IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 - Hans-Böckler

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REPORT
IMK Report 119, Dezember 2016
KONJUNKTUR BLEIBT ROBUST
Prognose-Update:
Die konjunkturelle Lage in Deutschland zur Jahreswende 2016/2017
Gustav A. Horn, Alexander Herzog-Stein, Peter Hohlfeld, Katja Rietzler, Thomas Theobald, Silke Tober
AUF EINEN BLICK
– Die Weltkonjunktur ist im Prognosezeitraum
nur verhalten aufwärtsgerichtet. Zwar gewinnt
die konjunkturelle Dynamik in den USA wieder
an Fahrt und auch die Erholung im Euroraum
setzt sich – wenngleich etwas abgeschwächt –
fort. Zugleich sind jedoch die Aussichten für die
Weltkonjunktur aufgrund der Probleme in vielen
Schwellenländern, die sich infolge der Leitzins­
erhöhung in den USA verschärfen könnten, etwas gedämpft.
– In Deutschland setzt sich der moderate Konjunkturaufschwung im Jahr 2017 fort. Tragende
Säule des Wachstums bleibt – wie schon in den
Videostatement
Vorjahren – die Binnenwirtschaft. Der private
Konsum ist dabei die entscheidende Antriebskraft. Die Ausweitung der Investitionen bleibt
trotz der sehr günstigen Finanzierungsbedingungen weiterhin sehr verhalten. Der Außenhandel
liefert einen negativen Wachstumsbeitrag. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland wird
2016 im Jahresdurchschnitt um 1,8 % und 2017
um 1,2 % steigen. Die konjunkturelle Dynamik
bleibt dabei fast gleich hoch. Die Arbeitslosenquote beträgt im nächsten Jahr 6,0 % (2016:
6,1 %) und die Verbraucherpreise steigen um
1,5 % (2016: 0,5 %).
BIP-Wachstum
2016
2017
Deutschland
1,8 %
1,2 %
Euroraum
1,6 %
1,3 %
1,6 %
2,1 %
Gustav A. Horn
zum Prognose-Update Jahreswende 2016/2017
https://youtu.be/eFy1J6tiGa8
USA
INHALTSVERZEICHNIS
1
Auf einen Blick
4
Konjunkturelle Dynamik bleibt
nahezu unverändert
2
Konjunktur 2016:
Moderat aufwärtsgerichtet
7
Außenhandel liefert negativen Wachstumsbeitrag
7
Nochmals günstige Arbeitsmarktentwicklung
2
Ausblick auf das Jahr 2017
7
Abwärtsrisiken überwiegen
2
Rahmenbedingungen bleiben
überwiegend günstig
9Datenanhang
KONJUNKTUR 2016:
MODERAT AUFWÄRTSGERICHTET
Die deutsche Wirtschaft befand sich auch 2016 in
einem moderaten Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird voraussichtlich um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr zunehmen ( ►Tabelle 1 auf Seite 3 ).
Dabei verlor die gesamtwirtschaftliche Expansion in
der zweiten Jahreshälfte deutlich an Fahrt ( ►Abbildung 1 auf Seite 5 ). Ursächlich hierfür war zum einen
die nachlassende Exporttätigkeit. Vor allem die Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern, auf die die
deutsche Wirtschaft spezialisiert ist, hat sich schwächer entwickelt. So waren die deutschen Ausfuhren
insbesondere in die USA und in die OPEC-Länder
rückläufig ( ►Abbildung 2 auf Seite 6 ). Zum anderen
sanken die Investitionen. Die ohnehin ausgeprägte Unsicherheit bei den Unternehmen dürfte durch
das Referendum über einen Austritt des Vereinigten
Königreichs aus der Europäischen Union nochmals
gestiegen sein. Die Bauinvestitionen, die sich insgesamt positiv entwickelten, wiesen ein heterogenes
Bild auf. Während die Wohnungsbauinvestitionen
weiterhin kräftig expandierten, verzeichneten die
Wirtschaftsbauinvestitionen erneut einen Rückgang.
Ein maßgeblicher Konjunkturtreiber war abermals
der private Konsum. Die Lohnzuwächse führten
bei gleichzeitiger Beschäftigungszunahme zu einer
deutlich erhöhten Bruttolohn- und -gehaltssumme.
Einhergehend mit der niedrigen Inflationsrate ergab
dies eine um gut 3 % gesteigerte Kaufkraft der Beschäftigten. Die erhöhten Realeinkommen führten
in der Folge zu merklich gesteigerten Konsumausgaben. Der private Konsum stieg 2016 um 1,9 % und
damit fast so stark wie im Vorjahr. Aber auch die
Konsumausgaben des Staates nahmen infolge des
Flüchtlingszustroms kräftig zu.
Die Arbeitsmarktentwicklung war 2016 erneut
erfreulich. Die registrierte Arbeitslosigkeit sank trotz
einer deutlichen Zunahme des Arbeitsangebots infolge des Flüchtlingszustroms in ähnlichem Umfang
wie im Vorjahr. Die Beschäftigung nahm abermals
deutlich zu und die abhängig Beschäftigten verzeichneten spürbare Reallohnzuwächse. Allerdings
schwächte sich diese Entwicklung zum Jahresende
ab, denn der Beschäftigungsaufbau litt zuletzt merklich unter dem schwächeren konjunkturellen UmIMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 2
feld, was sich in einer deutlichen Verlangsamung
der Beschäftigungsdynamik niederschlug. Die Arbeitslosigkeit sank im Jahresvergleich um rund
100.000 Personen und die Arbeitslosenquote betrug
6,1 % nach 6,4 % im Jahr 2015.
AUSBLICK AUF DAS JAHR 2017
Rahmenbedingungen bleiben überwiegend
günstig
Für das Jahr 2017 sind die Voraussetzungen für eine
Fortsetzung des verhaltenen Aufschwungs per saldo weiterhin günstig ( ►Tabelle 2 auf Seite 3 ). Mit der
Ankündigung der EZB, ihren Kurs der quantitativen
Lockerung über das Jahr 2017 hinaus fortzusetzen,
bleiben die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen vorteilhaft. Die zu erwartende
Zinserhöhung in den USA hat zwar zu einem Anstieg
der langfristigen Zinsen auch im Euroraum geführt,
aber zugleich hat der Euro abgewertet, was den europäischen und besonders den deutschen Exporten
zu Gute kommen wird. Dabei bleiben die Zinsen
im Euroraum sehr niedrig. Auch dürfte sich die Erholung im übrigen Euroraum – wenngleich etwas
abgeschwächt – fortsetzen. Die konjunkturelle Dynamik in den USA wird wieder an Fahrt gewinnen.
Zugleich sind jedoch die Aussichten für die Weltkonjunktur aufgrund der Probleme in den Schwellenländern, die sich infolge der zu erwartenden Leitzinserhöhung in den USA verschärfen könnten, etwas
gedämpft ( ►Tabelle 3 auf Seite 3 ).
