Willst Du Gottes Wunder sehen, musst Du zu den

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Saulorn, an der Dorfkapelle:
Am westlichen Ortsausgang stand früher die erste
Dorfkapelle aus Holz. Diese erste Kapelle in Saulorn geht
auf die Zeit um 1880 zurück. Sie gehörte zum Anwesen
einer gewissen Fam. Jägernütz.
Weil die „Jägernützkapelle“ schon recht baufällig war,
beschloss die Dorfgemeinschaft den Bau einer neuen
Kapelle – und zwar in der Ortsmitte. Die Kapelle wurde
ohne Glockenturm gebaut. Ein kleiner Glockenturm
befand sich damals auf dem Dach des „Schuasta-Haus“
(Anwesen der Fam. Obermaier, später Stöckler). Diese
Glocke wurde dann bei entsprechenden Anlässen wie
etwa bei einem Todesfall, oder bei Maiandachten geläutet.
In den Jahren 1979/1980 wurde auf Initiative des Schützenvereins
"Waldschützen Saulorn" zusammen mit der Dorfgemeinschaft die schöne Kapelle
mit einen „eigenen“ Turm gebaut.
Hier in dieser schönen Kapelle wollen wir nun
ein paar Minuten die Ruhe und Stille genießen wir wollen etwas
Innehalten:
Innehalten und uns abwenden vom Lärm des Alltags
Innehalten und uns abwenden von der Hektik unseres Seins
Innehalten und uns zuwenden zur Natur, zur Schöpfung
Innehalten und uns zuwenden zur Umgebung, zu unserem Nächsten ...
Einen Augenblick nur innehalten
in der viel zu schnellen Welt.
An Werte denken, die mal galten,
statt an seelenloses Geld.
Einen Augenblick nur innehalten
und die Ruhe still genießen
statt das Leben bloß verwalten
vor dem Guten sich verschließen.
Einen Augenblick nur innehalten
und an and‘re Menschen denken
die in Armut leben und im Kalten,
sie mit Liebe reich beschenken.
Einen Augenblick nur innehalten
und Gott für seine Wunder danken.
Die Hände schweigend einmal falten,
im Gebete neue Kräfte tanken.
Ein weiteres Kleinod möchte ich Ihnen nun vorstellen:
Amen
„Saulorns schönsten Garten“. Wir finden
ihn, wenn wir nach der Kapellenbesichtigung nach Westen wandern, gleich nach
einem alten Backofen, links vom Weg.
(Anwesen Tanzer, Hausnr. 35). Aufgrund
der Jahreszeit (Herbst) kann ich Ihnen
leider nicht mehr viele Einblicke bieten,
aber dafür einen herrlichen Ausblick in
den vorderen Bayerischen Wald. Und
wenn Sie das Glück haben, diesen Weg
bei Föhn zu gehen, reicht Ihr Blick bis
hin zu den Alpen.
Der dazugehörige Hof ist ein Vierseithof“ mit einem
alten „Grand“.
Familie Tanzer
erlaubt gerne
den Zutritt zu
diesem Kleinod.
Die 6. Station meines Bienenlehrpfades
durfte ich an der Nordseite des „Tanzer-Stadels“ anbringen.
Es beschreibt den 19. bis 21. Lebenstag der Biene,
die Fluglochwache:
„Das Flugloch immer gut bewacht,
so mancher hat das nicht bedacht.
Kommt ein Schelm daher in Sicht,
die Wache ohne Warnung sticht“.
Die Wächterbienen bewachen den Eingang des Bienenstocks
am Flugloch. Die Giftdrüse ist nun voll entwickelt. Naht eine Wespe oder eine Hornisse, wird diese gemeinsam bekämpft. Die Arbeiterinnen, die bis zum 21. Tag im
Bienenstock ihre Arbeit verrichten, bezeichnet man auch als Stockbienen.
Von einem alten Imker habe ich folgende „wahre“ Geschichte erfahren:
Wie die Bienen zu Ihrem Stachel kamen
Früher waren alle Bienen stachellos. Die männlichen – die eigentlich wie bei uns Menschen für die
Verteidigung zuständig wären – haben bis heute keinen.
Nun waren die Bienen aber sehr unwillig darüber, dass sie nur für die undankbaren Menschen arbeiten
sollten. Also wandten sie sich hilfesuchend an den Herrgott: Lieber Gott schau, die Menschen – sie
sind fast zwei Meter groß – klauen uns kleinen, nur 2 cm großen Bienen, regelmäßig unseren
Wintervorrat, den Honig. Gib uns doch bitte eine Waffe, mit der wir uns wehren können. Am liebsten
wäre uns ein Stachel mit dem wir diesen Räubern empfindliche Schmerzen zufügen können. Nach
langem Zögern und durch vieles Bitten ließ sich Gott überreden, obwohl er erzürnt war über die
Rachgier dieser kleinen Tierchen – gegenüber seinen Lieblingen, den Menschen.
"Es sei", sprach Gott also, "aber es sei so, dass auch ihr, wenn ihr einen Menschen stecht, zugleich
mit dem Stich euer Leben lassen müsst!"
Seitdem haben die Bienen einen Stachel, und wenn sie noch nicht gestochen haben …
Weiter führt der Weg nun nach Norden, an einer Gabelung nach links, bis zum
„Saulorner Schützenstadel“. Hier sehen wir bald die
7. Station, sie erklärt die Bienensprache:
Unsere Biene ist jetzt 21 Tage alt, endlich darf sie ausfliegen.
Bevor die Sammelbienen ausfliegen, um Nektar oder Honigtau zu sammeln, werden Spürbienen ausgesandt. Diese erkunDen ergiebige Honigtau- bzw. Nektarquellen, kehren heim und
erzählen von ihren Funden. „Wo Honigtau und Nektar fließt,
die Spürbiene gleich zur Stelle ist.
Sie bringt Nachricht, ist erregt noch ganz,
und schon beginnt der Schwänzeltanz“.
