Angehörigenpost NRW - Landesverband Nordrhein

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Ausgabe November 2015
Landesverband Nordrhein-Westfalen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
1
Angehörigenpost NRW
I n f o r m a t i o n e n v o n u n d f ü r A n g e h ö r i g e p s yc h i s c h k r a n k e r M e n s c h e n
Liebe Mitglieder, liebe Angehörige, liebe Freunde des Landesverbands NRW ApK,
in der Herbstausgabe der Klaren Sicht geht es um besondere Wahrnehmung und Hypersensibilität; psychisch
krank oder einfach nur ‚eigenartig‘? Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner hat hierzu und zum Thema „alternative Lebensformen für älter werdende psychisch kranke Menschen“ eine ganz neue ‚alte‘ Ansicht. Und was kann ich tun, um
nicht überfordert zu sein und in die Burnout-Falle zu geraten, oder gerade in der dunklen Jahreszeit nicht in Depression zu verfallen? Und wenn ich dann weiß, was ich dafür tun kann, was kann ich tun, damit ich es auch tue?
Gute Fragen und gute Antworten erwarten Sie in der Novemberausgabe. Natürlich halten wir wieder ein paar gute
Buchempfehlungen für Sie bereit, u.a. von Janine Berg Peer und Prof. Dr. Dr. Dörner.
Wir wünschen Ihnen viele neue Erkenntnisse und Freude beim Lesen.
Der Vorstand
Gesprächsführung in der Selbsthilfegruppe – Teil III
Die
der
vornherein kritisieren; vielmehr
kontraproduktiv, weil sich der
Selbsthilfegruppe (SHG) obliegt
Gesprächsführung
in
zu überlegen, welche Ursachen
andere unverstanden fühlt und
grundsätzlich dem Gruppenleiter
dahinterstecken (oft mangeln-
sich in seiner Position nur ver-
bzw. Moderator. Wichtige As-
des Selbstwertgefühl) und wie
härtet
pekte, die von ihm zu beachten
entsprechende
sind, sollten aber auch von den
ter beeinflusst werden können
Verhaltensmus-
anderen Teilnehmern der Gruppe berücksichtigt werden:

sich des eigenen Kommunikationsmusters bewusst werden –

auf
Stimmung/zum
Ausdruck
wie ist die eigene Stimmung,
gebrachte Gefühle achten > ist

neben verbaler auch auf non-
der andere gut gelaunt und hei-
verbale Kommunikation achten
ter
(> Schweigen, Körpersprache,
aggressiv, traurig? > Stimmung
Mimik etc.) > innere Haltung
verrät, ob seine inneren Bedürf-
bzw. Stimmung - z.B. Interesse
nisse (z.B. nach Anerkennung,
oder
Schutz,
Desinteresse
-
spiegeln
sich hierin oft deutlich wider
oder
verärgert,
wütend-
Gesund-
heit/körperlichem Wohlbefinden,
Erholung) erfüllt sind oder nicht

meist ist bestimmter Kommunikationsstil beim einzelnen Grup-

Empathie
für
den
anderen
penteilnehmer zu erkennen, d.h.
entwickeln (Verständnis für an-
er zeigt sich gegenüber den an-
dere Meinung/Position aufbrin-
deren z.B. betont distanziert,
gen,
ohne
aggressiv-entwertend,
teilen
zu
mend-kontrollierend,
bestimmittei-
lungsfreudig-dramatisierend
der
übermäßig
diese
automatisch
müssen);
fehlende
Wertschätzung (d.h., man ist
o-
von eigener Position überzeugt
aufopfernd-
und lässt Meinung des anderen
hilfsbereit
nicht gelten) führt regelmäßig
> Person deswegen nicht von
nicht weiter; ist meist sogar
Inhaltsverzeichnis
Seite
Gesprächsführung
in der Selbsthilfegruppe
1
‚Angehörige nicht kennenzulernen
ist ein ärztlicher Kunstfehler‘
2
Hypersensibel oder psychisch
krank?
3
Burnout und Depression vorbeugen
6
Was hält uns davon ab, das
„Richtige“ zu tun?
7
Pflegestärkungsgesetz
8
Einrichtungen für Betreutes
Wohnen
9
Erfolge in der Demenzforschung 9
Aufopfern ist keine Lösung
10
Helfensbedürftig
10
Präventionsgesetz
10
Infos – BApK Newsletter
11
Termine + Pinnwand
11
Impressum
11
Landesverband NRW der Angehörigen psychisch Kranker e.V., Gasselstiege 13, 48159 Münster, Tel. 0251-5209522, [email protected], www.lv-nrw-apk.de
Ausgabe November 2015
wie
verhalte
ich
Landesverband Nordrhein-Westfalen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
mich
(ver-
Sprache/Laienausdrücke) erfor-
bal/non-verbal) gegenüber den

derlich?
Position/Meinung
sollte
auch

rigkeiten aufgrund von Behinde-
bezogen werden (von „ich“ statt
rung/Alter
von „man“ sprechen)
gung, psychische Leiden) oder
von

(Sinnesbeeinträchti-
keit/Neutralität deutlich machen

halt beachten > kein Zwang,
(Themenbezogenheit, keine Be-
langsames und lautes Sprechen
auch kein Drängen der anderen,
leidigungen oder Unwahrheiten,
erforderlich
irgendeine bestimmte Informa-
keine Bewertungen vornehmen,
tion zu erlangen

auf Schuldzuweisungen verzichten
für
angenehme
mosphäre

> vielmehr: sich in den anderen
klar machen > Grenzen aufzei-
(Freundlich-
und seine Position hineinverset-
gen – sowohl fachlich (insbe-
zen (s.o.)
sondere rechtlich und medizi-
sorgen
Wertschätzung, keine Störungen
innerhalb
der
Gruppen
sowie
nisch > hier ggf. Verweis an an
von außen)
genaues
Diskussions-/Beratungsumfang
Gesprächsat-
keit, Humor, aktives Zuhören,
Zuhören,
Hinschau-
zeigt Teilnehmer Wut, Aggressi-
dere Stellen) als auch inhaltlich
on o.ä., Ruhe bewahren und
und zeitlich (keine Abschweifun-
versuchen,
gen, keine Beleidigungen etc.)
Gesprächsver-
lauf/Stimmung durch Nachfra-
en/Beobachten (Wie wirkt der
gen/Ermuntern zu beeinflussen
andere: konzentriert, „unaufgeräumt“?) und Nachfragen (wenn

Freiwilligkeit bzgl. Gesprächsin-
Migrationshintergrund)? > ggf.
bedingungen etc.)

