WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Fokus-Thema: Smart Home Haus voller Farberlebnisse Trendfarben 2017 EnEV Die DAW SE erhält eine Schöne Töne: die neuen Aktuelle detaillierte neue Firmenzentrale Caparol Farbtrends Informationen WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 NO 111 PAULA'S KITCHEN Leuchtendes Apricot-Pink. Avantgarde-Chic. Eine Hommage an die Farbe der Küche, in der 2013 die Idee zu unserer Caparol Icons Farbenkollektion von Annika Murjahn und Dr. Paula MacedoWeiß geboren wurde. 02 Editorial Technik, übernehmen Sie! Wie werden wir morgen wohnen? Schaut man sich einen Trend der Wohnungswirtschaft an, scheint die Antwort fast sicher: deutlich „smarter“ als heute. Wir werden weniger Energie verbrauchen, mehr Komfort genießen und uns dazu in unserem Zuhause auch noch sicherer fühlen. Doch was ist dran an den Verheißungen des immer stärker digitalisierten Alltags? Wir widmen uns ausführlich diesem Thema und versuchen, einen aktuellen Stand darzustellen. In seinem Kommentar stellt Professor Dr. Carsten Zahout-Heil von der Hochschule Darmstadt, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Smart Home“ befasst, im Anschluss die Frage, wer denn eigentlich ein solches braucht. Die kluge Antwort liefert er gleich mit. Völlig neu und überraschend präsentiert sich ein ganz anderes Thema: die aktuellen Caparol Trendfarben. Hier finden Farbtöne zusammen, die man nicht unbedingt nebeneinander vermutet hätte – andere aus der Vergangenheit wohlvertraute Farbtöne zeigen sich in absolut zeitgemäßer Form. So machen Trends nicht nur Spaß, sondern auch ganz einfach wieder Lust auf frische Farbe. Die neue Firmenzentrale ist eine Sache – was dort an Gedanken drinsteckt und welche Aspekte wie berücksichtigt wurden, eine ganz andere. Aus diesem Grund stellen wir die neue DAW SE Firmenzentrale vor. Und zeigen, wie neben vielem anderen die Firmengeschichte und die Wünsche der Firmeninhaber gleichermaßen umgesetzt wurden. Darüber hinaus gratulieren wir: Dr. Klaus Murjahn – zu seinem 80. Geburtstag, stellen das vermutlich größte Wandporträt Deutschlands dar, berichten über den starken DAW Auftritt auf der BAU 2017 und zeigen, wie Tiefgaragen alles andere als unterirdisch aussehen können. Dabei wünschen wir Ihnen auch dieses Mal wieder eine unterhaltsame und informative Lektüre! Falk Böhm DAW Objektmanagement 03 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Inhaltsverzeichnis Fokus-Thema: Smart Home 06 Automatisch besser wohnen? Ansichtssache: Wer braucht eigentlich ein Smart Home? 22 Kommentar von Prof. Dr. Carsten Zahout-Heil In jeder Hinsicht herausragend 24 Der Westside Tower in Frankfurt am Main Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale 26 Die DAW SE erhält eine neue Firmenzentrale Good bye, Kasernen-Look! 30 Wie aus einer militärischen Zone attraktive Mehrfamilienhäuser wurden Die Caparol Trendfarben 2017 Schöne Töne: die aktuellen Farbtrends 04 32 Inhalt Alles andere als eintönig: Im schleswig-holsteinischen Elmshorn wurde ein Wohngebäude der Adlershorst Baugenossenschaft e.G. Norderstedt an einer markanten Ein- und Ausfahrtstraße im Rahmen einer Modernisierung mit einem auffällig gestalteten WDVS ausgerüstet. Verschiedene Elemente aus Glasmosaik sorgen für eine hochwertige Optik und eine hohe Individualität. Ein Gesicht, das Geschichten erzählt 36 Fassade mit neuen Augen: das wahrscheinlich größte Mural Deutschlands EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen 38 Problemlos möglich: die energetische Sanierung der Außenwände im Rahmen der EnEV Wo die Entspannung schon beim Parken beginnt 42 Tiefgarage mal anders WOBAU aktuell 44 Dr. Klaus Murjahn feiert 80. Geburtstag, Nachlese BAU 2017, neugestaltetes Wohlfühl-Hotel WOBAU Referenzen 47 Alle Referenzen auf einen Blick 05 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Smart Home – automatisch besser wohnen? Das Thema Smart Home soll vieles erleichtern und verspricht eine Menge Annehmlichkeiten. Doch nicht nur das: Es soll dazu Wohnungen auch sicherer machen und zu einer höheren Energieeffizienz beitragen, eventuell sogar einen großen Schritt hin zur Energiewende ermöglichen. Doch sieht so wirklich die Zukunft des Wohnens aus? Wie „smart“ ist Smart Home wirklich? Und wie stehen die Chancen, dass es sich auf breiter Front durchsetzt? Wir wagen eine Bestandsaufnahme. Von Peter Zimmer Ein vollautomatisches Zuhause. Mit wie nach Sicherheit und nicht zuletzt licher und somit erstmals für die breite einem Kühlschrank, der selbstständig Energieeffizienz, wozu die in den letzten Öffentlichkeit interessant. In diesem Milch ordert, wenn sie alle ist. Mit Jahren verstärkt geführte Nachhaltig- Zusammenhang spielt auch das „Inter- einer Beleuchtung, die jeden Raum in keitsdebatte und nicht gerade stabile net der Dinge“ (oder englisch Internet ein angenehmes Licht taucht, sobald Energiekosten einen deutlichen Beitrag of Things, häufig abgekürzt als IoT) man ihn betritt. Und einer Heizung, die geleistet haben. Gleichzeitig steigt die eine immer größere Rolle. Dieser Begriff immer für die perfekte Wohlfühltem- Verbreitung von tragbaren internetfä- besagt, dass mehr und mehr Geräte mit peratur sorgt – und sie bei Abwesen- higen Geräten wie Smartphones und immer kleineren Miniatur-Computern heit zusammen mit den Energiekosten Tablets beständig an – wodurch sich die ausgestattet werden können, die einen automatisch runterfährt. Wünsche Funktionen eines Smart Home bequem Austausch mit dem Internet ermöglichen dieser Art gibt es schon länger, doch per App mobil steuern lassen und nicht und so aktuelle Daten jeglicher Couleur jetzt scheinen sie zusammen mit vielen mehr auf ein an der Wand angebrachtes liefern können. Gleichwohl bereitet anderen Annehmlichkeiten in immer zentrales Steuerungs-Panel beschränkt gerade dieser Aspekt denjenigen Anlass greifbarere Nähe zu rücken. Interes- sind. Neue Funkübertragungsprotokolle zur Sorge, die sich um den Datenschutz sierten sich für dieses Thema unter dem sorgen überdies dafür, dass sich immer Gedanken machen – dazu später mehr. ein wenig bieder daherkommenden mehr Geräte im Haushalt nicht nur Schlagwort „Heimautomation“ bis vor kabellos ansteuern lassen, sondern auch einigen Jahren höchstens eine Handvoll über ihren aktuellen Zustand konkrete Computernerds oder Superreiche, so Rückmeldung geben. Damit erkennt der können sich für das deutlich griffigere Benutzer beispielsweise, dass das Licht „Smart Home“ immer mehr Menschen in einem Raum angeschaltet ist, ohne Eine gute Annäherung an das Thema begeistern. Das hat mehrere Ursachen: dass er extra nachsehen muss, die Lampe Smart Home liefert der Blick auf den Zum einen wächst bei vielen Menschen „meldet“ es ihm. Das macht Smart aktuellen Stand der Technik. Dazu findet das Bedürfnis nach Komfort, ebenso Home-Technik deutlich benutzerfreund- sich auf der Seite www.homeandsmart.de 06 Nicht alle Geräte verstehen sich Smart Home Die Zukunft in der Hand: Mit immer ausgeklügelteren Geräten und Systemen lässt sich moderne Smart Home-Technik bequem vom Smartphone aus steuern. 07 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Kinderleicht: die Smart Home-Steuerung mit dem Busch-ComfortPanel®. 08 Foto: Busch-Jaeger Smart Home folgender Text: „Jedes Smart Home Richtung offene Smart Home Systeme, (Quelle: https://www.homeandsmart.de/ System hat ein Herzstück: Die Smart die herstellerübergreifend kompatibel was-ist-ein-smart-home) Home Zentrale (...), mit der die unter- sind. (...) Die Wahl der Smart Home schiedlichen smarten Geräte verbunden Basisstation ist also ausschlaggebend Aber warum existieren überhaupt verschie- und per Computer, Smartphone oder dafür, welche Produkte und Teilsysteme dene Funkstandards parallel nebeneinan- Tablet gesteuert werden können. Jede Sie in Ihr Smart Home System integrie- der? Es wäre doch denkbar, alle Geräte, Smart Home Zentrale spricht eine oder ren können. Neben der Kompatibilität die für ein Smart Home verwendet werden, mehrere Funk-,Sprachen‘, z.B. WLAN spielen natürlich auch die Kosten für einfach über Bluetooth und WLAN mitei- oder Bluetooth. (...) Einige Herstel- das smarte Ökosystem eine Rolle bei der nander zu koppeln – zwei Übertragunssys- ler, wie innogy Smarthome oder eQ-3 Kaufentscheidung. (...) Beim Kauf der teme, wie sie mittlerweile ohnehin in einem HomeMatic, setzen auf ein eigenes Smart Home Zentrale lohnt es sich also Großteil der Haushalte vorhanden sind. Funkprotokoll. Diese geschlossenen einen Testvergleich und Erfahrungsbe- Doch diese Funkstandards wurden nicht Smart Home Zentralen können nur die richte heranzuziehen, damit Sie genau für das „Internet der Dinge“ entwickelt. Komponenten des jeweiligen Herstellers wissen, wie sich das Smart Home System Die zwei zentralen Punkte sind hier die oder der Kooperations-Hersteller einbin- gestalten lässt und welche Kosten auf Sie Reichweite und der Stromverbrauch. Ein den. (...) Das schränkt den Verbraucher zukommen. Tipp: Auch die weit verbrei- dauerhaft aktives WLAN verfügt zwar in der Auswahl der Smart Home Geräte tete Fritz!Box (...) kann als Smart Home über eine vergleichsweise hohe Reichweite, zwar ein, eine höhere Sicherheit und Zentrale dienen. Die erhältlichen Kom- verbraucht jedoch auch viel Energie. Blue­ ein reibungsloses Zusammenspiel der ponenten sind aber noch überschaubar. tooth benötigt zwar wesentlich weniger Komponenten sollen das aber entschädi- Für einen schnellen Einstieg ins Smart Energie, dafür reichen seine Signale gerade gen. Trotzdem bewegt sich der Trend in Home trotzdem eine Überlegung wert.“ einmal ein paar Meter weit. Mit Steuerung über die dazugehörige App: Das Busch-DigitalRadio nutzt eine Unterputzdose und fügt sich ins Design der gewünschten Schalterserie ein. Foto: Busch-Jaeger 09 Wer schon einmal versucht hat, sein Mit dem digitalStrom-Netzwerk halten Smartphone via Bluetooth mit einem Ge- sich der Aufwand und die Kosten für die rät zu verbinden, das sich nicht im selben Installation in überschaubaren Grenzen, Raum befand, wird das bestätigen kön- da es bereits existierende Stromleitungen nen. Darum gibt es eigens für die Ausstat- für den Transport der Daten benutzt. Das tung eines Smart Home entwickelte Funk- Einzige, das hierfür getauscht werden standards: Diese senden Signale mit der muss, sind die Unterputz-Module an benötigten Reichweite und fahren oftmals Leuchten und Steckdosen. Da im Gegen- den Energieverbrauch herunter, wenn sie satz dazu das KNX-System gut und gerne nicht benötigt werden. Eine interessante mit mehreren zehntausend Euro zu Buche (Weiter-)Entwicklung der Energiefrage schlägt, ist es lediglich bei Neubauten kennzeichnet in diesem Zusammenhang interessant. Flexibel verlegte Leitungen beispielsweise Enocean, einen vor allem lassen sich bei diesem System an das in der Überwachung und Steuerung von jeweilige Smart Home-System anpassen. Haus- und Gebäudetechnik genutzten herstellerübergreifenden Standard für batterielose Funksensorik. Dieses System wurde so konzipiert, dass die benötigte Jede Menge Vorteile, aber nicht nur Energie aus dem bloßen Knopfdruck am Gerät gespeist wird. Sprich: Die Doch wie verschafft man sich nun einen entsprechenden Sensoren und Schalter Überblick über das Angebot? Und wie arbeiten überwiegend batterielos. Damit und nach welchen Kriterien könnte eine kommt beispielsweise die Fernbedienung individuelle Ausstattung und -rüstung ganz ohne Batterien aus. Mit anderen der eigenen vier Wände zusammenge- Funkstandards (ZigBee und Z-Wave) stellt werden? Dazu erscheint es ratsam, lassen sich sogenannte Mesh-Netzwerke sich zunächst grundsätzliche Vor- bzw. aufbauen: Z-Wave- oder ZigBee-Geräte, Nachteile der einzelnen Systeme und die am Stromnetz angeschlossen sind, Standards zu betrachten. Generell lässt bilden Zwischenbrücken. So ermöglichen sich Folgendes festhalten: Je „offener“, sie es, dass Funksignale ohne den Umweg d.h. unverschlüsselter ein System arbei- über die Zentrale direkt an weitere Smart tet, desto leichter