The Energy Efficiency Magazine

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The Energy Efficiency Magazine
Felix Colsman
über die Stärken der neuen Imtech
Das Active Building Konzept –
ein Baustein der Energiewende
Technik nach Maß für das
Olymp-Logistikzentrum
editorial
Millionen
Tonnen co2
Emissionen können durch den Einsatz von Gebäudeautomation bei der Wärmeerzeugung in Nichtwohngebäuden in Deutschland eingespart werden.
Erläuterung:
In der Betriebsführung lassen sich rund 20 Prozent Energie durch Gebäudeautomation einsparen,
was bei dem Gebäudebestand in Deutschland etwa 110 TWh entspricht. Das ist mehr Energie,
als alle deutschen Atomkraftwerke im Jahr 2012 zusammen produzierten. Im Energiemix
in Deutschland werden bei der Erzeugung von 1 kWh 0,645 kg CO2 emittiert.
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Hinter Imtech liegen stürmische Zeiten. Wir sind durch
eine schwierige Phase gegangen, die das Unternehmen
durchgerüttelt hat. Die Vorfälle in der Vergangenheit haben wir sehr sorgfältig untersucht, unsere Prozesse und
Abläufe daraufhin verbessert und neu
geordnet. Diese Konsequenzen waren
unumgänglich, um Imtech Deutschland
wieder auf die richtige Spur zu bringen.
Nun starten wir neu durch und setzen
dabei auf unsere Leistungsfähigkeit,
die wir seit Jahrzehnten unter Beweis
stellen. Daran haben die jüngsten Ereignisse nichts geändert.
Wir setzen aber auch auf Ihr Vertrauen
in Imtech als eines der führenden Unternehmen in der Energie- und Gebäudetechnik. Und darum möchte ich bei
Ihnen werben.
Technik und Energieeffizienz sind unsere Leidenschaft. Das beginnt bei
der Planung, geht über die Beratung
unserer Kunden, die Finanzierung und das Projektmanagement bis hin zum langfristigen Betrieb. Wer ganzheitlich
denkt und handelt wie unsere Ingenieure, kann technische
Konzepte und innovative Dienstleistungen so miteinander
verknüpfen, dass Ihre spezifische Zielvorgabe optimal erfüllt wird.
Den Beweis, dass Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit
keine Gegensätze sind, treten wir gerne an. Dazu finden
Sie in dieser Broschüre herausfordernde Gedanken: Amortisation versus Rendite. Welch zukunftsweisende Technik
sich hinter coolem Design verbirgt, entdecken Sie gleich an
mehreren Stellen im Heft: ob im neuen Verlagsgebäude des
„Spiegel“ oder in den Elbarkaden.
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Bis heute ist die deutsche Ingenieurskunst eine entscheidende Säule unserer Wirtschaft und ein zentrales Differenzierungsmerkmal. Imtech ist ein wichtiger Teil davon, denn
wir bieten das Know-how und die Kreativität, um Technologien, Systeme und Dienstleistungen
so weiterzuentwickeln, dass Energie
möglichst effizient genutzt wird.
Effizienz, das ist aber auch für uns
selbst als Unternehmen heute wichtiger denn je: in Prozessen und Abläufen, bei der Planung und Projektierung,
auf unseren Baustellen oder generell
im Kundenmanagement. Oberstes
Gebot dabei ist Transparenz und die
Einhaltung klarer Regeln für saubere
Geschäfte. Als neuer Vorsitzender der
Geschäftsleitung stehe ich zusammen
mit meinen Kollegen in allen Regionen
für höchste Integrität und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Darauf können Sie sich ebenso verlassen wie auf Imtech als erfahrenen Partner für das Planen,
Bauen und Betreiben Ihrer Energie- und Gebäudetechnik.
Und nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit unserer neuen Broschüre voller guter Ideen und Beispiele.
Energie – Effizienz – Erfolg: Das ist die neue Imtech!
Herzlichst, Ihr
Felix Colsman,
Geschäftsführer Imtech Deutschland GmbH & Co. KG
INHALT
Seite 16
Seite 24
Das Active Building Konzept
Transparenz und Effizienz im „SPIEGEL“
So werden Gebäude eigenständige und aktive Bausteine
des Energiemarkts
Das neue Verlagshaus des „Spiegel“ setzt energetische Maßstäbe
Seite 6
Seite
Imtech – Technik und Know-how
seit mehr als 150 Jahren
Seite
24
Seite 28
8
Nachhaltigkeit und Design –
die perfekte Symbiose
Das Energiekonzept der Elbarkaden
Ganzheitliche Lösungen für mehr Energieeffizienz
Seite 32
... UND AB GEHT DIE POST!
Seite 8
Wer nicht gewinnen will,
braucht nicht anzutreten!
Deutschlands größtes Energieeffizienz-Projekt
bei der Deutschen Post
Felix Colsman – der neue Imtech-Geschäftsführer im Gespräch
Seite 12
Seite 18
Gebot der Vernunft
Dämmen – nicht immer erste Wahl!
Plädoyer für Energieeffizienz
Große Einspareffekte durch Energie- und Gebäudetechnik:
ein Rechenbeispiel
Seite
32
Seite 44
Strom von der Rolle
Solarzellen werden massentauglich
Seite 46
Seite 14
imtech in Deutschland
Enormes Einsparpotenzial
in Industrie und Gewerbe
An zahlreichen Standorten nah beim Kunden
Viele Einzelmaßnahmen führen zum Erfolg
Seite 47
Seite
Impressum
12
Seite
Seite
36
Seite 36
MaSSanfertigung für Olymp
Seite 20
Individuelle Entrauchung und effiziente Gebäudetechnik im
Logistikzentrum des Hemdenherstellers Olymp
Amortisation versus Rendite
Kurzbetrachtung bremst Energieeffizienz aus
Seite 40
Seite 22
Big Data goes Green
Europas grünstes Hochhaus
BT profitiert von der Energieeffizienz des neuen
Imtech-Rechenzentrums
Die Konzernzentrale der Deutschen Bank
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Imtech – Technik und Know-how
seit mehr als 150 Jahren
Technologie, die unsere Gesellschaft voranbringt. Technologie, die das Geschäft fördert. Und Technologie, die wirklich spart. Mit diesen drei Aussagen lässt sich die Mission von Imtech weltweit
zutreffend beschreiben. Moderne Energie- und Gebäudetechnik ist zu einem der wichtigsten Bestandteile unserer Energiezukunft geworden. Imtech spielt hier eine führende Rolle auf dem Markt.
1858
Rudolph Otto Meyer
gründet in Hamburg ein
Unternehmen für die
Beheizung von Gewächshäusern.
1900
Der Strebel-Kessel wird in Serie
produziert – der Kessel war
einfach herzustellen, flexibel
zu montieren und dank des
wassergekühlten Brennrostes
fast wartungsfrei.
Die mehr als 150-jährige Geschichte von Imtech
ist geprägt von Erfindungsreichtum und der
Suche nach neuen, innovativen technischen
Lösungen. Die Kombination von breitem technischem Know-how und der Fähigkeit, elektrische, mechanische und IT-Komponenten zu
umfassenden Lösungsangeboten zu bündeln,
hat Imtech zu einem der bedeutendsten Marktteilnehmer für grüne Technologien in Europa
gemacht. Kern des Erfolges ist der ganzheitliche
Ansatz, mit dem Projekte realisiert werden. Das
beginnt noch vor dem Start eines Projektes mit
individueller Beratung und reicht von der Kon-
1932
Durch kluge Geschäftspolitik
und den Ausbau der Geschäftsfelder Schiffstechnik und
Apparatebau meistert Rudolph
Otto Meyer (ROM) erfolgreich
die Weltwirtschaftskrise.
1957
ROM entwickelt für Berlins größtes
Wohnhaus eine effektive Heizung:
Das Domotherm-System liefert
Wärme umweltfreundlich mittels
zentraler Blockheiz- oder dezentraler Hausheizungsanlagen.
1983
Rheinelektra, Anbieter großflächiger Stromverteilungsanlagen,
erschließt das Geschäftsfeld der
elektrischen Gebäudetechnik.
2002
Rudolph Otto Meyer und
die 2001 von ROM übernommene Rheinelektra Technik
firmieren seit Beginn des
Jahres unter dem Namen Imtech
Deutschland GmbH & Co. KG.
2013
Imtech reorganisiert seine Strukturen und Prozesse.
1997
Die ROM-Gesellschafter verkaufen
1997 alle Unternehmensanteile
an Internatio Müller N.V., die heutige
Imtech N.V.
2008
Imtech feiert als Deutschlands führendes Unternehmen der technischen
Gebäudeausrüstung sein 150-jähriges
Firmenjubiläum.
zeption und Finanzierung über das Engineering
und das Projektmanagement bis zum langfristigen Betreiben gebäudetechnischer Anlagen.
Die ausgeklügelte Verknüpfung unterschiedlicher technischer Systeme gewährleistet hohe
Funktionalität und Wirtschaftlichkeit bei Industrieanlagen, in Bürogebäuden oder bei großen
Infrastrukturprojekten. Und Imtech ist stets da,
wo der Kunde Unterstützung braucht: an vielen
Standorten in ganz Deutschland.
Energie – Effizienz – Erfolg.
Für diesen Dreiklang steht Imtech.
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Wer nicht gewinnen will,
braucht nicht anzutreten!
Imtech ist im Umbruch, und der neue Steuermann
steht auf der Brücke: Seit dem 1. September 2013
leitet Felix Colsman die Geschicke des Unternehmens. Es gibt viel anzupacken, und der dynamische
43-jährige hat sich vorgenommen, das Unternehmen
neu auszurichten. Im Interview spricht Colsman über
seine ersten Eindrücke und wohin es mit Imtech
Deutschland künftig gehen soll.
»Wir wollen den Kunden
beweisen, dass wir
ihr Vertrauen verdienen!«
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Und die Kunden, wie haben die sich
verhalten?
Wir haben überhaupt keinen Grund zur Selbstgefälligkeit. Andererseits haben wir in intensiven
Gesprächen mit unseren Kunden festgestellt, dass
sie uns manchmal sogar unbefangener sehen als
wir uns selbst. Mit anderen Worten: An unserer
technischen Kompetenz hat sich nichts verändert, da sind wir nach wie vor sehr gut, und genau
das schätzen unsere Kunden auch heute an uns.
Gleichwohl sind wir natürlich in der Pflicht, unseren
Kunden die Situation und die Hintergründe zu erklären
und zu beweisen, dass wir ihr Vertrauen tatsächlich verdienen. Auf diesem Weg kommen wir sehr gut voran.
Herr Colsman, wie haben Sie Imtech
seit Ihrem Amtsantritt Anfang September
2013 erlebt?
