Patienteninformation Wirbelkanalverengung

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PARADIGM SPINE
Patienteninformation
Behandlung des engen Wirbelkanals
der Lendenwirbelsäule
Liebe Patientin, lieber Patient,
mit dieser Broschüre möchten wir Sie über die
Behandlungsmöglichkeit einer Einengung des
Wirbelkanals, der sogenannten Spinalkanalstenose, im Bereich der Lendenwirbelsäule informieren.
Die Angaben der Broschüre sind allgemeiner Natur. Wir raten deshalb jedem Patienten zu einem
ausführlichen Informationsgespräch und einer
individuellen Beratung mit dem behandelnden
Arzt.
Die dynamische
Stabilisierung mit coflex
bei der Behandlung
des engen
Wirbelkanals
der Lendenwirbelsäule
Wirbelsäule
Die Wirbelsäule
Stabilisierung
Die menschliche Wirbelsäule, auch Rückgrat genannt, dient vor allem der Stabilisierung von Kopf,
Oberkörper und somit dem aufrechten Gang.
Hauptverantwortlich für diese Funktion einer
zentralen Stütze sind die Wirbelkörper, die auf
Grund ihrer Bauweise besonders widerstandsfähig
und bruchfest gegen von oben nach unten gerichtete Kräfte sind, so zum Beispiel bei Sprüngen,
beim Treppensteigen oder beim Gehen. Die zur
Wirbelsäule gehörenden Weichgewebe (Muskeln,
Bänder, Sehnen) und Gelenke dienen der dynamischen Stabilität bzw. der Begrenzung einwirkender Drehkräfte.
Mechanische Schutzfunktion
Die Lendenwirbelsäule wird von fünf Wirbeln
gebildet. Ein Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper, dem Wirbelbogen einschließlich der Wirbelgelenke und den Wirbelfortsätzen. Wirbelkörper
und Wirbelbögen bilden einen Kanal, in dem
sich die Rückenmarksnerven befinden und von
äußeren Einwirkungen geschützt werden.
Stoßdämpfung und Beweglichkeit
Um Stoßkräfte sanft abzufedern, sind zwischen
den Wirbelkörpern „Stoßdämpfer”, die Bandscheiben, eingefügt. Gemeinsam mit den Wirbelgelenken ermöglichen sie Dreh-, Streck- und
Beugebewegungen des Rumpfes. Die Bandscheibe besteht aus einem äußeren Faserring
und einem zentralen Gallertkern.
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3
1
1- Wirbelkörper
2- Wirbelbogen
3- Dornfortsatz
4- Querfortsatz
6
4
5- Wirbelgelenk
6- Nervenwurzel
7- Spinalkanal
8- Bandscheibe
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Spinalkan
Der enge Wirbelkanal –
Die Spinalkanalstenose der
Lendenwirbelsäule
Im Wirbelkanal – auch Spinalkanal genannt –
verläuft das Rückenmark, von dem die Spinalnerven ausgehen. Bei einer angeborenen oder
verschleißbedingten Einengung des Spinalkanals
der Lendenwirbelsäule ist der von den Wirbelbögen umschlossene Raum oft deutlich reduziert.
Spinalnerven und austretende Nervenfasern
kommen unter Druck.
Symptome
Die Symptome sind vielfältig und abhängig von
der Lokalisation und dem Ausmaß der Einengung.
Dazu gehören Schmerzen, Missempfindungen,
aber auch Lähmungen. Charakteristisch für die
Spinalkanalstenose im Lendenwirbelbereich ist
die durch die auftretenden Beschwerden eingeschränkte Gehstrecke. Es kommt beim Gehen zum
Teil zu heftigen Beschwerden, die in das Gesäß
und die Beine ausstrahlen und den Patienten
zwingen, stehen zu bleiben. Oft sind nur noch
wenige Schritte möglich. Durch Vorbeugen, Hinsetzen und Hinlegen bessern sich die Beschwerden wieder, da sich hierbei der Wirbelkanal etwas
erweitert. So ist zum Beispiel die Fortbewegung
mit dem Fahrrad häufig nicht gestört.
alstenose
Spinalkanalstenose
Beim Zurückbeugen der Wirbelsäule kommt es
eher zu einer zusätzlichen Einengung des Kanals,
so dass die Schmerzen sich verstärken.
Ursache
Welche Ursachen letztendlich zu einer Verengung
des Spinalkanals führen, ist sehr unterschiedlich.
Oft wirken mehrere Faktoren zusammen, wobei
die verschleißbedingten (degenerativen) Veränderungen im Vordergrund stehen:
1. Durch degenerative Veränderungen bilden
sich Knochenzacken und Knochenanbauten
an den Wirbeln. Diese Osteophyten können
in Richtung des Spinalkanals ragen und ihn
einengen.
2. Degenerative Veränderungen durch Bänder
der Wirbelsäule (z.B. hinteres Längsband,
Gelbes Band) führen im Laufe des Lebens zu
einer Verdickung dieser Bänder. Auch dadurch
kann der Raum innerhalb des Spinalkanals
eingeengt werden.
