FACHINFORMATION

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FACHINFORMATION
(ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS)
1.
BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ASS Hexal 100 mg - Tabletten
2.
QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Tablette enthält 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3.
DARREICHUNGSFORM
Weiße, runde Tabletten, auf einer Seite konvex und mit Bruchkerbe auf der anderen Seite.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4.
KLINISCHE ANGABEN
4.1
Anwendungsgebiete
4.2
Vorbeugung von Schlaganfällen nachdem Vorläuferstadien (TIA) aufgetreten sind
(Sekundärprävention)
Primärprophylaxe des Myokardinfarkts bei Patienten mit Angina pectoris
Sekundärprophylaxe nach Myokardinfarkt (Reinfarktprophylaxe)
Verdacht auf akuten Myokardinfarkt
Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen nach Herzoperationen und
interventionellen Eingriffen (aortokoronarer Bypass, PTCA)
Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung:
Die übliche Dosis in der Langzeitanwendung beträgt 1-mal täglich 1 Tablette (100 mg).
Zur Sekundärprävention von Schlaganfällen liegt die empfohlene Dosis zwischen 50 mg und
150 mg ASS.
Für die Langzeitprävention kardiovaskulärer Ereignisse (Primärprophylaxe des
Myokardinfarkts bei Patienten mit Angina pectoris sowie Reinfarktprophylaxe) wird eine
Tagesdosis zwischen 75 und 150 mg ASS empfohlen.
Um eine rasche antithrombotische Wirkung zu erzielen (bei Verdacht auf akuten
Myokardinfarkt oder in der Frühphase eines Schlaganfalls) wird eine Initialdosis von 150 300 mg ASS empfohlen.
Zur Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen nach Herzoperationen
interventionellen Eingriffen werden Dosierungen von 100 - 300 mg ASS empfohlen.
und
Hinweis:
Nicht alle empfohlenen Dosierungen können mit der ASS Hexal 100 mg – Tablette erreicht
werden. Für die 75 mg-Dosis stehen andere Präparate zur Verfügung.
-1-
Kinder und Jugendliche
Für ASS Hexal 100 mg – Tabletten gibt es keine Indikation für die Anwendung bei Kindern
und Jugendlichen (siehe auch Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).
Art der Anwendung:
Die Tabletten sollen mit der Mahlzeit mit einem Glas Wasser eingenommen werden.
Bei Verdacht auf Herzinfarkt empfiehlt es sich, die Tablette in einem Teelöffel Wasser
zerfallen zu lassen oder zu kauen.
Dauer der Anwendung:
Langzeitanwendung.
Hinweis:
ASS Hexal 100 mg - Tabletten eignen sich auf Grund des Wirkstoffgehaltes nicht zur
Behandlung von Schmerzzuständen.
4.3
4.4
-
-
-
Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Salicylate oder einen der in
Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
bekannte Überempfindlichkeit (Allergie, Asthmaanfälle) gegen andere nichtsteroidale
antiinflammatorisch wirksame Arzneimittel (NSAR)
akute gastrointestinale Ulzera, gastrointestinale Blutungen oder Perforation, in der
Vorgeschichte bekannte Magengeschwüre
hämorrhagische Diathese
schwere Leber- und Niereninsuffizienz
schwere, nicht ausreichend behandelter Herzinsuffizienz
gleichzeitige Behandlung mit Methotrexat in einer Dosierung von 15 mg oder mehr pro
Woche (siehe Abschnitt 4.5)
die letzten 3 Monate der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6 Fertilität,
Schwangerschaft und Stillzeit).
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ASS Hexal 100 mg – Tabletten sollten nicht zusammen mit anderen ASS-haltigen
Arzneimitteln oder anderen NSAR eingenommen werden.