Es liegt auf der Hand, dass ein Unternehmen durch
Vorfälle, wie wir sie erlebt haben, zunächst mal in
eine Verunsicherung gerät. Verunsicherung nach innen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber Sie haben angekündigt, eine „neue Imtech“
auch nach außen in Richtung Markt und Kunden. zu schaffen. Was heißt das genau, was prägt
Ich bin überzeugt, dass wir das inzwischen überwun- die neue Unternehmenskultur?
den haben. Sowohl personell als auch im Hinblick Zunächst einmal wollen wir die Bedürfnisse unserer
auf unsere Prozesse und ethischen Standards haben Kunden noch besser kennenlernen und verstehen als
wir klare Konsequenzen gezobisher. Wenn wir das tiefe Kungen und reinen Tisch gemacht.
denwissen besser kombinieren
Die verständliche Enttäuschung
und verzahnen mit unserer
»Imtech hat
und Fassungslosigkeit vieler
eigenen breiten technischen
so viel positive
Mitarbeiter ist inzwischen eiExpertise, werden wir beim
Kraft und Energie,
ner Aufbruchsstimmung gewiKunden Erfolg haben. Unsere
die stecken wir
chen. Kleine Episode in diesem
Geschäftspartner interessiert
in unsere
Zusammenhang: An meinem
schließlich nicht, wie Imtech
Kundenbeziehungen!«
zweiten Arbeitstag saß ich im
im Innern organisiert ist, sonZug, als ich von Mitarbeitern
dern was wir gebündelt für
einer unserer Montageeinheiten
sie leisten können. Jeder Geeine Mail bekam. Darin wünschten mir die Kollegen schäftspartner achtet in erster Linie auf eine gesunde
„… Kraft und Durchhaltevermögen, um gemein- Balance zwischen Investment und Betriebskosten,
sam mit Ihnen aus Imtech wieder das zu machen, individuell zugeschnitten auf seine Anforderungen.
was das Unternehmen schon immer war: unsere Imtech kann das ganz kundenspezifisch auf unterFirma!“. Das hat mich bewegt und sehr gefreut. schiedlichste Weise bieten: von der Planung über die
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felix Colsman
Der 43-jährige Manager leitet die Geschäftsführung von Imtech Deutschland seit dem 1. September 2013.
Davor war er europäischer Vizepräsident und General Manager für
Service und Technologie bei Johnson
Controls. Das global operierende
Technologie- und Industrieunternehmen ist unter anderem bei der
Energie- und Gesamteffizienz von Gebäuden, Batterietechnologien sowie
bei Zulieferprodukten für die Automobilindustrie aktiv.
Bei Minimax war Colsman zuvor Geschäftsführer für das internationale
Geschäft und außerdem zuständig
für das mobile Servicegeschäft.
Colsman ist Absolvent der renommierten französischen Business
School Insead. Er ist verheiratet und
hat drei Töchter.
schlüsselfertige Erstellung bis hin zum Contracting.
Wir haben Expertise in vielen Branchen unter Beweis gestellt: in Krankenhäusern, im produzierenden
Gewerbe, in der Immobilienwirtschaft, bei Großprojekten oder im Mittelstand.
Welche Schwerpunkte haben Sie sich für
die ersten Monate bei Imtech gesetzt?
Am Anfang steht natürlich eine gründliche Bestandsaufnahme. Dann gilt es, das Selbstvertrauen
unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder
zu stärken. Nach Rückschlägen, wie wir sie erlebt
haben, müssen wir auch unsere Führungsmannschaft zu einem neuen Team formen. Immerhin
ist weit mehr als die Hälfte der Führungskräfte
in Deutschland relativ neu in ihren Funktionen.
Dann steht der Vertrieb ganz oben auf meiner Agenda.
Unseren Kunden schulden wir schließlich die beste Leistung von Imtech. Konkret bedeutet das: Wir müssen
täglich lernen, die Bedürfnisse unserer Kunden noch
besser zu verstehen, daraus zu lernen und unseren
Vertrieb entsprechend auszurichten. Dazu gehört auch,
dass wir im gesamten Management die richtigen Personen an der richtigen Stelle brauchen. Nicht zuletzt
müssen wir fortlaufend unsere Prozesse anpassen,
gegebenenfalls beschleunigen und neu organisieren.
Ohne dies kommt keine Organisation aus. Sie sehen
also: das ist kein Sprint, sondern ein Marathon!
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Welche Rolle spielen technische InnovaAngelegenheit, aber wenn unsere Mitarbeiter
tionen für Imtech, also zum Beispiel auch Ihre
selbst gesellschaftlich aktiv werden, nimmt man
firmeneigene Forschung und Entwicklung?
Imtech anders wahr. Und nebenbei stärkt es enorm
Umwelttechnologien und ihre Rahmenbedingungen das Wir-Gefühl unserer Belegschaft.
verändern sich ständig. Natürlich bleiben wir da am
Ball, verfolgen alle relevanten technischen Entwick- Welche Rolle spielt Service für Ihr Geschäft?
lungen, globale Trends ebenso wie
Guter Service ist unverzichteuropäische Gesetze, Regelungen,
bar. Gerade bei den Dienst»Das ist kein Sprint,
Standards und Normen, und
leistungen, die wir erbringen,
sondern ein Marathon!«
bauen sie in unsere Engineeringist hohe technische VerfügLeistungen ein. Unsere Forschbarkeit ein Muss. Das gilt
ungs- und Entwicklungsabteilung spielt aber auch eine besonders für industrielle Anwendungen in der Prowichtige Rolle, wenn es um die Machbarkeit und um duktion, wo jeder ungeplante Stillstand teure Kondie Perfektionierung eines Projekts geht. Damit stellen sequenzen haben kann. Service muss also nicht nur
wir sicher, dass unsere Ideen vom ersten Federstrich bis verlässlich sein, sondern auch schnell und rund um
zur praktischen Umsetzung optimal passen. Das können die Uhr verfügbar. Ganz klar, dass dieser Anspruch
wir bei Imtech besser als viele Mitbewerber.
an Service auch Mitarbeiter braucht, die sich extrem
gut in die Sicht des Kunden hineinversetzen können.
Welche anderen Stärken hat Imtech, die
Empathie für den Kunden ist wesentlicher Teil einer
für das künftige Geschäft förderlich sind
Servicementalität, wie ich sie mir wünsche. Das gilt
und auf die Sie nun aufbauen können?
für alle Gewerke, besonders auch für den Anlagenbau.
Zunächst einmal will ich festhalten, dass Imtech
über breite technische Expertise und unglaubliches Was macht Sie eigentlich zuversichtlich,
Know-how von mehr als 650 Ingenieuren verfügt. dass Sie den Marathon mit Imtech gewinnen
Kaum jemand ahnt, wo Imtech überall drinsteckt. werden?
Die Faszination Technik macht uns hochattraktiv Wenn ich nicht gewinnen wollte, würde ich nicht an
für qualifizierten Nachwuchs. Wir sehen das daran, den Start gehen. Was hinter uns liegt, war unschön.
wie begehrt unsere Nachwuchsförderprogramme Aber unsere Investoren und Banken zum Beispiel
sind. Einzigartig auf dem Markt ist zum Beispiel die haben den Wert des Unternehmens klar erkannt
Fachausbildung zum „Green Project Developer“, und uns gerade in schwierigen Zeiten hervorragend
mit dem wir Experten für Nachhaltigkeit bei Ge- unterstützt. Dieses Vertrauen gibt uns neuen Schub.
bäude- und Energiedienstleistungen ausbilden. Vor allem aber ist Imtech eine „people company“
Zu unseren Stärken gehört sicher auch, dass wir mit großartigen Mitarbeitern, davon bin ich überTag für Tag nah beim Kunden sind, also als Unter- zeugt. Da steckt so viel positive Kraft und Energie
nehmen erlebbar.
im Unternehmen, das wollen und werden wir auf
Künftig wollen wir aber auch in der Gesellschaft deut- das Geschäft fokussieren und in unsere Kundenbelicher wahrgenommen werden – als „good corpo- ziehungen stecken. Sie werden sehen, das zahlt sich
rate citizen“. Unser bisheriges Sponsoring im aus. Beides zusammen, Vertrauen und Energie, ist
Sport ist in dieser Form ja eine relativ passive eine gute Mischung, die uns antreibt.
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GEBOT DER VERNUNFT
Energieeffizienz fängt an beim Verzicht auf den
Stand-by-Betrieb und geht bis zum energieautarken Wolkenkratzer. Ein Plädoyer für die wirtschaftlichste Energiequelle der Welt: Sparen.
Wer bei Google das Wort „Energieeffizienz“ eingibt, erzielt in weniger als einer halben Sekunde
4,5 Millionen Treffer. Alle Welt schreibt, informiert,
bloggt und redet über Green IT, intelligente Stromzähler und Ökowaschmaschinen. Und dennoch
ist Energieeffizienz oft nur ein Lippenbekenntnis.
Energetisch betrachtet leben wir in der Steinzeit.
Energieverschwendung grassiert. Dank moderner
Technik könnten wir schon heute mit einem Bruchteil des bisherigen Energieverbrauchs auskommen.
Der Rest ist eben Verschwendung. Ein Beispiel ist
das Passivhaus, das bei hohem Wohnkomfort nur
etwa ein Achtel der Energie eines Altbaus benötigt. Aber wir bauen es nicht, weil es vermeintlich
nicht wirtschaftlich ist. Denn Passivhäuser „rechnen“ sich vielleicht erst nach 20 Jahren.
Falsches MaSS
für Wirtschaftlichkeit
Eigentlich paradox, denn in anderen Lebensbereichen fragen wir auch nicht nach Wirtschaftlichkeit, sondern folgen dem Gebot der Vernunft. Wir
leisten uns erneuerbare Energien: Durch Subventionen schließt die Politik die Lücke zur Wirtschaftlichkeit, weil sie Windkraft und Photovoltaik fördern und für Investoren interessant machen will.
Privat sammeln und trennen wir alte Zeitungen,
Joghurtbecher und Altglas, ohne je zu fragen, ob
sich das für uns rechnet. Wir handeln so, weil wir
uns entschieden haben, die Umwelt zu schonen
und Müll zu vermeiden. Doch mit Emissionen,
unserem Abfall aus der Energienutzung, gehen
wir oft sorglos um. Energieeffizienz definiert sich
als Bereitstellung von Nutzenergie bei möglichst
geringem Einsatz von Primärenergie. Doch die
meisten Menschen und Unternehmen handeln
nicht energieeffizient, sondern gehorchen selbst
formulierten Kriterien, die von aktuellen Energiepreisen, Zinssätzen und Amortisationszeiten diktiert werden. Sie agieren nicht mit dem möglichst
geringen Einsatz von Primärenergie, sondern mit
dem maximal wirtschaftlichen Einsatz. Maximale
Energieeffizienz ist für sie, was im Moment der Betrachtung wirtschaftlich erscheint und nicht, was
angemessen wäre.
