Das Verhalten von Tumorgewebe kombiniert mit

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NOTIZEN
Das Verhalten von Tumorgewebe kom biniert
mit Rattenthym us in Diffusionskammern
Von B.
T e ic h m a n n
Robert-Rössle-Klinik der Deutschen Akademie der W issen­
schaften zu Berlin (D irektor: Prof. Dr. H. G u m m e l )
(Z. Naturforschg. 19 b, 1089— 1090 [1964] ; eingegangen am 31. Ju li 1964)
Während Leber- oder Lungengewebe normaler oder
tumorresistenter Ratten in Kombination mit WalkerCa.- oder Jensen-Sa.-Gewebe in Diffusionskammern
keine immunologische Wirkungen auf diese Tumor­
gewebe erkennen lassen, sondern bei gleichzeitigem
Überleben der Tumorzellen zugrunde gehen 1, werden
die gleichen Tumorgewebe unter den entsprechenden
Bedingungen in Kombination mit Milz- oder Lymph­
knotengewebe tumorresistenter2, aber auch normaler
Ratten 3 zum Absterben gebracht. Thymusgewebe von
normalen oder resistenten 8 Monate alten Ratten, wel­
Gruppe
Tab. 1.
A nzahl Tiere
(K am m ern)
1089
ches im Verhältnis 1 : 1 mit Walker-Ca.- oder JensenSa.-Gewebe in Diffusionskammern gebracht, Ratten im­
plantiert wurde, zeigte ebenso wie Lungen- und Leber­
gewebe keinen Effekt hinsichtlich der Virulenzvermin­
derung der Tumorzellen. Über die Funktionen des Thy­
mus bestehen noch immer unterschiedliche Meinun­
gen (vgl. I . e . 4- 7). Es wurde nun untersucht, ob es
prinzipiell unmöglich ist, die genannten Tumorgewebe
in Diffusionskammern durch miteingeschlossenes Thy­
musgewebe immunologisch zu beeinflussen oder ob
diesbezüglich eine Abhängigkeit von der verwendeten
Zellzahl und dem Alter der Thymus-Spendertiere be­
steht.
Methodik
Für die Versuche wurden Diffusionskammern aus
Metall 8 und Membranfilter MF 30 (Porengröße max.
ca. 500 mfji, durchschnittlich 300 m/ / ) * verwendet.
K am m eren tn ahm e
K am m erin h alt
A nzahl
K am m ern
T age nach
Im p lan tatio n
viru len t
I
16 (48)
W alker-C a. u. T hy m u s
5 T ag e a lter
R a tte n 1 :1
a)
b)
c)
d)
12
12
12
12
9
14
21
28
9
10
7
6
II
16 (48)
W alker-C a. u. T hy m u s
5 T ag e a lter
R a tte n 1 :3
a)
b)
c)
d)
12
12
12
12
8
14
21
28
10
8
3
2
III
10 (30)
W alker-C a. u. T hy m u s
6 W ochen a lter
R a tte n 1 :1
a)
b)
c)
9
9
12
14
21
28
8
6
6
IV
10 (30)
W alker-C a. u. T hy m u s
6 W ochen a lter
R a tte n 1 :3
a)
b)
c)
9
9
12
14
21
28
7
2
2
V
9 (27)
W alker-C a. u. T hym us
3 M onate alter
R a tte n 1:1
a)
b)
c)
9
9
9
14
21
28
7
3
1
VI
10 (30)
W alker-C a. u. T hym us
3 M onate a lter
R a tte n 1 :3
a)
b)
c)
9
9
12
14
21
28
6
2
1
V II
10 (30)
W alker-C a. u. T hy m u s
8 M onate a lter
R a tte n 1 :3
a)
b)
c)
9
9
12
14
21
28
7
7
9
V III
4 (1 2 )
W alker-C a.
a)
b)
6
6
14
28
5
6
Virulenzprüfung der Tumorzellen durch Erzeugung identischer Tumoren nach isologer W eitertransplantation
der Kammerinhalte.
1 B. T e ic h m a n n u. G. W i t t i g , Naturwissenschaften 50, 673
[1 9 6 3 ],
2 B. T e ic h m a n n , Z. Naturforschg., im Drude.
3 B. T e ic h m a n n , Experientia [B ase l], im Druck.
4 A. F a g r e u s , Acta med. scand., Suppl. 204 [1 9 4 8 ].
5 R . D. S t o n e r u. W. M. H a l e , J . Immunology 75, 203 [1 9 5 5 ],
6 D. O s o b a u . J . F. A. P. M i l l e r , Nature [London] 199, 653
[19 6 3 ].
7 K. H. S i m o n , Naturwiss. Rdsch. 1963, 443.
8 B. T e ic h m a n n u . G. W i t t i g , A cta biol. med. german. 10,
429 [19 6 3 ].
* Nach Angaben der Membranfilter-GmbH Göttingen.
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1090
NOTIZEN
Nadi dem bereits früher beschriebenen Verfahren 9 er­
hielten in 7 Gruppen 9, 10 bzw. 12 170 —200 g schwere
Wistar-Ratten je 3 Diffusionskammern, enthaltend Thy­
musgewebe von a) 5 Tage alten Rattensäuglingen oder
6 Wochen, 3 Monate bzw. 8 Monate alten Wistar-Rat­
ten im Verhältnis 1 : 1 bzw. 3 : 1 kombiniert mit Walker-Ca.-Gewebe i.p. implantiert. Die Kammern wurden
nach 9 - 14-, 21- oder 28-tägiger Implantation entfernt
und zur Virulenzprüfung Teile jedes Kammerinhalts
auf unvorbehandelte 150 —180 g schwere Wistar-Ratten
weitertransplantiert. In einer Kontrollgruppe erhielten
4 Tiere je 3 Kammern, die nur Tumorgewebe enthiel­
ten, i.p. implantiert.
Ergebnisse
Bei Vergleich der Anzahl der von den einzelnen
Gruppen durch isologe Weitertransplantation der Kam­
merinhalte auf normale Empfängertiere erhaltenen
identischen Tumoren ist festzustellen, daß — im Ge­
9 B.
T e ic h m a n n
u.
G.
W ittig ,
Z. Naturforschg. 18 b,
526
gensatz zu Thymus 8 Monate alter T iere— bei genü­
gend langer Einwirkung von Rattensäuglings-Thymus
und Thymus 6 Wochen bzw. 3 Monate alter Ratten auf
Walker-Ca.-Zellen eine deutliche Abschwächung der
Virulenz der Tumorzellen zu verzeichnen ist (Tab. 1 ).
Dieser Effekt wird auf eine, durch die Tumorzellen
induzierte, immunologische Reaktion seitens des Thy­
musgewebes zurückgeführt. Um den Einfluß der natür­
lichen Resistenz der Transplantat-Empfänger („Nullertiere“) auf die transplantierten Kammerinhalte festzu­
stellen, wurden sämtliche Tiere, die bis zu 6 Wochen
nach der i.p. Implantation der Kammerinhalte kein
Tumorwachstum zeigten, subcutan mit Walker-Ca.-Ge­
webe beimpft. Außer bei je 1 Tier der Gruppen I a,
I d, II c, V a, VII c und 2 Tieren der Gruppe VII a
konnte in allen Fällen nach dieser Behandlung Tumor­
wachstum an der Inokulationsstelle nachgewiesen wer­
den.
Mit Jensen-Sa.-durchgeführte Versuche verliefen ent­
sprechend.
[1 9 6 3 ];
19 b,
54 [1 9 6 4 ];
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19 b,
58 [1 9 6 4 ].
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