Februar

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Februar
Dass die Tage länger und die Nächte kürzer werden, ist im Februar deutlich zu bemerken. Leider ist
das Wetter aber immer noch nicht so erfreulich. Der Winter ist ja noch nahe. Auch ist Ende Januar Anfang Februar die Zeit, in der bei uns in Mainfranken am ehesten mit Schnee zu rechnen ist.
Visuelle Beobachtungen mit bloßem Auge
Der Fixsternhimmel
Der Anblick des abendlichen Sternenhimmels hat sich im Vergleich zum Vormonat nur wenig
verändert. Die gesamte Sternbilderszenerie hat sich allerdings merkbar nach Westen verschoben.
Zur Standardbeobachtungszeit (ca. 23h), hat der Himmelsjäger Orion mit Sirius zu seinen Füßen,
den Meridian bereits überschritten.
Die Kassiopeia sinkt langsam im Nordwesten herunter, während sich der Große Wagen im
Nordosten immer höher schiebt. Die meisten Herbstbilder sind unter dem Horizont verschwunden.
Im Südosten ist der Löwe auf der Himmelsbühne erschienen. Er kündigt den baldigen Frühling an.
Sein hellster Stern wurde von Nikolaus Kopernikus „Regulus" getauft, was soviel wie „Kleiner
König" heißt.
Hoch im Süden wandern gerade die Zwillinge durch den Meridian. Da die nördlichsten Abschnitte
der Ekliptik durch die Zwillinge verlaufen, gehören sie wie Krebs und Löwe zum Tierkreis.
Der Krebs liegt zwischen den Zwillingen im Meridian und dem Löwen halbhoch über dem
Osthorizont. Da sich keine hellen Sterne im Krebs finden, fällt er kaum auf. Zwar ist er dem Namen
nach gut bekannt, da er ebenfalls ein Tierkreissternbild ist. Aber am Firmament findet man ihn nur
unter sehr guten Sichtbedingungen.
Ein ebenfalls lichtschwächeres und darum weniger bekanntes Sternbild ist die Wasserschlange,
deren Kopf ein wenig südlich vom Krebs liegt und die sich nach Südosten hinunterschlängelt.
Vergleichsweise auffallend ist der Hauptstern der Wasserschlange, Alphard oder a Hydrae. Er steht
in einer sonst an helleren Sternen armen Gegend und ist deshalb leicht zu identifizieren. Er markiert
das Herz der Wasserschlange und ist 2,0 mag hell. Die Wasserschlange ist das ausgedehnteste
Sternbild am ganzen Himmel. Der Kopf der Wasserschlange liegt noch nördlich des
Himmelsäquators und südwestlich von Regulus im Löwen. Südlich von a Hyd knickt die
Wasserschlange in Richtung Osten ab und zieht sich südlich von Becher, Rabe und Jungfrau bis zu
ihrem Schwanz, der zwischen den Sternbildern Waage und Centaurus am Südhimmel liegt.
Gerhard März, Februar 2015
Weitere, weniger markante Sternbilder, wie Drache, Kepheus, Giraffe, Luchs, Eidechse, Perseus,
Krebs, Widder, Dreieck, Fische und andere, lassen sich am besten mit Hilfe der drehbaren
Sternkarte auffinden (siehe Allgemeine Hinweise).
Im Südwesten findet man nur lichtschwache Sternbilder: den Fluss Eridanus und noch ein Stück
des Walfisch. Einige der nur für kurze Zeit sichtbaren Sternbilder des Südhimmels, wie Sextant,
Wasserschlange, Einhorn, Hase können vielleicht mit der drehbaren Sternkarte identifiziert werden.
Achterdeck des Schiffes und Taube sind zwar theoretisch zu sehen, praktisch aber wohl nicht.
Die Milchstrasse
Gut kann man das schimmernde Band der winterlichen Milchstraße bewundern. Vom Südosten
steigt es empor, zieht vorbei an Sirius durch die Zwillinge, Fuhrmann, Perseus und Kassiopeia und
sinkt zum Nordwesthorizont hinab.
Visuelle Beobachtungen mit dem Fernglas oder Dobson
Orionnebel
Immer noch aktuell: Der Orionnebel M42 ist eines der schönsten, wenn nicht sogar das schönste
Himmelsobjekt überhaupt. In jeder Beobachtungsart, ob mit bloßem Auge, dem Fernglas oder
einem Teleskop offenbart er seine beeindruckenden Eigenschaften.