Tagesenergiepreise
verdrängen gute Vorsätze
Energieeffizienz drückt sich nicht nur in Euro und
Cent aus. Es entspricht gesellschaftlicher Verantwortung, nur das zu verbrauchen, was man wirklich benötigt. Doch wie sieht die Realität aus?
Industriebetriebe lassen sich zum Beispiel gerne
ihren „Carbon Footprint“ – eine Metapher für
die CO2-Emission – errechnen und wollen ihn
verringern. Oft aber bleibt es bei den guten Vorsätzen, wenn erst mal der Kostenvoranschlag für
die „grüne“ Gebäude- und Energietechnik auf
dem Tisch liegt. Dann steht sofort die Frage nach
der Wirtschaftlichkeit im Raum – und wird nach
zweistelligen Kapitalrenditen und den gerade aktuellen, aber extrem volatilen Tagesenergiepreisen
beantwortet.
Das Ergebnis: Mitunter werden Effizienzmaßnahmen lieber auf die lange Bank geschoben.
So verharren wir in der Energiesteinzeit und verleugnen die größte Energiequelle, die wir haben,
viel größer als Öl und viel einfacher erreichbar
als erneuerbare Energien: Energieeffizienz.
Die neue Energiezeit hat begonnen
Heute gibt es viele Projekte, die den Weg in die Zukunft weisen. In diesem Magazin
haben wir Beispiele zusammengestellt, die aufzeigen, was im Zuge einer Effizienzrevolution möglich ist.
Wer, wenn nicht die Deutsche Bank, könnte die Attraktivität eines Investments
beurteilen? Die Konzernzentrale in Frankfurt wurde zum umweltfreundlichsten
Hochhaus Europas umgebaut (S. 22). Nur ein Gebot der Vernunft? Man darf davon
ausgehen, dass die langfristige Kapitalrendite im zweistelligen Prozentbereich liegt.
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enormes Einsparpotenzial
in Industrie und Gewerbe
Lüften
Einsparpotenzial bis 30 %
Maßnahmen: effiziente Ventilatoren, Wärmerückgewinnung,
Reduzierung von Druckverlusten und andere.
Rund ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland geht aufs Konto der Industrie.
Die Verbraucher sind vielfältig, wie auch die Möglichkeiten Energie zu sparen.
Unsere Erfahrung zeigt, 15 Prozent Kosteneinsparung sind immer drin – garantiert!
verdichten
Einsparpotenzial bis 30 %
Maßnahmen: z.B. effiziente Kompressoren, Abwärmenutzung, Reduzierung von Leckageverlusten.
Pumpen
Einsparpotenzial bis 70 %
Maßnahmen: effiziente Pumpen, neue Armaturen,
bedarfsgerechte Regelung usw.
Beleuchten
Einsparpotenzial bis 50 %
Maßnahmen: effiziente Leuchtmittel, effektive Reflektoren, Tageslichtsteuerung und andere.
Fördern
Einsparpotenzial bis 50 %
Maßnahmen: effiziente Motoren, drehzahlgeregelte Antriebssysteme, Reduzierung von Reibungsverlusten usw.
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Kühlen
Heizen
Einsparpotenzial bis 50 %
Maßnahmen: z.B. effiziente Kompressionskältemaschinen,
Absorptionskältemaschinen, verbesserte Isolierung.
Einsparpotenzial bis 70 %
Maßnahmen: Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen,
verbesserte Isolierung und mehr.
Das Active Building Konzept
Der Immobilienmarkt spielt eine wesentliche
Rolle für das Gelingen der Energiewende. Mit
den darin liegenden Energieeffizienz-Potenzialen sowie den Potenzialen zur Erzeugung und
Speicherung von Energie sind Gebäude ein wesentlicher Baustein einer intelligenten Energieversorgung.
Um diese Potenziale künftig effizient nutzen zu
können, wurde das Imtech Active Building Konzept entwickelt: Active Buildings sind in der Lage,
Informationen aus den Netzen zu empfangen,
auszuwerten und darauf basierend den Energieverbrauch oder die Energieerzeugung aktiv zu
steuern. Das Imtech Active Building Konzept umfasst drei wesentliche Bausteine: Energiemanagement, Gebäudeleittechnik und die eigentliche
Gebäudesubstanz mit ihren energietechnischen
Anlagen. Die Gebäudeleittechnik wird über Smart
Meter wie der Imtech-Bluebox mit den vorgelagerten Netzen verbunden. Sie ermöglichen die
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Kommunikation zwischen Gebäude- und Anlagentechnik und den Versorgungsnetzen. Darauf
basierend wird die Anlagentechnik gesteuert.
Ein wesentlicher Bestandteil von Active Buildings
sind zudem die Gebäudesubstanzen, das heißt
Decken und Wände, die mit ihrer Masse große
Speicher für Wärme und Kälte darstellen. Ein
übergeordnetes und integriertes Energiemanagementsystem ist in der Lage, auf ein fluktuierendes
Angebot der Netze aktiv zu reagieren.
Ein Imtech Active Building kann sowohl Energieerzeuger wie ein Blockheizkraftwerk in Betrieb
nehmen, wenn ein Unterangebot an Energie
im Netz ist, als auch bei einem Überangebot
Energieverbraucher wie Wärmepumpen und
Kälteanlagen starten und die Energie bis zu
einem späteren Verbrauch speichern.
Das Ergebnis ist eine innovative Systemlösung
und ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung
der Energiewende – sowohl bei Neubau- und
Bestandsgebäuden als auch bei Liegenschaften.
2
1
1.
Mess-, Steuerungs- und Informationssystem
Die Gebäudeautomations- und Leittechnik kommuniziert mit dem
Stromnetz, verarbeitet die notwendigen Daten und steuert im Rahmen
individuell festgelegter Parameter Energieerzeuger, -verbraucher und
-speicher im Imtech Active Building.
2.
Energieverbraucher
Energieverbraucher wie zum Beispiel Kälte-, Klima- und Lüftungsanlagen,
Wärmepumpen oder Heizsysteme werden, soweit es im Rahmen der
vorgegebenen Komfortbereiche liegt, bei einem Überangebot von Energie
in Betrieb genommen. Bei einem Unterangebot greift das Imtech Active
Building auf die zuvor gespeicherte Energie zurück und verzichtet aktiv auf
die Entnahme von Energie aus dem Netz.
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3
3.
Energiespeicher
Mit Speichersystemen kann der Zeitpunkt der Energienutzung verschoben
werden. Das Gros der Energie wird in Form von Wärme oder Kälte gespeichert.
Batteriesysteme zum Beispiel in Elektro-Fahrzeugen können zudem kurzfristig
Energie in Form von Strom bereitstellen.
4.
Energieerzeuger
Neben ungesteuerten Energieerzeugern wie Photovoltaikanlagen ermöglichen gesteuerte Erzeuger, vor allem Blockheizkraftwerke, Strom in das Netz
einzuspeisen, wenn dort eine hohe Nachfrage besteht.
Dämmen – nicht immer erste Wahl!
Wo man auch hinschaut – es wird gedämmt. Pro Jahr
werden rund ein Prozent der 18 Millionen Wohngebäude und 1,5 Millionen Nichtwohngebäude (wie etwa
Bürogebäude, Geschäfts- und Verwaltungsgebäude)
in Deutschland energetisch saniert. Das ist auch nötig,
denn der Energiebedarf von Bestandswohnungen ist
heute im Durchschnitt immer noch mehr als doppelt so
hoch, wie vom Gesetzgeber für Neubauten erlaubt.
Oberflächentemperaturen der Wände in den Räumen höher sind.
Allerdings bringt die dichte Gebäudehülle auch Nachteile mit sich:
Denn zur Behaglichkeit im Gebäude gehört auch frische Luft. Daher
muss ein gedämmtes Gebäude entweder mit einer mechanischen
Lüftung versehen sein, oder es muss häufiger durch das Öffnen der
Fenster „aktiv“ gelüftet werden.
Für viele Gebäudebesitzer ist daher Wärmedämmung
die erste Wahl, um die Energiekosten zu senken. Doch
Wärmedämmung ist in der Regel aufwändig und
teuer – die Amortisationszeiten für das Isolieren von
Gebäuden liegen meist bei weit mehr als zehn Jahren.
Daher lohnt sich immer auch der Blick auf die Gebäudetechnik. Investitionen in die Heiz-, Klima- und Lüftungstechnik führen zu einer deutlichen Verbesserung
der Energiebilanz eines Gebäudes. Ein wesentlicher
Vorteil: Die Investitionskosten liegen meist deutlich unter denen für teure Dämmtechnik, zusätzlich lässt sich
mehr Energie einsparen. Das belegt eindrucksvoll ein
Beispiel aus der Praxis, das von Imtech für ein Bürohochhaus in Hamburg durchgerechnet wurde. Eine Fassadendämmung wirkt wie ein warmer Wintermantel
für das Gebäude: Die Schicht an isolierendem Material
verhindert, dass Wärme durch das Mauerwerk verloren
geht. Das senkt den Energiebedarf für das Heizen und
erhöht zudem die Behaglichkeit in den Räumen, da die
Zudem wird die Bauphysik beeinflusst – eine falsch ausgeführte
Dämmung kann zum Beispiel zu feuchten Dämmschichten und
Schäden an der Bausubstanz führen. Darüber hinaus verändert
eine Fassadendämmung nachhaltig das Erscheinungsbild eines
Gebäudes. Bei erhaltenswerten Fassaden – bei denkmalgeschützten sowieso – ist eine Außendämmung daher keine Option. Alternativ können die Räume auch von innen gedämmt werden. Doch
das kostet Wohn- bzw. Nutzfläche und erfordert viel Know-how,
um bauphysikalische Probleme zu vermeiden (Stichwort Schimmel). Sind all diese Aspekte zur Zufriedenheit gelöst, bleibt immer
noch ein Problem: Die gute Dämmung verhindert im Sommer,
dass das erhitzte Gebäude über Nacht auskühlen kann. Tagsüber
wird daher mehr Energie für die „künstliche“ Kühlung verbraucht.
