architekten im fokus - Blumers Architekten

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ARC HITEK TEN
I M F OK U S
Blumers Architekten in Berlin
Bauen mit
Engagement
Die historischen Gebäude der Eisenbahnersiedlung Elstal nach der Sanierung.
44 Modernisierungs-Magazin 7–8/2017
BLUMERS ARCHITEKTEN
AR C HITEK TU R
Neben unterschiedlichsten Bauherren und
Projekten gehören vor allem Wohnungsbauunternehmen zu den Auftraggebern
von Blumers Architekten. Zahlreiche Konzepte und Entwürfe zur Bestandssanierung
und -erweiterung im großvolumigen Wohnungsbau haben die Berliner Architekten
bisher entwickelt und umgesetzt.
Büroentwicklung
Vier Partner stehen an der Spitze von Blumers Architekten: Sven Blumers, Sven Nol-
Eisenbahnersiedlung Elstal: Zustand der Gebäude vor der Sanierung.
te, Gerhard Kruschhausen und Michael
Koehntopp. Während ihres Architekturstudiums lernten sich Sven Blumers und
Gerhard Kruschhausen kennen. Im Rahmen ihrer späteren Tätigkeit in einem Architekturbüro trafen sie auf Sven Nolte.
Gemeinsam führten sie verschiedene Projekte durch. Das Architekten-Trio gründete 1998 schließlich ein eigenes Büro in Berlin: Blumers Architekten. Da Sven Blumers
von Anfang an das Unternehmen vorrangig nach außen repräsentierte, war er auch
der Namensgeber. Im Jahr 2000 begann
Michael Koehntopp als studentischer
Praktikant bei Blumers Architekten. Seit
2016 ist er zusammen mit Blumers, Nolte
und Kruschhausen Gesellschafter der Blumers Architekten Generalplanung und
Baumanagement GmbH.
Eines der ersten großen Projekte war die
Erweiterung und Fassadensanierung der
Spanischen Botschaft in Berlin 1999 bis
2000. Nach Abschluss des Projektes expandierte das Unternehmen zusehends. Mittlerweile besteht es aus vierzig kompetenten
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ANJA STEINMANN
Alles aus einer Hand bietet das Berliner Büro Blumers Architekten: Von
der Idee bis zur Schlüsselübergabe
reicht das Leistungsspektrum des
kreativen Teams. Ein Schwerpunkt
der Arbeit liegt im Bereich des Geschosswohnungsbaus, sowohl in
der Modernisierung als auch im
Neubau.
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Projekt Kurfürstenstraße in Berlin-Mariendorf: im Vordergrund der sanierte Bestand, dahinter die drei Neubauten mit sechzig
Wohneinheiten.
und verantwortungsbewussten Mitarbeitern, die im Team bauliche Lösungen für
alle Fälle entwickeln.
Philosophie
Kreativität, Engagement und Kommunikation – das sind die drei Säulen, auf die sich
die Philosophie von Blumers Architekten
stützt. „Bei uns steht Kreativität für den innovativen Umgang mit erworbenen Fähigkeiten“, so Sven Blumers. Sie komme überall dort zum Tragen, wo es darum gehe,
neue Wege, Lösungen oder Ideen zu finden, um komplizierte Bauaufgaben mit einem hohen Anspruch an Gestaltung und
Funktionalität zu lösen. Dank ihres Knowhows und ihrer Erfahrung wissen die Berliner Architekten Ideen baulich sicher umzusetzen.
Als besondere Eigenschaften des Berliner
Büros sieht Sven Blumers den Einsatz und
die Leidenschaft des gesamten Teams:
„Unser Engagement endet nicht mit den
Bürozeiten oder der reinen Architektenleistung.“ Als Partner versprechen die Architekten, ihren Kunden dauerhaft und
verlässlich zur Seite stehen. Dabei spiele
Kommunikation eine entscheidende Rolle.
Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Planer und Bauherr ist für Blumers Architekten die gemeinsame Formulierung klarer Ziele, eine
offene Kommunikation in allen Phasen der
Zusammenarbeit und der Wille aller Projektbeteiligten zum Erfolg.
Wettbewerbe
Architekturwettbewerbe bedeuten Chance
und unternehmerisches Risiko zugleich.
„Die Kosten liegen je nach Projektgröße in
der Regel zwischen 15.000 und 60.000
Euro“, sagt Sven Blumers. Doch die regelmäßige Teilnahme von Blumers Architekten an ausgewählten, vornehmlich eingeladenen Wettbewerben zahlt sich aus. Die
hohe Erfolgsquote stellt immer wieder die
Kreativität und das Können der Architekten unter Beweis. Nicht selten folgt einem
Preis auch die Realisierung des Wettbewerbsprojektes.
