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Thüringer Staatspreis für
Architektur und Städtebau 2012
Herausgeber:
Thüringer Ministerium für Bau,
Landesentwicklung und Verkehr
Abteilung 2 – Städte- und Wohnungsbau,
Staatlicher Hochbau –
Postfach 900362
99106 Erfurt
Telefon: 0361 3791-000
Telefax: 0361 3791-099
Mail: [email protected]
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Inhaltsverzeichnis
Grußworte
Christian Carius, Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr ...................................................................2
Hartmut Strube, Präsident der Architektenkammer Thüringen.............................................................................................3
Wettbewerbsverfahren ......................................................................................................................................................4
Preisträger Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Landeskirchenamt EKM, Erfurt ...............................................................................................................................................6
Anerkennungen
Bauhaus-Universität Weimar, Van-de-Velde-Bau, Weimar.....................................................................................................10
Mikwe, Erfurt............................................................................................................................................................................12
Service Wohnen in der Grünen Mitte, Saalfeld.......................................................................................................................14
Engere Wahl
Zentraler Omnibusbahnhof, Jena............................................................................................................................................16
Stadtvilla Haus C, Erfurt ..........................................................................................................................................................17
Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar ......................................................................................................................................18
Verwaltungsgebäude JenaWohnen GmbH, Jena.....................................................................................................................19
Erinnerungsort J.A. Topf & Söhne, Erfurt ................................................................................................................................20
Weitere Einreichungen
Kinderhaus Ost, Nordhausen..................................................................................................................................................21
Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum, Jena-Göschwitz .................................................................................................22
Gartenhaus Waldorfkindergarten, Weimar..............................................................................................................................23
Gästehaus Landesmusikakademie, Sondershausen ..............................................................................................................24
Petersberggarten, Nordhausen ...............................................................................................................................................25
FSU Jena, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Jena......................................................................................26
Ganztagsschule mit Montessoriinhalten, Saalfeld .................................................................................................................27
Uni Erfurt, Mitarbeiterhochhaus, Erfurt ..................................................................................................................................28
Umbau ehem. Frauenklinik, Erfurt ..........................................................................................................................................29
Umbau ehem. Rechenzentrum Geibelstraße, Erfurt ..............................................................................................................30
Hüttenplatz, Lauscha...............................................................................................................................................................31
Appartementhaus, Weimar......................................................................................................................................................32
Leitec Gebäudetechnik, Heilbad Heiligenstadt ......................................................................................................................33
Universitätsklinikum Jena, Palliativmedizin, Jena...................................................................................................................34
Klosterruine, Stadtroda............................................................................................................................................................35
Geriatrische Fachklinik, Meiningen .........................................................................................................................................36
Umbau von Flächen im Bau 29, Jena......................................................................................................................................37
Stadthalle, Greiz.......................................................................................................................................................................38
Viba Sweets, Floh-Seligenthal..................................................................................................................................................39
Lemurenanlage Zoopark Erfurt, Erfurt ....................................................................................................................................40
Wohn- und Geschäftshäuser, Nordhausen .............................................................................................................................41
Übersicht aller Wettbewerbsbeiträge 2012 ....................................................................................................................................42
Bisherige Preisträger seit 1996 ......................................................................................................................................................44
Impressum .....................................................................................................................................................................................47
1
Grußwort
Architektur hat zu allen Zeiten Einfluss auf die Lebensqualität und somit auch auf
das Lebensgefühl der Menschen genommen. Thüringer
Architekten und Ingenieure
haben heute die Möglichkeit,
zwischen Tradition und Moderne, zwischen technischer
Präzision und Kreativität innovative bauliche Lösungen
zu entwickeln.
Zugleich ist die Baukultur auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und ihrer Bedingungen. Heute haben es Architekten
beispielsweise auch mit gestiegenen Anforderungen im
energetischen Bereich zu tun. Die Aufmerksamkeit für barrierefreie Lösungen ist weitaus höher und nicht zuletzt
wird auf die Anwendung und Nutzung nachhaltiger Baustoffe größter Wert gelegt. Die moderne Sicht auf Lebensqualität definiert sich aus den Herausforderungen unserer
Zeit und hat zudem unmittelbare Auswirkungen auf landesplanerische Aspekte.
Deshalb soll bei der Internationalen Bauausstellung Thüringen auch das ganze Land eingeladen werden, beim
Wettbewerb um die besten Ideen mitzumachen. Denn im
Kern geht es dabei um die Thüringer Kulturlandschaft.
Deren Qualität soll erhalten, gesichert und gesteigert werden. Mit der IBA Thüringen will sich der Freistaat eines international einzigartigen Instruments erfolgreicher Planungs-, Stadt- und Regionalpolitik bedienen.
Die IBA Thüringen soll dabei auf neuen, experimentellen
Wegen innovative Projekte entwickeln, mit denen der demografische, energetische und soziokulturelle Wandel beispielgebend gestaltet werden kann. Neues Denken und
mutige Ideen jenseits bekannter Denk- und Handlungsschablonen sind gefordert.
„Mutige“ Versuche, innovative wie herausragende Ideen
und Anwendungen oder schlicht und einfach neue architektonische Lösungen sind auch ein Anliegen bei der Vergabe des Thüringer Staatspreises für Architektur und
Städtebau.
Besonders erfreulich neben den durchgehend anspruchsvollen Inhalten der 31 Bewerbungen ist die Tatsache, dass
die überwiegende Mehrzahl der beteiligten Architekturbüros aus Thüringen stammt. Es ist ein weiterer Beleg für
die hohe Qualität der Planer und deren Ausbildung an den
Thüringer Universitäten und Hochschulen!
Seit 1996 loben wir im Freistaat in Zusammenarbeit mit
der Architektenkammer den THÜRINGER STAATSPREIS
FÜR ARCHITEKTUR UND STÄDTEBAU aus. Mit dem
diesjährigen Wettbewerb prämieren wir nun schon zum
neunten Mal herausragende Leistungen auf dem Gebiet
von Architektur und Städtebau. Ziel dieses Wettbewerbs
ist es, auch weiterhin innovative städtebauliche und architektonische Konzeptionen in den Blickpunkt einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken.
Die Jury hat nach eingehender Diskussion und mehreren
Wertungsdurchgängen entschieden, den mit 8.000 €
dotierten Staatspreis an ein bemerkenswertes Projekt zu
vergeben, das modernes Bauen in einem historisch großartigen und hochrangigen Stadtensemble realisiert. Die
drei jeweils mit je 4.000 € dotierten Anerkennungen zeigen Möglichkeiten des Umgangs mit historischen Bauobjekten im städtischen Kontext auf. Beispielsweise eine
denkmalgerechte Sanierung einer Weltkulturerbe-Baumaßnahme im universitären Bereich oder die richtungweisende Sanierung und Nachnutzung einer Fabrikbrache vor
dem Hintergrund der demografischen Umbildung unserer
Gesellschaft. Aber schauen Sie selbst.
Ich gratuliere allen Preisträgern zu ihren wegweisenden
Arbeiten und wünsche Ihnen auch weiterhin viele innovative Ideen!
Bedanken möchte ich mich auch bei den Organisatoren
und Mitwirkenden des THÜRINGER STAATSPREISES FÜR
ARCHITEKTUR UND STÄDTEBAU 2012 sowie besonders
bei allen Bauherren und Architekten.
Ihr
Christian Carius
Thüringer Minister für Bau,
Landesentwicklung und Verkehr
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Grußwort
Die Gestalt der Städte und
Dörfer mit ihren Bauten,
Straßen und Plätzen, Parks
und Gärten ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Sie ist
der baulich-räumliche Ausdruck eines Lebensgefühls,
gleichzeitig aber auch ein
Mittel zur Lebensbewältigung und -gestaltung.
Unsere Gesellschaft ist in
einem rasanten Umbruch begriffen: Der Wandel der Arbeitswelt von der Industriegesellschaft hin zu einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft lässt neue Arbeitsstrukturen entstehen.
Ressourcen werden als endlich erkannt und der Begriff
Nachhaltigkeit wird neu definiert. Der demografische Wandel wird ablesbar in einer veränderten Altersstruktur. Der
Wandel der Familienformen und Lebensstile führt zu einer
Pluralisierung und Individualisierung von Lebensmodellen. Die damit verbundenen Anpassungsprozesse beeinflussen auch in hohem Maße die Struktur der Bauaufgaben und deren technische Bewältigung.
Hierbei geht es nicht nur um das Zusammenführen wirtschaftlicher, funktionaler, technischer und gestalterischer
Belange, sondern auch um eine kulturelle Haltung, die den
respektvollen Umgang mit der Historie vereint mit dem
Anspruch einer zeitgemäßen Architektursprache.
Zur Durchsetzung dieser hohen Qualitätsansprüche sind
„Gute Beispiele“ enorm wichtig. Die Verleihung des Thüringer Staatspreises für Architektur und Städtebau, des
öffentlichkeitswirksamsten Architekturpreises im Freistaat,
hat in diesem Zusammenhang eine herausragende Bedeutung.
Die in diesem Jahr eingereichten zahlreichen interessanten
und vielfältigen Arbeiten stellten sich erneut der Bewertung bezüglich ihrer Architekturqualität und ihrer Einfügung in städtebauliche Strukturen.
Was eingereicht wurde, war überzeugend. Mein besonderer Glückwunsch gilt dem Büro Steinblock Architekten
Matthias Rau für das mit dem Staatspreis ausgezeichnete
überzeugende Bauvorhaben „Landeskirchenamt der EKM“
in Erfurt.
Herzliche Glückwünsche auch an die Büros, die mit ihren
Beiträgen eine Anerkennung erworben haben.
Der Stadt- und Dorfumbau, das ergänzende Bauen und
das Bauen im Bestand, die Sanierung oder Modernisierung des Vorhandenen sind Aufgaben, die ein hohes Maß
an fachlicher Kompetenz erfordern und für alle am Planungs- und Bauprozess Beteiligten eine Herausforderung
bedeuten.
Hartmut Strube
Präsident
Architektenkammer Thüringen
3
Wettbewerbsverfahren
Auslober
Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung
und Verkehr
in Zusammenarbeit mit der
Architektenkammer Thüringen
Der Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau wird
im Jahr 2012 zum neunten Mal ausgelobt. Seit der ersten Auslobung im Jahr 1996 ist es Anliegen der Landesregierung,
innovative architektonische und städtebauliche Konzeptionen
aufzufinden und zu würdigen und damit das Bewusstsein der
Öffentlichkeit für die gebaute Umwelt zu stärken.
Der diesjährige Preis zielt auf die komplexe Betrachtung von
Gebäude, Freiraum und Städtebau als integrative Einheit, auf
beispielhafte Bauwerke, Gruppen von Gebäuden mit ihren
Außenräumen oder öffentliche Räume, die im Zusammenhang mit dem Bestand nicht nur einen hohen ästhetischen
Wert haben, sondern auf vorbildliche Weise den Grundsätzen
der Nachhaltigkeit und den demografischen Herausforderungen entsprechen.
Die Beiträge werden von der Jury nach folgenden Kriterien
beurteilt:
− Entwurfsidee und Gestaltungsqualität, Innovation
− Einbindung in die regionalen und ortstypischen Standortbedingungen
− objektbezogene Einheit von Gestaltung, Funktion und
Konstruktion; Detailqualität, Materialeinsatz
− Nachhaltigkeit, stadt- und bauökologische Qualität
− energie-, kosten- und flächensparendes Bauen, Wirtschaftlichkeit in Bau und Nutzung
− Funktionalität/Nutzerzufriedenheit
− Barrierefreiheit
Das Preisgeld beträgt 20.000 €. Es wird den Entwurfsverfassern und Bauherrn jeweils hälftig zuerkannt.
Die Jury hatte am 15. Juni 2012 in den Räumen des Landesamtes für Bau und Verkehr (TLBV) 30 eingereichte Arbeiten
zu bewerten und entschied
1 Staatspreis (8.000 €)
und
3 Anerkennungen (je 4.000 €)
zu vergeben.
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Preisgericht
Juryvorsitz
Prof. Dr.-Ing. Gerd Zimmermann
Architekt, Bauhaus-Universität Weimar
Jurymitglieder
Dipl.-Ing. Inge Klaan
Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Bau,
Landesentwicklung und Verkehr
Dipl.-Ing. Sabine Doht
MdL, Vorsitzende Ausschuss für Bau, Landesentwicklung
und Verkehr im Thüringer Landtag
Dr.-Ing. Hannes Hubrich
Architekt, Architektenkammer Thüringen
Dipl.-Ing. Ulrike Stöcker
Architektin, Landesamt für Bau und Verkehr
Dipl.-Ing. Hartmut Strube
Architekt, Stiftung Baukultur Thüringen
Organisation
Dr.-Ing. Arch. Angelika Krause
Landesamt für Bau und Verkehr
Vo r p r ü f u n g u n d P r o t o k o l l f ü h r u n g
Dr.-Ing. Arch. Angelika Krause
Landesamt für Bau und Verkehr
Dipl.-Ing. Mario Lerch
Bauassessor, Thüringer Ministerium für Bau,
Landesentwicklung und Verkehr
Prof. Dipl.-Ing. Michael Mann
Architekt, Fachhochschule Erfurt
Dipl.-Ing. Ingo Quaas
Stadtplaner, Weimar
Dipl.-Ing. Heike Roos
Landschaftsarchitektin, Denstedt
Birgit Schindler
Journalistin, Mitteldeutscher Rundfunk, Erfurt
5
Thüringer Staatspreis
für Architektur und Städtebau 2012
Kurzbeschreibung
Das neue Kirchenamt der EKM aktiviert eine innerstädtische Brachfläche und begegnet damit der Tendenz zu weiterem Flächenverbrauch: 150 neue Arbeitsplätze in 107
Büros beleben zusätzlich die Innenstadt und sind mit öffentlichem Nahverkehr (10 min-Takt), zu Fuß oder Rad
leicht zu erreichen. Auf dem Grundstück wurden die beiden Baudenkmale Collegium Maius und Altes Archiv erhalten bzw. rekonstruiert, der historische Saal ist als
repräsentativer Seminar- und Veranstaltungsraum auch für
externe Nutzungen wieder hergestellt.
Städtebaulich ordnet sich das Ensemble in die mittelalterliche Baustruktur des 'Lateinischen Viertels' ein. Die
geforderte Anzahl an Büros machte eine bauliche Erweiterung auf dem Grundstück erforderlich. Einzelbüros gewährleisten die gewünschte ruhige und vertrauliche
Arbeitsatmosphäre. Der Neubau bezieht sich dabei rechtwinklig auf den historischen Gebäudebestand und bildet
eine karreeförmig umlaufende innere Erschließung aus.
Das markante, geschichtsträchtige Portal zur Michaelisstraße definiert weiterhin den Eingang und führt über die
sich anschließende Eingangsachse zum zentralen Erschließungsfoyer mit neuem Haupttreppenhaus. Bei der Bewegung durch die Gebäude wechseln introvertierte Bereiche
geschlossener Flure mit Aufweitungen für Gemeinschaftsfunktionen, wechselnde natürliche Belichtung und Ausblicke in den Innenhof. Der Besucher versteht auf diese
Weise die Struktur des Gebäudes, die Mitarbeiter erleben
das Ensemble als gemeinsames Haus.
Die serielle Addition gleicher Raumeinheiten steht immer
in der Gefahr, zu schematischen und monotonen Reihungen zu führen. Neben den wechselnden Raumeindrücken
der Erschließung reagiert die Fassade auf diese Bedingung, indem innerhalb des konstruktiven Rasters ein diszipliniertes Spiel unterschiedlicher Fenstergrößen und
wechselnder Plattenformate aufgebaut wird. Versetzte
Fensterebenen und vertikale Öffnungsflügel differenzieren
die Fassade weiter.
Die Logik der Fassadenordnung korrespondiert insoweit
mit der konstruktiven Tektonik der historischen Fachwerkfassaden.
Die Höhe des Neubaus bleibt unter der des historischen
Bestands, so dass Collegium Maius und Altes Archiv im
Stadtraum erlebbar und ablesbar bleiben.
Es war Gestaltungsabsicht, die baulichen Veränderungen
durch Materialwahl und Detaillierung ablesbar zu machen,
ohne den Gesamteindruck des Ensembles plakativ zu stören. So wurden beispielsweise im Foyer alte Wandflächen
mit Spuren verschiedener Bauphasen sichtbar belassen
und durch weißen Schlämmputz homogenisiert. Die neue
Haupttreppe ist als skulpturale zeitgemäße Betonkonstruktion in den neuen Luftraum der Haupterschließung
eingehängt. In der historischen Natursteinfassade erklären
sich zusätzliche Fensteröffnungen ’auf den zweiten Blick’
dadurch, dass hier keine Sandsteingewände ergänzt wurden.
