Bauen für den Mittelstand

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ISSN 0935-2023
B 7509
6 | 2016
Bauen für den Mittelstand
Know-how: Parkhaus und Tiefgarage
Bauen mit Beton
Tageslichtsysteme
Publikationsorgan der Arbeitsgemeinschaft Industriebau (AGI)
62. Jahrgang
Daniel Blaser/photoresque
EDI TO R I AL
Karin Kronthaler, Robert Altmannshofer,
Melanie Meinig, Detlef Hinderer
(v. l. n. r.).
Herausforderung
Tagtäglich erleben oder sehen wir zahllose Beispiele, an denen wir den Umgang mit Herausforderungen erkennen können. Was für den einen eine schier nicht zu bewältigende Last
darzustellen scheint, sieht der andere als Chance und der sportliche Ehrgeiz ist geweckt.
Dabei liegt der Schlüssel – wie so oft – immer im eigenen Umgang mit der Situation. Und
die Art des Umgangs wiederum kann dann auch gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg sein.
Dabei sind natürlich Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gefragt.
Beides haben Barkow Leibinger mit ihrem funktionalen Entwurf für den Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf in Warschau, Polen, bewiesen. Denn die Planer haben die knappe Budgetvorgabe keineswegs als Einschränkung gesehen, sondern als Herausforderung angenommen.
Gleichzeitig haben sie das magische Dreieck aus Baukosten, Bauzeit und Gestaltung in
seiner Gesamtheit erfüllt. Auch wenn es viele Beispiele gibt, die nur ein oder zwei Kriterien
erfüllen – während die anderen gelinde gesagt vernachlässigt sind –,halten hier alle drei
Kriterien einer Prüfung auf Herz und Nieren stand. Lesen Sie selbst ab S. 22, warum das
Gebäude auch als Prototyp gesehen werden kann.
Warum auch das Bauen mit Beton aktuell wieder eine Herausforderung darstellt, erklärt
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Manfred Curbach, Institutsdirektor und Professor für Massivbau
an der Technischen Universität Dresden, ab S. 42 im Interview zum Thema carbonbewehrter Beton. Denn der Baustoff hat durchaus das Potenzial, das Bauen zu revolutionieren.
Die BAU 2017, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, die vom 16. bis
21. Januar 2017 in München stattfindet, wirft ihre Schatten weit voraus und natürlich sind
wir bereits gespannt auf die Industriebau-Neuheiten. Einen Vorgeschmack finden Sie in
dieser Ausgabe.
Einen guten Endspurt durch das Jahr sowie viel Erfolg und sportlichen Ehrgeiz bei Ihren neuen
Herausforderungen im Jahr 2017 wünscht Ihnen
Melanie Meinig
[email protected]
6/16 industrieBAU
3
I N H A LT
AR B EI TSGE ME IN S C H A FT I ND US T R I E B A U (A G I )
6
HOBERG & DRIESCH, DÜSSELDORF
Auf Zuwachs gebaut
B AUEN F Ü R D E N MIT T E LS TA ND
10
50HERTZ NETZQUARTIER, BERLIN
Zickzack
16
GESCHÄFTS- UND PRODUKTIONSGEBÄUDE JUST SCHWEIZ
AG,WALZENHAUSEN, SCHWEIZ
Generationenbau
22
TRUMPF VERTRIEBS- UND SERVICEZENTRUM,
WARSCHAU, POLEN
Prototyp eines wirtschaftlichen Industriebaus
28
ERWEITERUNG KÄRCHER-AREAL, WINNENDEN
Ensemble mit Industriecharme
KNOW-HOW: PA RK H A U S U ND T I E FG A R AG E
30
DIE ZUKUNFT DES PARKENS
Komfort, Elektromobilität und Digitalisierung
33
22
Lamellenfassade für Trumpf
in Warschau, Polen
40
Parken par excellence
am Stuttgarter Flughafen
50
Tageslicht trumpft auf
VW-PARKHAUS BAUNATAL
Beleuchtungssanierung mit LED
und Sensorsteuerung
34
BRANDSCHUTZ
Sprinkler bleiben erste Wahl
36
DAUERHAFTIGKEIT VON PARKBAUTEN
Betonschutz rechtssicher planen
40
PARKHAUS P14, FLUGHAFEN STUTTGART
Schöner parken
B AUEN MIT BE T ON
42
INTERVIEW
Carbon Concrete Composite als
Baustoff der Zukunft
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MBS STUDIEN- UND KONFERENZZENTRUM, MANNHEIM
Freie Kuppelformen komplex geschalt
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KARL KÖHLER GMBH, BESIGHEIM
Visitenkarte aus Beton
TAG ESLIC H T S Y S T E ME
50
OBERLICHTER UND LICHTBÄNDER
Tageslicht für Nutzer und Umwelt
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LICHTBANDSYSTEME IM LOGISTIKZENTRUM
Tageslicht steigert die Effizienz
G EB ÄUD E D Ä MMU N G
