Fundamentale Symmetrien SU(3)

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Institut für Kern- und Teilchenphysik
„Das Standardmodell der Teilchenphysik“ , M.Kobel, D.Stöckinger
Übersicht
Vorlesung
Mittwoch, 2. DS, REC/B214
Freitag, 2. DS, (1. Woche und ungerade Woche), REC/B214
Übung ( 6-7 Übungsblätter)
Freitag, 2. DS, (gerade Woche), REC/B214, erste Übung 21.4.
Lesende
Prof. M. Kobel, Prof. D. Stöckinger
Homepage:
https://bildungsportal.sachsen.de/opal/auth/RepositoryEntry/13541310466/
Mit allen Informationen (Übungen, Folien, Literatur)
Prüfungsleistung Bachelor (unbenotet):
•
50% der Übungsaufgaben
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Vorlesungsinhalt:
Vertiefte Einführung in die Elementarteilchenphysik mit folgenden Themen:
•
KW14: MK(2):
Konzept, Teilchen, Ladungen, Wwirkungen, Wirkungsquerschnitte, Lumi
•
KW15-18: DS(5):
Feynmanregeln, Lagrangedichten und QFT, physikalische Konsequenzen, (Anti-)Teilchen
•
KW19-21: MK(4):
exper. Beispiele: Leptonen, Hadronen, Lebensdauer, Resonanzen, Lepton- Nukleon
Streuung, invariante Massen (Z,t,H), transversale Masse W, evtl Dunkle Materie
•
KW22-26: DS(5):
Lagrangedichte des Standardmodells, QED, QCD und Elektroschwache Theorie
•
KW27-28: MK(3-4):
Physik der elektroschwachen Eichbosonen, Präzisionsmessung der
Standardmodellparameter (g-2), Neutrinos, Higgs
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Hinweise
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1. Die Bedeutung des Standardmodell und Nomenklatur
Fundamentale Fragestellungen über
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ENERGIE ist der Schlüssel -> “Hochenergiephysik”
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Die Verbindung zur Kosmologie
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Teilchenphysik und
Kosmologie:
S
S
S
S
• LHC:
Nachstellen der Prozesse
zwischen Elementarteilchen
10-12 s nach dem Urknall
Teilchenbeschleuniger:
LHC
LEP
Geschichte der Physik
Zurück zum Urknall
S
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Das Standardmodell der Teilchenphysik
− In den 1960er und 1970er Jahren entwickelt
− Seitdem in zahlreichen Experimenten überprüft und bestätigt
− Präziseste Beschreibung der Vorgänge in unserem Universum, die
uns aktuell zur Verfügung steht
− Elegantes Theoriegebäude mit großer Vorhersagekraft
angereichert durch experimentelle Erkenntnisse
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Fußball-Analogie
Wie erklärt man jemandem etwas Unbekanntes? z.B. Fußball...
Man beginnt nicht mit der Anzahl der Spieler oder gar deren
Positionen, sondern mit den Grundregeln
Spieler = Elementarteilchen
Regeln = Wechselwirkungen, Erhaltungssätze,...
Wieso also bei der Behandlung des
Standardmodells damit beginnen??
• Nur u,d,e sind für Aufbau der Materie nötig
• Warum es genau diese Teilchen gibt, kann
nicht vorhergesagt werden (nicht verstanden!)
• Das Standardmodell ist eine
Theorie der Wechselwirkungen
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Das Standardmodell der Teilchenphysik
Grundlage: fundamentale Symmetrien (lokale Eichsymmetrien)
• Erzeugt durch Ladungen
• Verlangen genau vorgeschriebene Wechselwirkungen
• nicht: Spektrum der existierenden Elementarteilchen,
und „Multiplett-Struktur“
dies ist rein experimentelle Erkenntnis
Fundamentale Bedeutung des Ladungsbegriffs!
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3 types of charges
mathematically generate
3 symmetry groups:
SU(3)C ⊗ SU(2)L ⊗ U(1)Y
Nature has chosen to obey these as
„local gauge symmetries“
(why? we don‘t know!)
Initially there was only 1 free
parameter for each symmetry
(so far not predictable) describing
the strength of the interaction:
1 ≈ 29 1 ≈ 108
≈
5
αs
αW
αY
1
1
α em
= α1 + α1 = 137
W
Y
In quantum field theory language,
the energy density of the universe,
called „Lagrange Density“L,
has to be invariant under these
symmetries
This invariance completely fixes L
and requires presence of interactions
fully predicting processes which
are allowed to happen in the universe
Michael Kobel
Darmstadt, 25.05.2012
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Überblick
Verschiedene Reichweiten
Für kleine Abstände F~1/r2
Reihenfolge der Stärken
• Kann für Kräfte nicht
definiert werden wegen F(r)
• Kann nur für WWirkungen
definiert werden: α !
Stärken aller Wwirkungen
sehr ähnlich, außer für Gravitation
Wechselwirkung
Gravitation
elektromagnetisch
stark
schwach
Kraftgesetz für 𝑟𝑟 → 0
−1
𝑟𝑟 2
Q1 � 𝑄𝑄2
𝐹𝐹𝐶𝐶 = ħ � 𝑐𝑐 � 𝛼𝛼𝑒𝑒𝑒𝑒 �
𝑟𝑟 2
𝐹𝐹𝐺𝐺 = ħ � 𝑐𝑐 � 𝛼𝛼𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔 �
𝐹𝐹𝑠𝑠 = ħ � 𝑐𝑐 � 𝛼𝛼𝑠𝑠 �
𝐹𝐹𝑤𝑤 = ħ � 𝑐𝑐 � 𝛼𝛼𝑤𝑤 �
𝐶𝐶⃗1 ⋅𝐶𝐶⃗2
𝑟𝑟 2
𝐼𝐼1 � 𝐼𝐼2
𝑟𝑟 2
Reichweite
unendlich
unendlich
2∙10−15 m
2∙10−18 m
Kopplungsparameter 𝛼𝛼
1
1
,…,
38
45
10
10
1
𝛼𝛼𝑒𝑒𝑒𝑒 ≈
137
1
𝛼𝛼𝑠𝑠 ≈
5
1
𝛼𝛼𝑤𝑤 ≈
30
𝛼𝛼𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔𝑔 ≈
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Laufen der Kopplungsparameter (Bethge-Schröder, Abb. 24.12)
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Spekulationen
𝐹𝐹 = 𝑄𝑄 � 𝐸𝐸
𝐴𝐴 = 4𝜋𝜋𝑟𝑟 2
1
𝐹𝐹 ~
4 𝜋𝜋 𝑟𝑟 2
Zusätzliche Dim für Gravitation könnten die Kräfte „vereinigen
Gravitationskraft für 4
zusätzliche
Dimensionen
unterhalb 10 fm
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Die nur scheinbar schwache WW
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Vergleich der potenziellen Energien
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Vergleich der potenziellen Energien bei sehr kleinen Abständen
Ähnliche Form
->
Das Konzept
der Ladung
kann
erweitert
werden
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Das Konzept des
Standardmodells
Fundamentale
Symmetrien
SU(3)c x SU(2)L x U(1)Y
bestimmen
generieren
erhalten
Ladungen
Erzeugende:
½λa , ½τi , Y
erfüllt
Lagrange Dichte
L=T-V
Euler-Lagrange
Gleichungen
Bewegungsgleichungen
Dirac: (iγµDµ- m) ψ = 0
Maxwell: ∂µFµν = Jν
benötigt
Wechselwirkungen
Eichfelder:
Ga,Wi,B
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Precisely checked,
e.g. at LEP
Studied in Dresden
© Christian Gumpert and www.quantumdiaries.org/2011/06/26/cern-mug-summarizes-standard-model-but-is-off-by-a-factor-of-2/
Most frequent
and best understood
Michael Kobel
Recently seen:
HWW,ZZ and H ττ, tt
21
Not yet seen:
HHH and H HHH
04.04.2017
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I.1. Eichsymmetrien und Eichbosonen
Ungebrochene Eichsymmetrien (masselose Eichbosonen)
Eichsymmetrie
QED U(1)Q
QCD SU(3)c
abelsch
nicht- abelsch
Dµ
∂µ + ιe Q̂ Aµ
∂µ + ιgsλaGµa
Kopplung
e = 0.3
gs = 1.2
Generatoren
1: Q̂ (1x1)
8 : ½ λa (3x3)
Eichfelder
Aµ
Gµa, a = 1,…,8
Eichbosonen
Photon γ
Gluonen g1…8
Teilchenfelder
(e),(µ),(τ),(u),(d),(s), …
Ladungen
Elektrische Ladung
-1, -1, -1,+⅔, -⅓, -⅓,…
 ur   d r   sr 
 g  g  g
 u ,  d ,  s ,...
 ub   d b   sb 
     