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Landeskirchenamt der Ev. Kirche
in Mitteldeutschland
Entwurfsverfasser:
Steinblock Architekten
Porsestraße 19, 39104 Magdeburg
Bauherr:
Ev. Kirche in Mitteldeutschland
Michaelisstraße 39, 99084 Erfurt
Ort:
Erfurt
Im Sinne eines ressourcen- und flächensparenden
Bauens sind die Büros auf einem Achsraster von 1,20 m
kompakt organisiert. Um dennoch einen großzügigen
Raumeindruck zu erreichen, sind die Räume geschosshoch verglast, die hochrechteckigen Fensterflügel erlauben einen effizienten Luftwechsel. Der Neubau ist hoch
wärmegedämmt, Fensterkontakte schließen automatisch
die Heizkörper, wenn die Fenster zum Stoßlüften geöffnet werden.
Das Flachdach wurde stadtklimatisch günstig mit einer
extensiven Begrünung ausgeführt.
Im Untergeschoss verfügt der Neubau über Lagerräume
mit elektrischen Rollregalen zur kompakten zentralen
Archivierung des umfangreichen Aktenbestandes.
Fertigstellung:
2011
7
Thüringer Staatspreis
für Architektur und Städtebau 2012
Jurybeurteilung
Vorliegende Arbeit ist ein ausgezeichnetes Beispiel für
modernes Bauen in einem historisch großartigen und
hochrangigen Stadtensemble.
Ausgangspunkt des Projektes ist die weitgehende Rekonstruktion des Collegium Maius, des Hauptgebäudes der
alten Erfurter Universität, welches in seiner Geschichte
zahlreiche Umbauten und Umnutzungen erfahren hatte
und am Ende des Zweiten Weltkrieges bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Mit dem zwischen 2008 und 2011
im Gefolge eines Architekturwettbewerbs komplett neu errichteten Baukomplexes ging auch eine funktionale Neubestimmung einher, da nunmehr nicht die (neu gegründete) Erfurter Universität, sondern das Evangelische Lan-
deskirchenamt für Mitteldeutschland neuer Eigner und
Nutzer des Areals ist. Für diesen Zweck waren ca. 100
Büros, Seminar- und Veranstaltungsräume vorzusehen.
Das neue Ensemble besteht nun aus dem wiederhergestellten Collegium Maius mit Altem Archiv und einem
Neubau, der sich hervorragend in das rekonstruierte und
sanierte historische Stadtgefüge einbettet. Die Jury würdigt
insbesondere die Raumqualität der Architektur sowie das
sehr schöne Erscheinungsbild des Neubaus, in welchem
sich nahezu klassische Zurückhaltung mit spektakulärer
Modernität in sehr markanter Weise verbinden.
Der U-fömige Neubau ist sehr geschickt so konfiguriert,
dass drei markante Raumszenarien entstehen: ein kleiner,
zur Michaeliskirche hin gewendeter Vorplatz, die neue
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Gasse, welche den Blick auf den Giebel der Michaeliskirche fokussiert und ein neuer Innenhof zwischen dem
Neubau und der alten Bibliothek. Wichtig auch das gläserne Eingangsfoyer, das nicht nur das berühmte „Boineburgsche Portal“ aufnimmt, sondern das wie ein Gelenk
die Haupträume verbindet und einsehbar macht. Es ist
diese Art der Transparenz, welche dem Betrachter den Zusammenhang von Körper und Raum der Architektur begreifbar macht und, bei aller klaren und maßstäblichen
Fassung der Räume, den Eindruck von Enge nicht aufkommen lässt.
Insgesamt zu würdigen ist also ein neues Architekturensemble, vielleicht sogar eine Collage, in welcher Stadt
und Bauwerk, Alt und Neu, Raum und Körper, Innen und
Außen, Geschlossenheit und Offenheit miteinander
reagieren, oszillieren. Dies kann in der Tat beispielhaft genannt werden.
Die funktionale Organisation der Bürolandschaft des
Neubaus mit am Innenhof umlaufenden Erschließungsgang erscheint schlüssig, zumal dieser umlaufende Gang
wiederum einen eigenständigen Erlebnisweg stiftet.
9
Anerkennung
Kurzbeschreibung
Das von Henry van de Velde geplante und 1905/1906 als
'Staatliche Kunstgewerbeschule' errichtete Gebäude ist
UNESCO-Weltkulturerbe im Ensemble mit dem gegenüberliegenden Kunstschulgebäude. Als Kunstgewerbeschule war es bis 1919 Wirkungsstätte van de Veldes,
danach bis 1925 Teil des von Walter Gropius geleiteten
Staatlichen Bauhauses. Von großem kunsthistorischen
Wert ist die Wandgestaltung Oskar Schlemmers im Treppenhaus für die große Bauhaus-Ausstellung 1923.
Eine lange und wechselhafte Nutzungsgeschichte hatte in
dem bereits von van de Velde als Zweckbau konzipierten
Gebäude deutliche Spuren hinterlassen.
Der Neuordnung zu einem modernen Universitätsgebäude ging eine umfassende Untersuchung des Hauses
voraus. Sie zeigte, dass das Gebäude Henry van de Veldes
in seiner Struktur und Substanz trotz der zahlreichen Maßnahmen überraschend unversehrt überkommen ist. Nach
wie vor spiegelte die nur auf den ersten Blick ländlich gutshofartig wirkende Anlage die Funktionen des Hauses nach
außen, waren die Brüche mit der traditionellen Architektur
in der Konfrontation mit industriellen Materialien ablesbar,
überhöhte der monumentale Hausteinbogen das Atelier
des Meisters in der Giebelfassade. Die Plastizität und
Prägnanz der Architektur hatte van de Velde im Innern
durch ein Spiel von Licht und Schatten betont, dessen Wirkung durch die späteren Maßnahmen gelitten hatte.
Zur weiteren Nutzung durch die Fakultät Gestaltung der
Bauhaus-Universität Weimar mit Professorenbüros und
studentischen Arbeitsplätzen war eine grundhafte Modernisierung und energetische Optimierung des Bauwerks unumgänglich. Unter strenger Einhaltung denkmalschutzrechtlicher Gesichtspunkte wurden die Raumfolgen der ehemaligen Werkstätten, der Gießerei oder Künstlerateliers wieder auf die ursprünglichen Strukturen mit den historischen
Raumhöhen von mehr als 5 m zurückgeführt. Eine barrierefreie Erschließung aller Räumlichkeiten wurde durch den
Einbau eines Aufzuges gesichert. Durch das Öffnen des verbauten westlichen Ausgangs wurde die ursprüngliche Lichtführung im Eingangsbereich wiedergewonnen. Als reversible Bauteile konzipierte Stahlgalerien bieten (in erkennbar
moderner Formensprache) auf Zwischenebenen Platz für
studentische Arbeitsplätze, ohne die historische Raumstruktur zu verwischen. Die direkte Zuordnung der Studentenplätze zu den Büros der Professoren greift den MeisterLehrling-Gedanken des Bauhauses auf.
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Jurybeurteilung
Das Bauwerk wurde für die Großherzoglich-Sächsische
Kunstgewerbeschule 1905/06 nach Plänen des belgischen
Architekten Henry van de Velde errichtet, der diese Institution bis zu ihrer Schließung 1915 leitete. 1919-1925
konnte das Staatliche Bauhaus Weimar die Bildhauerateliers und Werkstätten für Metall, Holz, Keramik, Buchkunst und Weberei nutzen und mit der Wandmalerei und
den Reliefs Oskar Schlemmers von 1923 ein Zeichen setzen. Das Gebäude mit dem markanten Giebelbogen in
Stein gehört heute als Teil des Kunstschulensembles und
als authentische Wirkungsstätte des Bauhauses zum
UNESCO-Weltkulturerbe.
Ein Jahrhundert Gebrauch und mehrfache Nutzungsänderungen und Umbauten haben dem Gebäude zugesetzt.
Auch der bautechnische Zustand, von der Gründung bis
ins Dach, machte eine grundlegende Sanierung und Modernisierung des Hauses nötig. Die umfangreichen Bauarbeiten konnten 2008 beginnen. Im Frühjahr 2010
konnten vorbildlich erneuerte Räume und Arbeitsplätze
wieder an die Lehrenden und Studenten der Fakultät
Gestaltung übergeben werden.
Die Jury anerkennt bei diesem Projekt zum einen die
Sorgfalt beim denkmalpflegerischen Umgang mit der geschichtsträchtigen Substanz, zum anderen das Konzept,
die notwendigen technischen und formalen Erneuerungen in ihrer eigenen Modernität hinzuzufügen. Dem
kommt entgegen, dass nach Beseitigung vieler Einbauten
die ursprüngliche Raumstruktur besonders der Werkstätten wieder großzügiger, mit Höhen über 5 m erlebbar ist.
Neben der Rekonstruktion von Grundrissen und Raumkubaturen ist die der Fensterflächen bemerkenswert, wodurch die Ambivalenz von Tradition und Moderne im
Fassadenbild wieder klarer zur Geltung kommt.
Mit der technischen Sicherung der Gründung, einem optimierten Energiekonzept, der Neuordnung der sanitären
Anlagen und barrierefreier Erschließung wird heutigen
Standards entsprochen. Die Licht einlassende Öffnung
der Westseite des Foyers, der Lifteinbau und das Einstellen offener Galerien für zeitgemäße Arbeitsplätze im
Werkstattflügel sind weitere Belege für das Gelingen eines
komplexen Planungskonzepts, welches von der denkmalgerechten Rekonstruktion, über die Einbeziehung wiederhergestellter Kunstwerke bis zur konsequenten Darstellung neuer Elemente im Erscheinungsbild reicht.
Der Bau ist in vielem wieder ursprünglicher geworden, erscheint aber insgesamt geordneter und „moderner“ als
zuvor. Das ist seine neue Qualität und könnte auch als
Hommage an Henry van de Velde verstanden werden.
Bauhaus-Universität Weimar
Grundsanierung Van-de-Velde-Bau
Entwurfsverfasser:
ARGE Junk & Reich / Pitz & Hoh
Nordstraße 21, 99427 Weimar
Bauherr:
Freistaat Thüringen
Landesamt für Bau und Verkehr
Europaplatz 3, 99091 Erfurt
Ort:
Weimar
Fertigstellung:
2010
11
Anerkennung
Kurzbeschreibung
Freianlagen
Da der Fund der Mikwe während der Bauarbeiten an der
zu erneuernden Grünanlage Kreuzsand erfolgte, war eine
Neuorientierung erforderlich. Gestaltungsschwerpunkt
war nun die umbaute Mikwe als Besichtigungsziel. Der
hohen Bedeutung des Denkmals und seiner zu erwartenden Frequentierung angemessen, wurden barrierefreie
Wege und Mauern sowie Strauch- und Rasenflächen angelegt und Bänke zum Verweilen aufgestellt. Eine Terrasse
auf dem Dach der baulichen Fassung um die Mikwe bietet
Aussicht auf die Krämerbrücke und – über die Lichtstele –
Einblick ins Innere der Mikwe. Über Stufen und eine barrierefreie, beleuchtete Rampe gelangt man zur Eingangsebene am Wasser. Wegebegleitend wurde eine flussabgewandte Stützmauer aus Sichtbeton gebaut, zusätzlich
in Struktur und Farbe aufgewertet. Die bestehende Schwergewichtsmauer wurde in ihrer Höhe angepasst und von
einer neuen Kaimauer fortgesetzt, die ein Herantreten ans
Wasser erlaubt. Um die vorhandenen Bäume zu schützen,
wurde die Höhenlage der Grünflächen beibehalten und
von Stahlbändern gefasst. Zum Abschluss der Baumaßnahmen wurde ein neuer Baum, eine Hopfenbuche, gepflanzt.
Schutzbau
Das kultische Bad der jüdischen Gemeinde befand sich
ursprünglich vermutlich unscheinbar eingefügt in die mittelalterlich dichte Stadtbebauung nahe der Krämerbrücke
am Breitstrom der Gera.
Da eine Rekonstruktion der Mikwe wegen nicht vorhandener Unterlagen und Befunde ausschied, wurden die baulichen Überreste gesichert und zur Präsentation aufgewertet. So wie sich zur Zeit der Errichtung und Nutzung
der Mikwe das alltägliche Stadtleben in ihrem Umfeld abspielte, soll auch heute die bauliche Fassung, nahezu versteckt im Areal der Freifläche am Kreuzsand, ihren eigenen
intimen Bereich bekommen und durch wenige nach außen
hin sichtbare Zeichen auf einen Ort jüdischer Kultur verweisen. Eine bronzefarbene Hülle schützt und konserviert
die archäologischen Funde und schafft im Inneren die ursprüngliche Atmosphäre des intimen, introvertierten Raumes der Mikwe. Dieses wird durch eine sparsame Tageslichtführung im Innenraum unterstützt und gestärkt. Die
innere Hülle kehrt sich an zwei Stellen nach außen als zum
Zeichen ausgestaltete Elemente (Stele und Eingangsbereich), die auf die Existenz der Mikwe aufmerksam und
neugierig machen sollen. Neben der Hinweisfunktion erlauben sie auch den ausschnitthaften Einblick in die
Mikwe, ohne dem Innenraum die Intimität zu nehmen.
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Jurybeurteilung
Die Sicherung und Präsentation der Baureste der mittelalterlichen Mikwe hinter der Krämerbrücke in Erfurt setzt
einzigartig behutsame städtebauliche, architektonische
und landschaftsarchitektonische Akzente im Herzen der
Landeshauptstadt. Die wertvollen archäologischen Funde
wurden wahrhaftig inszeniert zum Besichtigungsziel im
Kontext zu weiteren Zeugnissen des jüdischen Lebens in
Erfurt. Dies geschah mit wenigen, ausgesprochen sensibel gewählten Gestaltungselementen.
Die historisch eher introvertierte Nutzung einer Mikwe
steht heute markant und gleichzeitig zurückhaltend mit
zwei Signets im öffentlichen Raum.
Charmant verweist einerseits der bronzefarbene Eingangsbereich am Gera-Ufer auf die dahinterliegenden,
unterirdischen baulichen Reste der Mikwe. Dieses Farbmotiv übernimmt im Innenraum konsequent die Besucherlenkung zum eigentlichen Ort des Bade-Rituals,
dessen Überreste langfristig gesichert wurden.
Andererseits steht auf dem oberen Geländeniveau selbstbewusst eine bronzefarbene Stehle, die jedermann ausschnitthaft einen Einblick in den unterirdischen, intimen
Raum gewährt und gleichwohl gekonnt wie auch sparsam
eine Tageslichtführung im Innenraum inszeniert.
Der Umgang und die „In-Wert-Setzung“ der historischen
Bausubstanz in einer bestehenden Freianlage mit erhaltenem Altbaumbestand besticht durch die Klarheit und
Zurückhaltung der barrierefreien Gesamtlösung insbesondere im Kontext zu der lebhaften Krämerbrückenarchitektur bis ins Detail. Hervorzuheben ist die sehr
eindrucksvolle, abendliche Lichtinszenierung.
Das Gesamtwerk hebt eine kulturelle Perle der Erfurter
Stadtgeschichte aus der Versunkenheit, vermittelt museale Inhalte im öffentlichen Raum des Alltages und überzeugt gleichzeitig durch attraktive Aufenthaltsräume im
stadtökologisch wertvollen Grünzug der Gera-Aue mit der
Möglichkeit des unmittelbaren Erlebnisses „Wasser“.
Sicherung und Präsentation der
baulichen Reste der Mittelalterlichen
Mikwe / Freiflächengestaltung, Erfurt
Entwurfsverfasser:
gildehaus.reich architekten BDA
Scherfgasse 1, 99423 Weimar
Bauherr:
Landeshauptstadt Erfurt
Stadtverwaltung Herr Siegl
Fischmarkt, 99084 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2011
13
Anerkennung
Kurzbeschreibung
Das Team um k.u.g.-Architekten baute ein altes Fabrikgebäude, das abgerissen werden sollte, zum neuen Wahrzeichen Saalfelds um und schuf dort gleichzeitig Wohnraum
und Begegnungsstätten für das Wohnen im Alter.
