Die Stiftung Universität Das neue FORVM am Universitätsplatz 1 Hildesheim als Bauherrin Wolfgang-Uwe Friedrich · Thomas Hanold · Mario Müller Universitätsverlag Hildesheim 2015 FORVM, Eingangsbereich am Universitätsplatz. Foto: Clemens Heidrich Stiftung Universität Hildesheim 67 Grußwort der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur Anlässlich der Einweihung des Universitätsgebäudes am Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim sowie des Tags der Architektur am 28. Juni 2015 Der erste Eindruck spricht für sich: Das Gebäude hat Charakter: Es ist zeitgemäß und zeitlos zugleich. Es akzentuiert, ohne aufdringlich zu sein. Und es bedient den an sich selbst gestellten Anspruch der Stiftung Universität Hildesheim, als Studierendenuniversität wahrgenommen zu werden, indem es sich zweckmäßig und dennoch einladend präsentiert. Das neue Gebäude besitzt aber auch Größe und ist damit auch ein Spiegel des Selbstbewusstseins des Universitätsstandortes Hildesheim. Die Neugestaltung des Hauptcampus am Universitätsplatz projiziert die innere Struktur der Universität Hildesheim mit Hilfe der Architektur nach außen, indem es für die vier Standorte, an denen jeweils ein Fachbereich etabliert ist, einen zentralen Kommunikations- und Identifikationsort bietet. Der neue Bau bildet das künftige Herzstück der Universität Hildesheim und kann damit als Teil der Profilbildung und Identitätsstiftung der Hochschule gesehen werden. Der Bezug der neuen Räumlichkeiten ist auch eine weitere Wegmarke in der Entwicklung, die die Hochschule seit Überführung in die Trägerschaft der Stiftung genommen hat. Für einen steten Fortschritt sind sowohl Ziele und Visionen als auch der Mut und die Bereitschaft, diese umzusetzen, unabdingbar. Zwischen Vision und Umsetzung steht Kommunikation, insbesondere wenn es darum geht, eigene Vorstellungen so zu transportieren, dass die Ausführung in genau diesem Geiste erfolgt. Dabei kommt auch der Architektur eine maßgebliche gesellschaftliche Verantwortung zu, sofern man sie nicht nur als baulich-ausführende Kraft versteht. 4 Gabriele Heinen-Kljajić Im Mittelpunkt eines Baus stehen der Mensch und seine gebaute Umwelt, mit beiden kommuniziert die Architektur gleichermaßen. Vergegenwärtigt man sich dies, wird deutlich, dass Stadtentwicklung weit mehr ist als die Ergänzung vorhandener Substanz und das Nebeneinander einzelner Baumaßnahmen. Sie ist vielmehr ein stetes Zukunftsprojekt, das nunmehr um einen zentralen Beitrag zur Vervollständigung des Universitätsstandortes Hildesheim ergänzt wurde. Jedes neue Gebäude gestaltet unsere Lebensumwelt mit. Architektur obliegt dabei die Verantwortung, den Entstehungsprozess eines neuen Gebäudes in diesem Gesamtkontext zu betrachten und dessen Ausführung vorausschauend und unter Berücksichtigung konkurrierender gesellschaftlicher Schwerpunktsetzungen zum Wohle aller zu begleiten. Wenn es schließlich im Ergebnis gelingt, die Präsenz des Neuen zugleich als selbstverständlich und bereichernd erscheinen zu lassen, dann ist das ein Erfolg. Zu diesem Erfolg möchte ich allen an der Planung und Ausführung Beteiligten gratulieren und meinen ausdrücklichen Dank aussprechen. Und nicht zuletzt gilt mein Glückwunsch der Universität, die einen neuen Kristallisationspunkt gewonnen hat. Hannover, im März 2015 Gabriele Heinen-Kljajić Grußwort 5 Grußwort des Präsidenten der Architektenkammer Niedersachsen Vorsitzender des Preisgerichts zum Architektenwettbewerb für den Neubau des FORVMS Ein Werk der Baukunst Wenn ein Bauwerk durch Originalität und Individualität aus dem durchschnittlichen, üblichen und alltäglichen Bauschaffen herausragt und in einem schöpferischen Akt entsteht, sprechen wir von einem Werk der Baukunst. Dies gilt umso mehr, wenn ein Bauwerk prämiert aus einer Wettbewerbskonkurrenz hervorgeht. Als die Stiftung Universität Hildesheim vor gut fünf Jahren die Entscheidung traf, für ihren geplanten Neubau des FORVMS einen internationalen Wettbewerb auszuloben, bereitete sie die Grundlage für das Entstehen eines Wer- kes der Baukunst vor, in der Erwartung, ein anspruchsvolles Bauwerk errichten zu können. Dem Wettbewerbsverfahren lagen die «Richtlinien für Planungswettbewerbe» aus dem Jahr 2008 (RPW 2008) zugrunde. Die Stiftungsuniversität legte ihre Auslobung zum Neubau der Architektenkammer Niedersachsen vor; auf dieser Grundlage wurde die Übereinstimmung mit den «Richtlinien» für die Auslobung von Wettbewerben bestätigt und dokumentiert. Gemäß RPW 2008 erfolgte die Auslobung als «nichtoffener Wettbewerb» mit vorgeschaltetem EU-weitem Bewerbungsverfahren. Fünf Teilnehmer waren gesetzt. In einem anonymen Verfahren wurden weitere 15 Teilnehmer durch ein Losverfahren unter notarieller Aufsicht ermittelt. Das Preisgericht tagte am 28. Juni 2010 im Saal des «Center for World Music» in der ehemaligen Hildesheimer St. Timotheuskirche. In einem ersten Bewertungsrundgang wurden auf- grund eines einstimmigen Beschlusses aus den insgesamt 16 eingereichten Arbeiten vier ausgeschieden, in einem zweiten Bewertungsrundgang dann nochmals sieben weitere. Es verblieben somit fünf Arbeiten in der engeren Wahl. Nach Abschluss einer intensiven Diskussion im Preisgericht hinsichtlich der Qualität der einzelnen Beiträge und ihrer Vor- und Nachteile traf das Preisgericht einstimmige Entscheidungen: Der erste Preis ging an die Architekten BKSP Grabau · Leiber · Obermann und Partner aus Hannover, den zweiten Preis erhielt das Büro Glass · Kramer · Löbbert GmbH aus Berlin und der dritte Preis wurde an die Architekten Bez + Kock aus Stuttgart verliehen. Das Büro petersen · pörksen · partner aus Hamburg wurde von den Preisrichtern mit einer Anerkennung belobigt. 6 Wolfgang Schneider Der ausgezeichnete Entwurf der Architekten BKSP entsprach den Vorstellungen der Ausloberin in besonderer Weise. Er fügt sich als ein selbstbewusstes, eigenständiges und elegantes Gebäude in den älteren Gebäudebestand auf dem Hauptcampus der Universität ein und bietet eine gelungene räumliche Ergänzung zu den Wohnbauten in der unmittelbaren Nachbarschaft. Es gelang den Architekten BKSP ein anspruchsvolles Bauwerk zu entwerfen, das seine Funktion als neues und repräsentatives Entree der Stiftungsuniversität in vollem Umfang erfüllt und eine flexible Nutzungszuweisung bietet. Der mit dem Entwurf ebenfalls neu konzipierte Universitätsplatz zwischen FORVM und dem älteren Gebäudebestand bildet ein zentrales freiräumliches Element zur Identität der Universität: Der Universitätsplatz 1 ist seit dem 1. Januar 2015 die neue Adresse des Hauptcampus. Inzwischen sind fünf Jahre Planungs- und Realisationszeit vergangen. Mit der Einweihung beginnt jetzt die Nutzungsphase. Das Bauwerk muss sich im Alltag bewähren und vielfältige Erwartungen erfüllen. Das architektonische Konzept bietet innen- und außenräumliche Vielfalt, es vermittelt Überschaubarkeit, Orientierung und zukunftsgerechte Nutzbarkeit sowie stadträumliche Prägnanz und gestalterische Raffinesse. Das «Gehen» im Haus wird kommunikationsfördernd angeregt durch Offenheit und Transparenz, wobei Licht, Luft und Grün als natürliche Quellen für das individuelle Wohlbefinden in die Räume einbezogen wurden. Es bleibt zu hoffen, dass das geschaffene Werk zur Bereicherung des universitären Lebens beiträgt und als Ort der Begegnung und Kommunikation im Gedächtnis bleibt. Mögen sich die zukünftigen Nutzer und Besucher in dem Haus wohlfühlen, möge sich das Werk der Baukunst mit Leben füllen. Hannover, im März 2015 Dipl.-Ing. Wolfgang Schneider Grußwort 7 Inhalt Grußwort der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur . . . . . . . . . . . 4 Zeichen des Wachstums Gabriele Heinen-Kljadjić Das neue FORVM am Universitätsplatz 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 3 Grußwort des Präsidenten der Architektenkammer Niedersachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Mario Müller Wolfgang Schneider Die Stiftungsuniversität als Bauherrin Dreizehn Jahre Stiftung Universität Hildesheim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 1 Wolfgang-Uwe Friedrich Friend- & Fundraisung Bildung stiften! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 4 Das FORVM auf einen Blick Zahlen und Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 7 Das neue FORVM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 9 Ausführende Unternehmen Planung – Bau – Vermessung – Gutachten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 3 Thomas Hanold Autoren, Impressum und Abbildungsnachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 1 Zentraler Baustein der baulichen Entwicklungsplanung FORVM, Erdgeschoss, Empfangstresen im Foyer. Foto: Clemens Heidrich 72 Stiftung Universität Hildesheim Stiftung Universität Hildesheim 73 Die Stiftungsuniversität als Bauherrin Dreizehn Jahre Stiftung Universität Hildesheim Wolfgang-Uwe Friedrich Die Stiftung Universität Hildesheim hat ihr drittes großes Bauprojekt, das FORVM am Universitätsplatz 1, innerhalb des Zeitplans fertig gestellt. Von der Grundsteinlegung bis zum Bezug des FORVMS im Februar 2015 vergingen ein Jahr und neun Monate. Mit Baukosten von rund 12,8 Millionen Euro wurde der nach Richtkostenwert für Hochschulbauten ermittelte Betrag von 14,8 Millionen Euro um 14 Prozent unterschritten. Sie erreichte dies in eigener Verantwortung. Die Stiftungsuniversität legt hier öffentlich Rechenschaft ab über ihre Tätigkeit als Bauherrin. Zum Rechenschaftsbericht gehört ein Blick zurück auf die Zeit der Stiftungsgründung und auf die damals verkündeten Ziele. Daran schließt sich eine Betrachtung wichtiger Elemente der Hochschulentwicklung und ihrer Bautätigkeit in den letzten dreizehn Jahren an. Am Schluss wird ihre Leistung als Bauherrin bilanziert. Alt und neu: Blick ins Foyer des FORVMS; die Verglasung spiegelt Gebäude D des älteren Baubestandes auf dem Hauptcampus der Universität wider. Foto: Clemens Heidrich Im Jahr 2002 trat in Niedersachsen ein neues Hochschulgesetz in Kraft, das untrennbar mit dem Namen des damaligen Wissenschaftsministers Thomas Oppermann verbunden ist. Es zählt zu den wichtigsten Gesetzeswerken zur Hochschulreform in Deutschland und hat sich in den vergangenen dreizehn Jahren bewährt, so dass wechselnde Regierungen jeweils nur kleinere Novellierungen vornahmen. Das Oppermannsche Reformgesetz wird bis heute von den niedersächsischen Hochschulen als vorbildlich betrachtet. Es ermöglicht eine effiziente Hochschulsteuerung, schafft schlanke Strukturen und ein balanciertes System von Handlungsund Entscheidungskompetenzen. Es sichert die akademische Selbstverwaltung und stärkt die Hochschulautonomie. Im Gesetzgebungsverfahren erläuterte Wissenschaftsminister Thomas Oppermann am 13. Juni 2001 dem Landtag in Hannover die Zielsetzung (Niedersächsischer Landtag, 14. Wahlperiode, 79. Plenarsitzung). Aufgrund veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, einer sehr dynamischen Entwicklung des Wissenschaftssystems und «einem sich verschärfenden Wettbewerbsdruck» müsse den Hochschulen mehr Autonomie zur eigenverantwortlichen Gestaltung gegeben werden: «Die Hochschulen müssen lernende Organisationen werden. Das können sie nur, wenn ihnen der Staat möglichst viel Freiraum lässt. Die Entstaatlichung ist für mich keine ideologische Frage, sondern eine ganz praktische.» Das Reformgesetz unterscheidet zwischen Hochschulen in staatlicher Trägerschaft und Hochschulen in der Trägerschaft von rechtsfähigen Stiftungen des öffentlichen Rechts. Beide Hochschultypen sollten in der Verantwortung des Staates bleiben, aber unterschiedliche Formen von Autonomie genießen. Der Wissenschaftsminister sah im Modell der öffentlich-rechtlichen Stiftungshochschulen eine besondere Chance: «Am konsequentesten wird das Leitbild der Entstaatlichung bei den Stiftungshochschulen umgesetzt.» Die neue Rechtsform «bedeutet eine juristische Verselbständigung der Hochschule gegenüber dem Staat und damit mehr eigenverantwortliche Gestaltungsmöglichkeiten.» Zweitens solle «langfristig ein Stiftungsvermögen» aufgebaut werden. «Die Erträge sollen staatliche Mittel nicht ersetzen, sondern ergänzen.» Drittens erhält die Stiftung die Dienstherreneigenschaft und «die für den Betrieb der Hochschule benötigten Liegenschaften.» Zum eigenverantwortlichen Liegenschaftsmanagement gehört die Bauherreneigenschaft. In der Konsequenz bedeutete dieser Schritt die Lösung vom staatlichen Baumanagement. Viertens sollte durch die Stiftung «als Institution der Bürgergesellschaft» eine stärkere Bindung ihrer Mitglieder an die Hochschule bewirkt werden. Dabei war besonders an eine Stärkung der Alumniarbeit gedacht. Und fünftens sollten «bislang staatliche Kontrollbefugnisse» auf einen siebenköpfigen Stiftungsrat übergehen, neben fünf externen Personen gehören dem Stiftungsrat ein Senatsvertreter und ein Vertreter des Fachministeriums an, letzter als Mitglied ohne Vetorecht. Mit diesem Reformgesetz gelang der Hochschulpolitik ein großer Wurf. Der Paragraph 51 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes bestimmt als Stiftungsvermögen «die für den Betrieb der Hochschule benötigten unbeweglichen Vermögensgegenstände». Die erforderlichen Finanzmittel zum Erhalt dieser Liegenschaften (Bauunterhaltung) sollen aus «einer jährlichen Finanzhilfe des Landes» bestritten werden. Hinzu können Mittel des Hoch12 Wolfgang-Uwe Friedrich Die Stiftungsuniversität Stiftung Universität als Bauherrin Hildesheim 77 9 schulbauförderungsgesetzes, aus zentralen Förderprogrammen und «Zuschüsse für bauliche Investitionen» kommen. Wie bei anderen öffentlich-rechtlichen Stiftungen (zum Beispiel Stiftung Preußischer Kulturbesitz) leistet die öffentliche Hand das Gros der Baufinanzierung. Die parlamentarische Opposition teilte Grundsätze zur Hochschulreform, kritisierte in der Landtagsdebatte aber das Stiftungsmodell wegen des fehlenden Stiftungskapitals, das vom Land nur in Form von Liegenschaften geschaffen wurde. «Die Hochschulen werden vom staatlichen Gängelband gelöst.» Gleichzeitig, so die Kritik, bleiben sie «dauerhaft am Finanztropf des Staates hängen». Im Anhörungsverfahren des Landtags (Niedersächsischer Landtag, 14. Wahlperiode, Drucksache 14/2541) forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund, für eine Übergangszeit die Stiftungshochschulen zur Übernahme von «Bauleistungen (…) der Staatshochbauverwaltung» zu verpflichten. Und die Architektenkammer Niedersachsen forderte ebenfalls, «dass die Bauverwaltung unter staatlicher Aufsicht bei der Staatshochbauverwaltung belassen werde». Die Landesregierung folgte dagegen konsequent dem Leitziel der Entstaatlichung und lehnte die Forderungen ab: «Eine zwingende gesetzliche Verpflichtung zur Abnahme von Leistungen der Staatshochbauverwaltung ist mit dem Gedanken der Verselbständigung durch einen eigenen Träger nicht zu vereinbaren. Allerdings kann die Stiftung auch Dienstleistungen der Landesbauverwaltung und der Liegenschaftsverwaltung des Landes gegen Entgelt in Anspruch nehmen. Dies wird auch geschehen, wenn die Landesbauverwaltung und die Liegenschaftsverwaltung des Landes ihre Dienstleistungen zu Bedingungen zur Verfügung stellen können, die für die Stiftung mindestens ebenso vorteilhaft sind wie ein eigenes Liegenschaftsmanagement oder die Vergaben dieser Aufgabe an Dritte außerhalb des staatlichen Bereichs.» Die Landesregierung resümierte ihre Beurteilung mit dem Satz: «Die Einschätzung, dass ein freies Liegenschaftsmanagement der Stiftungen zu einer Unprofessionalität führen wird, wird nicht geteilt.» Die Universität Hildesheim ergriff die Chance und wurde nach Verabschiedung des Gesetzes per Verordnung mit Wirkung vom 1. Januar 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt, zeitgleich mit den Universitäten Göttingen und Lüneburg, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Fachhochschule Osnabrück. Mit der Stiftungsgründung wurde eine dynamische Entwicklung begonnen, die bis heute andauert und die im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass sich die Universität nicht mehr als Objekt der Politik versteht, sondern als eigenverantwortlich handelnder Akteur. Es fand ein Mentalitätswandel statt. Die Stiftungsuniversität agiert selbstbewusster und flexibler. Praktisch bedeutet dies eine stärkere Profilbildung mit selbst entwickelten, neuen Profilelementen. Hierzu zählen unter anderem der Bereich IT/Wirtschaftsinformatik, dessen Einrichtung der erste Schritt der Stiftungsuniversität war, die (pädagogische) Psychologie, der Bereich Bildungsintegration und in jüngster Zeit die neuen Masterstudiengänge Sport – Gesundheit – Leistung sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeitsbildung. Zur juristischen Verselbständigung zählt auch die Übernahme der Dienstherren- und Bauherreneigenschaft. Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität stellen eines der herausragenden Elemente der dynamischen Entwicklung dar. Ein weiteres ist das zeitgleich auf der Basis des Stiftungsmodells der Hochschule übertragene Berufungsrecht. In zahlreichen Berufungen und Bleibeverhandlungen, in denen die Stiftung Universität Hildesheim mit sehr berühmten, großen und traditionsreichen Universitäten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz konkurrierte, konnte sie Erfolge verbuchen. In diesen Verhandlungen wirkte sich das größere Maß an Autonomie und Flexibilität besonders stark aus. Zu den Erträgen zählen auch neun Stiftungsprofessuren. Diese sind allerdings nicht, wie in den USA üblich, endowed chairs, also durch ein Stiftungsvermögen dauerhaft finanzierte Professuren, sondern in der Regel durch Spenden auf Zeit finanzierte Stellen. Alumnivereine und eine wachsende Universitätsgesellschaft e. V. bilden einen organisatorischen Rahmen für eine stärkere Verbindung zur Bürgergesellschaft. Schließlich wurde mit dem Stiftungsrat ein Organ geschaffen, das sich als konstruktiv-kritischer Begleiter der Stiftungshochschule erwies. Seit 2003 übt der damalige Vizepräsident der 14 Wolfgang-Uwe Friedrich Deutschen Bundesbank, Dr. Jürgen Stark, das Amt des Stiftungsratsvorsitzenden aus. Nicht zuletzt das verantwortliche Baumanagement profitiert von der Tätigkeit des Hildesheimer Stiftungsrats. Zwei Entwicklungen, die nicht durch die Stiftung begründet