WOBAU report

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WOBAU report
Ausgabe 24 | 2017
Fokus-Thema:
Smart
Home
Haus voller Farberlebnisse
Trendfarben 2017
EnEV
Die DAW SE erhält eine
Schöne Töne: die neuen
Aktuelle detaillierte
neue Firmenzentrale
Caparol Farbtrends
Informationen
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
NO 111
PAULA'S KITCHEN
Leuchtendes Apricot-Pink. Avantgarde-Chic. Eine Hommage an die
Farbe der Küche, in der 2013 die
Idee zu unserer Caparol Icons
Farbenkollektion von Annika
Murjahn und Dr. Paula MacedoWeiß geboren wurde.
02
Editorial
Technik, übernehmen Sie!
Wie werden wir morgen wohnen? Schaut man sich einen Trend der Wohnungswirtschaft
an, scheint die Antwort fast sicher: deutlich „smarter“ als heute. Wir werden weniger Energie
verbrauchen, mehr Komfort genießen und uns dazu in unserem Zuhause auch noch sicherer fühlen. Doch was ist dran an den Verheißungen des immer stärker digitalisierten Alltags?
Wir widmen uns ausführlich diesem Thema und versuchen, einen aktuellen Stand darzustellen.
In seinem Kommentar stellt Professor Dr. Carsten Zahout-Heil von der Hochschule Darmstadt, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Smart Home“ befasst, im Anschluss die
Frage, wer denn eigentlich ein solches braucht. Die kluge Antwort liefert er gleich mit.
Völlig neu und überraschend präsentiert sich ein ganz anderes Thema: die aktuellen Caparol
Trendfarben. Hier finden Farbtöne zusammen, die man nicht unbedingt nebeneinander vermutet hätte – andere aus der Vergangenheit wohlvertraute Farbtöne zeigen sich in absolut
zeitgemäßer Form. So machen Trends nicht nur Spaß, sondern auch ganz einfach wieder
Lust auf frische Farbe.
Die neue Firmenzentrale ist eine Sache – was dort an Gedanken drinsteckt und welche Aspekte wie berücksichtigt wurden, eine ganz andere. Aus diesem Grund stellen wir die neue
DAW SE Firmenzentrale vor. Und zeigen, wie neben vielem anderen die Firmengeschichte
und die Wünsche der Firmeninhaber gleichermaßen umgesetzt wurden.
Darüber hinaus gratulieren wir: Dr. Klaus Murjahn – zu seinem 80. Geburtstag, stellen das
vermutlich größte Wandporträt Deutschlands dar, berichten über den starken DAW Auftritt
auf der BAU 2017 und zeigen, wie Tiefgaragen alles andere als unterirdisch aussehen
können.
Dabei wünschen wir Ihnen auch dieses Mal wieder eine unterhaltsame und informative Lektüre!
Falk Böhm
DAW Objektmanagement
03
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Inhaltsverzeichnis
Fokus-Thema: Smart Home
06
Automatisch besser wohnen?
Ansichtssache: Wer braucht eigentlich ein Smart Home?
22
Kommentar von Prof. Dr. Carsten Zahout-Heil
In jeder Hinsicht herausragend
24
Der Westside Tower in Frankfurt am Main
Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale
26
Die DAW SE erhält eine neue Firmenzentrale
Good bye, Kasernen-Look!
30
Wie aus einer militärischen Zone attraktive Mehrfamilienhäuser wurden
Die Caparol Trendfarben 2017
Schöne Töne: die aktuellen Farbtrends
04
32
Inhalt
Alles andere als eintönig: Im schleswig-holsteinischen Elmshorn wurde ein Wohngebäude der Adlershorst Baugenossenschaft e.G.
Norderstedt an einer markanten Ein- und Ausfahrtstraße im Rahmen einer Modernisierung mit einem auffällig gestalteten WDVS ausgerüstet. Verschiedene Elemente aus Glasmosaik sorgen für eine hochwertige Optik und eine hohe Individualität.
Ein Gesicht, das Geschichten erzählt
36
Fassade mit neuen Augen: das wahrscheinlich größte Mural Deutschlands
EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen
38
Problemlos möglich: die energetische Sanierung der Außenwände im Rahmen der EnEV
Wo die Entspannung schon beim Parken beginnt
42
Tiefgarage mal anders
WOBAU aktuell
44
Dr. Klaus Murjahn feiert 80. Geburtstag, Nachlese BAU 2017, neugestaltetes Wohlfühl-Hotel
WOBAU Referenzen
47
Alle Referenzen auf einen Blick
05
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Smart Home – automatisch
besser wohnen?
Das Thema Smart Home soll vieles erleichtern und verspricht eine Menge Annehmlichkeiten. Doch nicht nur das: Es soll dazu Wohnungen auch sicherer machen und zu einer
höheren Energieeffizienz beitragen, eventuell sogar einen großen Schritt hin zur Energiewende ermöglichen. Doch sieht so wirklich die Zukunft des Wohnens aus? Wie „smart“
ist Smart Home wirklich? Und wie stehen die Chancen, dass es sich auf breiter Front
durchsetzt? Wir wagen eine Bestandsaufnahme.
Von Peter Zimmer
Ein vollautomatisches Zuhause. Mit
wie nach Sicherheit und nicht zuletzt
licher und somit erstmals für die breite
einem Kühlschrank, der selbstständig
Energieeffizienz, wozu die in den letzten
Öffentlichkeit interessant. In diesem
Milch ordert, wenn sie alle ist. Mit
Jahren verstärkt geführte Nachhaltig-
Zusammenhang spielt auch das „Inter-
einer Beleuchtung, die jeden Raum in
keitsdebatte und nicht gerade stabile
net der Dinge“ (oder englisch Internet
ein angenehmes Licht taucht, sobald
Energiekosten einen deutlichen Beitrag
of Things, häufig abgekürzt als IoT)
man ihn betritt. Und einer Heizung, die
geleistet haben. Gleichzeitig steigt die
eine immer größere Rolle. Dieser Begriff
immer für die perfekte Wohlfühltem-
Verbreitung von tragbaren internetfä-
besagt, dass mehr und mehr Geräte mit
peratur sorgt – und sie bei Abwesen-
higen Geräten wie Smartphones und
immer kleineren Miniatur-Computern
heit zusammen mit den Energiekosten
Tablets beständig an – wodurch sich die
ausgestattet werden können, die einen
automatisch runterfährt. Wünsche
Funktionen eines Smart Home bequem
Austausch mit dem Internet ermöglichen
dieser Art gibt es schon länger, doch
per App mobil steuern lassen und nicht
und so aktuelle Daten jeglicher Couleur
jetzt scheinen sie zusammen mit vielen
mehr auf ein an der Wand angebrachtes
liefern können. Gleichwohl bereitet
anderen Annehmlichkeiten in immer
zentrales Steuerungs-Panel beschränkt
gerade dieser Aspekt denjenigen Anlass
greifbarere Nähe zu rücken. Interes-
sind. Neue Funkübertragungsprotokolle
zur Sorge, die sich um den Datenschutz
sierten sich für dieses Thema unter dem
sorgen überdies dafür, dass sich immer
Gedanken machen – dazu später mehr.
ein wenig bieder daherkommenden
mehr Geräte im Haushalt nicht nur
Schlagwort „Heimautomation“ bis vor
kabellos ansteuern lassen, sondern auch
einigen Jahren höchstens eine Handvoll
über ihren aktuellen Zustand konkrete
Computernerds oder Superreiche, so
Rückmeldung geben. Damit erkennt der
können sich für das deutlich griffigere
Benutzer beispielsweise, dass das Licht
„Smart Home“ immer mehr Menschen
in einem Raum angeschaltet ist, ohne
Eine gute Annäherung an das Thema
begeistern. Das hat mehrere Ursachen:
dass er extra nachsehen muss, die Lampe
Smart Home liefert der Blick auf den
Zum einen wächst bei vielen Menschen
„meldet“ es ihm. Das macht Smart
aktuellen Stand der Technik. Dazu findet
das Bedürfnis nach Komfort, ebenso
Home-Technik deutlich benutzerfreund-
sich auf der Seite www.homeandsmart.de
06
Nicht alle Geräte
verstehen sich
Smart Home
Die Zukunft in der Hand: Mit immer ausgeklügelteren Geräten und Systemen lässt sich moderne Smart Home-Technik bequem vom Smartphone aus steuern.
07
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Kinderleicht: die Smart Home-Steuerung mit dem Busch-ComfortPanel®.
08
Foto: Busch-Jaeger
Smart Home
folgender Text: „Jedes Smart Home
Richtung offene Smart Home Systeme,
(Quelle: https://www.homeandsmart.de/
System hat ein Herzstück: Die Smart
die herstellerübergreifend kompatibel
was-ist-ein-smart-home)
Home Zentrale (...), mit der die unter-
sind. (...) Die Wahl der Smart Home
schiedlichen smarten Geräte verbunden
Basisstation ist also ausschlaggebend
Aber warum existieren überhaupt verschie-
und per Computer, Smartphone oder
dafür, welche Produkte und Teilsysteme
dene Funkstandards parallel nebeneinan-
Tablet gesteuert werden können. Jede
Sie in Ihr Smart Home System integrie-
der? Es wäre doch denkbar, alle Geräte,
Smart Home Zentrale spricht eine oder
ren können. Neben der Kompatibilität
die für ein Smart Home verwendet werden,
mehrere Funk-,Sprachen‘, z.B. WLAN
spielen natürlich auch die Kosten für
einfach über Bluetooth und WLAN mitei-
oder Bluetooth. (...) Einige Herstel-
das smarte Ökosystem eine Rolle bei der
nander zu koppeln – zwei Übertragunssys-
ler, wie innogy Smarthome oder eQ-3
Kaufentscheidung. (...) Beim Kauf der
teme, wie sie mittlerweile ohnehin in einem
HomeMatic, setzen auf ein eigenes
Smart Home Zentrale lohnt es sich also
Großteil der Haushalte vorhanden sind.
Funkprotokoll. Diese geschlossenen
einen Testvergleich und Erfahrungsbe-
Doch diese Funkstandards wurden nicht
Smart Home Zentralen können nur die
richte heranzuziehen, damit Sie genau
für das „Internet der Dinge“ entwickelt.
Komponenten des jeweiligen Herstellers
wissen, wie sich das Smart Home System
Die zwei zentralen Punkte sind hier die
oder der Kooperations-Hersteller einbin-
gestalten lässt und welche Kosten auf Sie
Reichweite und der Stromverbrauch. Ein
den. (...) Das schränkt den Verbraucher
zukommen. Tipp: Auch die weit verbrei-
dauerhaft aktives WLAN verfügt zwar
in der Auswahl der Smart Home Geräte
tete Fritz!Box (...) kann als Smart Home
über eine vergleichsweise hohe Reichweite,
zwar ein, eine höhere Sicherheit und
Zentrale dienen. Die erhältlichen Kom-
verbraucht jedoch auch viel Energie. Blue­
ein reibungsloses Zusammenspiel der
ponenten sind aber noch überschaubar.
tooth benötigt zwar wesentlich weniger
Komponenten sollen das aber entschädi-
Für einen schnellen Einstieg ins Smart
Energie, dafür reichen seine Signale gerade
gen. Trotzdem bewegt sich der Trend in
Home trotzdem eine Überlegung wert.“
einmal ein paar Meter weit.
Mit Steuerung über die dazugehörige App: Das Busch-DigitalRadio nutzt eine Unterputzdose und fügt sich ins Design der gewünschten Schalterserie ein.
Foto: Busch-Jaeger
09
Wer schon einmal versucht hat, sein
Mit dem digitalStrom-Netzwerk halten
Smartphone via Bluetooth mit einem Ge-
sich der Aufwand und die Kosten für die
rät zu verbinden, das sich nicht im selben
Installation in überschaubaren Grenzen,
Raum befand, wird das bestätigen kön-
da es bereits existierende Stromleitungen
nen. Darum gibt es eigens für die Ausstat-
für den Transport der Daten benutzt. Das
tung eines Smart Home entwickelte Funk-
Einzige, das hierfür getauscht werden
standards: Diese senden Signale mit der
muss, sind die Unterputz-Module an
benötigten Reichweite und fahren oftmals
Leuchten und Steckdosen. Da im Gegen-
den Energieverbrauch herunter, wenn sie
satz dazu das KNX-System gut und gerne
nicht benötigt werden. Eine interessante
mit mehreren zehntausend Euro zu Buche
(Weiter-)Entwicklung der Energiefrage
schlägt, ist es lediglich bei Neubauten
kennzeichnet in diesem Zusammenhang
interessant. Flexibel verlegte Leitungen
beispielsweise Enocean, einen vor allem
lassen sich bei diesem System an das
in der Überwachung und Steuerung von
jeweilige Smart Home-System anpassen.
Haus- und Gebäudetechnik genutzten
herstellerübergreifenden Standard für
batterielose Funksensorik. Dieses System
wurde so konzipiert, dass die benötigte
Jede Menge Vorteile,
aber nicht nur
Energie aus dem bloßen Knopfdruck
am Gerät gespeist wird. Sprich: Die
Doch wie verschafft man sich nun einen
entsprechenden Sensoren und Schalter
Überblick über das Angebot? Und wie
arbeiten überwiegend batterielos. Damit
und nach welchen Kriterien könnte eine
kommt beispielsweise die Fernbedienung
individuelle Ausstattung und -rüstung
ganz ohne Batterien aus. Mit anderen
der eigenen vier Wände zusammenge-
Funkstandards (ZigBee und Z-Wave)
stellt werden? Dazu erscheint es ratsam,
lassen sich sogenannte Mesh-Netzwerke
sich zunächst grundsätzliche Vor- bzw.
aufbauen: Z-Wave- oder ZigBee-Geräte,
Nachteile der einzelnen Systeme und
die am Stromnetz angeschlossen sind,
Standards zu betrachten. Generell lässt
bilden Zwischenbrücken. So ermöglichen
sich Folgendes festhalten: Je „offener“,
sie es, dass Funksignale ohne den Umweg
d.h. unverschlüsselter ein System arbei-
über die Zentrale direkt an weitere Smart
tet, desto leichter und bequemer lässt es
Home-Geräte weitergeleitet werden.
sich mit den verschiedensten Kompo-
Die Folge ist eine deutlich verbesserte
nenten verbinden – auch für den Laien,
„Verständigung“ zwischen den einzelnen
der Grundkenntnisse in der Bedienung
Komponenten.
digitaler Geräte mitbringt. Gleichzeitig
steigt jedoch die Anfälligkeit solcher
Doch auch die gute alte Leitung eignet
Systeme gegenüber Zugriffen von außen,
sich, um Daten zu transportieren: Bussys-
da sich durch das niedrigere Verschlüs-
teme greifen alternativ zu den kabellosen
selungs-Niveau gegenüber proprietären,
Systemen auf fest installierte Leitungen
d.h. herstellereigenen Funksystemen
zu. Gegenüber den in vielen Augen etwas
Daten leichter abgreifen lassen.
zeitgemäßer erscheinenden schnurlosen
10
Varianten präsentieren sich diese Systeme
Was das konkret bedeuten kann, ver-
deutlich zuverlässiger, energiesparender
deutlicht ein Fall eines Herstellers von
und nicht zuletzt auch sicherer. Zu den
Smart Home-Systemen, der in einer
am weitesten verbreiteten Varianten zäh-
Ausgabe des „c‘t“-Magazins aus dem
len hier das digitalStrom-Netzwerk und
Oktober 2016 eindrucksvoll beschrieben
das KNX-Bussystem.
wurde: „Hersteller von Smart-Home-
Smart Home
Passivhaus-Standard in der Wohnungswirtschaft: Starke grüne Farbakzente sorgen für ein stimmiges Erscheinungsbild – optisch und inhaltlich. Foto: Christian Gahl
11
Intuitive Bedienung: Mit der Busch-priOn® Zentrale lässt sich der komplette Raum bequem über einen Drehregler steuern und überwachen.