Das letzte noch stehende Gebäude des ehemaligen Verpackungsmittelwerks in Saalfeld ist das denkmalgeschützte Produktionsgebäude, damals auf ungeliebtem
Brachland mitten in der Stadt stehend, welches 2008
ebenfalls abgerissen werden sollte. Bauherr, Stadt und Bürger standen hinter dem mutigen Projekt, das markante
und identitätsstiftende Gebäude als ein Zeitzeugnis sowie
dessen Geschichte zu erhalten und darüber hinaus mit
einer neuen Nutzung als Wohnraum und Begegnungsstätte für das Wohnen im Alter zu belegen. Im Vorfeld der
Planung erfolgte eine Machbarkeitsstudie und ein umfassender Bürgerbeteiligungsprozess in Form von Vorträgen,
Befragungen, Informationsveranstaltungen uvm.
Das Gebäudekonzept umfasst 3 Hauptnutzungen:
Eine Tagespflege im EG, die Wohnnutzung im 2.–4. OG
mit privaten Außenräumen und ein Café mit Gemeinschaftsflächen im 5. OG. Mit einer eingestellten „Wohnbox“ wird einerseits ein Niedrigenergiestandard mit
energetischen Pufferzonen nach Nord und Süd – um die
denkmalgeschützte Fassade von außenliegenden Wärmedämmmaßnahmen weitgehend frei zu halten – und gleich-
zeitig soziales Wohnen ermöglicht. Soziales Wohnen heißt
für die Architekten in erster Linie Kommunikation fördern
und dadurch Hilfeleistung und Unterstützung ermöglichen. Neben den üblichen Kommunikationsräumen ist
hier der Fokus auf den nachbarschaftlichen Austausch gelegt: die nach Süden situierten Loggien können von 2 oder
mehr Wohnungen zusammen geschaltet werden – als großer gemeinsamer Außenraum.
Im Juli 2011 sind Mieter eingezogen, darunter auch ehemalige Mitarbeiterinnen der Fabrik, sie erinnern sich gerne
an das Arbeitsleben und sind noch eng mit dem Werk verbunden. Eine ältere Dame hat z.B. genau die Wohnung gewählt, die sich an der Stelle befindet, an welcher sie über
30 Jahre gearbeitet hat. Die Mieter fühlen sich im barrierefreien, geförderten Wohnungsbauprojekt „wie im
Schloss“.
Das Projekt wurde aus einem Entwurf während der Lehrtätigkeit von Frau Kodisch an der Fakultät Architektur der
Bauhaus-Universität Weimar und der Professur Entwerfen
und Wohnungsbau, Prof. Mag. Arch. Stamm-Teske, initiiert. Ziel der Lehrtätigkeit war es, den Studenten einen
ganzheitlichen Blick zum Thema zu vermitteln. Aus diesem Grund bildeten die Architekten zusammen mit Sozialwissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena
interdisziplinäre „Expertenteams“ und untersuchten die
Stadt im Hinblick auf neue Lebensformen in Zeiten des
demografischen Wandels.
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Jurybeurteilung
Das Projekt „Service Wohnen in der Grünen Mitte“ ist Bestandteil einer erfolgreichen Revitalisierungsmaßnahme
einer innerstädtischen Gewerbebrache im Rahmen der
Thüringer Projektinitiative „Genial Zentral“.
Das Konzept einer „Grünen Mitte“ als zentralem Platzraum eines neuen Stadtquartiers auf dem Gelände des
ehemaligen Verpackungsmittelwerkes basiert auf dem
Ergebnis eines städtebaulichen und architektonischen
Ideen- und Realisierungswettbewerbs aus dem Jahr 2006.
Neben der Einordnung der Dreifeldhalle und des Nahversorgers an der Ost- bzw. Westseite des Platzes, war die
Erhaltung und Umnutzung des ehemaligen Fabrikgebäudes an dessen Nordseite wesentlicher Entwurfsbestandteil des mit dem 1. Preis gewürdigten Wettbewerbsbeitrags.1) Das ehemalige Fabrikgebäude stand zu diesem
Zeitpunkt zur Disposition.
Seine Erhaltung und Umnutzung stellt nicht nur aus baukultureller und historischer Sicht einen Glücksfall dar,
sondern bedeutet die Bewahrung eines nicht unwesentlichen Bestandteils lokaler Identität. Glücksfall auch insofern, als dass nicht nur die Gebäudehülle des sog. „Hochhauses“ in authentischer Art und Weise erhalten wurde,
sondern dass mit dem Café im Staffelgeschoss und den
Terrassen über den Dächern Saalfelds ein optimales Maß
an Öffentlichkeit für diesen besonderen Ort hergestellt
werden konnte.
Die innovative Grundrisslösung der Wohngeschosse mit
der eingestellten „Wohnbox“ ermöglicht nicht nur ein
hohes Maß an Energieeffizienz ohne Beeinträchtigung
der denkmalgeschützten Fassade, sondern erlaubt auch
ein selbstbestimmt erweiterbares Maß an nachbarschaftlichem Austausch über die Loggien. In Kombination mit
den Service- und Tagespflegemöglichkeiten im Erdgeschoss ist hier ein qualitätsvolles Angebot für das Wohnen im Alter entstanden, das seine Entsprechung in
vielen kleineren Städten in Thüringen sucht.
Foyer, Treppenhaus und Flure sind großzügig geschnitten, lichtdurchflutet und in Verbindung mit Aufzügen barrierefrei ausgebildet. Ihre schlichte, wohltuend zurückhaltende Gestaltung folgt der Grundstruktur und dem
Charakter des ehemaligen Produktionsgebäudes. Das
Objekt zeichnet sich insgesamt durch angemessene Materialität und Textur sowie sehr gute Detaillierung aus.
Darüber hinaus steht es durch die gelungene Verknüpfung ökonomischer, ökologischer, sozialer und kultureller
Aspekte beispielhaft für nachhaltiges Bauen im Bestand.
1) Entwurfsverfasser des Wettbewerbsbeitrags:
Stadtplaner: Petra Wiedemann, Kraftsdorf – Gera / Architekt: Osterwold-Schmidt
EXP!ANDER Architekten BDA, Weimar Garten- und Landschaftsarchitekt: Plandrei
Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt
Service-Wohnen
in der Grünen Mitte in Saalfeld
Entwurfsverfasser:
k.u.g.-Architekten
Kodisch Ullrich Gasmann, München
Breiteranger 15, 81541 München
Bauherr:
AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V., Saalfeld
Rainweg 91, 07318 Saalfeld
Ort:
Saalfeld
Fertigstellung:
2011
15
Engere Wahl
Kurzbeschreibung
Das Konzept für den Zentralen Omnibusbahnhof wurde 2004 in einem beschränkten Wettbewerb mit dem ersten
Preis ausgezeichnet. Der Entwurf wurde geringfügig verändert. Erst im Juli
2009 wurde mit der Realisierung begonnen, die im November 2010 abgeschlossen wurde. Das Verkehrskonzept
mit neun Bushaltepunkten war bereits
eine Vorgabe des Wettbewerbes.
Der neue Busbahnhof liegt am südlichen Innenstadtrand von Jena und
ist Bestandteil des verkehrlich bedeutendsten Knotenpunktes der Stadt. Die
Umgebung zeichnet sich durch ein
hohes Maß an Inhomogenität aus.
Eine eigenständige Formensprache soll
den Ort nicht durch Masse sondern
durch Form definieren und ihm einen
hohen Wiedererkennungswert geben.
Charakteristisch ist das unregelmäßige Zickzack, mit dem sich das Dach
über die Haltepunkte schlängelt. Stützen in Form von Buchstaben geben
der städtebaulichen Kante mehr Volumen und transportieren die Funktion
des Gebäudes für die Besucher der
Stadt schnell und plakativ. Die bewusst technoid-metallischen Oberflächen unterstreichen die Sonderfunktion der baulichen Anlage im Kontext.
Die gewählte Form der Überdachung
ist in Abwägung von Städtebau und
Funktionalität eine wirtschaftliche Lösung. Dabei ist es Dank des komplett
durchlaufenden Daches auch bei
Regen möglich, jeden Bushaltepunkt
trockenen Fußes zu erreichen.
Die einzelnen Funktionen werden in
zwei Gebäuden untergebracht, die
sich in ihrer Form an den Bahnsteigen
und den Fußgängerströmen orientieren, und von denen garantiert beste
Sicht auf die ankommenden und abfahrenden Busse gewährleistet ist.
An der Nordseite bieten Windschutzwände aus Sichtbeton geschützte
Wartezonen. Sie sind mit Glasdach
und Sitzbänken ausgestattet. Hier
sind auch die überdachten Fahrradstellplätze integriert.
Als zusätzliches, raumbildendes Element begrenzen an den wichtigen
Raumkanten Heckenstreifen den
Raum und kaschieren die angrenzenden Parkplätze.
Das Lichtkonzept gewährleistet ein
Höchstmaß an nächtlicher Sicherheit.
Direktes Licht definiert einzelne
Punkte, diffuses Licht sorgt für eine
helle Grundstimmung.
Die Unterkonstruktion für die Hülle
bilden Stahlschwerter, die außen mit
Randträgern aus Rundrohren und
innen mit einem IPE-Träger verschweißt sind. Das Dach ist über die
gesamte Länge punktförmig auf insgesamt 22 Stahlrohr- sowie drei buchstabenförmigen Stahlbetonstützen
aufgelagert. Die Stützen lagern auf
Punktfundamenten, die wiederum mit
Hilfe von Bohrpfählen die Lasten auf
tragfähigen Untergrund ableiten. Zum
Teil lagern das Dach und die Funktionsgebäude auf der 1,40 m starken
Bodenplatte eines Hochbunkers, der
aus Kostengründen nicht abgebrochen werden konnte.
Der ökologische Aspekt der gesamten
Anlage liegt weniger in der eingesetzten Technik, als in der Aufgabe. Durch
die einladende, zeitgemäße Formensprache trägt der Busbahnhof dazu
bei, den öffentlichen Personennahverkehr als Alternative zum Individualverkehr attraktiver zu machen.
Die Funktionsgebäude sind an das
städtische Fernwärmenetz angeschlossen. Bei diesem Projekt wurde
natürlich besonderer Wert auf Barrierefreiheit und ein schlüssiges Blindenleitsystem gelegt. Ein akustisches
Leitsystem wird innerhalb dieses Jahres nachgerüstet.
Neubau zentraler
Omnibusbahnhof Jena
Entwurfsverfasser:
dma
deckert mester architekten
Blumenstraße 7, 99092 Erfurt
Bauherr:
Stadt Jena
Löbstedter Straße 68, 07749 Jena
Ort:
Jena
Fertigstellung:
2010
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Engere Wahl
Kurzbeschreibung
Villa über Erfurt
Oberhalb der Stadt Erfurt, am Nordhang des „Steiger“ und am Waldrand
des Wohngebietes „Kiefernweg“ platziert sich die Villa mit ihren Aussichtsterrassen zur Stadtsilhouette.
Die „öffentlichen Wohnfunktionen“
wie Diele, Gast und Essen orientieren
sich am Blick über die Stadt , wobei
das „Essen“ einen rundum Blick in die
Weite sowie in ein Meer moderner Architektur genießt. Fließende Räume
orientieren sich an vorgelagerten Terrassen unterschiedlichen Couleurs.
Die privatere Funktion „Wohnen“ entwickelt sich der Natur zugewandt mit
Garten am Waldesrand.
Die ganz privaten Wohnfunktionen –
Schlafen und Kinderzimmer – befinden sich im nicht einsehbaren Top des
Gebäudes mit Traumterrasse zur Morgensonne und Abendsonne zugleich.
Technisch orientiert sich die Villa am
Hightech des Zeitgeistes, zu deren
Ausstattung eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehören.
Stadtvilla Haus C
Entwurfsverfasser:
Bauer Architektur
Gunta-Stötzl-Straße 11,
99425 Weimar
Bauherr:
Andrea & Jörg Vaje
Kiefernweg 21, 99096 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2011
17
Engere Wahl
Kurzbeschreibung
Das Goethe- und Schiller-Archiv in
Weimar ist das älteste und bedeutendste Literaturarchiv Deutschlands.
Wesentliche Teile des Bestandes wurden in die UNESCO-Liste ‚Memory of
the world‘ aufgenommen.
Diesem Anspruch gerecht werden
wollend hat die Klassik Stiftung Weimar ein Wettbewerbsverfahren (VOF)
durchgeführt, aus welchem die „arge
gs / archiv“ erfolgreich hervorging.
Die doppelte Aufgabe lautete: Sanierung und Erweiterung des Goetheund Schiller-Archivs.
Heute bestimmen Klima, Energie,
Baunutzungskosten und barrierefreie
Erschließung als planerische Schwergewichte das Bauen entscheidend mit
und die Denkmalpflege wacht über die
Einhaltung eines engen Rahmens zwischen bewahrender Pflege und verändernder Erhaltung.
Die entscheidende Frage war: Wohin
mit der Erweiterung, die alle Aufgaben
erfüllt, ohne das bestehende Ensemble aus „Petit Trianon an der Ilm“ und
nachbarocker Gartengestaltung zu
zerstören?
Kern des Entwurfskonzeptes ist das
Bild einer „Schublade im Sockel der
alten Kommode“.
-
Das Haus bleibt die repräsentative
„Kommode“, so wie sie Otto Minkert
(1845-1900) nach den Vorstellungen
von Großherzogin Sophie (1824-1897)
als „Schatztruhe“ für den Nachlass
von Goethe und Schiller errichtet hat.
-
-
-
Die „Schublade“, die den schwer nutzbaren Keller des Bestandsgebäudes
mit einbezieht und leicht in der Bewegung nach vorne geschoben wird, öffnet sich durch die Stützmauer an der
Ilm hin zur Stadt. Ihre Blende aus feinem Edelstahlgewebe soll vor Sonne
und Hitze schützen und Sicherheit für
die dahinterliegenden Archivräume
und Archivalien bieten.
Unter dem einstmals abschüssigen
Vorplatz werden die Anforderungen
Platzbedarf, Sicherheit und Klima
funktional integriert und gleichzeitig
wird hier mit und an der „Schublade
mit ihrer Blende“ über die Art und die
Qualität der architektonischen Mittel
entschieden.
Mit dem Abschluss der Bauaufgabe
von Sanierung und Erweiterung zeigt
sich vordergründig kein Prozess mehr
und dennoch bleibt er vielschichtig
ablesbar in dem was entstanden ist:
-
ein Haus für die Öffentlichkeit,
aber kein öffentliches Haus.
ein Haus für Leser, aber kein Lesehaus.
ein Haus für Forscher, aber kein
Forschungsgebäude.
ein Haus für Bücher und Schriften,
aber kein Büchertempel.
ein Haus für viele tausende Archivalien, aber kein Lagergebäude.
ein Haus mit Tresormagazin, aber
keine Festung.
ein Haus mit einer großen baulichen Erweiterung, aber kaum erkennbar.
In diesem Spannungsfeld will das
Goethe- und Schiller-Archiv erkannt
werden.
Grundsanierung und
Umbau Goethe- und
Schiller-Archiv Weimar
Entwurfsverfasser:
arge gs / archiv
Architekturbüro Dr. Lutz Krause
gildehaus.reich architekten BDA
Scherfgasse 1, 99423 Weimar
Bauherr:
Goethe- und Schiller-Archiv
Weimar
Hans-Wahl-Straße 4, 99425 Weimar
Ort:
Weimar
Fertigstellung:
2012
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Engere Wahl
Kurzbeschreibung
Die Liegenschaft am Löbdergraben
18/19 besteht aus einem Gebäudekomplex aus verschiedenen Häusern
unterschiedlicher Bauepochen, die
winklig zueinander errichtet wurden.
Die einzelnen Gebäude unterlagen
verschiedensten Nutzungen und wurden separat betrieben. Erst mit der
Übernahme durch die JenaWohnen
GmbH wurden Überlegungen angestrengt, alle Häuser gemeinsam zu
betreiben. Ausschlaggebend für das
Engagement der JenaWohnen GmbH
war die zentrale Lage in der Stadt,
aber auch das vorhandene Potential
der Liegenschaft. Eine zentrale Rolle
spielte hierbei das ehemalige
Schlachthaus mit seiner repräsentativen Klinkerfassade. Die ehemalige
Schlachthalle im Erdgeschoss wurde
durch verschiedenste Nachnutzungen verbaut, die der ursprünglichen
industriellen Nutzung widersprachen
und in den letzten Jahren zum Leerstand führten.
Ziel der Umbaumaßnahme war die
Neustrukturierung der Liegenschaft
mit dem ehemaligen Schlachthaus
als zentralen Anlaufpunkt unter Einbeziehung aller Gebäudeteile und
momentan ungenutzter Leerstände.
Hierzu wurde das Erdgeschoss des
Schlachthauses vollständig entkernt
und die großformatigen Öffnungen
zum Löbdergraben, aber auch zum
Innenhof, unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder hergestellt. Der entstandene großzügige
Raum lässt die frühere industrielle
Nutzung wieder erahnen. Er dient
nun als Foyer mit Empfangszone, bietet aber auch Möglichkeiten, um als
Seminar- oder Veranstaltungsraum
genutzt zu werden.