und bequemer lässt es Home-Geräte weitergeleitet werden. sich mit den verschiedensten Kompo- Die Folge ist eine deutlich verbesserte nenten verbinden – auch für den Laien, „Verständigung“ zwischen den einzelnen der Grundkenntnisse in der Bedienung Komponenten. digitaler Geräte mitbringt. Gleichzeitig steigt jedoch die Anfälligkeit solcher Doch auch die gute alte Leitung eignet Systeme gegenüber Zugriffen von außen, sich, um Daten zu transportieren: Bussys- da sich durch das niedrigere Verschlüs- teme greifen alternativ zu den kabellosen selungs-Niveau gegenüber proprietären, Systemen auf fest installierte Leitungen d.h. herstellereigenen Funksystemen zu. Gegenüber den in vielen Augen etwas Daten leichter abgreifen lassen. zeitgemäßer erscheinenden schnurlosen 10 Varianten präsentieren sich diese Systeme Was das konkret bedeuten kann, ver- deutlich zuverlässiger, energiesparender deutlicht ein Fall eines Herstellers von und nicht zuletzt auch sicherer. Zu den Smart Home-Systemen, der in einer am weitesten verbreiteten Varianten zäh- Ausgabe des „c‘t“-Magazins aus dem len hier das digitalStrom-Netzwerk und Oktober 2016 eindrucksvoll beschrieben das KNX-Bussystem. wurde: „Hersteller von Smart-Home- Smart Home Passivhaus-Standard in der Wohnungswirtschaft: Starke grüne Farbakzente sorgen für ein stimmiges Erscheinungsbild – optisch und inhaltlich. Foto: Christian Gahl 11 Intuitive Bedienung: Mit der Busch-priOn® Zentrale lässt sich der komplette Raum bequem über einen Drehregler steuern und überwachen. Foto: Busch-Jaeger Lösungen stecken in einer Zwickmühle: aus den Bereichen Beleuchtung, Energie, seine Heimautomationsserver mit dem Sie müssen zum einen dafür sorgen, dass Heizung und Kühlung, Rollladen und Standardbenutzernamen ,admin‘ und ihre Systeme schnell und einfach einzu- Audiosystemen angebunden, sondern dem Passwort ,admin‘ ausliefert. Zudem richten und zu bedienen sind, damit ihre auch sicherheitskritische Komponenten hatte es Loxone versäumt, die Anbin- Kunden das Gefühl eines echten Zuge- wie Alarmanlagen, IP-Kameras und dung des Servers ans Internet von einer winns an Wohnqualität bekommen. Zum Zugangssysteme für Türen und Gara­ Änderung der Login-Daten abhängig zu anderen müssen sie sicherstellen, dass gentore. Kriminelle hätten hier also machen. Es erschienen zwar Warnungen, die Anlagen wirksam vor Angriffen ge- nicht nur (...) einen Alarm deaktivieren die ließen sich aber wegklicken. Solche schützt sind – insbesondere, wenn sie für können, um danach einzubrechen. Über schlecht geschützten Internetanbindun- Fernzugriffe mit dem Internet verbunden die schlecht gesicherten Loxone-Systeme gen sind nicht nur theoretisch gefährdet werden. hätten sie sich mit einem Tipp auf – da sie sich leichter ermitteln lassen, ihrem Smartphone selbst Zutritt zum als viele denken: Forscher haben bereits Welche fatalen Konsequenzen es haben Haus oder zur Wohnung verschaffen mehrfach das gesamte Internet in unter kann, wenn dieser Drahtseilakt miss- können – ohne dabei Spuren zu hinter- einer Stunde gescannt. Sie nutzen dabei lingt, zeigt sich an einem Fall, der lassen. Dass c’t vom Sicherheitsleck im hoch optimierte Scanner wie ZMap, mit sich um das Smart-Home-System des Loxone-System erfuhr, ist einem Zufall denen sie den gesamten IPAdressbereich österreichischen Herstellers Loxone zu verdanken: Leser Thomas Schäfer systematisch abgrasen und alle offen Electronics dreht. Loxone liefert seine (Name von der Redaktion geändert) erreichbaren Dienste protokollieren. (...)“ Steuerzentralen nicht nur mit einem war eigentlich nur auf der Suche nach Zwar lässt sich das hier beschriebene schlecht gesicherten Zugang aus, einer Smart-Home-Lösung für sein sondern stellte gleich noch Wegweiser Heim und beschäftigte sich daher mit Standard-Passworts deutlich erschwe- zu den mit dem Internet verbundenen verschiedenen Systemen. Ein besonderes ren, gleichwohl zeigt es anschaulich auf, Systemen auf. Musste man im Falle der Augenmerk legte er dabei darauf, wie welches Risikopotenzial „bequeme“, aus Alarmanlagen mit Sicherheitsleck noch die Hersteller jeweils die Fernzugriffe der Ferne steuerbare Systemlösungen Scanner-Portale bemühen, um ver- realisiert und gesichert hatten. Schließ- immer noch bergen und welches Maß wundbare Systeme zu ermitteln, reichte lich wollte auch er sein künftiges System an Achtsamkeit dabei von interessierten hier ein kleines Skript. Das eröffnet über das Web ansprechen können – aber Verbrauchern verlangt wird. ein gewaltiges Missbrauchspotenzial: nicht auf Kosten der Sicherheit. Unter Schließlich werden über Loxone-An- anderem schaute sich Schäfer Loxone lagen nicht nur Sensoren und Aktoren an – und bemerkte, dass der Hersteller 12 Szenario mit einer Änderung des Smart Home Intuitiv bedienbar: Das neue Panel Busch-SmartTouch® ermöglicht die zentrale Steuerung von Beleuchtung, Jalousien und Heizung usw. Apple geht einen Schritt weiter Foto: Busch-Jaeger einen relativ engen Rahmen ab. So soll deutlich erhöhen, da es sich meist um ge- unter anderem verhindert werden, dass schlossene Systeme handelt. Andererseits die gesicherten Verbindungen Gefahr wird so auch die Möglichkeit erschwert, laufen, kompromittiert zu werden. Komponenten von anderen Anbietern in Einen interessanten eigenen Weg geht Ein Großteil der im Handel erhältlichen das jeweilige System einzubinden. Ein hier der kalifornische Computerherstel- Geräte unterschiedlicher Hersteller setzt wenig digitale „Bastelarbeit“ scheint ler Apple: Dieser stellte im Jahr 2015 heutzutage auf die bereits erwähnten jedoch generell erforderlich bei der seine eigene Heimautomationsplattform Funkstandards wie ZigBee und Z-Wave. Einrichtung eines Smart Home-Systems „HomeKit“ vor. Dieses System ist auf Dass es auch anders geht, zeigt der deut- – wie viel, hängt von den individuellen den Betrieb mit Komponenten ver- sche Anbieter ELV mit HomeMatic. Da- Vorlieben und auch Vorkenntnissen im schiedener Hersteller ausgelegt, die mit mit etablierte dieser ein eigenes Heimau- Bereich moderner Elektronik ab. Zur iOS-Geräten wie iPhone und iPad und tomationssystem, das über verschiedene Vorabinformation und Planung empfiehlt seit neuestem auch mit der Apple Watch Elektronik-Versender und andere Firmen sich immer die Hinzuziehung eines Spezi- gesteuert werden können. Mit Bluetooth im europäischen Raum erhältlich ist. Um alisten (Systemintegratoren), da sich der Smart (ein Übertragungsweg, der sich die einzelnen Komponenten miteinander Markt für solche Systeme als momentan im Vergleich zum klassischen Bluetooth zu verbinden, verwendet HomeMatic noch wenig einheitlich präsentiert und durch einen deutlich geringeren Strom- sowohl ein Funk- als auch ein drahtge- Einsteiger schnell überfordern kann. verbrauch und geringere Kosten bei bundenes Protokoll. Mit Erfolg: Mitt- einem vergleichbaren Kommunikations- lerweile gilt HomeMatic als das Smart bereich auszeichnet) und WLAN bedient Home-Funksystem mit der weitesten sich HomeKit der aktuellen Mobilgeräte- Verbreitung in Deutschland. Viele Anbie- Standards. Der gewichtige Unterschied ter, die neu in den erfolgversprechenden zu anderen Systemen liegt allerdings in Smart Home-Markt einsteigen, setzen In diesem Zusammenhang ist es gut zu der Sicherheit: Hier kommt bei Apple die auf einen der etablierten Funkstandards wissen, dass ein Einstieg in das Smart sogenannte „Elliptische-Kurven-Kryp- wie Z-Wave, so zum Beispiel auch der Home auch durchaus nach und nach tografie“ zum Einsatz, durch die nach deutsche Anbieter Devolo. Daneben erfolgen kann. Meinung von Experten das Sicherheitsni- kommen immer noch regelmäßig Smart veau nochmals angehoben wird. Andere Home-Systeme mit eigenen Funksyste- Und es nicht gleich die komplette Standards lassen sich zwar an HomeKit men auf den Markt. So lässt sich laut digitale High End-Steuerung sein muss, anbinden, jedoch steckt Apple dafür Herstellerangaben zwar die Sicherheit die alle Aspekte des häuslichen Daseins Wer möchte, kann klein anfangen 13 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 übernimmt und regelt. Mit der Steuerung einzelner Teilbereiche wie Heizung, Beleuchtung oder Überwachung des Eingangsbereichs kann beispielsweise mit vergleichsweise geringem Ein „Live“-Test soll die Alltagstauglichkeit ans Licht bringen Aufwand ein Anfang gemacht werden. oder andere Rückfrage habe das Unternehmen erreicht, zum Beispiel, warum die Steckdose nicht angeschlossen sei oder warum das Bad separat gesteuert wird. Hier, versicherte das Unternehmen, werde noch Rücksprache mit den aus- Und auch bereits mit solchen kleinen Da das Thema „Smart Home“ momen- führenden Unternehmen gehalten und Schritten lassen sich der Komfort und tan erst so richtig in Fahrt kommt und bei eventuellen Unklarheiten nachgehakt die Energieeffizienz spürbar steigern. sich anschickt, sich auf breiter Front bzw. diese beseitigt. durchzusetzen, hält sich naturgemäß Die „smarte Heizungssteuerung“ des auch die Zahl der Erfahrungsberichte in Doch wie sieht das Ganze in der Praxis deutschen Anbieter Tado etwa funktio­ Grenzen. Um mehr darüber zu erfahren, aus? Ein Ortstermin offenbarte zunächst niert „ortsabhängig“: Über Geofen­ startete die Stuttgarter Wohnungsbau- einmal durch einen Stromausfall (!), wie cing – einer Technik, die mit gedachten genossenschaft FLÜWO Bauen Wohnen abhängig der gesamte Themenkomplex Begrenzungslinien arbeitet, bei deren eG im November 2016 einen Modell- „Smart Home“ von der Energieversor- Überschreitung eine automatisierte Ak- versuch. Dazu wurden in Mehrfamili- gung ist. So offenkundig dieser Punkt tion ausgelöst wird – wird mithilfe des enhäusern eine Reihe von neugebauten erscheinen mag, so „ausgeschaltet“ ist ein Smartphone von dem System registriert, Wohnungen mit Smart Home-Technik derart ausgestattetes Zuhause im Fall der ob sich ein Bewohner im Haus befindet, der Firma Busch-Jäger ausgestattet. Laut Fälle. Es kann nebenbei bemerkt nicht es verlässt oder sich diesem wieder nä- eigener Aussage steckt hinter dieser schaden, sich das hin und wieder einmal hert. Entsprechend wird die Temperatur breit angelegten Testphase der Wunsch, vor Augen zu führen. Ganz unabhängig geregelt. Die dazugehörige App ermög- den Mietern ein zeitgemäßes Angebot davon wurde die Frage nach der Motiva- licht den orts- und zeitunabhängigen an Wohnungstechnik zur Verfügung zu tion für die Teilnahme an diesem Modell- Fernzugriff auf die Heizung und die in- stellen, ein höheres Maß an Komfort versuch mit einer gewissen Technikaffini- dividuelle Temperaturregelung, so dass zu bieten und ganz generell besser auf tät beantwortet sowie dem Wunsch, das sich die Wohnung bereits beim Eintre- die verschiedenen Zielgruppen eingehen Zuhause auch aus der Ferne steuern und ten angenehm temperiert präsentiert. zu können. So vor allem auf die älteren kontrollieren zu können. Laut Aussage Auch der Anbieter Honeywell listet in Mieter, bei denen durch die gezielte (und des Bewohners bereichert die Ausstattung seinem Angebot das Produkt Evohome vorher in Absprache genau festgelegte) der Wohnung den Alltag mit zusätzlichem mit unterschiedlichen Lösungen rund Überwachung das Maß an Sicherheit Komfort, die Rollläden beispielsweise un- um die Heizungssteuerung auf – auf deutlich erhöht werden kann. Szena- terstützen den Wecker, da sie im Rahmen Wunsch per Smartphone von unterwegs rien wie etwa die hilflose Person, die eines vordefinierten Szenarios zu einer steuerbar. Die Firma Netatmo bietet nach einem Sturz über einen längeren bestimmten Zeit morgens hochfahren verschiedene Einzelgeräte wie eine Zeitraum auf dem Boden liegen bleibt, und so automatisch Licht in die Wohnung Überwachungskamera mit Gesichtser- sollen damit künftig der Vergangenheit hereinlassen. Ebenso lassen sich mit den kennung an, die einfach aufgestellt und angehören. Preislich soll diese „Aufrüs- gekoppelten LED-Beleuchtungselementen mit der entsprechenden App bedient tung“ für die Mieter nicht nennenswert verschiedenste Lichtstimmungen