wurden, trugen zur Dynamik bei und müssen beachtet werden. Zum einen verzeichnet Deutschland einen stetigen Anstieg der Studierendenzahlen. An der Universität Hildesheim stieg die Zahl der Studierenden von rund 4.000 auf heute rund 7.000. Zum anderen verlagerte das Land den auch in Hannover angebotenen Lehramtsstudiengang für Grund-, Haupt- und Realschulen nach Hildesheim. Dadurch gewann die Hochschule mehr als fünfzig neue Personalstellen im Bereich Lehre und Forschung. Stiftung Universität Hildesheim, Studierendenentwicklung (inkl. Beurlaubte) 2002–2015 Die Stiftungsuniversität als Bauherrin begleitete das Wachstum, das sich nicht nur in steigenden Studierendenzahlen, sondern auch durch einen deutlichen Zuwachs an Personal und an Drittmitteln ausdrückte. Drei größere Baumaßnahmen wurden seit 2003 durchgeführt. Die wichtigste ist der Ausbau der Domäne Marienburg zum Kulturcampus (ᐅ Tilman Borsche u. a. (Hrsg.): Die Domäne Marienburg bei Hildesheim. Von der Bischofsburg zum Kulturcampus, Hildesheim 2013). Die ehemalige Bischofsburg liegt vor den Toren der Stadt, wenige Kilometer vom Hauptcampus entfernt, malerisch eingebettet in die Auenwiesen der Innerste. Zwischen 2009 und 2012 wurden ein Theaterbau neu errichtet sowie das Hohe Haus und frühere Stallungen zur universitären Nutzung umgebaut. So konnten mehr als 2.000 m² Hauptnutzfläche geschaffen werden. Die Baukosten hierfür beliefen sich auf rund 11,5 Millionen Euro. Sie ist eine einzigartige Baumaßnahme, weil auf diese Weise ein bedeutendes spätmittelalterliche Kulturdenkmal des Landes vor dem Verfall gerettet und einer zeitgemäßen universitären Nutzung zugeführt werden konnte. Das gesamte Ensemble Domäne Marienburg verfügt über eine besondere Aura, es ist ein Kleinod unter den Hochschulbauten des Landes. Auch unter dem Gesichtspunkt einer strategischen Hochschulentwicklung ist die Strahlkraft dieses Kulturcampus besonders hoch einzuschätzen. Die Anlage bedarf der architektonischen Vollendung durch einen Hörsaal- und Forschungsneubau für den Fachbereich Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation. Dieser Neubau soll im linken Eingangsbereich, wo heute noch eine Scheune steht, errichtet werden. Die Stiftungsuniversität als Bauherrin 15 Bedeutender Raumgewinn konnte ebenfalls 2009 durch den Ankauf der ehemaligen Fachhochschule der Polizei an der Lübecker Straße, zehn Minuten Fußweg vom Hauptcampus entfernt, erzielt werden. Für den Ankauf zahlte das Land 1,5 Millionen Euro. Einen Sanierungsabschnitt finanzierte die Stiftungsuniversität mit Eigenmitteln im Umfang von 1,6 Millionen Euro. Ein zweiter Sanierungsabschnitt wurde durch das Konjunkturpaket II des Bundes im Umfang von 1,9 Millionen Euro finanziert. Schließlich wurde dort ein Neubauflügel errichtet, für den die Hochschule Eigenmittel im Umfang von ca. vier Millionen Euro aufwandt. Dieser Neubauflügel bietet 1.455 m² Hauptnutzfläche. Nach Richtwertkosten hätten dafür ca. fünf Millionen Euro öffentliche Mittel veranschlagt werden müssen. Die Stiftungshochschule baute in eigener Verantwortung also 20 Prozent günstiger. Insgesamt wurden für diesen neuen Bühler-Campus 9,1 Millionen Euro investiert und 4.415 m² Hauptnutzfläche geschaffen. Dadurch gelang die Ansiedlung des gesamten Fachbereichs Sprach- und Informationswissenschaften auf einem Areal. Zentraler Baustein der baulichen Entwicklungsplanung ist das neue FORVM. Mit 3.575 m² Hauptnutzfläche ist das FORVM das größte Einzelgebäude der Universität. Ein Hörsaal, Seminarräume, Büros, ein Senatssaal, Konferenzräume und wesentliche studentische Serviceeinrichtungen sind im FORVM untergebracht: die Zentrale Studienberatung mit dem Campus-Center, das Immatrikulationsamt, die Prüfungsämter und das International Office. In den oberen Etagen befinden sich das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung, der Bereich Fortund Weiterbildung und die Räumlichkeiten des Instituts für Erziehungswissenschaften. Wieder baute die Stiftungsuniversität günstiger, als die Richtwertkosten es erlaubt hätten. Mit 12,8 Millionen Euro kostete der Bau 14 Prozent weniger als nach Richtwertkosten. Termin- und Kosteneinhaltung bei Baumaßnahmen stellen ein generelles Problem dar. In der Öffentlichkeit werden Extremfälle zu Recht kritisch kommentiert. Die Verzehnfachung der Baukosten für die Hamburger Elbphilharmonie und die nicht enden wollende Affäre um den Berliner Großflughafen sind deshalb für Bauherren abschreckende Beispiele. Eine gute Bauplanung bedarf eines guten Teams, das neben hoher fachlicher Qualifikation auch über eine hohe Motivation verfügen muss. Juristische Kompetenz ist angesichts komplexer Vergabeverfahren sehr wichtig. Alle am Bau Beteiligten müssen sich als Partner verstehen. Die Nutzer sind von Anfang an einzubeziehen. Voller Einsatz und flexible Gestaltungsmöglichkeiten sind Voraussetzung für den Erfolg. Es war für das FORVM-Projekt bedeutsam, dass mit Paulina Nowak die Vorsitzende des Studierendenparlaments zur Auswahljury gehörte, ebenso wie der Vorsitzende der Architektenkammer Niedersachsen, Wolfgang Schneider, der Hildesheimer Baudezernent Kay Brummer und der frühere Rektor Heinz-Wilhelm Alten. Die Mitwirkung der Stadt förderte eine symbolische Unterstützung in Form des neuen Straßennamens Universitätsplatz. Von herausragender Bedeutung war abermals die gute Zusammenarbeit mit dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums, das mit Christel Tesch ebenfalls in der Auswahljury vertreten war. Entscheidend wirkten Kompetenz, Motivation und Teamgeist des Baudezernenten der Hochschule, Thomas Hanold, seines Stellvertreters Eberhard Gaus und des gesamten Baudezernats. Generell kann festgestellt werden, dass eine Bauabteilung im eigenen Haus, wie dies bei der Stiftungsuniversität der Fall ist, ein hohes Maß an Flexibilität bei der Planung und Umsetzung von Baumaßnahmen ermöglicht. «Im eigenen Haus» bedeutet auch, dass die Nutzerzufriedenheit unmittelbar erlebt wird, dass gute Kenntnisse über die Bedarfe der wissenschaftlichen Einrichtungen vorliegen und durch Augenschein überprüft werden, so dass dadurch Doppelstrukturen vermieden und Einsparungen erzielt werden können. Schließlich ist das Baudezernat auch für den Betrieb der technischen Anlagen und Gebäude verantwortlich. Zukünftige Betriebskosten sind bei einem ganzheitlichen Gebäudemanagement mit einzukalkulieren. Dieser Faktor ist Bestandteil von Investitionsentscheidungen. Die Stiftungsuniversität entscheidet eigenverantwortlich über ihre Prioritäten bei der Umsetzung ihrer baulichen Entwicklungs- und Instandhaltungsplanung. Nach der Fertigstellung des FORVMS steht die Sanierung des Samelson-Campus auf der Agenda. Geplant ist auch der Neubau der Mensa. 16 Wolfgang-Uwe Friedrich Bilanziert man die Bautätigkeit der Stiftung Universität Hildesheim, so kann festgestellt werden, dass diese ihre Aufgaben auf der Basis eines nach wie vor beispielhaften Stiftungsmodells verantwortlich erfüllt. Termin- und Kosteneinhaltung genießen Priorität. Mehr noch: Die Stiftungsuniversität Hildesheim baut nachweislich günstiger als dies früher der Fall war und andernorts der Fall ist. Stiftung Universität Hildesheim, Nutzflächen nach Standorten (2003–2014) Lissaboner Allee Hindenburgplatz Tilsiter Straße Bühler-Campus Domäne Marienburg Mackensenkaserne Samelson-Campus sonstige Standorte Universitätsplatz Die Stiftungsuniversität als Bauherrin 17 Zentraler Baustein der baulichen Entwicklungsplanung Das neue FORVM Thomas Hanold Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić bei der Grundsteinlegung des FORVMS am 27. Juni 2013 Foto: Julia Moras Studieren in der ehemaligen Burg des Hildesheimer Bischofs: Vorlesung von Prof. Dr. Jens Roselt auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg im Oktober 2012. Foto: Andreas Hartmann Das starke Wachstum der Stiftung Universität Hildesheim an Studierenden, Beschäftigten und Lehrveranstaltungen erfordert notwendigerweise auch ein nachhaltiges räumliches Wachstum. Dieses intelligent und wirtschaftlich mit einer strategischen Weiterentwicklung der Universitätsstandorte zu verknüpfen, ist Teil eines baulichen Entwicklungskonzeptes mit einem Gesamtvolumen von ca. 50 Millionen Euro. Ein Großteil der Maßnahmen konnte bereits erfolgreich umgesetzt werden. Dabei wurden die vier Fachbereiche der Universität Hildesheim jeweils an einem eigenen Standort konzentriert. So konnte auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg mit der spätmittelalterlichen Marienburg ein Baudenkmal aus dem 14. Jahrhundert samt Vorburg und Wirtschaftshof zur universitären Nutzung ausgebaut und um einen Theaterneubau ergänzt werden. Durch den Ankauf einer städtischen Liegenschaft sowie deren Sanierung, Umbau und baulicher Ergänzung um einen größeren Neubau entstand mit dem Bühler-Campus zu Beginn des Wintersemesters 2010/11 ein ganz neuer Campus für die Institute des Fachbereichs 3 «Sprachund Informationswissenschaften». Eine wichtige Voraussetzung für die schnelle und flexible Umsetzung der strategischen baulichen Entwicklungsplanung ist die Wahrnehmung der Bauherreneigenschaft in eigener Verantwortung durch die Universität seit Stiftungsgründung im Jahr 2003. Die zu diesem Zweck eingerichtete Bauabteilung verfügt über gute Kenntnisse der wissenschaftlichen Einrichtungen, ihrer Abläufe und Erfordernisse und kann somit Bedarfe zielgerichtet analysieren und gegebenenfalls mit andernorts vorhandenen Ressourcen abgleichen. Dies ist für die Umsetzung von Berufungszusagen und die Aufstellung von Raumprogrammen für große Maßnahmen ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil, da Investitions- und Betriebskosten nachhaltig minimiert werden können. 