In diesem Jahr gewann Blumers Architekten bisher zwei Wettbewerbe, die beide
zum Ziel hatten, optimale bauliche Lösungen für Projekte von Wohnungsbaugenossenschaften hervorzubringen. Daraus gingen die Entwürfe für die Massower Straße
in Berlin-Lichtenberg und den Waidmannsluster Damm in Berlin-Reinickendorf hervor. Beide Wohnungsbauprojekte
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Dachgeschossausbau des Altbaus in der
Kurfürstenstraße, Berlin-Mariendorf.
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AR C HI TEK TUR
werden realisiert und befinden sich aktuell
in der Planungsphase. Im Jahr 2019 sollen
sie fertiggestellt werden.
Leistungen
Mit Schwerpunkt Berlin realisiert das Büro
Blumers Architekten deutschlandweit Projekte in allen Leistungsphasen gemäß der
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Zu den Auftraggebern zählen neben privaten und öffentlichen Bauherren
vor allem Wohnungsbauunternehmen.
Das vielseitige Portfolio der Berliner Architekten zeigt die große Bandbreite der
bisher umgesetzten Projekte, von städtebaulichen Planungen über repräsentativen
Büro- und Gewerbebau bis hin zu öffentlichen Gebäuden sowie individuellem und
hochwertigem Wohnungsbau.
Für Wohnungsbauunternehmen besonders interessant: Blumers Architekten bietet die fortlaufende Betreuung von Bestandsimmobilien und Liegenschaften sowie kosten- und bestandsbewertende Beratungsleistungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Risiko- und Vertragsmanagement.
Denkmalgerechtes
Sanierungsprojekt
Großes Fingerspitzengefühl im Umgang
mit historischer Bausubstanz bewies das
Team bei der Sanierung der denkmalgeschützten Eisenbahnersiedlung im Ortsteil
Elstal der Gemeinde Wustermark nahe der
Bundeshauptstadt Berlin. Einst dem Verfall preisgegeben, bietet das baugeschichtlich bedeutsame Wohnungsbau-Ensemble
heute zeitgemäßen, nachhaltigen Wohnund Lebensraum in einem unverwechselbaren Ambiente.
Die Siedlung, deren städtebauliche Struktur dem Konzept der Gartenstadt folgt,
wurde in den 1920 bis 1930er Jahren für
Mitarbeiter der Eisenbahn errichtet. Neben der Sanierung der Mehrfamilienhäuser mit jeweils vier Wohnungen erfolgte
auch die Erneuerung des ehemaligen
Marktplatzes. Ziel war es, den ursprüngli-
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Nachhaltige bauliche Lösungen mit hohem
gestalterischem Anspruch zeichnen das
Architekten-Team aus. Dabei wird der Sanierung ebenso viel Engagement und Begeisterung zuteil wie dem Neubau: Modernisierung, Umbau und Erweiterung von
Bestandsgebäuden gehört zu den Schwerpunkten der Arbeit von Blumers Architekten. Auch im Bereich des Denkmalschutzes verfügen die Planer über langjährige
Erfahrung und großes Know-how.
Eisenbahnersiedlung Elstal: Ansicht der Kopfseite eines Altbaus.
chen Charakter der Siedlung wiederherzustellen und eine Verbindung mit dem revitalisierten historischen Ortskern zu schaffen.
Dem demographischen Wandel Rechnung
tragend wurden die Wohnungen altengerecht umgebaut und modernisiert. Beim
Ausbau der Dachgeschosse und der Erneuerung der Dächer arbeiteten die Bauherrin Deutsche Wohnen sowie die Architekten eng mit der Denkmalpflege zusammen. Auch die farb-, detail- und materialgerechte Gestaltung von Türen, Fenstern,
Hauseingängen und Treppenhäusern wurde denkmalgerecht ausgeführt.
Trotz erheblicher denkmalschutzbedingter
Auflagen gelang es, die Gebäude energetisch und nachhaltig zu sanieren: Denkmalgerechte Holzfenster ersetzen die alten
einfachverglasten Kastenfenster. Kellerdecken, Dach und oberste Geschossdecken
sind mit Zellulose gedämmt. Die Wärmeversorgung erfolgt durch eine Zentralheizung mit effizienter Gas-Brennwerttech-
nik. Der Primärenergiebedarf reduzierte
sich nach der Sanierung insgesamt um
mehr als sechzig Prozent.