Dichte Gebäudehülle birgt Probleme
BEISPIEL AUS DER PRAXIS
Bürohaus, Baujahr 1967,
12 Geschosse mit 7.000 m² klimatisierter Fläche
Jahresenergiebedarf Raumtemperierung
und Luftaufbereitung:
FASSADENDÄMMUNG
Anlagenoptimierung
Maßnahme
Austausch der Fenster
Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem
Kosten
Sanierungserfolg
Energieeinsparung
Energiekosteneinsparung
Amortisation
Maßnahme
Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen in die Lüftungsanlagen
(eine Lüftungsanlage versorgt 2 Geschosse)
Maßnahme
Einbau von 6 Wärmerückgewinnungsanlagen
Kosten
ca. 115.000 EUR
Sanierungserfolg
Energieeinsparung
1.250 MWh /a
Mehraufwand Strom
84 MWh /a
Energiekosteneinsparung
80.000 EUR/Jahr*
Amortisation
1,4 Jahre
ca. 1,5 Mio EUR
200 MWh /a Wärme
50 MWh /a Kälte
30.000 EUR/Jahr*
52 Jahre
* In die Berechnung sind Strompreis, Wärmepreis und Leistungspreis (Fernwärme) eingeflossen.
Heizen: 2.440 MWh/a
Kühlen: 355 MWh/a
Größtes Handicap der Fassadendämmung ist jedoch die lange
Amortisation: Eine sorgfältig ausgeführte wirksame Dämmung
erfordert hohe Investitionen, die sich, verglichen mit der dadurch
erreichten Energieeinsparung, erst nach vielen Jahren rechnen.
Dagegen bieten ältere Heiz-, Klima- und Kälteanlagen viele Ansatzpunkte für eine Optimierung. Dabei können schon kleine
Maßnahmen zu hohen Energieeinsparungen führen. Dadurch
kann der Energieaufwand für den Gebäudebetrieb oft deutlich
verringert werden. Zudem sind Maßnahmen wie zum Beispiel
der Austausch ungeregelter durch moderne geregelte Pumpen,
der Einbau eines neuen Lichtsystems oder einer effizienten Regelung oder die Integration einer Wärmerückgewinnung mit relativ wenig Aufwand und technisch einfach zu realisieren. Das
Aussehen des Gebäudes wird dadurch nicht verändert und auch
die Bauphysik bleibt unberührt. Nasse Wände oder Schimmel
sind also nicht zu befürchten. Allerdings wird der grundlegende Heiz- bzw. Kühlbedarf des Gebäudes nicht oder kaum
reduziert – ein schlecht gedämmtes Haus verliert also weiterhin Energie über die Fassade. Allerdings amortisieren sich
Optimierungen an der Anlagentechnik meist schnell – das eingesparte Geld kann dann zum Beispiel in einer zweiten Sanierung
in die Fassadendämmung fließen.
* In die Berechnung sind Strompreis, Wärmepreis und Leistungspreis (Fernwärme) eingeflossen.
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AMORTISATION VERSUS RENDITE
Energieeffizienz-Projekte scheitern oft an althergebrachten Denk- und Rechenschablonen.
Gerade produzierende Unternehmen mit ihren
sehr kurzfristigen Investitionszyklen sind nur
schwer von längerfristigen Renditeprojekten zu
überzeugen.
„Das rechnet sich nicht.“ Mit diesem lapidaren
Satz wischen Entscheider in vielen Industrieund Gewerbeunternehmen oft Vorschläge für
wirksame Energieeffizienz-Projekte vom Tisch.
Selbst was rentabel ist, erscheint nicht sinnvoll.
Warum ist das so? Hinter der Standardbegründung steckt mitunter auch eine Standardrechnung, die einzig und allein die kurze Amortisation im Blick hat. Nicht selten wird verlangt,
dass sich das für neue Maschinen und Anlagen
eingesetzte Kapital innerhalb von maximal
zwei Jahren amortisiert haben muss. Mit diesem Return-on-Investment halten viele produzierende Unternehmen ihr finanzielles Risiko
niedrig. Denn je länger die Planungsperioden,
desto unsicherer auch Prognosen zu den Absatzzahlen von Produkten und Waren. Zwei Jahre
erscheinen da bei Investitionsentscheidungen
gerade noch akzeptabel.
Die Rechnung mit der
Zukunft machen
Wenn Unternehmen also rund um den Herstellungsprozess eines Produktes investieren, ist die
Forderung nach relativ kurzen Kapitalrückflusszeiten nachvollziehbar. Leider aber bewerten
viele Produktionsbetriebe auch Infrastrukturinvestitionen wie zum Beispiel in die Effizienz ihrer
Energieversorgung mit dem gleichen Maßstab.
Akzeptierte Amortisationszeit in der Industrie
Hier aber greifen zwei Jahre einfach zu kurz, weil
Energietechnik ungleich länger genutzt wird. Die
reine Amortisationsrechnung ist nur ein Maßstab
für den Cashflow, sagt aber nichts über die tatsächliche Rentabilität der Investition. Fünf Jahre Amortisationszeit hören sich natürlich weit
weniger attraktiv an als zwei Jahre. Aber fünf
Jahre stehen immerhin für eine Kapitalrendite
von 20 Prozent. Jeder Privatmann, der sein Geld
beispielsweise in eine Photovoltaikanlage investiert, ist im Vergleich dazu mit deutlich niedrigeren Renditen höchst zufrieden. Warum? Weil
die Kapitalanlage sicher ist und keine Finanzkrise sie gefährden kann. Auch beim Eigenheimbau akzeptiert der Bürger Zeiträume zwischen
20 und 50 Jahren, bis er Investitionen rund um
seine Immobilie abgeschrieben hat. Doch Unternehmen entscheiden sich selbst bei Renditen
bis zu 50 Prozent gegen solche Investitionen.
Nichts anderes bedeutet es schließlich, wenn
Produktionsbetriebe lediglich EnergieeffizienzMaßnahmen mit Amortisationszeiten unter zwei
Jahren bewilligen.
Die kurzfristige Betrachtungsweise bremst deshalb systematisch Bemühungen zur Energieeffizienz aus und gefährdet langfristige Ziele:
den Umbau unserer Energieversorgung und die
Nachhaltigkeit im Unternehmen. Einen Ausweg
aus diesem Dilemma bietet Imtech mit einem
attraktiven Dienstleistungsangebot: Energieeffizienz-Contracting. Dabei investiert Imtech in
modernste Effizienztechniken und reduziert so
den Energieverbrauch und die Energiekosten der
Unternehmen. Energie- und Kosteneinsparungen
sind vertraglich garantiert und tragen bereits die
Kosten für die Refinanzierung der Investition.
Ein Gewinn für Unternehmen und Umwelt.
50%
17%
25%
12,5%
10%
8 Jahre
10 Jahre
2 Jahre
4 Jahre
6 Jahre
Auch mehr als zwei Jahre Amortisationszeit sind hoch rentabel
10%
12,5%
17%
25%
50%
10 Jahre
8 Jahre
6 Jahre
4 Jahre
2 Jahre
XX Jahre
20
21
Amortisationszeit
Kapitalrendite
Europas grünstes
Hochhaus
89 %
Das Wahrzeichen der Deutschen Bank, die Doppeltürme im Frankfurter Westend sind das Vorzeigeobjekt für eine nachhaltige Gebäudesanierung.
Die Gebäudemasse als Energiespeicher, Tageslicht
zum Stromsparen, Wasser, das wiederaufbereitet
wird – bei der Komplettsanierung der DeutscheBank-Zentrale entstand eines der umweltfreundlichsten Hochhäuser der Welt. Die Deutsche Bank
investierte einen dreistelligen Millionenbetrag in
eine offenere Architektur, in mehr Nutzerkomfort
und in eine höhere Energieeffizienz. Hierbei wurden die gesamte Gebäude- und Energietechnik von
Imtech und die Gebäudehülle von Gartner komplett
erneuert. Am meisten spart die „neue“ Zentrale an
der Heiz- und Kühlenergie: 67 Prozent.
Verantwortlich dafür sind die neue hochisolierende
Dreifachverglasung der Spiegeltürme und das neue
Klimatisierungskonzept, das auf die thermische
Aktivierung der Betonmassen mittels Heiz- und
Kühldecken setzt.
67 %
Reduzierung der CO2-Emissionen:
entspricht 6.000 PKWs / 12.000 km Fahrleistung
Reduzierung der Heizenergie:
entspricht der Heizenergie für ca. 750 Einfamilienhäuser
55 %
Reduzierung des Stromverbrauchs:
entspricht dem Jahresverbrauch von ca. 1.900 Einfamilienhäusern
Gold für Nachhaltigkeit
Wasser wird mit Solartechnik erwärmt und Regenwasser gesammelt, um damit die Toiletten zu spülen.
Neue Aufzüge gewinnen auf ihrem Weg nach unten
Strom und speisen ihn ins Netz ein. Durch all diese
Maßnahmen verringert sich der CO2-Ausstoß um 89
Prozent. Das grünste Hochhaus Europas erhielt dafür
bereits das Gütesiegel der „Deutschen Gesellschaft
für Nachhaltiges Bauen“ in Gold. Und als das weltweit erste modernisierte Hochhaus wurden die neuen Deutsche-Bank-Türme mit einem amerikanischen
LEED-(„Leadership in Environmental & Energy
Design“)Zertifikat in Platin ausgezeichnet.
98 %
74 %
Materialrecycling: 30.500 Tonnen recycelt + 15.000 m2
ausgestattet mit wiederverwendeten Materialien
Reduzierung des Wasserverbrauchs:
entspricht dem Inhalt von 22 olympischen Schwimmbecken
20 %
22
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Erhöhung der Nutzungsquote:
bis zu 600 zusätzliche Mitarbeiter profitieren vom neuen Arbeitsumfeld
Transparenz und
Effizienz im „Spiegel“
Das Verlagshaus des „Spiegel“ in der Hamburger HafenCity überzeugt
nicht nur durch seine glas- und lichtdurchflutete Architektur, sondern
setzt auch energetisch Maßstäbe. 30.000 Quadratmeter werden dort
besonders effizient gekühlt und geheizt.
Woche für Woche leuchten die Redakteure des „Spiegel“ Tun und
Treiben von Politik und Wirtschaft aus, entlarven Amtsmissbrauch
und Korruption, recherchieren die Ursachen von Wetterchaos und
Treibhauseffekt. Auch deshalb legte das Nachrichtenmagazin „Der
Spiegel“ an sein neues Verlagshaus auf einer Landspitze im Hamburger Hafen strenge ökologische Maßstäbe an. Denn wer kritisch über
Klimaschutz schreibt, kann nicht gleichzeitig Energie verschwenden
und Trinkwasser für die WC-Spülung einsetzen.
Und so wuchs in gut zweieinhalb Jahren auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Speicherstadt und den Deichtorhallen eines der
modernsten Bürogebäude Deutschlands empor. Imtech war hierbei
für die gesamte technische Gebäudeausrüstung zuständig. Ab Januar
2010 waren in Spitzenzeiten 250 Monteure und Installateure im Auftrag von Imtech auf der Baustelle beschäftigt, verlegten Rohre, zogen
Leitungen ein. Neben Sanitär, Heizung, Kälte, Raumlufttechnik, Mess-,
Steuer- und Regeltechnik sowie Brandschutz umfassten die Arbeiten
von Imtech auch den Bereich Elektrotechnik mit Stromversorgung und
sämtlichen Beleuchtungssystemen.