ASS kann Brochospasmen begünstigen und Asthmaanfälle (sogenannte
Analgetikaintoleranz/Analgetikaasthma) oder andere Überempfindlichkeitsreaktionen
auslösen. Risikofaktoren sind bestehendes Asthma bronchiale, Heuschnupfen,
Nasenschleimhautschwellungen
(Nasenpolypen),
chronisch
obstruktive
Lungenerkrankungen oder chronische Atemwegserkrankungen (insbesondere in
Zusammenhang mit Symptomen einer allergischen Rhinitis). Das gleiche gilt für
Patienten, die auch auf andere Substanzen allergisch reagieren (z.B. mit
Hautreaktionen, Juckreiz oder Nesselsucht). Bei diesen Patienten ist besondere
Vorsicht empfohlen (Möglichkeit eines Notfalls).
Ohne ärztliche Überwachung sollten ASS Hexal 100 mg – Tabletten nicht zusammen
mit Antikoagulanzien eingenommen werden. Sehr selten wurde über schwere
Blutungen (z.B. intrazerebrale Blutungen) berichtet, besonders bei Patienten mit
Blutverdünnungsbehandlung und/oder unbehandelter Hypertonie. In Einzelfällen kann
dies lebensbedrohlich sein.
Treten gastrointestinale Blutungen oder Ulzera auf, muss die Einnahme von ASS
Hexal 100 mg – Tabletten sofort beendet werden. Während der Behandlung mit allen
NSAR sind gastrointestinale Blutungen, Ulzera oder Perforation, die schwerwiegend
sein können, zu jedem Zeitpunkt der Therapie mit oder ohne Warnsignale oder
früheren gastrointestinalen Nebenwirkungen, berichtet worden. Bei älteren Menschen
kommt es häufiger zu schwerwiegenden Nebenwirkungen. Das Risiko von
-2-
-
-
-
gastrointestinalen Blutungen kann durch die gleichzeitige Einnahme von Alkohol,
Kortikosteroiden und NSAR verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, Dehydration, Gicht,
unkontrollierter
Hypertonie,
Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
(hämolytische Anämie), Diabetes mellitus oder Patienten die Diuretika einnehmen,
sollten die Einnahme mit Vorsicht erfolgen.
Die Hemmung der Thrombozytenaggregation durch die Einnahme von ASS – die noch
mehrere Tage nach der Anwendung anhält – kann insbesondere während und auch
nach operativen Eingriffen (auch bei kleineren Eingriffen wie z.B. Zahnextraktionen) zu
einer erhöhten Blutungsneigung führen.
Es besteht ein möglicher Zusammenhang zwischen ASS und dem Reye-Syndrom,
wenn ASS an Kinder und Jugendliche verabreicht wird. Das Reye-Syndrom ist eine
sehr seltene Erkrankung des Gehirns und der Leber, die auch lebensbedrohlich sein
kann. Daher sollte dieses Arzneimittel bei Kindern und Jugendlichen die Windpocken
oder grippeartige Symptome haben oder sich davon erholen nicht angewendet werden.
Falls lang andauerndes Erbrechen, Bewusstseinstrübung und/oder abnormales
Verhalten in Folge der Therapie mit ASS auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden,
da dies ein Zeichen des Reye-Syndroms sein kann, einer sehr seltenen, aber
lebensbedrohlichen Krankheit, die unbedingt sofortige ärztliche Behandlung bedarf.
ASS vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung. Bei entsprechend
gefährdeten Patienten kann dies unter Umständen einen Gichtanfall auslösen.
Aufgrund der Einnahme von ASS kann es zu Metrorrhagien und Menorrhagien kommen.
Hier ist eine engmaschige Kontrolle erforderlich.
Bei chronischer Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die zu
erneuter Einnahme und damit zu einem Weiterbestehen der Kopfschmerzen führen können.
Bei Anwendung von ASS in größeren Mengen über mehrere Jahre sind Nierenschädigungen
nicht auszuschließen. Die Nierenfunktion ist regelmäßig zu überprüfen.
ASS-enthaltende Medikamente sollten nicht über einen längeren Zeitraum oder in höheren
Dosen ohne ärztliche Anweisung eingenommen werden.