Foto: Busch-Jaeger
Lösungen stecken in einer Zwickmühle:
aus den Bereichen Beleuchtung, Energie,
seine Heimautomationsserver mit dem
Sie müssen zum einen dafür sorgen, dass
Heizung und Kühlung, Rollladen und
Standardbenutzernamen ,admin‘ und
ihre Systeme schnell und einfach einzu-
Audiosystemen angebunden, sondern
dem Passwort ,admin‘ ausliefert. Zudem
richten und zu bedienen sind, damit ihre
auch sicherheitskritische Komponenten
hatte es Loxone versäumt, die Anbin-
Kunden das Gefühl eines echten Zuge-
wie Alarmanlagen, IP-Kameras und
dung des Servers ans Internet von einer
winns an Wohnqualität bekommen. Zum
Zugangssysteme für Türen und Gara­
Änderung der Login-Daten abhängig zu
anderen müssen sie sicherstellen, dass
gentore. Kriminelle hätten hier also
machen. Es erschienen zwar Warnungen,
die Anlagen wirksam vor Angriffen ge-
nicht nur (...) einen Alarm deaktivieren
die ließen sich aber wegklicken. Solche
schützt sind – insbesondere, wenn sie für
können, um danach einzubrechen. Über
schlecht geschützten Internetanbindun-
Fernzugriffe mit dem Internet verbunden
die schlecht gesicherten Loxone-Systeme
gen sind nicht nur theoretisch gefährdet
werden.
hätten sie sich mit einem Tipp auf
– da sie sich leichter ermitteln lassen,
ihrem Smartphone selbst Zutritt zum
als viele denken: Forscher haben bereits
Welche fatalen Konsequenzen es haben
Haus oder zur Wohnung verschaffen
mehrfach das gesamte Internet in unter
kann, wenn dieser Drahtseilakt miss-
können – ohne dabei Spuren zu hinter-
einer Stunde gescannt. Sie nutzen dabei
lingt, zeigt sich an einem Fall, der
lassen. Dass c’t vom Sicherheitsleck im
hoch optimierte Scanner wie ZMap, mit
sich um das Smart-Home-System des
Loxone-System erfuhr, ist einem Zufall
denen sie den gesamten IPAdressbereich
österreichischen Herstellers Loxone
zu verdanken: Leser Thomas Schäfer
systematisch abgrasen und alle offen
Electronics dreht. Loxone liefert seine
(Name von der Redaktion geändert)
erreichbaren Dienste protokollieren. (...)“
Steuerzentralen nicht nur mit einem
war eigentlich nur auf der Suche nach
Zwar lässt sich das hier beschriebene
schlecht gesicherten Zugang aus,
einer Smart-Home-Lösung für sein
sondern stellte gleich noch Wegweiser
Heim und beschäftigte sich daher mit
Standard-Passworts deutlich erschwe-
zu den mit dem Internet verbundenen
verschiedenen Systemen. Ein besonderes
ren, gleichwohl zeigt es anschaulich auf,
Systemen auf. Musste man im Falle der
Augenmerk legte er dabei darauf, wie
welches Risikopotenzial „bequeme“, aus
Alarmanlagen mit Sicherheitsleck noch
die Hersteller jeweils die Fernzugriffe
der Ferne steuerbare Systemlösungen
Scanner-Portale bemühen, um ver-
realisiert und gesichert hatten. Schließ-
immer noch bergen und welches Maß
wundbare Systeme zu ermitteln, reichte
lich wollte auch er sein künftiges System
an Achtsamkeit dabei von interessierten
hier ein kleines Skript. Das eröffnet
über das Web ansprechen können – aber
Verbrauchern verlangt wird.
ein gewaltiges Missbrauchspotenzial:
nicht auf Kosten der Sicherheit. Unter
Schließlich werden über Loxone-An-
anderem schaute sich Schäfer Loxone
lagen nicht nur Sensoren und Aktoren
an – und bemerkte, dass der Hersteller
12
Szenario mit einer Änderung des
Smart Home
Intuitiv bedienbar: Das neue Panel Busch-SmartTouch® ermöglicht die zentrale Steuerung von Beleuchtung, Jalousien und Heizung usw.
Apple geht einen
Schritt weiter
Foto: Busch-Jaeger
einen relativ engen Rahmen ab. So soll
deutlich erhöhen, da es sich meist um ge-
unter anderem verhindert werden, dass
schlossene Systeme handelt. Andererseits
die gesicherten Verbindungen Gefahr
wird so auch die Möglichkeit erschwert,
laufen, kompromittiert zu werden.
Komponenten von anderen Anbietern in
Einen interessanten eigenen Weg geht
Ein Großteil der im Handel erhältlichen
das jeweilige System einzubinden. Ein
hier der kalifornische Computerherstel-
Geräte unterschiedlicher Hersteller setzt
wenig digitale „Bastelarbeit“ scheint
ler Apple: Dieser stellte im Jahr 2015
heutzutage auf die bereits erwähnten
jedoch generell erforderlich bei der
seine eigene Heimautomationsplattform
Funkstandards wie ZigBee und Z-Wave.
Einrichtung eines Smart Home-Systems
„HomeKit“ vor. Dieses System ist auf
Dass es auch anders geht, zeigt der deut-
– wie viel, hängt von den individuellen
den Betrieb mit Komponenten ver-
sche Anbieter ELV mit HomeMatic. Da-
Vorlieben und auch Vorkenntnissen im
schiedener Hersteller ausgelegt, die mit
mit etablierte dieser ein eigenes Heimau-
Bereich moderner Elektronik ab. Zur
iOS-Geräten wie iPhone und iPad und
tomationssystem, das über verschiedene
Vorabinformation und Planung empfiehlt
seit neuestem auch mit der Apple Watch
Elektronik-Versender und andere Firmen
sich immer die Hinzuziehung eines Spezi-
gesteuert werden können. Mit Bluetooth
im europäischen Raum erhältlich ist. Um
alisten (Systemintegratoren), da sich der
Smart (ein Übertragungsweg, der sich
die einzelnen Komponenten miteinander
Markt für solche Systeme als momentan
im Vergleich zum klassischen Bluetooth
zu verbinden, verwendet HomeMatic
noch wenig einheitlich präsentiert und
durch einen deutlich geringeren Strom-
sowohl ein Funk- als auch ein drahtge-
Einsteiger schnell überfordern kann.
verbrauch und geringere Kosten bei
bundenes Protokoll. Mit Erfolg: Mitt-
einem vergleichbaren Kommunikations-
lerweile gilt HomeMatic als das Smart
bereich auszeichnet) und WLAN bedient
Home-Funksystem mit der weitesten
sich HomeKit der aktuellen Mobilgeräte-
Verbreitung in Deutschland. Viele Anbie-
Standards. Der gewichtige Unterschied
ter, die neu in den erfolgversprechenden
zu anderen Systemen liegt allerdings in
Smart Home-Markt einsteigen, setzen
In diesem Zusammenhang ist es gut zu
der Sicherheit: Hier kommt bei Apple die
auf einen der etablierten Funkstandards
wissen, dass ein Einstieg in das Smart
sogenannte „Elliptische-Kurven-Kryp-
wie Z-Wave, so zum Beispiel auch der
Home auch durchaus nach und nach
tografie“ zum Einsatz, durch die nach
deutsche Anbieter Devolo. Daneben
erfolgen kann.
Meinung von Experten das Sicherheitsni-
kommen immer noch regelmäßig Smart
veau nochmals angehoben wird. Andere
Home-Systeme mit eigenen Funksyste-
Und es nicht gleich die komplette
Standards lassen sich zwar an HomeKit
men auf den Markt. So lässt sich laut
digitale High End-Steuerung sein muss,
anbinden, jedoch steckt Apple dafür
Herstellerangaben zwar die Sicherheit
die alle Aspekte des häuslichen Daseins
Wer möchte, kann
klein anfangen
13
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
übernimmt und regelt. Mit der Steuerung einzelner Teilbereiche wie Heizung, Beleuchtung oder Überwachung
des Eingangsbereichs kann beispielsweise mit vergleichsweise geringem
Ein „Live“-Test soll die
Alltagstauglichkeit ans
Licht bringen
Aufwand ein Anfang gemacht werden.
oder andere Rückfrage habe das Unternehmen erreicht, zum Beispiel, warum
die Steckdose nicht angeschlossen sei
oder warum das Bad separat gesteuert
wird. Hier, versicherte das Unternehmen,
werde noch Rücksprache mit den aus-
Und auch bereits mit solchen kleinen
Da das Thema „Smart Home“ momen-
führenden Unternehmen gehalten und
Schritten lassen sich der Komfort und
tan erst so richtig in Fahrt kommt und
bei eventuellen Unklarheiten nachgehakt
die Energieeffizienz spürbar steigern.
sich anschickt, sich auf breiter Front
bzw. diese beseitigt.
durchzusetzen, hält sich naturgemäß
Die „smarte Heizungssteuerung“ des
auch die Zahl der Erfahrungsberichte in
Doch wie sieht das Ganze in der Praxis
deutschen Anbieter Tado etwa funktio­
Grenzen. Um mehr darüber zu erfahren,
aus? Ein Ortstermin offenbarte zunächst
niert „ortsabhängig“: Über Geofen­
startete die Stuttgarter Wohnungsbau-
einmal durch einen Stromausfall (!), wie
cing – einer Technik, die mit gedachten
genossenschaft FLÜWO Bauen Wohnen
abhängig der gesamte Themenkomplex
Begrenzungslinien arbeitet, bei deren
eG im November 2016 einen Modell-
„Smart Home“ von der Energieversor-
Überschreitung eine automatisierte Ak-
versuch. Dazu wurden in Mehrfamili-
gung ist. So offenkundig dieser Punkt
tion ausgelöst wird – wird mithilfe des
enhäusern eine Reihe von neugebauten
erscheinen mag, so „ausgeschaltet“ ist ein
Smartphone von dem System registriert,
Wohnungen mit Smart Home-Technik
derart ausgestattetes Zuhause im Fall der
ob sich ein Bewohner im Haus befindet,
der Firma Busch-Jäger ausgestattet. Laut
Fälle. Es kann nebenbei bemerkt nicht
es verlässt oder sich diesem wieder nä-
eigener Aussage steckt hinter dieser
schaden, sich das hin und wieder einmal
hert. Entsprechend wird die Temperatur
breit angelegten Testphase der Wunsch,
vor Augen zu führen. Ganz unabhängig
geregelt. Die dazugehörige App ermög-
den Mietern ein zeitgemäßes Angebot
davon wurde die Frage nach der Motiva-
licht den orts- und zeitunabhängigen
an Wohnungstechnik zur Verfügung zu
tion für die Teilnahme an diesem Modell-
Fernzugriff auf die Heizung und die in-
stellen, ein höheres Maß an Komfort
versuch mit einer gewissen Technikaffini-
dividuelle Temperaturregelung, so dass
zu bieten und ganz generell besser auf
tät beantwortet sowie dem Wunsch, das
sich die Wohnung bereits beim Eintre-
die verschiedenen Zielgruppen eingehen
Zuhause auch aus der Ferne steuern und
ten angenehm temperiert präsentiert.
zu können. So vor allem auf die älteren
kontrollieren zu können. Laut Aussage
Auch der Anbieter Honeywell listet in
Mieter, bei denen durch die gezielte (und
des Bewohners bereichert die Ausstattung
seinem Angebot das Produkt Evohome
vorher in Absprache genau festgelegte)
der Wohnung den Alltag mit zusätzlichem
mit unterschiedlichen Lösungen rund
Überwachung das Maß an Sicherheit
Komfort, die Rollläden beispielsweise un-
um die Heizungssteuerung auf – auf
deutlich erhöht werden kann. Szena-
terstützen den Wecker, da sie im Rahmen
Wunsch per Smartphone von unterwegs
rien wie etwa die hilflose Person, die
eines vordefinierten Szenarios zu einer
steuerbar. Die Firma Netatmo bietet
nach einem Sturz über einen längeren
bestimmten Zeit morgens hochfahren
verschiedene Einzelgeräte wie eine
Zeitraum auf dem Boden liegen bleibt,
und so automatisch Licht in die Wohnung
Überwachungskamera mit Gesichtser-
sollen damit künftig der Vergangenheit
hereinlassen. Ebenso lassen sich mit den
kennung an, die einfach aufgestellt und
angehören. Preislich soll diese „Aufrüs-
gekoppelten LED-Beleuchtungselementen
mit der entsprechenden App bedient
tung“ für die Mieter nicht nennenswert
verschiedenste Lichtstimmungen be-
werden kann.
zu Buche schlagen. Bei der Frage nach
quem vom Smartphone aus anwählen.
der Sicherheit führte die FLÜWO an,
Allerdings gibt es Aspekte, bei denen das
Darüber hinaus bietet Philips mit dem
dass die Fritz!Box der intern verwen-
System dann doch die eine oder andere
LED-System Hue einen mittlerweile
deten Elektronik vorgeschaltet sei, so
Schwäche offenbart:
etablierten Klassiker der steuerbaren
dass von außen kein Zugriff möglich ist
- Um alle installierten Komponenten steu-
Heimbeleuchtung an. Mit Hue lassen
und sich das gesamte System auf einem
ern zu können, sind immer noch verschie-
sich vergleichsweise einfach und vor
zeitgemäßen Sicherheitslevel befindet.
