Demenz und Lebensgestaltung

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Berner Fachhochschule
Kompetenzzentrum Gerontologie
Stiftung Diakonissenhaus Bern
Diploma of Advanced Studies
Demenz und Lebensgestaltung
Interprofessionell, innovativ und ethisch Denken und Handeln
In Kooperation mit:
Geriatrie Universität Bern
Schweizerische Alzheimervereinigung
Schweizerische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie
Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie
Kurzinformation
Zielgruppe
-
-
-
Qualifizierte Fachleute mit Ausbildung im pflegerischen, sozialen,
therapeutischen (Physiotherapie, Ergotherapie etc.), medizinischen,
psychologischen oder pädagogischen Bereich
Fachleute in Leitungs- und Spezialfunktionen (z. B. Heimleiter/innen,
Pflegedienstleitende, Stationsleitende, Verantwortliche in der Spitex,
Bildungsverantwortliche, Qualitätsverantwortliche, Pflegeexperten
sowie Leiterinnen von Beratungsstellen)
Fachleute, die sich auf eine Funktion in Leitung, Bildung oder
Forschung im Bereich Demenz vorbereiten möchten
Als Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs entwickeln Sie die
Kompetenz, sich gezielt und wirksam für die Gestaltung und Weiterentwicklung aller Aspekte der Lebensgestaltung im Kontext Demenz einzusetzen. Dadurch soll die Lebens- und Beziehungsqualität von Menschen
mit Demenzerkrankungen, deren Angehörigen sowie den freiwilligen und
professionellen Betreuungspersonen gefördert werden. Eine zentrale Rolle
spielen dabei die Fragen der konkreten Ausgestaltung von Behandlung,
Beratung, Bildung, Betreuung sowie Begleitung.
Zielsetzung
Mit dem Abschluss des Studiengangs haben Sie – aufbauend auf Ihrer
fachlichen und persönlichen Qualifikation – eine vertiefte und über mehrperspektivische, interdisziplinäre Zugänge erweiterte Sach- und Handlungskompetenz im Themenfeld Demenz. Sie kennen unterschiedliche
diagnostische Methoden, Instrumente zur Erfassung der Lebensqualität bei
Demenz, Assessmentmethoden, Interventions-, Behandlungs- und Betreuungsmodelle und sind in der Lage, sich damit im Hinblick auf die
Kriterien «übergeordnetes Ziel», «Wirkung», «Ethik» sowie «wissenschaftliche Fundierung» konstruktiv auseinanderzusetzen.
Sie können eigene Grundwerte und Grundhaltungen im Umgang mit
Menschen mit Demenzerkrankungen selbstkritisch reflektieren und haben
ihre Beziehungsgestaltung und Kommunikation in Richtung personenzentrierter, validierender Kompetenz weiterentwickelt.
Sie sind in der Lage, in einer Funktion und Rolle als Multiplikatorin resp.
Multiplikator Entscheidungen, Gestaltungs- oder Bildungsmassnahmen
ethisch fundiert und unter Berücksichtigung der Menschenwürde und rechte zu treffen und können mit dem beratenden, behandelnden und
betreuenden Fachpersonal in einen konstruktiven ethischen Diskurs treten.
Studieninhalte
Sie setzen sich mit neustem Grundlagenwissen zum Thema Demenz in
seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen und mit relevanten
ethischen Fragestellungen auseinander. Sie reflektieren vor diesem Hintergrund bestehende individuelle und institutionelle Konzepte der Behandlung, Beratung, Begleitung oder Betreuung von Menschen mit
Demenzerkrankungen, entwickeln solche weiter oder neu. Sie schaffen
damit Voraussetzungen für eine geeignete professionelle Grundhaltung
und ein konkretes Handeln im Praxisfeld Demenz, welches zum Ziel hat,
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die Lebensqualität von Demenz betroffenen Personen zu erhöhen.
Eine berufliche Tätigkeit mit von Demenz betroffenen Menschen
(Menschen mit Demenz, Angehörige, und/oder Fachpersonen) während
des Studiengangs wird vorausgesetzt und ermöglicht eine kontinuierliche
Reflexion von Theorie, Ethik, Praxis sowie der eigenen Grundhaltung.
Studienaufbau
Der Studiengang besteht aus zwei Modulen, welche sich je über ein Jahr
erstrecken. Dabei baut das zweite Modul auf dem Ersten auf.
Dauer des DAS: 2 Jahre; 50 Tage (400 Stunden) Kontaktstudium und 500
Stunden strukturiertes Selbststudium.
Die Inhalte sind aufgeteilt auf die folgenden Kurse:
Modul 1
- Grundlagen zur Demenz
- Grundlagen zum Konzept Lebensgestaltung
- Informelles Unterstützungssystem (Caregiver)
- Kommunikation/soziale Interaktion
- Alltagsgestaltung und Betreuung
- Umfeldgestaltung
Modul 2
- Vertiefungswissen zur Demenz
- Leitlinien- und Konzeptarbeit
- Führungsarbeit im Kontext Demenz
- Soziales System
- Kulturgestaltung in Institutionen
- Rahmengestaltung und -bedingungen
Lern- und Arbeitsformen
Anwendungsorientiertes Kontaktstudium, Selbststudium, Praxisprojekte
mit Dokumentation, Präsentationen, Lern- und Intervisionsgruppen sowie
Ethikforen.
Studienleistung
Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Sie für die gesamthaft erbrachten
Studienleistungen 30 ECTS-Credits. Ein ECTS-Credit entspricht einem
Studienaufwand von 30 Stunden.
Abschluss
Diploma of Advanced Studies (DAS) ‚Demenz und Lebensgestaltung’ der
Berner Fachhochschule.
Nach Erwerb des Diploma of Advanced Studies (DAS) kann ein Master of
Advanced Studies (MAS) angestrebt werden.
Wer die Ausbildung nach dem Modul 1 beenden möchte, kann ein
Certificate of Advanced Studies (CAS) erwerben.
Soweit freie Studienplätze verfügbar sind, können Kurse auch einzeln besucht werden.
