nachhaltig Bauen

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Das Fachjournal
1 | 2017
N A C H H A LT I G
BAUEN
Nordwestschweiz
Überzeugend: Wohnüberbauungen in Riehen und Oberrohrdorf
Realistisch: Energiespeicher sind die Lösung
Beispielhaft: Spannende Sanierungen/Aufstockungen in Sissach und Würenlingen
Vorbildlich: Das Baselbieter Energiepaket
Ein Produkt der Gerber Media, Zürich
DACHCOM
Schweizer
Steinwolle
www.flumroc.ch
Inhalt
Fachbeiträge
Titelbild:
Wohnüberbauung im Feld, Oberrohrdorf
Walker Architekten AG, Brugg
Impressum
Herausgeber
Gerber Media
Rütihofstrasse 9, 8049 Zürich
Telefon 044 341 16 41
www.gerbermedia.ch
Grafik / Layout
click it AG
Seetalstrasse 2, 5703 Seon
www.clickit.ch
Druck
Effingerhof AG
Storchengasse 15, 5201 Brugg
www.effingerhof.ch
10
Sanieren, umnutzen, ersetzen – wie umgehen
mit dem Bestand?
René Mosbacher, Verein eco-bau
28
Baselbieter Energiepaket
Sarah Früh, IWF AG, Liestal
31
Das Wärmepumpen-System-Modul
Georges Guggenheim, Fachvereinigung Wärmepumpen
Schweiz
54
Wärmeversorgung mit Holz – Bivalente Anlage in Sins
Michael Tibisch, Leiter Kommunikation Holzenergie
Schweiz
58
Energiespeicher sind die Lösung, praktische Beispiele
Julia Gremminger
Redaktion
Gerber Media
Anita Bucher, Carmen Nagel Eschrich
www.gerbermedia.ch
Gastautoren
Heinz Tännler, Vorstandspräsident Verein Minergie,
Finanzdirektor des Kantons Zug
Sarah Früh, IWF AG, Liestal
Julia Gremminger, Thun
Georges Guggenheim,
FWS Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz
René Mosbacher, Verein eco-bau
Michael Tibisch, Holzenergie Schweiz
Fotos
Atelier für Fotografie
René Rötheli, 5400 Baden
www.rrphoto.ch
Gedruckt auf FSC Papier (Rohstoff: Frischfasern
aus nachhaltiger Forstwirtschaft)
Rechte: Copyrights bei Gerber Media, 8049 Zürich
Nachdruck, auch auszugsweise, bedarf der
ausdrücklichen Genehmigung des Verlages.
Einzelverkaufspreis: CHF 14.–
Jahresabo (3 Ausgaben): CHF 35.–
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Objektvorstellungen
4
MFH Aescherstrasse, Basel
14
Sanierung und Aufstockung EFH Sissach
23
Neubau regionale Musikschule Liestal
33
Wohnüberbauung Classic Riehen
37
Wohnüberbauung im Feld Oberrohrdorf
49
Sanierung und Aufstockung EFH Würenlingen
62
EFH Auenstein
70
EFH Nesselnbach
74
EFH Lommiswil
Rubriken
57
Redaktionelle Partner
80
Führende Unternehmen
1
Helios Ventilatoren AG
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Helios Spitzenleistungen
Lüftungssysteme von Helios werden eingesetzt im Wohnungs-, Industrie- und
Gewerbebau sowie in allen Gebieten der Klima-, Wärme-, Kälte- und Trocknungstechnik.
Mit Leistungsbereichen von 90 m³/h bis 2,2 Mio. m³/h und Laufraddurchmessern
bis 7100 mm zählt die Helios Produktpalette zu den bedeutendsten in Europa.
Das neue Helios EcoVent
Verso Laibungselement
verbindet geschickt
höchste Designansprüche
mit Funktionalität.
Werksbilder: Helios
Helios Ventilatoren AG
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Tel. 044 735 36 36
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2
Das neue Helios EcoVent Verso Laibungselement – Ratz. Fatz. Unsichtbar.
Der EcoVent Verso setzt seit seiner Markteinführung Massstäbe im Bereich der dezentralen
Wohnraumlüftung. Die Wärmerückgewinnung
erfolgt im Reversierbetrieb, das heisst Zu- und
Abluftphasen wechseln sich ab. In der Abluftphase nimmt der Keramik-Wärmespeicher
die Wärme der Raumluft auf und speichert
diese. Im anschliessenden Zuluftbetrieb wird
die frische Aussenluft durch den Keramikspeicher geleitet und übernimmt dessen Wärme,
so dass die frische Luft vorgewärmt in den
Wohnraum strömt. Um möglichst wenig von
der Lüftungsanlage zu sehen, hat Helios ein
Laibungselement entwickelt, das die Aussenfassaden-Blende geschickt verschwinden lässt.
Das Element aus hochdämmendem EPP lenkt
die Luft innerhalb des Wärmedämmverbundssystems um 90° in die Fensterlaibung. Aufgrund der ausgeklügelten Konstruktion kann
Das Laibungselement wird vollständig
in die Dämmung integriert. Zu sehen ist nur
das Design-Lüftungsgitter.
eine flexible Montage von rechts oder links,
ohne Umbau oder Mehraufwand erfolgen.
Darüber hinaus ist das EPP-Element mittels
Säge oder Heissdraht beliebig kürzbar und
kann mit geringstem Aufwand an die baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Die
Tatsache, dass sich das Element vollständig in
die Dämmung integriert und ausser dem Gitter
in der Fensterleiste kein Bauteil zu sehen ist,
revolutioniert die dezentrale Lüftung im KWLBereich erneut.
Hochwertige Design-Wandgitter
Das edle Design-Gitter, das perfekt auf die
Funktion des dezentralen Lüftungsgeräts abgestimmt ist, steht in drei Varianten zur Verfügung. Neben der Edelstahl-Variante und einer
transparent beschichteten Ausführung für
küstennahen Einsatz, ist das robuste Gitter
auch in neutralem weiss erhältlich.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Editorial
Minergie setzt
erneut den Standard
für die Zukunft
Das Streben nach hoher Energieeffizienz und
tiefen CO2-Emissionen prägen die Politik der
Kantone und des Bundes im Gebäudebereich.
Vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Klimapolitik wurden anspruchsvolle
Ziele formuliert und mit den MuKEn 2014 an
der Konferenz der Energiedirektoren verabschiedet.
Als ehemaliger Baudirektor des Kantons Zug
ist mir bewusst, dass der Vorbildfunktion des
Staates und einer gezielten Förderung von
wegweisenden Projekten eine hohe Bedeutung
zukommt. Als Finanzdirektor weiss ich aber
auch, dass die vorhandenen Mittel knapp sind
und in anderen Direktionen ebenfalls benötigt
werden. Umso mehr plädiere ich als bürgerlicher Regierungsrat für eine liberale Umsetzung. Alle beteiligten Parteien müssen an
einem Strick ziehen. Es gilt, die vorhandenen
Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor mit neuen
Regulierungen die Bürgerinnen und Bürger zu
weiterer Sparsamkeit verpflichtet werden.
Der freiwillige Standard Minergie hat sich
dabei seit 1998 als ein tragendes Element in
der Realisierung der Schweizer Energiepolitik
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
herausgestellt. Minergie hat die Wahrnehmung
von nachhaltigem Bauen und Energieeffizienz
in der Bevölkerung entscheidend verändert.
Der Standard hat von Anfang an auf höheren
Komfort, besseren Werterhalt und Investitionssicherheit gesetzt. Energieeffizienz war sozusagen als Bonus darin enthalten. Damit hat
sich Minergie als starke, über die Landesgrenzen hinaus bekannte Marke etabliert.
Der Mitteleinsatz über diese Marke ist hoch
effizient, weil transparent und innovationsfördernd. Inzwischen leben rund eine halbe
Million Menschen in Minergie-Häusern. Mehr
als 43 000 Gebäude sind bereits nach Minergie
zertifiziert. Die jährlich rund 3000 Bauherrinnen und Bauherren, die bewusst nach Minergie
bauen, bilden die Basis exakt dieser liberalen
Umsetzung kantonaler und nationaler Energiepolitik.
Jetzt hat Minergie die drei Gebäudestandards
Minergie, Minergie-P und Minergie-A umfassend überarbeitet. Beim Innovations-Standard
Minergie-A ist die Eigenproduktion sogar grösser als der Jahresenergiebedarf. Das Gebäude
wird damit vom Konsumenten zum Energieproduzenten. Mit «MQS Bau» und «MQS Betrieb» wurden zwei neue Produkte lanciert,
welche gewährleisten, dass Gebäude nicht
nur überdurchschnittlich gut geplant, sondern
auch mängelfrei gebaut und hoch effizient betrieben werden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag daran, die jährlichen Kosten der
Baumängelbehebung von rund 1,6 Milliarden
Franken zu reduzieren.
Das freiwillige und gleichzeitig einfach umzusetzende Erfolgsrezept bleibt. Minergiegebäude
stehen auch weiterhin für Komfort, Effizienz
und Werterhalt. Ich bin davon überzeugt, dass
Minergie damit seine Rolle als Wegbereiter einer nachhaltigen und energieeffizienten Baukultur in der Schweiz fortsetzt.
Heinz Tännler
Vorstandspräsident Verein Minergie
Finanzdirektor des Kantons Zug
3
MFH Aescherstrasse Basel
Ein Musterbeispiel
für städtische Nachhaltigkeit
Von Anita Bucher
Im beliebten Basler Bachlettenquartier
ist ein nachhaltiges Mehrfamilienhaus entstanden, das Wohnraum für Menschen in
der zweiten Lebenshälfte bietet. Das Nullenergiehaus ist ein Pilotprojekt von Immobilien Basel-Stadt. Es dient als Musterbeispiel
für städtische Nachhaltigkeit und soll
aufzeigen, dass eine innovative energetische
Lösung auch wirtschaftlich interessant
sein kann.
Über lange Zeit stand auf dieser Parzelle, der
einzig unbebauten weit und breit, eine Tanne.
Eine seltsam anmutende Lücke in einer sonst
geschlossenen Häuserzeile. Immobilien BaselStadt konnte das Areal von privaten Eigentümern übernehmen und beschloss im Jahr 2009
hier ein Neubauprojekt mit nachhaltigem Vorbildcharakter zu realisieren.
Sinnvolle Quartierverdichtung
Acht Jahre später muss man schon genauer
hinsehen um das junge Baujahr des zurückhaltend gestalteten Mehrfamilienhauses an
der Aescherstrasse 12 zu erahnen. Das neue
Wohnhaus gliedert sich gut in die Häuserzeile
Fotos:
Ruedi Walti, Basel
4
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Minergie-A-ECO
Bauherrschaft
Einwohnergemeinde
Basel-Stadt
p/a Immobilien
Basel-Stadt
Fischmarkt 10
4001 Basel
www.immobilienbs.ch
ein und vermittelt zwischen den beiden Nachbarbauten aus den 50-er und 60-er Jahren.
Bewusst wurden Kleinwohnungen mit Wohnraum für ältere Menschen geschaffen. Denn
im Bachlettenquartier gibt es viele Reiheneinfamilienhäuser oder Villen, welche für Menschen in der zweiten Lebenshälfte eigentlich
zu gross sind, oft aber mangels Alternative von
ihren Bewohnern nicht aufgegeben werden.
Dadurch fehlt wiederum Platz für Familien.
Die sieben Alterswohnungen sind eine Antwort
darauf und somit ein kleiner Beitrag zur Quartiersverdichtung.
Viele Ansprüche an die Architektur
Entstanden ist ein angenehm anzusehender
Baukörper, der weder zu sehr heraussticht,
noch in der Masse verschwindet. Ein Gebäude,
das zeitgemäss ist und das trotzdem zwischen
den verschiedenartigen Nachbarbauten aus
den 50-er und 60-er Jahren vermitteln kann.
Es ist das Resultat dreier zusammengeschlossener Architekturbüros, welche den ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen und entsprechend viel Knowhow einfliessen liessen.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Osolin&Plüss Architekten, Quade Architects
und Moosmann Bitterli Architekten aus Basel
zogen alle Register und schufen ein ästhetisch schönes, nachhaltiges Stadthaus. Der
Erschliessungskern mit Lift und Treppenhaus
besteht aus Beton, alles andere wurde im ökologischen Holzbau konstruiert. Wo Holz drin
ist, soll auch Holz drauf, sagten sich die Architekten und warten mit einer in grauer Farbe
gestrichenen Holzfassade auf.
Dass das Gebäude trotz moderner Fassade
nicht fehl am Platz wirkt, liegt daran dass es
die städtische Architektur der Nachbarhäuser
aufnimmt und fortführt, wie etwa deren DachGauben oder Fensterbrüstungen. Eine subtile
Farbfindung mit hellen Fensterbrüstungen und
bordeaux-roten Fensterrahmen rundet das
äussere Erscheinungsbild des Neubaus ab.
Nachhaltiges Pionierprojekt
Last, but not least, ist der Neubau an der
Aescherstrasse ein energetisches Pilotprojekt.
Er verfolgt die Zielsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft und erreicht als erstes Projekt im
Kanton Basel-Stadt die Kriterien der Label-
Generalplaner
OPQMB Generalplaner
Osolin & Plüss
Architekten BSA AG
quade architects
Moosmann Bitterli
Architekten SIA STV
Mattenstrasse 16A
4058 Basel
Bauingenieur
WMM Ingenieure AG
Florenz-Strasse 1d
4142 Münchenstein
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Holzbau-Ingenieur
Pirmin Jung Ingenieure
Grossweid 4
6026 Rain
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Energie und Haustechnik
Waldhauser + Hermann AG
Florenz-Strasse 1d
4142 Münchenstein
www.waldhauserhermann.ch
5
MFH Aescherstrasse Basel
Minergie-A-ECO
Kombination Minergie-A-ECO. Das Wohnhaus
ist mit hochwertigen Dämmmaterialien und
Fenstern ausgestattet. Die Heizwärme bezieht
es mittels Wärmepumpe und Erdsonde aus
dem Erdreich. Mit der dachintegrierten Photovoltaikanlage produziert es mindestens so viel
Strom, wie seine Bewohner jährlich für die
Wärmeproduktion verbrauchen und ist somit
ein Nullenergiehaus.
Energiefluss
Angaben gemäss "Nachweis MINERGIE-A", in MJ/(m2a)
EEl=100
Überschuss
QiEl QP
QS
Qg
Vg
QL=68
Qh=64
Qh,korr=37
QWW=75
Grenzwert
Basel-Stadt
MINERGIE-P
Primäranforderung
Komforlüftung
WRG
Hilfsenergien
63
Photovoltaik
Erdsonde JAZ=2.8
72
Umweltwärme
40
6
QT=126
Ein Monitoring überprüft die Nachhaltigkeit
Mit reinen Berechnungen gibt sich Immobilien Basel-Stadt jedoch nicht zufrieden. Eine
konsequente Auswertung der Pilotphase soll
zum Erkenntnisgewinn für Theorie und Praxis
beitragen. Die Ergebnisse davon werden später
in weitere nachhaltige Bauprojekte einfliessen
und auch interessierten Bauherren, Investoren oder Fachleuten zur Verfügung stehen. Zu
diesem Zweck wurde die Projektentwicklung
von Anfang an durch das Institut «Energie am
Bau» der Fachhochschule Nordwestschweiz
begleitet.
Die Fachstelle wirkt aber auch in der Nachkontrolle, während der Nutzungsphase, mit.
Der tatsächlich gemessene Energieverbrauch
wird mit den berechneten Werten aus der
Planungsphase verglichen. Bei Abweichungen werden die Gründe dafür eruiert und der
Betrieb der Haustechnik entsprechend optimiert. Gegenwärtig werden die Daten des ersten Betriebsjahres ausgewertet.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
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Passivhaustage Schweiz
vom 12. - 15. November 2015
BAUEN
12. November 2015
Minergie-P/-A Basiskurs
13. November 2015
Energieforum Schweiz
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Maximaler Komfort bei
minimalem Energieverbrauch
>>
Lüftung: Hohe Behaglichkeit
im Winter und im Sommer
>>
Wen kümmert‘s was der Ölpreis macht?
14. November 2015
Bauherrenseminar
14./15 November 2015
Intern. Tage des Passivhauses
weitere Infos unter:www.toft.ch
Das Fachjournal
2 | 2015
STIEBEL ELTRON AG
Das Fachjournal
BAUEN
BAUEN
men, die sich seit vielen Jahren mit dem nachhaltigen
sinnvoll, technologisch ausgereift und wirtschaftlich
ist, setzt sich die IG Passivhaus für eine rasche Ver-
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breitung dieser Technologie ein. Gleichzeitig garantieren die Mitglieder dem Kunden das strikte Einhalten
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boten wurden. Fortschrittliche Wärmepumpen
hingegen enthalten ökologische Kältemittel
und sie weisen einen weiteren wesentlichen
Vorteil auf: Durch die moderne Technologie
erreichen die neuen Wärmepumpen ganzjährig eine hohe Effizienz, was zu geringeren
Energiekosten führt. Bis zu einem Drittel der
Betriebskosten lassen sich so einsparen. Die
Anschaffungskosten sind zwar nicht unwesentlich, aber kalkulierbar. Ganz im Gegensatz
zu unplanmässigen Reparaturausgaben.
Kommt Zeit, kommt Rat
Da ist es doch besser, sich frühzeitig über einen Austausch Gedanken zu machen. Ist die
Wärmepumpe älter als 18 Jahre, lohnt sich ein
Ersatz in jedem Fall. Denn die neueren Modelle
bieten einige Vorteile: Durch moderne Technologien erreichen sie eine wesentlich höhere
Leistungszahl. Auch die Lautstärke kann durch
die Modernisierung deutlich verringert werden. Zudem verfügen ältere Wärmepumpen
vielfach noch über umweltschädliche Kältemittel, welche in der Schweiz mittlerweile ver-
Gut geplant ist halb geheizt
Wer einen Austausch im Frühling oder Sommer ins Auge fasst, ist für die kommende
Heizperiode gut gerüstet. In dieser Zeit lassen
sich in Ruhe die Kosten durchrechnen, ein geeignetes Modell aussuchen und mittelfristig
einen passenden Termin für Installation und
Inbetriebnahme reservieren. Es macht also
Sinn, sich auch bei der Heizungssanierung
frühzeitig Gedanken zu machen. Denn nach
dem Winter ist bekanntlich vor dem nächsten
Winter.
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Berner Unternehmenspreis
NEUE ENERGIE 2016
Ein grosser Tag in der Geschichte der Wenger
Fenster AG war der 22. Juni 2016. An diesem
Tag wurde dem Unternehmen der Berner Unternehmerpreis NEUE ENERGIE 2016 verliehen.
Die Firma überzeugte die Jury als Muster-KMU
hinsichtlich Betrieb, Innovation und sozialer
Nachhaltigkeit. Die funktionalen, energetisch
hochwertigen und optisch perfekt integrierbaren Fenstersysteme und Dachfenster für Solardächer sind die Kernkompetenz des Unternehmens. Ausserdem beeindruckte die Jury auch
der verantwortungsvolle Umgang mit Energie
im Betrieb, der im Leitbild der Unternehmung
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2 | 2016
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Das Fachjournal
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Schiebeelemente und Verglasungen sowie Dachfenster. Der verantwortungsvolle Umgang mit
Eine Wärmepumpe hat eine relativ lange
Lebensdauer: 15 bis 20 Jahre läuft sie bei
regelmässiger Wartung meist tadellos. Mit
zunehmendem Alter jedoch kann das Gerät
Verschleisserscheinungen aufweisen, was Reparaturen nötig macht. Und was dann? Wenn
die Wärmepumpe mitten in der Heizperiode
aussteigt, ist das sehr unangenehm: Bis das
neue Gerät bestellt, geliefert und installiert ist,
kann es dauern.
STIEBEL ELTRON hat für jedes Bedürfnis die passende Lösung
Der Passivhaus-Pionier: Im Gespräch mit Architekt Pierre Honegger
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Das Haus aus Stroh in Märstetten
1 | 2016
Die Wenger Fenster AG produziert in Wimmis und Blumenstein Fenster, Eingangstüren,
nen, frühzeitig einen Ersatz zu planen.
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gut gerüstet für die Zukunft!
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Zürich/ThurgauWas lange währt ...
Ostschweiz
Wenger Fenster AG
Das Fachjournal
Wenger
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A C HFenster
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Viele ältere Wärmepumpen laufen über Jahre problemlos:
Die Informations-Gemeinschaft Passivhaus Schweiz
Bauen beschäftigen. Weil der Passivhaus-Standard
3 | 2015
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7
Flumroc AG
Rubriktitel
Steinwolle für das Glas-Hochhaus
Das höchste Gebäude in Pratteln trägt auch die Handschrift der Flumroc AG:
Das Flumser Unternehmen war für die Dämmung der Fassade des Ceres Tower zuständig
und stellte dafür speziell zugeschnittene Wärmedämm- und Brandschutzplatten
aus Steinwolle her.
Eine Visualisierung des
Ceres Towers, wie ihn das
atelier ww entworfen hat.
Steinwolle – die Vorteile
Steinwolle ist ein Naturprodukt und eignet sich hervorragend für
Dämmungen an und in Gebäuden aller Art. Die Vorteile von Steinwolle auf einen Blick:
_ brennt nicht (Schmelztemperatur höher als 1000 Grad Celsius)
_ Brandriegel ist nicht erforderlich
_ hohe Schalldämmung
_ Zulassung für Hochhäuser
_ äusserst langlebig
_ leicht zu verarbeiten
_ formstabil
8
Noch rahmen die Gerüste den Ceres Tower in
Pratteln ein. Vereinzelt spiegeln sich Glasflächen, wenn Sonnenstrahlen auf das neue Hochhaus mit 82 Meter Höhe treffen. Das endgültige
Aussehen des höchsten Gebäudes in Pratteln
im Kanton Baselland lässt sich momentan jedoch nur erahnen. Der Turm steht mit einem
«breiten Fuss» am Boden und erschlankt auf
der Höhe der benachbarten Gebäude. Der Bau
des Wohn- und Geschäftsgebäudes ist bereits
weit vorangeschritten, der Innenausbau läuft
auf Hochtouren. Das Zürcher Architekturbüro atelier ww hat die obersten 15 Geschosse
als Mietwohnungen konzipiert, in den sieben
darunterliegenden Etagen entstehen Büroräumlichkeiten. In den drei Untergeschossen
wird eine Tiefgarage mit rund 200 Parkplätzen
realisiert. Gebaut wird nachhaltig nach Minergie-Standard. Direkt angrenzend an den Ceres
Tower schliesst die langgestreckte, ebenfalls
von atelier ww geplante Wohnüberbauung
Ceres Living an, in der sich 136 Wohnungen in
unterschiedlichen Grössen befinden. Im Oktober 2017 werden die ersten Mieter in den von
der HRS Real Estate AG für den Immobilienfonds der Credit Suisse AG erstellten Turm,
einziehen, zu dessen Bau auch die Flumroc AG
beigetragen hat.
«Die beste Lösung»
«Die Flumroc AG war das einzige Unternehmen,
das eine auf das Objekt zugeschnittene Lösung
für die Fassade präsentiert hat», sagt Jürg
Ryser, Projektleiter des Fassadenbauers Rytz
AG. Obwohl der grössere Teil der Fassade des
Ceres Towers aus Glas besteht, mussten doch
etliche Teilbereiche gedämmt werden. Zudem
gelten bei einem Hochhaus strenge Brandschutzvorschriften. Hier punkten die Steinwollprodukte der Flumroc AG besonders, denn:
Steinwolle brennt nicht. Im Brandfall bleibt sie
bei über 1000 Grad Celsius formstabil. Die hohe
Schmelztemperatur hindert Flammen wirNachhaltig Bauen | 1 | 2017
Publireportage
Die speziell zugeschnittenen und sorgfältig beschrifteten
Flumroc-Dämmplatten auf der Baustelle.
Die Aussenarbeiten am Ceres Tower sind praktisch
abgeschlossen. Nun ist der Innenausbau an der Reihe.
kungsvoll an der Ausbreitung. Auch logistisch
bringt der Bau eines Hochhauses besondere
Herausforderungen mit. «Flumroc war sehr gut
vorbereitet und hatte sich eingehend mit dem
Projekt auseinandergesetzt», sagt Ryser. «Sie
hatten einfach die beste Lösung.»