Spitzen-Architektur an der Spitze
Mitte August 2011 rollten die ersten Möbelwagen an, um auf
30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche die Büros einzurichten. Neben allen für die Printmedien verantwortlichen Abteilungen
zogen auch die Teams von Spiegel TV und Spiegel Online ins neue
Headquarter ein. Am Ende des Umzugsmarathons haben rund 1.300
Mitarbeiter auf 13 Etagen des trapezförmigen Glasgebäudes ihre
Büros sowie Arbeits- und Besprechungsräume. Allerdings wäre
das Wort „arbeiten“ für diese Umgebung zu profan. Dafür spricht
allein die Lage: Dreiseitig vom Wasser umgeben, ist die Ericusspitze
ein prominent markanter Ort, an dem die östliche HafenCity und die
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Innenstadt aufeinandertreffen. Doch auch der Bau selbst hat Signalwirkung. Die Architekten vom Büro Henning Larsen sehen im
„Spiegel“-Hochhaus und seinem kleineren Nachbarn, dem
Ericus-Kontor, gar das Pendant zur spektakulären Elbphilharmonie im Westen der HafenCity. Auf sturmflutsicheren Sockeln erbaut, erhebt sich licht und transparent die Gebäudehülle. Die beiden Sockelgeschosse aus rotem Backstein
– das dominierende Baumaterial in der Speicherstadt – tragen
das imposante Gebäude aus Glas darüber sozusagen auf Händen
und bilden einen reizvollen Kontrast zu dessen Schwebeästhetik.
Neubau auf bedürfnisse zugeschnitten
Denn trotz seiner Dimensionen von 51 Meter Länge, 27 Meter Breite,
62 Meter Höhe wirkt der spitznasige Hochhauskomplex dank seiner Glasfassade nahezu durchscheinend. Die dänischen Baumeister
ließen dabei einen Teil der Stirnseite „zurückspringen“ und schufen
damit die Anmutung eines Fensters, das sich zur Innenstadt öffnet.
Herzstück des Gebäudes aber ist das 53 Meter hohe Atrium, das
vom Erdgeschoss bis unter das Glasdach alle Stockwerke verbindet.
Eine Halle aus Licht und Luft, die sozusagen eine Pufferzone zwischen den eigentlichen Arbeitsbereichen bildet. Während fast alle
Büros der 1.300 Mitarbeiter nach außen gerichtet sind, umspannt
in jeder Etage eine offene Galerie das Atrium. Freitragende Treppen
und diverse Brücken erlauben entspanntes Gehen von Stockwerk zu
Stockwerk. Schließlich lebt eine Redaktion von Kommunikation und
informellem Austausch. Den speziellen Bedürfnissen der TV- und
Online-Kollegen kommt man ebenfalls entgegen: Ihre Regie- und
Tonräume im Erdgeschoss sind besonders schallisoliert. „Auflage
waren maximal 25 Dezibel in den Lüftungskanälen“, sagt Oliver
Dinius, Imtech Gesamtprojektleiter für den Neubau. Damit entspricht der Geräuschpegel gerade mal einem Flüstern.
Auch in ökologischer Hinsicht haben die Planer eine gesunde Arbeitsumgebung geschaffen. Hohe Nachhaltigkeitsstandards waren
Pflicht. Wo es geht, ersetzt Regenwasser kostbares Trinkwasser, und
Urinale werden wasserlos betrieben. Pollenfilter sowie ein Verbot
von Lösungsmitteln und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen
dienen der gesunden Luft. So durften ohne Hersteller- und Zertifizierungsnachweise zum Beispiel weder Dämmmaterialien noch
Holz oder technische Installationen verbaut werden, sagt Dinius.
Auch verzichtet man in den Büros auf Klimaanlagen und Heiz-
körper. Für ein angenehmes Raumklima sorgen stattdessen eine
natürlich hinterlüftete Doppelfassade (äußere Prallfenster plus
Dreifachglasfenster) mit außenliegenden Jalousien und neuester Gebäude- und Energietechnik von Imtech. Heiz- und Kühlsegel
an den Decken sowie eine von der hauseigenen Geothermieanlage
versorgte „Betonkernaktivierung“ durch Wasserrohrschlangen im
Boden jedes Geschosses temperieren dabei nahezu unmerklich die
Räume. Allein dadurch werden bis zu 30 Prozent der Grundheiz- und
Kühllasten abgedeckt. Dafür sorgen 80 Erdsonden und 110 thermischaktive Bohrpfähle, die bis zu 55 Meter tief in den Untergrund reichen.
Der verbleibende Energiebedarf wird mit Fernwärme gedeckt.
„Mit der thermischen Bauteilaktivierung nutzen wir die Speicherfähigkeit von Beton, also die Gebäudemasse selbst“, erklärt Oliver Dinius.
Wenn Beton das Büro heizt und kühlt
In Zeiten großer Sommerhitze werden die Decken bzw. Fußböden
nachts heruntergekühlt, tagsüber nehmen sie zeitversetzt Raumwärme auf. Im Gegensatz zu einer Klimaanlage kühlt die Gebäudemasse zugluftfrei und über Strahlung. Auch umgekehrt, beim
Heizen, können wegen der großen Übertragungsflächen die Temperaturunterschiede niedrig gehalten werden, so dass das Wasser
nicht so stark erwärmt werden muss wie bei einer herkömmlichen
Zentralheizung mit Heizkörpern. Aufgrund der geringeren Vorlauftemperatur können die Wärmepumpen besonders effizient arbeiten.
Auch nutzt die Haustechnik bei der Wärmeversorgung zusätzlich
die Abwärme der Kleinkälteanlagen der Kühlzellen. Die behutsame
Art der Temperierung erlaubt sogar noch das individuelle Öffnen
der Bürofenster. Dem sogenannten „Sick-Building-Syndrom“, also
Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und Müdigkeit wegen mangelhaft betriebener Klimaanlagen und gesundheitsschädlichen Ausdünstungen von Baumaterialien, ist damit der Boden entzogen worden.
Energieeffizienter kann man zurzeit kaum bauen. Die Planer haben
errechnet, dass das neue „Spiegel“-Hochhaus deutlich weniger als
100 kWh pro Quadratmeter und Jahr verbraucht. „Das ist ein exzellenter Wert, bedenkt man, dass im neuen Frankfurter Hochhausrahmenplan 150 kWh veranschlagt werden“, erklärt Oliver Dinius.
Ältere Gebäude verbrauchen im Schnitt sogar bis zu 400 kWh pro
Jahr. Kein Wunder, dass das „Spiegel“-Gebäude das„Umweltzeichen
Gold“ erhielt, ein von der HafenCity vergebenes Zertifikat für besonders grünes Bauen.
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Nachhaltigkeit und Design die perfekte Symbiose
Nicht einmal 100 kWh Primärenergie pro Quadratmeter
sollen die neuen „Elbarkaden“ in Hamburgs HafenCity
benötigen. Das innovative Energiekonzept des Büround Wohnhauses, das unter anderem die Deutschlandzentrale von Greenpeace beherbergt, umfasst
eine Vielzahl von Komponenten, deren perfektes Zusammenspiel ein Höchstmaß an Gebäude- und Anlagenperformance garantiert.
Nachhaltigkeit und Design sowie aus Ökologie und
Ökonomie. So entsteht ein spannungsvolles neues
Stück Hamburg“, sagt Achim Nagel, Geschäftsführer
von Primus developments, einer der Projektentwickler.
Greenpeace Energy und die Umweltstiftung Greenpeace arbeiten heute in einem besonders nachhaltigen Gebäude: den Elbarkaden in Hamburg. Hier kann
Greenpeace seine energiepolitische Vision mit einem
eigenen Energiekonzept umsetzen: hohe Effizienz, geringer Verbrauch und maximaler Einsatz regenerativer
Energien.
Perfektes Zusammenspiel
Bereits in der Planungsphase wurden die Elbarkaden
nach DGNB „Gold“ vorzertifiziert. In das Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen fließen rund 50 Kriterien aus Ökologie,
Ökonomie, soziokulturellen und funktionalen Aspekten,
Technik, Prozessen und Standortfaktoren ein. Werden diese in herausragender Weise erfüllt, wird das
DGNB Zertifikat in Gold vergeben. Angesichts der
Komplexität dieser innovativen Energie- und Gebäudetechnik wurde Imtech beauftragt, ein ganzheitliches
Garantierte Effizienz
Mit aller Kraft setzen sich die Umweltschützer von
Greenpeace für eine schnelle Energiewende ein. In
einem eigenen Plan legt die Umweltschutzorganisation
sogar dar, wie sich 100 Prozent erneuerbare Energien
bis zum Jahr 2050 in Deutschland erreichen lassen. Dieser Plan, übertragen auf ein modernes Bürogebäude, ist
mit der neuen Deutschlandzentrale der Umweltschutzorganisation Wirklichkeit geworden. Greenpeace e.V.,
Der Grundstein für den siebengeschossigen Klinkerbau
nach einem Entwurf der Schweizer Architekten Bob Gysin und Partner wurde im Mai 2012 gelegt, inzwischen
ist das Gebäude teilweise bezogen, unter anderem von
Greenpeace. Es bietet viel Raum für Büros, Einzelhandel, Kultur und Gastronomie, aber auch für Eigentumswohnungen. „Die Elbarkaden sind eine Symbiose aus
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Energiekonzept zu verwirklichen und die für den GoldStandard geforderte Energieeffizienz der Immobilie
zu garantieren. Das Konzept sieht vor, dass passive
Maßnahmen, Photovoltaik, Windenergie, Geothermie,
Biomasse, Solarthermie und optimal aufeinander abgestimmte Systemkomponenten eng ineinandergreifen.
Der Wärme- und Strombedarf der Elbarkaden ist auf
ein Minimum beschränkt: Basis der hohen Energieeffizienz ist ein kompakter Baukörper, der weitestgehend
aus vorgefertigten Teilen in Passivhausqualität erstellt
wurde. Die herausragende Energieeffizienz ist allerdings
nur über eine intelligente Energietechnik realisierbar,
die auch die spätere Nutzungsphase berücksichtigt.