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Zulassung
-
Dauer
Zwei Jahre
Start
November 2010
Studienort
Bern, Hallerstrasse 8 (Berner Fachhochschule) oder
Bern, Schänzlistrasse 33 (Stiftung Diakonissenhaus Bern, Tagungszentrum
Blumenberg)
Studiengebühren
CHF 13’800.- (CHF 6900.- pro Modul)
Studienleitung
Prof. Elsmarie Stricker, Kompetenzzentrum Gerontologie der Berner Fachhochschule
Nelly Corina Simmen-Braun, Leiterin Palliative Care, Stiftung Diakonissenhaus Bern
Dozierende
Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis
In Kooperation mit
Geriatrie Universität Bern
Schweizerische Alzheimervereinigung
Schweizerische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie
Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie
Hochschulabschluss oder Abschluss einer höheren Fachschule und
mehrjährige Berufserfahrung
- Berufliche oder nebenberufliche Tätigkeit mit von Demenz betroffenen
Menschen (Menschen mit Demenz, Angehörige und/oder Fachpersonen) zum Zeitpunkt des Studiengangs
Bewerberinnen und Bewerber, die nicht über den geforderten Abschluss
verfügen, können über ein Äquivalenzverfahren zugelassen werden.
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Überblick
In der Schweiz leben zurzeit rund 100'000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Rund sechzig Prozent
werden zu Hause, die anderen vierzig Prozent in Pflegeheimen betreut. Von der Krankheit mitbetroffen sind über
300'000 Personen als betreuende Angehörige oder sonst nahestehende Bezugspersonen. Sie sind meist die
primären Caregivers mit einem grossen, auf die individuelle Person beziehungsweise Situation bezogenen Schatz
an Erfahrungswissen. Gleichzeitig sind sie aber oft hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt.
Demenz in ihren unterschiedlichen Formen und Stadien bildet dementsprechend eine grosse Herausforderung für
Betroffene und Angehörige, ebenso für behandelnde, betreuende und beratende Fachleute, für Institutionen
sowie für die Gesellschaft als Ganzes.
Demenzerkrankungen betreffen vor allem ältere und sehr alte Menschen. Nicht selten leiden Menschen in dieser
Lebensphase noch unter anderen Krankheiten (Multimorbidität). Die Fokussierung des Studiengangs auf den
Themenkreis Demenz geschieht vor dem Hintergrund angewandter Gerontologie. Manches Demenzspezifische
gilt auch für den hochaltrigen Menschen generell oder lässt sich übertragen.
Der Studiengang vermittelt aktueller Wissenschaft und Praxis entsprechendes, innovatives Fach- und Gestaltungswissen. Ein interprofessioneller Ansatz verbindet medizinische, pflegerische, gerontologische, psychologische, sozialwissenschaftliche und gesellschaftliche Sichtweisen und schliesst die ethische Reflexion mit ein.
Durch diesen mehrperspektivischen Ansatz werden Voraussetzungen für die Gestaltung einer optimalen Betreuungsqualität in einem konstruktiven Zusammenwirken der verschiedenen familiären, sozialräumlichen und
institutionellen Bezugspersonen geschaffen. Damit wird die Kompetenz gefördert, Angehörige, Freiwillige sowie
Fachleute wirksam zu unterstützen und zu entlasten.
Im ersten Modul wird das Thema Demenz aus der Perspektive des individuellen und konzeptionellen Handelns
fokussiert. Im zweiten Modul geht es um gestaltendes Handeln aus übergeordneter Perspektive mit dem Ziel,
demenzfreundliche Rahmen-, Struktur- und Kulturbedingungen in Institutionen, Sozialraum und Gesellschaft zu
entwickeln. Durch alle Kurse und Themen hindurch zieht sich als roter Faden eine kontinuierliche und aktive Auseinandersetzung mit praxisrelevanten ethischen Fragestellungen und Reflexionen.
Modul 1
Einführung
Kurs 1
(6 Kurse, total 25 Tage)
Einführung in Kontakt- und Selbststudium und in die Rahmenbedingungen für die Kompetenznachweise (½ Tag)
Grundlagen zur Demenz (4 ½ Tage)
Kurs 2
Grundlagen zum Konzept Lebensgestaltung (4 Tage)
Kurs 3
Informelles Unterstützungssystem (Caregiver) (4 Tage)
Kurs 4
Kommunikation/soziale Interaktion (4 Tage)
Kurs 5
Alltagsgestaltung und Betreuung (5 Tage)
Kurs 6
Umfeldgestaltung (2 Tage)
Abschluss
Präsentation der Praxisprojekte; evtl. Zertifikat (1 Tag)
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Modul 2 (6 Kurse, Total 25 Tage)
Einführung
Kurs 7
Einführung in Kontakt- und Selbststudium und in die Rahmenbedingungen für die Kompetenznachweise (½ Tag)
Vertiefungswissen Demenz (4 ½ Tage)
Kurs 8
Leitlinien- und Konzeptarbeit (3 Tage)
Kurs 9
Führungsarbeit im Kontext Demenz (6 Tage)
Kurs 10
Soziales System (4 Tage)
Kurs 11
Kulturgestaltung in Institutionen und Gesellschaft (2 Tage)
Kurs 12
Rahmengestaltung und -bedingungen (4 Tage)
Abschluss
Präsentation der Praxisprojekte; Diplom (1 Tag)
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Zielgruppen und Zulassungsbedingungen
Die Weiterbildung richtet sich an
- qualifizierte Fachleute mit Ausbildung im pflegerischen, sozialen, therapeutischen (Physiotherapie, Ergotherapie usw.), medizinischen, psychologischen oder pädagogischen Bereich,
- Fachleute in Leitungs- und Spezialfunktionen (beispielsweise Heimleiter/-innen, Pflegedienstleitende,
Stationsleitende, Verantwortliche in der Spitex, Bildungsverantwortliche, Qualitätsverantwortliche, Pflegeexperten sowie Leiterinnen von Beratungsstellen),
- Fachleute, die sich auf eine Funktion in Leitung, Bildung oder Forschung im Bereich Demenz vorbereiten
möchten.
Vorausgesetzt werden
-
Hochschulabschluss oder Abschluss einer höheren Fachschule
mehrjährige Berufserfahrung
berufliche oder nebenberufliche Tätigkeit im Bereich Demenz zum Zeitpunkt des Studiengangs
Bewerberinnen und Bewerber, die nicht über den geforderten Abschluss verfügen, können über ein Äquivalenzverfahren zugelassen werden.