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung von niedrig dosierter
ASS auf die Thrombozytenaggregation hemmen kann, wenn sie gleichzeitig angewendet
werden. Eine Behandlung mit Ibuprofen kann den kardioprotektiven Effekt von ASS
limitieren. Ibuprofen sollte aus diesem Grund nur mit besonderer Vorsicht bei Patienten die
ASS erhalten angewendet werden, um eine Thrombozytenaggregation zu verhindern (siehe
Abschnitt 5.1).
4.5
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von ASS mit anderen Arzneimitteln kann zur Verstärkung oder
Abschwächung ihrer Wirkung führen.
Kombination von
Acetylsalicylsäure
(ASS) mit:
andere nichtsteroidale
antiinflammatorisch
wirksame Arzneimittel
(NSAR)
Kortikosteroide
Mögliche Wirkung:
Aufgrund synergetischer Effekte besteht ein erhöhtes Risiko von
gastrointestinalen Blutungen und Ulzera. Ist eine gleichzeitige
Einnahme erforderlich, sollte – wo möglich – die Anwendung
eines Magenschutzes in Betracht gezogen werden, um NSARinduzierten gastrointestinalen Schäden vorzubeugen. Deshalb
wird die gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen.
Aufgrund synergetischer Effekte besteht ein erhöhtes Risiko von
-3-
orale Antikoagulantien
(z.B. Cumarinderivate)
Thrombolytika
Heparin und
Thrombozytenaggregationshemmer
(z.B. Ticlopidin,
Clopidogrel, Cilostazol)
Selektive SerotoninWiederaufnahmeHemmer (SSRIs)
Aldosteronantagonisten
(Spironolacton und
Canrenoat)
Antihypertensiva (ACEHemmer, Angiotensin-IIRezeptor-Antagonisten,
Kalziumkanalblocker)
Urikosurika
(z.B. Probenecid,
Sulfinpyrazon)
Schleifendiuretika
(z.B. Furosemid)
Valproat
Methotrexat
≤ 15 mg/Woche
gastrointestinalen Blutungen und Ulzera. Bei Patienten,
insbesondere älteren Patienten, die ASS und Kortikosteroide
einnehmen, ist die Anwendung eines Magenschutzes
empfehlenswert. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung nicht
empfohlen.
ASS kann die gerinnungshemmende Wirkung verstärken.
Überwachung der klinischen- und Laborparameter betreffend
Blutungszeit und Thromboplastinzeit sollte durchgeführt werden.
Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen.
Es besteht ein verstärktes Blutungsrisiko. Besonders bei akuten
Schlaganfall-Patienten sollte die Behandlung mit ASS nicht
innerhalb der ersten 24 Stunden nach Behandlung mit Alteplase
erfolgen. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung nicht
empfohlen.
Bei Patienten, bei denen eine Thrombolysebehandlung
durchgeführt werden soll, muss auf Zeichen äußerer oder innerer
Blutungen (z.B. blaue Flecken) geachtet werden.
Es besteht ein verstärktes Blutungsrisiko. Überwachung der
klinischen- und Laborparameter betreffend Blutungszeit sollte
durchgeführt werden. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung
nicht empfohlen.
Bei gleichzeitiger Einnahme mit ASS kann die Gerinnung oder
Thrombozytenfunktion beeinflusst werden. Dies führt allgemein zu
einem
vermehrten
Auftreten
von
Blutungen,
speziell
gastrointestinale Blutungen. Deshalb sollte die gleichzeitige
Anwendung vermieden werden.
Durch Hemmung der Ausscheidung von Natrium im Urin kann
ASS kann die Wirkung abschwächen; der Blutdruck sollte
sorgfältig überwacht werden.
Durch Hemmung der Prostaglandine im Urin kann ASS die
Wirkung abschwächen. Diese Kombination kann bei älteren oder
dehydrierten Patienten zu akutem Nierenversagen führen. Eine
Überwachung von Blutdruck und Nierenfunktion ist bei Beginn der
Behandlung empfohlen und die Patienten sollten regelmäßig
hydriert werden. Im Fall einer gemeinsamen Einnahme mit
Verapamil ist die Blutungszeit ebenfalls zu überwachen.