Eines der erstaunlichsten Phänomene bei den Bienen ist ihre Fähigkeit miteinander zu
kommunizieren. Speziell ausgebildete Suchbienen machen sich auf die Suche nach Sammelwürdigem. Nach der Heimkehr teilen sie durch einen Tanz auf den Waben den
Kolleginnen mit, wo die Futterquelle liegt. Die Suchbiene kann aber nicht nur die
Entfernung, sondern auch die Richtung der Futterquelle angeben. Nach diesen Angaben findet die Sammelbiene zielsicher die Quelle, wobei sie auch den wechselnden Sonnenstand beim jeweiligen Anflug berücksichtigt. Unsere Biene ist „Blütentreu“, das
heißt, sie wechselt während eines Tages nicht ihre durch die Spürbiene vorgegebene
Nektarquelle. Darum ist sie auch für die Bestäubung besonders wichtig. Die Hummel
z.B. kann während eines Sammelfluges von der Kirschbaumblüte zur Apfelbaumblüte
wechseln – und davon haben beide nichts. Uns Imkern erleichtert diese Eigenschaft
die Bestimmung der eingetragenen Honigart. Manche Imker unterscheiden fast keine
Sorten bzw. Arten, andere bieten ganze „Paletten“ an. Wir glauben an den „goldenen
Mittelweg“ und unterscheiden die Honigarten „Nektarhonig“ und „Honigtauhonig“.
Beim Nektarhonig bieten wie folgende Sorten an:
• Blütenhonig, fein cremig gerührt. Eine besonders leckere Frühlingsmischung u.a. aus der
goldgelben Blüte des Löwenzahns, der bei uns noch sehr zahlreich vorkommt und dem Nektar der
blühenden Obstbaumblüten, die bei uns noch keiner chemischen Behandlung unterworfen sind.
• Blütenhonig mit ca.1% Propolis-Zugabe*) ist schmackhaft, aromatisch, würzig. Ich will, kann und
darf hier keine med. Empfehlungen aussprechen. Ich will aber darlegen was ich meiner Gesundheit
zu Liebe tue: Ich nehme jeden Morgen einen Teelöffel Blütenhonig mit ca. 1% Propolistinktur. In
diesem Teelöffel ist die Menge Propolis (ca. 4 Tropfen), die ich früher als Morgenportion für mein
Wohlergehen auf Zucker nahm. Nur, Propolis auf Brot oder Zuckerwürfel schmeckt nicht
besonders – Propolis im Honig schmeckt (mir) sehr gut. (Propolis-Creme nutze ich zur Eigenbehandlung von kleinen Verletzungen, Herpes und gegen Sonnenbrand.)
*) Hier gilt für mich - und sollte auch für Sie gelten: Meine Ausführungen sind nur meine
persönlichen Erfahrungen, sie sollen - und können auch - keinen Arzt ersetzen!
• Lindenblütenhonig weist eine grünliche Farbe auf und bleibt relativ lange flüssig. Er ist sehr
aromatisch und pikant im Geschmack. Er wirkt antiseptisch, nervenberuhigend und wird auch bei
fiebrigen Erkrankungen, Nervosität und Schlaflosigkeit eingesetzt.
• Sommerblütenhonig, eine würzige Mischung - wie die Natur ihn liefert. Er zeichnet sich durch
seinen sehr aromatischen Geschmack aus und wird von den Bienen hauptsächlich aus dem
Nektar von Stauden, Brombeeren, Lindenbäumen und Wiesenblumen gewonnen.
• Blütenhonig, fein cremig gerührt, mit aromatischen Gewürzen (Vanille, Zimt, Ingwer).
Beim Honigtauhonig unterscheiden wir zwischen:
• Tannenhonig, er gilt als edelste aller Honigsorten. Damit wird im Allgemeinen der Honig von der
Weißtanne bezeichnet. Größere Weißtannenbestände gibt es im Bayrischen Wald und im Schwarzwald. Der davon geerntete Honig hat einen kräftig würzigen Geschmack und ist meist grünlichschwarz. Weißtannenhonig bleibt mehrere Monate, manchmal sogar Jahre flüssig.
• Fichtenhonig zeichnet sich durch seine kräftige Würze mit malzigem Beigeschmack aus. Bei
Honigkennern wird Fichtenhonig besonders wegen dieser einzigartigen Geschmacksnuance geschätzt. Die Farbe kann von rotbraun bis dunkelbraun variieren. Er mag zwar kein gängiger Sortenhonig sein, zählt aber dennoch zu den Klassikern der Waldhonige. Er kristallisiert aber bereits
nach einigen Wochen.
• Waldhonig ist Honigtauhonig von Fichten, Douglasien, Kiefern, oft aber auch von Laubbäumen wie
z.B. Eiche und Ahorn. Kräftiger, würziger, leicht herber Geschmack, hell- bis dunkelbraun.
Die „Saulorner Aussichtsplattform“:
Wir machen uns nun auf den Weg zur nächsten Station,
sie liegt nördlich, am Waldrand. Bevor wir diese aber erreichen, kommen wir zur Saulorner Aussichtsplattform.
Die Dorfgemeinschaft Saulorn hat sie 2013 errichtet.
Der ausgewählte Standort der Plattform ist einmalig,
bei guter Fernsicht sieht man hinaus in den vorderen
Bayerischen Wald, bei Föhn sogar bis zu den Alpen.
Angesichts dieser herrlichen Aussicht
ein paar Gedanken dazu:
Ansichten – Aussichten
Dem einen ist jedes Unkraut eine Blume - dem anderen ist jede Blume ein Unkraut.
Dem einen ist jedes Hindernis eine Herausforderung, dem anderen ist jede
Herausforderung ein Hindernis.
Der eine sieht die Welt voller Wunder - der andere wundert sich über die Welt.
Der eine glaubt an das Leben - dem anderen fehlt jeder Glaube.
Der eine sucht das Gute im Menschen - der andere sieht nur Übles.
Der eine zündet Lichter an - der andere klagt über Dunkelheit.