Vertraulichkeit und Unabhängig-
„Spielregeln“
Einhaltung rechtlicher Rahmen-

ausnutzen
bestehen Verständigungsschwie-
konkret auf die eigene Person
Beachtung
herabsetzen,
lassen
Sprachdefiziten (Teilnehmer mit

eigene Position klarmachen; sich
nicht
anderen? vertretene
2

ggf. rechtliche Hinweise geben –
insbesondere

ausreden lassen (nicht ins Wort
in
Hinblick
auf
Haftung und auf Datenschutz
akustisch oder inhaltlich nicht
fallen) – aber auch: wenn Ab-
verstanden)
schweifung, dann klar und deut-
Dies ist ein Auszug aus einem The-
lich auf das Thema verweisen;
menpapier zur „Stabilisierung der
jeden zu Wort kommen lassen;
Selbsthilfe“ - ein Projekt der BAG
aber
SELBSTHILFE
Ist
aufgrund
von
gungsschwierigkeiten
Verständieine
„Übersetzung“ (z.B. in Leichte
keine
Beleidigun-
gen/unsachlichen Beiträge zulassen
Prof. Dr. Dörner: „Angehörige nicht kennenzulernen, ist ein ärztlicher Kunstfehler“
Auf der Jahresmitgliederversammlung am 12. Sep-
„Eine gute Nachbarschaft“. Warum das so ist, und
tember 2015 konnten wir dem Vortrag von Prof. Dr.
wie sich die Angehörigenarbeit in den letzten Jahr-
Dr. Klaus Dörner über das Thema „alternative Le-
zehnten entwickelt hat, erklärt Prof. Dr. Dörner aus
bensformen für älter werdende psychisch kranke
seiner Sicht. Hier eine kleine Zusammenfassung:
Menschen“
„Dass Angehörige auch Menschen sind, damit hatte
lauschen.
man damals überhaupt nicht gerechnet! Im Studium
Doch
auf
Empfeh-
hatte man ja nur gelernt „der Patient steht im Mittelpunk“.
lungen von
Bei psych. Störungen geht es aber nicht um einzelne
Kliniken
Krankheiten oder Defekte, wie z.B. bei Lungenent-
oder
Be-
zündung, sondern um mehrere Individuen. Unser
treutem
Menschenbild musste geändert werden. Es geht um
Wohnen
„Beziehungswesen“; und die Beziehung muss ‚ent-
warteten
stört‘ werden.
einige An-
Die Ärzte taten also gut daran, die Angehörigen
gehörige
kennenzulernen; ‚Angehörige nicht kennenzulernen,
wohl vergeblich… denn die Lösung liegt viel näher:
ist ein ärztlicher Kunstfehler‘. Weil man aber nicht
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die Zeit hatte, jeden einzeln kennenzulernen, grün-
Es muss angemessen mit Betroffenen umgegangen
dete man Gruppen. So konnte ein Arzt mehrere An-
werden. Sie müssen wieder „Nachbarn“ wer-
gehörige gleichzeitig kennenlernen. So entstand ca.
den. Es geht darum, die Menschen die chronisch
1994 der Trialog mit Angehörigen, Ärzten und Be-
psychisch krank sind, wieder unter die Menschen zu
troffenen. Daraufhin vereinten sich die Angehörigen
bringen.
und bildeten Angehörigengruppen.
Und da findet sich auch einer, der sich ein oder zwei
Heute geht es darum, dass wir eine psychische
Stunden in der Woche oder pro Tag darum küm-
Krankheit weniger als psychischen Defekt se-
mert. Vielleicht nicht der erste Nachbar, nicht der
hen sollten, sondern eher als Eigenart des
zweite oder dritte, aber vielleicht der zehnte oder
Menschen; eher als eine ‚Behinderung‘, aber
elfte! Und wenn ein Betroffener z.B. aggressiv ist,
nicht Krankheit.
dann braucht er nicht einen, sondern eben zwei oder
Nicht alle Störungen, die Menschen haben, sind
drei Nachbarn! Und da kann man sich abwechseln
krankhaft, sondern etwas, wo der Mensch in seinen
und sich das so einteilen, wie es einem selbst gut
Eigenschaften beschädigt ist. Demenz z.B. ist auch
tut. Denn für die Gesundheit braucht es ein Gleich-
nicht wissenschaftlich zu beweisen, sondern viel-
gewicht im Geben und Nehmen. Krank wird man
leicht einfach nur der Weg, oder eine menschliche
nicht nur durch Überbelastung, sondern auch durch
Möglichkeit dazu, die Welt hier zu verlassen. Wir
Unterbelastung. Und es gibt so viele Menschen, die
müssen lernen, die Dinge von einer anderen Seite zu
helfen wollen.
betrachten.
Ganz früher gab es ja noch gar keine Heime. Zuchtmittel waren noch nicht erfunden, man musste mit
Und was für Lebensformen und Möglichkeiten
nachbarschaftlichen Mitteln arbeiten; und das klapp-
gibt es nun, mit so einer ‚Eigenart‘ zu leben
te wunderbar! Und diese Neigung der Menschen
und umzugehen?
nimmt jetzt wieder zu. Die Bereitschaft nimmt zu,
Damals war es so; der „Schädling“, also der Be-
sich für fremde Menschen zu engagieren, Bürger
troffene, musste weg. So wurden damals große An-
verwandeln sich in Nachbarn und es bekommt einen
stalten gebaut, wo man die „Betroffenen“ hinbrach-
größeren Spielraum. Das zukünftige Helfen ist al-
te. Und damit trennte man sie von den Angehörigen,
so ein Bürger-Profi-Mix. Eine gut funktionie-
von den Kirchengemeinden, vom Zuhause, den
rende Nachbarschaft. In einigen Orten funktioniert
Nachbarn, der vertrauten Umgebung usw. Und das
das schon und wir sollten einfach damit anfangen
ist keinem Profi aufgefallen; dass man die Betroffe-
und uns umschauen, wer meine Hilfe braucht und
nen damit komplett sozial isolierte. Und niemand hat
was für eine Hilfe ich geben kann. Jeder für sich
sich dagegen gewehrt. Und man dachte auch noch,
selbst, so, wie es ihm gut tut.“
das wäre Fortschritt „soziale Euthanasie“!
Vielen Dank Herr Prof. Dr. Dr. Dörner; Sie haben
uns zum Tun und zum Nachdenken angeregt.
Die unmenschliche Umgangsform, die wir seit 30
Mehr über die ‚neue Epoche‘ finden Sie in dem Buch „Hel-
Jahren haben, muss mit Beginn der jetzigen ‚neuen
fensbedürftig“ von Prof. Dr. Dr. Dörner, siehe Seite 10.
Epoche‘ in normalen Umgangston geändert werden.
Hypersensibel oder psychisch krank?
Für ihre Mitmenschen ist über-
vielfach dazu geführt, dass sie
tät.
haupt
hochsensiblen
Men-
nachvollziehbar,
annehmen, mit ihnen stimmt
schen liegt aufgrund der Kon-
wie man so extrem empfindlich
etwas nicht. Sie fühlen sich ir-
stitution ihres Nervensystems
sein kann gegenüber Geräu-
gendwie verkehrt und als Au-
eine stark ausgeprägte Sensi-
schen,
optischen
ßenseiter, sind voller Selbst-
bilität vor.
Wahrnehmungen, Berührungen
zweifel und hadern mit ihrer
„Die Grenzen sind oft fließend. Ein
und emotionalen Eindrücken.
Wesensart.
wichtiges Kriterium dürfte
Das
nicht
Bei
Gerüchen,
Unverständnis,
Hochsensiblen
das
den
wie
sehr
www.mymonk.de
die
Symptome
sein,
einen
entgegen-
Selbstverständlich verfügen al-
Menschen beherrschen und ob und
schlägt und die Andersartig-