Durch Hemmung der tubulären Ausscheidung kann ASS die
Wirkung abschwächen, was zu einem erhöhten Plasmaspiegel
von ASS führt. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung nicht
empfohlen.
Durch Hemmung der Prostaglandine im Urin kann ASS die
Wirkung abschwächen. NSAR können akutes Nierenversagen
verursachen, insbesondere bei dehydrierten Patienten. Wird ein
Diuretikum zeitgleich mit ASS verabreicht, ist es erforderlich, eine
ausreichende Hydration des Patienten sicherzustellen sowie
Nierenfunktion und Blutdruck zu überwachen, insbesondere zu
Beginn einer Diuretika-Behandlung.
Hemmung des Metabolismus durch ASS, daher kann es zu einer
erhöhten Toxizität kommen. Der Valproat-Spiegel sollte sorgfältig
überwacht werden.
Anstieg der hämatotoxischen Effekte von Methotrexat (durch
Verminderung der renalen Clearance von Methotrexat generell
und
Verdrängung
von
Methotrexat
aus
seiner
Plasmaproteinbindung durch Salicylate). Deshalb wird die
gleichzeitige Anwendung mit NSAR bei Patienten, die mit hohen
Mehtotrexat-Dosen behandelt werden, nicht empfohlen. Das
-4-
Antidiabetika (z.B.
Sulfonylharnstoffe und
Insulin)
Alkohol
Systemische
Glucocorticoide (mit
Ausnahme von
Hydrocortison als
Substitutionstherapie im
Falle von Addison
Krankheit)
Digoxin, Barbiturate und
Lithium
Trijodthyronin
Sulfonamide und
SulfonamidKombinationen inklusive
Cotrimoxazol
Risiko von Wechselwirkungen zwischen Methotrexat und NSAR
muss auch bei Patienten die geringe Methotrexat-Dosen erhalten
in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patienten mit
veränderter Nierenfunktion. Ist eine Kombinationsbehandlung
erforderlich, sollten das komplette Blutbild, Leber- und
Nierenfunktion überwacht werden, insbesondere während der
ersten Behandlungstage.
ASS verstärkt die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika.
Aus diesem Grund kann bei Einnahme von hohen SalicylatDosen eine Herabsetzung der Antidiabetika-Dosis angemessen
sein. Die Patienten müssen auf diese Gefahr hingewiesen und
zur häufigen Blutzuckerselbstkontrolle angehalten werden.
Bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol besteht erhöhtes Risiko
einer gastrointestinalen Blutung und sowie ein vermehrtes
Auftreten von Nebenwirkungen des Nervensystems durch
additive Effekte von ASS und Alkohol. Diese Kombination soll
vermieden werden.
Verminderte Salicylatspiegel während der Cortisonbehandlung
und Risiko einer Salicylatüberdosierung nach Ende der
Behandlung, da Kortikosteroide zu einer gesteigerten Elimination
der Salicylate führen. Die Salicylat-Dosen müssen bei dieser
Kombination und nach Beendigung der Glucocorticoidtherapie
entsprechend angepasst werden.
erhöhte Plasmaspiegel
Verstärkung der Wirkung,
Nebenwirkungsrisiko
Verstärkung der Wirkung,
Nebenwirkungsrisiko
bis
hin
zu
einem
erhöhten
bis
hin
zu
einem
erhöhten
Eine gleichzeitige Einnahme von Pentoxifyllin kann das Blutungsrisiko erhöhen, daher wird
eine verstärkte klinische Überwachung sowie eine Kontrolle der Blutungszeit empfohlen.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen entstehen nichtresorbierbare Komplexe.
Daher soll ein Einnahmeabstand von mindestens 1 – 3 Stunden eingehalten werden.