Der eine hat immer ein freundliches Lächeln - der andere zeigt nur die Zähne.
Dem einen ist der Weg das Ziel - der andere irrt ziellos auf seinem Weg.
Drohnensammelplätze sind Plätze, die von männlichen Bienen (Drohnen) nach der
Geschlechtsreife (12-14 Tage nach dem Schlupf) aufgesucht werden, um sich an
diesen mit jungen Bienenköniginnen zu paaren - die ebenfalls zu diesem Platz kommen.
Auf Drohnensammelplätzen können sich bis zu 20.000 Drohnen sammeln. Woher sie
aber wissen, wo dieser Platz liegt – man weiß es nicht.
Ebenso weiß auch die Jungkönigin – sie wird ca. 5 Tage nach dem Schlupf geschlechtsreif – wo dieser Sammelplatz ist. Sie wird auf ihrem Hochzeitsflug von „Brautjungfern“ begleitet – und geleitet. Eine Königin kann das Volk für mehrere Paarungsflüge
verlassen und betreibt das Spiel in jedem Fall solange, bis ihre Samenvorratsblase
randvoll mit Spermien ist. Ein einzelner Drohn kann bis zu elf Millionen Spermien
liefern.
Hier möchte ich Ihnen kurz meine Biebenhäuser vorstellen, sie stehen am
Waldrand. Als erstes das „Ursprungshaus“ mit Schleuderraum für 6 Völker.
Als Erweiterung habe ich
mir dann zwei
überdachte
Freistände
angeschafft.
Sei Du unser Licht - sei Du unser Weg - sei Du unser Ziel !
Station 8, sie berichtet vom Pollensammeln:
„Bunte Blüten, welche Pracht,
die Bienen dazu hat Gott erdacht.
Für Pollen und Nektar sind die Bienen
bereit,
und bestäuben
die Blüten zu jeder Zeit“.
Ein Bienenvolk benötigt im Jahr zwischen
15 und 30 Kilogramm Pollen. Eine Biene kann in ihrem Pollenhöschen gleichzeitig
jeweils nur zwei Pollenkügelchen von ungefähr 20 Milligramm transportieren: eine
Menge von etwa vier Millionen Pollenkörnern, für die sie durchschnittlich eine Stunde
unterwegs ist.
Die Bestäubungsleistung der Honigbiene liegt z. B. bei den Obstbäumen bei ca. 80%.
Die „Pollenhöschen“
Das 3. Beinpaar der Honigbiene besitzt einen speziellen Sammelapparat für Blütenstaub (Pollen). Die am haarigen Körper hängen gebliebenen Pollenkörner werden mit
den Pollenbürsten auf dem 1. Fußglied abgebürstet und auf die Außenseite des
Unterschenkels geschoben. Dort häufen sie sich im sog. Pollenkörbchen an, so dass
die Biene an den Hinterbeinen regelrechte "Höschen" aufweist. Damit die Pollen (besonders die staubtrockenen Haselnusspollen) nicht wegfliegen, greift die Biene zu
einem Trick: Sie gibt Nektar aus ihrem Magen und Speichel dazu.
Dadurch haften die Pollen und lassen sich zu den Pollen-Höschen formen.
Bedenken Sie bitte:
Honig kann man importieren - Bestäubung nicht.
Nun wird es aber Zeit, dass wir endlich erfahren, was unsere Bienenmännchen eigentlich so machen – zu was sie nützlich sind. Das erfahren wir an der nächsten Station,
bei meinen Bienenhäusern.
Als letzter „Bau“ wieder ein Bienenhaus
für 8 Völker.
Der Weg führt weiter auf unserem
Grundstück (auf einem Trampelpfad)
nach Süden, zur letzten Station und
zum Ziel. Das ist ein Privatweg, den
Sie gerne benutzen dürfen – aber auf
eigene Gefahr.
An der Nachbildung einer Klotzbeute ist die Schautafel
der letzten Station dieses Lehrpfades angebracht:
Die 10. Station, der Lebenskreislauf
schließt sich - die Biene stirbt.
Unsere Biene ist nun 42 Arbeitstage alt. Sie ist eine alte,
„tatterige“ Greisin geworden. Zum Pollen- und Nektarsammeln ist sie nicht mehr zu gebrauchen – Wasserholen kann
sie noch. Und auf diesem Weg stirbt sie meistens - sie will
ja nicht im Stock sterben und den Kolleginnen unnötige
Arbeit mit dem Rausschaffen aufbürden.
„Zur Arbeit geboren,
für das Gemeinwohl sie schafft.
Wasser noch holt sie,
mit letzter Kraft“.
Diesen Schaukasten
dürfen Sie gerne
„besichtigen“, sie
dürfen die
Außentüren auch in meiner Abwesenheit gerne öffnen.
9. Station, was machen eigentlich die Drohnen ?
„Am Sammelplatz die Drohnen warten,
um mit Jungfer Königin den Hochzeitsflug zu starten.
Nach Höhenflug und höchstem Glück auf dieser Welt,
die Drohn’ gleich tot zur Erde fällt“.
Meine Bienen sind
zwar nicht stechlustig, aber auch
hier gilt:
„Besichtigung
auf eigene
Gefahr“
Zum Abschluss dieses (geführten) Rundweges sind Sie herzlich zu
einer kostenlosen Honigprobe eingeladen.
Führungen und Kosten:
•
•
•
„Saulorner Bienenlehrpfad“
Mittwochs jeweils 10.30 Uhr = 3,- € (mit Nationalpark-Card kostenlos)
Nach Anmeldung (mindestens 6 Personen) = 3,- € (Tel. 08558 – 920161)
Kosten dieses Flyers = 1,- €
Georg Brunnhölzl
Es war nur ein kurzer Einblick in die geheimnisvolle Welt der Bienen. Vieles gäbe es
noch zu berichten, zu erzählen – vieles ist noch ungesagt.
Ein kleines Gedicht möchte ich Ihnen
Noch mit auf den Weg geben:
Wald und Felder öd und leer,
gäb‘ es keine Bienen mehr.