be- werden kann. zu Buche schlagen. Bei der Frage nach quem vom Smartphone aus anwählen. der Sicherheit führte die FLÜWO an, Allerdings gibt es Aspekte, bei denen das Darüber hinaus bietet Philips mit dem dass die Fritz!Box der intern verwen- System dann doch die eine oder andere LED-System Hue einen mittlerweile deten Elektronik vorgeschaltet sei, so Schwäche offenbart: etablierten Klassiker der steuerbaren dass von außen kein Zugriff möglich ist - Um alle installierten Komponenten steu- Heimbeleuchtung an. Mit Hue lassen und sich das gesamte System auf einem ern zu können, sind immer noch verschie- sich vergleichsweise einfach und vor zeitgemäßen Sicherheitslevel befindet. dene Apps nötig, was die Bedienung ein allem ohne aufwendige Montagearbei- Da es bislang noch keine einzige nega- wenig unübersichtlich macht ten eine große Anzahl bequem mit dem tive Rückmeldung gegeben hat, scheint - Der Zugriff auf die Siemens-Küchen- Smartphone steuerbarer Lichtszenarien soweit alles zur Zufriedenheit aller Par- geräte war in dieser Konfiguration nicht einrichten. teien zu funktionieren. Lediglich die eine möglich 14 Smart Home - Die verwendeten Systemkomponenten den im Umgang mit moderner Elektro- unterschiedlicher Hersteller miteinander müssen nach einem längeren Stromaus- nik versierten Bewohner brachte keine zu kombinieren. Zu diesem Muster- fall neu eingestellt und erneut mit dem Lösung. Alles in allem aber fiel das haus findet sich in der Online-Ausgabe Internet verbunden werden, hier wäre Urteil zufriedenstellend aus. Es steht der „Welt“ vom 01.03.2014 folgender eine wirksamere Memory-Funktion zu vermuten, dass diese und ähnliche Artikel: wünschenswert „Kinderkrankheiten“ in Zukunft beho- - Wie bereits weiter oben angeführt, ben werden – genau dafür wurde dieser „Ob winzige Mietwohnung oder riesiges ist das Bad aus bislang nicht nachvoll- Modellversuch ja schließlich ins Leben Eigenheim, die Fragen rund um das ei- ziehbaren Gründen nicht an das System gerufen. gene Zuhause sind ja doch immer diesel- angeschlossen - Die Beleuchtung lässt sich ausschließlich über die Smartphone-Steuerung dimmen - Das zentrale Steuerungspanel zeigt nur ben: ,Habe ich den Herd angelassen?‘, Neues aus dem HighTech-Musterhaus die eingestellte, jedoch nicht die aktuelle ,Brennt im Keller noch Licht?‘, ,Was, wenn genau heute die Waschmaschine ausgelaufen ist?‘ Niemand quält sich zur Beantwortung gerne aus dem schönen, Raumtemperatur an Einen verhältnismäßig aktuellen Stand warmen Bett – und wird es vielleicht Zudem schaltete sich in der bei diesem der Smart Home-Technologie liefert nie mehr tun müssen. Das Zuhause der Ortstermin besuchten Wohnung um auch das Musterhaus, das die deut- Zukunft ist nicht nur aus der Ferne Punkt 20.00 Uhr regelmäßig ein be- sche Telekom seit 2013 in Darmstadt steuerbar, es denkt mit – und greift zur stimmtes Licht ein, ohne dass es dafür betreibt. Dieses Haus ist ein Projekt Not selber ein. Das Wettrüsten um das einen ersichtlichen Grund gab. Auch der Initiative Qivicon, die es sich zum smarteste Haus hat längst begonnen. eine genaue Prüfung des Systems durch Ziel gesetzt hat, verschiedene Produkte Viele Hersteller und App-Entwickler Digitaler Komfort: Die Wohnungsbaugenossenschaft FLÜWO Bauen Wohnen eG hat sich zum Einbau einer elektronischen Gebäudesteuerung entschieden, um die Wohn- und Lebensqualität der Mieter zu erhöhen. Die Komponenten ermöglichen zurzeit die Steuerung von Rollläden, Beleuchtung, Heizung und Türkommunikation. Foto: Busch-Jaeger 15 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 MiaWell Bremerhaven: Mit ansprechenden Akzenten zeigt die Pflegeeinrichtung auch nach außen ein freundliches und dynamisches Gesicht. Foto: Christian Gahl arbeiten an dieser Vision des intelligen- Marken wie Samsung und Miele mit ins Raum zu hoch ist, öffnen sich automa- ten Hauses, das sich per Smartphone, Projekt ein. So kann der Smarthome- tisch die Fenster – aber nur, wenn’s drau- Tablet oder PC steuern lässt – mit Bewohner Waschmaschine, Herd oder ßen nicht zu feucht ist. In dem Fall schal- teilweise ziemlich brillanten Ideen. Doch Kaffeemaschine unterwegs per Smart­ tet sich die Heizung ein. Mit Miele und leider hat sich bislang kein einheitliches phone, Tablet oder Internet-PC überwa- Samsung hat sich die Telekom mächtige System etabliert, das alle Geräte und chen und steuern. Aber nicht nur aktuelle Partner ins Boot geholt. Je mehr Ge- Armaturen steuern kann. Geräte finden Anschluss: Mit Qivicons räte- und App-Anbieter aufspringen, Funk-Zwischenstecker wird auch Omas desto besser wird das Qivicon-Haus. Die Stattdessen bringen RWE, AVM und alte Stehlampe smart und aus der Ferne Telekom zeigt sich dahingehend offen: smarte Start-ups wie Nest & Co. ihre steuerbar. ,Ob Tado oder Nest (Anbieter von Smart eigenen Systeme und Apps auf den Home-Zubehör, Anm. d. Red.), alle kön- Markt. Resultat: Der smarthomebegeis- Mit dem Starterpaket für rund 300 Euro nen Partner werden‘, verspricht Holger terte Kunde hat völlig unterschiedliche erhält der Kunde vier Qivicon-Geräte Knöpke. ,Wir werden niemals die cools- Geräte im Haus – und jedes davon nach Wahl – zum Beispiel Heizkörper- ten Apps bauen, wohl aber die beste Ver- braucht seine eigene App. Genau hier Thermostate, smarte Steckdosen oder bindung.‘“ (Quelle: https://www.welt.de/ will die Deutsche Telekom ansetzen Rauchmelder. Für unter 1.000 Euro soll wirtschaft/webwelt/article125324076/ und mit Qivicon ein einheitliches und schon ein gut ausgestattetes smartes Telekom-arbeitet-am-intelligenten-Haus- herstellerübergreifendes System lie- Zuhause drin sein. der-Zukunft.html) namhafte Gerätehersteller und smarte Das Ziel: Komfort, Sicherheit und Ener- App-Entwickler zusammenkommen. Wie gieeffizienz. Ein Haus, in dem kein ver- das aussehen kann, zeigt das Musterhaus gessenes Fenster Kälte hineinlässt und Variabler Kostenrahmen in Darmstadt. Die digitale Zentrale des Einbrecher kaum eine Chance haben. smarten Heims ist eine kleine weiße Box Eine alberne Spielerei für ambitionierte Und was kostet das Ganze nun ganz namens Qivicon Homebase. Sie sorgt Technik-Nerds ist das smarte Zuhause allgemein? Betrachtet man die Komplexi- dafür, dass auch Geräte mit unterschied- damit nicht mehr. Den Möglichkeiten für tät des Themas und seine mannigfaltigen lichen Funkstandards miteinander kom- die Zukunft sind kaum Grenzen gesetzt: Anbieter, Systeme und Möglichkeiten, munizieren, und fungiert als eine Art So hält Connected-Home-Leiter Holger wird schnell klar, dass diese Frage auf Dolmetscher. Welche Geräte sind das? Knöpke eine Anti-Schimmel-App für die Schnelle so nicht zu beantworten Pünktlich zum Jahresanfang steigen große denkbar: Wenn die Luftfeuchtigkeit im ist. Eines lässt sich aber grundsätzlich fern. Auf der Qivicon-Plattform sollen 16 Smart Home Runde Sache: Ein kleinteiliges Mosaik akzentuiert und betont die markante Linienführung des Gebäudes. Foto: Christian Gahl festhalten: Eine Smart Home-Ausstattung dazu noch Arbeit abnehmen, weil nicht verlangen für den ferngesteuerten Zugriff auf der Grundlage eines funkgesteuer- alle Komponenten einzeln angeschafft auf das System per App einen bestimmten ten Systems ist mit deutlich geringeren werden müssen. Solche Sets sind bereits monatlichen oder jährlichen Betrag. in- Kosten verbunden als eine kabelgesteuerte ab einem Komplettpreis von 150 bis 250 nogy Smarthome etwa ruft dafür 15 Euro Automatisierung der eigenen vier Wände. Euro erhältlich, dafür erhält man dann im Jahr auf, bei Qivicon und Magenta Nichtsdestotrotz kommt bei den potenziell beispielsweise ein Komplettpaket der Te- SmartHome sind es mit 5 Euro monatlich benötigten Geräten von der Basisstation lekom zum Thema „Energie sparen“ oder schon etwas mehr. Ein Fachmann kann über die diversen Komponenten bis hin zum Thema „Sicherheit“ des Anbieters hier Klarheit schaffen, auch und gerade bei zu möglichen Zwischensteckern einiges iSmartAlarm, dann auch schon inklusive der Frage der Kosten. Immer im Auge be- zusammen – je mehr Räume eingebunden Basisstation. Wie bereits erwähnt, müssen halten werden sollte dabei der Aspekt, dass werden, selbstverständlich desto mehr. diese Starterpakete anschließend eventuell es sich grundsätzlich um eine langfristige Als ungefähre Anhaltspunkte könnten mit weiteren Komponenten ergänzt wer- Investition handelt, die dauerhaft Energie die folgenden Positionen dienen: Basis- den, je nach Anzahl der in die individuelle und Kosten sparen kann. stationen kosten heutzutage zwischen 50 Smart Home-Ausstattung miteinbezogenen und 150 Euro, ähnlich belaufen sich die Räume. In vielen Fällen lässt sich aber mit Kosten für die jeweiligen Komponenten. „offenen“ Smart Home-Basisstationen Brauchbare Heizkörperthermostate sind ein günstigeres System einrichten, da man ab etwa 40 Euro aufwärts erhältlich, damit die Komponenten unterschiedlicher komplettiert man seine Ausstattung mit Hersteller wählen und durch einen Preis- Und das übrigens nicht nur im privaten einer Überwachungskamera, sollte man vergleich die finanziell attraktivste Lösung Umfeld, sondern – in etwas größerem dafür nochmals circa 150 Euro veranschla- wählen kann. Sicherlich entscheiden hier Maßstab – durchaus auch im Bereich gen. In der Praxis bedeutet das, dass für zu einem Gutteil die individuellen Vorlie- der gewerblich genutzten Gebäude. eine Wohnung schon mal 1.500 bis 3.000 ben und die technische „Vorbildung“ über Schließlich lassen sich neben den Kosten Euro für den Investor anfallen können. Da die individuelle Lösung, da beispielsweise auch so gut wie alle anderen angeführ- verschiedene Hersteller zum Thema Smart proprietäre, d.h. von einem jeweiligen Her- ten Aspekte in ähnlicher Form auf das Home fertig zusammengestellte Sets für steller angebotene Lösungen die Kompati- berufliche Umfeld übertragen – und Einsteiger oder auch komplette Themenpa- bilität der verwendeten Geräte sicherstel- auch hier stellen eine höhere Energie- kete anbieten, kann sich ein Blick darauf len, wodurch sich bei Produktsuche und effizienz, mehr Komfort und ein deutlich ebenfalls lohnen – diese Pakete sind oft Installation Zeit sparen lässt. Ein weiterer, gestiegenes Sicherheitslevel attraktive preislich interessant und können einem möglicher Kostenfaktor: Einige Anbieter Vorteile dar. Auch für gewerbliche Gebäude interessant 17 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Dazu findet sich in der Süddeutschen Gesundheit. Heizung auf, wenn es kalt ,Hocheffiziente Gebäude sind eine große Zeitung vom 26.02.2016 folgender ist, Fenster auf, wenn es warm ist. technische Herausforderung‘, stellt Text: Thomas Terhorst fest. ,Zum einen geht ‚Der Megatrend der Digitalisierung es darum, dass man eine ordentliche Ge- „Früher waren Bürogebäude dazu da, betrifft im modernen Bürogebäude auch bäudehülle hat, zum anderen um die An- dass es niemandem auf den Schreibtisch die Regelung und Integration der einzel- lagentechnik‘, sagt der Geschäftsführer regnete. Heute denkt man beim Bau nen technischen Systeme‘, erklärt Volker der Gesellschaft Bauen und Gebäude- moderner Arbeitsorte über Betonkern- Zappe. Der Diplom-Ingenieur arbeitet technik des Vereins Deutscher Ingenieure aktivierung, CO2-Messungen, Schalldu- beim Aachener Unternehmen ,BOB ef- (VDI) weiter. Bei vielen Bauprojekten schen, Lichtfarben und Bewegungssenso- ficiency design AG‘. Die Firma vertreibt würde eine der beiden Seiten betont, die ren nach. Die Branche ist komplizierter ein System für moderne Bürogebäude, Wahrheit liege aber in der Kombination. geworden. Wo sich früher Ingenieure um das sich Zappe zufolge in die meisten Und das, sagt Terhorst, sei ein großes Bauphysik und Tragwerksplanung küm- Neubauten einplanen lasse. Thema für die Ingenieurleistung. sierte Kollegen in den Bereichen Rege- Der Prototyp in Aachen soll bis heu- Ein hocheffizientes Gebäude muss er- lungs- und Automatisierungstechnik. te das Bürogebäude mit der größten kennen, ob überhaupt jemand im Haus Energieeffizienz Deutschlands sein. Gut beziehungsweise in einem bestimmten Wissenschaftler entwerfen allerlei schi- möglich, denn im deutschen Büromain- Büro ist. Leere Büros müssen nicht cke Szenarien von der Arbeitswelt der stream hat die Steuerungstechnik immer geheizt oder gekühlt werden – zumindest Zukunft. Meist drehen sie sich um die noch ein recht grobschlächtiges Design nicht so, wie voll besetzte – und wenn IT-Technik, die in den Büros Einzug hal- und wird in den Feinheiten der Rege- keiner am Schreibtisch sitzt, dann stört ten soll: Hologramme, Bildschirmfolien, lung jedem einzelnen Büroangestellten es auch niemanden, wenn das Beschat- omnipräsenter Datenfluss etwa. Doch überlassen. Heizung auf, wenn es kalt tungssystem die Rollläden herunter- viel greifbarer als die direkte Anwen- ist, Fenster auf, wenn es dann zu warm lässt, wenn die Sommersonne durch die dung sind die Herausforderungen der geworden ist. Das funktioniert – wenn Scheiben brennt. Damit spart man sich Versorgungstechnik. Es geht um Energie- einem egal ist, wie viel Energie man die Energie, den aufgeheizten Raum zu effizienz, Nachhaltigkeit, Komfort und verschwendet. kühlen. Der moderne Bürotrakt passt merten, braucht es heute auch speziali- Moderne Passivhaus-Siedlung: Markante Gestaltungselemente ziehen sich wie ein roter Faden durch das Ensemble und verbinden die Gebäude miteinander. 