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NACHTRÄGLICHE DÄMMUNG
Brand- und Wärmeschutz zwischen
Parkdeck und Büroetage
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INTERVIEW
Polyurethan-Dämmstoffe im
Industrie- und Gewerbebau
M ESSE-P RE V IE W
62
NEUHEITEN-TELEGRAMM
Vorgeschmack auf die BAU 2017
3
5
8
7
41/48/
54/69
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4
Editorial
Aktuell
AGI-Baubarometer
AGI-Veranstaltungen
Produkte
BIM
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72
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74
76
78
Titel: Love
Know-how
Literatur
Veranstaltungskalender
Recht
Firmenverzeichnis
Vorschau/Impressum
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BAUEN FÜR DEN MITTELSTAND
50H E R T Z NE T Z QU A R TI ER , B ER LI N
Zickzack
Die Berliner Europacity ist wieder um ein Gebäude mit markantem Äußeren
reicher. Für den Entwurf zeichnet das Grazer Architekturbüro Love Architecture
and Urbanism verantwortlich, die Innenarchitektur stammt von Kinzo Berlin. Rund
650 Mitarbeiter haben im September das rund 51 m hohe Gebäude nahe beim
Berliner Hauptbahnhof bezogen.
3 „Es war ein Riesenspaß, mit 50Hertz zu bauen”, sagt Mark
Herausforderung und lieben Komplexität.“ Kadawittfeld Architekten
Jenewein, Partner von Love Architecture and Urbanism aus Graz
aus Aachen waren beim Projekt das Partnerbüro von Love für die
und Berlin. Kein Wunder, denn der Slogan des Büros lautet: „Wir
HOAI-Leistungsphasen vier bis neun.
machen das, was wir tun, extrem gerne. Darum heißen wir auch
Dass das neue Gebäude auf dem Kunst-Campus in der Berliner
so, wie wir heißen. Unser Name ist Repräsentant für unsere Passion
Europacity auch noch nahezu exakt den ersten Renderings gleicht,
an der Architektur. Uns treibt die Aufgabenstellung, wir mögen die
überrascht dann aber doch ein wenig. Es behauptet sich eigenständig
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BAUEN FÜR DEN MITTELSTAND
und skulptural zwischen dem Tour Total von Barkow Leibinger und
dem Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwart. Der Entwurf ist aus einem internationalen Wettbewerb mit 18 Teilnehmern
hervorgegangen, der im Oktober 2012 begonnen hatte. Die Entscheidung für die erste Phase war im Januar 2013 gefallen. Nachdem
das Architekturbüro Love in dieser Phase den ersten Preis gemeinsam mit Henning Larsen Architects erhalten hatte, konnte sich Love
in der zweiten Phase im März dann als alleiniger Gewinner des ersten
Preises durchsetzen. Zu den Wettbewerbsteilnehmern gehörten beispielsweise auch Kleihues + Kleihues oder Sauerbruch Hutton, beide
aus Berlin, oder Hadi Teherani Architects aus Hamburg. Die Jury stand
unter dem Vorsitz von Markus Allmann. Zwei Grundgedanken des
Entwurfes waren für die Entscheidung Hauptausschlagkriterien. Zum
einen die Idee des von innen nach außen gedachten Netzquartiers,
das die inhaltliche Ausrichtung des Unternehmens architektonisch
in der Fassade artikuliert. Zum anderen der Kulturwandel hin zu
einem offenen, kommunikativen Unternehmen mit teamorientiertem
Denken, in dem die Hierarchien nahezu aufgelöst sind, der sich insbesondere in der Ausgestaltung der Grundrisse zeigt.
Unternehmen & Standort
Insgesamt rund dreieinhalb Jahre dauerte die Gesamtplanungsund Bauzeit der Unternehmenszentrale des für den Norden und
Osten Deutschlands zuständigen Stromübertragungs-Netzbetreibers
50Hertz. Jetzt steht eine Bruttogeschossfläche von rund 24.000 m2
zur Verfügung. Das Unternehmen war ursprünglich an verstreuten
Standorten in Berlin-Treptow und Marzahn angesiedelt. Heute sind
in dem Neubau alle Bereiche an einem Ort zusammengefasst. Neben
Berlin gibt es weitere Standorte in allen fünf ostdeutschen Bundesländern und in Hamburg. Insgesamt hat das Unternehmen über
950 Mitarbeiter.
Ein Grundgedanke des Entwurfes ist die Idee des von innen nach außen
gedachten Netzquartiers, das die inhaltliche Ausrichtung des
Unternehmens architektonisch in der Fassade artikuliert.