Dank des umfassenden Sanierungskonzeptes konnte die Siedlung erfolgreich revitalisiert werden. Ihr ursprünglicher, unverwechselbarer Charakter wurde wiederhergestellt und zugleich energieeffizienter
zeitgemäßer Wohnraum geschaffen. Auch
die Außenanlagen wurden weitestgehend
nach historischem Vorbild gestaltet. Die
Eisenbahnersiedlung ist mittlerweile eine
gefragte Adresse. Insbesondere junge Familien sehen in den neu entstandenen
Wohnungstypen den idealen Wohn- und
Lebensraum für ihre Kinder.
Doch nicht nur Bauherrin und Mieter sind
mit dem Projekt zufrieden und geben positive Rückmeldungen: Blumers Architekten erhielt für die beispielhafte Modernisierung der Eisenbahnersiedlung Elstal
den Deutschen Bauherrenpreis 2015 und
die BDA Auszeichnung guter Bauten im
Land Brandenburg 2016.
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Geschossplan 2. OG Neubau, Kurfürstenstraße in Berlin-Mariendorf.
Alt und neu
Architekten
Blumers Architekten
www.blumers-architekten.de
Bürogründung: 1998
Standort:
Berlin
Mitarbeiter:
40
Schwerpunkte:
l Wohngebäude (insbesondere
l
l
l
l
für Genossenschaften und
Wohnungsbaugesellschaften)
Büro- und Geschäftsgebäude
Hotels
Seniorenpflegeeinrichtungen
Öffentliche Gebäude
Leistungsspektrum:
l Generalplanung in den
l 3D-Visualisierung
l Machbarkeitsstudien
l Projektentwicklung,
Leistungsphasen 1–9 nach HOAI
Ein weiteres spannendes Projekt setzten
Blumers Architekten im Auftrag des Beamten-Wohnungsbau-Vereins zu Berlin
um. Kernaufgabe war die Modernisierung
alter Bausubstanz und deren Ergänzung
durch drei Neubauten.
Auf dem Grundstück Kurfürstenstraße,
Nummern 103 bis 106 in Berlin-Mariendorf sollte der bestehende Altbau mit 64
Wohneinheiten revitalisiert und Neubauten mit sechzig Wohnungen auf dem
Grundstück hinter dem Bestandsgebäude
erstellt werden. Für den Altbau waren der
Dachausbau, die Sanierung der Gebäudehülle, der Sanitärstränge und der Bäder sowie ein komplett neues Heizsystem geplant. Die gesamte Baumaßnahme startete
mit der aufwendigen Ertüchtigung der
Durchfahrt und der Sanierung des vorderen Bestandsgebäudes. Anschließend wurde das Dachgeschoss mit acht zusätzlichen
Wohnungen ausgebaut.
ten für den Neubau eine klare Formensprache, deren schlichte Sachlichkeit mit
der Architektur des Bestandsgebäudes harmoniert. Entstanden sind drei, in Richtung
Teltowkanal gewandte Neubauten, die zusammen mit dem Altbau den großzügigen
Grünbereich strukturieren und neben
nachhaltigem, modernem Wohnraum
qualitativ hochwertige Außenräume schaffen. Die lichtdurchfluteten Wohnungen in
der grünen Umgebung sind behindertenfreundlich ausgestattet und mit einem
Fahrstuhl an die Tiefgarage angeschlossen.
Das Konzept geht auf: Schnell zeigten die
umfassenden Modernisierung- und Erweiterungsmaßnahmen Erfolge, auch in Form
der großen Nachfrage. Nach kurzer Zeit
hatte das Wohnungsunternehmen für die
Kurfürstenstraße mehr Mietinteressenten
als Wohnungen zur Verfügung. Die Mieter
nehmen das Gebäudeensemble überaus
positiv auf und pflegen ein nachbarschaftliches Miteinander, auch außerhalb der eigenen vier Wände.
Projektsteuerung
Claudia Närdemann
FOTOS: BLUMERS ARCHITEKTEN
Nachdem sich der Altbau in klassischem
Stil präsentiert, wählten Blumers Architek-
Die vier Geschäftsführer von Blumers Architekten (von links): Gerhard Kruschhausen, Michael Koehntopp, Sven Blumers,
Sven Nolte.
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Fragen an
Architekt Sven Blumers
1
Inwieweit beeinflusst der demografische Wandel Ihre Arbeit?
Haben Bauherren heute andere
Anforderungen an den Wohnungsbau als noch vor zehn Jahren?