Durch die Öffnung der Fassade zum
Innenhof wurde der rückwärtige Teil
der Liegenschaft aufgewertet. Die bestehenden Garagen und Nebengebäude wurden abgebrochen und der
bisherige Parkplatz verlagert. Die so
entstandene Freifläche wurde zu
einer einladenden, städtebaulichen
Platzsituation mit Verweilqualität entwickelt. Diese Platzsituation war auch
die Grundlage für die Durchführung
eines Realisierungswettbewerbes, bei
dem im Sinne der Stadtentwicklungsplanung die Außenanlagen der umgebenden Bebauung mit einbezogen
wurden. Der bereits teilumgesetzte
Entwurf orientiert sich am Entwurfsgedanken der Umbauarbeiten am
Schlachthausgebäude und stellt den
Bezug zum früheren Verlauf des
Mühlgrabens wieder her.
Mit der Durchführung der Baumaßnahme konnte für die JenaWohnen
GmbH ein zeitgemäßes, klar strukturiertes Büro- und Verwaltungsgebäude errichtet werden, welches in
seiner Ausstrahlungskraft impulsgebend für die Entwicklung des Stadtgebietes sein wird.
Umbau & Erweiterung
Verwaltungsgebäude
JenaWohnen GmbH
Entwurfsverfasser:
Junk & Reich Architekten BDA
Planungsgesellschaft mbH
Nordstraße 21, 99427 Weimar
Bauherr:
JenaWohnen GmbH
Stefan Wosche-Graf
Löbdergraben 19, 07743 Jena
Ort:
Jena
Fertigstellung: 2011
19
Engere Wahl
Kurzbeschreibung
Als wesentliches Exponat der Ausstellung „Techniker der Endlösung. Topf
& Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ wurde das Verwaltungsgebäude
der Firma, welche Verbrennungsöfen
für die Vernichtungslager der Nazis
konstruierte, saniert. Ein Zitat an der
Nordwestecke des Gebäudes, die
Grußformel „…stets gern für Sie beschäftigt…“, entnommen aus einem
Geschäftsbrief vom 2. Februar 1943 an
die Zentralbauleitung der Waffen-SS
und Polizei in Auschwitz, gibt einen
ersten Hinweis auf die Inhalte der
Ausstellung.
Spuren der Veränderungen werden als
Exponate etabliert. Innen wie außen
wurden nicht authentische Schichten
entfernt. Ein neuer Fußboden und in
die Wände geschnittene raumhohe
Öffnungen weisen den Besuchern
einen eigenen Weg. Im nunmehr frei
gelegten authentischen Raum werden
Weg und Ausstellung als lesbar neu
eingebrachte Zeit-Schicht und als
dauerhafte Einrichtung verortet.
Die transparente Farbgebung der freigelegten Wände sucht die Verwandtschaft mit den ausgestellten Dokumenten. Durch das gefilterte Tageslicht entsteht eine kontemplative
Stimmung, die es dem Besucher ermöglicht, sich unabgelenkt auf den
Ort des damaligen Geschehens und
die Ausstellung einlassen zu können.
Der Blick des maßgeblichen Konstrukteurs der Öfen für Auschwitz auf die
nahe gelegenen Bahngleise in Richtung Buchenwald wird ermöglicht, um
Zusammenhänge und räumliche
Dimensionen des Geschehens aufzudecken. Die Ausblicke von den ehemaligen Zeichensälen und Arbeitsräumen auf die Umgebung werden durch
transluzente Beschichtungen der
Fensterscheiben verwehrt.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude
der Firma J.A. Topf & Söhne wirkt
nach dem Abriss der es ehemals umgebenden Werkhallen heute als Solitär
und wurde behutsam und unter Beratung und Aufsicht der Städtischen
Denkmalpflege saniert. Authentisches
ist unverdeckt und nackt erhalten. So
werden Zeit und Geschichte, die die
Bauteile tragen, für Besucher sichtund lesbar.
Erinnerungsort J.A. Topf
& Söhne Erfurt
Entwurfsverfasser:
Kastner Pichler Architekten
mit Prof. Gerd Fleischmann
Zugasse 23, 50678 Köln
Bauherr:
Landeshauptstadt Erfurt
Dr. Annegret Schüle
Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Das Kinderhaus wurde einst als DDRTypenbau errichtet. Die Stadt Nordhausen verfolgte mit der Sanierung
des Gebäudes im Rahmen einer Stadtumbau-Ost-Förderung ein "innovatives und integratives Kinderhaus" für
den Stadtteil Ost zu schaffen.
Das Haus erhielt ein neues Profil: für
eine vernetzte Erziehungs- und Bildungsarbeit stehen jetzt unterschiedliche Nutzungen zur Verfügung.
Untergebracht sind eine Kinderkrippe,
ein Kindergarten, ein Eltern-Kind-Treff,
eine schulvorbereitende Einrichtung,
eine Jugendbetreuung, eine sozialdiakonische Beratungsstelle mit Andachtsraum sowie ein Speisesaal, der
gleichzeitig als multifunktionaler
Mehrzwecksaal für Stadtteilveranstaltungen genutzt werden kann.
Die Herausforderung, alle Einrichtungen in das Haus zu integrieren, wurde
mittels Umbau-, Erweiterungs- und
Neubaumaßnahmen erreicht. Die Anforderungen hinsichtlich flexibler
Raumaufteilungen, Akustik, Licht- und
Energieeinsparung wurden auf den
neuesten Stand gebracht.
Zusammen mit diesen vielseitigen
Angebotsfunktionen und der Außenanlagengestaltung, die sich bis in den
öffentlichen Straßenbereich hinein
zieht, ist ein barrierefreier Verknüpfungstreffpunkt im sozialen Sinne für
alle Stadtteilbewohner entstanden.
Auf dem Dach des Kinderhauses-Ost
installierte die Energieversorgung
Nordhausen eine Fotovoltaikanlage.
288 Module sorgen für eine Nennleistung von 55 kW.
Die Anlage kann einen Jahres-Energieverbrauch von rund 13 Einfamilienhäusern abdecken, wodurch ca. 33 Tonnen
CO2 vermieden werden können.
Innovatives Kinderhaus
Nordhausen-Ost
Entwurfsverfasser:
ORTSBILD
Architektur- und Ingenieurbüro
Probst-Schmidt-Klima
Altendorf 43, 99734 Nordhausen
Bauherr:
Stadt Nordhausen
Markt 1, 99734 Nordhausen
Ort:
Nordhausen
Fertigstellung:
2012
21
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Die Stadt Jena, vertreten durch Kommunale Immobilien Jena, plante, das
Gelände des Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrums Jena-Göschwitz
zu einem modernen Schulzentrum
umzubauen.
Im Zuge dieser Maßnahme wurden
zwei Gebäude umgebaut und modernisiert und eine Dreifeldsporthalle neu
errichtet. Leitmotiv der städtebaulichen Konzeption war das Bild eines
von Gebäuden gefassten Campus, eingebettet in die Göschwitzer Saaleauen.
Vor dem Umbau stellte die Gesamtanlage keine befriedigende Situation dar.
Die Gebäude der DDR-Typenschulreihe standen städtebaulich in unzureichender Beziehung zueinander. Die
Freianlagen des Komplexes erschöpften sich auf Verbindungswege und
boten wenig Aufenthaltsqualität. Teil
der Anlage war auch eine stark sanierungsbedürftige Turnhalle, welche
den Anforderungen der Berufsschule
räumlich nicht mehr gerecht wurde.
Sie und das Haus 3 werden zu einem
späteren Zeitpunkt abgebrochen.
Im Zuge der Neuplanung wurden die
bestehenden Häuser 1 und 2 durch
entsprechende Abbruch- bzw. Neubaumaßnahmen umgebaut. Als Mit-
telpunkt und verbindendes Element
der Anlage entstand der neue Campusplatz, um den sich die Häuser 1, 2,
4 und die neue Sporthalle gruppieren.
Alle Haupteingänge dieser Gebäude
orientieren sich zum Campus hin.
Somit wurde ein attraktiver Aufenthaltsbereich für Lehrer und Schüler
geschaffen.
Alle Gebäude erhielten ein Wärmedämmverbundsystem mit einer farbigen Putzoberfläche. Besondere Bereiche sowie die Fensterbänder am
Haus 2 wurden mit einer farblich abgesetzten Plattenfassade versehen.
Um ein barrierefreies Erreichen aller
Geschosse zu ermöglichen, wurde in
beiden Schulgebäuden je ein neues
Treppenhaus mit Aufzug eingebaut
und alle Durchgänge sind schwellenlos gestaltet.
Das Schulzentrum Jena-Göschwitz ist
zu einer Institution in der Wissenschafts- und Industrieregion Jena geworden. Zurzeit werden 1.750 Facharbeiter für 40 Berufe in 6 Berufsfeldern ausgebildet, unterrichtet von 125
Berufsschullehrern.
Aus der Dreifeldsporthalle konnte aufgrund verschiedenster Maßnahmen
eine Null-Energie-Sporthalle werden.
Hierzu wurden Anlagen wie Solewasser-, Erdwärme-, Solar- und raumlufttechnische Anlagen mit Wärmerückgewinnung verwendet. Auf dem gesamten Hallendach wurde eine Fotovoltaikanlage montiert.
Damit kann der gesamte Energiebedarf der Halle gedeckt werden, einschließlich warmes Duschwasser und
Belüftung. Überschüssige Energie
kann in das allgemeine Stromnetz
und Wärmeüberschüsse können in
das benachbarte Schulgebäude eingespeist werden.
Erweiterung Staatl. Berufsbildendes Schulzentrum
Jena-Göschwitz
Entwurfsverfasser:
nitschke + kollegen
architekten gmbh
Belvederer Allee 8, 99425 Weimar
Bauherr:
Kommunale Immobilien Jena
Paradiesstraße 6, 07743 Jena
Ort:
Jena
Fertigstellung: 2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Das Gartenhaus des Waldorfkindergartens in Weimar wurde für die
Ganztagsbetreuung von 20 Kindern
im Alter von 1-3 Jahren konzipiert.
Modellhaft ist das Projekt im Zusammenspiel von Architektur und Nutzungskonzept, wobei die Reduzierung auf das Wesentliche im Vordergrund steht. In der Architektur
kommt dies zum Ausdruck durch die
schlichte und natürliche Ästhetik von
Licht, Raum und Material im engen
Bezug zur Natur. Sie gibt den Rahmen für eine Nutzung, bei der alltägliche Arbeiten, wie Kochen und
Backen, das freie Spiel und die Geborgenheit in familienähnlicher Struktur
zentrale Aspekte sind.
Von den Baustoffen bis hin zum Spielzeug sind alle Materialien weitgehend
naturbelassen und ökologisch hochwertig. Nicht zuletzt die Verwendung
von hellen, erdigen Farbtönen im Innenraum spiegelt die Zurückhaltung
wider, mit der bei der Gestaltung vorgegangen wurde.
Das Kind mit seiner Kraft und Lebendigkeit soll im Mittelpunkt stehen.
Der umgebende Raum gibt ihm
Schutz und Ruhe. Die Formen sind
weich und harmonisch, die Farben
warm. Das natürliche Licht von allen
Seiten prägt den Tag. Das künstliche
Licht ist Hilfsmittel. Bei all dem ist
der Außenraum als Erweiterung des
Innenraumes gedacht und wird durch
große Fenster und Fenstertüren nutzbar gemacht.
Materialästhetik und Schönheit in der
Formgebung wirken unbewusst
schon im frühen Alter geschmacksbildend und können direkt durch die
Umgebung vermittelt werden. Das ist
pädagogische Aufgabe und war wichtiger Gestaltungsgrundsatz. Sämtliche Details von Möbeln bis zum
Türgriff wurden nach Architektenzeichnung gefertigt. Neben diesen
ästhetischen Anforderungen, stellte
sich immer die Frage nach der Benutzbarkeit durch die Kinder und der
Wirkung auf sie. So wurden z.B. im
Hinblick auf die motorische Entwicklung einfache drehbare Wasserhähne
eingebaut.
Eine besondere Herausforderung für
die Architekten war die unmittelbare
Nachbarschaft zum Haupthaus des
Kindergartens, der Henneberg-Villa.
Diese wurde 1913/1914 von Henry van
de Velde erbaut und ist seit 1990 im
Besitz des Waldorfkindergartens Weimar. Die Villa mit ihrem Garten ist
bauhistorisch von großer Bedeutung
und hat den Status des Einzeldenkmals.
Eine Architektursprache zu finden,
die im Kontext zu van de Velde möglich ist und gleichzeitig die anthroposophischen Ideen zur Formgebung
umzusetzen ist dank der glücklichen
Konstellation von Bauherren, Planern
und Behörden innerhalb einer kreativen, zielorientierten Zusammenarbeit
in kurzer Planungs- und Bauzeit gelungen.
Neubau Gartenhaus für
den Waldorfkindergarten
Weimar
Entwurfsverfasser:
Pia Becker I Architektin
Wallendorfer Str. 1, 99423 Weimar
Bauherr:
Waldorfkindergarten Weimar e.V.
Gutenbergstraße 1a, 99423 Weimar
Ort:
Weimar
Fertigstellung: 2011
23
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Die Landesmusikakademie benötigte
infolge steigender Auslastung ein
Gästehaus mit Anbindung an den
Akademiecampus auf dem Schlossareal. Als Bauplatz wurde das Grundstück Lohberg 11 mit seiner unter
Denkmalschutz stehenden Bausubstanz gewählt.
Entwurfsschwerpunkt war die Aufnahme der bestehenden Hofsituation,
die von drei Gebäuden geprägt wird.
Deren Anordnung ermöglicht die einladende Öffnung des Hofes zum Straßenraum. Im Vordergrund steht der
denkmalgerecht sanierte Altbau.
Städtebaulich zurückhaltend – da nah
am Schloss und Schlosspark – und
trotzdem mit Signalwirkung zeigt sich
der prägnante Baukörper des Cafés.
Über den Hof gelangt man zwischen
Neu und Alt zum Gästehaus. Dieses
tritt in den Hintergrund und kann bedingt durch den tiefer liegenden Hofbereich geschickt eine größere Baumasse aufnehmen. Der Hof bildet den
zentralen Bereich der Anlage. Hier befinden sich Eingänge, Foyer, Speiseraum, Café und Verwaltung.
Alle Bereiche sind barrierefrei erschlossen. Über den Aufzug erreichbar befinden sich auf den Etagen die
Gästezimmer, davon eins für Rollstuhlfahrer.
Das neue Gebäudeensemble ist gut
erkennbar von der nahegelegenen Innenstadt, aber nicht konkurrierend zur
historischen Umgebung. Ziel war es,
Alt und Neu zu vereinen, realisiert
durch geschützten Hofbereich, gebildet durch Neubau, denkmalgeschütztem Gebäude und historischer Bruchsteinmauer. Ursprüngliche Materialien wurden bei der Hofgestaltung in
neuem Zusammenhang wieder eingesetzt. Es verbindet sich auch hier Altes
und Neues. Die Neubebauung wird
geprägt durch klassische, klare Fassadensprache mit modernen Elementen, wie Schiebeläden, Fassadenelementen und Glasfassaden.
Das Metronom als Sinnbild für die
Bewegung in der Musik wurde übertragen auf die Bewegung im Haus und
dient als Wegweiser. Das Metronompendel definiert die unterschiedlichen
Geschosse. Tempi- und Gestaltungsbegriffe aus der Musik geben den
Zimmern statt Nummern die Namen.
Die musikalischen Begrifflichkeiten erfahren über Bildwände ihre visuelle
Umsetzung in den Zimmern. Die
Zimmer sind in ihrer Größe minimiert. Die Einrichtung zeigt ein Maximum von Raumnutzung. Der Schrank
zwischen den Betten schafft eine Privatsphäre. Zudem gelingt es, trotz der
geringen Größe, eine Sitzecke im Zimmer unterzubringen. Von hier aus geniest man die schöne Aussicht auf die
Umgebung.
Mit Einbau von Brennwerttechnik,
BHKW, RLT mit Wärmerückgewinnung, außenliegendem Sonnenschutz
und Gebäudemanagement mit EIB
wird die 2009 gültige EnEV unterschritten.