Im Studiengang Demenz und Lebensgestaltung wird bewusst mit einer Heterogenität der Studierenden hinsichtlich ihrer beruflichen Herkunft gerechnet und gearbeitet. Sie bringen diese als Ressource in einen lebendigen
interprofessionellen Austausch ein. Die Weiterbildung ermöglicht Ihnen, das bestehende Berufsprofil sowie
weitere Qualifikationen – beispielsweise in Führung, Beratung oder Bildung – themenspezifisch (im Kontext
Demenz) zu erweitern, vertiefen und weiterzuentwickeln.
Studienziele und Berufschancen
Gemäss demografischen Prognosen wird sich die Zahl demenzkranker Menschen bis Mitte des Jahrhunderts auf
das Zwei- bis Dreifache erhöhen. Der Bedarf an Fachpersonen und Institutionen für Behandlung, Beratung, Betreuung sowie Begleitung von Menschen mit Demenz und der Bildungsbedarf von Fachpersonen und Freiwilligen
werden demnach in den kommenden Jahren deutlich steigen, sei es im ambulanten, teilstationären oder im
stationären Bereich.
Viele Institutionen stehen vor der Herausforderung, in ihren Dienstleistungen zunehmend auch das Thema
Demenz einzubeziehen. Der Studiengang Demenz und Lebensgestaltung befähigt Sie zu einer qualifizierten sowie
ethisch fundierten Gestaltungs- und Entwicklungstätigkeit im Rahmen Ihrer Funktion als Fachperson, in der
Führung, Bildung oder in einer entsprechenden Projektleitungsaufgabe. Als Multiplikatorin oder Multiplikator
fördern Sie die Lebens- und Beziehungsqualität von Menschen mit Demenz, deren Angehörigen sowie von freiwilligen und professionellen Betreuungspersonen.
Im Modul 1 wird Grundlagenwissen zu Demenz und zum Konzept Lebensgestaltung vermittelt. In den weiteren
angebotenen Themen liegt der Fokus auf individuellem und konzeptionellem Handeln (Behandlung, Beratung,
Betreuung, Begleitung, Bildung).
Nach Abschluss des ersten Moduls sind Sie in der Lage, im Rahmen Ihrer fachlichen und persönlichen Qualifikation und Ihrer beruflichen Rolle
- den eigenen Verantwortungsbereich in Ihrer Tätigkeit mit Menschen mit Demenzerkrankungen sowie mit
deren Angehörigen bewusst zu gestalten, zu reflektieren und weiterzuentwickeln,
- Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf eine Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen und deren
Angehörigen zu erkennen und zu nutzen,
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-
selbständig und unter Berücksichtigung neuster Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis Konzepte zur
Betreuung, Begleitung und Beratung von Menschen mit Demenzerkrankungen beziehungsweise deren Angehörigen anzuwenden und in ihrer Wirkung zu evaluieren.
Im Modul 2 wird der Fokus auf eine übergeordnete und zugleich integrative Perspektive gelegt. Zentrale Fragestellung dabei ist: Wie kann im sozialräumlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Feld ein Rahmen, eine
Struktur und Kultur gestaltet werden, die den speziellen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz sowie deren
persönlichem und fachlichem Umfeld im Hinblick auf Lebensgestaltung/Lebensqualität dienen?
Nach Abschluss des zweiten Moduls sind Sie in der Lage,
- Fachpersonen und freiwillige Betreuungspersonen, die im Umfeld von Menschen mit Demenzerkrankungen
arbeiten, zu führen, zu beraten sowie qualifizierten Support zu geben (Empowerment),
- geeignete institutionelle Fort- und Weiterbildungsmassnahmen zu planen und zu gestalten,
- aufgrund des wissenschaftlichen Grundinstrumentariums fachliche und organisationale Entwicklungskonzepte anzustossen, auszuarbeiten und auf institutioneller und gesellschaftlicher Ebene in geeigneter Form
umzusetzen.
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Studienaufbau
Der Studiengang umfasst zwei Module mit je sechs Kurseinheiten während eines Jahres (vgl. Abbildung 1). Das
zweite Modul baut inhaltlich und formal auf dem Ersten auf. Ein Abschluss nach dem ersten Modul ist mit einem
Certificate of Advanced Studies (CAS) möglich.
Soweit freie Studienplätze verfügbar sind, können Kurseinheiten oder Kursteile auch einzeln besucht werden.
Abbildung 1 Studienaufbau
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Konzept
Der Studiengang geht von den Herausforderungen aus, die sich in Familien, in Institutionen und in unserer Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Thema Demenz stellen. Er regt dazu an, sich über kognitive sowie reflexive
Bildungsprozesse in umfassender und vertiefter Weise damit auseinanderzusetzen (vgl. Abbildung 2). Fragestellungen im Zusammenhang mit der konkreten Ausgestaltung von Behandlung, Beratung, Betreuung, Begleitung sowie Bildung («B-Fragen») führen zu beruflichen, individuellen und institutionellen Konzepten, die entwickelt, umgesetzt und evaluiert werden. Damit wird die «B-Kompetenz» gefördert, was für alle Beteiligten ein
grösseres Mass an Handlungssicherheit bedeutet. Immer geht es um das Ziel der Lebensgestaltung mit Demenz,
das heisst: Menschen mit Demenz soll ein Leben – und später ein Sterben – in Würde ermöglicht werden, und
deren persönliche und fachliche Bezugspersonen sollen ihr Leben beziehungsweise ihre berufliche Tätigkeit aktiv
und sinnstiftend gestalten können.
Abbildung 2 Konzept
Das Bildungsverständnis im Studiengang Demenz und Lebensgestaltung baut auf vier einander wechselseitig
beeinflussenden Eckpunkten auf: Grundlagenwissen, Handeln, Ethik, Grundhaltung (vgl. Abbildung 3).
Grundlagenwissen und Ethik im Zusammenhang mit den «B-Fragen» entsprechen den kognitiven Bildungsprozessen des Studiengangs und bilden sich vor allem im Kontaktunterricht ab.
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Die Grundhaltungen und das Handeln/Umsetzen bilden im Wesentlichen die reflexiven Bildungsprozesse im
Rahmen des praxisorientierten Selbststudiums (Praxisfeld; Reflexionsfeld). In ihnen entwickelt und zeigt sich die
«B-Kompetenz».