Fensterelemente, insbesondere die Sturz- und
Brüstungselemente, wurden mit der Dämmung
separat in der Werkstatt des Fassadenbauers
hergestellt. Die Pfeilerbereiche und die Deckenstirnen hingegen wurden direkt auf der
Baustelle gedämmt. Das brachte logistische
Herausforderungen mit sich: Die speziell und
auf unterschiedliche Masse zugeschnittenen
Dämmplatten mussten an verschiedene Orte –
nämlich auf die Baustelle und in die Werkstatt –
geliefert werden. Damit die 17 unterschiedlichen Zuschnitt-Typen für alle Beteiligten gut
erkennbar waren, markierte Flumroc die Paletten und Pakete gut sichtbar mit Hilfe einer Spezialetikette. Die Zuschnitte für die Werkstattproduktion der Rytz AG liess Flumroc einem
Händler vor Ort zukommen, von wo sie nach
Bedarf in die Werkstatt transportiert wurden.
Das Material für die Baustelle lieferte Flumroc
direkt in mehreren Etappen. Für diesen organisatorischen und logistischen Kraftakt musste die Zusammenarbeit sowohl extern als auch
intern reibungslos funktionieren. Projektleiter
Jürg Ryser findet für die Arbeit von Flumroc nur
ein Wort: «Tipptopp!»
❰
Auf die Fassade zugeschnitten
Aufgrund der strengen Brandschutzvorschriften und der baulichen Gegebenheiten suchte Flumroc eine individuelle Lösung für die
Fassadendämmung. Diese fanden die Flumser Spezialisten in Zusammenarbeit mit der
Rytz AG, den Architekten und den zuständigen
Brandschutzfachstellen. «Die Zusammenarbeit
klappte hervorragend», lobt Jürg Ryser. «Flumroc hat zum Beispiel die ganzen Brandschutzabklärungen durchgeführt und dokumentiert.
Das hat uns viel Arbeit erspart.» Die Lösung
von Flumroc: ein zum Teil mehrlagiger Aufbau der Brandschutzplatten FPI 700, FPI 100,
Dämmplatte 3, MEGA und PARA. Alles in Spezialzuschnitten eigens für dieses Projekt – eine
zusätzliche Herausforderung für den Fassadenbauer und das Flumser Unternehmen. Teile der
Die Flumroc AG in Kürze
Flumroc stellt seit über 60 Jahren in Flums (SG) vorwiegend aus Schweizer Gestein Steinwollprodukte her. Über 230 Mitarbeitende stellen die Produktion und Auslieferung von hochwertigen Dämmprodukten für Wärmedämmung, vorbeugenden Brandschutz und Schallschutz sicher.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Detailansicht der
Dämmungsarbeiten an
der Fassade.
Flumroc AG
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Tel. 081 734 11 11
Fax 081 734 12 13
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9
Verein eco-bau
Sanieren, umnutzen, ersetzen –
wie umgehen mit dem Bestand?
Was tun, wenn Gebäude in die Jahre kommen? Wie man diese Frage aus Sicht der Nachhaltigkeit angehen kann, zeigte sich an einer Veranstaltung Ende März in Basel. Eingeladen
hatten der Verein eco-bau und das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS).
Ende März veranstalteten der Verein eco-bau
und das Netzwerk Nachhaltiges Bauen (NNBS)
eine Fachtagung zu diesem Thema. Dort gab
es Referate, die sich unter anderem um vier
gebaute Beispiele aus dem Kanton Basel-Stadt
drehten. Diese Objekte konnten am Nachmittag auch unter kundiger Führung besichtigt
werden. Gekommen waren rund 250 Planer,
Architekten, Investoren sowie Fachleute aus
den Baubehörden.
Bild: Kunstmuseum Basel
Fotograf: Julian Salinas
10
Wenn ein Gebäude in die Jahre kommt, muss –
sofern es nicht unter Schutz steht – oft entschieden werden, ob sich eine Sanierung noch
lohnt oder ob es besser rückgebaut und durch
einen Neubau ersetzt werden soll. Diese Frage zu beantworten ist nicht ganz einfach. Es
gilt einerseits den Zustand des Bauwerks zu
beurteilen und andererseits wirtschaftliche
Szenarien zu vergleichen. Anspruchsvoll wird
es erst recht, wenn eine wirklich nachhaltige
Lösung gefunden werden soll, die auch für die
Gesellschaft und die Umwelt optimal ist. Dann
spielen weitere Aspekte wie Nutzungsqualität,
Logistik, graue Energie, Schadstoffemissionen
oder Systemtrennung eine wichtige Rolle. Sie
alle gilt es gegeneinander abzuwägen und mit
der künftigen Nutzung in Einklang zu bringen.
Die Sicht des Immobiliendienstleisters
Als erster Referent erläuterte Daniel Grando,
Mitglied der Geschäftsleitung Halter Immobilien, wie er als Immobiliendienstleister an das
Thema herangeht. Seine Erfahrung ist, dass in
der Planung grundsätzlich viel zu schnell auf
bauliche Lösungen hingesteuert wird. Deshalb
erarbeitet er für eine Bestandsliegenschaft zuerst eine Strategie, auf der die Planung aufbauen kann.
Dabei geht er folgendermassen vor: Als Erstes
werden die Potenziale abgeklärt, beispielsweise hinsichtlich Kosten, Risiken, Erträgen,
Wert und Ökologie. Danach werden Varianten
erarbeitet. Je nach Liegenschaft können die
vom «Weiterbetrieb» über «geringfügige Sanierung», «umfassende Sanierung mit Erweiterung» bis zum Ersatzneubau reichen. Diese
Varianten werden bewertet, und zwar unter Berücksichtigung des ganzen Lebenszyklus. Das
fängt beim Grundstück und seinem Kontext an,
führt über Aspekte wie Flächeneffizienz, Energie, Ökologie bis zu den Lebenszykluskosten.
Basierend auf dieser Bewertung wird eine
Variante zur Weiterbearbeitung vorgeschlagen.
Dieses Konzept lässt sich auf Einzelobjekte und
auch auf ganze Portfolios anwenden. Wie das
in der Praxis geht, zeigte Grando anhand der
Chancen-Risiken-Analyse, die sein Unternehmen für das Objekt Claridenstrasse in Zürich
gemacht hat.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Fachtagung eco-bau
Ersatz in anspruchsvollem Umfeld
Emanuel Christ von Christ & Gantenbein AG
liess die Gäste an den grundsätzlichen Überlegungen teilhaben, die schliesslich zum Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel führten. Hier ging es ja darum, dem bestehenden
Gebäude ein neues hinzuzufügen.
Für Christ steht bei Erneuerungen jeglicher
Art vor allem und immer das Verhältnis zum
Kontext im Vordergrund – also Aspekte wie architektonische Autonomie, Abgrenzung, Harmonie etc. Der Kontext beim Kunstmuseum
war anspruchsvoll. Einerseits galt es, dem
bestehenden, hochwertigen Altbau Rechnung
zu tragen, andererseits war das verfügbare,
mehrfach gefaltete Grundstück alles andere
als leicht zu bebauen. Der alte und der neue
Bau sollten ja als Teil des gesamten «Systems
Kunstmuseum» funktionieren und auch so
wahrgenommen werden.
Damit der Neubau nachhaltig werden konnte
(gefordert war Minergie-P-Eco) mussten für
verschiedene Probleme innovative Lösungen
gefunden werden. Dazu gehört etwa die geregelte Tageslichtführung in den Oberlichtsälen.
Durch die Geometrie der geneigten, sich nach
unten öffnenden (1,68 m hohen) Wände der
Oberlichtelemente ist der Anteil der Glasflächen erheblich reduziert. Dadurch verringert
sich der Sonnenwärmeeintrag in die Räume
auf ein Minimum. Die geneigten Wände der
Oberlichtelemente erzeugen einen hohen Reflexionsanteil, der einer gleichmässigen und
qualitativ hochwertigen Lichtverteilung zugutekommt. Die Lichtschutzlamellen, die über
der Glasebene im Kalten liegen, sind Tageslichtabhängig geregelt. Diese Lösung reduziert nicht nur den Strombedarf für die Beleuchtung, sondern auch den sommerlichen
Wärmeeintrag und somit den Energiebedarf
für die Kühlung.
Ersatz mit Gewinn für die Allgemeinheit
Ganz anders stellte sich die Aufgabe bei den
Baloise Versicherungen, wie Philippe Fürstenberger, Gesamtprojektleiter Baloise Park und
Mitglied der Direktion, ausführte. Hier war der
Ausgangspunkt ein ganzes Areal, unter andeNachhaltig Bauen | 1 | 2017
rem mit einem 35-jährigen Hotel und einem
60-jährigen Bürogebäude.
In seinem Beitrag zeigte er, wie bei der Beurteilung des Bestands vorgegangen wurde. Sowohl beim Hotel als auch bei den Bürobauten
war die Gebäudestruktur entscheidend dafür,
dass sich die Basler Versicherungen für den
Ersatz und gegen die Sanierung entschieden.
Die Gebäude wären mit vertretbarem Aufwand
nicht an die heutigen Anforderungen anzupassen gewesen. Hinzu kommt, dass die zu erwartende Rendite nach der Sanierung gesunken
wäre – einerseits, weil sich die Mieterträge
über den Lebenszyklus kaum hätten steigern
lassen und andererseits, weil die Betriebskosten mit dem Alter steigen.
Am Ende resultierte ein Bebauungsplan, in
dem die Stadt den Bauherrn zum nachhaltigen Bauen verpflichtete. Damit ging man
in die Testplanung. Resultat ist ein Projekt
mit drei grossen Gebäuden und – als schönem Nebeneffekt – einem neuen öffentlichen
Platz. In Zahlen ausgedrückt: Nach Abschluss
der letzten Bauphase werden 620 moderne
Arbeitsplätze für die Baloise Group, ein neues
Businesshotel der gehobenen Sternekategorie
sowie 15 000 m2 Büro- und Verkaufsfläche an attraktiver Lage zur Verfügung stehen.
Sanieren und dabei
Fläche gewinnen
Gegen den Ersatz und
für die Sanierung
entschied sich Syngenta bei ihrem Bürogebäude Rosental,
wie Johannes Kretzschmar erläuterte. Er
war bei der Gruner AG,
Basel, für das Projekt verantwortlich. Ein wesentlicher
Aspekt, der für die Sanierung
sprach, war die graue Energie. Beim
Umbau galt es, den Charakter der bestehenden, markanten Gebäudegruppe zu erhalten
und dabei ein modernes Bürolayout zu schaffen. Eine weitere wichtige Aufgabe war, die
René Mosbacher ist bei
eco-bau für die Kommunikation verantwortlich
Bei der Immobilienentwicklung arbeitet Halter
Immobilien mit einem
Set von 8 Themen.
Bild: Halter Immobilien
11
Verein eco-bau
Fachtagung eco-bau
nem zusätzlichen Geschoss entspricht. Eher
schwierig gestaltete sich die Raumakustik
in den neuen, offenen Büroflächen. Lüftung,
Heizung und Kühlung wurden in die Decke
integriert. Die Umsetzung der Vorgaben von
Minergie-P-Eco sei durchaus anspruchsvoll
gewesen, konnte aber durch intensive Begleitung der Bauarbeiten gelöst werden.
Bei der der Erweiterung zum Kunsthaus Basel galt es, einem anspruchsvollen
Kontext Rechnung zu tragen. Einerseits musste dem bestehenden, hochwertigen Altbau
(im Vordergrund) Rechnung getragen werden, andererseits war das verfügbare,
mehrfach gefaltete Grundstück alles andere als leicht zu bebauen.
Bild: Kunstmuseum Basel, Fotograf: Julian Salinas
Baulogistik und den Baulärm im intensiv genutzten Umfeld in den Griff zu bekommen. Das
Gebäude musste an die heutigen Normen (zum
Beispiel für Brandschutz und Erdbebensicherheit) angepasst, die bestehende Quartiertrafostation ersetzt, das Mitarbeiterrestaurant im
Innenhof des Ensembles erneuert werden.
Am Ende sollte das Ganze nach Minergie-PEco zertifiziert werden.
Was das Büro-Layout anbelangt: Durch Verschieben der Fassaden nach aussen konnte
eine Fläche gewonnen werden, die etwa ei-
Baloise Park
Strategischen Weitblick beweisen
Liegenschaftswert (Substanz)
•
Planung für Konstruktion > 50 Jahre
•
Nutzungskonzepte 50 Jahre
•
Planung für Materialisierung 30 Jahre
•
Haustechnikanlagen < 20 Jahre
Rendite
Mietertrag
Betriebskosten zu Lasten Eigentümerin
Immer, wenn es um Investitionen im Zusammenhang mit bestehenden Gebäuden
geht, ist strategischer Weitblick gefragt. Der kann beispielsweise zeigen,
dass sich der Mietertrag von Geschäftsliegenschaften durch eine Sanierung gar
nicht wesentlich erhöhen lässt, während die Betriebskosten aber steigen.
Bild: Basler Versicherungen
12
Jahr 55
2. Lebenszyklus Gebäude
Jahr 45
Jahr 25
Jahr 1
Jahr -5
Jahr -15
1. Lebenszyklus Gebäude
Sanieren trotz 70er-Jahre Betonklotz
Auch bei der Sanierung der Schulanlage
Bäumlihof in Basel war die Gebäudestruktur
ein Knackpunkt, erklärte Bernhard Gysin, Leiter Schulen beim Hochbauamt Kanton BaselStadt. Das Mitte der 1970er-Jahre gebaute
Gymnasium entsprach weder den baulichen
noch den schulischen Anforderungen von
heute. Es war architektonisch nicht sonderlich
wertvoll und teilweise in schlechtem Zustand.
Insgesamt gab es also wenige Gründe, die Gebäude nicht zu ersetzen.
Eine umfassende Zustandsanalyse zeigt dann
doch, dass sich mit dem Bestehenden eine
moderne Schulanlage realisieren liess. Für die
Sanierung sprach auch, dass es im Umfeld der
Schule gar nicht genug Platz für einen Neubau
gab. Klar war, dass der Kanton seiner Vorbildfunktion gerecht werden und eine nachhaltige
Lösung finden wollte. Als Vorgabe galt, dass
die Anlage den Standard Minergie-P-Eco oder
ein gleichwertiges Niveau erreichen sollte. Das
bedeutete unter anderem: Die Energiekennzahl musste von 300 MJ/m2 auf 24,2 MJ/m2
gesenkt werden.
Interessant waren die Randbemerkungen zur
Zertifizierung: Zuerst wollte man aus Kostengründen eher darauf verzichten und nur
«gleichwertig» bauen. Wegen der absehbaren
Probleme bei der Qualitätssicherung und der
Überprüfung der Resultate, entschloss man
sich dann doch zu zertifizieren, zumindest
nach Minergie-Eco. Das «P» wurde wegen der
schwierig umzusetzenden Perimeterdämmung
fallen gelassen. Zu erwähnen bleibt, dass die
ganze Anlage im laufenden Betrieb umgebaut
wurde.
Zuerst schauen, dann bauen
Das Fazit aus der Veranstaltung könnte etwa
so lauten: Nicht zu früh auf bauliche Lösungen hinarbeiten, sondern zuerst eine gründliche Auslegeordnung machen. Sie bildet die
Grundlage dafür, die richtige Strategie für die
Weiterentwicklung der jeweiligen Liegenschaften zu finden.
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Sanierung und Aufstockung EFH in Sissach
Ein Traum in Weiss
Von Carmen Nagel Eschrich
Reinkommen und sich wohlfühlen –
so lebt es sich in diesem frisch sanierten
Einfamilienhaus im Tessiner Stil heute.
Was sein Standort in der Region Baselland
kaum bietet, ist das milde, südländische
Klima – doch nach der energetischen Sanierung im Minergie-P-Standard könnte der
Wohnkomfort im strahlend weissen Heim
kaum besser sein.
Die nahezu einzige Bedingung, welche die vierköpfige Familie an ihr künftiges Eigenheim
stellte, war, dass es kein Neubau sein sollte.
Ungewöhnlich, doch die Bauherrin bestätigt:
«Ich muss reinkommen und mich wohlfühlen.»
Ein Gefühl, das sich bei der Besichtigung des
14
sanierungsbedürftigen Tessiner Hauses umgehend einstellte. Den übrigen Kaufinteressenten fehlte es an Phantasie sich auszumalen,
welches Potenzial die Immobilie barg – und
daher wurde das Objekt rasch der Familie zugesprochen. Zusammen mit Architekt Markus
Oegerli von H - O wurde ein durchdachtes Sanierungskonzept erarbeitet.
Gut durchdacht
Dafür nahm sich das Team ein Jahr Zeit, während dem verschiedenste Ansätze auf dem
bestehenden Grundstück geprüft wurden: ein
zusätzlicher Neubau, ein Anbau, eine Aufstockung – letztendlich überzeugte die Idee, das
bestehende Erdgeschoss exakt im Ursprung zu
belassen und oben mit einem Neubau zu erweitern, kombiniert mit verschiedenen Terrassen
und Freiräumen. Eine energetische Sanierung
stand anfangs nicht im Fokus, doch während
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Minergie-P
vorher
der Planung schien eine optimal gedämmte Hülle die konsequente Weiterführung der
generellen Modernisierungsmassnahmen zu
sein: Nachhaltig und ökologisch wurde die Aufstockung als atmungsaktiver, leichter Holzbau
ausgeführt. Er ruht auf den bestehenden 30 cm
starken Mauerwänden, die mit 22 cm Steinwolle «warm eingepackt» wurden. Die angebrachte Dämmung verbindet Alt und Neu; äusserlich ist der Wechsel dank weissem Verputz
zu einer strahlenden Wohnskulptur verschmolzen. Sensibel wurden dabei die Fensterproportionen des Neubaus an den Bestand angepasst.
Haus mit Herz
Im Erdgeschoss sollte der Charme des Tessiner Hauses erhalten und bewahrt werden. Er
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
zeichnet sich durch seine sternförmige Entwicklung aus, die in der Küche ihren Ursprung
nimmt; sie bildet das Herzstück, in das man
unmittelbar vom Windfang aus gelangt. Von
diesem Dreh- und Angelpunkt aus werden das
Wohnzimmer mit gemütlicher Lounge und die
Südterrasse, die Bibliothek und das Arbeitszimmer erschlossen. Vorschläge, durch abgebrochene Wände den heute typisch modernen,
offenen Ess-, Koch- und Wohnbereich zu generieren, lehnte die Bauherrin selbstbewusst
ab: «Uns gefällt die Kleinteiligkeit und Gemütlichkeit des bestehenden Grundrisses, offene
Räume bieten wenig Rückzug, man fühlt sich
verloren.» Im Obergeschoss mündet die Treppe in einen offenen Raum, eine gemütliche
Lounge mit Fenstern: Diese bildet eine Puffer15
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und Begegnungszone zum gegenüberliegenden Mädchenzimmer. Zur Nordfassade befindet sich der Elterntrakt. Das Schlafzimmer mit
einer Fläche von 16 m² gewinnt durch die rund
30 m² grosse geniale Dachterrasse enorm an
Weite; ein dazugehörendes Bad und eine Ankleide runden das Gesamtbild gelungen ab.
Urlaub zu Hause
Bei der Sanierung im Jahr 1953 wurde der
Bestand sensibel bewahrt. Nach der Entkernung entschied man sich bewusst gegen die
Begradigung der Wände und Öffnungen – erstaunlicherweise ist im Erdgeschoss kaum
ein rechter Winkel zu finden: Die leichten
Bögen an Durchgängen und Balkonen sowie
die «schiefen» Wände sind zwar nicht deutlich sichtbar, werden aber im harmonischen
Wohnfluss spürbar. Die gewählten Materialien unterstreichen das südländische Flair,
Minergie-P
zum Beispiel der robuste Eichenboden und die
warmen, natürlichen Farben für Einbauten und
Möbel. Stolz ist die Bauherrschaft auch auf die
Instandsetzung des offenen Kamins; typisch
tessinerisch wurden im Putz Sonnenstrahlen
um die Öffnung zum Feuer eingearbeitet. Er
schafft Behaglichkeit und spendet besonders
in der Übergangszeit Wärme. Dringend notwendig ist diese Wärmequelle nicht, denn die
Minergie-P-Zeritfizierung bezeugt äusserst
geringen Energieverbrauch. «Ganz einfach war
das nicht», berichtet der Architekt, «trotz der
Hourdisdecke zwischen Untergeschoss und
Erdgeschoss mussten wir die geforderte Luftdichtigkeit erreichen.» Komfortlüftung, Warmwasserkollektoren und die Photovoltaikanlage
runden die nachhaltige Sanierung ab, ebenso
die traumhaften Aussenanlagen mit Pool, Gartenpavillon – und natürlich der typisch helle,
südländische Naturstein. ❰
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Meyer Burger (Switzerland) AG
Fitness und Wellness
dank hocheffizienter Photovoltaik
Auf dem Empa-Campus in Dübendorf wurde letztes Jahr das modulare Forschungs- und
Innovationsgebäude «NEST» eröffnet. Im Frühsommer 2017 wird das bestehende Gebäude
durch einen weiteren Teil ergänzt. Der neue Bereich, eine Fitness- und Wellness-Oase, erhält
seine Energie von zwei Meyer-Burger-Solaranlagen sowie von den trainierenden Besuchern.
NEST zum Zeitpunkt u
der Eröffnung
(Quelle: Roman Keller)
QUALITY
Das Atrium des NEST
(Quelle: Roman Keller)
18
Das Forschungs- und Innovationsgebäude
«NEST» ist ein viergeschossiges Gebäude mit
einer Grundinfrastruktur, dem «Backbone»,
und mehreren unabhängigen, modularen Gebäudeteilen, den «Units». Die einzelnen Units
dienen nicht nur als Raum für Wohnen, Büro
und Freizeit, sondern auch als Forschungsobjekte. Getestet werden der Einsatz innovativer Technologien und Systeme in realer
Nutzumgebung sowie moderne Wohn- und
Arbeitsformen. Normalerweise bleiben Units
jeweils zwischen fünf und zehn Jahren in Betrieb, bevor sie rückgebaut werden, um einem
neuen Forschungsprojekt Platz zu machen.
Eine einzigartige Chance
Das europaweit einzigartige Gebäude ist ein gemeinsames Projekt von Wirtschaft, Forschung
und öffentlicher Hand. Die Empa und die Eawag
führen das Projekt. Finanzielle Unterstützung
erhält es vom Bundesamt für Energie (BFE),
vom Kanton Zürich, von der Stadt Dübendorf
sowie von einer Vielzahl an Unternehmen und
Verbänden. Ziel des breit abgestützten Projektes ist es, eine Brücke zwischen Labor und
Markt zu schlagen. NEST bietet Unternehmen
die Chance, ihre ausgereiften, jedoch noch
nicht marktgeprüften Produkte unter realen
Bedingungen zu testen. Produkte können so
bis zur Marktreife und ohne Risiko weiterentwickelt werden. Der grundsätzliche Nutzen von
NEST (Next Evolution in Sustainable Building
Technologies) liegt folglich in einer Innovationsbeschleunigung.
100% erneuerbar
Zum Zeitpunkt der Eröffnung von NEST im
Frühjahr letzten Jahres existierten neben dem
Backbone bereits die ersten beiden Units: Die
Unit «Meet2Create», eine innovative Arbeitsumgebung, und die Unit «Vision Wood», ein
Wohnraum aus Holz. Im Frühsommer 2017 wird
das Gebäude mit einer dritten Unit ergänzt.
Die neue Unit «Solares Fitness & Wellness»
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Empa-Campus «NEST» Dübendorf
wird vom Schweizerisch-Liechtensteinischen
Gebäudetechnikverband suissetec unterstützt
und verfolgt das vorbildliche Ziel eines 100%
erneuerbaren Betriebs. Um diesem Ziel gerecht zu werden, braucht es eine hocheffiziente
Solaranlage, die auf der begrenzten Fläche ein
Maximum an Energie erzeugt. Die Projektleitung des Innovationsgebäudes entschied sich
für eine Partnerschaft mit Meyer Burger, da
die Hochleistungs-Solaranlagen des Schweizer Herstellers aus Thun diese Anforderung
am besten erfüllen. Es werden deshalb zwei
hocheffiziente Meyer-Burger-Solaranlagen in
der Unit installiert.