Neubau Gästehaus
Landesmusikakademie
Sondershausen
Entwurfsverfasser:
AIG mbH Sondershausen
Zum Östertal 10
99706 Sondershausen
Bauherr:
Wippertal WBG mbH
Planplatz 9, 99706 Sondershausen
Ort:
Sondershausen
Fertigstellung:
2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Der Petersberg in Nordhausen wird
am 3. und 4. April 1945 durch Bomben zerstört. Die gotische Hallenkirche der St.-Petri-Kirche liegt in Schutt
und Asche, tausende Bürger sterben
in dem einst bebauten Stadtteil. Auch
das zur Keimzelle Nordhausens gehörende Frauenbergkloster wird nahezu ausradiert. In den 50er und 60er
Jahren entsteht um den wieder aufgebauten Petrikirchturm ein Schulstandort. Aufgrund fehlender stadtökonomischer Impulse entwickelt
sich am Petersberg eine Stadtbrache,
umgeben von zum Teil unbewohnten
Plattenbauten.
Petersberges bildet ein Stadtplatz, der
aus den angrenzenden Quartieren erschlossen wird und als Schulhof und
Veranstaltungsplatz dient. Schulgärten, Spielplatz und Hochseilgarten ergänzen das Schulumfeld. Die zerstörten Mauern des Petersberges
werden mit Kalksteingabionen nachgebildet und terrassieren den Südhang mit bis zu 4,5 m hohen Wänden, um die Höhenunterschiede von
bis zu 15 m rollstuhl- und kinderwagenfreundlich zu erschließen.
Mit der Entscheidung, Petersberg
und Frauenberg als Kernflächen für
die 2. Thüringer Landesgartenschau
2004 auszuwählen, beginnt 1999 die
Zukunft des Areals.
Objektbezogene Einheit
Das Kirchenschiff der St.-Petri-Kirche
wird mit einem Fontänenfeld aus
Muschelkalk nachgezeichnet, Fragmente der Stadtvormauer werden
z.B. bei der „Grünen Treppe“ als Wangen verwendet und durch Betonmauern ergänzt. Der Außenraum um das
ehemalige Frauenbergkloster erhält
Materialien aus Glas und Stahl.
Historische Spuren zu sichern und
zeitgemäß mit modernen Materialien
zu ergänzen ist das Leitmotiv für den
Petersberggarten. Das Zentrum des
Nachhaltigkeit
Der Petersberg ist acht Jahre nach
Ende der Landesgartenschau ein le-
bendiger generationsübergreifend genutzter Lern- und Spielort mit vielen
Veranstaltungen, wie bspw. Saisoneröffnung zu Ostern, Konzerte, Sommerkino und Lichterfest im September, die jedes Jahr hunderte von Besuchern aus Stadt und Region in den
Petersberggarten locken.
Die angrenzenden anspruchsvoll sanierten Plattenbauten weisen jetzt
aufgrund des attraktiven Wohnumfeldes und der zentralen Lage in der Gesamtstadt keine Leerstände auf.
Wirtschaftlichkeit –
Nutzerzufriedenheit
Der Petersberggarten mit einer Gesamtfläche von ca. 8 ha bietet Raum
für vielfältige öffentliche Nutzungen
aller Altersgruppen. Die Durchführung der Landesgartenschau auf dieser zentralen Stadtfläche hat vielfältige Impulse für eine positive Stadtentwicklung mit sich gebracht und
damit für Nordhausen neue Identität
gestiftet.
Petersberggarten
Nordhausen
Entwurfsverfasser:
PAB Architekten
Bahnhofstraße 41-44, 99084 Erfurt
Bauherr:
Stadt Nordhausen
Markt 1, 99734 Nordhausen
Ort:
Nordhausen
Fertigstellung:
2004
25
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Der Neubau des Institutsgebäudes für
Anorganische und Analytische Chemie an der Humboldtstraße in Jena
führt verschiedene, ehemals verteilte,
Institute der Friedrich-Schiller-Universität in einem Ensemble zusammen.
Er ersetzt Bestandsgebäude und erweitert die Institutsflächen. Der Neubau ordnet den Standort mit verschiedenen Institutsgebäuden hinsichtlich stadträumlicher Qualität,
Funktion, Nutzung und Erschließung.
Der Komplex besteht aus zwei Baukörpern, die in ihrer Gesamtform als Mäander erscheinen. Im viergeschossigen Hauptbaukörper sind hochinstallierte Labore zweibündig angeordnet. Mit seinen Hauptansichten
orientiert sich das Gebäude parallel
zur Humboldtstraße. Der angeschlossene dreigeschossige Baukörper in
Form eines Winkels nimmt die Erschließung, die Seminarräume und
die Büros auf und ist zur Straße Am
Steiger gerichtet. Der Hauptbaukörper
steht auf einer Sockelplatte, die sich
aus dem abschüssigen Straßenverlauf
entlang der Humboldtstraße heraus
entwickelt und die neue Haupteingangsebene bildet. Der dreigeschossige Winkel schließt sich an das
Hauptvolumen an und umspielt den
Döbereiner Hörsaal im Norden.
Der Gebäudekomplex nimmt Baufluchten der Nachbarbebauung auf
und bildet mit den nahe gelegenen
Institutsgebäuden neue öffentliche
Räume. Zum Steiger erscheint das
Institutsgebäude wegen eines Höhensprungs als zweigeschossig. Dadurch
wird eine angemessene Geschossigkeit gegenüber dem Döbereiner Hörsaal und zum Grünraum Am Steiger
erreicht.
Im Erdgeschoss des Hauptbaukörpers befinden sich auf der Südseite
Praktikumslabore. Gegenüber den Laborräumen sind ein Vorbereitungsraum und Werkstätten untergebracht.
Die Regelgeschosse weisen eine identische Raumstruktur auf und sind
durch die Anordnung von präparativen Laborräumen und Schreibräumen
auf der Südseite sowie Funktionslaboren und Nebenräumen auf der Nordseite gekennzeichnet. Jeweils zwei
präparative Labore erhielten einen
Schreibraum, der zwischen beiden Laboren angeordnet ist. Die Laborgeschosse sind über das Foyer mit den
Büroräumen der Lehrenden im Nordflügel verbunden. In der Gebäudemitte sind die Seminarräume und der
Hörsaal positioniert. Sämtliche haustechnische Anlagen, Elektroräume,
Sanitärräume und Neutralisation,
Umkleideräume und übergreifend genutzte Messlaboratorien befinden
sich im Untergeschoss.
Institut für Anorganische
und Analytische Chemie
der Friedrich-SchillerUniversität Jena
Entwurfsverfasser:
pbr Planungsbüro Rohling AG
Rathenaustraße 11, 07745 Jena
Bauherr:
Freistaat Thüringen | TLBV
Abteilung Hochbau 6
Außenstelle Jena
Ort:
Jena
Fertigstellung:
2010
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Der von der Stadt Saalfeld 2008 ausgelobte Wettbewerb zum Neubau
einer Grundschule sollte angrenzend
an das Stadtentwicklungsgebiet
„Grüne Mitte“ ein komplexes städtisches Bildungsareal schaffen.
Die Analyse der infrastrukturellen und
städtebaulichen Gegebenheiten dokumentierte die vorhandenen Missstände in Form der direkt an der
Durchgangsstraße stehenden Typenschule, des zur umliegenden Bebauung zu hoch eingeordneten 5-geschossigen Wohnhauses sowie die
Brachfläche eines ehemaligen Sportplatzes hinter einem Garagenkomplex.
Durch den Entwurf, der auch den
Rückbau des Wohnblocks beinhaltete,
konnte ein großzügiger, städtebaulich
wirksamer, begrünter Freiraum mit
Sitzelementen vor der neuen Grundschule geschaffen werden, der die notwendige Funktionalität integriert. Die
Herstellung einer separaten Busspur
und der benötigten Parkflächen entkoppelt den Schulstandort vom
Durchgangsverkehr.
Die komplexe Betrachtung der Standortbedingungen hat das planerische
Ziel, die Grundschule mit dem vorhandenen Gymnasium zu verbinden.
Nach dem Abbruch der alten Schule
wird unter Berücksichtigung der de-
mografischen Entwicklung eine Freisportanlage geschaffen, die von beiden Schulen genutzt werden kann.
Die Freisportanlage als Bindeglied
zwischen Gymnasium und Grundschule wertet den Standort im städtebaulichen Kontext als komplexes
städtisches Bildungsareal auf.
Der barrierefreie Entwurf der Grundschule symbolisiert in seinem Grundriss die Form eines Fragezeichens. Die
gewählte Kontur ist ein gestalterisches
Synonym für den an der Schule praktizierten didaktischen Ansatz des forschenden und fragend-entdeckenden
Lernens.
Die bewegten Baukonturen garantieren die erforderliche Originalität zum
Entdecken und Erleben und fördern
die Identifikation aller Beteiligten mit
„ihrer“ Schule.
Im Außenbereich wurden ein Spielund Lernpark sowie eine naturnah
modellierte Verkehrsschule geschaffen, um mit den Sport- und Bewegungsflächen die Entwicklung der
psychomotorischen Fähigkeiten im
Grundschulalter zu fördern.
Grundlage der ganzheitlichen Planung
ist das nachhaltige und innovative
Energiekonzept mit CO2-neutraler Biomasseheizung und PV-Elementen, die
als äußeres Image die energieeffiziente
Architektur des Schulbaus zeigen.
Als Novum wurde eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und naturaler Kühlung über geothermische Erdwärmekörbe eingebaut, die als Grenzwert
der CO2-Raumluftkonzentration 1000 ppm bei einem
maximalen Schalldruckpegel
von 28 dB garantiert.
NEUBAU 3-ZÜGIGE
OFFENE GANZTAGSSCHULE „MARCO POLO“
Entwurfsverfasser:
Brückner Ingenieure
Gerhart-Hauptmann-Straße 15
07318 Saalfeld
Bauherr:
Stadt Saalfeld
Markt 1, 07318 Saalfeld
Ort:
Saalfeld
Fertigstellung:
2012
27
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Das Bürogebäude der Universität
Erfurt (1965 als Studentenwohnheim
errichtet), wurde denkmalgerecht und
nachhaltig saniert. Das Hochhaus am
Campuseingang an der Nordhäuser
Straße hat eine starke stadträumliche
und gestalterische Bedeutung, der es
jetzt wieder mit seiner positiven und
modernen Ausstrahlung für die Universität gerecht wird.
Um den Anforderungen des Brandschutzes, den Aspekten des Denkmalschutzes eines bedeutenden Nachkriegsgebäudes und den Nutzeranforderungen an ein modernes Aushängeschild der Universität zu genügen,
wurde besonderer Wert auf einen umfangreichen Dialog mit den zuständigen Fachbehörden für Denkmalpflege,
Brandschutz und den Nutzern gelegt.
Wegen des fehlenden 2.Rettungsweges für die oberen Etagen wurde ein
Treppenhaus mit Feuerwehraufzug
notwendig.
Ziel war es weiterhin ein Beispiel
zu schaffen, dass die gestalterisch
vorbildliche Gebäudeintegration von
Fotovoltaik und gleichzeitig einen
rücksichtsvollen und respektvollen
Umgang mit dem historischen Gebäudebestand demonstriert.
Im Detail wurde darauf geachtet, dass
der Neubau sich der Gestaltung des
Bestandes anpasst und ihn neu interpretiert. Der mit einer hinterlüfteten
vorgehängten Glasfassade ausgeführte Anbau ist klar ablesbar, ohne
als Fremdkörper zu wirken.
In die Südfassade wurde eine 28 kWpFotovoltaik integriert. Die Gebäudehülle wurde mit 18 cm Wärmedämmung und durch neue Fenster mit
im Scheibenzwischenraum windgeschützter Sonnenschutzanlage nachhaltig und energiesparend verbessert.
Die Abmessungen von Laibungstiefen, der Fensterbänke, der Fensterteilungen und der Farbgebung wurden
beibehalten, um die Architektur des
Denkmals zu erhalten.
Der Primärenergiebedarf liegt jetzt
mehr als 40% unter den EnEV-Anforderungen. Der Heizwärmebedarf ist
um ca. 35% gesunken. Das entspricht
etwa 180.000 kWh Heizenergie/Jahr
und derzeit -17.500 € Heizkosten/Jahr.
Die PV-Anlage liefert den Strom von
ca. 6 Haushalten (~22.000 kWh/a),
verbessert die Energiebilanz des Gebäudes zusätzlich um mehr als
50.000 kWh/a und spart jährlich etwa
12 t CO2-Emission.
Der Ertrag aus der Stromproduktion
von mehr als 6.000 €/Jahr soll für
Stipendien genutzt werden.
Der neue repräsentative Senatssaal
mit modernster Medientechnik im
10. OG ist so flexibel gestaltet worden,
dass sich die Konferenzmöbel auch
durch eine Reihenbestuhlung für 70
Personen austauschen lassen und dieser dadurch zusätzlich als Mehrzweckraum nutzbar ist.
Der neue Aufzug im Anbau bietet jetzt
den barrierefreien Zugang aller 11 Geschosse.
Umbau und Sanierung
des Hochhauses
der Universität Erfurt
Entwurfsverfasser:
AIG Gotha GmbH
Architekten & Ingenieure
Gartenstraße 46-50, 99867 Gotha
Bauherr:
Freistaat Thüringen | TLBV
Abteilung Hochbau 5, 99091 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Das „wohnument“ ging aus einem
Wettbewerbsverfahren mit fünf Architekturbüros hervor. Ziel war der Umbau bzw. die Umnutzung eines bestehenden Gebäudes, des Bettenhauses
der ehemaligen Frauenklinik, zu einem
Wohnhaus mit hohem Lebenswert.
Der Planungs- und Bauprozess beinhaltete den Rückbau von drei Geschossen und die Neuerrichtung
eines Staffelgeschosses. Das ursprünglich unmaßstäbliche Gebäude
sollte nachträglich in den gewachsenen Bestand eingefügt und so das gesamte (Wohn-) Quartier aufgewertet
werden.
Errichtet wurden 30 barrierefreie Wohneinheiten mit 100 - 180 m² Wohnfläche
sowie drei neue Treppentürme inklusive Aufzügen.
Das Problem der für den Wohnungsbau ungünstigen Gebäudetiefen von
mehr als 18 Metern wurde mit innenliegenden Bädern, großen Wohn- und
Essbereichen und eingezogenen Loggien gelöst. Durch das offene Raumkonzept und den Verzicht auf Flure
konnte gleichzeitig die nutzbare
Wohnfläche vergrößert werden.
Mit Augenmerk auf dauerhaft geringe
Betriebskosten entstand eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle aus
nachwachsenden Rohstoffen in Holztafelbauweise.
Mit dem Einsatz von Erdwärme wurde
eine ressourcenschonende, ökologische und ökonomische Wärmeerzeugung gewählt. Jede Wohnung erhielt
zudem eine kontrollierte Lüftung mit
Wärmerückgewinnung.
Tragende Säulen des Energiekonzeptes sind zwei elektrisch angetriebene
Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Die
Beheizung bzw. Kühlung der Wohnungen ist durch Fußbodenflächen mit
Einzelraumregelung sichergestellt.
Der Energiepass des Gebäudes weist
die Erfüllung der KfW-40-Kriterien
aus.
Die Freifläche, der ehemalige Klinikinnenbereich, ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Vorhandene Nebengebäude, Verbinder und Treppenturm
wurden abgebrochen, Flächen entsiegelt und zu einem Park umgestaltet.
Der kleine Flusslauf Walkstrom ist
direkt zu erreichen und bildet die östliche Begrenzung des Quartiers.
Umbau und Umnutzung
ehemalige Frauenklinik
Erfurt
Entwurfsverfasser:
HOFFMANN.SEIFERT.PARTNER
architekten und ingenieure
Gerhardt-Hauptmann-Straße 1,
99096 Erfurt
Bauherr:
wohnument GmbH
Hochheimer Str. 59, 99094 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2010
Entstanden ist ein Objekt, welches in
seiner Gestaltung und Qualität einmalig in Erfurt und seiner Umgebung ist.
Großzügige schwellenlose Wohnungen in einer modernen und eleganten
Umsetzung inklusive leistungsfähigem Energiekonzept machen die Gesamtanlage zu einem herausragenden
Beispiel für die Möglichkeiten der Revitalisierung von Bestandsgebäuden
im städtischen Kontext.
29
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Der 5-geschossige Gebäudekomplex
diente der ehemaligen DDR-Reichsbahn als Rechen- und Verwaltungszentrum. Bei der Standortwahl –
abseits des Hauptbahnhofs – spielten
1976 offensichtlich militärische Beweggründe eine entscheidende Rolle.
Als Baugrundstück diente die Nutzfläche eines Gartenbaubetriebes am südlichen Stadtrand von Erfurt – einem
bevorzugten Wohngebiet am Rande
des Erfurter Steigerwaldes. Nach der
Auflösung der Reichsbahndirektion
Erfurt stand der Komplex nach 1996
weitgehend leer und verfiel zusehends.