le Menschen über Sensibilität;
wie er damit umgehen kann. Kann
keit, die ihnen im Vergleich zu
unterschiedlich
er es nicht beeinflussen, also auch
anderen selbst auffällt, haben
Grad der generellen Sensibili-
ist
nur
der
Fortsetzung auf Seite 4
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nicht mit dem Verstand und dem
die
ler Art und vieles mehr. Deswegen
guten Willen, könnte eine psychi-
hochsensible Person („Highly
ist es verständlich, dass ein sol-
sche
Sensitive
cher Mensch "leichter traumati-
Erkrankung
vorliegen.“
Kurzdefinition
zufolge
Person“,
hat
4
abgekürzt
www.treffpunkt-hochsensibilität.de
HSP) ein empfindliches Ner-
sierbar"
Krankheit als gesellschaftliche
vensystem, bemerkt Feinheiten
Fazit: Man könnte also sagen, dass
Wertung
in ihrem Umfeld und ist leich-
Hochsensibilität als Risikofaktor für
Wichtig ist auch, dass wir den Be-
ter überflutet von einer stark
gewisse
griff "Krankheit" als solchen genau
stimulierenden Umgebung. Das
werden kann.
anschauen: "Krankheit" ist kein
besonders leicht erregbare Ner-
fixer Begriff: so gilt z.B. in ande-
vensystem bedingt eine umfang-
Schwierige
ren Kulturen manches, was wir
reiche und nuancenreiche Wahr-
als Risikofaktor für HSP
"krank" nennen, als "normal"...
nehmung.
HSP, die eine schwierige Jugend
Wäre unsere Gesellschaft generell
Das neuste Buch von Aron behan-
und/oder Traumata erfahren ha-
sensibler und offener für Menschen
delt das Thema, warum der Anteil
ben, sind anfälliger für psychische
mit einer Wahrnehmung, die nicht
von 15-20 Prozent der HSP an der
Störungen
dem "normalen" Durchschnitt ent-
Bevölkerung ca. 50 Prozent der
Erfährt ein Kind ein Trauma, einen
spricht, dann wäre auch die Gefahr
Klientel
Psychotherapeuten
Schock, bedrohliche Übergriffe...
kleiner, als "krank" oder "gestört"
und Psychiaterinnen ausmacht: ein
ist es gut nachvollziehbar, dass
angesehen zu werden, wenn man
Hinweis darauf, dass Hochsensible
dies den weiteren Lebensweg er-
nicht
diesem
Durchschnitt
ent-
www.mymonk.de
von
ist.
Krankheiten
betrachtet
Kindheit/Jugend
als
'Normalsensible'.
zwar grundsätzlich nicht an einer
schweren oder stark beeinträchti-
spricht.
Krankheit leiden, dass sie jedoch
gen kann. Für Hochsensible muss
Es sind häufig die Anforderungen
anfälliger sind - gerade für psychi-
"schwierige Jugend" jedoch nicht
und
sche
einmal eine katastrophale Kind-
Regeln der heutigen Leis-
Störungen.
tungsgesellschaft, die einen hoch-
heits-Situation bedeuten. Da sie
sensiblen Menschen zum "Kran-
Man findet z.B. das Symptom der
über
ken" stempeln. In einem anderen,
raschen Erregbarkeit in mehreren
Wahrnehmung verfügen und ver-
sensibleren, weniger stur definier-
psychischen
Störungsbildern.
letzlicher sind als andere Kinder,
ten
Umfeld,
könnte
eine
höchst
differenzierte
derselbe
Wenn wir nun als Beispiel dieses
können schwierige Kindheitssitua-
Mensch mit seinen Begabungen
Symptom nehmen, so wird schnell
tionen - entweder im Elternhaus
wahrscheinlich
wichtigen
klar, dass "rasche Erregbarkeit" an
oder im weiteren, z.B. schulischen
Platz in der Gesellschaft einneh-
einen
sich natürlich keine eigenständige
Umfeld... - auch ganz subtil ablau-
men und würde wegen seiner Be-
Krankheitsdiagnose ist. Wir kön-
fen, quasi unterschwellig - und
sonderheit vielleicht sogar geach-
nen vom Arzt kein Krankheits-
sich mit der Zeit z.B. in einem
tet - anstatt "behandelt".
zeugnis erhalten, wenn wir ledig-
chronisch
lich "rasch erregbar" sind. Erst
und Stresspegel und in einem an-
Nach heutigem Wissensstand
wenn die rasche Erregbarkeit z.B.
dauernden Fremdheitsgefühl mani-
gilt Hochsensibilität als Veran-
zu einer Dauer-Überreizung, dann
festieren: "ich bin einfach anders
lagung und ist KEINE Krank-
zu Dauerstress - und schließlich zu
als die andern, ich bin einfach
heit. Keine Krankheit, jedoch ein
einem Burnout mit einer Depressi-
nicht richtig, warum kann ich nicht
möglicher
on führt, können wir von einer
so
Krankheit
Erfährt man als ein solches Kind
Risikofaktor.
www.hochsensibilität.ch
Elaine
Aron,
sprechen.
US-amerikanische
Psychologieprofessorin
wie
Belastungs-
die
anderen..."
noch Unverständnis, das vielleicht
Psy-
Es leuchtet ein, dass ein hochsen-
nicht einmal böse gemeint ist,
chotherapeutin, beschäftigte sich
sibler Mensch mit seiner "dünnen
(z.B. "Sei doch nicht so empfind-
seit Anfang der 90er Jahre einge-
Haut" von Geburt an durch vieler-
lich!" Oder "Du musst doch keine
hend mit auffällig hoher Sensibili-
lei Einflüsse schneller und tiefer
Angst haben..." etc.) kann man
tät. Nach Arons Erkenntnissen ist
beeinträchtigt werden kann - bei-
sukzessive in ein Gefühl hinein-
Hochsensibilität
spielsweise durch Stress, Erschre-
wachsen, zutiefst und grundlegend
cken,
nicht akzeptiert zu werden als das,
gungsbedingtes
ein
und
sein
erhöhten
veranla-
Persönlich-
Überreizung,
Verletzungen,
Schocks,
keitsmerkmal, das 15–20 Pro-
Traumata,
zent der Menschen betrifft, Männer
sungszwang, Liebesentzug, unpas-
Anpas-
gleichermaßen wie Frauen. Ihrer
sende Erziehung, Immissionen al-
was
man
"falsch"
ist
-
also
zu
irgendwie
sein.
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Oft weckt ein solch unterschwelli-
ist das für sie in aller Regel ei-
eher aufgeben können. Selbstan-
ges Gefühl von "nicht richtig sein"
ne
Sie
nahme und Selbstfürsorge sind
auch Selbsthass, - denn in der
können ihre Erfahrungen nun ganz
hier die Schlüsselworte. Fortan
Kindheit kommen einem die "Gro-
neu einordnen und bewerten und
kann es darum gehen, das Leben
ßen" noch allwissend vor: wenn
ein neues Selbstverständnis ge-
im Einklang mit dem Wesenszug
Eltern
und/oder
winnen. Durch dieses Verständnis
Hochsensibilität zu gestalten, mit
kann
langsam
Begrenzungen
so wie man ist, nimmt das Kind
überwunden
werden.
möglichst
unbewusst die "Schuld" meistens
www.hochsensibilität.ch
und Befähigungen und Begabun-
auf sich. Und dieses kindliche Ge-
Dutzende von Einzelphänome-
gen auszuleben.
fühl von niemals Genügen kehrt
nen fügen sich zu einem ein-
Es sei an dieser Stelle noch hinzu-
sich oft gegen die eigene Person:
leuchtenden Gesamtphänomen
gefügt, wie wichtig für Hochsen-
"ich bin halt nicht fähig, ich bin
zusammen und werden damit
sible eine achtsame, respektvolle