20 Thomas Hanold Seit Beginn des Jahres 2015 ergänzt das neugebaute FORVM den Hauptcampus der Universität. Seine spannungsreiche Kubatur soll dem Gebäudebestand der 1960er Jahre ein neues Gesicht geben und Besucher künftig mit universitärer Ausstrahlung empfangen. Im Inneren stellt das offen gestaltete Gebäude viele Aufenthalts- und Arbeitsmöglichkeiten für die Studierenden bereit. Das große viergeschossige Atrium wird auch in langen kalten Wintersemestern einen attraktiven und großzügigen Raum für Aufenthalt und interdisziplinären Austausch bieten. Die bisher in der Innenstadt ausgelagerten Service- und Weiterbildungseinrichtungen können wieder am Hauptcampus untergebracht werden. Sieben große moderne Seminarräume, ein Hörsaal und attraktive Konferenzmöglichkeiten rund um den neuen Senatssitzungssaal sind entstanden. Auf dem neuen Universitätsplatz, der sich zwischen Neubau und dem bisherigen Haupteingang erstreckt, kann universitäres Leben sichtbar ausstrahlen in den umgebenden Stadtteil. Das neugebaute FORVM ist eine Einladung an Studierende, Lehrende, Beschäftigte und AnwohnerInnen mehr als bisher miteinander in Kontakt zu treten und in wechselseitig bereicherndem Austausch zu bleiben. Zentraler Baustein der baulichen Entwicklungsplanung 21 FORVM, fotorealistische Visualisierung. Entwurf: Architekten BKSP, Hannover Zeichen des Wachstums Das neue FORVM am Universitätsplatz 1 Mario Müller 86 Stiftung Universität Hildesheim 2003, im Gründungsjahr der Stiftung Universität Hildesheim, waren 4.071 Studierende eingeschrieben. Ihnen standen die Gebäude am Hauptcampus mit der neuen Bibliothek und die Räumlichkeiten der ehemaligen Hauptschule am Samelson-Campus für ihr Studium zur Verfügung. Dreizehn Jahre danach, im Wintersemester 2014/15, hat sich mit 7.114 immatrikulierten Studierenden die Anzahl um gut 77 Prozent erhöht. Ihnen stehen vier Universitätsstandorte für ihre Ausbildung zur Verfügung: – Der Hauptcampus mit den zentralen Einrichtungen und Instituten des Fachbereichs 1 «Erziehungs- und Sozialwissenschaften» – Der Kulturcampus Domäne Marienburg mit den Instituten des Fachbereichs 2 «Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation» – Der Bühler-Campus mit den Instituten des Fachbereichs 3 «Sprach- und Informationswissenschaften» – Der Samelson-Campus mit Instituten des Fachbereichs 4 «Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik». Dieser überzeugenden räumlichen Konzentration der vier universitären Profilbereiche liegt ein strategisches bauliches Entwicklungskonzept zugrunde. Es bietet zukunftsorientierte Antworten auf das stetige Wachstum der Studierendenzahl und soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen werden. So waren der Erwerb und Ausbau des Bühler- und des Kulturcampus bis zum Jahr 2012 wichtige Meilensteine des Entwicklungskonzeptes, das die Universität in ihrer Bauherreneigenschaft selbstverantwortlich umsetzte. Ca. 20 Millionen Euro flossen in die Sanierung und Erweiterung dieser beiden Standorte. Dadurch konnte die Hauptnutzfläche der Universität von etwa 24.600 m² im Jahr 2003 auf 35.700 m² im Jahr 2013 um 45 Prozent vergrößert werden. Mit der Fertigstellung des neuen FORVMS im Frühjahr 2015 wurde eine weitere Etappe des Entwicklungskonzeptes erfolgreich abgeschlossen. Dieser Neubau setzt sowohl in seiner Bedeutung für die Universität insgesamt als auch in seinem baulichen Umfang außergewöhnliche Maßstäbe. Im FORVM sind alle wesentlichen Serviceeinrichtungen für Studierende, die bisher an verschiedenen Standorten platziert waren, an exponierter Stelle zusammengeführt. Denn das Gebäude mit seiner prägnanten Architektur führt in den neuen Eingangsbereich des Hauptcampus ein; es ist das neue «Gesicht» der Universität. Zusammen mit dem ebenfalls neu entstandenen Universitätsplatz bildet das FORVM ein einladendes und sehr kommunikatives Empfangsensemble mit einer Hauptnutzfläche von 3.575 m². Damit übertrifft das nun größte Gebäude der Universität die Hauptnutzfläche des gesamten Samelson-Campus und ist ein sichtbares Zeichen des Wachstums der Universität. Die Investition in eine ansprechende Architektur hat sich gelohnt: Das neue FORVM wurde von der Architektenkammer Niedersachsen zum offiziellen Veranstaltungsort für den «Tag der Architektur» am 28. Juni 2015 ausgewählt! Mit der Neuanlage des Universitätsplatzes änderte sich zum 1. Januar 2015 auch die Hauptadresse der Universität: Sie lautet seitdem nicht mehr Marienburger Platz 22, sondern Universitätsplatz 1. Dies ist die neue Adresse für Forschung und Lehre, erfolgreiches Studieren und junges Leben in Hildesheim. Das starke Engagement der Universität wertet gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst und der Norddeutschen Fachhochschule für Rechtspflege die Stadt Hildesheim als Hochschulstandort auf, denn der tatkräftige und zielgerichtete Ausbau einer attraktiven gut vernetzten Bildungslandschaft bildet ein wichtiges Kriterium für die Anziehungskraft Hildesheims auf Wirtschaftsunternehmen und Fachkräfte. Jede Investition in den Ausbau und die Förderung der Universität ist auch eine Investition in die Weltkulturerbe-Stadt Hildesheim mit ihren rund 100.000 Einwohnern. Die Stiftungsuniversität nimmt daher bei der Planung und Ausführung ihrer Bauprojekte ihre Verpflichtung ernst, verantwortungsvoll an der städtebaulichen Entwicklung mitzuwirken. 24 Mario Müller Zeichen des Wachstums 25 FORVM, Schnitt. Entwurf: Architekten BKSP, Hannover 26 90 StiftungMario Universität Müller Hildesheim Zeichen Stiftung desUniversität Wachstums Hildesheim 27 91 Ein «sympathisches und raffiniertes Haus» Der internationale Architektenwettbewerb zum geplanten Neubau 2010 schrieb die Stiftung Universität Hildesheim den geplanten Bau des FORVMS in einem internationalen Architektenwettbewerb aus. Die Aufgabe hatte nicht wenig Reiz, denn es galt nicht nur «den Neubau eines Universitätsgebäudes mit Hörsaal sowie Service-, Verwaltungs- und Seminareinheiten» aufgrund der erheblichen Raumengpässe zu planen. Da der Hauptcampus der Universität baulich in zweiter Reihe liegt, ist er «zur Zeit nicht direkt von einer Hauptverkehrsstraße aus erkennbar». Daher wollte man die Universität mit dem Neubau «stärker im Stadtbild» verankern. Sie sollte «ein neues Entree» erhalten, um «Besucher zukünftig angemessen zu empfangen» (Zitiert nach: Ausschreibungstext zum Architektenwettbewerb). Tatsächlich hatte man die ältesten Gebäude auf dem Hauptcampus zwischen 1965 und 1971 am Hang des Galgenberges mit einiger Entfernung zur Marienburger Straße, der Hauptverkehrsstraße des Stadtteils Marienburger Höhe, errichtet. Zu dieser Zeit war die Hochschule in Hildesheim noch eine Abteilung der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen. Ihr folgte 1978 die Gründung der wissenschaftlichen Hochschule und 1989 die Umbenennung in eine Universität. Heute ist Hildesheim eine von insgesamt neun Universitäten bzw. 20 Hochschulen des Landes Niedersachsen. Bei dem baulichen Ensemble auf dem Hauptcampus handelt es sich um eine strukturalistisch-additive Komposition mehrerer unterschiedlich großer Gebäude mit jeweils quadratischem Grundriss und Treppentürmen. Sie schließen einen freizügig gestalteten Platz ein und sind von weitläufigen Grünanlagen umgeben. Durch zahlreiche Auf- und Durchgänge, Sichtachsen und Wege vermag der Hauptcampus eine sehr kommunikative und lebendige Architektur zu entfalten: Er entwickelte sich zu einem integrativen und attraktiven Ort des Stadtteils, nicht zuletzt weil später auf dem freien Platz zwischen Campus und Marienburger Straße das Einkaufszentrum «Marienburger Höhe» gebaut und zum Versorgungsmittelpunkt wurde. Was hier für AnwohnerInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universität von großem Nutzen ist, wirkt sich auf die architektonische Gesamtkonzeption des Hauptcampus nachteilig aus. Das Einkaufszentrum verhindert eine angemessene universitäre Eingangssituation von der Marienburger Straße aus. Dieser herausfordernden Ausgangssituation hatten sich die teilnehmenden Architekten zu stellen. Mit dem skizzierten Auftrag waren die Maßgaben aber noch nicht vollständig abgesteckt. Der geplante Neubau sollte nicht nur den eigenen Gebäudebestand aufwerten. Vielmehr sieht die Universität sich mit ihren zurückliegenden und künftigen Bauprojekten in der Verantwortung, mit anspruchsvoller Architektur und landschaftlicher Gestaltung einen für alle Seiten Gewinn bringenden Beitrag an der städtebaulichen Entwicklung zu leisten. Dies stellte sie unter anderem durch die Erhaltung und Pflege bedeutender historischer Gebäude wie der Bischofsburg auf der Domäne Marienburg und die angemessene Neunutzung der ehemaligen Timotheuskirche auf der Marienburger Höhe unter Beweis. Bis zum Jahr 2012 wurde die an der Stadtgrenze liegende, denkmalgeschützte ehemalige Bischofsburg mit ihrem mittelalterlichen Kern als Domizil des Fachbereichs 2 «Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation» saniert. Die Bischofsburg, später wegen ihrer neuzeitlichen Nachnutzung als landwirtschaftlicher Gutsbetrieb «Domäne Marienburg» genannt, bietet optimale Voraussetzungen für den hier entstandenen Kulturcampus mit Burgtheater. Die Burg selbst ist ein architektonisches Kleinod und Mittelpunkt des Hildesheimer Ortsteils Marienburg. Umgeben von Weiden, Wiesen, einem Gutspark und dem Fluss Innerste zieht dieses landschaftliche Idyll zahlreiche Hildesheimer an sonnigen Wochenenden an. Das Hofcafé und das 2003 gegründete Schulmuseum der Universität mit seinen umfangreichen Beständen zur historischen Bildungsforschung etablierten sich zu einem beliebten Ausflugsziel. Hier sind städtebauliche und universitäre Bedürfnisse aufs Engste miteinander verbunden. 