In Deutschland dürften die Löhne 2017 etwas
langsamer zunehmen als in diesem Jahr. Der Ölpreis erhöhte sich nach dem jüngsten Beschluss
der OPEC deutlich und wird sich voraussichtlich mit
52 US-Dollar pro Barrel auf dem Niveau des Jahres
2015 stabilisieren. Nicht zuletzt deswegen ist im
kommenden Jahr mit einem Anstieg der Inflationsrate zu rechnen, allerdings wird sie mit 1,5 % weiterhin deutlich unterhalb der angestrebten Zielinflation
Tabelle 1
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland
Gesamtwirtschaftliche
Entwicklung in Deutschland
Veränderung gegenüber
dem Vorjahr
in %
Veränderung
gegenüber
dem Vorjahr
in %
2014
2015
2016
2 Tab(Rahmendaten)
Tabelle 2
Rahmendaten der Prognose
Rahmendaten der Prognose
Jahresdurchschnittswerte
Jahresdurchschnittswerte
2017
Verwendung 1
2015
2016
2017
0,0
-0,3
-0,3
1,2
0,8
1,2
Dreimonats-Euribor (%)
2
0,9
2,0
1,9
1,3
Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (Euroraum) (%)
Staatskonsum
1,2
2,7
4,2
3,0
Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (USA) (%)
2,1
1,8
2,2
Ausrüstungsinvestitionen
5,5
3,7
1,4
1,5
Wechselkurs (USD/EUR)
1,11
1,11
1,06
Realer effektiver Wechselkurs des Euro
(gegenüber 38 Ländern) 2
87,8
90,1
89,0
Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands (gegenüber 56 Ländern) 2
86,3
87,5
87,1
Tarifindex (Bundesbank, je Stunde) (% gg. Vorjahr)
2,4
2,2
2,2
Ölpreis (Brent, USD)
52
43
52
Private Konsumausgaben
Bauinvestitionen
1,9
0,3
2,5
1,8
Sonstige Anlageinvestitionen
4,0
1,9
2,7
2,5
Exporte
4,1
5,2
2,0
2,0
Importe
4,0
5,5
3,1
3,2
Bruttoinlandsprodukt
1,6
1,7
1,8
1,2
1,8
2,0
1,5
1,5
1,0
0,6
0,5
1,1
-1,5
-1,4
-2,9
0,5
0,9
0,3
0,5
1,5
Arbeitnehmerentgelte
3,9
3,7
3,5
2,5
Gewinne 3
2,4
4,2
4,0
4,4
Volkseinkommen
3,4
3,8
3,7
3,1
Tariflöhne (Stundenbasis)
3,0
2,4
2,2
2,2
Effektivverdienste
(Stundenbasis)
2,1
2,6
2,4
2,4
Lohndrift
-0,9
0,2
0,2
0,2
Bruttolöhne und -gehälter
3,9
3,9
3,7
2,5
Bruttolöhne und -gehälter je
Beschäftigten
2,8
2,7
2,3
2,0
Preise
Bruttoinlandsprodukt
Konsumausgaben
2
Importe
Nachrichtlich:
Verbraucherpreise (VPI)
Einkommensverteilung
1
1 Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien, Österreich,Finnland,Irland,
Portugal, Spanien, Italien und Griechenland; BIP-gewichtet.
Exportpreise
-0,2
2 1 Sinkende Werte des Indikators bedeuten
eine Verbesserung der
Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien, Österreich,
Wettbewerbsfähigkeit.
2
Finnland,Irland, Portugal, Spanien, Italien und Griechenland;
BIP-gewichtet.
SinkendeDeutsche
Werte des Indikators
bedeuten Europäische
eine Verbesserung
Quellen:
Bundesbank;
Zentralbank; EIA ;
der Wettbewerbsfähigkeit.
Federal
Reserve; ab 2016 Prognose des IMK .
3,66
Quellen: Deutsche Bundesbank; Europäische Zentralbank; EIA;
Federal Reserve; ab 2016 Prognose des IMK.
0,68
0,32
Nachrichtlich:
Entstehung
Erwerbstätige
0,8
0,9
1,0
0,5
Arbeitszeit je Erwerbstätigen
0,4
0,0
-0,2
-0,4
Arbeitsvolumen
1,2
0,9
0,8
0,1
Produktivität (je Stunde)
0,4
0,8
1,0
1,1
Bruttoinlandsprodukt 1
1,6
1,7
1,8
1,2
Nachrichtlich:
Erwerbslose4, in 1000
2 090
1 950
1811
1751
5
4,7
4,3
4,0
3,9
Arbeitslose6, in 1000
2 898
2 795
2 692
2655
Erwerbslosenquote , in %
Arbeitslosenquote 7, in %
6,7
6,4
6,1
6,0
Lohnstückkosten (je Stunde)
1,7
1,5
1,4
1,1
Budgetsaldo, in % des BIP
0,3
0,7
0,6
0,5
1
Preisbereinigt.
1Preisbereinigt.
2
einschließlich
privater
Organisationen
ohne Erwerbszweck.
2 Private
PrivateHaushalte
Haushalte
einschließlich
privater
Organisationen
ohne
3
Unternehmensund Vermögenseinkommen.
Erwerbszweck.
3 4 InUnternehmensVermögenseinkommen.
der Abgrenzung und
der International
Labour Organization (ILO).
4 5 In %
In der
der International Labour Organization (ILO).
der Abgrenzung
inländischen Erwerbspersonen.
5 6 InIn %
der inländischen
Erwerbspersonen.
der Abgrenzung
der Bundesagentur
für Arbeit.
6 7 In der Abgrenzung der Bundesagentur für Arbeit.
7 In % aller zivilen Erwerbspersonen.
Quellen: Deutsche Bundesbank; Statistisches Bundesamt;
Bundesagentur für Arbeit; Berechnungen des IMK ,
ab 2016 Prognose des IMK .
Tabelle 3
Ökonomische Aktivität in den Volkswirtschaften wichtiger
Handelspartner
Ökonomische Aktivität in den Volkswirtschaften wichtiger
Handelspartner
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2015
2016
BIP
USA
Euroraum
2,6
1,6
2,1
1,91
1,6
1,3
Arbeitslosigkeit
USA
5,1
5,0
5,1
10,9
10,1
9,7
USA
0,3
0,7
1,6
Euroraum
0,0
0,2
1,2
Welthandel
2,6
2,3
2,7
Euroraum
Verbraucherpreise
11ImImVergleich
Vergleichzur
zurletzten
letztenPrognose
Prognosewurde
wurdedas
das BIP
BIP des
des Euroraums
Euroraumsinin2015
2015
aufgrund
einer
VGR-RevisionIrlands
Irlandsumum0,30,3Prozentpunkte
Prozentpunkteangehoben.
angehoben.
aufgrund
einer
VGR-Revision
Ursächlich hierfür ist eine Verschiebung von Teilen des immateriellen
Ursächlich hierfür ist eine Verschiebung von Teilen des immateriellen
Kapitalstocks multinationaler Unternehmen. Hierauf bezogene InvestitiKapitalstocks
multinationaler Unternehmen.