verrückt, mich kann man nicht lie-
deutlich handhabbarer. Hoch-
und wertschätzende Kommunikati-
ben, so wie ich bin, nur wenn ich
sensibilität statt Hypersensibi-
on ist.
mich anpasse und gleich werde
lität, Wahrnehmungsbegabung
wie die andern, habe ich vielleicht
statt Wahrnehmungsstörung –
eine Chance..."
das macht einen großen Unter-
In einem Internetforum schreibt
schied.
ein User, es sei schwer anzuneh-
Eine Störung verhindert, dass wir
men, dass man viele Dinge schwe-
unsere
rer nimmt als andere, wenn die
ckeln und pflegen können, und das
Gesellschaft
genormte
ist eigentlich sehr traurig, denn wir
Eine
Menschen will; fröhlich, heiter und
bleiben in unserer Schwäche ste-
"Wir müssen uns fragen, wie durch
immer funktionierend und am bes-
cken, anstatt unsere Kraft zu ent-
geeignetere Lebensweisen, Schul-
ten
wickeln. So ist einer der wichtigs-
formen, Arbeitsformen... das sen-
ten Schritte, die eigene Kraft für
sible
sich selber zu verwenden, anstatt
kann - oder wie die heutigen ge-
sie gegen sich selber zu richten.
sellschaftlichen Anforderungen die
eigentlich
persönlich
einen
Erleichterung.
nicht wirklich annehmen können,
nichts
Umwelt
große
nehmen.“
(www.gutefrage.net)
Anpassungsversuche
führen
je-
doch häufig zu Dauerstress, da es
Selbstablehnung
www.mymonk.de
ureigenen
Kräfte
entwi-
oft fast unmöglich ist für ein hoch-
und
Belastungen
souverän
umzugehen
Die Textpassagen aus www.mymonk.de, stammen
aus einem Blogartikel von Ulrike Hensel, der als
Ganzes
nachgelesen
werden
kann
unter
http://mymonk.de/hochsensible-menschen/.
Textpassagen
mit
der
Quellenangabe
www.hochsensibilität.ch, finden Sie dort unter Kapitel „Hochsensibilität ist keine Krankheit“ verlinkt mit
http://www.hochsensibilitaet.ch/content/e11223/e1
3381/index_ger.html
Leserin
Potential
schrieb
genutzt
dazu:
werden
"modernen" Krankheiten "erzeu-
sensibles Kind, sich von der 'nor-
Ein nächster Schritt ist, die eigene
malsensiblen'
abzugrenzen
Hochsensibilität im Leben zu be-
und die eigene Wahrnehmung als
rücksichtigen und ihr auf positive
Ein User im Internet schreibt: „Ich
stimmig zu erkennen. Hochsensib-
Weise Raum zu geben, damit sie
entwickle mehr und mehr und im-
le Kinder brauchen hier besonders
mit der Zeit auch ihr Potenzial zei-
mer präziser meine eigene persön-
liebevolle Unterstützung, den ei-
gen
Be-
liche Theorie über mich und meine
genen Weg in diese Welt zu finden
troffenen
Befähigungen
Umwelt. Sie erhebt keinen An-
und zu lernen, sich abzugrenzen
und
be-
spruch auf Wahrheit, aber ist mir
und sich adäquat zu schützen.
wusst, die mit Hochsensibilität
ein persönlicher reicher farbiger
üblicherweise
einhergehen,
Garten und ich begebe mich gerne
Hilft die Erkenntnis über die
kann sich das Selbstwertgefühl
in ihn und gärtnere da so vor mich
eigene Hochsensibilität?
deutlich stabilisieren.
hin. Bisweilen gelingt mir eine be-
Daneben ist es aber sehr sinnvoll,
Zu den Begabungen gehören diffe-
sonders schöne Blume, die ich
wenn man sich ausführlich über
renziertes,
Den-
dann pflücke und einem anderen
Hochsensibilität
ken,
Einfühlungsver-
schenke. Kann er sie durch meine
Welt
informiert.
kann.
Werden
die
Stärken
so
mögen,
Erfahren hochsensible Menschen,
Kreativität,
richtig
übergreifendes
Feingefühl,
www.hochsensibilität.ch
den
www.hochsensibilität.ch
Intuition,
Augen sehen so freut er sich und
Ästhetik,
nimmt sie an. Hat er meinen Blick
dass ihre auffällig hohe Empfind-
Lernfreude, um nur einige zu nen-
nicht, so hält er sie wohl für sen-
lichkeit eine Normvariante in der
nen. Wer dieses Potenzial erkennt
timentales Gemüse und wirft sie
Konstitution
Nervensystems
und schätzen lernt, wird den – oh-
weg, sobald er sich unbeobachtet
ist und nicht etwa eine Krankheit,
nehin erfolglosen – Versuch, zu
wähnt.
eine Störung oder eine Anomalie,
einem
des
ausgeprägte
gen...“
Sinn
„Dickhäuter“
für
zu
werden,
Fortsetzung Seite 6
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Landesverband Nordrhein-Westfalen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
So sind die Leute nun mal. Such
In diesem Sinne ‚happy welcome
und finde Deines Gleichen und es
to HSP‘ “.
wird
Dir
bald
besser
6
www.treffpunkt-hochsensiblität.de
gehen.
Burnout und Depression vorbeugen
Den Blick über die körperliche Orientierung hinaus auf Maßnahmen lenken, die von der see-
In allen Momenten mit inneren Zweifeln, Grübelge-
lisch-geistigen Seite her zu einer gesunden Le-
danken oder starken negativen Gefühlen können wir
bensgestaltung beitragen können. Die Balance
üben, diese fünf Schritte innerlich durchzugehen:
zwischen reflektierender Bewusstheit und dem
Benennen des Gefühls. Erkennen, woher ich dieses
Eintauchen ins Tun finden.
Gefühl von früher her kenne. Anerkennen, ach ja… ,
Gestresst – genervt – überfordert! Wie komme
aber jetzt atme ich erst mal gut durch und gehe in die
ich da wieder raus?
Ruhe. Trennen, negative Gedanken loslassen. Ein-
Es geht darum, aktiv aus dem gewohnten negativen
prägen: Positivem zuwenden, die Situation bewusst
Verhaltensmuster auszusteigen. Aus einer bewussten
so gestalten, dass es meinen langfristigen Zielen ent-
Entscheidung heraus, den Körper und seine Sinne in
spricht.
eine positive Richtung zu lenken und dadurch dem eigenen Seelenleben eine neue, andere Färbung zu ge-
Positive Gefühle und Gedanken – dazu können wir
ben.
in drei Richtungen miterlebend in die Gegenwart ein-
Die Belastungen bleiben die gleichen, aber die innere
tauchen. Konzentration: konzentrieren Sie sich ganz
Einstellung, mit der man an die Dinge herangeht, ist
bewusst auf die Tätigkeit, die sie jetzt gerade tun.
eine andere. Und davon, mit welcher Stimmung man
Tauchen Sie ein, in das, was Sie gerade mit den Sin-
an seine Aufgaben herangeht, hängt sehr viel ab.
nen wahrnehmen, was Sie sehen, hören, fühlen,
Zunächst geht es darum, die Keime der Krankheit
schmecken usw. Dinge in unmittelbarer Umgebung,
rechtzeitig erkennen zu lernen:
z.B. Blumen auf dem Weg, Geräusche der Natur, das
So können wir z.B. bemerken, wenn sich unsere Ge-
anfassen eines Gegenstands etc.
danken in bestimmten Grübelschleifen festsetzen.
Eintauchen und Nachspüren: Tauchen Sie ein in die
Dadurch, dass wir uns unseren eigenen Gedanken in-