28 Mario Müller ᐃ Blick von der Marienburger Straße auf den Hauptcampus der Universität. Im Vordergrund befindet sich das Einkaufszentrum mit Parkplatz; im Hintergrund ist das Gebäude D der Universität sichtbar. Foto: Clemens Heidrich ᐁ Luftaufnahme des Hauptcampus vor dem Bau des FORVMS. Am linken Bildrand liegt das Einkaufszentrum. Foto: Andreas Hartmann Zeichen des Wachstums 29 ᐃ Fotorealistische Visualisierung zur künftigen Umgestaltung des Samelson-Campus. Den Kern des hier abgebildeten Hauptgebäudes bildet die ehemalige Hauptschule auf der Marienburger Höhe. Entwurf: Architektur- und Innenarchitekturbüro Jung, Hildesheim ᐁ Luftaufnahme des Kulturcampus Domäne Marienburg. Links ist das Hohe Haus und der Bergfried mit Nebengeäuden zu sehen, in denen sich heute unter anderem die Aula und Seminarräume befinden. Das neue Gebäude auf der unteren Bildhälfte beherbergt das Burgtheater; rechts außen liegt das Hofcafé mit seiner weitläufigen Terrasse. Foto: Andreas Hartmann 30 Mario Müller Auf dem Samelson-Campus gilt es zwei ganz unterschiedliche Liegenschaften aufeinander abzustimmen. Seit 1985 wird das ehemalige Hauptschulgebäude auf der Marienburger Höhe von der Universität als Büro- und Seminargebäude genutzt. Nachdem die evangelischen Kirchengemeinden St. Timotheus und Paul-Gerhard am 1. Januar 2005 vereinigt wurden, kamen noch die 1953 errichtete Kirche St. Timotheus mit Pfarrhaus und Pfarrgarten für die universitäre Nutzung hinzu. Dort befindet sich heute das «Center for World Music», das unter anderem die bedeutende Instrumentensammlung Rolf Irle beherbergt. Seit 2015 wird die Entwicklung dieses Campus durch die Errichtung von größeren Erweiterungsbauten weiter vorangebracht. Das FORVM auf dem Hauptcampus sollte diesem Engagement nicht nachstehen und den hohen Maßstäben an ein multifunktionales Universitätsgebäude mit angemessenem Eingangsbereich genügen. Bis zum Juni 2010 waren 16 Wettbewerbsbeiträge zum FORVM beim Preisgericht eingereicht worden. Die Jury unter dem Vorsitz von Dipl.-Ing. Wolfgang Schneider, dem Präsidenten der Architektenkammer Niedersachsen, wählte einstimmig die ersten drei Plätze unter den Preisträgern aus, ein weiteres Atelier wurde mit einer Anerkennung belobigt. Der erster Preis, dotiert mit 27.500 Euro, ging an die Architekten BKSP aus Hannover, den zweiten Preis in Höhe von 16.500 Euro erhielt die Glass · Kramer · Löbbert GmbH aus Berlin und der dritte Platz mit 11.000 Euro wurde an die Architekten Bez + Kock aus Stuttgart verliehen. Der Firma petersen · pörksen · partner aus Hamburg kam die Anerkennung zu. In der Begründung für die Wahl des ersten Preises wurde die gelungene architektonische Anbindung an den älteren Gebäudebestand auf dem Hauptcampus hervorgehoben, obwohl der Entwurf erfreulicherweise «ein selbstbewusstes und eigenständiges Gebäude» darstellt, «dass sich in hervorragender Weise für die gewünschte Adressbildung am Campus der Universität eignet. Dabei entwickelt der Neubau im positiven Sinne eine ambivalente Haltung: Er wirkt als Solitär und erreicht damit die wichtige Fernwirkung. Gleichzeitig erzielt er durch seine feine Differenzierung bei der Höhenentwicklung eine ganz selbstverständliche räumliche Ergänzung und zwar sowohl in Bezug zu den Bauten der Universität als auch zu den Wohnbauten in der unmittelbaren Nachbarschaft. Zwischen Neubau und Bestand wird ein Universitätsplatz formuliert, der als freiräumliches Element zur Identität der Universität beiträgt, gleichzeitig alle Bewegungsströme aufnimmt und im Zusammenspiel mit der geplanten Freitreppe zwischen den Bauten der Verwaltung und den Naturwissenschaften eine ganz beiläufige Verbindung mit dem Campus des Bestandes herstellt. Ergänzend zu den verknüpfenden Freiraumfunktionen des Universitätsplatzes werden im Erdgeschoss die publikumsintensiven Seminarräume und der Hörsaal konsequent angeordnet. Das Erdgeschoss ist ein großzügiger offener Raum, der seinen räumlichen Reiz aus der Übernahme des natürlichen Verlaufs des Hangs und dem hohen Anteil von natürlicher Belichtung erhält. Der gewählte Gebäudetypus eignet sich sehr gut für die universitäre Nutzung. Die Organisation des Grundrisses ist einfach, sie ist übersichtlich, in der Nutzungszuweisung flexibel, doch gleichermaßen räumlich anspruchsvoll gelöst. Zur guten Orientierung trägt die offen gestaltete Treppe bei. Durch ihre Anordnung in der Mitte des Grundrisses erlaubt sie kurze Wege zwischen den einzelnen Funktionsbereichen. Nahezu alle Aufenthaltsräume sind richtig positioniert. Sie weisen gute Raumproportionen auf und werden durch die Lage an der Fassade zu guten Tageslichtsituationen führen. (...) Insgesamt handelt es sich um einen Beitrag, der im hohen Maße den formulierten Zielen der Universität Hildesheim entspricht. Der Entwurf zeigt ein sympathisches und raffiniertes Haus, das ein prägnantes Entree für die Universität schafft. Der neue Universitätsplatz unterstützt als freiräumliches Element die angestrebte Adressbildung und verknüpft die vielfältigen Wegebeziehungen auf eine hervorragende Art und Weise.» (Zitat aus der Preisgerichtsbeurteilung, 2010). Zeichen des Wachstums 31 ᐃ Modell 1. Preis, Architekten BKSP aus Hannover, Foto: comp|ar – strategien für architektur und städtebau, Dortmund ᐃ Modell 2. Preis, Glass · Kramer · Löbbert GmbH aus Berlin, Foto: comp|ar ᐁ Modell 3. Preis, Bez + Kock Architekten aus Stuttgart, Foto: comp|ar ᐁ Modell Anerkennung, petersen · pörksen · partner aus Hamburg, Foto: comp|ar 32 96 StiftungMario Universität Müller Hildesheim Zeichen des Wachstums Stiftung Universität Hildesheim 33 97 Ein neues repäsentatives Gesicht Architektur und Konzeption des Neubaus «Jedes Mal, wenn ich nach Hildesheim komme, wird gebaut – und das ist das Schönste, was sich eine Wissenschaftsministerin vorstellen kann.» Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić auf dem Richtfest des FORVMS am 20. Februar 2014 Ein Jahr, neun Monate und 19 Tage verstrichen von der Grundsteinlegung des Neubaus am 27. Juni 2013 bis zur feierlichen Eröffnung am 15. April 2015. Im Februar 2015 konnten die ersten Büros bezogen werden und das Haus ist nun mit einer Nettogeschossfläche von 5.608 m² bereit für die Aufnahme des Lehrbetriebs im Sommersemester 2015. Für den Neubau wurden 6.000 m³ Aushub bewegt, 3.500 m³ Beton und 550 Tonnen Betonstahl verbaut. Im Innenraum wurden 21.000 m² Gipskartonplatten verarbeitet, 265 Türen eingesetzt, 51 Kilometer Elektroleitungen, 34 Kilometer Datenkabel und 3.700 Meter Heizungsrohre verlegt. Nicht nur diese wenigen technischen Details zum Haus sind beeindruckend. Geradezu vorbildlich ist die haushälterische Disziplin der Universität als Bauherrin. Nach Landesstandard und Richtwerten der Bauministerkonferenz der 16 Bundesländer sind für das Gebäude Baukosten in Höhe von 14.805.400 Euro zu veranschlagen. Am Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs wurde eine Reihe von Maßnahmen zur Kostenoptimierung vorgenommen. Auch während der weiteren Planung und Bauausführung hatte Kostendisziplin Priorität. Auf diese Weise konnte das Gebäude trotz unerwarteter Mehrkosten in den Bereichen Baugrund, Rohbau und Statik für Gesamtkosten von ca. 12.800.000 Euro fertiggestellt werden. Damit wurden die Richtwertkosten des Landesstandards mit ca. zwei Millionen Euro deutlich unterschritten (dies entspricht ca. 14 Prozent). Große Erfolge im Bereich des kostenoptimierten Bauens konnten auch bei den Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten am 2009 erworbenen Bühler-Campus in der Lübecker Straße (ehemalige Fachhochschule der Polizei) erreicht werden. An dem mit einer Hauptnutzfläche von 4.400 m² zweitgrößten Campus der Universität wurde die Universitätsinfrastruktur im Gesamtwert von über 18 Millionen Euro bei einer Investition von etwa neun Millionen Euro aufgewertet. Beim dortigen Neubau wurden die Richtwertkosten um 22 Prozent unterschritten. Diese exzellenten Ergebnisse konnten dank der