Abbildung 3 Bildungsverständnis 1
Besondere Bedeutung haben die Begriffspaare sowie Richtungspfeile (vgl. Abbildung 4) zwischen
-
-
Grundlagenwissen Î Handeln
Die Aneignung respektive Auffrischung von aktuellem Wissen und die kritische Auseinandersetzung mit
theoretischen und praktischen Grundlagen und Konzepten wird ermöglicht; sie soll zum konkreten Umsetzen, Gestalten, Handeln und Evaluieren führen.
Ethik Î Grundhaltung
Ethik (im Kontext von Menschenbild, Menschenwürde und Menschenrecht) wird – verbunden mit den
jeweiligen unterschiedlichen Inhalten und Fragestellungen – als Thema allen Kursen grundgelegt und
reflektiert. Sie wird wirksam über die menschliche und professionelle Grundhaltung.
Im Zentrum der beiden Richtungspfeile stehen die individuellen oder institutionellen «B-Konzepte» (Behandlung,
Beratung, Begleitung, Betreuung oder Bildung). Sie bilden sozusagen die Kernzone des Studiengangs und der
Studienziele. Sowohl das Grundwissen als auch die Ethik finden in den Konzepten ihren Niederschlag respektive
ihre Konkretisierung und werden von dort aus dem Reflexions- und Praxisfeld zugänglich gemacht.
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Abbildung 4 Bildungsverständnis 2
Ebenfalls bedeutsam sind die Begriffspaare
-
-
Ethik und Handeln/Umsetzen
Das Begriffspaar bildet den Handlungsbereich. Im Zentrum stehen ethische Dilemmata, welche zur Frage
führen: Welches Handeln ist in der gegebenen Situation richtig respektive gut?
Sich angesichts eines Dilemmas für ein Handeln entscheiden und dieses ethisch begründen zu können,
bildet einen wesentlichen Teil der Handlungskompetenz und damit der «B-Kompetenz».
Grundwissen und Grundhaltung
Das Begriffspaar bildet den Reflexionsbereich. Im Zentrum steht der Erkenntnisgewinn. Es geht um die Frage,
wie das aus fachlicher Sicht geeignete Handeln durch die handelnde Person hindurch wirksam wird. Erkenntnis ist mehr als Wissen. Sie bedeutet verinnerlichtes, authentisches Verstehen, basierend auf einer
Reflexionskompetenz und ist damit wesentliche Voraussetzung für die zielgebende «B-Kompetenz».
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Inhalte
Im Hinblick auf Praxisrelevanz und persönliche sowie institutionelle Weiterentwicklung wird unter anderem der
validierenden Kommunikationsgestaltung unter Einbezug aller Sinne, zusammen mit den Aspekten Bewegung,
Alltagsgestaltung und lindernde Behandlung (Palliation) in Bezug auf Menschen mit Demenzerkrankungen besondere Beachtung geschenkt. Diese Themenbereiche stellen wichtige Grundlagen dar, damit über die
individuelle Beziehungsgestaltung sowie über familiäre, ambulante oder institutionelle Betreuungsformen die
Lebensqualität aller Betroffenen (Menschen mit Demenzerkrankungen, Angehörige, Fachpersonen) erhöht
werden kann. Dasselbe gilt für die geeignete Gestaltung des jeweiligen Sozial- und Lebensraums.
Wesentliche inhaltliche Grundlage des Studiengangs Demenz und Lebensgestaltung ist das am Kompetenzzentrum Gerontologie vertretene, auf der Berner Handlungstheorie (Urs Kalbermatten) und der Systemtheorie
basierende Konzept der Lebensgestaltung: Lebensgestaltung als kreative Öffnung von Handlungsspielräumen
und der Wahl ihrer Nutzung. Der Mensch wird als selbstreflexiv (Bewusstsein) und selbstaktiv (Ziele, Pläne, Sinngebung), das heisst, von seinen Absichten und seiner Sinngebung her verstanden. Sie betrifft die vier Lebensbereiche Körper, Geist/Psyche, Soziales und Umwelt. Wie können Angehörige, Freiwillige und Fachleute
Menschen, die wegen ihrer krankheitsbedingten Desorientierung alltägliche Lebensverrichtungen nicht mehr selbständig bewältigen können, in geeigneter Weise unterstützen? Wie können Voraussetzungen geschaffen werden,
dass Menschen mit Demenzerkrankungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Leben gestalten können? Und wie
kann die anspruchsvolle Aufgabe der Begleitung von Menschen mit Demenz ihrerseits zu einer sinnstiftenden
Lebensgestaltungsaufgabe und -chance werden?
Der Studiengang wurde vom Kompetenzzentrum Gerontologie der Berner Fachhochschule zusammen mit der
Stiftung Diakonissenhaus Bern entwickelt. Die Stiftung Diakonissenhaus Bern ihrerseits bildet, gemeinsam mit der
SPITEX Bern, Trägerschaft des in Planung stehenden «Kompetenzzentrums Demenz und Palliation» in Bern.
Die Kooperation mit der Schweizerischen Alzheimervereinigung, den Schweizerischen Gesellschaften für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie sowie Sozialpsychiatrie, der Geriatrie Universität Bern und mit weiteren im
Themenfeld tätigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie der regelmässige Austausch
mit Praxispartnern bietet Ihnen Gewähr für aktuelles, innovatives Fachwissen sowie eine praxis- und
institutionsnahe Ausgestaltung des Studiengangs.
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Modul 1 (25 Kurstage)
Fokus: Individuelles und konzeptionelles Handeln
Einführung (½ Tag)
Studiengestaltung und -organisation
-
Gestaltung und Organisation Selbststudium
Rahmenbedingungen für Kompetenznachweise
Kurs 1 (4 ½ Tage)
Grundlagen zur Demenz
Sie beschäftigen sich mit Demenz in ihren verschiedenen Formen, mit Diagnosestellung, therapeutischen
Methoden, Medikation, Pflege und mit dem aktuellen Stand der Demenzforschung. Sie erhalten einen Überblick
über die Situation und die zu erwartende Entwicklung der Demenzthematik in der Schweiz im demografischen,
soziologischen und gesundheitspolitischen Kontext.
