Spitalinfektionen – endlich wird politischer Druck

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Spitalinfektionen – endlich wird politischer Druck
gemacht
Es ist längst bekannt: Jährlich
treten in Schweizer Spitälern bei
sieben Prozent der Patienten postoperative Infektionen auf. 2000
Todesfälle und zusätzliche Gesundheitskosten von 240 Mio CHF
sind die Folge. Dabei wären mit
einfachen Massnahmen mindestens ein Drittel der Todesfälle vermeidbar. Hygienefachleute beklagen, dass angeordnete Hygienemassnahmen zu wenig beachtet
werden, sei es aus Zeitdruck, Personalknappheit oder einfach aus
Nachlässigkeit. Andere europäische Länder haben auf die Gefahr
reagiert und Massnahmen eingeleitet. Mit drei aufeinander abgestimmten Vorstössen, koordiniert
durch den DVSP, sollen die Patientinnen und Patienten besser geschützt und im Falle der Infektion
besser unterstützt werden.
Hygienegesetz: Für die Spitäler
sollen Hygienestandards erstellt
und deren Umsetzung kontrolliert
werden. Mangelhafte Einhaltung
der Vorgaben müssen sanktioniert
werden. In Deutschland wird bereits per Gesetz qualifizierte spitalhygienische Betreuung verlangt.
(Thomas Hardegger, Nationalrat,
SP/ZH)
Meldepflicht: Mit der Übernahme
der Spitalinfektionen in die Meldepflicht für übertragbare Krankhei-
ten
werden
Infektionen
mit
resistenten Keimen systematische
erfasst und gezielte Massnahmen,
wie etwa ein Patientenscreening
mittels eines einfachen Nasenabstrichs, könnten angeordnet werden.
(Jean-François Steiert, Nationalrat,
SP/FR)
Umkehr der Beweislast: Bei einer
Verletzung der Sorgfaltspflicht
sollen nicht mehr die Geschädigten, sondern die Spitäler in der
Pflicht stehen, denn für Betroffene
ist es fast unmöglich, eine Spitalinfektion zu beweisen.
(Edith Graf-Litscher, Nationalrätin,
SP/TG)
Es ist sehr zu hoffen, dass die
Spitäler und Pflegeinstitutionen
nicht zuwarten, bis sie die gesetzliche Verpflichtung zur Einhaltung
der eigentlich selbstverständlichen
Hygienesorgfalt zwingt. Schön wäre es, wenn die Diskussion der politischen Vorstösse eine Vorwirkung entfaltet, die viele unnötige
Infektionen verhindert.
Thomas Hardegger, NR, Mitglied
Patientenstelle ZH
Alle Vorstösse sind auf der Homepage www.parlament.ch bei den
Mitgliedern einsehbar.
Bulletin 68 / 5
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