f' - ' Von Moren Diersing-Espenharst •. • Die Nachkom men der hitzegestressten Kühe legten von der Gebu rt bis zum Absetzen 0,2 kg am Tag weniger Gewicht zu al s die Kälber der Kühe, die nicht unter der Hitze litten . • Amerikan ische Experten gehen davon aus, dass Tiere, die als Kälber unter Hitze litten, in ihrer ersten Laktation deu tlich weni ger Milch geben. Sie rechnen mit Ve rlusten in Höhe von um gerechnet 175 Euro pro Tier. • Steigt die Umgebung stemperatur auf über 25 °(, beg innen die Kälber, unt er Hitzest ress zu leiden. • Erhalten sie jetzt nicht ausreichend Flüssigkeit, wird ihre Fähigkeit, sich selbst zu kühlen, eingeschr änkt und die Futteraufnahme sin kt. 16 dlz primus Rind MAI 2017 Hitzestress schadet Kälbern bereits vor ihrer Geburt. Leiden trockenstehende Kühe unter hohen Temperaturen, starten ihre Kälber schlechter ins Leben. Und auch während der Aufzucht kann Hitze verheerende Folgen für die Nachzucht haben. H itze schadet Rindern - egal, in welch em Alter. Lakti erende Kühe, die unter Hi tzestress leiden, verlieren ihren Appetit, berichten Wissenschaftler der Universitäten von Georgia und Florida. Durch die geringere Futteraufnahme senken die Tiere ihre körpereigene Wärmeproduktion und die Regulierung der Körpertemperatur wird einfacher. Der Nachteil ist, dass dadurch die Milchleistung abfällt. Die Fruchtbarkeit von Kühen wird ebenfalls erh eblich beeinflusst, denn Embryonen sind in den ersten ein bis drei Tagen nicht in der Lage, sich zu entwickeln, wen n die Körpertemperatur auf über 40 °C steigt. Auch trockenstehende Tiere leiden unter Hitze. Ihr Eutergewebe soll sich während des Trockenstehens regenerieren. Die Regeneration wi rd durch Hitzestress beeinträchtigt. Dies hat zur Folge, dass die Milchleistung in der nachfolgenden Laktation verringert wird. Untersuchungen zeigen, dass Trockensteher, die während der Sommermonate kühler gehalten wurden, etwa 4 I mehr Milch pro Tag gaben als Kühe, die unter Hitzestress litten. Da sich diese höhere Leistung während der gesamten folgenden Laktation zeigte, gehen die Wissen schaftler davon aus, dass durch das Kühlen der Trockensteher die Euterfu nktionen positiv beeinflusst werden. Durch Hitzestress sinkt zudem die Trockenmasseaufnahme von Trockenstehern um etwa 15 Prozent im Vergleich zu Trockenstehern, die gekühlt werden (siehe Kasten ,,Effektives Kühlen von Trockenstehern") . Dadurch legen d ie Tiere weniger an Gewicht zu, was zum Teil an e inem verlangsamten Wachstum des Fötus liegt. Das belegen Untersuchungen, die in Florida durchgeführt wurden. Höhere Zunahmen Die Wissenschaftler teilten 60 trockenstehende Kühe in zwei Gruppen ein: 31 Tiere litten unter Hitzestress. Sie dienten als Kontrollgruppe und hatten nur schattige Plätze als Rückzugsort. In der Versuchsgruppe waren 29 Kühe, die nicht nur durch Schatten, sondern auch mittels Ventilatoren und Sprinkleranlagen gekühlt wurden. Nach den Geburten wurden das Gewicht der Kälber, die Rektaltemperatur sowie das Saug- und Bewegungsverhalten erfasst. Alle Kälber erhielten 6,61 Kolostrum der Mutter verteilt auf zwei Mahlzeiten. Blutproben wurden am Tag der Geburt (vor der ersten Tränke), 24 Stunden nach der Geburt sowie am 10. und 28. Lebens- Effektives Kühlen von Trockenstehern D ie Verdunstungskühlung gilt als der effektivst e Ansatz, um die negativen Auswirkungen von Hitzestress auf Trockensteher zu reduzieren. Eine gute Kühlung kann die Körpertemperatur der Trockensteher um 0,4 °( senken und die Atm ung um 21 Atemzüge pro Minute verringern (51 gegenüber 72 Atemzüge pro Minute). Das ist zwar eine geringere Absenkung der Körpertemperatur, als es bei melkenden Kühen möglich ist- hier kan n die Temperat ur um 1 °( reduziert werden - aber sie reicht aus, um einen erheblichen positiven Einfluss auf die Milchleistung in der folgenden Laktation zu haben. de tag von den Jungtieren genommen. Die Kälber wurden einzeln gehalten, mit 61 pasteurisierter Milch am Tag getränkt und hatten freien Zugang zu Kraftfutter und Wasser bis zum Absetzen am 49. Tag. Die Aktivität der Tiere wurde in der ersten Lebenswoche, in der Woche des Absetzens und in der Woche nach dem Absetzen