18 Smart Home auch das künstliche Licht der jeweiligen der Wohnungswirtschaft, hat dafür fällt nach seiner Beobachtung vor allem Einstrahlung von außen an. gesorgt, dass dieser Themenkomplex mit der Bedienbarkeit der Steuerinstru- mittlerweile auch im akademischen mente, und hier sieht Dr. Zahout-Heil Das Gebäude wird zu einer Art techni- Umfeld eingehender untersucht und nach wie vor noch jede Menge Optimie- schem Organismus, in dessen Betonhaut vorangetrieben wird. Dazu beigetragen rungsbedarf. Dazu kommt ein weiteres, kilometerlange Adern laufen, die mit we- hat mit Sicherheit der Umstand, dass nur scheinbar triviales Problem: Die nig Temperaturunterschied die ,Körper- Smart Home-Lösungen viel für die Automatisierung von (Wohn-)Gebäuden temperatur‘ regeln. Das Gebäude wird Energieeffizienz von Wohnungen tun erfordert eine präzise Zusammenarbeit zu einem künstlichen Wesen, das sich können. An der Hochschule Darmstadt der in die Entstehung eines Gebäudes in- mittels Sensoren selbst überwacht, dank wurde aus diesem Grund im Jahr 2014 volvierten verschiedenen Gewerke – die technischer Systeme selbst reguliert und im Fachbereich Elektrotechnik und vielerorts noch zu wünschen übrig lässt. durch komplexe Algorithmen das auch Informationstechnik der Studiengang Oft bleibt für eine solche konstruktive genau so tut, wie es sich der Bauherr „Gebäude-Systemtechnik“ ins Leben Zusammenarbeit in den traditionellen wünscht. Man ahnt, wie kompliziert gerufen. Hier wird untersucht, wie effek- Entwicklungsstadien und -prozessen des das Zusammenspiel der Systeme sein tiv der Wandel von der fossilversorgten klassischen Gebäudebaus schlicht kein mag, wie schwierig die Balance zwischen zur elektrisch versorgten Gesellschaft Platz. Im Gegenteil, geht es doch bei Effizienz und Komfort zu halten ist.“ vollzogen werden kann. Einer der solchen Prozessen zu oft immer noch um (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/ beteiligten Wissenschaftler ist Professor eine möglichst vorteilhafte eigene Posi- karriere/intelligente-buerogebaeude- Dr. Carsten Zahout-Heil. Er sieht vor tion, da sonst Einschränkungen in der smarter-arbeiten-1.2867897) allem die technischen Möglichkeiten, die „Handlungsfreiheit“ eines ausführenden heutzutage vorhanden sind. Nach seiner Betriebes befürchtet werden. Natürlich Aussage ist die Umstellung auf immer gehe es nicht darum, den klassischen „smartere“ vier Wände vor allem eine Gebäudebau zu diskreditieren. Smart Frage der Akzeptanz der Verbraucher – Home-Technologie erfordere vielmehr technisch sei alles längst vorhanden, es ein Umdenken so gut wie aller am Bau Das steigende Interesse an „Smart müsse eben nur gemacht bzw. umgesetzt beteiligten Partner. Ein Ziel des Studi- Homes“, inbesondere auch von Seiten werden. Diese Akzeptanz aber steht und engangs „Gebäude-Systemtechnik“ an „Smart Home“ im akademischen Umfeld Einladend: der transparent gestaltete Eingangsbereich mit dem gut erkennbaren Treppenhaus. Fotos: Christian Gahl 19 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Smart Home-Technik im Eingangsbereich eines modernen Mehrfamilienhauses der FLÜWO Bauen Wohnen eG: Am Eingangsbereich lässt sich gut erkennen, wie nahtlos sich die Technologie integriert. Videokamera am Sammelbriefkasten: Für die Bewohner ist deutlich zu sehen, wer an ihrer Tür klingelt. Abrufbar: Die Videokamera verfügt über eine Speicherfunktion, so dass sich auch nachvollziehen lässt, wer in Abwesenheit an der Tür geklingelt hat. 20 Smart Home der Hochschule Darmstadt ist es darum, (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/ keitsbewusstsein, wie es in den letzten Studenten zu „Systemintegratoren“ Intelligentes_Stromnetz) Ein wichtiger, Jahrzehnten immer mehr Lebensbereiche auszubilden, die die für die Gebäudeau- bislang noch ungeklärter Punkt dabei durchdrungen hat. Sollten sich diese und tomatisierung auf breiterer Front als bis- betrifft die Frage der Abrechnung, hier andere Punkte in eine ingesamt erfreu- her verantwortlichen Faktoren entschei- befinden sich verschiedene Modelle noch liche Richtung entwickeln, dürfte sich dend vorantreiben, und das eben auch in der Erprobungsphase. der technische Standard in Wohnungen in den Köpfen der beteiligten Unternehmen. Damit, so Dr. Zahout-Heil, ließe sich die Energiewende ein großes Stück in den nächsten Jahren deutlich anhe- Ausblick vorantreiben: „Wir brauchen intelligente Verbraucher.“ In Zukunft könnten ganze Stadtviertel vernetzt werden ben, was zur Folge hat, dass sich noch viel mehr „Homes“ als bisher in „Smart Homes“ verwandeln. Die dann auch Und wie geht es nun weiter? Welche Ent- noch deutlich mehr können als Milch wicklungen werden in Bezug auf „Smart bestellen, für schönes Licht sorgen und Home“ zu erwarten sein? Generell darf die passende Temperatur einstellen. davon ausgegangen werden, dass die Technik weiter verfeinert wird und sich mehr Möglichkeiten der „smarten“ Steuerung eines Zuhauses bieten werden. Die Fazit Entwicklung technischer Geräte hat in Doch längst ist die (digitale) Vernetzung der Vergangenheit immer wieder gezeigt, Auch wenn sich hier und da noch verschiedener Komponenten zu einem dass diese nach einer gewissen Anfangs- Schwachstellen zeigen: Insgesamt großen Ganzen nicht mehr nur auf die phase stetig günstiger werden, was präsentiert sich das Thema „Smart eigenen vier Wände beschränkt. Unter wiederum ihre Verbreitung begünstigt, Home“ auf einem praktikablen Stand dem Stichwort „Smart Grid“, auch die dann ihrerseits wieder den Preis nach der Entwicklung – Tendenz steigend. So bekannt als „Intelligentes Stromnetz“, unten drückt. Geht es nach den Wün- ist bereits heute möglich, sein Zuhause wird derzeit an Lösungen geforscht, wie schen der Verbraucher, so sorgen die für einen Betrag, der sich durchaus im sich ganze Stadtviertel so miteinander Hersteller dafür, dass sich ihre Geräte in Rahmen hält, mit einer Technik auszu- vernetzen lassen, dass alle davon profitie- Zukunft noch leichter bedienen lassen statten, die den Komfort, die Sicherheit ren. Die Ausgangssituation hierbei lautet werden – das ist immerhin momentan und die Energieeffizienz spürbar steigert. grob umrissen: Die für das Viertel benö- noch eine der größten Hürden. Gleich- Natürlich ist so etwas nicht jedermanns tigte Energie wird in bestimmte Speicher zeitig ist es wünschenswert und im Sinne Sache, und es wird auch immer Leute eingespeist. Da nicht jeder Bewohner einer benutzerfreundlichen Angebots- mit einer gewissen Skepsis gegenüber einen solchen Speicher bei sich zuhause politik seitens der Hersteller, dass die technischen Neuerungen geben, aber stehen hat, wird die Energie anschlie- Kompatibilität verschiedener Systeme für diejenigen, die sich für solch eine ßend dem Bedarf entsprechend auf alle steigt und nicht für eine Komplettaus- Ausstattung interessieren, ist bereits verteilt. Im Internet findet sich dazu die stattung beispielsweise vier oder mehr heute eine Vielzahl interessanter Lösun- folgende Definition: „Der Begriff intel- Protokolle parallel betrieben werden gen erhältlich. Noch dazu, da nahezu ligentes Stromnetz (englisch smart grid) müssen (wie es bislang noch der Fall jedermann relativ bequem und ohne umfasst die kommunikative Vernetzung ist). Auch das Sicherheitsniveau wird großen Aufwand in dieses Thema ein- und Steuerung von Stromerzeugern, aller Voraussicht nach weiter steigen, steigen und zum Beispiel sein Zuhause Speichern, elektrischen Verbrauchern wenn den Anbietern daran gelegen ist, nach und nach digital „aufrüsten“ kann. und Netzbetriebsmitteln in Energieüber- dass das nicht weiterhin eine potenzielle Sollten die im Abschnitt vorher erwähn- tragungs- und -verteilungsnetzen der Schwachstelle bleibt. Auf Verbraucher- ten Verbesserungen und Optimierungen Elektrizitätsversorgung. Diese ermöglicht seite ist davon auszugehen, dass die tatsächlich von den Herstellern in die eine Optimierung und Überwachung der Wünsche nach mehr Komfort, Sicherheit Tat umgesetzt werden, dann erscheint miteinander verbundenen Bestandteile. und Energieeffizienz in den eigenen vier es verhältnismäßig wahrscheinlich, dass Ziel ist die Sicherstellung der Energiever- Wänden weiter steigen werden. Letztere die Umstellung auf ein Smart Home für sorgung auf Basis eines effizienten und vor allem in Verbindung mit einem stetig einen noch viel größeren Kundenkreis zuverlässigen Systembetriebs. (...)“ wachsenden Umwelt- und Nachhaltig- als bisher attraktiv wird. • 21 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Ansichtssache: Wer braucht eigentlich ein Smart Home? Kommentar von Prof. Dr. Carsten Zahout-Heil „Und wenn ich dann im Garten bin, fährt der Roll- erobern, Smartphone-Hersteller entwickeln Haus- laden der Balkontür zu und ich bin ausgesperrt.“ steuerungen und sogar Energieproduzenten schaffen eigene Standards. Im Haus treffen wie in kaum Diese Reaktion höre ich oft, wenn ich erzähle, dass einem anderen Umfeld verschiedenste Dienste und ich an der Hochschule Darmstadt zum Thema Ge- Gewerke zusammen. Alle mit dem Willen den Stan- bäudesystemtechnik lehre und forsche. Die meisten dard zu setzen. Am Ende verzögert das den Erfolg haben schon mit dem einen oder anderen Aspekt smarter Technologien, da die Nutzer verunsichert von Smart Home Erfahrungen gesammelt. Sei es die sind, ob die Technologie, auf die man heute setzt, App, mit der ich eine Lampe in einem von über 16 in zwei Jahren noch verfügbar ist. Die Zukunft Millionen verschiedenen Farbtönen erstrahlen las- wird zeigen, welche Spieler am Ende das Rennen sen kann, oder die Möglichkeit, die Wohnzimmer- machen. Erst dann ist mit einer ernsthaften Um- temperatur aus dem Urlaub in Spanien fernbedienen setzung von Smart Home zu rechnen. Neben der zu können. Oft bleibt die Frage nach der Sinnhaftig- Steigerung des Komforts sind zwei weitere wichti- keit solcher Einzellösungen zurück. Das Smartphone ge Ziele von smarten Gebäuden die Erhöhung der als Fernbedienung für Hausfunktionen macht das (Energie-) Effizienz und der Sicherheit. Home noch nicht smart. Sinn macht das alles erst, wenn zu der zentralen Möglichkeit der Steuerung Sicherheit eine Regelung übergeordnet werden kann. Obwohl man versucht, mit intelligenten Gebäuden die Sicherheit zu erhöhen, ist besonders diese Anforderung die umstrittenste. So kann zum Beispiel 22 Komfort der Bewegungssensor in der Küche bei längerer Schaut man auf das Raumklima, wird den meisten Inaktivität den Herd oder die Kaffeemaschine aus- Nutzern vor allem wichtig sein, dass sie sich wohl- schalten, um einen Brand zu vermeiden, oder bei fühlen – wie auch immer die Haussteuerung das einem Brand