Starke
Farbladung
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Starke Farb-Ladung
Farbladungsvektoren von Quarks
Farbladungsvektoren von Anti-Quarks
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Schwache Eichsymmetrien (ungebrochen nur bis ~10-10 s nach dem Urknall)
U(1)Y :wirkt auf alle Felder mit YW ≠ 0
SU(2)L: wirkt nur auf links-chirale Felder (max. Paritätsverletzung)
Eichsymmetrie
U(1)Y
SU(2)L
abelsch
nicht- abelsch
Dµ
W
∂µ + ιgYYˆ Bµ
∂µ + ιgWτiWµi
Kopplung
gW = 0.63
Generatoren
gY = 0.36
1: Yˆ W (1x1)
Eichfelder
Bµ
Wµi, i = 1,…,3
Eichbosonen
B-Boson
Weakonen W+,W-,W3
Teilchenfelder
Ladungen
(eL),(µL),(τL),(eR),(µR),(τR)
,
(νeL)(νµL)(ντL),
(uL),(dL),(sL),(uR),(dR),
…
Schwache HyperLadung
YW = Q - I3W
3 : ½τi (2x2)
ν eL ν µL ν τL   u L   cL   t L 
 −  −  −       
 eL  µ L  τ L   d L′   s′L   bL′ 
Schwache Isospin-Ladung
+1/ 2
I3W = 

