Thomas Müller-Bohn Das JahreszeitenPrinzip Alles zu seiner Zeit: ein Erfolgskonzept HIRZEL Inhaltsverzeichnis Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Kapitel 1: Die Idee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lernen von der Natur – Jahreszeiten als Strukturprinzip . . . . . . . . . . . Rhythmus im Kleinformat – die Tageszeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zeitliche Rhythmen analysieren und verstehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 10 19 25 Kapitel 2: Das Vorbild . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eine Reise durch die Jahreszeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frühling – neuer Start für den uralten Kreislauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sommer – Höhepunkt und Umkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Herbst – Vorbereitung auf das Unvermeidliche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Winter – Durchhalten ist alles . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jahreszeiten in der Kultur – vom Jahresstart an der Börse bis zur alljährlichen Katastrophenübung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Warum dauert ein Jahr ein Jahr? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 36 42 58 69 73 Kapitel 3: Die Umsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das Wachstum und seine Grenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das Leben ist eine Berg- und Talfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der richtige Zeitpunkt entscheidet über den Erfolg . . . . . . . . . . . . . . . . Chronologie ist die beste Logik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Pausen sind effizient . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der Zufall ist überall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein Plädoyer für die Individualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jahreszeiten – ganzheitlich und doch individuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Minimalversion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 86 93 104 116 125 130 133 138 141 76 81 Kapitel 4: Weiter gedacht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143 Eine Welt voller Schwankungen – in der Kultur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144 Eine Welt voller Schwankungen – in der Natur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159 Inhaltsverzeichnis 5 Das Wachstum und seine Grenzen In den vorigen Kapiteln haben wir die Jahreszeiten genau betrachtet. Solche Schwankungen sind in der Natur die Regel und nicht die Ausnahme. Die Jahreszeiten sind ein besonders regelmäßiger Prototyp einer viel weiter verbreiteten Erscheinung. Die Natur ist ein dynamisches System, das sich ständig verändert. Nicht alle, aber viele dieser Schwankungen haben mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrende Verläufe. Die Tageszeiten und die Jahreszeiten sind die nächstliegenden Beispiele. Viele Abläufe in der Natur hängen direkt mit den Jahreszeiten zusammen wie das Wachstum der Pflanzen, der Vogelzug oder die Vermehrung vieler Tiere. Viele andere Vorgänge sind indirekt davon abhängig. Doch auch in den von Menschen geschaffenen Abläufen gibt es sehr viele Auf- und Abwärtsbewegungen, auch wenn diese meist keine ganz so deutliche Regelmäßigkeit aufweisen wie die Jahreszeiten. Es gibt vielfältige Beispiele: Dazu gehören alle Arten von Modeerscheinungen, nicht nur die Rocklänge in der Damenkonfektion, sondern auch Produktlebenszyklen sowie Stilrichtungen und Themen in der Literatur, im Theaterbetrieb, in der bildenden Kunst und sogar bei wissenschaftlichen Forschungsgebieten und Denkweisen in den verschiedensten Fachrichtungen. Im Unterschied zu den Jahreszeiten beruhen die Auf- und Abwärtsbewegungen in der Kultur typischerweise nicht auf einer einzelnen Ursache wie die Jahreszeiten. Im Gegenteil – die Ursache für diese Schwankungen scheint gerade darin zu liegen, dass sie Teile komplexer Systeme mit sehr vielen Einflussfaktoren sind. Manche Einflussgrößen, die