innere Bewegung einer Musik, spüren Sie beim an-
nerlich als Betrachter gegenüber stellen, können wir
schließenden Spaziergang noch einmal nach, welche
uns von ihren distanzieren und sie prüfen.
Schwingungen und Eindrücke das bei Ihnen hervorge-
Tun wir das nicht, saugen sie uns auf und bestimmen
rufen hat. So können Sie positive Erlebnisse vertiefen.
unsere Gefühle. Aber wie geht das jetzt?
Gegen Negatives grenzen Sie sich jedoch ab. So spü-
Wir müssen erkennen, dass das Grübeln nicht zur Lö-
ren Sie auch, was Ihnen gut tut.
sung führt, sondern ein parasitenhaftes Eigenleben in
Meditation und Gebet. Bauen Sie sich selbst positive
unserem Kopf entfaltet. Es ist wichtig, dass wir dies
Bilder auf und fühlen Sie sich dort hinein. Es gibt viel-
nicht innerlich ablehnen oder uns sogar mit Selbsthass
fältige Anleitungen zu Meditationen und Gebeten.
begegnen, sondern anzuerkennen, dass es sich um
eine normale Erkrankungstendenz handelt. Jetzt ist es
Es gibt natürlich auch therapeutische Maßnahmen:
wichtig, aus dieser Einsicht, diese zu stoppen und uns
Heileurythmie, Musiktherapie, Therapeutisches Malen,
von den Grübelgedanken zu trennen, und sich statt-
Yoga, verschiedene Entspannungstechniken, die in
dessen positiver Gedanken und Erlebnisinhalten zuzu-
Kursen erlernt und vom Arzt verordnet werden kön-
wenden.
nen. Ein erster Schritt, den Sie sofort tun können, ist
Und dieses miterlebende Eintauchen ins Positive, führt
es, sich in ruhigen Momenten von der Stirn über den
uns in die Gegenwart. Wir sind bei dem, was jetzt
ganzen Gesichtsbereich, den Hals, die Arme, den Rü-
ist, und lassen die Gedanken nicht in die Vergangen-
cken, Bauch, Becken und Beine innerlich ganz lang-
heit oder Zukunft abwandern. Dieses „Da-Sein“ kann
sam abzutasten und überall da, wo man Anspannung
auch als Geistesgegenwart beschrieben werden.
bemerkt, diese anzunehmen, und so gut es geht mit
Wir schlagen eine Brücke zwischen dem Gefühlsleben,
dem Ausatmen loszulassen.
den Erfahrungen in der Vergangenheit und den Wer-
Es geht darum, die tagsüber angesammelten ver-
ten die jetzt sind, und auf Ziele, auf die wir hinarbei-
krampfungs- bzw. Verhärtungstendenzen, die von ei-
ten wollen.
nem angespannten Denken ausgehen, zu lockern,
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damit die Körperprozesse wieder ungestört ablaufen
grübeln, sondern sie einfach angehen, weil sie uns gut
können. Grenzen setzen und Ballast abwerfen. Um uns
tun.
den inneren Freiraum zu schaffen, der es uns erlaubt,
Schuldgefühle wird die Welt nicht besser, sondern nur
die Dinge zu machen, die uns wirklich gut tun, müssen
durch konkrete positive Handlungen.
wir lernen, uns angemessen gegen die eigenen und
Zusammenfassung aus „Burnout und Depression vor-
fremden Erwartungen an uns abzugrenzen.
beugen“ Dr. med. Eckhard Roediger Facharzt für psy-
Das stetige Arbeiten an unserer inneren Balance zwi-
chotherapeutische Medizin, aus der Reihe: Gesunde
schen reflektierendem Bewusstsein und dem Eintau-
Lebensführung Nr. 188, ISBN: 978-3-926444-66-0,
chen ins Tun braucht konkrete erreichbare Ziele. Hier-
5,00€
Denn
durch
gute
Vorsätze
oder
auch
über sollten wir manchmal nicht im Vorhinein zu viel
Was hält uns davon ab, das „Richtige“ zu tun?
Oft wissen wir intuitiv, was zu
gut
tut.
tun ist. Aber zu oft nehmen
wir
Schokolade,
eigene Weisheit. Wir sollten unser
Bauchgefühl
wahrnehmen
und
Zigaretten
iele wollen was ändern und
anschauen, was es uns meldet.
oder ein Glas Wein, um run-
scheitern. Wie schafft man es,
Kluge Selbststeuerung heißt, intu-
terzukommen,
dranzubleiben?
itive
meisten von uns klar ist, dass
Was viele Menschen von guter
Nachdenken
eine Runde Joggen oder Spa-
Selbstfürsorge abhält, ist der so-
dann
ziergehen gesünder wäre
ziale Anpassungsdruck und feh-
Prof. Joachim Bauer, Universi-
lender Mut, sich anders zu verhal-
tätsklinikum Freiburg, ist Spe-
ten, als es die anderen von einem
rung wird vor allem in der
zialist für Psychosomatik und
gewohnt sind. Hilfreich ist, einen
Kindheit erworben
antwortet in einem Interview
Menschen als Vorbild zu haben,
sich
mit
Silvia
obwohl
Feist
bei
den
emoti-
ie
Gefühle
und
zu
bewusstes
verbinden
zu
und
entscheiden.
ähigkeit zur Selbststeue-
später
noch
ässt sie
erlernen?
der selbst ein achtsames Leben
Ja, man kann jederzeit damit be-
on.de:
führt und der mir wohlgesinnt ist.
ginnen. Viele Menschen erkennen
Sie zitieren eine Studie, nach
Sich zu verändern ist nicht
sich und ihrem Leben umzuge-
der mehr als 70 Prozent der
leicht
ille bedeutet ja
hen, erst, wenn sich erste Zei-
20-
nicht, sich einfach selbst neu
chen einer Krankheit zeigen. Ein
erfinden
medizinischer Befund kann eine
die Notwendigkeit, achtsam mit
bis
- ährigen
keinen
Sport treiben.
as hält uns davon ab, das
"Richtige"
tun?
zu
können
Jeder von uns steckt in viel-
Art Warnschuss und eine Chance
fältigen
die
sein, der einen dazu veranlassen
Es sind Automatismen, Gewohn-
uns prägen. Freier Wille bedeutet,
kann, wichtige Fragen zu stellen:
heiten,
outinen, denen wir die
die Möglichkeit zu haben, aus sich
Wofür lebe ich eigentlich? Was ist
Macht
über
Leben
selbst mehr zu machen als das,
mir wirklich wichtig? In der Krise
übertragen
zu
reier
unser
Irgendwann
was die Verhältnisse aus uns ge-
spürt man plötzlich eine Sehn-
merkt man dann, dass man ge-
macht haben. Dazu brauchen wir
sucht nach Dingen, die man lange
lebt wird, anstatt selbst zu leben.
den Dialog mit anderen, denn
vernachlässigt
niemand
am
schen, die einem wirklich guttun.
Was
hilft
haben.
Zusammenhängen,
denn
wirklich?
kann
sich
selbst
hat,
nach
Men-
Schopf aus dem Sumpf ziehen.
Wir wissen heute, dass Selbst-
uhe,
Ein wichtiger Aspekt meiner Wil-
steuerung
auch
selbst wenn sie nur kurz sind,
lensfreiheit ist, mir die "richtigen"
kräfte
aktivieren
Bewegung in der freien Natur.
Menschen für diesen Dialog zu
Oder Sport, wenn er nicht in
suchen.
Innehalten, Momente der
oga oder
von Meditationsübungen. Wir soll-
kann.
Sie hatten ja vorhin schon ge-
Stress umschlägt. Viele Menschen
profitieren auch von
Selbstheilungs-
sagt, unsere innere EinstelWelche
Rolle
spielt
unser
auchgefühl?
lung beeinflusse unsere Gesundheit.
Wie
funktioniert
ten nicht etwas tun, weil es alle
