Michelson Interferometer

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2.2
Theorie
Das Michelson-Interferometer ist die grundlegende Anordnung für eine Vielzahl von Zweistrahl-Interferometern. Dabei wird Licht von der Lichtquelle, das
Spiegel S2
Physikalisches Grundlagenlabor
Kompensationsplatte P1
1
Spiegel S1
Versuch 3.5 Michelson-Interferometer
Geräte
• Michelson-Interferometer
Lichtquelle
Strahlteilerplatte P
• Fadenkreuz
• 2 Blenden
• Draht zum Erwärmen bzw. Abkühlen
2
Fernrohr
Michelson-Interferometer
Grundlagen
*Aufbau des
auf eine planparallele Platte P (Strahlteiler) auftrifft, in zwei Strahlen geteilt,
deren Achsen senkrecht auf den Spiegeln S1 und S2 stehen. Die von dort re• Interferenz, Zweistrahl Interferenz, Gangunterschied, Wellenlänge, Kohä- flektierten Strahlen werden auf der teilreflektierenden Oberfläche von P wieder
zusammengeführt. Das dadurch entstehende Interferenzmuster kann durch ein
renz, Reflexionsgrad, Transmissionsgrad, Kontrast
Fernrohr betrachtet werden. Das von S2 reflektierte Licht geht dreimal durch
• Strahlengang, Längenmessung,
die Platte P, während das von S1 reflektierte nur einen einzigen Durchgang
2.1
Fachbegriffe
1
erstellt: 26.8.2016
hat. Die Kompensationsplatte P1 ist gleich dick wie P und exakt parallel dazu.
Ihr Einbringen in den Strahlengang gleicht die Gangunterschiede aus den Glasdurchgängen der beiden Strahlen aus. Je nach Stellung der Spiegel S1 und S2
zueinander erhält man bei ungleichen optischen Wegen kreisförmige bis gerade
Interferenzlinien.
Anwendungen des Michelson-Interferometers sind z.B.:
- Die optisch hochwertigen Oberflächen von Gläsern und Spiegeln nicht berühren!
3.2
1. Man setze die kleinste Aperturblende in den Beobachtungstubus und justiere die beiden von S1 bzw. S2 reflektierten Strahlen so, daß sich ihre
Zentren exakt überlagern. Um die Strahlanteile identifizieren zu können,
decke man wechselweise den Spiegel S1 bzw. S2 ab.- Nun setze man die
größere Aperturblende ein, durch die man im erweiterten Sichtfeld deutliche Interferenzlinien erkennt, die beim Verschieben des Spiegels S1 mittels
einer Mikrometerschraube durch das Sichtfeld wandern. Mit den beiden
Justierschrauben am Spiegel S2 stelle man das Interferenzfeld so ein, daß
maximal 5 Interferenzlinien im Sichtfeld vorhanden sind.
- exakter Wellenlängenvergleich,
- Brechzahlmessung von Gasen und durchsichtigen Festkörpern,
- exakte Bestimmung von Inhomogenitäten und Öberflächenabweichungen
bei durchsichtigen Festkörpern,
- exakte Messung geringer Längenänderungen.
2. Der Spiegel S1 wird über einen Verschiebebalken mittels einer Mikrometerschraube bewegt. Die Untersetzung des gemessenen Mikrometerwertes
bzgl. der Spiegelverschiebung beträgt 5 : 1. Man stelle die Mikrometerschraube so auf einen beliebigen Nullwert ein, daß ständige Berührung
mit dem Verschiebebalken des Spiegels während dessen Verschiebung gewährleistet ist. Nun drehe man langsam die Mikrometerspindel und zähle wärenddessen die Interferenzlinien, die im Sichtfeld über einen beliebig
vorgebbaren optischen Fixpunkt wandern. Die Verschiebung des Interferenzfeldes um einen Interferenzlinien-Abstand (eine Ordnung) entspricht
dem Gangunterschied ∆x = λ, also einem gefahrenen Spiegelweg von
sSpiegel = λ2 . Der abgelesene Mikrometerwert ist s.
Dem Michelson-Aufbau entspricht auch das Twyman-Green-Interferometer.
3
Versuch
3.1
Durchführung
Vorbemerkungen
Im nachfolgenden Versuch ist aus kleinen optischen Wegdifferenzen die Wellenlänge des benutzten Lichtes zu bestimmen.
Bei der Versuchsdurchführung ist zu beachten:
- Optische Interferometrie benutzt Lichtwellenlängen als Maßstab im unteren mm-Bereich. Der Versuch ist daher sehr behutsam durchzuführen, da
kleinste Erschütterungen und Unachtsamkeiten zu unbrauchbaren Meßergebnissen führen.
Man ermittle aus der Spiegelverschiebung D und der zugehörigen Interferenzlinienzahl N die Wellenlänge λ des benutzten Lichts. Die Messung ist
für 4 unterschiedliche Interferenzlinien-Zahlen zwischen 50 und 200 Linien
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erstellt: 26.8.2016
durchzuführen und auszuwerten. Es ist eine Fehlerrechnung durchzuführen.
3. Man halte einen erhitzten Gegenstand in den Strahlengang zwischen
Strahlteiler P und Spiegel S1 und beobachte, skizziere und beurteile den
Einfluß auf das Interferenzfeld.
! NICHT AUF OPTISCHE OBERFLÄCHEN FASSEN ! (LINSEN,
PRISMEN, SPIEGEL, ETC.)
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erstellt: 26.8.2016
Zugehörige Unterlagen
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