dene Apps nötig, was die Bedienung ein
allem ohne aufwendige Montagearbei-
Da es bislang noch keine einzige nega-
wenig unübersichtlich macht
ten eine große Anzahl bequem mit dem
tive Rückmeldung gegeben hat, scheint
- Der Zugriff auf die Siemens-Küchen-
Smartphone steuerbarer Lichtszenarien
soweit alles zur Zufriedenheit aller Par-
geräte war in dieser Konfiguration nicht
einrichten.
teien zu funktionieren. Lediglich die eine
möglich
14
Smart Home
- Die verwendeten Systemkomponenten
den im Umgang mit moderner Elektro-
unterschiedlicher Hersteller miteinander
müssen nach einem längeren Stromaus-
nik versierten Bewohner brachte keine
zu kombinieren. Zu diesem Muster-
fall neu eingestellt und erneut mit dem
Lösung. Alles in allem aber fiel das
haus findet sich in der Online-Ausgabe
Internet verbunden werden, hier wäre
Urteil zufriedenstellend aus. Es steht
der „Welt“ vom 01.03.2014 folgender
eine wirksamere Memory-Funktion
zu vermuten, dass diese und ähnliche
Artikel:
wünschenswert
„Kinderkrankheiten“ in Zukunft beho-
- Wie bereits weiter oben angeführt,
ben werden – genau dafür wurde dieser
„Ob winzige Mietwohnung oder riesiges
ist das Bad aus bislang nicht nachvoll-
Modellversuch ja schließlich ins Leben
Eigenheim, die Fragen rund um das ei-
ziehbaren Gründen nicht an das System
gerufen.
gene Zuhause sind ja doch immer diesel-
angeschlossen
- Die Beleuchtung lässt sich ausschließlich
über die Smartphone-Steuerung dimmen
- Das zentrale Steuerungspanel zeigt nur
ben: ,Habe ich den Herd angelassen?‘,
Neues aus dem HighTech-Musterhaus
die eingestellte, jedoch nicht die aktuelle
,Brennt im Keller noch Licht?‘, ,Was,
wenn genau heute die Waschmaschine
ausgelaufen ist?‘ Niemand quält sich zur
Beantwortung gerne aus dem schönen,
Raumtemperatur an
Einen verhältnismäßig aktuellen Stand
warmen Bett – und wird es vielleicht
Zudem schaltete sich in der bei diesem
der Smart Home-Technologie liefert
nie mehr tun müssen. Das Zuhause der
Ortstermin besuchten Wohnung um
auch das Musterhaus, das die deut-
Zukunft ist nicht nur aus der Ferne
Punkt 20.00 Uhr regelmäßig ein be-
sche Telekom seit 2013 in Darmstadt
steuerbar, es denkt mit – und greift zur
stimmtes Licht ein, ohne dass es dafür
betreibt. Dieses Haus ist ein Projekt
Not selber ein. Das Wettrüsten um das
einen ersichtlichen Grund gab. Auch
der Initiative Qivicon, die es sich zum
smarteste Haus hat längst begonnen.
eine genaue Prüfung des Systems durch
Ziel gesetzt hat, verschiedene Produkte
Viele Hersteller und App-Entwickler
Digitaler Komfort: Die Wohnungsbaugenossenschaft FLÜWO Bauen Wohnen eG hat sich zum
Einbau einer elektronischen Gebäudesteuerung
entschieden, um die Wohn- und Lebensqualität der
Mieter zu erhöhen. Die Komponenten ermöglichen
zurzeit die Steuerung von Rollläden, Beleuchtung,
Heizung und Türkommunikation.
Foto: Busch-Jaeger
15
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
MiaWell Bremerhaven: Mit ansprechenden Akzenten zeigt die Pflegeeinrichtung auch nach außen ein freundliches und dynamisches Gesicht.
Foto: Christian Gahl
arbeiten an dieser Vision des intelligen-
Marken wie Samsung und Miele mit ins
Raum zu hoch ist, öffnen sich automa-
ten Hauses, das sich per Smartphone,
Projekt ein. So kann der Smarthome-
tisch die Fenster – aber nur, wenn’s drau-
Tablet oder PC steuern lässt – mit
Bewohner Waschmaschine, Herd oder
ßen nicht zu feucht ist. In dem Fall schal-
teilweise ziemlich brillanten Ideen. Doch
Kaffeemaschine unterwegs per Smart­
tet sich die Heizung ein. Mit Miele und
leider hat sich bislang kein einheitliches
phone, Tablet oder Internet-PC überwa-
Samsung hat sich die Telekom mächtige
System etabliert, das alle Geräte und
chen und steuern. Aber nicht nur aktuelle
Partner ins Boot geholt. Je mehr Ge-
Armaturen steuern kann.
Geräte finden Anschluss: Mit Qivicons
räte- und App-Anbieter aufspringen,
Funk-Zwischenstecker wird auch Omas
desto besser wird das Qivicon-Haus. Die
Stattdessen bringen RWE, AVM und
alte Stehlampe smart und aus der Ferne
Telekom zeigt sich dahingehend offen:
smarte Start-ups wie Nest & Co. ihre
steuerbar.
,Ob Tado oder Nest (Anbieter von Smart
eigenen Systeme und Apps auf den
Home-Zubehör, Anm. d. Red.), alle kön-
Markt. Resultat: Der smarthomebegeis-
Mit dem Starterpaket für rund 300 Euro
nen Partner werden‘, verspricht Holger
terte Kunde hat völlig unterschiedliche
erhält der Kunde vier Qivicon-Geräte
Knöpke. ,Wir werden niemals die cools-
Geräte im Haus – und jedes davon
nach Wahl – zum Beispiel Heizkörper-
ten Apps bauen, wohl aber die beste Ver-
braucht seine eigene App. Genau hier
Thermostate, smarte Steckdosen oder
bindung.‘“ (Quelle: https://www.welt.de/
will die Deutsche Telekom ansetzen
Rauchmelder. Für unter 1.000 Euro soll
wirtschaft/webwelt/article125324076/
und mit Qivicon ein einheitliches und
schon ein gut ausgestattetes smartes
Telekom-arbeitet-am-intelligenten-Haus-
herstellerübergreifendes System lie-
Zuhause drin sein.
der-Zukunft.html)
namhafte Gerätehersteller und smarte
Das Ziel: Komfort, Sicherheit und Ener-
App-Entwickler zusammenkommen. Wie
gieeffizienz. Ein Haus, in dem kein ver-
das aussehen kann, zeigt das Musterhaus
gessenes Fenster Kälte hineinlässt und
Variabler
Kostenrahmen
in Darmstadt. Die digitale Zentrale des
Einbrecher kaum eine Chance haben.
smarten Heims ist eine kleine weiße Box
Eine alberne Spielerei für ambitionierte
Und was kostet das Ganze nun ganz
namens Qivicon Homebase. Sie sorgt
Technik-Nerds ist das smarte Zuhause
allgemein? Betrachtet man die Komplexi-
dafür, dass auch Geräte mit unterschied-
damit nicht mehr. Den Möglichkeiten für
tät des Themas und seine mannigfaltigen
lichen Funkstandards miteinander kom-
die Zukunft sind kaum Grenzen gesetzt:
Anbieter, Systeme und Möglichkeiten,
munizieren, und fungiert als eine Art
So hält Connected-Home-Leiter Holger
wird schnell klar, dass diese Frage auf
Dolmetscher. Welche Geräte sind das?
Knöpke eine Anti-Schimmel-App für
die Schnelle so nicht zu beantworten
Pünktlich zum Jahresanfang steigen große
denkbar: Wenn die Luftfeuchtigkeit im
ist. Eines lässt sich aber grundsätzlich
fern. Auf der Qivicon-Plattform sollen
16
Smart Home
Runde Sache: Ein kleinteiliges Mosaik akzentuiert und betont die markante Linienführung des Gebäudes.
Foto: Christian Gahl
festhalten: Eine Smart Home-Ausstattung
dazu noch Arbeit abnehmen, weil nicht
verlangen für den ferngesteuerten Zugriff
auf der Grundlage eines funkgesteuer-
alle Komponenten einzeln angeschafft
auf das System per App einen bestimmten
ten Systems ist mit deutlich geringeren
werden müssen. Solche Sets sind bereits
monatlichen oder jährlichen Betrag. in-
Kosten verbunden als eine kabelgesteuerte
ab einem Komplettpreis von 150 bis 250
nogy Smarthome etwa ruft dafür 15 Euro
Automatisierung der eigenen vier Wände.
Euro erhältlich, dafür erhält man dann
im Jahr auf, bei Qivicon und Magenta
Nichtsdestotrotz kommt bei den potenziell
beispielsweise ein Komplettpaket der Te-
SmartHome sind es mit 5 Euro monatlich
benötigten Geräten von der Basisstation
lekom zum Thema „Energie sparen“ oder
schon etwas mehr. Ein Fachmann kann
über die diversen Komponenten bis hin
zum Thema „Sicherheit“ des Anbieters
hier Klarheit schaffen, auch und gerade bei
zu möglichen Zwischensteckern einiges
iSmartAlarm, dann auch schon inklusive
der Frage der Kosten. Immer im Auge be-
zusammen – je mehr Räume eingebunden
Basisstation. Wie bereits erwähnt, müssen
halten werden sollte dabei der Aspekt, dass
werden, selbstverständlich desto mehr.
diese Starterpakete anschließend eventuell
es sich grundsätzlich um eine langfristige
Als ungefähre Anhaltspunkte könnten
mit weiteren Komponenten ergänzt wer-
Investition handelt, die dauerhaft Energie
die folgenden Positionen dienen: Basis-
den, je nach Anzahl der in die individuelle
und Kosten sparen kann.
stationen kosten heutzutage zwischen 50
Smart Home-Ausstattung miteinbezogenen
und 150 Euro, ähnlich belaufen sich die
Räume. In vielen Fällen lässt sich aber mit
Kosten für die jeweiligen Komponenten.
„offenen“ Smart Home-Basisstationen
Brauchbare Heizkörperthermostate sind
ein günstigeres System einrichten, da man
ab etwa 40 Euro aufwärts erhältlich,
damit die Komponenten unterschiedlicher
komplettiert man seine Ausstattung mit
Hersteller wählen und durch einen Preis-
Und das übrigens nicht nur im privaten
einer Überwachungskamera, sollte man
vergleich die finanziell attraktivste Lösung
Umfeld, sondern – in etwas größerem
dafür nochmals circa 150 Euro veranschla-
wählen kann. Sicherlich entscheiden hier
Maßstab – durchaus auch im Bereich
gen. In der Praxis bedeutet das, dass für
zu einem Gutteil die individuellen Vorlie-
der gewerblich genutzten Gebäude.
eine Wohnung schon mal 1.500 bis 3.000
ben und die technische „Vorbildung“ über
Schließlich lassen sich neben den Kosten
Euro für den Investor anfallen können. Da
die individuelle Lösung, da beispielsweise
auch so gut wie alle anderen angeführ-
verschiedene Hersteller zum Thema Smart
proprietäre, d.h. von einem jeweiligen Her-
ten Aspekte in ähnlicher Form auf das
Home fertig zusammengestellte Sets für
steller angebotene Lösungen die Kompati-
berufliche Umfeld übertragen – und
Einsteiger oder auch komplette Themenpa-
bilität der verwendeten Geräte sicherstel-
auch hier stellen eine höhere Energie-
kete anbieten, kann sich ein Blick darauf
len, wodurch sich bei Produktsuche und
effizienz, mehr Komfort und ein deutlich
ebenfalls lohnen – diese Pakete sind oft
Installation Zeit sparen lässt. Ein weiterer,
gestiegenes Sicherheitslevel attraktive
preislich interessant und können einem
möglicher Kostenfaktor: Einige Anbieter
Vorteile dar.
Auch für gewerbliche
Gebäude interessant
17
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Dazu findet sich in der Süddeutschen
Gesundheit. Heizung auf, wenn es kalt
,Hocheffiziente Gebäude sind eine große
Zeitung vom 26.02.2016 folgender
ist, Fenster auf, wenn es warm ist.
technische Herausforderung‘, stellt
Text:
Thomas Terhorst fest. ,Zum einen geht
‚Der Megatrend der Digitalisierung
es darum, dass man eine ordentliche Ge-
„Früher waren Bürogebäude dazu da,
betrifft im modernen Bürogebäude auch
bäudehülle hat, zum anderen um die An-
dass es niemandem auf den Schreibtisch
die Regelung und Integration der einzel-
lagentechnik‘, sagt der Geschäftsführer
regnete. Heute denkt man beim Bau
nen technischen Systeme‘, erklärt Volker
der Gesellschaft Bauen und Gebäude-
moderner Arbeitsorte über Betonkern-
Zappe. Der Diplom-Ingenieur arbeitet
technik des Vereins Deutscher Ingenieure
aktivierung, CO2-Messungen, Schalldu-
beim Aachener Unternehmen ,BOB ef-
(VDI) weiter. Bei vielen Bauprojekten
schen, Lichtfarben und Bewegungssenso-
ficiency design AG‘. Die Firma vertreibt
würde eine der beiden Seiten betont, die
ren nach. Die Branche ist komplizierter
ein System für moderne Bürogebäude,
Wahrheit liege aber in der Kombination.
geworden. Wo sich früher Ingenieure um
das sich Zappe zufolge in die meisten
Und das, sagt Terhorst, sei ein großes
Bauphysik und Tragwerksplanung küm-
Neubauten einplanen lasse.