ASS Hexal sollte ohne ausdrückliche Anordnung des Arztes nicht mit einer der oben
angeführten Substanzen angewendet werden.
4.6
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Fertilität
Es existiert eine gewisse Evidenz dafür, dass Arzneistoffe, welche die
Cylcoxigenase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität über eine Wirkung
der Ovulation beeinträchtigen können; dies ist nach Absetzen der Behandlung reversibel.
Schwangerschaft
Aus epidemiologischen Studien liegen widersprüchliche Ergebnisse im Hinblick auf einen
Zusammenhang zwischen einer Einnahme von ASS in der Frühschwangerschaft und einem
erhöhten Risiko für Fehlbildungen (Gaumenspalten, Herzmissbildungen) vor, jedoch scheint
dieses Risiko im therapeutischen Dosisbereich gering zu sein.
1. und 2. Trimenon
-5-
Während des ersten und zweiten Trimenons der Schwangerschaft sollte die Verabreichung
von ASS vermieden werden, außer wenn aus Sicht des behandelnden Arztes der zu
erwartende Nutzen für die Mutter das potentielle Risiko für den Fetus überwiegt.
3. Trimenon
Wie bei anderen NSAR ist die Einnahme von ASS in einer Dosis von über 162 mg pro Tag
im letzten Trimenon der Schwangerschaft kontraindiziert, da eine Hemmung der
Prostaglandinsynthese zu einer Verlängerung der Gestationsdauer, einer Wehenhemmung
und ab der 28. – 30. Schwangerschaftswoche zu einem vorzeitigen Verschluss des Ductus
arteriosus Botalli führen kann (siehe Abschnitt 4.3).
ASS kann während der Schwangerschaft in einer Dosis bis zu 162 mg pro Tag unter
strenger ärztlicher Überwachung verabreicht werden.
Stillzeit
Der Wirkstoff ASS und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch
über. Dadurch kann die Thrombozytenfunktion des Säuglings beeinträchtigt werden. Bei der
Verabreichung von ASS ergeben sich ferner Bedenken hinsichtlich der Entwicklung des
Reye-Syndroms bei Säuglingen. Während der Stillzeit wird die Einnahme von ASS in einer
Dosis über 162 mg pro Tag nicht empfohlen.
Da nachteilige Folgen für den Säugling bei geringen ASS-Dosen bisher nicht bekannt
geworden sind, ist bei Anwendung einer Tagesdosis von bis zu 162 mg eine Unterbrechung
des Stillens in der Regel nicht erforderlich. Um das Risiko einer Thrombozytenaggregation
beim Säugling zu minimieren, wird das Stillen 1-2 Stunden nach der Einnahme von ASS
Hexal 100 mg – Tabletten empfohlen.
4.7
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Es wurden keine Studien zur Verkehrstüchtigkeit und zur Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen durchgeführt.
4.8
Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen bei ASS sind gastrointestinale Beschwerden einschließlich
Übelkeit und Erbrechen. Des Weiteren wurden gastrointestinale Blutungen und Ulzera
beobachtet. Ein erhöhtes Risiko für Blutungen kann für 4 – 8 Tage nach Einnahme von ASS
bestehen. Überempfindlichkeitsreaktionen die eine sofortige medizinische Versorgung
erfordern, einschließlich Hautreaktion, Asthma und anaphylaktische Reaktion, können
auftreten. Seltene Fälle des Reye-Syndroms wurden ebenfalls berichtet.
Nebenwirkungen sind nachstehend nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet.
Häufigkeiten sind definiert als: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥
1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt
(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad
angegeben.
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktion einschließlich Hautreaktion, Asthma und
anaphylaktische Reaktion
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig:
Übelkeit
Gelegentlich:
Erbrechen
-6-
Nicht bekannt:
gastrointestinale Blutungen, gastrointestinale Ulzera, gastrointestinale
Beschwerden
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten:
Reye-Syndrom
Nicht bekannt: erhöhte Leberenzyme
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Nicht bekannt: Nierenfunktionsstörung
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer
Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-RisikoVerhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,
jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen.