-
Ursachen und Krankheitsbilder der Demenz, Verlaufsformen, Entwicklungen/Stadien
Begleitende psychiatrische Symptome und Erkrankungen bei Demenz
Demenzforschung, medizinische und psychologische Erklärungsmodelle für Demenz, Präventionsmöglichkeiten und –grenzen
Abklärung und Diagnostik; Differentialdiagnose (MCI und andere)
Therapie: Medikation, Psychotherapie
(Neuro-)Rehabilitation: Möglichkeinen und Grenzen
Multimorbidität
Demenz in der Schweiz und international: Fakten, Zahlen, absehbare Entwicklungen und deren Bedeutung
(soziologische, wirtschaftliche und gesundheitspolitische Aspekte); Migration und Demenz
Ethik: Einführung; ethische Dilemmata; ethische Urteilsbildung
Kurs 2 (4 Tage)
Grundlagen zum Konzept Lebensgestaltung
Sie setzen sich mit dem Konzept Lebensgestaltung auseinander, mit Altersbildern, Ressourcen und Problemen
des älter werdenden Menschen, mit Fragen der Identität im Alter allgemein sowie des an Demenz erkrankten
Menschen im Besonderen. Sie reflektieren die Themen Sinn, Spiritualität, Sterben und Tod sowie deren
Konsequenzen für Behandlung, Beratung, Betreuung, Begleitung und Bildung.
-
Lebensgestaltung: die Öffnung von Handlungsspielräumen
Altersbilder
Kompetenz, Ressourcen und Fragilität
Identität, Kontinuität und Wandel (Lebensgeschichte/Biographie, gelebte Gegenwart, Lebensziel und entwurf)
Sinn, Spiritualität
Sterben, Tod
Ethische Fragen: Fürsorge, Autonomie, Gerechtigkeit, Menschenwürde
Kurs 3 (4 Tage)
Informelles Unterstützungssystem (Caregiver)
Sie beschäftigen sich mit Bedeutung, Rolle, spezifischer Situation und Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen.
Sie vertiefen Ihr Verständnis für Ressourcen/Kompetenzen sowie Belastungen der betreuenden Personen im
familiären und sozialräumlichen Umfeld der demenzkranken Menschen und setzen sich mit Konzepten auseinander, wie Angehörige als kompetente Partner wahrgenommen und in geeigneter Weise unterstützt, entlastet
und gefördert werden können.
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-
Caregiver im Kontext Demenz: Bedeutung, Aufgaben, Rollen, spezielle Herausforderungen
Gefühle wahrnehmen
Caregiver burden
Tabus, Belastungs- und Grenzsituationen von Betroffenen und Angehörigen: Depression, Aggression,
Scham, Wut, Verzweiflung, Ohnmacht
Coaching für pflegende Angehörige und die Schwierigkeit, Hilfe anzunehmen
Information, Beratung, Entlastung, Support und Empowerment. ‚Pflegemix’ als Chance
Angehörigengruppen
Ethische Fragen: Gibt es eine moralische Pflicht von Angehörigen? Gibt es einen Gewinn für pflegende Angehörige? Zwischen Liebe und Hass. Zwischen verantwortungsvollem Handeln und Bevormundung.
Kurs 4 (4 Tage)
Kommunikation/soziale Interaktion
Sie beschäftigen sich mit Beziehungsgestaltung sowie der verbalen und nonverbalen Kommunikation mit
Menschen mit Demenzerkrankungen. Sie reflektieren Ihre eigene Beziehungs-, Kommunikations- sowie Supportkompetenz und entwickeln Sie in personenzentrierter, validierender sowie ressourcenorientierter Richtung weiter.
-
Beziehungen, soziale Rollen und Status; Wandel, Verluste, Isolation, Abhängigkeiten
Betroffene und Angehörige informieren: Offenlegung der Demenzdiagnose
Personenzentrierte Grundhaltung im Umgang mit Menschen mit Demenz
Grundlagen und Konzept der Integrativen Validation
Wertschätzende Kommunikation, Support, Befähigung
Grundlagen der nonverbalen Kommunikation; Körpersprache (Mimik, Gestik) verstehen
Nonverbale Ausdrucksformen und Beziehungsgestaltung (Musik, Kunst, Theater, Malen, Bewegung, Berührung)
Ethische Fragen: Lüge und Wahrheit
Kurs 5 (5 Tage)
Alltagsgestaltung und Betreuung
Sie beschäftigen sich mit den spezifischen Fragestellungen und Möglichkeiten, die sich im Zusammenhang mit
der Alltagsgestaltung demenzkranker Menschen zu Hause und in Institutionen ergeben sowie mit den Konzepten
unterstützender und lindernder Pflege und Behandlung (Palliative Care). Sie machen sich Gedanken zum Zusammenhang von Alltagsgestaltung, Betreuung und Lebensqualität, lernen Instrumente zur Erfassung und Diskussion von Lebensqualität kennen und entwickeln Konzepte zur deren Verbesserung/Förderung.
-
Subjektives Lebens-, Gesundheits- und Krankheitsempfinden von Menschen mit Demenz resp. ihren Angehörigen und die Frage nach Lebensqualität
Bewegung und Bewegungsunterstützung zur Alltagsgestaltung (Kinaesthetics)
Körperfunktionen, Sinnesorgane
Sexualität
Verhaltensstörungen (Aggressivität, Wandern, Schlafstörungen, Inkontinenz usw.)
Ernährung
Sinnstiftende Alltagsbeschäftigungen (z. B. Gruppen für Menschen mit Demenz, Werken, Mithilfe bei Hausarbeiten)
Komplementäre Interventionen (Aroma, Wickel, Märchenarbeit, Snoezelen usw.)
Schmerzerfassung, Schmerzlinderung und Palliative Care im Kontext Demenz
Ethische Fragen: Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen; Pflege und Pflegeverweigerung; künstliche Ernährung; lebensverlängernde Massnahmen; Sterbehilfe
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Kurs 6 (2 Tage)
Umfeldgestaltung
Sie setzen sich mit dem ökologischen/materiellen Umfeld, mit Wohnen, Wohnumgebungsgestaltung, Einrichtung,
Mobilität, Hilfsmitteln zu Orientierung, Sicherheit und Wohlbefinden zu Hause und in Institutionen sowie mit rechtlichen Fragen auseinander.