Hierauf
bezogene Investitionen
onen und Abschreibungen
zählen fortan zur
Wirtschaftsaktivität
Irlands.
undZuvor
Abschreibungen
fortan
Wirtschaftsaktivität
Irlands.
Zuvor
waren diese zählen
außerhalb
deszur
Euroraums,
insbesondere
in den
USA zu
waren
diese außerhalb des Euroraums, insbesondere in den USA zu
verorten.
verorten.
Quellen: Eurostat; OECD ; Macrobond; ab 2016 IMK Prognose.
Quellen: Eurostat; OECD; Macrobond; ab 2016 IMK Prognose.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 3
2017
bleiben. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der
deutschen Wirtschaft verharrt nahezu unverändert
auf hohem Niveau.
Die Fiskalpolitik in Deutschland bleibt im Jahr
2017 noch leicht expansiv ausgerichtet, was unter
anderem auf eine spürbare Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen und Erleichterungen bei der
Einkommensteuer zurückzuführen ist. Die Ausgaben für die Versorgung und Integration von Flüchtlingen dürften nach einem kräftigen Anstieg im Jahr
2016 wieder leicht rückläufig sein.
Der Überschuss der öffentlichen Haushalte wird
2017 bei 0,5 % des nominalen BIP liegen, ist dabei
aber aufgrund der Verbuchung von UMTS-Erlösen
um einen guten Zehntelprozentpunkt überzeichnet.
Bei einer geringfügig negativen Konjunkturkomponente (Schätzung der EU-Kommission) dürfte der
gesamtstaatliche fiskalische Spielraum in etwa in
der Größenordnung von rund 1 % des BIP liegen.
kräfte sind unter anderem ein starker Anstieg der
Gesundheitsausgaben und die Leistungsausweitungen infolge der Pflegereform (Tabelle 1, Abbildung 1).
Die Ausweitung der Investitionen in Ausrüstungen bleibt trotz der sehr günstigen Finanzierungsbedingungen – niedrige Zinsen und gelockerte
Kreditvergabebedingungen ( ►Abbildung H auf Seite  16 ) – ausgesprochen verhalten. Hemmend für
eine durchgreifende Investitionskonjunktur dürften
die Unsicherheiten in Zusammenhang mit der weiTabelle 4
Statistische
Komponenten
des BIP-Wachstums
Statistische Komponenten
des BIP-Wachstums
in %
bzw.
Prozentpunkten
in % bzw. Prozentpunkten
Statistischer Überhang am Ende des Vorjahres 1
Jahresverlaufsrate
Konjunkturelle Dynamik bleibt nahezu
unverändert
Vor diesem Hintergrund ist für 2017 mit einem kaum
veränderten Tempo der konjunkturellen Dynamik
zu rechnen. Im Jahresdurchschnitt 2017 dürfte das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,2 % zunehmen
(2016: 1,8 %). Ein wesentlicher Grund für die gegenüber dem Jahr 2016 niedrigere Rate ist die geringere Anzahl an Arbeitstagen. Um diesen sogenannten
Kalendereffekt bereinigt wird das Wachstum des
BIP 1,5 % (2016: 1,7 %) betragen (Tabelle 1, Tabelle 4, Abbildung 1). Aussagekräftiger hinsichtlich der konjunkturellen Dynamik ist die Jahresverlaufsrate 1: Sie beträgt im Jahr 2017 1,7 % nach 1,6 % im Vorjahr. Das
Expansionstempo der gesamtwirtschaftlichen Produktion ist also in beiden Jahren nahezu gleich hoch.
Binnenwirtschaft trägt den Aufschwung
Der moderate Konjunkturaufschwung setzt sich somit im Jahr 2017 fort. Tragende Säule des Wachstums bleibt – wie schon in den Vorjahren – die
Binnenwirtschaft (Tabelle 5). Der private Konsum ist
dabei die entscheidende Antriebskraft. Allerdings
wird er sich im Vergleich zu den Vorjahren etwas abschwächen. Zwar werden die Effektivlöhne in fast
der gleichen Größenordnung wie im Vorjahr steigen,
aber die Zunahme der Beschäftigung erfolgt weniger dynamisch und die steigenden Verbraucherpreise schmälern die realen Einkommenszuwächse der
privaten Haushalte. Deshalb wird die Zunahme im
Jahresdurchschnitt nur noch 1,3 % betragen (2016:
1,9 %). Auch der Staatsverbrauch wird im kommenden Jahr nicht mehr ganz so expansiv sein. Trieb-
2
Jahresdurchschnittliche BIP-Rate,
arbeitstäglich bereinigt
Kalendereffekt
3
Jahresdurchschnittliche BIP-Rate
2015
2016
2017
0,7
0,5
0,4
1,3
1,6
1,7
1,5
1,7
1,5
0,2
0,1
-0,3
1,7
1,8
1,2
1 1 SaisonSaisonarbeitstäglich
bereinigter
Indexstand
imdes
vierten
Quartal
des zum
undund
arbeitstäglich
bereinigter
Indexstand im
vierten Quartal
Vorjahres
in Relation
Vorjahresbereinigten
in Relation
zum arbeitstäglich
bereinigten Quartalsdurchschnitt
arbeitstäglich
Quartalsdurchschnitt
des Vorjahres.
2
des Vorjahres.
Jahresveränderungsrate
im vierten Quartal, arbeitstäglich bereinigt.
2 3 in %
Jahresveränderungsrate
im vierten Quartal, arbeitstäglich bereinigt.
des BIP.
3 In % des BIP.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK ,
ab 2016 Prognose des IMK .
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK, ab 2016 Prognose des IMK.
Tabelle 5
1
1
Wachstumsbeiträge
der Verwendungsaggregate
Wachstumsbeiträge der Verwendungsaggregate
in Deutschland
in Deutschland
Prozentpunkten
inin Prozentpunkten
2014
2015
2016
2017
1,6
1,7
1,8
1,2
1,3
1,5
2,2
1,7
0,7
1,6
1,9
1,3
Private Haushalte
0,5
1,1
1,1
0,7
Staat
0,2
0,5
0,8
0,6
Anlageinvestitionen
0,7
0,3
0,5
0,4
Ausrüstungen
0,4
0,2
0,1
0,1
Bauten
0,2
0,0
0,2
0,2
Sonstige Anlagen
0,1
0,1
0,1
0,1
Vorratsveränderung
-0,1
-0,5
-0,2
0,0
0,3
0,2
-0,3
-0,4
Bruttoinlandsprodukt
2
Inlandsnachfrage
Konsumausgaben
Außenbeitrag
Ausfuhr
1,9
2,4
1,0
1,0
Einfuhr
-1,6
-2,1
-1,3
-1,4
1
1 Die Jahresverlaufsrate misst die Veränderung des BIP
(arbeitstäglich bereinigt) zwischen dem vierten Quartal
des Vorjahres und dem Schlussquartal des betrachteten
Jahres.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 4
aus verketteten
Volumenangaben;
Lundberg-Komponente;
1 Berechnet
Berechnet
aus verketteten
Volumenangaben;
Lundberg-Komponente;
Abweichungen
in den Summen
Runden
der Zahlen.