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9
Überdosierung
Zu den Symptomen einer leichten Salicylat Überdosierung zählen Schwindel, Tinnitus,
Taubheit, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Verwirrtheit. Diese
Symptome treten bei Plasmakonzentrationen von 150 bis 300 Mikrogramm/ml auf und
können durch Dosisreduktion oder Behandlungsunterbrechung kontrolliert werden.
Eine schwerwiegende Intoxikation tritt bei Konzentrationen über 300 Mikrogramm/ml auf. Zu
den Symptomen einer schweren Überdosierung zählen Hyperventilation, Fieber,
Ruhelosigkeit, Ketose, respiratorische Alkalose, metabolische Azidose. Eine Depression des
zentralen Nervensystems kann zu Koma führen. Kardiovaskulärer Kollaps, Lungenversagen
und schwere Hypoglykämie können ebenfalls auftreten.
Therapie bei schwerer Intoxikation
Der Patient muss in ein Krankenhaus gebracht und die Vergiftungszentrale umgehend
kontaktiert werden.
Besteht die Vermutung, dass der Patient mehr als 120 mg/kg Salicylat innerhalb der letzten
Stunde eingenommen hat, ist Aktivkohle wiederholt oral zu verabreichen.
Bei Patienten die mehr als 120 mg/kg Salicylat eingenommen haben, sollte die
Plasmakonzentration gemessen werden, obwohl die Schwere der Intoxikation nicht allein
daran bestimmt werden kann. Klinische und biochemische Merkmale sind ebenso in Betracht
zu ziehen.
Bei Plasma-Salicylat-Konzentrationen über 500 Mikrogramm/ml (350 Mikrogramm/ml bei
Kindern unter 5 Jahren) ist die intravenöse Verabreichung von Natriumbicarbonat wirksam,
um Salicylate aus dem Plasma zu entfernen.
Bei Plasma-Salicylat-Konzentrationen über 700 Mikrogramm/ml, oder weniger bei Kindern
und älteren Menschen oder wenn eine metabolische Azidose vorliegt, ist eine Hämodialyse
oder Hämoperfusion durchzuführen.
5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
-7-
5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Thrombozytenaggregationshemmer
ATC-Code: B01AC06
Acetylsalicylsäure (ASS) zeigt sowohl schmerzlindernde, entzündungshemmende und
fiebersenkende als auch antithrombotische Wirkung.
Die antithrombotische Wirkung von ASS beruht auf einer irreversiblen Hemmung der
Thrombozytenaggregation. Diese Wirkung wird über eine Acetylierung der Cyclooxygenase
erreicht, woraus eine Blockierung der Thromboxan-A2-Synthese (einem die
Thrombozytenaggregation fördernden und vasokonstringierend wirkenden Prostaglandin) in
den Thrombozyten resultiert. Dieser Effekt ist dauerhaft und hält gewöhnlich für die gesamte
achttägige Lebensdauer eines Thrombozyten an.
Paradoxerweise
hemmt
ASS
auch
die
Bildung
von
Prostacyclin
(einem
thrombozytenaggregationshemmenden aber vasodilatorisch wirksamen Prostaglandin) in
den Endothelzellen der Gefäßwände. Dieser Effekt ist vorübergehend. Sobald ASS aus dem
Blut eliminiert ist, produzieren die Endothelzellen wieder Prostacyclin.
Infolge dessen bewirkt ASS bei einmal täglicher Gabe in niedriger Dosierung (< 300 mg
/Tag) eine Blockade von Thromboxan-A2 in den Thrombozyten ohne ausgeprägte
Beeinträchtigung der Prostacyclinbildung.
Aufgrund der Hemmung der Prostaglandinsynthese gehört ASS außerdem zur Gruppe der
säurebildenden nichtsteroidalen Antiphlogistika mit analgetischen, antipyretischen und
antiphlogistischen Eigenschaften.