Schützt den Wald, gebt den Bienen Raum,
soll’n blühen Wiese, Strauch und Baum.
Und schon einer der bedeutendsten Physiker
aller Zeiten, Albert Einstein, erkannte:
"Wenn die Biene von der Erde
verschwindet,
hat der Mensch nur noch
4 Jahre zu leben:
Keine Bienen mehr,
keine Bestäubung mehr,
keine Pflanzen mehr,
keine Tiere mehr,
keine Menschen mehr..."
So bitten wir Dich großer Gott - sei Du unsere Herausforderung.
Uns führt der Weg weiter nach Osten, am Waldrand entlang erreichen wir die
Das war also der Rundgang auf dem
Die
Rückseite
der
Schautafel,
das Ziel
„Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen
ein Beispiel nehmen.
Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören.
Sie sind sogar nützlich für die Blumen.
Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören,
dann wird er beständig zunehmen.“
sagte Gautama Buddha
Ich heiße
Georg Brunnhölzl,
wohne in
Saulorn 143
94545 Hohenau
Ich bin außer
Imker auch leidenschaftlicher
Wanderer und Pilger.
Ich bin auch zertifizierter
Pilgergerwegbegleiter auf der
VIA NOVA,
die Gemeinde Hohenau hat mich
dazu ausbilden lassen.
Neben dem „Saulorner Bienenlehrpfad“ habe ich in unserer
Gemeinde Hohenau
sechs Kapellenwanderwege
erschlossen – und sie in
einem Buch beschrieben.
Über den Abschnitt der
VIA NOVA 1 - „von der Donau bis zur
Böhmischen Grenze“ und
VIA NOVA 2 – „Böhmerwald“ habe ich
jeweils ein Pilger-Wanderbuch geschrieben. Eine kurze Beschreibung
dieser Bücher finden Sie jeweils
unter:
www.der-bayerwaldpilger.de Der Preis: 12,95 € (VIA NOVA) + 12,00 € (Hohenau)
Willst Du Gottes Wunder sehen,
musst Du zu den Bienen gehen !
„Willst du Gottes Wunder sehen,
musst du zu den Bienen gehen“
Dieser weise Spruch kommt nicht von ungefähr, denn sie sind wirklich eines der
Wunder Gottes, unsere Bienen. Sie sind die exaktesten Baumeister der Welt, sie
navigieren nach einer inneren Landkarte, führen detaillierte Sonnenstandsberechnungen durch, unterscheiden hunderte von Düften und leisten großartiges
für uns, für unseren Planeten.
„Wenn die Biene von der Erde verschwindet,
dann hat der Mensch nur noch 4 Jahre zu leben“, sagte
Albert Einstein über ein Insekt, das wir meist nur als Honiglieferant betrachten.
Aufgabe der Bienen auf unserem Planeten ist es aber keineswegs, für uns
Menschen Naschereien zu produzieren, sondern sie übernehmen die Bestäubung
von Abermillionen von Blüten an Obstbäumen, in Gemüsegärten, auf Wiesen,
Feldern und in Wäldern.
Sie sind ein Triumph der Evolution: Seit etwa 60 Millionen Jahren verrichten sie
ihr Werk, und das immer nach dem gleichen Staatensystem. Sie haben sechs Beine
und Flügel, doch abgesehen davon sind Honigbienen dem Menschen so ähnlich wie
kein anderes Insekt. Wie der Mensch leben sie auf dichtestem Raum zusammen
und bilden eine äußerst differenzierte Arbeitsteilung aus. Bienen sind Ingenieure,
Architekten, Meister der Vorratswirtschaft; sie navigieren und kommunizieren
auf hohem Niveau, leisten sich ein komplexes Sozialsystem - und können sogar als
Minensucher ausgebildet werden.
1960 war es und 16 Jahre habe ich gezählt, als mir ein Imker aus Saulorn (der
Alfons Stadler) einen kleinen Ableger mitsamt Kasten geschenkt hat. Aber nicht
nur das, er hat mich „Ahnungslosen“ auch regelmäßig mit nach Kringell an der
damaligen Landesanstalt für Bienenzucht zu Lehrgängen mitgenommen. So wuchs
durch seine Hilfe langsam mein Wissen und dadurch mehr und mehr die Liebe zu
einem Insekt, das mich auch heute noch fasziniert. Gerne versuche ich nun, diese
meine Liebe zu den Bienen weiterzugeben, von Ihrem Nutzen für uns Menschen
und unsere Welt zu erzählen und über ihr Leben – und Sterben – zu berichten.
Auch aus diesem Grunde habe ich in meinem
Heimatdorf
Saulorn
einen Bienenlehrpfad
angelegt.
Dieser soll vor allem
interessierte Nichtimker an ein Thema heranführen, welches sie
meist nur aus Fachbüchern oder aus Kinderbüchern
im
BieneMaya-Stil kennen.
Er soll einen Einblick in das geheimnisvolle Leben und in die Volksgemeinschaft der
Honigbienen vermitteln. Schon im Osterlob „Exsultet“ wird der Fleiß der Bienen,
die den Menschen als Vorbild an Hingabe und Gemeinschaftssinn dienen können,
erwähnt.
Mit der Vorderseite der Schautafel am Start (die Rückseite ist das Ziel) möchte
ich Ihnen die Honigbiene, ein großes "kleines Wunder" der Natur, vorstellen:
Zu einem Bienenvolk, den „Bien“ – wie das dreiteilige Wesen
auch genannt wird, gehören:
• Eine Königin als begattetes Weibchen (Weisel),
• mehrere hundert Drohnen (männliche Bienen) und
• 20.000 bis 60.000 Arbeitsbienen (je nach Jahreszeit).
Die Arbeitsbienen
haben im Laufe ihres rund 42 Tage währenden Lebens
immer neue Aufgaben. Zunächst sind sie Putzbienen, dann Ammen für die Bienenlarven, dann Baumeister der Waben.