3. Bei einer Wirbelgelenksarthrose können
sich die Wirbelgelenke so stark vergrößern,
dass sie bis in den Spinalkanal ragen.
4. Auch eine Bandscheibenvorwölbung
oder ein Bandscheibenvorfall reduziert den
Durchmesser des Spinalkanals.
Häufig treten die genannten Veränderungen auch
gemeinsam auf und führen so zu einer Wirbelkanaleinengung. Durch den vom engen Spinalkanal ausgehenden ständigen Druck kann es zu
bleibenden Schädigungen der Nerven kommen.
Spinalkanal gesund
Spinalkanal eingeengt
1
2
3
1- Bandscheibenvorwölbung
2- Verdickung Gelbes Band
3- Wirbelgelenksarthrose/Osteophyten
Die Behandlung
Bei dem so genannten „Dekompressionseingriff“
werden die bedrängten Nervenfasern von ihrem
Druck entlastet. Das Ausmaß des Eingriffs hängt
von den besonderen Bedingungen beim jeweiligen
Betroffenen ab: Wirbelbogen, Knochenzacken,
verdickte Bänder und Gelenke sowie vorgewölbtes
bzw. vorgefallenes Bandscheibengewebe können
auf einer oder mehreren Etagen gezielt abgetragen werden. Um dauerhaft eine erneute Verengung des Wirbelkanals zu vermeiden, sollten die
betroffenen Anteile der Lendenwirbelsäule entlastet und bewegungserhaltend stabilisiert werden.
Kleiner Eingriff mit großer Wirkung – Das
neuartige Behandlungskonzept mit coflex
zur Stabilisierung der Wirbelsäule
Das coflex-Implantat wurde für die funktionelle,
dynamische Stabilisierung der Wirbelsäule nach
einem Dekompressionseingriff entwickelt.
Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf drei wesentlichen Gesichtspunkten:
1. Stabilisierung
Als Folge des Dekompressionseingriffs kann
es zu einem Stabilitätsverlust in der Wirbelsäule kommen. Durch den Einsatz von coflex
wird dieser Verlust ausgeglichen bei gleichzeitigem Erhalt der Höhe des Segments. Die Wirbelgelenke werden nachhaltig entlastet und die
vormals bedrängten Nervenfasern geschützt.
2. Erhalt der Beweglichkeit
Um ein Fortschreiten des Verschleißprozesses
in den angrenzenden Wirbelsäulensegmenten
zu verhindern, ist neben der reinen Stabilisierung, der Erhalt der Funktion – sprich der
Beweglichkeit – von großer Bedeutung. Das
coflex-Implantat ist bei Rückneigung komprimierbar und damit funktionell dynamisch.
3. Schonung des Gewebes
Die Implantation von coflex erfolgt gewebeschonend und erlaubt dem operierenden Arzt
eine präzise und sichere Anwendung.
Das coflex-Implantat besteht aus einer sehr widerstandsfähigen Titanlegierung. Dieses Implantatmaterial ist seit Jahren bewährt und in hohem Maße
körperverträglich.
Operation
Die Operation
Dekompression
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Mittels
Röntgenuntersuchung wird die Spinalkanaleinengung exakt lokalisiert und der Hautschnitt
festgelegt. Nach dem Hautschnitt wird die
Rückenmuskulatur beiseite geschoben und der
Wirbelkanal eröffnet.
Im nächsten Schritt werden die bedrängten
Nervenfasern von ihrem Druck entlastet. Hierbei
werden alle, den Spinalkanal einengenden Knochen-, Gelenk-, Bänder- und Bandscheibenanteile
entfernt.
Auswahl des Implantats
Ist der Wirbelkanal erweitert und sind die Nervenstränge entlastet, wählt der operierende
Arzt das passende Implantat aus. Mit Hilfe eines
Probeimplantats wird die Distanz zwischen den
Dornfortsätzen ausgemessen und die optimale
Implantatgröße bestimmt.
Einsetzen des Implantats
Das coflex-Implantat wird passgenau zwischen
den angrenzenden Dornfortsätzen der Wirbelsäule eingesetzt.
Abschlußsituation nach Implantation –
seitliche Ansicht
Nach erfolgreicher Entlastung der bedrängten
Nervenfasern stabilisiert coflex die Wirbelsäule nachhaltig. Der Erhalt der Funktion ist
gewährleistet.
Abschlußsituation nach Implantation –
Draufsicht
Was passiert nach der Operation?
Die Wund- und Rückenschmerzen können nach
dem Eingriff unangenehm sein, lassen sich in der
Regel aber gut mit Schmerzmitteln lindern.
Das Implantat ist sofort belastbar und stabilisiert
die Wirbelsäule. In der Regel dürfen Sie direkt
nach der Operation aufstehen.
Generell sollten in den ersten Wochen große
Belastungen der Lendenwirbelsäule wie schweres
Heben, Drehbewegungen und/oder ruckartige
Bewegungen vermieden werden, um eine optimale Einheilung des Implantats zu ermöglichen.
PARADIGM SPINE
UBM 00004 Rev.A 05/12
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