Das Fachjournal 1 | 2017 N A C H H A LT I G BAUEN Nordwestschweiz Überzeugend: Wohnüberbauungen in Riehen und Oberrohrdorf Realistisch: Energiespeicher sind die Lösung Beispielhaft: Spannende Sanierungen/Aufstockungen in Sissach und Würenlingen Vorbildlich: Das Baselbieter Energiepaket Ein Produkt der Gerber Media, Zürich DACHCOM Schweizer Steinwolle www.flumroc.ch Inhalt Fachbeiträge Titelbild: Wohnüberbauung im Feld, Oberrohrdorf Walker Architekten AG, Brugg Impressum Herausgeber Gerber Media Rütihofstrasse 9, 8049 Zürich Telefon 044 341 16 41 www.gerbermedia.ch Grafik / Layout click it AG Seetalstrasse 2, 5703 Seon www.clickit.ch Druck Effingerhof AG Storchengasse 15, 5201 Brugg www.effingerhof.ch 10 Sanieren, umnutzen, ersetzen – wie umgehen mit dem Bestand? René Mosbacher, Verein eco-bau 28 Baselbieter Energiepaket Sarah Früh, IWF AG, Liestal 31 Das Wärmepumpen-System-Modul Georges Guggenheim, Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz 54 Wärmeversorgung mit Holz – Bivalente Anlage in Sins Michael Tibisch, Leiter Kommunikation Holzenergie Schweiz 58 Energiespeicher sind die Lösung, praktische Beispiele Julia Gremminger Redaktion Gerber Media Anita Bucher, Carmen Nagel Eschrich www.gerbermedia.ch Gastautoren Heinz Tännler, Vorstandspräsident Verein Minergie, Finanzdirektor des Kantons Zug Sarah Früh, IWF AG, Liestal Julia Gremminger, Thun Georges Guggenheim, FWS Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz René Mosbacher, Verein eco-bau Michael Tibisch, Holzenergie Schweiz Fotos Atelier für Fotografie René Rötheli, 5400 Baden www.rrphoto.ch Gedruckt auf FSC Papier (Rohstoff: Frischfasern aus nachhaltiger Forstwirtschaft) Rechte: Copyrights bei Gerber Media, 8049 Zürich Nachdruck, auch auszugsweise, bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Verlages. Einzelverkaufspreis: CHF 14.– Jahresabo (3 Ausgaben): CHF 35.– Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Objektvorstellungen 4 MFH Aescherstrasse, Basel 14 Sanierung und Aufstockung EFH Sissach 23 Neubau regionale Musikschule Liestal 33 Wohnüberbauung Classic Riehen 37 Wohnüberbauung im Feld Oberrohrdorf 49 Sanierung und Aufstockung EFH Würenlingen 62 EFH Auenstein 70 EFH Nesselnbach 74 EFH Lommiswil Rubriken 57 Redaktionelle Partner 80 Führende Unternehmen 1 Helios Ventilatoren AG Publireportage Helios Spitzenleistungen Lüftungssysteme von Helios werden eingesetzt im Wohnungs-, Industrie- und Gewerbebau sowie in allen Gebieten der Klima-, Wärme-, Kälte- und Trocknungstechnik. Mit Leistungsbereichen von 90 m³/h bis 2,2 Mio. m³/h und Laufraddurchmessern bis 7100 mm zählt die Helios Produktpalette zu den bedeutendsten in Europa. Das neue Helios EcoVent Verso Laibungselement verbindet geschickt höchste Designansprüche mit Funktionalität. Werksbilder: Helios Helios Ventilatoren AG Tannstrasse 4 8112 Otelfingen Tel. 044 735 36 36 www.helios.ch 2 Das neue Helios EcoVent Verso Laibungselement – Ratz. Fatz. Unsichtbar. Der EcoVent Verso setzt seit seiner Markteinführung Massstäbe im Bereich der dezentralen Wohnraumlüftung. Die Wärmerückgewinnung erfolgt im Reversierbetrieb, das heisst Zu- und Abluftphasen wechseln sich ab. In der Abluftphase nimmt der Keramik-Wärmespeicher die Wärme der Raumluft auf und speichert diese. Im anschliessenden Zuluftbetrieb wird die frische Aussenluft durch den Keramikspeicher geleitet und übernimmt dessen Wärme, so dass die frische Luft vorgewärmt in den Wohnraum strömt. Um möglichst wenig von der Lüftungsanlage zu sehen, hat Helios ein Laibungselement entwickelt, das die Aussenfassaden-Blende geschickt verschwinden lässt. Das Element aus hochdämmendem EPP lenkt die Luft innerhalb des Wärmedämmverbundssystems um 90° in die Fensterlaibung. Aufgrund der ausgeklügelten Konstruktion kann Das Laibungselement wird vollständig in die Dämmung integriert. Zu sehen ist nur das Design-Lüftungsgitter. eine flexible Montage von rechts oder links, ohne Umbau oder Mehraufwand erfolgen. Darüber hinaus ist das EPP-Element mittels Säge oder Heissdraht beliebig kürzbar und kann mit geringstem Aufwand an die baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Tatsache, dass sich das Element vollständig in die Dämmung integriert und ausser dem Gitter in der Fensterleiste kein Bauteil zu sehen ist, revolutioniert die dezentrale Lüftung im KWLBereich erneut. Hochwertige Design-Wandgitter Das edle Design-Gitter, das perfekt auf die Funktion des dezentralen Lüftungsgeräts abgestimmt ist, steht in drei Varianten zur Verfügung. Neben der Edelstahl-Variante und einer transparent beschichteten Ausführung für küstennahen Einsatz, ist das robuste Gitter auch in neutralem weiss erhältlich. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Editorial Minergie setzt erneut den Standard für die Zukunft Das Streben nach hoher Energieeffizienz und tiefen CO2-Emissionen prägen die Politik der Kantone und des Bundes im Gebäudebereich. Vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Klimapolitik wurden anspruchsvolle Ziele formuliert und mit den MuKEn 2014 an der Konferenz der Energiedirektoren verabschiedet. Als ehemaliger Baudirektor des Kantons Zug ist mir bewusst, dass der Vorbildfunktion des Staates und einer gezielten Förderung von wegweisenden Projekten eine hohe Bedeutung zukommt. Als Finanzdirektor weiss ich aber auch, dass die vorhandenen Mittel knapp sind und in anderen Direktionen ebenfalls benötigt werden. Umso mehr plädiere ich als bürgerlicher Regierungsrat für eine liberale Umsetzung. Alle beteiligten Parteien müssen an einem Strick ziehen. Es gilt, die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor mit neuen Regulierungen die Bürgerinnen und Bürger zu weiterer Sparsamkeit verpflichtet werden. Der freiwillige Standard Minergie hat sich dabei seit 1998 als ein tragendes Element in der Realisierung der Schweizer Energiepolitik Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 herausgestellt. Minergie hat die Wahrnehmung von nachhaltigem Bauen und Energieeffizienz in der Bevölkerung entscheidend verändert. Der Standard hat von Anfang an auf höheren Komfort, besseren Werterhalt und Investitionssicherheit gesetzt. Energieeffizienz war sozusagen als Bonus darin enthalten. Damit hat sich Minergie als starke, über die Landesgrenzen hinaus bekannte Marke etabliert. Der Mitteleinsatz über diese Marke ist hoch effizient, weil transparent und innovationsfördernd. Inzwischen leben rund eine halbe Million Menschen in Minergie-Häusern. Mehr als 43 000 Gebäude sind bereits nach Minergie zertifiziert. Die jährlich rund 3000 Bauherrinnen und Bauherren, die bewusst nach Minergie bauen, bilden die Basis exakt dieser liberalen Umsetzung kantonaler und nationaler Energiepolitik. Jetzt hat Minergie die drei Gebäudestandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A umfassend überarbeitet. Beim Innovations-Standard Minergie-A ist die Eigenproduktion sogar grösser als der Jahresenergiebedarf. Das Gebäude wird damit vom Konsumenten zum Energieproduzenten. Mit «MQS Bau» und «MQS Betrieb» wurden zwei neue Produkte lanciert, welche gewährleisten, dass Gebäude nicht nur überdurchschnittlich gut geplant, sondern auch mängelfrei gebaut und hoch effizient betrieben werden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag daran, die jährlichen Kosten der Baumängelbehebung von rund 1,6 Milliarden Franken zu reduzieren. Das freiwillige und gleichzeitig einfach umzusetzende Erfolgsrezept bleibt. Minergiegebäude stehen auch weiterhin für Komfort, Effizienz und Werterhalt. Ich bin davon überzeugt, dass Minergie damit seine Rolle als Wegbereiter einer nachhaltigen und energieeffizienten Baukultur in der Schweiz fortsetzt. Heinz Tännler Vorstandspräsident Verein Minergie Finanzdirektor des Kantons Zug 3 MFH Aescherstrasse Basel Ein Musterbeispiel für städtische Nachhaltigkeit Von Anita Bucher Im beliebten Basler Bachlettenquartier ist ein nachhaltiges Mehrfamilienhaus entstanden, das Wohnraum für Menschen in der zweiten Lebenshälfte bietet. Das Nullenergiehaus ist ein Pilotprojekt von Immobilien Basel-Stadt. Es dient als Musterbeispiel für städtische Nachhaltigkeit und soll aufzeigen, dass eine innovative energetische Lösung auch wirtschaftlich interessant sein kann. Über lange Zeit stand auf dieser Parzelle, der einzig unbebauten weit und breit, eine Tanne. Eine seltsam anmutende Lücke in einer sonst geschlossenen Häuserzeile. Immobilien BaselStadt konnte das Areal von privaten Eigentümern übernehmen und beschloss im Jahr 2009 hier ein Neubauprojekt mit nachhaltigem Vorbildcharakter zu realisieren. Sinnvolle Quartierverdichtung Acht Jahre später muss man schon genauer hinsehen um das junge Baujahr des zurückhaltend gestalteten Mehrfamilienhauses an der Aescherstrasse 12 zu erahnen. Das neue Wohnhaus gliedert sich gut in die Häuserzeile Fotos: Ruedi Walti, Basel 4 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Minergie-A-ECO Bauherrschaft Einwohnergemeinde Basel-Stadt p/a Immobilien Basel-Stadt Fischmarkt 10 4001 Basel www.immobilienbs.ch ein und vermittelt zwischen den beiden Nachbarbauten aus den 50-er und 60-er Jahren. Bewusst wurden Kleinwohnungen mit Wohnraum für ältere Menschen geschaffen. Denn im Bachlettenquartier gibt es viele Reiheneinfamilienhäuser oder Villen, welche für Menschen in der zweiten Lebenshälfte eigentlich zu gross sind, oft aber mangels Alternative von ihren Bewohnern nicht aufgegeben werden. Dadurch fehlt wiederum Platz für Familien. Die sieben Alterswohnungen sind eine Antwort darauf und somit ein kleiner Beitrag zur Quartiersverdichtung. Viele Ansprüche an die Architektur Entstanden ist ein angenehm anzusehender Baukörper, der weder zu sehr heraussticht, noch in der Masse verschwindet. Ein Gebäude, das zeitgemäss ist und das trotzdem zwischen den verschiedenartigen Nachbarbauten aus den 50-er und 60-er Jahren vermitteln kann. Es ist das Resultat dreier zusammengeschlossener Architekturbüros, welche den ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen und entsprechend viel Knowhow einfliessen liessen. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Osolin&Plüss Architekten, Quade Architects und Moosmann Bitterli Architekten aus Basel zogen alle Register und schufen ein ästhetisch schönes, nachhaltiges Stadthaus. Der Erschliessungskern mit Lift und Treppenhaus besteht aus Beton, alles andere wurde im ökologischen Holzbau konstruiert. Wo Holz drin ist, soll auch Holz drauf, sagten sich die Architekten und warten mit einer in grauer Farbe gestrichenen Holzfassade auf. Dass das Gebäude trotz moderner Fassade nicht fehl am Platz wirkt, liegt daran dass es die städtische Architektur der Nachbarhäuser aufnimmt und fortführt, wie etwa deren DachGauben oder Fensterbrüstungen. Eine subtile Farbfindung mit hellen Fensterbrüstungen und bordeaux-roten Fensterrahmen rundet das äussere Erscheinungsbild des Neubaus ab. Nachhaltiges Pionierprojekt Last, but not least, ist der Neubau an der Aescherstrasse ein energetisches Pilotprojekt. Er verfolgt die Zielsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft und erreicht als erstes Projekt im Kanton Basel-Stadt die Kriterien der Label- Generalplaner OPQMB Generalplaner Osolin & Plüss Architekten BSA AG quade architects Moosmann Bitterli Architekten SIA STV Mattenstrasse 16A 4058 Basel Bauingenieur WMM Ingenieure AG Florenz-Strasse 1d 4142 Münchenstein www.wmm.ch Holzbau-Ingenieur Pirmin Jung Ingenieure Grossweid 4 6026 Rain www.pirminjung.ch Energie und Haustechnik Waldhauser + Hermann AG Florenz-Strasse 1d 4142 Münchenstein www.waldhauserhermann.ch 5 MFH Aescherstrasse Basel Minergie-A-ECO Kombination Minergie-A-ECO. Das Wohnhaus ist mit hochwertigen Dämmmaterialien und Fenstern ausgestattet. Die Heizwärme bezieht es mittels Wärmepumpe und Erdsonde aus dem Erdreich. Mit der dachintegrierten Photovoltaikanlage produziert es mindestens so viel Strom, wie seine Bewohner jährlich für die Wärmeproduktion verbrauchen und ist somit ein Nullenergiehaus. Energiefluss Angaben gemäss "Nachweis MINERGIE-A", in MJ/(m2a) EEl=100 Überschuss QiEl QP QS Qg Vg QL=68 Qh=64 Qh,korr=37 QWW=75 Grenzwert Basel-Stadt MINERGIE-P Primäranforderung Komforlüftung WRG Hilfsenergien 63 Photovoltaik Erdsonde JAZ=2.8 72 Umweltwärme 40 6 QT=126 Ein Monitoring überprüft die Nachhaltigkeit Mit reinen Berechnungen gibt sich Immobilien Basel-Stadt jedoch nicht zufrieden. Eine konsequente Auswertung der Pilotphase soll zum Erkenntnisgewinn für Theorie und Praxis beitragen. Die Ergebnisse davon werden später in weitere nachhaltige Bauprojekte einfliessen und auch interessierten Bauherren, Investoren oder Fachleuten zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck wurde die Projektentwicklung von Anfang an durch das Institut «Energie am Bau» der Fachhochschule Nordwestschweiz begleitet. Die Fachstelle wirkt aber auch in der Nachkontrolle, während der Nutzungsphase, mit. Der tatsächlich gemessene Energieverbrauch wird mit den berechneten Werten aus der Planungsphase verglichen. Bei Abweichungen werden die Gründe dafür eruiert und der Betrieb der Haustechnik entsprechend optimiert. Gegenwärtig werden die Daten des ersten Betriebsjahres ausgewertet. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 ARIATHERM AG · Bizenenstrasse 21 · 4132 Muttenz 1 Tel. 061 465 99 66 · [email protected] · www.ariatherm.ch Natura by ISOVER. ISOVER – Gelebte Ökologie. Natura – Die ISOVER Produktlinie für Innenanwendungen. Hergestellt mit pflanzlichem Bindemittel, erfüllt sie alle Wünsche für gesundes Wohnen. www.isover.ch N A C H H A L T IPassivhäuser G HäuserderZukunft! Passivhaustage Schweiz vom 12. - 15. November 2015 BAUEN 12. November 2015 Minergie-P/-A Basiskurs 13. November 2015 Energieforum Schweiz >> Maximaler Komfort bei minimalem Energieverbrauch >> Lüftung: Hohe Behaglichkeit im Winter und im Sommer >> Wen kümmert‘s was der Ölpreis macht? 14. November 2015 Bauherrenseminar 14./15 November 2015 Intern. Tage des Passivhauses weitere Infos unter:www.toft.ch Das Fachjournal 2 | 2015 STIEBEL ELTRON AG Das Fachjournal BAUEN BAUEN men, die sich seit vielen Jahren mit dem nachhaltigen sinnvoll, technologisch ausgereift und wirtschaftlich ist, setzt sich die IG Passivhaus für eine rasche Ver- Die führende Fachzeitschrift breitung dieser Technologie ein. Gleichzeitig garantieren die Mitglieder dem Kunden das strikte Einhalten der Richtlinien und beste Planungs- und Ausfüh- MIT CONTRACTING ZU IHRER INDIVIDUELL BESTEN ENERGIELÖSUNG STIEBEL ELTRON AG Industrie West Gass 8 5242 Lupfig Telefon 056 464 05 00 www.stiebel-eltron.ch Als erfahrener Contractor mit über 150 Anlagen planen, finanzieren, bauen sowie betreiben wir Ihre Energieanlagen. rungsqualität. Energieagentur St. Gallen: Bindeglied zwischen Fachleuten und Konsumenten boten wurden. Fortschrittliche Wärmepumpen hingegen enthalten ökologische Kältemittel und sie weisen einen weiteren wesentlichen Vorteil auf: Durch die moderne Technologie erreichen die neuen Wärmepumpen ganzjährig eine hohe Effizienz, was zu geringeren Energiekosten führt. Bis zu einem Drittel der Betriebskosten lassen sich so einsparen. Die Anschaffungskosten sind zwar nicht unwesentlich, aber kalkulierbar. Ganz im Gegensatz zu unplanmässigen Reparaturausgaben. Kommt Zeit, kommt Rat Da ist es doch besser, sich frühzeitig über einen Austausch Gedanken zu machen. Ist die Wärmepumpe älter als 18 Jahre, lohnt sich ein Ersatz in jedem Fall. Denn die neueren Modelle bieten einige Vorteile: Durch moderne Technologien erreichen sie eine wesentlich höhere Leistungszahl. Auch die Lautstärke kann durch die Modernisierung deutlich verringert werden. Zudem verfügen ältere Wärmepumpen vielfach noch über umweltschädliche Kältemittel, welche in der Schweiz mittlerweile ver- Gut geplant ist halb geheizt Wer einen Austausch im Frühling oder Sommer ins Auge fasst, ist für die kommende Heizperiode gut gerüstet. In dieser Zeit lassen sich in Ruhe die Kosten durchrechnen, ein geeignetes Modell aussuchen und mittelfristig einen passenden Termin für Installation und Inbetriebnahme reservieren. Es macht also Sinn, sich auch bei der Heizungssanierung frühzeitig Gedanken zu machen. Denn nach dem Winter ist bekanntlich vor dem nächsten Winter. ❰ Die effiziente Kombination: WPL 15-25 mit HSBC 200 Der bewährte Klassiker: WPL 13-23 Telefon 043 317 25 25 Das Haus ohne Heizung in Rebstein Der konstante Wärmeerzeuger: WPF 4-16 Erfahren Sie mehr unter energie360.ch/contracting BAUEN Zentralschweiz Ressourcen ist im Leitbild der Unternehmung verankert und die Produktionsbetriebe sowie Bestes Energiesparfenster www.topten.ch Das beste Energiesparfenster der Schweiz heisst Eiger Pollux 82 (topten.ch). Mit der Einführung der Energieetikette wurden die Wenger Hauptprodukte mit der höchsten Klasse A ausgezeichnet. Mit diesem Label lässt sich das Energieverhalten von Fenstern erkennen und vergleichen. Neu werden auch die Energiegewinne durch die Sonneneinstrahlung mit berücksichtigt. en! zt abonnier _ _2-15.indd 1 Jet Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Telefon: + 42 (0) 52 740 01 48 E-Mail: [email protected] e360_Ins-Contracting_186x260_v01.indd 1 Ein Produkt der Gerber Media, Zürich Ei Dachfenster Ausserhalb von Standardlösungen oder in Verbindung mit In-Dach Photovoltaik Anlagen kommen Wenger Dachfenster zum Einsatz. Sie überzeugen mit flächenbündiger Ganzglasoptik und höchsten Wärmedämmwerten und eignen sich für verschiedenste Dachtypen. Mit dem Dachfenstersystem können Solardächer ohne technische Kompromisse mit schönem Design ausgestattet werden. Der grosse Erfolg mit den undswisswoodhouse Dachverglasungen war Standardisierung vonDachfenstern Holzbauten: in MotiNebikon vation genug, die Produktpalette in diesem BeThermische Vernetzung Gebäuden: Prof. Matthias im Interview reichvon zu erweitern. Für Indachsysteme vonSulzer zehn Photovoltaik-Herstellern werden Lösungen an- Foto: BE Netz AG, Ebikon Beispielhaft: Kindergarten im Standard Minergie-A geboten.Kerns Auch individuelle Dachverglasungen für schützenswerte Objekte oder anspruchsNachhaltig sozial: Wohnhaus Rufin Seeblick in Oberwil ZG volle Neubauten sind beliebt. NB_UG_3-15.indd 1 Anspruchsvoll: 2000-Watt-Areale am Beispiel der Siedlung Stöckacker Süd Ein Produkt der Gerber Media, Zürich NB_UG_1-16.indd 1-3 Wegweisend: Gesamtsanierung Überbauung Fröschmatt Wenger Fenster AG Chrümigstrasse 32 3752 Wimmis Tel. 033 359 82 81 www.wenger-fenster.ch Beispielhaft: Minergie-A Wohnüberbauung in Mönchaltorf 11.08.15 16:40 Bern | Solothurn Kultiviert: Nachhaltige Gastlichkeit im Saanenland Eindrucksvoll: Massivholzbau in Hombrechtikon 30.04.15 09:24 BAUEN Berner Unternehmenspreis NEUE ENERGIE 2016 Ein grosser Tag in der Geschichte der Wenger Fenster AG war der 22. Juni 2016. An diesem Tag wurde dem Unternehmen der Berner Unternehmerpreis NEUE ENERGIE 2016 verliehen. Die Firma überzeugte die Jury als Muster-KMU hinsichtlich Betrieb, Innovation und sozialer Nachhaltigkeit. Die funktionalen, energetisch hochwertigen und optisch perfekt integrierbaren Fenstersysteme und Dachfenster für Solardächer sind die Kernkompetenz des Unternehmens. Ausserdem beeindruckte die Jury auch der verantwortungsvolle Umgang mit Energie im Betrieb, der im Leitbild der Unternehmung verankert ist. ❰ Wegweisend: Minergie-ECO Wohnüberbauung Rautistrasse in Zürich Energie 360° AG Aargauerstr. 182 · Postfach 805 · 8010 Zürich www.energie360.ch 2 | 2016 die Fahrzeuge erfüllen die höchsten Anforderungen an Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit. Zukunft: Gesund und ökologisch bauen lernen Geschäftsstelle IG Passivhaus Schweiz Irene Mischler Lussistr. 