Bauherreneigenschaft der Universität erzielt werden, so dass Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić auf dem Richtfest zum FORVM im Februar 2014 ihre weitere Unterstützung für das Hildesheimer Modell anbot und in Aussicht stellte, dass man diese Form der Selbständigkeit auch anderen Hochschulen anbieten wird, wenn diese «dazu in der Lage sind.» Vorbei an Wohnhäusern und dem Parkplatz der Universität führt der offizielle Anfahrtsweg zum Hauptcampus, die Tilsiter Straße, unmittelbar zum neuen FORVM und geht dort im Universitätsplatz auf. Das FORVM ist ein helles einladendes Haus mit einer eleganten Linienführung, das sich Gewinn bringend in die ältere Campusarchitektur einfügt. Ungeachtet der Anbindung zum älteren Bestand setzt das FORVM mit den ungewöhnlichen futuristischen Fensterzeilen, der mit eloxiertem Aluminium verkleideten Fassade und dem Ineinandergreifen von voluminöser Kubatur und lichtem Raum eigene Akzente. Versetzte Säulen und verglaste Außenwände im Eingangsbereich des Gebäudes formen eine vom Parkplatz auf den neuen Universitätsplatz leitende Passage. Von hier aus öffnet sich für Besucher das Campusgelände. FORVM, Foyer im Erdgeschoss. Foto: Clemens Heidrich 98 Stiftung Universität Hildesheim Zeichen des Wachstums 35 In Nutzung und Gestaltung bildet der Universitätsplatz einen lebendigen Kontrast zum inneren Platz des Hauptcampus: Der neue Platz als integraler Teil der Stadtentwicklung ist ein nach allen Seiten «geöffneter» Ort, gleichermaßen genutzt von Passanten und Studierenden. Er ist Teil des Verbindungsweges (Ützenkamp) zwischen Einkaufszentrum und dem oberhalb des Campus liegenden Wohngebietes, in dem sich auch Wohnheime für Studierende befinden. Die den Platz dominierenden Bauminseln, die Bestuhlung und Bewirtschaftung durch das Restaurant und Café «Am Campus» laden zum Verweilen ein. Diese Konzeption des Eingangsbereiches setzt den grundlegenden Gedanken der Neugestaltung mit Bravour um: FORVM und Universitätsplatz verleihen dem Hauptcampus ein neues repräsentatives Gesicht. Der ältere Eingangsbereich, gelegen neben der Universitätsbibliothek und hinter dem Einkaufszentrum, vermochte diese raumstrukturierende Funktion nicht zu erfüllen. Bei dem Neubau handelt es sich um zwei ineinandergreifende, fünfgeschossige Kuben auf einer Grundfläche von ca. 1.750 m² Fläche. Obwohl das Gebäude das größte auf dem Campus ist, überragt es die anderen nicht, sondern fügt sich am Fuß des Galgenbergs in den Hang ein. Diese Lage wurde durch die Architekten vorteilhaft für die Anordnung der Kubatur genutzt. Während der kleinere, zum Universitätsplatz gerückte Kubus auf Säulen und einem gläsernen Eingangsbereich zu «ruhen» scheint, ragt der größere Kubus aus dem Hang heraus. Die unterschiedliche Höhe der beiden Kuben nimmt das Gefälle auf und fügt sich damit in die landschaftlichen Gegebenheiten ein. Das Äußere des FORVMS wirkt schlicht, geradezu zurückhaltend in Farbe und Gestalt. Diese Beschaffenheit respektiert den älteren Gebäudebestand und nimmt dessen Formen und Farben auf, so dass ein abgerundetes Ensemble entsteht. Vom herausgehobenen Eingangsbereich des FORVMS einmal abgesehen, heben sich nur die ungewöhnlichen Fensterzeilen ab. Sie sind Ergebnis einer ökonomischen Belichtungs- und Klimaregulierung, bei der die Fenster zu gut drei Vierteln ihrer Fläche durch Außenjalousien abgedunkelt werden können, während durch das verbleibende obere Viertel natürliches Licht zur Beleuchtung des Innenraums einfällt. Die äußere Betonung des verglasten Eingangsbereiches wird im Inneren fortgeführt und zu einem der beiden strukturgebenden Elemente des Hauses ausgeformt: nämlich dem Eingangsbereich unter dem kleinen Kubus selbst und dem Atrium im großen Kubus. Eine offene Treppe in der Mitte des Hauses, eingefügt am Schnittpunkt der beiden Kuben und gelegen neben dem Fahrstuhl, verbindet diese beiden Elemente. Sie dient den Besuchern als Wegführung durch das Gebäude. Auf kürzestem Weg führt sie zu den entscheidenden Anlaufpunkten in den jeweiligen Etagen. Vom ersten bis zum dritten Obergeschoss wird der Besucher durch die Treppe linkerhand in einen Aufenthaltsbereich im kleinen Kubus geleitet, rechterhand führt der Weg zum Atrium. Es befindet sich im ersten Obergeschoss des großen Kubus, direkt über dem großen Hörsaal, und öffnet sich nach oben bis zum Dach, das mit acht Fenstern für eine natürliche Beleuchtung versehen ist. Galerien mit teils verglasten und abgesetzten Öffnungen umlaufen das Atrium bis zum vierten Obergeschoss. Von den Galerien aus erschließen sich die Büros und Seminarräume. Sie erlauben kurze Wege zwischen den Funktionsbereichen und sorgen für eine kommunikative Atmosphäre. Im kleinen Kubus bilden Teeküchen, Sanitäranlagen, Technik- und Abstellräume den Kern. Er wird ausgehend von den Aufenthaltsbereichen von kurzen Fluren umlaufen, die zu den Büros führen. Jene, die vom vierten Obergeschoss die Gelegenheit wahrnehmen können, in alle vier Himmelsrichtungen Ausschau zu halten, erwartet ein beeindruckendes Panorama mit Blick zur Hildesheimer Sternwarte «Gelber Turm» auf dem Galgenberg, zum Center for World Music in der ehemaligen Timotheuskirche auf der Marienburger Höhe, zu den Ortsteilen Ochtersum, Itzum und Marienburg und nicht zuletzt zur Altstadt mit ihren zahlreichen Kirchtürmen. Ehemaliger Haupteingang des Hauptcampus zwischen Universitätsbibliothek und Gebäude F Foto: Clemens Heidrich 36 Mario Müller Zeichen des Wachstums 37 Universitätsplatz mit dem neuen FORVM im März 2015. Foto: Clemens Heidrich 102 Stiftung Universität Hildesheim Stiftung Universität Hildesheim 103 «one face to the customer» Das Nutzungskonzept zum Haus Der exponierten Lage des FORVMS als Entree der Universität entspricht auch seine Nutzung. Im Erdgeschoss werden Studierende, MitarbeiterInnen und Gäste am langgestreckten, spannungsreich geformten Infotresen in Empfang genommen; ihnen werden hier Auskünfte zur Orientierung und Veranstaltungen der Universität angeboten. Im weitläufigen Atrium – eine Etage höher – befindet sich das neu ins Leben gerufene und als Frontoffice konzipierte Campus-Center. Hier können Studierende und Studieninteressierte erste grundlegende Informationen zu ihren Anliegen erfragen, Formulare und Unterlagen erhalten oder auch abgeben. In den nahe gelegenen Backoffices im ersten und zweiten Obergeschoss erwarten MitarbeiterInnen der Zentralen Studienberatung, des Immatrikulationsamtes, der Prüfungsämter, des International Office und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung die Studierenden und Studieninteressierten. Mit dieser Konzeption orientiert sich das Campus-Center unmittelbar an den Bedürfnissen der Studierenden und entspricht dem Verständnis der Universität als «Studierendenuniversität» (ᐅ www.uni-hildesheim.de/ueber-uns/leitbild). In einem Haus sind nun alle zentralen Service-, Beratungs- und Informationseinrichtungen für eine zügige Bewältigung des studentischen Alltags versammelt und aufeinander abgestimmt. Sie zeichnen sich durch besucherfreundliche Öffnungszeiten und eine zuvorkommende persönliche Beratung und Betreuung aus. Damit bietet die Universität nicht nur Services aus einer Hand nach dem Prinzip «one face to the customer» (Martin Scholz, Konzeptpapier der Zentralen Studienberatung), sondern sie erhofft sich damit auch exzellente Chancen für die Zukunft. Ministerin Heinen-Kljajić brachte diese Chancen beim Richtfest des FORVMS auf den Punkt: «Es ist schön, dass der Service-Gedanke als Wettbewerbsvorteil Einzug hält.» Das gesamte Nutzungskonzept des Hauses ist diesem Service-Gedanken verpflichtet: Im Erdgeschoss befindet sich neben dem Empfangstresen und dem großzügigen Foyer mit Arbeitsund Aufenthaltsflächen für Studierende und Besucher der vierte Hörsaal des Hauptcampus für etwa 200 Personen. Sein steil abfallendes Bodenniveau erstreckt sich über Erd- und Kellergeschoss (im Kellergeschoss sind ansonsten die Technikräume untergebracht). Der fensterlose Hörsaal wird von einem weitläufigen Flurbereich umlaufen, von dem aus die vier großen Seminarräume des Hauses erschlossen werden. Einer dieser Seminarräume (N 010) weist einen originellen Grundriss mit schräger Außenwand auf. Selbstverständlich sind Hörsaal und Seminarräume mit einem leistungsfähigen Equipment für optimale Lehr- und Lernbedingungen ausgestattet. Vom Erdgeschoss führen die Freitreppe in der Mitte des Gebäudes, ein Fahrstuhl und zwei an den Außenseiten des Gebäudes befindliche Treppenhäuser in die oberen Geschosse. Im ersten Obergeschoss liegen linkerhand der Freitreppe ein kleinerer Aufenthaltsbereich und die Büros der Zentralen Studienberatung (kleiner Kubus). Rechterhand tritt man ins Atrium mit weiteren Aufenthalts- und Arbeitsbereichen und der Theke des Campus-Centers (Frontoffice). Im Backoffice, gruppiert um das Atrium, befinden sich die Büros des Immatrikulationsamtes und der Prüfungsämter. Das zweite Obergeschoss wird – abgesehen von den Büros des International Office – von den Arbeitsräumen des Instituts für Erziehungswissenschaften vereinnahmt, das nun zum ersten Mal seit seinem Bestehen unter einem Dach vereint