Meyer Burger hoch zwei
Auf dem Dach werden 58 Meyer-Burger-Module der neusten Generation installiert. Es
handelt sich um bifaciale Glas-Glas-Module,
die das Sonnenlicht auf der Vorder- wie auch
auf der Rückseite in elektrische Energie umwandeln. Bei den jeweils 60 Zellen pro Modul
handelt es sich um Heterojunction-Zellen. Die
bahnbrechende Heterojunction Technologie
(HJT) von Meyer Burger verbindet die Vorteile
der kristallinen mit denen der DünnschichtZelltechnologie. Die Zellen im Modul werden
mit der SmartWire Connection Technologie
(SWCT) von Meyer Burger elektrisch verbunden. Diese Draht-Zellverbindungstechnologie,
die die konventionelle Busbar-Technologie
ablöst, bringt viele Vorteile mit sich, insbesondere aber ihr filigranes Aussehen sowie
eine Effizienzsteigerung. Die Unterkonstruktion gewisser Module auf dem Dach des Fitnesszentrums wird mit einem Aluminiumblech
bestückt, sodass die bifacialen Module die vom
Blech reflektierte Strahlung nutzen. Bei den
anderen Modulen reflektiert das Glasgranulat
des Dachsubstrats die Sonnenstrahlen auf die
Rückseite des Moduls. Im Betrieb wird sich
zeigen, welche Variante gewinnbringender
ist. Neben der Dachanlage wird eine weitere
Meyer-Burger-Photovoltaikanlage installiert.
Diese wird in die Fassade des Fitnesszentrums
integriert. Die PV-Fassade besteht aus 15, im
Markt sehr gefragten, jedoch erst limitiert erhältlichen, MegaSlate®-Modulen in einer biNachhaltig Bauen | 1 | 2017
Die Unit «Solares
Fitness & Wellness» im Bau
(Quelle: Empa)
facialen Ausführung. Die gebäudeintegrierten
MegaSlate®-Module sind mit 40 Zellen kleiner
als die Dachmodule, weswegen sie sich sehr
flexibel und passgenau in die Fassade integrieren lassen.
Nachhaltiges Fitness
Dank der Meyer-Burger-Solaranlage, einer
Hochtemperatur-CO2-Wärmepumpe und den
Gästen, die durch ihr Training auf den Geräten Strom erzeugen, kann die Unit, über das
Jahr gerechnet, ihren Energieverbrauch selbst
decken. Mit dem regelmässigen Training im
«Solares Fitness & Wellness» können die Gäste
somit nicht nur nachhaltig ihrer Gesundheit
Gutes tun, sie unterstützen gleichzeitig eine
nachhaltige Gebäudeenergieversorgung.
❰
Visualisierung der Unit
«Solares Fitness & Wellness»
(Quelle: 3D3W)
19
Eternit (Schweiz) AG
Viele Talente:
Eternit-Platten im Innenraum
Gesamtsanierung Schulanlage Bäumlihof in Basel-Stadt
Das Herzstück des Ensembles bildet ein wuchtiges Gebäude mit quadratischem Fussabdruck, drei Seitenarme greifen wie Tentakeln
in alle Himmelsrichtungen. Die Schulanlage
Bäumlihof besitzt nicht nur eine auffällige
Grundform, sie ist auch die grösste in BaselStadt. 1972 errichtet wird sie derzeit umfassend erneuert und bei laufendem Schulbetrieb
bis 2018 an die aktuellen Bedürfnisse angepasst.
Präzise Einfräsungen
Neues Prunkstück der Anlage ist eine dreigeschossige Halle im Hauptbau. Von hier führen
Passerellen in die drei Klassentrakte, hierhin
kommen die Schüler und Lehrkräfte nach dem
Unterricht, um Bibliothek, Aula, Mensa oder
Lehrerzimmer aufzusuchen. Die Halle sollte
ursprünglich mit einem Holzwerkstoff verkleidet werden, doch dann entschieden sich die
Architekten für elfenbeinfarbige SWISSPEARL
Platten. Es sind nämlich wahre Multitalente:
robust, dauerhaft und zudem präzise perforierbar. Fachkräfte der Eternit (Schweiz) AG
im Werk Niederurnen fertigten die Perforationskanten mit hochmodernen CNC-Schneidmaschinen in der gleichen hohen Qualität wie
die Platten selbst.
Monolithische Wirkung
Die Perforierung besteht aus zahllosen, etwa
armlangen Schlitzen mit abgerundeten Enden.
Dahinter verstecken sich Mineralfaserplatten,
welche der Raumakustik dienen. Die Perforierung erfüllt also neben einem optischen auch
einen praktischen Nutzen. Ein weiterer Vorteil der Faserzementplatten ist, dass sie aus
einem Guss durchgefärbt und monolithisch
sind. Nicht zuletzt sind sie in frei wählbaren
Farben und mit verschiedenen Oberflächen
erhältlich. Genau dies gefällt den Architekten
von Enzmann Fischer aus Zürich: «Dank der
20
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Publireportage
changierenden Oberfläche wirken die Platten
nicht ‹geschleckt› und harmonieren perfekt
mit der Beton-Aussenfassade», sagt Philipp
Fischer. Gleich mehrere Gründe sprachen
also für die Wahl von Faserzementplatten der
Eternit (Schweiz) AG.
❰
Eternit (Schweiz) AG
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Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
21
1a hunkeler fenster AG
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Fenster mit Weitblick
Das TOP-WIN Fenster des innovativen Schweizer Fensterbauunternehmens
aus Ebikon eröffnet mit seinem hohen Glasanteil einen unvergleichbaren Weitblick.
Die Überbauung Eden Lake Wilen mit MINERGIE-P® Standard zeigt eindrücklich,
dass die Fenster auch bei der Wärmedämmung restlos überzeugen.
Pierre Honegger,
Architekt der Überbauung
Eden Lake, setzt auf das
TOP-WIN Fenster der
1a hunkeler fenster AG.
truktion. Dank Schweizer Spitzentechnologie
liegen die Fensterflügel komplett hinter dem
Rahmen. Überdies sind die Flügel- und Mittelpartien äusserst schmal und die Fensterfläche
dadurch umso grösser.
Die Überbauung Eden
Lake Wilen wird dem
MINERGIE-P® Standard
gerecht. Dies entspricht
dem internationalen
Passivhaus Standard.
Die hochwertigen Fenster
von 1a hunkeler fenster AG
tragen dazu bei, dass der
vorgegebene Mindestwert
deutlich unterschritten
wird.
Lichtdurchflutete Räume und einen aussergewöhnlichen Blick. Das bieten die TOP-WIN
Fenster der Firma 1a hunkeler fenster AG.
Ermöglicht werden diese Grosszügigkeit und
die damit verbundene hohe Ästhetik durch
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1.5
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0.60
0.5
66% unter
Mindestwert
0.20
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Minergie P
Wohnhaus
Neubau Minergie P
Wohnüberbauung
Eden-Lake mit
TOP-WIN
66 Prozent besser als gefordert!
Dank TOP-WIN Fenstern von 1a hunkeler fenster AG
Ideal für MINERGIE-P® Standard
Weitblick bieten die Fenster auch punkto Wärmedämmung. Durch den serienmässigen Einsatz
eines hochwertigen Dreifachglases sowie dank
dem Glasrandverbund aus Kunststoff wird das
TOP-WIN Fenster auch höchsten Ansprüchen
im Passivhausbau gerecht.
Qualitätsmerkmale, welche für das Architekturbüro Honegger aus Herdern ein wesentliches Argument für den Einsatz des TOP-WIN
Fensters sind. «Ich bin immer wieder begeistert von der Qualität und der Einzigartigkeit der
Produkte von 1a hunkeler fenster AG», sagt
der zuständige Architekt Pierre Honegger und
fügt hinzu: «Beim Projekt Eden Lake in Wilen
hat insbesondere die Kombination der äusserst eleganten Optik in Kombination mit dem
grossen Beitrag zu einem minimalen Energieverbrauch den Ausschlag gegeben.»
Unterstrichen wird diese Aussage eindrücklich
vom Resultat des am Objekt Eden Lake durchgeführten «Blower-Door-Tests». Der Test überprüft die Dichtheit einer Gebäudehülle. Die für
den MINERGIE-P® Standard geforderten Werte
wurden um beeindruckende 66 Prozent unterschritten.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Regionale Musikschule Liestal
Wo die Musik spielt
Von Anita Bucher
In einem Neubau an der Kasernenstrasse 68
hat die regionale Musikschule ihr neues
Zuhause gefunden. Hier, wo ein reges
Kommen und Gehen, ein eifriges Üben und
Hantieren herrscht, gab es bei der kontrollierten Lüftung und der Akustik besondere
Herausforderungen zu bewältigen.
Manchmal ist der Zufall ein Glücksfall. Diesmal für die regionale Musikschule Liestal
(rml). Eine zufällige Begegnung zwischen der
Leitung der regionalen Musikschule Liestal
und Architekt Andreas Scherer, des Büros
Scherer Architekten in Liestal, brachte die zündende Idee. An der Kasernenstrasse 68 könnte
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
doch die Musikschule einziehen? Zwar hatten
die ersten Arbeiten für einen künftigen Wohnungsbau schon begonnen, das bisherige Gebäude war bereits abgerissen worden und der
Aushub der Fundation schon gemacht. Aber
der Bau passte vom Raumangebot her perfekt
zu den Wünschen der Musikschule. Auch die
Investorenseite kam zur Überzeugung, hier an
Stelle der geplanten Mietwohnungen die neue
Heimat der rml entstehen zu lassen und mit
ihr einen langfristigen Mietvertrag einzugehen.
So hatte die Musikschule nach langem Verbleib
in diversen Provisorien nun einen definitiven
Standort gefunden.
Aus Wohnbau wird Musikschule
Eine Nutzungsänderung des Neubaus wurde eingeleitet. Die Fachplaner beugten sich
nochmals über die Pläne, um die notwendigen
Anpassungen für den Betrieb einer Musik-
23
Regionale Musikschule Liestal
Die Regionale Musikschule Liestal …
_ Ist die Schule für Musik, Tanz und Theater
der neun Basellandschaftlichen Gemeinden des Zweckverbandes (Arisdorf, Frenkendorf, Füllinsdorf, Hersberg, Lausen,
Liestal, Lupsingen, Ramlinsburg, Seltisberg) und erfüllt den Bildungsauftrag
nach kantonalem Bildungsgesetz.
_ Richtet sich mit 65 Lehrpersonen an ca.
1200 Kinder und Jugendliche im Alter von
3–20 Jahren mit Unterricht auf fast allen
Instrumenten sowie Tanz und Theater.
_ Bildet den Nachwuchs der Chöre, Orchester und Musikvereine aus und
schafft so die Grundlage für aktives, lebenslanges Musizieren.
_ Unterstützt und gestaltet das kulturelle
und soziale Leben in den Gemeinden und
der Region.
_ Bekommt mit dem neuen Zentrum ein
ideales, modernes Zuhause, in dem das
alles stattfinden kann – Win/Win für alle
Beteiligten.
Website: www.rm-liestal.ch
E-Mail: [email protected]
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4414 Füllinsdorf
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schule vorzunehmen. Gleichzeitig musste das
Gebäude so konzipiert werden, dass es zu einem späteren Zeitpunkt trotzdem als Wohnhaus genutzt werden könnte. Anpassungen
waren vor allem im Bereich der Haustechnik
und der Akustik notwendig. Die Plug-In-Points
für die haustechnische Versorgung wurden
nutzungsneutral an strategisch idealen Orten
platziert. Der Deckenbereich wurde für eine
ideale Akustik angepasst und auch bei der
Komfortlüftung (Helios Ventilatoren AG) mussten bezüglich Schallübertragung Anpassungen
gemacht werden.
Die Fassade ist mit dem perlitgefüllten Einsteinmauerwerk Porotherm S8 (ZZ Wancor AG)
in der Steinbreite 42,5 cm ausgeführt worden.
Der Wandaufbau mit den monolithischen Steinen ist 100% mineralisch und baubiologisch.
Die mit Wärmedämmung gefüllten Leichtbacksteine erfüllen sämtliche Anforderungen
an den Wärme- und Schallschutz sowie dem
Raumklima und der Statik für die mehrgeschossige Musikschule. Immer mehr Bauherren entscheiden sich für diese nachhaltig
massive und innovative Bauweise.
Die vorgesehenen Trennwände zwischen den
Wohnungen wurden wie geplant ausgeführt.
Lediglich innerhalb der geplanten Wohneinheiten wurden die Grundrisse mit Leichtbauwänden anders gestaltet. Die Befensterung
des gesamten Gebäudes konnte beibehalten
werden. Sie passt sowohl zur Musikschule als
auch für eine spätere Wohnnutzung des Gebäudes.
Neubau schafft neuen Durchgang
Der neue Baukörper wurde so in die durch den
Abbruch entstandene Lücke des alten Ökonomiegebäudes gesetzt, dass an der Hauptstrasse ein neuer Zugangsplatz entstand. Das
Haus entwickelt sich in die Parzellentiefe und
winkelt sich dann um das bestehende Gebäude
der alten Senffabrik. Damit entstand ein neuer Durchgangsweg auf dem bislang privaten
Grundstück, was von den vielen Schülern und
Passanten, welche von der Bushaltestelle auf
der Hauptseite zum dahinter liegenden Quartier mit Schulhaus und Wohnüberbauung gelangen wollen, sehr geschätzt wird.
Gleichzeitig mit dem Neubau wurde der über
100 Jahre alte Altbau, welcher Wohnungen und
eine Arztpraxis beinhaltet, moderat saniert.
Ein alter Lagerraum im Sockelgeschoss wurde
zu einem kleinen Übungs- und Konzertsaal für
die Musikschule umgebaut.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
25
Regionale Musikschule Liestal
Bewusst gestaltete der Architekt die Fassade
des Neubaus in einem traditionellen Kellenwurfputz. So wird die Zusammengehörigkeit
von Altbau und Neubau über die Materialisierung der Aussenhaut subtil manifestiert.
Lediglich die unbeheizten Erschliessungsbereiche wie Lift und Treppengänge für die geplanten Wohnungszugänge wurden in Sichtbeton belassen. Auf Wunsch der Musikschule
26
wurden die ursprünglich offen geplanten Aufgänge zusätzlich, nun als Zwischenklimaraum
funktionierend, verglast.
Solaranlage mit Solartank bringt
Speicherwärme
Der Neubau überzeugt im Bereich der Energiebereitstellung durch seine Nachhaltigkeit.
Eine Solaranlage auf dem Dach plus ein zweigeschossiger Speichertank im Sockelgeschoss
versorgen beide Gebäude mit Brauchwarmwasser und Heizwärme. Im Winter wird die
Solarheizung durch eine zusätzliche Pelletsheizung unterstützt, damit der notwendige
Wärmebedarf abgedeckt werden kann.
Mit einer sanften Sanierung und dem energetischen Zusammenschluss mit dem Neubau wurde also auch das über 100 Jahre alten Gebäude der alten Senffabrik mit einer
CO2-neutralen Wärmeerzeugung ausgerüstet.
Damit konnte ein Stück Geschichte erhalten
und dennoch eine Brücke zur Nachhaltigkeit
geschlagen werden. Im Neubau wiederum beginnt in diesen Wochen mit dem Einzug der
Musikschule eine ganz neue Geschichte.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Inserat KWL_91x260.pdf 1 02.09.2014 15:20:19
Heitzmann –
Ihre Nummer 1
für Holzheizungen
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Pelletheizungen
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Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
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Baselbieter Energiepaket
Mehr Komfort dank
umfassender Sanierung
Wer sein Gebäude mit Unterstützung des Baselbieter Energiepakets umfassend
energetisch sanieren lässt, lebt anschliessend deutlich komfortabler. Das haben auch die
Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaft Erlenstrasse 9 und 11 in Füllinsdorf erlebt.
Unter der Projektleitung von Andreas Bergamini (Berplan GmbH) wurde im vergangenen
Jahr das Gebäude umfassend saniert.
Die neue Fassade
mit Röhrenkollektoren und
verglasten Balkonen.
Fassadensanierung
an der Erlenstrasse
in Füllinsdorf.
28
Ursprünglich hatten die Eigentümer lediglich
eine Pinselsanierung vorgesehen. Nach der
Beratung durch Andreas Bergamini und dem
Vorliegen eines entsprechenden Sanierungskonzepts wurde aber rasch klar: Hier ist eine
energetische Sanierung zielführender. In der
Folge wurde während neun Monaten (inklusive
Winterpause) Hand angelegt: Das Dach wurde vollständig saniert, ebenso die Wand gegen
aussen, der Boden gegen aussen (Decke über
dem Eingang) und der Boden gegen unbeheizt.
Zudem wurden eine thermische Solaranlage,
Vakuum-Röhrenkollektoren an den Balkonbrüstungen, eine Photovoltaikanlage und eine
kontrollierte Wohnungslüftung eingebaut. Einzig die Fenster waren von der Sanierung nicht
betroffen. Diese stammen aus dem Jahr 2000.
«Es wäre unverhältnismässig gewesen, diese
vorzeitig auszutauschen», so Projektleiter
Bergamini.
Der energetische Effekt nach der Sanierung
ist beeindruckend: «Dank der Dämmung sinkt
der Energieverbrauch im Gebäude um 60 Prozent», sagt Andreas Bergamini. Die Röhren für
die Komfortlüftungsanlage wurden unter der
Decke installiert. Das System reguliert nicht
nur den Energiehaushalt, sondern auch die
Feuchtigkeit in den Räumen. «Alle rund anderthalb bis zwei Stunden wird die Luft vollständig ausgetauscht – dabei wird sie vom
System selber auf 17 Grad erwärmt», erklärt
Bergamini. Dies garantiere, dass sich kein
Schimmelpilz bilden könne, auch nicht in den
Nasszellen. Schimmel sei in dem Gebäude vor
der Sanierung durchaus ein Problem gewesen.
Dieses leidige Thema gehöre nun der Vergangenheit an, so der Projektleiter.
Zudem profitieren die Eigentümer vom Ertrag
der 60-Kilowatt-Photovoltaikanlage, deren über-
Neue Komfortlüftung
in der Liegenschaft Erlenstrasse 9 und 11
in Füllinsdorf.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Baselbieter Energiepaket
schüssige Stromproduktion ins Netz eingespeist werden kann. Besonders gelungen ist
laut Bergamini die Sanierung der Balkone:
«Nach dem Einbau von verschiebbaren Glasfaltwänden können die Balkone nun auch
im Winter benutzt werden.» Jetzt ist es im
Sommer in den Wohnungen angenehm kühl,
im Winter wohnlich warm. «Zudem sind auch
die Lärmemissionen deutlich weniger wahrnehmbar», sagt Bergamini. Zum verbesserten
Komfort tragen auch die neuen, elektrischen
Fensterstoren bei.
Nach der Gesuchseingabe beim Baselbieter
Energiepaket 2015 und der baldigen Bewilligung stand der Sanierung 2016 nichts mehr
im Weg. Auch konnten die Arbeiten ausgeführt werden, ohne dass jemand aus den rund
20 Mietwohnungen vorübergehend ausziehen
musste. Insgesamt kostete das Projekt rund 1,4
Millionen Franken – vom Baselbieter Energiepaket gab es etwas mehr als 60 000 Franken.
Für Projektleiter Andreas Bergamini steht fest:
«Es handelt sich um eine überaus gelungene
Sanierung, die den Wohnkomfort deutlich gesteigert hat.»
So wirkt das Baselbieter Energiepaket
Das «Baselbieter Energiepaket» ist das
kantonale Förderprogramm für Energieeffizienz und erneuerbare Energie im
Gebäudebereich. Wer eine energetische
Sanierung durchführt, kann dafür einen
finanziellen Zustupf beantragen. Die Resultate sind beachtlich: Alleine von 2010
bis 2014 konnte der Anteil erneuerbarer
Energien am Gesamtverbrauch ohne Elektrizität im Baselbiet von 3,4 Prozent auf
mehr als 4,1 Prozent gesteigert werden.
Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamtverbrauch stieg im selben
Zeitraum von 11,8 Prozent auf 21,6 Prozent.
Die von 2010 bis 2015 jährlich eingesparte
Energie entspricht über 450 Bahnwagen,
vollbeladen mit Heizöl, oder dem Energieverbrauch von mehr als 9000 Einfamilienhäusern mit dem Baujahr 1970. Pro Jahr
konnten mehr als 54 000 Tonnen CO2 vermieden werden. Die sanierte Gebäudehüllenfläche entspricht der Fläche von
180 Fussballfeldern. Durch das Baselbieter
Energiepaket wurden bislang Investitionen
von gegen 690 Millionen Franken ausgelöst.
www.energiepaket-bl.ch
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Das ehemalige Bauernhaus in Gelterkinden vor (links) und nach der energetischen
Gesamtsanierung. Der Charakter des Hauses bleibt auch nach der Sanierung erhalten.
Neue Hülle für 150 Jahre altes Haus
Der Energiecoach und GEAK-Experte Heiner Plattner hat die energetische Sanierung des in den 1870er-Jahren erbauten Gebäudes in
Gelterkinden von Anfang an begleitet. Die Liegenschaft besteht aus
einem unterkellerten Wohnhaus und einem schon vor längerer Zeit zu
Wohnzwecken umgebauten Ökonomieteil. «Bei Beginn der Sanierung
waren die Fenster bereits ersetzt», sagt Plattner. Zusätzlich wurden
noch die Fassade, die Kellerdecke und das Dach gedämmt. Da der
Ersatz der Fenster noch nicht lange her war, galt das ganze Projekt dennoch als Gesamtsanierung und hatte damit Anrecht auf den
entsprechenden Bonus. «Beim Baselbieter Energiepaket wurde nach
der damaligen Regelung von einer Gesamtsanierung geredet, wenn
mindestens 90 Prozent der Gebäudehülle energetisch saniert wurden», so Plattner. Dass Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer
die Sanierung etappieren, komme öfters vor, sagt der Energiecoach.
Dies geschehe nicht zuletzt auch aus steuerlichen Gründen.
Bei der energetischen Sanierung von sehr alten Häusern bilden die
für solche Gebäude typischen, aus Stein gehauenen Fenstergewände
eine besondere Herausforderung. Sie verschwinden einfach unter der
zusätzlichen Dämmschicht. Um den Charakter des Hauses zu bewahren, wurden bei dem Projekt in Gelterkinden die Fenstergewänder
aus einem Zentimeter dicken Faserzement nachgebildet und an
der Fassade auf der Dämmschicht montiert. «Auch der Falz für die
Fensterläden wurde nicht vergessen», sagt Heiner Plattner. Diese
Methode habe zwar ihren Preis, sei aber eine elegante Möglichkeit,
um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses zu erhalten.
Vom Energiepaket unterstützt wurde auch die thermische Solaranlage auf dem Dach des fast 150 Jahre alten Gebäudes. Sie versorgt
die Bewohner mit warmem Wasser und hilft mit, den CO2-Ausstoss
zu senken.
Die thermische
Solaranlage wird auf dem
Dach installiert
29
Grünenwald AG
Publireportage
Ölheizung im Betrieb massiv teurer
als Wärmepumpe
Vorteile
Wärmepumpe
_ Sehr tiefe Energieund Unterhaltskosten (Tank reinigen und Kaminfeger
entfallen)
_ Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien
_ Gebäudewertsteigerung
_ Diverse Zinsvergünstigungen auf
Darlehen und
Kredite möglich
_ Teilweise
Subventionen
_ Hohe Rendite auf
dem eingesetzten
Kapital
Leider wird auch heute noch täglich behauptet, dass eine Ölheizung günstiger ist als eine
Wärmepumpe. Bei genauerer Betrachtung hat
diese Aussage aber keinen Bestand. Dank der
sehr hohen Effizienz einer Wärmepumpe spart
der Benutzer circa 70–80% an jährlichen Heizund Unterhaltskosten im Vergleich zu einer modernen Ölheizung. Mit dieser Einsparung können
die gesamten Mehrinvestitionen innert rund 10
Jahren amortisiert werden.