Im Jahr 2008 begannen die ersten
Überlegungen für eine Revitalisierung.
Wegen der Übersättigung des damaligen Büroimmobilienmarktes schied
eine Modernisierung und Weiternutzung als Gewerbeobjekt aus wirtschaftlicher Sicht aus. Nicht zuletzt
wegen der schönen Lage inmitten
eines der bevorzugten Wohnviertel
von Erfurt fiel die Entscheidung auf
eine Umnutzung in ein zeitgemäßes
Mehrgenerationen-Wohnhaus, welches auch höchsten Anforderungen
an Komfort, Flexibilität und Energieeffizienz gerecht wird.
Nach dem Baubeginn im Frühjahr
2010 wurden im Zuge der Umstrukturierung und Neuordnung des Grundstückes zunächst einige Gebäude bzw.
Gebäudeteile abgebrochen. Lediglich
die Tragstruktur des Hauptgebäudes,
eine Stahlbeton-Skelettkonstruktion,
blieb im Wesentlichen erhalten und
wurde durch ein umfassendes Umbau- bzw. Revitalisierungskonzept
einer neuen Nutzung zugeführt. Die
ca. 500 m² großen Geschossflächen
boten viel Spielraum für neue und flexible Wohnungsgrundrisse. So konnten vom Studentenapartment über die
seniorengerechte Wohnung (ohne
Stufen) bis hin zur Mehrgenerationenwohnung mit ausreichend Platz für
bis zu 3 Generationen unterschiedlichste Lösungen für jede Altersgruppe realisiert werden. Auf dem
Dach entstand ein kleines exklusives
Penthaus mit riesigem Dachgarten
und einem atemberaubenden Blick
über die Stadt. Die ungewöhnlich großen Loggien (bis zu 40 m²) und Balkone sind wesentliche Elemente des
Architekturkonzeptes und verbinden
jede Wohnung mit angemessenen privaten Freiflächen.
Das Gebäude erfüllt nach dem Umbau die Anforderungen an ein KfWEffizienzhaus 70 (EnEV 2009) sowie
höchste Schallschutzanforderungen.
Wesentliche Komponenten des Niedrigenergiekonzeptes sind die hochwärmegedämmten
Außenwände,
3-fach verglaste Holzfenster, eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine zentrale
Holzpelletheizung.
Die Außenanlagen und Freiflächen
sind als Parklandschaft konzipiert und
vernetzen das Grundstück mit den anliegenden Gärten. In der zentral gelegenen Halbtiefgarage mit begrüntem
Dach befinden sich die PKW-Stellplätze, seniorengerecht und teilweise
im XXL-Format. Das begehbare Dach
der Garage, auf dem sich auch ein
Spielplatz befindet, wird durch angrenzende Bepflanzungen und teilweise
Absenkung der Anlage als grüne Freifläche erlebbar, die sich harmonisch in
die gesamte Wohnanlage einfügt.
Umnutzung eines ehemaligen Rechenzentrums
zum MehrgenerationenWohnhaus, Erfurt
Entwurfsverfasser:
Volker K. Schreiber
Architekten
Geibelstraße 29, 99096 Erfurt
Bauherr:
Ariane GmbH
Karthäuser Straße 25, 99084 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2012
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Die Stadt Lauscha (3.700 EW) definiert sich über ihre Lage im Thüringer
Wald und die örtlichen Traditionen,
die wesentlich von der Glasindustrie
geformt wurden. Die Glasbläserstadt
Lauscha gilt als Geburtsort des gläsernen Christbaumschmucks und als
das Zentrum der Kunstglasbläserei in
Deutschland.
Das Rahmenkonzept zur Stadtsanierung aus dem Jahr 2003 definiert drei
Schwerpunktbereiche: Ortskern Hüttenplatz, Stadteingang Süd, Stadteingang Nord.
Mit der Umsetzung von Maßnahmen
in diesen Bereichen soll ein nachhaltiger Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung des Tourismusstandortes Lauscha im überregionalen
Kontext geleistet und die Attraktivität
der Stadt als Wohnstandort im länd-
lichen Raum zukunftsfähig gestärkt
werden.
Projektziele Hüttenplatz
- Beseitigung der zentralen Brachfläche „Wilder Mann“,
- Schaffung eines zentralen Platzraumes im Ortskern,
- Multifunktionale Nutzung des
Platzes, z.B. Kugelmarkt, Parken,
- Gestaltung eines Ankunftspunktes für Touristen,
- Herstellung des Bezuges zum
Standort der ersten Glashütte
(1597),
- Sanierung des Lauschabaches,
- Sicherung des Hanges zum Tierberg,
- Schaffung von zwei barrierefreien
zentralen Bushaltestellen.
Mit der Gestaltung des Hüttenplatzes
wird das Thema der Thüringer Glasstraße aufgegriffen und ein erster Ansatzpunkt für deren weitere Ausfor-
mung im Ortskern geschaffen.
Gleichzeitig wird mit dem „Glasband“ der Bogen zu der ersten Glashütte in Lauscha geschlossen, die
sich bis 1907 auf diesem Platz befunden hat.
Zur Ausbildung eines südlichen Endpunktes der Glasstraße plant die
Stadt, das einzigartige Lauschaer
Museum für Glas in den Bereich
Stadteingang Süd zu verlagern, welcher durch die Gebäude Goetheschule und Bahnhof bestimmt wird.
Zukünftig soll der Gestaltungsansatz
zum Stadteingang Nord geführt werden. Unter Einbeziehung der zahlreichen Lauschaer Glaskünstler an der
Straße des Friedens sowie der Farbglashütte wird das „Glasband“ in
Lauscha vervollständigt.
Neugestaltung
Hüttenplatz Lauscha
Entwurfsverfasser:
DSP Dr. Schmidt
Planungsgesellschaft mbH
Königstraße 8, 98553 Schleusingen
Bauherr:
Stadt Lauscha
Bahnhofstraße 12, 98724 Lauscha
Ort:
Lauscha
Fertigstellung:
2011
31
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Einer der letzten Bausteine im Baugebiet „Neues Bauen am Horn“ ist fertig
gestellt. Dieses Baugebiet ist als Projekt der Expo 2000 auf der Grundlage
eines Bebauungsplans von Adolf Krischanitz, Diener & Diener und Luigi
Snozzi entstanden: Auf der Konversionsfläche eines ehemaligen Kasernenareals und der nie vollständig
realisierten Bauhaus-Mustersiedlung
entstand eine beispielgebende Bebauung zur modellhaften Planung und
Realisierung eines Stadtquartiers.
Eine repräsentative Rolle nimmt dabei
die über der Stadt thronende ehemalige Kaserne ein, die heute als Musikhochschule genutzt wird. Nun hat der
vormalige Exerzierplatz einen neuen
Baustein für seine räumliche Fassung
erhalten. Das Büro Osterwold
Schmidt konnte nach einem Wettbewerbssieg von 2009 das erste von
zwei Mehrfamilienhäusern mit elf
Wohneinheiten realisieren.
Dem Bebauungsplan folgend, haben
die Architekten zwei einfache kubische
Gebäudebausteine an der Ostseite
des Carl-Alexander-Platzes entwickelt.
Die Tiefe der neuen Wohnhäuser
wurde mit Respekt vor dem beachtlichen Baumbestand und der parkähnlichen Atmosphäre zurückgenommen, so dass der schmale lange Baukörper des jetzt realisierten Hauses 5
nach dem „durchgesteckten“ Prinzip
vier Wohnungen pro Geschoss anbietet. Der Baukörper des geplanten
Hauses 6, das noch in diesem Jahr be-
gonnen werden soll, nimmt in seiner
Kompaktheit je drei Wohnungen pro
Geschoss auf.
Alle Wohnungen haben Loggien als
private geschützte Freiräume erhalten,
die das Innenraumangebot durch
funktionale Bezüge und Diagonalbeziehungen (Eckfenster) bereichern.
Die Grundrisse sind konstruktiv systematisch entwickelt – ermöglichen jedoch eine variantenreiche Raumbelegung und -nutzung nach den Bedürfnissen der Bewohner (Baunetzmeldung vom 10.5.2012).
Als letzten Akzent erhält das Gebäude
quasi als Kunst am Bau einen umlaufenden Geländerfries nach einem Zitat
des Oberbaudirektors Carl Ferdinand
Streichhan: „Es bleibt wünschenswert,
dass jede Wohnung des Tages einmal
Sonne und Schatten bekomme.“
„Übringens darf man bei Neuanlagen
auf kleine Rücksichten der Sparsamkeit nicht viel rechnen, wenn sonst nur
eine schöne und bequeme Anlage entsteht.“
„Neues Bauen am Horn“ –
Apartmenthaus
Entwurfsverfasser:
Osterwold°Schmidt EXP!ANDER
Architekten BDA
Brühl 22, 99423 Weimar
Bauherr:
Anhöck & Kellner
Massivhaus GmbH
Kalkreiße 16, 99085 Erfurt
Ort:
Weimar
Fertigstellung:
2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Funktionales Herzstück des Gebäudes ist der langgestreckte Bürotrakt.
Er ist in Längsrichtung von einem
zentralen Flur erschlossen. Die einzelnen Büro- und Funktionsräume
sind beidseitig an den Flur angelagert. Auf der Ostseite mündet der
Flur in den Besprechungsbereich mit
dem angrenzenden Büro der Geschäftsleitung. Hier schiebt sich der
Riegel markant als frei schwebender
Körper über die topographische
Kante hinweg in Richtung des Straßenraumes. Die Kompaktheit des
langgestreckten Baukörpers löst sich
an dieser Stelle auf, lässt Ein- und
Ausblicke zu und erzeugt somit eine
bewusste Korrespondenz zwischen
Innen- und Außenraum. Der Haupteingang öffnet die strikte zweihüftige
Organisationstruktur in der Nähe des
Kopfbaues auf der Nordseite. Ihm gegenüber sind die Anmeldung und
eines der beiden Treppenhäuser zum
Obergeschoss angeordnet. Die Innenarchitektur ist wie die äußere Gestalt klar, geradlinig und zweckmäßig
und wartet mit ausgeklügelten,
manchmal auch unerwarteten Detaillösungen auf. Durch die bewusst gewählten freundlichen und zurückhaltenden Materialien wird ein angenehmes Arbeitsklima geschaffen, ohne
dass sich unpassender kitschiger Elemente bedient wird. Der Riegelbau
mündet auf der Westseite in den
zweigeschossigen Lagerbereich, der
sowohl über den zentralen Flur als
auch direkt von außen zu erschließen
ist.
Die Belichtung der Büroräume erfolgt
über die gleichmäßig gegliederte
Lochfassade.
Auf der Südseite wurde ein großzügiges Band aus Öffnungen in das Fotovoltaiksegel eingearbeitet. Durch die
Schrägstellung des Segels werden
die Büroräume verschattet und es
entsteht ein teilweise überdachter
Außenbereich, der eine vorgelagerte,
universell nutzbare Fläche im Freien
formuliert. Hier haben unter anderem
die Mitarbeiter bei schönem Wetter
die Möglichkeit, mit einem einmali-
gen Blick über die Stadt ihre Pause zu
verbringen und neue Kraft für die anstehenden Aufgaben zu tanken. Die
Gestaltung der Außenanlagen ist
strikt auf die Linien der Fassaden abgestimmt. Genau wie bei der Lochfassade wird mit einem wiederkehrenden strengen Wechselspiel der Strukturen gearbeitet. Steinflächen und Bepflanzungen in geometrischen Formen gefasst, werden, unterstützt
durch die integrierten Beleuchtungselemente, wirkungsvoll in Szene gesetzt. Zwischen Eingangsbereich und
Besprechungsraum ist auf der Nordseite vor dem Gebäude der Platz der
Begegnung als Fläche für interaktive
Veranstaltungen rund um das Unternehmen ebenso markant wie die restliche Außenanlage strukturiert und
gestaltet.
Leitec Gebäudetechnik
GmbH
Entwurfsverfasser:
Architekturbüro Stadermann
Winkelstraße 12a, 37327 Hausen
Bauherr:
Leitec
Josef-Rodenstock-Straße 11
37308 Heilbad Heiligenstadt
Ort:
Heilbad Heiligenstadt
Fertigstellung:
2011
33
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Grundidee
Palliativmedizin dient den Menschen
auf ihrem vorletzten Abschnitt des Lebens. Ihr primäres Behandlungsziel
ist es, den Patienten durch geeignete
Therapiemaßnahmen so zu stabilisieren, dass er in seine vertraute Umgebung, also nach Hause, entlassen werden kann.
Es sollte ein Gebäude geschaffen werden, dessen Atmosphäre sich deutlich
von der eines Krankenhauses unterscheidet, was durch die wohnliche Gesamtatmosphäre und seiner Orientierung nach außen hin erreicht wird.
Städtebauliche Konzeption
Auf die Randlage innerhalb des Klinikkomplexes und dem ansteigenden Gelände des Planungsbereiches reagiert
der Entwurf mit einer eigenständigen
Form.
Der neue Baukörper ergänzt die nördliche Ecke des Klinikums und rundet
das Erscheinungsbild des Ensembles
ab.
Architektonische Konzeption
Der Neubau präsentiert sich als zweigeschossiges Gebäude.
Auf der 1. Ebene befinden sich Bereiche der Untersuchung und Behandlung sowie Forschung und Lehre.
Die Bettenstation liegt auf der 2.
Ebene und somit auf einer Ebene mit
dem Garten- und Grünbereich. Um
einen zentralen Kern lagern sich die
Patientenzimmer und Arbeitsräume.
Ein Oberlicht bringt Licht in den Flurbereich und den Raum der Stille. Die
Wege für Personal und Patienten sind
übersichtlich und kurz. Barrierefreie
Erreichbarkeit und Nutzung des gesamten Gebäudes sind gewährleistet.
Das Gebäude schließt an die Magistrale des Klinikums an. Der Verbindungsgang auf Ebene 2 bildet den
Übergang für Patienten, Besucher und
Personal. Eine eigene Liegendkrankenvorfahrt wird über die bisherige
Feuerwehrzufahrt erschlossen.
Patientenzimmer
Alle Einzel- und Zweibettzimmer orientieren sich direkt zum Garten. Durch
die großzügigen Verglasungen besteht
auch aus dem Bett heraus der direkte
Sichtbezug in die freie Natur.
Auf jeweils eine eigene Terrasse können die Betten herausgerollt werden.
Die Anpflanzung hoher Gräser zwischen den Patiententerrassen schafft
Distanz untereinander ohne abzuschotten und zu isolieren.
Ökologie / Wirtschaftlichkeit
Die kompakte Form des Gebäudes ermöglicht die wirtschaftliche Anordnung der Räume. Die Lage an der
Hangkante minimiert den Eingriff in
den schwierigen Baugrund.
Eine hochgedämmte Außenhülle und
der Einsatz von qualitativ hochwertigen Werkstoffen entsprechen dem Anspruch einer ökologischen und ökonomischen Gesamtlösung. Die Aktivierung des Betonkerns in den Decken ergänzt mit geringem technischem Aufwand das Heizsystem, schafft ein angenehmes Raumklima und ermöglicht
so eine Reduktion der Wärmelasten.
Neubau des Zentrums
für Palliativmedizin am
Universitätsklinikum Jena
Entwurfsverfasser:
thoma architekten
Markt 11, 07937 Zeulenroda-Triebes
Bauherr:
Freistaat Thüringen | TLBV
Abteilung Hochbau 6
Außenstelle Jena
Ort:
Jena
Fertigstellung:
2008
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Baudenkmal der Ruine des Zisterzienserinnenklosters in Stadtroda
Der inflationär benutzte Begriff des
„genius loci“ darf an dieser Stelle aufrecht und seinem Wortsinn entsprechend erhaben stehen.
Nachdem die Sanierung der Ruine
des Zisterzienserinnenklosters in der
Innenstadt Stadtrodas abgeschlossen
war, blieb die Notwendigkeit eines
Funktionsgebäudes für das Umkleiden und die sanitären Anlagen, da der
Innenraum der Ruine seit Jahren als
Veranstaltungsort für ein breites Spektrum von kulturellen Veranstaltungen
genutzt wird und dafür die Nutzungsbedingungen optimiert werden sollten. Das Grundstück ließ eigentlich
keinen Spielraum für diese Anforderungen: Sehr schmal, unmittelbare
Grenzbebauung an beiden Seiten,
rückwärtig die unverbaubare Rodaaue.
