnder In­
frastruktur. Die neue
Schanzenanlage, die
für die Durchführung
von internationalen
Wettbewerben geeignet ist, wurde in dem
Kurort Krummhübel in
den Riesengebirgen
geplant. Durch die
sorgfältige Ortsanalyse und die Einsetzung
von komplexen Modellierungswerkzeugen ist die Anlage in
einer einheitlichen,
organischen Form
entstanden, die sich
sehr gut in die vorhandene Stadtinfrastruktur einbindet
sowie zum Bild der
Stadt und seiner touristischen Angebote
beiträgt.
| Lavesstiftung | Niedersachsen | 13
DABregional 02 · 17
2. Preis
1.000,– €
Alisa Klauenberg, Tobias Hasselder, Paul Eichholtz u. Fabian Wieczorek, Leibniz Universität
Hannover, „Hof.Haus – Ein Haus für Ankommende und Studierende“
Das Hofhaus versucht in räumlicher Dimension
eine positive Perspektive zu Integration und
neuen Herausforderungen der Wohnungsproblematik zu eröffnen. Ziel des Entwurfs ist es, gemeinsames Lernen, Arbeiten und Wohnen der
Angekommenen auf engstem Raum mit maximalem Raumerlebnis zu ermöglichen. Um das
Gemeinschaftsgefühl zu fördern, werden die
gängigen Parameter von privatem und halbprivatem Raum zugunsten von großzügigen, hellen
Räumen verschoben, die eine Plattform des
kommunikativen Austauschs zwischen den Bewohnern ermöglicht.
3. Preis
500,– €
Lorenz Wittkugel u. Johanna Leyh, Leibniz
Universität Hannover, „Mehr als ein Dach
über dem Kopf“
Lorenz Wittkugel: Dem Widerspruch zwischen
Nutzung und Ort wird durch ein großes Volumen
begegnet, welches aufgeständert hoch über dem
Fluss steht. Dieses Volumen wird von Innenhöfen perforiert, wodurch eine Ausrichtung der
Wohnräume nach innen und eine interessante
außenräumliche Situation zwischen Gebäude,
Sihlufer und dem Wasser geschaffen wird. Zwei
unterschiedliche Grundmodule ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien.“
Belobigung
2.000,– €:
Leibniz Universität Hannover Fakultät
Architektur und Landschaft, Studiengang
Architektur
Anerkennungen:
_Felix Rutenbeck, Pierre Martin u. Hojun Noh
Leibniz Universität Hannover, „N1 Square –
Ferienhaus am Steinhuder Meer“
_Moritz Engel u. Lisa Flöter, Leibniz Universität
Hannover, „Neue Perspektiven für Gütersloh“
_Franziska Faber u. Christina Cernovsky,
Leibniz Universität Hannover, „Mehr als ein
Dach überm Kopf – Elementares Wohnen –
Sihlwohnen“
_Charlotte Basedow, Leibniz Universität
Hannover, „R(h)einrudern, ein neuer Ruderklub für Duisburg-Homberg“
_Johannes Rose u. Philip Wolf, TU Braunschweig, „Flussbad e. V. Repräsentanz“
_Jacqueline Boos u. Kira Hayungs,
Jade HS Oldenburg, „Meet and Greet”
_Michaela Beuscher, HAWK Hildesheim,
„architecture for urban agriculture and living
space“
Ausstellung Lavespreis 2016 noch bis zum
10. Februar 2017 im Laveshaus.
14 | Niedersachsen | Lavesstiftung |
DABregional 02 · 17
Gebrauchsanweisung für die Stadt
Teilnehmer bei „Architektur im Dialog“ diskutieren über wachsende Städte und urbane Dichte
Die große Runde
wurde neben Prof.
Markus Neppl (links),
Franz-Josef Höing
(z.v.l.), Wolfgang
Schneider (Mitte),
Uwe Bodemann
(3.v.r.) durch Clas
Scheele vom Büro
RMP Stephan Lenzen
Landschaftsarchitekten, Bonn (3.v.l.) und
Harald Kiefer, Vorsitzender BDA Niedersachsen (2.v.r.), ergänzt. Es moderierte
Prof. Dr. Alexander
Gutzmer (rechts),
Chefredakteur des
Architekturmagazins
Baumeister.
Text: Lars Menz
U
m rund 200.000 Einwohner wird Köln in den
kommenden zehn Jahren wachsen. 57.000 Wohnungen sind kurzfristig von Nöten. Die Stadt
hat zum Bau dieser Einheiten zahlreiche Flächen im
innerstädtischen Bereich ausgewählt, vor allem Brachen und Industrieareale auf der rechten Rheinseite.