in einem Raum können die Rauch- erreicht: durch Öffnen oder Schließen der Fenster, melder in allen Zimmern Alarm auslösen. Hier durch Aufdrehen der Heizung, durch Schließen der schafft man durch intelligente Vernetzung mehr als Jalousie oder Aktivierung der Klimaanlage. Das die Summe der Einzelteile. Gleichzeitig erhöht eine Problem ist, dass es kein System gibt, das diese zunehmende Vernetzung die Gefahr, private Daten komplexe Regelungsaufgabe so übernehmen kann. nach außen zu geben oder durch einen Hackeran- Im Auto ist das schon lange Stand der Technik. griff sogar die Kontrolle über die Hauseinrichtung Im Haus gelingt es aus mehreren Gründen noch zu verlieren. Intelligente Häuser versuchen also die nicht, da die Nutzungsdauer vorhandener Instal- „Intelligenz“ im Haus zu halten und nur bestimm- lation viel länger ist, vor allem aber auch, weil zu te Daten, die von außen verfügbar sein müssen, viele unabhängige Standards existieren. Zu viele in die Cloud zu stellen. Die Daten-Integrität und Firmen versuchen ihr Geschäftsfeld zu erweitern. -Sicherheit müssen den restlichen Technologien Heizungsbauer wollen aus dem Keller das Haus immer einen Schritt voraus sein. Ansichtssache Effizienz des Nachbarn dient. Die Energiewende wird nur Der größte Treiber für Smart Home könnte die gelingen, wenn auf Verbraucherseite intelligente Deutsche Energiewende werden. Durch den Weg- Lösungen heranwachsen, die die volatile Energie­ fall von Kraftwerken, die auf fossilen Energieträ- erzeugung abfangen können. gern basieren, fehlt die Möglichkeit leicht mehr Energie zu produzieren bzw. die Produktion an die Der nächste Aufschrei ist also: „Ich will meine Nachfrage anzupassen. Volatile Energien wie Wind Wäsche waschen, wann ich es will“, und nicht und Sonne sind eben nur dann verfügbar, wenn der dann, wenn der Strompreis günstig ist und meine Wind weht und die Sonne scheint. Richtig kom- intelligente Steckdose sie einschaltet … pliziert wird das Thema dadurch, dass bisherige Verbraucher auch zu Erzeugern werden. Durch Nahtlos private Blockheizkraftwerke oder Solarzellen wird Die Schnittstelle zwischen Haus, Auto und dem das Haus zum „Prosumer“. Energienetz wird also in den nächsten Jahren in den Fokus geraten. Die Kunden werden ein Neben der eigentlichen Übertragung der Energie reibungsloses Zusammenspiel der Komponenten vom Erzeuger zum Verbraucher braucht es jetzt die erwarten. Das betrifft Themen wie Abrechnung, Möglichkeit zur Speicherung von Energie, und das Sicherheit und Datenintegrität. Außerdem möchte in beide Richtungen. Das ist aufwändig und teuer. sich niemand mit allen technischen Details aus- Es ist also nötig Energie möglichst dann zu ver- einandersetzen müssen, sondern nur die Daten brauchen, wenn sie verfügbar ist. Das kann über zurückgespielt bekommen, die relevant sind. Anreizsysteme geschehen wie z.B. tageszeitabhängige Strompreise. Das Thema Energieeffizienz ist Ein smartes Zuhause alleine reicht also nicht aus. also trotz Stromproduktion durch erneuerbare Die neuen Schlagworte sind deshalb Content, Energien wichtiger als je zuvor. Bisherige Energie- Usability und Feeling. Um nun die Anfangsfrage zu erzeuger werden zukünftig zu Energieverteilern, beantworten: Wir brauchen Smart Homes, damit die sicherstellen müssen, dass ausreichend Energie die Energiewende gelingen kann. Aber das allei- dort verfügbar ist, wo sie gebraucht wird unter ne wird nicht ausreichen. Eine enge Vernetzung Einbeziehung aller privaten und professionellen aller Systeme (Auto, Haus, Energie) ist notwendig, Ressourcen. Auch das elektrische Auto spielt in damit wir die unweigerliche Transformation zu diesem Kontext eine entscheidende Rolle, da es einer elektrisch betriebenen Gesellschaft umsetzen als Puffer dienen kann, indem der Akku auch als können. Seamless Living könnte also das neue Energielieferant für das eigene Haus oder das Schlagwort sein. • Prof. Dr. Carsten Zahout-Heil Prof. Dr.-Ing. C. Zahout-Heil erhielt im Jahr 2015 den Ruf an die Hochschule Darmstadt. Sein Fachgebiet ist Messtechnik und Sensorik, das er im Rahmen der Studiengänge Gebäudesystemtechnik, Mechatronik, Fahrzeugentwicklung und anderen lehrt. Prof. Zahout-Heil war zuvor lange Jahre bei Continental als Entwicklungsleiter und zuletzt als Leiter einer Produktlinie im Bereich Sensorik tätig. Er promovierte von 1998–2003 am Institut für Elektromechanische Konstruktion der Technischen Universität Darmstadt, an dem er auch sein Studium absolvierte. Aktuell ist er Prodekan am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik und engagiert sich im Rahmen des Forschungsprojekts „U-Cube“ um die Forschung an thermischer Behaglichkeit gemeinsam mit Schülern, außerdem ist er Mitgründer des Kompetenzzentrums „Smart Building and Infrastructure Systems“ (s_bis). 23 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 In jeder Hinsicht herausragend 66 Meter – das derzeit höchste Gebäude mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) steht in Frankfurt. Doch nicht nur deshalb war der Westside Tower ein ausgesprochen komplexes Projekt. Caparol lieferte nicht nur die Systeme, sondern auch eine Vielzahl neuer technischer Lösungen. Frankfurt am Main wächst. Derzeit, so runden das Investorenprojekt der REVITA- einem herausragenden Projekt: Auf rund die FAZ, kommen wöchentlich 300 neue LIS REAL ESTATE AG ab. Der Baukörper 8.000 Quadratmeter summieren sich die Einwohner hinzu. Kein Wunder, dass Wohn- besteht strukturell aus zwei Volumen: aus Dämmarbeiten an den Fassaden. Dabei raum Mangelware ist, obwohl der Wohnbau dem 21-geschossigen Hochhaus sowie einem kamen gleich drei Dämmsysteme mit Dämm- brummt wie schon lange nicht mehr. Bei- kleineren, vorgelagerten Bau mit sieben Ge- stärken zwischen 120 und 200 Millimeter spielsweise im Europaviertel – jenem Gebiet schossen und Dachterrassen. Hell abgesetzte, sowie unterschiedlichen Aufbauten zum Ein- westlich der City, das bis 1998 als Hauptgü- geschossweise umlaufende Bänder betonen satz. Auch hinter der dunklen Steinoberfläche terbahnhof diente. 2019 soll dieses große in- die Horizontale und gliedern die aufstreben- des Erdgeschosses verbirgt sich ein spezielles nerstädtische Entwicklungsgebiet vollständig de Baumasse. Eine vertikale, über alle Etagen Wärmedämm-Verbundsystem. Neben den bebaut sein. Eines der markantesten Gebäude laufende Faltung macht den Baukörper zum Dämmsystemen samt Deckputzen und ist schon jetzt bezogen: der Westside Tower. prismatischen Objekt und unterstreicht die Beschichtung lieferte Caparol knapp 4.000 städtebauliche Position des Gebäudes. Die Meter Fassadenprofile. Sie bilden den oberen Verschwenkung sorgt überdies für bessere und unteren Abschluss der hellen, horizon- Ausblicke aus allen Wohnungen – ein interes- talen Fassadenbänder und verwandeln sich santer Nebeneffekt. im Bereich der Balkone und Loggien in tiefe Schlanke Erscheinung durch prägnante Faltung Gesimse. Durch die Komplexität des BaukörDas Wohngebäude, für das der Hamburger Generalplaner MPP Meding Plan + Projekt GmbH verantwortlich zeichnet, markiert Rund 8.000 Quadratmeter Dämmfläche den westlichen Eckpunkt des Quartiers und pers mit seinen Faltungen, den auskragenden Balkonen und Rücksprüngen in den Loggien gestaltete sich die Planung und Umsetzung des Wärmedämm-Verbundsystems als ausge- umfasst 244 Mietwohnungen. Alle verfügen Nicht sichtbar hingegen ist, was sich unter sprochen anspruchsvoll. Dass dennoch das über Balkon, Loggia oder Terrasse und bieten der Fassade verbirgt: ein mineralisches, nicht Augenmerk stets auf maximaler Qualität lag, je nach Lage und Geschosshöhe atemberau- brennbares WDVS. Damit wird der Westside versteht sich hier in besonderem Maße. Am bende Ausblicke auf die Frankfurter Skyline Tower zum aktuell höchsten deutschen Ge- Ende hat sich der Einsatz sichtbar gelohnt – und den Taunus. Im Erdgeschoss findet eine bäude mit einem energetisch hochwirksamen der fertige Westside Tower präsentiert sich im Kindertagesstätte Platz, eine hotelähnliche Wärmedämm-Verbundsystem. Doch auch die wahrsten Sinne des Wortes in allen Bereichen Lobby und eine Tiefgarage auf zwei Ebenen Quantität macht den Westside Tower zu überragend. • 24 In jeder Hinsicht herausragend Markant: Eine vertikale, über alle Etagen laufende Faltung bringt eine raffinierte Dynamik ins Spiel, macht schlank und unterstreicht die städtebauliche Position des Westside Tower. 25 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale Ein neues, ausdrucksstarkes Gesicht für die Deutschen Amphibolin Werke SE in OberRamstadt: Im März 2017 wurde die neu gebaute, Z-förmige DAW-Firmenzentrale bezogen. Das Gebäude bietet Arbeitsplätze für 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und spiegelt gleichzeitig gekonnt die Nachhaltigkeits-Philosophie und Farbenkompetenz des Familienunternehmens wider. Formal nimmt der Neubau die ­Struktur der Bestandsgebäude auf. Es wurde nicht addiert, sondern weitergebaut. Eine Gesamtkomposition – die Verbindung des Alten mit dem Neuen. Material und Rhythmus der Bestandsfassaden waren Inspiration und Chance. Diese technisch und energetisch ins 21. Jahrhundert zu transformieren, eine Herausforderung. Konzeption nach DGNB-Standard Die neue Firmenzentrale erfüllt hohe ökologische Standards. Sie ist auf maximale Nachhaltigkeit ausgelegt und nach DGNB-Zertifizierung gemäß GoldStandard konzipiert. Kennzeichnend ist der komplette Verzicht auf eine aktive Klimatisierung. Dank Erdwärme in Verbindung mit Wärmepumpen sowie der hochgedämmten Fassade mit dreifachverglasten Fenstern inklusive Sonnenschutzbedampfung soll der Primärenergiebedarf um 20 Prozent niedriger ausfallen als es die Energieeinsparverordnung vorsieht. Kühlsegel in Räumen 26 mit besonderer solarer Exposition und – dieser soll im nächsten Schritt saniert Bauteilaktivierung werden zur Tempera- werden. turregulierung beitragen, in allen Etagen lassen sich die Fenster manuell öffnen. Die vorgehängte, hinterlüftete F ­ assade (Lithodecor-Formteile) erhält ihren Die Verwendung raumklimatisch unbe- unverwechselbaren Charakter durch die denklicher Materialien versteht sich für Kombination von „Jura gelb“-Platten, den Bauherrn von selbst. Alle verwende- einem Sedimentgestein mit eingeschlos- ten Produkte wurden entsprechend der senen fossilen Ammoniten, und gebürs- DGNB-Vorgaben geprüft. Da innen wie tetem, mit GreyWood lasiertem Fichten- außen viele Produkte aus dem DAW- holz. Keine Platte gleicht der anderen. Portfolio Verwendung fanden, ist das Die Farbe der Pfosten-Riegel-Fassade, Haus eine Quelle der Inspiration für ein warmer, mittelgrauer Anthrazit-Me- Handwerker und Architekten, ein Vor- tallton, der je nach Licht leicht bronze- zeigeobjekt für DAW-Produkte und ihre farben erscheint, begleitet die Besucher Farbkonzepte. ins großzügig-transparente, drei Etagen hohe Foyer, das die beiden Gebäudeflü- Insgesamt 7.300 Quadratmeter Fläche Der neue Bau mit 7.300 Quadratmeter Büro-, Konferenz- und Seminarräumen gel verbindet. Die Verglasung öffnet den Blick auf die Produktion. Eindrucksvolles Symbol für Farbe und Handwerk wurde von den Architekten Brückner und Brückner aus Würzburg geplant. Er Durch das Entree zieht sich wie ein hat eine Fensterfront, die den Neubau roter Teppich ein einzigartiges, manuell künftig mit dem angrenzenden Altbau beschichtetes, etwa 50 Meter langes Mö- über ein Mäander nahtlos verschränkt belband, das die Z-Form des Gebäudes Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale Unverwechselbarer Charakter: Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit ihrer Kombination aus Natursteinplatten „Jura gelb“ und lasiertem Fichtenholz. 27 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Das Handwerk im Blick: Vom weiträumigen Veranstaltungssaal aus ist das „Haus des Handwerks“ gut zu erkennen. Offene Atmosphäre: Ein Steg über die Eingangshalle verbindet die Gebäudeflügel im Inneren miteinander und betont die transparente Anmutung. 