Deshalb wird die Speichermasse des Gebäudes im
Sommer genutzt, um das Raumklima zu verbessern:
Nachts wird intensiv gelüftet, um die Bauteile herunterzukühlen. Diese Kälte begrenzt dann wiederum tags-
über den Anstieg der Raumtemperatur. So kann auf
eine zusätzliche Gebäudekühlung weitgehend verzichtet werden. Interne Lasten werden minimiert, indem
etwa EDV-Geräte mit hoher thermischer Abwärme
zentral in einem speziellen Serverraum platziert werden. Die Abwärme der Server kann bei Heizbedarf
direkt in das System eingespeist werden. Die Lüftung
ist mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet und
erlaubt die Vorkühlung und Vorerwärmung der Zuluft
über das Erdsondenfeld der Geothermieanlage. Bei
einer generell hohen elektrischen Energieeffizienz der
Immobilie sollen Solarstromanlagen und Windräder auf
dem Dach den gebäudetechnischen Primärenergiebedarf das Jahr über zu einem Großteil abdecken. Damit
erzeugen die Elbarkaden in einigen Monaten des Jahres sogar mehr Energie, als sie für Klimatisierung und
Betriebsstrom selbst benötigen. In der Jahresbilanz
erzielt die Immobilie so rund ein Drittel Stromüberschuss, der ins Netz eingespeist werden kann. Insgesamt beinhaltet das Konzept damit bereits wesentliche
Bausteine des Active Building Konzepts von Imtech.
DAS IMTECH-PROJEKT IN KÜRZE:
Umfang:
Generalunternehmer für die Ausführung der gesamten
Gebäude- und Energietechnik.
Herausforderung:
Eine Vielzahl unterschiedlichster Systeme müssen zusammengeführt, angepasst und gesteuert werden. Ziel ist die Erreichung einer
Nachhaltigkeit gemäß DGNB „Gold“ sowie HafenCity Zertifikat Gold.
Dabei liegt die Höchstgrenze für den Primärenergiebedarf (Strom und
Wärme) bei 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Maßnahmen:
- Hohe Effizienz der Anlagen: hohe Rückwärmezahlen,
Förderpumpen Effizienzklasse 1, hohe Wirkungsgrade
- Schonung der Ressource Wasser: Regenwassernutzung,
wassersparende Apparate und Armaturen u.v.m.
- Energieeffiziente Auslegung der Anlagen: niedrige Luftgeschwindigkeiten, tiefe Vorlauftemperaturen im Heizfall, hohe Vorlauftemperaturen im Kühlfall, bedarfsgerechte Steuerung u.v.m.
- Nutzung von Synergien zwischen den einzelnen Anlagen
(Wärmerückgewinnung, Abwärmenutzung, Kälterückgewinnung
und Speicherung im Erdboden)
- Einsatz erneuerbarer Energie: Photovoltaik, Windkraftanlagen
auf dem Dach, Geothermie, Solarthermie und Biomasse
- Verwendung von schadstoffarmen Materialien sowie Verzicht
auf besonders umweltschädliche Materialien wie PVC und
umweltschädliche Kältemittel
- Gebäudesimulation zum Nachweis einer hohen
thermischen Behaglichkeit
- Einsatz eines Mess- und Monitoringkonzepts zur
Erfassung der Energieströme
Als richtungsweisend ausgezeichnet
Ziel des umfassenden Energiekonzeptes ist es, pro erzeugter Kilowattstunde nur noch knapp über 30 Gramm
Kohlendioxid zu emittieren – damit wird sogar der
Emissionswert der Nahwärmeversorgung in der HafenCity deutlich unterboten, der bei 89 Gramm CO2 pro
kWh liegt. Gleichzeitig wird der Bedarf an Primärenergie deutlich unter der Höchstgrenze von 100 kWh pro
Quadratmeter pro Jahr liegen – ein Limit, das die HafenCity in ihrem Nachhaltigkeitszertifikat in Gold festgeschrieben hat. Das Energiekonzept wurde zwischenzeitlich auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie im Wettbewerb „Architektur mit Energie“
ausgezeichnet. Der Wettbewerb richtet sich an ambitionierte Bauvorhaben, die energieeffiziente Gebäudekonzepte und innovative Technologien mit hochwertiger
Architektur verbinden und als richtungsweisend für
Gebäude der Zukunft gelten.
Ziel:
- Bedarf an Primärenergie unter 100 kWh pro Quadratmeter pro Jahr
- Max. 34 Gramm Kohlendioxid pro erzeugter Kilowattstunde Energie
- DGNB „Gold“ sowie HafenCity Zertifikat Gold
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… und ab geht die Post!
„Smart Building“ klingt innovativ und zukunftsfähig.
Zu Recht, verbirgt sich doch dahinter die Entwicklung
vom Energieverschwender zum bedarfsgerecht arbeitenden, effizienten Energieerzeuger und -verbraucher.
Aber nicht spektakuläre Technik, sondern vor allem
08/15-Maßnahmen machen ein Gebäude intelligent:
Tageslichtsteuerung, Zeitschaltuhren, dezentrale Warmwasseraufbereitung und geregelte Pumpen können
große Sparpotenziale heben – energetisch und wirtschaftlich. Das größte Energieeffizienz-Projekt Deutschlands zeigt dies besonders deutlich. Hier hat Imtech im
Rahmen eines Contracting-Modells für 15,5 Jahre die
Strom- und Wärmeversorgung von bundesweit etwa 800
überwiegend von der Post genutzten Immobilien übernommen und saniert sie im Zuge dessen energetisch.
Das Contracting beginnt bei der sorgfältigen Analyse
der Versorgungs- und Verbrauchssituation und reicht
über eine strukturierte Energiebeschaffung, abgestimmte Lösungen für Anlagenbau, Energielieferung,
Anlagenbetrieb, Energiemanagement und Service bis
zur Abrechnung für jedes einzelne Objekt. Für jedes
Gebäude wird dabei auf Grund der unterschiedlichen
Voraussetzungen vor Ort ein individuelles Konzept zur
Senkung des Energieverbrauchs entwickelt.
Transparenz im
Energieverbrauch schaffen
Wesentlicher Bestandteil des Contracting-Projektes
für die von der Deutschen Post genutzten Gebäude
ist ein Energiemanagementsystem, das die nötige
Transparenz beim Energieverbrauch und den damit
verbundenen Kosten schafft. Basis eines jeden Energiemanagementsystems ist die detaillierte Erfassung des
Energieverbrauchs. Bei größeren Gebäuden können die
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entsprechenden Daten von der Gebäudeleittechnik zur
Verfügung gestellt werden, bei kleineren Gebäuden erfolgt dies über spezielle „Datensammler“ wie der Bluebox von Imtech. Die Bluebox sammelt alle Energiedaten
des Gebäudes und gibt sie zur Analyse an ein zentrales
Datenbanksystem von Imtech weiter. Hier können die
Daten online abgerufen und analysiert werden. Verschiedene Tools helfen ungewollte oder zu hohe Energieverbräuche schnell zu identifizieren. Somit wird eine
kontinuierliche Überprüfung aller relevanten Daten sichergestellt. Unregelmäßigkeiten im Verbrauch lassen
sich sofort feststellen und die Ursachen vom ImtechProjektteam beheben.
Ein Objekt mit besonders hohem Energieverbrauch
liegt am Hauptbahnhof in Saarbrücken. In dem mehrstöckigen Gebäude sind auf 25.000 Quadratmetern
Brief- und Paketzentrum, Büroräume und eine PostbankFiliale untergebracht. Bis dato liegt allein der Jahreswärmebedarf der Immobilie bei etwa 2.500.000 kWh –
das entspricht dem Verbrauch von rund einhundert
Einfamilienhäusern. Mit Effizienzmaßnahmen im Bereich
Raumwärme, Lüftung und Licht wird Imtech in den
kommenden Jahren den Energieverbrauch und die
Energiekosten erheblich senken.
Nach der abgeschlossenen „energetischen Sanierung“
betreibt Imtech die Liegenschaften im ganzen Bereich
der Energieversorgung weiter. Das umfasst die Wartung, Inspektion und Instandsetzung der Anlagen sowie eine kontinuierliche Analyse und Optimierung der
Energieverbräuche. Parallel erfolgt eine kontinuierliche
Anpassung der Beschaffungskonditionen an die optimierten Energieverbräuche. Entsprechende Monitoringmaßnahmen liefern dazu die notwendigen Daten –
und machen den Energieverbrauch und die Effizienzerfolge für den Nutzer sichtbar. Betreut werden die
Immobilien durch den Imtech-Service.
Energieeffizienz-MaSSnahmen am Beispiel
der Post-Immobilie am Hauptbahnhof Saarbrücken
Fernauslesung der Zählerstände:
Die Imtech-Bluebox erfasst im Viertelstundentakt den Wärme- und Stromverbrauch des Gebäudes. So können sich ungewöhnlich hohe Verbräuche nicht mehr in der Monatsabrechnung verstecken. Im Gegenteil: Durch zeitnahe Ferndiagnose
kann Imtech extrem schnell auf Defekte oder Nachlässigkeiten wie offene Thermostatventile trotz Leerstand reagieren.
Pumpentausch:
Hocheffiziente, bedarfsgeregelte Umwälzpumpen ersetzen in 40 Heizkreisen die Altpumpen.
Sie verbrauchen teilweise bis zu 70 Prozent weniger Strom und amortisieren sich in wenigen Jahren.
Lüftung:
Die Regelung der etwa 20 Lüftungsanlagen wird durch eine Anpassung der Schaltzeiten und Kopplung mit
den neu installierten, elektronisch regelbaren Pumpen erheblich verbessert. So wird der Betrieb der Anlagen
reduziert bzw. ganz eingestellt, wenn die Hallen im Verteilzentrum durch geöffnete Lkw-Rolltore ohnehin
ausreichend belüftet sind. Weitere Lüftungsanlagen, die nicht mehr benötigt werden, werden stillgelegt.
Dezentrale Warmwasserversorgung:
Zentrale Trinkwarmwasseranlagen mit Zirkulation und größeren Speichern müssen dauerhaft warm gehalten werden. Dies hat hohe Verteilverluste
und unnötigen Verbrauch von Pumpstrom zur Folge. Neue dezentrale Warmwasserbereiter erwärmen das Wasser bedarfsgerecht an den jeweiligen
Zapfstellen. Bei dem hier gegebenen sehr geringen Warmwasserbedarf wird so durch kurze Leitungswege viel Energie gespart.
Heizung:
Das Nachrüsten von Thermostatventilen ist der erste Schritt zum energiesparenden Heizungsbetrieb. Die Bluebox
wiederum ist die Eintrittskarte, um den Verbrauch Schritt für Schritt zu analysieren. Auf Basis der dokumentierten
Nutzungsprofile lassen sich Heizkurven und Heizzeiten mit Benchmarks vergleichen und fortlaufend optimieren.