erfasst. Der Gesundheitsstatus und das Körpergewicht wurden wöchentlich ermittelt. Das Geburtsgewicht der Kälber von Kühen, die nicht unter Hitzestress litten, lag im Durchschnitt knapp 3 kg über dem der Kälber, deren Mütter unter der Hitze zu leiden hatten. Außerdem war die Körpertemperatur der Kälber der Versuchsgruppenkühe 0,4 °C geringer und sie waren effizienter in der Aufnah me von ImmunglobulineG (IgG) als die Nachkommen der Kontrollgruppe. Dies beeinflusste die passive Immunisierung Für alle Stresssitu Trouw Nutritio n Deutsch land GmbH Tel. O84 32/89 · O • www.rnilkivit.de • [email protected] trouw ·-- ,fllon Aufzucht II D Während der Sommermonate sollte den ! Kälbern zusätzlicher Schatten gespendet werden. f;I Hier sorgt das Dach im Sommer für Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. !T Ja, d ~ Da die Kälber bei Hitze mehr Energie benötigen, ist es sinnvol l, die Tränkemenge zu erhöhen. W P tl negativ. Beim Saugreflex und beim Bewegungsverhalten unterschieden sich die beiden Gruppen direkt nach der Geburt nicht. Allerdings standen die Kälber hitzegestresster Mütter in der ersten Lebenswoche täglich fast 50 Minuten wen iger. Dieses Verhalten zeigte sich auch in der Woche des Absetzens und in der Woche danach. Während des Versuchs waren zwar alle Kälber gesund , aber die Kälber, deren Mütter unter Hitzestress gelitten hatten, hatten zehn Tage nach der Geburt weniger festen Kot als die Kälber der Versuchskühe. All dies hatte auch Einfluss auf die Gewichtsentwicklung der Kälber. Die Nachkommen der hitzegestressten Kühe legten von der Geburt bis zum Absetzen 0,2 kg am Tag weniger Gewicht zu als die Kälber der Kühe, die nicht unter der Hitze gelitten hatten. Damit wogen sie beim Absetzen 4 kg weniger. Die Kälber 18 dlz primus Rind MAI 20 17 der Versuchskühe hatten zudem eine höhere IGF-1 -Konzentration im Blut als die Nachkommen der Kontrollgruppe - dies galt insbesondere am 28. Lebenstag. 175 Euro Verlust Hohe Außentemperaturen haben nicht nur während der Trächtigkeit der Mütter einen Einfluss auf die Kälber. Kälber selbst können selbstverständlich erheblich unter Hitze leiden. Auch dieser Hitzestress hat verheerende Langzeitfolgen: Amerikanische Experten gehen davon aus, dass Tiere, die als Kälber unter Hitze litten , in ihrer ersten Laktation deutlich weniger Milch geben. Sie rechnen mit Verlusten in Höhe von umgerechnet 175 Euro pro Tier. Hat man nun in einem Sommer zehn Kälber, die unter hohen Sommertemperaturen zu leiden hatten, sind das 1. 750 Euro weniger! Deshalb sollte auch bei den jüngsten Herdenmitgliedern darauf geachtet werden, dass sie nicht unter der Hitze zu leiden haben. An der Universität von Missouri beobachtete man Kälber, die in Hütten mit beziehungsweise ohne Schatten untergebracht waren. Dabei wurde die Hauttemperatur der Tiere gemessen. Kälber, die in Hütten ohne Schatten gehalten wurden, hatten bei Außentemperaturen von 31 °C eine Hauttemperatur von 37,8 °C. Bei Kälbern, die im Schatten untergebracht waren, war die Hauttemperatur mit 35,5 °C deutlich geringer, da die Umgebungstemperatur mit 29 °C auch 2 °C n iedriger war. Die erhöhte Hauttemperatur hat zur Folge, dass die Jungtiere mehr schwitzen und hecheln. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, nehmen Kälber zwischen 11 und 22 l Flüssigkeit am Tag auf. Das ist ein Grund mehr, warum die Tiere jederzeit Zugang zu sauberem Wasser haben müssen. N eben Austrocknung kann heißes Wetter die Körpertemperatur der Nachzucht gefährlich erhöhen. Wissenschaft!er der Universität von Florida untersuchten Kälber, die b ei heißem Wetter k, (J )\ h, d. ih W '.