ist (wenige weitere Büros des Instituts befinden sich noch in den darüber gelegenen Etagen). Dem Institut steht in der zweiten Etage ein kleiner Konferenz- und Seminarraum mit Blick ins Atrium zur Verfügung. Im dritten Obergeschoss arbeiten die MitarbeiterInnen des Dezernats für Finanzen und des Kompetenzzentrums für regionale Lehrerfortbildung. Darüber hinaus befinden sich hier Räumlichkeiten der an der Universität angesiedelten Promotionskollegs und zwei Seminarräume. Das vierte Obergeschoss mit Konferenzräumen und dem großzügig geplanten Senatssitzungssaal (N 426) ist den MitarbeiterInnen des Centrums für Lehrerbildung und Bil40 Mario Müller FORVM, Seminarraum im zweiten Obergeschoss mit Blick ins Atrium. Foto: Clemens Heidrich dungsforschung, dem Bereich Fort- und Weiterbildung, dem Kompetenzzentrum «Frühe Kindheit Niedersachsen» und dem Zentrum für Bildungsintegration vorbehalten. Zudem befinden sich hier die Räumlichkeiten der VizepräsidentInnen für Lehre und Studium, für Stiftungsentwicklung und für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der MitarbeiterInnen für Friend- & Fundraising und Qualitätsmanagement. Mit dem neuen FORVM erfüllte die Universität sich den Wunsch, ihrem Hauptcampus ein zeitgemäßes und repräsentatives Gesicht zu geben. Das Haus ist eine Einladung an Studieninteressierte und Gäste sich mit den zahlreichen Angeboten der Universität vertraut zu machen. Für Studierende und MitarbeiterInnen wird das FORVM künftig ein außergewöhnlicher Ort für Studium und Forschung sein. Diese Vielfalt von Funktionen bringt der Name des Hauses zum Ausdruck: Das FORVM steht für Services, wissenschaftlichen Austausch auf hohem Niveau und Bildungsvermittlung als grundlegendes Charakteristikum einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung, der sich die Stiftung Universität Hildesheim verpflichtet fühlt (ᐅ www. uni-hildesheim.de/ueber-uns/leitbild [Präambel zum «Leitbild der Stiftung Universität Hildesheim»]). Zeichen des Wachstums 41 FORVM, Campus-Center im ersten Obergeschoss. Foto: Clemens Heidrich 40 106 Stiftung Mario Universität Müller Hildesheim Stiftung Universität Hildesheim 107 Bildung stiften! Historischer Brunnen Auf der Domäne Marienburg wurde ein mittelalterlicher Brunnen wiederentdeckt. Helfen Sie mit Ihrer Spende dieses Kleinod zu restaurieren. Warum Bildung stiften? Bürgerschaftliches Engagement ist unverzichtbar für die demokratische Gestaltung unserer Gesellschaft und auch für die Förderung unseres Bildungssystems. Um die erfolgreiche Entwicklung der Stiftung Universität Hildesheim weiter zu garantieren, sind Stiftungen und Spenden erforderlich. Wir machen Ihr Engagement gerne sichtbar: Im Internet und in Veröffentlichungen, direkt am geförderten Objekt oder auf andere Weise. Im Zusammenhang mit unserer Bautätigkeit gibt es aktuell folgende Fördermöglichkeiten: Licht für die Domäne Marienburg Lassen Sie durch Ihre Spende das Hohe Haus und den Bergfried auf der Domäne Marienburg in neuem Licht erstrahlen. Stühle im neuen Hörsaal Über uns Übernehmen Sie für je 100 Euro die Patenschaft für eine Sitzgelegenheit im Hörsaal im FORVM am Universitätsplatz 1. Mehr und aktuelle Informationen unter: www.uni-hildesheim.de/stiftung/freunde-foerderer oder direkt bei uns: Campusterrasse Universitätsplatz 1 Markus F. Langer Stiftung Universität Hildesheim Leiter Friend- & Fundraising Universitätsplatz 1 31141 Hildesheim Telefon: +49(0)5121.883.90130 Mobil: +49(0)151.12215698 Fax: +49(0)5121.883.90131 Geben Sie Studierenden einen Raum zur Erholung und spenden Sie jeweils 500 oder 1.000 Euro für ein Holzdeck der neuen Campusterrasse am Universitätsplatz 1. Prof. Dr. Martin Schreiner Stiftung Universität Hildesheim Vizepräsident für Stiftungsentwicklung Universitätsplatz 1 31141 Hildesheim Telefon: +49(0)5121.883.11102 Spendenkonto Schnell, direkt und unkompliziert: Für eine Spende per Überweisung nutzen Sie bitte unser Spendenkonto: Neubau des Center for World Music Geben Sie dem Center for World Music durch Ihre großzügige Stiftung einen neuen Ort auf der Domäne Marienburg. 44 Friend- & Fundraising Stiftung Universität Hildesheim Nord LB Hannover IBAN: DE 86 2505 0000 0106 0317 68 BIC: NOLADE2HXXX Kennwort/Verwendungszweck: «Spende – Stichwort» Bitte geben Sie bei Ihrer Spende Ihren Namen und Ihre vollständige Anschrift an, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zusenden können. Benutzen Sie hierzu bitte das Feld «Verwendungszweck» auf dem Überweisungsträger. Bildung stiften! 45 Das FORVM auf einen Blick Zahlen und Daten FORVM, Blick ins Atrium. Foto: Clemens Heidrich 110 Stiftung Universität Hildesheim Bauherrin Stiftung Universität Hildesheim Generalplanung Preisträger: – 1. Preis (22.000 €): Architekten BKSP | Grabau · Leiber · Obermann und Partner mbB, Hannover – 2. Preis (16.500 €): Glass · Kramer · Löbbert GmbH, Berlin – 3. Preis (11.000 €): Bez + Kock Architekten | Generalplaner GmbH, Stuttgart – Anerkennung: petersen · pörksen · partner, Hamburg Architekten BKSP Grabau · Leiber · Obermann und Partner mbB, Hannover Bauzeit Grundsteinlegung: 27. Juni 2013 Richtfest: 20. Februar 2014 Bezug des Gebäudes: Februar 2015 Feierliche Eröffnung: 15. April 2015 Tag der Architektur in Niedersachsen: 28. Juni 2015 (Das FORVM ist offizieller Veranstaltungsort.) Architektenwettbewerb Ausloberin: Stiftung Universität Hildesheim Koordination: comp|ar – strategien für architektur und städtebau, Dortmund Wettbewerbsart: nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zur Auslosung von 15 Teilnehmern zzgl. fünf Einladungen Zulassungsbereich: Europäischer Wirtschaftsraum, Mitgliedstaaten des Welthandelorganisations-Dienstleistungsübereinkommens Beteiligung: 16 Arbeiten Bewerbungsschluss: 10. März 2010 Abgabetermin Pläne: 7. Juni 2010 Abgabetermin Modell: 14. Juni 2010 Preisgerichtssitzung: 28. Juni 2010 Preisrichter (in alphabetischer Ordnung): – Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten, Altrektor der Universität Hildesheim – Dr. Kay Brummer, Dezernent für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Verkehr der Stadt Hildesheim – Prof. Dipl.-Ing. Volker Droste, Jade Hochschule Oldenburg – Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim – Paulina Nowak, Vorsitzende des Studierendenparlaments Hildesheim – Dipl.-Ing. Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen (Vorsitz) – Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung der Universität Hildesheim – Dr. Christoph Strutz, ehemaliger Hauptamtlicher Vizepräsident der Universität Hildesheim – Christel Tesch, Baudirektorin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur – Prof Dipl.-Ing. Zvonko Turkali, Leibni 48 Das FORVM auf einen Blick Begutachtung der Entwürfe durch die Preisrichter und Gäste während der Preisgerichtssitzung in der ehemaligen St. Thimotheuskirche (Hildesheim) am 28. Juni 2010. Personen von links nach rechts: M. Schreiner, W.-U. Friedrich, C. Strutz, C. Tesch, Z. Turkali, Thomas Hanold, Eberhard Gaus, Jessica Metschke, W. Schneider und Thorsten Warnecke. Foto: comp|ar – strategien für architektur und städtebau, Dortmund Baukosten Richtkostenwert (laut Bauministerkonferenz vom August 2012): 14.805.400,- € Baukostenprognose (Stand: März 2015): 12.800.000,- € Einsparungen (Differenz der realen Baukosten zum Richtkostenwert): 2.005.400,- € (entspricht: ca. 14 %) Kostenverteilung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (ca. 11,9 Mill. €), Eigenanteil der Stiftung Universität Hildesheim (ca. 900.000 €) Flächen Hauptnutzfläche: 3.575 m² Nettogeschossfläche: 5.608 m² Bebaute Grundfläche: ca. 1750 m² Gebäudehöhe (fünfgeschossig): ca. 20 m Zahlen und Daten 49 Mit dem neuen Hörsaal im FORVM verfügt der Hauptcampus der Universität nun über insgesamt vier Hörsäle. Foto: Clemens Heidrich Räume Anzahl der Büroräume: 117 Anzahl der Seminarräume: 7 für bis zu 72 Personen Anzahl der Konferenzräume: 4 für bis zu 24 Personen, 1 Senatssitzungsaal für 30 Personen Anzahl der Hörsäle: 1 für ca. 200 Personen Materialverbrauch etc. Aushub: 6.000 m³ Material der Fassade: eloxiertes Aluminium Materialverbrauch: – 3.500 m³ Beton – 550 Tonnen Betonstahl – 21.000 m² Gipskartonplatten – 915 Stück Glasscheiben – 265 Stück Türen – 51.000 m Elektroleitungen – 34.000 m Datenleitungen – 3.700 m Heizungsleitungen 50 Das FORVM auf einen Blick Institute und zentrale Einrichtungen im Haus Erdgeschoss: – Zentrale Auskunft der Universität Erstes Obergeschoss: – Zentrale Studienberatung (inkl. Campus-Center) – Dezernat für Studienangelegenheiten (Dezernat 3) mit Immatrikulationsamt und Prüfungsämtern Zweites Obergeschoss – International Office – Institut für Erziehungswissenschaft Drittes Obergeschoss – Dezernat für Finanzen (Dezernat 2) – Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung – Arbeitsräume für Promotionskollegs – Institut für Erziehungswissenschaft Viertes Obergeschoss: – Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung – Kompetenzzentrum «Frühe Kindheit Niedersachsen» – Zentrum für Bildungsintegration – Bereich Fort- und Weiterbildung – Präsidiumsmitglieder: VizepräsidentInnen für Lehre und