Beleuchtung:
Neue effiziente Leuchtmittel ersetzen alte Leuchtstoffröhren. Dabei werden alte T8-Leuchten mit konventionellen Vorschaltgeräten
durch neue T5-Leuchten mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) oder durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Bei Bedarf werden sie
zusätzlich durch Präsenzmelder und Zeitschaltuhren ergänzt. Außerdem ist es möglich, die Leuchtmittel über Sensoren in Abhängigkeit
vom einfallenden Tageslicht zu dimmen und so die Leistungsaufnahme weiter zu reduzieren.
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MaSSanfertigung für Olymp
Olymp ist als Hersteller hochwertiger Herrenoberbekleidung Marktführer bei Herrenhemden in Deutschland und
auch international auf Wachstumskurs. Die steigende
Nachfrage nach den Produkten des Familienbetriebs sowie
höhere Anforderungen an deren kurzfristige Verfügbarkeit
erforderten eine räumliche Erweiterung der Lagerorganisation. Dass bei der technischen Gebäudeausrüstung des
neuen Lagers Know-how auf höchstem Niveau gefragt
sein würde, stand von Beginn an fest.
Trotz des schwierigen Bekleidungsmarktes konnte die in
Bietigheim-Bissingen ansässige Olymp Bezner GmbH & Co.
KG ihren Umsatz innerhalb von zehn Jahren auf rund 187
Millionen Euro im Jahr 2012 mehr als verdreifachen. Die
wachsende Nachfrage nach Hemden, Krawatten, Strick- und
Wirkwaren und die zunehmenden Forderungen des Marktes
nach einer kurzfristigen Verfügbarkeit erfordern eine leistungsfähige Lagerorganisation. Deshalb erhöhte das Unternehmen mit einem neuen Logistikzentrum langfristig
seine Lagerkapazitäten. Mark Bezner, geschäftsführender
Gesellschafter von Olymp, über das Bauprojekt: „Es ist die
größte Investition in der Olymp-Firmengeschichte. Gerade
die schnelle, zuverlässige und reibungslose Lieferleistung ist
eine unserer wesentlichen Kompetenzen für den Fachhandel.“
Modernstes Logistikzentrum
für Liegewaren
Das neuartige, leistungsfähige und vollautomatisierte
Kartonlager soll die angespannte Situation im Warenumschlag konzentrieren und die zusätzlichen finanziellen
sowie logistischen Aufwendungen für die angemieteten
Außenlager überflüssig machen. Das wohl modernste
Logistikzentrum Europas für den sogenannten Liegewarenversand wird nicht nur höhere Lagerkapazitäten, sondern auch eine deutlich schnellere Auftragsbearbeitung
sowie höhere Liefergeschwindigkeit und Optimierung der
Termintreue bei der Auslieferung ermöglichen. Mit rund
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40 Millionen stellt das neue Logistikzentrum eine beachtliche Investition für Olymp dar. Projektiert wurde ein Gebäudekomplex mit rund 142 Metern Länge, 47 Metern
Breite und 20 Metern Höhe. Er umfasst ein automatisches
Kartonlager (AKL) mit elf Lagergassen und 37 Lagerebenen
sowie bis zu 407 vollautomatische Shuttles zur Ein- und
Auslagerung. Hinzu kommen 1.200 m² Wareneingangsbereich mit fünf Anlieferungstoren und noch einmal etwa
1.200 m² Kommissionierung mit etwa 2.400 m² Warenpuffer.
Die gesamte Anlage kann nach vollständiger Inbetriebnahme bis zu 1.500 Kartons pro Stunde im Wareneingang
verarbeiten und bietet im Endausbau eine Kommissionierleistung von bis zu 10.000 Teilen pro Stunde. Mit einer
finalen Kapazität von 265.000 Kartonstellplätzen kann das
Lager annähernd vier Millionen Teile an Hemden, Polos,
Krawatten, T-Shirts und Strickwaren aufnehmen!
Zeitnaher Return on Invest
gefordert
Imtech ist verantwortlich für die Leistungen bei Sanitär-,
Heizungs-, Lüftungs-, Kälte-, Elektro-, MSR-Technik und
Feuerschutzanlagen und konnte bei den meisten Maßnahmen auf erprobte, funktionale und leistungsoptimierte
Lösungen setzen. Allerdings wurde das Unternehmen mit
außergewöhnlichen technischen und energetischen Herausforderungen konfrontiert. Der Fokus lag im Zusammenspiel von technischem Bedarf, energetischen Effekten
und Investitionen mit zeitnahem Return on Invest (ROI).
Wertvolle Potenziale zur Energieeffizienz waren schnell
identifiziert. So wurde der neue Logistikkomplex mit dem
bestehenden Warenausgangs- und Verwaltungsgebäude
energietechnisch vernetzt: Dadurch lässt sich die Abwärme der Fördertechnik besser nutzen und der durch die Betriebs- und Stillstandszeiten variierende Wärme- und Kältebedarf effizient ausgleichen.
Brandschutz und Entrauchung der Räumlichkeiten erforderten allerdings völlig neuartige Lösungen. Die Ziel-
vorgabe lautete, im Brandfall darf die Lagerware auf
keinen Fall durch Rauch beeinträchtigt werden. Eine kurzfristige Wiederbeschaffung der Ware wäre kaum möglich
und das Risiko, aufgrund von Lieferverzögerungen Kunden
zu verlieren, enorm hoch. Diesem Szenario musste Imtech
zuverlässig vorbeugen. Schnell war klar: Eine moderne automatische Löschanlage würde die strengen Anforderungen nicht erfüllen können. Der Ansatz, mithilfe einer Sauerstoffreduktionsanlage die Entstehung eines Brandes und
dadurch Rauchentwicklung grundsätzlich zu verhindern,
wurde verworfen. Die logistischen Anforderungen an das
Gebäude sprachen dagegen. Aufgrund zahlreicher, während
des Betriebes nicht luftdicht verschließbarer Durchbrüche an
der Schnittstelle zwischen Wareneingang, Warenausgang
und Kommissionierung einerseits und dem automatischen
Kartonlager andererseits wäre der finanzielle Aufwand
überproportional hoch gewesen.
In Sekunden rauchfrei
Eine kluge Idee wurde schließlich überzeugende Realität.
Kompetente Unterstützung und die Möglichkeiten zur präzisen Simulation bot die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Imtech. Eine Unterteilung des gesamten Logistikbereichs in drei Abschnitte, die jeweils schnellstmöglich
individuell entraucht werden können, erwies sich als maßgeschneiderte Lösung. Dabei wird der Rauch mit von Imtech
entwickelten und patentierten ROM-Drall-Modulen abgesaugt. Dieses Verfahren nutzt das Strömungsprinzip eines
Wirbelsturms: Rauch wird durch die rotierende Strömung
mit erheblichem Unterdruck aufgesaugt, zur Decke gezogen
und dort über Absaugstellen aus dem Gebäude geleitet. Eine
Simulation des Olymp-Logistikzentrums mit ROM-Modulen
unter der Hallendecke und Luftnachströmung in Bodennähe brachte den Nachweis: Der Rauch lässt sich in Sekundenschnelle abführen. Das Ergebnis: eine bislang einmalige
Entrauchungsanlage. Zwei weitere Maßnahmen zielten auf
energetische und wirtschaftliche Effekte. Eine GeothermieWärmepumpenanlage mit einer Leistung von rund 70 kW
Kälte und 100 kW Wärme durch die Aktivierung der
statisch erforderlichen Pfahlgründung des Gebäudes wurde eingebaut. Hinzu kam eine Kraft-Wärme-Kälte-Anlage,
die aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von rund 200 kW elektrisch und rund 280 kW thermisch sowie einem Absorber zur Kälteerzeugung mit einer
Leistung von ca. 200 kW besteht.
Energieeffizienz mit
schneller Amortisation
Beide Maßnahmen weisen mit einer Amortisation innerhalb von rund drei Jahren bei angenommenen fünf Prozent
Zinsen einen exzellenten ROI vor. Eine zentrale Stärke liegt
in dem rund 500 Kubikmeter fassenden Wasserspeicher
des Sprinklervorratstanks, der zugleich je nach Jahreszeit
für Heiz- und Kühlzwecke als Speicher dient. So können
im Sommer nachts, wenn kein Kühlbedarf besteht, große
Mengen Kälte gespeichert werden, die tagsüber bedarfsgerecht verteilt werden. Im Winter kommt der umgekehrte
Effekt zum Tragen. Die Einbindung dieses Pufferspeichers in
das mit den Bestandsgebäuden vernetzte Versorgungskonzept ermöglicht energetisch optimal lange Laufzeiten für
die Anlagen.
Deutliche Energieeinsparung
Energieeinsparung hatte im gesamten Projektverlauf hohe
Priorität, etwa bei der Ausführung der Gebäudehülle weit
über dem Standard der EnEV 2009 mit einer Senkung des
grundsätzlichen Wärme- und Kältebedarfs. Das Schichtlüftungssystem in Kombination mit einer Hochleistungsheiz-/
-kühldecke im Wareneingangs- und Kommissionierungsbereich reduziert die erforderlichen Luftmengen und realisiert große Energieeinspareffekte. Dazu tragen auch die
LED-Beleuchtungseinheiten bei, die in den Außen- und
Flurbereichen für Dauerbetrieb installiert wurden. Bedarfsgerechte Schaltungen reduzieren in den übrigen Räumlichkeiten den Strombedarf. Zur Senkung des Strombezugs
wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund
300 kW eingesetzt.
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Big Data goes Green
Mit intelligenter Klima- und Gebäudetechnik ist das neue Imtech-Rechenzentrum „Green Campus“ ein grünes Vorzeigeobjekt. Auch der
langfristige Betrieb liegt in den Händen der Energiespezialisten. Als
erster Kunde freut sich die BT (British Telecommunications) über eine
garantierte hohe Versorgungssicherheit und niedrigen Stromverbrauch.
Der moderne Alltag ist ohne Informations- und Kommunikationstechnik undenkbar. Doch unser digitalisiertes Leben hat auch ökologische
Schattenseiten. Allein die Serverfarmen von Google verbrauchen
etwa so viel Strom wie eine deutsche Großstadt. Kein Wunder, dass
IT-Dienstleister ihr Bewusstsein für „Green IT“ geschärft haben: aus
Umweltschutzgründen und auch zur Aufbesserung der Bilanz. Denn
längst ist in den Rechenzentren der Welt der Energieverbrauch zu
einem der größten Kostenfaktoren aufgestiegen: Die Hochleistungsrechner benötigen einerseits Betriebsstrom und erhitzen sich dabei so
stark, dass sie konstant gekühlt werden müssen.