Thema für die Ingenieurleistung.
sierte Kollegen in den Bereichen Rege-
Der Prototyp in Aachen soll bis heu-
Ein hocheffizientes Gebäude muss er-
lungs- und Automatisierungstechnik.
te das Bürogebäude mit der größten
kennen, ob überhaupt jemand im Haus
Energieeffizienz Deutschlands sein. Gut
beziehungsweise in einem bestimmten
Wissenschaftler entwerfen allerlei schi-
möglich, denn im deutschen Büromain-
Büro ist. Leere Büros müssen nicht
cke Szenarien von der Arbeitswelt der
stream hat die Steuerungstechnik immer
geheizt oder gekühlt werden – zumindest
Zukunft. Meist drehen sie sich um die
noch ein recht grobschlächtiges Design
nicht so, wie voll besetzte – und wenn
IT-Technik, die in den Büros Einzug hal-
und wird in den Feinheiten der Rege-
keiner am Schreibtisch sitzt, dann stört
ten soll: Hologramme, Bildschirmfolien,
lung jedem einzelnen Büroangestellten
es auch niemanden, wenn das Beschat-
omnipräsenter Datenfluss etwa. Doch
überlassen. Heizung auf, wenn es kalt
tungssystem die Rollläden herunter-
viel greifbarer als die direkte Anwen-
ist, Fenster auf, wenn es dann zu warm
lässt, wenn die Sommersonne durch die
dung sind die Herausforderungen der
geworden ist. Das funktioniert – wenn
Scheiben brennt. Damit spart man sich
Versorgungstechnik. Es geht um Energie-
einem egal ist, wie viel Energie man
die Energie, den aufgeheizten Raum zu
effizienz, Nachhaltigkeit, Komfort und
verschwendet.
kühlen. Der moderne Bürotrakt passt
merten, braucht es heute auch speziali-
Moderne Passivhaus-Siedlung: Markante Gestaltungselemente ziehen sich wie ein roter Faden durch das Ensemble und verbinden die Gebäude miteinander.
18
Smart Home
auch das künstliche Licht der jeweiligen
der Wohnungswirtschaft, hat dafür
fällt nach seiner Beobachtung vor allem
Einstrahlung von außen an.
gesorgt, dass dieser Themenkomplex
mit der Bedienbarkeit der Steuerinstru-
mittlerweile auch im akademischen
mente, und hier sieht Dr. Zahout-Heil
Das Gebäude wird zu einer Art techni-
Umfeld eingehender untersucht und
nach wie vor noch jede Menge Optimie-
schem Organismus, in dessen Betonhaut
vorangetrieben wird. Dazu beigetragen
rungsbedarf. Dazu kommt ein weiteres,
kilometerlange Adern laufen, die mit we-
hat mit Sicherheit der Umstand, dass
nur scheinbar triviales Problem: Die
nig Temperaturunterschied die ,Körper-
Smart Home-Lösungen viel für die
Automatisierung von (Wohn-)Gebäuden
temperatur‘ regeln. Das Gebäude wird
Energieeffizienz von Wohnungen tun
erfordert eine präzise Zusammenarbeit
zu einem künstlichen Wesen, das sich
können. An der Hochschule Darmstadt
der in die Entstehung eines Gebäudes in-
mittels Sensoren selbst überwacht, dank
wurde aus diesem Grund im Jahr 2014
volvierten verschiedenen Gewerke – die
technischer Systeme selbst reguliert und
im Fachbereich Elektrotechnik und
vielerorts noch zu wünschen übrig lässt.
durch komplexe Algorithmen das auch
Informationstechnik der Studiengang
Oft bleibt für eine solche konstruktive
genau so tut, wie es sich der Bauherr
„Gebäude-Systemtechnik“ ins Leben
Zusammenarbeit in den traditionellen
wünscht. Man ahnt, wie kompliziert
gerufen. Hier wird untersucht, wie effek-
Entwicklungsstadien und -prozessen des
das Zusammenspiel der Systeme sein
tiv der Wandel von der fossilversorgten
klassischen Gebäudebaus schlicht kein
mag, wie schwierig die Balance zwischen
zur elektrisch versorgten Gesellschaft
Platz. Im Gegenteil, geht es doch bei
Effizienz und Komfort zu halten ist.“
vollzogen werden kann. Einer der
solchen Prozessen zu oft immer noch um
(Quelle: http://www.sueddeutsche.de/
beteiligten Wissenschaftler ist Professor
eine möglichst vorteilhafte eigene Posi-
karriere/intelligente-buerogebaeude-
Dr. Carsten Zahout-Heil. Er sieht vor
tion, da sonst Einschränkungen in der
smarter-arbeiten-1.2867897)
allem die technischen Möglichkeiten, die
„Handlungsfreiheit“ eines ausführenden
heutzutage vorhanden sind. Nach seiner
Betriebes befürchtet werden. Natürlich
Aussage ist die Umstellung auf immer
gehe es nicht darum, den klassischen
„smartere“ vier Wände vor allem eine
Gebäudebau zu diskreditieren. Smart
Frage der Akzeptanz der Verbraucher –
Home-Technologie erfordere vielmehr
technisch sei alles längst vorhanden, es
ein Umdenken so gut wie aller am Bau
Das steigende Interesse an „Smart
müsse eben nur gemacht bzw. umgesetzt
beteiligten Partner. Ein Ziel des Studi-
Homes“, inbesondere auch von Seiten
werden. Diese Akzeptanz aber steht und
engangs „Gebäude-Systemtechnik“ an
„Smart Home“ im
akademischen Umfeld
Einladend: der transparent gestaltete Eingangsbereich mit dem gut erkennbaren Treppenhaus.
Fotos: Christian Gahl
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WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Smart Home-Technik
im Eingangsbereich
eines modernen
Mehrfamilienhauses
der FLÜWO Bauen
Wohnen eG: Am Eingangsbereich lässt sich
gut erkennen, wie nahtlos sich die Technologie
integriert.
Videokamera am Sammelbriefkasten: Für die
Bewohner ist deutlich zu
sehen, wer an ihrer Tür
klingelt.
Abrufbar: Die Videokamera verfügt über eine
Speicherfunktion, so
dass sich auch nachvollziehen lässt, wer in
Abwesenheit an der Tür
geklingelt hat.
20
Smart Home
der Hochschule Darmstadt ist es darum,
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/
keitsbewusstsein, wie es in den letzten
Studenten zu „Systemintegratoren“
Intelligentes_Stromnetz) Ein wichtiger,
Jahrzehnten immer mehr Lebensbereiche
auszubilden, die die für die Gebäudeau-
bislang noch ungeklärter Punkt dabei
durchdrungen hat. Sollten sich diese und
tomatisierung auf breiterer Front als bis-
betrifft die Frage der Abrechnung, hier
andere Punkte in eine ingesamt erfreu-
her verantwortlichen Faktoren entschei-
befinden sich verschiedene Modelle noch
liche Richtung entwickeln, dürfte sich
dend vorantreiben, und das eben auch
in der Erprobungsphase.
der technische Standard in Wohnungen
in den Köpfen der beteiligten Unternehmen. Damit, so Dr. Zahout-Heil, ließe
sich die Energiewende ein großes Stück
in den nächsten Jahren deutlich anhe-
Ausblick
vorantreiben: „Wir brauchen intelligente
Verbraucher.“
In Zukunft könnten
ganze Stadtviertel
vernetzt werden
ben, was zur Folge hat, dass sich noch
viel mehr „Homes“ als bisher in „Smart
Homes“ verwandeln. Die dann auch
Und wie geht es nun weiter? Welche Ent-
noch deutlich mehr können als Milch
wicklungen werden in Bezug auf „Smart
bestellen, für schönes Licht sorgen und
Home“ zu erwarten sein? Generell darf
die passende Temperatur einstellen.
davon ausgegangen werden, dass die
Technik weiter verfeinert wird und sich
mehr Möglichkeiten der „smarten“ Steuerung eines Zuhauses bieten werden. Die
Fazit
Entwicklung technischer Geräte hat in
Doch längst ist die (digitale) Vernetzung
der Vergangenheit immer wieder gezeigt,
Auch wenn sich hier und da noch
verschiedener Komponenten zu einem
dass diese nach einer gewissen Anfangs-
Schwachstellen zeigen: Insgesamt
großen Ganzen nicht mehr nur auf die
phase stetig günstiger werden, was
präsentiert sich das Thema „Smart
eigenen vier Wände beschränkt. Unter
wiederum ihre Verbreitung begünstigt,
Home“ auf einem praktikablen Stand
dem Stichwort „Smart Grid“, auch
die dann ihrerseits wieder den Preis nach
der Entwicklung – Tendenz steigend. So
bekannt als „Intelligentes Stromnetz“,
unten drückt. Geht es nach den Wün-
ist bereits heute möglich, sein Zuhause
wird derzeit an Lösungen geforscht, wie
schen der Verbraucher, so sorgen die
für einen Betrag, der sich durchaus im
sich ganze Stadtviertel so miteinander
Hersteller dafür, dass sich ihre Geräte in
Rahmen hält, mit einer Technik auszu-
vernetzen lassen, dass alle davon profitie-
Zukunft noch leichter bedienen lassen
statten, die den Komfort, die Sicherheit
ren. Die Ausgangssituation hierbei lautet
werden – das ist immerhin momentan
und die Energieeffizienz spürbar steigert.
grob umrissen: Die für das Viertel benö-
noch eine der größten Hürden. Gleich-
Natürlich ist so etwas nicht jedermanns
tigte Energie wird in bestimmte Speicher
zeitig ist es wünschenswert und im Sinne
Sache, und es wird auch immer Leute
eingespeist. Da nicht jeder Bewohner
einer benutzerfreundlichen Angebots-
mit einer gewissen Skepsis gegenüber
einen solchen Speicher bei sich zuhause
politik seitens der Hersteller, dass die
technischen Neuerungen geben, aber
stehen hat, wird die Energie anschlie-
Kompatibilität verschiedener Systeme
für diejenigen, die sich für solch eine
ßend dem Bedarf entsprechend auf alle
steigt und nicht für eine Komplettaus-
Ausstattung interessieren, ist bereits
verteilt. Im Internet findet sich dazu die
stattung beispielsweise vier oder mehr
heute eine Vielzahl interessanter Lösun-
folgende Definition: „Der Begriff intel-
Protokolle parallel betrieben werden
gen erhältlich. Noch dazu, da nahezu
ligentes Stromnetz (englisch smart grid)
müssen (wie es bislang noch der Fall
jedermann relativ bequem und ohne
umfasst die kommunikative Vernetzung
ist). Auch das Sicherheitsniveau wird
großen Aufwand in dieses Thema ein-
und Steuerung von Stromerzeugern,
aller Voraussicht nach weiter steigen,
steigen und zum Beispiel sein Zuhause
Speichern, elektrischen Verbrauchern
wenn den Anbietern daran gelegen ist,
nach und nach digital „aufrüsten“ kann.
und Netzbetriebsmitteln in Energieüber-
dass das nicht weiterhin eine potenzielle
Sollten die im Abschnitt vorher erwähn-
tragungs- und -verteilungsnetzen der
Schwachstelle bleibt. Auf Verbraucher-
ten Verbesserungen und Optimierungen
Elektrizitätsversorgung. Diese ermöglicht
seite ist davon auszugehen, dass die
tatsächlich von den Herstellern in die
eine Optimierung und Überwachung der
Wünsche nach mehr Komfort, Sicherheit
Tat umgesetzt werden, dann erscheint
miteinander verbundenen Bestandteile.
und Energieeffizienz in den eigenen vier
es verhältnismäßig wahrscheinlich, dass
Ziel ist die Sicherstellung der Energiever-
Wänden weiter steigen werden. Letztere
die Umstellung auf ein Smart Home für
sorgung auf Basis eines effizienten und
vor allem in Verbindung mit einem stetig
einen noch viel größeren Kundenkreis
zuverlässigen Systembetriebs. (...)“
wachsenden Umwelt- und Nachhaltig-
als bisher attraktiv wird. •
21
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Ansichtssache: Wer braucht
eigentlich ein Smart Home?
Kommentar von Prof. Dr. Carsten Zahout-Heil
„Und wenn ich dann im Garten bin, fährt der Roll-
erobern, Smartphone-Hersteller entwickeln Haus-
laden der Balkontür zu und ich bin ausgesperrt.“
steuerungen und sogar Energieproduzenten schaffen eigene Standards. Im Haus treffen wie in kaum
Diese Reaktion höre ich oft, wenn ich erzähle, dass
einem anderen Umfeld verschiedenste Dienste und
ich an der Hochschule Darmstadt zum Thema Ge-
Gewerke zusammen. Alle mit dem Willen den Stan-
bäudesystemtechnik lehre und forsche. Die meisten
dard zu setzen. Am Ende verzögert das den Erfolg
haben schon mit dem einen oder anderen Aspekt
smarter Technologien, da die Nutzer verunsichert
von Smart Home Erfahrungen gesammelt. Sei es die
sind, ob die Technologie, auf die man heute setzt,
App, mit der ich eine Lampe in einem von über 16
in zwei Jahren noch verfügbar ist. Die Zukunft
Millionen verschiedenen Farbtönen erstrahlen las-
wird zeigen, welche Spieler am Ende das Rennen
sen kann, oder die Möglichkeit, die Wohnzimmer-
machen. Erst dann ist mit einer ernsthaften Um-
temperatur aus dem Urlaub in Spanien fernbedienen
setzung von Smart Home zu rechnen. Neben der
zu können. Oft bleibt die Frage nach der Sinnhaftig-
Steigerung des Komforts sind zwei weitere wichti-
keit solcher Einzellösungen zurück. Das Smartphone
ge Ziele von smarten Gebäuden die Erhöhung der
als Fernbedienung für Hausfunktionen macht das
(Energie-) Effizienz und der Sicherheit.
Home noch nicht smart. Sinn macht das alles erst,
wenn zu der zentralen Möglichkeit der Steuerung
Sicherheit
eine Regelung übergeordnet werden kann.
Obwohl man versucht, mit intelligenten Gebäuden
die Sicherheit zu erhöhen, ist besonders diese Anforderung die umstrittenste. So kann zum Beispiel
22
Komfort
der Bewegungssensor in der Küche bei längerer
Schaut man auf das Raumklima, wird den meisten
Inaktivität den Herd oder die Kaffeemaschine aus-
Nutzern vor allem wichtig sein, dass sie sich wohl-
schalten, um einen Brand zu vermeiden, oder bei
fühlen – wie auch immer die Haussteuerung das
einem Brand in einem Raum können die Rauch-
erreicht: durch Öffnen oder Schließen der Fenster,
melder in allen Zimmern Alarm auslösen. Hier
durch Aufdrehen der Heizung, durch Schließen der
schafft man durch intelligente Vernetzung mehr als
Jalousie oder Aktivierung der Klimaanlage. Das
die Summe der Einzelteile. Gleichzeitig erhöht eine
Problem ist, dass es kein System gibt, das diese
zunehmende Vernetzung die Gefahr, private Daten
komplexe Regelungsaufgabe so übernehmen kann.
nach außen zu geben oder durch einen Hackeran-
Im Auto ist das schon lange Stand der Technik.
griff sogar die Kontrolle über die Hauseinrichtung
Im Haus gelingt es aus mehreren Gründen noch
zu verlieren. Intelligente Häuser versuchen also die
nicht, da die Nutzungsdauer vorhandener Instal-
„Intelligenz“ im Haus zu halten und nur bestimm-
lation viel länger ist, vor allem aber auch, weil zu
te Daten, die von außen verfügbar sein müssen,
viele unabhängige Standards existieren. Zu viele
in die Cloud zu stellen. Die Daten-Integrität und
Firmen versuchen ihr Geschäftsfeld zu erweitern.