Intuition ist wichtig, aber wir soll-
das?
anderen tun, sondern weil es vor
ten ihr nicht blind vertrauen. Un-
Die Auswirkungen guter Selbst
allem mir, vielleicht sogar nur mir
ser Unbewusstes hat seine ganz
Fortsetzung Seite 8
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Landesverband Nordrhein-Westfalen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
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steuerung nehmen einen äu eren
liebt worden ist. Nur wenn mich
Zukunftsträume
und
einen
äu ere
inneren
Weg
nderung
Wer
Weg.
Der
andere ermutigen und an mich
von früh bis spät nicht innehalten
über
die
glauben, kann ich auch selbst an
kann und auf Bildschirmen frem-
Verhaltens,
führt
des
träumen.
hier
mich glauben. Dieser Zusammen-
den
geht es vor allem um einen ge-
hang spielt nicht nur im Alltag,
kann keine eigene Zukunft den-
sunden
Lebensstil.
nachhängt,
der
innere
sondern auch bei der Heilung von
ken und hat, genau betrachtet,
Weg bedeutet, dass ich mit mir
Krankheiten eine Rolle. Die mo-
die Zukunft für sich ausgelöscht.
selbst in gutem Kontakt bin, dass
derne Medizin vernachlässigt den
Wenn
ich mich spüre, dass ich Zuver-
wichtigen Beitrag, den die Selbst-
dürfnis verkümmern lassen, wenn
sicht,
wie
kräfte bei Erkrankungen für die
wir nicht träumen, wohin uns un-
Fürsorge für mich selbst walten
Genesung oder Heilung leisten.
ser eigener Weg führen soll, dann
Mut
und
Der
Träumen
so
etwas
lasse. Ich spreche hier von einer
unser
Zukunftsbe-
verkümmern wir.
Art "Selbstkraft". Es ist wie bei
In Ihrem Buch sprechen Sie
einer Klassenarbeit in der Schule:
davon, dass alle
Der äu ere Weg führt über den
wir
enschen ein
ukunftsbedürfnis
und
edürfnis
Arzt mit Ausbildung als Internist,
setzen und üben. Der innere Weg
nicht beachtet werde, würde
Psychotherapeut und Psychiater
entscheidet, ob ich mit Angst oder
die
ähigkeit zur Selbststeue-
und lehrt an der Universität Frei-
mit Selbstvertrauen in die Klas-
rung
abnehmen.
burg. Sein Spezialgebiet ist die
senarbeit gehe. Die Selbstkraft ist
Mein Eindruck ist, dass sich viele
Psychosomatische Medizin. Er lei-
im Stirnhirn verankert, von hier
Menschen nicht mehr genügend
tet ein Projekt der Deutschen For-
gehen wichtige Effekte auf die bi-
Zeit
schungsgemeinschaft zum Thema
ologischen Selbstheilungssysteme
denken,
ihre
"Muße". Sein neues Buch "Selbst-
des
längerfristige Entwicklung vorstel-
steuerung. Die Wiederentdeckung
len. Auch mit Kindern wird zu we-
des freien Willens", Karl Blessing
Was kann dabei helfen, diese
nig darüber gesprochen, welche
Verlag, ist gerade neu erschienen.
Selbstkraft
Chancen und welche Ziele sie ha-
ISBN 978-3896675392, 19,99 €.
zu
aus.
entwickeln?
dieses
robiologe, Molekularbiologe und
Fleiß, ich muss mich vorher hin-
Körpers
wenn
Prof. Joachim Bauer, 63, ist Neu-
hätten,
nehmen, darüber
wie
Anstatt
sie
nachzu-
sich
Wir Menschen sind soziale Tiere.
ben.
Ein starkes Selbst und Selbst-
Träume zu träumen, wie sie uns
ständig
fremde
Das ganze Interview finden Sie
kräfte können sich vor allem dann
die Medien servieren, sollten wir
unter: www.emotion.de/resilienz.
entwickeln, wenn man die Erfah-
viel mehr unsere eigenen, an un-
rung gemacht hat, dass man ge-
serer eigenen
ealität orientierten
Pflegestärkungsgesetz – Gleichstellung psychisch erkrankter Menschen
Am 12. August 2015 beschloss der Bundestag die
den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für die ge-
grundlegende
Pflegeversicherung.
samte Pflegezeit. Bisher war dies nur für sechs Mo-
Dadurch sollen insbesondere Menschen mit Demenz
nate möglich. Damit besteht ein Anspruch auf Ar-
und psychischen Störungen eine bessere Pflege er-
beitslosengeld und auf Leistungen der aktiven Ar-
halten. Sie haben künftig Anspruch auf vergleichba-
beitsförderung.
re Pflegeleistungen wie Menschen mit körperlichen
Und pflegt ein Angehöriger ein Familienmitglied an
Beeinträchtigungen.
mindestens zwei Tagen pro Woche für zusammen
Ausschlaggebend für die neue Sichtweise der Pfle-
mindestens zehn Stunden wöchentlich, übernehmen
gebedürftigkeit ist der neue Pflegebedürftigkeitsbe-
die Pflegekassen die Beiträge für die Rentenversi-
griff. Die gewohnten drei Pflegestufen werden dafür
cherung dieses Angehörigen.
durch fünf sogenannte Pflegegrade abgelöst. Die
Und noch ein Wunsch der Angehörigen-Selbsthilfe
Systematik bleibt dieselbe: Eine höhere Ziffer steht
geht mit dem neuen Gesetz in Erfüllung: Die Pfle-
für eine größere Pflegebedürftigkeit. Erfreulich ist
gekassen müssen künftig kostenlose Pflegekurse für
auch eine deutlich bessere Absicherung der pfle-
Angehörige und Ehrenamtliche anbieten.
genden Angehörigen. Steigt jemand aus seinem Be-
Finanzielle Änderungen: Alle bisher als pflegebe-
ruf aus, um sich um pflegebedürftige Verwandte zu
dürftig eingestuften Menschen sollen keine Nachtei-
kümmern, zahlen ihm die Pflegekassen dauerhaft
le durch die neue Eingruppierung haben. Ihre Pfle-
Reform
der
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geleistungen bleiben wie gehabt. Der Eigenanteil,
2,55 Prozent zur Kasse gebeten.
den Pflegebedürftige in Heimen zahlen müssen, soll
Vereinszeitschrift LV ApK Bayern.
gedeckelt werden und nicht mehr mit einer höheren
Auch wenn es noch bis ca. Mitte 2017 dauern wird,
Pflegestufe steigen. Aber es wird eine Beitragserhö-
bis die Auswirkungen der Pflegereform bei den Pfle-
hung geben, denn das alles kostet natürlich mehr
gebedürftigen und ihren Angehörigen ankommen,
Geld. Dafür werden die Beitragszahler mit einer Er-
so haben sich doch die mitgliedsstarken Organisati-
höhung ihrer Beiträge um 0,2 Prozentpunkte auf
onen mit einer unüberhörbaren Stimme bei diesen
Auszug aus ‚unbeirrbar‘,
Forderungen durchgesetzt! Bravo!
Einrichtungen für Betreutes Wohnen
Wenn es mit einer „guten Nach-
(LWL) zu suchen. Sie können
Angebote in den Regierungsbe-
barschaft“ oder einer „Gastfami-
anhand der Auswahl bestimmter
zirken Münster, Detmold und
lie“ in Ihrem Ort noch nicht
Suchkriterien eine Ihren Wün-
Arnsberg
klappt (siehe Bericht über Prof.
schen entsprechende Übersicht
http://www.lwl.org/zedweb/
Dr. Dörner), haben Sie die Mög-
erstellen lassen.
der wenden Sie sich direkt an
lichkeit, nach anerkannten An-
