VL Proteine 3

Werbung
Proteine III
SDS-PolyacrylamidGelelektrophorese
Fachbereich Molekulare Biologie
Blutserum vs. Blutplasma
• Plasma ist der flüssige, zellfreie Teil des Blutes. Nach der Blutabnahme
wird Blutplasma durch Abscheiden der Blutzellen durch Zentrifugation
gewonnen. Es enthält noch alle Gerinnungsfaktoren.
• Blutserum ist der flüssige, zellfreie Teil des Blutes abzüglich der
Gerinnungsfaktoren (vor allem Fibrinogen). Nach der Blutabnahme wird
die Gerinnungsreaktion nicht unterbunden, danach wird der Blutkuchen
(enthält Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten) durch Zentrifugation
vom Serum getrennt.
http://www.heilberufe-ausbildung.de/Blut/Blut_Grundlagen.htm
Fachbereich Molekulare Biologie
2
Serumproteine
• ca. 100 verschiedenen Proteine im Blutplasma; stammen aus Leber
und Lymphknoten;
• Gesunder Organismus: dynamisches Gleichgewicht zwischen
Biosynthese und Abbau von Plasmaproteinen
• Hypoproteinämie – zu niedriger Plasmaproteinspiegel unter 66 g/L
Ursachen: - verringerte Biosynthese (vermindertes Aminosäureangebot
oder Leberparenchymschäden)
- vermehrte Ausscheidung
- Nierenschädigung
• Hyperproteinämie – zu hoher Plasmaproteinspiegel über 83 g/L
durch vermehrte Biosynthese; meist klonale Expansion von -Globulin
produzierenden Plasmazellen
Fachbereich Molekulare Biologie
3
Serumproteine
Bestimmung der gesamten Proteinkonzentration besitzt nur beschränkte
Aussagekraft – Auftrennen der Plasmaproteine in Einzelfraktionen
diagnostische Hinweise
Grundsätzlich kann man Plasmaproteine in 5 Fraktionen trennen:
1) Albumine
2) 1-Globuline
3) 2-Globuline
4) -Globuline
5) -Globuline
Fachbereich Molekulare Biologie
4
Serumproteine
• Die Trägerelektrophorese wird meist routinemäßig (,screening method‘)
bei Verdacht auf bestimmte Krebstypen durchgeführt.
• Nach der elektrophoretischen Auftrennung
kann man 5 gefärbte Banden
(Albumin und Globuline) erkennen.
http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef_ephorese_eiweiss.htm
• Die Albuminfraktion stellt eine homogene Substanz dar,
andere Fraktionen entstehen durch Überlagerung verschiedener
Proteine mit ähnlichen physikalischen Eigenschaften
Fachbereich Molekulare Biologie
5
Serumproteine
Albumin
•
Macht 60% der Plasmaproteine aus, wobei nur 40% von Albumin im
Plasma sind, 60% befinden sich im Extrazellulärraum
•
hohe Fähigkeit zur Wasserbindung
kolloidosmotischen Drucks
• Transportvehikel für Pharmaka,
Vitamine, Magnesium, Calcium,
nicht- veresterte Fettsäuren,
Spurenelemente, Abbau- und
toxische Produkte im Blut
wichtiger Regulator des
PDB code 1E7H
Fachbereich Molekulare Biologie
6
Serumproteine
1-Globuline
•
•
•
Ca. 4% der Plasmaproteine
Wichtigster Vertreter ist 1-Antitrypsin als Proteaseinhibitor
Saures 1-Glycoprotein > Akut-Phase-Protein
2-Globuline
•
•
Ca. 6% der Plasmaproteine
Wichtigste Vertreter sind 2-Makroglobulin (Rolle im
Entzündungsgeschehen) und Haptoglobin, welches Hämoglobin bindet
Fachbereich Molekulare Biologie
7
Serumproteine
-Globuline
•
•
•
•
•
Transferrin (bindet und transportiert Eisenmoleküle)
Fibrinogen (Fibrinvorstufe – dient der Blutgerinnung)
CRP (C-reaktives Protein): fördert die Phagozytose, indem es
Makrophagen und das Komplementsystem aktiviert. CRP steigt bei
Entzündungen 10-1000fach an und wird zu den Akute-PhaseProteinen gezählt.
-Lipoprotein (low densitiy lipoprotein-LDL), für den Lipidtransport
Faktoren des Komplementsystems
Fachbereich Molekulare Biologie
8
Serumproteine
-Globuline
•
Immunglobuline: IgG, IgA, IgM, IgD und IgE
•
-Globuline werden von zu Plasmazellen ausgereiften B-Zellen
produziert. Sie zirkulieren im Blut, befinden sich aber auch an der
Oberfläche von allen B-Lymphozyten, wo sie als Membranrezeptoren
für Antigene wirken.
Fachbereich Molekulare Biologie
9
Serumproteine
• Zur genaueren Analyse können die
Banden eingescannt und mittels
Bildanalyseprogrammen
berechnet werden (Abb.1).
• Am wichtigsten ist die Erkennung
abnormer Eiweißstoffe, sog.