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Wohnen, Wohnumgebung (zu Hause)
Versorgung/Dienstleistung im Sozialraum
Demenzgerechte Einrichtungen und Wohnformen (Institutionen)
Raumgestaltung, Einrichtung, Gestaltung Aussenräume
Mobilität: Ermöglichung, Förderung, Grenzen
Hilfsmittel zu Orientierung, Sicherheit, Wohlbefinden, Mobilität
Rechtsfragen im Bereich Selbstbestimmung, Verantwortung, Urteils- und Handlungsfähigkeit, Patientenverfügung, Vollmacht, Datenschutz
Ethische Fragen: freiheitseinschränkende Massnahmen; Recht auf Privatsphäre
Abschluss (1 Tag)
Präsentation, Evaluation (evtl. Zertifikat)
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Präsentation der Praxisprojekte
Evaluation und Abschluss
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Modul 2 (25 Kurstage)
Fokus: Strategie, Rahmen-, Struktur- und Kulturgestaltung
Kurs 7 (4 ½ Tage)
Vertiefungswissen zur Demenz
Sie vertiefen Ihre im Kurs 1 erworbenen Kenntnisse und entwickeln ein integratives Verständnis im Hinblick auf die
verschiedenen Aspekte des Themas.
Kurs 8 (3 Tage)
Leitlinien- und Konzeptarbeit
Sie beschäftigen sich mit den Grundlagen institutionellen und transinstitutionellen Denkens und Handelns und
erhalten Handwerkszeug für Leitlinien- und Konzeptarbeit. Bezogen auf eine konkrete Institution entwickeln Sie
ein Praxiskonzept.
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Institutionelles und transinstitutionelles Denken und Handeln
Strategie-, Leitlinien- und Konzeptarbeit
Öffentlichkeitsarbeit, Präsentieren und Sensibilisierung
Ethische Fragen: dokumentierte institutionelle Ethik
Kurs 9 (6 Tage)
Führungsarbeit im Kontext Demenz
Sie beschäftigen sich mit den spezifischen Fragen betreffend Führung, Unterstützung und Bildung von Fachpersonal und freiwilligen Mitarbeitenden in Institutionen, welche mit demenzkranken Menschen zu tun haben. Sie
reflektieren die Themen und Fragen förderlicher Kommunikations-, Personal und Teamentwicklung.
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Herausforderungen, Belastungs- und Grenzsituationen bei betreuenden und pflegenden Fachleuten;
Konzepte zu Entlastung und Psychohygiene
Umgang mit Verhaltensstörungen, z. B. mit sexualisierten Begegnungen
Kommunikative Prozesse und Kompetenzen in Teams fördern (Teamentwicklung, Fallbearbeitung;
Intervisions- und Supervisionsformen; praxisbegleitende Bildung)
Fragen der Personalgewinnung und -entwicklung
Freiwillige (Laien) qualifizieren; Zusammenarbeit Professionelle und Laien
Angehörige einbeziehen
Ethik: Wie lässt sich ethische Reflexion im Heim «organisieren»?
Kurs 10 (4 Tage)
Soziales System
Sie beschäftigen sich mit dem sozialen Umfeld von Menschen mit Demenz, d. h. mit dem sozialräumlichen,
nachbarschaftlichen und familiären Umfeld. Aus einer ressourcenorientierten und systemischen Perspektive
reflektieren Sie Unterstützungsstrukturen, welche Menschen mit Demenz ein möglichst langes Verbleiben zu
Hause ermöglichen. Sie setzen sich auseinander mit unterschiedlichen Betreuungs- und Interventionsformen im
häuslichen und im institutionellen Rahmen sowie mit Fragen und Formen der interprofessionellen Zusammenarbeit. Sie lernen Betreuungskonzepte kennen und neu entwickeln mit dem Ziel der Förderung einer beziehungsorientierten, Schutz gebenden und Stress reduzierenden Gestaltung des sozialen Raums für Betroffene und Angehörige.
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Sozialer Raum und Unterstützungsstrukturen: Ressourcen, Chancen, Grenzen
Funktionaler und dysfunktionaler Support
Allein lebende Menschen mit Demenzerkrankungen
Jüngere Menschen mit Demenzerkrankungen
Demenzerkrankungen bei Menschen mit Migrationshintergrund; andere Minderheiten
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-
Betreuungskonzepte im Spannungsfeld ambulant – teilstationär – stationär; Übergänge
Spannungsfeld Integration – Segregation (stationäre Betreuung)
Interdisziplinäre Versorgungspfade bei Multimorbidität (Critical Pathways)
Interprofessionelle Zusammenarbeit: Hausarztpraxis, Spitex, Beratungsstellen, Institutionen, Alzheimervereinigung usw.
Ethische Fragen: Fürsorge und begrenzte zeitliche Ressourcen
Kurs 11 (2 Tage)
Kulturgestaltung in Institutionen und Gesellschaft
Sie setzen sich mit den gesellschaftlichen Vorstellungen über Demenz auseinander, ebenso mit dem Begriff
«Demenzfreundliche Kultur». Sie reflektieren und evaluieren bestehende institutionelle Konzepte, beispielsweise
für Ernährung, Pflege oder für andere im Zusammenhang mit Demenz alltagsrelevanten Fragestellungen im Hinblick auf deren Demenzfreundlichkeit.
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Wissen, Vorstellungen, Einstellungen zu Demenz im gesellschaftlichen Kontext
Demenzfreundliche Kultur und Struktur (institutioneller, gesellschaftlicher, (inter)kultureller und politischer
Aspekt)
Ethische Fragen: Wer beurteilt Demenzfreundlichkeit oder Lebensqualität?
Kurs 12 (4 Tage)
Rahmengestaltung und -bedingungen
Sie reflektieren Fragen der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen und setzen sich mit Kosten-,
Finanzierungs- und Versicherungsfragen im Kontext Demenz auseinander.
-
Gesundheits- und sozialpolitische Rahmenbedingungen
Wirtschaftlichkeit
Finanzierungsfragen
Versicherungsfragen
Ethische Fragen: Gerechtigkeit im Gesundheitswesen
Abschluss (1 Tag)
Präsentation, Evaluation, Diplom
-
Präsentation der Praxisprojekte
Evaluation und Abschluss
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Lern- und Arbeitsformen
In den zwölf Kursen (insgesamt 47 Unterrichtstage) werden die dem jeweiligen Themenschwerpunkt zugeordneten Fragestellungen behandelt. Die Studientage dienen der Darstellung des Themas, der Vermittlung von
Wissen, der vertieften Auseinandersetzung mit zentralen ethischen und theoretischen Fragen sowie dem begleitenden Üben von Instrumenten und Interventionen.