-Sicherheit müssen den restlichen Technologien
Heizungsbauer wollen aus dem Keller das Haus
immer einen Schritt voraus sein.
Ansichtssache
Effizienz
des Nachbarn dient. Die Energiewende wird nur
Der größte Treiber für Smart Home könnte die
gelingen, wenn auf Verbraucherseite intelligente
Deutsche Energiewende werden. Durch den Weg-
Lösungen heranwachsen, die die volatile Energie­
fall von Kraftwerken, die auf fossilen Energieträ-
erzeugung abfangen können.
gern basieren, fehlt die Möglichkeit leicht mehr
Energie zu produzieren bzw. die Produktion an die
Der nächste Aufschrei ist also: „Ich will meine
Nachfrage anzupassen. Volatile Energien wie Wind
Wäsche waschen, wann ich es will“, und nicht
und Sonne sind eben nur dann verfügbar, wenn der
dann, wenn der Strompreis günstig ist und meine
Wind weht und die Sonne scheint. Richtig kom-
intelligente Steckdose sie einschaltet …
pliziert wird das Thema dadurch, dass bisherige
Verbraucher auch zu Erzeugern werden. Durch
Nahtlos
private Blockheizkraftwerke oder Solarzellen wird
Die Schnittstelle zwischen Haus, Auto und dem
das Haus zum „Prosumer“.
Energienetz wird also in den nächsten Jahren
in den Fokus geraten. Die Kunden werden ein
Neben der eigentlichen Übertragung der Energie
reibungsloses Zusammenspiel der Komponenten
vom Erzeuger zum Verbraucher braucht es jetzt die
erwarten. Das betrifft Themen wie Abrechnung,
Möglichkeit zur Speicherung von Energie, und das
Sicherheit und Datenintegrität. Außerdem möchte
in beide Richtungen. Das ist aufwändig und teuer.
sich niemand mit allen technischen Details aus-
Es ist also nötig Energie möglichst dann zu ver-
einandersetzen müssen, sondern nur die Daten
brauchen, wenn sie verfügbar ist. Das kann über
zurückgespielt bekommen, die relevant sind.
Anreizsysteme geschehen wie z.B. tageszeitabhängige Strompreise. Das Thema Energieeffizienz ist
Ein smartes Zuhause alleine reicht also nicht aus.
also trotz Stromproduktion durch erneuerbare
Die neuen Schlagworte sind deshalb Content,
Energien wichtiger als je zuvor. Bisherige Energie-
Usability und Feeling. Um nun die Anfangsfrage zu
erzeuger werden zukünftig zu Energieverteilern,
beantworten: Wir brauchen Smart Homes, damit
die sicherstellen müssen, dass ausreichend Energie
die Energiewende gelingen kann. Aber das allei-
dort verfügbar ist, wo sie gebraucht wird unter
ne wird nicht ausreichen. Eine enge Vernetzung
Einbeziehung aller privaten und professionellen
aller Systeme (Auto, Haus, Energie) ist notwendig,
Ressourcen. Auch das elektrische Auto spielt in
damit wir die unweigerliche Transformation zu
diesem Kontext eine entscheidende Rolle, da es
einer elektrisch betriebenen Gesellschaft umsetzen
als Puffer dienen kann, indem der Akku auch als
können. Seamless Living könnte also das neue
Energielieferant für das eigene Haus oder das
Schlagwort sein. •
Prof. Dr. Carsten Zahout-Heil
Prof. Dr.-Ing. C. Zahout-Heil erhielt im Jahr 2015 den Ruf an die Hochschule Darmstadt. Sein
Fachgebiet ist Messtechnik und Sensorik, das er im Rahmen der Studiengänge Gebäudesystemtechnik, Mechatronik, Fahrzeugentwicklung und anderen lehrt. Prof. Zahout-Heil war
zuvor lange Jahre bei Continental als Entwicklungsleiter und zuletzt als Leiter einer Produktlinie
im Bereich Sensorik tätig. Er promovierte von 1998–2003 am Institut für Elektromechanische
Konstruktion der Technischen Universität Darmstadt, an dem er auch sein Studium absolvierte.
Aktuell ist er Prodekan am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik und engagiert
sich im Rahmen des Forschungsprojekts „U-Cube“ um die Forschung an thermischer Behaglichkeit gemeinsam mit Schülern, außerdem ist er Mitgründer des Kompetenzzentrums „Smart
Building and Infrastructure Systems“ (s_bis).
23
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
In jeder Hinsicht
herausragend
66 Meter – das derzeit höchste Gebäude mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) steht
in Frankfurt. Doch nicht nur deshalb war der Westside Tower ein ausgesprochen komplexes
Projekt. Caparol lieferte nicht nur die Systeme, sondern auch eine Vielzahl neuer technischer
Lösungen.
Frankfurt am Main wächst. Derzeit, so
runden das Investorenprojekt der REVITA-
einem herausragenden Projekt: Auf rund
die FAZ, kommen wöchentlich 300 neue
LIS REAL ESTATE AG ab. Der Baukörper
8.000 Quadratmeter summieren sich die
Einwohner hinzu. Kein Wunder, dass Wohn-
besteht strukturell aus zwei Volumen: aus
Dämmarbeiten an den Fassaden. Dabei
raum Mangelware ist, obwohl der Wohnbau
dem 21-geschossigen Hochhaus sowie einem
kamen gleich drei Dämmsysteme mit Dämm-
brummt wie schon lange nicht mehr. Bei-
kleineren, vorgelagerten Bau mit sieben Ge-
stärken zwischen 120 und 200 Millimeter
spielsweise im Europaviertel – jenem Gebiet
schossen und Dachterrassen. Hell abgesetzte,
sowie unterschiedlichen Aufbauten zum Ein-
westlich der City, das bis 1998 als Hauptgü-
geschossweise umlaufende Bänder betonen
satz. Auch hinter der dunklen Steinoberfläche
terbahnhof diente. 2019 soll dieses große in-
die Horizontale und gliedern die aufstreben-
des Erdgeschosses verbirgt sich ein spezielles
nerstädtische Entwicklungsgebiet vollständig
de Baumasse. Eine vertikale, über alle Etagen
Wärmedämm-Verbundsystem. Neben den
bebaut sein. Eines der markantesten Gebäude
laufende Faltung macht den Baukörper zum
Dämmsystemen samt Deckputzen und
ist schon jetzt bezogen: der Westside Tower.
prismatischen Objekt und unterstreicht die
Beschichtung lieferte Caparol knapp 4.000
städtebauliche Position des Gebäudes. Die
Meter Fassadenprofile. Sie bilden den oberen
Verschwenkung sorgt überdies für bessere
und unteren Abschluss der hellen, horizon-
Ausblicke aus allen Wohnungen – ein interes-
talen Fassadenbänder und verwandeln sich
santer Nebeneffekt.
im Bereich der Balkone und Loggien in tiefe
Schlanke Erscheinung
durch prägnante Faltung
Gesimse. Durch die Komplexität des BaukörDas Wohngebäude, für das der Hamburger
Generalplaner MPP Meding Plan + Projekt
GmbH verantwortlich zeichnet, markiert
Rund 8.000 Quadratmeter
Dämmfläche
den westlichen Eckpunkt des Quartiers und
pers mit seinen Faltungen, den auskragenden
Balkonen und Rücksprüngen in den Loggien
gestaltete sich die Planung und Umsetzung
des Wärmedämm-Verbundsystems als ausge-
umfasst 244 Mietwohnungen. Alle verfügen
Nicht sichtbar hingegen ist, was sich unter
sprochen anspruchsvoll. Dass dennoch das
über Balkon, Loggia oder Terrasse und bieten
der Fassade verbirgt: ein mineralisches, nicht
Augenmerk stets auf maximaler Qualität lag,
je nach Lage und Geschosshöhe atemberau-
brennbares WDVS. Damit wird der Westside
versteht sich hier in besonderem Maße. Am
bende Ausblicke auf die Frankfurter Skyline
Tower zum aktuell höchsten deutschen Ge-
Ende hat sich der Einsatz sichtbar gelohnt –
und den Taunus. Im Erdgeschoss findet eine
bäude mit einem energetisch hochwirksamen
der fertige Westside Tower präsentiert sich im
Kindertagesstätte Platz, eine hotelähnliche
Wärmedämm-Verbundsystem. Doch auch die
wahrsten Sinne des Wortes in allen Bereichen
Lobby und eine Tiefgarage auf zwei Ebenen
Quantität macht den Westside Tower zu
überragend. •
24
In jeder Hinsicht herausragend
Markant: Eine vertikale, über alle Etagen laufende Faltung bringt eine raffinierte Dynamik ins Spiel, macht schlank und unterstreicht die städtebauliche Position des
Westside Tower.
25
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Erweiterungsbau der
DAW-Firmenzentrale
Ein neues, ausdrucksstarkes Gesicht für die Deutschen Amphibolin Werke SE in OberRamstadt: Im März 2017 wurde die neu gebaute, Z-förmige DAW-Firmenzentrale bezogen. Das Gebäude bietet Arbeitsplätze für 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und
spiegelt gleichzeitig gekonnt die Nachhaltigkeits-Philosophie und Farbenkompetenz
des Familienunternehmens wider.
Formal nimmt der Neubau die ­Struktur
der Bestandsgebäude auf. Es wurde nicht
addiert, sondern weitergebaut. Eine
Gesamtkomposition – die Verbindung
des Alten mit dem Neuen. Material und
Rhythmus der Bestandsfassaden waren
Inspiration und Chance. Diese technisch
und energetisch ins 21. Jahrhundert zu
transformieren, eine Herausforderung.
Konzeption nach
DGNB-Standard
Die neue Firmenzentrale erfüllt hohe
ökologische Standards. Sie ist auf
maximale Nachhaltigkeit ausgelegt und
nach DGNB-Zertifizierung gemäß GoldStandard konzipiert. Kennzeichnend ist
der komplette Verzicht auf eine aktive
Klimatisierung. Dank Erdwärme in Verbindung mit Wärmepumpen sowie der
hochgedämmten Fassade mit dreifachverglasten Fenstern inklusive Sonnenschutzbedampfung soll der Primärenergiebedarf um 20 Prozent niedriger
ausfallen als es die Energieeinsparverordnung vorsieht. Kühlsegel in Räumen
26
mit besonderer solarer Exposition und
– dieser soll im nächsten Schritt saniert
Bauteilaktivierung werden zur Tempera-
werden.
turregulierung beitragen, in allen Etagen
lassen sich die Fenster manuell öffnen.
Die vorgehängte, hinterlüftete F
­ assade
(Lithodecor-Formteile) erhält ihren
Die Verwendung raumklimatisch unbe-
unverwechselbaren Charakter durch die
denklicher Materialien versteht sich für
Kombination von „Jura gelb“-Platten,
den Bauherrn von selbst. Alle verwende-
einem Sedimentgestein mit eingeschlos-
ten Produkte wurden entsprechend der
senen fossilen Ammoniten, und gebürs-
DGNB-Vorgaben geprüft. Da innen wie
tetem, mit GreyWood lasiertem Fichten-
außen viele Produkte aus dem DAW-
holz. Keine Platte gleicht der anderen.
Portfolio Verwendung fanden, ist das
Die Farbe der Pfosten-Riegel-Fassade,
Haus eine Quelle der Inspiration für
ein warmer, mittelgrauer Anthrazit-Me-
Handwerker und Architekten, ein Vor-
tallton, der je nach Licht leicht bronze-
zeigeobjekt für DAW-Produkte und ihre
farben erscheint, begleitet die Besucher
Farbkonzepte.
ins großzügig-transparente, drei Etagen
hohe Foyer, das die beiden Gebäudeflü-
Insgesamt 7.300
Quadratmeter Fläche
Der neue Bau mit 7.300 Quadratmeter
Büro-, Konferenz- und Seminarräumen
gel verbindet. Die Verglasung öffnet den
Blick auf die Produktion.
Eindrucksvolles Symbol
für Farbe und Handwerk
wurde von den Architekten Brückner
und Brückner aus Würzburg geplant. Er
Durch das Entree zieht sich wie ein
hat eine Fensterfront, die den Neubau
roter Teppich ein einzigartiges, manuell
künftig mit dem angrenzenden Altbau
beschichtetes, etwa 50 Meter langes Mö-
über ein Mäander nahtlos verschränkt
belband, das die Z-Form des Gebäudes
Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale
Unverwechselbarer Charakter: Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit ihrer Kombination aus Natursteinplatten „Jura gelb“ und lasiertem Fichtenholz.
27
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Das Handwerk im Blick: Vom weiträumigen Veranstaltungssaal aus ist das „Haus des Handwerks“ gut zu erkennen.
Offene Atmosphäre: Ein Steg über die Eingangshalle verbindet die Gebäudeflügel im Inneren miteinander und betont die transparente Anmutung.
28
Erweiterungsbau der DAW-Firmenzentrale
Multifunktional: Der Eingangsbereich ist Empfang, Begrüßungsort und Kommunikations-Treffpunkt in einem und eröffnet den Blick auf die Produktion im Hintergrund.
aufnimmt und sich von der Horizontalen
an Decken und Stützen die Farbvielfalt
in der Zentrale zu tun haben, können
in die Vertikale erhebt. Es ist der „groß-
des Unternehmens und transportieren
Arbeitsplätze nach dem Desk-Sharing-
zügige Pinselstrich“, der als Symbol für
den Wunsch des Firmeninhabers „mit
Prinzip nutzen. Auch die Außenbereiche
„Farbe und Handwerk“ steht und der
Farbe bauen“. So zeigt die Architektur
wie der Vorplatz oder die Cafeteria im
Kernkompetenz des Unternehmens einen
einerseits Materialfarbigkeiten und
obersten Geschoss werden als Arbeits-
gebührenden Platz verleiht.
andererseits „Farbe pur“ als Anstrich,
bereiche genutzt.
welche sich mit dem Bau verschränkt –
Die leuchtende, eigens für dieses Möbel-
ein Kontrast, der klar und markant das
Dabei hat die Cafeteria die besten
band entwickelte Beschichtungstechnik
Gebäude prägt.
