150629_PA_Sedementstudie_Aist

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29. Juni 2015
ANSCHOBER: Interreg-Projekt: Feststoffmanagement im Mühlviertel
und im Bayerischen Wald
(LK) Das nördlich der Donau gelegene Mühlviertel bzw. auch weite Teile des
Bayerischen Waldes zeigen auf Grund der geomorphologischen Rahmenbedingungen
(Kristallin der Böhmischen Masse) einige flussmorphologische Besonderheiten bzw.
spezielle Probleme im Vergleich zu alpinen Fließgewässern – vor allem durch den
zunehmenden
Eintrag
von
„Granitgrus“
aus
den
Zubringerbächen
in
die
Fließgewässersysteme. Hiervon betroffen sind z.B. Große Mühl, Aist und Naarn.
Zur Problemerhebung und -bearbeitung wurde deshalb im Auftrag des Landes OÖ am
1. Mai 2013 mit dem Projekt begonnen und die Ergebnisse liegen nun vor.
Die Studie wurde im Auftrag des Landes OÖ unter der Leitung von Prof. DI Dr. Helmut
Habersack und Priv.-Doz. DI Dr. Christoph Hauer vom Institut für Wasserwirtschaft,
Hydrologie und konstruktiven Wasserbau an der Universität für Bodenkultur
gemeinsam mit dem Büro Blattfisch (TB Gumpinger) und dem Institut für Hydrobiologie
und Gewässermanagement (BOKU Wien) erarbeitet.
Folgende spezifische Probleme in Zusammenhang mit dem Feststoffhaushalt in der
Region Mühlviertel / Bayerischer Wald wurden erhoben:

Zunehmender Eintrag von „Granitgrus“ aus den Zubringerbächen in die
Fließgewässersysteme von z.B. Großer Mühl, Aist und Naarn.

Durch Verringerung der notwendigen Abfuhrkapazität des Fließgewässers
durch Anlandungen besteht in diesen Bereichen ein zusätzliches Gefährdungsund Schadenspotenzial im Falle von Hochwasserereignissen.

Vor
allem
in
den
Übergangsbereichen
(vom
Hochland
hin
zu
den
Überflutungsflächen der Donau) bestehen starke Verlandungstendenzen. Durch
die durch die Anlandungen bedingte Verringerung der Abfuhrkapazität / des
Gerinnequerschnittes besteht an manchen Standorten eine unmittelbare
Gefährdung des Hochwasserschutzziels
Mag.a Tina Schmoranz (+43 732) 7720-12083 oder (+43 0)664 60072 12083
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29. Juni 2015

Die dadurch notwendigen Materialräumungen in sehr kurzen Zeitabständen
sind in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung als nicht nachhaltig für das
gesamte Untersuchungsgebiet anzusehen.

In weiten Teilen des Mühlviertels muss abgelagertes Material (Sand- und
Feinkiesfraktionen)
geräumt
werden,
Abflussquerschnitt
freizuhalten.
Ergibt
um
sich
den
die
entsprechenden
Notwendigkeit
den
Materialeintrag flussauf nachhaltig zur reduzieren bzw. das Geschiebe gezielt
zu entnehmen.
Neben den ökologischen Problemstellungen gibt es auch schutzwasserwirtschaftliche
Fragestellungen, die sich vor allem in den Übergangsbereichen vom Hochland zu den
flachen Bereichen des Machlands bzw. Eferdinger Beckens ergeben und die in der
Studie „Feststoffmanagement im Mühlviertel und im Bayerischen Wald“ bearbeitet
wurden. Ziel des Forschungsprojektes war es, in insgesamt 11 Arbeitspaketen diese
überregionale
durchzuführen.
Betrachtung
In
der
hinsichtlich
Folge
sollen
Geschiebebewirtschaftung
daraus
zielgerichtete
interdisziplinär
Maßnahmen
zum
nachhaltigen Management des Versandungsproblems der Fließgewässer abgeleitet
werden. Großen Stellenwert bei der Untersuchung hatte die Öffentlichkeitsbeteiligung
sowie die fachliche Präsentation und Diskussion.
Die Ergebnisse aus dem Endbericht „Feststoffmanagement im Mühlviertel und im
Bayerischen Wald“ werden heute, 29. Juni in Käfermarkt öffentlich präsentiert.
Die Ursachen für die zunehmende Versandung der Fließgewässer der Böhmischen
Masse sind vielfältig und finden sich in den Bereichen:

Auswirkungen der Globalen Erwärmung

Geologie und Bodenaufbau

Forstwirtschaftliche Nutzung

Siedlungsentwicklung / Straßenbau

Landwirtschaftliche Nutzung

Sedimenttransportverhalten

Defizite im Gewässer-Umland Gefüge

Hydromorphologische Überprägung
Mag.a Tina Schmoranz (+43 732) 7720-12083 oder (+43 0)664 60072 12083
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Um
eine
Reduktion
der
Versandung
zu
erreichen,
wurden
einige
Maßnahmenvorschläge ausgewiesen.
Zum einen können durch Sofortmaßnahmen unmittelbare kurzfristige Verbesserungen
(Ökologie
/
Schutzwasserwirtschaft)
erreicht
werden.
Die
Auswirkungen
der
Wirksamkeit der Maßnahmen, welche nachhaltige Verbesserungen bringen, werden
mitunter erst nach einigen Jahren erkennbar.
Der nächste Schritt wird die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs sein, welcher dann
speziell für die Gewässerbezirke zur Umsetzung der Maßnahmen vorliegen wird.
Mag.a Tina Schmoranz (+43 732) 7720-12083 oder (+43 0)664 60072 12083
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