Paraproteine (Abb.2).
Paraproteine können Indikatoren für
Krankheiten sein (zB Morbus Waldenström).
http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef_ephorese_eiweiss.htm
Fachbereich Molekulare Biologie
10
Elektrophorese
• Elektrophorese ist die Wanderung geladener Teilchen in einem
elektrischen Feld.
• Zur Erzeugung des elektrischen Feldes wird das ganze ElektrophoreseSystem in einen Puffer getaucht und Spannung angelegt. Über die im
Puffer enthaltenen Ionen fließt Strom.
• Dabei wandern positiv geladene Teilchen (Kationen) zur Kathode (-)
und negativ geladene Teilchen (Anionen) zur Anode (+).
• Die Mobilität dieser Teilchen wird von mehreren
Faktoren beeinflusst:
- Form und Größe
- Nettoladung
- Porengröße des Trägers
- Stärke des elektrischen Feldes
- Reibung
Fachbereich Molekulare Biologie
11
Sodiumdodecylsulfat
Polyacrylamidgel-Elektrophorese
SDS-PAGE
Fachbereich Molekulare Biologie
12
Sodiumdodecylsulfat
Polyacrylamidgel-Elektrophorese
SDS-PAGE
• häufige Methode um Proteingemische zu trennen und die
Größe von Proteinen abzuschätzen
• Das Detergens (SDS) bindet
im Überschuss an die Proteine
im Proteingemisch (etwa 1,4g
SDS / 1g Protein). Alle Proteine
tragen daher eine beständig
negative Ladung und wandern
zum positiven Pol, der Anode.
www.ibg.kit.edu/nmr/downloads/Gelelektrophorese.pdf
Fachbereich Molekulare Biologie
13
SDS-PAGE
• Dient dazu, die Proteine zu denaturieren, da es fast alle
nicht-kovalenten Wechselwirkungen in nativen Proteinen zerstört.
Erhitzen auf 95°C löst alle Tertiär – und Sekundärstrukturen auf.
• Die SDS-Anionen binden sich an die Hauptketten der denaturierten
Proteine, sodass Komplexe mit einer stark negativen Ladung entstehen.
• Um noch vorhandene
Disulfidbrücken zu reduzieren,
gibt man 2-Mercaptoethanol
oder Dithiothreitol (DTT) zu.
-Mercaptoethanol)
(DTT)
Fachbereich Molekulare Biologie
14
SDS-PAGE
Polyacrylamidgele als Trägermaterial
• Die Wanderung von Proteinen aufgrund des elektrischen Feldes wird
durch das Gel größenabhängig abgebremst. Moleküle, die im Verhältnis
zu den Gelporen klein sind, wandern schnell, Moleküle, die größer sind
als die Poren, sind nahezu unbeweglich.
• Polyacrylamid wird in der Elektrophorese gerne
als Trägersubstanz verwendet, da:
- es chemisch inert ist
- es sich leicht herstellen lässt
- die Porengröße leicht zu variieren ist
http://elte.prompt.hu/sites/default/files/tananyagok/practical_biochemistry/ch07s03.html
Fachbereich Molekulare Biologie
15
SDS-PAGE
Polyacrylamidgele
http://sdspage123.blogspot.co.at/
APS (Ammoniumpersulfat)
TEMED (Tetramethylethylenediamin)
Fachbereich Molekulare Biologie
16
SDS-PAGE
Polyacrylamidgele
•
Polyacrylamidgele sollten kurz vor Gebrauch hergestellt werden.
• Das Monomer Acrylamid wird mit
einem quervernetzenden Agens -meist
N,N`- Methylenbisacrylamid (Kurzform:
,Bis‘) mit Hilfe eines Radikalbildners
(Ammoniumpersulfat) und eines
Katalysators (TEMED) polymerisiert.
• Die Porengröße wird durch das
Verhältnis der Konzentration des AcrylamidMonomers zu der des Quervernetzungsagens Bis bestimmt.
Fachbereich Molekulare Biologie
17
SDS-PAGE
Polyacrylamidgele
% Acrylamide
MW range (kDa)
7
50-500
10
20-300
12
10-200
15
3-100
Fachbereich Molekulare Biologie
18
SDS-PAGE
Probenvorbereitung
• Die Proben enthalten neben SDS und -Mercaptoethanol noch Glycerin
oder Saccharose, um die Dichte zu erhöhen, und Bromphenolblau
als Markierungsfarbstoff.
• Vor dem Laden der Gele werden die Proben für 10 min. aufgekocht,
damit alle Proteine vollständig denaturiert werden und auch hydrophobe
Proteine in Lösung gehen.