7 CH-8536 Hüttwilen Das Fachjournal N A C H H A LT I G Schiebeelemente und Verglasungen sowie Dachfenster. Der verantwortungsvolle Umgang mit Eine Wärmepumpe hat eine relativ lange Lebensdauer: 15 bis 20 Jahre läuft sie bei regelmässiger Wartung meist tadellos. Mit zunehmendem Alter jedoch kann das Gerät Verschleisserscheinungen aufweisen, was Reparaturen nötig macht. Und was dann? Wenn die Wärmepumpe mitten in der Heizperiode aussteigt, ist das sehr unangenehm: Bis das neue Gerät bestellt, geliefert und installiert ist, kann es dauern. STIEBEL ELTRON hat für jedes Bedürfnis die passende Lösung Der Passivhaus-Pionier: Im Gespräch mit Architekt Pierre Honegger Lassen Sie sich beraten Das Haus aus Stroh in Märstetten 1 | 2016 Die Wenger Fenster AG produziert in Wimmis und Blumenstein Fenster, Eingangstüren, nen, frühzeitig einen Ersatz zu planen. ist ein Zusammenschluss von innovativen Unterneh- Publireportage gut gerüstet für die Zukunft! Sie sind solide gebaut und verrichten zuverlässig ihren Dienst. Dennoch kann es sich loh- Zürich/ThurgauWas lange währt ... Ostschweiz Wenger Fenster AG Das Fachjournal Wenger N A C HFenster H A L AG T I–G Viele ältere Wärmepumpen laufen über Jahre problemlos: Die Informations-Gemeinschaft Passivhaus Schweiz Bauen beschäftigen. Weil der Passivhaus-Standard 3 | 2015 DieA gute N C H alte H AWärmepumpe LT I G N A C H H A LT I G Nachahmenswert: Mehrgenerationenhaus in Gunzgen Ein Produkt der Gerber Media, Zürich 19.08.16 16:45 NB_UG_2-16.indd 1-3 Ein Produkt der Gerber Media, Zürich 29.04.16 11:33 22.08.16 11:12 Bestellen Sie auf www.gerbermedia.ch 7 Flumroc AG Rubriktitel Steinwolle für das Glas-Hochhaus Das höchste Gebäude in Pratteln trägt auch die Handschrift der Flumroc AG: Das Flumser Unternehmen war für die Dämmung der Fassade des Ceres Tower zuständig und stellte dafür speziell zugeschnittene Wärmedämm- und Brandschutzplatten aus Steinwolle her. Eine Visualisierung des Ceres Towers, wie ihn das atelier ww entworfen hat. Steinwolle – die Vorteile Steinwolle ist ein Naturprodukt und eignet sich hervorragend für Dämmungen an und in Gebäuden aller Art. Die Vorteile von Steinwolle auf einen Blick: _ brennt nicht (Schmelztemperatur höher als 1000 Grad Celsius) _ Brandriegel ist nicht erforderlich _ hohe Schalldämmung _ Zulassung für Hochhäuser _ äusserst langlebig _ leicht zu verarbeiten _ formstabil 8 Noch rahmen die Gerüste den Ceres Tower in Pratteln ein. Vereinzelt spiegeln sich Glasflächen, wenn Sonnenstrahlen auf das neue Hochhaus mit 82 Meter Höhe treffen. Das endgültige Aussehen des höchsten Gebäudes in Pratteln im Kanton Baselland lässt sich momentan jedoch nur erahnen. Der Turm steht mit einem «breiten Fuss» am Boden und erschlankt auf der Höhe der benachbarten Gebäude. Der Bau des Wohn- und Geschäftsgebäudes ist bereits weit vorangeschritten, der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Das Zürcher Architekturbüro atelier ww hat die obersten 15 Geschosse als Mietwohnungen konzipiert, in den sieben darunterliegenden Etagen entstehen Büroräumlichkeiten. In den drei Untergeschossen wird eine Tiefgarage mit rund 200 Parkplätzen realisiert. Gebaut wird nachhaltig nach Minergie-Standard. Direkt angrenzend an den Ceres Tower schliesst die langgestreckte, ebenfalls von atelier ww geplante Wohnüberbauung Ceres Living an, in der sich 136 Wohnungen in unterschiedlichen Grössen befinden. Im Oktober 2017 werden die ersten Mieter in den von der HRS Real Estate AG für den Immobilienfonds der Credit Suisse AG erstellten Turm, einziehen, zu dessen Bau auch die Flumroc AG beigetragen hat. «Die beste Lösung» «Die Flumroc AG war das einzige Unternehmen, das eine auf das Objekt zugeschnittene Lösung für die Fassade präsentiert hat», sagt Jürg Ryser, Projektleiter des Fassadenbauers Rytz AG. Obwohl der grössere Teil der Fassade des Ceres Towers aus Glas besteht, mussten doch etliche Teilbereiche gedämmt werden. Zudem gelten bei einem Hochhaus strenge Brandschutzvorschriften. Hier punkten die Steinwollprodukte der Flumroc AG besonders, denn: Steinwolle brennt nicht. Im Brandfall bleibt sie bei über 1000 Grad Celsius formstabil. Die hohe Schmelztemperatur hindert Flammen wirNachhaltig Bauen | 1 | 2017 Publireportage Die speziell zugeschnittenen und sorgfältig beschrifteten Flumroc-Dämmplatten auf der Baustelle. Die Aussenarbeiten am Ceres Tower sind praktisch abgeschlossen. Nun ist der Innenausbau an der Reihe. kungsvoll an der Ausbreitung. Auch logistisch bringt der Bau eines Hochhauses besondere Herausforderungen mit. «Flumroc war sehr gut vorbereitet und hatte sich eingehend mit dem Projekt auseinandergesetzt», sagt Ryser. «Sie hatten einfach die beste Lösung.» Fensterelemente, insbesondere die Sturz- und Brüstungselemente, wurden mit der Dämmung separat in der Werkstatt des Fassadenbauers hergestellt. Die Pfeilerbereiche und die Deckenstirnen hingegen wurden direkt auf der Baustelle gedämmt. Das brachte logistische Herausforderungen mit sich: Die speziell und auf unterschiedliche Masse zugeschnittenen Dämmplatten mussten an verschiedene Orte – nämlich auf die Baustelle und in die Werkstatt – geliefert werden. Damit die 17 unterschiedlichen Zuschnitt-Typen für alle Beteiligten gut erkennbar waren, markierte Flumroc die Paletten und Pakete gut sichtbar mit Hilfe einer Spezialetikette. Die Zuschnitte für die Werkstattproduktion der Rytz AG liess Flumroc einem Händler vor Ort zukommen, von wo sie nach Bedarf in die Werkstatt transportiert wurden. Das Material für die Baustelle lieferte Flumroc direkt in mehreren Etappen. Für diesen organisatorischen und logistischen Kraftakt musste die Zusammenarbeit sowohl extern als auch intern reibungslos funktionieren. Projektleiter Jürg Ryser findet für die Arbeit von Flumroc nur ein Wort: «Tipptopp!» ❰ Auf die Fassade zugeschnitten Aufgrund der strengen Brandschutzvorschriften und der baulichen Gegebenheiten suchte Flumroc eine individuelle Lösung für die Fassadendämmung. Diese fanden die Flumser Spezialisten in Zusammenarbeit mit der Rytz AG, den Architekten und den zuständigen Brandschutzfachstellen. «Die Zusammenarbeit klappte hervorragend», lobt Jürg Ryser. «Flumroc hat zum Beispiel die ganzen Brandschutzabklärungen durchgeführt und dokumentiert. Das hat uns viel Arbeit erspart.» Die Lösung von Flumroc: ein zum Teil mehrlagiger Aufbau der Brandschutzplatten FPI 700, FPI 100, Dämmplatte 3, MEGA und PARA. Alles in Spezialzuschnitten eigens für dieses Projekt – eine zusätzliche Herausforderung für den Fassadenbauer und das Flumser Unternehmen. Teile der Die Flumroc AG in Kürze Flumroc stellt seit über 60 Jahren in Flums (SG) vorwiegend aus Schweizer Gestein Steinwollprodukte her. Über 230 Mitarbeitende stellen die Produktion und Auslieferung von hochwertigen Dämmprodukten für Wärmedämmung, vorbeugenden Brandschutz und Schallschutz sicher. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Detailansicht der Dämmungsarbeiten an der Fassade. Flumroc AG Postfach 8890 Flums Tel. 081 734 11 11 Fax 081 734 12 13 [email protected] www.flumroc.ch 9 Verein eco-bau Sanieren, umnutzen, ersetzen – wie umgehen mit dem Bestand? Was tun, wenn Gebäude in die Jahre kommen? Wie man diese Frage aus Sicht der Nachhaltigkeit angehen kann, zeigte sich an einer Veranstaltung Ende März in Basel. Eingeladen hatten der Verein eco-bau und das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS). Ende März veranstalteten der Verein eco-bau und das Netzwerk Nachhaltiges Bauen (NNBS) eine Fachtagung zu diesem Thema. Dort gab es Referate, die sich unter anderem um vier gebaute Beispiele aus dem Kanton Basel-Stadt drehten. Diese Objekte konnten am Nachmittag auch unter kundiger Führung besichtigt werden. Gekommen waren rund 250 Planer, Architekten, Investoren sowie Fachleute aus den Baubehörden. Bild: Kunstmuseum Basel Fotograf: Julian Salinas 10 Wenn ein Gebäude in die Jahre kommt, muss – sofern es nicht unter Schutz steht – oft entschieden werden, ob sich eine Sanierung noch lohnt oder ob es besser rückgebaut und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Diese Frage zu beantworten ist nicht ganz einfach. Es gilt einerseits den Zustand des Bauwerks zu beurteilen und andererseits wirtschaftliche Szenarien zu vergleichen. Anspruchsvoll wird es erst recht, wenn eine wirklich nachhaltige Lösung gefunden werden soll, die auch für die Gesellschaft und die Umwelt optimal ist. Dann spielen weitere Aspekte wie Nutzungsqualität, Logistik, graue Energie, Schadstoffemissionen oder Systemtrennung eine wichtige Rolle. Sie alle gilt es gegeneinander abzuwägen und mit der künftigen Nutzung in Einklang zu bringen. Die Sicht des Immobiliendienstleisters Als erster Referent erläuterte Daniel Grando, Mitglied der Geschäftsleitung Halter Immobilien, wie er als Immobiliendienstleister an das Thema herangeht. Seine Erfahrung ist, dass in der Planung grundsätzlich viel zu schnell auf bauliche Lösungen hingesteuert wird. Deshalb erarbeitet er für eine Bestandsliegenschaft zuerst eine Strategie, auf der die Planung aufbauen kann. Dabei geht er folgendermassen vor: Als Erstes werden die Potenziale abgeklärt, beispielsweise hinsichtlich Kosten, Risiken, Erträgen, Wert und Ökologie. Danach werden Varianten erarbeitet. Je nach Liegenschaft können die vom «Weiterbetrieb» über «geringfügige Sanierung», «umfassende Sanierung mit Erweiterung» bis zum Ersatzneubau reichen. Diese Varianten werden bewertet, und zwar unter Berücksichtigung des ganzen Lebenszyklus. Das fängt beim Grundstück und seinem Kontext an, führt über Aspekte wie Flächeneffizienz, Energie, Ökologie bis zu den Lebenszykluskosten. Basierend auf dieser Bewertung wird eine Variante zur Weiterbearbeitung vorgeschlagen. Dieses Konzept lässt sich auf Einzelobjekte und auch auf ganze Portfolios anwenden. Wie das in der Praxis geht, zeigte Grando anhand der Chancen-Risiken-Analyse, die sein Unternehmen für das Objekt Claridenstrasse in Zürich gemacht hat. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Fachtagung eco-bau Ersatz in anspruchsvollem Umfeld Emanuel Christ von Christ & Gantenbein AG liess die Gäste an den grundsätzlichen Überlegungen teilhaben, die schliesslich zum Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel führten. Hier ging es ja darum, dem bestehenden Gebäude ein neues hinzuzufügen. Für Christ steht bei Erneuerungen jeglicher Art vor allem und immer das Verhältnis zum Kontext im Vordergrund – also Aspekte wie architektonische Autonomie, Abgrenzung, Harmonie etc. Der Kontext beim Kunstmuseum war anspruchsvoll. Einerseits galt es, dem bestehenden, hochwertigen Altbau Rechnung zu tragen, andererseits war das verfügbare, mehrfach gefaltete Grundstück alles andere als leicht zu bebauen. Der alte und der neue Bau sollten ja als Teil des gesamten «Systems Kunstmuseum» funktionieren und auch so wahrgenommen werden. Damit der Neubau nachhaltig werden konnte (gefordert war Minergie-P-Eco) mussten für verschiedene Probleme innovative Lösungen gefunden werden. Dazu gehört etwa die geregelte Tageslichtführung in den Oberlichtsälen. Durch die Geometrie der geneigten, sich nach unten öffnenden (1,68 m hohen) Wände der Oberlichtelemente ist der Anteil der Glasflächen erheblich reduziert. Dadurch verringert sich der Sonnenwärmeeintrag in die Räume auf ein Minimum. Die geneigten Wände der Oberlichtelemente erzeugen einen hohen Reflexionsanteil, der einer gleichmässigen und qualitativ hochwertigen Lichtverteilung zugutekommt. Die Lichtschutzlamellen, die über der Glasebene im Kalten liegen, sind Tageslichtabhängig geregelt. Diese Lösung reduziert nicht nur den Strombedarf für die Beleuchtung, sondern auch den sommerlichen Wärmeeintrag und somit den Energiebedarf für die Kühlung. Ersatz mit Gewinn für die Allgemeinheit Ganz anders stellte sich die Aufgabe bei den Baloise Versicherungen, wie Philippe Fürstenberger, Gesamtprojektleiter Baloise Park und Mitglied der Direktion, ausführte. Hier war der Ausgangspunkt ein ganzes Areal, unter andeNachhaltig Bauen | 1 | 2017 rem mit einem 35-jährigen Hotel und einem 60-jährigen Bürogebäude. In seinem Beitrag zeigte er, wie bei der Beurteilung des Bestands vorgegangen wurde. Sowohl beim Hotel als auch bei den Bürobauten war die Gebäudestruktur entscheidend dafür, dass sich die Basler Versicherungen für den Ersatz und gegen die Sanierung entschieden. Die Gebäude wären mit vertretbarem Aufwand nicht an die heutigen Anforderungen anzupassen gewesen. Hinzu kommt, dass die zu erwartende Rendite nach der Sanierung gesunken wäre – einerseits, weil sich die Mieterträge über den Lebenszyklus kaum hätten steigern lassen und andererseits, weil die Betriebskosten mit dem Alter steigen. Am Ende resultierte ein Bebauungsplan, in dem die Stadt den Bauherrn zum nachhaltigen Bauen verpflichtete. Damit ging man in die Testplanung. Resultat ist ein Projekt mit drei grossen Gebäuden und – als schönem Nebeneffekt – einem neuen öffentlichen Platz. In Zahlen ausgedrückt: Nach Abschluss der letzten Bauphase werden 620 moderne Arbeitsplätze für die Baloise Group, ein neues Businesshotel der gehobenen Sternekategorie sowie 15 000 m2 Büro- und Verkaufsfläche an attraktiver Lage zur Verfügung stehen. Sanieren und dabei Fläche gewinnen Gegen den Ersatz und für die Sanierung entschied sich Syngenta bei ihrem Bürogebäude Rosental, wie Johannes Kretzschmar erläuterte. Er war bei der Gruner AG, Basel, für das Projekt verantwortlich. Ein wesentlicher Aspekt, der für die Sanierung sprach, war die graue Energie. Beim Umbau galt es, den Charakter der bestehenden, markanten Gebäudegruppe zu erhalten und dabei ein modernes Bürolayout zu schaffen. Eine weitere wichtige Aufgabe war, die René Mosbacher ist bei eco-bau für die Kommunikation verantwortlich Bei der Immobilienentwicklung arbeitet Halter Immobilien mit einem Set von 8 Themen. Bild: Halter Immobilien 11 Verein eco-bau Fachtagung eco-bau nem zusätzlichen Geschoss entspricht. Eher schwierig gestaltete sich die Raumakustik in den neuen, offenen Büroflächen. Lüftung, Heizung und Kühlung wurden in die Decke integriert. Die Umsetzung der Vorgaben von Minergie-P-Eco sei durchaus anspruchsvoll gewesen, konnte aber durch intensive Begleitung der Bauarbeiten gelöst werden. Bei der der Erweiterung zum Kunsthaus Basel galt es, einem anspruchsvollen Kontext Rechnung zu tragen. Einerseits musste dem bestehenden, hochwertigen Altbau (im Vordergrund) Rechnung getragen werden, andererseits war das verfügbare, mehrfach gefaltete Grundstück alles andere als leicht zu bebauen. Bild: Kunstmuseum Basel, Fotograf: Julian Salinas Baulogistik und den Baulärm im intensiv genutzten Umfeld in den Griff zu bekommen. Das Gebäude musste an die heutigen Normen (zum Beispiel für Brandschutz und Erdbebensicherheit) angepasst, die bestehende Quartiertrafostation ersetzt, das Mitarbeiterrestaurant im Innenhof des Ensembles erneuert werden. Am Ende sollte das Ganze nach Minergie-PEco zertifiziert werden. Was das Büro-Layout anbelangt: Durch Verschieben der Fassaden nach aussen konnte eine Fläche gewonnen werden, die etwa ei- Baloise Park Strategischen Weitblick beweisen Liegenschaftswert (Substanz) • Planung für Konstruktion > 50 Jahre • Nutzungskonzepte 50 Jahre • Planung für Materialisierung 30 Jahre • Haustechnikanlagen < 20 Jahre Rendite Mietertrag Betriebskosten zu Lasten Eigentümerin Immer, wenn es um Investitionen im Zusammenhang mit bestehenden Gebäuden geht, ist strategischer Weitblick gefragt. Der kann beispielsweise zeigen, dass sich der Mietertrag von Geschäftsliegenschaften durch eine Sanierung gar nicht wesentlich erhöhen lässt, während die Betriebskosten aber steigen. Bild: Basler Versicherungen 12 Jahr 55 2. Lebenszyklus Gebäude Jahr 45 Jahr 25 Jahr 1 Jahr -5 Jahr -15 1. Lebenszyklus Gebäude Sanieren trotz 70er-Jahre Betonklotz Auch bei der Sanierung der Schulanlage Bäumlihof in Basel war die Gebäudestruktur ein Knackpunkt, erklärte Bernhard Gysin, Leiter Schulen beim Hochbauamt Kanton BaselStadt. Das Mitte der 1970er-Jahre gebaute Gymnasium entsprach weder den baulichen noch den schulischen Anforderungen von heute. Es war architektonisch nicht sonderlich wertvoll und teilweise in schlechtem Zustand. Insgesamt gab es also wenige Gründe, die Gebäude nicht zu ersetzen. Eine umfassende Zustandsanalyse zeigt dann doch, dass sich mit dem Bestehenden eine moderne Schulanlage realisieren liess. Für die Sanierung sprach auch, dass es im Umfeld der Schule gar nicht genug Platz für einen Neubau gab. Klar war, dass der Kanton seiner Vorbildfunktion gerecht werden und eine nachhaltige Lösung finden wollte. Als Vorgabe galt, dass die Anlage den Standard Minergie-P-Eco oder ein gleichwertiges Niveau erreichen sollte. Das bedeutete unter anderem: Die Energiekennzahl musste von 300 MJ/m2 auf 24,2 MJ/m2 gesenkt werden. Interessant waren die Randbemerkungen zur Zertifizierung: Zuerst wollte man aus Kostengründen eher darauf verzichten und nur «gleichwertig» bauen. Wegen der absehbaren Probleme bei der Qualitätssicherung und der Überprüfung der Resultate, entschloss man sich dann doch zu zertifizieren, zumindest nach Minergie-Eco. Das «P» wurde wegen der schwierig umzusetzenden Perimeterdämmung fallen gelassen. Zu erwähnen bleibt, dass die ganze Anlage im laufenden Betrieb umgebaut wurde. Zuerst schauen, dann bauen Das Fazit aus der Veranstaltung könnte etwa so lauten: Nicht zu früh auf bauliche Lösungen hinarbeiten, sondern zuerst eine gründliche Auslegeordnung machen. Sie bildet die Grundlage dafür, die richtige Strategie für die Weiterentwicklung der jeweiligen Liegenschaften zu finden. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Die Königsklasse der Heizungen. › nachhaltig › sparsam › leise › standfest › bequem Matthias Glarner, Schwingerkönig 2016 Natürlich eine Wärmepumpe! www.stiebel-eltron.ch Nachhaltig bauen, SAGERhaft dämmen SAGER – Ihr führender Schweizer Partner für Dämmlösungen mit Glaswolle und EPS Unsere Spitzenprodukte SAGEX EPS und SAGLAN Glaswolle sind hauptsächlich eco-1 zertifiziert und gemäss BBL besonders ökologisch! Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Sager AG 5724 Dürrenäsch www.sager.ch 13 Sanierung und Aufstockung EFH in Sissach Ein Traum in Weiss Von Carmen Nagel Eschrich Reinkommen und sich wohlfühlen – so lebt es sich in diesem frisch sanierten Einfamilienhaus im Tessiner Stil heute. Was sein Standort in der Region Baselland kaum bietet, ist das milde, südländische Klima – doch nach der energetischen Sanierung im Minergie-P-Standard könnte der Wohnkomfort im strahlend weissen Heim kaum besser sein. Die nahezu einzige Bedingung, welche die vierköpfige Familie an ihr künftiges Eigenheim stellte, war, dass es kein Neubau sein sollte. Ungewöhnlich, doch die Bauherrin bestätigt: «Ich muss reinkommen und mich wohlfühlen.» Ein Gefühl, das sich bei der Besichtigung des 14 sanierungsbedürftigen Tessiner Hauses umgehend einstellte. Den übrigen Kaufinteressenten fehlte es an Phantasie sich auszumalen, welches Potenzial die Immobilie barg – und daher wurde das Objekt rasch der Familie zugesprochen. Zusammen mit Architekt Markus Oegerli von H - O wurde ein durchdachtes Sanierungskonzept erarbeitet. Gut durchdacht Dafür nahm sich das Team ein Jahr Zeit, während dem verschiedenste Ansätze auf dem bestehenden Grundstück geprüft wurden: ein zusätzlicher Neubau, ein Anbau, eine Aufstockung – letztendlich überzeugte die Idee, das bestehende Erdgeschoss exakt im Ursprung zu belassen und oben mit einem Neubau zu erweitern, kombiniert mit verschiedenen Terrassen und Freiräumen. Eine energetische Sanierung stand anfangs nicht im Fokus, doch während Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Minergie-P vorher der Planung schien eine optimal gedämmte Hülle die konsequente Weiterführung der generellen Modernisierungsmassnahmen zu sein: Nachhaltig und ökologisch wurde die Aufstockung als atmungsaktiver, leichter Holzbau ausgeführt. Er ruht auf den bestehenden 30 cm starken Mauerwänden, die mit 22 cm Steinwolle «warm eingepackt» wurden. Die angebrachte Dämmung verbindet Alt und Neu; äusserlich ist der Wechsel dank weissem Verputz zu einer strahlenden Wohnskulptur verschmolzen. Sensibel wurden dabei die Fensterproportionen des Neubaus an den Bestand angepasst. Haus mit Herz Im Erdgeschoss sollte der Charme des Tessiner Hauses erhalten und bewahrt werden. Er Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 zeichnet sich durch seine sternförmige Entwicklung aus, die in der Küche ihren Ursprung nimmt; sie bildet das Herzstück, in das man unmittelbar vom Windfang aus gelangt. Von diesem Dreh- und Angelpunkt aus werden das Wohnzimmer mit gemütlicher Lounge und die Südterrasse, die Bibliothek und das Arbeitszimmer erschlossen. Vorschläge, durch abgebrochene Wände den heute typisch modernen, offenen Ess-, Koch- und Wohnbereich zu generieren, lehnte die Bauherrin selbstbewusst ab: «Uns gefällt die Kleinteiligkeit und Gemütlichkeit des bestehenden Grundrisses, offene Räume bieten wenig Rückzug, man fühlt sich verloren.» Im Obergeschoss mündet die Treppe in einen offenen Raum, eine gemütliche Lounge mit Fenstern: Diese bildet eine Puffer15 Sanierung und Aufstockung EFH in Sissach Architekt H - O Oegerli Markus Architekten SIA AG Katzenhubelweg 1 4600 Olten Tel. 062 213 96 96 www.h-o.ch Bauphysik Bauphysik Schweiz GmbH Ringstrasse 15 4600 Olten Tel. 062 212 83 83 www.bauphysik- schweiz.ch 16 und Begegnungszone zum gegenüberliegenden Mädchenzimmer. Zur Nordfassade befindet sich der Elterntrakt. Das Schlafzimmer mit einer Fläche von 16 m² gewinnt durch die rund 30 m² grosse geniale Dachterrasse enorm an Weite; ein dazugehörendes Bad und eine Ankleide runden das Gesamtbild gelungen ab. Urlaub zu Hause Bei der Sanierung im Jahr 1953 wurde der Bestand sensibel bewahrt. Nach der Entkernung entschied man sich bewusst gegen die Begradigung der Wände und Öffnungen – erstaunlicherweise ist im Erdgeschoss kaum ein rechter Winkel zu finden: Die leichten Bögen an Durchgängen und Balkonen sowie die «schiefen» Wände sind zwar nicht deutlich sichtbar, werden aber im harmonischen Wohnfluss spürbar. Die gewählten Materialien unterstreichen das südländische Flair, Minergie-P zum Beispiel der robuste Eichenboden und die warmen, natürlichen Farben für Einbauten und Möbel. Stolz ist die Bauherrschaft auch auf die Instandsetzung des offenen Kamins; typisch tessinerisch wurden im Putz Sonnenstrahlen um die Öffnung zum Feuer eingearbeitet. Er schafft Behaglichkeit und spendet besonders in der Übergangszeit Wärme. Dringend notwendig ist diese Wärmequelle nicht, denn die Minergie-P-Zeritfizierung bezeugt äusserst geringen Energieverbrauch. «Ganz einfach war das nicht», berichtet der Architekt, «trotz der Hourdisdecke zwischen Untergeschoss und Erdgeschoss mussten wir die geforderte Luftdichtigkeit erreichen.» Komfortlüftung, Warmwasserkollektoren und die Photovoltaikanlage runden die nachhaltige Sanierung ab, ebenso die traumhaften Aussenanlagen mit Pool, Gartenpavillon – und natürlich der typisch helle, südländische Naturstein. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 E EN N WIR ISOLIEREN W I H IRR HI SAO U LSI!E R E N I H R H AUS! BIEL BIEL WEINFELDEN WEINFELDEN ZO FI N G EN ZO FI N G EN WIR SCHAFFEN W G UI RT ES C AH KA U FS FT EI KN! GUTE AKUSTIK! SCHÖNE AUSSICHTEN IN DIE ZUKUNFT Wir beraten Sie kompetent, umfassend und verständlich in den Bereichen Energieeffizienz, Energieverbrauch, Energieproduktion, Energiemanagement, Energiespeicherung. 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Der neue Bereich, eine Fitness- und Wellness-Oase, erhält seine Energie von zwei Meyer-Burger-Solaranlagen sowie von den trainierenden Besuchern. NEST zum Zeitpunkt u der Eröffnung (Quelle: Roman Keller) QUALITY Das Atrium des NEST (Quelle: Roman Keller) 18 Das Forschungs- und Innovationsgebäude «NEST» ist ein viergeschossiges Gebäude mit einer Grundinfrastruktur, dem «Backbone», und mehreren unabhängigen, modularen Gebäudeteilen, den «Units». Die einzelnen Units dienen nicht nur als Raum für Wohnen, Büro und Freizeit, sondern auch als Forschungsobjekte. Getestet werden der Einsatz innovativer Technologien und Systeme in realer Nutzumgebung sowie moderne Wohn- und Arbeitsformen. Normalerweise bleiben Units jeweils zwischen fünf und zehn Jahren in Betrieb, bevor sie rückgebaut werden, um einem neuen Forschungsprojekt Platz zu machen. Eine einzigartige Chance Das europaweit einzigartige Gebäude ist ein gemeinsames Projekt von Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand. Die Empa und die Eawag führen das Projekt. Finanzielle Unterstützung erhält es vom Bundesamt für Energie (BFE), vom Kanton Zürich, von der Stadt Dübendorf sowie von einer Vielzahl an Unternehmen und Verbänden. Ziel des breit abgestützten Projektes ist es, eine Brücke zwischen Labor und Markt zu schlagen. NEST bietet Unternehmen die Chance, ihre ausgereiften, jedoch noch nicht marktgeprüften Produkte unter realen Bedingungen zu testen. Produkte können so bis zur Marktreife und ohne Risiko weiterentwickelt werden. Der grundsätzliche Nutzen von NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) liegt folglich in einer Innovationsbeschleunigung. 100% erneuerbar Zum Zeitpunkt der Eröffnung von NEST im Frühjahr letzten Jahres existierten neben dem Backbone bereits die ersten beiden Units: Die Unit «Meet2Create», eine innovative Arbeitsumgebung, und die Unit «Vision Wood», ein Wohnraum aus Holz. Im Frühsommer 2017 wird das Gebäude mit einer dritten Unit ergänzt. Die neue Unit «Solares Fitness & Wellness» Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Empa-Campus «NEST» Dübendorf wird vom Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband suissetec unterstützt und verfolgt das vorbildliche Ziel eines 100% erneuerbaren Betriebs. Um diesem Ziel gerecht zu werden, braucht es eine hocheffiziente Solaranlage, die auf der begrenzten Fläche ein Maximum an Energie erzeugt. Die Projektleitung des Innovationsgebäudes entschied sich für eine Partnerschaft mit Meyer Burger, da die Hochleistungs-Solaranlagen des Schweizer Herstellers aus Thun diese Anforderung am besten erfüllen. Es werden deshalb zwei hocheffiziente Meyer-Burger-Solaranlagen in der Unit installiert. Meyer Burger hoch zwei Auf dem Dach werden 58 Meyer-Burger-Module der neusten Generation installiert. Es handelt sich um bifaciale Glas-Glas-Module, die das Sonnenlicht auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite in elektrische Energie umwandeln. Bei den jeweils 60 Zellen pro Modul handelt es sich um Heterojunction-Zellen. Die bahnbrechende Heterojunction Technologie (HJT) von Meyer Burger verbindet die Vorteile der kristallinen mit denen der DünnschichtZelltechnologie. Die Zellen im Modul werden mit der SmartWire Connection Technologie (SWCT) von Meyer Burger elektrisch verbunden. Diese Draht-Zellverbindungstechnologie, die die konventionelle Busbar-Technologie ablöst, bringt viele Vorteile mit sich, insbesondere aber ihr filigranes Aussehen sowie eine Effizienzsteigerung. Die Unterkonstruktion gewisser Module auf dem Dach des Fitnesszentrums wird mit einem Aluminiumblech bestückt, sodass die bifacialen Module die vom Blech reflektierte Strahlung nutzen. Bei den anderen Modulen reflektiert das Glasgranulat des Dachsubstrats die Sonnenstrahlen auf die Rückseite des Moduls. Im Betrieb wird sich zeigen, welche Variante gewinnbringender ist. Neben der Dachanlage wird eine weitere Meyer-Burger-Photovoltaikanlage installiert. Diese wird in die Fassade des Fitnesszentrums integriert. Die PV-Fassade besteht aus 15, im Markt sehr gefragten, jedoch erst limitiert erhältlichen, MegaSlate®-Modulen in einer biNachhaltig Bauen | 1 | 2017 Die Unit «Solares Fitness & Wellness» im Bau (Quelle: Empa) facialen Ausführung. Die gebäudeintegrierten MegaSlate®-Module sind mit 40 Zellen kleiner als die Dachmodule, weswegen sie sich sehr flexibel und passgenau in die Fassade integrieren lassen. Nachhaltiges Fitness Dank der Meyer-Burger-Solaranlage, einer Hochtemperatur-CO2-Wärmepumpe und den Gästen, die durch ihr Training auf den Geräten Strom erzeugen, kann die Unit, über das Jahr gerechnet, ihren Energieverbrauch selbst decken. Mit dem regelmässigen Training im «Solares Fitness & Wellness» können die Gäste somit nicht nur nachhaltig ihrer Gesundheit Gutes tun, sie unterstützen gleichzeitig eine nachhaltige Gebäudeenergieversorgung. ❰ Visualisierung der Unit «Solares Fitness & Wellness» (Quelle: 3D3W) 19 Eternit (Schweiz) AG Viele Talente: Eternit-Platten im Innenraum Gesamtsanierung Schulanlage Bäumlihof in Basel-Stadt Das Herzstück des Ensembles bildet ein wuchtiges Gebäude mit quadratischem Fussabdruck, drei Seitenarme greifen wie Tentakeln in alle Himmelsrichtungen. Die Schulanlage Bäumlihof besitzt nicht nur eine auffällige Grundform, sie ist auch die grösste in BaselStadt. 1972 errichtet wird sie derzeit umfassend erneuert und bei laufendem Schulbetrieb bis 2018 an die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Präzise Einfräsungen Neues Prunkstück der Anlage ist eine dreigeschossige Halle im Hauptbau. Von hier führen Passerellen in die drei Klassentrakte, hierhin kommen die Schüler und Lehrkräfte nach dem Unterricht, um Bibliothek, Aula, Mensa oder Lehrerzimmer aufzusuchen. Die Halle sollte ursprünglich mit einem Holzwerkstoff verkleidet werden, doch dann entschieden sich die Architekten für elfenbeinfarbige SWISSPEARL Platten. Es sind nämlich wahre Multitalente: robust, dauerhaft und zudem präzise perforierbar. Fachkräfte der Eternit (Schweiz) AG im Werk Niederurnen fertigten die Perforationskanten mit hochmodernen CNC-Schneidmaschinen in der gleichen hohen Qualität wie die Platten selbst. Monolithische Wirkung Die Perforierung besteht aus zahllosen, etwa armlangen Schlitzen mit abgerundeten Enden. Dahinter verstecken sich Mineralfaserplatten, welche der Raumakustik dienen. Die Perforierung erfüllt also neben einem optischen auch einen praktischen Nutzen. Ein weiterer Vorteil der Faserzementplatten ist, dass sie aus einem Guss durchgefärbt und monolithisch sind. Nicht zuletzt sind sie in frei wählbaren Farben und mit verschiedenen Oberflächen erhältlich. Genau dies gefällt den Architekten von Enzmann Fischer aus Zürich: «Dank der 20 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Publireportage changierenden Oberfläche wirken die Platten nicht ‹geschleckt› und harmonieren perfekt mit der Beton-Aussenfassade», sagt Philipp Fischer. Gleich mehrere Gründe sprachen also für die Wahl von Faserzementplatten der Eternit (Schweiz) AG. ❰ Eternit (Schweiz) AG 8867 Niederurnen Tel. 055 617 11 11 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 21 1a hunkeler fenster AG Publireportage Fenster mit Weitblick Das TOP-WIN Fenster des innovativen Schweizer Fensterbauunternehmens aus Ebikon eröffnet mit seinem hohen Glasanteil einen unvergleichbaren Weitblick. Die Überbauung Eden Lake Wilen mit MINERGIE-P® Standard zeigt eindrücklich, dass die Fenster auch bei der Wärmedämmung restlos überzeugen. Pierre Honegger, Architekt der Überbauung Eden Lake, setzt auf das TOP-WIN Fenster der 1a hunkeler fenster AG. truktion. Dank Schweizer Spitzentechnologie liegen die Fensterflügel komplett hinter dem Rahmen. Überdies sind die Flügel- und Mittelpartien äusserst schmal und die Fensterfläche dadurch umso grösser. Die Überbauung Eden Lake Wilen wird dem MINERGIE-P® Standard gerecht. Dies entspricht dem internationalen Passivhaus Standard. Die hochwertigen Fenster von 1a hunkeler fenster AG tragen dazu bei, dass der vorgegebene Mindestwert deutlich unterschritten wird. Lichtdurchflutete Räume und einen aussergewöhnlichen Blick. Das bieten die TOP-WIN Fenster der Firma 1a hunkeler fenster AG. Ermöglicht werden diese Grosszügigkeit und die damit verbundene hohe Ästhetik durch die innovative und einzigartige Rahmenkons- BlowerDoor Bewertung Grenzwert nach DIN 4108-7 Luftwechselrate n 50 2 1a hunkeler fenster AG Bahnhofstrasse 20 6030 Ebikon Telefon 041 444 04 40 [email protected] www.1a-hunkeler.ch 22 1.5 1 0.60 0.5 66% unter Mindestwert 0.20 0 Minergie P Wohnhaus Neubau Minergie P Wohnüberbauung Eden-Lake mit TOP-WIN 66 Prozent besser als gefordert! Dank TOP-WIN Fenstern von 1a hunkeler fenster AG Ideal für MINERGIE-P® Standard Weitblick bieten die Fenster auch punkto Wärmedämmung. Durch den serienmässigen Einsatz eines hochwertigen Dreifachglases sowie dank dem Glasrandverbund aus Kunststoff wird das TOP-WIN Fenster auch höchsten Ansprüchen im Passivhausbau gerecht. Qualitätsmerkmale, welche für das Architekturbüro Honegger aus Herdern ein wesentliches Argument für den Einsatz des TOP-WIN Fensters sind. «Ich bin immer wieder begeistert von der Qualität und der Einzigartigkeit der Produkte von 1a hunkeler fenster AG», sagt der zuständige Architekt Pierre Honegger und fügt hinzu: «Beim Projekt Eden Lake in Wilen hat insbesondere die Kombination der äusserst eleganten Optik in Kombination mit dem grossen Beitrag zu einem minimalen Energieverbrauch den Ausschlag gegeben.» Unterstrichen wird diese Aussage eindrücklich vom Resultat des am Objekt Eden Lake durchgeführten «Blower-Door-Tests». Der Test überprüft die Dichtheit einer Gebäudehülle. Die für den MINERGIE-P® Standard geforderten Werte wurden um beeindruckende 66 Prozent unterschritten. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Regionale Musikschule Liestal Wo die Musik spielt Von Anita Bucher In einem Neubau an der Kasernenstrasse 68 hat die regionale Musikschule ihr neues Zuhause gefunden. Hier, wo ein reges Kommen und Gehen, ein eifriges Üben und Hantieren herrscht, gab es bei der kontrollierten Lüftung und der Akustik besondere Herausforderungen zu bewältigen. Manchmal ist der Zufall ein Glücksfall. Diesmal für die regionale Musikschule Liestal (rml). Eine zufällige Begegnung zwischen der Leitung der regionalen Musikschule Liestal und Architekt Andreas Scherer, des Büros Scherer Architekten in Liestal, brachte die zündende Idee. An der Kasernenstrasse 68 könnte Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 doch die Musikschule einziehen? Zwar hatten die ersten Arbeiten für einen künftigen Wohnungsbau schon begonnen, das bisherige Gebäude war bereits abgerissen worden und der Aushub der Fundation schon gemacht. Aber der Bau passte vom Raumangebot her perfekt zu den Wünschen der Musikschule. Auch die Investorenseite kam zur Überzeugung, hier an Stelle der geplanten Mietwohnungen die neue Heimat der rml entstehen zu lassen und mit ihr einen langfristigen Mietvertrag einzugehen. So hatte die Musikschule nach langem Verbleib in diversen Provisorien nun einen definitiven Standort gefunden. Aus Wohnbau wird Musikschule Eine Nutzungsänderung des Neubaus wurde eingeleitet. Die Fachplaner beugten sich nochmals über die Pläne, um die notwendigen Anpassungen für den Betrieb einer Musik- 23 Regionale Musikschule Liestal Die Regionale Musikschule Liestal … _ Ist die Schule für Musik, Tanz und Theater der neun Basellandschaftlichen Gemeinden des Zweckverbandes (Arisdorf, Frenkendorf, Füllinsdorf, Hersberg, Lausen, Liestal, Lupsingen, Ramlinsburg, Seltisberg) und erfüllt den Bildungsauftrag nach kantonalem Bildungsgesetz. _ Richtet sich mit 65 Lehrpersonen an ca. 1200 Kinder und Jugendliche im Alter von 3–20 Jahren mit Unterricht auf fast allen Instrumenten sowie Tanz und Theater. _ Bildet den Nachwuchs der Chöre, Orchester und Musikvereine aus und schafft so die Grundlage für aktives, lebenslanges Musizieren. _ Unterstützt und gestaltet das kulturelle und soziale Leben in den Gemeinden und der Region. _ Bekommt mit dem neuen Zentrum ein ideales, modernes Zuhause, in dem das alles stattfinden kann – Win/Win für alle Beteiligten. Website: www.rm-liestal.ch E-Mail: [email protected] 24 Bauherrschaft LIZI Immo AG Schneckelerstrasse 20 4414 Füllinsdorf Architekt Scherer Architekten AG Zirkelirain 15 4410 Listal Tel. 061 922 03 78 www.scherer-arch.ch HLK-Ingenieur HTP-Gutzwiler Bachmatten 9 4435 Niederdorf Tel. 061 953 70 37 www.htp-gutzwiler.ch Fenster 1a hunkeler fenster AG Bahnhofstrasse 20 6030 Ebikon Tel. 041 444 04 40 www.1a-hunkeler.ch Mauerwerk ZZ Wancor AG Eichwatt 1 8105 Regensdorf Tel. 0848 840 020 www.zzwancor.ch schule vorzunehmen. Gleichzeitig musste das Gebäude so konzipiert werden, dass es zu einem späteren Zeitpunkt trotzdem als Wohnhaus genutzt werden könnte. Anpassungen waren vor allem im Bereich der Haustechnik und der Akustik notwendig. Die Plug-In-Points für die haustechnische Versorgung wurden nutzungsneutral an strategisch idealen Orten platziert. Der Deckenbereich wurde für eine ideale Akustik angepasst und auch bei der Komfortlüftung (Helios Ventilatoren AG) mussten bezüglich Schallübertragung Anpassungen gemacht werden. Die Fassade ist mit dem perlitgefüllten Einsteinmauerwerk Porotherm S8 (ZZ Wancor AG) in der Steinbreite 42,5 cm ausgeführt worden. Der Wandaufbau mit den monolithischen Steinen ist 100% mineralisch und baubiologisch. Die mit Wärmedämmung gefüllten Leichtbacksteine erfüllen sämtliche Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz sowie dem Raumklima und der Statik für die mehrgeschossige Musikschule. Immer mehr Bauherren entscheiden sich für diese nachhaltig massive und innovative Bauweise. Die vorgesehenen Trennwände zwischen den Wohnungen wurden wie geplant ausgeführt. Lediglich innerhalb der geplanten Wohneinheiten wurden die Grundrisse mit Leichtbauwänden anders gestaltet. Die Befensterung des gesamten Gebäudes konnte beibehalten werden. Sie passt sowohl zur Musikschule als auch für eine spätere Wohnnutzung des Gebäudes. Neubau schafft neuen Durchgang Der neue Baukörper wurde so in die durch den Abbruch entstandene Lücke des alten Ökonomiegebäudes gesetzt, dass an der Hauptstrasse ein neuer Zugangsplatz entstand. Das Haus entwickelt sich in die Parzellentiefe und winkelt sich dann um das bestehende Gebäude der alten Senffabrik. Damit entstand ein neuer Durchgangsweg auf dem bislang privaten Grundstück, was von den vielen Schülern und Passanten, welche von der Bushaltestelle auf der Hauptseite zum dahinter liegenden Quartier mit Schulhaus und Wohnüberbauung gelangen wollen, sehr geschätzt wird. Gleichzeitig mit dem Neubau wurde der über 100 Jahre alte Altbau, welcher Wohnungen und eine Arztpraxis beinhaltet, moderat saniert. Ein alter Lagerraum im Sockelgeschoss wurde zu einem kleinen Übungs- und Konzertsaal für die Musikschule umgebaut. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 25 Regionale Musikschule Liestal Bewusst gestaltete der Architekt die Fassade des Neubaus in einem traditionellen Kellenwurfputz. So wird die Zusammengehörigkeit von Altbau und Neubau über die Materialisierung der Aussenhaut subtil manifestiert. Lediglich die unbeheizten Erschliessungsbereiche wie Lift und Treppengänge für die geplanten Wohnungszugänge wurden in Sichtbeton belassen. Auf Wunsch der Musikschule 26 wurden die ursprünglich offen geplanten Aufgänge zusätzlich, nun als Zwischenklimaraum funktionierend, verglast. Solaranlage mit Solartank bringt Speicherwärme Der Neubau überzeugt im Bereich der Energiebereitstellung durch seine Nachhaltigkeit. Eine Solaranlage auf dem Dach plus ein zweigeschossiger Speichertank im Sockelgeschoss versorgen beide Gebäude mit Brauchwarmwasser und Heizwärme. Im Winter wird die Solarheizung durch eine zusätzliche Pelletsheizung unterstützt, damit der notwendige Wärmebedarf abgedeckt werden kann. Mit einer sanften Sanierung und dem energetischen Zusammenschluss mit dem Neubau wurde also auch das über 100 Jahre alten Gebäude der alten Senffabrik mit einer CO2-neutralen Wärmeerzeugung ausgerüstet. Damit konnte ein Stück Geschichte erhalten und dennoch eine Brücke zur Nachhaltigkeit geschlagen werden. Im Neubau wiederum beginnt in diesen Wochen mit dem Einzug der Musikschule eine ganz neue Geschichte. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Inserat KWL_91x260.pdf 1 02.09.2014 15:20:19 Heitzmann – Ihre Nummer 1 für Holzheizungen Stückholz-, Schnitzel- und Pelletheizungen M R Ä W % 0 10 ITZM E H % 0 0 1 E ANN H eitz m a nn A G | 6 105 Sch ach en | www.he it zmann .c h Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 27 Baselbieter Energiepaket Mehr Komfort dank umfassender Sanierung Wer sein Gebäude mit Unterstützung des Baselbieter Energiepakets umfassend energetisch sanieren lässt, lebt anschliessend deutlich komfortabler. Das haben auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaft Erlenstrasse 9 und 11 in Füllinsdorf erlebt. Unter der Projektleitung von Andreas Bergamini (Berplan GmbH) wurde im vergangenen Jahr das Gebäude umfassend saniert. Die neue Fassade mit Röhrenkollektoren und verglasten Balkonen. Fassadensanierung an der Erlenstrasse in Füllinsdorf. 28 Ursprünglich hatten die Eigentümer lediglich eine Pinselsanierung vorgesehen. Nach der Beratung durch Andreas Bergamini und dem Vorliegen eines entsprechenden Sanierungskonzepts wurde aber rasch klar: Hier ist eine energetische Sanierung zielführender. In der Folge wurde während neun Monaten (inklusive Winterpause) Hand angelegt: Das Dach wurde vollständig saniert, ebenso die Wand gegen aussen, der Boden gegen aussen (Decke über dem Eingang) und der Boden gegen unbeheizt. Zudem wurden eine thermische Solaranlage, Vakuum-Röhrenkollektoren an den Balkonbrüstungen, eine Photovoltaikanlage und eine kontrollierte Wohnungslüftung eingebaut. Einzig die Fenster waren von der Sanierung nicht betroffen. Diese stammen aus dem Jahr 2000. «Es wäre unverhältnismässig gewesen, diese vorzeitig auszutauschen», so Projektleiter Bergamini. Der energetische Effekt nach der Sanierung ist beeindruckend: «Dank der Dämmung sinkt der Energieverbrauch im Gebäude um 60 Prozent», sagt Andreas Bergamini. Die Röhren für die Komfortlüftungsanlage wurden unter der Decke installiert. Das System reguliert nicht nur den Energiehaushalt, sondern auch die Feuchtigkeit in den Räumen. «Alle rund anderthalb bis zwei Stunden wird die Luft vollständig ausgetauscht – dabei wird sie vom System selber auf 17 Grad erwärmt», erklärt Bergamini. Dies garantiere, dass sich kein Schimmelpilz bilden könne, auch nicht in den Nasszellen. Schimmel sei in dem Gebäude vor der Sanierung durchaus ein Problem gewesen. Dieses leidige Thema gehöre nun der Vergangenheit an, so der Projektleiter. Zudem profitieren die Eigentümer vom Ertrag der 60-Kilowatt-Photovoltaikanlage, deren über- Neue Komfortlüftung in der Liegenschaft Erlenstrasse 9 und 11 in Füllinsdorf. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Baselbieter Energiepaket schüssige Stromproduktion ins Netz eingespeist werden kann. Besonders gelungen ist laut Bergamini die Sanierung der Balkone: «Nach dem Einbau von verschiebbaren Glasfaltwänden können die Balkone nun auch im Winter benutzt werden.» Jetzt ist es im Sommer in den Wohnungen angenehm kühl, im Winter wohnlich warm. «Zudem sind auch die Lärmemissionen deutlich weniger wahrnehmbar», sagt Bergamini. Zum verbesserten Komfort tragen auch die neuen, elektrischen Fensterstoren bei. Nach der Gesuchseingabe beim Baselbieter Energiepaket 2015 und der baldigen Bewilligung stand der Sanierung 2016 nichts mehr im Weg. Auch konnten die Arbeiten ausgeführt werden, ohne dass jemand aus den rund 20 Mietwohnungen vorübergehend ausziehen musste. Insgesamt kostete das Projekt rund 1,4 Millionen Franken – vom Baselbieter Energiepaket gab es etwas mehr als 60 000 Franken. Für Projektleiter Andreas Bergamini steht fest: «Es handelt sich um eine überaus gelungene Sanierung, die den Wohnkomfort deutlich gesteigert hat.» So wirkt das Baselbieter Energiepaket Das «Baselbieter Energiepaket» ist das kantonale Förderprogramm für Energieeffizienz und erneuerbare Energie im Gebäudebereich. Wer eine energetische Sanierung durchführt, kann dafür einen finanziellen Zustupf beantragen. Die Resultate sind beachtlich: Alleine von 2010 bis 2014 konnte der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch ohne Elektrizität im Baselbiet von 3,4 Prozent auf mehr als 4,1 Prozent gesteigert werden. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamtverbrauch stieg im selben Zeitraum von 11,8 Prozent auf 21,6 Prozent. Die von 2010 bis 2015 jährlich eingesparte Energie entspricht über 450 Bahnwagen, vollbeladen mit Heizöl, oder dem Energieverbrauch von mehr als 9000 Einfamilienhäusern mit dem Baujahr 1970. Pro Jahr konnten mehr als 54 000 Tonnen CO2 vermieden werden. Die sanierte Gebäudehüllenfläche entspricht der Fläche von 180 Fussballfeldern. Durch das Baselbieter Energiepaket wurden bislang Investitionen von gegen 690 Millionen Franken ausgelöst. www.energiepaket-bl.ch Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Das ehemalige Bauernhaus in Gelterkinden vor (links) und nach der energetischen Gesamtsanierung. Der Charakter des Hauses bleibt auch nach der Sanierung erhalten. Neue Hülle für 150 Jahre altes Haus Der Energiecoach und GEAK-Experte Heiner Plattner hat die energetische Sanierung des in den 1870er-Jahren erbauten Gebäudes in Gelterkinden von Anfang an begleitet. Die Liegenschaft besteht aus einem unterkellerten Wohnhaus und einem schon vor längerer Zeit zu Wohnzwecken umgebauten Ökonomieteil. «Bei Beginn der Sanierung waren die Fenster bereits ersetzt», sagt Plattner. Zusätzlich wurden noch die Fassade, die Kellerdecke und das Dach gedämmt. Da der Ersatz der Fenster noch nicht lange her war, galt das ganze Projekt dennoch als Gesamtsanierung und hatte damit Anrecht auf den entsprechenden Bonus. «Beim Baselbieter Energiepaket wurde nach der damaligen Regelung von einer Gesamtsanierung geredet, wenn mindestens 90 Prozent der Gebäudehülle energetisch saniert wurden», so Plattner. Dass Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer die Sanierung etappieren, komme öfters vor, sagt der Energiecoach. Dies geschehe nicht zuletzt auch aus steuerlichen Gründen. Bei der energetischen Sanierung von sehr alten Häusern bilden die für solche Gebäude typischen, aus Stein gehauenen Fenstergewände eine besondere Herausforderung. Sie verschwinden einfach unter der zusätzlichen Dämmschicht. Um den Charakter des Hauses zu bewahren, wurden bei dem Projekt in Gelterkinden die Fenstergewänder aus einem Zentimeter dicken Faserzement nachgebildet und an der Fassade auf der Dämmschicht montiert. «Auch der Falz für die Fensterläden wurde nicht vergessen», sagt Heiner Plattner. Diese Methode habe zwar ihren Preis, sei aber eine elegante Möglichkeit, um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses zu erhalten. Vom Energiepaket unterstützt wurde auch die thermische Solaranlage auf dem Dach des fast 150 Jahre alten Gebäudes. Sie versorgt die Bewohner mit warmem Wasser und hilft mit, den CO2-Ausstoss zu senken. Die thermische Solaranlage wird auf dem Dach installiert 29 Grünenwald AG Publireportage Ölheizung im Betrieb massiv teurer als Wärmepumpe Vorteile Wärmepumpe _ Sehr tiefe Energieund Unterhaltskosten (Tank reinigen und Kaminfeger entfallen) _ Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien _ Gebäudewertsteigerung _ Diverse Zinsvergünstigungen auf Darlehen und Kredite möglich _ Teilweise Subventionen _ Hohe Rendite auf dem eingesetzten Kapital Leider wird auch heute noch täglich behauptet, dass eine Ölheizung günstiger ist als eine Wärmepumpe. Bei genauerer Betrachtung hat diese Aussage aber keinen Bestand. Dank der sehr hohen Effizienz einer Wärmepumpe spart der Benutzer circa 70–80% an jährlichen Heizund Unterhaltskosten im Vergleich zu einer modernen Ölheizung. Mit dieser Einsparung können die gesamten Mehrinvestitionen innert rund 10 Jahren amortisiert werden. Weiter muss berücksichtigt werden, dass der relativ günstige internationale Ölpreis in USD und Barrel ausgedrückt nicht das Preisniveau in der Schweiz repräsentiert. Die Steuern und Abgaben auf fossilen Brennstoffen inklusive den Handelsmargen und Transportkosten machen einen Anteil von circa 57% des in der Schweiz bezahlten Ölpreises aus. Ab dem 1. Januar 2018 wird die C02Abgabe um CHF 10.–/100 lt. ansteigen. Dadurch wird der internationale Markteinfluss von 43% auf noch 38% reduziert. Was hat das für Folgen? Einflussfaktoren Ölpreis am 5. April 2017 MWSt CHF 4.30 Handel CHF 19.40 Brent CHF 34.30 43% CO2-Abgabe CHF 22.– 28% Beispiel Ersatz einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden: Investition in die neue Wärmepumpenanlage ca. ./. Investition in eine neue Ölheizung ca. Mehrinvestition ca. 25% Steuereinsparung ca. wirtschaftliche Mehrinvestition in Wärmepumpe ca. Erfolg: 2000 lt. Öl zu Fr. 80.00/100 lt. Kaminfeger, Abgaskontrolle etc. Strom Brenner Total laufende Kosten für Ölheizung pro Jahr Stromverbrauch der Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4,5 = 3780 kWh Unterhalt gem. AWP Total laufende Kosten für Wärmepumpe pro Jahr Jährliche Einsparung Rückzahlung innert ca. 10 Jahren was einer Verzinsung der wirtschaftlichen Mehrinvestition von 8,8% während 25 Jahren entspricht. 30 Franken 40 000.– 15 000.– 25 000.– 6 250.– 18 750.– 1 600.– 850.– 150.– 2 600.– 566.– 150.– 716.– 1 884.– _ Die Kosten für 100 Liter Öl werden aufgrund der Steuererhöhung, ohne Veränderung der übrigen Preiskomponenten, um 12,5% ansteigen – also von aktuell CHF 80.– auf CHF 90.–. _ Entscheidungen der Förderländer, bezüglich Produktionsmengen etc., haben nur noch einen marginalen Einfluss auf den hiesigen Preis. _ Die Veränderungen des internationalen Ölmarktes werden nur noch zu 38% den Schweizer Ölpreis bewegen. Ein Rückgang des heutigen Preises von USD 54.–/Barrel, um angenommen z. B. 20% auf circa USD 43.–/Barrel, würde den Preis in CHF nur noch um 7,6% bewegen, das heisst von CHF 90.– auf CHF 83.–/100 lt. _ Mit stärkeren Preisrückgängen kann nicht gerechnet werden. _ Erhöhungen der Preise am internationalen Markt werden aber umso stärker ins Gewicht fallen, da die Basisbelastung durch Steuern viel höher ist als in der Vergangenheit (Hebeleffekt). Ölpreis wird wieder steigen Dieser Entwicklung kann auch nicht mit dem Einbau einer neuen Ölheizung begegnet werden. Bei einem 20-jährigen Kessel liegen die Einsparungen – dank neuer Technik – nur bei etwa 5%. Installation und Wartung Die Grünenwald AG plant, installiert und wartet seit 28 Jahren in der ganzen Schweiz Wärmepumpensysteme. Die Fachleute des Unternehmens demontieren den alten Kessel und Öltank, installieren die gesamte neue Anlage inklusive sämtlicher Nebenarbeiten und übernimmt danach auch noch die Wartung der gesamten Heizungsanlage. So wissen die Nutzer auch immer, an wen sie sich zu wenden haben, wenn im Haus ein Problem mit der Heizung auftritt. Heute werden von dieser Firma in der ganzen Schweiz rund 10 000 Anlagen betreut. Wärmepumpen Grünenwald AG Lauetstrasse 39, 8112 Otelfingen Tel. 043 243 53 53, www.gruenenwald-ag.ch Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS Wärmepumpen-System-Modul Das Wärmepumpen-System-Modul: Grosse Vorteile für den Bauherrn Die Wärmepumpe (WP) ist eine seit Jahrzehnten erprobte und zuverlässige Heiz-Technologie: Pro Jahr werden in der Schweiz ca. 20 000 Wärmepumpen verbaut. Rund 85% aller neu erstellten Einfamilienhäuser werden mit Wärmepumpen ausgerüstet, bei der Sanierung von Heizungsanlagen ersetzen immer mehr Wärmepumpen die bisherigen fossilen oder Elektroheizungen. Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und des Umstandes, dass Wärmepumpen CO2-optimiert arbeiten, sind sie sehr umweltfreundlich. Das Wärmepumpen-System-Modul: Höchste Qualität von der Planung bis zur Inbetriebnahme Hersteller und Lieferanten von Wärmepumpen haben, zusammen mit den Fachverbänden der Heizungsbranche, das Label «WärmepumpenSystem-Modul» entwickelt und entsprechend zertifizierte Produkte am Markt eingeführt. Die Hauptbestandteile des WPSM. Sie führen zu maximaler Energieeffizienz bei tiefsten Betriebskosten Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Wärmepumpen-Anlagen, welche ein Wärmepumpen-System-Modul (WPSM) verwenden, arbeiten mit maximaler Energieeffizienz und höchstmöglicher Betriebssicherheit, was die ohnehin schon tiefen Betriebskosten bei Wärmepumpen noch einmal senkt. Diese Ziele werden erreicht durch eine rigide Qualitätskontrolle und verbindlich festgelegte Abläufe und Prozesse von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Das Label Wärmepumpen-System-Modul zeichnet sich durch die folgenden Eigenschaften aus: _ Standardisierte Abläufe für die Planung, Installation und Inbetriebnahme der WP-Anlage. Der Bauherr profitiert von der optimalen Zusammenarbeit zwischen allen an der Erstellung der Heizungsanlage Beteiligten. _ Alle Komponenten des Heizsystems sind aufeinander abgestimmt und als Systeme durch neutrale Fachleute geprüft und zertifiziert. Die Module sind ausgereift und in der Praxis bewährt. Dies erhöht die Qualität und Betriebssicherheit der Anlage. _ Der Bauherr erhält eine umfassende Dokumentation über die Berechnungen und Komponenten der Anlage, welche es ihm auch nach Jahren noch ermöglicht, die Entstehung der Anlage nachzuvollziehen. _ Der Bauherr erhält vom Heizungsinstallateur eine schriftliche Leistungsgarantie für seine Wärmepumpen-Anlage. Dieser dokumentiert damit seine Arbeit und bestätigt, dass alle Anforderungen des WPSM erfüllt sind. _ Der Bauherr erhält nach der Inbetriebnahme der WP-Anlage ein Anlagezertifikat. Dieses wird durch eine neutrale Fachstelle nach Prüfung der vom Installateur eingereichten Dokumente erstellt. Zur Qualitätssicherung finden zudem bei rund 20% aller installierten Module Stichprobenkontrollen durch neutrale Fachleute statt. 31 Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS Wärmepumpen-System-Modul Heizungsanlagen, welche ein WP-SystemModul verwenden sind tendenziell nicht teurer als herkömmliche WP-Anlagen. Geringe Mehrkosten entstehen durch die Nachkontrolle im 2. Betriebsjahr, welche aber eine geldwerte Leistung darstellt. Zudem werden für das Anlagezertifikat, welches nach Prüfung der eingereichten Dokumente durch eine neutrale Fachstelle ausgestellt wird, CHF 245.–, zuzüglich MWST, in Rechnung gestellt. Dieses Anlagezertifikat ist Grundlage für die Ausrichtung der zugesicherten Förderbeiträge. Der Einsatz eines Wärmepumpen-SystemModuls lohnt sich auch finanziell Die Verwendung des WP-System-Moduls in WP-Anlagen bis ca. 15 kW (Einfamilien- oder kleine Mehrfamilienhäuser) ist ab 2017 in den meisten Kantonen Voraussetzung, um kantonale Fördergelder zu erhalten. Die kantonalen Stellen werden nach der Einreichung des Anlagenzertifikates die zugesicherten Fördergelder auszahlen. Es ist daher wichtig, dass der Bauherr schriftlich und ausdrücklich beim Installateur seiner Wahl eine «WP-Anlage mit WPSystem-Modul und Anlagezertifikat» bestellt. In denjenigen Kantonen, welche den Einsatz einer Wärmepumpe nicht finanziell fördern, springt myclimate ein und kann dort Fördergelder sprechen. Eine Heizung mit Wärmepumpen-System-Modul arbeitet mit höchstmöglicher Betriebssicherheit bei tiefsten Betriebskosten _ Eine obligatorische Nachkontrolle durch den Kundendienst des WP-Lieferanten im 2. Betriebsjahr optimiert noch einmal die Energieeffizienz aller zertifizierten Heizungsanlagen, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bewohner der Liegenschaft. Viele Installateure haben bereits eine umfassende Weiterbildung abgeschlossen. Sie sind auf der Webseite www.wp-systemmodul.ch gelistet. Da die Installation eines WP-SystemModul aber keine neuen Voraussetzungen an die handwerklichen Fähigkeiten des Installateurs enthält, kann grundsätzlich jeder erfahrene Heizungs-Installationsbetrieb ein WPSystem-Modul planen und installieren. ❰ Weitere Informationen zur Förderung von Wärmepumpenanlagen und zum WärmepumpenSystem-Modul finden sich auf den folgenden Webseiten: www.dasgebaeudeprogramm.ch www.myclimate.org/de/klimaschutzprojekte/projekt/schweiz-energieeffizienz-7816/ www.wp-systemmodul.ch www.fws.ch 32 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Wohnüberbauung Classic Riehen Nachhaltig Wohnen im Park Von Anita Bucher Classic Riehen ist eine Wohnüberbauung mit rund 70 Wohnungen. Die neun Häuser sind in Hanglage in einer Parkanlage angeordnet. Sie sind ein schönes Beispiel für hochwertige Verdichtung und Schutz des bestehenden Baumbestandes. Denn ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist genauso wichtig wie Nachhaltigkeit am Bau. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 In Riehen ist die Welt ein bisschen grüner, das Dorf ein bisschen grösser und das Wohnen ein bisschen luxuriöser. Das zeigen die zahlreichen Villen und Parks im Dorf, das sich trotz über 20 000 Einwohnern ländlich und übersichtlich gibt. Ein perfekter Ort zum Leben, das dachten sich auch die Investoren. Zusammen mit der Walker Architekten AG realisierten sie auf einer Fläche von 16 000 m2 die Wohnüberbauung Classic Riehen. Nachhaltiger Umgang mit Bauland An bester Lage, wo bislang vier unbewohnte Häuser vor sich hin lotterten, sind also rund 70 neue Wohneinheiten entstanden. Auch das ein Beispiel für Nachhaltigkeit, dass die rare 33 Wohnüberbauung Classic Riehen Ressource Bauland entsprechend neu genutzt wird und nun viel mehr Menschen neuen Wohnraum bietet. Kommt dazu, dass der ökologische Fussabdruck jedes einzelnen Hauses so kleiner ist, als wenn in Regelbauweise gebaut würde. Die neun Mehrfamilienhäuser sind eingebettet in die ehemals private Parkanlage der Villa Sacher. Ihre Anordnung scheint wie zufällig. Tatsächlich orientieren sie sich aber am Verlauf der Höhenlinien hier am Hang und sind auch in der Höhe versetzt gebaut worden. Während es sich bei sechs Häusern um hochwertige Mietwohnungen handelt, befinden sich die restlichen drei im Stockwerkseigentum. Alter Baumbestand weitgehend erhalten Neubauten definieren oft eine ganze Umgebung völlig neu, meistens auf Kosten der Natur. Bei Classic Riehen ist das anders. Da es sich um ein Baumschutzgebiet handelt, lag der Fokus von Anfang an darauf, möglichst viel des alten Baumbestandes zu erhalten. Die neun Häuser sind locker in die parkähnliche Umgebung eingepasst. «Wie Schiffchen in einem Teich zwischen Seerosen», erklärt der verantwortliche Architekt Christophe Steiner seine Vision. Die Gebäude sind in ihrem Volumen, 34 ihrer Form und ihrer Ausrichtung individuell auf den jeweiligen Mikrostandort ausgerichtet. Gleichzeitig versuchten die Planer möglichst grosszügige zusammenhängende Freiflächen zu erhalten. Durch die leichte Hanglage ist ein abwechslungsreiches und harmonisches Gesamtbild entstanden, welches von einladenden Gehwegen durchzogen ist. Unterhaltsarme Fassade Die Häuser wurden in Massivbauweise erstellt und besitzen unterhaltsarme hinterlüftete Fassaden aus Naturschiefer. Dieses zieht sich in Form von Bändern um jedes Gebäude. Der Schiefer betont die Hochwertigkeit der Bauten und verträgt sich gleichzeitig gut mit der Vegetation. «Schiefer ist nachhaltig und sinnvoll, weil er nicht wie verputzte Fassaden mit Fungiziden oder Pestiziden behandelt werden muss», erklärt Steiner. Zwischen den Schieferbändern liegen Fensterbänder. Sie harmonieren in einem schönen Bronzeton zum Naturstein. Die FassadenSchichtung und die zurückversetzten Attikageschosse durchbrechen die Massivität der Bauten und machen sie optisch leichter. Ins Gebäude integrierte Loggias lösen zudem die Gebäudeecken auf. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Rubriktitel Innen präsentieren sich die Wohnungen von Classic Riehen hell, offen und freundlich. So ist jede Wohnung zweiseitig orientiert und verfügt über zwei Balkone, wo die Morgen- bzw. Abendsonne genossen werden kann. Durch die einzigartige Platzierung eines jedes Gebäudes sind spannende Ausblicke entstanden, die aus jeder Wohnung anders wahrgenommen werden. Energie aus nachhaltiger Quelle Geheizt wird entsprechend den Vorgaben der Gemeinde Riehen über das Fernwärmenetz von «erdwärmeriehen». Fast wäre dies noch ein Stolperstein geworden. Denn die Minergie-Stelle verlangte für die Zertifizierung der Bauten einen Nachweis, dass mindestens 50% der Fernwärme aus erneuerbarer Energie bestehen würde. 2012 war das noch nicht der Fall. Zeitgleich zur Bauzeit von Classic Riehen optimierte aber der Fernwärmeverbund «erdwärmeriehen» seine Geothermie-Grundlastzentrale und konnte damit die geforderten Zahlen erreichen. Die Minergie-Anerkennung war damit gerettet. ❰ Architekt Walker Architekten AG Neumarkt 1 5201 Brugg Tel. 056 460 72 60 www.walker.ch Gesamtleitung / Bauleitung S+B Baumanagement AG Hohenrainstrasse 12D 4133 Pratteln Tel. 061 827 44 00 www.s-b.swiss Bauingenieur Wilhelm + Wahlen Bauingenieur AG Kasinostrasse 15 5000 Aarau Tel. 062 837 10 10 www.ww-aarau.ch Elektroplaner BSK Baumann + Schaufelberger Kaiseraugst AG Thiersteinerallee 25 4053 Basel Tel. 061 331 77 00 www.bsk-ag.ch HLKS-Ingenieur Amstein + Walthert Basel AG Henric Petri-Strasse 15 4051 Basel Tel. 061 365 90 10 www.amstein-walthert.ch Landschaftsarchitekt Tremp Landschaftsarchitekten Klingenstrasse 42 8005 Zürich Tel. 044 242 75 25 www.tremp-la.ch Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 35 Im Gespräch mit Norbert Walker Redaktion «nachhaltig Bauen»: Herr Walker, vor Kurzem haben Sie das dreissigjährige Firmenjubiläum gefeiert. Sie beschäftigen heute über vierzig Mitarbeitende. Was sind die wichtigsten Faktoren dieser aussergewöhnlichen Erfolgsgeschichte? Meine Arbeit ist meine Berufung. Ich wusste bereits als Kind, dass ich Architekt werden wollte. Daher ist meine Freude und Schaffenslust für das Bauen und der Dialog zwischen Mensch, Architektur und Umwelt ungebrochen. Weitere Erfolgsfaktoren meines Unternehmens sind: dem äusseren Wandel mit Offenheit und der Bereitschaft zur stetigen fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung zu begegnen, Gewinne in das Unternehmen zu reinvestieren, ein breites Produkteportfolio zu haben, ein verbindlicher Vertragspartner zu sein und einen hohen Qualitätsstandard in allen Bauphasen zu bieten. In letzter Zeit taucht immer wieder – auch in Verbindung mit Bauten aus Ihrem Architekturbüro – der Begriff «ökologischer Fussabdruck» auf. Können Sie unseren Lesern etwas genauer erklären, was damit gemeint ist, auch in Verbindung mit moderner Architektur? Der ökologische Fussabdruck ist eine Gegenüberstellung von Ressourcenangebot und Ressourcenverbrauch (in sogenannten «globalen Hektaren»). Gebäude und Infrastruktursysteme machen über dreissig Prozent des globalen Ressourcenverbrauchs und vierzig Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus. In Verbindung zur Architektur heisst das, dass wir uns sowohl im Neubau wie auch im Altbau dazu verpflichten, energieeffizient und ressourcenschonend zu bauen. Als Antwort auf den zunehmenden Flächenbedarf und die Zersiedelung gerät auch «verdichtetes Bauen» vermehrt in die Schlagzeilen. Wie beurteilen Sie dieses Thema, genauer gefragt: Wo sehen Sie die Vorteile oder auch Nachteile? Verdichtetes Bauen hat den Vorteil, dass der Zersiedelung entgegengewirkt werden kann. 36 Norbert Walker, Inhaber und Geschäftsführer Walker Architekten AG, Brugg Die Herausforderung dabei ist, dass die Qualität der Dichte gewährleistet sein muss. Bewährte Instrumente dazu sind unter anderem Master- oder Gestaltungspläne. Mein Architekturbüro bearbeitet zurzeit verschiedene Gestaltungspläne und berät Gemeinden in Bezug auf die städtebauliche und die nachhaltige Entwicklung bestehender und geschützter Dorfstrukturen. Anspruchsvoll dabei ist, den Menschen das Verständnis für verdichtetes Bauen in verschiedenen Kontexten näherzubringen. Dazu bedarf es intensiver Öffentlichkeitsarbeit. In welche Richtung geht Ihrer Meinung nach das nachhaltige Bauen? Welche Zukunftsvisionen haben die Architekten, und welchen Herausforderungen müssen sie sich unter Berücksichtigung des effizienten Umgangs mit Ressourcen und Umweltaspekten stellen? Nebst den von Ihnen genannten Punkten wird es in Zukunft vermehrt darum gehen, dass der ganze Lebenszyklus eines Gebäudes in die Betrachtungen mit einbezogen werden muss: Wo baue ich (Städtebau/Ortsbild), wie baue ich (Typologie/Nutzungsflexibilität), welche Materialien verwende ich (Ökologie), wie stelle ich den Unterhalt der gebauten Substanz sicher (Werterhalt), und wie baue ich das Gebäude am Ende seines Lebenszyklus zurück? Wir bedanken uns und wünschen Ihnen und dem ganzen Team weiterhin viel Erfolg! Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Wohnüberbauung Im Feld Oberrohrdorf Städtisch wohnen auf dem Lande Von Anita Bucher Oberrohrdorf hat ein neues Quartier. Mit der Überbauung «im Feld» sind am Ortsrand 80 neue Wohneinheiten für Menschen aller Altersstrukturen entstanden. Durch ihre Nähe zu Baden und Zürich eignet sich die Überbauung besonders für Pendler. Der moderne Mensch lebt gerne grosszügig, offen und hell. Er ist viel unterwegs und wenn er daheim ist, geniesst er sein zeitgemässes pflegeleichtes Zuhause. Dazu wünscht man sich die Ruhe und Weite des Landes aber auch die Nähe zu einer guten Infrastruktur. Alles haben können, auf nichts verzichten müssen: Was die Werbung in den Medien überall zeigt, macht auch vor dem Wohnen nicht Halt. So ist die Überbauung im Feld das Resultat einer umfassenden Marktanalyse und einer ausgeklügelten Marketingstrategie. «Im Feld» macht es möglich Wettstein Bau AG und BOME Immobilien AG haben zusammen mit Walker Architekten AG Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 37 Wohnüberbauung Im Feld Oberrohrdorf eine Wohnsiedlung realisiert, welche auf den heutigen Zeitgeist perfekt zugeschnitten ist. Modernes, individuelles Wohnen in einer repräsentativen Überbauung und das zu moderaten Preisen. Die sieben geknickten Baukörper bieten einen Mix aus Reiheneinfamilienhäusern, Attika- und Geschosswohnungen. Zwischen den Häuserzeilen befinden sich im Wechsel, sich gegenüberliegende private Gartenhöfe und Erschliessungsanlagen. «Dort, wo sich die Baukörper relativ nahe kommen, sind die Erschliessungswege, die Zufahrt zur Tiefgarage, die Besucherparkplätze und die Entsorgungscontainer, die Spiel- und Aufenthaltsbereiche angeordnet. Auf der anderen Seite, wo die geknickten Gebäude einen hofartigen Raum bilden, haben wir die Gärten angelegt», erklärt Architekt Thomas Zwahlen. So geniesst jedes Haus die bestmögliche Privatsphäre auf der einen Seite, während es auf der anderen Seite Anschluss an die Gemeinschaft bietet. Quer durch die Hauszeilen hindurch verbindet ein Fussweg das ganze Quartier. Mauerschotten prägen die Architektur Bei einer Überbauung dieser Grösse ist Monotonie eine grosse Gefahr, weiss Zwahlen. Mittels Mauerschotten grenzte er die verschiedenen Häuser voneinander ab und lockert so die Häuserzeilen auf. Auf zusätzlich mögliche Attikageschosse wurde bewusst verzichtet um die Überbauung entsprechend niedrig zu halten. Durch die leichte Hanglage mit 5–10% Gefälle sind die Häuser in der Höhe versetzt, 38 weil sonst das Erdgeschoss zu stark aus dem Boden ragen würde. Diese Höhensprünge innerhalb der Häuserzeile machen die Baukörper leichter. Am meisten aber fällt wohl das Fassadenspiel auf. Holzlamellen wechseln mit Streckmetallen und Kunststoffgitter in Farbe und Material ohne dass eine Regelmässigkeit erkennbar wäre. Zufall? Wohl eher nicht. «Die Käufer der Reiheneinfamilienhäuser konnten ihre Fassade aus einem vorgegebenen Katalog selber auswählen», erzählt Zwahlen. «Diese Mitgestaltungsmöglichkeit wurde sehr geschätzt und rege wahrgenommen. Die Fassade ist für viele Menschen eine Identifikationsmöglichkeit mit dem eigenen Haus», weiss er. Durchdacht geplant, individuell ausbaubar Die Wohnsiedlung «im Feld» wurde in zwei Bauetappen während insgesamt fast vier Jahren realisiert und 2016 komplett fertig gestellt. Unter den Bauten befindet sich eine Tiefgarage mit rund 130 Parkplätzen. Zwischen den Häusern gibt es nebst kleinen privaten Aussenräumen auch einen Quartierplatz, Spielflächen, einen Tischtennistisch und einen Aussenplatz mit Pergola. Die Bewohner der Siedlung profitieren von grosszügigen Räumlichkeiten mit privaten pflegeleichten Aussenräumen einer perfekt geplanten Infrastruktur und individuellen optionalen Ausbaumöglichkeiten. Nebst der Vielfalt der Wohnungen, die von ein- bis dreigeschossig reichte, ein wichtiges Verkaufsargument. So konnten die Käufer im Frühstadion Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 39 Wohnüberbauung Im Feld Oberrohrdorf Bauherrschaft Wettstein Bau AG Esprainstrasse 2 5442 Fislisbach Tel. 056 493 34 44 www.wettstein-bau-ag.ch BOSS Real Estate AG Esprainstrasse 2 5442 Fislisbach Tel. 056 565 34 90 www.bossrealestate.ch Architekt Walker Architekten AG Neumarkt 1 5201 Brugg Tel. 056 460 72 60 www.walker.ch Bauleitung Hugo Binggeli Werkstrasse 1 5607 Hägglingen Tel 056 496 72 82 Bauingenieur Schüpbach Ingenieure AG Brüggliacher 31 5452 Oberrohrdorf Tel. 056 496 61 04 www.schuepbach-ing.ch HLKS-Ingenieur SERO Gmbh Vorderi Böde 6 5452 Oberrohrdorf Tel. 056 496 73 43 www. sero.ch Bauphysiker Michael Wichser + Partner AG Kriesbachstrasse 30 8600 Dübendorf Tel. 043 355 01 33 www.wichser-partner.ch Landschaftsarchitekt Naef Landschaftsarchitekten GmbH Stahlrain 6 5200 Brugg Tel. 056 442 04 11 www.la-naef.ch 40 teilweise wählen, ob sie statt Sitzplatz lieber einen Wintergarten wünschen oder gar die Dachterrasse ausbauen wollen. rundum im grünen Bereich Grün ist die Farbe der Natur und damit auch der Nachhaltigkeit. Ein besonderes Augenmerk bei dieser hohen Siedlungsdichte lag deshalb auf der Umgebungsgestaltung. Die von Landschaftsarchitekt Felix Naef geplante Bepflanzung wird, wie bei Neubauten üblich, erst in ein paar Jahren in voller Blüte zu sehen sein. Charakteristisch ist aber der grüne Gürtel um die ganze Siedlung. In jedem Gartenhof wurde zudem ein neuer Baum gepflanzt. Mischhecken grenzen die privaten Flächen von den öffentlichen ab. Grün ist auch das Gewissen der Siedlung «im Feld». So ist die ganze Überbauung im Minergie-Standard erbaut. Erdsonden und Wärmepumpen beliefern die Bewohner im Winter mit Heizwärme und die kontrollierte Lüftung transportiert die gute Landluft ganz automatisch mitten in die heimische Stube. Auch das ist praktisch hier in der städtisch anmutenden Siedlung mitten auf dem Lande: Man muss nicht mal mehr lüften. Das spart Zeit und Energie und entspricht auch in diesem Punkt sehr dem was sich der moderne Mensch wünscht: Ein chices, aber pflegeleichtes Zuhause und dazu ein ökologisches Gewissen. Perfekt. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 STIEBEL ELTRON AG Publireportage LWZ 504 – Ideale Lösung für den Neubau Auf der Suche nach der passenden Heizlösung erhält man mit dem Integralgerät die Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung gleich mit dazu. Effizienz also auf der ganzen Linie. Intelligente Technik Ausserdem punktet die LWZ 504 mit innovativer Technik: Erstmals verrichtet ein invertergeregelter Kompressor seinen Dienst in einem Komplettgerät. So kann die Leistung bei tiefen Aussentemperaturen, wenn eine hohe Verdichterleistung gefragt ist, gesteigert werden. Das hat zur Folge, dass die LWZ 504 bei einer Aussentemperatur von –7 Grad (Vorlauf 35 Grad) eine Wärmeleistung von 8,34 kW zur Verfügung stellt. «Diese Anpassung an den ‹Energiehunger› des Hauses bedeutet eine klare Komfortverbesserung», erklärt Produktmanager Oliver Joss. «Zudem ist dadurch, dass der Kompressor leistungsgeregelt arbeitet und daher nicht durchgängig seine volle Leistung abrufen muss, der Betrieb im Mittel natürlich auch effizienter. Wir gehen von einer 10 bis 15 Prozent höheren Effizienz aus als bei einer OnOff-Maschine.» Das Multitalent von STIEBEL ELTRON: LWZ 504 STIEBEL ELTRON AG Industrie West Gass 8 5242 Lupfig Telefon 056 464 05 00 www.stiebel-eltron.ch Das Multitalent Das kompakte Lüftungsintegralsystem LWZ 504 bietet allen Wohnkomfort, der eines Energiesparhauses würdig ist. Die Energie für wohlige Raumtemperaturen und warmes Wasser zieht die Anlage aus der Aussenluft. Dass die Wärme im Haus bleibt, dafür sorgt das moderne Lüftungsmanagement. Eine angenehme, gesunde Atmosphäre und hohe Effizienz lassen sich so hervorragend miteinander verbinden. Das Gerät vereint alle haustechnischen Funktionen in einem Gehäuse. Es übernimmt Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Kühlung. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Fit für die Zukunft Weitere Vorteile sind der hohe Warmwasserkomfort dank des 235-Liter-Speichers sowie die Möglichkeit der Kombination mit einer thermischen Solaranlage oder einer Photovoltaik-Anlage, um günstigen selbst erzeugten Strom direkt sinnvoll zu nutzen. Ausserdem ist die Anbindung eines Internet Service Gateway (ISG) problemlos möglich. Damit wird die Bedienung, Einstellung und Überprüfung von Daten der Wärmepumpenanlage denkbar einfach und der Kunde erhält Zugang zu seiner persönlichen Servicewelt. Via PC, Laptop, Tablet oder Smartphone kann die Anlage ganz bequem gesteuert und optimiert werden. Das führt im Idealfall zu einem Einsparpotenzial von bis zu 40% der Energie im Privathaushalt. Auch Wohnen wird so in Zukunft noch komfortabler, energieeffizienter, sicherer und günstiger. ❰ 41 Meyer Burger (Switzerland) AG Die perfekte erneuerbare Kombination Urs und Tania Anderegg entschieden sich, trotz noch funktionierender Ölheizung, auf eine erneuerbare Wärmeerzeugung umzusteigen. Den Umstieg ermöglichten ihnen eine hocheffiziente Meyer-Burger-Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpe und ein Energiemanagementsystem von energy4me. QUALITY Urs und Tania Anderegg führen gemeinsam eine Baumschule in Langenthal. Die Nähe zur Natur ist für sie jedoch nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebenseinstellung. Aus diesem Grund war ihnen die Ölheizung, mit der ihr Wohnhaus im oberaargauischen Obersteckholz geheizt wurde, ein Dorn im Auge. Sie beschlossen deshalb, ihre Emissionen erheblich zu senken, indem sie die fossile Wärmequelle durch eine Wärmepumpe ersetzten und diese erneuerbar mit eigens produziertem Solarstrom betreiben. Eine Entscheidung für die Umwelt und für mehr Unabhängigkeit. 42 Ein gebäudeintegriertes Solarkraftwerk Im Rahmen einer Dachsanierung wurde auf dem Einfamilienhaus auf der Südseite des Satteldachs eine gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage von Meyer Burger installiert. Auf einer Fläche von 79 m2 produziert die leistungsstar- ke 11,8-kWp-MegaSlate®-Solaranlage jährlich rund 11 400 kWh. Das Besondere an der Anlage ist nicht nur ihr hoher Energieertrag, sondern auch ihre Ästhetik. Die schlichte Solaranlage ist vollflächig und homogen in die ganze Dachseite integriert. Neben 63 Standardmodulen wurden neun kleinere, speziell für dieses Gebäude gefertigte, Module installiert. Auf diese Weise konnten die Module bündig mit dem Dachrand montiert werden. Intelligente Wärmepumpe Um mit Solarstrom Wärme zu erzeugen, wird bei Solarstrom-Überschuss die im Aussenbereich aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe betrieben. Die durch Platzierung und Bepflanzung geschickt versteckte Wärmepumpe wärmt tagsüber den Warmwasser- und den Heizwasserspeicher maximal auf. Die Wärmepumpe empfängt vom EnergiemanagementNachhaltig Bauen | 1 | 2017 Technischer Fachbeitrag system enerFACE Signale, damit zuerst das Brauchwarmwasser aufgeheizt wird. Sobald dieses seine Zieltemperatur erreicht hat, gibt die Wärmepumpe Wärme an den Heizungsspeicher ab. Wenn die Sonne weg ist, geht die Wärmepumpe in einen Minimalbetrieb über. Die hocheffiziente Wärmepumpe wurde nach der Inbetriebnahme mehrfach in ihrer Funktion optimiert, sodass sie nicht mehr Wärme produziert als nötig, aber genug, um die für Urs und Tania Anderegg optimalen Raumtemperaturen zu erreichen. «Es ist einfach ein gutes Gefühl, mit selbst produziertem Strom zu backen, zu waschen und überwiegend zu heizen. Mit der jetzigen Lösung haben wir schon interessante per-Saldo-Werte und es liegt bestimmt noch mehr drin!» Urs Anderegg Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 43 Meyer Burger (Switzerland) AG Energie messen und steuern Das Einfamilienhaus der Andereggs erreicht einen Solarstrom-Eigennutzungsgrad von rund 43%, ohne dass ein Stromspeicher zur Verfügung steht. Den optimierten Eigenverbrauch verdankt das Gebäude dem von energy4me entwickelten Energiemanagementsystem enerFACE, welches die Energieflüsse äusserst clever lenkt. Mit enerFACE können nicht nur Energieproduktion und -verbrauch überwacht werden, es können auch alle Energieverbraucher wie bspw. Geschirrspüler, Waschmaschine oder Wärmepumpe, wie im Falle des Objektes in Obersteckholz, automatisch oder manuell angesteuert werden. Urs und Tania Anderegg sind nicht die einzigen, die von den Vorteilen von enerFACE überzeugt sind. Mittlerweile sind bereits 150 Exemplare der planergie ag Bettenhausenstrasse 50, 3360 Herzogenbuchsee Tel. 062 961 60 00, www.energy4me.ch 44 Technischer Fachbeitrag zweiten Generation des 2012 entwickelten Energiemanagementsystems in der Schweiz installiert. Die Superlative Der Dorn im Auge konnte mit dem Verschwinden der Ölheizung behoben werden. Nun streben Urs und Tania Anderegg nach dem Tüpfelchen auf dem i. Um den Solarstrom-Eigenverbrauch noch weiter zu steigern, beschäftigen sie sich zurzeit mit einer Speicherlösung mittels Batterie oder Wasserstoff. energy4me führt zurzeit ein Wasserstoff-Pilotprojekt zur effizienten Speicherung von Solarstrom durch. Damit könnten auch Urs und Tania Anderegg in naher Zukunft eine noch grössere energetische Unabhängigkeit erreichen. Mit ihrem Entscheid, eine noch funktionstüchtige Ölheizung auszubauen, haben Urs und Tania Anderegg bewiesen, dass sie über ein äusserst vorbildhaftes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt verfügen und ihre energetische Unabhängigkeit selbst in die Hand nehmen. Mit dem Entscheid, ihr Energiesystem mit einer Speicherlösung zu ergänzen, beweisen sie, dass sie neben Umweltbewusstsein auch Pioniergeist besitzen. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 I N N O V A T I O N E N Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen Lehrgang gesund und nachhaltig Bauen Abschluss BaubiologIn mit eidg. Fachausweis http://www.baubio.ch/bildung/lehrgang/ http://www.baubio.ch/bildung/berufspruefung-baubiologe/ Beschrieb Die berufsbegleitende Weiterbildung des Bildungszentrums Baubiologie führt mit insgesamt 10 Modulen in alle relevanten Bereiche des gesunden und nachhaltigen Bauens ein. Die Grundlage bildet das vernetzte Denken und Handeln, das über die einzelnen Fachgebiete und Berufsgattungen hinausgeht und diese miteinander verbindet. Die Teilnehmenden setzten das erworbene Wissen und die entsprechenden Hilfsmittel gezielt ein, um ein Bauwerk bezgl. Nachhaltigkeit und Gesundheit optimal zu planen. Der Lehrgang wird im modularen System angeboten und dient als Vorbereitung auf die eidg. Berufsprüfung zum/zur BaubiologIn mit eidg. Fachausweis. Die Module können auch einzeln besucht werden. Einstieg jederzeit möglich. Kursort: Zürich Daten: 7./28.10./04.11.2017: Modul 1 – Hausbiographie und Biodiversität 25.11./16.12.2017: Modul 2 – Gesundheit 06./13./27.01.2018: Modul 3 – Materialwahl 10./24.02.2018: Modul 4 – Innenraum 10./31.03.2018: Modul 5 – Baubiologische Konsruktionen 14.04./05.05.2018: Modul 6 – Alternative Energiekonzepte 26.05./07.06.2018: Modul 7 – Wasserhaushalt und Elektrobiologie 30.06./21.07.2018: Modul 8 – Architektur 18.08/01.09.2018: Modul 9 – Nachhaltigkeit 15.09.2018: Modul 10 – Marketing SAGLAN Standard-Produkte mit verbessertem Lambda-Wert – das Gute wird noch besser! Infoabende in Zürich: laufend Informationen und Anmeldung: www.bildungszentrumbaubio.ch [email protected] Zielgruppen: Architekten/-innen, Bauleiter/-innen, Handwerker/-innen, Fachplaner/-innen Zeichner/-innen Fachrichtung Architektur Kosten: Ganzer Kurs 7400.– Einzelne Module 880.– / 1290.– Veranstalter: Bildungszentrum Baubiologie Binzstrasse 23, 8045 Zürich [email protected] www.bildungszentrumbaubio.ch neu Sager AG Dornhügelstrasse 10, CH-5724 Dürrenäsch Tel. 062 767 87 87, Fax 062 767 87 80 [email protected], www.sager.ch Der Firma SAGER ist es gelungen ihre beiden wichtigsten Glaswolle Standard-Produkte SAGLAN (034) SBR und SAGLAN (034) SB 22 nochmals entscheidend zu verbessern. Die SAGLAN Sparrenrollen und Dämmplatten werden nur noch mit verbessertem Lambda-Wert von 0,034 W/mK produziert. Beide Produkte sind eco-1 zertifiziert und gemäss BBL besonders ökologisch was die Umweltbelastungspunkte betrifft. Folgende Eigenschaften sind besonders erwähnenswert: Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 _ Hervorragender, deklarierter Lambda-Wert von 0,034 W/mK _ Universelle Einsatzmöglichkeiten _ Geringe Rohdichte = ideal zum Komprimieren _ Dicken bis 300 mm (Platten), bis 260 mm (Rollen) _ Ausgezeichneter Schallschutz _ Brennt nicht, Brandverhaltensgruppe RF1 (BKZ 6q.3 / RtF A1) _ Nachhaltige Produkte, eco-1 zertifiziert _ Hervorragendes Preis / Leistungsverhältnis Weitere Infos und Zertifikate www.sager.ch, Startseite SAGER, SAGLAN (034) SBR & SB 22 45 Saint-Gobain ISOVER AG 80 Jahre ISOVER-Glaswolle Gelebte Nachhaltigkeit im Broyetal Die 80-jährige Firmengeschichte von Saint-Gobain ISOVER AG ist gekennzeichnet von Kundennähe und Innovation. Die «Baumatten» von Hand genäht, gerollt und verpackt – 1946 46 Moderne Dämmprodukte müssen unterschiedlichsten Ansprüchen genügen: Sie sollen Wärme und Schall dämmen, vor Bränden schützen, möglichst wenig Raum beanspruchen und höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Nicht zuletzt sollen sie schnell und angenehm zu verarbeiten sein, eine lange Lebensdauer aufweisen und durch ökologische Nachhaltigkeit überzeugen. Glaswolle verbindet diese Ansprüche optimal. Als Pionierin in der Herstellung und Verarbeitung von Glaswolle hat Saint-Gobain ISOVER AG deren technologische und ökologische Entwicklung in den letzten 80 Jahren geprägt. Begonnen hat alles zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Damals stellte der französische Naturwissenschaftler René-Antoine Réaumur fest, dass Glas zu hauchdünnen Fäden gezogen und zu Textilien verarbeitet werden kann. Zweihundert Jahre später entsteht die Glasfaser. Im Zuge der Industrialisierung stieg der Bedarf an weichen, leichten und feuerfesten Dämmstoffen, um beispielsweise Maschinenrohre oder Stromkabel zu isolieren. Gesponnene Glasfasern erfüllten diese Anforderungen. In der Folge bildeten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere industrielle Verfahren zur Herstellung von Glaswolle heraus. Die VETROFLEX-Produkte aus Glaswolle verhalfen der damaligen Glasfasern AG gar zur Marktführerschaft auf dem Schweizer Markt. Als revolutionäres Allround-Produkt für Dach und Wand wurde gegen Ende der 60er-Jahre der ROLLALU-Baufilz mit integrierter Dampfsperre in Form einer einseitigen Alu-Kraftpapier-Beschichtung und längsseitigen Überlappungen für eine einfache und rasche Befestigung entwickelt. Die Lancierung erfolgte 1971. Eine weitere Innovation gelang ISOVER AG 1987 mit der gerollten Selbstklemmplatte UNIROLL für die Dämmung zwischen Sparren. Bis in die siebziger Jahre wurden Gebäude insgesamt nur spärlich gedämmt – beispielsweise mit einer nur wenige Zentimeter dicken Innendämmung. Gedämmt wurde in erster Linie mit dem Ziel, die Bauteile vor Kondenswasser zu schützen und Schimmelbildung in den Gebäuden zu vermeiden – der Feuchteschutz stand im Vor- Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Publireportage Saint-Gobain ISOVER AG Route de Payerne 1, 1522 Lucens Tel. 021 906 01 11, www.isover.ch dergrund. Auch eine energiesparende Bauweise gehörten dagegen lange Zeit nicht zu den Anforderungen. Die Ölkrise ab 1973 brachte ein Umdenken und verhalf der Gebäudedämmung zum Durchbruch: Die Dämmstärken nahmen stetig zu, und die Dämmstoffe verbesserten sich hinsichtlich ihrer Wärmeleitfähigkeit. Heute gilt die Gebäudedämmung als das wichtigste Element energiesparender Gebäudekonzepte. Seit vielen Jahrzehnten wird Glaswolle ausserdem auch als äusserst leistungsfähiger Baustoff zum Schallund Brandschutz verwendet. Saint-Gobain ISOVER AG blickt dieses Jahr auf eine bewegte, 80-jährige Firmengeschichte zurück. Doch etwas hatte über all diese Jahre Bestand: wir streben stets danach, unsere innovativen Produkte zu verbessern. So ist es unseren Ingenieuren in Lucens über die vergangenen Jahrzehnte gelungen, die Wärmeleitfähigkeit der Glaswolle kontinuierlich zu senken, sodass die gleiche Dämmleistung mit geringerer Dicke erreicht werden konnte. Im Hochbau bedeutet dies beispielsweise dünnere Wände und ein Gewinn an wertvollem Wohnraum. Und heute wie gestern wird stets weiter getüftelt und experimentiert. Ein zentrales Thema in den vergangenen Jahren war die Nachhaltigkeit. Auch hier muss sich Saint-Gobain ISOVER nicht verstecken: Die vollständig im Waadtländer Lucens hergestellten Produkte bestehen zu mehr als 80 Prozent aus Recycling-Glas, werden mit Strom aus Flusswasserkraftwerken und einem pflanzlichen Bindemittel hergestellt. ❰ Und heute: PB F 030 mit seinem revolutionären Lamda von 0,030. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Auf der Baustelle: leichte Produkte mit starker Dämmleistung FACTS Alle Informationen befinden sich auf www.isover.ch. Gegründet im Jahr 1937 in Henniez als «Glasfasern AG» nimmt das Unternehmen 1940 die Produktion von Glaswolle in der 1939 gebauten Fabrik in Lucens auf, die zu Matten verarbeitet und für die thermische und akustische Dämmung in Gebäuden und von Leitungen eingesetzt wird. Angetrieben durch das Ziel, filigranere und damit leistungsfähigere Glasfasern zu produzieren, entwickelt der Hauptsitz von Saint-Gobain Isover ein eigenes Faserziehverfahren. An dieser Pionierleistung beteiligt ist auch die Schweizer Tochterfirma: Das Unternehmen testet das neue Verfahren als erstes Werk des Konzerns und stellt seine Produktion 1961 vollumfänglich auf das leistungsstarke TEL-Verfahren um. Bereits 2009 wurde im Werk in Lucens ein Bindemittel auf Basis schnell nachwachsender, pflanzlicher Rohstoffe industriell getestet. Das so hergestellte Produktsortiment, mit der Bezeichnung «Natura – by ISOVER» wird speziell für Anwendungen im Innenbereich benötigt. So garantieren die Produkte aus Lucens den Bewohnern Wohngesundheit und Komfort. 2016 wurde das in Lucens entwickelte Fassadendämmprodukt PB F 030 mit seiner revolutionär hohen Dämmleistung auf dem Schweizer Markt eingeführt. 146 Mitarbeitende und 12 Lernende sind bei Saint-Gobain ISOVER AG angestellt. 