50Hertz ist verantwortlich für den Betrieb, die Instandhaltung
und den Ausbau des Höchstspannungsnetzes im Norden und Osten
Deutschlands. Damit stellt das Unternehmen die Stromversorgung für
rund 18 Millionen Menschen sicher und sorgt für ein stabiles Netz.
Die Umsetzung der Energiewende bringt hierbei neue Herausforderungen – im Jahr 2015 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am
Stromverbrauch in der Region bereits bei fast 50 Prozent, die andere
Hälfte des Verbrauchs wurde durch konventionelle Anlagen gedeckt.
Diese Energie sicher ins Netz zu integrieren und weitflächig über die
„Stromautobahnen“ in die Verbrauchszentren nach Süd- und Westdeutschland zu transportieren, ist die Hauptaufgabe von 50Hertz.
Hierzu baut das Unternehmen das Übertragungsnetz bedarfsgerecht
aus und investierte im vergangenen Jahr rund 900 Mio. Euro.
Das Baugrundstück hat 50Hertz vom Immobilienunternehmen
CA-Immo gekauft. Richtung Norden ist ein weiteres Grundstück
im Besitz des Unternehmens, sodass eine Erweiterung möglich ist.
Die Kubatur des Baukörpers haben die Planer nicht entworfen, sie
Love (3)
hat sich vielmehr aus dem Bebauungsplan ergeben. Das Gebäude
selbst ist kein herkömmlicher Bürobau. Es ist um die sogenannte
Ersatzleitwarte, das Stromnetz-Kontrollzentrum, im Erdgeschoss
6/16 industrieBAU
Auffällig: die Zickzackstruktur mit den geneigten Fassadenstützen.
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Q-Park Operations Germany
D IE Z U K U N F T D ES PA R K EN S
Komfort, Elektromobilität und Digitalisierung
Drei große Treiber wirken derzeit auf das Planen, Bauen und Betreiben von Parkhäusern und Tiefgaragen ein: energieeffizientes Bauen als gesellschaftliche Aufgabe, der
eingeläutete Wandel in der Mobilität und die Digitalisierung in allen Lebensbereichen.
3 „Während die reinen Baukosten von Park-
Entwicklung noch verstärken. Neben staat-
ber bieten weitere Convenience-Leistun-
häusern weitgehend stabil bleiben bzw.
lichen Vorgaben zum Parkhausbau wie der
gen wie etwa Leihfahrräder, Lounge oder
bei Stahlkonstruktionen moderat schwan-
Garagenverordnung auf Länderebene sowie
Pflege-/Reparaturservice an. All dies müsse
ken, sind die Kosten für die Parkhausaus-
ergänzenden, nicht offiziellen Richtlinien wie
bauliche Berücksichtigung finden, meint der
stattung stark gestiegen“, berichtet Sascha
etwa den ADAC-Empfehlungen für „Kun-
Experte. Der Flächenbedarf steigt also.
Stabenow, Senior Projektentwickler bei der
denfreundliche Parkhäuser“ machen die
Zu Flächengewinnen nach dem derzei-
Arcadia Investment GmbH. Das Unterneh-
späteren Betreiber immer detailliertere Vor-
tig steigenden Flächenverbrauch durch grö-
men realisiert derzeit fünf Parkhausobjekte
gaben an die Projektentwickler, beobach-
ßere Fahrzeuge könnte dagegen zukünftig
mit insgesamt ca. 3.000 Stellplätzen. Als
tet Stabenow. So habe die Kundenorientie-
das autonome Parken beitragen. „Hier gibt
Hauptursache macht er die Parkhaustechnik
rung der Betreiber extrem zugenommen. Ein
es bereits eine Reihe von Pilotprojekten",
wie beispielsweise Einzelstellplatzanzeige,
Beispiel sei das „Komfort-Parken“ mit einer
sagt Adriaan Mensink, Geschäftsführer des
die Beleuchtung mit LEDs und Ladestatio-
Stellplatzbreite von mindestens 2,50 m und
Parkplatz-Onlineportals ParkU. „Parkhäuser
nen für Elektroautos aus. Der Trend hin zu
angenehmer Beleuchtung. Zusätzlich werde
eignen sich gut, um das autonome Fahren
mehr Convenience-Leistungen rund um das
ein steigender Anteil an XXL-Stellplätzen mit
sukzessive zu testen. Wenn niemand mehr
Parken und die Digitalisierung werden diese
2,70 m Breite gefordert. Immer mehr Betrei-
aus den Autos ein- oder aussteigen muss,
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KNOW-HOW: PARKHAUS UND TIEFGARAGE
BRA ND S C H U T Z
Sprinkler bleiben erste Wahl
Beim Brandschutz sind automatische Wasserlöschanlagen in Parkgaragen nicht ersetzbar, Jet-Ventilationssysteme für Belüftung und kontrollierten Rauch- und Wärmeabzug stellen aber eine passende Ergänzung für einen umfassenden Brandschutz
dar. Das ist das Fazit eines Positionspapiers des bvfa – Bundesverband Technischer
Brandschutz e. V.