Neben Angeboten des Ambulant
den Landschaftsverband Westfa-
bietern des Ambulant Betreuten
Betreuten Wohnens kann auch
len-Lippe,
Wohnens mit Hilfe des Einrich-
nach vielfältigen anderen Ein-
Platz
tungsverzeichnisses des Land-
richtungs- und Angebotsformen
schaftsverband Westfalen Lippe
gesucht werden. Hier finden Sie
unter
o-
Freiherr-vom-Stein-
1,
48133
Münster
Erfolge in der Demenz-Forschung
Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Orientierungslosig-
jede Skepsis eingenommen werden. Dazu gehö-
keit, geistiger Verfall. Etwa 1,2 Millionen Menschen
ren interessanterweise ausgerechnet jene Medika-
leiden aktuell in Deutschland an Demenz bzw. an ih-
mente, die besonders gerne älteren Menschen ver-
rer speziellen Form namens Alzheimer.
ordnet werden: Statine (Cholesterinsenker).
Prognosen für das Jahr 2030 gehen bereits von 2,3
Wenn man möglichen Nebenwirkungen der Statine
Millionen Erkrankten aus. Die Dunkelziffer nicht di-
(wie Amnesien (Gedächtnisverlust), Paranoias und
agnostizierter Fälle dürfte noch wesentlich höher lie-
andere Schäden am Gehirn, die zu unangenehmen
gen.
Symptomen (Demenz ist eine davon) führen kön-
Von der irreversiblen Demenzform Alzheimer sind
nen) nun mit dem Verhalten mancher älterer Men-
vorwiegend ältere Menschen betroffen. Während in
schen vergleicht (Vergesslichkeit, Gedächtnisausfäl-
der Altersgruppe der 70- bis 75-Jährigen durch-
le, Misstrauen gegen Angehörige etc.), dann könnte
schnittlich 2 bis 3 Prozent erkranken, steigt das Alz-
das, was heute als Demenz bezeichnet wird, bei vie-
heimer-Risiko bei über 90-Jährigen auf mehr als ein
len Menschen auch einfach nur eine Folge des weit
Drittel.
verbreiteten Statin-Einsatzes sein.
Tragischerweise werden Demenz-Erkrankungen zu-
Bleiben Sie also skeptisch, wenn man Ihnen Medi-
nehmend als geradezu schicksalhafte Begleiterschei-
kamente verschreiben will und prüfen Sie zunächst,
nung einer immer älter werdenden Gesellschaft ak-
ob sich das Problem nicht auch auf natürliche Weise
zeptiert, die uns so unausweichlich zu ereilen scheint
lösen lassen könnte. Viele Tipps dazu finden Sie in
wie das Letzte Gericht.
Sachen
Doch weltweit durchgeführte Demenz-Studien stiften
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/probiotika-
Hoffnung, dass dem nicht so sein muss. So können
senken-cholesterinspiegel-ia.html
vermutlich gesunder Schlaf, ausreichend Be-
oder
wegung und eine genügende Versorgung mit
gesundheit.de/chloesterin-senken-mit-heidelbeeren-
Vitamin D die Wahrscheinlichkeit senken, im
140923-news.html.
Cholesterinsenkung
unter
z.
B.
über
unter
Probiotika
http://www.zentrum-der-
Alter der Demenz zu verfallen.
Auch sollten gewisse Medikamente, die beson-
Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-
ders gerne Älteren verordnet werden, nicht ohne
gesundheit.de/demenz-vorbeugen-ia.html
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‚Aufopfern ist keine Lösung‘
‚Mut zu mehr Gelassenheit für Eltern psychisch
Sorge-Sein und eigene Erkrankung zu vermeiden,
erkrankter Kinder und Erwachsener‘
können sie wieder Lebensfreude zurück gewinnen.
Janine Berg-Peer hat ein neues Buch herausge-
Janine Berg-Peer, geb. 1944, ist selbst Mutter einer
bracht. Sie geht konkret auf die vielen Herausforde-
psychisch erkrankten Tochter. Sie ist aktiv im Ver-
rungen ein, mit denen sie sich konfrontiert sieht.
band der Angehörigen psychisch Kranker e.V., Mit-
Das Wissen und die Gelassenheit, die sie nach zwan-
glied von Bipolaris – Manie und Depression e.V., und
zig Jahren Erfahrung als selbst betroffene Mutter
deutsche Repräsentantin bei EUFAMI, dem europäi-
hat, möchte sie anderen Eltern weitergeben und
schen Dachverband der Familien mit psychisch kran-
ihnen helfen, ihre Situation und Lebensqualität zu
ken Angehörigen. Sie hält zahlreiche Vorträge im In-
verbessern.
und Ausland, moderiert Workshops zum Thema und
Ihr Ratgeber zeigt: Trotz der großen Belastung ist es
berät Angehörige direkt. Janine Berg-Peer hat auf
möglich, mit der Krankheit umzugehen, ohne sich
der Jahresmitgliederversammlung 2013 beim Lan-
dabei völlig aufzureiben. Wenn Eltern eine andere
desverband NRW ApK eine Lesung aus ihrem Buch
Einstellung zur Krankheit gewinnen und frühzeitig
„Schizophrenie ist Schei e Mama!“ gehalten. Ihr
Weichen stellen, um Aufopferung, permanentes In-
neues Buch ist im Kösel Verlag erschienen. ISBN
978-3466346172, 16,99 €
„Helfensbedürftig“
Wer hat ab heute was mit wem zu tun?
dass daraus eine neue und zukunftsfähige Hilfekultur
Nach dem großen Erfolg seines wegweisenden Bu-
für alle wird. Dazu braucht man aber jetzt nicht
ches „ eben und Sterben, wo ich hingehöre“
mehr nur die Bürger- und Profihelfer an der Basis,
(ISBN 978-3926200914) geht Prof. Dr. Klaus Dörner
sondern jetzt muss man auch die Verantwortlichen
jetzt der Frage nach, wie die zahlreichen gelungenen
und Machthaber in den verschiedenen gesellschaftli-
Beispiele für neue Hilfeformen so zu verallgemeinern
chen Hierarchien von der Kommune über die Wirt-
sind, dass daraus eine neue und zukunftsfähige Hil-
schaft bis zur Bundespolitik ins Boot holen, was mein
fekultur für alle wird.
Anliegen
„Das Wort „helfensbedürftig“, das es in der deut-
Und die andere Absicht dieses Buches: Ich möchte
schen Sprache eigentlich gar nicht gibt, hat mir die
die auch für mich neue Hypothese testen, ob wir uns
meisten positiven Zuschriften von Leserinnen und
nicht seit Kurzem in einem Umbruch zwischen zwei
Lesern eingetragen. Deshalb will ich es diesem Buch
Epochen befinden: Von der 150-jährigen Epoche der
voranstellen.
Industriegesellschaft zu einer anderen Epoche, für
In den letzten dreißig Jahren sind so viele neue am-
die man naturgemäß noch keinen Namen wissen
bulante Hilfeformen für die Inklusion integrationsbe-
kann und die ich daher (als Arbeitshypothese)
dürftiger Bürger - nicht zuletzt im „Bürger-Profi-Mix“
Dienstleistungsgesellschaft nenne, was zunächst mal
- erprobt worden, dass wir heute vor zwei Fragen
banal
stehen, die die Fragen dieses Buches sein sollen. Da
Aus der Gebrauchsanweisung des Buches von Prof.
ist einmal die Frage, wie man die unendlich vielen
Dr. Dr. Klaus Dörner. ISBN 978-3940636188, Ver-