Weiter muss berücksichtigt werden, dass der relativ günstige internationale Ölpreis in USD und
Barrel ausgedrückt nicht das Preisniveau in der
Schweiz repräsentiert. Die Steuern und Abgaben
auf fossilen Brennstoffen inklusive den Handelsmargen und Transportkosten machen einen Anteil
von circa 57% des in der Schweiz bezahlten Ölpreises aus. Ab dem 1. Januar 2018 wird die C02Abgabe um CHF 10.–/100 lt. ansteigen. Dadurch
wird der internationale Markteinfluss von 43% auf
noch 38% reduziert. Was hat das für Folgen?
Einflussfaktoren Ölpreis am 5. April 2017
MWSt CHF 4.30
Handel CHF 19.40
Brent CHF 34.30
43%
CO2-Abgabe CHF 22.–
28%
Beispiel Ersatz einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden:
Investition in die neue Wärmepumpenanlage ca.
./. Investition in eine neue Ölheizung ca.
Mehrinvestition ca.
25% Steuereinsparung ca.
wirtschaftliche Mehrinvestition in Wärmepumpe ca.
Erfolg:
2000 lt. Öl zu Fr. 80.00/100 lt.
Kaminfeger, Abgaskontrolle etc.
Strom Brenner
Total laufende Kosten für Ölheizung pro Jahr
Stromverbrauch der Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4,5 = 3780 kWh
Unterhalt gem. AWP
Total laufende Kosten für Wärmepumpe pro Jahr
Jährliche Einsparung
Rückzahlung innert ca. 10 Jahren was einer Verzinsung der wirtschaftlichen
Mehrinvestition von 8,8% während 25 Jahren entspricht.
30
Franken
40 000.–
15 000.–
25 000.–
6 250.–
18 750.–
1 600.–
850.–
150.–
2 600.–
566.–
150.–
716.–
1 884.–
_ Die Kosten für 100 Liter Öl werden aufgrund
der Steuererhöhung, ohne Veränderung der
übrigen Preiskomponenten, um 12,5% ansteigen – also von aktuell CHF 80.– auf CHF 90.–.
_ Entscheidungen der Förderländer, bezüglich
Produktionsmengen etc., haben nur noch einen
marginalen Einfluss auf den hiesigen Preis.
_ Die Veränderungen des internationalen Ölmarktes werden nur noch zu 38% den Schweizer
Ölpreis bewegen. Ein Rückgang des heutigen
Preises von USD 54.–/Barrel, um angenommen
z. B. 20% auf circa USD 43.–/Barrel, würde den
Preis in CHF nur noch um 7,6% bewegen, das
heisst von CHF 90.– auf CHF 83.–/100 lt.
_ Mit stärkeren Preisrückgängen kann nicht gerechnet werden.
_ Erhöhungen der Preise am internationalen
Markt werden aber umso stärker ins Gewicht
fallen, da die Basisbelastung durch Steuern viel
höher ist als in der Vergangenheit (Hebeleffekt).
Ölpreis wird wieder steigen
Dieser Entwicklung kann auch nicht mit dem Einbau einer neuen Ölheizung begegnet werden. Bei
einem 20-jährigen Kessel liegen die Einsparungen – dank neuer Technik – nur bei etwa 5%.
Installation und Wartung
Die Grünenwald AG plant, installiert und wartet
seit 28 Jahren in der ganzen Schweiz Wärmepumpensysteme. Die Fachleute des Unternehmens demontieren den alten Kessel und Öltank,
installieren die gesamte neue Anlage inklusive
sämtlicher Nebenarbeiten und übernimmt danach auch noch die Wartung der gesamten Heizungsanlage. So wissen die Nutzer auch immer,
an wen sie sich zu wenden haben, wenn im Haus
ein Problem mit der Heizung auftritt. Heute werden von dieser Firma in der ganzen Schweiz rund
10 000 Anlagen betreut.
Wärmepumpen
Grünenwald AG
Lauetstrasse 39, 8112 Otelfingen
Tel. 043 243 53 53, www.gruenenwald-ag.ch
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS
Wärmepumpen-System-Modul
Das Wärmepumpen-System-Modul:
Grosse Vorteile für den Bauherrn
Die Wärmepumpe (WP) ist eine seit Jahrzehnten erprobte und zuverlässige Heiz-Technologie: Pro Jahr werden in der Schweiz ca.
20 000 Wärmepumpen verbaut. Rund 85% aller
neu erstellten Einfamilienhäuser werden mit
Wärmepumpen ausgerüstet, bei der Sanierung
von Heizungsanlagen ersetzen immer mehr
Wärmepumpen die bisherigen fossilen oder
Elektroheizungen. Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und des Umstandes, dass Wärmepumpen CO2-optimiert arbeiten, sind sie sehr
umweltfreundlich.
Das Wärmepumpen-System-Modul:
Höchste Qualität von der Planung bis zur
Inbetriebnahme
Hersteller und Lieferanten von Wärmepumpen
haben, zusammen mit den Fachverbänden der
Heizungsbranche, das Label «WärmepumpenSystem-Modul» entwickelt und entsprechend
zertifizierte Produkte am Markt eingeführt.
Die Hauptbestandteile des WPSM.
Sie führen zu maximaler Energieeffizienz bei tiefsten Betriebskosten
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Wärmepumpen-Anlagen, welche ein Wärmepumpen-System-Modul (WPSM) verwenden,
arbeiten mit maximaler Energieeffizienz und
höchstmöglicher Betriebssicherheit, was die
ohnehin schon tiefen Betriebskosten bei Wärmepumpen noch einmal senkt. Diese Ziele
werden erreicht durch eine rigide Qualitätskontrolle und verbindlich festgelegte Abläufe
und Prozesse von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
Das Label Wärmepumpen-System-Modul
zeichnet sich durch die folgenden Eigenschaften aus:
_ Standardisierte Abläufe für die Planung, Installation und Inbetriebnahme der WP-Anlage.
Der Bauherr profitiert von der optimalen Zusammenarbeit zwischen allen an der Erstellung der Heizungsanlage Beteiligten.
_ Alle Komponenten des Heizsystems sind aufeinander abgestimmt und als Systeme durch
neutrale Fachleute geprüft und zertifiziert.
Die Module sind ausgereift und in der Praxis
bewährt. Dies erhöht die Qualität und Betriebssicherheit der Anlage.
_ Der Bauherr erhält eine umfassende Dokumentation über die Berechnungen und Komponenten der Anlage, welche es ihm auch
nach Jahren noch ermöglicht, die Entstehung
der Anlage nachzuvollziehen.
_ Der Bauherr erhält vom Heizungsinstallateur
eine schriftliche Leistungsgarantie für seine
Wärmepumpen-Anlage. Dieser dokumentiert
damit seine Arbeit und bestätigt, dass alle
Anforderungen des WPSM erfüllt sind.
_ Der Bauherr erhält nach der Inbetriebnahme der WP-Anlage ein Anlagezertifikat. Dieses wird durch eine neutrale Fachstelle nach
Prüfung der vom Installateur eingereichten
Dokumente erstellt. Zur Qualitätssicherung
finden zudem bei rund 20% aller installierten
Module Stichprobenkontrollen durch neutrale
Fachleute statt.
31
Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS
Wärmepumpen-System-Modul
Heizungsanlagen, welche ein WP-SystemModul verwenden sind tendenziell nicht teurer als herkömmliche WP-Anlagen. Geringe
Mehrkosten entstehen durch die Nachkontrolle
im 2. Betriebsjahr, welche aber eine geldwerte Leistung darstellt. Zudem werden für das
Anlagezertifikat, welches nach Prüfung der
eingereichten Dokumente durch eine neutrale
Fachstelle ausgestellt wird, CHF 245.–, zuzüglich MWST, in Rechnung gestellt. Dieses Anlagezertifikat ist Grundlage für die Ausrichtung
der zugesicherten Förderbeiträge.
Der Einsatz eines Wärmepumpen-SystemModuls lohnt sich auch finanziell
Die Verwendung des WP-System-Moduls in
WP-Anlagen bis ca. 15 kW (Einfamilien- oder
kleine Mehrfamilienhäuser) ist ab 2017 in den
meisten Kantonen Voraussetzung, um kantonale Fördergelder zu erhalten. Die kantonalen
Stellen werden nach der Einreichung des Anlagenzertifikates die zugesicherten Fördergelder
auszahlen. Es ist daher wichtig, dass der Bauherr schriftlich und ausdrücklich beim Installateur seiner Wahl eine «WP-Anlage mit WPSystem-Modul und Anlagezertifikat» bestellt.
In denjenigen Kantonen, welche den Einsatz
einer Wärmepumpe nicht finanziell fördern,
springt myclimate ein und kann dort Fördergelder sprechen.
Eine Heizung mit Wärmepumpen-System-Modul arbeitet mit höchstmöglicher
Betriebssicherheit bei tiefsten Betriebskosten
_ Eine obligatorische Nachkontrolle durch den
Kundendienst des WP-Lieferanten im 2. Betriebsjahr optimiert noch einmal die Energieeffizienz aller zertifizierten Heizungsanlagen,
unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der
Bewohner der Liegenschaft.
Viele Installateure haben bereits eine umfassende Weiterbildung abgeschlossen. Sie sind
auf der Webseite www.wp-systemmodul.ch
gelistet. Da die Installation eines WP-SystemModul aber keine neuen Voraussetzungen an
die handwerklichen Fähigkeiten des Installateurs enthält, kann grundsätzlich jeder erfahrene Heizungs-Installationsbetrieb ein WPSystem-Modul planen und installieren.
❰
Weitere Informationen zur Förderung von Wärmepumpenanlagen und zum WärmepumpenSystem-Modul finden sich auf den folgenden Webseiten:
www.dasgebaeudeprogramm.ch
www.myclimate.org/de/klimaschutzprojekte/projekt/schweiz-energieeffizienz-7816/
www.wp-systemmodul.ch
www.fws.ch
32
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Wohnüberbauung Classic Riehen
Nachhaltig Wohnen
im Park
Von Anita Bucher
Classic Riehen ist eine Wohnüberbauung
mit rund 70 Wohnungen. Die neun Häuser
sind in Hanglage in einer Parkanlage
angeordnet. Sie sind ein schönes Beispiel
für hochwertige Verdichtung und Schutz des
bestehenden Baumbestandes. Denn ein
nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist
genauso wichtig wie Nachhaltigkeit
am Bau.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
In Riehen ist die Welt ein bisschen grüner, das
Dorf ein bisschen grösser und das Wohnen ein
bisschen luxuriöser. Das zeigen die zahlreichen Villen und Parks im Dorf, das sich trotz
über 20 000 Einwohnern ländlich und übersichtlich gibt.
Ein perfekter Ort zum Leben, das dachten sich
auch die Investoren. Zusammen mit der Walker Architekten AG realisierten sie auf einer
Fläche von 16 000 m2 die Wohnüberbauung
Classic Riehen.
Nachhaltiger Umgang mit Bauland
An bester Lage, wo bislang vier unbewohnte
Häuser vor sich hin lotterten, sind also rund
70 neue Wohneinheiten entstanden. Auch das
ein Beispiel für Nachhaltigkeit, dass die rare
33
Wohnüberbauung Classic Riehen
Ressource Bauland entsprechend neu genutzt wird und nun viel mehr Menschen neuen
Wohnraum bietet. Kommt dazu, dass der ökologische Fussabdruck jedes einzelnen Hauses
so kleiner ist, als wenn in Regelbauweise gebaut würde.
Die neun Mehrfamilienhäuser sind eingebettet
in die ehemals private Parkanlage der Villa Sacher. Ihre Anordnung scheint wie zufällig. Tatsächlich orientieren sie sich aber am Verlauf
der Höhenlinien hier am Hang und sind auch
in der Höhe versetzt gebaut worden.
Während es sich bei sechs Häusern um hochwertige Mietwohnungen handelt, befinden sich
die restlichen drei im Stockwerkseigentum.
Alter Baumbestand weitgehend erhalten
Neubauten definieren oft eine ganze Umgebung völlig neu, meistens auf Kosten der Natur. Bei Classic Riehen ist das anders. Da es
sich um ein Baumschutzgebiet handelt, lag der
Fokus von Anfang an darauf, möglichst viel des
alten Baumbestandes zu erhalten. Die neun
Häuser sind locker in die parkähnliche Umgebung eingepasst. «Wie Schiffchen in einem
Teich zwischen Seerosen», erklärt der verantwortliche Architekt Christophe Steiner seine
Vision. Die Gebäude sind in ihrem Volumen,
34
ihrer Form und ihrer Ausrichtung individuell
auf den jeweiligen Mikrostandort ausgerichtet.
Gleichzeitig versuchten die Planer möglichst
grosszügige zusammenhängende Freiflächen
zu erhalten. Durch die leichte Hanglage ist ein
abwechslungsreiches und harmonisches Gesamtbild entstanden, welches von einladenden
Gehwegen durchzogen ist.
Unterhaltsarme Fassade
Die Häuser wurden in Massivbauweise erstellt
und besitzen unterhaltsarme hinterlüftete
Fassaden aus Naturschiefer. Dieses zieht sich
in Form von Bändern um jedes Gebäude. Der
Schiefer betont die Hochwertigkeit der Bauten und verträgt sich gleichzeitig gut mit der
Vegetation. «Schiefer ist nachhaltig und sinnvoll, weil er nicht wie verputzte Fassaden mit
Fungiziden oder Pestiziden behandelt werden
muss», erklärt Steiner.
Zwischen den Schieferbändern liegen Fensterbänder. Sie harmonieren in einem schönen
Bronzeton zum Naturstein. Die FassadenSchichtung und die zurückversetzten Attikageschosse durchbrechen die Massivität der
Bauten und machen sie optisch leichter. Ins
Gebäude integrierte Loggias lösen zudem die
Gebäudeecken auf.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Rubriktitel
Innen präsentieren sich die Wohnungen von
Classic Riehen hell, offen und freundlich. So
ist jede Wohnung zweiseitig orientiert und verfügt über zwei Balkone, wo die Morgen- bzw.
Abendsonne genossen werden kann. Durch die
einzigartige Platzierung eines jedes Gebäudes
sind spannende Ausblicke entstanden, die aus
jeder Wohnung anders wahrgenommen werden.
Energie aus nachhaltiger Quelle
Geheizt wird entsprechend den Vorgaben der
Gemeinde Riehen über das Fernwärmenetz
von «erdwärmeriehen». Fast wäre dies noch
ein Stolperstein geworden. Denn die Minergie-Stelle verlangte für die Zertifizierung der
Bauten einen Nachweis, dass mindestens 50%
der Fernwärme aus erneuerbarer Energie bestehen würde. 2012 war das noch nicht der
Fall. Zeitgleich zur Bauzeit von Classic Riehen optimierte aber der Fernwärmeverbund
«erdwärmeriehen» seine Geothermie-Grundlastzentrale und konnte damit die geforderten
Zahlen erreichen. Die Minergie-Anerkennung
war damit gerettet.
❰
Architekt
Walker Architekten AG
Neumarkt 1
5201 Brugg
Tel. 056 460 72 60
www.walker.ch
Gesamtleitung /
Bauleitung
S+B Baumanagement AG
Hohenrainstrasse 12D
4133 Pratteln
Tel. 061 827 44 00
www.s-b.swiss
Bauingenieur
Wilhelm + Wahlen
Bauingenieur AG
Kasinostrasse 15
5000 Aarau
Tel. 062 837 10 10
www.ww-aarau.ch
Elektroplaner
BSK Baumann + Schaufelberger Kaiseraugst AG
Thiersteinerallee 25
4053 Basel
Tel. 061 331 77 00
www.bsk-ag.ch
HLKS-Ingenieur
Amstein + Walthert
Basel AG
Henric Petri-Strasse 15
4051 Basel
Tel. 061 365 90 10
www.amstein-walthert.ch
Landschaftsarchitekt
Tremp Landschaftsarchitekten
Klingenstrasse 42
8005 Zürich
Tel. 044 242 75 25
www.tremp-la.ch
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
35
Im Gespräch mit Norbert Walker
Redaktion «nachhaltig Bauen»: Herr Walker,
vor Kurzem haben Sie das dreissigjährige
Firmenjubiläum gefeiert. Sie beschäftigen
heute über vierzig Mitarbeitende. Was sind
die wichtigsten Faktoren dieser aussergewöhnlichen Erfolgsgeschichte?
Meine Arbeit ist meine Berufung. Ich wusste
bereits als Kind, dass ich Architekt werden
wollte. Daher ist meine Freude und Schaffenslust für das Bauen und der Dialog zwischen
Mensch, Architektur und Umwelt ungebrochen.
Weitere Erfolgsfaktoren meines Unternehmens
sind: dem äusseren Wandel mit Offenheit und
der Bereitschaft zur stetigen fachlichen und
persönlichen Weiterentwicklung zu begegnen,
Gewinne in das Unternehmen zu reinvestieren,
ein breites Produkteportfolio zu haben, ein verbindlicher Vertragspartner zu sein und einen
hohen Qualitätsstandard in allen Bauphasen
zu bieten.
In letzter Zeit taucht immer wieder – auch in
Verbindung mit Bauten aus Ihrem Architekturbüro – der Begriff «ökologischer Fussabdruck» auf. Können Sie unseren Lesern
etwas genauer erklären, was damit gemeint
ist, auch in Verbindung mit moderner Architektur?
Der ökologische Fussabdruck ist eine Gegenüberstellung von Ressourcenangebot und Ressourcenverbrauch (in sogenannten «globalen
Hektaren»). Gebäude und Infrastruktursysteme machen über dreissig Prozent des globalen
Ressourcenverbrauchs und vierzig Prozent des
weltweiten Energieverbrauchs aus. In Verbindung zur Architektur heisst das, dass wir uns
sowohl im Neubau wie auch im Altbau dazu
verpflichten, energieeffizient und ressourcenschonend zu bauen.
Als Antwort auf den zunehmenden Flächenbedarf und die Zersiedelung gerät auch «verdichtetes Bauen» vermehrt in die Schlagzeilen. Wie beurteilen Sie dieses Thema,
genauer gefragt: Wo sehen Sie die Vorteile
oder auch Nachteile?
Verdichtetes Bauen hat den Vorteil, dass der
Zersiedelung entgegengewirkt werden kann.
36
Norbert Walker, Inhaber und Geschäftsführer
Walker Architekten AG, Brugg
Die Herausforderung dabei ist, dass die Qualität der Dichte gewährleistet sein muss. Bewährte Instrumente dazu sind unter anderem
Master- oder Gestaltungspläne. Mein Architekturbüro bearbeitet zurzeit verschiedene Gestaltungspläne und berät Gemeinden in Bezug
auf die städtebauliche und die nachhaltige Entwicklung bestehender und geschützter Dorfstrukturen. Anspruchsvoll dabei ist, den Menschen das Verständnis für verdichtetes Bauen
in verschiedenen Kontexten näherzubringen.
Dazu bedarf es intensiver Öffentlichkeitsarbeit.
In welche Richtung geht Ihrer Meinung nach
das nachhaltige Bauen? Welche Zukunftsvisionen haben die Architekten, und welchen
Herausforderungen müssen sie sich unter
Berücksichtigung des effizienten Umgangs
mit Ressourcen und Umweltaspekten stellen?
Nebst den von Ihnen genannten Punkten wird
es in Zukunft vermehrt darum gehen, dass
der ganze Lebenszyklus eines Gebäudes in die
Betrachtungen mit einbezogen werden muss:
Wo baue ich (Städtebau/Ortsbild), wie baue ich
(Typologie/Nutzungsflexibilität), welche Materialien verwende ich (Ökologie), wie stelle ich
den Unterhalt der gebauten Substanz sicher
(Werterhalt), und wie baue ich das Gebäude
am Ende seines Lebenszyklus zurück?
Wir bedanken uns und wünschen Ihnen und
dem ganzen Team weiterhin viel Erfolg!
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Wohnüberbauung Im Feld Oberrohrdorf
Städtisch wohnen
auf dem Lande
Von Anita Bucher
Oberrohrdorf hat ein neues Quartier. Mit
der Überbauung «im Feld» sind am Ortsrand
80 neue Wohneinheiten für Menschen aller
Altersstrukturen entstanden. Durch ihre
Nähe zu Baden und Zürich eignet sich die
Überbauung besonders für Pendler.
Der moderne Mensch lebt gerne grosszügig,
offen und hell. Er ist viel unterwegs und wenn
er daheim ist, geniesst er sein zeitgemässes
pflegeleichtes Zuhause. Dazu wünscht man
sich die Ruhe und Weite des Landes aber auch
die Nähe zu einer guten Infrastruktur. Alles
haben können, auf nichts verzichten müssen:
Was die Werbung in den Medien überall zeigt,
macht auch vor dem Wohnen nicht Halt. So ist
die Überbauung im Feld das Resultat einer
umfassenden Marktanalyse und einer ausgeklügelten Marketingstrategie.
«Im Feld» macht es möglich
Wettstein Bau AG und BOME Immobilien AG
haben zusammen mit Walker Architekten AG
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
37
Wohnüberbauung Im Feld Oberrohrdorf
eine Wohnsiedlung realisiert, welche auf den
heutigen Zeitgeist perfekt zugeschnitten ist.
Modernes, individuelles Wohnen in einer repräsentativen Überbauung und das zu moderaten
Preisen.
Die sieben geknickten Baukörper bieten einen
Mix aus Reiheneinfamilienhäusern, Attika- und
Geschosswohnungen. Zwischen den Häuserzeilen befinden sich im Wechsel, sich gegenüberliegende private Gartenhöfe und Erschliessungsanlagen. «Dort, wo sich die Baukörper
relativ nahe kommen, sind die Erschliessungswege, die Zufahrt zur Tiefgarage, die Besucherparkplätze und die Entsorgungscontainer, die
Spiel- und Aufenthaltsbereiche angeordnet.
Auf der anderen Seite, wo die geknickten Gebäude einen hofartigen Raum bilden, haben
wir die Gärten angelegt», erklärt Architekt
Thomas Zwahlen. So geniesst jedes Haus die
bestmögliche Privatsphäre auf der einen Seite,
während es auf der anderen Seite Anschluss
an die Gemeinschaft bietet. Quer durch die
Hauszeilen hindurch verbindet ein Fussweg
das ganze Quartier.
Mauerschotten prägen die Architektur
Bei einer Überbauung dieser Grösse ist Monotonie eine grosse Gefahr, weiss Zwahlen.
Mittels Mauerschotten grenzte er die verschiedenen Häuser voneinander ab und lockert so
die Häuserzeilen auf. Auf zusätzlich mögliche
Attikageschosse wurde bewusst verzichtet
um die Überbauung entsprechend niedrig zu
halten. Durch die leichte Hanglage mit 5–10%
Gefälle sind die Häuser in der Höhe versetzt,
38
weil sonst das Erdgeschoss zu stark aus dem
Boden ragen würde. Diese Höhensprünge innerhalb der Häuserzeile machen die Baukörper leichter. Am meisten aber fällt wohl das
Fassadenspiel auf. Holzlamellen wechseln mit
Streckmetallen und Kunststoffgitter in Farbe
und Material ohne dass eine Regelmässigkeit
erkennbar wäre. Zufall? Wohl eher nicht.
«Die Käufer der Reiheneinfamilienhäuser
konnten ihre Fassade aus einem vorgegebenen Katalog selber auswählen», erzählt Zwahlen. «Diese Mitgestaltungsmöglichkeit wurde
sehr geschätzt und rege wahrgenommen. Die
Fassade ist für viele Menschen eine Identifikationsmöglichkeit mit dem eigenen Haus»,
weiss er.
Durchdacht geplant, individuell ausbaubar
Die Wohnsiedlung «im Feld» wurde in zwei
Bauetappen während insgesamt fast vier Jahren realisiert und 2016 komplett fertig gestellt.