Abweichungen
in den durch
Summen
durch
Runden der Zahlen.
2
2 In %.
In %.
Quellen:
Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK ,
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK, ab 2016 Prognose des IMK.
ab 2016 Prognose des IMK .
Abbildung 1
Konjunktur in Deutschland
Bruttoinlandsprodukt
Private Konsumausgaben
4.0
114
112
2.0
110
1.5
1.0
108
1.0
0.0
106
0.5
3.0
112
2.0
110
108
106
-1.0
104
102
-2.0
104
100
-3.0
102
98
-4.0
96
-5.0
94
-6.0
0.0
-0.5
100
-1.0
98
-5.6
4.1
3.7
0.5
0.5
1.6
1.7
1.8
1.2
0.0
0.6
1.3
1.3
0.7
0.9
2.0
1.9
1.3
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Bauinvestitionen
Ausrüstungsinvestitionen
12.0
10.0
115
8.0
6.0
110
4.0
2.0
105
0.0
100
-2.0
-4.0
95
-6.0
10.0
115
5.0
110
0.0
105
-5.0
100
-10.0
95
-15.0
90
-20.0
85
-25.0
-3.4
3.2
8.1
0.3
-1.1
1.9
0.3
2.5
1.8
-21.8
9.9
6.8
-3.2
-2.1
5.5
3.7
1.4
1.5
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Exporte von Gütern und Dienstleistungen
Importe von Gütern und Dienstleistungen
130
10.0
130
120
5.0
120
110
0.0
100
-5.0
90
-10.0
10.0
8.0
6.0
4.0
2.0
110
0.0
-2.0
100
-4.0
90
-6.0
-8.0
-15.0
80
-14.3
14.5
8.3
2.8
1.9
4.1
5.2
2.0
2.0
-9.6
12.9
7.0
-0.1
3.1
4.0
5.5
3.1
3.2
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Kettenindex 2010 = 100 (linke Skala)
Prognose
Veränderungen gegenüber dem Vorquartal in % (rechte Skala)
Jahresdurchschnittsrate
Saison- und kalenderbereinigte Verläufe. 1. Quartal 2009 - 3. Quartal 2016. Ab 4. Quartal, 2016 Prognose des IMK.
In Deutschland bleibt die Konjunktur trotz globaler Unsicherheit weiterhin aufwärtsgerichtet. Dabei bleibt die Binnennachfrage für das Wachstum maßgebend. Insbesondere werden die privaten
Konsumausgaben bei abermals deutlich steigenden Realeinkommen sowie der weiterhin positiven Arbeitsmarktentwicklung einen entscheidenden Beitrag leisten. Die Investitionen werden allerdings
nur zögerlich ausgeweitet. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts wird im Jahresdurchschnitt 2016 1,8 % und 2017 1,2 % betragen.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK.
ter schwelenden Eurokrise und dem Ausgang der kurzfristigen Indikatoren, die im IMK-KonjunkturinBrexit-Verhandlungen stehen, sowie der wenig dy- dikator zusammengefasst sind, weisen aktuell eine
namische Welthandel. Allerdings ist die Kapazitäts- sehr geringe Rezessionswahrscheinlichkeit von nur
auslastung im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt er- 4 % aus ( ►Abbildung 3 auf Seite 7 ). Alles in allem
neut gestiegen und befindet sich nunmehr auf dem werden die Ausrüstungsinvestitionen 2017 im Jahhöchsten Niveau seit dem Jahr 2008. Damit dürften resdurchschnitt um 1,5 % ausgeweitet (2016: 1,4 %),
für die Unternehmen Erweiterungen ihrer Produkti- im Verlauf deutlich stärker mit 3,6 % (2016: -0,6 %)
onskapazitäten dringlicher werden. Die relevanten (Tabelle 1 , Abbildung 1).
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 5
Abbildung 2
Außenhandel Deutschlands nach Regionen und Ländern (Spezialhandel)
EWU
EU Länder außerhalb der EWU
110
30.0
100
25.0
90
70
22.0
65
20.0
60
18.0
55
16.0
50
14.0
45
20.0
80
12.0
40
15.0
70
10.0
35
8.0
30
60
10.0
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
6.0
2016
2008
Andere europäische Länder
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
USA
5.0
34
18.0
30
4.0
32
30
3.0
28
2.0
26
16.0
14.0
25
12.0
10.0
20
8.0
1.0
24
0.0
22
20
-1.0
18
-2.0
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
4.0
10
2.0
0.0
2016
2008
Asien
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
OPEC-Länder
8.0
50
6.0
45
40
35
30
2010
2011
2012
2013
2014
2015
8.0
7.0
2.0
7
6.0
0.0
6
5.0
-2.0
5
4
4.0
-4.0
3.0
3
-8.0
2009
9.0
10
8
-6.0
25
11
9
4.0
2008
6.0
15
2016
2
2.0
1
1.0
2008
Exporte, saisonbereinigt in Mrd. Euro (linke Skala)
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Importe, saisonbereinigt in Mrd. Euro (linke Skala)
Nettoexporte, saisonbereinigt in Mrd. Euro (rechte Skala)
1. Quartal 2008 - 3. Quartal 2016
Andere europäische Länder setzen sich zu 90 % aus Schweiz, Russland, Türkei und Norwegen zusammen.
Quellen: Deutsche Bundesbank, Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK.
Die Bauinvestitionen expandieren 2017 im Jahresdurchschnitt um 1,8 %, im Jahresverlauf allerdings
mit 3,6 % wesentlich stärker. Getragen wird die
Baukonjunktur weiterhin durch die Investitionen im
Wohnungsbau. Hier dürften die niedrigen Finanzierungskosten und die mangelnden AnlagealternaIMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 6
tiven entscheidend sein. Die öffentlichen Investitionen erhalten Impulse durch die Maßnahmen der
Bundesregierung zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur sowie durch die Förderung der Investitionstätigkeit finanzschwacher Kommunen. Auch
der Wirtschaftsbau dürfte im Verlauf des kommenden Jahres etwas anziehen.
Abbildung 3
IMK Konjunkturindikator
Rezessionswahrscheinlichkeiten - Ausblick für die nächsten 3 Monate
Quellen: Statistisches Bundesamt; ifo Institut; Berechnungen des IMK .