Sternhaufen
Im Febuar stehen am Abend sehr viele sehr schöne Sternhaufen in günstiger Beobachtungsposition.
Am prominentesten sind sicherlich die Plejaden und Hyaden im Stier. Während die Plejaden im
Fernglas voll zu erfassen sind, bekommt man die Hyaden nicht in vollem Umfang in das
Gesichtsfeld. Man schwenke daher sein Fernglas langsam hin und her, um die beeindruckende
Pracht der Hyaden zu genießen.
Ebenfalls sehr prächtig anzusehen sind die beiden Sternhaufen h und c-Persei im Gebiet zwischen
der Kassiopeia und dem Perseus
Im Himmelsjahr 2015 sind die folgenden Sternhaufen besonders erwähnt:
Zwei weitere offene Sternhaufen im Stier locken den erfahrenen Beobachter: NGC 1647 und
NGC 1746. Sie liegen auf der Verbindungslinie Aldebaran - Al Nath ( b Tauri). NGC 1647 in
1800 ly Distanz ist beeindruckender als NGC 1746. Er liegt nahe bei 97 Tau (571). Bei
geringer Vergrößerung von etwa 10x macht er im Fernglas einen entfernt ähnlichen Eindruck
wie der Krabben-Nebel (M 1). Einige Sterne sind 6 mag hell, die meisten jedoch wesentlich
lichtschwächer.
NGC 1746 ist nicht nur weniger beeindruckend, er ist vor allem schwieriger zu finden. Denn
seine Sterne sind relativ weit verstreut und wenig konzentriert. Deshalb nimmt man ihn im
Teleskop bei kleinem Gesichtsfeld oft gar nicht als Sternhaufen wahr. Eher erkennt man ihn
im lichtstarken Fernglas. NGC 1746 liegt etwa 2° nördlich von i Tau und knapp südwestlich
von 103 Tau. NGC 1746 ist mit 1400 Lichtjahren Entfernung näher als NGC 1647.
Ein weiterer offener Sternhaufen sei genannt, M50 im Einhorn (Monoceros). Er liegt in einer
relativ sternarmen Gegend auf der Verbindungslinie Sirius - Prokyon, rund 10° nördlich von
Sirius. Mit 673 und etwa 15' Durchmesser fällt er schon im bescheidenen Fernglas auf. Seine
Gerhard März, Februar 2015
hellsten Sterne sind einzeln auszumachen. Der südlichste und hellste von ihnen ist ein roter
Riese. Die Entfernung von M50 beträgt rund 3300 Lichtjahre.
M 41 im Großen Hund ist in Sterne und Weltraum: 2/2105 besonders erwähnt (gekürzter Text):
Messier 41 im Sternbild Großer Hund ist ein mit 4,5 mag bemerkenswert heller und großer
Sternhaufen mit ca. 40' Ausdehnung am Himmel.
Leider steht M 41 ganz im »Schatten« des sehr nahen Sirius. Wer jedoch gezielt mit dem
Fernglas nach ihm sucht, fast genau fünf Grad südlich von Sirius mit d = -21°, der ist
sogleich beeindruckt von dem schönen Sternhaufen.
Mit seinen hellen Einzelsternen ab 7 mag und seiner ungewöhnlichen Größe ist M 41 ein
wirklich schönes Objekt für den Feldstecher. In einem 10x50-Fernglas zeigen sich etwa ein
Dutzend Sterne oder mehr. Bei aller Ausdehnung am Himmel heben sich seine Sterne gut vom
Hintergrund ab. Die Montage des Fernglases auf einem Fotostativ ist auch hier wieder sehr
vorteilhaft, denn durch ein ruhiges Bild werden auch die lichtschwächeren Sterne und das
Haufenzentrum gut aufgelöst.