Unter den Bauten befindet sich eine Tiefgarage
mit rund 130 Parkplätzen. Zwischen den Häusern gibt es nebst kleinen privaten Aussenräumen auch einen Quartierplatz, Spielflächen,
einen Tischtennistisch und einen Aussenplatz
mit Pergola.
Die Bewohner der Siedlung profitieren von
grosszügigen Räumlichkeiten mit privaten
pflegeleichten Aussenräumen einer perfekt
geplanten Infrastruktur und individuellen
optionalen Ausbaumöglichkeiten. Nebst der
Vielfalt der Wohnungen, die von ein- bis dreigeschossig reichte, ein wichtiges Verkaufsargument. So konnten die Käufer im Frühstadion
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
39
Wohnüberbauung Im Feld Oberrohrdorf
Bauherrschaft
Wettstein Bau AG
Esprainstrasse 2
5442 Fislisbach
Tel. 056 493 34 44
www.wettstein-bau-ag.ch
BOSS Real Estate AG
Esprainstrasse 2
5442 Fislisbach
Tel. 056 565 34 90
www.bossrealestate.ch
Architekt
Walker Architekten AG
Neumarkt 1
5201 Brugg
Tel. 056 460 72 60
www.walker.ch
Bauleitung
Hugo Binggeli
Werkstrasse 1
5607 Hägglingen
Tel 056 496 72 82
Bauingenieur
Schüpbach Ingenieure AG
Brüggliacher 31
5452 Oberrohrdorf
Tel. 056 496 61 04
www.schuepbach-ing.ch
HLKS-Ingenieur
SERO Gmbh
Vorderi Böde 6
5452 Oberrohrdorf
Tel. 056 496 73 43
www. sero.ch
Bauphysiker
Michael Wichser +
Partner AG
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf
Tel. 043 355 01 33
www.wichser-partner.ch
Landschaftsarchitekt
Naef Landschaftsarchitekten GmbH
Stahlrain 6
5200 Brugg
Tel. 056 442 04 11
www.la-naef.ch
40
teilweise wählen, ob sie statt Sitzplatz lieber
einen Wintergarten wünschen oder gar die
Dachterrasse ausbauen wollen.
rundum im grünen Bereich
Grün ist die Farbe der Natur und damit auch
der Nachhaltigkeit. Ein besonderes Augenmerk bei dieser hohen Siedlungsdichte lag
deshalb auf der Umgebungsgestaltung. Die
von Landschaftsarchitekt Felix Naef geplante
Bepflanzung wird, wie bei Neubauten üblich,
erst in ein paar Jahren in voller Blüte zu sehen
sein. Charakteristisch ist aber der grüne Gürtel um die ganze Siedlung. In jedem Gartenhof wurde zudem ein neuer Baum gepflanzt.
Mischhecken grenzen die privaten Flächen von
den öffentlichen ab.
Grün ist auch das Gewissen der Siedlung «im
Feld». So ist die ganze Überbauung im Minergie-Standard erbaut. Erdsonden und Wärmepumpen beliefern die Bewohner im Winter
mit Heizwärme und die kontrollierte Lüftung
transportiert die gute Landluft ganz automatisch mitten in die heimische Stube. Auch das
ist praktisch hier in der städtisch anmutenden
Siedlung mitten auf dem Lande: Man muss
nicht mal mehr lüften. Das spart Zeit und Energie und entspricht auch in diesem Punkt sehr
dem was sich der moderne Mensch wünscht:
Ein chices, aber pflegeleichtes Zuhause und
dazu ein ökologisches Gewissen. Perfekt.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
STIEBEL ELTRON AG
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LWZ 504 –
Ideale Lösung für den Neubau
Auf der Suche nach der passenden Heizlösung erhält man mit dem
Integralgerät die Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung gleich mit dazu.
Effizienz also auf der ganzen Linie.
Intelligente Technik
Ausserdem punktet die LWZ 504 mit innovativer Technik: Erstmals verrichtet ein invertergeregelter Kompressor seinen Dienst in einem
Komplettgerät. So kann die Leistung bei tiefen
Aussentemperaturen, wenn eine hohe Verdichterleistung gefragt ist, gesteigert werden. Das
hat zur Folge, dass die LWZ 504 bei einer Aussentemperatur von –7 Grad (Vorlauf 35 Grad)
eine Wärmeleistung von 8,34 kW zur Verfügung stellt. «Diese Anpassung an den ‹Energiehunger› des Hauses bedeutet eine klare
Komfortverbesserung», erklärt Produktmanager Oliver Joss. «Zudem ist dadurch, dass
der Kompressor leistungsgeregelt arbeitet und
daher nicht durchgängig seine volle Leistung
abrufen muss, der Betrieb im Mittel natürlich
auch effizienter. Wir gehen von einer 10 bis 15
Prozent höheren Effizienz aus als bei einer OnOff-Maschine.»
Das Multitalent von STIEBEL ELTRON: LWZ 504
STIEBEL ELTRON AG
Industrie West
Gass 8
5242 Lupfig
Telefon 056 464 05 00
www.stiebel-eltron.ch
Das Multitalent
Das kompakte Lüftungsintegralsystem LWZ 504
bietet allen Wohnkomfort, der eines Energiesparhauses würdig ist. Die Energie für wohlige Raumtemperaturen und warmes Wasser
zieht die Anlage aus der Aussenluft. Dass die
Wärme im Haus bleibt, dafür sorgt das moderne Lüftungsmanagement. Eine angenehme, gesunde Atmosphäre und hohe Effizienz
lassen sich so hervorragend miteinander verbinden. Das Gerät vereint alle haustechnischen
Funktionen in einem Gehäuse. Es übernimmt
Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung mit
Wärmerückgewinnung und Kühlung.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Fit für die Zukunft
Weitere Vorteile sind der hohe Warmwasserkomfort dank des 235-Liter-Speichers sowie
die Möglichkeit der Kombination mit einer
thermischen Solaranlage oder einer Photovoltaik-Anlage, um günstigen selbst erzeugten Strom direkt sinnvoll zu nutzen. Ausserdem ist die Anbindung eines Internet Service
Gateway (ISG) problemlos möglich. Damit wird
die Bedienung, Einstellung und Überprüfung
von Daten der Wärmepumpenanlage denkbar
einfach und der Kunde erhält Zugang zu seiner persönlichen Servicewelt. Via PC, Laptop,
Tablet oder Smartphone kann die Anlage ganz
bequem gesteuert und optimiert werden. Das
führt im Idealfall zu einem Einsparpotenzial
von bis zu 40% der Energie im Privathaushalt. Auch Wohnen wird so in Zukunft noch
komfortabler, energieeffizienter, sicherer und
günstiger.
❰
41
Meyer Burger (Switzerland) AG
Die perfekte erneuerbare Kombination
Urs und Tania Anderegg entschieden sich, trotz noch funktionierender Ölheizung,
auf eine erneuerbare Wärmeerzeugung umzusteigen. Den Umstieg ermöglichten ihnen
eine hocheffiziente Meyer-Burger-Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpe
und ein Energiemanagementsystem von energy4me.
QUALITY
Urs und Tania Anderegg führen gemeinsam
eine Baumschule in Langenthal. Die Nähe zur
Natur ist für sie jedoch nicht nur ein Beruf,
sondern eine Lebenseinstellung. Aus diesem
Grund war ihnen die Ölheizung, mit der ihr
Wohnhaus im oberaargauischen Obersteckholz geheizt wurde, ein Dorn im Auge. Sie beschlossen deshalb, ihre Emissionen erheblich
zu senken, indem sie die fossile Wärmequelle
durch eine Wärmepumpe ersetzten und diese
erneuerbar mit eigens produziertem Solarstrom betreiben. Eine Entscheidung für die
Umwelt und für mehr Unabhängigkeit.
42
Ein gebäudeintegriertes Solarkraftwerk
Im Rahmen einer Dachsanierung wurde auf
dem Einfamilienhaus auf der Südseite des Satteldachs eine gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage von Meyer Burger installiert. Auf einer
Fläche von 79 m2 produziert die leistungsstar-
ke 11,8-kWp-MegaSlate®-Solaranlage jährlich
rund 11 400 kWh. Das Besondere an der Anlage
ist nicht nur ihr hoher Energieertrag, sondern
auch ihre Ästhetik. Die schlichte Solaranlage
ist vollflächig und homogen in die ganze Dachseite integriert. Neben 63 Standardmodulen
wurden neun kleinere, speziell für dieses Gebäude gefertigte, Module installiert. Auf diese
Weise konnten die Module bündig mit dem
Dachrand montiert werden.
Intelligente Wärmepumpe
Um mit Solarstrom Wärme zu erzeugen, wird
bei Solarstrom-Überschuss die im Aussenbereich aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe
betrieben. Die durch Platzierung und Bepflanzung geschickt versteckte Wärmepumpe
wärmt tagsüber den Warmwasser- und den
Heizwasserspeicher maximal auf. Die Wärmepumpe empfängt vom EnergiemanagementNachhaltig Bauen | 1 | 2017
Technischer Fachbeitrag
system enerFACE Signale, damit zuerst das
Brauchwarmwasser aufgeheizt wird. Sobald
dieses seine Zieltemperatur erreicht hat, gibt
die Wärmepumpe Wärme an den Heizungsspeicher ab. Wenn die Sonne weg ist, geht die
Wärmepumpe in einen Minimalbetrieb über.
Die hocheffiziente Wärmepumpe wurde nach
der Inbetriebnahme mehrfach in ihrer Funktion optimiert, sodass sie nicht mehr Wärme
produziert als nötig, aber genug, um die für
Urs und Tania Anderegg optimalen Raumtemperaturen zu erreichen.
«Es ist einfach ein gutes Gefühl,
mit selbst produziertem Strom zu
backen, zu waschen und überwiegend zu heizen. Mit der
jetzigen Lösung haben wir schon
interessante per-Saldo-Werte
und es liegt bestimmt noch mehr
drin!»
Urs Anderegg
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
43
Meyer Burger (Switzerland) AG
Energie messen und steuern
Das Einfamilienhaus der Andereggs erreicht
einen Solarstrom-Eigennutzungsgrad von rund
43%, ohne dass ein Stromspeicher zur Verfügung steht. Den optimierten Eigenverbrauch
verdankt das Gebäude dem von energy4me
entwickelten Energiemanagementsystem enerFACE, welches die Energieflüsse äusserst
clever lenkt. Mit enerFACE können nicht nur
Energieproduktion und -verbrauch überwacht
werden, es können auch alle Energieverbraucher wie bspw. Geschirrspüler, Waschmaschine oder Wärmepumpe, wie im Falle des
Objektes in Obersteckholz, automatisch oder
manuell angesteuert werden. Urs und Tania
Anderegg sind nicht die einzigen, die von
den Vorteilen von enerFACE überzeugt sind.
Mittlerweile sind bereits 150 Exemplare der
planergie ag
Bettenhausenstrasse 50, 3360 Herzogenbuchsee
Tel. 062 961 60 00, www.energy4me.ch
44
Technischer Fachbeitrag
zweiten Generation des 2012 entwickelten
Energiemanagementsystems in der Schweiz
installiert.
Die Superlative
Der Dorn im Auge konnte mit dem Verschwinden der Ölheizung behoben werden. Nun streben Urs und Tania Anderegg nach dem Tüpfelchen auf dem i. Um den Solarstrom-Eigenverbrauch noch weiter zu steigern, beschäftigen sie sich zurzeit mit einer Speicherlösung
mittels Batterie oder Wasserstoff. energy4me
führt zurzeit ein Wasserstoff-Pilotprojekt zur
effizienten Speicherung von Solarstrom durch.
Damit könnten auch Urs und Tania Anderegg
in naher Zukunft eine noch grössere energetische Unabhängigkeit erreichen.
Mit ihrem Entscheid, eine noch funktionstüchtige Ölheizung auszubauen, haben Urs
und Tania Anderegg bewiesen, dass sie über
ein äusserst vorbildhaftes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt verfügen und
ihre energetische Unabhängigkeit selbst in die
Hand nehmen. Mit dem Entscheid, ihr Energiesystem mit einer Speicherlösung zu ergänzen,
beweisen sie, dass sie neben Umweltbewusstsein auch Pioniergeist besitzen.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
I N N O V A T I O N E N
Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen
Lehrgang gesund und nachhaltig Bauen
Abschluss BaubiologIn mit eidg. Fachausweis
http://www.baubio.ch/bildung/lehrgang/
http://www.baubio.ch/bildung/berufspruefung-baubiologe/
Beschrieb
Die berufsbegleitende Weiterbildung des Bildungszentrums
Baubiologie führt mit insgesamt 10
Modulen in alle relevanten Bereiche
des gesunden und nachhaltigen
Bauens ein. Die Grundlage bildet
das vernetzte Denken und Handeln,
das über die einzelnen Fachgebiete
und Berufsgattungen hinausgeht
und diese miteinander verbindet.
Die Teilnehmenden setzten das
erworbene Wissen und die entsprechenden Hilfsmittel gezielt ein, um
ein Bauwerk bezgl. Nachhaltigkeit
und Gesundheit optimal zu planen.
Der Lehrgang wird im modularen
System angeboten und dient als
Vorbereitung auf die eidg. Berufsprüfung zum/zur BaubiologIn mit
eidg. Fachausweis. Die Module
können auch einzeln besucht werden. Einstieg jederzeit möglich.
Kursort:
Zürich
Daten:
7./28.10./04.11.2017:
Modul 1 – Hausbiographie und Biodiversität
25.11./16.12.2017:
Modul 2 – Gesundheit
06./13./27.01.2018:
Modul 3 – Materialwahl
10./24.02.2018:
Modul 4 – Innenraum
10./31.03.2018:
Modul 5 – Baubiologische Konsruktionen
14.04./05.05.2018:
Modul 6 – Alternative Energiekonzepte
26.05./07.06.2018:
Modul 7 – Wasserhaushalt und Elektrobiologie
30.06./21.07.2018:
Modul 8 – Architektur
18.08/01.09.2018:
Modul 9 – Nachhaltigkeit
15.09.2018:
Modul 10 – Marketing
SAGLAN Standard-Produkte
mit verbessertem Lambda-Wert –
das Gute wird noch besser!
Infoabende in Zürich:
laufend
Informationen und Anmeldung:
www.bildungszentrumbaubio.ch
[email protected]
Zielgruppen:
Architekten/-innen,
Bauleiter/-innen,
Handwerker/-innen,
Fachplaner/-innen
Zeichner/-innen Fachrichtung
Architektur
Kosten:
Ganzer Kurs 7400.–
Einzelne Module 880.– / 1290.–
Veranstalter:
Bildungszentrum Baubiologie
Binzstrasse 23, 8045 Zürich
[email protected]
www.bildungszentrumbaubio.ch
neu
Sager AG
Dornhügelstrasse 10, CH-5724 Dürrenäsch
Tel. 062 767 87 87, Fax 062 767 87 80
[email protected], www.sager.ch
Der Firma SAGER ist es gelungen ihre beiden wichtigsten Glaswolle Standard-Produkte
SAGLAN (034) SBR und SAGLAN (034) SB 22
nochmals entscheidend zu verbessern. Die
SAGLAN Sparrenrollen und Dämmplatten werden nur noch mit verbessertem Lambda-Wert
von 0,034 W/mK produziert. Beide Produkte
sind eco-1 zertifiziert und gemäss BBL besonders ökologisch was die Umweltbelastungspunkte betrifft. Folgende Eigenschaften sind
besonders erwähnenswert:
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
_ Hervorragender, deklarierter Lambda-Wert von 0,034 W/mK
_ Universelle Einsatzmöglichkeiten
_ Geringe Rohdichte = ideal zum Komprimieren
_ Dicken bis 300 mm (Platten), bis 260 mm (Rollen)
_ Ausgezeichneter Schallschutz
_ Brennt nicht, Brandverhaltensgruppe RF1 (BKZ 6q.3 / RtF A1)
_ Nachhaltige Produkte, eco-1 zertifiziert
_ Hervorragendes Preis / Leistungsverhältnis
Weitere Infos und Zertifikate
www.sager.ch, Startseite SAGER, SAGLAN (034) SBR & SB 22
45
Saint-Gobain ISOVER AG
80 Jahre ISOVER-Glaswolle
Gelebte Nachhaltigkeit im Broyetal
Die 80-jährige Firmengeschichte von Saint-Gobain ISOVER AG ist gekennzeichnet
von Kundennähe und Innovation.
Die «Baumatten» von
Hand genäht, gerollt und
verpackt – 1946
46
Moderne Dämmprodukte müssen unterschiedlichsten Ansprüchen genügen: Sie sollen Wärme und Schall dämmen, vor Bränden schützen,
möglichst wenig Raum beanspruchen und höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Nicht zuletzt
sollen sie schnell und angenehm zu verarbeiten
sein, eine lange Lebensdauer aufweisen und
durch ökologische Nachhaltigkeit überzeugen.
Glaswolle verbindet diese Ansprüche optimal.
Als Pionierin in der Herstellung und Verarbeitung
von Glaswolle hat Saint-Gobain ISOVER AG deren
technologische und ökologische Entwicklung in
den letzten 80 Jahren geprägt.
Begonnen hat alles zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Damals stellte der französische Naturwissenschaftler René-Antoine Réaumur fest, dass
Glas zu hauchdünnen Fäden gezogen und zu
Textilien verarbeitet werden kann. Zweihundert
Jahre später entsteht die Glasfaser. Im Zuge der
Industrialisierung stieg der Bedarf an weichen,
leichten und feuerfesten Dämmstoffen, um beispielsweise Maschinenrohre oder Stromkabel zu
isolieren. Gesponnene Glasfasern erfüllten diese
Anforderungen. In der Folge bildeten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere industrielle
Verfahren zur Herstellung von Glaswolle heraus.
Die VETROFLEX-Produkte aus Glaswolle verhalfen der damaligen Glasfasern AG gar zur
Marktführerschaft auf dem Schweizer Markt.
Als revolutionäres Allround-Produkt für Dach
und Wand wurde gegen Ende der 60er-Jahre der
ROLLALU-Baufilz mit integrierter Dampfsperre
in Form einer einseitigen Alu-Kraftpapier-Beschichtung und längsseitigen Überlappungen für
eine einfache und rasche Befestigung entwickelt.
Die Lancierung erfolgte 1971. Eine weitere Innovation gelang ISOVER AG 1987 mit der gerollten
Selbstklemmplatte UNIROLL für die Dämmung
zwischen Sparren.
Bis in die siebziger Jahre wurden Gebäude insgesamt nur spärlich gedämmt – beispielsweise
mit einer nur wenige Zentimeter dicken Innendämmung. Gedämmt wurde in erster Linie mit
dem Ziel, die Bauteile vor Kondenswasser zu
schützen und Schimmelbildung in den Gebäuden
zu vermeiden – der Feuchteschutz stand im Vor-
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Publireportage
Saint-Gobain ISOVER AG
Route de Payerne 1, 1522 Lucens
Tel. 021 906 01 11, www.isover.ch
dergrund. Auch eine energiesparende Bauweise
gehörten dagegen lange Zeit nicht zu den Anforderungen. Die Ölkrise ab 1973 brachte ein Umdenken und verhalf der Gebäudedämmung zum
Durchbruch: Die Dämmstärken nahmen stetig
zu, und die Dämmstoffe verbesserten sich hinsichtlich ihrer Wärmeleitfähigkeit. Heute gilt die
Gebäudedämmung als das wichtigste Element
energiesparender Gebäudekonzepte. Seit vielen
Jahrzehnten wird Glaswolle ausserdem auch als
äusserst leistungsfähiger Baustoff zum Schallund Brandschutz verwendet.
Saint-Gobain ISOVER AG blickt dieses Jahr auf
eine bewegte, 80-jährige Firmengeschichte zurück. Doch etwas hatte über all diese Jahre Bestand: wir streben stets danach, unsere innovativen Produkte zu verbessern. So ist es unseren
Ingenieuren in Lucens über die vergangenen
Jahrzehnte gelungen, die Wärmeleitfähigkeit der
Glaswolle kontinuierlich zu senken, sodass die
gleiche Dämmleistung mit geringerer Dicke erreicht werden konnte. Im Hochbau bedeutet dies
beispielsweise dünnere Wände und ein Gewinn
an wertvollem Wohnraum. Und heute wie gestern
wird stets weiter getüftelt und experimentiert.
Ein zentrales Thema in den vergangenen Jahren war die Nachhaltigkeit. Auch hier muss sich
Saint-Gobain ISOVER nicht verstecken: Die vollständig im Waadtländer Lucens hergestellten
Produkte bestehen zu mehr als 80 Prozent aus
Recycling-Glas, werden mit Strom aus Flusswasserkraftwerken und einem pflanzlichen Bindemittel hergestellt.
❰
Und heute:
PB F 030 mit seinem
revolutionären Lamda
von 0,030.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Auf der Baustelle:
leichte Produkte mit starker
Dämmleistung
FACTS
Alle Informationen
befinden sich auf
www.isover.ch.
Gegründet im Jahr 1937 in Henniez als «Glasfasern AG» nimmt das Unternehmen 1940 die
Produktion von Glaswolle in der 1939 gebauten
Fabrik in Lucens auf, die zu Matten verarbeitet
und für die thermische und akustische Dämmung in Gebäuden und von Leitungen eingesetzt wird. Angetrieben durch das Ziel, filigranere und damit leistungsfähigere Glasfasern
zu produzieren, entwickelt der Hauptsitz von
Saint-Gobain Isover ein eigenes Faserziehverfahren. An dieser Pionierleistung beteiligt ist
auch die Schweizer Tochterfirma: Das Unternehmen testet das neue Verfahren als erstes
Werk des Konzerns und stellt seine Produktion
1961 vollumfänglich auf das leistungsstarke
TEL-Verfahren um.
Bereits 2009 wurde im Werk in Lucens ein
Bindemittel auf Basis schnell nachwachsender,
pflanzlicher Rohstoffe industriell getestet. Das
so hergestellte Produktsortiment, mit der Bezeichnung «Natura – by ISOVER» wird speziell
für Anwendungen im Innenbereich benötigt. So
garantieren die Produkte aus Lucens den Bewohnern Wohngesundheit und Komfort.
2016 wurde das in Lucens entwickelte Fassadendämmprodukt PB F 030 mit seiner revolutionär hohen Dämmleistung auf dem Schweizer
Markt eingeführt.
146 Mitarbeitende und 12 Lernende sind bei
Saint-Gobain ISOVER AG angestellt.
47
Holzbau Bühlmann AG
5237 Mönthal
056AG
284 14 17
Holzbau
Bühlmann
5237
Mönthal
056 284 14 17
www.holzbau-buehlmann.ch
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Der Spezialist wenn‘s um Holz geht
Der Spezialist wenn‘s um Holz geht
Holzbau / Sanierungen / Bedachungen / Fassaden / Schreinerei
Holzbau
| Sanierungen
Holzbau
/ Sanierungen
/ Bedachungen| /Bedachungen
Fassaden / Schreinerei|
Fassaden | Schreinerei
Holzbau | Sanierungen | Bedachungen | Fassaden | Schreinerei
Gesund und
ökologisch Bauen
fordert umfassende Kompetenz und
Knowhow.
FACHKURS BAUBIOLOGIE
Ökologisch Planen und gesund Bauen kann gelernt
werden. Das Bildungszentrum Baubiologie bietet
Ihnen alles, was Sie dazu brauchen. Wir vermitteln
die Grundlagen der Baubiologie in 10 Modulen:
Modul 1
Modul 2
Modul 3
Modul 4
Modul 5
Modul 6
Modul 7
Modul 8
Modul 9
Modul 10
Hausbiographie und Biodiversität
Gesundes Innenraumklima
Materialwahl / Ökobilanzen
Wahrnehmungen im Innenraum
Gesunde und nachhaltige Konstruktionen
Alternative Energiekonzepte
Wasserhaushalt und Elektrobiologie
Architektur
Soziale und wirtschaftliche Aspekte
Marketeing
Einstieg jederzeit / Besuch einzelner Module möglich
ABSCHLUSS
BaubiologIn mit eidgenössischen Fachausweis
ZIELPUBLIKUM
ArchitektInnen, PlanerInnen, HandwerkerInnen,
BauleiterInnen und -führerInnen, Bauherren, ImmobilienverwalterInnen, ZeichnerInnen Fachrichtung Architektur.