Chancen, ein Lieblingsaufenthalt zu
in mehreren Rotnuancen zieht sich als
Wiedererkennungsmerkmal durch alle
öffentlichen Bereiche: Eingang, Treppenhäuser, Seminarebene und die für 60
werden. Kunden und Besucher können
Kommunikation und
Vernetzung
Gäste konzipierte Cafeteria im sechsten
Geschoss.
dank der bodentiefen Fenster im Sitzen
den Ausblick in den Odenwald genießen.
Wenn das Wetter es zulässt, werden zwei
Drittel der Fenster zusammengescho-
Die Auslegung der Büros folgt dem
ben – dann hat man das Gefühl, sich auf
Gruppenbüro-Prinzip, das heißt, die
einer Dachterrasse aufzuhalten.
Das Farb- und Materialkonzept des
Etagen sind weitgehend offen ausgelegt,
Neubaus ist eine Zusammenarbeit von
es gibt für jedes Stockwerk eine Cof-
Ziel all dieser Orte: Kommunikation
Brückner und Brückner Architekten mit
fice genannte Kaffeeecke, in der auch
und Vernetzung nicht allein durch termi-
dem Caparol FarbDesignStudio. Die
informelle Meetings stattfinden können.
nierte Treffen zu fördern, sondern durch
Fassade spiegelt die Auseinandersetzung
Als Konzentrations- und Besprechungs-
alltäglichen, beiläufigen Austausch –
mit dem Ort: Naturstein, Holz, Me-
räume für vertraulichere Themen stehen
zwischen den Personen, Abteilungen,
tall binden den Bau in die Landschaft
Leitungen und Mitarbeitern transparen-
zwischen Mitarbeitern und Kunden; das
des Odenwaldes ein. Im Innenraum
te Einzelbüros zur Verfügung. Mitar-
Gebäude als Ort für offene Kommunika-
repräsentieren intensive Farbnuancen
beiter des Vertriebs, die nur zeitweise
tion und Wissensaustausch der DAW. •
29
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Good bye,
Kasernen-Look!
Nach dem Wegzug der US-Streitkräfte stehen viele Großstädte vor der Aufgabe, die hinterlassenen militärischen Zonen für zivile Zwecke umzugestalten. Das folgende Beispiel zeigt, wie aus
Wohnkasernen ästhetisch ansprechende und auf dem Wohnungsmarkt begehrte Mehrfamilienhäuser werden.
Als die Amerikaner im Jahr 2008 Darm-
ihre Sanierung lohnte. Nach und nach
stadt verlassen hatten, verwaiste ihr
verschwanden die öden Außenfassaden
1954 erbautes Wohngebiet, die „Lin-
und machten einem heiteren Erschei-
coln-Family Housing“, kurz „Lincoln-
nungsbild mit raffinierten Farbakzenten
Siedlung“ genannt. Dieses 244.000
Platz. Was war geschehen? Im Herbst
Quadratmeter große Gelände zwischen
2015 hatte die bauverein AG begonnen,
Passend zu diesen Hauptfarben wurden
den Stadtteilen Bessungen und Eberstadt
in einem Baufeld mit Bestandsgebäuden
jeweils drei Akzentfarbtöne ergänzt, die in
ist umzäunt, eine Lindenallee entlang
sechs Gebäudezeilen für die Vermietung
Sättigung und Helligkeit variieren. Inte-
der Heidelberger Landstraße bildet die
herzurichten. Die neuen Fassaden sollten
ressant: Die Farbrichtungen der Häuser
östliche Grenze. 33 Gebäudezeilen mit
farblich dem Zeitgeist entsprechen, jedoch
wiederholen sich, aber die Gestaltung
588 Wohnungen, Schulen, Turnhallen
auch zum Baumbestand, den Balkonen,
der Akzentflächen variiert. Das hat zum
und Kindergärten standen plötzlich leer
den dunkelbraunen Eingängen und den
Teil mit der Gebäudearchitektur zu tun,
– eine Riesenchance für das wirtschaft-
braunen Satteldächern passen. In Abstim-
da einige Häuser Anbauten haben. Die
lich boomende Darmstadt, die steigende
mung mit dem Caparol FarbDesignStudio
Wohnblöcke wirken so optisch niedriger
Nachfrage nach Wohnungen zu befriedi-
entschied sich die ausführende Architektin
und durch die klare, farbliche Gliederung
gen. Ab 2014 wurde ein Teil der Bauten
für ein kühles Weiß als neutralen Grund-
insgesamt freundlich und einladend. Zwei
abgerissen.
ton für alle Häuser. Die Eingänge wurden
prägnante Giebelseiten an der Noackstraße
mit kräftigen, vertikalen Farbstreifen
lenken dazu die Blicke auf sich. Diese sind
links und rechts der Treppenhausvergla-
mit überlebensgroßen Porträts von Albert
sung markiert. Diese Betonungen ma-
Einstein und Abraham Lincoln plakativ
chen deutlich, dass jeder Block trotz des
gestaltet. Der Darmstädter Spraykünstler
einheitlichen Gestaltungsrasters eigentlich
Elmar Compes hat die beiden Charakter-
Der Bebauungsplan sah hier Neubauten,
aus drei Häusern besteht. Die Wohnblö-
köpfe aus Grauwerten und Schwarz darge-
neben Wohngebäuden auch Tiefgaragen,
cke sind geprägt von den drei Farbrich-
stellt und gelb-orange umrahmt. Der bärtige
eine neue Schule und eine geänderte
tungen Rot, Gelb und Blau. Sie helfen bei
Namensgeber Lincoln aber wird wohl bald
Straßenerschließung vor. Andere Bauten
der raschen Orientierung und verleihen
die einzige Erinnerung an die ehemalige
hatten eine so gute Substanz, dass sich
den Fassaden ihre individuelle Note.
„Lincoln-Siedlung“ der Amerikaner sein. •
Hell und freundlich
statt Einheitsgrau
30
Durchgängige Farbrichtungen, aber unterschiedliche Akzentflächen
Good bye, Kasernen-Look!
Neuer Glanz: Aus Wohnkasernen der US-Streitkräfte wurden begehrte Mehrfamilienhäuser mit frischen Fassaden.
31
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Ton angeben statt nur
mitmischen – die Caparol
Trendfarben 2017
Wie sehen die aktuellen Farbtrends aus? Welche Kombinationen und Nuancen bestimmen in diesem Jahr die Innenraumgestaltung? Eine gute Anregung liefern hier
die aktuellen Caparol Farbwelten. Sie kombinieren vertraute mit neuen Farbtönen –
und machen damit Lust auf schöne, individuelle Stimmungen.
Die aktuellen Caparol Farbwelten sind
vor allem geprägt von zeitlosen Werten
wie Natürlichkeit, Ruhe und Einfachheit. Bräunliche und erdige Farben wie
Terrakotta, Schilf und Khaki geben den
Ton an – mal intensiver, mal zurückhaltender. Dazu kommen zarte Pastelltöne,
die für einen harmonischen Ausgleich
sorgen: Gelb, Mint, Apricot und Schilf.
Und warum nicht mal ein paar erfrischende Farbtupfer zwischendurch,
zum Beispiel mit Senf und Anthrazit?
Abgerundet wird das Ganze durch Blau
und Rot: der eine Farbton, Blau, angenehm kühl und frisch, der andere, Rot,
charmant-verheißungsvoll und in jeder
Nuance ein optischer Genuss.
Elegantes Comeback:
Braun und Cognac
Braun feiert sein Comeback – aber in
Form einer eleganten Cognac-Nuance.
Es hat den dunklen, schweren Charakter der 70er und 80er Jahre verloren
und präsentiert sich warm, edel, natür-
32
Farbenfrohe Kombination: Der Flyer und das Projektbuch „Caparol UNIKAT #1“ passen in jede Tasche
und bieten eine gute Übersicht über die aktuellen Farbtrends.
lich. Dazu gesellt sich ein leuchtendes,
chem Verhältnis Farbtöne miteinander
intensives Ultramarin. So neu und
gestaltet werden, beeinflusst stark die
spannend wurde das noch gar nicht ge-
Raumwirkung und damit die atmosphä-
sehen. Der Farbton selbst ist zwar nicht
rische Anmutung.
neu, wohl aber die Nuance in dieser
Kombination. Die Kombination spielt
Die dunkle Schwere, die den Stil der
eine wichtige Rolle. Hier fließt auch die
späten 1970er Jahre charakterisiert
Proportion der Farbtöne ein. In wel-
hat, entstand durch die Verbindung von
Die Caparol Trendfarben 2017
Farbwelt 1: Blau, Terra und Khaki.
Braun mit gedämpftem Orange und
Oliv sowie der proportionalen Verteilung an Wand und Decke. Das war in
Aktuelles Terrakotta: alles
andere als mediterran!
den 70er und 80er Jahren tongebend:
Braun, wohin das Auge reicht.
stil. Plötzlich ist Terrakotta wieder in.
Das Neue daran? Es ist nun leicht und
pastellig, ohne mediterrane Schwere.
Das unterstützt ein helles Apricot. Für
Ähnlich wie mit den Braun-Nuancen
Frische und Modernität sorgen die
der 70er und 80er Jahre verhält es sich
Kombination mit einem kraftvollen
Es ist also die aktuelle Interpretati-
mit Terrakotta: Viele Jahre verkörperten
Blau sowie ein Wanddesign im Retro-
on, die das Neue bei Trendfarbtönen
Material und Farbton die hiesige Sehn-
Stil mit grafischen Mustern und geome-
ausmacht.
sucht nach dem mediterranen Lebens-
trischen Formen.
Farbwelt 2: Mint, Gelb und Apricot.
33
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Pastellgelb erfährt grafische Klarheit und Kühle
Cognac fasziniert mit
intensivem Blau
ton. Er fängt die Eleganz der Farbwelt
Helles, leicht-zitroniges Pastellgelb wird
Das neue Cognac-Braun wirkt besonders
jetzt kombiniert mit Mint und dunklem,
reizvoll in Verbindung mit einem dunk-
warmem Grau. Diese Interpretation er-
len, intensiven Nachtblau. Die Kombina-
Ton in Ton mit einem
gewissen „Extra“
zeugt Kontraste mit grafischer Klarheit
tion mit einer hellen, neutralen Grau-
und Kühle. Eine ganz neue Wirkung, die
Nuance nimmt die Schwere und bringt
Ein feines, dezentes Ambiente bewirken
man von sanften Pastelltönen so nicht
das warmtonige Cognac zum Leuchten.
Kombinationen, die teilweise Ton in Ton
kennt und eher skandinavisch anmutet.
Hinzu kommt ein heller, senfiger Gelb-
gehalten sind. Dadurch entsteht eine
Farbwelt 3: Blau und Gelb.
34
auf und verleiht ihr einen leichten, unbeschwerten Touch.
Die Caparol Trendfarben 2017
Farbwelt 4: Rot und Schilf.
atmosphärische Harmonie. Weiterhin
wird ein intensives Sorbetrot neben seine
hellere Schwester platziert – einer weich
Die neuen Farbwelten
auch zum Mitnehmen
abgesofteten Pastellvariante. Ein mildes,
Oberflächen-Gestaltung und vieles mehr.
Dazu bietet es viel Platz für Projekte,
Gedanken und Ideen – die mit den beigefügten Farbkarten gleich ausprobiert
natürliches Schilf rundet die Kombination
Wer mehr über die aktuellen Caparol
ab und sorgt so für das gewisse Extra.
Farbwelten wissen möchte, findet im
Die Komposition wird dabei von einem
neuen handlichen Projektbuch „Caparol
gebrochenen Weiß abgerundet, das die üb-
UNIKAT #1“ alles zusammengefasst: die
rigen Töne zum Strahlen bringt und ihnen
neuesten Farbtrends, Kombinationen,
Es ist erhältlich im Caparol-Shop:
Kontur verleiht.
Objektbeispiele, jede Menge Tipps zur
www.caparol-shop.de/unikat •
werden können.
35
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Ein Gesicht, das
Geschichten erzählt
Eine alte Dame zieht in Mannheim derzeit alle Blicke auf sich. Seit dem Sommer 2016 blickt
„Vera“ von einem Hochhaus in der Brandenburger Straße in die Ferne. Von Nord-Osten
kommend fällt das eindrucksvolle Porträt unweigerlich ins Auge. Doch nicht nur die schiere
Größe des 43 Meter hohen Murals beeindruckt, sondern auch die Ausdruckskraft eines
Gesichts, das unübersehbar vom Leben gezeichnet ist.
Hinter dem Werk steckt Künstler Hend-
heim, das Stadt.Wand.Kunst initiiert hat:
kümmerten sich dagegen Industrieklette-
rik Beikirch, der sich mit seinen weltweit
„Ein Wandgemälde in dieser Dimension
rer, die sich vom Hausdach abseilten.
zu findenden, überlebensgroßen Porträts
bringt alleine einen personalen Aufwand
einen Namen gemacht hat. Er will Gesich-
mit sich, den wir bei früheren Arbeiten
ter zeigen, die Geschichten erzählen, und
so nicht hatten“, sagt er. „Aber dafür
so ein Gegenüber zur anonymen, urbanen
haben wir jetzt nicht nur ein Werk eines
Masse schaffen. Das Porträt von „Vera“
echten Graffiti-Urgesteins in Mannheim,
zeichnete Beikirch auf einer Reise durch
sondern unseres Wissens nach auch noch
Nun war Künstler Hendrik Beikirch an
Sibirien. Im Rahmen des Stadt.Wand.
das größte Mural Deutschlands.“ Zu
der Reihe: Er hatte zunächst am Computer
Kunst-Projekts, das die Stadt in eine öf-
Beginn der Arbeiten wurde zunächst die
simuliert, wie die Skizze auf dem Gebäude
fentliche Galerie verwandeln will, brachte
Blechfassade gereinigt und angeraut. Als
wirken würde. Und übertrug sie dann – teils
er es nun nach Mannheim. Der größte
Grundierung kam Capacryl Haftprimer
mit der Spraydose, teils mit Farbrolle und
Reiz dabei war für ihn, eine Gestaltung zu
zum Einsatz. Es folgten eine Zwischen-
Amphibolin – frei Hand und in tausend-
entwickeln, die mit der besonderen Archi-
und die Schlussbeschichtung mit Caparol
facher Vergrößerung auf die Fassade. Die
tektur des Gebäudes harmoniert.