Forschung, für Stiftungsentwicklung, für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs – Präsidiumsmitarbeiter: Friend- und Fundraising – Qualitätsmanagement Zahlen und Daten 51 Ausführende Unternehmen Planung – Bau – Vermessung – Gutachten Das FORVM im Bau, Oktober 2013. Foto: Isa Lange 116 Stiftung Universität Hildesheim Generalplanung Architekten BKSP Grabau · Leiber · Obermann und Partner mbB Freundallee 13, 30173 Hannover www.bksp.de Tragwerksplanung grbv | Ingenieure im Bauwesen GmbH & Co. KG Expo Plaza 10, 30539 Hannover www.grbv.de Fenster- und Fassadenarbeiten Elektroinstallation Hupfeld & Schlöffel | METALLBAU Im Rohr 14, 37297 Berkatal www.hupfeld-schloeffel.de ELNA | Elektro- und Nachrichtentechnik GmbH Sankt-Florian-Straße 15, 31180 Gliesen www.elna-gmbh.de Aufzugsmontage Gerüstbau OSMA Aufzüge | Albert Schenk GmbH & Co. KG Hirtenstrasse 4, 49084 Osnabrück www.osma-aufzuege.de Habekost GmbH Lerchenkamp 15, 31137 Hildesheim www.habekost.de Heizungsbau Estrichbau Büürma Haustechnik + Service GmbH Kleines Feld 1, 37130 Gleichen www.bueuerma.celseo.de KFK Estrichbau GmbH Süptitzer Weg 55, 04870 Torgau www.kfk-estrichbau.de Lüftungsanlagenbau Putzarbeiten DEKRA Industrial GmbH Hanomagstraße 12, 30449 Hannover www.dekra.de AIRTEC GmbH & Co. KG Max-Planck-Str. 2, 48599 Gronau www.airtec-gronau.de Ehlers Putz Am Kronsberg 2, 31188 Holle Rohbauarbeiten Sanitäranlagenbau HTI | Hoch-, Tief- und Industriebau GmbH Schwarzburger Str. 12, 99718 Greußen www.hti-greussen.de Altmärkische Haustechnik GmbH Düsedauer Straße 15, 39606 Osterburg KAEFER Construction GmbH Hannoversche Straße 92, 30916 Isernhagen de.kaefer.com Ehlert Haustechnik GmbH Borsigstraße 5, 31135 Hildesheim www.ehlert-haustechnik.de Schäfer Trennwandsysteme GmbH Industriepark 37, 56593 Horhausen www.schaefer-trennwandsysteme.de SEHi | Stadtentwässerung Hildesheim Kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts Kanalstraße 50, 31137 Hildesheim www.sehi-hildesheim.de Konzeptplanung Architektur- und Innenarchitekturbüro Jung Große Venedig 31, 31134 Hildesheim www.architekten-jung.de Begleitung des Architektenwettbewerbs Planungsgruppe VA GmbH Expo Plaza 10, 30539 Hannover www.planungsgruppe-va.de comp|ar – strategien für architektur und städtebau Schönhauser Straße 15, 44135 Dortmund www.comp-ar.de Freianlagenplanung Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination DRÖGE + KERCK | Landschaftsarchitekten Podbielskistraße 30, 30163 Hannover www.dkla.de Projektsteuerung Meier Consult GmbH | Bau – Projekt – Management Salzdahlumer Straße 196, 38102 Braunschweig www.meier-consult.de Stadt Hildesheim Bauaufsicht (Fachbereich 61.4) Markt 3, 31134 Hildesheim www.hildesheim.de/verwaltung/dienstleistungen Trocken- und Systembau Fassadenansichten des FORVMS. Entwurf: Architekten BKSP, Hannover Links: Nord-West-Ansicht mit Eingangsbereich am Universitätsplatz, rechts: Süd-West-Ansicht 118 Stiftung Universität Hildesheim Stiftung Universität Hildesheim 119 Fliesen- und Plattenarbeiten Bodenbelagsarbeiten Werbetechnik Universitätslogo Mülltrennsysteme Fliesenspezialbau Magdeburg GmbH & Co. KG Schwiesaustraße 7, 39124 Magdeburg www.fliesenspezialbau.de Raumgestaltung Schandert GmbH Mönchenstraße 24/25,14913 Jüterbog www.schandert.com Obornik Werbetechnik KG Peiner Landstraße 215, 31135 Hildesheim www.obernik.de Dacharbeiten Schlosser- und Metallbauarbeiten Hörsaalbestuhlung NordSued Wertstoff- und Abfalltechnik Wilhelm-Binder-Straße 19 78048 Villingen-Schwenningen nordsued-wat.de Georges Holzbau- und Bedachungsgesellschaft mbH Benzstraße 2a, 37412 Herzberg www.georges-holzbau.de AFFT Aluminium-Fenster-Fassenden-Technik GmbH Einerbergstraße 3, 36404 Vacha OT Oberzella brandschutz-afft.de S & H Pfeiffer Sitzmöbel GmbH Im Braumenstück 5, 67659 Kaiserslautern Kühn Sicherheit GmbH Hildesheimer Str. 24, 31137 Hildesheim www.kuehn-sicherheit.de Friedrich Wackerhagen GmbH & Co. KG Johann-Egestorff-Straße 18, 30982 Pattensen wackerhagen-buero.de Malerarbeiten Verdunklungsrollos Klaus Meißner Malerbetrieb Marktplatz 20, 19357 Karstädt OT Dallmin Kreth Kleineidam GmbH Kurt-Schumacher-Straße 27a, 31139 Hildesheim ikreth.de Dämmung | Technische Gebäudeausrüstung Mock | Isoliertechnik GmbH Gothaer Landstraße 13, 99947 Bad Langensalza www.mock-isoliertechnik.de Doppelboden Technikräume Bredo Doppelboden GmbH Glockenstraße 25, 44623 Herne bredo.net Außenanlagen Gebäudeteiltechnik Go Ka We | Straßen-, Tief- und Hochbau Burgbergblick 7, 37603 Holzminden gokawe.de SAUTER Deutschland Sauter-Cumulus GmbH Alte Schlosserei 1, 31275 Lehrte www.sauter-cumulus.de Teeküchen Türschilder az buchstaben gmbh Kasseler Landstraße 13, 37204 Witzenhausen az-buchstaben.de Bautrocknung AKL GmbH Käthe-Paulus-Straße 4, 31157 Sarstedt akl-sarstedt.de Baufeinreinigung Glanzexpress Schondorf & Giehl GmbH Beimsstraße 89a, 39110 Magdeburg glanzexpress.de Saug- und Spülarbeiten THON Kanal- und AbscheiderService GmbH Münchewiese 8, 31137 Hildesheim kanalservice-hildesheim.com Modellbau Modellwerkstatt Mijalski + Nasarian GmbH Planetenfeldstraße 116c, 44379 Dortmund www.modellwerkstatt.com Fassadenansichten des FORVMS. Entwurf: Architekten BKSP, Hannover Links: Süd-Ost-Ansicht mit Eingangsbereich am Parkplatz, rechts: Nord-Ost-Ansicht 120 Stiftung Universität Hildesheim Stiftung Universität Hildesheim 121 Lageplananfertigung Accesspoints Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen Podbielskistraße 331, 30659 Hannover www.lgln.niedersachsen.de avodaq AG Landsberger Straße 290, 80687 München avodaq.com EDV-Technik Spree Fiber GmbH Markgrafenstraße 11, 10969 Berlin spree-fiber.com Medientechnik Medien Werft GmbH Schinkelstraße 7, 31137 Hildesheim www.werftengruppe.de Bodengutachten Schnack Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG Güntherstraße 47, 30519 Hannover www.schnack-geotechnik.de Schallschutzgutachten TÜV NORD AG Am TÜV 1, 30519 Hannover www.tuev-nord.de Visualisierungen Ingenieurbüro Dietze | Akustik und Bauphysik Feldstraße 18, 31141 Hildesheim www.dietze-bauphysik.de Homebase² GmbH | die visualisierung Auf dem Grethel 30, 30457 Hannover www.homebase2.com Vermessung Akustische Beratung Ingenieurbüro Drecoll Berliner Allee 13a, 30175 Hannover www.drecoll.de AAS | Akustik-Analyse-Service Peter Karsten Steinecke 27, 38112 Braunschweig www.akustik-analyse.de Brandschutzgutachten, Flucht- und Rettungswegpläne Dehne, Kruse Brandschutzingenieure GmbH & Co. KG Gustav-Schwannecke-Straße 13, 38518 Gifhorn www.kd-brandschutz.de Feuerwehrpläne ABRAX-Sicherheitstechnik GmbH Querstraße 11, 31073 Delligsen abrax-online.de Ingenieurgesellschaft WIA GbR Schützenallee 1, 30519 Hannover www.wia-ingenieure.de Sören Hergott Vermessungsbüro Bergstraße 5, 31028 Gronau/Leine Luftbildauswertung Kampfmittel Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen Tannenbergallee 11, 30163 Hannover www.zpd.polizei-nds.de Zutrittskontrolle Rollstuhlzufahrten primion Technology AG Karlsruher Straße 2B, 30519 Hannover primion.de FORVM, Freitreppe in der Mitte des Gebäudes. Foto: Isa Lange 58 Ausführende Unternehmen Stiftung Universität Hildesheim 123 Autoren Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich Präsident der Stiftung Universität Hildesheim Dipl.-Ing. (FH) Thomas Hanold Dezernent für Bau, Liegenschaften, Betriebstechnik Stiftung Universität Hildesheim Priv.-Doz. Dr. Mario Müller Editorial Director Print & Digital Publishing Universitätsverlag der Stiftung Universität Hildesheim 60 Autoren Autoren 61 Impressum Universitätsverlag Hildesheim Universitätsplatz 1 31141 Hildesheim Erstausgabe Hildesheim 2015 Auflage: 1000 Exemplare Redaktion, Satz & Gestaltung: Mario Müller Druck: Schäfer High Definition Print, Gutenbergstraße 3, 31157 Sarstedt ISBN (Print) 978-3-934105-49-2 ISBN-A (Print) 10.978.3934105/492 ISBN (Online) 978-3-934105-50-8 ISBN-A (Online) 10.978.3934105/508 Online-Publikation der Broschüre unter: www.uni-hildesheim.de/bibliothek/universitaetsverlag Abbildungsnachweise zum Umschlag Fotografien der ersten, dritten und fünften Reihe (von oben): Clemens Heidrich Fotografie der zweiten Reihe: Isa Lange Fotorealisitische Visualisierungen der vierten Reihe: Architekten BKSP, Hannover Abbildungsnachweise zu Seite 10 Fotografie der ersten (Bild 1) und vierten (Bild 1) Reihe (von oben): Olaf Mahlstedt Fotografien der ersten (Bild 2), zweiten (Bild 2), dritten (Bild 1) und vierten (Bild 2) Reihe: Isa Lange Fotografien der dritten (Bild 2), fünften (Bild 3) und sechsten (Bild 1) Reihe: Clemens Heidrich Fotografie der fünften (Bild 2) Reihe: Fotostudio Braun Fotografie der sechsten Reihe (Bild 2): Chris Grossmann Fotorealistische Visualisierung der zweiten Reihe (Bild 1): Architekten BKSP, Hannover Fotorealistische Visualisierung der fünften Reihe (Bild 1): Architekten- und Innenarchitektenbüro Jung, Hildesheim FORVM, Erdgeschoss, Galerie auf der Rückseite des Hörsaals Foto: Clemens Heidrich Grafiken auf den S. 15 und 17: Stiftung Universität Hildesheim, Controlling, Rita Westphal Impressum 63 FORVM, südöstlicher Eingangsbereich am Parkplatz. Foto: Clemens Heidrich 128 Stiftung Universität Hildesheim