Bildungszentrum Baubiologie I Binzstrasse 23 I 8045 Zürich
Tel. 044 451 01 01 I www.bildungszentrumbaubio.ch
48
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Sanierung/Aufstockung EFH Steigmeier, Würenlingen
Minergie-A
Energiegeladen
Von Carmen Nagel Eschrich
Rundum «aufgemöbelt» wurde ein
unscheinbares Einfamilienhaus aus dem
Jahr 1961, als es der Energiespezialist und
Architekt Jürg Steigmeier mit seiner Familie
übernahm. Die Wohnfläche wurde vergrössert, die Fassaden thermisch optimiert, und
das neu gestaltete Dach mit einer Photovoltaikanlage erwirtschaftet heute reichlich
Strom – ein «Hauskraftwerk», quasi eine
Über fünf Jahre lang suchte das Bauherrenpaar, aus dem mittlerweile eine kleine Familie wurde, nach einem Grundstück für ihr
Eigenheim. Doch der Markt gab wenig her,
schnell wurde die Suche auch auf bestehende Immobilien ausgeweitet – ein Entschluss,
der mit Erfolg belohnt wurde: Das gemütliche
Einfamilienhaus aus dem Jahr 1961 liegt in
einem gutbürgerlichen, gepflegten Wohnquartier, bestens besonnt am Rebhang. Hier gibt
es noch reichlich Grün zwischen den Gebäuden, die sich mit zurückhaltender Erscheinung
grosszügig im Weinbauort verteilen.
überdimensionale «Batterie», speichert den
Energieüberschuss des Minergie-A-zertifi-
vorher
zierten Heims.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
49
Sanierung/Aufstockung EFH Steigmeier, Würenlingen
Aus Alt mach Neu
Altes zu erhalten, gefiel dem Energieplaner
Jürg Steigmeier und seinem Team der Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH ohnehin sehr
gut, so lässt sich – im Vergleich zum Neubau –
enorm viel graue Energie einsparen. «Ich wollte dann einfach beweisen, dass auch aus einem alten Haus etwas Tolles werden kann»,
beschreibt der Planer und Bauherr sein weiteres Vorgehen. Das rund 8 12 m grosse Gebäude war gut besonnt und äusserst kompakt,
daran sollte nichts geändert werden. Da jedoch
der bestehende Platz für die vierköpfige Familie etwas knapp war, bot ein Dachausbau die
beste Lösung. Das alte Dach wurde abgerissen und auf den Aussenmauern ein leichter
Holzriegelbau mit Kniestock errichtet. Zwei
Dachgauben nach Südwesten bieten heute
den beiden Kindern lichtdurchflutete Zimmer.
Im weniger besonnten Bereich des Geschosses
50
liegen die Treppe und das Elternschlafzimmer
sowie ein grosszügiges Familienbad.
Ein fast perfekter Bestand …
Im Erdgeschoss wurden nur ein paar Wände
entfernt, um dem Wunsch nach modernem,
offenem Wohnen gerecht zu werden. Die bestehenden Fensteröffnungen wurden leicht
vergrössert, um die solaren Wärmegewinne
zu maximieren und den Innenräumen noch
mehr Tageslicht zukommen zu lassen. Heute
profitieren die glücklichen Bewohner von einer
gemütlichen Küche mit direktem Zugang zur
überdachten Terrasse und einem Blick auf den
Hauseingang. Das Herzstück bildet wohl der
helle Wohn-Ess-Bereich mit seiner vorgelagerten Westterrasse. Ein zusätzliches Zimmer
auf dieser Etage wird beliebig als Spiel- und
Gästezimmer genutzt. Auch im Untergeschoss
wurde baulich nicht gravierend eingegriffen.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Minergie-A
Wie schon vor dem Umbau befinden sich hier
im unbeheizten Bereich die Garage mit Hauszugang, Technik- und Abstellräume.
… mit neuem, innovativem Energiekonzept!
Das klingt nahezu perfekt, es fehlte jedoch
deutlich an Dämmung: Die bestehenden Wände waren nur 25 cm stark und mit 8 cm Dämmung versehen – daraus konnte nicht das
Nullenergiehaus werden, das Jürg Steigmeier vorschwebte. So wurde der Fussboden des
Erdgeschosses mit 12 cm Mineralwolle von der
Unterseite her gedämmt, also der Decke im
Keller. Die Holzkonstruktion im neu errichteten
Dachgeschoss wurde mit 240 mm Mineralwolle grosszügig ausgedämmt. Zusätzlich vereint
heute ein warmes Kleid aus 60 mm starken
Holzfaserdämmplatten Alt und Neu; diese
wurden an die bestehenden Mauern bis hoch
zum Holzbau im neuen Dachgeschoss monNachhaltig Bauen | 1 | 2017
tiert. Die Schalung aus Weisstanne rundet das
edle Erscheinungsbild ab. Familie Steigmeier
entschied sich für eine Rhomboidschalung; dabei greifen die einzelnen Bretter mit Nut und
Feder ineinander.
Technik, die begeistert
Von ansprechenden Lösungen im Detail zeugt
auch die schlanke, unglaublich filigrane Blech
abdeckung in Traufe und Ortgang – wie eine
einzige Linie umrandet sie die Konturen des
Hauses. Sie verbirgt minimalistisch den Übergang zum Dach, wo Flachschiebeziegel verwendet wurden. Durch den äusserst flachen
Ziegel scheint das Dach beinahe wie aus einem
Guss, und die dominante «Fassade» des Steildaches tritt in den Hintergrund. Auf der besonnten Dachfläche befindet sich die Photovoltaikanlage. Die Anlage ist für einen Ertrag von
6,84 kWhp jährlich dimensioniert. Mit diesem
51
Sanierung/Aufstockung EFH Steigmeier, Würenlingen
Minergie-A
Strom wird der Bedarf im Haus für LED-Beleuchtung, energiesparende Haushaltsgeräte
und die allgemeine Stromentnahme gedeckt.
Wird an einem sonnigen Tag noch zusätzlich
Energie produziert, so wird der Solarspeicher
aufgeladen – erst wenn dieser voll ist, wird
in das öffentliche Netz eingespeist. Doch das
dauert eine Weile: Das «Hauskraftwerk» hat
eine stolze Kapazität von 6,9 kWh und versorgt
die Familie zuverlässig mit eigenem Strom,
auch wenn die Sonne ein bis zwei Tage nicht
scheint. Natürlich wird auch das Elektroauto
davon gespeist – die Ladestation ist direkt im
Haus! Das unterstreicht auch das Motto der
Bauherrschaft: «mit 100% Sonnenenergie unterwegs», unabhänig und kostengünstig!
Fahren mit Solarenergie:
Die Ladestation, welche
mit dem Hauskraftwerk
E3/DC gekoppelt ist,
lädt das Elektrofahrzeug
mit Solarenergie.
Alles unter Kontrolle:
Über die Webbasierte
Visualisierung hat
die Bauherrschaft jederzeit
den Überlick über den
Energiefluss im Hause.
Hauskraftwerk E3/DC:
Das Hauskraftwerk mit
Energiespeicher sorgt für
eine hohe Unhabhängigkeit
vom Stromnetz. Über das
Energie-Management des
E3/DC werden die Energieflüsse optimiert, um einen
hohen Eigenverbrauchsanteil zu ermöglichen.
Bauherrschaft / GU
Jürg und Rahel
Steigmeier
Rebbergstrasse 14
5303 Würenlingen
Architekt / Planer
Steigmeier Akustik +
Bauphysik GmbH
Rütistrasse 3a
5400 Baden
Tel. 056 225 10 30
ww.steigmeier-ab.ch
Ein gelungenes Gesamtpaket
Viel Energie ist ohnehin nicht notwendig, um
für ein gutes Raumklima im 7-kW-Haus zu
sorgen. Die eingebaute Komfortlüftung sorgt
für allzeit frische Luft, dafür ist ein Helios-Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung verantwortlich. Mittels Fernwärme wird Brauch- und
Heizwasser aufbereitet, die Fussbodenheizung
schafft warme Räume in der kalten Jahreszeit. Natürlich kann die Haustechnik praktisch
über das Smartphone gesteuert werden. Diese
energetische Sanierung mit Dachausbau kann
sich sehen lassen: Jürg Steigmeier und sein
Team haben es geschafft, das alte Gebäude in
ein Nullenergiehaus zu verwandeln. Dem liegt
ein gut durchdachtes Konzept zugrunde, das
übergreifend Bereiche wie clevere Solararchitektur, nachhaltige Haustechnik bis hin zum
ökonomischen Betrieb im Alltag verbindet. Ein
Ergebnis, das überzeugt und das das MinergieA-Label redlich verdient hat. Es vereint ansprechende Architektur mit aktuellen Ansprüchen
an Qualität und Komfort – die Sonne als kostenlose Energiequelle sorgt dabei grossteils
für die energetische Unabhängigkeit.
❰
Bauingenieur
Zehnder & Partner
Ingenieure AG
Oberstadtstrasse 10A
5400 Baden
Tel. 056 210 92 66
www.zehnderpartner.ch
52
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
53
Bivalente Holzfeuerung Überbauung Rossweid Sins AG
Zweikesselanlage ermöglicht
ganzjährige Wärmeversorgung mit Holz
In der unterirdischen Heizzentrale der Überbauung Rossweid in Sins AG steht neben der
grossen Holzschnitzelfeuerung zusätzlich ein kleinerer Pelletkessel. Dieser ermöglicht
nicht nur die Warmwasseraufbereitung im Sommerbetrieb, sondern auch die Spitzenlastabdeckung während der Heizsaison. Damit produziert die Anlage das ganze Jahr über
erneuerbare Wärme – mit Holz aus den umliegenden Wäldern.
Forstbetrieb wird zum Energieunternehmer
Absatzschwierigkeiten für Bau- und Industrieholz spürten die öffentlichen und privaten
Waldbesitzer im Aargauer Oberfreiamt nicht
erst seit der Aufhebung der Euro-Untergrenze im Januar 2015. Bereits Mitte der 1990erJahre beschloss die Ortsbürgergemeinde
Auw, mit knapp 200 Hektaren eine grössere
Waldbesitzerin der Region, sich über den wenig rentablen Stammholzverkauf hinaus als
Energie-Contractor zu engagieren und eigene Wärmenetze zu betreiben. In den darauffolgenden Jahren wurden in Auw zwei Holz-
Investition in die Zukunft
Die Wohnüberbauung Rossweid verfügt über eine Holzschnitzelsowie eine Pelletheizung, betrieben vom Wärmeverbund Auw. Holz
ist als erneuerbarer Energieträger von einer CO2-Abgabe befreit,
gleichzeitig erfüllt die moderne Anlage die Luftreinhalteverordnung
(LRV) und zeichnet sich durch niedrige Schadstoffwerte aus. Mit
der Holzenergienutzung bleibt das Geld in der Region, einheimische
Arbeitsplätze werden unterstützt, können erhalten oder gar ausgebaut werden.
www.auw.ch
54
wärmeverbünde errichtet: Die Heizzentrale
Grossäcker mit rund 180 Wohneinheiten und
der angrenzenden Schule sowie eine weitere
Anlage im Alters- und Pflegezentrum MariaBernarda-Heim. Zuständig für den Betrieb und
die Instandhaltung der Wärmeverbünde ist der
Forstbetrieb WALD kommunal +, dem zudem
die Bereiche Wald, Bauamt, Holzhandel und
Landschaftspflege unterstellt sind. Seit 2002
kümmert sich der Revierförster und Betriebsleiter Stefan Staubli zusammen mit seinem
Team auch um die Beförsterung der umliegenden Gemeinden Abtwil, Oberrüti und Sins mit
einer Gesamtfläche von 700 Hektaren Wald.
Dank bivalenter Lösung 100% erneuerbar
Als sich 2004 die Realisierung der Grossüberbauung Rossweid in der Nachbargemeinde Sins
mit 120 Wohnungen und drei Gewerbeflächen
abzeichnete, entschied sich die Ortsbürgergemeinde ihre Dienstleistung als Wärmeversorger auch ausserhalb von Auw anzubieten. Obschon der Anschluss der geplanten
Siedlung an das bestehende Gasnetz nahelag, vermochte Stefan Staubli die private Bauherrschaft von einer mit Holz betriebenen
Zweikesselanlage zu überzeugen. Neben dem
stichhaltigen Argument eines lokal verfügbaren Brennstoffs und der damit verbundenen
regionalen Wertschöpfung war das Angebot
für die Investoren auch wirtschaftlich interessant, weil die CO2-neutrale Wärmeversorgung
für Heizung und Warmwasser ganzjährig mit
erneuerbarer Energie gewährleistet werden
kann. Bereits während der Planungsphase
wurde das Netz erweitert, sodass mit dem
kleineren 150 kW-Pelletkessel nicht nur der
Sommerbetrieb, sondern auch eine Spitzenlastabdeckung möglich ist. Er ergänzt die
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Holzenergie Schweiz
5 Tipps zum Pelletskauf
Tipp 1: Im späten Frühjahr Pellets kaufen
Traditionell sind Holzpellets im späten Frühjahr am günstigsten.
Pellets kaufen Sie am besten in den Monaten Mai oder Juni. Die
Pelletbranche setzt in dieser Zeit verstärkt auf Anreize mit unterschiedlichen Aktionen. Am teuersten sind Pellets zumeist im
Januar und Februar.
Tipp 2: Kaufen Sie Qualitäts-Pellets
Lassen Sie sich nicht von Billigstangeboten locken. Ihre Pelletheizung wird es Ihnen danken. Qualitäts-Pellets tragen zu einem störungsfreien Betrieb Ihrer Pelletheizung bei. Kaufen Sie Pellets mit
geringem Staubanteil, die eine gleichmässige Länge haben und in
der Beschaffenheit glänzend und glatt sind und keine Risse aufweisen.
Tipp 3: Beim Anbieter aus der Region kaufen
Kaufen Sie Holzpellets bei einem Anbieter aus Ihrer Region: Dadurch können Sie Anfahrtskosten sparen und erhalten Ihre Pellets
zu einem günstigeren Preis. Der Transport ist bei den Pellets-Lieferanten ein wesentlicher Kostenfaktor. Mit dem regionalen Kauf
unterstützen Sie die Marktwirtschaft bei Ihnen vor Ort, sichern
dadurch Arbeitsplätze und schonen die Umwelt.
550 kW leistungsstarke
Vorschubrostfeuerung,
die mit Waldhackschnitzeln aus dem
eigenen Forstrevier betrieben
wird. Weitere 30 kW Puffer bietet der 10 000
Liter fassende Speicher. An das Wärmenetz
angeschlossen sind ausserdem das Gebäude
der Kantonalbank Sins, das Restaurant Löwen
sowie ein angrenzendes Mehrfamilienhaus.
Noch ist aber nicht Schluss: Bei einer aktuellen Anschlussleistung von insgesamt 670
kW verfügt die Heizanlage über ausreichend
Kapazität für eine Erweiterung.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Tipp 4: Frühzeitige Bestellung
Bestellen Sie Ihre Pellets frühzeitig. In der kalten Jahreszeit kann
es zu Lieferzeiten von bis zu zwei Wochen kommen. Wenn Sie Ihre
Pellets erst kaufen, nachdem sie ausgegangen sind, müssen Sie
eventuell länger auf Ihre Lieferung warten. Zudem sind kurzfristige Lieferungen meistens mit höheren Kosten verbunden.
Tipp 5: Kaufen Sie gemeinsam
Haben Sie Nachbarn die ebenfalls mit Holzpellets heizen? Falls ja,
dann kaufen Sie gemeinsam. Die Transportkosten sind ein wesentlicher Faktor in der Kalkulation der Pellets-Lieferanten. Mit einer
Sammelbestellung kann der Anbieter mehrere Kunden in einer
Tour anfahren und damit Logistikkosten sparen.
55
Bivalente Holzfeuerung Überbauung Rossweid Sins AG
Holzenergie Schweiz
Autor Michael Tibisch
Leiter Kommunikation,
Holzenergie Schweiz
Kurzinformationen
Bauherrschaft
Wärmeverbund Auw, 5644 Auw
Betrieb/Unterhalt
WALD kommunal +, 5644 Auw
Einsatz
Heizung und Warmwasser
Rossweid Sins
120 Wohnungen, 3 Gewerbeflächen
Total ca. 520 kW
Erweiterung
Restaurant Löwen Sins
Kantonalbank Sins
Mehrfamilienhaus Löwen
Total ca. 150 kW
Brennstoff
UTSR-550 / Waldhackschnitzel
UTSL-150 / Pellets
Betriebsmedium
Wasser
Kesseltyp
Vorschubrostfeuerung UTSR-550.32
Unterschubfeuerung UTSL-150
In Betrieb seit
August 2008
Über Holzenergie Schweiz
Der Branchenverband Holzenergie Schweiz betreibt seit bald vierzig
Jahren einen professionellen Informations- und Beratungsdienst.
Für den korrekten Betrieb Ihrer Holzheizung stehen zahlreiche
Merkblätter und Broschüren zur Verfügung. Das Qualitätssiegel
Holzenergie Schweiz für Holzheizungen sowie Holzfeuerstätten
kennzeichnet Holzfeuerungen mit vorbildlichen Wirkungsgraden
und Emissionswerten.
Mehr Infos unter www.holzenergie.ch
56
Heizungen machen Waldwirtschaft rentabel
Inzwischen betreibt WALD kommunal + auch
in den beiden Oberfreiämter Gemeinden Oberrüti und Mühlau je einen Wärmeverbund, die
2013 bzw. 2015 errichtet wurden. Sieben Personen teilen sich den Pikettdienst, damit es zu
keinen Ausfällen kommt und jederzeit Wärme
geliefert werden kann. Über eine Logistikvereinbarung mit einem externen Forstunternehmen kümmern sie sich ebenso um die
bedarfsgerechte Befüllung der Silos. Die Heizzentrale Rossweid benötigt pro Heizperiode
rund 2000 m3 Schnitzel, dazu kommen durchschnittlich 35 Tonnen Pellets für die Saison
zwischen Mitte Mai und August. Zusammen
mit den anderen vier Heizzentralen benötigen
die Anlagen rund 7000 m3 Hackgut. Jedoch ist
die nachhaltig nutzbare Holzmenge aus dem
Zuwachs noch nicht ausgeschöpft, wie Stefan
Staubli weiss: «Aus den 700 Hektaren Wald
lassen sich jährlich 10 000 m3 Hackschnitzel
generieren, es hat also noch Potenzial für ein
bis zwei weitere Anlagen!» Für den Revierförster geht es dabei nicht darum, den Wald
an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen. Für ihn
steht die Bewirtschaftung und Pflege im Vordergrund, durch die der gesunde Wald seine
Funktionen und gesellschaftlichen Leistungen
überhaupt erbringen kann. Dass der Forstbetrieb als Wärmeversorger tätig ist, zeugt
von nachhaltigem Unternehmertum, wovon
viele in der Region profitieren: Die Waldeigentümer, die Arbeitnehmer, die Wärmebezüger,
die Bevölkerung und nicht zuletzt – die Natur
und der Wald selbst.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Redaktionelle Partner
Stefan Schneeberger
Enerconom AG
Krummturmstrasse 11
4500 Solothurn
www.enerconom.ch
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Architekten SIA AG
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A. Müller + Partner Architekturbüro AG
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www.amueller-arch.ch
Scherer Architekten AG
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4410 Liestal
www.scherer-arch.ch
Setz Architektur
Obermatt 33
5102 Rupperswil
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Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH
Rütistrasse 3a
5400 Baden
www.steigmeier-ab.ch
Walker Architekten AG
Neumarkt 1
5201 Brugg
www.walker.ch
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
57
energy4me
Energiespeicher sind die Lösung
Von Julia Gremminger
Sinkende Vergütungen für das Einspeisen von Solarstrom ins Netz und die zeitliche
Differenz zwischen Solarstromproduktion und Bedarf sind Argumente, die Hausbesitzer
beim Entscheid für eine Photovoltaikanlage zögern lassen. Dabei gibt es heute
verschiedenste zahlbare Speichermöglichkeiten, dank welcher der Eigenverbrauch
von Solarstrom erheblich gesteigert werden kann.
Die Familien Kessler und Borali besitzen beide ein Eigenheim mit einer Photovoltaikanlage
aus höchsteffizienten monokristallinen Silizium-Solarzellen. Diese leistungsstarken Photovoltaikanlagen produzieren im Jahr Tausende
kWh Solarstrom. Die Solarstromproduktion auf
dem Dach der Gebäude fällt jedoch zeitlich oft
nicht mit dem Strombedarf im Haushalt zusammen. Dies haben auch die Hausbesitzer
Kessler und Borali festgestellt. Deshalb setzten sich beide dasselbe Ziel: Steigerung ihres
Solarstrom-Eigenverbrauchs mittels Speicher.
Bei der Planung verliessen sie sich auf denselben Energieprofi, die planergie ag, die unter dem Markennamen energy4me auftritt, in
Herzogenbuchsee. Trotz allen Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die anschliessend
installierten Speicherlösungen ganz grundsätzlich. Während sich Familie Kessler für ein
innovatives Speicherkonzept auf Wasserbasis entschied, setzte Familie Borali auf einen
Batteriespeicher.
betrieben wird. Der spezielle Energiemanager im Speicher ermöglicht es, Temperaturen
von bis zu 90°C zu erreichen und so eine sehr
grosse Energiemenge auf kleinstem Raum zu
speichern. Aufgrund der hohen Temperaturen
des Erdspeichers eignet sich dieser auch für
schlecht isolierte Gebäude und Heizungen mit
hohen Vorlauftemperaturen.
Bei dem von energy4me entwickelten Erdspeicher enerSAFE handelt es sich um eine Weiterentwicklung eines Öltanks aus Kunststoff.
So wurde aus Lowtech auf verblüffende Weise
Hightech. Der Erdspeicher aus Kunststoff hat
im Vergleich mit einem üblichen Stahltank
Modifizierter Öltank wird zum Erdspeicher
Im Garten der Familie Kessler in Subingen im
Kanton Solothurn befindet sich unter der Erde
ein 12 000 Liter Wasser fassender Speicher.
Dieser wird mit einer Wärmepumpe erwärmt,
welche mit dem überschüssigen Solarstrom
von der eigenen Photovoltaikanlage betrieben
und vom Energiemanagementsystem enerFACE gesteuert wird. Somit kann der überschüssige Solarstrom in Form von Wärme im
Erdspeicher gebunkert werden. Anschliessend
wird davon in Form von Warm- bzw. Heizungswasser profitiert. Dank der grossen Menge
Wasser können neblige oder bedeckte Tage
überbrückt werden, sodass die Wärmepumpe ausschliesslich bei Solarstromüberschuss
58
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Technischer Fachbeitrag Energiespeicher
planergie ag
Bettenhausenstrasse 50 | 3360 Herzogenbuchsee
Tel. 062 961 60 00 | www.energy4me.ch
minimale Wärmeverluste. Letztlich ist er nur
schon aufgrund seiner Unterbringung unter
der Erde eine optimale Alternative zu herkömmlichen oberirdischen Speichern, denn
der Platz im Technikraum ist in neuen Gebäuden meist beschränkt.
Massiv verbesserter Wirkungsgrad
Wenn draussen winterliche Temperaturen von
null Grad und kühler herrschen, wird eine
normale Luft-Wasser-Wärmepumpe sehr ineffizient, das heisst der Wirkungsgrad verschlechtert sich massiv. Dieses Problem kennt
Familie Kessler nicht. Im Falle solcher Witterung durchströmt das Fluid der Wärmepumpe
ein Register im untersten Teil des enerSAFE
und entzieht diesem Wärme. Der unterste Teil
des Erdspeichers wird so bis in die Vereisung
ausgekühlt und die Wärmepumpe kann weiterhin effizient funktionieren.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
«Drei Fliegen mit einem Schlag:
Dank der innovativen Lösung sind wir
weg vom fossilen Heizen, wir können den
überschüssigen Solarstrom speichern
und haben mit einem vollen Speicher
genug Wärme für eine ganze Woche.
Mit diesem System können wir den Eigenverbrauch unserer Photovoltaikanlage
maximieren.»