Außenhandel liefert negativen
Wachstumsbeitrag
Der Welthandel und die Absatzmärkte für die deut- weitung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen im
schen Exporteure erholen sich im Jahr 2017 nur Vorjahresvergleich nicht zu einem Anstieg der Arzögerlich. Daher sind von der Auslandsnachfrage beitslosigkeit. Bei einem nur um 0,1 % steigenden
nur geringe Impulse zu erwarten. Auch dürften die Arbeitsvolumen wird die Arbeitslosenquote 2017 auf
Auswirkungen des Brexits sowie die Verschiebung durchschnittlich 6,0 % sinken (Tabelle 1, Abbildung 4).
der Nachfrage in China zugunsten von Konsumgütern die Auslandsnachfrage, insbesondere die für
die deutsche Wirtschaft wichtigen Investitionsgü- Abwärtsrisiken überwiegen
ter, zusätzlich dämpfen. Der leicht expansive Effekt
der Abwertung des Euro dürfte dies nicht kompen- Die vorliegende Prognose eines moderaten und
sieren. Angesichts dieses weltwirtschaftlichen Um- binnenwirtschaftlich getragenen Aufschwungs in
felds werden die deutschen Ausfuhren 2017 im Jah- Deutschland ist mit Risiken behaftet. Dabei überresdurchschnitt mit 2 % nur schwach expandieren. wiegen Abwärtsrisiken, insbesondere aus dem auDie deutschen Importe werden aufgrund der relativ ßenwirtschaftlichen Umfeld. Die Erholung wichtiger
guten Binnennachfrage mit 3,2 % deutlich stärker Rohstoffe exportierender Schwellenländer könnte
ausgeweitet. Vom Außenhandel insgesamt ist da- schwächer ausfallen, wenn das für den Prognomit ein negativer Wachstumsbeitrag zu erwarten sezeitraum unterstellte Niveau der Rohstoffpreise
(Tabelle 5). Der Handelsbilanzüberschuss wird etwas merklich unterschritten wird. Außerdem könnte sich
sinken. Von daher ist auch ein leichter Rückgang das Wachstum in China bei Störungen im Finanzdes hohen Leistungsbilanzüberschusses angelegt. system stärker verlangsamen als in der BasisprogTeilweise dürften dem aber sowohl die Entwick- nose angenommen, und auch die Neuausrichtung
lung der Primär- als auch der Sekundäreinkommen der US-Wirtschaftspolitik birgt Unwägbarkeiten. In
entgegenwirken.
Europa wird erst im Laufe der eigentlichen Verhandlungen ab März 2017 klarer werden, in welchem
Ausmaß der Austritt des Vereinigten Königreichs
Nochmals günstige Arbeitsmarktentwicklung
aus der Europäischen Union die deutsche Exportwirtschaft belasten wird. Darüber hinaus ergeben
Der Aufwärtstrend bei der Beschäftigung setzt sich sich im kommenden Jahr zusätzliche politische Unim nächsten Jahr fort, allerdings mit einer deutlich sicherheiten aus möglichen Wahlerfolgen rechtsverlangsamten Dynamik. Der Beschäftigungszu- populistischer Parteien bei den Parlamentswahlen,
wachs entsteht im Wesentlichen durch die Zunah- insbesondere in den Niederlanden, Frankreich und
me der sozialversicherungspflichtigen Beschäfti- Deutschland. Ein Aufwärtsrisiko besteht in einer
gung, während die geringfügige Beschäftigung möglichen expansiveren Fiskalpolitik in Europa, die
und die Zahl der Selbständigen weiter abnehmen. die gesamtwirtschaftliche Nachfrage positiv beeinTrotz eines steigenden Arbeitsangebots infolge der flussen würde.
Flüchtlingsmigration kommt es wegen einer Aus-
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 7
Abbildung 4
Arbeitsmarkt in Deutschland
Erwerbstätige Inland
Arbeitslose
4.0
108.0
3.8
0.2
106.0
0.2
3.6
3.4
104.0
0.0
3.2
0.0
102.0
3.0
100.0
2.8
-0.2
-0.2
98.0
40.9
41.0
41.6
42.1
42.3
42.7
43.1
43.5
43.7
3.4
3.2
3.0
2.9
3.0
2.9
2.8
2.7
2.7
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Veränderung Erwerbstätige in Millionen gegenüber dem Vorquartal (rechte Skala)
Erwerbstätige in Millionen (linke Skala)
Prognose
Veränderung der Arbeitslosen in Millionen gegenüber dem Vorquartal (rechte Skala)
Arbeitslose in Millionen (linke Skala)
Prognose
Erwerbstätige und Arbeitsvolumen
Arbeitslosen- und Erwerbslosenquote
11.0
110.0
10.0
108.0
9.0
106.0
8.0
104.0
7.0
102.0
6.0
100.0
5.0
98.0
96.0
4.0
0.1
0.3
1.4
1.2
0.6
0.8
0.9
1.0
0.5
-3.1
1.6
1.6
-0.1
-0.3
1.2
0.9
0.8
0.1
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
3.0
2009
Geleistete Arbeitsstunden im Inland (2010=100)
Erwerbstätige im Inland (2010=100)
Prognose
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Arbeitslosenquote in Prozent (BA Konzept)
Erwerbslosenquote in Prozent (ILO Konzept)
Prognose
Arbeitnehmer (Inland)
Bruttolöhne und -gehälter
41.0
5.0
40.5
4.0
120.0
40.0
0.2
39.5
39.0
3.0
115.0
2.0
110.0
38.5
0.0
38.0
37.5
37.0
36.5
0.2
36.0
1.0
105.0
0.0
100.0
-1.0
-2.0
95.0
-3.0
36.4
36.5
37.0
37.5
37.9
38.3
38.7
39.2
39.4
3.8
0.9
3.0
3.9
2.8
2.1
2.5
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Veränderungen Arbeitnehmer in Millionen gegenüber dem Vorquartal (rechte Skala).
Arbeitnehmer in Millionen (linke Skala)
Prognose
Saisonbereinigte Verläufe. 1. Quartal 2009 - 3. Quartal 2016. Ab 4. Quartal 2016 Prognose des IMK.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Bundesagentur für Arbeit; Berechnungen des IMK.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 8
2016
Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerstunde (2010=100, linke Skala)
Veränderungen in % gegenüber dem Vorjahresquartal (rechte Skala).
Prognose
2017
DATENANHANG
Abbildung A
Konjunktur in den USA
Bruttoinlandsprodukt
Arbeitslosenquote
120
115
110
105
100
95
2.0
12
1.5
11
1.0
10
0.5
9
0.0
8
-0.5
7
-1.0
6
-1.5
5
-2.0
4
2.0
1.5
1.0
0.5
0.0
-2.8
2.5
1.6
2.2
1.7
2.4
2.6
1.6
2.1
9.3
9.6
8.9
8.1
7.4
6.2
5.3
5.0
5.1
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Private Konsumausgaben
Bruttoanlageinvestitionen
2.0
120
1.5
115
1.0
110
8.0
150
6.0
140
4.0
130
2.0
0.0
120
105
100
-2.0
0.5
110
-4.0
0.0
100
-6.0
95
-8.0
90
-10.0
-1.6
1.9
2.3
1.5
1.5
2.9
3.2
2.8
2.5
-16.7
1.5
6.3
9.8
5.0
5.5
3.9
0.8
2.7
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Exporte von Gütern und Dienstleistungen
Importe von Gütern und Dienstleistungen
10.0
130
8.0
120
4.0
6.0
2.0
110
0.0
-2.0
100
-4.0
-6.0
90
-8.0
80
-10.0
140
8.0
130
6.0
120
2.0
4.0
0.0
110
-2.0
100
-4.0
90
-8.0
-6.0
-10.0
80
-12.0
-8.8
11.9
6.8
3.4
3.5
4.3
0.1
1.0
4.3
-13.7
12.7
5.5
2.2
1.1
4.4
4.6
1.1
4.9
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Kettenindex 2010 = 100 (linke Skala)
Prognose
Veränderungen gegenüber dem Vorquartal in % (rechte Skala)
Jahresdurchschnittsrate
Saisonbereinigte Verläufe. 1. Quartal 2009 - 3. Quartal 2016. Ab 4. Quartal 2016 Prognose des IMK.