Sie bereiten den begehrten Honig, verarbeiten den eingetragenen Pollen
(Blütenstaub) und bilden den königlichen Futtersaft (Gelée Royal). Schließlich
fliegen sie als Sammelbienen aus, um Vorräte zu sammeln. Mit Hilfe ihrer
Tanzsprache können Honigbienen ihren Kolleginnen im Stock (Nest) mitteilen, wo
und in welcher Entfernung sich eine ergiebige Futterquelle befindet.
Die Bienenkönigin,
auch „Weisel“ genannt, ist das einzige, voll entwickelte Weibchen im Bienenstaat. Ihre Aufgabe besteht darin, Eier zu legen und damit für Nachkommen
und den Fortbestand des Volkes zu sorgen.
Darüber hinaus sorgt sie durch die Abgabe der
„Königinnensubstanz“ an die Arbeiterinnen für
Harmonie und den Zusammenhalt des Volkes. Die Entwicklung der Königin vom Ei bis
zum fertigen Insekt dauert nur 16 Tage, sie wird bis zu fünf Jahre alt. Sie legt pro
Tag bis zu 2000 Eier - also mehr Eier als sie selbst wiegt Dies kann sie unter
anderem nur deshalb, weil sie von ihrem „Hofstaat“ rund um die Uhr betreut und
mit dem sagenhaften „Gelée Royal“ gefüttert wird.
Unsere Vorfahren dachten Männerbewusst. Für sie war der Chef eines Bienenvolkes
selbstverständlich ein "Mann". Und zwar ein kluger und weiser, musste er doch
Staat und Leben von bis zu 60.000 Untertanen organisieren. So bekam er den
Namen "Weiser". Weil er aber klein war, kleiner als ein Finger, wurde er bald der
"Weisel", der kleine Weise genannt. Irgendwann hat man aber gemerkt, dass „der
Weisel“ doch weiblichen Geschlechtes ist – so wurde einfach „die Weisel“ daraus.
Die Arbeitsbiene,
wird ca. 42 Arbeitstage alt, wobei die Betonung auf „Arbeitstage“ liegt. Sie lebt also um zu arbeiten und macht dies bereits ab dem
Schlüpfen aus der Zelle pausenlos bis zum Tode. Die erste Hälfte – also 21 Tage –
ihres Lebens macht sie „Innendienst“, weitere 3 Wochen arbeitet sie als
Sammelbiene. Kann sie wegen Schlechtwetter nicht arbeiten, verlängert sich ihr
Leben. Der Ausdruck „Bienenfleiß“ kommt nicht von ungefähr …
Bevor wir aber endgültig starten,
Vor dem Start ein kurzes Gebet,
wir erbitten den „Lorscher Bienensegen“
Christus der Bienenschwarm ist draußen!
Nun fliegt, ihr meine Bienen, wieder her.
um in göttlichem Frieden,
im Schutz Gottes gesund heimzukommen.
Sitze, sitze, Biene!
Das hat dir die heilige Maria geboten:
Abschied sollst du nicht nehmen,
zum Wald sollst du nicht fliegen,
weder sollst du mir entwischen,
noch sollst du mir entweichen!
Sitze ganz stille
so wirke Gottes Wille.
Der Lorscher Bienensegen gehört zu den ältesten gereimten Dichtungen in deutscher
Sprache. Der althochdeutsche Zaubersegen wurde im 10. Jahrhundert kopfüber an
den unteren Rand einer Seite der apokryphen Visio St. Pauli aus dem frühen
9. Jahrhundert geschrieben.
Der “S aulorner B ienenlehrpfad “
Die Drohne, das männliche Bienenwesen wird ca. 4 – 5 Monate alt. Bei ihr ist es
Start und Ziel
9. Station,
nicht so wie im „richtigen Leben“ – sie arbeitet überhaupt nichts. Dennoch wird sie
von den Arbeiterinnen liebevoll gepflegt und auch gefüttert – bis sie nicht mehr
gebraucht wird. Gnadenlos werden die Drohnen dann „vor die Tür gesetzt“, wo
sie elendig verhungern. Über den aber doch wichtigen Lebenszweck
der Drohne
aber an späterer Stelle, an der vorletzten Station des Rundweges …
des Rundweges ist in
Saulorn 143, beim Anwesen
Brunnhölzl
was machen
eigentlich
die Drohnen ?
Bei dieser Kurzvorstellung möchte ich es nun aber belassen. Ich lade
Sie nun ein, mit mir diesen ca. 3,5 km langen Rundweg zu wandern und an
seinen 10 Stationen das Leben und Sterben der Honigbiene mitzuerleben.
Der Lehrpfad ist mit diesem Logo (rechts) gekennzeichnet. Er ist nicht schwierig zu begehen, ganze 110 Höhenmeter Steigung weist er auf. Natürlich sollte er
nicht mit „Apostelbereifung“ (Sandalen) begangen werden, auch sind – schon allein
wegen der Zeckengefahr - nackte Waden nicht unbedingt empfehlenswert. Der
Weg ist bedingt Kinderwagentauglich.
10. Station,
Die 8. Station
berichtet vom
Pollensammeln:
1. Station,
Lebensalter 1 bis 3
Tage: Zellenputzen
die „Bienensprache“
… endlich darf sie fliegen
2. Station,
6. Station,
ab dem 3. Tag: Brutpflege
Lebensalter 19 - 21 Tage:
Wachdienst am Flugloch
5. Station, bis zum 19. Tag:
Arbeitsdienst im Bienenstock
1.Station: Die Biene schlüpft
hier schließt sich
der Lebenskreis
unserer Biene:
Die 7. Station erklärt
4. Station,
Übrigens: Weil die Person auf dem Felsenbild offensichtlich eine Frau
ist: Es ist eine Verleumdung, wenn behauptet wird, die Männer hätten
aus Angst vor Stichen diese Arbeit den Frauen übertragen. Vielmehr
ist es so, dass die Männer zu große Hände hatten …
Bei ihrem Flug von Blüte zu Blüte übernehmen sie ganz nebenbei auch die
Bestäubung der Blüten. So sorgen sie bei Wild- und Nutzpflanzen für reichen
Fruchtansatz und sichern damit auch den Wildtieren die Nahrungsgrundlage.