sich zum Teil gegenseitig verstärken, sorgen für Übertreibungen in die eine oder andere Richtung. Doch durch die Vielzahl der Größen gibt es früher oder später irgendeinen Effekt, der eine Gegenbewegung in Gang setzt. Das entspricht nicht dem Prototyp einer rhythmischen Bewegung, aber das Ergebnis ist ähnlich. Darum können wir viele Erkenntnisse, die sich aus der Beobachtung der Jahreszeiten ergeben, auch als Anregung für den Umgang mit ganz anderen Schwankungen nutzen. Für alle diese Entwicklungen gilt insbesondere die Erkenntnis, dass Trends welcher Art auch immer nicht beliebig weit in die Zukunft fortgeschrieben werden können. Das sagt bereits das Sprichwort „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“ – und diese Erkenntnis trifft offenbar zu. Selbstverständlich gibt es beeindruckende Entwicklungen in langen Zeitreihen, aber auch langfristige Trends werden meist durch periodische Schwankungen überlagert. Solche Schwankungen müssen nicht unbedingt im Widerspruch zu einem Trend stehen, aber durch die Überlagerung zwischen langfristigen Trends und entgegen86 Kapitel 3: Die Umsetzung gerichteten Phasen einer Auf- und Abbewegung können sich die Dinge zeitweilig ganz anders entwickeln, als es der Trend erwarten lässt. Besonders deutlich wird dies bei der Betrachtung von langfristigen Wachstumsprozessen. Zum Thema Wachstum existiert umfangreiche Literatur mit vielen Beispielen, die die Effekte starken Wachstums verdeutlichen. Diesen Betrachtungen soll hier je ein Beispiel aus der Kultur und der Natur hinzugefügt werden: die sehr langfristige Entwicklung der Weltwirtschaft und das Wachstum von Bakterien. Weltwirtschaft – nicht nur eine Wachstumsgeschichte Das erste Beispiel ist ein Gedankenexperiment, das uns zeigen soll, wie groß die Schwankungen der wirtschaftlichen Entwicklung in sehr langen Zeiträumen offenbar gewesen sind. Dazu stellen wir uns vor, zur Zeit von Christi Geburt, also vor rund zweitausend Jahren (auf ein paar Jahre mehr oder weniger soll es hier nicht ankommen), hätte ein vermögender römischer Kaufmann einen Gegenwert von einem Euro angelegt. Das wäre für ihn ein ziemlich läppischer Betrag gewesen. Denn ein Euro hat einen Gegenwert von weniger als zwei Gramm Silber. Nach den Beobachtungen, die Adam Smith, der Begründer der Volkswirtschaftslehre, 1776 in seinem zentralen Werk vom Wohlstand der Nationen beschrieb, stellt Silber am ehesten einen über viele Jahrhunderte stabilen Wertmaßstab dar (allerdings ungeachtet kurzfristiger spekulativer Verzerrungen). Damit können also Werte über die Epochen hinweg halbwegs angemessen verglichen werden. Dies ist zugleich ein historisch fundiertes Argument für Silber als solides Wertaufbewahrungsmittel, aber das sei hier nur am Rande bemerkt. Für unseren römischen Kaufmann war das Wertäquivalent eines Euros also keine sonderlich bedenkenswerte Ausgabe. Nehmen wir nun an, der Kaufmann hätte sich mit diesem Betrag an einer Investition beteiligt, die eine jährliche Rendite von 3 Prozent erwirtschaftet, und nehmen wir weiter an, dass dies auch den gesamten Produktivitätsgewinn der Volkswirtschaft angemessen abbildet. Als Ergebnis könnten sich seine Erben heute über den stattlichen Betrag von etwa 4,7 · 1025 Euro freuen, so zumindest das mathematische Resultat. Doch sehen wir uns diese Zahl näher an. 1012 sind eine Billion. Das Ergebnis der Anlage wären also etwa 47 Billionen Billionen Euro. Das ist auch für schuldenerfahrene Finanzminister ein unvorstellbarer Betrag. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt aller Staaten der Welt betrug 1999 nach Angaben der Weltbank knapp 30 Billionen US-Dollar. Unter der sehr großzügigen, aber völlig unrealistischen Annahme, dass die früher viel kleinere Menschheit schon seit 2000 Jahren in jedem Jahr so viel produziert hätte, wären in der Welt in dieser Zeit 60 000 Billionen US-Dollar erwirtschaftet worden. Das Das Wachstum und seine Grenzen 87 Anlageergebnis des Kaufmanns entspräche dann der Wirtschaftsleistung von vielen Millionen Menschheiten – ein vollkommen absurdes Resultat. Rechnen wir also nochmal, aber nur mit einer Rendite von 2 Prozent. Das Ergebnis wären etwa 1,58 · 1017 Euro, also 158 000 Billionen Euro. Die Erben des Kaufmanns könnten demnach wegen des einen gut angelegten Euros mehr als die gesamte Welt ihr Eigen nennen – wiederum irrwitzig. Rechnen wir erneut, aber nun mit nur einem Prozent Rendite. Das Ergebnis wären etwa 439 Millionen Euro, wieder eine sehr große Summe, aber immerhin darstellbar. In dieser Größenordnung liegt der Börsenwert von Unternehmen, die in der Größenrangliste deutscher Aktiengesellschaft etwa den hundertsten Platz belegen. Die Erben des Kaufmanns könnten sich also über den Gegenwert eines beachtlichen Unternehmens freuen. Was können wir aus diesen Zahlenspielen lernen? Wenn die renditebringende Anlage von nur einem Euro vor zweitausend Jahren heute zu einem solchen Ergebnis führt, können wir annehmen, dass die weltweite Wachstumsrate in dieser sehr langen Zeit im Durchschnitt wohl deutlich unter einem Prozent gelegen haben muss. Doch gab es zweifellos Zeiten mit weit größerem Wirtschaftswachstum. Diese beiden Aussagen sind aber nur dann miteinander vereinbar, wenn es auch Zeiten der Schrumpfung gab. Zur Wirtschaft gehört also der Aufschwung ebenso wie der Abschwung. Die Abschwünge waren teilweise gigantisch. Nach dem Untergang des Römischen Reiches verfiel die Infrastruktur Mittel- und Westeuropas über Jahrhunderte, es herrschte Anarchie, die Menschen waren allein mit dem puren Überleben beschäftigt – und hatten dabei wenig Erfolg. Erst nach Jahrhunderten wurde wieder eine Wirtschaftsleistung wie in der Antike erreicht. Das 11. Jahrhundert brachte ein milderes Klima, deutliches Bevölkerungswachstum und einen beträchtlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der zu vielen Stadtgründungen führte. Doch im 14. Jahrhundert gab es einen erneuten gewaltigen Rückschlag. Die Pest löschte in vielen Regionen Europas ganze Dörfer aus. Dadurch ging die Bevölkerungszahl dramatisch zurück, dementsprechend brach die Wirtschaftsleistung ein. Vielfach wurden die Einwohnerzahlen der Zeit unmittelbar vor der Pest erst nach Jahrhunderten wieder erreicht. Doch von 1618 bis 1648 wütete der Dreißigjährige Krieg. Die vielen Todesopfer durch die direkten und indirekten Folgen des Krieges reduzierten die Bevölkerungszahl wiederum stark – mit großen Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Erholung dauerte danach nicht so lange wie nach früheren Rückschlägen. Weitere wirtschaftliche Einbrüche gab es allerdings immer wieder – mit oder ohne große Katastrophen. 88 Kapitel 3: Die Umsetzung Solche Rückschläge sind der Grund, weshalb die Wirtschaft im langfristigen Mittel über die Jahrtausende wohl nicht einmal mit einer moderaten Rate von nur einem Prozent gewachsen ist. Andernfalls hätten sich wohl einige Anlagen kluger römischer Kaufleute für ihre Erben besser auszahlen müssen. Als Fazit bleibt festzuhalten: Langfristig wächst die Wirtschaft, aber kurzfristig kann es gewaltige Rückschläge geben. Bakterien – Leben ohne Sex und Tod Wenn man Wachstumsvorgänge beliebig lange hochrechnet, ergeben sich aber nicht nur in der Wirtschaft absurde Ergebnisse, sondern auch in der Natur. Betrachten wir als weiteres Beispiel die Vermehrung von Bakterien. Dazu benötigen wir zunächst eine grobe Schätzung, wie viele Bakterien insgesamt auf der Welt existieren. Auf einer Internetseite der Universität von Wisconsin wird dazu William Whitman, ein Mikrobiologe der Universität von Georgia, mit einer Schätzung von 5 · 1030 zitiert. Um uns diese Zahl vorzustellen, denken wir uns Bakterien als Würfel mit einer Kantenlänge von einem Mikrometer. In der Realität sind Bakterien meist kugel- oder stäbchenförmig, aber mit Würfeln lässt sich besser rechnen, und für dieses Beispiel reicht die Näherung locker aus. Wenn sich unsere gedachten Würfelbakterien in einer einlagigen Schicht auf einer Fläche gleichmäßig ausbreiten, enthält ein Quadratmeter 106 mal 106, also 1012 oder eine Billion Bakterien. Ein Quadratkilometer fasst dann