Yves Kessler
59
Rubriktitel
energy4me
Technischer Fachbeitrag Energiespeicher
Ein Batteriespeicher der besonderen Art
Mit über 90 Jahren und einer weitsichtigen,
den nächsten Generationen verpflichteten
Haltung, entschied sich Giovanni Borali aus
Sumiswald im Emmental als Ergänzung zur
Photovoltaikanlage, eine Batterie des süddeutschen Herstellers ASD mit
einer Kapazität von 12 kWh
«Es macht mir grosse Freude
zu installieren. Das Besondeund erfüllt mich mit Stolz, dass ich
re an diesem Lithium-Eisenin meinem hohen Alter diese
phosphat-Akku mit dem Prozukunftsträchtige Technologie
duktnamen ASD PACADU®
erleben darf und wir so den selbstist, dass sich Zellen mit unproduzierten sauberen Solarstrom
gleichem Wirkungsgrad verzu 57% selber verbrauchen
binden lassen, ohne dass die
können.»
schwächste die Leistung der
gesamten
Batterie bestimmt.
Giovanni Borali
Der ASD PACADU® überwacht
zudem jede einzelne Zelle und
deaktiviert die beschädigten. Somit wird verhindert, dass die gesamte Batterie aufgrund
einer einzelnen zerstörten Zelle ihre Funktionstüchtigkeit verliert. Dank der Installation
dieses innovativen Batteriespeichers konnte
die Familie Borali ihren Solarstrom-Eigenverbrauch um 23% steigern.
könnte. Die Batterie könnte folglich in Zukunft
ihren Beitrag zur Netzstabilisierung in Spitzenzeiten leisten.
Beide Speicherlösungen, der Erdspeicher in
Subingen und der Batteriespeicher in Sumiswald, wurden innerhalb weniger Tage installiert. Seither verhelfen sie ihren Besitzern
dazu, den Solarstrom, den diese nicht zeitgleich verbrauchen können, zu speichern.
Diese und viele weitere erfolgreichen Beispiele
zeigen, dass die Eigenverbrauchsoptimierung
durch Speicher die Zukunft der erneuerbaren
Energien sichern wird.
❰
Spitzenlastoptimierung dank
Batteriespeicher
Die Batterie der Familie Borali ist die erste Solarstrombatterie in der Gemeinde Sumiswald.
Sie ist aber nicht nur deswegen von Bedeutung
für die Gemeinde. Energy4me hat die Batterie
so ausgelegt, dass diese auch vom Elektrizitätswerk der Gemeinde angesteuert werden
60
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Im Gespräch mit Markus Diener
Geschäftsführer planergie ag
energy4me: «Massgeschneiderte
Lösungen aus einer Hand»
Das in Herzogenbuchsee ansässige Unternehmen für erneuerbare Energien planergie ag,
welches unter der Dachmarke energy4me auftritt, wurde 2009 vom Querdenker Markus
Diener gegründet. Seither hat sich energy4me etabliert und bietet heute eine breite Palette
an äusserst innovativen Produkten an.
private und gewerbliche Liegenschaften an.
Unser Produktportfolio umfasst Solarprodukte für Solarstrom und Solarwärme, Strom- und
Wärmespeicher, ein Energiemanagementsystem für die Eigenverbrauchsoptimierung,
Wärmepumpen, Holzschnitzelheizungen und
Windturbinen.
Redaktion «nachhaltig Bauen»: Markus Diener, was hat Sie dazu bewogen, die planergie
zu gründen?
Ich wollte nicht mehr nur über Nachhaltigkeit
reden, sondern sie leben und leben lassen. In
den Medien und Politik wurde in dieser Zeit
viel darüber gesprochen und geschrieben,
aber sehr wenig wurde tatsächlich umgesetzt.
Deshalb habe ich nach meinem MBA-Studium,
durch welches ich das Rüstzeug für eine Unternehmensgründung und -führung erlangt
habe, die planergie gegründet. Seit acht Jahren verfolgen wir nun erfolgreich das Ziel, unseren Kunden Energielösungen anzubieten, die
ihnen folgendes erlauben:
_ mehr Freiheit und Unabhängigkeit
_ Einklang mit der Natur
_ gesunder Lebensraum heute und in Zukunft
Welche Bereiche gehören zum Produktportfolio der planergie?
Wir bieten ganzheitliche Energielösungen für
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Welche Produkte hat planergie selbst entwickelt?
Wir haben unser Energiemanagementsystem
enerFACE selbst entwickelt. Dieses misst und
visualisiert die Energieflüsse im Gebäude und
erlaubt es dem Hausbesitzer, Geräte automatisch oder manuell anzusteuern. Mit Wetterdaten und einer lernfähigen Software optimiert
es zusätzlich den Energieverbrauch. Auch
der Wasser-Wärmespeicher enerSAFE, der in
Kombination mit einer Photovoltaikanlage und
einer Wärmepumpe eine selbstversorgende
Heizung erlaubt, wurde von uns selbst entwickelt.
Worin unterscheidet sich die planergie von
anderen Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien?
Wir unterscheiden uns primär in drei Punkten: Durch die breite Kompetenz können wir
jedem Kunden – vom Einfamilienhaus bis zum
grossen Gewerbebetrieb – die für ihn passende Energielösung anbieten. Wir planen, setzen
um, überwachen und warten sämtliche Anlagen, falls dies gewünscht ist. Weiter steigern
wir mit unseren innovativen Eigenentwicklungen den Nutzen der selbstproduzierten Energie. Zusätzlich können wir durch die stetige
Weiterentwicklung dem Kunden Mehrwerte
wie Energiesparen, effizienterer Einsatz der
Energie und auch zukünftige Energiesysteme
wie Elektromobilität etc. bieten.
61
EFH Familie Schlienger Auenstein
Spektakulär einfach
Von Carmen Nagel Eschrich
Ihr Traumhaus malte sich die junge Familie
gerne besonders spannend und aufregend
aus: «Wir wollten keine 08/15-Lösung»,
bestätigt die Bauherrin. Im Gespräch und in
Zusammenarbeit mit Setz Architektur
entwickelte sich jedoch ein Grundriss, der
weniger durch seine reisserische Erscheinung als durch Energieeffizienz mit Plusenergieertrag und individuellen Details
besticht – und dadurch zum einmaligen Heim
Den Wunsch nach einem Eigenheim hegte das
Bauherrenpaar schon seit einiger Zeit, doch
gab es verschiedene Lösungen: «Wir scheuten
uns ein wenig, selbst zu bauen, und besichtigten anfangs fertige Häuser.» So richtig passte
es nie, und immer häufiger rückte die Idee in
den Vordergrund, am herrlich sonnigen Familiengrundstück selbst zu bauen. Gesagt, getan:
Der unterstützende Planer sollte in der Nähe
liegen – ein Blick ins Telefonbuch genügte,
um mit Setz Architektur in Kontakt zu treten.
Zusammen beschritten Architekten und Bauherren die Planungsphase vom spektakulären
Einfamilienhaus zum eleganten Plusenergiehaus.
beitrug.
Vom Standardhaus zum Plusenergiehaus
Es begann mit einem Entwurf, der den Vorgaben des Baugesetzes hinsichtlich Gebäudeproportion und Dachform unterlag. Doch
natürlich schafften es die Energiepioniere von
Setz Architektur, mit einem kompakten Bau-
62
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Minergie-A
körper am sonnigen Südhang im Minergiestandard weit mehr herauszuholen – nicht ohne die
Bauherrschaft darauf aufmerksam zu machen,
dass mit etwas mehr Dämmung auch spielend
der Standard Minergie-P erfüllt werden könnte. Da der Bauherr als Elektroingenieur Wert
auf Energieeffizienz legt, war von Beginn an
Photovoltaik im Gespräch. «Dann können wir’s
gleich richtig machen», entschied die Bauherrschaft beherzt und erfüllte durch die Installation einer 10,8-kWp-Photovoltaikanlage (rund
9700 kWh/Jahr) den Standard Minergie-A. Dafür wählte der Architekt ein System von Solrif,
bei dem die PV-Module auf dem gesamten
Süddach wie Dachschindeln wasserdicht verlegt wurden und – erfreulich für den Geldbeutel – ohne Foliendach darunter auskommen.
Warmwasserspeicher als Batterie
So viel Strom braucht die dreiköpfige Familie
jedoch nicht für den Eigengebrauch, «auch
wenn wir am schönsten Sonnentag nur zum
Kochen und Waschen zu Hause blieben und
unsere Stromerträge bestaunten», erklärt die
Bauherrin lachend. Leider ist die Speicherung
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
63
EFH Familie Schlienger Auenstein
Bauherrschaft
Familie Susanne und
Peter Schlienger
Chilenacherweg 3
5105 Auenstein
Architekt / Bauleitung /
Energie- und Lüftungsplanung
Setz Architektur
Obermatt 33
5102 Rupperswil
Tel. 062 889 22 60
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Haustechnik-Planung
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Wildischachen 36
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Tel. 056 441 96 21
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Elektroingenieur
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Hauptstrasse 19
5105 Auenstein
Tel. 062 897 00 18
www.elektrofrei.ch
64
von Strom in überdimensionalen Batterien
noch sehr teuer. Wird der Strom vom eigenen
Dach nicht selbst verbraucht, wandert er zu
Billigpreisen ins öffentliche Netz – oder wird
wie hier zur Warmwassererzeugung verwendet: Bei Energieüberschuss wird das Wasser
im Pufferspeicher mittels PV-Anlage elektrisch
aufgeheizt – benötigt man also nachts oder an
sonnenfreien Tagen Warmwasser, muss nicht
die mit Strom betriebene Wärmepumpe beansprucht werden. Dies ist eine günstige Lösung
der Stromspeicherung, sofern der Pufferspeicher wie hier mit 800 l entsprechend gross
dimensioniert wurde.
Gut leben im Passivhaus
Vor dem Neubau lebte das Paar in einer
schönen Dachwohnung: «Hier war es immer
stickig. Kaum zu glauben, dass in einem Gebäude mit Baujahr 2008 derart schlechte Luftqualität herrschte», beschreibt die Bauherrin
ihre Erfahrungen. Im Eigenheim sollte die Situation deutlich besser sein. Trotz Bedenken
durch weitverbreitete Vorurteile, entschieden
sich die beiden Allergiker für eine Komfortlüftung – und haben es keinen Tag bereut.
Die winddichte Aussenkonstruktion der 15 cm
starken Mauer in Kombination mit einer 24
cm dicken Dämmung schafft zusätzlich hervorragendes Wohnklima. Interessanterweise wird auch das gesamte Kellergeschoss in
den Dämmperimeter eingebunden – ein durch
Minergie-A
und durch kompaktes Paket, das konsequent
im gesamten Haus auf LED-Beleuchtung und
sparsame Haushaltsgeräte setzt.
Heute schon an morgen gedacht
Mal ehrlich, möchte nicht jeder «Häuslebauer» etwas Besonderes und Individuelles haben? Fraglich bleibt, ob man es im vergoldeten
Wasserhahn oder in einem dramatischen Eingangsfoyer findet. Oder liegt das Einfache und
Gute in einem herrlich sonnendurchfluteten
Wohnbereich wie diesem, in dem eine offene
Küche zu gemeinsamen Stunden lädt? Davor
lockt die Südterrasse, nach Westen bietet ein
überdachter Bereich Schutz an windigen Tagen. Ein Büro im Erdgeschoss dient aktuell der
Bauherrschaft als Arbeitsplatz – später könnte es zu einem Schlafzimmer umfunktioniert
werden, wenn das obere Stockwerk nicht mehr
benutzt werden kann oder soll. Allerdings wurde auch die Treppe breit genug dimensioniert,
um bei Bedarf einen Treppenlift installieren
zu können. Momentan befinden sich im Obergeschoss die Schlafzimmer für Eltern und
Kind. Oben angekommen, empfängt ein offener
Vorplatz, der die Transparenz und Klarheit des
gesamten Entwurfs widerspiegelt. Bei Interesse kann dieses zukunftsweisende Objekt am
17. Juni 2017, dem Tag der offenen Tür, besichtigt werden.
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Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
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MFH Chrüzmatt Aesch
Symbiose von Holz- und PhotovoltaikFassade
Mehrfamilienhaus Chrüzmatt in Aesch
Die mit PV-Modulen bestückte Westfassade
des Mehrfamilienhauses Chrüzmatt in Aesch
am Hallwilersee ist kaum von der übrigen
Holzfassade zu unterscheiden.
Durch neuartige Beschichtungstechnologien
für Modulgläser, wie zum Beispiel dem keramischen Digitaldruck, ist es möglich die PVModule so anzufertigen, dass eine ästhetische
Holz-Lattenstruktur nachgeahmt wird.
Bei Neubauten und Dachsanierungen ist es
naheliegend die Solarstrommodule in das Dach
zu integrieren. Dies ist nicht nur eine ästhetisch ansprechende Lösung, sondern auch
preislich interessant, da die Dacheindeckung
durch die Solarstromanlage ersetzt werden
kann.
Die vier Dachfenster von der Firma Wenger
Fenster lassen sich ebenfalls perfekt in das
System integrieren, wodurch eine homogene
Fläche entsteht. Für die Gesamtlösung wurde
das patentierte Montagesystem Indach SOLRIF
XL von E. Schweizer AG ausgewählt.
66
Mit dem SOLRIF Energiedach können Solarstrom, Solarthermie und Dachfenster einheitlich und gebäudeintegriert realisiert werden.
Im Keller des Mehrfamilienhauses Chrüzmatt
befinden sich drei Solarspeicher der Marke
E3/DC mit einer Speicherkapazität von insgesamt 41,40 kWh.
Alle Hauskraftwerke von E3/DC sind «All In
One Systeme» und können als reine Stromspeicher (AC) wie auch als DC-Speicher und
kombiniert (Hybrid) dreiphasig betrieben werden. Somit kann die Energie zusätzlich von externen Energieerzeugern, KWK und Elektrofahrzeugen gespeichert werden. Die Systeme
können auch als reines Inselnetz betrieben
werden und arbeiten mit automobiler Technik
zusammen.
Durch die Vernetzungsmöglichkeiten der eingesetzten Produkte mit internem CAN-Bus
und externen Bussystemen kann die Energie
individuell und intelligent gemanaged und
der Energieverbrauch reduziert und optimiert
werden.
Dank den Solarbatterien wird dafür gesorgt,
dass ein Maximum des am Gebäude produzier-
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Publireportage
d
n
u
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a
H
a
–
k
i
n
h
c
Energiete
ten Stroms dezentral vor Ort gebraucht wird.
Der Eigenverbrauchsanteil im Jahr 2016 betrug bereits 75 Prozent der Gesamtproduktion.
Zur Zeit sind 70 Prozent der Wohnungen vermietet, so dass mit einer weiteren Steigerung
des Eigenverbrauchsanteils in Zukunft gerechnet werden kann. In der Garage steht eine
Ladestationen für das hauseigene Elektroauto zur allgemeinen Verfügung.
Neben dem Netzanschluss haben die Besitzer
des Restaurants Kreuz und des Mehrfamilienhauses Chrüzmatt auch bei der Heizung zusammengespannt: Fortan heizt eine Pelletheizung im Keller der Chrüzmatt beide Gebäude.
Das Mehrfamilienhaus Chrüzmatt in Aesch
steht für die Verbindung innovativer Energietechnik mit modernster Architektur. Es wurde
mit der Realisierung des Projektes ein weiterer Meilenstein in Richtung «Bauen mit der
Energiewende» erreicht.
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Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
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Felix & Co. AG
Geschäftsbereich WINDGATE
Landstrasse 70
5412 Gebenstorf
Telefon 044 830 90 30
[email protected]
www.windgate.ch
67
Meyer Burger (Switzerland) AG
Rundum auf der Sonnenseite
Während andere Solaranlagen letzten Winter
unter einer Schneeschicht begraben waren
und keine Elektrizität lieferten, surrten bei
der Wyssacher Energietechnikfirma clevergie
gmbh fleissig die Wechselrichter. Die Meyer
Burger Solarmodule am Neubau sind nicht
auf dem Dach, sondern an
den Fassaden montiert. «Wir
«Die Solarfassade liefert über
produzierten massiv mehr
Jahrzehnte jede Menge Energie, ist
billiger als eine Glas-Metall-Fassade Sonnenenergie als erwartet,
da die weissen Schneeflächen
und kaum teurer als eine normale
das Sonnenlicht viel stärker
Verschindelung mit Eternit».
reflektierten als errechnet»,
Lukas Meister
hält Lukas Meister, einer der
drei Geschäftsführer der Firma
clevergie fest. Der Neubau mit der MegaSlate®
Solarfassade im oberen Teil und der Verkleidung aus Schweizer Lärchenholz im Erdgeschoss ist ein richtiger Hingucker geworden.
Selbstamortisierende Gebäudehülle
Die Idee der Solarfassade war bereits in die
Planungsphase des Neubaus eingeflossen.
Somit konnten die Abmessungen des Baus
und die Anordnung der Fenster problemlos
dem Solarmodulraster angepasst werden. Die
QUALITY
Regionale Nachhaltigkeit
Die Antriebsenergie für die zwei Elektroautos
und die Luft-Wasser-Wärmepumpe werden bereits heute zu 100% aus der Solarfassade ge-
wonnen. Dank intelligentem Lastmanagement
und einer ausgeklügelten Verbrauchersteuerung ist das Gebäude bilanzautark; und dies
beinahe in Echtzeit. Ein Netzanschluss wurde
trotzdem erstellt, für den Fall dass zukünftig
noch mehr Elektrofahrzeuge dazu kommen.
Der Neubau wurde strikt nach ökologischen
und nachhaltigen Kriterien gebaut. Der Holzbau ist aus einheimischem Holz und die Bodenbeläge aus recyclierten Kabeln. Besonders
ansprechend wirken die Empfangstheke und
Wände im Büro. Sie sind aus Lehm geformt
mit einer Abdeckung aus emmentaler Kirschbaumholz. Der Lehm dazu stammt aus dem
eigenen Aushub der Baugrube und sorgt für
einen natürlichen Ausgleich der Feuchtigkeit
und angenehmes Raumklima.
68
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Publireportage
MegaSlate® Solarfassade des Schweizer Technologieunternehmens Meyer Burger bietet mit
vier Standard- sowie individuell gefertigten
Modulgrössen höchste Flexibilität an. Dank
der guten Planung und Modulvielfalt konnte
die Fassade auf allen vier Seiten kostengünstig
mit Standardmodulen realisiert werden. Gegenwärtig wird der Sonnenstrom in Batterien
und einem Warmwasserspeicher gespeichert.
Mit den Batterien kann der gesamte elektrische Energiebedarf für zwei Schlechtwettertage überbrückt werden. Im Winter wirkt die
massive Betonkonstruktion zudem als optimaler Wärmespeicher. Zusätzlich werden die
Warmwasserspeicher als thermische Reserve
für die Bodenheizung genutzt. Zukünftig wird
allfälliger Energieüberschuss nicht mehr ins
Stromnetz eingespeist, sondern in Gas umgewandelt und gespeichert. Mit diesem Langzeitspeicher können auch saisonale Schwankungen ausgeglichen werden. Der neue Geschäftssitz dient nicht nur als Vorzeigeobjekt,
sondern auch dazu, innovative Gebäudetechnik
zu testen.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Meyer Burger (Switzerland) AG
Schorenstrasse 39, 3645 Gwatt (Thun)
[email protected]
www.meyerburger.com
clevergie gmbh
Möösli 307, 4954 Wyssachen
Industriestrasse 14, 8836 Bennau
[email protected], www.clevergie.ch
69
EFH Familie Bühlmann Nesselnbach
Eine ehrlich gute Haut
Von Carmen Nagel Eschrich
Motiviert und gekonnt schuf Bauherr und
Architekt Roland Bühlmann für seine Familie
ein mustergültiges Heim: Hier blieb kaum
eine Fläche ungenützt – alles, was Sonne und
Natur hergeben, wird über verschiedene
Kollektoren in den Fassaden, im Boden und
im Dach gesammelt und für die Bewohner
nutzbar gemacht.
Gezielt suchte der Bauherr und Planer ein gut
besonntes Grundstück – die Grundvoraussetzung für alle, die auf nachhaltige Energiequellen setzen. Die sechsköpfige Familie entschied
sich bewusst für eine Hanglage, um den Hauszugang mit Schmutzschleuse über die Garage
70
im Untergeschoss organisieren zu können.
Hier wurde auch eine Einliegerwohnung ausgeführt, um heranwachsenden Kindern oder
eventuell pflegebedürftigen Eltern Platz bieten
zu können. Zwischen der separaten Wohneinheit und dem Hauswirtschafts- und Technikbereich liegt die Treppe, die in das Erdgeschoss
führt. Sie endet in einem praktischen Windfang
mit «Besucherhaustüre» und Gäste-WC. Von
hier gelangt man zum Herzstück des Gebäudes: Auf rund 60 m² lädt der L-förmige Wohn-,
Ess- und Kochbereich mit grossen Fensterflächen nach Süden zu gemeinsamen Stunden
mit Familie und Freunden.
Vorausschauende Grundrisslösungen
Im Obergeschoss reihen sich entlang der Südfassade vier identisch grosse Zimmer und bieten dem Nachwuchs gemütliche Rückzugs-
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Minergie-A
und Schlaforte. Auch wenn es etwas eng wird,
so vermag das grosse Familienbad dennoch
alle Bewohner gleichzeitig aufzunehmen.
«Solange die Kinder klein sind, wohnen alle
auf einer Etage», beschreibt der Bauherr die
Situation. Doch besteht der Wunsch nach mehr
Fläche, so kann auch der Dachraum fertig ausgebaut werden – die Leitungen sind schon bereit. «Wir wünschten uns ein funktionales und
praktisches Familienhaus mit Flexibilität in
Raumaufteilung und Nutzung – spielend wird
es bei Bedarf zum Mehrgenerationenhaus»,
erläutert der Bauherr und Architekt.
© Lehmann Bau & Energie
Vorbildlich organisiert:
Grundriss, Technik und Finanzen
Mit dem sonnigen Grundstück und der passenden Planung rundete Roland Bühlmann das
Bauvorhaben mit einem schlüssigen Energiekonzept ab: «Mir war von Anfang an klar, dass
ich mein Wissen, das ich im Nachdiplomstudium Energie und Nachhaltigkeit erworben habe,
am eigenen Objekt praktisch umsetzen will.
Es sollte auch den Kriterien von Eco-Bau entsprechen, um gesundheitliches, ökologisches
Wohnen sicherzustellen.» Mit diesen Ansprüchen erklärt sich die kompakte Gebäudeform
mit Satteldach und hellen und grosszügigen
Räumen von selbst. Bei der Konstruktion entschied man sich für 15 cm starke, gemauerte
Wände und 28 cm Dämmung. Der u-Wert mit
0,10 sorgt Sommer wie Winter für konstante
Raumtemperaturen und äusserst geringen
Energiebedarf – und damit verbunden sehr
geringen Betriebskosten.
Am rechten Fleck gespart
Ökonomie und Ökologie sollten im optimalen
Verhältnis stehen, und deshalb bestätigt der
Bauherr: «Wir setzten unsere Prioritäten auf
die Gebäudehülle, die Technik und die Gebäudegrösse, also eher unveränderbare Bauteile.