gen schützen Parkgaragen dabei nachweis-
maschinelle Rauch- und Wärmeabzugsan-
ten und hohen Sachschäden an Fahrzeu-
lich vor Bränden und sind in vielen Fällen
lagen (RWA) als Alternative zu den Sprink-
gen und Gebäuden verzeichnet die Statis-
auch in den Garagenverordnungen der Bun-
lern Einzug in die überarbeiteten Gara-
tik des bvfa – Bundesverband Technischer
desländer vorgeschrieben. Doch in Baden-
genverordnungen gehalten. Ob dies ein
Brandschutz e. V. für 2015. Sprinkleranla-
Württemberg und Hessen haben jetzt
Erfolgsweg oder eine Irrfahrt ist, diskutier-
Conny S./Fotolia.com (2)
3 42 Brände in Parkgaragen mit 60 Verletz-
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BAUEN MIT BETON
M B S S T UD I E N- U N D K O N FER EN ZZEN TRUM, MANNHEIM
Freie Kuppelformen komplex geschalt
Bis zum Frühjahr 2017 entsteht im Westflügel des Mannheimer Schlosses ein Studienund Konferenzzentrum. Architektonisch spannend sind die muldenförmige Einbettung in den Schlossgarten sowie die freigeformten Kuppeldächer in den Hörsälen,
für deren Erstellung eine komplexe Schalung nötig war.
dem historischen Schloss eine markante
neue Einheit, die symbolisch sowohl für die
Bewahrung und Achtung der Tradition steht
als auch für die Bedeutung von Innovation
und Forscherdrang.
Das Forum öffnet sich über einen muldenförmigen Einschnitt und eine großzügige
Glasfront zum Schlossgarten. Sichelförmige
Oberlichter bringen Tageslicht in die HörSchneider + Schumacher (2)
säle. Zwei Kuppeldächer sorgen zudem in
den Hörsälen für ein offenes Raumgefühl.
Sie ragen an der höchsten Stelle 1,25 m
über die Oberkante der 45 cm dicken Stahlbetondecke heraus. Als freie Formen erfordern die Kuppeln für die Betonage eine
Bei der Erweiterung der Mannheim Business School entsteht unterirdisch
ein neues Studienzentrum mit zwei halbrunden Hörsälen.
3 Das Mannheimer Schloss wird schon seit
garten. Darunter befindet sich das zentrale
Jahrzehnten von der Universität Mann-
und großzügig verglaste Forum der Mann-
heim genutzt und ist als solches nicht nur
heim Business School, das beide Hörsäle
ein denkmalgeschütztes Artefakt, sondern
sowie den Versammlungsraum erschließt.
Autark durch eigene
Schalungshalle
Die Schalungslösung des Ingenieurbauunternehmens Leonhard Weiss kam komplett
ein vitales Ensemble. Im stillgelegten Heizungsraum und dem dazugehörigen Kohle-
speziell konstruierte Schalung.
Gestalterische Ausformung
aus dem eigenen Haus: Als Unterbau fungierte ein Traggerüst mit Schalträgern und
bunker entstehen nun nach Plänen der
Frankfurter Schneider + Schumacher Pla-
Die in den bestehenden Garten einge-
Schalboden im waagerechten Bereich. Die
nungsgesellschaft mbH unterirdisch zwei
schnittene Anlage bildet zusammen mit
Schalhöhe betrug rund 4,50 m. Darauf wur-
halbrunde Hörsäle für die Mannheim Busi-
den mithilfe von Schalungsknaggen und einer
ness School (MBS). Aus dem Ehrenhof kom-
Schalhaut die Kuppelformen gesetzt. Für die
mend betritt man das neue Hörsaalzentrum
Herstellung der Schalung nutzte das Bauun-
über die ehemalige Schlossküche. Die Archi-
ternehmen seine 2016 in Betrieb genommene
tekten passten das zukünftige Foyer auf
Schalungshalle. Dort entwarfen Spezialis-
das Eingangsniveau an, sodass es barriere-
ten mittels CAD-Programm die geometrische
frei betreten werden kann. Von dort führt
Form und teilten sie in Waben mit einer
eine großzügige Treppe in das darunterlie-
Grundfläche von 40 cm x 40 cm und varia-
gende zweigeschossige Forum. Auf dem
bler Höhe auf. Diese wurden anschließend
mit einer CNC-Fräse aus Holz hergestellt und
Zwischengeschoss liegen fünf Gruppenräume entlang einer Galerie mit Blick über
den Hörsaalbereich hinweg in den Schloss44
Der Entwurf des Architekturbüros
Schneider + Schumacher schafft in
den Hörsälen ein offenes Raumgefühl.