gelungenen Beispiele für neue Hilfeformen sammelt,
lag: Die Brücke Neumünster, S. 248, 19,95 €, bro-
kritisch bewertet und schließlich so verallgemeinert,
schiert.
klingt,
mit
diesem
aber
nicht
banal
Buch
bleiben
ist.
muss.
Präventionsgesetz
Das Gesetz zur Stärkung der
Gesetz: „Ziel ist es, Krankhei-
Herzen wünschen, dass ihnen
Gesundheitsförderung und der
ten zu vermeiden, bevor sie
das Leid, das durch eine psychi-
Prävention (PrävG) wurde am
entstehen.“ Bei der Formulie-
sche Erkrankung entsteht, er-
18.06.2015
rung horchen natürlich alle auf,
spart bliebe. Leider lässt dieses
auch
psychisch
neu verabschiedete Gesetz aber
Parlamentarische Staatssekretä-
kranker Menschen. Würden sie
vieles offen, was zur Prävention
rin Ingrid Fischbach sagt zu dem
es anderen Familien doch von
beitragen
Bundestag
vom
Deutschen
verabschiedet.
Die
Angehörige
sollte…Keine
Details
Ausgabe November 2015
Landesverband Nordrhein-Westfalen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
11
zur Prävention psychischer Er-
förderung und Prävention inves-
dem Jahr 2016 auf 1,05 Euro
krankungen
tiert werden sollen.
erhöht. Das ist eine stattliche
Ausgestaltung obliegt den Leis-
finden
sich.
Die
Erfreulicherweise findet mit dem
Erhöhung. In wieweit der Lan-
tungsträgern der Sozialversiche-
Gesetz auch eine finanzielle An-
desverband
rung, insbesondere den gesetz-
erkennung der gesundheitlichen
psychisch
lichen Kranken- und Pflegekas-
Selbsthilfe
die
e.V.
sen. Dazu wird festgelegt, dass
Krankenkassen
pro
lässt sich erst nach Bewilligung
künftig jährlich mehr als 500
Versicherten jährlich 0,63 Euro
der Fördergelder sagen.
Millionen Euro für Gesundheits-
für die Selbsthilfe zur Verfügung
Auszug aus der Vereinszeitschrift „unbeirrbar“
stellen, so wird dieser Betrag ab
vom
statt.
Mussten
bis
dato
der
davon
LV
Angehörigen
kranker
ApK
Menschen
profitieren
Bayern,
kann,
September
2015
Informationen aus dem BApK Newsletter
Raus aus dem Schweigen - neue Internettherapie für Suizid-Hinterbliebene
Informationsdienst Wissenschaft: Für Hinterbliebene stellt ein Suizid ein besonders schwer zu bewältigendes Lebensereignis dar. Für sie gibt es bisher kein internetgestütztes Therapieangebot. Wissenschaftler aus Leipzig sind davon überzeugt, dass ein solches gerade für diese spezielle Zielgruppe besonders hilfreich sein kann. Mehr lesen: https://idw-online.de/de/news635534
Soziotherapie für psychisch Erkrankte: Zurück ins Leben
Spiegel online: Wenn psychisch Erkrankte weder den Weg zurück in den Alltag noch zur angebotenen Hilfe finden, können Soziotherapeuten eine wertvolle Unterstützung sein. Doch das Angebot ist kaum bekannt.
Mehr lesen: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/psychische-erkrankungen-mit-soziotherapie-zurueckin-den-alltag-a-1052172.html
Spruch:
Pinnwand
Der Bundesverband ApK hat auf der letzten Länderratssitzung eine Namenserweiterung beschlossen und heißt jetzt:
Es muss nicht immer
alles Sinn machen,
oft reicht es schon,
wenn es Spaß macht!
„ undesverband der Angehörigen psychisch
erkrankter
enschen“
Uns gefällt das! 
Termine
Veranstaltung des Landesverbandes NRW ApK
Samstag:
Referenten:
Thema:
Ort:
Gruppentreffen
12. März 2016 von 10 – 15 Uhr
Prof. Dr. Josef Bäuml, TU München
“Behandlung von und Umgang mit
ersterkrankten Menschen“
Alexianer Krankenhaus, Münster-Amelsbüren
Impressum
Klare Sicht - Infozeitung für
Angehörige psychisch Kranker
Herausgeber:
Landesverband NordrheinWestfalen der Angehörigen
psychisch Kranker e.V.
Gasselstiege 13,48159 Münster
Büro: Tel. 0251/5209522
Fax. 0251/5209523
Beratung: Tel. Mi 10 – 12 Uhr
Tel. 02521-3959
E-mail:[email protected]
www.lv-nrw-apk.de
Redaktion: Andrea Wallis
V.i.S.d.P. Wiebke Schubert
Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland-Ost
IBAN:
DE64 4005 0150 0006 0096 09
BIC: WELADED1MST
Die namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder.
Landesverband NRW der Angehörigen psychisch Kranker e.V., Gasselstiege 13, 48159 Münster, Tel. 0251-5209522, [email protected], www.lv-nrw-apk.de
Ausgabe November 2015
Landesverband Nordrhein-Westfalen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
LANDESVERBAND
ANGEHÖRIGEN
12
DER
PSYCHISCH
KRANKER
IN
NORDRHEIN-WESTFALEN
Diese Grundsätze bilden das Fundament des Landesverbands NRW ApK:
Informieren
Mehr Informationen und bessere Beratung in finanziellen und sozialrechtlichen Fragen der Angehörigen durch
Veranstaltungen, unsere Verbandszeitschrift die „Klare Sicht“ und die Inkludierung der „Psychosozialen Umschau“
in unserem Mitgliedsbeitrag.
Verantwortliche zur Rede stellen
Der Landesverband fordert: Menschen, die Entscheidungen treffen, sollen Verantwortung übernehmen!
Bestehende Bedingungen prüfen
Der Landesverband besucht unangemeldet die Kliniken in NRW. Mit seiner unabhängigen Besuchskommission
prüft er die Gegebenheiten und den Umgang mit den psychisch Kranken direkt vor Ort und weist auf Missstände
hin.
Mobilisieren und vernetzen
Der Landesverband bringt Menschen zusammen, die gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Bedingungen
der Angehörigen psychisch kranker Menschen zu stärken und zu stützen.
Unabhängigkeit
Der Landesverband lässt sich nicht von Pharmafirmen sponsern und nimmt kein Geld von Industrie oder Politik.
Wir entscheiden für die Angehörigen – unabhängig von fremden Interessen.
Erhalt des bestehenden Trialogs
Ärzte holen Angehörige ins Boot. Der Austausch zwischen Arzt, Betroffenem und Angehörigen wird immer deutlicher sichtbar. Der Landesverband befürwortet diesen Trialog und stellt die Notwendigkeit in den Vordergrund.
Mitmischen - überall
Wir sind Beiräte in Kliniken, Behindertenwerkstätten, Beschwerde-kommissionen, sind Mitglied in psychosozialen
Arbeitskreisen und arbeiten aktiv in politischen Gremien an der sozial-psychiatrischen Gesetzgebung mit. Wir sind
Mitglied beim Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker in Deutschland.
Sorgen Sie für Bestand und Weiterentwicklung der Angehörigenarbeit!
Werben Sie Mitglieder!
Landesverband NRW der Angehörigen psychisch Kranker e.V., Gasselstiege 13, 48159 Münster, Tel. 0251-5209522, [email protected], www.lv-nrw-apk.de
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