Wie Google setzt auch die BT als globaler Netzwerkbetreiber und
IT-Anbieter als erster Kunde im neuen Imtech-Rechenzentrum konsequent auf Energieeffizienz. Der Konzern hat seine ersten Flächen
im grünen Vorzeigeobjekt in Frankfurt am Main eröffnet und damit
die Datencenter-Kapazität für seine Geschäftskunden in Deutschland verdoppelt. Für den Ausbau von Cloud Computing und anderen IT-Diensten benötigt BT viel Platz für neue Serverschränke
und wappnet sich für die rasant ansteigende Datenflut. Zudem
plant das Unternehmen im Zuge seiner routinemäßigen HardwareUpdates zwei alte Datenzentren in Frankfurt zu schließen und mit den
Bestandskunden nach und nach umzuziehen.
„Das neue Rechenzentrum ist für BT das mit Abstand wichtigste in
Deutschland, und das für die nächsten 15 Jahre“, bestätigt Sven
Klindworth, Leiter des IT Consulting von BT und Projektleiter für das
neue Data Center auf Kundenseite. Der gesamte Gebäudekomplex
wurde von Imtech nach neuesten technischen und ökologischen Gesichtspunkten geplant und in kürzester Zeit schlüsselfertig errichtet.
Den langfristigen Betrieb des Rechenzentrums übernimmt als Energiedienstleistungsspezialist die Contracting-Tochter von Imtech. Als
Vertragspartner von BT erbringt Imtech Contracting neben der Finanzierung der Anlagentechnik alle infrastrukturellen Dienstleistungen
zur gesicherten Bereitstellung und Versorgung der IT-Flächen.
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Das hochmoderne Rechenzentrum bietet auf fünf Etagen eine
Serverfläche von bis zu 5.000 Quadratmetern und ist darauf ausgelegt, modular mitzuwachsen. Auf jeder Etage werden künftig
Hunderte von Server- bzw. Netzwerkschränken stehen und energieeffizient betrieben. Weil die Server rund um die Uhr laufen und
kontinuierlich die Anschlussleistung in Anspruch nehmen, freuen
sich auch die Netzbetreiber der Region. „Das Datenzentrum ist
ein konstanter, verlässlicher Verbraucher, der keine Spitzen produziert“, sagt Till Tomann, Projektleiter von Imtech Contracting. So
sehen ideale Stromkunden aus.
Energiespar-Contracting
im Rechenzentrum
Zwischen dem Aushub der Baugrube und der kompletten Fertigstellung des Gebäudes, einschließlich Installation der Technik
mit System- und Funktionstests sowie Anschluss ans Glasfasernetz, lagen lediglich zehn Monate. Diese ehrgeizige Bauzeit
konnte dank der guten Zusammenarbeit zwischen BT und Imtech
realisiert werden. Und so steht jetzt in einem Gewerbepark im
Frankfurter Stadtteil Sossenheim eines der energieeffizientesten
Rechenzentren Deutschlands, mit dem Imtech auch seine Kompetenz als Energiedienstleister unterstreicht.
So hat das Unternehmen gegenüber BT eine Verbrauchsgarantie
mit einem „Power Usage Efficiency“-Wert von 1,3 abgegeben.
Das bedeutet, dass das Rechenzentrum pro Kilowatt IT-Leistung
nur 0,3 Kilowatt zusätzliche Energie benötigt, beispielsweise für
Kühlung, Infrastruktur, Notstrom und Umspannungsverluste. Der
extrem niedrige Verbrauch konnte garantiert werden, weil die
Imtech-Ingenieure bei der Planung und Auswahl der Komponenten jeweils das Optimum zwischen hoher Versorgungssicherheit
und höchster Energieeffizienz gesucht und in modernste Technik
investiert haben. Und der Aufwand zahlt sich aus: Allein für die
Rechnerfläche von BT liegt die Energieersparnis im Vollausbau
(verglichen mit einem herkömmlichen Rechenzentrum) bei mehr
als 18.000 MWh pro Jahr. Das bedeutet aktuell eine Einsparung
von mehr als zwei Millionen Euro. Jedes Jahr.
Bei älteren Datenzentren sind derzeit PUE-Werte von 2,0 und
mehr üblich. Das heißt: Die Erzeugung und Verteilung der kühlen
Luft benötigt genauso viel Energie wie die Server selbst. Dabei
verbraucht vor allem die Klimatisierung den Großteil an Strom,
weil unkontrollierte Lüftung mit niedrigen Temperaturen die Regel ist. Imtech setzt auf „Common Rail Cooling“. Dabei werden
konsequent warme und kalte Luftströme getrennt und die Serverschränke bedarfsgerecht mit Luft und in exakt der benötigten
Menge und Temperatur versorgt. Sensoren überwachen ständig
Lufttemperatur und -druck, erfassen den Stromverbrauch und die
produzierte Abwärme.
Durch die bauliche Trennung der Warmluft- von den Kaltluftbereichen strömt die kühle Luft durch die Bodengitter direkt in die
Frontseiten der Server, ohne sich mit der warmen Abluft zu vermischen. „Deshalb kann die Lüftungstemperatur bei 22 bis
25 Grad liegen und überwiegend mit freier Kühlung durch
Außenluft erfolgen“, erklärt Tomann. Der Effekt ist immens:
Das Energiekonzept verringert, verglichen mit der Infrastruktur älterer Rechenzentren, die CO2-Emissionen um bis
zu 62 Prozent. Das sind im Endausbau allein für die BTFlächen rund 10.600 Tonnen im Jahr und entspricht den
Emissionen aus Stromverbrauch von circa 4.600 Eigenheimen. So lange es die Außentemperaturen erlauben, arbeitet
Imtech mit Hybridkühlern, die auch die Verdunstungskälte des
gesammelten Regenwassers zu Kühlzwecken nutzen können.
Lediglich an heißen Sommertagen müssen Kältemaschinen zur
Kühlung eingesetzt werden. „Um die BT-Ziele zur CO2-Reduktion zu erfüllen, ist die hohe Energieeffizienz des Data Centers
extrem wichtig. Ab 2013 beziehen wir auch den Strom von
Imtech zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen“, betont
Sven Klindworth.
Bei großen IT-Anbietern wie BT spielt natürlich die Versorgungssicherheit eine immense Rolle. Imtech hat das Data Center daher gegen Ausfälle des öffentlichen Stromnetzes doppelt gesichert: Im Notfall übernehmen große Batteriespeichersysteme
die unterbrechungsfreie Stromversorgung mindestens 15 Minuten lang, danach übernehmen Dieselgeneratoren für bis zu
48 Stunden die Versorgung. Ab 2013 ist das Rechenzentrum sogar
an das 110-kV-Hochspannungsnetz angeschlossen. Imtech sicherte sich eine elektrische Anschlussleistung von 30.000 kVA, mit der
Option auf 40.000 kVA zu erweitern. Im Hinblick auf Versorgungssicherheit und Netzengpässe ein weiterer Standortvorteil des grünen Rechenzentrums, das in einigen Jahren dreimal so groß sein
wird. Die Planungen und Bauvoranfragen für einen zweiten und
dritten Bauabschnitt hat Imtech bereits gestartet.
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DAS IMTECH-PROJEKT IN KÜRZE:
- Komplette Dienstleistung aus einer Hand inklusive Standortsuche, Planungsprozess, Errichtung des Gebäudes, Finanzierung und Installation der Anlagentechnik
- Strom- und Notstromversorgung, Klimatisierung, Anlagen- und Gebäudebetrieb
sowie sogenannte „Managed Services“ mit Verfügbarkeits- und Effizienzgarantie
über eine Vertragslaufzeit von 15 Jahren
- Energiekonzept mit einer Reduzierung von 62 Prozent des Energiebedarfs und der
CO2-Emissionen für Kühlung und Klimatisierung im Vergleich zu herkömmlichen
Rechenzentren
- Energieeinsparung von 10.000 MWh pro Etage und Jahr und damit einhergehend
Kostenreduzierung von jährlich mehr als 1 Million Euro
- Verbrauchsgarantie mit einem PUE = 1,3 (Power Usage Efficiency)
- Freikühlung mittels Hybridkühler
- Regenwassernutzung für Rückkühlzwecke
- Redundanter Anschluss ans Hochspannungsnetz (110 kV) mit
30.000 kVA Anschlussleistung aus zwei Umspannwerken
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Druckbare Solarzellen machen Photovoltaik massentauglich:
Sonnenschirme können genauso zum Kraftwerk werden wie
Rucksäcke oder Fensterscheiben.
Wer im digitalen Zeitalter bedrucktes Papier für ein Auslaufmodell hält, muss sich eines Besseren belehren lassen. Denn Forscher an der TU Chemnitz haben Solarzellen entwickelt, die auf
ganz normale Standardpapiere gedruckt werden, wie man sie für
Zeitschriften, Plakate oder Verpackungen verwendet. Sie sollen
in Zukunft mobile Dinge einfach und autark mit Strom versorgen. Statt Solarmodule teuer und aufwändig in Reinräumen herzustellen, arbeitet das 3PV-Verfahren (für Printed Paper PhotoVoltaics) mit herkömmlichen Drucktechniken, da sich die Schichten mit den elektrischen Eigenschaften wie ganz normale Druckfarbe handhaben lassen. Als Basiselektrode bringt man oxidiertes
Zink auf und druckt die transparente Gegenelektrode mit Pedot,
einem leitfähigen Polymer.
Kraftwerk im Gepäck
Mit den starren, aus Siliziumkristallen geformten Solarzellen
auf deutschen Hausdächern und Ackerflächen haben die hauchdünnen Papiersolarzellen, außer dem Namen, kaum etwas
gemein. Für einen Bruchteil des Preises im Tief- oder Offsetdruck hergestellt, sind die neuartigen Solarzellen massentauglich. Irgendwann kann sie wahrscheinlich jeder Copyshop um
die Ecke drucken. So weit die Vision der Forscher. Noch ist die
Lebensdauer der 3PV-Module kurz und der Wirkungsgrad relativ
gering, doch das wird durch den günstigen Preis aufgewogen.
Weil die Handhabung sehr einfach sein soll – die Papierstreifen
werden mit normalen Druckknöpfen zusammengeknöpft, bei
Lichteinstrahlung fließt sofort Strom –, kann man sie problemlos
jederzeit austauschen. Auf jeden Fall erschließen sich der Photovoltaik ganz neue Einsatzfelder: Sonnenschirme, Rucksäcke, Bücher oder Fensterscheiben könnten genauso zum Mini-Kraftwerk
mutieren wie Autokarosserien. Denn außer auf Papier lassen sich
die Solarzellen ja auch auf Glas drucken oder als lichtempfindliche Farbstoffpartikel in Farben oder Lacke mischen. Am Ende
ihres Lebens können die gedruckten Solarzellen übrigens wie
Verpackungsmaterial als Altpapier entsorgt werden.
Strom von der Rolle
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Zürich (Architect/Visualisation), Interim status: continuation of work: Seite 31
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