Fachbereich Molekulare Biologie
19
SDS-PAGE
Diskontinuierliches Puffersystem
• Die Diskontinuierliche (Disk -) Elektrophorese wurde von U.K. Laemmli
eingeführt
• Bei der Disk -Elektrophorese wird die Gelmatrix in 2 Bereiche geteilt:
1) weitporiges Sammelgel
2) engmaschiges Trenngel
Bei der Disk – Elektrophorese ist der unterschiedliche pH Wert der
beiden Gele mitentscheidend
• Die Disk - Elektrophorese hat 2 Vorteile:
1) Aggregation von Proteinen bei Eintritt in das Gel wird verhindert
2) Schärfung der Banden
Fachbereich Molekulare Biologie
20
SDS-PAGE
Diskontinuierliches Puffersystem
Fachbereich Molekulare Biologie
21
SDS-PAGE
Diskontinuierliches Puffersystem
Fachbereich Molekulare Biologie
22
SDS-PAGE
Diskontinuierliches Puffersystem
Fachbereich Molekulare Biologie
23
SDS-PAGE
Prinzip der Elektrophorese
http://elte.prompt.hu/sites/default/files/tananyagok/practical_biochemistry/ch07.html
Fachbereich Molekulare Biologie
24
SDS-PAGE
Prinzip der Elektrophorese
•
Die Mobilität von Teilchen im elektrischen Feld wird beeinflusst von:
F (beschleunigend) = q (Ladung) x E (Feldstärke)
E ist definiert in Volt / m
F (bremsend) = f (Reibungskoeffizient) x v (Geschwindigkeit)
F (bremsend) wird durch die Größe und Gestalt der Partikel,
sowie die Viskosität des Mediums beeinflusst
Fachbereich Molekulare Biologie
25
SDS-PAGE
Prinzip der Elektrophorese
•
Sobald die Elektrophorese gestartet wurde gilt:
qxE=fxv
Teilchen, die eine unterschiedliche elektrophoretische Mobilität haben,
können voneinander durch Elektrophorese getrennt werden.
Fachbereich Molekulare Biologie
26
SDS-PAGE
Prinzip der Elektrophorese – Praktische Probleme
•
•
•
•
Hohe Ionenstärke bedeutet geringen spezifischen Widerstand
Hohe Ionenstärke bedeutet hohe spezifische Leitfähigkeit
Hohe Ionenstärke bedeutet hohe Stromstärke
Hohe Stromstärke bedeutet hohe Wärmeentwicklung
Wärme – Dissoz. – mehr Ionen – mehr Strom – mehr Wärme.....
W = E2 x  x c
W (Joulesche Wärme)
E (elektrische Feldstärke)
 (Äquivalentleitfähigkeit)
c (molare Konzentration des Analyten)
Fachbereich Molekulare Biologie
27
SDS-PAGE
Prinzip der Elektrophorese – Praktische Probleme
•
Im elektrischen Feld wandern Probe-Ionen und Puffer-Ionen
Verwendung von Puffertanks an beiden Elektroden als
Pufferreservoirs Puffer darf sich nicht „erschöpfen“
•
Anteil der Probe-Ionen soll möglichst hoch sein (Optimierung der
Wanderungsgeschwindigkeit der Probeionen); gering konzentrierter
Elektrophoresepuffer (aber noch puffernd) (ideale Ionenstärke 0,05 –
0,10 mol / L)
Ohmsches Gesetz: I = U x R
I = Stromstärke (in Ampere A)
U = Spannung (in Volt V)
R = Widerstand (in Ohm W)
Fachbereich Molekulare Biologie
28
Andere Proteingel-Typen
Gradienten – Gele
Eignen sich, wenn man auf einem Gel Proteine mit sehr unterschiedlichen Größen trennen will
- Porenweite verringert sich mit der Gellänge
- Trennschärfe in jedem Bereich sehr gut
Native Proteingele
- SDS-frei
- Sekundär- und Tertiärstruktur bleibt erhalten
- Wanderung der Proteine durch ihre Eigenladung
Nicht reduzierende Proteingele
- Ohne DTT oder 2-Mercaptoethanol
- Disulfidbrücken und somit Quartärstruktur bleiben erhalten
Nachteile von nativen und nicht reduzierenden Gelen
- Neigung zur Aggregatbildung
- Schlechte Auflösung
- Schlechte Reproduzierbarkeit
Fachbereich Molekulare Biologie
29
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
30
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
31
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
32
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
33
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
34
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
35
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
36
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
37
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
38
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
39
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
40
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
41
Praktikumsteil
Befüllen des Anodenraums
mit Elektrodenpuffer
Fachbereich Molekulare Biologie
42
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
43
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
44
Praktikumsteil
Fachbereich Molekulare Biologie
45
Praktikumsteil
Färben und Entfärben des Gels / Nachweismethoden
• Coomassie-Brilliant-Blue
Das Gel wird dabei in eine Lösung aus CoomassieBrilliant-Blue und 10% Essigsäure eingelegt. Die
Proteine werden gefärbt und gleichzeitig durch die
Essigsäure fixiert.
Nachweisgrenze: 0,5-1mg
stöchiometrische Färbung
• Silverstain
Ag+ Ionen werden durch schwefelhaltige und basische
Aminosäuren zu metallischem Silber reduziert.
Die Färbung ergibt rotbraune bis schwarze Spots.
Empfindlichere Methode mit einer Nachweisgrenze
von ca.10ng
nicht-stöchiometrische Färbung
Fachbereich Molekulare Biologie
46
Herunterladen