Ein Volk „entsteht“:
Mit aufsteigender Entwicklung des Bienenvolkes im Mai erwacht auch
gewöhnlich der Schwarmtrieb. Sobald Zellen für Geschlechtstiere (Königinnenzellen und Drohnenwaben) gebaut und bestiftet worden sind (von der Königin
mit Eiern versehen), ändert sich das Verhalten der Bienen. Sie werden „schwarmlustig", ihre Sammel- und Bautätigkeit lässt merklich nach,
sie hängen meist bewegungslos auf den Waben oder in Trauben vor dem Flugloch. Die Königin schränkt ihre Legetätigkeit stark ein und wird durch geringeres Füttern durch ihren
Hofstaat deutlich dünner und somit wieder flugtauglich. Mit
der Verdeckelung der ersten Weiselzellen erfolgt der Trieb
zur Bildung eines Schwarms. Die Schwarmbienen versorgen
sich reichlich mit Futter (die in der Honigblase gespeicherte
Menge reicht für drei Tage) und schließlich zieht etwa die
Hälfte der Bienen, in der alle Altersstufen vertreten sind,
mitsamt der alten Königin aus. Die Bienen bilden zunächst eiEin Bienenschwarm
ne lockere, lebhafte Ansammlung in der Luft nahe ihrer bisherigen Wohnung. Sie legen dann an einer geeigneten Stelle, einem Baumzweig o.ä.,
einen Zwischenhalt ein und bilden die typische Schwarmtraube. Suchbienen fliegen
aus und halten nach einer geeigneten neuen Wohnung Ausschau. Haben sie eine gefunden, so teilen sie dies den anderen Bienen mit Hilfe der Bienentänze mit. Der
Schwarm bricht erneut auf und zieht in die neue Wohnung ein, wo er in kürzester
Zeit neue Waben erschafft und die Königin ihre Legetätigkeit fortsetzen kann.
In dieser Zeitspanne kann der Imker sie „einfangen“, d.h. in einen leeren Kasten
schütteln. Findet ein Schwarm innerhalb von drei Tagen keine neue Wohnung, so
fangt er notgedrungen an seiner bisherigen Stelle an, Waben zu bauen (Der
Futtervorrat ist dann allerdings dahin…). Diese „Notbehausung“ liegt jedoch im
Winter völlig ungeschützt und frei, das Volk wird wahrscheinlich erfrieren.
einige Worte zu den Darstellungen auf der Schautafel am Start:
Der Honig: Für 500 Gramm Honig muss die Biene rund
35.000 mal ausfliegen. Von der Leistung, die das Einzelvolk erbringt, kann der Imker den Überschuss ernten. Bienenhonig
kann man in zwei Arten einteilen, nämlich in Blütenhonig und
Honigtauhonig.
Blütenhonig stammt aus den Nektariensäften verschiedener
Blüten. Blütenhonig kristallisiert verhältnismäßig schnell. Um dies
dies zu vermeiden, wird unser Blütenhonig während dieser Phase mehrmals täglich gerührt. Dadurch werden die Kristalle gebrochen und unser Blütenhonig erhält seine cremige Konsistenz.
Honigtauhonig stammt vom Honigtau. Dieser entsteht durch die Drüsenabsonderung von Lachniden. Diese Blattläuse saugen sich Saft aus den Blättern und
Nadeln, können aber den zuckerigen und mineralhaltigen Anteil nicht verarbeiten
und scheiden ihn als kleine Tröpfchen über Drüsen wieder aus. Diesen Honigtau
sammeln unsere fleißigen Bienen und verarbeiten ihn zu Honig. Je nach Tracht
ernten wir also Blütenhonig, Tannen-, Fichten- oder gemischten Waldhonig.
Honig ist das älteste und natürlichste Süßmittel der
Menschheit. Natürlichstes Süßmittel in dem Sinne, dass es
naturbelassen so genossen wird, wie die Natur es liefert.
Heute so wie schon vor 8000 Jahren, als Steinzeitmenschen„wilden„ Honig aus Felsenhöhlen ernteten, wie auf einer
Felsmalerei in Valencia in Spanien dokumentiert ist.
Bienen sind ein wichtiges Bindeglied in vielen Lebensgemeinschaften.
ab dem 10. Tag: Wabenbau
3. Station,
eine kleine
Kulturgeschichte …
Bereits nach 300m erreichen wir die erste Station, die
Biene schlüpft. Bis zu 2000 Eier legt also die Königin
pro Tag, befruchtete und unbefruchtete. Während
aus den unbefruchteten Eiern nur Drohnen heranwachsen können, entstehen aus den befruchteten Eiern entweder Arbeiterbienen oder Königinnen. Wird
Eine Königin herangezogen, dauert es 16 Tage bis zum
Schlupf, eine Arbeiterbiene schlüpft nach 21 Tagen. Eine männliche Biene, die Drohne ist erst nach 24 Tagen schlupfreif. Die Biene schlüpft also und beginnt sofort zu
arbeiten: Sie putzt ihre Wabenzelle, die Zelle der geschlüpften Drohnen und die
sonstigen Vorratszellen. Dabei „pinselt“ sie die gereinigten Brutzellen mit Propolis
aus. Zu (fast) jeder Station gibt es ein kleines, sinniges Gedicht, hier heißt es:
Kaum geschlüpft, schon beginnt die Arbeit:
„Weil die Bienen Ordnung lieben, wird Sauberkeit ganz groß geschrieben.
Der Wabenbau darf nicht verschmutzen, darum heißt es Zellenputzen“
Zur Geschichte der Nutzung von Propolis durch den Menschen: Die Menschen
kennen Propolis nicht so lange wie den Honig. Aber bereits mehrere Jahrtausende
vor unserer Zeitrechnung war dieser Stoff den Priestern im alten Ägypten bekannt.