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung von niedrig dosierter
ASS auf die Thrombozyten-Aggregation hemmen kann, wenn sie gleichzeitig angewendet
werden. In einer Studie, in der die Einzeldosis von 400 mg Ibuprofen innerhalb von 8
Stunden vor oder 30 Minuten nach der Gabe einer rasch freigesetzten ASS (81 mg)
eingenommen wurde, wurde ein verringerter Effekt von ASS auf die Bildung von
Thromboxanen oder die Thrombozyten-Aggregation beobachtet. Die limitierte Datenlage und
die Unsicherheit betreffend die Exapolation der ex vivo Daten auf die klinische Situation
bedeuten, dass keine gesicherte Aussage für den regelmäßigen gebrauch von Ibuprofen
gemacht werden kann und kein klinisch relevanter Effekt für den gelegentlichen gebrauch
von Ibuprofen zu erwarten ist.
5.2
Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
ASS wird überwiegend bereits im Magen resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden nach
10 - 20 Minuten (ASS) bzw. 0,3 - 2 Stunden (Gesamtsalicylat) erreicht.
Verteilung
Die Plasmaeiweißbindung beim Menschen ist konzentrationsabhängig; Werte von 49 % bis
über 70 % (ASS) bzw. 66 % bis 98 % (Salicylsäure) wurden gefunden.
Im Liquor und in der Synovialflüssigkeit ist Salicylsäure nach Einnahme von ASS
nachweisbar.
Salicylsäure ist placentagängig und geht in die Muttermilch über.
Biotransformation
ASS wird vor allem in der Leber zu Salicylsäure enzymatisch hydrolisiert. Weiters wird in der
Leber die Salicylsäure zum Glucuronid konjugiert.
-8-
Elimination
Die Eliminationskinetik von Salicylsäure ist in starkem Maße von der Dosis abhängig, da die
Metabolisierung von Salicylsäure kapazitätslimitiert ist.
Die Ausscheidung erfolgt frei und konjugiert in Abhängigkeit vom pH-Wert des Urins
vorwiegend über die Niere.
Die Halbwertszeit von ASS beträgt etwa 15 Minuten, die der Salicylsäure 2 bis 3 Stunden.
5.3
Präklinische Daten zur Sicherheit
Präklinische Versuchsergebnisse wurden nach peroraler, nasaler, subkutaner und
intravenöser Applikation an Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen und Hunden
erzielt. In Versuchen zur chronischen Toxizität traten bei Anwendung von
humantherapeutischen Dosen von ASS keine signifikanten Änderungen im Vergleich zur
Kontrollgruppe auf.
Bei in vitro Untersuchungen zeigte ASS kein mutagenes Potential.
Studien an Mäusen und Ratten ergaben keinen Hinweis auf ein tumorerzeugendes Potential
von Acetylsalicylsäure.
Reproduktionstoxikologie:
Im Tierversuch (Ratte, Hund) traten bei Anwendung von hohen Dosen von ASS teratogene
Effekte auf. Implantationsstörungen, embryo- und fötotoxische Wirkungen sowie Störungen
der Lernfähigkeit bei Nachkommen nach pränataler Exposition sind beschrieben worden.
6.
PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1
Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose
Maisstärke
hochdisperses Siliciumdioxid
Stearinsäure
6.2
Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3
Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre
6.4
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5
Art und Inhalt des Behältnisses
30 und 100 Stück in Blisterverpackung (PVC/PVDC Blister und Alu-Folie mit Heißsiegellack
oder PVC Blister und Alu-Folie mit Heißsiegellack).
6.6
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7.
INHABER DER ZULASSUNG
-9-
Hexal Pharma GmbH, 1020 Wien, Österreich
8.
ZULASSUNGSNUMMER(N)
1-25175
9.
DATUM DER
ZULASSUNG
ERTEILUNG
DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. November 2003
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. April 2009
10.
STAND DER INFORMATION
April 2015
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
- 10 -
/
VERLÄNGERUNG
DER
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