Mit der nicht neuen aber nachgewiesenen Weisheit „Das-Problem-zumThema-machen“, entstand aus der
Enge ein mutiger Gedanke. Durch das
Engagement der Baukulturverantwortlichen und der Stadtverwaltung folg-
ten dem auch Taten. Die ruinöse und
zum Teil stark fragmentierte Oberfläche der nur in 1,5 m Abstand befindlichen Klosterruine „spiegelt“ sich in
einer Cortenstahlhaut, die ebenso wie
ihr Gegenüber von der Patina der
Oberfläche lebt: Von den Spuren von
Witterung und Jahreszeiten, von Licht
und Schatten und von mathematisch
nicht definierbaren, jedoch realen
Geometrien.
Im Erdgeschoss auch für ältere und
behinderte Zuschauer und Besucher
ebenerdig zu erreichen, verschwindet
das Gebäude in der umlaufenden
leicht abgetreppten Natursteinmauer,
um im Obergeschoss in seiner Kantigkeit hervorzutreten. Fenster sucht
man zunächst vergebens, da sie sich
hinter einer Stahllamelle aus verzinktem Blech umlaufend erstrecken und
das Gebäude in der Horizontalen gliedern.
Einzig der „Ausguck“ im Inneren, in
die Sitzflächen der Umkleiden integriert und außen als „Vordachfunktion“ des unteren Eingangs dienend,
ist bis zum Straßenraum durch das
Tympanon sichtbar und ermöglicht
einen Durchblick bis hin zur Rodaaue.
Neubau Funktionsgebäude
und Sanierung Klosterruine
Stadtroda
Entwurfsverfasser:
BAUHÜTTE Volkenroda
Gutshof 1, 99998 Volkenroda
Bauherr:
Stadt Stadtroda
Straße des Friedens 1,
07646 Stadtroda
Ort:
Stadtroda
Fertigstellung:
2011
35
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Das Georgenhaus wurde 1903 durch
den "Theaterherzog" Georg II von
Sachsen-Meiningen als Allgemeines
Krankenhaus gegründet.
Bis 1995 wurde der Krankenhausbetrieb aufrecht erhalten, die zeitgemäßen Anforderungen konnten aber in
einem historischen Gebäude mit
hohem Sanierungsbedarf nicht mehr
erfüllt werden. Auch die beengte
räumliche Situation ließ einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr zu.
Für die neu gegründete geriatrische
Fachklinik war das Gebäude wegen
seiner übersichtlichen Struktur und
Größe aber durchaus geeignet. So
konnte durch die geänderte Nutzung
ein Abbruch vermieden werden.
Das Krankenhaus ist Teil eines größeren pavillonartigen Ensembles in
Hanglage zwischen Ernst- und Goethestraße. Wirtschaftsgebäude der Nachkriegszeit wurden abgebrochen und
der parkartige Charakter der Freianlagen wieder hergestellt.
Das Klinikgelände wird durch einen
neuen Hauptzugang und eine separate Wirtschaftszufahrt erschlossen.
Patienten und Besucher empfängt
eine lichte Eingangshalle, die als Zwischenbau den Servicebereich mit den
Funktionsbereichen im Haupthaus
verbindet und gleichzeitig den Eingangsplatz mit dem Terrassenhof verknüpft. Auf der Westseite wurde
zwischen Südrisalit und Bewegungsbad ein Therapiegarten angelegt.
Ziel der Generalsanierung war es, die
ursprüngliche Gebäudestruktur und
die Fassadenteilung wieder herzustellen. Die Anbauten der 30er und 50er
Jahre zwischen den Risaliten mit ihren
Klinkerfassaden wurden beibehalten,
die der 60er und 70er Jahre abgebrochen. Die ursprünglichen Fensteröffnungen wurden wieder hergestellt und
umgekehrt nicht historische Fensterdurchbrüche zurückgebaut. Diese Reparaturen wurden mit einem einheitlichen Klinkerstein im gesamten Fassadenbereich ausgeführt, auf Zierelemente aus Naturstein wurde verzichtet. Auf diese Art und Weise konnten
nicht nur Kosten gespart, sondern es
konnte auch die wechselvolle Bauge-
schichte des Krankenhauses ablesbar
gemacht werden.
Während der Baumaßnahme erhielt
der Altbau den Denkmalstatus.
Die Fassaden der Neubauten nehmen
den Charakter der historischen Klinkerfassaden mit hinterlüfteten Ziegelelementen gleichen Farbtons auf.
Dem Natursteinsockel des Hauptbaus
entsprechen geschosshohe Sichtbetonelemente.
Neben modernen Stationen in den
Obergeschossen mit großen Aufenthaltsbereichen wurden eine Physiotherapie mit Bewegungsbad und
Abteilungen für Funktionsdiagnostik
und verschiedene andere Therapien
im Erdgeschoss mit direktem Bezug
zu den Freianlagen eingerichtet.
Von dem in allen Geschosssen in
Nord-Süd-Richtung verlaufenden Zentralflur werden alle Bereiche erschlossen. Dieser wird auch in den Erweiterungsbauten fortgeführt. Er erleichtert den älteren Patienten die Orientierung und lädt mit seinen wechselvollen
Ausblicken zum Flanieren ein.
Geriatrische Fachklinik
„Georgenhaus“ Meiningen
Entwurfsverfasser:
ARGE Felix•Jonas•Strunz
Lackerbauerstr. 6, 81241 München
Bauherr:
Sozialwerk Meiningen gGmbH
Ernststraße 7, 98617 Meiningen
Ort:
Meiningen
Fertigstellung:
2010 (2. BA)
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Im Bau 29 im Herzen von Jena hat
sich die Internetagentur dotSource
einen Ort als Inspirationsquelle für
ihr weiteres Wachstum geschaffen.
Den Räumlichkeiten der ehemaligen
Carl-Zeiss-Werkstatt wurde nach intensiven Umbaumaßnahmen ein
neues Gesicht verliehen: Auf 1.200
Quadratmetern sind Loftbüro, Denkfabrik, Konzeptschmiede und Kreativwerkstatt in einem entstanden.
Der Umbau und Einzug in die neuen
Agenturräume ist der bedeutendste
Meilenstein der noch jungen Firmengeschichte, der es der dotSource
GmbH ermöglicht, die Mitarbeiterzahl in den nächsten zwei bis drei Jahren von derzeit 75 auf 130 zu erhöhen.
Die 7. und 8. Etage im Bau 29 des
ehemaligen Carl-Zeiss-Hauptwerks –
heute gehören sie zur Goethe Galerie
– waren 20 Jahre lang ungenutzt. Im
August 2011 mietete die dotSource
GmbH die Rohbauflächen für zunächst zehn Jahre und investierte
knapp eine Million Euro in den Ausbau der Büroräume, wobei ca. ein
Drittel der Summe aus Mitteln der
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaft“ des
europäischen Fonds für regionale
Entwicklung finanziert wurde.
Der 1929 von Emil Fahrenkamp konzipierte Bau 29 ist mit seiner futuristisch anmutenden Gebäudehülle und
der freitragenden Kuppel ein architektonisches Musterbeispiel für Jenas
Aufbruch in die Moderne. Der nun
abgeschlossene Umbau steht mit seiner konzeptionellen Leichtigkeit ganz
in der Tradition des Bauhaus-Gedankens „Form folgt Funktion“: Die neu
entstanden Büroräume zeichnen sich
durch eine offene Loftarchitektur aus,
die insbesondere durch den Einsatz
zahlreicher Glaselemente in Wänden
und Decken realisiert wurde. Die
lichtdurchfluteten Räume in der
7. Etage geben so einen herrlichen
Blick auf die Stadt und das Saaletal
frei. Auf der Galerie in der 8. Etage der
Dachhalle sind Schulungs- und Konferenzräume entstanden, die sich auf
unkonventionelle Weise funktional in
die gestalterische Linie der Büroräume einfügen. Besonders die Neugestaltung der Dachterrasse macht
das Loftbüro der dotSource zu einem
der wohl schönsten Arbeitsplätze für
Softwareentwickler in Jena.
Umbau von Industrieflächen im Bau 29 in Jena
zu modernem Loftbüro
Entwurfsverfasser:
Architekturkontor
Dipl.-Ing. Jörg Dinger
An der Eibe 7, 07548 Gera
Bauherr:
dotSource GmbH
Goethestraße 1, 07743 Jena
Ort:
Jena
Fertigstellung:
2012
37
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
GESCHICHTE
Neben der mehr als 100-jährigen
Theatergeschichte besitzt die Stadt
Greiz seit 1897 ein Philharmonisches
Orchester und damit eine langjährige
Orchestertradition.
1990 kann eine Schließung des Theaters abgewendet werden, ein nach der
Wende gegründeter Theaterverein
spricht sich für den Neubau einer
Stadthalle aus.
Das Neue Haus, als Stadthalle konzipiert, wird mit dem Namen "Vogtlandhalle" im März 2011 feierlich eröffnet.
Nach einjähriger Bespielung ist die
Bilanz der Vogtlandhalle bei Nutzern
und Gästen überaus positiv.
STÄDTEBAULICHE EINORDNUNG
In seiner Lage orientiert sich der kompakte Baukörper zur Carolinenstraße
und wird somit seiner besonderen Bedeutung im Stadtraum gerecht. Mit
seinem auskragenden Dach setzt die
Vogtlandhalle ein markantes Zeichen
und formuliert damit gleichzeitig den
Eingang zum Saalbau und zum Park.
Der städtische Platz zur Carolinenstraße dient als Verteiler und ist
gleichzeitig Hauptzugang zum Gebäude.
Die neue Vogtlandhalle mit ihrer Fassade aus horizontal gebändertem
Klinker im Wechsel mit der großzügigen Verglasung nimmt Raumfluchten
und Traufhöhen auf und fügt sich
selbstbewusst in das städtebauliche
Umfeld ein.
FUNKTION /
INTERNE ORGANISATION
Die Funktionen im Inneren sind linear
angeordnet und entwickeln sich barrierefrei von der Carolinenstraße aus in
die Tiefe des Raumes. Großzügige Seitenfoyers öffnen sich zum Platz und
zur Promenade und verschmelzen so
den Innen- und Außenraum miteinander. Als andienendes und zugleich
schützendes Rückgrat fungieren die
Verwaltungs- und Nebenbereiche.
Das Haus beherbergt differenzierte
Räume für öffentliche Nutzungen, wie
den multifunktionalen Saal mit 800
Sitzplätzen, die kleine Bühne mit 150
Sitzplätzen, den Tagungsbereich sowie ein Restaurant.
Der Bühnenbereich verfügt über einen
variablen Orchestergraben und ein
vollwertiges Bühnenhaus mit Hinterbühne.
Für das Orchester der Vogtlandphilharmonie wurde ein 7,50 m hoher Probenraum als Raum-in-Raum-Konstruktion mit hohen raumakustischen
Anforderungen integriert.
Des Weiteren steht ein Ballett- und
Probenraum den Greizer Vereinen als
Übungsstätte zur Verfügung.
Verwaltungsfunktionen für Theater,
Vereine und Orchester, Werkstätten
und ein Malsaal befinden sich ebenfalls im Gebäude.
FREIRAUM
Die Positionierung des Neubaus ermöglichte die Erhaltung des größten
Teils des wertvollen Baumbestandes.
Der neue Goethepark wird in differenzierte Zonen gegliedert: Historischer
Park, Kulissengarten, Werkhof und
Stadtterrassen reihen sich entlang der
Parkpromenade, welche am Vorplatz
auf den Baumsaal trifft.
Neubau
Vogtlandhalle Greiz
Entwurfsverfasser:
HOFFMANN.SEIFERT.PARTNER
architekten und ingenieure
Gerhardt-Hauptmann-Straße 1,
99096 Erfurt
Bauherr:
Greizer Freizeit- und
Dienstleistungs GmbH
Weberstraße 28, 07973 Greiz
Ort:
Greiz
Fertigstellung:
2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Städtebau und Landschaftsräume
Die stadträumliche Neuordnung erfolgte behutsam durch folgende wesentliche Eingriffe:
-
-
Grünes Band entlang der Fuchsenkothe bis zum ÖPNV-Knoten
und der Altstadt mit Rad- und
Fußwegenetz, Ruheplätzen und
Orientierungspunkten, teils als
offene Wiesenlandschaft, teils die
bestehende Vegetation und Gewässer in ihrer ökologischen Freiraumqualität stützend.
Einbettung der „Viba-Welt der
Sinne“, der Produktionsstätten
und Stellplatzanlagen durch geringfügige Neuordnung des Baufeldes.
Funktionalität und Konstruktion
Die „Viba-Welt der Sinne“ mit Produktionshallen folgt in ihrer konstruktiven
Ausbildung den jeweils spezifischen
Anforderungen. Die Fassade hat eine
vorgesetzte, zweigeschossige und
lastabtragende Holzkonstruktion, die
den ökologischen Anspruch, den
Bezug zum Landschaftsraum, versinnbildlicht.
Trotz der lockeren Anordnung der
„sinnprägenden Elemente“ (Pralines)
ist die Gesamtform kompakt und
wirtschaftlich.
Im Entwurf wurde Barrierefreiheit
umgesetzt.
Die Produktion folgt einem rationellen Tragwerksraster, welches stützenfreie Hallen erlaubt. Die Auffächerung
bietet neben Freiraumbezügen, zusätzlichen Transporttrassen und Andockstellen für weitere Bauabschnitte
brandschutztechnische Vorteile.
Die Bauwerkshülle ist ein elementierter Stahlleichtbau, wobei die Firmenfarben in einer strukturierten Oberfläche an den Längsseiten zur Geltung kommen.
Wareneingang und -ausgang liegen
an der Nordseite, hier besteht die Erweiterungsmöglichkeit für weitere betriebliche Fahr- und Rangierflächen
auf dem Grundstück. Der Lieferverkehr ist von der Besucherseite entkoppelt.
Die Stellplatzanlagen sind in Gruppen auf „bestehenden Brachflächen“
angeordnet.
Alle befestigten Oberflächen sind versickerungsfähig. Die Fahrflächen sind
in Asphalt und die Ladezone mit
Schwerlastverkehr als bewehrte Betonplatte ausgebildet.
Gebäudetechnik / Energieeffizienz
Der technologische Ansatz ist geprägt von Kompaktheit, Nutzung von
Speichermassen und natürlichen Ressourcen. So erhält die „Viba-Welt der
Sinne“ neben einer lufttechnischen
Anlage mit Quellluft (Frischluft über
Wärmetauscher) eine Bauteilkühlung
in den Betondecken.
Regenwasser der Dachflächen wird
über Zisternen genutzt, überzählige
Mengen versickern im Freien.
Aufgrund des Kältebedarfs (Raum-,
Maschinenkühlung) bietet sich die
Erzeugung über Absorbtionskältemaschinen an.
Der Einsatz von regenerativen Energien bis hin zu BHKW wurde im Zuge
der weiteren Planung in Kosten-/
Nutzen-Darstellungen simuliert und
kann zielgerichtet eingesetzt werden.
Viba Sweets Erlebniswelt
mit Fertigung und Lager,
Schmalkalden
Entwurfsverfasser:
PAHL + WEBER-PAHL
Planungsgesellschaft mbH & Co.KG
Spreestraße 3, 64295 Darmstadt
Bauherr:
Viba Sweets GmbH
Die Aue 7, 98593 Floh-Seligenthal
Ort:
Floh-Seligenthal
Fertigstellung:
2012
39
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Der Direktor des Erfurter Zooparks
hatte den Wunsch, Mensch und Tier
hautnah zueinander zu bringen und
dabei gleichzeitig den natürlichen
Lebensraum der Lemuren zu präsentieren.
Der neue begehbare Lemurenwald
entführt die Besucher in das scheinbar
natürliche Umfeld der Tiere. Das Stallgebäude ist Teil dieser Landschaft und
befindet sich im Hintergrund. Beide
Außenvolieren schließen an das Gebäude an, so dass die Tiere direkt aus
dem Stall in die Volieren gelangen
können.
Die große Voliere ist der für den Besucher begehbare Lemurenwald. Die
kleine Voliere ist nicht begehbar und
bleibt den beiden letzten in europäischen Zoos lebenden Nilgirilanguren,
einer Primatenart, vorbehalten, die
nur mäßig freundlich zu Menschen
sind. Zwischen beiden Volieren liegt
der Zugang zur „Besucherhöhle“,
einem wettergeschützten Ort, der sich
an das Stallgebäude anschließt. Von
dort aus kann man die Tiere im
Schaugehege durch eine große Glasscheibe beobachten.
Um dem Bewegungsdrang der Tiere
als Baumkletterer gerecht zu werden,
steigt die Form des Hauses stetig in
Richtung des Schaugegehes an. Die
Belichtung über die Oberlichter erweckt den Eindruck, die Tiere bewegten sich unter freiem Himmel.