Sehr hübsche offene Sternhaufen des Messier-Katalogs sind für das Fernglas:
M 38, M 36, M 37 (Fuhrmann), M 34 (Perseus), M 103 (Kassiopeia), M 52, M 35 (Zwillinge),
M 44 (Krebs), M 67, M 39 (Schwan), M 50 (Einhorn)
Visuelle Beobachtungen am 20“-Teleskop
Orionnebel
Das Himmelsjahr 2015 schreibt zum Orionnebel:
Der große Orionnebel ist schnell zu entdecken,
wenn man von den drei Gürtelsternen ausgehend
das Fernglas nach Süden schwenkt. Eine
Ansammlung von glitzernden und funkelnden
Sternen, eingebettet in leuchtende Nebel, kommt
ins Blickfeld. Kaum ein Beobachter bleibt bei
diesem Anblick unbeeindruckt. Bei Beobachtung
mit einem Teleskop gilt: niedrige Vergrößerung,
großes Gesichtsfeld wählen! Was man hier sieht,
sind junge, heiße, bläuliche Sterne -erst wenige
Millionen Jahre alt. Der Orionnebel ist eine
riesige Ansammlung aus Gas- und Staubwolken, in
denen heute noch neue Sterne geboren werden.
M 42 ist ein wahres Sternentstehungsnest.
Beindruckend ist auch der Vierfachstern J
Orionis, als »Trapez« bekannt. Im Fernglas hat
man eher den Eindruck, nur einen Stern zu sehen,
im Teleskop sieht man bei entsprechender
Vergrößerung die vier Sternpunkte des Trapezes
aber deutlich.
Das bläuliche Leuchten von M 42 empfinden manche Beobachter eher als grünlich. Es handelt sich
dabei um das Licht heißer, bläulicher Sterne, das am interstellaren Staub reflektiert wird. Hinzu
kommt ein grünliches Schimmern des doppelt ionisierten Sauerstoffs (Emissionslinien von OIII bei
Gerhard März, Februar 2015
495,9nm und 500,7nm).
Die dunkle Stelle knapp östlich vom hellen Zentrum wurde im 19. Jahrhundert von Admiral William
Henry Smyth (1788-1865) als „das Fischmaul" bezeichnet. Direkt daneben stößt man auf M 43, ein
Gasnebel, der ebenso zum Orion-Komplex zählt wie auch der Flammennebel, der die Dunkelwolke
enthält, die aussieht wie der Kopf eines Gauls und darum auch Pferdekopfnebel genannt wird.
Flammen- und Pferdekopfnebel sind optisch nur sehr schwer und auch nur in größeren
Instrumenten (ab 20 cm Öffnung) auszumachen. Erst auf Fotografien werden sie in voller Pracht
sichtbar.
Messier-Objekte (auch für photographische Aufnahmen)
M1 (Krebsnebel) - Stier, M110, M32, M31 (Andromeda-Galaxie) - Andromeda, M33
(Dreiecksnebel) - Dreieck, M48 - Wasserschlange, M50 - Einhorn, M103, M51 (WhirlpoolGalaxie), M63 (Sonnenblumen-Galaxie), M94 - Jagdhunde, M76 (Kleiner Hantelnebel - Perseus,
M42 (großer Orionnebel), M78 - Orion, M95, M96 - Löwe, M81 (Bode-Nebel), M82, M97
(Eulennebel), M101 (Feuerrad-Galaxie), M108, M109 - Großer Bär.
Photographische Beobachtungen
Immer noch sind die Objekte des Orion die spektaklärsten Objekte zum Photographieren.
Messier-Objekte
Alle hochstehenden Messier-Objekte (siehe oben) sind immer geeignete Ziele für Deep-Sky-Photos.
Siehe hierzu auch die Listen zu der Beobachtbarkeit von Messier-Objekten weiter hinten bzw. die
zugehörige Excel-Datei.
Großer Galaxienhaufen
Im Osten gehen langsam die Sternbilder Haar der Berenike und Jungfrau auf. In ihnen ist ein
gewaltiger Galaxienhaufen, der Virgo-Haufen, zu sehen, der einige der schönsten und
spektakulärsten extragalaktischen Objekte enthält, wie die hübsche Black-Eye-Galaxie M 64, die
gewaltige elliptische Galaxie M 87 mit ihrem riesigen Jet und die berühmte Sombrero-Galaxie
M 104, die allerdings nur scheinbar dazugehört.
Allerdings ist dieser Bereich des Himmels erst in der späteren Nacht gut zu beobachten. Eine
genauere Beschreibung wird daher auf die nächsten Monate verschoben.
Ist man allerdings zur späten Nacht, bzw. zum frühen Morgen an der Sternwarte, so sind diese
Objekte empfehlenswert, da sie nur relativ kurz im Jahr zu beobachten sind. Die Zeit, in der sie
abends am höchsten am Himmel stehen, ist nämlich leider auch die Zeit der kürzesten Nächte.
Gerhard März, Februar 2015
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