Den Innenausbau gestalteten wir günstig, da
diese Bauteile austauschbar sind und eine
kürzere Lebensdauer haben; beispielsweise
wählten wir für Küche und Sanitärapparate
Secondhandware». In diesem Sinne wurden
auch möglichst wenige Leitungen einbetoniert
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
71
EFH Familie Bühlmann Nesselnbach
Minergie-A
mittelbarem Bedarf wird die Wärme von der
Wärmepumpe genutzt, ansonsten im Erdregister gespeichert – ein System, das sehr gut
funktioniert und spielend den Heiz- und Warmwasserbedarf deckt. Stolz, mit eigenen Händen
mit angepackt zu haben, schliesst der Energieplaner und Bauherr: «Wer den Fokus auf eine
wirtschaftliche Planung behält, muss nicht auf
ein Minergie-A/P-Eco-Gebäude verzichten!» ❰
Bauherrschaft
Marita und Roland
Bühlmann
Widematte 4
5524 Nesselnbach
Architekt
A. Müller + Partner
Roland Bühlmann
Zugerstrasse 12
5620 Bremgarten
Tel. 056 618 77 66
www.amueller-arch.ch
Energiekonzept
Lehmann Bau & Energie
Steinachermattweg 3
5033 Buchs AG
Tel. 056 611 11 12
www.bauenergie.ch
Heizung Lüftung Sanitär
Grolimund AG
Luzernerstrasse 3
5630 Muri AG
Tel. 056 664 22 11
www.groli.ch
72
oder eingemauert, um das Gebäude kostengünstig instand halten zu können. Die Fassade
wurde hingegen nicht nur absolut winddicht
und dank cleverer Grundrissaufteilung nach
passiv-solaren Grundsätzen gestaltet, sie erwirtschaftet auch noch Energie! Tatsächlich
liegen unter der Putzschicht der sonnigen
Fassadenbereiche eingebaute Thermokollektoren. Das Fassadenregister wird übrigens unabhängig von der Wärmepumpe betrieben: Die
Wärme wird einfach von der Fassadenaussenseite, also unter der Putzschicht, aufgefangen
und auf die Innenseite der Wärmedämmung
ins Mauerwerk übertragen. Praktischerweise
funktioniert das System auch umgekehrt und
wird im Sommer zur Kühlung des südlichen
Fassadenmauerwerks herangezogen. Auch
unter der Bodenplatte befinden sich auf rund
140 m² Erdregister, die Sommer wie Winter
weitgehend konstant Bodentemperaturen aufnehmen und zur Wärmepumpe transportieren.
Darf’s ein bisschen mehr sein …?
Natürlich durfte bei dieser fortschrittlichen
Überbauung eine Photovoltaikanlage nicht
fehlen – die Paneele liegen wie Dachschindeln
auf dem Schrägdach und bilden perfekt integriert und absolut ästhetisch die wasserführende Schicht. Wie allseits bekannt, wird es
durch die dunkle Absorberfläche der Module
darunter sehr warm – eine Tatsache, welche
die meisten Betreiber nicht sonderlich freut,
denn sie hemmt die Leistungsfähigkeit und
Produktivität. Roland Bühlmann bleibt bei
diesen Fakten ganz gelassen: Auch unter der
Photovoltaikanlage liegen Thermoabsorber,
die die hohen Wärmeerträge aufnehmen und
seiner Haustechnikanlage zuführen; bei unNachhaltig Bauen | 1 | 2017
MegaSlate ® Solarfassade
montagefreundlich, kostengünstig, ästhetisch
Effiziente und platzsparende Energiegewinnung mit der Gebäudehülle
Kostengünstige, selbstamortisierende Solarfassade mit hohem Energieertrag
Die MegaSlate® Solarfassade ermöglicht eine flexible Gestaltung von
Fassadenverkleidungen und lässt sich perfekt in die Formensprache der
Gebäude integrieren. Das System wird durch massgefertigte Spezialmodule
ergänzt. Basierend auf dem erfolgreichen MegaSlate® Solardachsystem,
garantiert die MegaSlate® Solarfassade bestes Preis-Leistungsverhältnis.
www.meyerburger.com
Effizient
und zuverlässig !
Wärmepumpen und Solartechnik
von alpha innotec
www.alpha-innotec.ch
WÄRMEPUMPEN | SOLARTECHNIK
EFH Familie Julia Max und Stefan Schneeberger Lommiswil
«Ein Vorbild sein
für unsere Kinder»
Von Anita Bucher
Wenn eine Architektin und ein Gebäudetechniker ein eigenes Haus bauen, ist das
Ergebnis: Ein moderner Bau mit bestmöglicher Haustechnik. Ein Haus, das so
zur Schule gehen, werden sie feststellen, dass
das Haus ihrer Eltern keinen Kamin hat aus
dem es im Winter raucht, wie das bei anderen
Häusern der Fall ist. Vielleicht werden sie dann
zum ersten Mal fragen, wie denn das mit der
Heizung Zuhause funktioniert.
gut funktioniert, dass es nicht nur das
Minergie-A-Label trägt, es wurde auch vom
Schweizer Solarpreis ausgezeichnet.
«Mir ist wichtig, dass ich meinen Kindern später einmal erklären kann, in was für einem
fortschrittlichen Haus sie wohnen», erzählt
Stefan Schneeberger. Noch aber sind Mika
und Kimo zu klein, um den Erklärungen ihres
Vaters zu folgen. Erst später, wenn sie mal
74
Energie aus Sonne und Erdreich
Verantwortlich dafür ist das optimale Zusammenspiel der gewählten Gebäudetechnik,
das Fachgebiet von Ökologiespezialist Stefan
Schneeberger, der für die gesamte Planung
selber verantwortlich war. Die Sonnenenergie
nutzt er gleich doppelt. Zum einen ist da die
dachintegrierte Photovoltaikanlage, zum anderen sind es südlich die grossen Fensterflächen,
welche die passive Sonnenenergie ideal aufnehmen und an die Räume abgeben. Zur ak-
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Minergie-P
Minergie-A
tiven Raumbeheizung gehören aber auch eine
Erdsonden-Wärmepumpe und eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung.
Brillant ist auch seine Lösung für die Brauchwarmwasseraufbereitung, da er dafür die Abwärme von Kühlschrank und Kochherd nutzen
kann. Diese wird nämlich in den Technikraum
hinter der Küche geführt. Hier steht auch der
Wärmepumpenboiler, der wiederum Energie
aus dem Raum bezieht und damit das Wasser
in seinem Innern aufheizt.
Energie sparen ist ein Riesenthema im Hause
von Stefan Schneeberger und Julia Max. Das
Haus ist vollständig mit Best-in-Class-Haushaltsgeräten und zu 95% mit Led-Leuchten
ausgerüstet. 7500 Kilowattstunden Strom hat
die Solaranlage auf dem Dach im ersten Betriebsjahr produziert. 6500 haben das Haus
und seine Bewohner verbraucht. Eine mehr
als positive Bilanz!
Ästhetik versus Ökologie
«Wir haben alles richtig gemacht», resümiert
Schneeberger nach eineinhalb Jahren Wohnen.
«Nur bei der Solaranlage hätten wir mehr
herausholen können», ergänzt er dann. Hier
kommt seine Partnerin ins Spiel. Julia Max ist
Architektin. Ihr Haus hat sie selbst entworfen
und auch die Bauleitung dafür selbst gemacht.
Da es sich um einen Holzelementbau handelt, konnte das zweigeschossige Haus innert
vier Monaten Bauzeit fertiggestellt werden.
Verwendet wurde ausschliesslich Holz aus
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
75
EFH Familie Julia Max und Stefan Schneeberger Lommiswil
Minergie-A
Schweizer Wäldern. Auch die Fassadeneinkleidung kommt in Holz daher. Die vorvergraute
Fichtenschalung wirkt modern, ist wetterbeständig und benötigt keine Unterhaltsarbeiten.
Auf dem Dach kam es schliesslich zur Kompromisslösung zwischen Schneeberger und
Max: Eine komplette Dacheindeckung mit Solarplanels kam aus finanziellen Gründen nicht
in Frage. So wählte die Architektin für die
dachintegrierte Solaranlage Panels aus, welche dieselbe Grösse hatten wie die passende
Eterniteindeckung. Nicht die günstigste, aber
bestimmt die ästhetisch schönste Lösung.
Bauherrschaft
Julia Max und
Stefan Schneeberger
Schützenmattstrasse 5
4514 Lommiswil
Architekt
E + P Architekten AG
Weissensteinstrasse 2
4500 Solothurn
Tel. 032 625 81 10
www.ep-architekten.ch
Gebäudetechnik
Enerconom AG
Krummturmstrasse 11
Tel. 032 625 04 25
www.enerconom.ch
76
Ausgezeichnet vom Schweizer Solarpreis
Das nachhaltige und CO2-neutrale Plusenergiehaus der Familie Schneeberger und Max
wurde schliesslich im September 2015 mit einem Diplom des Schweizer Solarpreises ausgezeichnet. Dies bescherte dem Paar ein reges
Medieninteresse und einigen Politikerbesuch
aus Gemeinde und Kanton. Es scheint: Sie alle
sind ein bisschen mit stolz darauf, dass dieses
für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnete Haus
in der kleinen solothurnischen Gemeinde Lommiswil steht. Und natürlich darauf, dass es von
Lommiswiler Einwohnern selbst geplant und
umgesetzt wurde.
Schneeberger und Max freuen sich ebenfalls
über das rege Interesse, blicken aber in erster
Linie nach vorne. «Wichtig ist, dass wir das,
was wir glauben, unseren Kindern auch vorleben.» Deshalb wird Schneeberger auch weiterhin noch x-Mal aufstehen um einzugreifen,
wenn er hört, dass Klein Mika wieder mit dem
Wasserhahn spielt. Es wird noch eine Weile gehen, bis der Kleine versteht, was Energie und
Ressourcen sparen bedeutet.
❰
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
IG Passivhaus Mittelland
IG Passivhaus – mehr als eine
Informationsgemeinschaft
Nach dem Vorbild der IG Passivhaus Ostschweiz gruppiert sich unter der initiativen
Leitung von Markus Oegerli eine starke Fraktion Mittelland. Ein ausgewogenes Netzwerk
von ausgesuchten Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Haustechnik und Handwerk
bietet damit alle Vorteile und Dienstleistungen zum Bauen im Passivhausstandard auch
im Mittelland. – Neue Mitglieder und Interessenten sind herzlich Willkommen!
Zielsetzungen
Dabei verfolgt die IG-Passivhaus folgende Ziele:
_ Förderung von Gebäuden, die mindestens dem
Minergie-P Standard entsprechen
_ Maximaler Beitrag zur Absenkung des Verbrauchs nicht erneuerbarer Energien
_ Ressourcenschonung durch minimale Energieund Materialflüsse in der Bau- und Betriebsphase sowie beim Rückbau
_ Sicherstellung internationaler Kontakte für einen Erfahrungs- und Wissensaustausch und zur
Stärkung einer europäischen Passivhausbewegung
_ Aus- und Weiterbildung ihrer Mitglieder durch
Kurse und aktiven Erfahrungsaustausch
Markus Oegerli
Präsident IG Passivhaus Mittelland
H - O Architekten SIA AG
Katzenhubelweg 1, 4600 Olten, Tel. 062 213 96 97
www.h-o.ch, www.igpassivhaus.ch
Vorteile
Immer mehr Menschen entscheiden sich für den
Passivhausstandard. Die Vorteile – ob bei Neubauten oder Sanierungen – sind offensichtlich:
_ Tiefere Energiekosten (Selbstversorgung durch
PV-Anlagen)
_ Platzsparende, unkomplizierte, wartungsfreundliche Haustechnik
_ Maximaler Komfort, minimale Unterhaltskosten
_ Grosse Planungs- und Investitionssicherheit
_ Höhere Werterhaltung/Nachhaltigkeit
_ Wichtiger Beitrag an unsere Klimaziele
_ Geringeres Schadenrisiko
Unsere Mitglieder:
ARCHITEKTEN FH SIA 4500 SOLOTHURN
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
77
Meyer Burger (Switzerland) AG
Neue Solartechnologie im hochalpinen
Härtetest
Auf dem Bettmerhorn wurde neben der Bergstation eine Testanlage für neue Solartechnologie
auf über 2647 m ü. M. realisiert. Das Partnerschaftsprojekt der Bettmeralp Bahnen des
lokalen Energieversorgers EnBAG, der Solarentwicklungsfirma Gräss Engineering sowie des
Solartechnologie-Unternehmens Meyer Burger ermöglicht den Test der neuen Generation
von bifacialen Solarmodulen; dies unter höchster Sonneneinstrahlung und härtesten
Wettereinflüssen.
Das Bettmerhorn gehört mit Sonneneinstrahlungswerten von 1700 kWh/m² zu den sonnigsten und ertragreichsten Gebieten der Schweiz.
Die Testanlage auf dem Tunnelportal bei der
Bergstation soll daher neue Rekordwerte erreichen. An einem sonnigen Wintertag wurden
bei den bifacialen Modulen, im Vergleich zu
herkömmlicher Technologie, bereits Mehrerträge von 55% gemessen. Die Daten der leistungsoptimierten Solaranlage werden mittels
Monitoring überwacht und ausgewertet. Die
vor Ort produzierte Sonnenenergie wird direkt
ins Stromnetz der Bettmeralp Bahnen eingespeist und verbraucht.
78
Module produzieren beidseitig Energie
«Die intelligente Kombination der bahnbrechenden Heterojunction-Zellbeschichtungsund der SmartWire-Zellverbindungstechnologie
ermöglicht deutlich gesteigerte Energieerträge
im Vergleich zu herkömmlichen Photovoltaikmodulen», erklärt Dr. Patrick Hofer-Noser von
Meyer Burger. Diese bifacialen Solarmodule
produzieren sowohl über die Vorder- wie auch
Rückseite des Moduls Elektrizität aus direkter und indirekter Sonneneinstrahlung. «Sie
können so auch die Reflexionen im Schnee
erfassen und weisen sich zusätzlich durch
überragende Temperaturkoeffizienten und ein
exzellentes Schwachlichtverhalten aus», so
Hofer-Noser.
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
Bettmeralp
Kurze Umsetzungszeit
Von der ersten gemeinsamen Idee zwischen
der EnBAG und Meyer Burger bis zur Inbetriebnahme der Anlage vergingen nur gerade
drei Monate. Die Gemeinde
Bettmeralp setzte sich für
«Als Gemeinde sind wir bestrebt,
die zügige Umsetzung des
gute Rahmenbedingungen für innovative
Tests ein. Die langjährige
Ideen zu bieten».
Erfahrung von Meyer Burger mit dem MegaSlate®
Gemeindepräsident Iwan Eyholzer
Alpin Solardachsystem und
die Kompetenz von Gräss
Engineering mit soliden Unterkonstruktionen
trugen wesentlich zur schnellen Realisierung
der hochalpinen Testanlage bei. Der Betrieb
der Anlage ist auf sechs Monate befristet.
Dieses Beispiel zeigt, dass sich Projekte im
Bereich der erneuerbaren Energien relativ
schnell und einfach umsetzen lassen. Es
braucht einzig innovative Ideen und motivierte
Initianten. Solche Projekte ebnen den Weg, damit neue Solartechnologien eingesetzt und der
Energiewandel vorangetrieben werden kann.
Traumhafte Bergwelt und einzigartige
Technologie erleben
Ob auf dem UNESCO Höhenweg vom Bettmerhorn aufs Eggishorn oder mit den Skiern im
Pulverschnee mit Blick auf den imposanten
Aletschgletscher unterwegs, die Testanlage
kann begutachtet werden.
❰
Projektpartner:
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
79
Führende Unternehmen für nachhaltiges Bauen und Modernisieren
Akustik und Bauphysik
Erneuerbare Energien/Photovoltaik
Heizung / Lüftung
Steigmeier Akustik + Bauphysik GmbH
Rütistrasse 3a, 5400 Baden
www.steigmeier-ab.ch
von arx systems ag
Güterstrasse 6, 4622 Egerkingen
www.vonarxsystems.ch
Siegrist-Service AG
Schwarzhaar 13, 4665 Oftringen
www.siegrist-service.ch
Bildung Baubiologie
Erneuerbare Energien /
Wärmepumpen
Holzbau
Holzbau Bühlmann AG
Bildungszentrum Baubiologie
Binzstrasse 23, 8045 Zürich
www.bildungszentrumbaubio.ch
Dämmstoffe
5237 Mönthal
ait Schweiz AG
Industriepark, 6246 Altishofen
www.ait-schweiz.ch
056 284 14 17
Holzbau Bühlmann
Löffelgraben 77, 5237 Mönthal
www.holzbau-buehlmann.ch
Holzfeuerungen
Curau AG
Weststrasse 15, 8570 Weinfelden
www.curau.ch
Flumroc AG
Industriestrasse 8, 8890 Flums
www.flumroc.ch
STIEBEL ELTRON AG
Industrie West, Gass 8, 5242 Lupfig
www.stiebel-eltron.ch
Grünenwald AG
Lauetstrasse 39, 8112 Otelfingen
www.gruenenwald.ch
Fassadenbekleidung/Solaranlagen
Heitzmann AG
Gewerbering 5, 6105 Schachen
www.heitzmann.ch
Schmid AG energy solutions
Hörnlistrasse 12, Postfach 42
8360 Eschlikon
www.schmid-energy.ch
Lufttechnik / Komfortlüftung
Saint-Gobain ISOVER AG
Route de Payerne 1, 1522 Lucens
www.isover.ch
Eternit (Schweiz) AG, 8867 Niederurnen
www.eternit.ch
Fassadenisolation
Sager AG
Dornhügelstrasse 10, 5724 Dürrenäsch
www.sager.ch
Fixit AG
Im Schachen 416, 5113 Holderbank
www.fixit.ch
Erneuerbare Energien/Photovoltaik
Fenster- und Holzbau
Meyer Burger (Switzerland) AG
Schorenstrasse 39, 3645 Gwatt (Thun)
www.meyerburger.com
1a hunkeler fenster AG
1a hunkeler holzbau AG
Bahnhofstrasse 20, 6030 Ebikon
www.1a-hunkeler.ch
80
Zehnder Group Schweiz AG
Moortalstrasse 3, 5722 Gränichen
www.zehnder-systems.ch
Lüftung und Klima
Haus- und Energietechnik
planergie ag
Bettenhausenstrasse 50
3360 Herzogenbuchsee
www.energy4me.ch
Helios Ventilatoren AG
Tannstrasse 4, 8112 Otelfingen
www.helios.ch
Felix & Co AG
Landstrasse 70, 5412 Gebenstorf
www.felix.swiss
ARIATHERM AG
Bizenenstrasse 21, 4132 Muttenz 1
www.ariatherm.ch
Mauerwerk aus Leichtbackstein
ZZ Wancor AG
Eichwatt 1, 8105 Regensdorf
www.zzwancor.ch
Nachhaltig Bauen | 1 | 2017
I N N O V A T I O N E N
Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen +++ Innovationen
Die neue Generation wird erweitert
Die aktuellste Innovation in Steinwolle von Flumroc, die Generation FUTURO,
setzt neue Standards für natürliche und gesunde Baustoffe.
Flumroc-Dämmstoffe der
Generation FUTURO erfüllen
höchste Anforderungen an
das gesunde und ökologische
Bauen.
Flumroc AG, Postfach, 8890 Flums
Tel. 081 734 11 11, Fax 081 734 12 13
[email protected], www.flumroc.ch
Flumroc hat neuartige Dämmplatten aus Steinwolle auf den Markt gebracht. Bei der Herstellung dieser Dämmplatten wird ein NaturharzBindemittel aus überwiegend nachhaltigen
Rohstoffen verwendet, dem kein Formaldehyd
zugefügt wird. Nach zahlreichen Einsätzen
auf der Baustelle zeigen sich die beteiligten
Unternehmer von der Anwenderfreundlich-
FUTURO-Dämmprodukte eignen sich besonders für Anwendungen im Innenbereich bei
Gebäuden mit strengen Auflagen bezüglich Raumluftbelastung.
keit der Generation FUTURO beeindruckt. Die
Produkte wissen bei der Verarbeitung zu überzeugen und punkten insbesondere bei Anwendungen im Innenbereich. Sie erfüllen höchste
Ansprüche an das Raumklima und an Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen
(VOC). Die Bewertung eco-1 beweist, dass die
neuen Dämmplatten auch dort geeignet sind,
wo besonders ökologische Materialien gefordert sind. Wie alle Flumroc-Produkte sind die
FUTURO-Dämmplatten nicht brennbar und
haben einen Schmelzpunkt von über 1000°C.
Weitere Produkte folgen diesen Sommer
Zurzeit werden die Flumroc-Dämmplatten 1
und SOLO mit dem Naturharz-Bindemittel
hergestellt. Um für die Zukunft gerüstet zu
sein, plant Flumroc die Entwicklung weiterer
FUTURO-Produkte für Dämmlösungen im Innen- und Aussenbereich. Dafür hat das Flumser Traditionsunternehmen im Jahr 2016 eine
neue Bindemittel-Anlage in Betrieb genommen, welche die Produktion der Dämmplatten
der Generation FUTURO in grösseren Mengen
ermöglicht und für weitere Produktinnovationen genutzt werden kann.
❰
Zehnder Group Schweiz AG
Rubriktitel
Technischer Fachbeitrag
Neue Generation Zehnder ComfoBox
Intelligente Kombi-Lösung für Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung
mit Copeland Invertertechnik
Mit der neuen Version seiner ComfoBox stellte
Raumklimaspezialist Zehnder auf der Swissbau 2016 in Basel eine intelligente Kombination aus komfortabler Raumlüftung und Sole/
Wasser-Wärmepumpe vor. Die Wärmepumpe
verfügt als erste Europas über Copeland Invertertechnik. Das heisst, spezielle Scroll-Ver-
Als intelligente KombiLösung vereint die neue
Zehnder ComfoBox die
gesamte notwendige
Haustechnik für Heizen,
Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung.
Die optimal aufeinander
abgestimmten Komponenten sorgen für die
effiziente Funktion und
einen reibungslosen, wartungsarmen Betrieb.
Die neue Zehnder ComfoBox verfügt über die erste
Wärmepumpe in Europa
mit Copeland Invertertechnik. Die Copeland
Invertertechnik bietet mit
ihren speziell entwickelten
Scroll-Verdichtern eine
weitaus höhere Effizienz
als traditionelle Verdichter.
Darüber hinaus passen die
hocheffizienten Zirkulationspumpen ihre Drehzahl
an die Heiz- oder Kühlbedürfnisse an. So wird der
Energieverbrauch auf ein
Minimum reduziert.
dichter ermöglichen eine weit höhere Effizienz
als konventionelle Systeme. Zudem minimieren hocheffiziente Zirkulationspumpen durch
Drehzahlanpassung an die Heiz- oder Kühlbedürfnisse den Energieverbrauch.
Die neue Zehnder ComfoBox vereint die gesamte Haustechnik für Heizen, Kühlen, Lüften
und Warmwasserbereitung in einem kompakten Gerät. Optimal abgestimmte Komponenten
sorgen für hocheffizienten, reibungslosen und
wartungsarmen Betrieb. Das System ist sehr
geräuscharm und vibrationsfrei mit lediglich
42 dB Schallemission. Als All-in-One-Lösung
einfach zu planen und schnell zu installieren
auf einer Aufstellfläche von nur 0,5 m², kann
es via Modbus in das Hausleitsystem integriert
werden. Die Bedienung ist komfortabel über
Touchscreen möglich.
Die Zehnder ComfoBox eignet sich auch ideal
für Niedrigenergie-Häuser. Das integrierte
Lüftungsgerät Zehnder ComfoAir 550 SR ist
mit Standardwärmetauscher erhältlich (bis
zu 95% Wärmerückgewinnung) oder wahlweise mit Enthalpietauscher, der neben hoher Wärmerückgewinnung zusätzlich Feuchte
aus der Abluft zurückgewinnt. Die Copeland
Invertertechnik, europaweit erstmals in einer
Wärmepumpe eingesetzt, ist dank spezieller
Scroll-Verdichter weit effizienter als traditionelle Systeme: Permanent-Magnet-Motoren
passen die Verdichter in einem weiten Leistungsbereich an die Heizbedürfnisse an. Die
modulierende Sole-Wasser-Wärmepumpe bietet eine Heizleistung von 3–12 kW (B0/W35°C)
bei einer Leistungszahl COP (B0/W35°C) von
4,6. Auch die Zirkulationspumpen der Energieklasse A richten ihre Drehzahl nach den Heizoder Kühlbedürfnissen. Ein elektronisches
Expansionsventil ermöglicht eine genauere
Steuerung der Kühlmittelmenge, das verbessert die Anströmung des Verdampfers und somit die Effizienz.
❰
Zehnder Group Schweiz AG
Zugerstrasse 162, CH-8820 Wädenswil
Tel. 043 833 20 20, [email protected]
www.zehnder-comfosystems.ch
Bilder: Zehnder Group Schweiz AG, Gränichen.
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