 −1/ 2 
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Exkurs: warum schwache „Isospin“-Ladung?
Zugrundeliegende Symmetrie SU(2)
dieselbe wie bei Spin
Jeweils Vektor mit 3 Komponenten
Spin S = (Sx, Sy, Sz) im Ortsraum
Isospin IW = (I1W, I2W, I3W) im schwachen Isospinraum
http://de.wikipedia.org/wiki/Stern-Gerlach-Versuch
Messbar bei beiden nur:
• Betrag und eine Komponente (meist gewählt: die 3.) := I3W
• Die anderen Komponenten sind „unscharf“ (Heisenberg)
Ordnung in Multipletts von I := I3W
I3
 + 12  ν e  ν µ   u   e +   d   Φ +   0 
  :  − ,  − ,...,  ,...,  ,...,  ,...,  0  = 

 − 1   e   µ   d  ν e   u   Φ  v + H ( x ) 
 2
W
W
I3
 +1
 
 0:
 −1
 
W + 


0
Z 
 − 
W 
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Elektroschwache Symmetriebrechung SU(2)l ⊗ U(1)Y  U(1)Q
und Mischung von B und W3
durch noch ungeklärten Mechanismus (Higgsfeld?)
Beobachtete Eichbosonen nach elektroschwacher Symmetriebrechung:
| Z > = cos θW | W3 > - sin θW | B >
| γ > = sin θW | W3 > + cos θW | B >
mit schwachem Mischungswinkel
tan θW = gY / gW = 0.36 / 0.63,
und
e:= gY cos θW = gW sin θW = 0.31
so dass | γ > mit eQ koppelt
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Multiplett-Anordnung der Fermionen
Q I 3W
Teilchen
Y W( = Q − I W )
3
ν eL ν µL ν τL  0 + 12 − 12
 −  −  − 
1
1
−
−
e
µ
τ
1
−
 L  L  L 
2
2
0 0 0
ν eR ν µR ν τR
eR−
µ R− τ R−
−1
Q
0 −1
I 3W
YW
 u L   cL   t L  + 23 + 12 + 16
     
1
1
1
′
′
′
−
+
−
d
s
b
 L  L  L
3
6
2
u R cR
t R + 23 0 + 23
d R′
s′R
bR′
− 13
0 − 13
---------------------------------------------------------------------------
τ L+
+1
ν eLC ν µCL ν τCL
0
eL+
µ L+
0 +1
d L′C
s′LC bL′C
+ 13
0 + 13
0
u LC
cLC
− 23
0 − 23
0
 eR+  µ R+  τ R+  + 1 + 12 + 12
 C  C  C 
ν ν ν  0 − 1 + 1
2
2
 eR  µR  τR 
Antiteilchen
t LC
 d R′C  s′RC  bR′C  + 13 + 12 − 16
 C  C  C  2 1 1
 u  c  t  − − −
 R  R  R  3 2 6
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Die Ruhemassen der Bausteine
Masse (MeV/c²)
Symmetrien erfordern masselose Teilchen
- Erhalten Masse erst ~ 10-10 sec nach Urknall d „spontane“ Symmetriebrechung
- Masse entsteht durch Kopplung an ein Brout-Englert-Higgs Feld
- Was verursacht die riesigen Massenunterschiede ?
„Sandkorn .vs. Ozeandampfer“
3x105 2x1013
1000000
172000
100000
10000
4200
1777
1300
1000
106
90
100
10
5
2
1
0,5
Up Typ
0,1
0,01
Down Typ
0,001
Lepton +/0,0001
0,00001
Neutrino
0,000001
1E-07
0,00000005
1E-08
0,000000009
0,000000001?
1E-09
1E-10
1E-11
1E-12
0
1
2
3
4
Familie
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