28 Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale Multifunktional: Der Eingangsbereich ist Empfang, Begrüßungsort und Kommunikations-Treffpunkt in einem und eröffnet den Blick auf die Produktion im Hintergrund. aufnimmt und sich von der Horizontalen an Decken und Stützen die Farbvielfalt in der Zentrale zu tun haben, können in die Vertikale erhebt. Es ist der „groß- des Unternehmens und transportieren Arbeitsplätze nach dem Desk-Sharing- zügige Pinselstrich“, der als Symbol für den Wunsch des Firmeninhabers „mit Prinzip nutzen. Auch die Außenbereiche „Farbe und Handwerk“ steht und der Farbe bauen“. So zeigt die Architektur wie der Vorplatz oder die Cafeteria im Kernkompetenz des Unternehmens einen einerseits Materialfarbigkeiten und obersten Geschoss werden als Arbeits- gebührenden Platz verleiht. andererseits „Farbe pur“ als Anstrich, bereiche genutzt. welche sich mit dem Bau verschränkt – Die leuchtende, eigens für dieses Möbel- ein Kontrast, der klar und markant das Dabei hat die Cafeteria die besten band entwickelte Beschichtungstechnik Gebäude prägt. Chancen, ein Lieblingsaufenthalt zu in mehreren Rotnuancen zieht sich als Wiedererkennungsmerkmal durch alle öffentlichen Bereiche: Eingang, Treppenhäuser, Seminarebene und die für 60 werden. Kunden und Besucher können Kommunikation und Vernetzung Gäste konzipierte Cafeteria im sechsten Geschoss. dank der bodentiefen Fenster im Sitzen den Ausblick in den Odenwald genießen. Wenn das Wetter es zulässt, werden zwei Drittel der Fenster zusammengescho- Die Auslegung der Büros folgt dem ben – dann hat man das Gefühl, sich auf Gruppenbüro-Prinzip, das heißt, die einer Dachterrasse aufzuhalten. Das Farb- und Materialkonzept des Etagen sind weitgehend offen ausgelegt, Neubaus ist eine Zusammenarbeit von es gibt für jedes Stockwerk eine Cof- Ziel all dieser Orte: Kommunikation Brückner und Brückner Architekten mit fice genannte Kaffeeecke, in der auch und Vernetzung nicht allein durch termi- dem Caparol FarbDesignStudio. Die informelle Meetings stattfinden können. nierte Treffen zu fördern, sondern durch Fassade spiegelt die Auseinandersetzung Als Konzentrations- und Besprechungs- alltäglichen, beiläufigen Austausch – mit dem Ort: Naturstein, Holz, Me- räume für vertraulichere Themen stehen zwischen den Personen, Abteilungen, tall binden den Bau in die Landschaft Leitungen und Mitarbeitern transparen- zwischen Mitarbeitern und Kunden; das des Odenwaldes ein. Im Innenraum te Einzelbüros zur Verfügung. Mitar- Gebäude als Ort für offene Kommunika- repräsentieren intensive Farbnuancen beiter des Vertriebs, die nur zeitweise tion und Wissensaustausch der DAW. • 29 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Good bye, Kasernen-Look! Nach dem Wegzug der US-Streitkräfte stehen viele Großstädte vor der Aufgabe, die hinterlassenen militärischen Zonen für zivile Zwecke umzugestalten. Das folgende Beispiel zeigt, wie aus Wohnkasernen ästhetisch ansprechende und auf dem Wohnungsmarkt begehrte Mehrfamilienhäuser werden. Als die Amerikaner im Jahr 2008 Darm- ihre Sanierung lohnte. Nach und nach stadt verlassen hatten, verwaiste ihr verschwanden die öden Außenfassaden 1954 erbautes Wohngebiet, die „Lin- und machten einem heiteren Erschei- coln-Family Housing“, kurz „Lincoln- nungsbild mit raffinierten Farbakzenten Siedlung“ genannt. Dieses 244.000 Platz. Was war geschehen? Im Herbst Quadratmeter große Gelände zwischen 2015 hatte die bauverein AG begonnen, Passend zu diesen Hauptfarben wurden den Stadtteilen Bessungen und Eberstadt in einem Baufeld mit Bestandsgebäuden jeweils drei Akzentfarbtöne ergänzt, die in ist umzäunt, eine Lindenallee entlang sechs Gebäudezeilen für die Vermietung Sättigung und Helligkeit variieren. Inte- der Heidelberger Landstraße bildet die herzurichten. Die neuen Fassaden sollten ressant: Die Farbrichtungen der Häuser östliche Grenze. 33 Gebäudezeilen mit farblich dem Zeitgeist entsprechen, jedoch wiederholen sich, aber die Gestaltung 588 Wohnungen, Schulen, Turnhallen auch zum Baumbestand, den Balkonen, der Akzentflächen variiert. Das hat zum und Kindergärten standen plötzlich leer den dunkelbraunen Eingängen und den Teil mit der Gebäudearchitektur zu tun, – eine Riesenchance für das wirtschaft- braunen Satteldächern passen. In Abstim- da einige Häuser Anbauten haben. Die lich boomende Darmstadt, die steigende mung mit dem Caparol FarbDesignStudio Wohnblöcke wirken so optisch niedriger Nachfrage nach Wohnungen zu befriedi- entschied sich die ausführende Architektin und durch die klare, farbliche Gliederung gen. Ab 2014 wurde ein Teil der Bauten für ein kühles Weiß als neutralen Grund- insgesamt freundlich und einladend. Zwei abgerissen. ton für alle Häuser. Die Eingänge wurden prägnante Giebelseiten an der Noackstraße mit kräftigen, vertikalen Farbstreifen lenken dazu die Blicke auf sich. Diese sind links und rechts der Treppenhausvergla- mit überlebensgroßen Porträts von Albert sung markiert. Diese Betonungen ma- Einstein und Abraham Lincoln plakativ chen deutlich, dass jeder Block trotz des gestaltet. Der Darmstädter Spraykünstler einheitlichen Gestaltungsrasters eigentlich Elmar Compes hat die beiden Charakter- Der Bebauungsplan sah hier Neubauten, aus drei Häusern besteht. Die Wohnblö- köpfe aus Grauwerten und Schwarz darge- neben Wohngebäuden auch Tiefgaragen, cke sind geprägt von den drei Farbrich- stellt und gelb-orange umrahmt. Der bärtige eine neue Schule und eine geänderte tungen Rot, Gelb und Blau. Sie helfen bei Namensgeber Lincoln aber wird wohl bald Straßenerschließung vor. Andere Bauten der raschen Orientierung und verleihen die einzige Erinnerung an die ehemalige hatten eine so gute Substanz, dass sich den Fassaden ihre individuelle Note. „Lincoln-Siedlung“ der Amerikaner sein. • Hell und freundlich statt Einheitsgrau 30 Durchgängige Farbrichtungen, aber unterschiedliche Akzentflächen Good bye, Kasernen-Look! Neuer Glanz: Aus Wohnkasernen der US-Streitkräfte wurden begehrte Mehrfamilienhäuser mit frischen Fassaden. 31 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Ton angeben statt nur mitmischen – die Caparol Trendfarben 2017 Wie sehen die aktuellen Farbtrends aus? Welche Kombinationen und Nuancen bestimmen in diesem Jahr die Innenraumgestaltung? Eine gute Anregung liefern hier die aktuellen Caparol Farbwelten. Sie kombinieren vertraute mit neuen Farbtönen – und machen damit Lust auf schöne, individuelle Stimmungen. Die aktuellen Caparol Farbwelten sind vor allem geprägt von zeitlosen Werten wie Natürlichkeit, Ruhe und Einfachheit. Bräunliche und erdige Farben wie Terrakotta, Schilf und Khaki geben den Ton an – mal intensiver, mal zurückhaltender. Dazu kommen zarte Pastelltöne, die für einen harmonischen Ausgleich sorgen: Gelb, Mint, Apricot und Schilf. Und warum nicht mal ein paar erfrischende Farbtupfer zwischendurch, zum Beispiel mit Senf und Anthrazit? Abgerundet wird das Ganze durch Blau und Rot: der eine Farbton, Blau, angenehm kühl und frisch, der andere, Rot, charmant-verheißungsvoll und in jeder Nuance ein optischer Genuss. Elegantes Comeback: Braun und Cognac Braun feiert sein Comeback – aber in Form einer eleganten Cognac-Nuance. Es hat den dunklen, schweren Charakter der 70er und 80er Jahre verloren und präsentiert sich warm, edel, natür- 32 Farbenfrohe Kombination: Der Flyer und das Projektbuch „Caparol UNIKAT #1“ passen in jede Tasche und bieten eine gute Übersicht über die aktuellen Farbtrends. lich. Dazu gesellt sich ein leuchtendes, chem Verhältnis Farbtöne miteinander intensives Ultramarin. So neu und gestaltet werden, beeinflusst stark die spannend wurde das noch gar nicht ge- Raumwirkung und damit die atmosphä- sehen. Der Farbton selbst ist zwar nicht rische Anmutung. neu, wohl aber die Nuance in dieser Kombination. Die Kombination spielt Die dunkle Schwere, die den Stil der eine wichtige Rolle. Hier fließt auch die späten 1970er Jahre charakterisiert Proportion der Farbtöne ein. In wel- hat, entstand durch die Verbindung von Die Caparol Trendfarben 2017 Farbwelt 1: Blau, Terra und Khaki. Braun mit gedämpftem Orange und Oliv sowie der proportionalen Verteilung an Wand und Decke. Das war in Aktuelles Terrakotta: alles andere als mediterran! den 70er und 80er Jahren tongebend: Braun, wohin das Auge reicht. stil. Plötzlich ist Terrakotta wieder in. Das Neue daran? Es ist nun leicht und pastellig, ohne mediterrane Schwere. Das unterstützt ein helles Apricot. Für Ähnlich wie mit den Braun-Nuancen Frische und Modernität sorgen die der 70er und 80er Jahre verhält es sich Kombination mit einem kraftvollen Es ist also die aktuelle Interpretati- mit Terrakotta: Viele Jahre verkörperten Blau sowie ein Wanddesign im Retro- on, die das Neue bei Trendfarbtönen Material und Farbton die hiesige Sehn- Stil mit grafischen Mustern und geome- ausmacht. sucht nach dem mediterranen Lebens- trischen Formen. Farbwelt 2: Mint, Gelb und Apricot. 33 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Pastellgelb erfährt grafische Klarheit und Kühle Cognac fasziniert mit intensivem Blau ton. Er fängt die Eleganz der Farbwelt Helles, leicht-zitroniges Pastellgelb wird Das neue Cognac-Braun wirkt besonders jetzt kombiniert mit Mint und dunklem, reizvoll in Verbindung mit einem dunk- warmem Grau. Diese Interpretation er- len, intensiven Nachtblau. Die Kombina- Ton in Ton mit einem gewissen „Extra“ zeugt Kontraste mit grafischer Klarheit tion mit einer hellen, neutralen Grau- und Kühle. Eine ganz neue Wirkung, die Nuance nimmt die Schwere und bringt Ein feines, dezentes Ambiente bewirken man von sanften Pastelltönen so nicht das warmtonige Cognac zum Leuchten. Kombinationen, die teilweise Ton in Ton kennt und eher skandinavisch anmutet. Hinzu kommt ein heller, senfiger Gelb- gehalten sind. Dadurch entsteht eine Farbwelt 3: Blau und Gelb. 34 auf und verleiht ihr einen leichten, unbeschwerten Touch. Die Caparol Trendfarben 2017 Farbwelt 4: Rot und Schilf. atmosphärische Harmonie. Weiterhin wird ein intensives Sorbetrot neben seine hellere Schwester platziert – einer weich Die neuen Farbwelten auch zum Mitnehmen abgesofteten Pastellvariante. Ein mildes, Oberflächen-Gestaltung und vieles mehr. Dazu bietet es viel Platz für Projekte, Gedanken und Ideen – die mit den beigefügten Farbkarten gleich ausprobiert natürliches Schilf rundet die Kombination Wer mehr über die aktuellen Caparol ab und sorgt so für das gewisse Extra. Farbwelten wissen möchte, findet im Die Komposition wird dabei von einem neuen handlichen Projektbuch „Caparol gebrochenen Weiß abgerundet, das die üb- UNIKAT #1“ alles zusammengefasst: die rigen Töne zum Strahlen bringt und ihnen neuesten Farbtrends, Kombinationen, Es ist erhältlich im Caparol-Shop: Kontur verleiht. Objektbeispiele, jede Menge Tipps zur www.caparol-shop.de/unikat • werden können. 35 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Ein Gesicht, das Geschichten erzählt Eine alte Dame zieht in Mannheim derzeit alle Blicke auf sich. Seit dem Sommer 2016 blickt „Vera“ von einem Hochhaus in der Brandenburger Straße in die Ferne. Von Nord-Osten kommend fällt das eindrucksvolle Porträt unweigerlich ins Auge. Doch nicht nur die schiere Größe des 43 Meter hohen Murals beeindruckt, sondern auch die Ausdruckskraft eines Gesichts, das unübersehbar vom Leben gezeichnet ist. Hinter dem Werk steckt Künstler Hend- heim, das Stadt.Wand.Kunst initiiert hat: kümmerten sich dagegen Industrieklette- rik Beikirch, der sich mit seinen weltweit „Ein Wandgemälde in dieser Dimension rer, die sich vom Hausdach abseilten. zu findenden, überlebensgroßen Porträts bringt alleine einen personalen Aufwand einen Namen gemacht hat. Er will Gesich- mit sich, den wir bei früheren Arbeiten ter zeigen, die Geschichten erzählen, und so nicht hatten“, sagt er. „Aber dafür so ein Gegenüber zur anonymen, urbanen haben wir jetzt nicht nur ein Werk eines Masse schaffen. Das Porträt von „Vera“ echten Graffiti-Urgesteins in Mannheim, zeichnete Beikirch auf einer Reise durch sondern unseres Wissens nach auch noch Nun war Künstler Hendrik Beikirch an Sibirien. Im Rahmen des Stadt.Wand. das größte Mural Deutschlands.