bereits 1018 Bakterien. Ein gleichmäßiger Film über der gesamten Erdoberfläche, also Land und Wasser zusammen, würde etwa 5 · 1026 Bakterien Platz bieten, wobei die Erde hier als Kugel betrachtet und die zusätzliche Fläche durch Berge und Täler großzügig unterschlagen wird. Nehmen wir nun an, die Bakterien würden sich nicht nur einlagig ausbreiten, sondern den gesamten Planeten mit einer einen Meter dicken Schicht überziehen; dann würde diese Schicht aus 5 · 1032 Bakterien bestehen, also 100-mal so vielen, wie es Whitman geschätzt hat. Da der überwiegende Teil der Bakterien im Boden lebt, ist die Zahl gar nicht so unrealistisch. Denn in der Realität existieren die Bakterien nicht in einer dichten Schicht, sondern im Boden verteilt. Seien wir also großzügig und erhöhen die Schätzung von Whitman um den Faktor 100. Dann können wir bestimmt davon ausgehen, dass es allerhöchstens 5 · 1032 Bakterien auf der Erde gibt. Betrachten wir nun die Vermehrung der Bakterien. Sie vermehren sich nicht sexuell, sondern durch Teilung. Nach der Teilung eines Bakteriums existieren zwei Bakterien. Sie sind damit prinzipiell unsterblich, solange die äußeren physikalischen und chemischen Bedingungen ihr Weiterleben zulassen. Die Sterblichkeit hat die Evolution erst mit der sexuellen Vermehrung eingeDas Wachstum und seine Grenzen 89 führt. Im biologischen Sinn ist die Sterblichkeit also der Preis für die Sexualität, aber das nur nebenbei. Wenn die Bakterien sich durch Teilung vermehren, gibt die Formel 2n an, wie viele Bakterien nach n Teilungsvorgängen existieren. Nach zehn Teilungen sind dies 210, also 1024. Nach 50 Teilungen sind es 250, also etwa 1015 oder 1000 Billionen. Nach 109 Teilungen sind es 6,4 · 1032. Das ist bereits mehr als die eben großzügig festgelegte Obergrenze für die mögliche Zahl der Bakterien. Es kann daher unmöglich 109 ungestörte Teilungen gegeben haben, bei denen sich alle beteiligten Bakterien weiter entwickelt haben. Dies ist ein erstaunliches Ergebnis, denn Bakterien können sich unter günstigen Bedingungen etwa dreimal pro Stunde teilen. 109 Teilungen wären daher nach gut 36 Stunden möglich. Doch Bakterien bevölkern die Erde schon seit schätzungsweise drei Milliarden Jahren. Sie hätten also ungeheuer viel mehr Zeit gehabt sich zu teilen. Dieser Widerspruch ergäbe sich auch, wenn die obigen Abschätzungen zur gesamten Bakterienzahl auf der Erde um viele Zehnerpotenzen zu gering sein sollten. Offenbar sterben sehr viele Bakterien durch physikalische oder chemische Schädigungen, bevor sie sich erneut teilen, obwohl sie theoretisch unsterblich sind – sie sind es eben nur theoretisch (womit der Preis für den Sex dann auch nicht mehr so hoch erscheint). Das allgemeine Prinzip von Wachstum und Schrumpfung Die beiden Beispiele zeigen, dass Wachstum und Schrumpfung zusammengehören. Prozesse, die auf Wachstum ausgelegt sind, brauchen als Korrektiv Phasen der Schrumpfung. Auch wenn Wachstum die generelle Zielrichtung ist, lässt sich der Rückgang nicht ausschließen, und auf lange Sicht ist das offenbar auch gut so. Denn die vorangegangenen Zahlenspiele zeigen, dass die Welt bei ungebremstem Wachstum oder ohne Phasen des Rückgangs explodieren würde. Dennoch ist Wachstum anzustreben. Die ganze Natur basiert auf Wachstum, die Vermehrung ist das alles überragende Ziel der belebten Natur. Der Abschwung kommt früh genug, in der Natur meist durch einen Effekt von außen, sei es ein vorhersehbarer Winter oder eine unvorhersehbare Katastrophe. Gerade die unvermeidbaren Phasen des Niedergangs sind das stärkste Argument, unter guten Bedingungen möglichst viel Wachstum anzustreben. Starkes Wachstum in guten Zeiten ist der wirksamste Schutz vor dem Untergang in schlechten Zeiten. Für die Natur ist Wachstum meist das einzige Instrument, um die negativen Folgen ungünstiger Entwicklungen auszugleichen. Aus der Einsicht, dass Zeiten des Rückganges unvermeidlich und offenbar „natürlich“ sind, kann also gerade nicht geschlossen werden, starkes Wachstum sei unnatürlich. Solche 90 Kapitel 3: Die Umsetzung