durchnummeriert. Aufgrund der Kennzeichnung konnten die Bauteile auf der Baustelle
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FVLR (2)
TAGESLICHTSYSTEME
OB E R L I C H T E R UN D LI C H TB Ä N D ER
Tageslicht für Nutzer und Umwelt
Die Primärenergie-Einsparung ist ein Aspekt, der die vermehrte Nutzung von Tageslicht
nahelegt. Die Ansprüche an gesundes Arbeiten und erweiterte Vorschriften sind weitere.
3 Der Gebäudebestand verursacht in Deutschland rund ein Drittel
Der Austausch alter Lichtkuppeln und Lichtbänder spart zusätzlich
aller CO2-Emissionen. Auch unter diesem Gesichtspunkt wirbt der
Heizenergie, denn die neuen Produkte haben einen deutlich gerin-
Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e. V. (FVLR) für die Nut-
geren Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) als ihre veralteten
zung der natürlichen Lichtquelle Tageslicht über Lichtkuppeln und
Pendants. Alte Lichtbänder haben oft einen U-Wert von 5,8 W/m²K,
Lichtbänder. Wer erst dann auf elektrische Beleuchtung zurückgreift,
wenn das Potenzial von Tageslicht ausgeschöpft ist, könne in einem
Bürogebäude zwischen 80 und 90 Prozent Beleuchtungsenergie sparen. Und mit dem Energieverbrauch sinkt der CO2-Ausstoß.
An Arbeitsplätzen in Produktions- und Lagerhallen lässt sich die
natürliche Helligkeit leicht über Dachoberlichter wie Lichtkuppeln
und Lichtbänder ins Gebäudeinnere leiten. An über 85 Prozent aller
Tage steht in unseren Breiten in den Hauptarbeitszeiten zwischen
8 und 17 Uhr ausreichend Tageslicht für eine effektive Beleuchtung
zur Verfügung. Weil bei gleichmäßig bedecktem Himmel die Helligkeit vom Zenit bis zum Horizont um zwei Drittel abnimmt, fördern
Dachoberlichter in Gebäuden mit großen Raumtiefen die gleichmäßige Beleuchtungsstärkeverteilung. Seitenfenster müssten laut
FVLR fünfmal größer dimensioniert sein, um die gleiche horizontale
Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz zu erzeugen.
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Wird das Potenzial von Tageslicht voll ausgeschöpft, lässt sich ein Großteil der
Beleuchtungsenergie im Vergleich zu einer Standard-Leuchtstoffröhre einsparen.
„E“: Ersparnis, „M“: Mehraufwand.
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Bauen für Forschung und Entwicklung
Am Standort Vienna Biocenter im 3. Wiener Gemeindebezirk entsteht ein neues
Gebäude des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP). Künftig werden in
dem von Boehringer Ingelheim
finanzierten Neubau etwa 250
Redaktion:
Forscher auf einer Fläche von
rund 15.000 m2 arbeiten. Für
die integrale Planung zeichnen
ATP Architekten Ingenieure aus
ATP/Kuball
Wien verantwortlich. Wir werfen einen Blick in die Labore
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Industriebau-Neuheiten BAU 2017
Mehr als 2.000 internationale Aussteller werden auf der BAU 2017,
der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, vertreten sein. Dabei gibt es eine große Auswahl an Neuheiten, die für
den Industriebau von Bedeutung sind. Wir geben einen Überblick.
Bauen mit Holz
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Obwohl das Bauen mit Holz viele Vorteile bietet, ist es nach wie vor
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unterschätzt. Dabei kann der Baustoff nicht nur konstruktiv oder
bei der Nachhaltigkeit punkten. Auch die kurzen Bauzeiten überzeugen. Beispielhafte Lösungen präsentieren wir in industrieBAU.
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