Ihre dokumentierten, reflektierten und evaluierten Praxiserfahrungen sind in beiden Modulen wesentlicher Bestandteil der Ausbildung.
Sie erhalten vor jeder Kurseinheit spezifische Aufgaben zur Beobachtung und Erfassung Ihrer Praxiserfahrungen
im Aufgabenfeld Demenz. Die Nachbearbeitung der Lerninhalte erfolgt wiederum praxisbezogen, also im Hinblick
auf deren Umsetzung. Praxiserfahrungen werden unter verschiedenen Aspekten (Fach-, Sozial- und Selbstkompetenz sowie ethische Grundlage) reflektiert und evaluiert. Sie organisieren sich zu diesem Zweck in Lernund Intervisionsgruppen sowie in Ethikforen. Damit wird sichergestellt, dass der Kompetenzerwerb über einen
kontinuierlich fliessenden Prozess zwischen Praxis, Reflexion und Theorie erfolgt.
Das qualifizierende Selbststudium (Vor- und Nachbearbeitung der Unterrichtstage, selbstorganisiertes Lernen und
Reflektieren, Praxisdokumentationen und -präsentationen) entspricht einem Umfang von insgesamt ca. 500
Stunden.
Kompetenznachweise
Die Studienleistung wird gemäss dem European Credit Transfer System (ECTS) in Kreditpunkten (ECTS-Credits)
gemessen. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Sie für die in den beiden Modulen gesamthaft erbrachten
Studienleistungen dreissig ECTS-Credits, die einer Studienleistung von 900 Stunden (davon 400 Stunden
Kontaktunterricht) entsprechen. Voraussetzung dafür ist die Erfüllung aller Kompetenznachweise.
Die wichtigsten Kompetenznachweise sind:
•
•
•
•
vollständige Teilnahme am Kontaktunterricht und den damit verbundenen Voraus-, Umsetzungs- und
Reflexionsaufgaben,
Teilnahme an Lern- und Intervisionsgruppen sowie Ethikforen,
schriftlich dokumentiertes Praxisprojekt (Zertifikats- respektive Diplomarbeit),
Präsentation der Praxisprojekte im Rahmen der jeweiligen Abschlusstage.
Ihre Beiträge werden nach definierten Kriterien beurteilt und kommentiert.
Anerkennung
Sie erhalten bei erfüllten Qualifizierungsbedingungen ein Diploma of Advanced Studies (DAS) «Demenz und
Lebensgestaltung» der Berner Fachhochschule.
Aufbauend auf dem DAS kann ein Master of Advanced Studies (MAS) angestrebt werden.
Teilnehmende, die den Studiengang nach dem Modul 1 beenden, können bei erfüllten Kompetenznachweisen ein
Certificate of Advanced Studies (CAS) erwerben.
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Studienleitung, Dozierende
Studienleitung
Prof. Elsmarie Stricker, Projektleiterin, Kompetenzzentrum Gerontologie der Berner Fachhochschule
Nelly Corina Simmen-Braun, Leiterin Palliative Care, Stiftung Diakonissenhaus Bern
Dozierende
Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis im Kontext Demenz
Die aktuelle Liste mit den Dozierenden finden Sie auf unserer Website.
Durchführung
Start
Die zweite Durchführung beginnt im November 2010 und endet im Oktober 2012. Die genauen Termine finden
Sie auf unserer Website.
Anmeldetermin
31. August 2010
Studienort
Die Kurse finden in den Lokalitäten des Fachbereichs Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule (Hallerstrasse 8)
oder in den Räumlichkeiten des Diakonissenhauses (Schänzlistrasse 33, Tagungszentrum Blumenberg) in Bern
statt.
Studiengebühren
Die Studiengebühren betragen CHF 13’800 (CHF 6900.- pro Modul).
Rechtliche Hinweise
Für die Bezahlung und Annullierung gelten die Allgemeinen Geschäftbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.
Kontakt und Anmeldung
Auskunft
Elsmarie Stricker, Telefon 031 848 36 73, [email protected] (Studienleitung)
Anmeldung
Das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Website.
Stand 4. 12. 2009, Änderungen vorbehalten
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Studiengang Demenz und Lebensgestaltung 2009/2011:
Dozierende, Studienleitung, Kooperationspartner, Fachbeirat
Dozierende Modul 1
Die Dozierenden verfügen i.d.R. über eine wissenschaftliche Qualifikation (Hochschulabschluss, Doktorat) sowie
ausgewiesene didaktische Fähigkeiten, Fach- und Sozialkompetenzen. Sie sind ausgewiesene Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Praxis von Demenz und Lebensgestaltung.