Von den Griechen stammt die Bezeichnung „Propolis“. Sie bedeutet „vor der Stadt“
und hängt sicherlich damit zusammen, dass Propolis hauptsächlich am Eingang des
Bienenstockes anzutreffen war. Aristoteles verwendete Propolis als Heilmittel für
Hautkrankheiten und Wunden. Der berühmte lateinische Wissenschaftler Varon
erwähnt Propolis genauso wie der altrömische Dichter Vergil im 1. Jahrhundert vor
unserer Zeitrechnung. Auch in Persien und bei den Inkas wurde Propolis genutzt,
ebenso wird Propolis in medizinischen Schriften Georgiens im 12. Jahrhundert
erwähnt. Als Höhepunkt der Anwendung von Propolis kann sicherlich der Burenkrieg
in Südafrika bezeichnet werden, wo um 1900 Propolis wegen seiner hochwirksamen
desinfizierenden und wundverschließenden Eigenschaften verwendet wurde. Heute
wird Propolis von verschiedenen Wissenschaftlern wiederentdeckt. Der Blick in die
Geschichte zeigt den vielfachen Nutzen dieser hochwirksamen Substanz auf: Es
wird über Erfolge bei der äußeren Anwendung von Propolis und bei Entzündungen des
Mund und Rachenraumes berichtet.
Der Blick in die Geschichte zeigt also den vielfachen Nutzen dieser hochwirksamen
Substanz auf: Es wird über Erfolge bei der äußeren Anwendung von Propolis und bei
Entzündungen des Mund und Rachenraumes berichtet.
Propolis enthält neben Flavonoiden auch ein breites Spektrum wertvoller
Mineralstoffe wie z. B. Zink, Eisen, Magnesium, Selen, Kieselsäure etc. sowie das
Provitamin A und Vitamine der B Gruppe und schließlich eine große Menge Vitamin E.
Propolis kann ohne und mit Alkohol aufgelöst werden. Unser Propolis wird ohne Alkohol
aufgelöst, wir bieten sowohl Tinktur als auch Creme an.
Die Varroa-Milbe: An dieser Station möchte ich aber auch auf den zur Zeit
größten Feind unserer Biene zu sprechen kommen, auf die Varroa-Milbe.
Der Milbenbefall durch diesen Parasiten schwächt die Bienen auf verschiedenen
Wegen. Durch das Aussaugen der Hämolymphe verlieren befallene Larven direkt an
Gewicht, die ausgeschlüpften Bienen bleiben um etwa ein Zehntel kleiner als gesunde
Tiere. Die befallenen Tiere besitzen eine deutlich verkürzte Lebensspanne. Sie haben
schlechtere Lernleistungen und kehren häufiger nicht in den Stock zurück. Zusätzlich
werden durch den Milbenbefall schädigende Viren übertragen.
Ein Parasit auf Wanderschaft
Der Varroamilbe kann man keinen Vorwurf machen. Sie hat nicht darum gebeten nach
Europa eingeschleppt zu werden. Aber nun ist sie da und Sie macht das was sie am
besten kann: sich vermehren. Aber woher kommt die Varroamilbe eigentlich?
Nun, die asiatische Honigbiene ist das östlich-asiatische Gegenstück zur in Europa
beheimateten Honigbiene. Sie ist der ursprünglicher Wirt des Parasiten Varroa-Milbe.
Im Gegensatz zu unseren Bienen ist die asiatische Honigbiene in der Lage die Varroamilbe unter Kontrolle zu halten.
In Oberursel bei Frankfurt wurden 1976 sieben Königinnen dieser Art eingeführt,
scheinbar glaubte man, die asiatische Honigbiene sei widerstandsfähiger als die
heimische. Im Februar 1977 fand man die ersten Milben in "Gemüllproben". Hier hat
also der Mensch in seiner „unendlichen Weisheit“ wieder einmal in die Natur
eingegriffen – er wollte es „besser machen“. Das volle Ausmaß der Schäden durch die
Varroa ist weltweit noch nicht absehbar. Das Milben-Weibchen schlüpft zur
Fortpflanzung kurz vor der Verdeckelung der Brutzelle in diese und legt dort ihre
Eier. Bis zum Schlupf der Biene entwickeln sich hier 4-5 Milben (in der Drohnenbrut
wegen der längeren Verdeckelungsphase 6-7 Milben). Wird ein befallenes Volk nicht
behandelt, kollabiert es etwa ein bis zwei Jahre nach der Infektion mit der VarroaMilbe. Zur Behandlung gibt es eine Anzahl Mittel, bei unserer Imkerei kommen nur
Ameisensäure und der sogenannte „Varroa-Controller“ (das ist die Vernichtung der
Milbe durch Wärme) in Betracht. Wir verzichten ausdrücklich auf irgendwelche Art
von Chemie – weil wir unseren Honig mit gutem Gefühl auch selbst essen wollen.
Wir machen uns wieder auf den Weg und kommen nach
weiteren 500 m in einem Wäldchen zur nächsten Station.
2. Station, ab dem 3. Tag: Brutpflege
Zu Pollen und Honig die Amme Wasser mischt bei,
Für die junge Brut wohl ein kräftiger Brei.
Eine Königin auf jeden Fall,
bekommt natürlich nur Gelée Royal“
Unsere Biene ist nun 3 Tage alt, sie wird „Ammenbiene“, das heißt sie füttert die
Brut, den Nachwuchs des Bienenvolkes. Alle aus den Eiern geschlüpften Maden (nach
3 Tagen) werden die ersten 2 ½ bis 3 Tage mit Gelée Royal gefüttert.
Gelée Royal, auch Königinnensaft genannt, ist ein wahrhaft königlicher Saft. Als
"Gelée Royale“ wird das Sekret, das die Honigbienen zur Fütterung für ihre
Königinlarven und Königin herstellen, bezeichnet und es grenzt in seiner Wirkung an
ein Wunder. Schon die Königinlarve erreicht binnen 5 Tagen das 800-fache ihres
Anfangsgewichtes. Die ausgebildete Königin erhält durch Gelée Royal die Fähigkeit,
täglich bis zu 2000 Eier zu legen (also mehr, als ihr Eigengewicht).