Amphibolin. Die Betonflächen wurden
Arbeiten an dem Gebäude blieben nicht
mit CapaGrund Universal grundiert und
unbemerkt. Von „zum Fürchten“ bis hin zu
ebenfalls zwischen- und schlussbeschich-
„ein Meisterwerk“ waren alle Meinungen
tet mit Amphibolin. Insgesamt kamen bei
vertreten. Das Gebäude gehört zum Bestand
dem Projekt etwa 120 Liter Haftprimer
der Wohnungsbaugesellschaft GBG Mann-
für die Grundierung der Blechfassade und
heim. Deren Bereichsleiter Unternehmens-
Mehr als 60 Beteiligte trugen ihren Teil
550 Liter Amphibolin zum Einsatz. Die
kommunikation, Christian Franke, sagt:
zu dem Mammutprojekt bei, das über
reine Fläche stellte die Beteiligten nicht
„Viele Bewohner sind von dem Kunstpro-
ein halbes Jahr Vorbereitungs- und einen
vor große Herausforderungen – wohl
jekt überzeugt und stolz darauf, dass wir
Monat Umsetzungszeit beanspruchte.
aber die Höhe des Gebäudes: Die unteren
es an dieser Stelle Mannheims realisieren
Die Koordination aller Beteiligten lag
zwei Drittel des mächtigen Wohnblocks
konnten. (...) Der Künstler stand immer
bei Projektleiter Sebastian Bader vom
bearbeiteten sie von 30-Meter-Hubstei-
bereit, wenn er gefragt wurde. Das wurde
Kulturzentrum Alte Feuerwache in Mann-
gern aus. Um das obere Gebäudedrittel
sehr positiv aufgenommen.“ •
Das vermutlich größte
Mural Deutschlands
36
Die Herausforderung
lag in der Höhe
Ein Gesicht, das Geschichten erzählt
Christian Franke, GBG-Bereichsleiter Unternehmenskommunikation: „Die Wohnungsbaugesellschaft GBG Mannheim beteiligt sich am Stadt.Wand.KunstProjekt, weil sie nicht nur Raum zum Wohnen bietet, sondern auch für mehr Lebensqualität in Mannheim sorgen möchte.“
Foto: Alexander Krziwanie
37
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
EnEV – Aktuelle
detaillierte Informationen
Die gute Nachricht für alle, die an mehr Behaglichkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit interessiert sind: Die Sanierung von Außenwänden mit Wärmedämm-Verbundsystemen ist problemlos im Rahmen der EnEV möglich!
Die EnEV 2014 ist am 01.05.2014
Ausbau und Fassade Baden-Württemberg
Nach derzeitiger Auslegung der EnEV
in Kraft getreten und gilt seit dem
hat sich die Projektgruppe EnEV der Bau-
darf ein WDVS auf einen vorhandenen,
01.01.2016 mit Verschärfungen. Sie ent-
ministerkonferenz mit der Auslegung der
intakten und tragfähigen Altputz in
hält im Vergleich zur Vorgängerfassung,
aktuellen Anwendungsbereiche beschäf-
bestimmten Fällen ohne Einhaltung der
der EnEV 2009, geänderte Anwendungs-
tigt. Mitgeteilt wurde, dass der Einbau
EnEV-Vorgaben angebracht werden (siehe
bereiche an bestehenden Außenwänden.
von Dämmplatten eines WDVS nicht in
Infografik). Auch ein intakter Putz darf
den Geltungsbereich der Anlage 3 Nr. 1a
mit einer Armierungslage und Oberputz
Nachdem 2009 bereits Innendämmungen
(„… Bekleidungen in Form von Platten
überarbeitet werden. Muss der Altputz
und das Ausfachen von Fachwerkwän-
oder plattenartigen Bauteilen …“) fällt.
jedoch abgenommen werden, weil er z.B.
den herausgenommen wurden, ist in der
Nur wenn der Außenputz erneuert wer-
nicht tragfähig oder aus materialverträgli-
aktuellen EnEV auch der Einbau von
den muss und ein WDVS nach Abnehmen
cher Sicht nicht überarbeitbar ist, müssen
Dämmschichten entfallen. Auf Anfrage
des Altputzes aufgebracht wird, muss die
die EnEV-Vorgaben (in betroffenen Teil-
des Fachverbandes der Stuckateure für
EnEV angewendet werden.
flächen) eingehalten werden.
U-Wert der Außenwand
Bereich wirtschaftlich
0,400
WDVS in W/(m2 · K)
U-Wert der Außenwand mit
0,500
geboten bis ökonomisch
optimal
0,300
Ausgangs-U-Wert der Wand
0,200
1,8 W (m2·K)
0,100
Ausgangs-U-Wert der Wand
1,4 W (m2·K)
0,000
2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40
Dämmschichtdicke in cm bei A = 0,035 W/(m2·K)
38
Ausgangs-U-Wert der Wand
1,0 W (m2·K)
EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen
Schematische Darstellung einer Sanierung mit WDVS nach EnEV
Sanierung einer Außenwand durch WDVS oder Putzreparatur/Putzerneuerung
für Gebäude im Bestand nach Anlage 3 Punkt 1 EnEV 2014
Außenwände wurden vor dem 31.12.1983 errichtet
und/oder entsprechen nicht den energiesparrechtlichen
Vorschriften nach dem 31.12.1983 (2. WSchVO)
JA
NEIN
Außenputz ist intakt oder
Sanierung auf weniger als 10 % der
keine EnEV-Vorgaben
JA
gemäß Anlage 3
gesamten Außenwandfläche
NEIN
EnEV:
Außenputz muss auf
mehr als 10 % der
Außenwandfläche
ersetzt, großflächig
oder vollständig
abgenommen werden
WDVS mit Dämmstoffdicke
nach Ermessen des Bauherrn,
z.B. nach Betrachtung zur
Wirtschaftlichkeit der Dämmung
in Bezug auf Heizkostenersparnis
WDVS mit Dämmstoffdicke nach
baulichen Besonderheiten sowie
unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten (Dachüberstand,
Fensterbänke, Anbauten etc.)
kein WDVS?
--> neue
Armierung und
Oberputz
EnEVNachweise
Ausnahmen und Befreiungen
gemäß §§ 24-25 EnEV
- WDVS-Dämmstoffdicke gemäß
U-Wert nach Bauteilnachweis
(U ≤ 0,24 W/(m²·K))
- ggf. KfW-Förderung
möglich (U ≤ 0,20 W/(m²·K))
- WDVS-Dämmstoffdicke gemäß Gebäudebilanzierung nach Referenzgebäudeverfahren
(1,4-facher Jahresprimärenergiebedarf
bzw. Transmissionswärmeverlust)
- ggf. KfW-Förderung möglich
39
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Die Anwendung der EnEV ist weiterhin
Bauliche Gegebenheiten wie Anbauten
nur erforderlich, wenn mehr als 10 %
und Fremdmontagen, Fensteranschläge
der gesamten Putzaußenwandfläche
etc. müssen bei einer Beratung berück-
überarbeitet werden sollen. Der Min-
sichtigt werden. Folgekosten von Fassa-
destwärmeschutz nach DIN 4108-2
dendämmungen, wie der Einbau neuer
muss natürlich weiterhin beachtet
Fensterbänke, oder Kostensubstitution
werden. Die energetische Qualität des
durch Fördermittel können Entscheidun-
Gebäudes darf sich nicht verschlechtern.
gen beeinflussen.
Die wirtschaftlichste
Dämmstoffdicke?
Zusammenhänge
berücksichtigen!
Die Ermittlung der wirtschaftlichsten Dämmstoffdicke kann z.B. durch einen
Daraus ergeben sich für die Beratung
Eines ist sicher: Gedämmte Außenwände
Energieberater berechnet werden. Ein-
von Planern und Bauherren neue Mög-
senken nicht nur laufende Kosten für
flussfaktoren sind z.B.
lichkeiten: Ein WDVS kann den bauli-
Energie:
- der Flächenanteil der Fassade und chen Gegebenheiten sowie den energetischen und wirtschaftlichen Möglich-
• Der Verbrauch meist endlicher
anderer wärmeumfassender Bauteile
keiten entsprechend optimal geplant
Energieträger wird gesenkt
- der Ausgangszustand der wärme-
werden, ohne die Auflagen der EnEV
• Die Umwelt wird entlastet
umfassenden Bauteile
zu erfüllen. Bei der Beratung ist eine
• Die Behaglichkeit in den Wohnungen
- geplante Einzelmaßnahmen oder Orientierung auf eine optimale Dämm-
wird gesteigert
Maßnahmenpakete (Fassade mit stoffdicke ohne Kenntnis der Bausub-
• Die Schimmelgefahr wird minimiert
WDVS + Fenstererneuerung + Dach-
stanz kaum möglich: Je schlechter die
• Die Außenwand wird vor hygro-
dämmung + Heizungsoptimierung)
Substanz, desto früher amortisiert sich
thermischen Einflüssen geschützt
- Nutzung des Gebäudes
die Fassadendämmung insbesondere
• Das optische Erscheinungsbild
- Entwicklung von Energiepreis und unter Beachtung der Sowieso-Kosten.
wird aufgewertet
Kapitalzins
Witterungsbedingungen und Nutzungs-
• Der Wert der Immobilie wird erhöht
Der U-Wert der Außenwand wird durch
gewohnheiten, auch die Entwicklung der
Kosten für Energieträger und -technik
Somit ist offensichtlich: Es bleiben
die ersten cm Dämmstoff am meisten
oder Baupreise beeinflussen die Wirt-
genug gute Argumente für die Dämmung
beeinflusst. Ein niedriger U-Wert führt
schaftlichkeit.
von Außenwänden mit WDVS!
zu höheren Wandinnentemperaturen.
Jährliche Endenergieeinsparung in kWh/a
bei Ausgangs-U-Wert der
10000
8000
in kWh/a
Jährliche Endenergieeinsparung
U-Wert der Ausgangskonstruktion
Wand 1,8 W/(m2·K)
6000
4000
Jährliche Endenergieeinsparung in kWh/a
bei Ausgangs-U-Wert der
2000
Wand 1,4 W/(m2·K)
0
2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40
Dämmschichtdicke in cm
40
Jährliche Endenergieeinsparung in kWh/a
bei Ausgangs-U-Wert der
Wand 1,0 W/(m2·K)
EnEV – Aktuelle detaillierte Informationen
• Je höher der U-Wert der Ausgangs-
- Herstellung von Anschlüssen an
WDVS haben eine lange Nutzungsdauer.
konstruktion ist, desto größer ist die Fenster, Fremdeinbauten etc.
So kommen das Fraunhofer Institut für
potenzielle Energieeinsparung durch - Verklebung der Dämmstoffe,
Bauphysik in Holzkirchen und das Insti-
Armierung, Oberputz und ggf.
tut für Bauforschung in Hannover in
Anstrich
ihren Untersuchungen übereinstimmend
ein WDVS
• Soll eine Fassade einmal überarbeitet zu dem Ergebnis, dass sich Außenwände
werden, fallen unabhängig von der Der Preis der Dämmstoffe pro cm Dicke
mit WDVS hinsichtlich der Schadens-
Dicke der Dämmung Kosten an, z.B.:
ist im Vergleich zu den Sowieso- und
anfälligkeit auch über einen längeren
- Gerüststellung, Baustelleneinrichtung, Gesamt-Erstellungskosten eines WDVS
Zeitraum nicht von normalen Putzfassa-
Demontagen + Montagen
den unterscheiden. Standzeiten bis zu 40
niedrig.
Jahren sind keine Seltenheit. •
-Untergrundvorbereitungen
Ökologische Aspekte bei der Fassadendämmung
Herstellung Dämmplatte
Der Herstellungsprimärenergieaufwand liegt bei 388 kWh bis 611 kWh (38 – 60 Liter
Heizöl) je Kubikmeter Styropor. Mit 1 m3 können bei einer Dämmstoffdicke von 10 cm
10 m2 Fassade gedämmt werden. „Die Unterschiede der aufzuwendenden Primärener­
gien resultieren aus den unterschiedlichen Rohdichten der Produktuntergruppen.“ [2]
Beispiel für eine Fassadendämmung [1]
• Typisches Wohnhaus der Gebäudealtersklasse 1968 bis 1979
• Bei einem Standard-Zweifamilienhaus mit 160 m² Wohnfläche und
215 m² Außenwände (U = 1,4 W/m²·K) beträgt die Heizenergieeinsparung
bei der Sanierung (U = 0,28 W/m²·K) mit EPS Dämmstoffdicke 10 cm
(Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/m²·K) ca. 19.000 kWh im Jahr (1.900 Liter Heizöl).
• Ca. 21 m³ werden benötigt für die Fassade (10 cm Dämmstoffdicke).
Der benötigte Primärenergieaufwand für die Herstellung von 21 m³ EPS
beträgt ca. 10.300 kWh (1.030 Liter Heizöl). D.h., pro m³ Fassadendämmung
werden ca. 900 kWh im Jahr eingespart (90 Liter Heizöl).
• Nach ca. 7 Monaten amortisiert sich die Herstellungsprimärenergie.
Anschließend werden pro Jahr ca. 19.000 kWh (1.900 Liter Heizöl) eingespart.
Recycling Dämmplatte
Wiederverwendungs-, Rückgewinnungs- oder Recyclingpotenzial liegt bei 114 kWh bis
145 kWh (12 – 15 Liter Heizöl) je Kubikmeter Styropor. [2]
[1] A. Holm; C. Mayer; C. Sprengard: Kritische Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit von energiesparenden Wärmeschutzmaßnahmen, Bauphysik Februar 2016, Heft 1
[2] epd: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 (www.bau-umwelt.com/https://epd-online.com)
41
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Wo die Entspannung schon
beim Parken beginnt
Endlich Urlaub! Gibt es etwas Schöneres, als die Taschen packen und in die wohlverdiente Auszeit zu entfliehen? Leider beginnt der Aufenthalt in der Regel jedoch erst mal trist
und grau: in der Tiefgarage. Schließlich entspricht die Gestaltung dort meist der Lage –
sie ist schlicht unterirdisch. Hier setzt das Familotel Feldberger Hof im Hochschwarzwald
einen erholsamen Gegenakzent.
Der Eigentümer wollte für Familien ein
Deckenanstrich zusätzlich verstärkt“,
rung von Fahrspuren, Parktaschen und
Erlebnis schon beim Parken schaffen, das
beschreibt Bauleiter Ingo Görsmeier das
Laufwegen trägt ebenfalls zur Attraktivi-
zum Charakter dieser außergewöhnlichen
belebende Ambiente, das Autofahrer
tät und zu einem positiven Image bei.
Hotelanlage passt. Für den ungewöhnlich
im Feldberger Hof empfängt. Die drei
fröhlichen Empfang sorgt nun das Kon-
Parkebenen im Feldberger Hof verfügen
zept der Caparol Farbdesignerin Petra
über jeweils eigene Zu- und Ausfahrten.