Sabine Bährer-Kohler
Dr. Sozialwissenschaften, Diplom-Pädagogin, Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin,
IPA - International Psychogeriatric Association, Illinois, USA; Universitäre Psychiatrische
Kliniken, 4025 Basel
Mitwirkung von
- Cornelia Christen, Lic. phil. Sozialarbeiterin / Verhaltenstherapeutin AIM/AVM, Wil
- Gabriele Marty, Dipl. Psychologin, Gesundheitsförderung Baselland, Liestal
- Ruth Ritter-Rauch, Dipl. Gerontologin SAG, Burgdorf
- PD Dr. med Henrike Wolf , Klinik für Alterspsychiatrie, Zürich
Felix Bohn
Dipl. Architekt ETH, dipl. Ergotherapeut HF, zert. Gerontologe INAG; Fachbereichsleiter
Altersgerechtes Bauen bei der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen
und selbständiger Berater; 8004 Zürich
Christoph Held
Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Heimarzt im Pflegeheim Erlenhof,
8021 Zürich
Urs Kalbermatten
Dr. Phil. hist., Wissenschaftlicher Leiter Kompetenzzentrum Gerontologie der Berner
Fachhochschule, 3012 Bern
Andrea Lanz Müller
Fürsprecherin und Mediatorin SAV, „dasadvokaturbuero“ Bern,
Stiftung Bernische Ombudsstelle für Alters- und Heimfragen, 3011 Bern
Irene Leu
Dipl. Pflegefachfrau Psychiatrie, Ausbilderin FA, DCM advanced user; Geschäftsführerin
Stiftung Basler Wirrgarten, Leiterin ATRIUM, 4057 Basel
Brigitta Martensson
Lic. oec. HEC, Université de Lausanne; Geschäftsleiterin Schweizerische Alzheimervereinigung
1400 Yverdon-les-Bains
Urs P. Mosimann
Prof. Dr. med., Extraordinarius für Gerontopsychiatrie; Leiter Funktionsbereich
Gerontopsychiatrie, Universitäre Psychiatrische Dienste, 3010 Bern
Mitwirkung von
- Brigitte Schüpbach, med. pract., Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Bern
- Dr. med. Georg Löffelholz, Universitätsklinik für Psychiatrie/UPD Waldau, Bern
- Roger Ziegler, med. pract., Universitäre Psychiatrische Dienste, Bern
René Müri
Prof. Dr. med., FMH Neurologie; Abteilungsleiter der Abteilung für Kognitive und Restorative
Neurologie, Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital, 3010 Bern
Mitwirkung von
- PD Dr. med. Thomas Nyffeler, FMH Neurologie, Leitender Arzt der Abteilung für Kognitive
und Restorative Neurologie, Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital, Bern
Nicole Richard
Dipl. Pädagogin, Dipl. Psychogerontologin; Institut für Integrative Validation, D-34131 Kassel
Klaus Peter Rippe
Prof. Dr., Ethiker und Philosoph, Ethik im Diskurs GmbH, 8044 Zürich
Mitwirkung von
- Dr. phil. Andreas Bachmann, Ethiker und Philosoph, 8044 Zürich
Iris Schaefer
Dr.rer.medic.; Dipl. Pflegewirtin (FH), Dipl. Pflege- u. Gesundheitswissenschaftlerin; wiss. MA
Fachentwicklung u. Forschung; Pflegeexpertin Palliative Care Inselspital, 3010 Bern
Christoph Schmid
lic. theol., dipl. Erwachsenenbildner, Gerontologe, MAS Palliative Care
Bildungsbeauftragter, CURAVIVA Weiterbildung, 6006 Luzern
Andreas Stuck
Prof. Dr. med.; Ordinarius Geriatrie, Geriatrie Universität Bern; Spital Netz Bern und Inselspital;
Spital Ziegler, 3001 Bern
Studienleitung
Nelly Simmen-Braun
Dipl. Pflegefachfrau, MSc in Palliative Care; Leiterin Station für Palliative Therapie,
Stiftung Diakonissenhaus Bern, 3013 Bern
Elsmarie Stricker
Dozentin und Projektleiterin, Kompetenzzentrum Gerontologie der Berner
Fachhochschule; 3012 Bern
Kooperationspartner
Schweizerische Alzheimervereinigung
Schweizerische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und
Alterspsychotherapie
Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie
Geriatrie Universität Bern
Fachbeirat
Brigitta Martensson
Schweizerische Alzheimervereinigung
Dr. Eva Krebs Roubicek
Schweizerische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie
Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie
Prof. Dr. Andreas Stuck
Geriatrie Universität Bern
Dr. Sabine Bährer-Kohler
International Psychogeratric Association (IPA)
Maya Andrey
Stiftung Diakonissenhaus Bern
Prof. Andreas Heuer
Berner Fachhochschule, Fachbereich Gesundheit
Prof. Bernhard Müller
Berner Fachhochschule, Kompetenzzentrum Gerontologie
Stand Mai 2009 / Änderungen vorbehalten
Berner Fachhochschule
Kompetenzzentrum Gerontologie
DAS Demenz und Lebensgestaltung
2. Durchführung 2010-2012
Daten und Dozierende
Modul 1
Lerneinheit
Inhalte
Dozierende
Ort
1
Einführung
Simmen/Stricker
Bern BFH
Grundlagen zur Demenz
Mosimann/Schüpbach
Löffelholz/Lutz
Ethik
Rippe/Bachmann
Tage
Datum Tage
Mo-Mi
29.11.2010
0.5
29.11./30.11./1.12.
2010
2
1.12.2010
0.5
2
Konzept Lebensgestaltung
Kalbermatten
Bern BFH
Do-Fr
6./7.1.2011
2
3
Informelles Unterstützungssystem
Bährer/Ritter/Wolf
Bern DHB
Do-Fr
27./28.1.2011
1.5
Ethik
Rippe/Bachmann
28.1.2011
0.5
Grundlagen zur Demenz
Stuck
21.2.2011
1
4
Bern BFH
Mo-Di
Müri
22.2.2011
0.5
Martensson
22.2.2011
0.5
5
Informelles Unterstützungssystem
Bährer/Ritter/Christen
Bern BFH
Mo-Di
21./22.3.2011
2
6
Lebensgestaltung
Schmid
Bern DHB
Do-Fr
14.4.2011
1
Alltagsgestaltung
Held
15.4.2011
0.5
Ethik
Rippe/Bachmann
15.4.2011
0.5
7
Alltagsgestaltung
Leu
Bern BFH
Do-Fr
12./13.5.2011
2
8
Informelles Unterstützungssystem
Bährer/Marty
Bern DHB
Do-Fr
16.6.2011
0.5
Kommunikation/soziale Interaktion
Bährer
16.6.2011
0.5
Ethik
Rippe/Bachmann
17.6.2011
1
9
Kommunikation/soziale Interaktion
Richard
Bern BFH
Mo-Mi
4./5./6.7.2011
3
10
Alltagsgestaltung
Schäfer
Bern DHB
Mo-Di
22.8.2011
1
23.8.2011
0.5
23.8.2011
0.5
15.9.2011
0.5
Leu
11
12
Umfeldgestaltung
Bohn
Ethik
Rippe
Umfeldgestaltung
Bohn
15.9.2011
0.5
Lanz Müller
16.9.2011
1
22.10.2011
1
Präsentation, Abschluss
Simmen/Stricker
Bern BFH
Bern BFH
Do-Fr
Sa
Bern BFH = Berner Fachhochschule, Fachbereich Soziale Arbeit, Hallerstrasse 8, 3012 Bern
Bern DHB = Stiftung Diakonissenhaus Bern, Schänzlistrasse 43, 3013 Bern
Stand 4.12.2009
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