“ Zu der Reihe: Er hatte zunächst am Computer Kunst-Projekts, das die Stadt in eine öf- Beginn der Arbeiten wurde zunächst die simuliert, wie die Skizze auf dem Gebäude fentliche Galerie verwandeln will, brachte Blechfassade gereinigt und angeraut. Als wirken würde. Und übertrug sie dann – teils er es nun nach Mannheim. Der größte Grundierung kam Capacryl Haftprimer mit der Spraydose, teils mit Farbrolle und Reiz dabei war für ihn, eine Gestaltung zu zum Einsatz. Es folgten eine Zwischen- Amphibolin – frei Hand und in tausend- entwickeln, die mit der besonderen Archi- und die Schlussbeschichtung mit Caparol facher Vergrößerung auf die Fassade. Die tektur des Gebäudes harmoniert. Amphibolin. Die Betonflächen wurden Arbeiten an dem Gebäude blieben nicht mit CapaGrund Universal grundiert und unbemerkt. Von „zum Fürchten“ bis hin zu ebenfalls zwischen- und schlussbeschich- „ein Meisterwerk“ waren alle Meinungen tet mit Amphibolin. Insgesamt kamen bei vertreten. Das Gebäude gehört zum Bestand dem Projekt etwa 120 Liter Haftprimer der Wohnungsbaugesellschaft GBG Mann- für die Grundierung der Blechfassade und heim. Deren Bereichsleiter Unternehmens- Mehr als 60 Beteiligte trugen ihren Teil 550 Liter Amphibolin zum Einsatz. Die kommunikation, Christian Franke, sagt: zu dem Mammutprojekt bei, das über reine Fläche stellte die Beteiligten nicht „Viele Bewohner sind von dem Kunstpro- ein halbes Jahr Vorbereitungs- und einen vor große Herausforderungen – wohl jekt überzeugt und stolz darauf, dass wir Monat Umsetzungszeit beanspruchte. aber die Höhe des Gebäudes: Die unteren es an dieser Stelle Mannheims realisieren Die Koordination aller Beteiligten lag zwei Drittel des mächtigen Wohnblocks konnten. (...) Der Künstler stand immer bei Projektleiter Sebastian Bader vom bearbeiteten sie von 30-Meter-Hubstei- bereit, wenn er gefragt wurde. Das wurde Kulturzentrum Alte Feuerwache in Mann- gern aus. Um das obere Gebäudedrittel sehr positiv aufgenommen.“ • Das vermutlich größte Mural Deutschlands 36 Die Herausforderung lag in der Höhe Ein Gesicht, das Geschichten erzählt Christian Franke, GBG-Bereichsleiter Unternehmenskommunikation: „Die Wohnungsbaugesellschaft GBG Mannheim beteiligt sich am Stadt.Wand.KunstProjekt, weil sie nicht nur Raum zum Wohnen bietet, sondern auch für mehr Lebensqualität in Mannheim sorgen möchte.“ Foto: Alexander Krziwanie 37 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen Die gute Nachricht für alle, die an mehr Behaglichkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit interessiert sind: Die Sanierung von Außenwänden mit Wärmedämm-Verbundsystemen ist problemlos im Rahmen der EnEV möglich! Die EnEV 2014 ist am 01.05.2014 Ausbau und Fassade Baden-Württemberg Nach derzeitiger Auslegung der EnEV in Kraft getreten und gilt seit dem hat sich die Projektgruppe EnEV der Bau- darf ein WDVS auf einen vorhandenen, 01.01.2016 mit Verschärfungen. Sie ent- ministerkonferenz mit der Auslegung der intakten und tragfähigen Altputz in hält im Vergleich zur Vorgängerfassung, aktuellen Anwendungsbereiche beschäf- bestimmten Fällen ohne Einhaltung der der EnEV 2009, geänderte Anwendungs- tigt. Mitgeteilt wurde, dass der Einbau EnEV-Vorgaben angebracht werden (siehe bereiche an bestehenden Außenwänden. von Dämmplatten eines WDVS nicht in Infografik). Auch ein intakter Putz darf den Geltungsbereich der Anlage 3 Nr. 1a mit einer Armierungslage und Oberputz Nachdem 2009 bereits Innendämmungen („… Bekleidungen in Form von Platten überarbeitet werden. Muss der Altputz und das Ausfachen von Fachwerkwän- oder plattenartigen Bauteilen …“) fällt. jedoch abgenommen werden, weil er z.B. den herausgenommen wurden, ist in der Nur wenn der Außenputz erneuert wer- nicht tragfähig oder aus materialverträgli- aktuellen EnEV auch der Einbau von den muss und ein WDVS nach Abnehmen cher Sicht nicht überarbeitbar ist, müssen Dämmschichten entfallen. Auf Anfrage des Altputzes aufgebracht wird, muss die die EnEV-Vorgaben (in betroffenen Teil- des Fachverbandes der Stuckateure für EnEV angewendet werden. flächen) eingehalten werden. U-Wert der Außenwand Bereich wirtschaftlich 0,400 WDVS in W/(m2 · K) U-Wert der Außenwand mit 0,500 geboten bis ökonomisch optimal 0,300 Ausgangs-U-Wert der Wand 0,200 1,8 W (m2·K) 0,100 Ausgangs-U-Wert der Wand 1,4 W (m2·K) 0,000 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 Dämmschichtdicke in cm bei A = 0,035 W/(m2·K) 38 Ausgangs-U-Wert der Wand 1,0 W (m2·K) EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen Schematische Darstellung einer Sanierung mit WDVS nach EnEV Sanierung einer Außenwand durch WDVS oder Putzreparatur/Putzerneuerung für Gebäude im Bestand nach Anlage 3 Punkt 1 EnEV 2014 Außenwände wurden vor dem 31.12.1983 errichtet und/oder entsprechen nicht den energiesparrechtlichen Vorschriften nach dem 31.12.1983 (2. WSchVO) JA NEIN Außenputz ist intakt oder Sanierung auf weniger als 10 % der keine EnEV-Vorgaben JA gemäß Anlage 3 gesamten Außenwandfläche NEIN EnEV: Außenputz muss auf mehr als 10 % der Außenwandfläche ersetzt, großflächig oder vollständig abgenommen werden WDVS mit Dämmstoffdicke nach Ermessen des Bauherrn, z.B. nach Betrachtung zur Wirtschaftlichkeit der Dämmung in Bezug auf Heizkostenersparnis WDVS mit Dämmstoffdicke nach baulichen Besonderheiten sowie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten (Dachüberstand, Fensterbänke, Anbauten etc.) kein WDVS? --> neue Armierung und Oberputz EnEVNachweise Ausnahmen und Befreiungen gemäß §§ 24-25 EnEV - WDVS-Dämmstoffdicke gemäß U-Wert nach Bauteilnachweis (U ≤ 0,24 W/(m²·K)) - ggf. KfW-Förderung möglich (U ≤ 0,20 W/(m²·K)) - WDVS-Dämmstoffdicke gemäß Gebäudebilanzierung nach Referenzgebäudeverfahren (1,4-facher Jahresprimärenergiebedarf bzw. Transmissionswärmeverlust) - ggf. KfW-Förderung möglich 39 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Die Anwendung der EnEV ist weiterhin Bauliche Gegebenheiten wie Anbauten nur erforderlich, wenn mehr als 10 % und Fremdmontagen, Fensteranschläge der gesamten Putzaußenwandfläche etc. müssen bei einer Beratung berück- überarbeitet werden sollen. Der Min- sichtigt werden. Folgekosten von Fassa- destwärmeschutz nach DIN 4108-2 dendämmungen, wie der Einbau neuer muss natürlich weiterhin beachtet Fensterbänke, oder Kostensubstitution werden. Die energetische Qualität des durch Fördermittel können Entscheidun- Gebäudes darf sich nicht verschlechtern. gen beeinflussen. Die wirtschaftlichste Dämmstoffdicke? Zusammenhänge berücksichtigen! Die Ermittlung der wirtschaftlichsten Dämmstoffdicke kann z.B. durch einen Daraus ergeben sich für die Beratung Eines ist sicher: Gedämmte Außenwände Energieberater berechnet werden. Ein- von Planern und Bauherren neue Mög- senken nicht nur laufende Kosten für flussfaktoren sind z.B. lichkeiten: Ein WDVS kann den bauli- Energie: - der Flächenanteil der Fassade und chen Gegebenheiten sowie den energetischen und wirtschaftlichen Möglich- • Der Verbrauch meist endlicher anderer wärmeumfassender Bauteile keiten entsprechend optimal geplant Energieträger wird gesenkt - der Ausgangszustand der wärme- werden, ohne die Auflagen der EnEV • Die Umwelt wird entlastet umfassenden Bauteile zu erfüllen. Bei der Beratung ist eine • Die Behaglichkeit in den Wohnungen - geplante Einzelmaßnahmen oder Orientierung auf eine optimale Dämm- wird gesteigert Maßnahmenpakete (Fassade mit stoffdicke ohne Kenntnis der Bausub- • Die Schimmelgefahr wird minimiert WDVS + Fenstererneuerung + Dach- stanz kaum möglich: Je schlechter die • Die Außenwand wird vor hygro- dämmung + Heizungsoptimierung) Substanz, desto früher amortisiert sich thermischen Einflüssen geschützt - Nutzung des Gebäudes die Fassadendämmung insbesondere • Das optische Erscheinungsbild - Entwicklung von Energiepreis und unter Beachtung der Sowieso-Kosten. wird aufgewertet Kapitalzins Witterungsbedingungen und Nutzungs- • Der Wert der Immobilie wird erhöht Der U-Wert der Außenwand wird durch gewohnheiten, auch die Entwicklung der Kosten für Energieträger und -technik Somit ist offensichtlich: Es bleiben die ersten cm Dämmstoff am meisten oder Baupreise beeinflussen die Wirt- genug gute Argumente für die Dämmung beeinflusst. Ein niedriger U-Wert führt schaftlichkeit. von Außenwänden mit WDVS! zu höheren Wandinnentemperaturen. Jährliche Endenergieeinsparung in kWh/a bei Ausgangs-U-Wert der 10000 8000 in kWh/a Jährliche Endenergieeinsparung U-Wert der Ausgangskonstruktion Wand 1,8 W/(m2·K) 6000 4000 Jährliche Endenergieeinsparung in kWh/a bei Ausgangs-U-Wert der 2000 Wand 1,4 W/(m2·K) 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 Dämmschichtdicke in cm 40 Jährliche Endenergieeinsparung in kWh/a bei Ausgangs-U-Wert der Wand 1,0 W/(m2·K) EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen • Je höher der U-Wert der Ausgangs- - Herstellung von Anschlüssen an WDVS haben eine lange Nutzungsdauer. konstruktion ist, desto größer ist die Fenster, Fremdeinbauten etc. So kommen das Fraunhofer Institut für potenzielle Energieeinsparung durch - Verklebung der Dämmstoffe, Bauphysik in Holzkirchen und das Insti- Armierung, Oberputz und ggf. tut für Bauforschung in Hannover in Anstrich ihren Untersuchungen übereinstimmend ein WDVS • Soll eine Fassade einmal überarbeitet zu dem Ergebnis, dass sich Außenwände werden, fallen unabhängig von der Der Preis der Dämmstoffe pro cm Dicke mit WDVS hinsichtlich der Schadens- Dicke der Dämmung Kosten an, z.B.: ist im Vergleich zu den Sowieso- und anfälligkeit auch über einen längeren - Gerüststellung, Baustelleneinrichtung, Gesamt-Erstellungskosten eines WDVS Zeitraum nicht von normalen Putzfassa- Demontagen + Montagen den unterscheiden. Standzeiten bis zu 40 niedrig. Jahren sind keine Seltenheit. • -Untergrundvorbereitungen Ökologische Aspekte bei der Fassadendämmung Herstellung Dämmplatte Der Herstellungsprimärenergieaufwand liegt bei 388 kWh bis 611 kWh (38 – 60 Liter Heizöl) je Kubikmeter Styropor. Mit 1 m3 können bei einer Dämmstoffdicke von 10 cm 10 m2 Fassade gedämmt werden. „Die Unterschiede der aufzuwendenden Primärener­ gien resultieren aus den unterschiedlichen Rohdichten der Produktuntergruppen.“ [2] Beispiel für eine Fassadendämmung [1] • Typisches Wohnhaus der Gebäudealtersklasse 1968 bis 1979 • Bei einem Standard-Zweifamilienhaus mit 160 m² Wohnfläche und 215 m² Außenwände (U = 1,4 W/m²·K) beträgt die Heizenergieeinsparung bei der Sanierung (U = 0,28 W/m²·K) mit EPS Dämmstoffdicke 10 cm (Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/m²·K) ca. 19.000 kWh im Jahr (1.900 Liter Heizöl). • Ca. 21 m³ werden benötigt für die Fassade (10 cm Dämmstoffdicke). Der benötigte Primärenergieaufwand für die Herstellung von 21 m³ EPS beträgt ca. 10.300 kWh (1.030 Liter Heizöl). D.h., pro m³ Fassadendämmung werden ca. 900 kWh im Jahr eingespart (90 Liter Heizöl). • Nach ca. 7 Monaten amortisiert sich die Herstellungsprimärenergie. Anschließend werden pro Jahr ca. 19.000 kWh (1.900 Liter Heizöl) eingespart. Recycling Dämmplatte Wiederverwendungs-, Rückgewinnungs- oder Recyclingpotenzial liegt bei 114 kWh bis 145 kWh (12 – 15 Liter Heizöl) je Kubikmeter Styropor. [2] [1] A. Holm; C. Mayer; C. Sprengard: Kritische Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit von energiesparenden Wärmeschutzmaßnahmen, Bauphysik Februar 2016, Heft 1 [2] epd: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 (www.bau-umwelt.com/https://epd-online.com) 41 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Wo die Entspannung schon beim Parken beginnt Endlich Urlaub! Gibt es etwas Schöneres, als die Taschen packen und in die wohlverdiente Auszeit zu entfliehen? Leider beginnt der Aufenthalt in der Regel jedoch erst mal trist und grau: in der Tiefgarage. Schließlich entspricht die Gestaltung dort meist der Lage – sie ist schlicht unterirdisch. Hier setzt das Familotel Feldberger Hof im Hochschwarzwald einen erholsamen Gegenakzent. Der Eigentümer wollte für Familien ein Deckenanstrich zusätzlich verstärkt“, rung von Fahrspuren, Parktaschen und Erlebnis schon beim Parken schaffen, das beschreibt Bauleiter Ingo Görsmeier das Laufwegen trägt ebenfalls zur Attraktivi- zum Charakter dieser außergewöhnlichen belebende Ambiente, das Autofahrer tät und zu einem positiven Image bei. Hotelanlage passt. Für den ungewöhnlich im Feldberger Hof empfängt. Die drei fröhlichen Empfang sorgt nun das Kon- Parkebenen im Feldberger Hof verfügen zept der Caparol Farbdesignerin Petra über jeweils eigene Zu- und Ausfahrten. Ruhnau. „Sanfte, lichte Farbnuancen „Optisch unterscheiden sie sich dadurch, wechseln sich rhythmisch mit leuchtenden dass jeder Ebene ein eigener Hauptfarb- Einladendere Atmosphäre mit Zusatznutzen Tönen in vertikaler Streifung ab (...)