Wo derzeit noch Schrottplätze mit Domblick residieren, sollen schon bald Wohnungen spektakuläre Ausblicke gewähren. Die Aufgabe ist mit keiner anderen
aus den letzten 20 Jahren vergleichbar, sagt Kölns
Stadtbaudezernent Franz-Josef Höing und freut sich
gleichzeitig, dass er sie mitgestalten darf. Das war bei
„Architektur im Dialog“ der Lavesstiftung in Hannover
Mitte Januar 2017 deutlich spürbar: Die städtebaulichen Herausforderungen sind extrem groß, die Zeit ist
für Planer aber hochinteressant und spannend. Es geht
um nichts anderes als um die Frage, wie die Stadt der
Zukunft aussehen soll: Welche Funktionen muss sie
erfüllen, wie entwickeln sich Mobilität und Ökologie
weiter, wie viel Durchmischung ist sinnvoll und überhaupt erreichbar – ist doch eines der zentralsten Probleme, dass zahlreiche soziale Gruppen sich Stadt immer weniger leisten können. Höing will dennoch bewusst für alle eine (durchmischte) Stadt bauen und
städtebauliche Qualitäten nicht dem gegenwärtigen
Druck opfern. Dafür ist er auf der Suche nach geeigneten Typologien, starken Strukturen und den Leitbildern, die bis ins Morgen reichen. Mit der „Parkstadt
Süd“ entwickelt er mit seinem Team derzeit den Abschluss des inneren Kölner Grüngürtels – eine städtebauliche Idee, die bereits auf Konrad Adenauer zurückgeht, der 1917 Kölns jüngster Oberbürgermeister wurde. Einfach den Bestand abräumen und die Fläche mit
Wohnungen pflastern, ist jedoch kein Rezept. Es geht
vielmehr ums Freilassen. Höing bricht bewusst eine
Lanze für die Grünräume, und ebenso für die Bürgerbeteiligung, die er mit großem Aufwand betreibt. Lag
die eine Erkenntnis des Abends darin, dass nur exzellente Planungen (der besten Planer, wie Höing betonte) zukunftsfähig sind, so bestand die andere Einsicht
darin, dass die vor zehn Jahren noch leicht genervt
hingenommene Bürgerbeteiligung heute eminent wichtig ist – und zwar für alle Beteiligten.
Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann schloss sich
dieser Einschätzung an. Auch er bezieht die Nachbarschaft konsequent mit ein, wenn er jetzt den Kronsberg-Süd in Hannover beplant und ab 2018 bebaut.
Denn auch Hannover wächst, 30.000 Einwohner sind
in den letzten Jahren bereits hinzugekommen, noch
einmal so viele sind prognostiziert. Der zur Expo 2000
entstandene Nordteil des Kronsbergs wird heute noch
einmal genau untersucht: Welche der kreativen Ideen
der Vergangenheit – viele sind heute Standard beim
Planen und Bauen – können fortgeführt werden, welche Fehler – beispielsweise die Charakterlosigkeit
manch überdimensionierter Plätze – müssen vermieden werden? Das Planungsbüro ASTOC spielt in Hannover eine zentrale Rolle (neben den Planungsbüros
| Lavesstiftung | Niedersachsen | 15
DABregional 02 · 17
Fotos: Knoth
Im Saal des Alten
Rathauses in Hannover herrschte eine
tolle Atmosphäre bei
den über 300 Besuchern.
West 8 Landschaftsarchitekten und SHP
Verkehrsplaner). Prof. Markus Neppl sieht
auf dem Kronsberg wie in Köln die Fixpunkte der Planung bei der Freiraumgestaltung
und der Bürgerbeteiligung, die, ernsthaft,
regelmäßig und permanent durchgeführt,
die Planung immer wieder mit wichtigem
Input versorgten. Die Politik, die die Bürgerbeteiligung viele Jahre gepusht habe,
so Höing, sei jedoch leider teilweise wieder
auf dem Rückzug. Der Druck, Wohnraum
zu schaffen sei so hoch, dass Partizipation
bereits wieder von einigen als Hemmschuh
angesehen werde.
Wolfgang Schneider, Vorsitzender der
Lavesstiftung und Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, sah die Lösung
aber gerade nicht in einer eiligen technokratischen Abarbeitung der Bedürfnisse,
vielmehr müsse viel diskutiert und mal gestritten werden, eine qualitätsvolle Planung
sei nur möglich, wenn mutig auch neue Wege beschritten würden, wenn Zeit für Wettbewerbe da sei. Nur so sei der gewaltige Veränderungsdruck zu bewältigen.
Vielleicht müssen – auch der Politik – so
manche städtebauliche Grundkenntnisse
gerade in der Hektik der aktuellen Zeit neu
vermittelt werden. Neppl und Bodemann
schreiben daher derzeit eine „Gebrauchsan-
Perspektive Kronsberg-Süd (ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH;
Landeshauptstadt Hannover)
weisung“ für die neue Stadt am Kronsberg. Sie wollen
damit das Quartier zum Funktionieren bringen. Und
das ist doch genau das Ziel: Nicht neu muss die Stadt
sein, sondern funktional, durchmischt, dicht, ökologisch
und urban, architektonisch und städtebaulich qualitätsvoll. Und am Ende bezahlbar in der Herstellung, vor allem aber in der Nutzung.