Ruhnau. „Sanfte, lichte Farbnuancen
„Optisch unterscheiden sie sich dadurch,
wechseln sich rhythmisch mit leuchtenden
dass jeder Ebene ein eigener Hauptfarb-
Einladendere Atmosphäre
mit Zusatznutzen
Tönen in vertikaler Streifung ab (...)“, be-
ton zugeordnet ist. Diese Erkennungsfar-
Ein gutes und wünschenswertes Gefühl
schreibt Diplom-Designerin Petra Ruhnau
be – Blau oder Grün oder Rot – kommt
der Sicherheit lässt sich auch in älteren
vom Caparol FarbDesignStudio in Ober-
an den jeweiligen Stützen, Stirnwänden
Parkhäusern und Tiefgaragen durch eine
Ramstadt ihren Entwurf. Während die
und Treppenhäusern in verschiedenen
differenzierte farbliche Gestaltung der
Decke mit der Universalfarbe Amphibolin
Nuancen zum Einsatz. Im Zusammen-
einzelnen Parkebenen erzeugen. Hand-
weiß beschichtet wurde, wurden die Be-
spiel von lichten Blaunuancen, die sich
lungsbedarf besteht in jedem Fall. Die
tonwände mit insgesamt 24 verschiedenen
auf jeder Ebene wiederfinden, entstehen
erdrückende Monotonie schier endloser
Farbtönen differenziert.
drei ganz unterschiedliche Atmosphären“,
betongrauer Wände gilt es zu verwandeln:
erläutert Petra Ruhnau ihr Konzept. Auf
Wenn Planer und Architekten darauf
Ebene B bestimmen Grüntöne das Bild
achten, in Parkhäusern und Tiefgaragen
von Gelbgrün über Pfefferminzpastell bis
mit ausgesuchten Farben eine Willkom-
hin zu sattem Tannengrün, wogegen ganz
mensatmosphäre zu erzeugen, ist Parkgäs-
Die helle Freude auf
jeder Ebene
oben auf Deck C eine maritime Farbstim-
ten und Auftraggebern bestmöglich ge-
„Unter drei Entwürfen (...) entschied
mung mit türkisblauen bis petrolfarbigen
dient. Jeder Autofahrer will sich von der
sich der Bauherr für den mit den senk-
Nuancen vorherrscht. Um Hotelgästen die
Einfahrt bis zur Ausfahrt rundum gut und
rechten Streifen. Besonders gefallen hat,
Orientierung zu erleichtern, wünschte der
sicher aufgehoben fühlen. Das sollte nicht
dass durch die vertikale Ausrichtung des
Hotelier, dass die Stirnwand auf allen drei
nur Ziel zeitgemäßer Farbgebungskonzep-
Musters die Parkdecks optisch höher
Parkebenen den Farbton der Treppenhäu-
te für Hotelgaragen sein. Dann beginnt
wirken; ein Eindruck, den der weiße
ser übernimmt. Die eindeutige Markie-
die Erholung bereits bei der Ankunft! •
42
Wo die Entspannung schon beim Parken beginnt
Vorher: Tristesse, wie man sie in jedem Parkhaus findet.
Nachher: ein freundlicher, heller Empfang für die Kunden.
Hier macht schon das Ankommen Spaß: Jeder Parkebene ist ein eigener Hauptfarbton zugeordnet.
Viele Vorteile: Die verwendete Universalfarbe Amphibolin reduziert mit ihren hohen Reflexionswerten den Lichtbedarf und ist zudem besonders leicht zu reinigen.
43
WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Lebensfreude pur: Bunte Farben im kubanischen Alltag
Die Farben der Karibik: Eine ganze Palette leuchtender Colorationen präsentiert sich dem Besucher auf Kuba. (Fotos: Christoph Kronenberg)
Wie bunt und lebensfroh sich Kuba
bringt die Farben intensiv zum Leuch-
immer einfachen Lebensumständen
vielerorts präsentiert, möchten wir
ten, jede Nuance, jede Schattierung
auf Kuba die Oberhand behalten. Die
Ihnen an dieser Stelle zeigen. Hier eine
erfreut das Auge mit ihrer Leichtigkeit
Kubaner scheinen alles immer ein wenig
Fassade in Türkis, dort eine Veranda in
und Buntheit.
leichter zu nehmen – und alles ein wenig
leuchtend Rot, daneben leuchtet sonni-
fröhlicher zu gestalten. Ob sich diese
ges Gelb – hier wirken die Gestaltungen
Das Erstaunliche daran: Optimismus
Lebensfreude auch auf hiesige Ver-
der Häuser wie ein direkter Ausdruck
und Lebensfreude wirken so durch und
hältnisse übertragen ließe? Leuchtende
einer geradezu überbordenden Lebens-
durch in Land und Leuten verwurzelt,
Farben scheinen jedenfalls schon mal
freude und -lust. Die karibische Sonne
dass sie scheinbar auch bei den nicht
ein guter Anfang zu sein. •
44
WOBAU aktuell
Neu und nobel: Klassizistische Wohlfühlatmosphäre
Moderne Gestaltung mit klassischen Elementen: Im Inneren prägen helles und kräftiges Braun und eine satte Brombeerfarbe das Erscheinungsbild.
Vor über hundert Jahren war das Kur-
Hotel modern, dezent und einladend.
Stuhlbezügen wieder. So ist jeder Raum
haushotel von Bad Salzhausen, einem
Helles und kräftiges Braun und eine
farblich mit dem anderen verbunden.
Stadtteil von Nidda, ein Treffpunkt der
dominante Brombeerfarbe ziehen sich
Im Foyer hängt nun ein Profilbild des
High Society. Jetzt ist es wieder so weit:
wie ein roter Faden durch das Sanie-
hessischen Architekten Georg Moller, der
Durch Umbauten und ein stimmiges
rungskonzept.
das dreigeschossige Gebäude im klassi-
Farbkonzept hat das Haus inzwischen
zistischen Stil vor 190 Jahren geschaffen
an Wohlfühl-Atmosphäre gewonnen,
In der Bar, einem fensterreichen hohen
hat – in einem goldfarbenen Rahmen. Es
so wie es Gäste und Tagungsteilnehmer
Raum, dominieren dunkle, mit Mes-
ist der Brückenschlag zwischen 2016 und
von heute schätzen und erwarten. Der
sing kombinierte Hölzer. Der aus Foyer
dem Jahr 1826, in dem die Geschichte des
klassizistische Charakter der Räume
und Restaurant bereits vertraute rotlila
Kurhaushotels begann. Jetzt ist es in der
blieb erhalten, gleichzeitig wirkt das
Brombeerton findet sich in den samtenen
Neuzeit angekommen. •
In neuem Glanz: Das von Georg Moller geschaffene Kurhaushotel von Bad Salzhausen wirkt dezent und prachtvoll zugleich.
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WOBAU report Ausgabe 24 | 2017
Runder Geburtstag: Dr. Klaus Murjahn feiert 80. Geburtstag
Der Seniorchef und Verwaltungsratsvor-
Als Klaus Murjahn 1970 in das Fami-
sitzende der DAW SE Dr. Klaus Murjahn
lienunternehmen einstieg, waren etwa
vollendete am 24. November 2016 sein
800 Mitarbeiter für die DAW tätig, der
80. Lebensjahr. Klaus Murjahn promo-
Umsatz lag bei knapp 100 Millionen
vierte an der Albert-Ludwigs-Universität
D-Mark. Heute ist das Unternehmen
in Freiburg und trat im April 1970 in
mit rund 5.600 Mitarbeitern im In- und
das Familienunternehmen ein. 1972
Ausland und einem Umsatz von jähr-
wurde er persönlich haftender Gesell-
lich über 1,3 Milliarden Euro Europas
schafter der DAW und 1973 auch deren
größter privater Baufarbenhersteller.
Geschäftsführer. In den mehr als vier
Besonders freut es Klaus Murjahn, dass
DAW-Geschäftsleitung tätig. Im Juni
Jahrzehnten seines beruflichen Wirkens
der von langer Hand vorbereitete Ge-
2008 übernahm er den Vorsitz des Gre-
hat Klaus Murjahn zusammen mit seinen
nerationswechsel erfolgreich verlaufen
miums. Damit ist die Zukunft der DAW
Mitarbeitern den Ausbau des Unterneh-
ist. Sein Sohn Dr. Ralf Murjahn ist in
gesichert, die nun bereits in der fünften
mens im In- und Ausland entscheidend
seine Fußstapfen getreten und seit 2001
Generation als Familienunternehmen
vorangetrieben.
mit großem persönlichem Einsatz in der
geführt wird. •
BAU 2017: Vier starke DAW-Marken, ein inspirierender Auftritt
Weithin sichtbar: Der DAW-Stand auf der BAU 2017 bot jede Menge Innovationen und bestand zum größten Teil aus vorhandenen und wiederverwerteten Materialien.
Das war ein echter Hingucker auf der BAU
tragen, stammten noch vom Messestand der
Bedarf in allen Phasen und für alle Aufgaben
2017 vom 16. bis 21.1.2017 in München:
BAU 2015. Auch hier stand Nachhaltigkeit
bei der Realisierung eines Bauvorhabens
Der gemeinsame Messestand von Caparol,
im Vordergrund: So weit wie möglich wurde
zur Seite stehen. Damit erhalten sie von der
alsecco, Disbon und Lithodecor zog auch
auf vorhandene und wiederverwertbare Ma-
ersten Idee bis zum erfolgreichen Projektab-
bei einem Publikum, das schon so einiges
terialien zurückgegriffen. Die ihrerseits nach
schluss alle Leistungen aus einer Hand, profi-
gesehen haben dürfte, die Blicke auf sich.
der Messe auch wieder verwendet werden.
tieren vom gewerkeübergreifenden Know-
Acht Säulen, jede fünf Meter hoch, aufge-
Unter dem Motto „nachhaltig. inspirie-
how aller vier Marken und können ihre
baut aus Euro-Paletten, ragten wie Leucht-
rend.“ präsentierten die vier DAW-Marken
Entwurfsideen in hoher Qualität realisieren
türme aus dem Messegeschehen. Sie waren
Caparol, alsecco, Disbon und Lithodecor an
– ein echter Mehrwert. Das PLUS-Konzept
mit Exponaten bestückt und markierten
ihrem Gemeinschaftsstand innovative Pro-
spiegelte sich auch in einer hochwertigen
die Ecken und Seiten auf der BAU 2017 in
dukte für Fassade, Wand, Decke und Boden.
Broschüre mit zahlreichen Top-Referenzen
München. Die rauen Holzpaletten und teils
Das PLUS-Konzept steht dafür, dass die vier
wider, die am Messestand verteilt wurde. •
rostigen T-Träger, die die zweite Standebene
Vertriebsgesellschaften Projektpartnern bei
www.plus.daw.de
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Referenzobjekte
WOBAU Referenzobjekte
Seite 4-5:
Bauherr:
Gestaltung:
Produkte:
Fotos:
Wohnsiedlung, Elmshorn
Adlershorst Baugenossenschaft e.G., Norderstedt
Caparol FarbDesignStudio
WDV-System PRO, Akzentflächengestaltung: Glasmosaik
Siliconharz-Fassadenfarbe ThermoSan
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Foto-Studio Penz
Seite 10-11, 18-19:
Bauherr:
Produkte:
Fotos:
Niedrigenergiehaus-Siedlung, Bremen
Gewosie Wohnungsgesellschaft, Bremen
WDV-System PRO, Akzentflächengestaltung: Keramik-Fliesen
Copyright Christian Gahl
Seite 16-17:
Bauherr:
Betreiber:
Produkte:
Fotos:
Wohn- und Geschäftshaus Bremerhaven
MiaWell GmbH & Co. KG, Bremerhaven
Weser-Pflegedienst betreutes Wohnen
WDV-System PRO, Siliconharz-Fassadenfarbe AmphiSilan,
Akzentflächengestaltung: Glasmosaik-Chips
Copyright Christian Gahl
Seite 25:
Bauherr:
Architekt:
Westside Tower, Frankfurt
Revitalis Erste Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg
MPP Meding Plan + Projekt GmbH, Hamburg (LP 5-9); msm meyer schmitz-morkamer,
Frankfurt (Entwurfsverfasser, LP 1-4)
WDVS PRO Extra und CARBON Extra, Lithoboard-System Naturstein, ThermoSan NQG
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Claus Graubner
Produkte:
Fotos:
Seite 27-29:
Bauherr:
Architekt:
Produkte:
Fotos:
Erweiterungsbau DAW-Firmenzentrale, Ober-Ramstadt
DAW SE, Ober-Ramstadt
Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth
Naturstein-Leichtfassade Airtec Stone; Innenfarbe: Indeko-plus, PremiumColor; Lack: Capacryl PU Satin; Lasur: Capadur Greywood; Capadur DecorLasur; Akustik: Capacoustic Melapor;
DAW SE
Seite 31:
Bauherr:
Architekt:
Farbberatung:
Produkte:
Fotos:
Konversionsprojekt Lincolnsiedlung, Darmstadt
Bauverein AG, Darmstadt
Architekturbüro Rosemarie Schorr, Rödermark
Caparol FarbDesignStudio
Siliconharz-Fassadenfarbe Muresko Silacryl, Caparol 3D-Farbtonkollektion
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Blitzwerk
Seite 37:
Bauherr:
Produkte:
Foto:
Wohnhochhaus mit „Vera“, Mannheim
GBG-Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH, Mannheim
Universalfarbe Amphibolin
Alexander Krziwanie
Seite 43:
Bauherr:
Produkte:
Fotos:
Familotel Feldberger Hof, Hochschwarzwald
Familotel Feldberger Hof, Feldberg
Universalfarbe Amphibolin
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek
Seite 45:
Bauherr:
Architekt:
Produkte:
Fotos:
Kurhaushotel Bad Salzhausen, Nidda
Hans-Jürgen Eckhardt, Nidda
Dipl.-Ing. Stefanie Lehmann, Oldenburg
Innenfarbe Malerit, Capadecor Metallocryl Interior
Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Blitzwerk
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Impressum
WOBAU report
Informationen für Wohnungsbauunternehmen und Planer
Herausgeber:
DAW SE
Redaktion: Falk Böhm
DAW SE
Telefon: 0 61 54 / 71- 71 528
Roßdörfer Straße 50
E-Mail: [email protected]
64372 Ober-Ramstadt
CK · 06/17 · 931997
Redaktionsanschrift:
Oliver Junglas
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