Auch wenn die Wachstumskräfte in den USA im Prognosezeitraum intakt bleiben, so ergibt sich für das laufende Jahr vor allem investitionsseitig eine spürbare Dämpfung der Wachstumsrate gegenüber der des
Vorjahres. Nach einer schwächeren ersten Jahreshälfte 2016 zog das gesamtwirtschaftliche Wachstum im dritten Quartal aber deutlich an. Vor dem Hintergrund einer guten Beschäftigungslage bleibt der
Konsum wichtigster Wachstumstreiber. Zudem verzeichneten die Exporte im dritten Quartal bei vorübergehender US-Dollar Abwertung einen merklich positiven Wachstumsbeitrag. Die Bauinvestitionen waren wie
im Vorquartal rückläufig. Angesichts hoher Unsicherheit über die Neuausrichtung der US-Wirtschaftspolitik rechnet das IMK auch 2017 nur mit einer leichten Beschleunigung des Wirtschaftswachstums.
Quellen: NiGEM; Berechnungen des IMK.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 9
DATENANHANG
Abbildung B
Konjunktur in Asien
Bruttoinlandsprodukt
Arbeitslosenquote
6
180
5.5
160
5
140
4.5
120
4
100
3.5
80
3
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
Private Konsumausgaben
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2014
2015
2016
2017
2016
2017
Bruttoanlageinvestitionen
200
180
180
160
160
140
140
120
120
100
100
80
80
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
Exporte von Gütern und Dienstleistungen
2010
2011
2012
2013
Importe von Gütern und Dienstleistungen
200
200
180
180
160
160
140
140
120
120
100
100
80
80
60
60
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
Japan (Mittelwert 2010=100)
Indien (Mittelwert 2010=100)
China (Mittelwert 2010=100)
Prognose
2013
2014
2015
NiGEM bietet weder eine Trennung zwischen Konsum und Investitionen für Indien, noch eine explizite Arbeitsmarktmodellierung.
Saisonbereinigte Verläufe. 1. Quartal 2009 - 3. Quartal 2016. Ab 4. Quartal 2016 Prognose des IMK.
Die japanische Wirtschaft ist im dritten Quartal wie in den beiden Vorquartalenkräftig gewachsen und das Wachstum zeigt sich damit erstmals seit längerer Zeit beständig. Der jüngste fiskalische
Impuls der Regierung in Höhe von knapp 1 % des BIPs sowie die jüngsten Abwertungen des JPY tragen auch für den Prognosezeitraum zu verbesserten Wachstumsaussichten bei. Der Strukturwandel
zu mehr Binnenwachstum in China, vor allem im Dienstleistungssektor, setzt sich fort. Dabei nutzt die chinesische Regierung in 2016 vermehrt die Fiskalpolitik zur konjunkturellen Stabilisierung, während
2015 noch die Geldpolitik dominierte. Nebenwirkungen dieser Maßnahmen zeigen sich in den aktuellen Immobilienpreissteigerungen in den Metropolregionen. Der Abbau der Verschuldung im nichtfinanziellen Unternehmenssektor kommt bisher kaum voran. Unter den großen Volkswirtschaften verzeichnet Indien weiterhin die höchsten Wachstumsraten. Hier wirkt sich die Harmonisierung des
Umsatzsteuersystems positiv auf die Wachstumsaussichten aus.
Quellen: NiGEM; Berechnungen des IMK.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 10
DATENANHANG
Abbildung C
Konjunktur in Europa außerhalb des Euroraums
Bruttoinlandsprodukt
Arbeitslosenquote
13
130
12
125
11
120
10
115
9
110
8
105
7
100
6
95
5
90
4
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
Private Konsumausgaben
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2014
2015
2016
2017
2016
2017
Bruttoanlageinvestitionen
150
120
140
115
130
110
120
105
110
100
100
95
90
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
Exporte von Gütern und Dienstleistungen
2010
2011
2012
2013
Importe von Gütern und Dienstleistungen
160
160
150
140
130
140
120
110
120
100
100
90
80
70
80
60
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
Großbritannien (Mittelwert 2010 = 100)
Russland (Mittelwert 2010=100)
Polen (Mittelwert 2010 = 100)
Prognose
2013
2014
2015
NiGEM bietet weder eine Trennung zwischen Konsum und Investitionen für Russland, noch eine explizite Arbeitsmarktmodellierung.
Saisonbereinigte Verläufe. 1. Quartal 2009 - 3. Quartal 2016. Ab 4. Quartal 2016 Prognose des IMK.
Im Vereinigten Königreich zeigte sich das Wachstum im dritten Quartal 2016 entgegen den Erwartungen nach der Brexit-Entscheidung weiterhin dynamisch. Positive Wachstumsbeiträge gingen sowohl vom Konsum
als auch von den öffentlichen Investitionen aus. Zudem stimulierte die deutliche Abwertung des Pfunds (knapp 20% gegenüber USD seit dem Juni) den Export bei rückläufigen Importen. Für 2017 ist allerdings mit
einer gedämpften Konsumentwicklung aufgrund importierter Inflation und rückläufiger Reallohnsteigerungen zu rechnen. In Russland wird 2017 ein Ende der Rezession erreicht. Hierbei hilft die graduelle
Erholung der Rohölpreise. Polens Wirtschaftsaktivität expandierte im dritten Quartal 2016 nur leicht (0,2%). Merklich zum Wachstum beigetragen haben dabei die privaten Konsumausgaben. Dagegen waren die
Ausrüstungsinvestitionen zum vierten Mal in Folge rückläufig.
Quellen: NiGEM; Berechnungen des IMK.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 11
DATENANHANG
Abbildung D
Konjunktur im Euroraum
Bruttoinlandsprodukt
Arbeitslosenquote
110
108
25
106
104
20
102
15
100
98
10
96
94
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
Private Konsumausgaben
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2014
2015
2016
2017
2016
2017
Bruttoanlageinvestitionen
108
115
106
104
110
102
105
100
100
98
95
96
90
94
85
92
80
90
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
Exporte von Gütern und Dienstleistungen
2010
2011
2012
2013
Importe von Gütern und Dienstleistungen
140
140
130
130
120
120
110
110
100
100
90
90
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2009
2010
2011
2012
Euroraum (Mittelwert 2010 = 100)
Frankreich (Mittelwert 2010 = 100)
Spanien (Mittelwert 2010 = 100)
Italien (Mittelwert 2010 = 100)
2013
2014
2015
Prognose
Saisonbereinigte Verläufe. 1. Quartal 2009 - 3. Quartal 2016. Ab 4. Quartal 2016 Prognose des IMK.