{\ gc gi Je fl se i--: st de gt 3( lll ~ -§ <lJ ~ fn h m (s, gi j '" ~ nE (E Checkliste: Kälber vor Hitze schützen ,/ Kälber sind vor direktem Sonnenlicht geschützt. Das heißt. sie haben einen schattigen Rückzugsort und Hütten und Iglus stehen im Schatten. Garantiert besseres Stallklima Zwischen den Hütten oder Iglus ist ausreichend Platz, damit die Luft zirkulieren kann. Zwischen den Iglus wird ein Abstand von 1 m und zwischen den Reihen von 3 m eingehalten. Alle Öffnungen in Ställen. Iglus und Hütten sind geöffnet. Die Kälber haben die Wahl zwischen Auslauf und Rückzugsort. Der Luftaustausch in den Ställen ist sichergestellt. Gegebenenfalls werden Ventilatoren eingesetzt. Der Stall ist nicht überbelegt. Es wird regelmäßig frisches, trockenes Material eingestreut. Es wird regelmäßig ausgemistet. um unter anderem die Fliegenpopulation klein zu halten. Fliegen werden zusätzlich bekämpft. denn sie stressen die Kälber (und Menschen). Bei schwülheißem Wetter wird eine Wasserverneblung auf dem Dach eingesetzt. Die Tränkemenge wird erhöht. um den höheren Energiebedarf der Kälber zu decken. Empfohlen wird, bei Milchaustauscher die Pulvermenge um etwa 500 g am Tag zu erhöhen. Vertränkt man Milch, sollte die Tränke um etwa 41 am Tag erhöht werden. Die Kälber haben freien Zugang zu sauberem Wasser. Wir garantieren·... Gefüttert wird während der kühleren Tageszeiten. Es wird häufiger frisches Futter in kleineren Mengen angeboten. Nicht gefressenes Futter wird vor der Vorlage des frischen Futters entfernt. Es besteht kein Konkurrenzdruck am Futtertisch oder während des Tränkens. bei Kälbern: Müssen Aktivitäten am Kalb vorgenommen werden (enthornen. impfen oder umstallen), wird dies in den kühleren Morgenstunden erledigt. mit hoher Luftfeuchtigkeit, das drei Tage lang anh ielt, in Hütten gehalten wurden. Die Tiere hatten über die drei Tage hin weg eine durchschnittliche Körpertemperatur von 41, 1 °C! Ab einer Temperatur von 42,2 °C steigt d as Sterblich keitsrisiko deutlich an. Geringere Zunahmen Natürlich können sich auch Kälber an hohe Außentemperaturen anpassen, aber dies hat Folgen. So geht unter anderem ihre Wachstumsrate zurück. Am besten wachsen Jungtiere bei Temperaturen zwischen 12 und 25 °C. Steigt die Umgebungstemperatur auf über 25 °C, beginnen die Kälber unter Hitzestress zu leiden. Erhalten sie jetzt nicht ausreichend Flüssigke it, wird ih re Fäh igkeit, sich selbst zu kühlen, eingeschränkt und die Futteraufnahme sinkt. Gleichzeitig steigt aber ihr Erhaltungsbedarf aufgrund der zusätzlichen Energie, die sie benötigen , um sich zu kühlen, um 20 bis 30 Prozent. Man verliert also gleich zweimal: Zum einen wollen die Kälber nicht fressen , zum andern benötigen sie mehr Energie. Die Folge: Die täglichen Zunahmen gehen zurück oder stagnieren (siehe Kasten ,,Checkliste: Kälber vor Hitze schützen'} Die geringeren Tageszunahmen können in einem verspät eten Erstkalbealter (EKA) enden. Dadu rch erhöhen sich d ie • Reduktion der Keime über 50% Aufzuchtkosten. Das höhere EKA hat zudem zur Folge, dass m ehr Färsen für die Nachzucht benötigt werden. Ein Beispiel: Liegt die Remontierungsrate bei 30 Prozent, benötigt man für 100 Kühe 66 Färsen zum Herdenersatz, wenn das EKA 24 Monate beträgt. Kalben die Rinder zwei Monate später, erhöht sich die Anzahl an benötigten Färsen auf 72. Durch das verzögerte EKA erhöhen sich aber nicht nur die Aufzuchtkosten, sondern man verliert außerdem Einkommen durch eine spätere Milcherzeugung. Geht man beispielsweise von 1.500 kg nicht erzeugter Milch in diesen zwei Monaten aus und nimmt einen Milchpreis von 0,30 Euro/I an, ergibt dies einen Verlust von 450 Euro. • 100 % zugluftfreie Belüftung • Reduktion von Ammoniak bei Kühen: • Kühlung und Belüftung durch frische Luft direkt am Tier • Kühlung durch hohe Luftgeschwindigkeiten • Kein Energieverlust 100% der Frischluft im Tierbereich • informieren Sie sich über unsere ..Geld-zurück-Garantie" Fazit Hitzestress h at gerade zum Ende der Trächti gkeit einen negativen Einfluss auf die Neugeborenen. Die Kälber hitzegestresster Kühe sind weniger aktiv und haben einen schlechteren Immunstatus. Zudem erzielen sie niedrigere Tageszunahmen, sodass sie zum Absetzen ein geringeres Körpergewicht aufweisen als Kälber von Kühen , die wäh rend des Trockenstehens nicht unter hohen Außentemperaturen zu leiden hatten. Und auch in der Aufzuchtphase beeinflusst Hitze das Wachstum d er Kälber erheblich. de MAI 2011 dlz primus Rind 19 Nutzen Sie die Beratung unseres professionellen Tierärzteteams! m HUESKER Ideen. lnQenicure. lnnovallonen. HUESKER Synthetic GmbH Standort Dülmen Im Brömken 5 D-48249 Dülmen Tel.: +49 (0) 25 94 / 89 27 - 0 [email protected] www.HUESKER.de