47 Holzbau Bühlmann AG 5237 Mönthal 056AG 284 14 17 Holzbau Bühlmann 5237 Mönthal 056 284 14 17 www.holzbau-buehlmann.ch www.holzbau-buehlmann.ch Der Spezialist wenn‘s um Holz geht Der Spezialist wenn‘s um Holz geht Holzbau / Sanierungen / Bedachungen / Fassaden / Schreinerei Holzbau | Sanierungen Holzbau / Sanierungen / Bedachungen| /Bedachungen Fassaden / Schreinerei| Fassaden | Schreinerei Holzbau | Sanierungen | Bedachungen | Fassaden | Schreinerei Gesund und ökologisch Bauen fordert umfassende Kompetenz und Knowhow. FACHKURS BAUBIOLOGIE Ökologisch Planen und gesund Bauen kann gelernt werden. Das Bildungszentrum Baubiologie bietet Ihnen alles, was Sie dazu brauchen. Wir vermitteln die Grundlagen der Baubiologie in 10 Modulen: Modul 1 Modul 2 Modul 3 Modul 4 Modul 5 Modul 6 Modul 7 Modul 8 Modul 9 Modul 10 Hausbiographie und Biodiversität Gesundes Innenraumklima Materialwahl / Ökobilanzen Wahrnehmungen im Innenraum Gesunde und nachhaltige Konstruktionen Alternative Energiekonzepte Wasserhaushalt und Elektrobiologie Architektur Soziale und wirtschaftliche Aspekte Marketeing Einstieg jederzeit / Besuch einzelner Module möglich ABSCHLUSS BaubiologIn mit eidgenössischen Fachausweis ZIELPUBLIKUM ArchitektInnen, PlanerInnen, HandwerkerInnen, BauleiterInnen und -führerInnen, Bauherren, ImmobilienverwalterInnen, ZeichnerInnen Fachrichtung Architektur. Bildungszentrum Baubiologie I Binzstrasse 23 I 8045 Zürich Tel. 044 451 01 01 I www.bildungszentrumbaubio.ch 48 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Sanierung/Aufstockung EFH Steigmeier, Würenlingen Minergie-A Energiegeladen Von Carmen Nagel Eschrich Rundum «aufgemöbelt» wurde ein unscheinbares Einfamilienhaus aus dem Jahr 1961, als es der Energiespezialist und Architekt Jürg Steigmeier mit seiner Familie übernahm. Die Wohnfläche wurde vergrössert, die Fassaden thermisch optimiert, und das neu gestaltete Dach mit einer Photovoltaikanlage erwirtschaftet heute reichlich Strom – ein «Hauskraftwerk», quasi eine Über fünf Jahre lang suchte das Bauherrenpaar, aus dem mittlerweile eine kleine Familie wurde, nach einem Grundstück für ihr Eigenheim. Doch der Markt gab wenig her, schnell wurde die Suche auch auf bestehende Immobilien ausgeweitet – ein Entschluss, der mit Erfolg belohnt wurde: Das gemütliche Einfamilienhaus aus dem Jahr 1961 liegt in einem gutbürgerlichen, gepflegten Wohnquartier, bestens besonnt am Rebhang. Hier gibt es noch reichlich Grün zwischen den Gebäuden, die sich mit zurückhaltender Erscheinung grosszügig im Weinbauort verteilen. überdimensionale «Batterie», speichert den Energieüberschuss des Minergie-A-zertifi- vorher zierten Heims. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 49 Sanierung/Aufstockung EFH Steigmeier, Würenlingen Aus Alt mach Neu Altes zu erhalten, gefiel dem Energieplaner Jürg Steigmeier und seinem Team der Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH ohnehin sehr gut, so lässt sich – im Vergleich zum Neubau – enorm viel graue Energie einsparen. «Ich wollte dann einfach beweisen, dass auch aus einem alten Haus etwas Tolles werden kann», beschreibt der Planer und Bauherr sein weiteres Vorgehen. Das rund 8 12 m grosse Gebäude war gut besonnt und äusserst kompakt, daran sollte nichts geändert werden. Da jedoch der bestehende Platz für die vierköpfige Familie etwas knapp war, bot ein Dachausbau die beste Lösung. Das alte Dach wurde abgerissen und auf den Aussenmauern ein leichter Holzriegelbau mit Kniestock errichtet. Zwei Dachgauben nach Südwesten bieten heute den beiden Kindern lichtdurchflutete Zimmer. Im weniger besonnten Bereich des Geschosses 50 liegen die Treppe und das Elternschlafzimmer sowie ein grosszügiges Familienbad. Ein fast perfekter Bestand … Im Erdgeschoss wurden nur ein paar Wände entfernt, um dem Wunsch nach modernem, offenem Wohnen gerecht zu werden. Die bestehenden Fensteröffnungen wurden leicht vergrössert, um die solaren Wärmegewinne zu maximieren und den Innenräumen noch mehr Tageslicht zukommen zu lassen. Heute profitieren die glücklichen Bewohner von einer gemütlichen Küche mit direktem Zugang zur überdachten Terrasse und einem Blick auf den Hauseingang. Das Herzstück bildet wohl der helle Wohn-Ess-Bereich mit seiner vorgelagerten Westterrasse. Ein zusätzliches Zimmer auf dieser Etage wird beliebig als Spiel- und Gästezimmer genutzt. Auch im Untergeschoss wurde baulich nicht gravierend eingegriffen. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Minergie-A Wie schon vor dem Umbau befinden sich hier im unbeheizten Bereich die Garage mit Hauszugang, Technik- und Abstellräume. … mit neuem, innovativem Energiekonzept! Das klingt nahezu perfekt, es fehlte jedoch deutlich an Dämmung: Die bestehenden Wände waren nur 25 cm stark und mit 8 cm Dämmung versehen – daraus konnte nicht das Nullenergiehaus werden, das Jürg Steigmeier vorschwebte. So wurde der Fussboden des Erdgeschosses mit 12 cm Mineralwolle von der Unterseite her gedämmt, also der Decke im Keller. Die Holzkonstruktion im neu errichteten Dachgeschoss wurde mit 240 mm Mineralwolle grosszügig ausgedämmt. Zusätzlich vereint heute ein warmes Kleid aus 60 mm starken Holzfaserdämmplatten Alt und Neu; diese wurden an die bestehenden Mauern bis hoch zum Holzbau im neuen Dachgeschoss monNachhaltig Bauen | 1 | 2017 tiert. Die Schalung aus Weisstanne rundet das edle Erscheinungsbild ab. Familie Steigmeier entschied sich für eine Rhomboidschalung; dabei greifen die einzelnen Bretter mit Nut und Feder ineinander. Technik, die begeistert Von ansprechenden Lösungen im Detail zeugt auch die schlanke, unglaublich filigrane Blech abdeckung in Traufe und Ortgang – wie eine einzige Linie umrandet sie die Konturen des Hauses. Sie verbirgt minimalistisch den Übergang zum Dach, wo Flachschiebeziegel verwendet wurden. Durch den äusserst flachen Ziegel scheint das Dach beinahe wie aus einem Guss, und die dominante «Fassade» des Steildaches tritt in den Hintergrund. Auf der besonnten Dachfläche befindet sich die Photovoltaikanlage. Die Anlage ist für einen Ertrag von 6,84 kWhp jährlich dimensioniert. Mit diesem 51 Sanierung/Aufstockung EFH Steigmeier, Würenlingen Minergie-A Strom wird der Bedarf im Haus für LED-Beleuchtung, energiesparende Haushaltsgeräte und die allgemeine Stromentnahme gedeckt. Wird an einem sonnigen Tag noch zusätzlich Energie produziert, so wird der Solarspeicher aufgeladen – erst wenn dieser voll ist, wird in das öffentliche Netz eingespeist. Doch das dauert eine Weile: Das «Hauskraftwerk» hat eine stolze Kapazität von 6,9 kWh und versorgt die Familie zuverlässig mit eigenem Strom, auch wenn die Sonne ein bis zwei Tage nicht scheint. Natürlich wird auch das Elektroauto davon gespeist – die Ladestation ist direkt im Haus! Das unterstreicht auch das Motto der Bauherrschaft: «mit 100% Sonnenenergie unterwegs», unabhänig und kostengünstig! Fahren mit Solarenergie: Die Ladestation, welche mit dem Hauskraftwerk E3/DC gekoppelt ist, lädt das Elektrofahrzeug mit Solarenergie. Alles unter Kontrolle: Über die Webbasierte Visualisierung hat die Bauherrschaft jederzeit den Überlick über den Energiefluss im Hause. Hauskraftwerk E3/DC: Das Hauskraftwerk mit Energiespeicher sorgt für eine hohe Unhabhängigkeit vom Stromnetz. Über das Energie-Management des E3/DC werden die Energieflüsse optimiert, um einen hohen Eigenverbrauchsanteil zu ermöglichen. Bauherrschaft / GU Jürg und Rahel Steigmeier Rebbergstrasse 14 5303 Würenlingen Architekt / Planer Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH Rütistrasse 3a 5400 Baden Tel. 056 225 10 30 ww.steigmeier-ab.ch Ein gelungenes Gesamtpaket Viel Energie ist ohnehin nicht notwendig, um für ein gutes Raumklima im 7-kW-Haus zu sorgen. Die eingebaute Komfortlüftung sorgt für allzeit frische Luft, dafür ist ein Helios-Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung verantwortlich. Mittels Fernwärme wird Brauch- und Heizwasser aufbereitet, die Fussbodenheizung schafft warme Räume in der kalten Jahreszeit. Natürlich kann die Haustechnik praktisch über das Smartphone gesteuert werden. Diese energetische Sanierung mit Dachausbau kann sich sehen lassen: Jürg Steigmeier und sein Team haben es geschafft, das alte Gebäude in ein Nullenergiehaus zu verwandeln. Dem liegt ein gut durchdachtes Konzept zugrunde, das übergreifend Bereiche wie clevere Solararchitektur, nachhaltige Haustechnik bis hin zum ökonomischen Betrieb im Alltag verbindet. Ein Ergebnis, das überzeugt und das das MinergieA-Label redlich verdient hat. Es vereint ansprechende Architektur mit aktuellen Ansprüchen an Qualität und Komfort – die Sonne als kostenlose Energiequelle sorgt dabei grossteils für die energetische Unabhängigkeit. ❰ Bauingenieur Zehnder & Partner Ingenieure AG Oberstadtstrasse 10A 5400 Baden Tel. 056 210 92 66 www.zehnderpartner.ch 52 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 53 Bivalente Holzfeuerung Überbauung Rossweid Sins AG Zweikesselanlage ermöglicht ganzjährige Wärmeversorgung mit Holz In der unterirdischen Heizzentrale der Überbauung Rossweid in Sins AG steht neben der grossen Holzschnitzelfeuerung zusätzlich ein kleinerer Pelletkessel. Dieser ermöglicht nicht nur die Warmwasseraufbereitung im Sommerbetrieb, sondern auch die Spitzenlastabdeckung während der Heizsaison. Damit produziert die Anlage das ganze Jahr über erneuerbare Wärme – mit Holz aus den umliegenden Wäldern. Forstbetrieb wird zum Energieunternehmer Absatzschwierigkeiten für Bau- und Industrieholz spürten die öffentlichen und privaten Waldbesitzer im Aargauer Oberfreiamt nicht erst seit der Aufhebung der Euro-Untergrenze im Januar 2015. Bereits Mitte der 1990erJahre beschloss die Ortsbürgergemeinde Auw, mit knapp 200 Hektaren eine grössere Waldbesitzerin der Region, sich über den wenig rentablen Stammholzverkauf hinaus als Energie-Contractor zu engagieren und eigene Wärmenetze zu betreiben. In den darauffolgenden Jahren wurden in Auw zwei Holz- Investition in die Zukunft Die Wohnüberbauung Rossweid verfügt über eine Holzschnitzelsowie eine Pelletheizung, betrieben vom Wärmeverbund Auw. Holz ist als erneuerbarer Energieträger von einer CO2-Abgabe befreit, gleichzeitig erfüllt die moderne Anlage die Luftreinhalteverordnung (LRV) und zeichnet sich durch niedrige Schadstoffwerte aus. Mit der Holzenergienutzung bleibt das Geld in der Region, einheimische Arbeitsplätze werden unterstützt, können erhalten oder gar ausgebaut werden. www.auw.ch 54 wärmeverbünde errichtet: Die Heizzentrale Grossäcker mit rund 180 Wohneinheiten und der angrenzenden Schule sowie eine weitere Anlage im Alters- und Pflegezentrum MariaBernarda-Heim. Zuständig für den Betrieb und die Instandhaltung der Wärmeverbünde ist der Forstbetrieb WALD kommunal +, dem zudem die Bereiche Wald, Bauamt, Holzhandel und Landschaftspflege unterstellt sind. Seit 2002 kümmert sich der Revierförster und Betriebsleiter Stefan Staubli zusammen mit seinem Team auch um die Beförsterung der umliegenden Gemeinden Abtwil, Oberrüti und Sins mit einer Gesamtfläche von 700 Hektaren Wald. Dank bivalenter Lösung 100% erneuerbar Als sich 2004 die Realisierung der Grossüberbauung Rossweid in der Nachbargemeinde Sins mit 120 Wohnungen und drei Gewerbeflächen abzeichnete, entschied sich die Ortsbürgergemeinde ihre Dienstleistung als Wärmeversorger auch ausserhalb von Auw anzubieten. Obschon der Anschluss der geplanten Siedlung an das bestehende Gasnetz nahelag, vermochte Stefan Staubli die private Bauherrschaft von einer mit Holz betriebenen Zweikesselanlage zu überzeugen. Neben dem stichhaltigen Argument eines lokal verfügbaren Brennstoffs und der damit verbundenen regionalen Wertschöpfung war das Angebot für die Investoren auch wirtschaftlich interessant, weil die CO2-neutrale Wärmeversorgung für Heizung und Warmwasser ganzjährig mit erneuerbarer Energie gewährleistet werden kann. Bereits während der Planungsphase wurde das Netz erweitert, sodass mit dem kleineren 150 kW-Pelletkessel nicht nur der Sommerbetrieb, sondern auch eine Spitzenlastabdeckung möglich ist. Er ergänzt die Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Holzenergie Schweiz 5 Tipps zum Pelletskauf Tipp 1: Im späten Frühjahr Pellets kaufen Traditionell sind Holzpellets im späten Frühjahr am günstigsten. Pellets kaufen Sie am besten in den Monaten Mai oder Juni. Die Pelletbranche setzt in dieser Zeit verstärkt auf Anreize mit unterschiedlichen Aktionen. Am teuersten sind Pellets zumeist im Januar und Februar. Tipp 2: Kaufen Sie Qualitäts-Pellets Lassen Sie sich nicht von Billigstangeboten locken. Ihre Pelletheizung wird es Ihnen danken. Qualitäts-Pellets tragen zu einem störungsfreien Betrieb Ihrer Pelletheizung bei. Kaufen Sie Pellets mit geringem Staubanteil, die eine gleichmässige Länge haben und in der Beschaffenheit glänzend und glatt sind und keine Risse aufweisen. Tipp 3: Beim Anbieter aus der Region kaufen Kaufen Sie Holzpellets bei einem Anbieter aus Ihrer Region: Dadurch können Sie Anfahrtskosten sparen und erhalten Ihre Pellets zu einem günstigeren Preis. Der Transport ist bei den Pellets-Lieferanten ein wesentlicher Kostenfaktor. Mit dem regionalen Kauf unterstützen Sie die Marktwirtschaft bei Ihnen vor Ort, sichern dadurch Arbeitsplätze und schonen die Umwelt. 550 kW leistungsstarke Vorschubrostfeuerung, die mit Waldhackschnitzeln aus dem eigenen Forstrevier betrieben wird. Weitere 30 kW Puffer bietet der 10 000 Liter fassende Speicher. An das Wärmenetz angeschlossen sind ausserdem das Gebäude der Kantonalbank Sins, das Restaurant Löwen sowie ein angrenzendes Mehrfamilienhaus. Noch ist aber nicht Schluss: Bei einer aktuellen Anschlussleistung von insgesamt 670 kW verfügt die Heizanlage über ausreichend Kapazität für eine Erweiterung. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Tipp 4: Frühzeitige Bestellung Bestellen Sie Ihre Pellets frühzeitig. In der kalten Jahreszeit kann es zu Lieferzeiten von bis zu zwei Wochen kommen. Wenn Sie Ihre Pellets erst kaufen, nachdem sie ausgegangen sind, müssen Sie eventuell länger auf Ihre Lieferung warten. Zudem sind kurzfristige Lieferungen meistens mit höheren Kosten verbunden. Tipp 5: Kaufen Sie gemeinsam Haben Sie Nachbarn die ebenfalls mit Holzpellets heizen? Falls ja, dann kaufen Sie gemeinsam. Die Transportkosten sind ein wesentlicher Faktor in der Kalkulation der Pellets-Lieferanten. Mit einer Sammelbestellung kann der Anbieter mehrere Kunden in einer Tour anfahren und damit Logistikkosten sparen. 55 Bivalente Holzfeuerung Überbauung Rossweid Sins AG Holzenergie Schweiz Autor Michael Tibisch Leiter Kommunikation, Holzenergie Schweiz Kurzinformationen Bauherrschaft Wärmeverbund Auw, 5644 Auw Betrieb/Unterhalt WALD kommunal +, 5644 Auw Einsatz Heizung und Warmwasser Rossweid Sins 120 Wohnungen, 3 Gewerbeflächen Total ca. 520 kW Erweiterung Restaurant Löwen Sins Kantonalbank Sins Mehrfamilienhaus Löwen Total ca. 150 kW Brennstoff UTSR-550 / Waldhackschnitzel UTSL-150 / Pellets Betriebsmedium Wasser Kesseltyp Vorschubrostfeuerung UTSR-550.32 Unterschubfeuerung UTSL-150 In Betrieb seit August 2008 Über Holzenergie Schweiz Der Branchenverband Holzenergie Schweiz betreibt seit bald vierzig Jahren einen professionellen Informations- und Beratungsdienst. Für den korrekten Betrieb Ihrer Holzheizung stehen zahlreiche Merkblätter und Broschüren zur Verfügung. Das Qualitätssiegel Holzenergie Schweiz für Holzheizungen sowie Holzfeuerstätten kennzeichnet Holzfeuerungen mit vorbildlichen Wirkungsgraden und Emissionswerten. Mehr Infos unter www.holzenergie.ch 56 Heizungen machen Waldwirtschaft rentabel Inzwischen betreibt WALD kommunal + auch in den beiden Oberfreiämter Gemeinden Oberrüti und Mühlau je einen Wärmeverbund, die 2013 bzw. 2015 errichtet wurden. Sieben Personen teilen sich den Pikettdienst, damit es zu keinen Ausfällen kommt und jederzeit Wärme geliefert werden kann. Über eine Logistikvereinbarung mit einem externen Forstunternehmen kümmern sie sich ebenso um die bedarfsgerechte Befüllung der Silos. Die Heizzentrale Rossweid benötigt pro Heizperiode rund 2000 m3 Schnitzel, dazu kommen durchschnittlich 35 Tonnen Pellets für die Saison zwischen Mitte Mai und August. Zusammen mit den anderen vier Heizzentralen benötigen die Anlagen rund 7000 m3 Hackgut. Jedoch ist die nachhaltig nutzbare Holzmenge aus dem Zuwachs noch nicht ausgeschöpft, wie Stefan Staubli weiss: «Aus den 700 Hektaren Wald lassen sich jährlich 10 000 m3 Hackschnitzel generieren, es hat also noch Potenzial für ein bis zwei weitere Anlagen!» Für den Revierförster geht es dabei nicht darum, den Wald an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen. Für ihn steht die Bewirtschaftung und Pflege im Vordergrund, durch die der gesunde Wald seine Funktionen und gesellschaftlichen Leistungen überhaupt erbringen kann. Dass der Forstbetrieb als Wärmeversorger tätig ist, zeugt von nachhaltigem Unternehmertum, wovon viele in der Region profitieren: Die Waldeigentümer, die Arbeitnehmer, die Wärmebezüger, die Bevölkerung und nicht zuletzt – die Natur und der Wald selbst. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Redaktionelle Partner Stefan Schneeberger Enerconom AG Krummturmstrasse 11 4500 Solothurn www.enerconom.ch H-O Oegerli Markus Architekten SIA AG Katzenhubelweg 1 4600 Olten www.h-o.ch Immobilien Basel-Stadt Fischmarkt 10 4001 Basel www.immobilienbs.ch Moosmann Bitterli Architekten SIA STV Mattenstrasse 16A 4058 Basel www.moosmann-bitterli.ch A. Müller + Partner Architekturbüro AG Roli Bühlmann Zugerstrasse 12 5620 Bremgarten www.amueller-arch.ch Scherer Architekten AG Zirkelirain 15 4410 Liestal www.scherer-arch.ch Setz Architektur Obermatt 33 5102 Rupperswil www.setz-architektur.ch Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH Rütistrasse 3a 5400 Baden www.steigmeier-ab.ch Walker Architekten AG Neumarkt 1 5201 Brugg www.walker.ch Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 57 energy4me Energiespeicher sind die Lösung Von Julia Gremminger Sinkende Vergütungen für das Einspeisen von Solarstrom ins Netz und die zeitliche Differenz zwischen Solarstromproduktion und Bedarf sind Argumente, die Hausbesitzer beim Entscheid für eine Photovoltaikanlage zögern lassen. Dabei gibt es heute verschiedenste zahlbare Speichermöglichkeiten, dank welcher der Eigenverbrauch von Solarstrom erheblich gesteigert werden kann. Die Familien Kessler und Borali besitzen beide ein Eigenheim mit einer Photovoltaikanlage aus höchsteffizienten monokristallinen Silizium-Solarzellen. Diese leistungsstarken Photovoltaikanlagen produzieren im Jahr Tausende kWh Solarstrom. Die Solarstromproduktion auf dem Dach der Gebäude fällt jedoch zeitlich oft nicht mit dem Strombedarf im Haushalt zusammen. Dies haben auch die Hausbesitzer Kessler und Borali festgestellt. Deshalb setzten sich beide dasselbe Ziel: Steigerung ihres Solarstrom-Eigenverbrauchs mittels Speicher. Bei der Planung verliessen sie sich auf denselben Energieprofi, die planergie ag, die unter dem Markennamen energy4me auftritt, in Herzogenbuchsee. Trotz allen Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die anschliessend installierten Speicherlösungen ganz grundsätzlich. Während sich Familie Kessler für ein innovatives Speicherkonzept auf Wasserbasis entschied, setzte Familie Borali auf einen Batteriespeicher. betrieben wird. Der spezielle Energiemanager im Speicher ermöglicht es, Temperaturen von bis zu 90°C zu erreichen und so eine sehr grosse Energiemenge auf kleinstem Raum zu speichern. Aufgrund der hohen Temperaturen des Erdspeichers eignet sich dieser auch für schlecht isolierte Gebäude und Heizungen mit hohen Vorlauftemperaturen. Bei dem von energy4me entwickelten Erdspeicher enerSAFE handelt es sich um eine Weiterentwicklung eines Öltanks aus Kunststoff. So wurde aus Lowtech auf verblüffende Weise Hightech. Der Erdspeicher aus Kunststoff hat im Vergleich mit einem üblichen Stahltank Modifizierter Öltank wird zum Erdspeicher Im Garten der Familie Kessler in Subingen im Kanton Solothurn befindet sich unter der Erde ein 12 000 Liter Wasser fassender Speicher. Dieser wird mit einer Wärmepumpe erwärmt, welche mit dem überschüssigen Solarstrom von der eigenen Photovoltaikanlage betrieben und vom Energiemanagementsystem enerFACE gesteuert wird. Somit kann der überschüssige Solarstrom in Form von Wärme im Erdspeicher gebunkert werden. Anschliessend wird davon in Form von Warm- bzw. Heizungswasser profitiert. Dank der grossen Menge Wasser können neblige oder bedeckte Tage überbrückt werden, sodass die Wärmepumpe ausschliesslich bei Solarstromüberschuss 58 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Technischer Fachbeitrag Energiespeicher planergie ag Bettenhausenstrasse 50 | 3360 Herzogenbuchsee Tel. 062 961 60 00 | www.energy4me.ch minimale Wärmeverluste. Letztlich ist er nur schon aufgrund seiner Unterbringung unter der Erde eine optimale Alternative zu herkömmlichen oberirdischen Speichern, denn der Platz im Technikraum ist in neuen Gebäuden meist beschränkt. Massiv verbesserter Wirkungsgrad Wenn draussen winterliche Temperaturen von null Grad und kühler herrschen, wird eine normale Luft-Wasser-Wärmepumpe sehr ineffizient, das heisst der Wirkungsgrad verschlechtert sich massiv. Dieses Problem kennt Familie Kessler nicht. Im Falle solcher Witterung durchströmt das Fluid der Wärmepumpe ein Register im untersten Teil des enerSAFE und entzieht diesem Wärme. Der unterste Teil des Erdspeichers wird so bis in die Vereisung ausgekühlt und die Wärmepumpe kann weiterhin effizient funktionieren. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 «Drei Fliegen mit einem Schlag: Dank der innovativen Lösung sind wir weg vom fossilen Heizen, wir können den überschüssigen Solarstrom speichern und haben mit einem vollen Speicher genug Wärme für eine ganze Woche. Mit diesem System können wir den Eigenverbrauch unserer Photovoltaikanlage maximieren.» Yves Kessler 59 Rubriktitel energy4me Technischer Fachbeitrag Energiespeicher Ein Batteriespeicher der besonderen Art Mit über 90 Jahren und einer weitsichtigen, den nächsten Generationen verpflichteten Haltung, entschied sich Giovanni Borali aus Sumiswald im Emmental als Ergänzung zur Photovoltaikanlage, eine Batterie des süddeutschen Herstellers ASD mit einer Kapazität von 12 kWh «Es macht mir grosse Freude zu installieren. Das Besondeund erfüllt mich mit Stolz, dass ich re an diesem Lithium-Eisenin meinem hohen Alter diese phosphat-Akku mit dem Prozukunftsträchtige Technologie duktnamen ASD PACADU® erleben darf und wir so den selbstist, dass sich Zellen mit unproduzierten sauberen Solarstrom gleichem Wirkungsgrad verzu 57% selber verbrauchen binden lassen, ohne dass die können.» schwächste die Leistung der gesamten Batterie bestimmt. Giovanni Borali Der ASD PACADU® überwacht zudem jede einzelne Zelle und deaktiviert die beschädigten. Somit wird verhindert, dass die gesamte Batterie aufgrund einer einzelnen zerstörten Zelle ihre Funktionstüchtigkeit verliert. Dank der Installation dieses innovativen Batteriespeichers konnte die Familie Borali ihren Solarstrom-Eigenverbrauch um 23% steigern. könnte. Die Batterie könnte folglich in Zukunft ihren Beitrag zur Netzstabilisierung in Spitzenzeiten leisten. Beide Speicherlösungen, der Erdspeicher in Subingen und der Batteriespeicher in Sumiswald, wurden innerhalb weniger Tage installiert. Seither verhelfen sie ihren Besitzern dazu, den Solarstrom, den diese nicht zeitgleich verbrauchen können, zu speichern. Diese und viele weitere erfolgreichen Beispiele zeigen, dass die Eigenverbrauchsoptimierung durch Speicher die Zukunft der erneuerbaren Energien sichern wird. ❰ Spitzenlastoptimierung dank Batteriespeicher Die Batterie der Familie Borali ist die erste Solarstrombatterie in der Gemeinde Sumiswald. Sie ist aber nicht nur deswegen von Bedeutung für die Gemeinde. Energy4me hat die Batterie so ausgelegt, dass diese auch vom Elektrizitätswerk der Gemeinde angesteuert werden 60 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Im Gespräch mit Markus Diener Geschäftsführer planergie ag energy4me: «Massgeschneiderte Lösungen aus einer Hand» Das in Herzogenbuchsee ansässige Unternehmen für erneuerbare Energien planergie ag, welches unter der Dachmarke energy4me auftritt, wurde 2009 vom Querdenker Markus Diener gegründet. Seither hat sich energy4me etabliert und bietet heute eine breite Palette an äusserst innovativen Produkten an. private und gewerbliche Liegenschaften an. Unser Produktportfolio umfasst Solarprodukte für Solarstrom und Solarwärme, Strom- und Wärmespeicher, ein Energiemanagementsystem für die Eigenverbrauchsoptimierung, Wärmepumpen, Holzschnitzelheizungen und Windturbinen. Redaktion «nachhaltig Bauen»: Markus Diener, was hat Sie dazu bewogen, die planergie zu gründen? Ich wollte nicht mehr nur über Nachhaltigkeit reden, sondern sie leben und leben lassen. In den Medien und Politik wurde in dieser Zeit viel darüber gesprochen und geschrieben, aber sehr wenig wurde tatsächlich umgesetzt. Deshalb habe ich nach meinem MBA-Studium, durch welches ich das Rüstzeug für eine Unternehmensgründung und -führung erlangt habe, die planergie gegründet. Seit acht Jahren verfolgen wir nun erfolgreich das Ziel, unseren Kunden Energielösungen anzubieten, die ihnen folgendes erlauben: _ mehr Freiheit und Unabhängigkeit _ Einklang mit der Natur _ gesunder Lebensraum heute und in Zukunft Welche Bereiche gehören zum Produktportfolio der planergie? Wir bieten ganzheitliche Energielösungen für Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Welche Produkte hat planergie selbst entwickelt? Wir haben unser Energiemanagementsystem enerFACE selbst entwickelt. Dieses misst und visualisiert die Energieflüsse im Gebäude und erlaubt es dem Hausbesitzer, Geräte automatisch oder manuell anzusteuern. Mit Wetterdaten und einer lernfähigen Software optimiert es zusätzlich den Energieverbrauch. Auch der Wasser-Wärmespeicher enerSAFE, der in Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einer Wärmepumpe eine selbstversorgende Heizung erlaubt, wurde von uns selbst entwickelt. Worin unterscheidet sich die planergie von anderen Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien? Wir unterscheiden uns primär in drei Punkten: Durch die breite Kompetenz können wir jedem Kunden – vom Einfamilienhaus bis zum grossen Gewerbebetrieb – die für ihn passende Energielösung anbieten. Wir planen, setzen um, überwachen und warten sämtliche Anlagen, falls dies gewünscht ist. Weiter steigern wir mit unseren innovativen Eigenentwicklungen den Nutzen der selbstproduzierten Energie. Zusätzlich können wir durch die stetige Weiterentwicklung dem Kunden Mehrwerte wie Energiesparen, effizienterer Einsatz der Energie und auch zukünftige Energiesysteme wie Elektromobilität etc. bieten. 61 EFH Familie Schlienger Auenstein Spektakulär einfach Von Carmen Nagel Eschrich Ihr Traumhaus malte sich die junge Familie gerne besonders spannend und aufregend aus: «Wir wollten keine 08/15-Lösung», bestätigt die Bauherrin. Im Gespräch und in Zusammenarbeit mit Setz Architektur entwickelte sich jedoch ein Grundriss, der weniger durch seine reisserische Erscheinung als durch Energieeffizienz mit Plusenergieertrag und individuellen Details besticht – und dadurch zum einmaligen Heim Den Wunsch nach einem Eigenheim hegte das Bauherrenpaar schon seit einiger Zeit, doch gab es verschiedene Lösungen: «Wir scheuten uns ein wenig, selbst zu bauen, und besichtigten anfangs fertige Häuser.» So richtig passte es nie, und immer häufiger rückte die Idee in den Vordergrund, am herrlich sonnigen Familiengrundstück selbst zu bauen. Gesagt, getan: Der unterstützende Planer sollte in der Nähe liegen – ein Blick ins Telefonbuch genügte, um mit Setz Architektur in Kontakt zu treten. Zusammen beschritten Architekten und Bauherren die Planungsphase vom spektakulären Einfamilienhaus zum eleganten Plusenergiehaus. beitrug. Vom Standardhaus zum Plusenergiehaus Es begann mit einem Entwurf, der den Vorgaben des Baugesetzes hinsichtlich Gebäudeproportion und Dachform unterlag. Doch natürlich schafften es die Energiepioniere von Setz Architektur, mit einem kompakten Bau- 62 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Minergie-A körper am sonnigen Südhang im Minergiestandard weit mehr herauszuholen – nicht ohne die Bauherrschaft darauf aufmerksam zu machen, dass mit etwas mehr Dämmung auch spielend der Standard Minergie-P erfüllt werden könnte. Da der Bauherr als Elektroingenieur Wert auf Energieeffizienz legt, war von Beginn an Photovoltaik im Gespräch. «Dann können wir’s gleich richtig machen», entschied die Bauherrschaft beherzt und erfüllte durch die Installation einer 10,8-kWp-Photovoltaikanlage (rund 9700 kWh/Jahr) den Standard Minergie-A. Dafür wählte der Architekt ein System von Solrif, bei dem die PV-Module auf dem gesamten Süddach wie Dachschindeln wasserdicht verlegt wurden und – erfreulich für den Geldbeutel – ohne Foliendach darunter auskommen. Warmwasserspeicher als Batterie So viel Strom braucht die dreiköpfige Familie jedoch nicht für den Eigengebrauch, «auch wenn wir am schönsten Sonnentag nur zum Kochen und Waschen zu Hause blieben und unsere Stromerträge bestaunten», erklärt die Bauherrin lachend. Leider ist die Speicherung Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 63 EFH Familie Schlienger Auenstein Bauherrschaft Familie Susanne und Peter Schlienger Chilenacherweg 3 5105 Auenstein Architekt / Bauleitung / Energie- und Lüftungsplanung Setz Architektur Obermatt 33 5102 Rupperswil Tel. 062 889 22 60 www.setz-architektur.ch Haustechnik-Planung Poly Team AG Wildischachen 36 5200 Brugg Tel. 056 441 96 21 www.polyteam.ch Elektroingenieur ELEKTRO H. FREI AG Hauptstrasse 19 5105 Auenstein Tel. 062 897 00 18 www.elektrofrei.ch 64 von Strom in überdimensionalen Batterien noch sehr teuer. Wird der Strom vom eigenen Dach nicht selbst verbraucht, wandert er zu Billigpreisen ins öffentliche Netz – oder wird wie hier zur Warmwassererzeugung verwendet: Bei Energieüberschuss wird das Wasser im Pufferspeicher mittels PV-Anlage elektrisch aufgeheizt – benötigt man also nachts oder an sonnenfreien Tagen Warmwasser, muss nicht die mit Strom betriebene Wärmepumpe beansprucht werden. Dies ist eine günstige Lösung der Stromspeicherung, sofern der Pufferspeicher wie hier mit 800 l entsprechend gross dimensioniert wurde. Gut leben im Passivhaus Vor dem Neubau lebte das Paar in einer schönen Dachwohnung: «Hier war es immer stickig. Kaum zu glauben, dass in einem Gebäude mit Baujahr 2008 derart schlechte Luftqualität herrschte», beschreibt die Bauherrin ihre Erfahrungen. Im Eigenheim sollte die Situation deutlich besser sein. Trotz Bedenken durch weitverbreitete Vorurteile, entschieden sich die beiden Allergiker für eine Komfortlüftung – und haben es keinen Tag bereut. Die winddichte Aussenkonstruktion der 15 cm starken Mauer in Kombination mit einer 24 cm dicken Dämmung schafft zusätzlich hervorragendes Wohnklima. Interessanterweise wird auch das gesamte Kellergeschoss in den Dämmperimeter eingebunden – ein durch Minergie-A und durch kompaktes Paket, das konsequent im gesamten Haus auf LED-Beleuchtung und sparsame Haushaltsgeräte setzt. Heute schon an morgen gedacht Mal ehrlich, möchte nicht jeder «Häuslebauer» etwas Besonderes und Individuelles haben? Fraglich bleibt, ob man es im vergoldeten Wasserhahn oder in einem dramatischen Eingangsfoyer findet. Oder liegt das Einfache und Gute in einem herrlich sonnendurchfluteten Wohnbereich wie diesem, in dem eine offene Küche zu gemeinsamen Stunden lädt? Davor lockt die Südterrasse, nach Westen bietet ein überdachter Bereich Schutz an windigen Tagen. Ein Büro im Erdgeschoss dient aktuell der Bauherrschaft als Arbeitsplatz – später könnte es zu einem Schlafzimmer umfunktioniert werden, wenn das obere Stockwerk nicht mehr benutzt werden kann oder soll. Allerdings wurde auch die Treppe breit genug dimensioniert, um bei Bedarf einen Treppenlift installieren zu können. Momentan befinden sich im Obergeschoss die Schlafzimmer für Eltern und Kind. Oben angekommen, empfängt ein offener Vorplatz, der die Transparenz und Klarheit des gesamten Entwurfs widerspiegelt. Bei Interesse kann dieses zukunftsweisende Objekt am 17. Juni 2017, dem Tag der offenen Tür, besichtigt werden. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 VOM SERVICE ZUR KOMPLETTEN HAUSTECHNIK Die Profis für Druckvorstufe und Digitaldruck! Herr Max Muster Musterstrasse 99A 9999 Musterstadt Möbel Musterm ann Mustersteg 9111 Musterli 1 ngen Bei uns sind Sie am richtigen Ort, wenn es um Layout, Bildbearbeitung, Mediendatenbanken oder Druck geht. MÖBEL MUSTERMANN STUHL MAX Zudem können wir Ihnen auf unserem modernen Digitaldrucksystem hochstehende und brillante Ausdrucke, Broschüren, Kuverts und vieles mehr produzieren. Wir bedrucken Kuverts, auch kleine Auflagen, 1- oder 2-seitig, zu spannenden Konditionen. ¦ Art. No. 123456 N GARAGE MUSTERMAN Herr Max Muster So souverän wie Sie. Musterstrasse 99A ermann-garage.ch 9999 Musterstadt www.must Der neue Passat. click it AG | Seetalstrasse 2 | 5703 Seon Telefon +41 62 885 80 90 | www.clickit.ch SIEGRIST-SERVICE AG SCHWARZHAAR 13 · CH-4665 OFTRINGEN TELEFON 062 788 40 80 · WWW.SIEGRIST-SERVICE.CH Design-Heizkörper Komfortable Raumlüftung Heiz- und Kühldeckensysteme Clean Air Solutions Immer das beste Klima für die NÄCHSTE GENERATION Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Es ist Zeit für eine neue Generation Komfortlüftungsgeräte: Einfachste Montage, Inbetriebnahme und Bedienung machen das Zehnder ComfoAir Q zur perfekten Wahl. Mehr Infos: www.zehnder-systems.ch 65 MFH Chrüzmatt Aesch Symbiose von Holz- und PhotovoltaikFassade Mehrfamilienhaus Chrüzmatt in Aesch Die mit PV-Modulen bestückte Westfassade des Mehrfamilienhauses Chrüzmatt in Aesch am Hallwilersee ist kaum von der übrigen Holzfassade zu unterscheiden. Durch neuartige Beschichtungstechnologien für Modulgläser, wie zum Beispiel dem keramischen Digitaldruck, ist es möglich die PVModule so anzufertigen, dass eine ästhetische Holz-Lattenstruktur nachgeahmt wird. Bei Neubauten und Dachsanierungen ist es naheliegend die Solarstrommodule in das Dach zu integrieren. Dies ist nicht nur eine ästhetisch ansprechende Lösung, sondern auch preislich interessant, da die Dacheindeckung durch die Solarstromanlage ersetzt werden kann. Die vier Dachfenster von der Firma Wenger Fenster lassen sich ebenfalls perfekt in das System integrieren, wodurch eine homogene Fläche entsteht. Für die Gesamtlösung wurde das patentierte Montagesystem Indach SOLRIF XL von E. Schweizer AG ausgewählt. 66 Mit dem SOLRIF Energiedach können Solarstrom, Solarthermie und Dachfenster einheitlich und gebäudeintegriert realisiert werden. Im Keller des Mehrfamilienhauses Chrüzmatt befinden sich drei Solarspeicher der Marke E3/DC mit einer Speicherkapazität von insgesamt 41,40 kWh. Alle Hauskraftwerke von E3/DC sind «All In One Systeme» und können als reine Stromspeicher (AC) wie auch als DC-Speicher und kombiniert (Hybrid) dreiphasig betrieben werden. Somit kann die Energie zusätzlich von externen Energieerzeugern, KWK und Elektrofahrzeugen gespeichert werden. Die Systeme können auch als reines Inselnetz betrieben werden und arbeiten mit automobiler Technik zusammen. Durch die Vernetzungsmöglichkeiten der eingesetzten Produkte mit internem CAN-Bus und externen Bussystemen kann die Energie individuell und intelligent gemanaged und der Energieverbrauch reduziert und optimiert werden. Dank den Solarbatterien wird dafür gesorgt, dass ein Maximum des am Gebäude produzier- Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Publireportage d n u s u a H a – k i n h c Energiete ten Stroms dezentral vor Ort gebraucht wird. Der Eigenverbrauchsanteil im Jahr 2016 betrug bereits 75 Prozent der Gesamtproduktion. Zur Zeit sind 70 Prozent der Wohnungen vermietet, so dass mit einer weiteren Steigerung des Eigenverbrauchsanteils in Zukunft gerechnet werden kann. In der Garage steht eine Ladestationen für das hauseigene Elektroauto zur allgemeinen Verfügung. Neben dem Netzanschluss haben die Besitzer des Restaurants Kreuz und des Mehrfamilienhauses Chrüzmatt auch bei der Heizung zusammengespannt: Fortan heizt eine Pelletheizung im Keller der Chrüzmatt beide Gebäude. Das Mehrfamilienhaus Chrüzmatt in Aesch steht für die Verbindung innovativer Energietechnik mit modernster Architektur. Es wurde mit der Realisierung des Projektes ein weiterer Meilenstein in Richtung «Bauen mit der Energiewende» erreicht. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 d n a H r e n i e lles aus Felix & Co. AG Haus- und Energietechnik Landstrasse 70 5412 Gebenstorf Telefon 056 223 28 10 [email protected] www.felix.swiss Felix & Co. AG Geschäftsbereich WINDGATE Landstrasse 70 5412 Gebenstorf Telefon 044 830 90 30 [email protected] www.windgate.ch 67 Meyer Burger (Switzerland) AG Rundum auf der Sonnenseite Während andere Solaranlagen letzten Winter unter einer Schneeschicht begraben waren und keine Elektrizität lieferten, surrten bei der Wyssacher Energietechnikfirma clevergie gmbh fleissig die Wechselrichter. Die Meyer Burger Solarmodule am Neubau sind nicht auf dem Dach, sondern an den Fassaden montiert. «Wir «Die Solarfassade liefert über produzierten massiv mehr Jahrzehnte jede Menge Energie, ist billiger als eine Glas-Metall-Fassade Sonnenenergie als erwartet, da die weissen Schneeflächen und kaum teurer als eine normale das Sonnenlicht viel stärker Verschindelung mit Eternit». reflektierten als errechnet», Lukas Meister hält Lukas Meister, einer der drei Geschäftsführer der Firma clevergie fest. Der Neubau mit der MegaSlate® Solarfassade im oberen Teil und der Verkleidung aus Schweizer Lärchenholz im Erdgeschoss ist ein richtiger Hingucker geworden. Selbstamortisierende Gebäudehülle Die Idee der Solarfassade war bereits in die Planungsphase des Neubaus eingeflossen. Somit konnten die Abmessungen des Baus und die Anordnung der Fenster problemlos dem Solarmodulraster angepasst werden. Die QUALITY Regionale Nachhaltigkeit Die Antriebsenergie für die zwei Elektroautos und die Luft-Wasser-Wärmepumpe werden bereits heute zu 100% aus der Solarfassade ge- wonnen. Dank intelligentem Lastmanagement und einer ausgeklügelten Verbrauchersteuerung ist das Gebäude bilanzautark; und dies beinahe in Echtzeit. Ein Netzanschluss wurde trotzdem erstellt, für den Fall dass zukünftig noch mehr Elektrofahrzeuge dazu kommen. Der Neubau wurde strikt nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien gebaut. Der Holzbau ist aus einheimischem Holz und die Bodenbeläge aus recyclierten Kabeln. Besonders ansprechend wirken die Empfangstheke und Wände im Büro. Sie sind aus Lehm geformt mit einer Abdeckung aus emmentaler Kirschbaumholz. Der Lehm dazu stammt aus dem eigenen Aushub der Baugrube und sorgt für einen natürlichen Ausgleich der Feuchtigkeit und angenehmes Raumklima. 68 Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Publireportage MegaSlate® Solarfassade des Schweizer Technologieunternehmens Meyer Burger bietet mit vier Standard- sowie individuell gefertigten Modulgrössen höchste Flexibilität an. Dank der guten Planung und Modulvielfalt konnte die Fassade auf allen vier Seiten kostengünstig mit Standardmodulen realisiert werden. Gegenwärtig wird der Sonnenstrom in Batterien und einem Warmwasserspeicher gespeichert. Mit den Batterien kann der gesamte elektrische Energiebedarf für zwei Schlechtwettertage überbrückt werden. Im Winter wirkt die massive Betonkonstruktion zudem als optimaler Wärmespeicher. Zusätzlich werden die Warmwasserspeicher als thermische Reserve für die Bodenheizung genutzt. Zukünftig wird allfälliger Energieüberschuss nicht mehr ins Stromnetz eingespeist, sondern in Gas umgewandelt und gespeichert. Mit diesem Langzeitspeicher können auch saisonale Schwankungen ausgeglichen werden. Der neue Geschäftssitz dient nicht nur als Vorzeigeobjekt, sondern auch dazu, innovative Gebäudetechnik zu testen. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Meyer Burger (Switzerland) AG Schorenstrasse 39, 3645 Gwatt (Thun) [email protected] www.meyerburger.com clevergie gmbh Möösli 307, 4954 Wyssachen Industriestrasse 14, 8836 Bennau [email protected], www.clevergie.ch 69 EFH Familie Bühlmann Nesselnbach Eine ehrlich gute Haut Von Carmen Nagel Eschrich Motiviert und gekonnt schuf Bauherr und Architekt Roland Bühlmann für seine Familie ein mustergültiges Heim: Hier blieb kaum eine Fläche ungenützt – alles, was Sonne und Natur hergeben, wird über verschiedene Kollektoren in den Fassaden, im Boden und im Dach gesammelt und für die Bewohner nutzbar gemacht. Gezielt suchte der Bauherr und Planer ein gut besonntes Grundstück – die Grundvoraussetzung für alle, die auf nachhaltige Energiequellen setzen. Die sechsköpfige Familie entschied sich bewusst für eine Hanglage, um den Hauszugang mit Schmutzschleuse über die Garage 70 im Untergeschoss organisieren zu können. Hier wurde auch eine Einliegerwohnung ausgeführt, um heranwachsenden Kindern oder eventuell pflegebedürftigen Eltern Platz bieten zu können. Zwischen der separaten Wohneinheit und dem Hauswirtschafts- und Technikbereich liegt die Treppe, die in das Erdgeschoss führt. Sie endet in einem praktischen Windfang mit «Besucherhaustüre» und Gäste-WC. Von hier gelangt man zum Herzstück des Gebäudes: Auf rund 60 m² lädt der L-förmige Wohn-, Ess- und Kochbereich mit grossen Fensterflächen nach Süden zu gemeinsamen Stunden mit Familie und Freunden. Vorausschauende Grundrisslösungen Im Obergeschoss reihen sich entlang der Südfassade vier identisch grosse Zimmer und bieten dem Nachwuchs gemütliche Rückzugs- Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Minergie-A und Schlaforte. Auch wenn es etwas eng wird, so vermag das grosse Familienbad dennoch alle Bewohner gleichzeitig aufzunehmen. «Solange die Kinder klein sind, wohnen alle auf einer Etage», beschreibt der Bauherr die Situation. Doch besteht der Wunsch nach mehr Fläche, so kann auch der Dachraum fertig ausgebaut werden – die Leitungen sind schon bereit. «Wir wünschten uns ein funktionales und praktisches Familienhaus mit Flexibilität in Raumaufteilung und Nutzung – spielend wird es bei Bedarf zum Mehrgenerationenhaus», erläutert der Bauherr und Architekt. © Lehmann Bau & Energie Vorbildlich organisiert: Grundriss, Technik und Finanzen Mit dem sonnigen Grundstück und der passenden Planung rundete Roland Bühlmann das Bauvorhaben mit einem schlüssigen Energiekonzept ab: «Mir war von Anfang an klar, dass ich mein Wissen, das ich im Nachdiplomstudium Energie und Nachhaltigkeit erworben habe, am eigenen Objekt praktisch umsetzen will. Es sollte auch den Kriterien von Eco-Bau entsprechen, um gesundheitliches, ökologisches Wohnen sicherzustellen.» Mit diesen Ansprüchen erklärt sich die kompakte Gebäudeform mit Satteldach und hellen und grosszügigen Räumen von selbst. Bei der Konstruktion entschied man sich für 15 cm starke, gemauerte Wände und 28 cm Dämmung. Der u-Wert mit 0,10 sorgt Sommer wie Winter für konstante Raumtemperaturen und äusserst geringen Energiebedarf – und damit verbunden sehr geringen Betriebskosten. Am rechten Fleck gespart Ökonomie und Ökologie sollten im optimalen Verhältnis stehen, und deshalb bestätigt der Bauherr: «Wir setzten unsere Prioritäten auf die Gebäudehülle, die Technik und die Gebäudegrösse, also eher unveränderbare Bauteile. Den Innenausbau gestalteten wir günstig, da diese Bauteile austauschbar sind und eine kürzere Lebensdauer haben; beispielsweise wählten wir für Küche und Sanitärapparate Secondhandware». In diesem Sinne wurden auch möglichst wenige Leitungen einbetoniert Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 71 EFH Familie Bühlmann Nesselnbach Minergie-A mittelbarem Bedarf wird die Wärme von der Wärmepumpe genutzt, ansonsten im Erdregister gespeichert – ein System, das sehr gut funktioniert und spielend den Heiz- und Warmwasserbedarf deckt. Stolz, mit eigenen Händen mit angepackt zu haben, schliesst der Energieplaner und Bauherr: «Wer den Fokus auf eine wirtschaftliche Planung behält, muss nicht auf ein Minergie-A/P-Eco-Gebäude verzichten!» ❰ Bauherrschaft Marita und Roland Bühlmann Widematte 4 5524 Nesselnbach Architekt A. Müller + Partner Roland Bühlmann Zugerstrasse 12 5620 Bremgarten Tel. 056 618 77 66 www.amueller-arch.ch Energiekonzept Lehmann Bau & Energie Steinachermattweg 3 5033 Buchs AG Tel. 056 611 11 12 www.bauenergie.ch Heizung Lüftung Sanitär Grolimund AG Luzernerstrasse 3 5630 Muri AG Tel. 056 664 22 11 www.groli.ch 72 oder eingemauert, um das Gebäude kostengünstig instand halten zu können. Die Fassade wurde hingegen nicht nur absolut winddicht und dank cleverer Grundrissaufteilung nach passiv-solaren Grundsätzen gestaltet, sie erwirtschaftet auch noch Energie! Tatsächlich liegen unter der Putzschicht der sonnigen Fassadenbereiche eingebaute Thermokollektoren. Das Fassadenregister wird übrigens unabhängig von der Wärmepumpe betrieben: Die Wärme wird einfach von der Fassadenaussenseite, also unter der Putzschicht, aufgefangen und auf die Innenseite der Wärmedämmung ins Mauerwerk übertragen. Praktischerweise funktioniert das System auch umgekehrt und wird im Sommer zur Kühlung des südlichen Fassadenmauerwerks herangezogen. Auch unter der Bodenplatte befinden sich auf rund 140 m² Erdregister, die Sommer wie Winter weitgehend konstant Bodentemperaturen aufnehmen und zur Wärmepumpe transportieren. Darf’s ein bisschen mehr sein …? Natürlich durfte bei dieser fortschrittlichen Überbauung eine Photovoltaikanlage nicht fehlen – die Paneele liegen wie Dachschindeln auf dem Schrägdach und bilden perfekt integriert und absolut ästhetisch die wasserführende Schicht. Wie allseits bekannt, wird es durch die dunkle Absorberfläche der Module darunter sehr warm – eine Tatsache, welche die meisten Betreiber nicht sonderlich freut, denn sie hemmt die Leistungsfähigkeit und Produktivität. Roland Bühlmann bleibt bei diesen Fakten ganz gelassen: Auch unter der Photovoltaikanlage liegen Thermoabsorber, die die hohen Wärmeerträge aufnehmen und seiner Haustechnikanlage zuführen; bei unNachhaltig Bauen | 1 | 2017 MegaSlate ® Solarfassade montagefreundlich, kostengünstig, ästhetisch Effiziente und platzsparende Energiegewinnung mit der Gebäudehülle Kostengünstige, selbstamortisierende Solarfassade mit hohem Energieertrag Die MegaSlate® Solarfassade ermöglicht eine flexible Gestaltung von Fassadenverkleidungen und lässt sich perfekt in die Formensprache der Gebäude integrieren. Das System wird durch massgefertigte Spezialmodule ergänzt. Basierend auf dem erfolgreichen MegaSlate® Solardachsystem, garantiert die MegaSlate® Solarfassade bestes Preis-Leistungsverhältnis. www.meyerburger.com Effizient und zuverlässig ! Wärmepumpen und Solartechnik von alpha innotec www.alpha-innotec.ch WÄRMEPUMPEN | SOLARTECHNIK EFH Familie Julia Max und Stefan Schneeberger Lommiswil «Ein Vorbild sein für unsere Kinder» Von Anita Bucher Wenn eine Architektin und ein Gebäudetechniker ein eigenes Haus bauen, ist das Ergebnis: Ein moderner Bau mit bestmöglicher Haustechnik. Ein Haus, das so zur Schule gehen, werden sie feststellen, dass das Haus ihrer Eltern keinen Kamin hat aus dem es im Winter raucht, wie das bei anderen Häusern der Fall ist. Vielleicht werden sie dann zum ersten Mal fragen, wie denn das mit der Heizung Zuhause funktioniert. gut funktioniert, dass es nicht nur das Minergie-A-Label trägt, es wurde auch vom Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. «Mir ist wichtig, dass ich meinen Kindern später einmal erklären kann, in was für einem fortschrittlichen Haus sie wohnen», erzählt Stefan Schneeberger. Noch aber sind Mika und Kimo zu klein, um den Erklärungen ihres Vaters zu folgen. Erst später, wenn sie mal 74 Energie aus Sonne und Erdreich Verantwortlich dafür ist das optimale Zusammenspiel der gewählten Gebäudetechnik, das Fachgebiet von Ökologiespezialist Stefan Schneeberger, der für die gesamte Planung selber verantwortlich war. Die Sonnenenergie nutzt er gleich doppelt. Zum einen ist da die dachintegrierte Photovoltaikanlage, zum anderen sind es südlich die grossen Fensterflächen, welche die passive Sonnenenergie ideal aufnehmen und an die Räume abgeben. Zur ak- Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Minergie-P Minergie-A tiven Raumbeheizung gehören aber auch eine Erdsonden-Wärmepumpe und eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Brillant ist auch seine Lösung für die Brauchwarmwasseraufbereitung, da er dafür die Abwärme von Kühlschrank und Kochherd nutzen kann. Diese wird nämlich in den Technikraum hinter der Küche geführt. Hier steht auch der Wärmepumpenboiler, der wiederum Energie aus dem Raum bezieht und damit das Wasser in seinem Innern aufheizt. Energie sparen ist ein Riesenthema im Hause von Stefan Schneeberger und Julia Max. Das Haus ist vollständig mit Best-in-Class-Haushaltsgeräten und zu 95% mit Led-Leuchten ausgerüstet. 7500 Kilowattstunden Strom hat die Solaranlage auf dem Dach im ersten Betriebsjahr produziert. 6500 haben das Haus und seine Bewohner verbraucht. Eine mehr als positive Bilanz! Ästhetik versus Ökologie «Wir haben alles richtig gemacht», resümiert Schneeberger nach eineinhalb Jahren Wohnen. «Nur bei der Solaranlage hätten wir mehr herausholen können», ergänzt er dann. Hier kommt seine Partnerin ins Spiel. Julia Max ist Architektin. Ihr Haus hat sie selbst entworfen und auch die Bauleitung dafür selbst gemacht. Da es sich um einen Holzelementbau handelt, konnte das zweigeschossige Haus innert vier Monaten Bauzeit fertiggestellt werden. Verwendet wurde ausschliesslich Holz aus Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 75 EFH Familie Julia Max und Stefan Schneeberger Lommiswil Minergie-A Schweizer Wäldern. Auch die Fassadeneinkleidung kommt in Holz daher. Die vorvergraute Fichtenschalung wirkt modern, ist wetterbeständig und benötigt keine Unterhaltsarbeiten. Auf dem Dach kam es schliesslich zur Kompromisslösung zwischen Schneeberger und Max: Eine komplette Dacheindeckung mit Solarplanels kam aus finanziellen Gründen nicht in Frage. So wählte die Architektin für die dachintegrierte Solaranlage Panels aus, welche dieselbe Grösse hatten wie die passende Eterniteindeckung. Nicht die günstigste, aber bestimmt die ästhetisch schönste Lösung. Bauherrschaft Julia Max und Stefan Schneeberger Schützenmattstrasse 5 4514 Lommiswil Architekt E + P Architekten AG Weissensteinstrasse 2 4500 Solothurn Tel. 032 625 81 10 www.ep-architekten.ch Gebäudetechnik Enerconom AG Krummturmstrasse 11 Tel. 032 625 04 25 www.enerconom.ch 76 Ausgezeichnet vom Schweizer Solarpreis Das nachhaltige und CO2-neutrale Plusenergiehaus der Familie Schneeberger und Max wurde schliesslich im September 2015 mit einem Diplom des Schweizer Solarpreises ausgezeichnet. Dies bescherte dem Paar ein reges Medieninteresse und einigen Politikerbesuch aus Gemeinde und Kanton. Es scheint: Sie alle sind ein bisschen mit stolz darauf, dass dieses für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnete Haus in der kleinen solothurnischen Gemeinde Lommiswil steht. Und natürlich darauf, dass es von Lommiswiler Einwohnern selbst geplant und umgesetzt wurde. Schneeberger und Max freuen sich ebenfalls über das rege Interesse, blicken aber in erster Linie nach vorne. «Wichtig ist, dass wir das, was wir glauben, unseren Kindern auch vorleben.» Deshalb wird Schneeberger auch weiterhin noch x-Mal aufstehen um einzugreifen, wenn er hört, dass Klein Mika wieder mit dem Wasserhahn spielt. Es wird noch eine Weile gehen, bis der Kleine versteht, was Energie und Ressourcen sparen bedeutet. ❰ Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 IG Passivhaus Mittelland IG Passivhaus – mehr als eine Informationsgemeinschaft Nach dem Vorbild der IG Passivhaus Ostschweiz gruppiert sich unter der initiativen Leitung von Markus Oegerli eine starke Fraktion Mittelland. Ein ausgewogenes Netzwerk von ausgesuchten Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Haustechnik und Handwerk bietet damit alle Vorteile und Dienstleistungen zum Bauen im Passivhausstandard auch im Mittelland. – Neue Mitglieder und Interessenten sind herzlich Willkommen! Zielsetzungen Dabei verfolgt die IG-Passivhaus folgende Ziele: _ Förderung von Gebäuden, die mindestens dem Minergie-P Standard entsprechen _ Maximaler Beitrag zur Absenkung des Verbrauchs nicht erneuerbarer Energien _ Ressourcenschonung durch minimale Energieund Materialflüsse in der Bau- und Betriebsphase sowie beim Rückbau _ Sicherstellung internationaler Kontakte für einen Erfahrungs- und Wissensaustausch und zur Stärkung einer europäischen Passivhausbewegung _ Aus- und Weiterbildung ihrer Mitglieder durch Kurse und aktiven Erfahrungsaustausch Markus Oegerli Präsident IG Passivhaus Mittelland H - O Architekten SIA AG Katzenhubelweg 1, 4600 Olten, Tel. 062 213 96 97 www.h-o.ch, www.igpassivhaus.ch Vorteile Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Passivhausstandard. Die Vorteile – ob bei Neubauten oder Sanierungen – sind offensichtlich: _ Tiefere Energiekosten (Selbstversorgung durch PV-Anlagen) _ Platzsparende, unkomplizierte, wartungsfreundliche Haustechnik _ Maximaler Komfort, minimale Unterhaltskosten _ Grosse Planungs- und Investitionssicherheit _ Höhere Werterhaltung/Nachhaltigkeit _ Wichtiger Beitrag an unsere Klimaziele _ Geringeres Schadenrisiko Unsere Mitglieder: ARCHITEKTEN FH SIA 4500 SOLOTHURN Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 77 Meyer Burger (Switzerland) AG Neue Solartechnologie im hochalpinen Härtetest Auf dem Bettmerhorn wurde neben der Bergstation eine Testanlage für neue Solartechnologie auf über 2647 m ü. M. realisiert. Das Partnerschaftsprojekt der Bettmeralp Bahnen des lokalen Energieversorgers EnBAG, der Solarentwicklungsfirma Gräss Engineering sowie des Solartechnologie-Unternehmens Meyer Burger ermöglicht den Test der neuen Generation von bifacialen Solarmodulen; dies unter höchster Sonneneinstrahlung und härtesten Wettereinflüssen. Das Bettmerhorn gehört mit Sonneneinstrahlungswerten von 1700 kWh/m² zu den sonnigsten und ertragreichsten Gebieten der Schweiz. Die Testanlage auf dem Tunnelportal bei der Bergstation soll daher neue Rekordwerte erreichen. An einem sonnigen Wintertag wurden bei den bifacialen Modulen, im Vergleich zu herkömmlicher Technologie, bereits Mehrerträge von 55% gemessen. Die Daten der leistungsoptimierten Solaranlage werden mittels Monitoring überwacht und ausgewertet. Die vor Ort produzierte Sonnenenergie wird direkt ins Stromnetz der Bettmeralp Bahnen eingespeist und verbraucht. 78 Module produzieren beidseitig Energie «Die intelligente Kombination der bahnbrechenden Heterojunction-Zellbeschichtungsund der SmartWire-Zellverbindungstechnologie ermöglicht deutlich gesteigerte Energieerträge im Vergleich zu herkömmlichen Photovoltaikmodulen», erklärt Dr. Patrick Hofer-Noser von Meyer Burger. Diese bifacialen Solarmodule produzieren sowohl über die Vorder- wie auch Rückseite des Moduls Elektrizität aus direkter und indirekter Sonneneinstrahlung. «Sie können so auch die Reflexionen im Schnee erfassen und weisen sich zusätzlich durch überragende Temperaturkoeffizienten und ein exzellentes Schwachlichtverhalten aus», so Hofer-Noser. Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 Bettmeralp Kurze Umsetzungszeit Von der ersten gemeinsamen Idee zwischen der EnBAG und Meyer Burger bis zur Inbetriebnahme der Anlage vergingen nur gerade drei Monate. Die Gemeinde Bettmeralp setzte sich für «Als Gemeinde sind wir bestrebt, die zügige Umsetzung des gute Rahmenbedingungen für innovative Tests ein. Die langjährige Ideen zu bieten». Erfahrung von Meyer Burger mit dem MegaSlate® Gemeindepräsident Iwan Eyholzer Alpin Solardachsystem und die Kompetenz von Gräss Engineering mit soliden Unterkonstruktionen trugen wesentlich zur schnellen Realisierung der hochalpinen Testanlage bei. Der Betrieb der Anlage ist auf sechs Monate befristet. Dieses Beispiel zeigt, dass sich Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien relativ schnell und einfach umsetzen lassen. Es braucht einzig innovative Ideen und motivierte Initianten. Solche Projekte ebnen den Weg, damit neue Solartechnologien eingesetzt und der Energiewandel vorangetrieben werden kann. Traumhafte Bergwelt und einzigartige Technologie erleben Ob auf dem UNESCO Höhenweg vom Bettmerhorn aufs Eggishorn oder mit den Skiern im Pulverschnee mit Blick auf den imposanten Aletschgletscher unterwegs, die Testanlage kann begutachtet werden. ❰ Projektpartner: Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 79 Führende Unternehmen für nachhaltiges Bauen und Modernisieren Akustik und Bauphysik Erneuerbare Energien/Photovoltaik Heizung / Lüftung Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH Rütistrasse 3a, 5400 Baden www.steigmeier-ab.ch von arx systems ag Güterstrasse 6, 4622 Egerkingen www.vonarxsystems.ch Siegrist-Service AG Schwarzhaar 13, 4665 Oftringen www.siegrist-service.ch Bildung Baubiologie Erneuerbare Energien / Wärmepumpen Holzbau Holzbau Bühlmann AG Bildungszentrum Baubiologie Binzstrasse 23, 8045 Zürich www.bildungszentrumbaubio.ch Dämmstoffe 5237 Mönthal ait Schweiz AG Industriepark, 6246 Altishofen www.ait-schweiz.ch 056 284 14 17 Holzbau Bühlmann Löffelgraben 77, 5237 Mönthal www.holzbau-buehlmann.ch Holzfeuerungen Curau AG Weststrasse 15, 8570 Weinfelden www.curau.ch Flumroc AG Industriestrasse 8, 8890 Flums www.flumroc.ch STIEBEL ELTRON AG Industrie West, Gass 8, 5242 Lupfig www.stiebel-eltron.ch Grünenwald AG Lauetstrasse 39, 8112 Otelfingen www.gruenenwald.ch Fassadenbekleidung/Solaranlagen Heitzmann AG Gewerbering 5, 6105 Schachen www.heitzmann.ch Schmid AG energy solutions Hörnlistrasse 12, Postfach 42 8360 Eschlikon www.schmid-energy.ch Lufttechnik / Komfortlüftung Saint-Gobain ISOVER AG Route de Payerne 1, 1522 Lucens www.isover.ch Eternit (Schweiz) AG, 8867 Niederurnen www.eternit.ch Fassadenisolation Sager AG Dornhügelstrasse 10, 5724 Dürrenäsch www.sager.ch Fixit AG Im Schachen 416, 5113 Holderbank www.fixit.ch Erneuerbare Energien/Photovoltaik Fenster- und Holzbau Meyer Burger (Switzerland) AG Schorenstrasse 39, 3645 Gwatt (Thun) www.meyerburger.com 1a hunkeler fenster AG 1a hunkeler holzbau AG Bahnhofstrasse 20, 6030 Ebikon www.1a-hunkeler.ch 80 Zehnder Group Schweiz AG Moortalstrasse 3, 5722 Gränichen www.zehnder-systems.ch Lüftung und Klima Haus- und Energietechnik planergie ag Bettenhausenstrasse 50 3360 Herzogenbuchsee www.energy4me.ch Helios Ventilatoren AG Tannstrasse 4, 8112 Otelfingen www.helios.ch Felix & Co AG Landstrasse 70, 5412 Gebenstorf www.felix.swiss ARIATHERM AG Bizenenstrasse 21, 4132 Muttenz 1 www.ariatherm.ch Mauerwerk aus Leichtbackstein ZZ Wancor AG Eichwatt 1, 8105 Regensdorf www.zzwancor.ch Nachhaltig Bauen | 1 | 2017 I N N O V A T I O N E N Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen Die neue Generation wird erweitert Die aktuellste Innovation in Steinwolle von Flumroc, die Generation FUTURO, setzt neue Standards für natürliche und gesunde Baustoffe. Flumroc-Dämmstoffe der Generation FUTURO erfüllen höchste Anforderungen an das gesunde und ökologische Bauen. Flumroc AG, Postfach, 8890 Flums Tel. 081 734 11 11, Fax 081 734 12 13 [email protected], www.flumroc.ch Flumroc hat neuartige Dämmplatten aus Steinwolle auf den Markt gebracht. Bei der Herstellung dieser Dämmplatten wird ein NaturharzBindemittel aus überwiegend nachhaltigen Rohstoffen verwendet, dem kein Formaldehyd zugefügt wird. Nach zahlreichen Einsätzen auf der Baustelle zeigen sich die beteiligten Unternehmer von der Anwenderfreundlich- FUTURO-Dämmprodukte eignen sich besonders für Anwendungen im Innenbereich bei Gebäuden mit strengen Auflagen bezüglich Raumluftbelastung. keit der Generation FUTURO beeindruckt. Die Produkte wissen bei der Verarbeitung zu überzeugen und punkten insbesondere bei Anwendungen im Innenbereich. Sie erfüllen höchste Ansprüche an das Raumklima und an Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Die Bewertung eco-1 beweist, dass die neuen Dämmplatten auch dort geeignet sind, wo besonders ökologische Materialien gefordert sind. Wie alle Flumroc-Produkte sind die FUTURO-Dämmplatten nicht brennbar und haben einen Schmelzpunkt von über 1000°C. Weitere Produkte folgen diesen Sommer Zurzeit werden die Flumroc-Dämmplatten 1 und SOLO mit dem Naturharz-Bindemittel hergestellt. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, plant Flumroc die Entwicklung weiterer FUTURO-Produkte für Dämmlösungen im Innen- und Aussenbereich. Dafür hat das Flumser Traditionsunternehmen im Jahr 2016 eine neue Bindemittel-Anlage in Betrieb genommen, welche die Produktion der Dämmplatten der Generation FUTURO in grösseren Mengen ermöglicht und für weitere Produktinnovationen genutzt werden kann. ❰ Zehnder Group Schweiz AG Rubriktitel Technischer Fachbeitrag Neue Generation Zehnder ComfoBox Intelligente Kombi-Lösung für Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung mit Copeland Invertertechnik Mit der neuen Version seiner ComfoBox stellte Raumklimaspezialist Zehnder auf der Swissbau 2016 in Basel eine intelligente Kombination aus komfortabler Raumlüftung und Sole/ Wasser-Wärmepumpe vor. Die Wärmepumpe verfügt als erste Europas über Copeland Invertertechnik. Das heisst, spezielle Scroll-Ver- Als intelligente KombiLösung vereint die neue Zehnder ComfoBox die gesamte notwendige Haustechnik für Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung. Die optimal aufeinander abgestimmten Komponenten sorgen für die effiziente Funktion und einen reibungslosen, wartungsarmen Betrieb. Die neue Zehnder ComfoBox verfügt über die erste Wärmepumpe in Europa mit Copeland Invertertechnik. Die Copeland Invertertechnik bietet mit ihren speziell entwickelten Scroll-Verdichtern eine weitaus höhere Effizienz als traditionelle Verdichter. Darüber hinaus passen die hocheffizienten Zirkulationspumpen ihre Drehzahl an die Heiz- oder Kühlbedürfnisse an. So wird der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert. dichter ermöglichen eine weit höhere Effizienz als konventionelle Systeme. Zudem minimieren hocheffiziente Zirkulationspumpen durch Drehzahlanpassung an die Heiz- oder Kühlbedürfnisse den Energieverbrauch. Die neue Zehnder ComfoBox vereint die gesamte Haustechnik für Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung in einem kompakten Gerät. Optimal abgestimmte Komponenten sorgen für hocheffizienten, reibungslosen und wartungsarmen Betrieb. Das System ist sehr geräuscharm und vibrationsfrei mit lediglich 42 dB Schallemission. Als All-in-One-Lösung einfach zu planen und schnell zu installieren auf einer Aufstellfläche von nur 0,5 m², kann es via Modbus in das Hausleitsystem integriert werden. Die Bedienung ist komfortabel über Touchscreen möglich. Die Zehnder ComfoBox eignet sich auch ideal für Niedrigenergie-Häuser. Das integrierte Lüftungsgerät Zehnder ComfoAir 550 SR ist mit Standardwärmetauscher erhältlich (bis zu 95% Wärmerückgewinnung) oder wahlweise mit Enthalpietauscher, der neben hoher Wärmerückgewinnung zusätzlich Feuchte aus der Abluft zurückgewinnt. Die Copeland Invertertechnik, europaweit erstmals in einer Wärmepumpe eingesetzt, ist dank spezieller Scroll-Verdichter weit effizienter als traditionelle Systeme: Permanent-Magnet-Motoren passen die Verdichter in einem weiten Leistungsbereich an die Heizbedürfnisse an. Die modulierende Sole-Wasser-Wärmepumpe bietet eine Heizleistung von 3–12 kW (B0/W35°C) bei einer Leistungszahl COP (B0/W35°C) von 4,6. Auch die Zirkulationspumpen der Energieklasse A richten ihre Drehzahl nach den Heizoder Kühlbedürfnissen. Ein elektronisches Expansionsventil ermöglicht eine genauere Steuerung der Kühlmittelmenge, das verbessert die Anströmung des Verdampfers und somit die Effizienz. ❰ Zehnder Group Schweiz AG Zugerstrasse 162, CH-8820 Wädenswil Tel. 043 833 20 20, [email protected] www.zehnder-comfosystems.ch Bilder: Zehnder Group Schweiz AG, Gränichen.