Die Erholung der Konjunktur im Euroraum setzt sich weiterhin nur mit gedrosseltem Tempo fort. Bei moderatem BIP Wachstum im dritten Quartal (0,3 %) ging die Arbeitslosigkeit im Euroraum kaum zurück;
in Frankreich stieg sie sogar leicht an. Insbesondere die nach wie vor zu schwache Investitionsdynamik lässt auch für den Prognosezeitraum nur moderates Wachstum erwarten. Der private Konsum ist bei
niedriger Inflation und positivem Realeinkommenseffekt weiterhin wichtigster Wachstumstreiber. Einzig in Spanien zeigt sich ein kräftiges Wachstum und die Arbeitslosigkeit verringert sich weiter. Sie wird
aber im europäischen Vergleich auch gegen Ende des Prognosezeitraums immer noch auf sehr hohem Niveau liegen.
Quellen: NiGEM; Berechnungen des IMK.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 12
DATENANHANG
Abbildung E
Makro- und Finanzstabilität
Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP)
Rohstoffpreise
12
110
10
8
100
6
90
4
80
2
100.0
95.0
90.0
85.0
70
0
-2
-4
60
80.0
50
75.0
40
-6
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
70.0
2008
Euroraum
Deutschland
USA
China
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Ölpreis pro Barrel (in USD, linke Skala)
Globaler Nahrungsmittelpreisindex (2011=100, rechte Skala)
Metallpreise (2011=100, rechte Skala)
Verschuldung der Unternehmen (in % des BIP)
Verschuldung der Haushalte (in % des BIP)
180
100
160
90
140
80
70
120
60
100
50
80
40
30
60
20
40
10
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2008
Euroraum, Bruttoverschuldung nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften
Deutschland, Bruttoverschuldung nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften
USA, Bruttoverschuldung nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften
China, Bruttoverschuldung nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2015
2016
Euroraum, Bruttoverschuldung Haushalte und NPISHs
Deutschland, Bruttoverschuldung Haushalte und NPISHs
USA, Bruttoverschuldung Haushalte und NPISHs
China, Bruttoverschuldung Haushalte und NPISHs
Häuserpreise
Aktienkurse
135
180
130
160
125
120
140
115
120
110
105
100
100
80
95
60
90
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Euroraum, reale Häuserpreise (OECD Index, 2010=100)
Deutschland, Häuserpreise (OECD Index, 2010=100)
USA, Häuserpreise (Case-Shiller Index, 2010=100)
China, Häuserpreise (OECD Index, 2010=100)
2015
2016
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Euroraum, EURO STOXX (2010 Q1=100)
Deutschland, CDAX (2010=100)
USA, NYSE Composite (2010=100)
China, Shanghai Composite (2010=100)
1. Quartal 2008 - 3. Quartal 2016.
Während Chinas Leistungsbilanzüberschuss in den letzten Jahren zurückgegangen ist, verzeichnet der Euroraum als Ganzes inzwischen einen merklichen und anhaltenden Leistungsbilanzüberschuss.
Dabei bewegt sich der deutsche Saldo mit über 9 % des BIPs weiterhin auf Rekordniveau. Werte in dieser Höhe tragen zur globalen Makro-Instabilität bei. Das amerikanische Leistungsbilanzdefizit weitete
sich zuletzt wieder und liegt bei rund -3 %. Die globalen Rohstoffpreise sind im dritten Quartal 2016 gestiegen. Bei den Verschuldungswerten der Privatsektoren ragt vor allem die Verschuldung im chinesischen
Unternehmenssektor heraus. Diese stellt eine strukturelle Gefahr für die globale Finanzmarktstabilität dar. Während sich amerikanische Immobilienpreise zuletzt seitwärts bewegten, steigen die
Immobilienpreise in Deutschland und China weiter an. Dabei spielen vor allem Überbewertungen in den Metropolregionen eine herausragende Rolle. Die Aktienmärkte sind am aktuellen Rand ebenfalls
aufwärtsgerichtet.
Quellen: NiGEM; BIZ; OECD.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 13
DATENANHANG
Abbildung F
Auftragseingänge deutscher Unternehmen
Industrie
Auslandsaufträge
130
120
120
110
110
100
100
90
90
80
80
70
70
60
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2008
Gesamt (2010=100)
aus dem Inland (2010=100)
aus dem Ausland (2010=100)
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2012
2013
2014
2015
2016
2013
2014
2015
2016
Ausland Gesamt (2010=100)
aus der Nicht-EWU (2010=100)
aus der EWU (2010=100)
Vorleistungsgüter
Investitionsgüter
130
110
105
120
100
110
95
100
90
85
90
80
80
75
70
70
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2008
Gesamt (2010=100)
2009
2010
2011
Gesamt (2010=100)
Konsumgüter
Ge- und Verbrauchsgüter
125
120
120
115
115
110
105
110
100
105
95
100
90
85
95
80
90
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Gesamt (2010=100)
Volumen, kalender- und saisonbereinigt. Januar 2008 - Oktober 2016.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Berechnungen des IMK.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 14
2008
2009
2010
2011
Gebrauchsgüter (2010=100)
Verbrauchsgüter (2010=100)
2012
DATENANHANG
Abbildung G
Frühindikatoren Deutschland
Order-Capacity-Index
ifo Geschäftsklima-Index
10.0
10
5.0
5
0
0.0
-5
-5.0
-10
-10.0
-15
-15.0
-20
125
120
115
110
105
100
95
90
85
80
-20.0
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Index (in %, linke Skala)
Veränderung (in Prozentpunkten, rechte Skala)
1. Quartal 2008 - 4. Quartal 2016 (ifo) / 3. Quartal 2016 (order)
Quellen: Statistisches Bundesamt; ifo Institut; Berechnungen des IMK.