“, be- ton zugeordnet ist. Diese Erkennungsfar- Ein gutes und wünschenswertes Gefühl schreibt Diplom-Designerin Petra Ruhnau be – Blau oder Grün oder Rot – kommt der Sicherheit lässt sich auch in älteren vom Caparol FarbDesignStudio in Ober- an den jeweiligen Stützen, Stirnwänden Parkhäusern und Tiefgaragen durch eine Ramstadt ihren Entwurf. Während die und Treppenhäusern in verschiedenen differenzierte farbliche Gestaltung der Decke mit der Universalfarbe Amphibolin Nuancen zum Einsatz. Im Zusammen- einzelnen Parkebenen erzeugen. Hand- weiß beschichtet wurde, wurden die Be- spiel von lichten Blaunuancen, die sich lungsbedarf besteht in jedem Fall. Die tonwände mit insgesamt 24 verschiedenen auf jeder Ebene wiederfinden, entstehen erdrückende Monotonie schier endloser Farbtönen differenziert. drei ganz unterschiedliche Atmosphären“, betongrauer Wände gilt es zu verwandeln: erläutert Petra Ruhnau ihr Konzept. Auf Wenn Planer und Architekten darauf Ebene B bestimmen Grüntöne das Bild achten, in Parkhäusern und Tiefgaragen von Gelbgrün über Pfefferminzpastell bis mit ausgesuchten Farben eine Willkom- hin zu sattem Tannengrün, wogegen ganz mensatmosphäre zu erzeugen, ist Parkgäs- Die helle Freude auf jeder Ebene oben auf Deck C eine maritime Farbstim- ten und Auftraggebern bestmöglich ge- „Unter drei Entwürfen (...) entschied mung mit türkisblauen bis petrolfarbigen dient. Jeder Autofahrer will sich von der sich der Bauherr für den mit den senk- Nuancen vorherrscht. Um Hotelgästen die Einfahrt bis zur Ausfahrt rundum gut und rechten Streifen. Besonders gefallen hat, Orientierung zu erleichtern, wünschte der sicher aufgehoben fühlen. Das sollte nicht dass durch die vertikale Ausrichtung des Hotelier, dass die Stirnwand auf allen drei nur Ziel zeitgemäßer Farbgebungskonzep- Musters die Parkdecks optisch höher Parkebenen den Farbton der Treppenhäu- te für Hotelgaragen sein. Dann beginnt wirken; ein Eindruck, den der weiße ser übernimmt. Die eindeutige Markie- die Erholung bereits bei der Ankunft! • 42 Wo die Entspannung schon beim Parken beginnt Vorher: Tristesse, wie man sie in jedem Parkhaus findet. Nachher: ein freundlicher, heller Empfang für die Kunden. Hier macht schon das Ankommen Spaß: Jeder Parkebene ist ein eigener Hauptfarbton zugeordnet. Viele Vorteile: Die verwendete Universalfarbe Amphibolin reduziert mit ihren hohen Reflexionswerten den Lichtbedarf und ist zudem besonders leicht zu reinigen. 43 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Lebensfreude pur: Bunte Farben im kubanischen Alltag Die Farben der Karibik: Eine ganze Palette leuchtender Colorationen präsentiert sich dem Besucher auf Kuba. (Fotos: Christoph Kronenberg) Wie bunt und lebensfroh sich Kuba bringt die Farben intensiv zum Leuch- immer einfachen Lebensumständen vielerorts präsentiert, möchten wir ten, jede Nuance, jede Schattierung auf Kuba die Oberhand behalten. Die Ihnen an dieser Stelle zeigen. Hier eine erfreut das Auge mit ihrer Leichtigkeit Kubaner scheinen alles immer ein wenig Fassade in Türkis, dort eine Veranda in und Buntheit. leichter zu nehmen – und alles ein wenig leuchtend Rot, daneben leuchtet sonni- fröhlicher zu gestalten. Ob sich diese ges Gelb – hier wirken die Gestaltungen Das Erstaunliche daran: Optimismus Lebensfreude auch auf hiesige Ver- der Häuser wie ein direkter Ausdruck und Lebensfreude wirken so durch und hältnisse übertragen ließe? Leuchtende einer geradezu überbordenden Lebens- durch in Land und Leuten verwurzelt, Farben scheinen jedenfalls schon mal freude und -lust. Die karibische Sonne dass sie scheinbar auch bei den nicht ein guter Anfang zu sein. • 44 WOBAU aktuell Neu und nobel: Klassizistische Wohlfühlatmosphäre Moderne Gestaltung mit klassischen Elementen: Im Inneren prägen helles und kräftiges Braun und eine satte Brombeerfarbe das Erscheinungsbild. Vor über hundert Jahren war das Kur- Hotel modern, dezent und einladend. Stuhlbezügen wieder. So ist jeder Raum haushotel von Bad Salzhausen, einem Helles und kräftiges Braun und eine farblich mit dem anderen verbunden. Stadtteil von Nidda, ein Treffpunkt der dominante Brombeerfarbe ziehen sich Im Foyer hängt nun ein Profilbild des High Society. Jetzt ist es wieder so weit: wie ein roter Faden durch das Sanie- hessischen Architekten Georg Moller, der Durch Umbauten und ein stimmiges rungskonzept. das dreigeschossige Gebäude im klassi- Farbkonzept hat das Haus inzwischen zistischen Stil vor 190 Jahren geschaffen an Wohlfühl-Atmosphäre gewonnen, In der Bar, einem fensterreichen hohen hat – in einem goldfarbenen Rahmen. Es so wie es Gäste und Tagungsteilnehmer Raum, dominieren dunkle, mit Mes- ist der Brückenschlag zwischen 2016 und von heute schätzen und erwarten. Der sing kombinierte Hölzer. Der aus Foyer dem Jahr 1826, in dem die Geschichte des klassizistische Charakter der Räume und Restaurant bereits vertraute rotlila Kurhaushotels begann. Jetzt ist es in der blieb erhalten, gleichzeitig wirkt das Brombeerton findet sich in den samtenen Neuzeit angekommen. • In neuem Glanz: Das von Georg Moller geschaffene Kurhaushotel von Bad Salzhausen wirkt dezent und prachtvoll zugleich. 45 WOBAU report Ausgabe 24 | 2017 Runder Geburtstag: Dr. Klaus Murjahn feiert 80. Geburtstag Der Seniorchef und Verwaltungsratsvor- Als Klaus Murjahn 1970 in das Fami- sitzende der DAW SE Dr. Klaus Murjahn lienunternehmen einstieg, waren etwa vollendete am 24. November 2016 sein 800 Mitarbeiter für die DAW tätig, der 80. Lebensjahr. Klaus Murjahn promo- Umsatz lag bei knapp 100 Millionen vierte an der Albert-Ludwigs-Universität D-Mark. Heute ist das Unternehmen in Freiburg und trat im April 1970 in mit rund 5.600 Mitarbeitern im In- und das Familienunternehmen ein. 1972 Ausland und einem Umsatz von jähr- wurde er persönlich haftender Gesell- lich über 1,3 Milliarden Euro Europas schafter der DAW und 1973 auch deren größter privater Baufarbenhersteller. Geschäftsführer. In den mehr als vier Besonders freut es Klaus Murjahn, dass DAW-Geschäftsleitung tätig. Im Juni Jahrzehnten seines beruflichen Wirkens der von langer Hand vorbereitete Ge- 2008 übernahm er den Vorsitz des Gre- hat Klaus Murjahn zusammen mit seinen nerationswechsel erfolgreich verlaufen miums. Damit ist die Zukunft der DAW Mitarbeitern den Ausbau des Unterneh- ist. Sein Sohn Dr. Ralf Murjahn ist in gesichert, die nun bereits in der fünften mens im In- und Ausland entscheidend seine Fußstapfen getreten und seit 2001 Generation als Familienunternehmen vorangetrieben. mit großem persönlichem Einsatz in der geführt wird. • BAU 2017: Vier starke DAW-Marken, ein inspirierender Auftritt Weithin sichtbar: Der DAW-Stand auf der BAU 2017 bot jede Menge Innovationen und bestand zum größten Teil aus vorhandenen und wiederverwerteten Materialien. Das war ein echter Hingucker auf der BAU tragen, stammten noch vom Messestand der Bedarf in allen Phasen und für alle Aufgaben 2017 vom 16. bis 21.1.2017 in München: BAU 2015. Auch hier stand Nachhaltigkeit bei der Realisierung eines Bauvorhabens Der gemeinsame Messestand von Caparol, im Vordergrund: So weit wie möglich wurde zur Seite stehen. Damit erhalten sie von der alsecco, Disbon und Lithodecor zog auch auf vorhandene und wiederverwertbare Ma- ersten Idee bis zum erfolgreichen Projektab- bei einem Publikum, das schon so einiges terialien zurückgegriffen. Die ihrerseits nach schluss alle Leistungen aus einer Hand, profi- gesehen haben dürfte, die Blicke auf sich. der Messe auch wieder verwendet werden. tieren vom gewerkeübergreifenden Know- Acht Säulen, jede fünf Meter hoch, aufge- Unter dem Motto „nachhaltig. inspirie- how aller vier Marken und können ihre baut aus Euro-Paletten, ragten wie Leucht- rend.“ präsentierten die vier DAW-Marken Entwurfsideen in hoher Qualität realisieren türme aus dem Messegeschehen. Sie waren Caparol, alsecco, Disbon und Lithodecor an – ein echter Mehrwert. Das PLUS-Konzept mit Exponaten bestückt und markierten ihrem Gemeinschaftsstand innovative Pro- spiegelte sich auch in einer hochwertigen die Ecken und Seiten auf der BAU 2017 in dukte für Fassade, Wand, Decke und Boden. Broschüre mit zahlreichen Top-Referenzen München. Die rauen Holzpaletten und teils Das PLUS-Konzept steht dafür, dass die vier wider, die am Messestand verteilt wurde. • rostigen T-Träger, die die zweite Standebene Vertriebsgesellschaften Projektpartnern bei www.plus.daw.de 46 Referenzobjekte WOBAU Referenzobjekte Seite 4-5: Bauherr: Gestaltung: Produkte: Fotos: Wohnsiedlung, Elmshorn Adlershorst Baugenossenschaft e.G., Norderstedt Caparol FarbDesignStudio WDV-System PRO, Akzentflächengestaltung: Glasmosaik Siliconharz-Fassadenfarbe ThermoSan Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Foto-Studio Penz Seite 10-11, 18-19: Bauherr: Produkte: Fotos: Niedrigenergiehaus-Siedlung, Bremen Gewosie Wohnungsgesellschaft, Bremen WDV-System PRO, Akzentflächengestaltung: Keramik-Fliesen Copyright Christian Gahl Seite 16-17: Bauherr: Betreiber: Produkte: Fotos: Wohn- und Geschäftshaus Bremerhaven MiaWell GmbH & Co. KG, Bremerhaven Weser-Pflegedienst betreutes Wohnen WDV-System PRO, Siliconharz-Fassadenfarbe AmphiSilan, Akzentflächengestaltung: Glasmosaik-Chips Copyright Christian Gahl Seite 25: Bauherr: Architekt: Westside Tower, Frankfurt Revitalis Erste Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg MPP Meding Plan + Projekt GmbH, Hamburg (LP 5-9); msm meyer schmitz-morkamer, Frankfurt (Entwurfsverfasser, LP 1-4) WDVS PRO Extra und CARBON Extra, Lithoboard-System Naturstein, ThermoSan NQG Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Claus Graubner Produkte: Fotos: Seite 27-29: Bauherr: Architekt: Produkte: Fotos: Erweiterungsbau DAW-Firmenzentrale, Ober-Ramstadt DAW SE, Ober-Ramstadt Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth Naturstein-Leichtfassade Airtec Stone; Innenfarbe: Indeko-plus, PremiumColor; Lack: Capacryl PU Satin; Lasur: Capadur Greywood; Capadur DecorLasur; Akustik: Capacoustic Melapor; DAW SE Seite 31: Bauherr: Architekt: Farbberatung: Produkte: Fotos: Konversionsprojekt Lincolnsiedlung, Darmstadt Bauverein AG, Darmstadt Architekturbüro Rosemarie Schorr, Rödermark Caparol FarbDesignStudio Siliconharz-Fassadenfarbe Muresko Silacryl, Caparol 3D-Farbtonkollektion Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Blitzwerk Seite 37: Bauherr: Produkte: Foto: Wohnhochhaus mit „Vera“, Mannheim GBG-Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH, Mannheim Universalfarbe Amphibolin Alexander Krziwanie Seite 43: Bauherr: Produkte: Fotos: Familotel Feldberger Hof, Hochschwarzwald Familotel Feldberger Hof, Feldberg Universalfarbe Amphibolin Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek Seite 45: Bauherr: Architekt: Produkte: Fotos: Kurhaushotel Bad Salzhausen, Nidda Hans-Jürgen Eckhardt, Nidda Dipl.-Ing. Stefanie Lehmann, Oldenburg Innenfarbe Malerit, Capadecor Metallocryl Interior Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Blitzwerk 47 Impressum WOBAU report Informationen für Wohnungsbauunternehmen und Planer Herausgeber: DAW SE Redaktion: Falk Böhm DAW SE Telefon: 0 61 54 / 71- 71 528 Roßdörfer Straße 50 E-Mail: [email protected] 64372 Ober-Ramstadt CK · 06/17 · 931997 Redaktionsanschrift: Oliver Junglas