16 | Niedersachsen | Termine |
DABregional 02 · 17
Bauherren-Seminar- Wie reagieren Gebäude auf
Saison beginnt
gesellschaftliche Entwicklungsprozesse?
Vom Traum zum Haus auch 2017
An sechs Standorten in Niedersachsen werden in diesem Frühjahr wieder neue Bauherrenseminar-Reihen durchgeführt. Jede
umfasst sechs Themenabende, die jeweils
von einem speziell geschulten Kammermitglied geleitet werden: Insgesamt 36 Kolleginnen und Kollegen stehen privaten Bauherren dann zu den Bereichen „Grundlagen
des Bauens“, „Kostenoptimiertes Bauen“
„Energieoptimiertes Bauen“, „Anbauen, Umbauen, Sanieren“, „Barrierefrei Bauen“ sowie „Gartenplanung“ Rede und Antwort.
Den Auftakt macht Hannover in Kooperation mit der Hannoverschen Volksbank am 8.
Februar, weiter geht es in Braunschweig. Im
März folgen Lingen, Einbeck und Lüneburg,
auch hier sind die jeweils ortansässigen Volksbanken die Kooperationspartner. Am Standort Göttingen beginnt die Seminarreihe ebenfalls im März, doch hier werden die Themenabende, wie in den beiden vergangenen
Jahren, erneut in Zusammenarbeit mit der
Energieagentur Göttingen e.V. organisiert.
Für Herbst 2017 sind in Planung Hildesheim, Springe, Peine und Osnabrück. Informationen und Termine finden Sie unter
www.aknds.de/bauherren_seminare.html
Architekt Philipp Auer zu Gast beim BDAforum
Campus für Maschinenbau Garbsen, Visualisierung: Auer Weber
„Bildungs-Aufträge – über Lernen, Lehren und
Forschen“ heißt der Vortrag von Philipp Auer
am 9. Februar 2017 im BDAforum im Auditorium des Sprengel Museums in Hannover.
Die Bibliothek wird zum Learning Center, das Klassenzimmer zum Marktplatz,
das Universitätsgebäude zum Wissensforum, der Hörsaal zur Mindmap. Bildungsund Forschungsmodelle unterliegen einem
ständigen Wandel. Was heute noch als Innovation gefeiert wird, kann schon morgen
überholt sein. Anhand von Projektbeispielen geht Philipp Auer der Frage nach, wie
Gebäude auf gesellschaftliche Entwicklungsprozesse reagieren.
Philipp Auer (geb. 1967) studierte in
Stuttgart und Darmstadt, arbeitete bei
David Chipperfield in London und anschließend im Büro Auer Weber in München. Seit
2001 ist er assoziiert, seit 2009 Geschäftsführer. In Niedersachsen realisieren die Architekten zurzeit den Campus für Maschinenbau in Garbsen.
BDAforum: Philipp Auer / Auer Weber,
München, am Do., 9. Februar 2017, 19 Uhr,
Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover.
Was ist los in Niedersachsen? Tipps und Termine
Aktuelle Termine finden sie auch im Internet unter www.aknds.de/aktuell.html
Ort
Veranstaltung
Datum
Veranstalter/Veranstaltungsort
Hannover
B.I.G. 2017 „Das Planerdeck“, Kostenlose Kurzberatungen und Fachvorträge durch Architekten
01.02. bis 05.02.2017
Architektenkammer Niedersachsen, BDB, BDLA und BDIA /
Messegelände in Halle 26; www.aknds.de
Hannover
„Wege zur Innenentwicklung in ländlichen Räumen –
Bauen und Wohnen in Zeiten von Integration und
Demografie“, Tagung
13.02.2017, 10 –16 Uhr
Akademie für Raumforschung und Landesplanung /
Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10
Hannover
Planen und Bauen in Niedersachsen, Erfahrungsaustausch; Fachtagung, Leitung Dr.-Ing. Frank Amey,
Institut für Städtebau Berlin
24.02.2017
9 – 16:30 Uhr
Institut für Städtebau und Wohnungswesen München /
Konferenzraum der Region Hannover; Höltystraße 17;
Telefon: 030 2308 22-0; Programm unter www.isw-isb.de
Hildesheim
Niedersächsischer Staatspreis,
Zweite Station der Wanderausstellung
noch bis 09.02.2017
Architektenkammer Niedersachsen / Hildesheimer
Rathaus, im Foyer, Markt 1; www.aknds.de
Loccum
„Kulturimmobilien – die Kathedralen des 21. Jahrhun- 17. bis 19. Februar 2017
derts?, 62. Loccumer Kulturpolitisches Kolloquium
Architekturforum mit Prof. Ansgar Schulz (Architekt,
09.02.2017
Schulz und Schulz Architekten GmbH, Leipzig
19 Uhr
Nordhorn
Ev. Akademie Loccum mit Kulturpolitische Gesellschaft e.V.,
Bonn / Münchehäger Str. 6, Anmeldung Tel: 05766 / 81-0,
Städtische Galerie Nordhorn, Vechteaue 2
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