In unserem Arbeitsalltag macht sich
der demografische Wandel sehr
deutlich bemerkbar. Zu Beginn des
Jahres belegten wir bei zwei Realisierungswettbewerben für Berliner
Wohnungsbaugenossenschaften jeweils den ersten Platz. Aufgabe war
unter anderem, Wohnraum für unterschiedliche Generationen zu
schaffen, wobei der Schwerpunkt
dem seniorenfreundlichen Wohnen
galt. Entsprechend viele barrierefreie
Wohnungen wurden in der Konzeption berücksichtigt. Letztendlich
wurde jeweils die Hälfte aller Wohnungen barrierefrei geplant. Die barrierefreie Gestaltung der Wohnungen, Aufzüge und behindertengerechte Pkw-Stellplätze bieten einen
Komfort, den auch Familien schätzen. Im wahrsten Sinne des Wortes
gerne gesehen werden auch bodentiefe Fenster, um einerseits den
Wohnungen möglichst viel Tageslicht zu bieten und andererseits ältere Menschen trotz ihrer eingeschränkten Mobilität am Leben vor
der Haustür teilnehmen zu lassen. In
der Entwurfsphase bieten wir den
Wohnungsbaugenossenschaften flexible Grundrisse an, um auf sich ändernde Bedürfnisse reagieren zu
können. Die Flexibilität zeichnet
sich aus durch die Variabilität der
Wohnungsgrößen. Zwei kleine
Wohnungen können zu einer großen Wohnung zusammengeschlossen werden, flexible Räume lassen
Wohnungen größer beziehungsweise kleiner werden. Letztendlich liegt
die Entscheidung selbstverständlich
immer beim Bauherrn, welche Bedürfnisse der zukünftigen Mieter
umgesetzt werden sollten.
2
Was reizt Sie besonders am
Umbauen und Modernisieren?
Beim Betrachten alter Gebäude verspüre ich das Bedürfnis, die Historie
derer Architektur zu ergründen. Zugleich ist es mir immens wichtig, zu
erfahren, welche Ideen und Intentionen der Architekt hatte, der dieses
Gebäude entwarf. Unsere Verantwortung ist es, mit Respekt und Sensibilität die alten Details zu bewahren – bis hin zur Farbgestaltung der
Treppenhäuser – und gleichzeitig
den heutigen Anforderungen des
Unsere
Maxime
ist immer, den
Anforderungen und
Ansprüchen der
zukünftigen Nutzer
Rechnung
zu tragen.
Glanz erstrahlt und wir gleichzeitig
die Voraussetzung für zukünftige
Einsparungen bei den Energiekosten
geschaffen haben, ist das ein Gewinn
für alle Beteiligten.
3
Die Ausbildung an der Universität
Stuttgart, die in ihrem Stil die klassische Moderne des Bauhauses in
die Neuzeit übersetzt, prägte mich
nachhaltig. Im Büro genießen unsere kreativen Kollegen unterschiedlichster Herkunft gestalterische Freiheiten. Deren Entfaltung muss natürlich im Einklang mit den Bedürfnissen unserer Bauherren sein. Unsere Maxime ist immer, den Anforderungen und Ansprüchen der zukünftigen Nutzer Rechnung zu tragen.
4
Architekt Sven Blumers
Bauens gerecht zu werden. Dieses
Spannungsfeld macht diese Aufgabe
für uns so interessant. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Projekte ist
natürlich die energetische Sanierung
und Modernisierung. In der Eisenbahnersiedlung Elstal konnten wir
trotz denkmalschutzbedingter Auflagen weitreichende energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen.
Die frühzeitige und intensive Abstimmung mit Mietern, Bauamt,
Denkmalschutzbehörden und Handwerksbetrieben war für die termingerechte und kostensparende Sanierung ausschlaggebend. Wenn am
Ende dann alles wieder in neuem
Gibt es so etwas wie eine eigene Handschrift bei Ihren Projekten?
Was gab den Ausschlag für Ihre Entscheidung Architekt zu
werden? Initialzündung oder
langgehegter Berufswunsch?
Als Architekt in der vierten Generation war mir das Berufsbild ganzheitlich bekannt, allerdings kam die
Entscheidung Architektur zu studieren, erst in den letzten Monaten vor
Studienbeginn. Der Weg, den ich
wählte, war die beste Entscheidung,
denn ich merkte schnell, dass mein
Herz doch mehr für die Architektur
schlägt als für das Bauingenieurwesen, was mein ursprünglicher Plan
war. Heute spüre ich immer noch an
jedem Tag die Leidenschaft und Bestimmung für diesen Beruf, der
mein Leben ist.
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