Die Fassade des Stallgebäudes fügt
sich in die bestehende Baumkulisse
des Zoos ein. Die Verkleidung besteht
aus farbigen, 8 cm starken Rundhölzern, bei denen es sich um kostengünstige Palisadenhölzer handelt,
welche in drei verschiedenen Grüntönen lasiert und in zwei Lagen übereinander angeordnet wurden, um starke
Licht- und Schattenspiele wie in der
Natur zu erreichen.
Die einfache Konstruktion der Voliere
greift das Konstruktionsprinzip von
Rankhilfen auf Hopfenfeldern auf.
Schräg stehende Rundstützen sind an
Stahlseilen miteinander verzurrt. Die
vertikalen „Wände“ wurden aus Volieredraht hergestellt und die waagerechte „Decke“ mit einem Kunststoffnetz bespannt. Die einfache Konstruktion und Materialität erlaubte den
Bau zu einem günstigen Preis.
Alle Materialien sind so ausgewählt,
dass sie den besonderen Beanspruchungen gerecht werden: Die meisten
Bäume bestehen aus robusten und
„verbissfesten“ kleinkronigen Arten,
Spielelemente und Stege wurden aus
heimischen Hölzern gefertigt, Hauptwege und Flächen für die Andienung
wurden aus Asphalt hergestellt und
die Erlebnispfade erhielten eine wassergebundene Decke.
Die Lemurenanlage wird zum Erlebnisraum. Hier können es Kinder und
auch Erwachsene den Affen gleich tun
und auf verschiedene Arten klettern,
hangeln oder schaukeln.
Neubau Lemurenanlage
im Zoopark Erfurt
Entwurfsverfasser:
Heinle, Wischer und Partner
Wettiner Platz 10a, 01067 Dresden
Bauherr:
Zoopark Erfurt
Am Zoopark 1, 99087 Erfurt
Ort:
Erfurt
Fertigstellung:
2011
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Weitere Einreichungen
Kurzbeschreibung
Die zwei Wohn- und Geschäftshäuser
Töpferstraße 41 I 42 befinden sich in
der in den 50er – 80er Jahren wiedererrichteten Innenstadt. Die zentrale
Lage ermöglicht das Privileg: „Zentral
wohnen – mit Ausblick über die
Stadt“ für die Modernisierung und
Sanierung von 28 Wohnungen.
Ein lebendiges Quartier entsteht gleichermaßen für junge Leute, Familien
mit Kindern und Senioren mit individuellen Wohnangeboten in einer
attraktiven Architektur. Die öffentliche
Terrasse verleiht dem Stadtraum
einen besonderen Charme.
Offene und zeitgemäße Grundrisszuschnitte mit Balkonen, Loggien oder
Dachterrassen schaffen moderne
Wohn- und Lebensqualitäten. Mit
neuer Ästhetik laden sie wie auch die
öffentliche Terrasse als besonnte Aufenthaltsflächen mit verschiedenartigem Grün Bewohner und Gäste zum
Aufenthalt ein. Barrierearm können 7
Wohnungen (25%) vermietet werden.
Die Umgestaltung nimmt Bezug auf
die Umgebung. Mit den hellen Putzfassaden widerspiegelt sie einen Teil
deren Materialität. Neue Elemente
fügen sich in einer zeitgemäßen Architektursprache an.
Im Sinne eines energie- und umweltschonenden Bauens wurden generell
natürliche und regionale Baustoffe
bevorzugt. Die Fassadendämmung
wurde mit mineralischem Außenputz
(WDVS) bzw. mit Fassadenplatten
verkleidet. Konstruktiv schützen das
gebäudebreite Vordach sowie die
Markisen die Balkone vor Wärmeund UV-Strahlungseinwirkung im
Sommer. Der Innenaufzug besitzt
einen getriebelosen Energiespar-Antrieb. Die komplette Haustechnik entspricht der heutigen Nutzungsqualität im Wohnungsbau. Die Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz
sind jetzt deutlich verbessert.
Für den Bauherrn war eine wirtschaftliche Bauweise wichtig: Die bewohnten Wohnungen wurden innerhalb
von 1 1/2 Wochen saniert. Termine
und Kosten wurden eingehalten.
Für die Mieter wurde die soziale
Brauchbarkeit und Akzeptanz vor
allem in einer Reihe von „Mietersprechstunden“ sichergestellt. Für
die bevölkerungsnahe Sanierung war
es selbstverständlich, Wünsche im
für den Bauherrn vertretbaren Maß
umzusetzen: Neben der Badmodernisierung mit Wanne oder Dusche
wurden in einzelnen Wohnungen
Räume zusammengelegt, Türöffnungen verändert oder auch Allräume
zum Wohnen I Essen I Kochen gestaltet. Neben dem straßenseitigen Zugang zum Haus 41 wurden auch die
Geschäftseingänge seniorenfreundlich ausgebildet.
Konsequent wird somit ein selbstbewusster Imagewandel von der Platte
zum attraktiven Wohngebäude mit
hohem Lebenswert vollzogen.
Der Umbau und die Sanierung der
Ecke Töpferstraße 41 I 42 entfalten
mit eigener neuer Identität ihre positive Wirkung im innerstädtischen
Kontext. Die funktionale und architektonische Transformation der „Platte“
folgt der kreativen Auseinandersetzung mit dem baulichen Bestand.
Ganzheitlich und zukunftsfähig bietet
die Töpferstraße 41 I 42 eine hohe
Wohn- und Lebensqualität.
Wohn- und Geschäftshäuser
inmitten der Stadt
Entwurfsverfasser:
arko bauplanung GmbH
Riemannstr. 1a, 99734 Nordhausen
Bauherr:
SWG mbH Nordhausen
Geseniusstr. 3-5, 99734 Nordhausen
Ort:
Nordhausen
Fertigstellung:
2011
41
Übersicht aller Wettbewerbsbeiträge 2012
Preisträger, Anerkennung und Engere Wahl
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Wettbewerbsbeiträge
43
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau – bisherige Preisträger
1996
1998
2000
2002
Preisträger
Planer
Musikgymnasium Schloss Belvedere, Weimar
Architekturbüro Thomas van den Valentin, Mohamed Oreyzi, Köln
Anerkennung
Planer
Landesversicherungsanstalt Thüringen, Erfurt
ARGE Nickl-Probst-Meyer-Karl, München
Anerkennung
Planer
Medienzentrum Suhl
Architekt Walter Kluska, München
Anerkennung
Planer
Rathaus und Sparkasse Eisenach
Planfabrik SPS, Eisenach
Preisträger
Planer
Neubau Multifunktionelle Halle für Sport und Kultur, Meiningen
Architekt Peter Kulka, Köln
Anerkennung
Planer
Neubau Messe Erfurt
Planungsgruppe IFB Dr. Braschel GmbH, Stuttgart
Anerkennung
Planer
Neubau Produktions- und Verwaltungsgebäude Firma MBE, Eisenach
Architekturbüro 4a, Stuttgart
Anerkennung
Planer
Neubau Landeszentralbank in den Freistaaten Sachsen und Thüringen –
Hauptstelle Erfurt der Deutschen Bundesbank
Braun & Voigt und Partner, Frankfurt/M.
Anerkennung
Planer
Neubau Kaufhaus Breuninger am Junkersand, Erfurt
Architekten Kammerer + Belz, Kucher und Partner, Stuttgart
Preisträger
Planer
Neubau Bundesarbeitsgericht Erfurt
Architektin Gesine Weinmiller, Berlin
Anerkennung
Planer
Umbau Foyer Obereichsfeldhalle, Leinefelde
FORSTER und SCHNORR architekten, Frankfurt/M.
Anerkennung
Planer
Umbau und Erweiterung des Deutschen Gartenbaumuseums Erfurt
Architekt Professor Peter Kulka, Dresden mit
Konstantin Pichler ter Horst, Köln
Anerkennung
Planer
Neubau Thüringer Landesvertretung Berlin
Dr. Worschech & Partner Architekten und Stadtplaner, Erfurt
Preisträger
Planer
Justizzentrum Meiningen
KBK Architekten Belz, Kucher, Lutz, Stuttgart
Anerkennung
Planer
Regierungsviertel „Am Alten Steiger“, 2. Bauabschnitt, Erfurt
Hoechstetter und Partner Architekten BDA, Darmstadt
Anerkennung
Planer
Behördenzentrum Ilmenau
Felix-Hennel + Partner, FHP Freie Architekten BDA, Karlsruhe
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2012
Anerkennung
Planer
Fachhochschule Schmalkalden
KBK Architekten Belz, Kucher, Lutz, Stuttgart
Anerkennung
Planer
Förderschule für geistig Behinderte „Johannes Landenberger“, Weimar
Breunig Breunig Büchin Architekten, Stuttgart mit
Junk & Reich Architekten, Weimar
Anerkennung
Planer
Mehrzweckgebäude Trinkwasserzweckverband Leinefelde
„Oberes Leinetal“, Leinefelde
Architekturbüro Ottmar Stadermann, Hausen
Anerkennung
Planer
Kaufhaus Schützengassenplatz Weimar
Hartmann und Helm Planungsgesellschaft mbH, Weimar
Anerkennung
Erweiterung Bauhaus-Universität Weimar, Fakultätsgebäude Architektur,
Weimar
AV1 Architekten Butz Dujmovic Schannè Urig, Kaiserslautern
Planer
Anerkennung
2004
2006
Planer
Neu- und Wiederaufbau der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Freie Architekten Heckmann* Kristel* Jung, Stuttgart
Anerkennung
Planer
Neubau 3-Feld-Mehrzweck-Sporthalle Ohrdruf
Pohl Architekten Stadtplaner GmbH & Co. KG, Göran Pohl, Erfurt
Preisträger
Planer
Neubau Theater Erfurt und Werkstätten, Erfurt
Architekturbüro Professor Jörg Friedrich PFP, Hamburg
Preisträger
Planer
Marie-Curie-Gymnasium, Bad Berka
ARGE Junk & Reich Architekten, Weimar mit
Architekturbüro Ottmar Stadermann, Hausen
Anerkennung
Planer/ Freianlagen
Neubau Behördenzentrum Erfurt 1.BA (ZIV/ Kantine/ Freianlagen)
Braun & Voigt Planungsgesellschaft GmbH, Frankfurt/M.
Anerkennung
Planer
Soziales Zentrum Leinefelde-Worbis, Leinefelde
Architekturbüro Ottmar Stadermann, Hausen
Preisträger
Planer
Erweiterungsbau der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek Weimar
Prof. Hilde Barz-Malfatti und Prof. Karl-Heinz Schmitz, Weimar
in Zusammenarbeit mit Rittmannsperger + Partner, Erfurt
DANE Landschaftsarchitekten, Weimar
Landschaftsarchitekt
Preisträger
Planer
Landschaftsarchitekt
Anerkennung
Planer/ Freianlagen
Neubau Bibliotheks- und Hörsaalgebäude der Bauhaus-Universität
Weimar
meck architekten, Andreas Meck und Architekt Stephan Köppel, München
mahl gebhard landschaftsarchitekten, München
Umbau und Erweiterung des ehemaligen Hotels „Roter Hirsch“ zum
Bürger- und Behördenhaus, Saalfeld
Junk & Reich Architekten BDA, Weimar
45
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau – bisherige Preisträger
Anerkennung
Planer
Landschaftsarchitekt
Neubau Materialforschungs- und Prüfanstalt, Weimar
gildehaus.reich Architekten BDA, Weimar
DANE Landschaftsarchitekten, Weimar
Anerkennung
Neubau Mensa- und Unterrichtsgebäude des Aus- und Fortbildungszentrums der Thüringer Polizei, Meiningen
Kirchmeier & Brück Architekten BDA, Weimar
Planungsgruppe Stadt + Landschaft, Erfurt
Planer
Landschaftsarchitekt
Anerkennung
2008
Planer
Landschaftsarchitekt
Neu- und Umbau der alten Hautklinik zum Hauptgeschäftssitz der
Industrie- und Handelskammer Erfurt
Hks Architekten + Gesamtplaner GmbH, Erfurt
Plandrei Dittrich-Luz GbR Landschaftsarchitekten, Erfurt
Preisträger
Planer
Landschaftsarchitekt
Ganztagsschule Steinbach-Hallenberg
Schettler & Wittenberg Architekten, Weimar
Plandrei Dittrich-Luz GbR Landschaftsarchitekten, Erfurt
Anerkennung
Planer
Landschaftsarchitekt
ÖPNV-Terminal / Bahnhofsvorplatz Gotha
Osterwold-Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA, Weimar
Osterwold-Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA (Terminal)
Planungsbüro Artz, Gotha (Bahnhofsvorplatz)
Anerkennung
Planer
Schloss Ettersburg bei Weimar
ARGE Ettersburg, Weimar:
gildehaus.reich architekten, Architekturbüro Dr. Krause, Weimar
Anerkennung
Planer
Landschaftsarchitekt
Bühnen der Stadt Gera, Gera
BVS GmbH-Architekt Klaus Sorger, Gera
Rehwald, Dresden (Theaterplatz)
Kokenge.Ritter GmbH, Dresden (Küchengarten)
Anerkennung
Architektonische und museale Neugestaltung des Angermuseums in
Erfurt
Worschech + Partner WPA Architekten, Erfurt
Planer/ Freianlagen
2010
Preisträger
Planer
Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt –
Wiederaufbau der Bibliothek und der Waidhäuser
Junk & Reich Architekten BDA, Weimar
Anerkennung
Planer/ Freianlagen
Seniorensiedlung Am langen Bürgel, Kahla
Architekt Jörg Lammert, Weimar
Anerkennung
Planer/ Freianlagen
Erweiterung Bürohaus + Technikum Glatt Ingenieurtechnik GmbH,
Weimar
Junk & Reich Architekten BDA, Weimar
Anerkennung
Landschaftsarchitekt
Umgestaltung Markt / Tuchmarkt, Zeulenroda
Club L94 Landschaftsarchitekten, Köln
Impressum
Herausgeber:
Thüringer Ministerium für Bau,
Landesentwicklung und Verkehr
Abteilung 2 – Städte- und Wohnungsbau,
Staatlicher Hochbau –
Quellennachweis
Kontakt:
Postfach 900362
99106 Erfurt
Jurybeurteilungen:
Auszug des Juryprotokolls
Telefon: 0361 3791-000
Telefax: 0361 3791-099
Mail: [email protected]
Internet: www.thueringen.de/tmblv
Auszüge aus den Erläuterungstexten, teilweise gekürzt
und bearbeitet:
Verfasser der jeweiligen Bewerbung
Die Projekte sind innerhalb ihrer Kategorie in der Reihenfolge des Eingangs dargestellt.
Weitere Informationen auch zu den vorangegangenen
Preisen: www.tmblv.de/Staatlicher Hochbau/.
Redaktion:
Dr. Angelika Krause
Layout/Herstellung:
Löwe Werbung, Erfurt
Stand:
November 2012
Auflage:
1.200 Stück
Abbildungen und Fotos
Seite:
Urheberrechte bei:
2
3
4/5
6–9
TMBLV
Architektenkammer Thüringen
TLBV
Steffen Spitzner, Gera
Steinblock Architekten, Magdeburg
Wolfgang Reuss, Berlin
Junk & Reich, Weimar
Andreas Reich, Weimar
Tobias Adam, Weimar
dma – deckert mester architekten, Erfurt
Karsten Bauer, Weimar
Andreas Reich, Weimar
Michael Miltzow, Weimar
Konstantin Pichler, Köln
ORTSBILD, Nordhausen
Michael Miltzow, Weimar
Anita Leyh, Jens Weber
Sylvester Mackensen, Sondershausen
10/11
12/13
14/15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42/43
Wette+Küneke, Wolfgang Wette, Göttingen
Michael Miltzow, Weimar
Tom Hall, Torsten Heyn,
Brückner-Ingenieure, Saalfeld
Matthias Frank Schmidt, Erfurt
Michael Miltzow, Weimar
Frank Sommariva, Erfurt
Dr.-Ing. H.-G. Schmidt, Schleusingen
Steffen Groß, Weimar
Foto Grimm, Leinefelde
thoma architekten, Zeulenroda-Triebes
B. Paulick, Volkenroda
Gerhard Hagen, Bamberg
dotSource GmbH, Jena
Werner Huthmacher Photography, Berlin
Pahl + Weber-Pahl Planungsgesellschaft mbH &
Co.KG, Darmstadt
Michael Moser, Leipzig
arko bauplanung GmbH, Pia Wienrich,
Nordhausen
siehe oben aufgeführter Nachweis
47
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