IMK Konjunkturindikator
Rezessionswahrscheinlichkeiten - Ausblick für die nächsten 3 Monate
Quellen: Statistisches Bundesamt; ifo Institut, Berechnungen des IMK
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 15
2008
2009
2010
Geschäftsklima
Geschäftserwartung
Geschäftsbeurteilung
2011
2012
2013
2014
2015
2016
DATENANHANG
Abbildung H
Monetäre Rahmenbedingungen
Leitzinsen im Euroraum und den USA (in %)
Geldmenge und Kreditvolumen
6
16
14
5
12
4
10
8
3
6
4
2
2
0
1
-2
0
-4
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2008
Hauptrefinanzierungssatz der EZB
Federal Funds Rate
3-Monats-Euribor
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Geldmenge M3 (Veränderung ggü. Vorjahr in %)
Buchkredite an private Haushalte (Veränderung ggü. Vorjahr in %)
Buchkredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften (wie oben)
Wechselkurs und real effektiver Außenwert1
Harmonisierte Verbraucherpreise (HVPI)
1.55
1.50
105
5
4
1.45
1.40
100
1.35
1.30
95
1.25
1.20
90
1.15
1.10
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
3
2
1
0
-1
2008
USD / EUR (rechte Skala)
Real effektiver Außenwert des Euro (Index 1999Q1=100, linke Skala)
Indikator preislicher Wettbewerbsfähigkeit Deutschland (linke Skala)
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
HVPI Euroraum (Veränderung ggü. Vorjahr in %)
HVPI ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak (wie HVPI)
HVPI zu konstanten Steuersätzen (Veränderung ggü. Vorjahr in %)
Renditen 10-jähriger Staatsanleihen (in %)
Kreditvergabestandards (Bank Lending Survey)
6
60.0
5
50.0
4
40.0
30.0
3
20.0
2
10.0
1
0.0
-10.0
0
2008
2009
2010
2011
2012
Euroraum
Deutschland
USA
2013
2014
2015
2016
2008
2009
2010
2011
2012
2014
Euroraum, Nettosaldo der Antworten befragter Banken
Deutschland, Nettosaldo der Antworten befragter Banken
1. Quartal 2008 - 3. Quartal 2016
1) Real effektiver Außenwert auf Basis der Verbraucherpreise gegenüber 38 Ländern (Euroraum) bzw. 56 Ländern (Deutschland).
Quellen: Deutsche Bundesbank; Eurostat; Europäische Zentralbank; Federal Reserve; Makrobond.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 16
2013
2015
2016
DATENANHANG
103,395 mm = 4-spaltig - 1 Grafik & 4-spaltig
Risikomaße
Finanzmarktstressindikator für Deutschland
Januar 1991 - November 2016
Abbildung I
Finanzmarktstressindikator für Deutschland
Januar 1991 - November 2016
1
Unter rund 200 Finanzmarktdaten wurden anhand ihrer Korrelation zu historischen Finanzmarktkrisen 31 Repräsentative ausgewählt. Basierend auf diesen
hauptsächlich nicht stationären Reihen bestimmt das IMK regelmäßig mittels
statischer Faktoranalyse denjenigen Faktor (Hauptkomponente), der den Großteil
der verbleibenden Schwankungen aller Zeitreihen beschreibt, nachdem diese um
ihr Trendwachstum bereinigt wurden. Hochpunkte dieses Faktors kennzeichnen
Finanzmarktturbulenzen, wobei die Skalierung so gewählt wird, dass die Finanzmarktkrise von 2007/08 100%igen Finanzmarktstress kennzeichnet. Die zu Grunde
liegende Informationsmatrix umfasst Daten zum Kreditwachstum, zur Volatilität
von Aktien- und Rohstoffpreisen, Raten von Kreditausfallversicherungen sowie
EZB-spezifische Daten wie Einlagen- und Spitzenrefinanzierungsfazilität und
TARGET2-Salden.
0,9
0,8
0,7
0,6
0,5
0,4
0,3
0,2
2015
2016
2013
2011
2009
2007
2005
2003
103,395 mm = 4-spaltig - 1 Grafik & 4-spaltig
2001
1999
1997
1995
1993
0
1991
0,1
Quellen: Macrobond; Berechnungen
des IMK.
Rezessionswahrscheinlichkeit
mit Streuung
Unter rund 200 Finanzmarktdaten wurden anhand ihrer Korrelation zu historischen Finanzmarktkrisen 31
Repräsentative ausgewählt. Basierend auf diesen hauptsächlich nicht stationären Reihen bestimmt das IMK
Rezessionswahrscheinlichkeit
mit Streuung
regelmäßig mittels statischer Faktoranalyse denjenigen Faktor (Hauptkomponente), der den Großteil der
verbleibenden Schwankungen aller Zeitreihen beschreibt, nachdem diese um ihr Trendwachstum bereinigt
50%
wurden. Hochpunkte dieses Faktors kennzeichnen Finanzmarktturbulenzen, wobei die Skalierung so gewählt
wird, dass die Finanzmarktkrise von 2007/08 100%igen Finanzmarktstress kennzeichnet. Die zu Grunde
45%
liegende Informationsmatrix umfasst Daten zum Kreditwachstum, zur Volatilität von Aktien- und
40%
Rohstoffpreisen, Raten von Kreditausfallversicherungen sowie EZB-spezifische Daten wie Einlagen- und
Spitzenrefinanzierungsfazilität und TARGET-Salden.
35%
Quelle:
30%
25%
20%
Der Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit am aktuellen Rand basiert
im Wesentlichen auf steigenden Aufträgen und der Abschwächung negativer
Einflussfaktoren.
15%
10%
.
Jan 13
Mrz 13
Mai 13
Jul 13
Sep 13
Nov 13
Jan 14
Mrz 14
Mai 14
Jul 14
Sep 14
Nov 14
Jan 15
Mrz 15
Mai 15
Jul 15
Sep 15
Nov 15
Jan 16
Mrz 16
Mai 16
Jul 16
Sep 16
Nov 16
5%
0%
In den IMK-Konjunkturindikator (Abbildung G) fließen zahlreiche Daten aus
der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das
Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduk­tion
als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrage­
einbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem
sig­nalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um
mindestens ein Prozent schrumpft. Die Streuung der für die Gesamtprognose
relevanten Einzelgleichungen beschreibt die prognostische Unsicherheit.
Quellen:
Deutsche
Bundesbank;
Statistisches
ifo; Berechnungen des IMK.
Quellen: Deutsche
Bundesbank;
Statistisches
Bundesamt; Bundesamt;
IFO ; Berechnungen des IMK .
In den IMK-Konjunkturindikator (Abbildung G) fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein.
Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als
Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das
Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf
Monate um mindestens ein Prozent schrumpft. Die Streuung der für die Gesamtprognose relevanten
Einzelgleichungen beschreibt die prognostische Unsicherheit.
Der Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit am aktuellen Rand basiert im Wesentlichen auf einer in der
Tendenz steigender Aufträge aus dem Ausland und der Abschwächung negativer Einflußfaktoren.
IMK Report Nr. 119, Dezember 2016 Seite 17
Abgeschlossen am 15.12.2016
IMPRESSUM
Herausgeber
Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)
der Hans-Böckler-Stiftung
ISSN 1861-3683
Nachdruck und sonstige Verbreitung – auch auszugsweise –
nur mit Quellenangabe zulässig.
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Prof. Dr. Gustav A. Horn, [email protected]
Alexander Herzog-Stein, PhD, [email protected]
Peter Hohlfeld, [email protected]
Dr. Katja Rietzler, [email protected]
Dr. Thomas Theobald, [email protected]
Dr. Silke Tober, [email protected]
[email protected]
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Redaktionsleitung: Peter Hohlfeld
Pressekontakt: Rainer Jung, (02 11) 77 78-15 0
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