Vor allem wegen seiner außerordentlich regenerativen Wirkungen auf Haut und
Bindegewebe, wird Gelée Royal auch bei uns Menschen hoch geschätzt. Gelée Royal
soll den Alterungsprozesses hinausschieben, und kann das Auftreten der mit diesem
Prozess verbundenen körperlichen und seelischen Unpässlichkeiten verzögern.
Mit diesem Futtersaft werden also die jungen Maden gefüttert.
Wenn nun die Bienen „Schwarmgelüste“ bekommen, wenn z.B.:
der Platz im Volk zu eng wird, eine Erweiterungsmöglichkeit fehlt
Trachtlosigkeit herrscht, die Bienen also zu wenig Arbeit haben
oder sie einfach ihrem Naturtrieb zur Vermehrung folgen,
wird zur Gründung eines neuen Volkes eine weitere Königin gebraucht.
Die Ammenbienen müssen also eine Königin heranziehen. Das geschieht
„von Außen betrachtet“ auf ziemlich einfachen Weg:
Während die jungen Maden ab dem 3. Tag mit Pollen und Honig weitergefüttert werden, erhalten einige ausgesuchte bis zur Verdeckelung
weiterhin Gelée Royal. Und dieser spezielle Futtersaft bewirkt, dass aus
diesen Maden Königinnen heranwachsen. Selbstverständlich müssen deren
Zellen auch vergrößert werden, es entstehen die sogenannten
„Weiselzellen“.
3 + 5 + 8 ist eine Königin gemacht, lautet eine alte Imkerformel. Also 3 Tage Ei,
5 Tage Made und 8 Tage verdeckelt, dann schlüpft eine junge Königin. Der große
Rest der Maden wird weiter mit Pollen und Honig gefüttert…
Wir aber machen uns auf den Weg zur 3. Station,
dort erzähle ich Ihnen eine „kleine Kulturgeschichte“: Das Bild oben rechts zeigt
eine in Bernstein eingeschlossene Biene. Sie ist
50 – 80 Millionen Jahre alt. Bild oben links: Höhlenmalerei aus den Cuevas de Araña bei Bicorp, Valencia,
etwa 8 000 Jahre alt. Bild unten: Eine Imkerszene
aus einem Flachrelief im Sonnenheiligtum des
Pharaos Ne-user-Re, um 2360 v. Chr. Vor über 2000
Jahren stellten die Griechen geflochtene Bienenkörbe aus Stroh her. Kaiser Karl der Große regelte
800 Jahre nach Christus in seinen Ländereien die
Bienenzucht. Er führte die Korbimkerei ein.
Bis zum Ende des Mittelalters befassten sich vor allem die Klöster mit der Hausbienenzucht. Man nutzte zunächst hohle Baumstämme als künstliche Bienenwohnungen
(Klotzbeute). So musste man nicht mehr die Bienen suchen, sondern konnte sie an
bestimmten Plätzen halten. In geflochtenen Strohkörben wurden bis in unsere Zeit
Bienen gehalten. Es gab noch keine Wabenrähmchen. Man musste die Honigwaben
ausschneiden.
Zur 4. Station führt uns nun der Weg, zum „Wabenbau“:
„Im Mai die Bienen eng schon sitzen,
Zeit ist’s, kräftig Wachs zu schwitzen.
Bitte nur jetzt keinen Stau, alles hilft beim Wabenbau“.
Die von der Honigbiene an den hinteren Bauchschuppen
produzierten dünnen Wachsplättchen werden von ihr zu
einem kunstvollen Bau verarbeitet, der zur Aufzucht von
Larven und zur Lagerung von Honig und Pollen dient.
Wirkstoff Bienenwachs: Der Ausdruck „Wachs“ kommt
aus dem althochdeutschen „Wahs“ und bedeutet „Wabe oder Gewebe“. Die Arbeiterbienen produzieren das Wachs aus Drüsen auf der Bauchseite des Hinterleibes.
Sie entwickeln sich ab dem 10. Lebenstag, verkümmern zwar ab dem 18. Tag, lassen
sich aber in Notsituationen wieder reaktivieren. Am meisten Wachs wird während
der Wachstumsphase des Bienenvolkes in den Monaten April bis Juni erzeugt. Frisch
produziertes Bienenwachs ist weiß. Später verfärbt es sich hellgelb bis dunkelgelb.
Die gelbe Farbe stammt von Propolis und Pollenfarbstoffen. Den angenehmen Duft
erhält das Wachs von den Honig-, Propolis- und Pollenaromastoffe. Die Rohstoffe für
die Wachsbildung im Bienenkörper sind Kohlenhydrate, Honig oder Zuckerwasser. Die
Wachsproduktion und Bautätigkeit im Bienenvolk wird bestimmt durch die Jahreszeit
(im Frühjahr steigt der Bautrieb), den Nektareintrag (je mehr Nektar anfällt, desto
mehr Wabenzellen werden benötigt) und das Brutgeschehen (je mehr ein Volk brütet,
umso mehr Zellen braucht es).
Wir wandern weiter zur 5. Station
Die Biene hat weiter Arbeitsdienst im Bienenstock
(bis zum 19. Tag)
„Die Biene
stampft den Pollen ein, denn Bienenbrot muss haltbar sein.
Damit es dann auch gleich zur Hand, wird es abgelegt am Brutnestrand“.
Pollen sind die männlichen Keimzellen der Blüten und werden von den Honigbienen als
sogenannte Pollenhöschen an den Beinen gesammelt. Im Bienenstock dienen sie als
Kinderkost. Hundert Gramm Pollen enthalten soviel Eiweiß wie ein Kilo Rindfleisch.
Nun führt uns der Weg weiter, bergauf, in den Ortskern von Saulorn hinein. Unser
nächstes Ziel ist keine Station des Bienenlehrpfades – es ist die schöne
„Saulorner Dorfkapelle“
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